Dl :hs* her ikel id im dir :brer« j ilunr ikom« all»!' r« lchrek! vego» T«\ I ein« n dolj mieten > l im iertet L Wort h be» f Ei« au-! ' 3«A entert > cf et i der’ » für, rdrut : Ge«■ t> gab lätig» f tlbge« j[ t und : er« i nbcil, rchul« h i>fe J' ,t. : i cke >rmel mitlL- dem lei z« NLM» rger- ; der rwal- ihre«. e i er . Dr.i> lozent zirks« r und Rezi« nahm Auf«; Zran» OfjIflU gegen gegen irren« ssiger ielen. d in i am« aal !S:S2 rg:40 (9:22 11:43 >8:4« (4:50 >3:43 19:5« (7:47 il:71 83:5« (1:59 >5:73'. 0:68 t in slän« chuk« Ge« ahn« rstalt e: P. mt le» Einzelpreis 70 Heller (ointchliofilich 5 Heller Porto) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IM PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH.«»Aktion und Verwaltung frag xh, fochova«2. telefon 33077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Donnerstag, 18. April 1935 Nr. 92 Vie Koalition auch weiterhin zur Zusammenarbeit entschionen Line offizielle Kundgebung der Koalitionsparteien Prag. Amtlich wird bekanntgegeben: Das Präsidium der Mehrheitsparteien hat den einmütigen Beschluß gefaßt, an die Bevölkerung die Empfehlung zu richten, bei der Wahlagitation sowohl in der Presse als auch auf den Versammlungen ein gegenseitiges anständiges Verhalten an den Tag zu lege«. Indem sie die Ausübung des Wahlrechtes für die wichtigste Bürgerpflicht ansehen, gehe« sie von der Aeberzeugung aus, daß es auch hierbei imLebensinteressedss Staates gelegen ist, die demokratische« Prinzipien und Grundlage« unseres Staates für eine gedeihliche Entwicklung sowohl der innerstaatlichen als auch der internationale« Verhältnisse aufrechtzuerhalten. Das Shstem der verhältnismäßigen Vertretung gibt nicht die Möglichkeit, daß irgendeine Wahlpartei allein die Mehrhett in den Wahlkörperschaften erreichen könnte. Daraus erflietzt die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und gemeinsamen Verantwortlichkeit einiger Parteien. Die koalierten Parteien haben diese Zusammenarbeit und Mitverantwort l i ch k e i t, angefangen von den letzten Wahlen bis zum heutigen Tage, getragen und betrachten es als ihre Pflicht, sich auch für die Zukunft hiez« zu bekenne» und auch mit anderen lohal zusammenzuarbeiten, die sich ihnen in lohaler Weise anschließen wollen. Es liegt in den Hände« der Wählerschaft, in den Wahlen hierüber ihr freies, auf die staatsbürgerliche Verantwortlichkeit gegründetes Arteil abzugeben. Die französische Resolution Wutgeheul in Deutschland angenommen Stimmenthaltung Dänemarks Studienausschuß für Sanktionen eingesetzt Genf.(Tsch. P.-B.) Mittwoch kurz vor halb 2 Uhr wurde die von Frankreich, England und Italien eingebrachte Entschließung vom Bölkerbundsrat bei Stimmenthaltung Dänemarks an- genommen. Der Bölkerbundsrat hat ferner in einer geheimen Sitzung den Ausschuß ernannt, der lich nach der am Vormittag angenomnrenm Entschlirßung mit der Prüfung derFragederSank- t i o n e n gegen zukünftig« Vertragsbrüche befass«» soll. Der Ausschuß wird aus Vertretern folgende« 13 Staaten bestehen: England, Kanada, Chile, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Holland, Polen, Portugal, Türkei, Sowjrtrußland und Jugoslawien. Der Ausschuß wird baldmöglichst seine Arbeiten beginnen und soll dem im Mai zu seiner ordentlichen Tagung zusammentretendrn Bölkerbundsrat Bericht erstatten. Im übrigen hat der Rat den Beginn der ordentlichen Maitagung vom 13. Mai auf den 2 0. Mai verschoben. Velde Kammern aufgelüst Prag. Das Amtsblatt vom 18. April veröffentlicht zwei Handschreiben des Präsidenten der Republik, datiert vom 17. April aus Läny, durch welche sowohl das Abgeordnetenhaus als auch der Senat nach §31 der Verfaffung aufgelöst werden. Zwei neue Zwischensender in Karlsbad und Budweis Prag. Zur Frage der Errichtung neuer Sender melden die„L i d. R o v i n y", daß die Postverwaltung die Errichtung zweier neuer Sender plant, von denen der eine in B« d w e i s, der zweite in Karlsbad aufgestellt werden soll. Der letztere soll insbesondere der deutsche» Bevölkerung eine kulturelle und politische Berichterstattung in ihrer Muttersprache ermöglichen.(Rach unseren Informationen wird jedoch auch der Budweiser Sender teilweise für deutsche Sendungen benützt werden, ebenso der Karlsbader auch für tschechische.) Die Sender werdm keine eigene Welle haben, sondern an den Straschnitzer Sender angrschlossen sein. Ob die Borbereitungcn bereits so weit gediehen find, daß die neuen'Sender noch in der Wahlzeit fungieren, ist noch nicht bekannt. Vie böhmische Landesvertretuns beendet ihre erste Wahlperiode Mittwoch trat die Landesvertretung Böhmens 3um letztenmal zusammen. Seit ihrer ersten Sitzung im Jänner 1929 hatte sie 27 Sessionen mit insgesamt 115 Sitzungen, davon zwei festlichen Charakters, abgehalten. In derselben Zeit haben die Kommissionen der Landesvertretung 295 Tagungen absolviert und 953 Vorlagen für das Plenum vorbereitet.' Der Landespräsident schloß die letzte Sitzung Mit einer Ansprache, in welcher er einen Ueberblick über di« Tätigkeit der Körperschaft gab und die Hoffnung ausdrückte, daß die neugewählte Lmidesver- tretung in demselben Geiste der SachliOeit arbeiten möge wie die bisherige. Die Worte des Landespräsidenten wurden im Namen aller Klubs von Dr. Mandl(tschechisch) und Laichesausschußbeisitzer Kaiser(deutsch) erwidert. Vorher hatte die Landesvertretung nach kürzerer Debatte den Rechnungsabschluß für 1933 genehmigt und den Bericht über die Errichtung eines neuen politischen Bezirkes in Hokice zur Kenntnis genommen. Der von allen deutschen Klubs gemeinsam eingebracht« Antrag auf'Wiedererrichtung des Bezirkes Bilin wurde ebenso wie ähnliche Anträge von tschechischer Seite an die Regierung als Wunsch wri- trrgeleitet. Zur Kenntnis genommen wurde auch der Bericht der Rechtskommiffion, welcher eine Reihe von Vorschlägen betreffend die Aenderung des Organisationsgesetzes enthält, darunter solche, die auf Anträge der deutschen Sozialdemokraten beruhen. In dieser letzten Sitzung wurde auch di« Frag«, der Verwaltung des Landesmuseums gelöst, welches bekanntlich vom Lande Böhmen übernommen wurde. Da fich gegen die Errichtung einer Verwaltungskommission, welcher u. a. auch Prof. D o m i n und Dr. Preis angehören sollten. Widerstand von deutscher und sozialdemokratischer Seite erhoben hatte, wurde nach nochmaliger Vertagung der Angelegenheit die Verwaltung demLandesauS» schuß übertragen, welcher nun die Möglichkeit hat, eine beratende Körperschaft einzusetzcn, aber glle Entscheidungen selbst treffen muß. Der Leipziger Sender und die SVH In unserer gestrigen Meldung hieß.es, der Leipziger Sender habe über'die Sammelaktion der SVH berichtet, daß sie 6 Millionen Kd ergeben habe. Das ist irrig. Der Leipziger Sender berichtet« von 600 Million en Kc. Der Setzer hat in Unterschätzung Goebbelscher Phantasieleistungen die Summe herabgesetzt. Die Angabe, es seien 600 Millionen gesammelt worden, beleuchtet erst recht deutlich die Rolle des Leipziger Senders als Wahlhelfers der Henleinfront. Nach den Schwierigkeiten vom Dienstag ist es dem Völkerbundrat verhältnismäßig rasch gelungen, zu einem Beschluß zu kommen. Polen und die lateinamerikanische.r Staaten haben ihren Einspruch fallen lassen und für die Resolution gestimmt, der Vertreter Dänemarks hat sich der Stimme enthalten. Freilich hat der polnische Vertreter vor seinem bejahenden Votum eine Rede gehalten, in der er die ganze Resolution verurteilt. Der Rede Becks nach zu schließen wird eine praktische Mitarbeit Polens nicht zu erwarten sein. Besonders' scharf war die Rede Litwinows, der die Verantwortung für den Versailler Vertrag zwar ablehnte, aber Deutschland und Hitler persönlich nicht für vertragsfähig erklärte. Man' könne einem Staat nicht glauben, der die Rolle eines verbrecherischen Individuums spiele, das sich heimlich Waffen besorge und mit der Absicht umgehe, die Häuser seiner Mitbürger anzuzünden. Einigermaßen entwertet wird der' Beschluß von Genf auch durch die Meldung, daß Deutschland bereits mit Englandüherdie F lo t t e n a u f r ü st u n g v e r h a n d l e. Ob unter solchen Umständen ein Beschluß über künftige Snn.ktionen zustandekommt— und nur der hätte wirklichen Wert für: den Frieden— ist immer noch fraglich. Die deutsche Presse reagiert, sichtlich auf Kommando G o e b b e l s'. mit einem Wutgeheul auf den Genfer Beschluß. Frankreich und Rußland werden in den schärfsten und ordinärsten Ausdrücken angegriffen. Die Idee eines feierlichen deutschen Protestes wird lar- ziert, dem Völkerbund jedes Recht und jede Autorität abgesprochen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Hitler den„Protest" zum Gegenstand einer neuen Volksabstimmung macht, um das ganze deutsche Volk für seine Politik verantwortlich zu machen. „Genf hat die Brücke abgebrochen“ behauptet man in Berlin Berlin. In hiesigen politischen Kreisen wird erklärt, eine deutsche Stellungnahme zu den Genfer Vorgängen werde voraussichtlich erst erfolgen, wenn festgestellt sei, ob nach der Verkündung des Beschlusses in Genf noch zusätzlicheErklä« r u n g e n abgegeben worden seien. Im übrigen habe der Völkerbund mit seiner Resolution, die jeder moralischen und juristischen Grundlage entbehre, sich selbst den stärksten Schlag versetzt und die Brücke zu Deutschland abgebrochen. Es werde an ihm sein, zu versuchen, sie wieder aufzubauen. Oesterreichs Aufrüstung Diplomatische Verhandlungen mit der Kleinen Entente Rom.(Tsch. P. B.) Die friedliche Revision der Militärklauseln der Friedensverträge im Sinne der Gleichberechtigung für Oesterreich, Ungarn und Bulgarien wird Gegenstand diplomatischer Berhandlungen mit den Staaten der Kleinen Entente sein» deren Beziehungen zu Italien sich andauernd bessern. Wenn wir am I. Mal marschieren... Wenn wir am 1. Mai marschieren werden — in allen Städten und Dörfern, in großen machtvollen Kolonnen, kampffreudiger als je— dann gilt es zu bedenken: Nicht überall auf der Welt gehört der 1. Mai heute uns. Nicht überall gibt es eine freie Arbeiterschaft, die ihren 1. Mai hocherhobenen Hauptes begehen kann. Rings um unsere Grenzen gibt es Reiche, deren werktätige Bevölkerung entrechtet ist, die an diesen» Tage zu Ehren eines sogenannten„göttlichen Führers" wird antreten müssen. Mit barbarischer Prachtentfaltung, Musik, Fahnen, brüllenden Lautsprechern, haushohen Tribünen, von denen fanatisierende Ansprachen gehalten werden an Millionen-Massen. Viel Lärm um nichts? Viel Lärm um viel! Es geht um die Seele der internationalen Arbeiterschaft, deren größten Feiertag man mißbraucht, um sie aufzustacheln zu nationalem Wahnsinn, um sie vor« zuberciten auf den kommenden Krieg. Um Stimmung zu machen! Wennwir am 1. Mas marschieren werden, dann wollen wir bedenken: rings um unser Land lebt eine Arbeiterschaft, der man alles nahm, was ihr einst von der Demokratie gegeben wurde: Selbständigkeit, politische Freiheit, das Recht der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisierung. Statt dessen spricht -man ihr. nebulös von Volksgemeinschaft. Was ist diese? Zergliedern wir das Wort, sehen wir durch es hindurch, was blekbt? Die Erkenntnis, daß die kapitalistische Klasse mit Hilfe gleißender, aber doch sinnloser Phrasen, die Arbeiterschaft einzufangen sucht. Ein System, zum Untergang verurteilt, nicht mehr imstande, den Massen das Notwendigste zu verschaffen, zögert abzutreten. Hält sich mit Blut, Mord und Eisen. Mit infamer Verfälschung des hohen Gedankens vom Sozialismus. An die Stelle historischer Klarheit setzt die kapitalistische Klaffe den trüben Wahn fascistischer „Volksgemeinschaft". Schon von Kindheit anchürd die Jugend dieser Länder in ihrem Sinn erzogen. Deutsche Hitler-Jugend, italienische Ballila— die Jungens sollen künftiges Kanonenfutter, die Mädels künftige Gebärmaschinen sein. Eine Generation wächst heran, nicht bestimmt, freie denkende Menschen zu werden, sondern kapitalistische Söldner. Ohne eigenes Bewußtsein, nur darauf vorbereitet, eines Tages zu sterben. Auf Kommando, für Ziele ihren Interessen grundlegend entgegengesetzt. W en n w i r a m 1. M a i marschieren werden, dann wollen wir bedenken: daß der Fascismus nicht nur die Arbeiterschaft versklavt hat, sondern auch die Frau. Daß sie in fascistischen Ländern keine politischen, keine staatsbürgerlichen,. keine wirtschaftlichen Rechte mehr besitzt. Daß man sie zurückdrängte auf ein Niveau von unbeschreiblicher Primitivität. Und wir wollen bedenken: nirgendwo kann der FascismuS, nachdem er so viele Untaten verübt hat, wirkliche Erfolge aufweisen. Nirgendwo ist eS ihm gelungen, die Bedürfnisse der Massen zu befriedigen, die Wirtschaftskrise zu überwinden. Falls wir absehen von der vorübergehenden Kon- junttur der Rüstungsindustrie. Und wir wollen bedenken: die Schrecken des Weltkrieges werden verblassen vor den neuen Schrecken der kommenden blutigen Auseinandersetzung. Der Fascismus in allen Reichen ist zu den furchtbarsten Verbrechen entschlossen. War der letzte Krieg nur ein Krieg der Soldaten, so wird in das drohende neue Morden die gesamte Zivilbevölkerung mit einbezogen. Bakterien, Giftgase verüben schonungslos ihr entsetzliches Werk und machen keinen Unterschied von Alter und Geschlecht. Doch wir wissen auch: umstritten ist der Boden, umkämpft, auch hier in unserem Lande, denn auch bei uns erhebt der Fascismus sein Haupt. Teils kümmerliches Eigengewächs, teils Import- Ware. Der tschechische Fascismus: Straßendema- gogie vereinigt mit Korruption. Die Struktur halb lumpenpröletarisch, halb großkapitalisttsib. Man erkennt: aus der Not des Volkes lassen sich ungeheure Profite ziehen. Dieser Bettug hat sich allerdings hier noch nicht so weit aufgeschwungen, um den 1. Mai für eigene Zwecke zu beanspruchen. Hingegen tut dies erstmalig Konrad Henleins Seite 2 Donnerstag, 18. April 1935 Nr. 92 An unsere Abonnenten, Leser und Kolporteure! Die Verwaltung. Anläßlich der Osterfeiertage wird im Buchdruckergewerbe am Montag nicht gearbeitet, so daß unsere Nummer am Dienstag, de« 23. April entfällt. Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohnten Stunde am Mittwoch, dem 24. April. sudetendeutscher Heimatfascismusl Tschechischer Fascismus: er gebärdet sich gleichzeitig chauvinistisch, bekämpft die demokratische Staatsform, bekämpft die Zusammenarbeit der fortschrittlichen Elemente aller Nationen auf diesem Boden. Der Henlein-Fascismus begnügt sich mit Kopien. Angefangen vom Bettelhilfswerk, über falsche Schwüre bis zum Antisemitismus. Vom leeren Tam-Tain bis zu den Gummi-Parolen: Sudetendeutsche, haltet zusamm', wir brauchen kein Programm! Oder: die Idee über uns, der Kamerad neben uns, der Feind vor uns.. Bewußte politische Falschmünzerei! Phrasen, die an das Gefühl appellieren, sollen Menschen betäuben, denen Not, Elend und Verzweiflung die Denkfähigkeit genommen hat. Gerichtet an Stammtisch-Bürger, die sich nie zu klarer Erkenntnis aufraffen konnten. Wenn wir am 1. Mai marschieren werden, so werden wir dessen mehr als bisher bewußt sein, daß wir unseren 1. Dkai— Symbol der selbständigen Arbeiterbewegung auf der ganzen Erde — noch immer mit aller Kraft verteidigen müssen. Der i. Mai 1935 ist kein geruhsamer Feiertag. Er ist und bleibt ein K a m p f t a g. An diesem Tag müssen wir die Verzweifelten und Deprimierten aufrütteln, in der letzten Hütte, im entferntesten Ort den letzten Proleten. Der Gedanke des Sozialismus lebt und ist unsterblich! Am heurigen 1. Mai wird vor allem die Parole gelten: Sudetendeutsche Arbeiter, verteidigt euren Boden! Sorgt dafür, daß der Fascismus diesem Lande fern bleibt, daß ihr die Rechte behaltet, die euch die Demokratie des Staates gegeben hat. Es geht bei den Wahlen um jede Stimme, es gilt, um jeoe Seele zu ringen! Wenige Wochen sind es noch, die uns von der Entscheidung trennen. Eine kurze Zeit, aber nicht zu kurz, wenn sie ausgefüllt wird mit aufopferungsvoller und tapferer Arbeit. Der 1. Mai gehört uns und der 19. Mai muß es beweisen! Er muß die Bestätigimg dessen bringen- wofür wir am 1. Mai marschieren werden! Russisch-französischer Pakt In den Grundzüsen fertls Gens. Mittwoch abends hatten Laval und Litwinow eine längere Unterredung, nach der folgende Erklärung abgegeben wurde: „Wir haben die großen Linien unseres Abkommens frstgrstrllt. Wir werden darüber unseren Regierungen berichten und dann den endgültigen Text festlrgen." 6enosse vsrer über die Aufgaben der sudetendeutschen Lehrer: „Echten deutschen Kulturseist hochhalten!" Der Höhepunkt der pädagogischen Woche Gestern mittag sprach im Rahmen der Pädagogischen Woche in Teplitz-Schönau Justizminister Genosse Dr. Ivan Derer. Als der Vortragende den überfüllten Kurhaussaal betrat, erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen und brachten ihm stürmische Ovationen dar. Genosse Dr. Kohler entbot dem lieben Gast die herzlichsten Grüße der Reichsvereinigung. Genosse Russy als Bürgermeister der Stadt Teplitz-Schönau ein freundliches Willkommen im Namen des Stadtrates. Oberrat H o z a k und' Bezirksschulinspektor Dr. Sei« Bai nahmen ebenfalls an diesem Vortrag teil. Die eineinhalbstündige, meisterhaft ausgebaute Rede des Genossen Dr Direr. die wir leider nur auszugsweise wiedergeben können, behandelte die großen Kulturfragen unserer Zeit. Sie war ein machwolles Bekenntnis zur Demokratie, zur Freiheit und eine flammende Anklage gegen allen Ungeist unserer Epoche. Die Hörer und Hörerinnen, unter denen sich auch eine große Anzahl tschechischer und deutscher Arbeiter und Angestellten befanden, folgten dem außerordentlich interessanten und hinreißenden Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit, bekundeten ihre Zustimmung wiederholt durch lebhaften Beifall und dankten am Schluß mit minutenlangem Applaus. Genosse Dr. D i r e r führte aus: Eigentlich sollte man darüber, daß die Schule der Völkerversöhnung zu dienen hat, gar nicht diskutieren. Nie und nirgends war es zweifelhaft, daß die Schule der Kultur, der Hebung des geistigen, seelischen und moralischen Niveaus der Jugend und des gesamten Volkes dienen soll. Kultur und Friede, Kulturarbest und friedlicher Wettbewerb, Kulturbestrebungen und Annäherung der Völker sind Begriffe, die voneinander nicht zu trennen sind. Haß und kriegerische Verwicklung und alles, was dazu führt oder führen kann, hat mit Kultur weniger oder gar nichts zu tun, denn schon der Begriff Kultur, beinhaltend alles Vernünftige, Schöne und Gute, muß alles ausschlie- tzen, was zerstörend wirkt auf die Aufbauarbeit im Sinne dieser ethischen Güter. Es wäre nicht richtig, die Kulturbestrebungen der Menschen in den einzelnen Geschichtsperioden ausschließlich nach heutigen Gesichtspunkten zu beurteilen. Die Geistesbeschaffenheit einzelner menschlicher Generationen ist von materiellen Dingen abhängig. Und wenn wir die heutige technisch und materiell komplizierte' und hochentlvickelte Zeit betrachten, mit ihrer in jeder Beziehung und auf allen Gebieten des menschlichen Geistes und menschlicher Arbeit betätigten Aktivität und Produktivität und dabei die Geistesrichtungen einzelner Teile der Menschheit beobachten, wenn wir außerdem die von modernsten technischen Mitteln begleitete moralische Ver- wilderung innerhalb einzelner Kulturvölker in Betracht nehmen, so müssten wir nach flüchtigen Erwägungen in Zweifel ziehen, ob materieller und rechnischer Fortschritt überhaupt geistigen Fortschritt bedeutet und ob materielle Kultur in ihrer Unbotmäßigkeit nicht zur Vernichtung alles edel Geistigen führen muß. Wenn es in der Geschichte sogenannte Barbarenvölker gab mit edlem Kulturgeist, oder mit anderen Worten, menschliche Gesellschaften primi- tiver, materieller Bedingungen mit kultiviertem, religiösem oder sonstigem geistigen Wesen, so lehrt uns die heutige Entwicklung, daß es auch hochentwickelte Kulturgesellschaften und Kulturvölker geben kann, mit fabelhaft technischen und organisatorischen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfolgen, welch«— was seelische Geistesorientirrung betrifft— nicht Kulturgeist, aber Barbarengeist betreiben. Vor der großen französischen Revolution gab es einen Rousseau, der„Zurück zur Natur" rief, an der Schwelle des Weltkrieges, inmitten fieberhafter militärischer Rüstungen, philoso- phierte To l st o j über die Notwendigkeit der Rückkehr der menschlichen Gesellschaft zur einfachen Menschlichkeit. Ist es nicht ein Zeichen der Dekadenz, daß heute inmitten jener, die für die Verwirklichung der Sitten und Auflassungen am meisten veranttvottlich sind, sich kein Rousseau, kein Tolstoj erhebt,«m die an dm Rand des Abgrundes taumelnde Menschheit zu Wanten? Rousseau konnte seine Theorien entwickeln, unbehelligt von der Staatsmacht jener, die den Grundsatz aufstellten„L' ttat, c'est moi". Und an Tolstoj wagte sich selbst das mächtige russische Zarensystem nicht zu vergreifen. Rousseau und Tolstoj, /waren Verfechter elementaren Menschengeistes, ihre Worte flam« menderProtestgegen den Mißbrauch der materiellen, technischen, mechanischen Kultur. Goethe war auch einer der Größten, die in den monumentalen» unabänderlichen Gesetzen der Natur Muße suchten, aber auch Kraft schöpften zu weiterem menschlichen und geistigen Schaffen. Am Zeitalter des mächtigen nationalen Aufwallens deutscher Stämme bleibt der große Goethe kühl bis ins Herz hinein. Und auch gegen Goethe, der dem aufsteigenden deutschen formalen Patriotismus den Gehorsam oder wenigstens die Gefolgschaft verwei« g e r t e, um um so bedeutungsvoller den allgemeinen Menschlichkeitsstandpunkt betonen zu können, wagte keiner seiner Zeitgenossen aufzutreten. Als die Ueberwucherung der Technik des Geistes den Menschen den Geist selbst vergessen ließ und die Hemmungslosigkeit der technischen Entwicklung und ihre skrupellose Verwendung zu macht- und wirtschaftspolitischen Zielen, Kata- strophen ahnen ließen, da traten große Warner auf den Plan und Rousseau, Goethe und Tolstoj verkündeten ihre Ideen. Und die überwuchernde technische Kultur ließ sie gewähren! War dies nicht ein Zeichen dessen, daß die Technik noch immer die Autorität des Geistes anerkannte und es als selbstverständlich annahm, daß sie sich dem Geiste anpaflen müsse? Wie dem auch sein mag, eines steht fest: die technische Kultur der Bourbonen, der Hohen- zollern, der Romanobs ließ den Geist Rousseaus, Goethes, Tolstois unbehelligt gewähren. Wie steht es aber mit der technischen Kultur von heute? Hat die Kultur der lenkbaren Luftschiffe, der mft rasender Geschwindigkeit dahinsausenden Flugzeuge» der Ausnützungsmöglichkeit der Sttatosphäre, der Radiowelle», der Atomzerstörer und anderer technischen Errungenschaften und der auf diese sich stützenden, staatlichen, nationalen, militärischen und organisatorischen Mächte«och immer denselben Respekt vor Geist und Menschlichkeit, wie ihn die staatliche, wirtschaftliche und materielle Technik hatte noch in der nahen Vergangenheit vor dem verflossenen Weltkriege? Die technische Entwicklung hat sich in kurzer Zeitspanne verhundertfacht, die sonst hochentwickelten Vorkriegsjahrzehnte kommen unseren Generationen in technischer Hinsicht fast primitiv vor. Rücksichtslos wird diese Entwicklung im wirtschaftlichen und staatlichen Leben ausgenützt durch die Stärkeren zum Verderben der Schwachen. Not und Arbeitslosigkeit find die Begleiterscheinungen des Triumphes der zügellosen Technik gegen Rücksichten auf Menschlichkeit. Und diese Zeit der größten Gefahren europäischer Menschheit gebar keinen Rousseau, keinen Goethe, keinen Tolstoj? Quo vadis Europa? Ouo vadis Kulturmenschheft? Sollte das durch Memchengeist Erdachte, Erworbene, Erarbeitete zinn Verderben der Menschheit werden? Lohnt es si" nickt mehr, Menschen von Geist entstehen zu lassen, die die Entwicklung hemmen und in andere, glücklichere Bahnen zu leiten hätten? Wollen wir dieser Gefahr entrinnen, so muß das Gleichgewicht zwischen Technik und Geist wiederhergestellt werden! Technik muß durch Geist und Menschlichkeit beherrscht.werden und nicht umge- !kehrt! Eine Menschheit, die sich zügellos durch die Tecknik und len Formalismus beherrschen ließe, würde bald in Barbarei enden... Diese wichtigen Probleme müssen von allen Kulturarbeitern aller Rationen richtig erfaßt werden. Schon in der Schule muß die junge Generation zur Menschlichkeit, zur Liebe, zum menschlichen Geiste erzogen werden! Nach dem Siege der deutschen Heere über die Franzosen im Kriege 1870/71 wurde behauptet, die deutschen Schulmeister hätten ihn vorbereitet. Wann wird die Menschhett und jene, die sie führen, endlich den Beschluß fassen, daß die Schulmeister nicht Krieg« und Siege, sondern Frieden, Bölkerversöhnung mrd Kultur vorzubereiten und z« festi-en haben? Ich würde mißverstanden, wenn man meine Worte so deuten würde,<3 ob ich gegen technische Fortschritte Stellung genommen hätte; sie müssen als gegebene Tatsachen angenommen werden, aber 3 Her Lauernksirer Hau Otto Friedrich Chwojka hatte das Lager seiner Bauern wohlbefestigt und einige Tage damit zugebracht, seine Scharen an Disziplin und Waffengebrauch zu gewöhnen. Das natürliche Ansehen, das er sich zu erioerben wußte und das von Erfolg zu Erfolg ihn in den Augen der Seinen höher steigen ließ, brachte ihm damals den Beinamen„Der Bauernkaiser" ein. Wie es mit gutwilligen Scherzen zu gehen Pflegt^ ging es auch mit diesem Titel: er bürgerte sich ein und bald war aus dem Beinamen der Rufname geworden. Die Kaiserin Maria Theresia war ferne in Wien, aber der Bauernkaiser war inmitten ihres Lagers, die Bauern hatten sich daran gewöhnt, in ihm ihren Führer zu sehen. So kam es auch, daß, als sie gegen Chlumec vorrückten und der Offizier und seine Wache das Brauhaus vor den andringenden Scharen freigeben mußten, er der Erste war, der dem verhaßten Wirtschaftsdirektor Pietsch entgegentrat. Pietsch, ein kleiner gedrungener Mann, schaute Chwojka mit bösen, stechenden Augen an:„Aha, also Sie sind der Bauernkaiser" kam es giftig von seinen Lippen. Chwojka gab ihm kalt seine Antwort:„Es ist besser ein Bauern k a i s e r als ein Bauern- s ch i n d e r zu sein, Herr Pietsch." Während dieser ersten Worte drängten die Massen nach, sic machten Anstalt, sich auf Pietsch zu stürzen, der Dorfschulze Nhwlt hetzte sie auf, stand aber wohlweislich in der dritten oder vierten Reihe, um nicht zu nahe zu sein, wenn es doch zu einer Schlägerei mit Leuten kommen sollte, die Pietsch in einem Nebengelaß verborgen halten mochte. Aber Pietsch war allein und so fand er sich auch bereit, nach langem Hin und Her, seinen Namen beglaubigend unter einen Bogen zu setzen, auf den Chwojka die Forderungen der Bauern in kurzen Sätzen niedergeschrieben hatte: Keine Frondienste mehr, keine Abgaben an den Guts herren, nur angemessene Steuern an den Staat, I Freiheit des Wohnorts und des Gewerbes, I Sorge der Gutsherrschaft für Lohn, Behausung und Verpflegung!