5 11 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Mittwoch, 24. April 1935 Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 96 Wähler und Wählerinnen! Ihr steht vor einer politischen Entscheidung von ganz außerordentlicher Tragweite. Die Krise des Kapitalismus hat die Welt in ein wirtschaftliches und politisches Chaos gestürzt. Hungernde Massen neben Bergen von Vorräten kennzeichnen den Wahnsinn der kapitaliſtischen Wirtschaftsordnung. Menschlicher Erfindergeist ruft immer neue Wunderwerke der Technik hervor, aber ihre planlose Anwendung vergrößert noch das Heer der Erwerbslosen. Zwischen stillgelegten Fabriken und verödeten Haushalten wächst ein junges Geschlecht heran, das die Arbeit nur vom Hörensagen kennt. In unseren Nachbarländern hat die wirtschaftliche Verzweiflung zu poli. tischen Katastrophen geführt. Die erbitterten und hoffnungslosen Massen haben sich dem Fascismus in die Arme geworfen. Sie haben damit keinen Wohlstand erworben, aber dafür auch noch die Freiheit und die Menschen würde verloren. Richtblock und Konzentrationslager sind die Symbole des Fascismus. Niemals ist der Haß gegen Teile des eigenen Volkes so zügellos aufgelodert, wie in der Zeit, in der die„ Volksgemeinschaft" mit blutiger Gewalt aufgerichtet wurde. Aber die Not der Massen wurde nicht gelindert. Die Rundfunksender des Dritten Reiches erzählen täglich vom wirtschaftlichen Wiederaufstieg, aber die Regierung wagt es nicht einmal, den Reichszu veröffentlichen, weil sonst der Bankrott ihrer Wirtschaftspolitik offenbar würde. etat Nur die Rüstungsindustrie blüht. Das Dritte Reich starrt in Waffen. Hitler verprach, als er an die Macht kam, die beschworenen Verträge zu halten, aber er selbst hat die Verträge zerrissen und stellt ein Heer von 600.000 Mann auf. Die deutsche Luftrüstung hat in thappen zwei Jahren den Stand der englischen Luftflotte eingeholt. Die Rüstungen Deutschlands haben ganz Europa zu Gegenrüstungen herausgefordert, die internationalen Gegensäge aufs ußerste verschärft und die ganze Welt in einen Fieberzustand versetzt. Der friegslüsterne Fascismus bedroht die Menschheit mit unermeßlichen Gefahren. In dieser Lage wird die Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik über die Geschicke ihres Landes zu entscheiden haben. Die Tschechoslowakei ist inmitten eines wahren Herenkessels vom Bürgerkrieg verschont geblieben. die Die demokratische Zusammenarbeit von Arbeitern und Bauern, Tschechen und Deutschen, hat dem Lande den inneren Frieden bewahrt. Diese Zusammenarbeit gilt es aufrechtzuerhalten. Nur sie kann den entschiedenen Kampf gegen unermeßliche Not aufnehmen, die wirtschaftliche Berrüttung durch planmäßige Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens überwinden und so den Weg zum Wiederaufstieg bereiten, den die flandinavischen Länder unter Arbeiterregierungen, ebenso wie England mit seiner unangefochtenen Demokratie bereits erfolgreich beschritten haben. Darum rufen wir den Wählern und Wählerinnen zu: Sichert die Demokratie gegen den Ansturm des Fascismus, sichert die Zu sammenarbeit der Nationen gegen die entfesselten Leidenschaften des nationalistischen Hasses, sichert die wirtschaftliche Aufbauarbeit durch Schaffung einer breiten demokratischen Basis, sichert den Ausbau des Sozialen Schutzes der Massen durch die Stärkung der Arbeiterpartei: Wählt sozialdemokratisch! Die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei