Sonntag, 14. Aprll 1935 Nr. 89 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller («inKhll.filich 5 H.ll.r Porto) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung mag xii, fochova ü. teiefon 5X77. HERAUSGEBER■ SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHHJA NIESSNER. VERANTWORTLICH« REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Das Konterfei des Herrn Doderer des Vertrauensmannes Henleins Was eine bürgerliche Zeitschrift über Doderer berichtet einer der besonderen Missionäre der SHF ist der Herr Doderer. Er hat, wie wir vor kurzem berichteten, nicht nur für die Stärkung des Wahlschatzes der SHF durch die Industrie zu sorgen, sondern wirbt auch Anhänger in den Greifen der Industrie für Henlein. Er hält Borträge, um den Fabrikanten die Überzeugung zu bringen, dass die SHF wert sei, von diesen unterstützt zu werden. Wer dieser Ber- tvauenSmann Henleins ist, haben wir schon . einige Male dargetan, aber man kann eS nicht oft genug sagen, um den Arbeitern und Angestellten klarzumachen, in welche RaöAarschaft sie kommen, wenn sie sich zur SHF einfangen lassen. Nun konnte mm unS aber Vorhalten, wir seien bei der Beurteilung der Qualitäten dieses ManneS nicht objektiv. Deshalb scheint eS angebracht, einmal eine Stimme aus jenen Kreisen zur Geltung zu bringen, denen Doderer selbst angehört. TuS geschieht nun, indem wir einen Auszug des Artikels bringen, der Sams« I tag, den 13. d., in der.Wirtschaft", dem Organ für Hmrdel, Industrie und Landw'rr- schaft, erschienen ist und von Herbert Faffer gezeichnet wurde. Dem, waS die„Wirtschaft über Doderer sagt, wird man Glauben schenken muffen, denn diese Leute haben keine Ursache, einen der ihren grundlos blostzustelleu. *>t dem Artikel heißt es u. a.: .Die Zeiten ändern sich... auch Zenkraltirektor a. D. Ang. Richard Doderer, ehemals Herr der Eisenwerke Rothau-Neudek. Er war wirklich der Allmächtige, der über da- Wohl und Weh von Tausenden zu entscheiden hatte. Die Danken waren beglückt, mit der Gesellschaft in Verbindung zu stehen, durften ihre Mittel zur Verfügung stellen, in Verwaltungsratssitzungen bie weitschweifigen Ausführungen DodererS zur Kenntnis nehmen, Fragen zu stellen, war nicht üblich, wagte es aber trotzdem einmal ein Ver- waltungsrätchen, eine Aufklärung zu verlangen, so erhielt er die stereotype Antwort:»Habe ich so- eben verlesen.E Jng. Richard Doderer halte einen Dienstvertrag, um den ihn wahrscheinlich so mancher Dankmagnat beneidet hat. Seine Tantiemen- terech..ung war ei« Kunstwerk. Erst in späteren Jahren hat man dieser„höhevea" Mathematik ein größeres Augenmerk gewidmet, vls es in früheren schon notwendig gewesen wäre. Als unumschränkter Herr der Gesellschaft war er der Initiator des Planes, nach dem die Eisenwerke Rothau-Reudek mit dem Walzwerk der Berg»& Hütte zusammen gelegt wurden. Im Hochsommer 1931 wurde das n:ue Walzwerk in Betrieb genommen, die Konjunktur war vorüber, und so mutzten in Rothau-Neudek Angestellten- und Arbeiterentlaffungen vorgenommen werden. Für die wurde nicht gesorgt. Wenigstens nicht durch Jng. Doderer, in dem Matze, wie e r e 8 im gegebenen Fall für seine Person getan hat. Das neue Walzwerk Karlshütte war und ist im Hinblick auf die Krise nur zu einem Bruchteil seiner Kapazität auSgenützt, so datz eine besondere Leitung hiefür nicht mehr notwendig wurde. Es kam daher auch die Zeit, wo Jng. Doderer überflüssig wurde, denn die Berg,& Hütte hatte das Heft bereits in der Hand und versetzte Doderer in den»wohlverdienten" Ruhestände Das war nicht so einfach, wie man stch es hätte Vorsteller, können. Doderer hatte Verträge, und deren Bestimmungen und Klauseln wutzte er zu seinen Gunsten vorzüglich auSzulegen. Die Banken waren auf Doderer auch nicht mehr so gut zu sprechen, wie ehedem, so datz vielleicht dei manchen Bankvertretern die Absicht vorlag, irgendeine Angelegenheit, die nicht nach allen Regeln der Kunst durchgeführt worden war, und deren soll eS Viele gegeben haben, zum Anlatz der fristlosen Entlassung zu nehmen. ES wäre aber zu viel Staub aufgcknrbelt worden. Weshalb man einem ftillenArrangemeut mit Doderer den Vorzug gab. Er hatte einen Vertrag, in dem ihm eine ansehnliche Abfertt« gungssumme zugesichert war. Aus bestimmten Gründen wollte er aber leine Abfertigung und so erhält er, der im Dezember 1934 in den Ruhestand trat, durch zehn Jahre hindurch einen jährlichen Zuschuß in der Höhe eines Betrages, mit dem wusend deutsche entlaffene Angestellte und 10.000 Arbeitslose im sudetendeutschen Gebiet höchst zufrieden wäre«. Er ist aber, man höre und staune, auch Mitglied des Ersatzpensionsinstitutes der Poldihütte und wird, sobald sein Anspruch gegeben sein wird, auS diesem Fonds eine angemessene Pension beziehen. Herr Jng. Doderer hat am 28. März l. I plötzlich sein Herz für die Arbeitslosen entdeckt und im Kubinzkyschen Industriellenklub einen Vortrag über das Arbeitslosenproblem gehalten, der besser hätte unterbleiben sollen. Die Ausführungen DodererS 311 die- Zufrieden Reuter meldet am Abend ans Stresa: Die britischen Kreise sind mit den Ergebnissen der Konferenz sehr zufrieden und es herrscht der Eindruck vor, daß zwischen allen drei Großmächten vollkommene Nebereinstimmung besteht. . Der französische Außenminister Laval erklärte, daff die Solidarität Frankreichs und Großbritanniens eine vollkommene ist. In der Nachmittagsberatung erstattete Minister Laval den Mitgliedern der französischen und englischen Delegation einen Bericht über diese- Problem und versicherte ihnen, daß darüber erst dann verhandelt werden könne, bis die dringenden mitteleuropäischen Fragen erledigt und namentlich.- biSder Ritteleuropa- ser Frage find weniger interessant, weil er nichts Neues zu sagen wutzte. Interessant ist lediglich, daß gerade eine Person, die im höchsten Matze miwerantwort» lich für die Arbeitslosigkeit und daS unsagbare Elend von Rothau-Neudek ist und im eigenen Wirkungskreis deutlich Schiffbruch erlitten hat, den Mut findet, über derartige Probleme zu diskutieren und Ratschläge zu erteilen. Ob der Staat das Arbeitslosenproblem richtig gelöst hat, steht nicht zur Diskussion. Hingegen ist die Frage aufzuwerfen, ob Jng. Doderer seinen ehemaligen Angestellten und Arbeitern gegenüber in nationaler und sozialer Hinsicht mit der Borsorge vorgegangen ist, wie er sie jetzt vom Staat verlangt. Autzerdem hat Jng. Doderer offenbar auch politische Aspirationen oder vielleicht nur Interessen. Er drängt sich zur Spitze der sudetendeutschen Industrie. Die Industrie hqt, von jedem Gesichtspunkt aus gesehen, sich keinen ungeeigneteren Trommler für ihre Interessen wählen können, als Doderer,.. Auch ertrom- melte 800.000 XL schaffen dos Argument, das die Industrie durch ihre Verbindung mit Jng. Doderer ihren Gegnern liefert, nicht auS der Welt." Das schreibt die„SB irtschaft". Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Doderer und Henlein und mit diesen die SHF sind damit genügend gekennzeichnet. Dr. Benes in Genf Genf. Aussenminister Dr. Benes traf Samstag mittag in Genf ein. Er hatte am Nachmittag eine Beratung mit dem Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz H e n d e r s 0 n und später mit dem sowjetrussischen Volkskommissär Litwinow. Abends empfing Dr. Benes den jugo- flawischen Gesandten F 0 t i d und hatte eine Zusammenkunft mit Minister Titulescu, der gleichfalls heute in Gens eingetroffen ist. Pakt abgeschlossen sein würde. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird daher die Angelegenheit den direkten Verhandlungen der einzelnen Regierungen überlassen werde«, und diese Regierungen werde« selbst darüber entscheiden, ob sich die Konferenz in Rom über diese Sache äußer« soll.' Das Ergebnis von Stresa Paris.(Tsch. P.-D.) Die vorläufigen Ergebnisse der Stresaer Konferenz sind den Berichten der Sonderkorrespondenten der Pariser Abendblätter zufolge: 1. Ei« Abkommen über die theoretische Verurteilung Deutschlands in Genf. 2. Ein Abkomme« über die RotwendigKeit wirtschaftlich-finanzieller Sanktionen gegenüber künftigen gewaltsame« Verletzungen des Friedensvertrages seitens Deutschlands. 3. Beitritt Deutschlands zum Nichtangriffspakt im Osten mit der Möglichkeit, datz die Staaten autzerdem noch Verträge über gegenseitige Hilfeleistung abschlietzen. 4. Einberufung einer Konferenz, die eine« Status für Mitteleuropa festsetzt. Mussolini verlangt Aufrüstung für seine Vasallenstaaten Laval wahrt die Interessen der Kleinen Entente Stresa. Zu der Beratung der drei Grohmächte betonte Mussoll n i am Samstag vormittag, datz es im Hinblick auf die Wiederaufrüstung Deutschlands nicht richtig wäre, die Nachbarstaaten, insbesondere Oesterreich, abgerüstet zu lasse«. Die britischen Delegierten«ahme« die italienische Konzeption sympathisch auf. Laval machte anf die llnruhe aufmerksam, welche bei der Kleine« Entente die Wiederaufrüstung Oesterreichs, Ungarns u. Bulgariens Hervorrufen könnte und empfahl, nichts ohne Austimmung der interessierten Mächte zu unternehmen. Diese Frage wird in Stresa nicht zur Erledigung gelangen; der Meinungsaustausch darüber soll vielmehr auf dem üblichen diplomatischen Wege seine Fortsetzung finden. Henleins Wahlparole Unter dem halben Dutzend bürgerlichen Parteien im deutschen Lager soll die Heimatfrontpartei nicht allein die stärkste werden, sondern die Partei schlechthin. Alle anderen Parteien verspricht Henlein so klein zu schlagen, dass so gut wie nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Auf diesem Wege will er die Einigung des sudetendeutschen Bürgertums erreichen. Nicht des sudetendeutschen Volles, denn zu ihm gehören ja auch die Anhänger der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Und dass Henlein die Sozialdemokratie vernichten könnte— eine derartige Großmäuligkeit müsste ihn zu sehr blamieren. Wenn die Heimatfrontpartei, um ihre Loyalität gegenüber der demokratischen Verfassung unseres Staates glaubhaft zu machen, sich nicht gern eine Kopie der Hitlerpartei nennen hört: in dem einen Punkte hat sie dieselbe Aufgabe in der Tschechoslowakei übernommen, die Hitler für die kapitalistische Klasse in Deutschland durchgeführt hat, nämlich: möglichst alle kapitalistischen und bürgerlichen Gruppen einschliesslich der verschiedenen Mittelstandsschichten zusammenzufassen. Die Methode,. die dabei zur Anwendung kommt, ist der des nationalsozialistischen Vorbildes ganz ähnlich. Auch Henlein läßt vor den Arbeitern in-allen Variationen demagogische Sprüchlein hersagen, um sie zu gewinnen, damit der kapitalistische Charakter seiner Partei getarnt bleibe. Nur scheine« ihm und seinen tätigen Jüngern die starken antikapitalistischen Töne überhaupt nicht gestattet zu sein, in denen Goebbels, Göring, Ley und wie sie alle heißen, zu den Massen redeten, ehe es ihnen gelang, die Tyrannei über das Fünfundsechzig- Millionen-Bolk auszuüben. Die Heimätfrontpar- tei soll in der Tschechoslowakei die Zutreiberdienste fertigbringen, ohne starke äntikapitalistische Ausfälle. Vor ein paar Tagen hat Henlein angeblich 2000 Amtswaltern die Wahlparole zugerufen. Bisher verstand der politisch denkende Wähler unter einer Wahlparole wohl meistens eine Losung, die ihm klar und einprägsam sagte, für welche Forderungen und für welches Ziel die um sein Vertrauen werbende Partei ihre Kräfte einzusetzen entschlossen ist. Die Wählparoleder Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei z. D. war stets eindeutig: der wirtschaftliche und soziale Schutz des arbeitenden Menschen, der Ausbau und die Sicherung seiner politischen und kulturellen Rechte, und als Ziel der Sozialismus. Das war nicht nur die Parole für die Wochen des Wahlkampfes, sondern diese Losung blieb bestimmend für die ganze politische Arbeit, für den schweren politischen Kampf, den die Sozialdemokratie in den Jahren zwischen den Wahlen zu bestehen hatte. Welches sind nun die Forderungen, für die Henlein in den politischen Kampf zieht? Welches ist das Ziel, zu dem er den deutschen Teil des tschechoslowakischen Volkes durch die Heimatfront führen will?»Es gilt für uns die Parole: die Idee über uns, der Kamerad neben uns, der Gegner vor uns." So lautet die von Henlein bombastisch verkündete Wahlparole. Wir müssen schon sagen, daß wir sie so jämmerlich arm an Geist finden, so inhaltsleer, daß sie uns sogar noch für die Heimatfrontpartei blamabel erscheint!„DieJdeeüber uns..•— Wir sind wirklich aufmerksame Beobachter der politischen Gehversuche des früheren Turnlehrers gewesen. Aber von einer Idee haben wir bisher noch nichts zu entdecken vermögen. Denn das Sprüchlein von der Einigkeit aller Deutschen wird doch nicht einfach deshalb zur Idee, wenn man es tausendmal und mehr herunterleiern läßt. Wir zweifeln aber nicht, daß, die kapitalistischen Auftraggeber Henleins ihre Ideen haben, daß sie daran interessiert sind, eine auS dem kapitalistischen Sein hervorgewachsene Ideenwelt in den besitzlosen Menschen zu erhalten. Meint Henlein diese „Idee", und ist er deshalb so vorsichtig, näheres über sie auSzusägen, well da allzu sehr fascisti- sches Gedankengut zum Vorschein käme? Die Frage drängt sich auch auf, wenn wir ihn schreien hören:«...der Kamerad n e b e n u ns..." Wer ist der Kamerad? Heute noch wird der Arbeiter von den Heimatfrontakteuren leutselig so angesprochen. Die Hakenkreuzler drüben haben es nicht anders gemacht. Aber wehe den Arbeitern, die den Kampf um ihre Rechte nicht aufgeben, die nicht zu den Kapitalisten überliefen. Hitler selbst hat dafür Arbeiter mit der Hunde« Seite 2 Sonntag, 14. April 1938 Nr. 83 peitsche geschlagen.»Kamerad neben uns". Und die Gummiknüppel und Schlagringe der„Ordner" von der Heimatfront sind bisher niemals auf die Kapitalisten, sondern