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Der erst« Zeuge, der Kanalräumer Paul Gei- d e r u e z, der über die geplanstn Bombenanschläge gegen AmtSgebäude unter Benützung des unter» irdischen Kanalnrtzes von Wien auSsagen sollte, erflärte, daß die Mitglieder seines Berufsstandes eine Abteilung des Republikanischen Schutzbundes gebildet haben und daß ihn der Angeklagte Eifler vor Zeiten ausgefordert habe, ihm für jeden Bezirk dir Namen zweier Bertrauensleute seines Berufes z« nennen, welchem Wunsche der Zeuge in der Annahme entsprach, daß eS sich um gewerkschaftliche Zwecke handelt. Etwas Näheres teilte der Zeuge über die galante Aktion n i ch t m i t. Ein weiterer Zeuge, Leopold Bergmann, der sich an den Feber-Unruhen im XVI. Bezirk« beteiligte und bereits eine mehrmonatig« Kerkerstrafe verbüßt hat, stilt mit, daß er von Dottor Deutsch Befehl erhalten und während der erwähnten Kämpfe im XVI. Bezirke Handgranaten gefüllt habe. Der Zeuge Wilhelm Drexler hatte Kemtt- nis von einem Lager von 300 Granaten und zeigt« dieS bei der Polizei an. So auch der Zeuge C o e«l k a. Der Zeuge Leopold Macher auS Schwechat belastet den Angeklagten Lassing und sagt, daß in den Versammlungen deS Republikanischen Schutzbundes in Schwechat von einem Plan, die dortige Gendarmeriestation zu besetzen, gesprochen wurde und daß Lassing erflärte,' daß man die Gendarmen, wenn sie Widerstand entgegensetzen, niederschlagen müsse. Lassing bezeichnet die An- gaben des Zeugen als erfunden und erinnert daran, daß der Zeuge auö dem Republikanischen Schutzbunde ausgrstoßen wurde und zu den Heimwehren übergegangen sei, wo er heute noch wirke. Die Zeugen Michael A n n e r l und Johann Herbert und andere erklären, daß sie k e i n e» B e f e h l zu irgend einer bewaffneten Aktion und keine Kenntnis von den Waffenlagern hatten. Zum Schluß kommt eS zu scharfen Zusammenstößen zwischen dem StaatSanwalt und einigen Zeugen, die ihre beim polizeilichen Verhör und im Laufe der Untersuchung gemachten(natürlich erpreßten» Anm. d. Red.) Aussagen nicht bestätigen wollen. Der Staatsanwalt droht diesen Zeugen wiederhott mit der Strafanzrig« wegen falscher Zeugenaussage. Bei der Einvernahme des letzten Zeugen Franz Hilschers, eines Teilnehmers der Kämpfe im XVI. Bezirke, fordert der StaatSanwalt die Verhaftung Hilschers wegen falscher Zeugenaussage. Der Vorsitzende nahm mit dem Zeugen ein Protokoll auf. Ueber den Anstag des Staatsanwaltes wird da- Gericht entscheiden. Die Berhandlung wurde auf morgen vertagt. „christliche„Rechtssprechung" Genossin Jochmann— 1 Jahr schweren Kerkers Wien. Di« 34jährige Rosa Iochma»«, Mitglied des Borstandes der aufgelösten sozialdemokratischen Partei, wurde von dem Schöffengericht zu einem Jahre schweren Kerkers verurteilt. Sie wurde seinerzeit in Wiene» Neustadt bei der Verteilung von Flugblättern deS Aktionsausschusses der revolutionären österreichische« Sozialisten angehalton und wegen Vergehen- gegen da- Pressegesetz angeklagt. Im weiteren Verlaufe der Untersuchung wurde dst Auflage gegen sie auf Grund der bei ihr Vorgefundenen Druckschriften auch auf di« Störung der öffentlichen Ruhe ausgedehnt, und zwar wegen Beteiligung der Genossin Jochmann an der lllegalen Organisation der sozialdemokratischen Partei, namentlich an den sogenannten Zehnerstaffeln, di« besonders im Rahmen der Vaterländischen Front gebildet wurden. In geheimen