hat fünfeinhalb Jahre in der Regierung des Landes mitgewirkt. Als wir uns beim Einbruch der großen Krise zu dieser Mitarbeit ent tion mit den größten bürgerlichen Parteien des Landes den Sozialismus nicht verwirklichen. schlossen, haben wir unseren Anhängern in alier Offenheit gesagt: Wir fönnen in einer KoaliAber wir nehmen die große Aufgabe auf uns, für den sozialen Schutz der Arbeitenden und der Krisenopfer zu wirken, die Demokratie gegen den Fascismus zu schüßen, dem Frieden der Welt zu dienen und die freundschaftliche Verständigung der arbeitenden Massen aller Nationen zu bertiefen. Wir haben dieses Ziel der Politikerreicht. Bir haben die Arbeitslosenunterstützung verbessert, die Unterstützungs. einrichtungen für die Unorganisierten und Ausgesteuerten aus dem Nichts geschaffen, nahezu drei Milliarden für die Krisenopfer den widerstreben. den bürgerlichen Parteien trotz würgender Finanznot des Staates abge= trotzt. Wir haben die Krankenversicherung der Arbeiter vor dem unmittelbar drohenden Zusammenbruch gerettet, wir haben die Alters- und Invaliditätsversicherung der Arbeiter und Angestellten verbessert, wir haben die Entschädigung der Berufskrankheiten erkämpft. Wir haben die Rechtsstellung und den Schutz der Bergarbeiter wesentlich verbessert. Wir haben den Mieter. schutz für die sozial schwachen Schichten aufrechterhalten und die Bauförderung belebt. 40.000 Wohnungen für Arbeiter und Angestellte find so geschaffen und damit zugleich. Arbeitsgelegenheiten für Zehntau sende geboten worden. Zweimal haben wir die Aufnahme von MilliardenAnleihen zu Zwecken der Arbeitsbeschaffung durchgesetzt. Zweimal haben wir den Selbstverwaltungskörpern, die der Bür gerblock bei glänzendem Stand der Staatsfinanzen zum Verdorren verurteilte, in schwerster Notzeit wertvolle Hilfe gebracht. Wir haben die Stillegung von Betrieben unter staatliche Kontrolle gestellt, wir haben die Vertragslöhne der Arbeiter gegen den Lohnabbau gesichert. Wähler und Wählerinnen! Diese Arbeit innerhalb der Koalition wollen und werden wir fortsetzen. Gebt uns die Macht dazu! Wir haben die Aufstellung eines großzügigen Arbeitsbeschaf fungsprogrammes erwirkt, das vielen zehntausend Arbeitern Erwerb verschaffen soll. Sichert seine Durchführung! Wir haben die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit, die ebenfalls der Eingliederung der Arbeitslosen in den Produktionsprozeß dienen soll, der Verwirklichung nahegebracht. Helft uns, fie vollends zu erkämpfen! Wir ringen um die Organisierung des Arbeitsmarktes, gebt uns die Kraft, sie zu verwirklichen! Wählt sozialdemokratisch! Wir haben, 21 deutsche Sozialdemokraten unter 74 deutschen Abgeordneten, 61 Sozialdemokraten überhaupt unter 300 Mitgliedern des Parlaments, dem Lande den Frieden, seinen Bürgern die politische Freiheit erhalten, die erstarrte Sozialpolitik neu belebt, die ersten Ansätze zu einer planmäßigen Regelung der Wirtschaft verwirklicht. Wir haben die Macht, die ihr uns. anvertraut habt, gut verwendet. Gebt uns größere Macht und wir werden Größeres für euch erreichen! Führt uns zum Sieg und wir werden höhere Ziele verwirklichen können! Wir wollen das Chaos der Wirtschaft durch sozialistische Planwirtschaft meistern. Wir wollen, daß der Mensch, der die Gesetze der Natur seinem Willen unterworfen hat, auch die Gesetze seiner eigenen Wirtschaft zielbewußt zu beherrschen vermag. Die