immer nur auf sudelendeutsch e A r b e i t e r, die „Kameraden neben uns", niedergesaust. Der„jka« merad neben nM"» ist.tzas der Arbeiter, dem die Industriellen der Heimatsront die Löhne gekürzt haben,uunMehr ahne Stromverförgutig.' yttwR-aw im.» Ein großer Brand vernichtete da» Geschlifts- biertel inPascani. Gegen ÜOLagerhäu- > e r. die zwei Strahenzüge bildeten, wurden e i n* öeäschert. ' Kranke, rekonvaleszent« und erholungsßrbiirf- Kinder, besonders aber solche.die an Blutarmut, Rekonvaleszenz nach schweren Erkrankungen der «tuumgsorgane, verschiedenen Arten der Tuberkulose wie Knochen-, Gelenks-, Bauchfelltuberkulose, Tuberkulose der Lymphganglien(ausgenommen jedoch Lungentuberkulose), Rachitis, chronischem Gelenksund Muskeüchemnatismus, Gicht und Krankheiten leiden, die mit Exvdaten verbunden sind, finden Heilung, Genesung und Erholung in ben Heimen an der Adria in Grado(Italien) und Cirkvenica(Jugoslawien). Nähere Auskünfte erteilt di« Deutsch« Landeskommiffion für kkinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen, Ret- chenberg, Waldzeile 14. Selbstmord.' In W i e n hat der bekannte Nervenarzt Dr. Ludwig Horn, Assistent an der Psychiatrischen Klinik, wegen eine» Nervenleidens Selbstmord verübt. Er hat sich in feinem Arbeitszimmer, in einem Fauteuil sitzend, mit einem Samtgürtel erdrosselt. Ein riesiger Schneeabrutsch, wie er nur nach be« sonder« schneereichen Wintern erfolgen, kann, ging über die ganze Breite de» W a tz m a n n nieder. Der Abrutsch ist vom Tal aui mit freiem Auge zu sehen. Man schätzt di« abgerutschte Schneemasst auf 800.000 kkuhikmeter und das Fkächenaudmass der Grundlawine auf 100.000 Quadratmeter. Der Kälterückschlag. Der heftige Nordtvestwind hat in ganz Mitteleuropa«ine beträchtliche Abkühlung gebracht. An vielen Orten der Republik war ks Samstag nachmittags um mehr al» zehn Grad kälter als tagsvorher. Auf den Dergkänunen, di« im Aehel liegen/'herrscht Frost. In den böhmischen Ländern und in Deutschland erreichte die Temperatur 'n den Niederungen meist nicht einmal 10 Grad. Die allgemeine Wetterlage ist zwar noch nicht stabil» Unter dem Einfluß«ine» Hochdruckkeils, der sich vom Mosten nähert, dürfte sich da» Wetter jedoch allmählich bessern. Im Fall« nächtlicher Aufheiterung kann strichweise Morgenfrost erwartet werden. ■— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Allmähliche Mesterbefserung. In den böhmischen Ländern und in her Westskowakei veränderliche Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Verstärkte Tem- steratiirschwankung zwischen Tag und Nacht, allmählich abflauenden Nordwestwind.— Wetterautsichten für Montag: Allmählich weitere Beruhigung, »ntertagSetwaSwärmer.', Dir Beratungsstelle für mit Sörperfthkorn be. haftet« Mittellose ordiniert kostenlos jeden Montag und Donnerstag von 9 bi» 11 Uhr in der Heilanstalt deS Jedlicla-Jnstituts in Prag-Pankratz. Benesvvä 13. Die Bibliothek der technischen Hochschule in Prag übersiedelt am 16. April d. I. in di« neu adaptierten Räum« im Klementinum und bleibt wegen notwendiger Adaptierung d«r Inneneinrichtung vom 15. April bis 6. Mai d.' I. für da» Publikum geschlossen. Kunst and wissen Unsere Maifestvorstellurrg Am Dienstag, dem 80. April 1935, um 7 Uhr abeNdS; gelangt im Neuen Deutschen Theater al» Maifestvorstellung der Deutschen sozialdemokratischen Bezirksorganisation. Prag Richard Wagners Festspieloper Die Meistersinger vo« Nürnberg zur Ausführung. Vorverkauf für Pachei- und Getverkschaftsmit- glieder: Samstag, den 80. April, von 6—8 Uhr abend» und Sonntag, den 21. April, von 11—12 Uhr vormittag» im Bildungsverein deutscher Arbeiter, Prag ll, Smekky 27, link« Stiege, 3. Stock. Der allgemein« Vorverkauf beginnt Dienstag, den 23. April, bei Optiker Deutsch, Graben, Palais Koruna. Betriebsweise gesammelt« Bestellungen sind -baldigst im Bildungüvcrein deutscher Arbeiter, Prag II, Smecky 27, zu übergeben. Telephonische Kartenbestellung jederzeit unter Nr. 72820(Lahmer), P r eff f« der Plätze nr beim Vorverkauf für Partei- und Gewerkschaftsmitglieder: Parterrelogen Xi 70.—, I. Ranglogen 70.—, II. Ranglogen 60.—, III, Ranglogen 30.—, Cerclesitze 1. Reihe 19.—, Feuteuilsitze 2.—4. Reihe 18.—, Parkettsitze 5.—12. Reihe 15—. Parkettsitze 13.—20. Reihe 13.—, Balkonsitze 1. Reihe 16.—, Balkonsitze 2.-4. Reihe 15.—, Balkositze 5—7. Reihe 18—, Galerjesitze 1. Reihe 11.—, Galeriesitze 2.—6. Reihe 9.—, Galeriesitze 7.—10. Reihe 7.—, Galerieseitensitz« Kä 6.—. Beim allgemeinen Vorverkauf erhöhen sich diese Preis« für Logen um Kä S.—, für Sitzplätze um Kä 1.—. Lom Tepliv Schönauer Stadttheatrr. In der Sitzung de» Stadtvekordneten-Ztollegimnö ant Freitag, dem 12. April, wurde die Direktion de» nach dem Rücktritt« Carl und Alexander Richter» frei gewordenen Stadttheater» an Curth H u r r l e vergeben. Innerhalb de» AuSschreibungStermine» hatten sich neben Curth Hnrrle noch Dir«kwr Wilhelm B e r st l, Bielefeld, uiw Intendant i. R. Ferdinand S k uh r a aus Trier beworben. Nach Ablauf (der Frist lief noch die Bewerbung de» Aussiger ThttttefdivektorS Hultig«irr. Rach Prüfung der Angoböte hatte sich der Stadtrat. entschwssen, dem Kollegium Herrn Curth Hurrle vorzuschlagen, der penn auch mit allen gegen eine Stimme mit der Leitung der städtischen Bühnen betraut wurde. Die VertragSbeftiinmungen sind mit geringen Abänderungen di« gleichen wie früher bei der Direktion Richter. Di« ordentlich« Spielzeit umfasst die Monate vom SV- Sopteucher 1935 bi» 80. April ItzSV und sieht Schauspiel und Operette vor. Opernveranstaltungen find der Direktion fveige- stellt.—' Dir. Curth Hurrle hatte sich schon nach dem Abschied Scherlers um das Teplitzer Theater beworben, war aber damals,jn der Konkurrenz mit Richter unterlegen. Er übernahm das Brüxer Theater und wirkte dort im allgemeinen erfolgreich. Derzeit führt er die deutsche Spielzeit in Budwei». Der Weg seiner Bühnenpraxis als Schauspieler, Dramaturg. Regisseur und Filmfachmann führte ihn durch mehrere StWste Deutschlands. Ob er im Verbände Mit seinem. Freund und Geldgeber Otto Marx imstande sein wird, das Teplitzer Theater aus seiner gründlich verwirtschafteten Lage zu befreien und zur früheren künstlerischen Bedeutung zu führen, wird vor allem von seinen finanziellen Reserven abhängen. Tast ihn die besten künstlerischen Absichten leiten, soll nicht bezweifelt werden. Wer in Teplitz ist man nach den Erfahrungen der zwei letzten Jahre schon sehr misstrauisch geworden gegenüber allen Versprechungen. Die Art der letzten Direktionsführung jedenfalls ebnet dem neuen Manne keine bequemen Wege. E. Th. Berthold Sterueck vom Münchner Stadtthea- ter gastierte gestern abends im Deutschen Theater als Figaro in W. A. M o z a r t s Buffooper»Figaros Hochzeit". Dieser Sänger und Bassist war einst der Liebling de» Prager deutschen Theaterpuiblitum», al» er noch unserem