Berhandlungsab- schnttten wurden die Statuten der illegale» Organisatton, ihre Instruktionen und zahlreiche Flugschriften revolutionären Inhaltes verlesen. Stift 4 Mittwoch, 10. April 1935 Nr. 85 Vom SchutzbundprozeB Hauptmann Rudolf Löw geboren am 7. April 1891 in Wien, geriet im Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Weltkrieg diente er beim Bundesheer. Nach seiner Entlassung aus dem aktiven Dienst, die im Zuge der Reinigung des Heeres von anfihabsburgischen Republikanern erfolgte, wurde er Kassier des Republikanischen Schutzbundes. Ludendorffs 70. Geburtstag wurde mit großen militärischen Ehren begangen, die freilich noch nicht an daS Klimbim heranreichen, das Klamottenherrman ans Anlaß seiner Hochzeit mit Emmy Sanneman» zum besten gibt. Fritsch und Blomberg waren in Ln- dendorffs Billa in Tutzing erschienen» H i t l e r ist angesagt. Im ganzen Reich wurde geflaggt. Aus München war eine Ehrenkompagni« wach Tutzing entsandt worden, über die Ludendorff di« Parade abnahm. Es verlautet, daß Ludendorff zum Feldmarschall ernannt werden soll. Die auffällig« Ehrung Ludendorffs, der bis in die jüngste Zeit gegen Hitler oppwliert hat, dürfte zum Teil auf das Drängen der Reichswehr zurückznführe» sein, die eine starke Persönlichkeü mit einem gewissen Nimbus als Gegengewicht gegen Hitler in der BolkS- gunst braucht, zum Teil auf das Bestreben Hitlers, dieHindenvnrg-Legende zu liquidieren. Da Ludenidorff erst vor kurzem Hindenburg aufs schärfste angegriffen hat, ist di« Ehrung geradezu eine Demonstratio» gegen dcnGötzen vongestern. Rußland auch Ins Internationale Arbeitsamt Moskau. Wie verlautet, hat sich die Sotvset- regierung grundsätzlich zum Beitritt zum Internationalen Arbeitsamt bereit erklärt, unter der Voraussetzung, daß das Arbeitsamt die Arbeits- Gesetzgebung der Sowjetunion anerkennt. Schweiz glaubt nicht an den Londoner Doppel-,,Selbstmord“ Basel.(AP) Im Zusammenhang mit der Angelegenheit Jacob-Wesemann interessiert der Fall Dora Fabian— Mathilde Wurm in der Schweiz ganz besonders. Der Basler Staatsanwalt Dr. Rudolf Ganz, der während seines Londoner Aufenthaltes in ständiger Fühlung mit beiden Frauen war und von ihnen wertvolle Aufschlüsse über die Umtriebe gewisser Agenten' erhalten konnte, erklärte, daß beide Frauen, als er sie verließ, sich in ausgezeichneter geistiger Verfassung befanden und nichts darauf habe schließen lassen, daß sie Selbstmordabsichten hegten. Sie hatten sich im Gegenteil vorgenommen, einen entschlossenen Kampf für die Freilassung Jacobs zu führen. Die Nachricht von einem Selbstmord stößt daher in der Schweiz auf das stärkste Mißtrauen. Prag. Sonntag vormittags fand im Hause für Landwirtschaftskultur in Prag die feierliche Eröffnung der Hygiene-Woche für das flache Land statt, die heuer unter dem Schlagwort»Für die Gesundheit der Dorfkinder" veranstaltet wird. Amsterdam.(Tsch. P.-B.) Das südlich von Utrecht in dem früheren Fort Honswyk eingerichtete Internierungslager für unerwünschte Ausländer wurde am Dienstag seiner Bestimmung über- gcbcn. Als erste Insassen des Lagers wurden am Vormittag sieben ehemalige deutsche Kommunisten, die seinerzeit von der Amsterdamer Polizei wegen unerlaubter politischer Betätigung in Haft genommen waren, eingeliefert. Bozen. tTsch. P.