Periode der kapitaIistischen Konkurrenz wirtschaft geht zu Ende. Das freie Spiel der Kräfte hört auf zu funktionieren. Immer neue Bindungen und Planungen müssen geschaffen werden, um den Gang der Wirtschaft überhaupt noch aufrechtzuerhalten. Aber diese Entwicklung vollzieht sich in Krämpfen und Widersprüchen, weil sie nicht getragen ist von dem bewußten Willen der großen Volksmassen, weil sie noch beherrscht wird von den kapitalistischen Klassen, von den„ Wirtschaftsführern", die wohl dem Staat die Initiative und die Verantwortung übertragen, für sich aber die Profite erhalten und weiter von der Ausbeutung der Massen leben wollen. Wir aber wollen Arbeit und Brot für alle! Darum rufen wir euch zu: Nehmt die wirtschaftliche Entwicklung selbst in eure Hände. Macht sie zu eurer bewußten Tat. Wählt sozialdemokratisch! Haßerfüllte Gegner stürmen gegen uns an. Wir stellen uns ihnen zum Kampf und halten ihren inhaltslosen Phrasen unser sozialistisches Ziel, ihren Verleumdungen unsere positive Arbeit und unsere Leistungen entgegen. Die Kommunisten haben an unserer Arbeit nicht teilgenommen. Sie haben sie viel mehr immer und überall zu durchkreuzen versucht. Sie haben sich, in Schicksalsstunden der Demofratie, in die demokratische Front nicht eingereiht und unter verlogenen Rufen nach der Einheitsfront des Proletariats seine Zersplitterung vertieft. Sie haben den Anschluß an die internationale kommunistische Politik versäumt. So wjetrußland ist in den Völker. bund eingetreten, um eine Front des Friedens gegen den Fascismus aufbauen zu helfen, die kommunistische Partei unseres Landes läuft gegen die Außenpolitik Sturm, die sich mit der Außenpolitik Rußlands vollkommen deckt. Jede Stimme für die Kommunisten ist für die Arbeiterklasse verloren, stärkt ihre Feinde! Fort mit diesen Zerstörern proletarischer Kraft! Fast alle deutsch bürgerlichen Parteien haben feige und verantwortungslos vor dem fascistischen Ansturm kapituliert. Die Christlich sozialen sind belastet mit der Verantwortung für das reaktionäre Bürgerblodregime, für die Verschlechterung der Sozialpolitik bei vollen Staatskassen, für die Zerstörung der Gemeindefinanzen, für die Bürokratisierung der gesamten öffentlichen Verwaltung, für die Erstarkung der materialistischen Tendenzen und damit des Fascismus im deutschen Gebiet. Die christlichen Herrschaftssysteme Desterreichs, Ungarns, Spaniens, hinter die sich unsere Christlichsozialen stellen, sind belastet mit der gewaltsamen Zertrümmerung der politischen Freiheit, das Blut der Freiheitstämpfer flebt an ihnen. Hierzulande wollen sie uns als Demokraten kommen- fort mit ihnen! Die kapitalistische Reaktion sammelt sich in den Reihen der Heimatfront. Sie wirft sich zum alleinigen Sprecher des Sudetendeutschtums auf. Aber nur die Patronanz der reaktionären Kreise des tschechischen Bürgertums hat ihr überhaupt die politische Existenz ermöglicht. Sie will keine bürgerliche Partei sein, aber ihre Wahlgelder stammen aus den Kassen der Fabrikanten, der Vorkämpfer des Industriellenverbandes, Seite 2 Mittwoch, 24. April 1935 Nr. 98 Dr. Rosche ist zu ihr gestoßen, D o d e r e r, der ZerstSrer Rothaus, ziert ihre Reihen.