Opernensemble angehötle. Man hätte darum auch einen besseren Besuch erwarten dürfen, als«r dem gestrigen Wiederauftreten des Künstlers beschieden war. Allerdings blieb denen, die nicht gekommen waren, ein« bittere Enttäuschung erspart. Denn der.Sänger Sterneck ist nicht mehr da», wa» er war. Sein« Sttmm«, Pie nie sinnlich schön im Timbre war, klingt stark verbraucht, hat wenig Schmelz mehr und ist namentlich in der Höhe klanglos. Durch aussergewöhnlich kluge Wortbehandlung, genaueste Deklamation und schärfst« Artikulation ersetzt der intelligente Künstler die stimmlichen Mängel. Rur der Darsteller Sterueck ist der gleiche wie früher geblieben; der warmherzig« und von sonnigem Humor erfüllte Schauspieler, der der Szene Leben u«ch Frohsinn gibt. Im übrigen sah sich der Gast in eine musikalisch nicht sonderlich sauber« Aufführung gestellt, deren Leitung(Fritz Zweig) man viel Nervosität annierste. E. I. Wochenspielplan de» Reue« Deutsche» Theater»: Sonntag 2>/r: Menschen in Weiss, 7!4: Der Zigeunerbaron, Gastspiel Sterneck—Morgan, Abonnement ausgehoben. 2— Montag 7y 2: Da» unbekannte M ä d- ch e n, D 2.— Dienstag Tl/J: G l 0 r i u s, der Wund'erkomödiant, A2.— Mittwoch 7>Yit Die Kleinstädter, Uraufführung, B ll— Donnerstag 7’/ 2: HoffmannS E r- zählungen, CI.— Freitag: geschlossen.-— SamStag 71/>: D,i e Fledermaus, Festvorstellung zugunsten deö Ferialfond», Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der kleinen Bühn«: Sonntag 3: Mädchen für atzles, 8: Das unbekannt« Mädchen, Montag 8 Hs: Fremdenverkehr, volkstüml. Vorst.— Dienstag 8: Die grosse Katharina, Dej Schlach- tenlenker.— Mittwoch8: D a s unbekannte Mädchen:-—Donnerstag 8: Di e gross«Katharina, Der Schlach- n l'i n t e r.— Freitag: geschlossen.—- Samstag 8: Ich habsgetan, volkstüml. Vorstelluntz. Der Film Barbara rast Die Urheber diese» tichechischen Films haben von vornherein keinen grossen Ehrgeiz gehabt. Es war ihnen offenbar nur darum zu tun. dem betvähr- ten laber schon reichlich abgenützten)>Paar Redo» iinskä-Piätök ein««ffeftvolle Szene zu verschafsen, und zu diesem Avecke musste ein Wnsefarmbesitzer mit seinem Schwiegersohn abenteuerlustig einen Ausflug nach Prag machen und in einem Variete mit seiner ebenfalls nach der Hauptstadt gereisten"Gattin zusanunenttrffen, woraus sich in Verbindung mit einem gerade auf der Bühne amtirrenden Verwandlungskünstler, der-beabsichtigte komische"Skandal er», geben sollt«. Aber djeie grosse Szene ist(unter Miroslav Cjka n» umständlicher Regie) nicht halb so turbulent geworden, wie man sich» vermutlich vorgestellt hatte, und dass der Zuschauer sich erst«ine Stunde lgng eine ebenso geistlose wie langtvejlige Handlung von Heiratsinseraten und Hhpotheken- schwindel, von der unbezahlten Schnei-errechnung und dem verlorenen Kinde ansehen und auch noch diverse Durfte anhören muss, ehe endlich der Knalleffekt erfolgt. trägt keineswegs zur Verbesserung der Stimmung bei. Frau NrdoSinskä scheintmtt der Zeit schon selbst der Aufgaben müde geworden zu sein, die man ihr im tschechischen Film immer wieder zuweist. und auch Theodor P i t t 11 i Selbstwieder- holungen muten schon recht gequält an.—eis— Die Barbarole sollte man diesen.Barcärole"-Film der Berliner Ufa nennen, dessen Inhalt zu erzählen ein« Belästigung der Leser wäre. Denn e» handel: sich um «inen Schundroman, gegen den die gesaminelten Schriften der Courthr.Mahler und die hundert Fistne Harrt, Piel» beinahe wie Produkte edler Erfi^ümngSgabe wirken, Auch über di« Schauspielerei, bi« unter Gerhard L ampr« ch t S Regie geboten wird, kann man sich kürz fassen. Gustav Fröhlich ist gewiss kein grosser Schauspieler, aber für di« Schmierentragödie, die er hier mime:: muss, ist er doch noch zu seriös. Während die hinlänglich bekannte Lida Baarovä bei dem neu- eiustudierten Trick, ihren Mangel an Talent hinter der Maske des Rätselhaften zu verbergen, unfreiwillig heiter wirkt. Aber eindrucksvoller, als die angehäufte Minderwertigkeit dieses Films ist di« Schamlosigkeit seiner Hersteller, die dem toten Juden Offenbach seine Musik zu»Hoffmanns Erzählungen" gestohlen haben, um ihre Sudelei damit zu schmücken. Den Namen de» Bestohlenen haben sie natürlich dreist unterschlagen, und dem gleichgeschalteten Gedächtnis der Prager Ust» ist er ebenfalls nicht«ir^efallen. Ob da» der Grund dafür war, dass«in gewisse» hiesige» Premirrenpublikum dem Film und den schmunzelnden Hauptdarstellern Ovationen darbrachte, entzieht sich unserer Kenntnis. Umso besser aber wissen wir, dass dieser sÄe Film in Berlin keine Ovationen erlebt hat.-ei»- Sport• Spiel• Körperpflege Boykott der Nazi-Olympiade durch jüdische Sportler! Di« jüdisch»bRrgerttchea Sportlar halten zu» Zeit in Palästina ihre sogenannten Makkatt-Welt- spiele ab. Auf einer während diesen Festlichkeiten abgehaltenen Tagung deS Makkabi-Berban- d r S wurde der Beschluß gefaßt, all«« angeschlos. senen Sportlern zu untersagen, an den Oltzm- Pischen Winterspielen sowie an dar Olympiade in Deutschland teil',nnrhinrn, welch« bekanntlich 1836 stattfinde». Die jüdischen Sportler beweisen durch diesen Beschluss mehr Achtung vor sich und der gesitteten Welt, all jene bürgerlichen Verbände, die heute schon mit Lotterien und Staattzsubventionen unbedingt ihre Teilnahme an der Nazi-Olympiade durchführen wollen. Auslandsreisen der Danziger Arbeitersportlec. Im Danziger Arbeitersport herrscht« am Wahltag vollständiges SpiÄ- und Startverbot. Die Arbeitersportler waren dafür an allen Ecken und Enden der Stadt als Wahlhelfer tättg. Di« nächsten Sonntage werden dafür einen gesteigerten Spielverkehr bringen, der dadurch noch besondere» Interesse beansprucht, well sich die Frrssball-. und Handballserie ihrem Ende nähern. Dieses End« wird auch die Entscheidung darüber bringen, welche Mannschaften in diesem Fahr« den Danziger Mei st ertite» tragen und Danzig bei den kommenden Spielen um die Meisterschaften des polnischen Arbeitersport» Wahrscheinlich würde sich die Coron» auch bei Ihnen rentieren. Gerne machen wie Ihnen einen uinreehlna- lichen und kostenlosen Vorschlag) es genügt, wenn Sie«ns noch beule diese»* ICvpon einsenden. AdresU 1—- Ll-.—'■—_■ Verbandes(ZRSS) vertreten werden. Neben den Spielen find in diesem Fahre auch grosse A ms- landsreisen geplant. Als nächste Delegatton werden die Gymnastiker der Freien Turnerschaft Danzig nach Warschau fahren, wo sie einer(Anladung der jüdischen Sportler Folge leisten. Lus der Partei Bezirksorganisation Prag: Sitzung der Bezirksvertretung Montag, den 15. April, findet um 8 tshr abends eine wichtige Sitzung der Bezirksvertretung statt, zu der das Erscheinen alljr Mitglieder geboten«st. Mitteilungen der»Urania« Heute halb 11 Uhr:.Mit der. Kamera über der Erde u.,d unter dem Wasser". Kulturtonfian. Aufnahmen vom Meeresgrund, Unvergeßliche Film«:„Dkeyfus". Ausgezeichnete Besetzung: George, Baffermann, Mosheim. Kortner usw. Montag halb 9 Uhr. Meseryk-Belkehechschnle „Menschenkenntnis". Dr. B. Fürst. Kuok- und Einzelkarten: Montag 8 Uhr. Filme in Prager Lichtspielhäusern Bis einschließlich Donnerstag, den 18. Avril. Adria:„Unter fremden Fahnen". lA.)