-B.) Am 29. März war der ehemalige deutsch-südtiroler Abgeordnete in der römischen Kammer, Freiherr von Sternbach, in Druneck verhaftet worden. Die Konfinierungskommission verurteilte ihn zu zwei Jahren Verbannung.' Tornado in der Pilsner Gegend Wollenbruch, Hagelschlag, Windhose— Ein Toter— Verwüstung Am Montag um 16 Uhr ging über RoZ- m i t a l ei» heftiger Sturm, verbunden mit Wolkenbruch und Hagelschlag nieder. Es fielen H a- gelschlossen in der Größe von zwei dis zweieinhalb Zentimeter Durchmesser. Hiebei jagte von Südwesten eine gewattige Windhose einher, die in der bekannten Krgelform schwarzer Wolken sturmartig vom Südosten nach Südwesten trieb, Hekatomben alter Wald riesen im Umkreise von rund einem halben Kilometer samt Wurzeln und Erdreich entwurzelte, ganze Erdklumpen» Steine und Blöcke in die Höhe riß. In dem Orte Bezdkko» wurden alle Dächer weg gerissen und eine Sttecke weit fortgetragen. Die bewaldete Höhe Ttemsin wurde vollkommen verwüstet. Bon nirderfallenden Bäu- lagcsucuigKcltcu Russisches GiserrbahrmngMck fordert elf Todesopfer Moskau. Aus Omsk wird gemeldet, daß sich bei dem Dorfe Dschemantus ein schweres Eisenbahnunglück ereignet hat. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten beträgt die Zahl der Toten acht. Elf Waggons wurden zertrümmert, Ebenso sind beide Lokomottven vollkommen zerstört. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Schuld an dem Zusammenstoß die verantwortlichen Beamten trifft, die ihren Dienst nachlässig versehen haben. Auf derselben Eisenbahnstrecke sind in den letzten drei Tagen mehrere Eisenbahnunfälle vorgekommen. Die oberste Staatsanwaltschaft hat angeordnet, daß die betreffenden Beamten binnen siebenTagen abzuurteilen sind. Der Prozeß wird bereits am Samstag in Omsk stattfinden. Sturm-Katastrophen Tokio. Auf Formosa hat ein Sturm zahlreiche Dörfer zerstört. Eine Fisch«rftottille, die am Sonntag abends ausgelaufen war, ist dis jetzt»och nicht zurückgekehrt. Vierzig Fischer, die bis jetzt vermißt werden, sind wahrscheinlich im Sturm ums Leben gekommen. Manila(Philipinnen). Di« Zahl der Todesopfer des furchtbaren Wirbelsturms, der die Philipinnen heimgesucht hat, hat sich auf 60 erhöht. Die Regierung hat ei» umfangveiches HUfswerk eingeleitet. I Vierzehn Bahnarbeiter wurden bei einem Zusammenstoß ihres Motorwagens mtt einem Schnellzug nördlich von Rose- ville(Kalifornien) getötet. Die Arbeiter sollten Ueberschwemmungsschäden am Bahndamm ausbessern, wobei schon vorher zehn Arbeiterertrunken waren. Notgeld— auf eigene Verantwortung Moskau. Wie die TASS meldet, ist der D i- r e k t o r eines der größten Werke in Pensa verhaftet und dem Gericht übergeben worden. Da er wegen finanzieller Schwierigkeiten den Produkttonsplan der Regierung nicht durchführen, aber auch keine Regierungshilfe erhalten konnte, war er dazu übergegangen, auf eigene Verantwortung Notgeld drucken zu lassen/ das er in Umlauf setztt. Die Scheine hatten bereits eine weite Verbreitung erhalten, als die Behörden eingriffen und den Direktor wegen Schädigung der Sowjetfinanzen dem Gericht Übergaben. Ganz wie bei»ns! Die Schweizer„Fronti- sten" sind Hitlers Jünger, und so ist es kein Wunder, daß. sie aus Anlaß der Entführung Bertold Jacobs die Partei der hakenkreuzlerischen Menschenräuber ergriffen haben. Einer ihrer Führer, der Dr. Robert Tobler, hat bei einer Frontisten- Versammlung in der Zürcher Stadthalle die Beschwerde der Schweizer Bundesregierung in Ber- lin als„großes Getue wegen eines Juden" bezeichnet und mit dieser schamlosen Offenheit