«. v Fort mit der Stribrny-Front, fort mit der Doderer-Front! Die Heimatfront wirbt um eure Stimmen, sie ringt um die Macht, aber sie sagt euch nicht, wie sie diese Macht ausnützen will. Sie hat noch nicht verraten, mit welchem Wirtschastsprogramm sw gegen Not und Glend kämpfen will. Sie hat ihr sozialpolitisches Ideal in der Gestalt des Arbeitspflegers verkörpert, dessen diktatorische Macht an Stelle des Tarifrechtes, der Arbejls- Vermittlung und der Gewerbeinspektion treten soll. Sie will den ArbeitsMang und die Beseitigung des gesetzlichen Anspruches auf Arbeitslosenunterstützung. Das ist das wahre Gesicht der Volksgemeinschaft! Fort mit der Herrenfront! Die Sudetendeutsche Heimatfront zeigt ein doppeltes Gesicht: Ein demokratisches und staats- treues richtet sie gegen Prag, ein faseistisches hält sie ihren betörten Anhängern vor. Sie genießt das begeisterte Lob der Goebbelschen Propaganda und buhlt zugleich um freundliche Mienen der tschechischen Reaktion. Schwätzt in Prag von Loyalität und redet draußen von einer Saar-Ab-' stimmung der Sudetendeutschen. 11 Macht dieses Doppelspiel zunichte!,? Ihr müßt wissen, daß der Ruf der SHF nach der sudetendeutschen Totalität, die von K r a m a r und S t r i b r n h bereits ausgerufene tschechisch-nationalistische Totalität herbei» führen muß. Nationalistische Front der Minderheit gegen die nationalistische Front der Mehrheit, das bedeutet Ausschaltung der Südetendeütschen von cher politischen Mitbestimmung in der Tschechoslowakischen Republik. Jede Stimme für die Sudeteudeutsche Heimatfront ist eine verlorene Stimme für die Deutschen. Fort mit der Front der Helmatzerstörer! Wir appellieren gegen die blinde Leidenschaft an die Stimme der prüfenden Be» nunst, gegen die Völkerverhetzung an die Kräfte der Verständigung, gegen die Kräfte der Zer« störung an die Kräfte des Ausbaues. Wähler entscheidet: liegen die Kriegsgefahr ihr den Frieden Gegen nationalistische Fronten ihr die freundschaftliche Zusammenarbeit der Völker Gegen die lasdsflsche Knechtschaft Ihr Freiheit und Demokratie Gegen Elend und Not; Ihr Arbeitsbeschaffung und j sozialen Schutz Gegen das Wirtschaftschaos Ihr sozialistische Planwirtschaft wählt sozialdemokratisch! Die Parteikonferenz der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei leimitgliedern, als auch an Organisationen, bie] Kartenspiel mit tödlichem Ausgang I J Heinrich BlateJ der fäl- dcn dem ■fudetendeutsefter Zeitspielet )■■■■— sssssss=ssssssss,. Die diesjährige Reichenderger Messe hat sich, dem Wunsche ihrer Aussteller nachkommcnd, was die Meffedauer anbelangt, den anderen Muster« Am Ostersonntag nachmittag verschied im Sanatorium Praha-Podoli unser Genoffe Heinrich B l a A e j, der sich ganz besonders in der Eisenbahnerbewegung und auf sozialem Gebiet im Krankenkassawesen hervoragend betätigt hat. Politisch ist der Kreis Mährisch-Ostrau mit dem Namen BlaZej eng verknüpft. Gen. Blazej war seit langem leidend; an der Klinik mußte er sich schließlich zu einer Operation entschließen. Leider traten Komplikationen hinzu, die ihn aus seinem arbeitsreichen Leben herausrissen. BlaZej wurde 1884 in Ptivoz geboren, wuchs an Armut auf und kam stühzeitig in die Arbeiterbewegung. Der Verband der Eisenbahner und die gesamte Eisenbahnerschaft. erleiden durch das Ableben unseres Genossen Blazej einen schweren Verlust. Sein sehnlichster Wunsch, den er kurz vor seinem Tode in einem AbschliedSbriefe geäußert hat, wgr die Bereinigung der deutschen und tschechischen Arbeiterschaft. messen angeschlossen und den Termin in dieseU Jahre von Sonntag bis einschließlich Sonntot (18 b is 28. August) festgelegt. Dadurch