„Auch die Bauern sind Menschen, Herr Pietsch," sagte Chwojka, als Pietsch mft zusammengebissenen Zähnen unterschrieben hatte.„Dann sollten sie sich auch menschlich benehmen", rief Pietsch und deutete in den Hof, von dem Lärmen, Pfeifen und Singen erscholl. Die Vattern hatten den Brauhauskeller geplündert, von den Fässern die Zapfen gezogen und nun tranken sie eimerweise den schäumenden Gerstensaft. In ihrer Mitte stand Nywlt, klimperte mit der Linken an den silbernen Talern auf seinem Wanst, schwang mit der Rechten die Kappe und schrie unaufhörlich:„Wir Bauern sind frei, wir wollen keine fremden Herren und keine eigenen, wir ziehen nicht für den Bauernkaiser nach Prag, wir zechen für unser eigenes Wohl in Chlumec!" Chwojka stürzte in den Hof. Eine berauschte und tobende Menge umgab ihn, Nywlt schwankte ihm entgegen:„Noho, der Bauernkaiser soll leben!", schrie er und wollte mit seinem erhobenen Humpen auf Matthias losgehen. Da stolperte er plötzlich und fiel der Länge nach hin. Dostal hatte sein Holzbein vor die torkelnden Füße des Dorfschulzen gestellt, er hatte damit nicht nur einen Angriff von Matthias abgewehrt, sondern auch die Autorität des großsprecherischen Dorfschulzen mit einem Schlage erledigt, denn im gleichen Augenblick, als der Dorfschulze in die Bierlache fiel, ertönte der Schrei: „Das Militär kommt!" Und während Chwojka die bei dieser Kunde rasch ernüchterten Bauern vor dem Brauhaus sammelte, wälzte sich der dicke Nywlt noch eine Weile in der Lache. Dann, als er ahnen mochte, was vor den Toren vorging, rannte er schnurstracks in den Keller, verbarg sich dort und ward nicht mehr gesehen. Das heranrückende Milttär ließ einen Trommelwirbel erklingen, vor die Front der Soldaten trat ein Hauptmann und ermahnte die Bauern, sich zu ergeben. Ein Hohnlachen war die Antwort. Jetzt ließ der Hauptmann blinde Schüsse abgeben, aber die Bauern wichen nicht. „Das kaiserliche Militär hat wohl mit Lumpen- fetzen geladen", höhnten sie zurück. Eine scharfe Salve war die Antwort, zwei Bauern wälzten sich im Blute. Ein kurzer wilder Kampf setzte ein, von Mann zu Mann. Die Soldaten blieben Sieger, die Bauern flohen in wilder Unordnung, viele ergaben sich, unter ihnen die Schreier der ersten Reihe, die Matthias an jenem Abend so abgestoßen hatten. Jetzt suchten sie durch Verrat, Versprechungen und wilde Verfluchungen des Bauernkaiser, der sie verführt habe, um gut Wetter zu bitten. Sie erhielten eine Tracht Prügel und es wurde ihnen gnädigst gestattet, wieder zu ihrer Gutsherrschast zurückzukehren, wo sie schon den rechten Empfang finden würden. Ein ganz fleiner Trupp hatte sich im nahe gelegenen Walde wieder gesammelt. Der hinkende Keine Dostal hatte sie zusammengetrieben und Chwojka befand sich in ihrer Mitte.„Der Kampf geht weiter", kommandierte er.„Wir schlagen uns durch nach Prag und wollen sehen, ob wir dort nicht unser Recht bekommen." Das Wort„Prag" munterte sie alle wie eine große unbegreifliche Verheißung auf. Dort war die Burg, dort saß der Kaiserin Statthalter, dort würde er von ihnen erfahren, was sich draußen auf dem Lande abspielte, und wenn die gute Kaiserin nur das wüßte, dann würde sie sicher Abhilfe schaffen. Ja, nach Prag, das war die richtige L jung. Die Schlacht von Chlumec hatte dem Ansehen des Bauernheeres sehr geschadet.„Sie gewannen wie dfe Bauern. bei Chlumec", hieß es bald im Volksmunde; aber als die Bauern nun doch weiter marschierten und in ansehnlichen Haufen in Pardubitz eintrafen und sich ihnen auf dem Zuge immer neue Scharen anschlossen, wuchs wieder die Panik in den Städten. In Jeseny trat ihnen die Gutsherrin entgegen. |„Ihr sollt von mir Bier und Branntwein haben, wenn ihr meine Habe verschont".»Bier und Branntwein wollen wir nicht", rief einer,„aber einen Kuß von dir". Die Gutsherrin war einen Augenblick betroffen, dann hielt sie dem unsicker heranttottenden Bauernburschen dje Wange hin. Der ging auf sie zu, schaute sie groß an und sagte nur:„Also wenn es ums Gelb geht, dann läßt du dich von den Bauern küssen, aber wir", schrie er plötzlich auf,„wir wollen solche Küsse nicht!" Sprach es und wandte ihr den breiten Rücken zu. Die Aufrührer trafen erst bei Celakovic auf eine Kompanie des Regiments Wallis, sie wichen nach einem kurzen Geplänkel der Kompanie aus, um ein unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Da sie inzwischen auf die stattliche Zahl von annähernd fünftausend Mann angewachsen waren und sich in den vergangenen Wochen körperlich erholt und diszipliniert hatten, wagten sie nunmehr den Marsch auf Prag. AIS die Kunde vom Herannahen des Bauernkaisers und seiner Scharen in Prag bekannt wurde, entstand ein wildes Gewirr. Auf dem Obstmarkt packten die Händler schleunigst ihre Körbe. In den Gaffen und unter den Arkaden schloß man die Läden und breite Masse» von Männern und Frauen ergossen sich, beseelt von einem Gemisch von Neugier und Angst, auf die Höhen bei Libeü, wo an der Brücke der Oberstburggraf Nostitz die Aufrührer erwartete. Sie kamen nicht» wie erwartet, in wilden Haufen, sondern in geordneten Scharen mft Pfeifen- und Trommelklang. An ihrer Spitze marschierte unter einer großen wehenden Fahne Matthias Chwojka. Als sie in Hörweite waren, rief ihnen der Oberstburggraf, ein stattlicher und hochmüttger Mann, im befehlenden Tone zu:„He da, was wollt ihr?" „Freiheit!" kam es wie ein einziger Schrei aus hundert Kehlen. „Und unsere Freiheit wollen wir uns in Prag holen", rief mft seiner hellen Stimme der kleine Dostal. (Schluß folgt! Nr. 92 Donnerstag, 18. April 1935 Sekte 3 die menschliche Gesellschaft mutz sich diesem Fort« schritte anpafsen! Heute ist es die Frage, ob die ungeheueren Fortschritte der technischen Entwicklung T h- rannenherrschaften zugute kommen sollen, welche sie zu ihrem Vorteile keck ausnützen, um nach Niederring ung alles Geistigen, alles Freiheitlichen, alles Menschlichen eiye auf materielle und mechanische Gewalt aufgebaute Staats- und Gesellschaftsorganisation aufzurichten, oder ob sich die alte Gesellschaft umformen, umändern und^eine geistige Macht aufrichten soll, welche dem Mißbrauch der Technik und Mechanik in Politik und Wirtschaft die Stirn bietet und die neuzeitlichen Errungenschaften des menschlichen Erfindergeistes in den Dienst der Allgemeinheit stellt. Der Sozialismus ist es, der dieses große Problem der Menschheit zu löse» hat, indem er Entwicklung und Fortschritt mit den Interesten der Allgemeinheit in Einklang bringen wird. Natürlich kein Tyrannen- und Barbarensozialismus, der de» Geist verschmäht und die Gewalt anbetet, und ausschließlich Mechanik und Technik gewähren läßt. Rur der Sozialismus der Humanität, der Freiheit des Geistes, der Versöhnung, der Vernunft, kann dir Menschheit aus den Wirrnissen der Gegenwart herausführen. Als wir den verflossenen Weltkrieg mit allen seinen Schrecknissen, Unmenschlichkeiten und Verwüstungen mitmachten und Zeugen waren und auch heute noch sind, seiner verheerenden, umwälzenden Folgen, waren wir fest überzeugt, die menschliche Vernunft werde es in der Zukunft nie zulasten, daß sich diese Schrecken noch einmal wiederholen. In den ersten Jahren nach dem Weltkriege hatte es den Anschein, daß sich die Entwicklung in diesem Sinne bewegen werde. Doch bald kamen Ereigniste, die den schönen Glauben wankend machten. Völkerbund bedeutet auch Unterwerfung dem Spruche der hiezu errichteten Organe und Instanzen. Dem Spruche eines überstaatlichen Organes, also anderer Völker, wird sich erfahrungsgemäß nur jener unterwerfen, der sich auch im Staate selbst dem Spruche seines eigenen Volkes unterwirft. Wenn man die Demokratie zu Hause nicht anerkennt, dann kommt man mit ihr in der internationalen Politik schwer aus. Nach der Niederwerfung der Demokratie in Manchen Staaten Europas hören wir oft den Krieg verherrlichende Worte verantwortlicher Staatsmänner. Heute, wo am Kriege das gesamte Volk teilnehmen würde, mutz ein Krieg anders gewertet werden, wie seinerzeit. Der Krieg von heute' entscheidet nicht mehr nur über Grenzen und Territorien, sondern über Sein und Nichtsein von Staaten, Völkern, Kulturen und Leben. Der Kampf für die Friedensgedanken ist demnach keine Ueberschwenglichkeit Weltfiemder Idealisten, sondern vernünftige Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Staatsbürgers. Die Furcht vor den Folgen ungehemmter, militärischer Rüstungen kam schon in den Friedensverträgen zum Ausdruck. Dabei ist festzustellen: Hätte ei« entwaffnetes Deutschland nicht die Grundlage eines neuen, besseren, internationa. len LebenS bilden können? England, das im Kriege eine Riesenarmee aufitellte, kehrte zum System der Entmilitarisierung zurück und doch bleibt es der bedeutsamste Faktor der internationalen Politik. Ist Amerika nicht derselbe Faktor geblieben? Die skandinavischen Länd e r behaupten ihre wirtschaftliche Kraft, ihren-kulturellen Einfluß ohne Militarismus. Hätte sich die germanische Welt auf diese Weise nicht durchsetzen können? Wenn Deutschland am Wege der Abrüstung geblieben wäre, di« europäische Menschheit müßte in eine neue, große, glücklichere Phase ihrer Geschichte eintreten l Leider ist die Entwicklung ander- gekommen. Das deutsche Volk hat die Größe seiner Sendung in entscheidenden Augenblicken nicht erfaßt. Es hat den Fehler begangen, verlorenes Waffenglück durch Nachlaufen müitaristischer Phantome wettzumachen und nicht durch großzügige Friedenstaten eine neue Welt begründen helfen, in welcher die Kant'sche Moral und der Goethe'sche Geist dem deutschen Volke neue Geltung und dem Übrigen Europa dauernden Frieden gesichert hätten. Dal deutsche Volk der Tschechoslowakei hat hochzuhalten, was vom deutschen Volke deS Reiches verlassen wurde. Vielleicht habe» die außerhalb Deutschlands ansässigen Bruchteile des große» deutsche» Volkes sogar die Sendung in den gegenwärtigen schweren Zeile« de» echte» deutschen Kulturgeist zu schützen und für bessere Zeiten unversehrt aufzuheben. Das deutsche Volk der Tschechoslowakische» Republik hat sich nicht als Pionier imperialistischer Bestrebungen des Gesamtvolkes zu fühlen, seine Aufgabe ist es vielmehr, auf diesen Imperialismus mäßigend und dämmend einzuwirke«. Der sudetendeutsche Lehrer wird für die Völkerverständigung wirken, wenn er nicht militantes, sondern Kultur- dcutjchtum pflegt. Wenn er die Liebe zum eigenen Volle nicht in besten Erziehung zum Haste gegen andere Völker, andere Rasten, andere Religionsgemeinschaften ausübt, sondern in demofia- tischer, humanitärer, fiiedlicher Eintracht mit den Interessen anderer. Genosse Derer schloß: „Demokratie, Kultur und soziale Gerechtigkeit sind jene großen Güter und Bestrebungen, die einzigaleinl geeignet sind, Völker einander näher zu bringen und den dauernden Frieden zu sichern, welchen heute alle, ob stark oder schwach, so dringend benötigen. Pfleget Demokratie, Kultur und soziale Gerechtigkeit, verbreitet sie und stärkt sie bei denen, die zu erziehen Eure Pflicht ist, und kür den Wahlkampf bereit I Die Wahlvorbereitungen unserer Partei sind fast überall abgeschlossen. Aus allen Gebiete» komme« Berichte, aus denen hervorgeht, daß unsere Genossen mit ungeheurer Begeisterung an die Arbett gehe». Zn der Form von Partei-Appellen wurde» die Funktionäre und Mitglieder unserer Partei sowie die Angehörige« befreundeter Organisationen auf die große Bedeutung des bevorstehenden Wahlkampfes aufmerksam gemacht. Der Ruf unserer Partei hat überall- das stärkste Echo gefunden. Ein besonderer Beweis dafür ist die Kampfbereitschaft im Bezirk R e u d e k, wo am vergangenen Samstag«nd Sonntag an Partei-Appellen 2930 Genossinnen und Genossen teilgenommen haben. Vielfach reichte» die Säle nicht aus, um unsere Parteimitglieder aufzunehmen. 