sogar die bürgerliche Schweizer Presse in Harnisch gebracht. Die freisinnige„Neue Zürcher Zeitung" hat seinen Ausspruch mit Entrüstung festgena- gelt, woraufhin sie von der Frontisten-Zeitschrist als Verleumderin beschimpft worden ist. Denn die Schweizer Hakenkreuzler haben genau so wie ihre GefinnungSbrüder in anderen Ländern die Takttk der Tarnung und des Denunziationsgeschreies von ihren reichsdeutschen Meistern übernommen: sie heucheln Loyalität, während sie im Geheimen hetzen. Der Herausgeber der Zestschrift„Front" weist die Anschuldigung der„Neuen Zürcher Zei- tung" empört zurück und stellt fest, daß er in seiner Zestschrift das Vorgehen der Bundesregie, rung im Falle Jacob als„durchaus berechtigt" anerkannt habe. Interessant, weil für uns nur allzu verständlich, ist, was die„Neue Zürcher Zeitung" dazu bemerkt.„Dr. Robert Tobler," so schreibt sie,„glaubte offenbar, im Kreise seiner men wurde der Holzfäller H e j«i k aus Boltus getötet, ein anderer Holzfäller schwer verletzt. Auf der ganzen Strecke, die der Sturmwind passierte, ließ er überall in wenigen Angenblicken eine direkte Wüste zurück, sowohl in den erzbischöflichen Wäldern als auch in den Gemeindewäldern von Rojmital und Bezdökov. Interessant ist, daß das Toben des Sturmes, das Knacken der gestürzten Bäume, das Fallen von Steinen und die Bewegung des Wolkenkegrls anfangs von vielen Einwohnern der betreffenden Gemeinden für einen spontane« Angriff feindlicher Flieger angesehen wurde. Bon allen Setten strömen jetzt Leute herbei, um die gräßlichen Berwüstungrn z« besichtigen.. „braven Jungens" die wahre Meinung der Frontlestung zum Ausdruck bringen zu dürfen, die der für die Oeffentlichkest bestimmte Kommentar einigermaßen verschleiern mußte."—• Wie bekannt uns das nach den Erfahrungen mit der Henlein-Front klingt I Brigitte Helm— zwei Monate Gefängnis. Das Reichsgericht in Leipzig verwarf die von der unter dem Künstlernamen Brigitte Heb» bekannten Filmschauspielerin gegen das Urteil des Berliner Landgerichtes vom November 1934 eingelegte Revision. Damit ist Brigitte Helm wegen fahrlässiger Körperverletzung rechtskräftig zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hat in der Nacht zum 27. August v. I. mit ihrem Auto eine Frau angefahren und verletzt. Schweres BetriebSunglück bei Skoda. Dienstag mn 18 Uhr 40 ereignete sich in den Skoda- Werken ein tragisches Unglück. Auf die Arbeiter Rudolf M a r t i n e k, 38jährig und verheiratet, aus Krimice bei Pilsen, und Wenzl M a t a s, 35- jährig und ebenfalls verheiratet, aus Piesttc, fiel ein vierrädriger, eiserner Wagen, der sich beim Transport aus den Ketten des-Kranes löste. Martine! wurde auf der Stelle getötet und Matas wurde mit schweren Verletzungen in das Pilsner Krankenhaus gebracht. Heilige Devisen. Das Amtsgericht Münster hat in dem■ Ermittlungsverfahren gegen die Ordensfrau Generaloberin-Mutter Schulte-Mesum als Leiterin des Frauenordens der Missionsschwestern vom hl. Herzen Jesu in Hiltrup und gegen die Ordensfrau Schwester Dreier in Hiltrup wegen Devisenvergehens, bzw. Devisenverbrechens, auf Antrag des Generälstaatsanwalts, die Bell chlagna.h.m e des..gesamten Beimö.gll ns der beiden Beschuldigten und des durch sie vertretenen Ordens der Missionsschwestern vom hl. Herzen Jesu in Hiltrup angeordnet. Mussolini über Oesterreich. Während der italienische Regierungschef persönlich und durch seinen Wiener