wek^ den den Ausstellern nunmehr zwei Messe-Son« tage als Geschäftslage zur Verfügung stehen. Del Grundgedanke, welcher den Aufbau der heurige» Messe leitet, ist, die heimische Industrie in ihre« Bestrebungen zu unterstützen, ihr Exportvolum«« zu vergrößeren. Doch auch der möglichsten Auswe« tung der Geschäftsmöglichkeiten im Inland« wir« besonderes Augenmerk zugewendet werden. I Kind im Brunnen ertrunken. Am OstersonXt tag spielte in Pahlet(bei Komotau) die dreijäN rige Helga R i ck l mit anderen Kindern vor des elterlichen Hause. Bei dem Versuch, aus eines Brunnen Wasser zu schöpstn, stürzte das Mädchsf in den Brunnen. Das Kind konnte nur noch a8 Leiche geborgen werden. von 44 auf 52 gestiegen find. Das politische Referat wurde von Genossen Abg. M a c o u n erstattet, der von der Konferenz mit stürmischem Beifall empfangen wurde und ausführlich die politische Verhältnisse zergliederte. Seine Ausführungen wurden einhellig gebilligt und mit starkemBeifall quittirt. Nach seinen Ausführungen wurde über Antrag des Genossen Sofche n(Grulich) beschlossen, an den Vorsitzenden der Partei. Gen. Dr. C z e ch folgendes Telegramm abzusenden: Die versammelten Vertrauensleute des Kreises Landskron stehen tre« und geschlossen zu ihrer Partei und gehen kampfbereit in die Wahlen. Unerschüttert ist ihr Vertrauen zum Minister Genossen Dr. C z e ch und zum Par-' teivorstand. Es lebe die deutsche Sozialdemokratie, es lebe der internationale Sozialismus! Freiheit! Auch dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt und löste stürmischen Beifall aus. Hierauf erstattete Gen. Treml ein instruktiver Referat über die Organisierung und Führung des Wahlkampfes, und erstattete die Vorschläge für die Kandidatenliste.— Als Listenführer wurde Genoffe Franz M a c o u n(Reichenberg) einstimmig und unter Beifall der Konferenz gewählt. -- Die Debatte, die geführt wurde, zeugte von der restlosen llebereinstimmung der Vertrauensmänner mit der Parteiführung und von der ideologischen Einheit der Auffassungen. Mit dem Ge- löbniß, alles zu tun, damit bei den Wahlen sich der Sieg an die Fahnen der Sozialdemokratie heftet, gingen die Bortrauensmänner der ostböhmischen Sozialdemokratie auseinander, heim in die Dörfer des Schönhengstgaues und des Adlergebirges, um weiter, auf hartem Boden, für die Idee des Sozialismus zu wirken. Der prächtige Verlauf der Konferenz berechttgt zu den besten Hoffnungen. Reichenberg. In der Gemeinde Ratschendorf kam es am Morgen des Ostersonntags in einem Gasthause zu einem Raufhandel, der ein böses Ende nahm. Aus einem Kartenspiel entwickelte sich eine Schlägerei, bei der der 53jährige Gustav Ressel, Vater von 3 Kindern, aus Neu-Pauls- dorf erschlagen wurde. In der Angelegenheit wurden 7 Personen verhaftet- Kreiskonferenz in Landskron Im Volkshaus in Landskron tagte Ostersonntag die Konferenz des Kreises Landskron—-Grulich» an der über 200 Delegierte und Gäste teilnahmen. Den Vorsitz führte Genosse Illner, der alte Delegierte und vor allem der Vertreter des Parteivorstandes Genosse Abg. M a c o u n herzlichst begrüßte. Aus dem Tätigkeitsbericht, den Genosse Treml erstattete, ging hervor, daß die Bewegung in de« zwei Jahren, auf die sich der Bericht erstreckt, erstarkt ist, sowohl an Par- Kreiskonferenz in Trautenau Ostersonntag traten in Trautenau an die 150 Delegierte der Kreisorganisatton der sozial demokratischen Partei zusammen,«m mit