3« der Gemeinde Bernau zum Beispiel, wo der Partei-Appell am Samstag nachmtttag stattfand, waren über 500 Genossinnen«nd Genossen gekommen! Der Appell mußte, da im ganzen Orte kein genügend großes Lokal zur Verfügung steht, unter freiem Himmel abgehalte« werden. eine deutliche Warnung an Hacker Die„Deutsche Landpost* beschäftigt sich in einem, als Zuschrift aus Leserkreisen bezeichneten und F. M. signierten Artikel mit der Rolle, die GustavHacker heute spielt. Sie kommt dabei auf die aus Hackers Schule hervorgegangenen „Jugendführer" zu sprechen, die heute im Dienste Henleins den B. d. L. zerschlagen. In diesem Zusammenhänge heißt es: Auch wir haben eine Forderung an Gustav Hacker. Wir halten es mit unserem Gewissen nicht mehr für vereinbar, gewisse Jugendführer anzuerkennen und zu fördern, die alles sind, nur das nicht, was sie sein sollen. Hacker möge diesen Leuten klipp uyd klarden Weg vorschreiben, den sie zu gehen haben: Mit dem B. d. L. und nicht gegen ihn. Wir dürfen keine Schlange an unserer Brustnähren, wo sich fast alles zur Vernichtung der deutschen Landvolksorganisation verschworen hat. Landjugendbündler, die mit unseren politischen Gegnern Hand in Hand arbeiten, brauchen wir nicht. Der Vogel, der sein eigenes Nest be- schumtzt, war noch nie was wert. Gustav Hacker, ein echter, deutscher Bauer, hat eben den Versprechungen zu lange Glauben geschenkt; es gehe nur um das Wohl des deutschen Volles. Mit Entrüstung mutz er nun das Ansinnen, die Jugend vom Lande für städttsche Interessen zu mißbrauchen, zurückwesten. Das ist, in kaum beschönigende Worte ge- kleidet, eine ernsteWarnungan Hacker und, an der Schwelle einer parlamentarischen Laufbahn, ein vernichtendes Urteil. Denn entweder hat Hacker ein Doppelspiel getrieben, das wäre eine bedenkliche Schwäche seines Charakters, oder er hat als„echter deustcher Bauer* die SHF nicht durchschaut— dann wäre das ein Beweis mangelnder Urteilskraft. Wer finanziert diesen Wahlapparat der SHF? Die«Prager Presse" meldet: Die SHF hat zu Wahlpropagandazwecken ein zerlegtes Ganzmetallflugzeug, bisher unbekannter Herkunft, zugestellt erhalten. Das Flugzeug sollte in der Wahlkampagne zum Abwurf von Propagandamaterial und zu raschen Eingriffen in die Wahlkampagne dienen. Wie wir hären, werden die zuständigen Behörden die Benützung des Flugzeuges inhibieren, da der SHF dazu jede gesetzliche Legitimation fehlt. Außerdem waren SHF-Umzüge von Stadt zu Stadt Ihr werdet Eurem Bolle größere Dienste erweisen als jene, die in mechanischer Nachahmung fremder Beispiele in der physischen oder moralischen Bedrohung anderer Heil suchen. In der Kulturtat der Verständigung liegt des großen deustchen Volks Heil, nicht in der militärischen Tat seiner Auf- rüstung. In den Gesprächen Goethe- mit Eckermann finden wir weise Worte über die Sendung der D i ch t e r. Ich zittere diese Goethe-Worte, die auch auf die Aufgaben der L e h r e r gut angewendet werden können: „Wenn ein Dichter die Zeit seines Lebens bemüht gewesen ist, schädliche Bor» geplant mit Hilfe von drei Vorfüh- rungsautos. Auf diesen Propagandafahrten sollte die SHF-Kapelle für die sudetendeutsche Heimatfront werben. Da überfallsartige Älmzüge mit Lautsprecheranlagen und dem ambulanten Werbeapparat der SHF keine Wahlversammlungen sind, ist auch mit dem Verbot dieser Art von Wahlpropaganda seitens der zuständigen Behörden zu rechnen. Der.Führer" und die Berufspolitiker Landbündler gegen Henlein In der„Deutschen Landpost* schlecht der Abgeordnete Toni(Anton) Köhler aus Radowesitz, einer derjenigen Landbündler, die am meisten dazu beigettagen haben, die SHF grotz- zuziehen, unter dem Titel„Eine Auseinandersetzung mit Herrn Henlein* über die ganz und gar nicht ritterlichen Kampfmethoden der SHF. Köhler schreibt u. a.: Die heutigen Aichänger der SHF werden wähl bald«insrhen lernen, datz-wischen den Worten, die wir jetzt täglich hören und lesen können, und den Handlungen vom«Obersten Führer* angefangen bis herunter allerhand Gegensätze bestehen und auch festgestellt werden können. Herr Henlein hat wiederholt behauptet, datz er sich gegen di« Berufspolitiker wenden werd«. Wir sind Gott sei Dank keine Berufspolitiker, da wir alle «inen bürgerlichen Beruf und außerdem einen Realbesitz haben. Jedenfalls sind die nächsten Berater Henleins ausgesprochene Berufsberater, Menschen, Li« von der SHF-Polttik leben, einzig und allein leben. Das soll kein Borwurf sein. Vielleicht brauchen wir solche Menschen. Dann dürfen wir aber nicht Erklärungen lesen, wie die Henleins in Tetschen, um nur die letzt« anzufühven: „Wir werden nie«nd nimmer-»geben, daß sich ein Klüngel von Berufspolitikern breitmacht.* Wer? Wo? Bitte nächstens etwas deutlichrrl ' Köhler führt dann zwei Fälle von unfairem Kampf der SHF gegen den BdL im Dux« Teplitzer Gebiet an und sagt: Vie deutschen Schulen In der Slowakei Aus dem Voranschlag des Schulministeriums sind zahlreiche Neuanstellungen deutscher Volks-, Bürger- undMittel- s ch u l l e h r k r ä f t e in der Slowakei ersichtlich, was von der deutschen Bevölkerung dankbar begrüßt wird. Die Regierung hat zweifellos damit ebenso wie mft ihren bisherigen Maßnahmen überhaupt viel für das deustche Schulwesen in der Slowakei getan. Durch diesen anerkennenswerten Ausbau ist nun die Schaffung eines deutschen Landesschulinspektors sur sänttliche deutschen Schulen unumgänglich geworden. ES wäre dies um so leichter durchführbar, als die Systemisierung einer einzigen Stellung genügen würde, der sämtliche deutschen Volks-, Bürgerund Mtttelschulen zu unterstehen hätten. Hllnkas autonomlstischer Block Kein Uebergrelfen auf Böhmen oder Mähren Wie die„L i d. N o v i n h* melden, hat der Vollzugsausschuß der Slowakischen Bolkspartei am Dienstag in Rosenberg etwa 100 Kandidaten für die Wahlen nominiert, darunter sämtliche bisherigen Parlamentarier der Partei. lieber die R e i h erfolg e der Kandidaten wird allerdings erst das enger« Parteipräsidium entscheiden. Entgegen den früheren Drohungen HlinkaS nach dem Scheitern des katholischen Blocks, daß die Slowakische Volkspartei auch in den histottschen Ländern und selbst in Mittelböhmen kandidieren werde, wurde beschlossen, daß die Hlinkapartei sich auf die Slowakei und Karpathorußland beschränken soll,„um nicht das katholische Lager in den histottschen Lägern zu zerschlagen.* In Wirllichkesi sollen aber ttrchliche Würdenträger bei Hlinka in diesem Sinn inter- veniert haben. Dagegen wurde beschlossen, in die Wahkgemein- schaft der slowakischen Autonomisten auch diePolen «»teile z« bekämpfe«,«nghrr-ise Ansichten z« beseitige«, den Geist sei- neS Volke» aufzuklären, dessen Geschmack z« läutern«nd sei« Denken «nd Trachten z« veredel«, so hat er das Beste ge- tan. Was soll er denn Bessere» tun? Wie soll er denn noch außerdem patttottsch wirken?" Goethes ewige Weisheit, nicht der Diktatoren ephemSre Selbstherrlichkeit leite die Geschicke des sudetendeutschen Volkes I Und fragt man Herrn Henlein, wieso das alles möglich ist, dann erklärt er ebenso wie nach dem„Rundschau"-Artikel„Politische Brunnenvergiftung*:«Davon hatte ich keine Kenntnis.*„Tas geschah ohne mein Wissen". SchönesFührer» tum, wo jeder tunund lassen kann, was er will! Ist das die Reinheit und Sach- lichkeit des Wahlkampfes, von der Herr Henlein jetzt so ost spricht? Hätten gewiss« Herren im Landbund recht- zeitig die Augen offen gehalten und sich nicht aus ihrem atavistischen Hatz gegen den Marxismus mit der SHF soweit eingelassen, so könnten sie sich jetzt die Empörung sparen. Von einem Hitler- kopisten wie Henlein war kein ander es«Führertum* als eben da s ges ch ild e rte z u e rwa rt e n! Stadtgemeinde Karlsbad— haftpflichtig für die vemonstratlons- schäden von 1908 Nach 27 Jahren fällt das Oberste Gericht die letzte Entscheidung Wir Haben bereits eingehend über die am Dienstag vor dem Obersten Verwaltungsgericht begonnene Verhandlung berichtet, die nach 27 Jahren den Schlußpunkt unter die Affäre um die Karlsbader Besedakrawalle von 1908 setzt. Die Verhandlung, die ursprünglich auf drei Tage berechnet war, wurde dadurch vereinfacht, daß die Ansprüche einzelner Geschädigter ausschieden. Die Auseinandersetzung über den Schadenersatz gehört ohnedies vor die ordentlichen Gerichte und das Administrativverfahren, das nun zum Abschluß gelangt ist, hatte lediglich den Zweck, über die Haftpflicht der Stadtgemeinde Karlsbad im Sinne des 8 37 der Gemeindeordnung grundsätzlich zu entscheiden. Das Oberste Verwaltungsgericht hat nun am Mittwoch die Beschwerde der Karlsbader Stadtgemeinde gegen da- verurteilende Erkenntnis des Innenministeriums als dritter Instanz kostenpflichtig abgewiesen, womit die Schadenersatzpflicht der Stadtgemeinde festgelegt ist. Die verschiedenen gerichtlich anhängigen Entschädigungsklagen sind mithin dem Grunde nach entschieden. Die Begründung dieser Entscheidung wird schriftlich bekanntgegeben werden. und den Autonomen Sojuz in KarpaHo- rußland aufzunehmen; mich der Wahlpaft mit der SlowakischenNationalpartei, deren Führer Marttn R ä z u s ein Mandat zugesichert wurde, wurde bestätigt.. Ob diese Pattei noch ein zweites Mandat erhält, wird von den Wahlen in die Landesvertretung abhängen, für dir sie selbständig kandidiett. Bei den letzten Wahlen hatte die Slowattsche Nattonalpattei ebenso wie der SojuS eine Wahlgemeinschaft mit den Nationaldemokraten abgeschlossen. Austritte aus der Nationaldemokratie Seitdem die Nationaldemokraten eine politische Gemeinschaft mit der Liga SttibrnhS geschlossen haben, sind eine Reihe von bedeutenden Mitgliedern dieser Partei ausgetreten. Die völlige Vereinigung der beiden Parteien hat bewirkt, daß nun weitere Austtttte erfolgen. Es handelt sich hiebei um drei UniversitätSprofefforen, die sowohl wiffenschaftlich als auch politisch einen Namen Hecken. Der eine ist der Professor des Berwal- tungsrechtes an der tschechischen Universiität'n Prag Dr. H o e tz l, der nach dem Umsturz als Sektionschef im Ministerium deS Innern tätig war und einen bedeutenden Anteil an der Schaffung der tschechoslowakischen Verfassung hat. Ein zwttter Austritt ist der des Universitätsprofessors Dr. Kämet, Lehrers der Pflanzenphysiologie an derselben Universität und einer der bedeutendsten Gelehrten der tschechischen Nation. Nkmee war na- ttonaldemokrattscher Senator bis 1929 und ist gegenwärtig der Vorsitzende des tschechoslowakischen Nationalrats. Der dritte Austritt betrifft den Rechtshistottker der Prager tschechischen Universität, Prof. Dr. K a p r a S, nationaldemokratischer Senator und Vorsitzender der„Matiee skolskä*, der bekannten tschechsschen Schulorganisation. KapraS war auch Vorsitzender der LandeSexekutive der Nationaldemokraten in Böhmen, also ein hervorragender Funktionär der Partei. Judetendeitfedter Seite 4 Donnerstag, 18. April 1935 Ar. SS Massentod statt Almosen 75 Todesopfer einer Panik London. Nach Meldungen der Morgenblätter find am Sonntag auf denBahrein-ZnfelnimPerfischen Golf 78 Personen, größtenteils Frauen und Kinder, bei einer Panik ums Leben gekommen. Bor dem Hause eines Perfische« Kaufmannes hatte fich eine Menschenmenge von etwa 2000 Personen eingefunden, da es hieß, der Kaufmann wolle Spende« an die Armen vertellen. Die Leute drängten in dichte» Scharen durch den enge« Flur in den Hof. Plötzlich entstand eine allgemeine Panik. Diele Leute wurden in dem Gedränge erdrückt. veutscke Nationalpartei wieder zugelassen? Unter bestimmten Verpflichtungen Wie die„Prager Presse" meldet, ist die Nachricht, daß die auf Grund des Parteiaüf- lösungSgcsetzrs vom Jahre 1933 verfügte Einstellung der Deutschen Rationalpartei aufgehoben wird, z u b e st ä t i g e n. Die Wiederzulassung sei an bestimmte Kante l e n gebunden, welche von der Deutsche»» Ra- tioilalpartei ringehalten werden müssen. Die der Partei in den Gemeinde-, Bezirks- und Landesvertretungen kraft der Einstellung aberkannten Mandate bleiben nach wie vor verfallen, den ehemaligen Mandatsträgern stehe es jedoch frei, sich bei den nächsten Wahlen in die genannten Brr- trrtungskörperschaften um ein Dlandat zu bewerben.