Statthalter Morreale heute für Oesterreich die schönsten Worte findet, ist es am Platze, auf eine Rede Mussolinis hinzuweisen, die am 3. März 1928 in der italienischen Kammer gehalten wurde, als Oesterreich den Fascismus beschuldigte, in Südtirol mit terroristischen Mitteln vorzugehen. Damals sprach Mussolini:„Wir sind nicht die Schüler jenes Oesterreich, das ein Jahrhundert lang die Straßen von halb Europa mit Henkern bevölkert, die Gefängnisse mit Märtyrern füllt und ununterbrochen Galgen aufgerichtet hat." Zum Schluß drohte er, wenn Oesterreich noch einmal gegen die Behandlung der Südtiroler protestieren werde, dann werde er„Taten sprechen lassen". Mussolini hat die Taten sprechen lassen: Oesterreich ist nicht nur sein Schüler, sondern sogar sein Untertanenland geworden, in dem fteilich die Galgen noch st e h e n, der Henker vollbeschäftigt tau? und in bett Gefängnissen Märtyrer ihrer Idee aus Erlösung warten. Legitimistendämmernng. Aus Wien wird der JPA geschrieben: Die Aussichten auf eine Restaurierung der Habsburger in Oesterreich und Ungarn sind sett einigen Wochen stark gesunken. Der Wechsel auf kurze Sicht, der dem hauptsächlich aus der Hocharistokratie und dem höheren Klerus sich zusammensetzenden Legitimismus von der Regierung Schuschnigg ausgestellt wurde, kann vorderhand nickt eingelöst werden. Dieses neuerlich gebrochene Versprechen hat große Unruhe hervorgerufen, die sich in starken Spannungen innerhalb der Regierungskreise äußert. Diese Tatsache steht in einem gewissen Zusammenhang mit den Annäherungsversuchen Italiens an Jugoslawien. Mussolini will momentan von einer Restauration der Habsburger nichts wissen. Er hat auch den Ungarn nahegelegt, ihre Revisions- Paris.„New York Herald" meldet, daß der Bericht des Admirals Byrd über seine zweite Reise nach dem Südpol ein ädßerst bedeutsames wissenschaftliches Ereignis bilden werde. Die Eiszone um den Südpol, bewege sich in der Richtung gegen Australien mit einer Schnelligkeit von einer Meile im Verlaufe eines Jahres. Byrd Werde die Frag« beantworten, ob diese Eismassen Politik dahingehend einzuschränken, daß derselbe Jugoflavien gegenüber aufgegeben wird. Damit hat die sprunhaste Politik Mussolinis im Donauraum, die bisher nur Unruhe und Enttäuschungen brachte, zu einem Mißerfolg geführt. Die Romverträge chber Hecken sich f ü r Oesterreich und Ungarn als ein Fehlschlag erwiesen. In Sofia flüchteten drei von der Polizei verfolgte Kommunisten in ein Haus, von wo sie aus Revolvern auf die Polizisten, die sie aufforderten, sich zu ergeben, schossen und Bomben warfen. Die Polizei sah sich genötigt, gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Bei diesem Feuergefecht wurde ein P o l i z i st und ein Kommunist erschossen. Den beiden anderen Kommunisten gelang es, z u flüchten. Wieder Flugrennen England—Australien? Es besteht die Möglichkeit, daß im, kommenden Jahr anläßlich der Hundertjahrfeier des Staates Südaustralien eine Wiederholung des Flugrennens auf der Strecke England—Australien stattfinden wird. So erklärte wenigstens der Ministerpräsident dieses Staates, Butler, der zur Zeit in London wellt und den Vorsitz im vorbereitenden Ausschuß führt. Das Ziel der Flugzeuge wäre diesmal die Hauptstadt Südaustraliens, Adelaide. Bei dem Ban des Tnnnels unter dem Hud- son-Flnß wurden zwei Arbeiter getötet und zwei weitere schwer verletzt. Das Unglück wurde durch irrtümliche