Wühlarbeit zu beginnen. Wohl wurden die ligen Berichte der Kreisfunktionärr, di« von Gen. Ung e r als Kreisvextrauensmann, Gen. Fauler als Verwalter des„Echo" u. Gen. Schober als Leiter der Schriftenabteilung erstattet wurden, mit großem Interesse entgegen- genommen, aber alles Denken konzentrierte fich auf die Arbeit der Konferenz für die Wahlen. In der Debatte, die den Berichten folgte, sprachen zehn Redner, die fich mit den einzelnen, für die Bewegung wichtigen Fragen beschäftigten und in fachlich« Weise sowohl Mängel kritisierten, als auch neue Wege für den Auf- und Ausbau der Partei wiesen. Die Kandidatenliste für das Abegeordnrten- haus, die von den Genossen Anton Schäfer, Franz Krejki, Dr. Alois Mühlberger und Franz K r a t i n a geführt wird, jene für den Senat mit den Spitzenkandidaten Anton Just, Braunau, Adolf Schmidt, Landskron, und Alois R ö t s ch k e, Jungbuch, sowie die Kandidaten für die Landesvertrrtung, die Genossen Josef Michl» Barzdorf, und Franz Just, Oberaltstadt, werden e i n st i m m i g und mit großem Beifall akzeptiert. Die geradezu bewundernswerte Kampfstimmung der Lertrauensleute des Trautenauer Kreises aber wurde offenbar, als Gen. Taub üb« die Bedeutung des Wahlkampfes und dir Arbeit uns«« Funktionäre sprach. Seine mehr als einstündigen Ausführungen wurden imm« und imm« wird« von laut« Zustimmung unterbrochen und am Schlüsse seiner Rede setzte ein Sturm des Beifalls ein, d« lange Zeit anhielt. Als Nachfolg« für den infolge Versetzung von seinem Posten scheidenden Kreisvertraurns- manneS, des Genossen Adolf N n g e r, dessen Ber- dicnste um die Partei sowohl Gen. Taub in seinem Referat, als auch Gen. Senat« Just im Schlußwort der Konferenz eingehend würdigten, wurde Gen. Rambauske einstimmig gewählt. D« Ausklang d« Konferenz war so erhebend wie d« ganze Verlauf derselben,« zeigte die Geschlossenheit der ostböhmischen Sozialdemokratie, deren Kampfkraft und Siegeswillrn, Regierung Toschew in neuer Gestalt Ein Kabinett des Königs? Die bulgarische Regierungskrise ist Montag zu einem»«läufigen Abschluß gelangt. T o» s ch e w hatte mach der Demission zwei« seiner Mitarbeiter noch vor d« Vereidigung sein« Ms' sion zurückgelegt. Daraufhin bemächtigte sich der Garnison und d« Bevölkerung große Unruhe, man scheint mit allen Eventualitäten gerechnet zu haben. Zar Boris begann nun selbst z» verhandeln und brachte ein neues Kabinett Toschew zustande, dem als Außenmini-1 st« Kjosejwanow(ehem. Gesandt« in Belgrad), als Jnnenminist« Gen«al Alana» z e w, als Kriegsminister C a a e w, ferner R j a s k e w(Finanzen)»Karagjosov(Justiz)« Kojucharow(Bahnen), I o t o v(Bauten) und als einziger Ucb«dauernder des Zlatrw' Kabinetts d« Unterrichtsminister R a d e w angehören. E a n k o w und G e o r g i r w wurden aus der Hast entlassen, Z l a t e w pensioniert. Während das Kabinett einerseits als Uebergangsrrgierung kommenttert wird, erscheint es and«' rerseits, so gttade in dem Manifest des Königs, als Träg« ein« neuen A«a. Es soll vor alles eine neue Verfassung ausarbeiten. Im allgenreinen ist man der Ansicht, daß der Köniß nun selbst die politische Führung in d« Hand hat und daß die Zeit der Partei- und Militär' dtttaturen vorüb« sei. (AP.) Der neue Regierungswechsel in Bul garien, der dritte innerhalb eines Jahres, trägt natürlich nicht gerade dazu bei, die Autorität des autoritären Regimes zu«höhen und zeigt, daß die Verhältnisse