— Alf«: .Das hohe Lied".(A.— Vi. Dietrich.)—Aviv«: .Skandal in Rom".(A.— Eddie Cantor),-r- Beranek:.Wir siedeln ein Klavier über".(A.)— Fenir:.Ein Mann mit Mut".(A.)— Flora: .Lieb mich heut« nacht".(A.)— Holly wovd:.Barbara rast...".(Tsch.— Nedosinskä.) Hvtzda: Mickey-Programm. Farbige Grotesken.(Halb 3. halb 5, halb 7, halb 9.)— Juli»: .Eine ausgelassene Nacht".(Tsch.)— Kinema Journale, Grotesken, Reportagen.(^2—7.)"— Koruna:„Aus dem Regen in die Traufe".(A.— Laurel. Hardy.)—- Kowa:.Abdul Hamid". (Enal.— Fritz Kortner.)— Lucerna:.Abdul Hamid".(Engi.— Regie Carl Grüne.)— Praha: .Azew, Spion und Verräter".(D,)— Radio:„Wft siedeln ein Klavier über".(A.)— Skaut:„L i e b mich heut« nacht".(A.)— Svkwzorr.Barbara rast..Tsch.— Nedoiinskä.) Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder be» Bezug durch die Post monatlich Kä 16.—, vierteljährig Kä 48.—, halbjährig Kä 96—, ganzjährig Kä 192.—..— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Di« öeitunglftankatur wurde von der Post» und»ele« graphendirektion mtt Erlass Rr. 13.800/VI 1/1930 bewilligt.— Druckerei;^Vrbis". Druck«, Verlags» und Zeitung»-L.»G^ Prag. Seite 6 „Sozialdemokrat" Srnntta«, 14. Avril 1935. Nr. 89 LEINEN TRAMPSCHUHE CHEVREAU basquet 27-34 KE 9- BOX mit Gummischi«. DULLBOX mit Gummisohl«. 31-34 KE 15.- 35-38 KE19^( brachten wir Ihnen neue Schuhe- Frühjahrsschuhe I Neu- wie der junge Lenz, schön- wie Maibluten, --—erhöhen sie Ihren Reiz- wie die Fruhlingssonne I j j Und bei alledem: preiswert, ne“-. gut und dauerhaft. BOX schwarz und braun, mit Gummisohle. FÜR DIE OSTERTAGE W Genossenschafts-Beilage j Der Kampf der Arbeiterklasse und der Privathandel Wie die letzten Meldungen besagen, stehen der Generalsekretär des Reichsverbandes der ' Kaufmannschaft(Teplitz-Schönau) Dr. Mayer- \ Exner und der Abgeordnete der Handels- und : Gewerbepartei Tichi mit der SHF in Verhand- , hingen, die offenbar darauf hinauslaufen sollen, dem Zünftlertum eine parlamentarische Ver- i tretung zu sichern. Wie die bürgerlichen Blätter L melden, haben sich die Handels- und Gewerbe- I treibenden bereit erklärt, der Sudetendeutschen k Heimatfront auch die entsprechenden Wahlgel- k der zur Verfügung zu stellen. In diesen Zeiten, - wo es um die Entscheidung geht, wer bei der Fi Arbeiterklasse steht oder wer sich in das Lager s der Gegner schlägt, hat die klassenbe» wußte Arbeiterschaft die Gelegenheit, zuerkennen, werFreund undwerFeindist. Die maßgebenden Stellen der Kaufmannschaft und des privaten .^Handels haben sich durch die Aufnahme von Verhandlungen mft dem erbittertsten Gegner der sozialdemokratischen Arbeüerbewegung offen auf die andere Seite der Kampfftont gestellt. Kann das die klassenbewußte, sozialdemo- krattsche Arbetterschast überraschen? Nein. Seit jeher sind den sozialwirtschaftlichen und politischen Bestrebungen der Arbeiterklasse gerade aus den Reihen des Kleinbürgertums die ver- | bohrtesten Widerstände erwachsen. Es gibt keine sozialpolttische Forderung der Sozialdemokraten, bei der die Presse und die Organisattonen der Privatwirtschaft und in besonderen Fällen die Privatkaufleute sich nicht öffentlich dagegen ausgesprochen hätten. Die soziale Gesinnung dieser Herren läßt sich insbesondere aus ihrem Verhalten zur Forderung der Gewerkschaften hinsichtlich der Einfiihrung der Vierzig-Stundenwoche erkennen. Trotzdem mehr als neun Zehntel der Handelsgeschäfte ausgesprochene Zwergbetriebe sind, fiir die die Verkürzung der Arbeitszeit überhaupt nicht in Aussicht genommen wurde, hat jedoch in der letzten Zett keine Versammlung oder Konferenz der Handels- und Gewerbetreibenden stattgefunden, bei der nicht ausdrücklich gegen die Forderungen der klassenbewußten Arbetter Stellung genommen wurde. Ganz offen wird in der Presse der Kaufmannschaft, so in der„Woche des Kaufmanns", eine Aufhebung der Sonntagsruhe verlangt. Wie diese reakttonäre Forderung begründet wird? Sehr einfach:.„Es hat sich nämlich infolge der Sonntagsruhe ein illegaler Verkauf herausgebildet. Verschiedene Kaufleute erwarten ihre Kunden in den verschlossenen Geschäften. und bedienen ihre Kunden hinter geschlossenen Türen, im unerleuchteten Lokal." Die„Woche des Kaufmanns", welche für die Interessen der Kaufleute geschrieben wird, darf also mü der größten Gemütsruhe öffentlich von einer s h st e- mat"ischen Mißachtung der geltenden Gesetze berichten, die sichdie Arbeiter-und Ange stell ten- schaftin schwererMühe errungen hat. In dem Bestreben, die sozialpoli- ttschen Besttebungen der Arbetterschast, die sie durch die sozialdemokrattsche Partei erlangt hat, zu umgehen oder zu vernichten, steht der private Handel ,in einer Front mtt den Fabrikanten. So schrieb das Organ des Reichsverbandes der Kaufmannschaft„Der Kaufmann" erst vor kur- zem:„Fabrikant und Detaillist müssen in Anbettacht der Tatsache, daß der Kon- sument den Stteit(um die Preise) entscheiden wird, ein festes Gefüge bilden." Wie es beim privaten Handel in der Frage des Lehrlingsschutzes bestellt ist, geht schlaglicht, arttg aus den Forderungen hervor, die aus den Kreisen der Kaufmannschaft in Karlsbad gestellt werden. Siehe die„Bäder-Zeitung":»Für an» gestellte Lehrlinge sind die Schulen an Abenden einzurichten; Lehrlinge, welche weiter als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, sind vom 1. Oktober bis 1. April(also ein halbes Jahr!) vom Besuche der Fortbildungsschule zu dispensieren." Die sozialen Errungenschaften hinsichtlich des Lehrlingsschutzes und. der Lehrlingsfortbildung sollen also glatt vernichtet werden. Ferner wird gefordert, daß die Ge- schäftsinhaber auch„nach 8 Uhr abends und an Sonn- und Feiertagen bei geschlossenen. Türm solange arbetten, als sie es für nötig befindm. Hilfspersonal kann, solange sich der Angestellte selbst anbietet, gegen Exttabezahlung beschäftigt werdm". Das kennm wir schon! Wenn sich der Angestelltt des Kaufmanns, gewöhnlich ist es ja nur ein minderjähriger Lehrling, nicht selbst anbietm wird, so wird er hast fliegen. Die Her- ren fördern also nicht mehr und nicht weniger als den unbeschränkten Arbeitstag! Kann die klassmbewußte Arbeiterschaft mtt solchen Leisten auch nur das geringste gemein haben? Ganz und gar nicht. Die klassenbewußte Arbetterschast, das sind viele Hunderttausende von Familien, hat es jeden Tag in-er Hand, über die Verwendung ihrer Kaufkraft zu entscheiden. Jeden Tag ist sie vor die Wahl gestellt,. ihre Kaufkraft entweder diesem Privathandel zuzuwenden oder aber den Weg der genossenschaftlichen Selbsthilfe zu gehen, in den Konsumge- nossenschaften treue Mttglieder zu sein und