und unrichtige Signalzeichen an die im Tunnel in völliger Dunkelheit arbeitenden Arbeiter verursacht. Gegen den Kaiser von Japan. Die Polizei hat am Sonntag in Tokio in der Nähe des Schlosses Kasaki, in dem der mandschurische Kaiser Kangte wohnt, drei Koreaner festgenommen, bei denen Revolver und Dolchmesser gefunden wurden. Nach den polizeilichen Feststellungen gehören die Verhafteten, einer koreanischen revolutionären Organisation an, die von den mandschurischen und japanischen Behörden in Man- dschukuo verfolgt wird. Die Katzenbrirfmarke unter de« Hammer. Auf einer Briegnattenauktion in London ist auch die berühmte sogenannte Katzenbriefmarke zum Verkauf gelangt. Es handelt sich um eine Kollektion von seltenen hindostanischen Briefmarken, die bis jetzt schon 124.000 Pfund gebracht hat. Zwei weitere Gruppen dieser wettvollen Sammlung sollen noch Preis« bis 20.000 Pfund erzielen. Diese Kollektion schließt einige der seltensten und häßlichsten Marken der Welt«in. Einige seltene afghanische Marken sind daruüter, die 1870 ausgegeben worden sind. Die berühmte Katzenmatte heißt deshalb so, tyell der«yrf ihr dargestellte Löwe so verzeichnet ist, daß er wie eine Kcktze wirkt. Sechs hawaifche Matten, die von den MissionSan- stalten vor fünfzig Jahren ausgegeben worden sind, sollen jede 2000 bis 3000 Pfund«inbttngen. Die einzigen anderen Stücke dieser Sötte find nämlich bei einem Erdbeben in San Franzisko zerstört worden. Ob sich ei« Liebhaber findet? Englands ältestes Auw ist zu verkaufen. Herr James Brhce. aus Lanark kaufte diesen Wagen— einen 5 PS- Zweisitzer— im Jahre 1893. Als es damals auf der Sttaße daherrasselte, ging ein Mann mtt einer roten Flagge voraus.„Ich habe ganz England mit diesem Auto bereist", erzählt der Besitzer und zweimal das Rennen der alten Wagen gewonnen. Es ist noch in guter Verfassung und macht 50 Meilen mit ca. viereinhalb Litern Benzin. In früheren Zeiten-haben wir für das Auw keine Steuern zahlen brauchen und das Benzin kostete nur wenige Pfennige. Jetzt mit all diesen Steuern und Beschränkungen ist eS von zweifelhaftem Wett, ein Auw zu unterhalten." Also wird der alte Kasten verkauft. Vielleicht findet er einen Liebhaber oder wandert in ein Museum. Vom Rundfunk empfehlenswertes au* den Proprem mene Donnerstag Prag, Sender L.: 10.05 Deutsche Nachrichten. 11.00 Schallplatte». 12.10 Ouvertüren zu Rossini- Opern. 16.55 Musik für die Jugend. 17.50 Deutsche Sendung: Jugendstunde mit Musik. 19.15 Wir lernen russisch. 20.05 Uebettragung aus dem Lu- cernasaal: Symphoniekonzert des tschsl. Rundfunks.— Sender S.: 15.00 Deutsche Sendung: Heindl: Die Bedeutung unserer Mineralquellen. 15.20 Unterhallungsmusik. 18.20 Schrammeikon« zett Hermann.— Brünn: 13.35 Arbeitsmarkt deutsch. 17.50 Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Dr. L a m p l: Krankenkaffaärzte und Pafienten. 18.10 Dr. Müller: Neue Jugendbücher. 22.15 Jazzorchester.— Mähr.-Ostrau: 17.50 Deutsche Sendung: Ewigkeit, Hörspiel.' 19.30 Leichte Musik.— Preßbnrg: 17.20 Konzert des Agramer Quartetts. vom Ozean absorbiert werden oder ob sie im Gegenteil immer mehr an Umfang zunehmen. Im letzteren Falle wären die Konsequenzen für die Erdkugel sehr unerft:eulich, denn dies würde bedeuten, daß die Erde einer zweiten Periode der Mszeit entgegengeht und einmal ganz in Eis erstaun wird. Geht die Erde einer Eiszeit entgegen? Der Bericht des Admirals Bhrd «r. 85 vritkwoch. 