(Rach unseren Informationen wird über dir Wiederznlassung zwar verhandelt, eine Entscheidung soll aber noch nicht gefallen sein.) DaS Blatt meldet weiter, daß sich der wie« derzugelassenen Partei kleinere deutsche Gruppen an schließen wollen, darunter die Gruppe Simon Stark in Falkenau. Die Beratungen von ehe« inaligen Abgeordneten dieser Partei, die Dienstag und Mittwoch in Prag stattfanden, führten zu dem Beschluß, sich an den Wahlen in das Parla« ment zu beteiligen. Die Deutsche Nationalpartei wird aber kaum als selbständige Wahlgruppc auftreten. sondern mit den ungarischen Parteien eine Listenkoppelung änstreben. * Wie verlautet, haben die Deutschdemokraten doch noch nicht alle Hoffnung aufgegeben, irgendwie in das neue Parlament zu kommen. Nachdem die Verhandlungen mit den ungarischen Parteien und auch mit Henlein zu keinen praktischen Ergebniffen führten, scheint wieder die alte Kombination mit den» Bund der Landwirte aufzutauchen. Wenigstens hat Mittwoch abends eine Aussprache zwischen Dr. Spina und Dr. Kostka stattgefunden, über deren Ergebnis noch nichts bekannt ist. Die Landbündler dürften wohl noch das Wahlbündnis vom Jahre 1929 mit der AWG. in schlechter Erinnerung haben, bei dem die AWG. mit vier Mandaten außerordentlich gut und der Landbund sehr schlecht abschnitt. Heute dürfte die deutschdemokratische Freiheitspartei allerdings bedeutend bescheidener geworden sein..« 8126 novelliert Wir haben wiederholt über den Kampf berichtet, den die Bergarbeiterverbä»»de um die Novellierung deS 8 126 der Sozialversicherungsnovelle vom Jahre 1934 führten. Nunmehr meldet das„P r ä v o L i d u“, daß die diesbezüglichen Bemühungen des Fürsorgeministers Dr. Meißner erfolgreich waren: Der dienstägige Mini« stcrrat hat die Novellierung des 8 126 in dem Sinne beschlossen, daß die Bergarbeiterprovisio- nisten, die außerdem im Genuß einer Rente aus der Sozialversicherung stehen, ebenfalls den Staatsbeitrag und nicht nur, wie seit der Novellierung, die auf sie entfallenden Steigerungsbeträge erhalten. Damit ist einer wohlbegründeten sozialen Forderung unserer Bergarbeiter dank der Initiative der sozialistischen Regierungsparteien Rechnung getragen worden. Klerikale Kampfesweise Die„Deutsche Presse", das Hauptblatt der deutschen Christlichsozialen, bringt in ihrer Mittwoch-Nummer einen Leitartikel, in welchem mitgeteilt wird„daß Moskau beschloßen hat, die Todesstrafe auch für Kinder vom 12.. Lebensjahre angefangen, einzuführen." Daraus leitet das Blatt alle möglichen Schlußfolgerungen ab, vor allem, daß dies ein„Fiasko des Marxismus in Reinkultur" sei und„daß die gesittete Menschheit gegen die neue Unmenschlichkeit im roten Rußland protestieren muß". Diese Nachricht reiht sich würdig an seinerzeitige Meldungen desselben Blattes an, ivonach die Revolutionäre in Spanien Priester mißhandelt und ihnen die Augen ausgestochen hätten. NnderMitteilungder„Deut- schenPresse" ist nämlich keinWort wahr. Es wird also nicht die gesittete Menschheit gegen die neue Unmenschlichkeit im roten Rußland protestieren, sondern es mühte die tschecho- slowakische Oeffeiltlichkeit protestieren gegen die journalistischen Methoden des Jesuitenblattes. Dr. Nosek gestorben. Der gewesene Minister und Abgeordnete der tschechischen Volkspartei Dr. Franz N o s e k ist Mittwoch nachts um 22 Uhr 3V Minuten in seiner Wohnung in Prag-Karlin gestorben. Der Tod trat infolge eitriger Lungenentzündung ein. Dr. Nosek war schon seit längerer Zeit schwer krank und durch Todesfälle in seiner Familie so deprimiert, daß seinerzeit schon die Meldung austauchte, er werde sich in ein Kloster zurückziehen. Wirtschaftsverhandlungrn mit Oesterreich. Die in Wien geführten tschechoflowakisch-österreichischen Handelsvertragsverhandlungen sind Mittwoch beendet worden. An den Schlußverhandlungen nahmen der österreichische Handelsminister Dr. Stockinger und der tschechoslowakische Handelsminister Jng. D o st ä l e k teil. Die Minister behandelten die Ergebnisse der bisherigen Verhandlungen in Wien sowie die gegenseitigen Wünsche und werden ihren Regierungen hierüber berichten. Beide Minister sprachen den Wunsch aus, daß die Verhandlungen möglichst nach Ostern wieder aufgenommen werden. TagcsnculglicMcii Heute Rundfunkrede des Ministerpräsidenten Prag. Der Borfitzende der Regierung, Jan Malypetr, wird am Dimnerstag um 19.50 Uhr im Rundfunk sprechen. Deine Kundgebung wird um 22 Uhr im*Nab>nen der Relation des Tschechoslowakischen Preßbüros deutsch verdolmetscht werden. Kriminalroman des Lebens Rew Aork. In Syrakus(Ncw Dork) f't* gann jetzt ein Steuerhinterziehungsprozeß geg-'.n einen der berüchtigsten Alkoholschmuggler und Gangsterhäuptling der Oststaaten. Der Angeklagte ist der unter dem Namen Dutschobu.tz bekannte Artur Flegenheimer, dem Steuec- hinterziehungen im Betrage von 90.000 Dollar vorgeworfen werden. Der Bundesanwalt teilte zu Beginn der Verhandlung mit, daß von den vorgeladenen Zeugen zwanzig fehlen. Einige von ihnen seien in der letzten Zeit ermordet worden, und die Mehrzahl sei geflohen. Von einem befestigten Hause im Stadtteil Bronx in New Dork aus habe Flegenheimer ein weitver- zweigtes Netz von Geheimbrauereien und Lastautostationen geleitet. Diese Schmugglerzentrale haite Flegenheimer, der für sich selbst eine elegante Wohnung in der Fifih Avenue besaß, durch ein Labyrinth von Gängen zu sichern verstanden»md wußte sich außerdem unliebsame Besucher durch au tomatisch schließende Stahltüren, zwischen den-n er die unbefugt Eintretenden fangen konnte, vom Leibe zu halten. Schnellflugzeug von Frise» nach Honolulu New Jork. In Alameda bei San Francisco in Kalifornien startete am Dienstag um 23.81 Uhr das neue amerikanische Schnellflugzeug „Panamarican Clipper" nach Honolulu. Das Flugzeug, das wochenlang Probeflüge ausgeführt hat, ist mit dem neuen Radiokompaß ausgerüstet. Es entwickelt eine Stundengeschwindigkeit von 260 Kilometern bei einem Gesamtgewicht von rund 18.600 Kilqp gramm. Brennstoffe kann es für über 5000 Kilometer mitnehmen. Die Strecke Alameda— Honolulu ist rund 1800 Kilometer lang. Der Flug nach Honolulu gilt gleichzeitig als Probeflug auf der ersten Etappe der ncugeplanteu Handelsfluglinie nach Ostasien. Das Flugzeug führt eine sechsköpfige B e s a tz u n g und 10.000 P o st s ä ck e mit. Als erste Zwischenstation sind die Sandwich- Inseln ausersehen. Die Flugzeuge dieses Typs können bis 20 P a s s a g i e r e an Bord nehmen und den Stillen Ozean in vier Tagen überqueren, während ein Dampfer für diese Strecke drei Wochen benötigt. Die Ehrung Masarhks. Zu seinem 85. Ge- burtstag erhielt der Präsident der Republik über 13.000 Glückwunsch-Telegra mm e und -Briefe aus dem Auslande und aus allen Teilen der Republik, von Korporationen, Behörden und Einzelpersonen aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung, von Angehörigen aller im Staate vertretenen Nationalitäten, von den Jüngsten bis zu den Aeltesten. Ueber 300 Gemeinden ehrten den Präsidenten durch die Wahl zu ihrem Ehlenbürger. Wie in anderen Jahren, so überhäuften insbesondere bei den heurigen Ge burtstagsfeiern die Bürger den Präsidenten mit Blumengaben und anderen G e s ch e n- k e n, unter denek» sich auch Gegenstände von hohem künstlerischem Wert befinden. Fm Geist der Prinzipien des Präsidenten gedachten zahlreiche Korporationen, Anstalten, Unternehmen und Einzelpersonen humaner und gemeinnütziger Zwecke. Mehr als 10.000 Einzelpersonen aus Prag, der Provinz und dem Auslande erschienenen persönlich auf der Burg, um dem Präsidenten durch ihre Unterschrift die Glück- wünsche zu seinem 85. Geburtstage darzubringen; anderwärts trugen sie sich in die Listen bei den Landes- und Bezirksämtern ein. Die Wahlen in die Aerjtekammer. Am 19. April erschien im Landesverordnungsblatte für Böhmen die Kundmachung der Landesbehörde, durch welche die Wahlen in die Aerztekammer für das Land Böhmen für den 1. I u l i 1935 ausge- . schrieben werden. Nichtigkeitsbeschwerde der Bhlekälkovä verworfen. Vom Prager Schwurgericht wurde am 17. Oktober wegen des Verbrechens des gemeinen Mordes die Marie Vylekälkovä zu 25 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die Vylekälkovä hat bekanntlich am 22. März des Vorjahres gemeinsam mit ihrem Mann ihren Vater I. Tyl ermordet, dessen Leichnam sodann in einem Alkoven in der Küche aufbewahrt und nach einem Jahre in einem Waschtrog in einen Keller transportiert, wo er mit Kalk vergossen wurde. Die Vylekälovä hat gegen dieses Urteil die NichtigkeitÄbeschwerde und Berufung eingelegt, mit der sich Mittwoch der Oberste Gerichtshof zu befassen hatte. Der Oberste Gerichtshof hat die Nichtigkeitsbeschwerde im ganzen Umfang verworfen, das Urteil bestätigt und sodann in nichtöffentlicher Sitzung über die Berufung gegen die Höhe der Strafe beraten. Vom Auto getötet. Am 15. d. M. wurde auf der von Teplitz-Schönau nach Tetschen führenden Straße Miroslav H a n u s ch von einem Personenautomobil vom' Rade geschleudert und überfahre»». Er verschied noch in der gleichen Nacht im Nussiger Krankenhaus. Der Chauffeur des Automobils wurde verhaftet. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Schwere Eisenbahn-Katastrophen. Die Lokomotive des Schnellzuges Sydney—Halifax entgleiste, stürzte über den Eisenbahndamm und riß einige Eisenbahnwaggons mit sich. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden der Lokomotivführer und ein Reifender getötet. Es bestehen jedoch Befürchtungen, daß der Unfall weitere Menschenleben gefordert hat.— Nach einer Meldung aus Mulden stießen zwischen den Bahnhöfen Peian- schen und Schinzen zwei Eisenbahnzüge zusammen. Nach den bisherigen Meldungen sind s Leben T o t e und 16Verletztezu verzeichne»». Die Rache der Sklaven. Der Deutschamerikaner Richard R o i d e r e r aus Cleveland ist bekanntlich vom nationalsozialistischen„Volksgericht" von der Anklage wegen„Spionage" freigesprochen worden, nachdem er zehn Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte. Die Inhaftnahme war, wie sich jetzt herausstellt, ein reiner Racheakt, nie konnte von Spionage die Rede sein. Wie amerikanische Blätter mitteilen, hatte Roi- derer, der seine alte Mutter in München besucht hatte, beim Vorbeimarschieren von SA-Kolonnen in sein Notizbuch geschrieben: „Da ich an meinem Fenster stehe und SA marschieren sehe, denke ich mir: was für Sklaven sie doch findl Zusammengekettei durch Brutalität und homosexuelle Perversion, was man in Deutschland Männlichkeit nennt." Dieses Notizbuch, das Roiderer verloren hatte, war gefunden und der deutschen politischen Polizei übergeben worden. Schmuggler. Am Montag abends verfolgte eine Grenzwachabteilung aus Dedovo im Bezirk Berehovo eine etwa 4 0 köpfige Schmugglerbande, welche aus Ungarn zurückkehrte. Als die flüchtende Bande dem Halt-Rufe nicht Folge leistete, machte die Wachabteilung von der Schußwaffe Gebrauch, wobei I. Kapusta aus der Gemeinde Dödovo am rechten Fußoücken leicht verletzt wurde. Bei einer mohammedanischen Trauerprozession in Lahore aus Anlaß des Moharrem- Festes kam es zu großen Schlägereien zwischen Mohammedanern und Hindus. Vierundzwanzig Personen, unter ihnen mehrere Polizeibeamte, mußten mit erheblichen Verletzungen in das Krankenhaus von Ranchi eingeliefert werden. Orthodoxe.Heiratsbeschränkung. Aus Sofia wird berichtet: Die höchste Instanz der bulgarischen orthodoxen Kirche, der Synod, beabsichtigt sich an den Ministerrat mit der Forderung zu wenden, daß durch ein Dekret festgesetzt werde, daß Männer, die älter als 55 Jahre und Frauen, die das 50. Lebensjahr überschritten haben, nicht mehr erlaubt sein soll, in den Ehestand zu treten. Skifahrer beim Wassertrinkeu vom Schlage getroffen. Bei Zakopane wurde Mittwoch vormittags in der Tatra im Koszielnicka-Tal in einem Gebirgsbächlein der Leichnam eines Skifahrers aufgefunden. Aus den bei der Leiche vorgefundenen Dokumenten geht hervor, daß es sich um den Direktor der Krakauer Amca Kazimir Zielinski, einem bekannten polnischen Sportmann, handelt. Der