zu werden, wo sich die organisierte Verbrau- cherschast mtt den eigenm wirtschaftlichen Kräften ein Stück Wirtschaft errichtet, welches von der Privatwtttschast unabhängig ist. Den Kon- sumgenossenschasten sind jetzt während der Krise wieder Zehntausende von Mitgliederfamilien beigetteten. Während die privctte Produktion dahin geführt hat, daß Hunderttausende von Men« schm der Arbeitslosigkeft preisgegeben sind, sind die genossenschastlichm Eigenbettiebe voll beschäftigt. Wir sagm, daß Wahltag auch Zahltag ist. Für die klassenbewußte Arbetterschast, die weiß, wie sie handeln soll, kann Karlsbad Telephone: 294, 1563 Telegrammadresse: Eierbloch 3M Josef Bitterlich, of«n>«. Herdfabrik, Georgs Vf aldc 2976 S. Bloch. Lier-icDutter-Großhcmdlung| Spezial-Eierkühlhaus Schuhfabrik 3900 Prostejov i.M. Lieferant der allseitig bevorzugten Schmelzkäse, sowie eingedeckter 2900 und gekörnter Fleischbrühe W» H Die besten und billigsten BRANDY führen alle Verkaufsstellen dar GEC“ „Optimit“ Gommi- und Textilwerke A. G. Ödrau 2874 I BILINER SAUERBRUNN seit dem Jahre 1664 bewährt bei: Erkrankungen der Atmungsorgane und des Magens. Nieren- und Blasenleiden StoffwechselstBrungen (Zuckerkrankheit. Rheumatismus, Sieht) Haustrinkkuren I Wohlschmek- kendes diätetisches Tischgetränk! Arbeiter-Konsumverein Bodenbach registrierte Genossenschaft mH beschränkter Haftung Eigene Dampfbäckerei, Bodenbach, Schlachthofstraße Kanzlei u. 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Dabei handelt es sich um solche Auslandsmärkte, die sie schon früher, damals im Rahmen der alten Monarchie mit ihren Erzeugnissen versorgte und die nach dem Kriege di^ wichtigste Grundlage ihres Auslandsabsatzes geblieben sind. Die Errichtung neuer Textilbetriebe in diesen Ländern hat während der letzten Jahre noch immer graste Fortschritte gemacht. Einzelne dieser Staaten versorgen sich zum Grossteile schon selbst mit Textilien und brauchen unsere Erzeugnisse nicht mehr. So ist uns durch die Errichtung von Textilfabriken der ungarische Markt fast vollständig verloren gegangen. Die ungarische Textilindustrie ist in raschem Aufschwung begriffen, folgende lleber- sicht lästt deutlich erkennen: Spindel«««d Webstühle i« der nugarische» Textilindustrie Der Zunahme deS Maschinenbestandes der ungarischen Textilindustrie entspricht die steigende Selbstversorgung des ungarischen Marktes. Der Anlandsbedarf Ungarn- an Halb» und sfertigfabritaten der Textilindustrie wurde gedeckt: 1921 1933 Baumwollspindeln,,, 88.000 270.000 Baumwollwebstühle,. 4.100 13.000 Wollspindeln.,■. 5.800 55.000 Wollwebstühl«.■.. 370 1.850 Flachsspindeln.... 10.000 20.000 Flachs- u. Hanfwebstühle 800 1.393 durch Jnlandsproduktion durch Einfuhr in Prozenten 1927... 88.68 43.38 1930.,. 76.03 23.96 1932... 91.30 8.70 Aehnlich, wenn auch noch nicht in dem Umfange wie in Ungarn, wird die Textilindustrie in Augoslawien ausgebaut. Der Bericht der tschecho- slowakisch-jugoslawischen Wirtschaftskammer für 1933 stellt fest, daß die südslawische Textilindustrie in der Wirtschaft AugosiawienS bereits die Metallindustrie überflügelt hat und eint immer wichtigere Stellung in der Wirtschaft dieses Lander einnimmt. Darauf ist auch die fortschreitende Verminderung der Einfuhr ausländischer Textilien in Augoslawien zurückzuführen. An den ersten Aahren der Selbständigkeit SüdflawienS entfielen 50 Prozent der Gesamteinfuhr deS Landes auf Textilerzeugnisse, 1925 noch 40.3 Prozent und 1933 nur noch 30.3 Prozent. 1928 gab es in Augoslawien nur 10, 1934 schon 70 Baumwollbetriebe. Die jugosla- wische Baumwollindustrie verfügt Wer 140.000 Svmdels,„12.000 Webstühle und beschäftigt 17.000 Arbeiter. Die Textilindustrie hat aber auch in Rumänien und Bulgarien graste Fortschritte gemacht und sie wird in der Türkei von der Regierung austerordentlich gefördert. Die Mittel- und südeuro- Väischen Absatzmärkte der tschechoslowakischen Textilindustrie werden für den Export unserer Textil- erzeugniffe kaum wieder die Bedeutung erlangen, die sie vor der Krise besaßen. Das Spiegelblld dieses Aufstieges der Textilindustrie in unseren benachbarten Staaten ist der Niedergang unserer eigenen Textilindustrie. Die Tschechoslowakische Republik verfügt Wer 3,600.000 Baumwollspindeln, mit denen 100 Millionen Kilo Garn hergestellt werden könnten. Gegenwärtig werden diese Spindeln nur mit 50 Prozent ausgenützt. Die jährliche Garnerzeugung beträgt nur 50 Millionen Kilo. Mr die Befriedigung des jetzigen Inlandsbedarfes würde ein»Viertel des MaschinenbestandeL der Baumwollindustrie genügen. Die Krise unserer Textilindustrie hat zu chaotischen Zuständen und gefährlichen Auswüchsen geführt. Seit der Auflösung des Baumwollspinnerkartells herrscht in unserer Baumwollindustrie ein heftiger und ruinöser Konkurrenzkampf. Die Betriebe unterbieten einander und betreiben eine ausgesprochene Sckmutzkonkurrenz, die den Bestand der Andustrie gefährdet. Diese Schmutzkonkurrenz vollzieht sich auf Kosten der Löhne der Textilarbeiter. Ganze Gebiete, die keinem Kollektivvertrag unterliegen, unterbieten die Preise Vertragstreue! Unternehmungen, Aufträge und Produktion wandern immer mehr zu den vertrag-losen Betrieben ab. Die Schmutzkonkurrenz in der Textilindustrie wird also durch die chaotischen Lohnverhältnisie, durch das* einseitige Lohirdiktat in einzelnen Betrieben austerordentlich begünstigt. Es hat lange gedauert, bevor die Textilindustrie zur Einsicht kam, dast diese Smuhkonkurrenz nur beseitigt werden kann, wenn alle Zirmen und Gebiete in die kollektivvertragliche Regelung der Löhne und Arbeitsverhältniffe einbezogen werden. Jetzt endlich ist der erste Schritt dazu getan worden» Die Vertreter der Organisationen der Arbeitnehmer und Unternehmer haben sich auf den Entwurf einer Regierungsverordnung geeinigt, welche die Möglichkeit schaffen soll, abgeschloffene Kolleüivverträge für alle Unternehmer und Arbettnehmer des Ver- tragsgebietes rechtsverbindlich zu erklären und ihre Gültigkeit auch auf vertragslose Gebiete und Bezirke auszudehnen. Dieser Entwurf wurde den zuständigen Ministerien überreicht. Seine Verlautbarung als Regierungsverordnung würde Zustände beseitigen, die nicht nur die Arbeiter schwer schädigen, sondern den Bestand der Industrie bedrohen. Die Schaffung geordneter Verhältnisse in der Textilindustrie wird noch weitere Eingriffe erfordern. Zu ihnen gehört die Errichtung von Zwangsshndikaten, die öffentliche Kontrolle der Neuerrichtung von Betrieben und Erweiterung bestehender Betriebe. Diese Mastnahmen werden gefährliche Auswüchse der Entwicklung während der letzten Jahre beseitigen und einen weiteren Niedergang aufhalten können. Sie werden der erste Schritt zur Gesundung sein. Aber die Ueberwindung unserer Textilkrise setzt die Erhöhung des Anlands- verbraucheS und die Gewinnung neuer ausländischer Absatzgebiete voraus. Der