10. April 1935 Seite 5. Reich«nd schS« blühen auch Ihre Blumen, wenn Sie zu ihrer Pfleg« Blumen-Zauberdung verwenden. 1 Pakt XL 500, durch die Verwaltung der„Frauen, Welt". Prag XII., Fochova tr. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich. Der Rechtsstaat Exzellenz Göring hat dieser Tag« in exklusivem Kreis über den„Neuen deutschen Rechtsstaat" gesprochen. DaS sollte kein Witz, sondern das wirkliche Thema sei».„Gegen den inneren Staats- und Bolks- feind", so sagte der Fliegergeneral wörtlich,„must der nationalsozialistische Staat selb st verständlich unerbittlich vorgehen. Aber jede« T e r- ror verabscheue ich aufs tiefste und nicht» scheint mir widerwärtiger al» Willkür,.." DaS sagte, ohne zu erröten, der Rann, der di« Einführung der Konzentrationslager in Deutschland, dieser Tummelplätze brutalster Willkür und mörderischsten Terror», auf dem weiten Gewissen hatl Da» sagte der Rann, der de» Reichstag an« steckte, einen unschuldigen Halbidioten dafür hängen liest«nd noch heut« Lorglrr in Hast hält, obwohl sechst das Reichsgericht nichts anderes tuu konnte, al» ihn freizusprechen».. .Der nationalsozialistisch« Staat," so führt« Herr Göring weiter aus,„bekennt sich zu dem Satz«, daß daS Recht«in Grundpfeiler seiner Existenz ist". „Der nationalsozialistische Staat ist«ad bleibt ei» Rechtsstaat!", so schlost bo. General der Luftstreitkräste und der exklusive Kreis, ganz im Bann so paradoxer Formulierungen, klatscht« fröhlich Beifall. Deutschland ist und bleibt ein Rechtsstaat!" Di« nähere Beschreibung de» Rechtsstaates lese man bei Gerhard Seeger,„Oranienburg"«nd in dem Buch„Adolf Hitler, deine Opfer sehen dich an!" oder im„Braunbuch" oder auch i« Brantings„Weist- buch" nach! P. Piraten-Dschunke« unternahmen ungefähr 26 Meile» von Hongkong entfernt einen Angriff aus Fischboote. Da» britische Kriegsschiff„Ticala" eilt« den bedrohten Fischern zu Hikfe, doch hatten diese noch vor Eintreffen des englischen Schiffe» den Angriff der Piraten zurückgeschlagen. Die Piraten flohen in südlicher Richtung. Nachträgliche Abstempelung von Jubiläums- Poftmarken. Beim Publikum macht sich ständig noch ein grosteS Interesse für die Abstempelung von Jubiläums- und anderen Postmarken mit de« Feststempeln bemerkbar. Di« Postverwaltung hat daher für di« Zeit vom 10. bis unwiderruflich 20. April 1935 beim Haupt-Postamt«, Prag, JindtiS- skä ulice, die nachträgliche Abstempelung von Briefmarken mit sämtlichen anlässlich des 85. Geburtstage» de» Herrn Präsidenten in der ganzen Republik herausgegebenen Feststempeln<74 Handstempel und 1 Maschinenstempel). Die Abstempelung wird ausschliesslich zu phklatelistischen und Gedenkzwecken erfolgen. Sie wird an acht besonderen Schaltern mit roter, beziehungsweise bei Abstempelung mit den Stempeln deS Postamte» Prag 10(Hrad) mit goldener Stempelfarbe vorgenommen werden. Ausserhalb Prag» wohnende Interessenten können Serien von mit bestimmten Steanpeln abgestempelten Jubiläumsmarken bei ihren Postämtern bestellen. Die Vermittlung dieser Bestellungen erfolgt unentgeltlich. Die Marken werden über Wunsch auf neue, einfache oder mit dem Bild des Herrn Präsidenten geschmückte, zweiblättrige Blankett« auf-, geklebt. Der Preis beträgt für da» einfache Blankett 80 Heller, für das zweifarbige mit Bild geschmückte 80 Heller. Der Zuschlag für den Versand in einem Umschlag aus festem Papier beträgt 10 Heller