Tod Zielinskis, der erst im 35. Lebensjahre stand, erfolgte infolge Herzschlages in dem Augenblick, als er nach einem Abfahrtslauf auf den Skiern aus dem Gebirgsbach Wasser trank. Warnung . DaS Refugges Committee in London warnt die Sozialisten»md deutschen Emigranten vor eine« Levy Gotthelf rette Oscar L e e- b a ch, der selbst Emigrant ist, zuletzt als Korrespondent polnischer Zeitungen in jüdischer Sprache und als Redatteur einer jiddischen Zeitung lebte. Er ist a«S London verschwunden, nachdem ihm dort der Boden zu heiß geworden war. Dir Untersuchung deS Todes von Dora Fabian hat». a. ergeben, daß Levy Gotthelf ein Mittelsmann des Wefemann z» Zentralstellen d«S Antinaziboykotts gewesen ist. Er führt Empfehlungen hochgestellter Persönlichkeiten, die er fich verschafft hat, mit fich. Es besteht jedoch der dringende Verdacht, daß er mit der Gestapo in Verbindung steht. Die Kinderheimstätten in USSR. Dienstag wurde die Konferenz über Mutter- und Kinderschutz in der Solvjetunion beendet. Während der landwirtschaftlichen Arbeiten des heurigen Jahres werden im ganzen Lande, besondere Kinderheimstätten errichtet loerden, die 3,200.000 Kinder aufnehmen können. Billige Zimmer in den westböhmischen Bädern. Das Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung besitzt in den Kurhäusern„Weißes Kreuz" in Karlsbad, Franzensbad und Marieichad für dei» Monat Mai noch einige freie Zimmer, Preis der Zimmer: in Karlsbad 11 bis 14 KL, in Franzensbad 4 bis 6 KC, in Marienbad 9 bis 12 Kc täglich pro Person. Die Unterbringung erfolgt in separaten, einbettigen (für Familien zweibettigen) Zimmern. Bei Vorlage eines Armutszeugnisses werden Nachlässe gewährt. Gesuche sind an das genannte Ministerium, Prag II., VySehradska ulice zu senden. Fahrpreisermäßigung für Besucher a«S dem Auslande. Mit Inkrafttreten des neuen Smnmer- fahrplans am 15. Mai führen die tschechoslowakischen Staatsbahnen eine wichttge Neuerung ein, die geeig- net ist, den Fremdenverkehr wesentlich zu fördern. Den Besuchern aus dem Auslande wird auf den Strecken der Staatsbahnen bei der Hin- und Rückfahrt und bei Rundfahrten in der Tschechoslowakei eine Fahrpreisermäßigung von 66.?4 Prozent gewährt, wenn sich der Reisende mindestens sechs Tage in der Tschechoslowakei aufhält. Die praktische Durchführung dieser Neuerung geschieht in der Weise, daß der Reisende beim Ueber- schreiten der Grenze in der Grenzstation beim Stattonsamt eine Anweisung für 5 Kä erwirbt, die ihn zur Inanspruchnahme der Begünstigung berechtigt und auf Grund deren ihm die erntäßigt« Fahrkarte ausgefolgt wird. Dre Staatsbahnen versprechen sich von dieser Maßnahme eine große Steigerung des Auslattdsbesuches. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus«ten Programm««» Freitag Prag. Sender L.: 10.05 Deutsche Nachrichten. 11.00 Schallplatte«: Mozart. 12.40 Teile aus dem Requiem von Verdi. 15.55 Schallplatte«. 18.15 Deutsche Sendung: Karfreitagsfeierstunde. Hörfolge mit Musik und Dichtung. 18.50 Deutsche Presse. 20.00 Dvokak:.Stabat Mater". 22.25 Schallplat- ten: Bach.— Sender S.: 15.00 Deutsche Sendung: Der Graf, von Jarosch. Vortrag mit Schallplatten. — Brünn: 18.50 Deutsche Sendung: Liederkonzert. — Mährisch-Ostrau: 17.55 Deutsche Sendung: Märchenvorlesung. Zum 25. Todestag Björnstjerne Björnsons Am 26. April werden es 25 Jahre, seit Björnstjerne Björnson, Norwegens größter Dichter, gestorben ist. Björnson, der 1832 geboren wurde, ist nicht nur der große Gestalter von Menschen und Schicksalen seiner norwegischen Heimat gewesen, sondern auch ein muttger Kämpfer für die Idee der sozialen und geisttgen Befreiung der Menschen. Besonders in der zwetten Epoche seines Schaffens, in der er sich von der Romanttk abwandte und mit Ibsen und den großen Franzosen ein Wegbahner des strengen Realismus wurde, tritt die sozialrevolutionäre Seite seines Wesens stark hervor. Björnson war nicht nur als Dichter, dessen Werke in alle Kultursprachen übersetzt wurden, sondern auch als Mensch Europäer. Bekannt ist auch sein Eintreten für die Rechte und die ! Befreiung der unterdrückten Nationalitäten Ungarns, vor allem der Slowaken. Nr. 92. Donnerstag, 18. April 1935 „Sozialdemokrat* Seite 5 Mr sind vorbereitet: Sic finden rar Ihren Osterbedori eine große Auswahl von frtihjaiirssdiuhcn! Besuchen Sie uns jetzt schon. Heute haben Sie die Möglich- keit einer ungestörten, bequemen und größeren Auswahl." Tw M ff M M 2880 Ganz ohne Scheu...„Um den Gedanken der Betriebsgemeinschaft zu fördern und end- gültig zu verankern, werden sich die Parteigenossen der N. S. Hago, sowie die Betriebsführer und die Gefolgschaftsmitglieder der beiden Reichsbetriebsgemeinschaften Handel und Handwerk ohne Scheu zum gemein» samen Eintopfessen zusammenfinden. Das ist Sozialismus der Tat!" So ist«örtlich in einer deutschen Zeitung zu lesen. Nun wissen wir wirklich, was„deutscher Sozialismus" ist! Streicher und— Richard Hauptmann. Gleich und gleich gesellt sich gern. Wer kann sich da wundern, daß das Streicher-Organ die Uebcr« sehung eines Artikels aus dem amerikanischen »The Fascist" bringt, in dem behauptet wird, daS Lindbergh-Baby sei das Opfer eines Ritualmords geworden. Denn der Raub sei am 1. März erfolgt, und Purim werde am 22. März gefeiert(eine geradezu zwingende Logik). Richard Hauptmann wird damit natürlich zum Opfer eines jüdischen Staatsanwalts und zu einem verfolgten nordischen Ebeling. So steht der Frieden aus! Wie aus Asuncion amtlich gemeldet wird, haben p a r a- guayanische Truppen nach heftigem Feuergefecht die Stadt Charagua eingenommen. Dabei wurde ein bolivianisches Kavallerieregiment dezimiert. Die paraguahanischen Truppen errangen große Beute. Ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem fünf Menschen getötet und mehrere Personen verlebt wurden,, ereignete sich am Mittwoch früh in klntigonish in Neuschottland. Der Canadian- Kationalexpreß von Sidney nach Halifax entgleiste in voller Fahrt und stürzte die Böschung hinunter. Mehrer« Wagen wurden vollständig zertrümmert. Zeichen der Zeit. Der Vorstand des Statistischen Amtes in W i e n, Univ.-Prof. Dr. Winkler, Dellt im„Oestxrreichischen Verwaltungsblatt" fest, daß ein Viert« I der Ehen in Oesterreich k i n- derlos ist. Ein zweites Viertel hat nur ein Kind. I. W. Speerger und Blanko Waleskä in„Späte Liebe". Volhswlrtsdiait und Sozialpolitik Ein- und Ausfuhr im März Es ist interessant, jeweils in den Zeitungen die unterschiedliche Beurteilung der monatlichen Außenhandelsergebnisse zu beobachten. Das Märzergebnis z. B. wird in dem einen Blatt mit der Ueberschrift versehen:„Rückschlag im Außenhandel", während es in einem anderen unter dem Titel:„S aisonaufstieg hält weiter an" gewürdigt wird. Die sozialdemokratische Presse ergeht sich nicht in Schönfärberei; ebensowenig kann sie ihre Aufgabe darin sehen, in Pessimismus zu machen. Ihr kommt es zu, die Ziffern der Monatsstatistik im Rahmen der Gesamtentwicklung zu würdigen und jene Folgerungen zu erkennen und zu vertreten, die sich vom Standort aller Arbeitenden aus, als der gewaltigen Mehrheit des Volkes, ergeben. lionen Kronen auf die Zunahme der Rohstoffeinfuhr und 30 Millionen auf die Fertigwareneinfuhr. Rejner Warenverkehr.. 893.0 632.3 Und nun der Vergleich der Spezial- ausfuhr im März 1935 mit'dem gleichen Monat des Vorjahres: März März 1935 1934 in Mitt. Kö Lebende Tiere..... . 0.3 0.3 Lebensmittel und Getränke. 34.7 39.6 Rohstoffe...... . 115.8 131.1 Fertige Waren..... . 433.2 459.9 Edelmetalle und Münzen. 9.0 .1.4 Der Monat März 1933 ermöglicht zum ersten Male wieder einen genauen Vergleich mit den Ziffern des Vorjahres, da im März 1934 der Außenhandel sich bereits in abgewerteter Krone vollzog. Betrachten wir nun zuerst den Wert der Spezialeinfuhr nach den Warengruppen. Er betrug: Die Wareneinfuhr ist demnach von rund 570 Millionen Kronen auf 517 Millionen Kronen zurückgefangen. Von dem Rückgang, der 53 Millionen Kronen beträgt,, entfallen 44 Millionen auf die Rohstoffeinfuhr. Am stärksten wurde von dem Rückgang die Rohstoffeinfuhr der Textilindustrie betroffen. Die Einfuhr von Wolle, Baumwolle, Seide und Seidenwaren, Flachs, Hanf und Jute betrug im März 1935 119.4 Millionen Kronen, während sie im Jahre vorher 153.8 Millionen Kronen betragen hatte. März März 1935 1934 in Mill. KC Lebende Tiere..... . 7.9 2.5 Lebensmittel und Getränke. . 73.6 76.4 Rohstoffe . 272.4 816.7 Fertige Waren....■ . 162.1 172.0 Edelmetalle und Münzen. 1.0 3.3 Reiner Warenverkehr. . 517.0 570.9 Dieser erhebliche Einfuhr-Rückgang dieser ebenso wie einiger anderer Rohstoffe ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß im März 1934 die Einfuhr erheblich höher lag, weil noch BorratS-Sendungen ein liefen, die unmittelbar vor der Kronenabwertung bestellt worden waren. Vergleicht man die diesjährigen Märzziffern der Einfuhr mit dem Ergebnis im Feber 1935, so ergibt sich eine Steigerung von 415 Millionen auf 517 Millionen Kronen, davon entfallen 62 MilEs ist also gegenüber dem Vorjahr ein Ausfuhrrückgang von knappe 40 Millionen Kronen zu verzeichnen. Mit etwa über 26 Millionen Kronen sind die Fertigwaren an dem Rückgang beteiligt. Im Feber 1935 erreichte die Ausfuhr nur 520 Millionen Kronen, so daß stch im Vergleich zu dem Vormonate eine Ausfuhrerhöhung von 73 Millionen Kronen ergibt. Die Fertigwarenaus- fuhr allein hat stch von 375:9 Millionen Kronen im Feber auf 433.2 Millionen Kronen im März erhöht. Der saisonmäßige Aufschwung ist also unzweifelhaft vorhanden. Wenn nicht eine Wendung in der Entwicklung rintritt, so steht zu erwarten, daß der Außenhandelsumsatz und vor allem auch die Ausfuhr— die Höhe des Vorjahres bald wieder erreichen. Es muß aber den Industriellen und allen, die sich in der Propagierung deren Auffassung gefallen, immer Meder gesägt werden, daß sie sich bei der Förderung des Exports nicht nur auf die Handelspolitik und andere staatliche Maßnahmen verlassen dürfen. Sie müssen auch selbst aktive Exportförderung t reiben. Dazu gehört noch immer zu allererst die Bereitschaft zur Herstellung eines aufnahmefähigen Jnlandsmarktes, die nur zu erreichen ist, wenn der Arbeiterschaft die unglaublich niedrigen Löhne aufgebessert werden und wenn die Widerstände der Industriellen gegen eine bescheidene Verbesserung der sozialen Lage der Massenopfer der Wirtschaftskrise aufgegeben. Daß das geschehen kann, ohne daß die Industrie, als Ganzes genommen, zugrundegeht— wie die Industriellen immer behaupten— das beweisen eben jetzt die Veröffentlichungen der Bilanzabschlüsse zahlreicher Aktiengesellschaften und die fürstlichen Bezüge der Verwaltungsratsmitglieder und der Industriellensekretäre! Das Opium als Vorbote der„Zivilisation" | Unter anderen humanitären Maßnahmen Vli der Völkerbund im Jahre 1931 beschlossen, «ie illegale Trasik mit Rauschgiften zu kontrol- üeren, das hieß au unterdrücken. Vierundvierzig zivilisierte und halbzivilisierte Länder unterzeichneten diesen Beschlich, L Im Monat Mak 1934 zeigte der dem Dpium-Ausschuß des Völkerbundes von seinen »azu beauftragten Mitgliedern unterbreitete Beacht, daß Bulgarien eine der wichtigsten Zen- üalen für heimlichen Handel mit Rauschgiften ist. Bulgarien soll nach diesem Bericht nicht weniger nls zehn geheime Laboratorien und Werkstätten öur Erzeugung von Heroin besitzen. Der größte Teil dieser Werkstätten wurde 1932 aus der Tür« «i hinübergeschafft. An der Spitze dieser Unternehmen steht unter anderen ganz offiziellen Persönlichkeiten auch der weltbekannte Rauschgist- schmuggler Fethy-bey, eine Art Zacharow der n-viuminternationale. Diese Werkstätten werden öon Finanzanstalten, wie z. B. die Bank von Mazedonien, finanziert. ' Der Bericht stellte fest, daß diese zehn Werkstätten jährlich 3 Tonnen Heroin erzeugen, was ven Tod von 3,000.000 Menschen leicht verursachen kann. Die Glaubwürdigkeit dieser Zah- len wird durch den Verkauf des industriellen che- urischen Produktes„Acid acetic anhydrid" bestätigt. Dieses Produkt wird nämlich nur für öie Erzeugung von Aspirin, Farbstoffen, Kunst- scide und... Heroin gebraucht. Bulgarien jedoch besitzt keine Werke für die Herstellung der ersten drei Erzeugnisse, und sein Import an Acetic Anhydrid Deg von 70 Kg. im Jahre 1930 auf 6000 Kilogramm im Jahre 1933. Dazu kann noch bemerkt werden, daß dasselbe Bulgarien seine Produktion an Rohopium von zirka 5 Tonnen im Jahre 1931 auf 80 Tonnen im Jahre 1933 er- höhtc. Bulgarien steht aber nicht allein da. Das lukrative Opiumgeschäst forderte Konkurrenten heraus: Jugoslawien erzeugte im Jahre 1928 über 200 Tonnen und Brittsch-Jndien zirka 300 Tonnen dieser Kultur. Japan, das allerdings die Völkerbundkonvention vom Jahre 1931 nicht mitunterzeichnet hatte, erhöhte seine Opiumkultur von 740 Hektar im Jahre 1923 auf 1520 Hektar im Jahre 1928, was eine Produksion von 14.000 Kilogramm darstellt. Dazu soll bemertt werden, daß die japanische„Handelsmission" im Jahre 1933 vom abessinischen Ras Tafari die Konzession erhielt. 