Hebung unsere- Exportes must die Verminderung der Schwierigkeiten vorangehen, die unserem Export im Auslande bereitet werden. Wie kaum eine andere Andustrie benötigt die Textilindustrie eine groß« zügige handelspolitisch« Aniliatwe des Staates, der bahnbrechend vorauschreiten must. Erst wenn diese Voraussetzungen geschaffen sein werden, wird unsere Textilindustrie für ihre Erzeugnisse insbesondere ür jenen Ländern wieder Absatz gewinnen, in die sie bisher nicht vorzudringen vermochte. Die Lage unserer Textilindustrie ist keineswegs hoffnungslos, wenn ihr Wiederaufbau aus neuen Grundlagen in Angriff genommen wird. Zur Hoffnungslosigkeit wäre erst dann Anlast vorhanden, wenn man die Textilindustrie sich selbst Lberlieste und ihrer drohenden Katastrophe nicht rechtzeitig vorbeugen würde. Die Textilindustrie selbst ist vor neue fragen gestellt. Sie hat die Wahl: Nach den alten Methoden wester zu arbeiten und damit einer Katastrophe zuzusteuern oder neu« Wege zu beschreiten, die die Äwiheit de- einzelnen Unternehmens einschränken, in ihrem Endergebnis aber die Krffe durch ssörderungdes Anlandsverbrauches und des Exporte- beseitige« können. Tuch- und Schafwollwaren-Fabrik JOH. CHLUPACEK& SOHN Jägemdorf ts.B. 2896 1 M W MM■> Spezialerzeugnisse: U WW Kanavasse. Inlette, ■■■■■" Damastgradl, Roulettengradl, mech. Weberei, Police n. Met. Bettuchleinen. 1 MseÄel zeigen was wir leisten! IDEAL: Kc<59.-399.- u. höher LORD: Kc 119.-349. u. höher SBOft KLEIDUNG mit Qaranlieschem G ROHMANN RUSCHWITZ •Knopfzwirn/ Roilenzwirn/ StrShnzwirn Schuh- und Sattler-Garne und Zwirne Häkel- und Stopfgarn, Stickgarn Zwirnknöpfe Strumpfband- n. 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Denn man den einem Siegeszuge durch die ganze Welt vergleichbaren Entwicklungsweg der Elektrotechnik verfolgt, so mutz jeder objektive Beobachter feststellen, datz keine Erfindung jemals der Menschheit so viel zu bringen vermochte, wie die Elektrizität mit ihren ungezählten segensreichen Auswirkungen. Während man sich aber der Elektrizität in der Industrie, im Gewerbe und in der Landwirtschaft schon längst für die verschiedensten Verwendungszwecke bediente, blieb der Haushalt— abgesehen von der elektrischen Beleuchtung— von den modernen Errungenschaften des elektrischen Zeitalters so gut wie ausgeschlosien. Für diese Erscheinung gibt es eine ganze Anzahl von Ursachen, deren Aufzählung den uns zur Verfügung stehenden Raum weit übersteigen würde. Grundlegend mutz jedoch anerkannt werden, dotz die- mangelnden Kenntnisse über die Diöglichkeit der Elektrizitätsverwertung im Haushalte sicher das Hauptkontingent der erwähnten Ursachen bilden. In Laienkreisen glaubte man ja bisher, datz die Erwerbung Und die Bedienung«ine» elektrischen Haushaltsgerätes, wenn nicht gerade eine fachliche Vorbildung, so doch eine besondere Einarbeitung nötig Machte. Heute wissen eS allerdings bereits viele Hausfrauen, datz dies gar nicht der Fall ist, datz eS z. B. viel einfacher ist. mit einem elektrischen Bügeleisen zu Plätten, als mit irgend einem anderen. Und so wurde nach und nach ein Vorteil nach dem anderen von den einzelnen HauSftauen an den"zahlreichen elektrischen Haushaltgeräten entdeckt. Wenn eines hindernd im Wege stand, so war es neben dem alten Vorurteile von der Kost- spieligkeit der Geräte und ähnlichem die Tatsache, datz lange Zeit für den Haushalt ein entsprechender wirtschaftlicher Tarif fehlte, waS wieder damit erklärlich war, datz ein solcher Tarif autzerordent- lich schwer aufzustellen ist. Inzwischen ist eS aber den meisten Elektrizitätswerken gelungen, entsprechende Haushalt-Tarife aufzustellen, so datz »ach denselben jeder Konsument für seinen Haushalt elektrische Energie nicht nur für Drleuch- kungS-, sondern auch für Wärme» und andere HauShaltzwecke wirtschaftlich beziehen kann. Di« einzelnen Elektrizitätswerke stehen den Interessenten, welche Elektrizität nach dem Haushalt- Tarif beziehen wollen, gerne beratend zur. Verfügung und auch die Elektro-Jnstallateure der Versorgungsgebiete der einzelnen ElektrizitätS- werke sind über die Anwendung der Haushalt- Tarif« informiert und können ihre Kunden beraten. Mit Einführung dieser HauShalt-Tarife ist nun auch das elektrische Zeitalter für den Haushalt endgüftig gekommen. Wer jemals die Sauberkeit einer elektrischen Küche gesehen, wer aus eigener Anschauung erfahren hat, wie einfach und billig man unter Benützung deS erwähnten HauS- halt-Tarifes in der Wohnung alles elektrisch besorgen kann, dem dünkt die kohlenbeheizte Küche mit ihrer steten Rutz- und Aschebeschmutzung als ein Ueberbleibsel aus grauer Vorzeit. So wie eS zu allen Zeiten dem Herrn deS Hauses ein entsprechendes Ansehen gab, wenn er es verstanden hat, nicht nur dem Aeutzeren deS Hauses eine entsprechende Note von Rang und Ansehen zu geben, sondern es auch im Innern behaglich und wohnlich zu gestalten wutzte, so ist diese Anschauung auch in unseren Tagen keinesfalls überlebt. Man mutz nicht reich und wohlhabend sein, um sich sein Heim gemütlich und wohnlich einrichten zu können. Für dit Frau deS HauseS aber beginnt die Wohnlichkeft deS HeimeS erst dann, wenn ihr die Möglichkeit gegeben wird, mit Hilfe der zahlreichen elektrischen Geräte die Arbeiten im Haushalte leicht und rasch bewerkstelligen zu können. Erst dann ist das eigene Heim zeitgemätz gestaltet, wenn die Frau von den schwersten Haushaltarbeiten befreit ist. ES wird gewitz für den Herrn deS HauseS ein« blribend« Freude und eine wahre Behaglichkeit auslösen, wenn er sieht, wie die Reinhaltung der Wohnung mit dem elektrischen Etaubsauger mühelos erreicht wird; wenn man die Wäsche nicht nur elektrisch wäscht und ausschleudert, sondern auch in weitaus kürzerer Zeit als sonst elektrisch bügelt; wenn man Tee oder Kaffee elektrisch mühelos um wenige Heller und vor allem auf dem elektrischen Herde alles zubereiten kann, ohne datz sich die Frau um das„Feuer" kümmern mutz. Wie praktisch und auch billig in seiner Funktion ist der elektrische I Heißwasserspeicher, welcher vollautomatisch arbeitet und dem jederzeit nach Aufhetzung heitzeS Wasser entnommen werden kannl Letzten Endes ist die Verwendung der elektrischen Geräte im Haushalte auch eine Frage der persönlichen Einstellung zu den Dingen, die das Leben angenehm gestalten. Für den Kulturmenschen ist daher die Anwendung dieser Geräte ein« Selbswerständlichkeit, denn es ist ihm selbstverständlich, datz man Kraft und Gesundheit weit- gehendst. schützt und auch haushälterisch, mit ihnen umgeht^-■.^WDWWMAWVU Der HauShalt-Tarif dient den Hausfrauen besonders deshalb, weil er— durch di« Anwendung elektrischer Geräte auSgenützt— den Hausfrauen Arbeit und Zeit erspart. Möge also das Jahr 1938 nicht nur ein« Belebung der. gesamten Wirtschaft bringen, sondern auch ein Jahr fortschreitender Elektrifizierung des Haushaltes Weichen. 