1,600.000 Acker mit Baumwolle zu bebauen und dazu noch die Exklusivftät für Opiumkultur in Aethiopien. Interessant ist der Zusammenhang dieser Zahlen mit der japanischen Politik im Fernen Osten. Es ist bemerkenswert, daß im Jahre 1933, vor der japanischen Invasion in Jehol und dann auch in Chachcrr(Mongolei) der Völkerbund von einer ungeheuren Zunahme der Opiumproduktion in Jehol und in der Mandschurei unterrichtet wurde. Ein chinesischer Staatsmann bestätigt, daß die jährliche illegale Opium« Produktion in China nur 12.000 Tonnen beträgt. Auch hier sehen wir den Wandel von Acetic Anhydrid. Dazu kommen noch die Meldungen vom September 1984, daß drei illegale „Opium rings" mit dem Hauptsitz in der japanischen Konzession in Tientsin den Rauschgift schmuggel in der demilitarisierten Zone zwischen dieser Stadt und der„Großen Mauer" betreiben. Von Jehol durch den Fluß unter starker militärischer Bewachung werden die Rauschgifte den hungernden chinesischen Bauern aufgezwungen. Die nachfolgenden Maschinengewhre, Bombenflugzeuge, GaÄbomben, Tanks, Generäle und Missionäre bringen ihnen den Rest der Zivilisation bei. Die Nankinger Regierung arbeitet mit den Japanern Hand in Hand. Im August 1934, wahrscheinlich von Tschiangkaitschek beraten, veranlaßte sie die Gründung von 105 Opium-En- grosläden in der Provinz Kiangsu, welche die über die Provinz verstreuten 1000 Detailgeschäfte (Dens) belieferten. Jeder dieser„Den" funktionierte unter behördlicher Aufsicht und jeder Kunde wird registriert. Die Japaner sind noch tüchtiger. Die zirka 5000 Opiumverkäufer in der Provinz Kwantung (früher Mandschurei) bieten jedem neuen Kunden eine GratiS-Opiuminjektion an. Diese Maßnahme führte dahin, daß der jährliche Verbrauch von Morphin und Heroin in der Mandschurei 91 und 31 Milligramm pxp Kopf beträgt. Das Geschäft wird von der chinesischen Regierung, besonders vom Militär, unterstützt und erzielt, daß z. B. in den Spitälern von Shanghai im Jahre 1927 400 und im Jahre 1928 schon mehr als 700 Menschen den Genuß von Opium und anderen Rauschgiften mit dem Tode beglichen haben. Die westeuropäische Zivilisation auf dem Umwege und durch die menschenfreundliche Vermittlung von Japan bahnt sich auf diese Weise den Weg nach Asien. I. U. Italiens Vormarsch beendet Rom.(AP.) Hatte schon die Weisung, daß die italienischen Staatsbürger Abessinien verlassen sollen, auf eine Zuspitzung in Abes- s i n i en hmgedeutet und die Möglichkeit eine- Losschlagens Italiens nach Ablauf der Regenzeit aufgewirsen, so wird dieser Eindruck jetzt durch englische Meldungen verstärkt, die besagru, daß der strategische Aufmarsch der italienischen Kolonialdivisionen in dem Glacis, das das äthovische Hochland umschließt, beendet sei. Insgesamt seien einschließlich der Eingeboren en truppen 60.000 Mann konzentriert, die mit den modernsten Waffen ausgerüstet find und über schwere Artillerie, Tankabteilungen und eine ungeheure Menge schwere Maschinengewehre verfügen. Die Zahl der Jagd- und Bombenflugzeuge wird mit 200 angegeben. DaS sei aber nur dir in Erythräa konzentrierte Truppenmacht. Dazu kommen noch starke Reserven in Italienisch-Somaliland. Der Nachschub von Munitton wird beschleunigt. Anderseits sind auch in Abessinien starke Truppeubewe» gungen zu beobachten. Die Abessinier haben in der letzten Zett erhebliche Mengen von F l u g z r«- gen, Munition und schwerenGe- schützen aus Japan erhalten. Zur bisherigen deutschen Heeresstärke Berlin.(AP.) Nachstehend geben wir einige Detailziffern zur deutschen Heeresstärke, wlBei wir Infanterie und Artillerie sowie Flugwesen übergehen, über die die Orffentlichkeit bereits ausreichend unterrichtet ist. Die Kavallerie verfügt über fünf Kavalleriedivisiönen und zehn motorisierte Regimenter. Die Reiterstürme von SA und SS gestatten die weitere Bildung tarn Kavalleriedivisionen.— Außer der Artille- r i e, die zum Bestand der Jnfanterieverbände gehört, sind vorgesehen zwölf Reserveregimenter, zwölf Luftabwehr-Artillerieregimenter und zwölf Abteilungen-, schwere. Küstenartillerie, insgesamt 54.000 Mann. Tanktrupp.en(ohne die Ver^' bände innerhalb der Infanterie): eine motorisierte Division, vier mechanisierte Brigaden, zwölf Tankbataillone der Reserve, zusammen 33.000 Mann. Die Verbindungs-, Genie- und chemischen Truppen, die nicht zu den allgemeinen Verbänden gehören, sollen 22.000 Mann stark sein. Die Kriegsmarine umfaßt inkl. Reserve und im Bau befindliche Schiffe: neun Linienschiffe, acht Kreuzer, zwölf Geschwader-Minenschiffe, 20 Torpedoboote, 26 U-Boote. Mannschaftsstärke 22.600. Das Nationalsozialisttsche KraftwagenkorpS verfügt über 150.000 Fahrzeuge. Zur Beförderung einer deutschen Infanteriedivision ist eine Autotransportgruppe von 650 Personenautos, 6700 Lastautos und 1200 Motorrädern erforderlich. Auf dem Gebiet des Transports auf bedeutende Entfernungen werden ständig Versuche gemacht. Schon 1932 wurden auf 20.000 Perfonen- und Lastautos binnen 17 Stunden 200.000 Mann aus allen Teilen Deutschlands nach Berlin befördert. Das Heer von 849.000 Mann(andere errechnen 909.000 Mann, wobei übrigens weitere 900.000 Mann aus SA, SS, Arbeitsdienst, Grenzschutz und Polizei nicht mitgerechnet sind) wäre also um 40 Prozent größer als das französische und fast so groß wie das 940.000 Mann betragende Heer der Sowjetunion, obwohl diese zweieinhalb so viel Einwohner und ein zwölsmal so großes Territorium hat. Terror gegen die Terroristen? Danzig. Das DNB., also eine fragwürdige Quelle, meldet: Wie erst jetzt bekannt wird, kam es in Nordpommerellen auch im Kreise Karthaus zu Ausschreitungen gegen die deutsche Minderheit. So wurde in Eggertshütt« eine öffentliche Versammlung der Jungdeutschen Partei von Angehörigen des SchützenverbandeS gesprengt. Die anwesende Polizei verhinderte weitere Ausschreitungen. In Pollenschin drangen mit Gewehren bewaffnete und uniformierte Mttglieder des Schützenverbandes in eine Versammlung des Verbandes ein und machten die Wetterführung der Versammlung unmöglich. In beiden angeführten Fällen wurden die Vorsitzenden der deut- fchen Organisationen durch Drohungen gezwungen. eine Entschließung zu unterschreiben, in der über die Polen in Deutschland und Danzig die gleichen Rechte gefordert werden, die angeblich die deutsche Minderheit in Polen besitzt. In Neustadt wurde die Zeitungsausträgerin der„Danziger Neuesten Nachrichten" überfallen und ihr die Zeitungen zerrissen. Ferner wurden während der Uebungsstunde des evangelischen Kirchenchors, die unter polizeilichem SchÄ stattfand, Fensterscheibe«» der Uebungsstätte ringe- schlagen. Ceitf 6 „Sozialdemokrat" Donnerstag, 18. April 1935. Nr. 92 PRAGER ZEITUNG SNA 3:1. Verlanget überall 72. trdenflichen Generalversammlung TAGESORDNUNG DER GENERALVERSAMMLUNG: Im Kreis Lim» Rode-Ster 4:0, 2:2 und Steeds und die vermeintliche Leiche in dem Koffer versteckt, weil sie in furchtbarer Angst wegen des drohenden Verlustes ihrer Existenz eine Entdeckung der heimlichen Geburt unter allen Umständen verhindern wollte. Marie Kvet wurde mit acht Stimmen schuldig erkannt und zu drei Fahren schweren Kerkers verurteilt. entschlüpfte stets auf unerklärliche Weise. Man umzingelte die Wälder, durchsuchte die Höhlen und Klüfte. Daß es nicht gelang, ihn zu finden, hatte einen einfachen Grund. Er hatte unzählige Helfershelfer, die ihm Obdach gewährten. Zahllos sind die Namen jener, die ihm Gastfreundschaft boten. Denn es lohnte sich. Er schenkte für eine einzige Nacht erhebliche Beträge. Das ist die eigenartige Seite bei ihm. Er half vielen, ihre Existenz wieder aüfzurich- ten, ihre Steuern zu bezahlen, die gepfändeten Ochsen wieder auszulösen. Er hat auch, wie er beim ersten Verhör zugab, Gendarmen bestochen. So ereignete sich der absurde Fall, daß ein Beamter in Durnesti auf die Suche nach dem Banditen ging, während dieser in seinem Hause von dessen Frau sorgsam verpflegt wurde. 40.000 Lei sind eben eine große Summe. Coroiu führte über all das Buch. Mit Pedanterie trug er in sein Notizbuch alle Einnahmen und Ausgaben ein. So konnten sowohl die Räubereien wie die Schenkungen festgestellt werden. Auf einer Seite findet man z. B. die Eintragungen von einem Bauer, dem er 3000 Lei für Steuern, von einem jüdischen Händler aus Sulitza, dem er 10.000 Lei zur Einlösung gepfändeter Sachen, und einem Holzfäller, dem er 8000 Lei zur Hochzeit seiner Toch, ter gegeben hat. In drei Jahren hatte er mehr als 6 Millionen Lei zusammen geraubt. Als er verhaftet wurde, fand man nur noch 81.000 Lei. Kein Wunder, denn Coroiu hat die Beute aus seinen Raubzügen freigebig verteilt, und da er oft als Retter kam, fand er ständig Menschen, die ihm aus so mancher verzweifelten Sittlation halfen. 1. 2. 3. 4. 5. Verlängertes Fischereiverbot. Die Polizeidirek- tion macht darauf aufmerksam, daß das allgemeine Erstattung des Geschäftsberichtes über das Jahr 1934. Bericht der Rechnungsprüfer und Beschlußfassung über deren Antrag auf Entlastung des Verwaltungsrates. Beschlußfassung über den Rechnungsabschluß. Wahlen in den Verwaltungsrat. Wahl von drei Rechnungsprüfern und drei Ersatzmännern für das Jahr 1935. chen verneinten sie die Eventualfrage auf wissentliche Unterlassung der-notwendigen Pfleg« für ein neugeborenes Kind und bejahten lediglich di« weitere Eventualfrage auf das Vergeh en der fahrlässigen Tötung. Der Schwurgerichtshof verurteküe die Ange- llagte im Sinne dieses Wahrspruches zu fünf Monaten strengen Arrestes. Diese Strafe ist natürlich verbüßt, denn Marie Kvet ist vom 10. Juli v. I. in Haft. Staatsanwalt Dr. Meistrik meldete'Nich- tigkeitsbeschwerde und Berufung an und beantragte die weitere Jnhaftlaffung der Angeklagten. Der Gerichtshof lehnte dielen Antrag ab und verfügte die sofortige Entlassung der Angeklagten aus der Haft, rb. Stimmberechtigt sind nur jene Aktionäre, welche wenigstens zehn Aktien besitzen und diese samt den nicht fälligen Kupons mit einfachem Nummernverzeichnis entweder bei der Böhmischen Escomptebank und Kreditanstalt in Prag oder bei der Zivnosten- skä banka in Prag oder bei der Berliner Handelsgesellschaft in Berlin oder bei der Oesterreichischen Industrie-Kredit-Aktiengesellschaft in Wien spätestens bis 29. April 1935 hinterlegen, wogegen ihnen die Legitimationskarte eingehändigt wird, welche auf Namen lautet, die Zahl der hinterlegten Aktien und die darauf entfallende Stimmzahl ausweist und nur für die bezeichnete Person oder deren Bevollmächtigten gilt. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde des Verteidigers hin hatte sich das Ober st«Gericht mit dieser Sache zu befassen. Diese oberste Instanz hob das erste Urteil auf und ordnete neuerliche Verhandlung an. Die Nichtigkeit des Verfahrens erblickte das Oberste Gericht darin, daß seinerzeit den Geschworenen nicht die Eventualfrage auf fahrlässige Tötung vorgelegt wurde, die nach der gegebenen Sachlage nicht auszuschließen ist. Durch die Obduktion konnte lediglich der Erstickungstod des Säuglings festgestellt werden; ob dieser Tod aber absichtlich herbeigeführt wurde, ist nicht mit absoluter Sicherheit nachzuweisen. Mitgliedschaft de-n ablehnenden Standpunk t der Vertreter auf dem Karlsbader Kongreß der SASJ gutheißen. Ein Mitglied des Vorstandes hatte nämlich bezweifell, daß dieser Karlsbader Standpunkt nicht dem großen Teile der Mitgliedschaft^ entspreche und mußte dann erleben, daß er mit seiner Ansicht allein dastehtI Der holländische Arbeitersportbund macht also keine Schwenkung zugunsten Moskaus 1 Belangreich ist auch ein Beschluß, der sich gegen Personen als sogenannte extreme Elemente richtet— kommunistische oder andere Bewegungen—, die un Sportbund nichts zu suchen haben. Als Folge ist auch die Einsetzung einer Kommission anzusehen, welche die derzeitige Organisationsform einer Untersuchung unterziehen und eventuelle Vorschläge zu Verbesserungen ausarbeiten soll. Der Verbandstag, welcher wieder Genossen A. F. Muller als Vorsitzenden bestätigte, zeugte von der fundamental:« Kraft und dem Zusammengehörigkeitsgefühl, die dem Arbeitersportbund Hollands innewohnen. Oie stimmberechtigten Herren Aktionäre der Prager Eisen-Industrie-Gesellschaft werden hiemit zur geleietet. Der Direktor des Institutes ist Älo>s Triska. Das Klarsche Blindeninstitut hat seine Gewerbefortbildungsschule und in den Arbeitsräumen lernen die Zöglinge der Anstalt das Bürsten- und Korbflechtergewerbe oder die Maschinenflechterei, die weiblichen Insassen Handarbeiten, Massage und Möbelflechterei. In der Musikabteilung üben talentiert« Zöglinge das Klavier-, Violin-, Harmonium- spiel und andere Musikinstrumente, sowie auch das Klavierstimmen. Auch die Vorbereitung zur Staatsprüfung aus dem Mufikfach bildet in einigen Fällen die Krönung des Erfolges. Die Leistungen des Orchesters und des gemischten Chores sind aus den Konzerten und Rundfunkübertragungen bekannt. Außer den Zöglingen im Alter von 15 bis 30 Jahre beiderlei Geschlechtes, betreut das Institut auch Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren in der Bersorgungsanstalt und in der Volksschule in der Zweigstelle in Krk, wo sich auch das Heim für Mädchen und di« Erholungsstätte für die Rekonvaleszenten befinden. Das Institut betreut nicht nur die 138 Köpf« zählend« gegenwärtige Belegschaft, sondern unterstützt auch diejenigen, die das Institut bereits verlassen haben, entweder durch Geldspenden für Be- Ueidung, Wäsche, Schuhe, Kohle usw. oder durch Geschenke in Naturalien. Das bedeutet aber nur eine zeitweise Hilfe, weshalb die Blinden um Arbeiten bitten, die eine ständige Ernährung bieten. Das Institut bittet die Oeffentlichkeit, die Erzeugnisse der Blinden zu kaufen, die Dienste von. Klavierstimmern aus ihren Reihen in Anspruch zu nehmen und schließlich durch den Besuch des Winterschwimmbassins das Institut zu unterstützen. Der Bandit der rumänischen Walder— ein moderner Michael KohlhaaS. (AP). Die rumänische Provinzstadt hatte jüngst ein großes Ereignis. Der Banditenführer Coroiu, der jahrelang der Schrecken des Bezirkes war, ist gefangen. Endlich ist es der Polizei gelungen. Eine endlose Zeit trieb er, der Sohn eines Gutsverwalters aus Durnesti, sich im Walde herum und führte ein Dasein, um das die Kleinstadtbevölkerung Legenden wob und das alle Vorstellungen von Räuberromantik wieder erstehen ließ. Seltsam war schon die Art, wie Coroiu zu feiner„Karriere" fu..i. Er hatte einst den Liebhaber seiner Frau in Person des Feldwebels Aliesi in flagranti ertappt und mörderisch verprügelt. Dieser sann auf Rache und wußte sein Mütchen zu kühlen. Kein Hühnerdiebstahl, nicht das geringste Delikt, ohne daß man Coroiu vorlud und nicht gerade sanft behandelte, wenn man ihn. auch nach dem Nachweis seiner Unschuld wieder entließ. Eines Tages aber wurde CoroiuS Schwiegervater ermordet. Wer war schuld? Natürlich Coroiu! Er kam ins Gefängnis, aber es gelang ihm, auszubrechen und in die Wälder zu verschwinden. An diesem Tage wurde der Bandit Coroiu geboren. Er, der stets unschuldig verdächtigt wurde, wollte jetzt Rache nehmen und gründete eine Bande. Alle Versuche, seiner habhaft zu werden, scheiterte, und so wurde er berühmt und berüchtigt zugleich.. Unzählige Raubüberfälle, Plünderungen und Fälle von Straßenraub hat er fest 1931 auf dem Gewissen. Sämtliche Behörden hatten durch ihn alle Hände voll mit ihm zu tun, aber er eingeladen, welche Mittwoch, den 8. Mai 1935, um 12 Uhr mittags im Sitzungssaale der Zivnostenskä banka, Prag II., Panskh 7, Kaunlc-Palais, stattfinden wird. So kam es zu der neuerlichen gerichtlichen Aufrollung des Falles und der Kampf zwischen Anklage und Verteidigung gestaltete, sich außerordentlich scharf, weil jeder einzelne Punkt des Beweismateriales hart umkämpft wurde. Di« Verhandlung dauert« unter ständigen temperamentvollen Auseinandersetzungen zwischen dem Vertreter der Anklage und dem Verteidiger, der auch die Zeugen und Sachverständigen in eingehendes Verhör nahm, bis in die späten Abendstunden. Die Debatte dre^je sich um die Kardinalfrage, ob das Kind von der Angeklagten absichtlich oder fahrlässig getötet wurde, oder ob dessen Tod von selb st und ohne fremdes Verschulden«ingetr«ten ist. Da nur Indizien vorliegen, gab die Erörterung dieser Fragen Anlaß zu scharfen Auseinandersetzungen, so daß der Vorsitzende mehrfach einschreiten mußte. * Die Geschworenen verneinten mit Stimmeneinheit die Schnldfrage auf Kindesmord. Desglei- Auch Deine Blume« blühen so schön, wenn Du i« mit dem guten Mmen-ZMndmg vflegstl 1 Paket ES 5.60 durch die Verwaltung der»„Frauenwelt", Prag XII, Fochovo tr. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich. Leichtathletik-Meeting TTJ Prag—Libeii. Am vergangenen Sonntag fand in Liben das erste größere leichtathletische Meeting der DTJ-Sportlet statt und wies eine gute Beteiligung auf. Als Beginn sind die Ergebnisse durchschnittlich als befriedigend zu bezeichnen, so daß bei fortschreitender Saison noch bessere Erfolge zu erwarten sind.— Die wichtigsten Ergebnis? e: Männer: 106 Meter: Noffek(Zizkov, früher Atus Prag) 12.4 Sek.— 800 Meter: Dvorak(Nufle) 2:29.6 Mi«. — 3000 Meter: Vacha(Nusle) 10:49.8 Min.— Hochfprung: TLsitel(Liben) 1.66 Meter.— Weitsprung: Nittinger(Zizkov) 5.65 Meter.— Kugel: Schöps sen.(Neratowitz) 11.76 Meter.— Diskus: TLsitel 87.22 Meter.— Jugend: 100 Meter: Zajir (Nusle) 12.5 Sek.: Weitsprung: Zajie 5.40 Meter; Hochsprung: Zajie 1.61 Meter; Kugel: Zajie 11.68 Meter.'— Frauen und Fugend: 60 Meter: 1. und 2. Holubova(Liben) und Hofmannova (Straschnitz) 9 Sek.— Weitsprung: Hofmannova 4.20 Meter.— Kugel: Turkova(Liben) 6.80 Meter. Holländisch« Arbeiterfußboll, bürg gewann Voorwaarts gegen Treebeek und Rood-Wit spielten Hoger schickte die NASB-Boys mit 11:0 nach Hause. Südholland: Voorwaars gegen SNA 3:1.— Amsterdam: Eendracht gegen ABC 5:3.— Twentel Enschede schlug Glanerbrug 13:0.— Im kamen zwei beacht! che Freundschaftsspi sie zum Aul trag: Voorwaarts verlor gegen TVV 1:7 und gegen DGK 3:5. Kunst und Wissen Wagner-ZyklnS, erster Teil, vier Vorstellungen: 22. April:„Die Meistersinger von Nürnberg"(D 2); 24. April:.Lohengrin"(B 2); 4. Mai:»Tannhäuser"(A 2); 9. Mai:.Der fliegende Holländer"(C 2). Extra-Abonnement! Preisermäßigung gegenüber den Kaffenpreisen bis zu 45 Prozent! Jahresabonnenten können die nicht auf ihre Serie entfallenden Vorstellungen zum ermäßigten Zykluspreis beziehen! Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute Donnerstag nm halb 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen, CI.— Freitag: geschlossen.— Samstag 7%: Die Fledermaus, Festvorstellung zugunsten des Ferialfonds, Abonnement aufgehoben. Spielplan der Kleinen Bühne. Heut« Donnerstag 8: Die große Katharina, und Der Kammersänger.— Freitag: geschlossen.— Samstag 8: Ich Habs getan, volkstümliche Vorstellung. Spart• Spiel• Körperpflege Verbandstag des holländischen Arbeitersportbundes Am 13. und 14. April hielt der holländisch» Arbeitersportbund in Hilversum seinen zehn- ten Verbands tag ab. Er nahm einen prächtigen Verlauf. Vertreter der sozialdemokratischen P a r t e i und der Gewerkschaften betonten in ihren Ansprachen die Leistungen und Wirken des Sporwundes im Interesse der Arbeiterbewegung und sagten ihre weitere Mitarbeit und Unterstützung zu. Genosse de M« e st e r überbracht« die Grüße des belgischen Arbeitersportverban- des, welcher auch feiner Freud« Ausdruck gab, daß die holländischen Genoffen qn den Festlichkeiten in Brüssel teilnehmen werden. Aus den Verhandlungen, welche den Aufstieg und die Vertiefung des Arbeitersports verdolmetschten— der Bund hat derzeit 21.000 Mitglieder— wäre u. a. hervorzuheben, daß in der Frage des Sportverkehrs mit Moskau erklärt wurde, daß 99 Prozent der Ihre Blumen dürsten nach dem gutem* Blumen-gauberdung 1 Paket mit Postzusendung Kü 5 60 durch Bermaltung.Frauenwelt". Prag XU, Fochovo 63 Gcrlchtssaal Schwurgericht rehabilitiert verurteilte „Kindesmörderin" Im erneuerten Verfahren Prag. Der-Fall, der am Mittwoch das hiesige Schwurgericht beschäftigte, ist bereits einmal vor dem Prager Geschworenen verhandelt■ worden. Am 4. Oktober v. I. wurde die 32jährige Hausgehilfin MarieKvii aus Pkibram des Kindesmordes schuldig erkannt und zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Wir haben über diesen tragischen Prozeß seinerzeit ausführlich berichtet. Die Angeklagte, erst recht unscheinbares, früh gealtertes Mädchen hatte sich mit einem 19jährigen Burschen eingelassen, einem hübschen jungen Menschen, der ihr offenbar den Kopf derart verdrehte, daß sie sich trotz des Altersunterschiedes von dreizehn Jahren ihrer Leidenschaft blind überließ. Das kurze Liebesglück muhte teuer bezahlt werden. Marie Kvöt wurde schwanger, wußte aber ihren Zustand zu verbergen und bracht« schließlich zur NachtzeitaufdemAbortein Kind zur Welt. Erst di« Komplikationen, die diese Geburt im Gefolge hatte und di« die Einlieferung der Angeklagten ins Krankenhaus notwendig machten, führten zur Aufdeckung der heimlichen Entbindung. Eine Haussuchung brachte einen gräulichen Fund zutage. In einem versperrten Koffer fand man die Leiche de? Neugeborenen. Nach dem Sektionsbefund ist das Kind lebendig und lebensfähig geboren worden und hat vermutlich auf gewaltsame Weise den Erstickungstod gefunden. Die Geschworenen erkannten, wi« erwähnt, seinerzeit die Angeklagte schuldig und schenkten ihrer Verteidigung keinen Glauben, die sich,in der Richtung bewegte, sie habe das Kind für tot gehalten »eft&äfte,»ie in andern TaaeSdeitmlae» inserieren, aber den öMMU nicht berücksichtigen. bekunden damit, dass sie die Wirt- schasUiche Bedeutun« der Kaufkraft unserer Lei« noch tttc&t i erkannt haben oder nicht er» kennen wollen. Keituna lesen beistt. auch den Anzeiaenteil beachten und beim Einkaul die Inserenten bevorzugen. Niemand wird sich®e» schästSleuten ausdränaen. die Arbeiterkundschast nicht »I» fräsen tvtffen Das Klarsche Blindeninstitut in Prag siilchereiverbot außerhalb der Forelleuzone durch Verordnung des Landespräsidenten in Prag vom hat nunmehr den Jahresberrcht für das Jahr 1934 16. März bis zum 3 0. Juni 1935 ver- veröffeutlicht. Das Institut wird von der Direktion, länge rt worden ist. Die Uebertretung dieses dessen Vorsitzender der Vorstand der tschechischen I Verbotes wird durch den Magistrat der Stadt Prag Augenklinik Univ.-Prof. MUDr. Roman Kadlicky ist, verfolgt, das Fischereigerät konfisziert. VOLKS ZUNDER S0LO A.S.I. Weltkurort Franzensbad hellt Frauen-, Herz-, Stoffwechselkrankheiten, Gicht, Rheuma, Psoriasis, Fettsucht. 292s Billige Pauschalkuren. Billige Pauschalkuren. Wieder Ueberfuhr nach Troja. Das Bauamt der Stadt Prag teilt mit. daß die Ueberfuhr von Holleschowitz nach Troja hinter den Elektrizitätswerken seit dem 4. April wieder in Betrieb ist. Schließung der Wärmestnben. Das Zentralsozialamt der Hauptstadt Prag teilt mit, daß am 20. April um 18 Uhr alle zehn Gemeindcwärme- stuben geschlossen werden. Detektiv in eigener Sache. Am 7. ds. wurde zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens bei der Autofirma Wenzel Werner in Stare Benätkh bei Prag ein Einbruch verübt. Die Täter öffneten mit einem Dietrich die eine Garage und entwendeten drei Fäffer Autoöl, einige blecherne Oelkannen und ein Herrenrad im Werte von 1200 KL; sodann schraubten sie bei der anderen Garage das Schloß ab und stahlen fünf Pneumatiken im Worte von 9000 KL. Der Firmeninhaber erstattete sofort die Anzeige. Da aber die Polizei nicht weiter gelangte, als bis zur Feststellung, daß die Diebe»quer über die Felder und durch den Wald" gekommen seien, nahm Werner die Aufklärung des Falles selbst in die Hand und sichr nach Prag, wo es ihm tatsächlich bald gelang, Teile seiner zerlegten Pneumatiken in einem Geschäft in Karolinental aufzutreiben. Der Inhaber des Geschäftes gab an, sie von einem gewiffen Josef Divis gekauft zu haben, der nach der Personsbeschreibung gestern verhaftet werden konnte. Er ist 34 Jahre ast, Pferdehändler aus Königgrätz und gestand, den Diebstahl zusammen mit zwei Komplicen, dem 39jährigen Kutscher Josef Masek aus Hloubetin und dem 33jährigen Schuster Karl SpaLek aus Neratovitz, begangen zu haben. Befragt, wie er die gestohlenen Gegenstände habe fortschaffen können, gab er an, daß seine Lebensgefährtin Josefa Tirich den dreien ein Lastauw zur Verfügung gestellt habe. Alle vier wurden nach Pankratz eingeliefert. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—, vierteljährig KL 48.—.halbjährig KL 96.—. ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zemmasframatur wurde von der Poft- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-.x Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.