2885 Kommandlt-Gesellschaft JULIUS RUTGERS, Mähr.-Oslrau Fabriken: Witkowitz— Mährisch-Ostrau— Zilina Liefert:- Motorenbenzol, Reinbenzol. Toluol, Xylol etc., Dachpappe und alle übrigen Steinkohlenteerprodukte, Spezial-Straßenteer Marke„Rego“ Übernimmt die Ausführung von neuzeitlichen Teerstraßen nur die geringste Verfälschung nachgewiesen werden konnte. Nie wurde ein einziges Stück Wäsche durch Schicht-Seife beschädigt. Immer Ist Schicht-Seife rein, gut und unschädlich, denn unser Spruch steht fest: SCHICHT-SEIFE ist unübertroffen! Nur echt mit Marke Hirsch. Wenn 10.394 Ärzte Kathreiner empfehlen, dann muh er gut sei«. Darum sollten auch Eie Kathreiner trinken, den echten Kneipp Malzkaffe« k Versuche« Sie ihn noch heute. Sie werden es nicht bereuen! 2846 Genossenschafts-Beilage des„Sozialdemokrat* Sonntag, 14. April 1935 vm. Wenn Sie für die Düngung Ihrer Blumen den guten BlumenZaub erdung verwenden, werden Sie zauberhaft schöne Blumen haben 1 Paket mit Postzusendung Kkö'SO durch Verwaltung.Frauenwelt", Prag Xlt, Fvchova 62. Bel Allen Kolporteuren erhiltl. Mitteilungen an« dem Publikum. Das Glas in der modernen Architektur Eigentlich erst' nach dem Kriege wurde von der Architektur das GlaS als besonders verwendbares Material entdeckt. Gefördert durch das Streben nach hygienischem Wohnen und vollkommeneren Arbeitsbedingungen setzte es sich dann immer stärker durch. Rach und nach fand es Verwendung auch-gu rein baulichen Zwecken, in Form von Bausteinen, schließlich als Fußbodenplatte und Wandbelag. Die Erzeugung dieser Art von Glas begannen belgische Glasfabriken. In den letzten Jahren rückte auch die inländische Glasindustrie nach, welche heute ein gleichwertiges Produkt auf den Markt bringt. Zu nennen ist das sogenannte Miroxü- und Miropak- Glas. Diese Platten entsprechen den Anforderungen insbesondere auch in der Richtung, daß sie praktisch und dauerhaft befestigt werden können. Zu den großen Vorzügen der Glasplatten gehört es, daß der Architekt nicht an ejn bestimmtes Format gebunden ist, sondern vollkommen freie Hand hat, daß er ferner mit den veschiedensten Farbennuancen und Kontrasten, mit glänzendem und mattem Material arbeiten kann. Die Glasplatten .stich wegen ihrer Glätte und wegen der möglichen Vermeidung allzuvieler Fugen auch aus hygienischen Gründen empfehlenswert. Sie widerstehen auch Temperatureinflüssen und find Laugen und Säuren gegenüber nicht empfindlich. Glas als Wand- und Fußbodenbelag.eignet sich für Fassaden, Vestibüls, Gänge, Stiegen, Toiletten, Badezimmer, für die Einrichtung von Läden, Restaurationen, Büfetts, Apotheken etc. und auch für In» dustrieänlagen. Die Spezialfirma Wolf& Attika Nachf. 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Gerade die Konsumgenossenschaften und ihre Mitglieder werden sich der Parole der gemeinsamen Sicherung durch Versicherung „Schutz der Konsumgenossenschaft und ihrem Besitz durch Versicherung" nicht verschließen. W e l ch e Versicherungen braucht die Konsumgenossenschaft? Sie verfügt über Waren, Geldmittel, Einrichtungen, Mobilar, eventuell auch Hausbesitz, die durch die verschiedensten Gefahren ständig bedroht ind. Die aus den Mitteln der Mitglieder erworbenem und geschaffenen Werte müssen erhalten werden. Ein durch mangelnde Vorsicht verschuldeter Schaden an diesen Werten wäre ein Verst-oß gegen d e n.G e nossenschaftsge- danke n. Um die versicherungswirtschaftliche Beitragsleistung so niedrig als irgendmöglich festsetzen zu können, wurden durch die Versicherung die einzelnen Gefahrengruvpen einzeln erfaßt und für diese s.pez'ielle Versicherungszweige aufgebaut. Es gibt nicht schlechtweg eine Versicherung, sondern verschiedene Verficherungsartcn gegen ganz bestimmte Gefahren. Um aber den Versicherungsschutz vollkommen zu gestalten, ist es aber unbedingt nötig, alle zum vollkommenen Schutz nötigen Versicherungen abzuschließen. Jede Konsumgenossenschaft wird daher je nach ihrer Größe mehrere Versicherungen abschließen müssen. Von den unbedingt nötigen Ber- sicherungsarten kommen in Betracht: Die Feuerversicherung Wenn Ihr Kind einmal In dieser Reihe sfehen müsste...1 Erleichtern Sie seinen Lebensweg durch den Absdtluh einer Studiengeld« Versicherung. Die Kosten sind niedrig. © Wenden Sie sich an die grolje heimische Anstalt CONCORDIA VERSICHERUNG REICHENBERG An die Concordia-Versicherung in Reichenberg. Offerieren Sie mb unverbindlich eine Studiengeld-Versicherung.• Gleichzeitig wünsche Ich die regelmäßige und kosten* .lose Zusendung der Concordia-Zeitung. als Sicherung gegen Feuerschäden für Haus, Geschäft, Magazin, Warenlager, Einrichtung, Mobilar und sonstigen Besitz. Die Einbruchdiebstahlverficherung als Sicherung gegen Einbruchdiebstähle in das Haus, das Geschäft, das Warenlager, in die Kaffe und den Geldschrank. Die Hastpflichversicherung als Sicherung gegen Ansprüche fremder Personen, welche gerechtfertigt oder ungerechtfertigt gegen das Vermögen der Genossenschaft nach dem Hast« pflichtgesetz erhoben werden können. Die Automobilverficherung als Sicherung für die Lieferwagen gegm Unfälle, Zusammenstöße, Anfahren, Brand des Kraftwagens, Ersatzansprüche geschädigterPersönen und gegen Verletzungen des Fahrers und der Mit- fahrer. Die Glasbruchverfichewmg als Sicherung gegen Zertrümmerung der Auslagescheiben, FirmenglaStafelN, Spiegel'. Die Wasserrohrbruchversicherung als Sicherung gegenBeschädigung und Vernichtung der Waren und Einrichtungen durch Wasserrohrbrüche. i Unsere TATRA.ATE Kühlenlegen- y und Kühlschränke sind ebenso vor* Jtj y lässlich wie unsere Wegen. M Warum ein Jahr warten! Automobilisten) 'stehen Neuschöpfungen• auch wenn ihnen Kon^ struklion und Aussenform durchaus zusagen• af «abwartend gegenüber. Das ist schön und klug£ —•—- doch bei Tatra-Schöpfungen, ganz insbesondere aber bei der neuen Tatra-Type 57 unnütz; ja töricht a/ÜM weil sie sich um den besten Genuss selbst betrüb gen. Die neue Tatra-Type ST hat dasselbe bewährte Chassif wie die alte, nur eine edieret geräumigere und bequemere Karosserie. Abwarten und Ab« wägen, das bleibt Ihnen erspart. Pahetticrtc Feinsoda„Taso“ Kristallsoda, Feinsoda Sparwagenlett„Anttfrihttn“ Karbolineum, Obstbaumkarbolineum, Pflanzenleim, dest. Steinkohlenteer 2974 ; 2958 ü] ga525E5ZS2S25Z5Z52S2S2525Z52525E52SZ525252525252SZSESaS25Z5252Sa5S5c@ , I Montan- und Industrialwerke| vormals JOH. DAV. STARCK Prag II., Revoluini 2| Ultramarin^Waschblau mit der Etikette ECHT STARCK 8 garantiert blütenweiße Wäsche 8 Maschinelle Kühlanlagen modernster Bauart für alle Leistungen von 500 Cai/Stde. aufwärts, alle Anwendungsgebiete neuzeitlicher Komervierungrtechnlk, alle Lebensmittel- und chemische Industrien, alle gewerblichen Betriebe KUNSTEISBAHNEN AUTOMATEN.SUPERFRIGOR“ ERSTE BRUNNER BRÜNN MASCHINEN-FABRIKS- GESELLSCHAFT 2922 Ingenieurbesuche— Anbote— Prospekte— Revisionen