in Bulgarien noch sehr wenig stabil sind. Bulgarien ist innen- und außenpolitisch ein unsicherer Faktor. Dabei würde man gerade aus außenpolitischen Gründen wünschen, daß Bul garien endlich seine Gleichgewichtslage findet. Noch hat sich nämlich bei den Nachbarn die Beunruhi gung nicht ganz gelegt, die sich aus dem Verhallen Bulgariens während des Venezelos-Putsches er gab. und die Erklärung Bulgariens, daß es seine Aufrüstungsansprüche ohne Rücksicht auf die Ver tragspartner von Neuilly verwirklichen werde, hat diese Beunruhigung nicht gerade zu zerstreuen ver mocht. Das Scheitern des Benizeliftenaufftandes hat die bulgarischen Ambitionen auf die Maritza« mündung zunächst verdrängt. Um so vordringlicher steht jetzt die Frage der militärischen Gleichbe rechtigung auf der Tagesordnung. Dadurch will man den vielen politisierenden" Offizieren Wiede» ein« Beschäftigung geben. Es ist verständlich, daß angesichts dieses Hintergrundes die Frage nach dem kommenden politischen Kurs im Innern er höhte Bedeutung bekommt. Mit Staunen stellt der Beschauer fest, wie viele polittsche Lager es noch in Bulgarien gibt und wie wenig wirksam demge mäß die Auflösung d« politischen Parteien ge wesen ist. Neben den republikanischen Offizieren, den monarchistischen Offizieren und den Zankowisten, die die Zurückziehung des Militärs aus der Politik fordern(einfach weil sie in ihm ein HindeM für die Durchsetzung des bulgarischen Nations sozialismus sehen), darf man ja auch nicht demokratischen Parteien. insbesondere Bauernbund, vergessen, der in der Frag« M Militärs mit den Zankowisten einig ist. W König neigt offenbar den demokratischen KräD' zu, vermochte sich aber bis jetzt in dieser RichtM nicht durchzusetzen. Gegen ein Experiment Zankow ist er jedenfalls, obwohl dessen Bewegv^ am meisten von dem Verbot der Parteien Profits zu haben scheint. Sie zog viele ehemalige Kowaö!' nisten an fich, sabotierte das Parteiv«bot, duA setzte geschickt den Verwaltungsapparat und m deutlich die Schaffung eines Einparteishstems Ziel. Zankow ist zwar nicht mehr der Gleiche£ 1923, wenigstens in taktischer Hinsicht. DaA seine Bemühungen um Arbeiter und Bauern, hat darin von den deutschen RationalsozialiW gelernt. Aber sein Regime würde, von außenpolitischen Konsequenzen abgesehen, wieA um alle dft Leiden heraufführen, die man beendet wähnte, insbesondere durch das Bün^ Zankows mit der mazedonischen Jmro. Durch Mittelmänner, wie den Justizminitss D i ck o w, übt Zankow auf den neuen Miniiss^ Präsidenten T o sch e w einen Druck aus. Auf Z anderen Seite drängt der bish«ige Jnnenminiö^ Oberst Kolem, den die Zankowisten einen lli^ Pator nennen, weil er sich ihren MachtansprüK widersetzt, auf keinen Fall nachzugcben, so daß W Toschew bereits von beiden Seiten bedrängt i>^ he, อิน ;). rt. Des nig nal ben bes Eften tung mit em tag Der Det gen ren men veis vid Onn jab dem nem chen als C Nr. 96 Mittwoch, 24. April 1935 Dr. Czech eröffnet den Wahlkampf im deutschen Lager and is Seine Rede auf der dienstägigen Prager Reichskonferenz In der von 160 Delegierten der Parteiorganisationen besuchten Parteikonferenz der deutschen fozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, die am Dienstag, dem 23. April im Steinersaal des Volkshauses in Prag stattfand und in welcher die Genossen Doktor Heller, Kögler und Genossin Kirpal den Vorsitz führten, hielt der Parteivorsitzende Minister Doktor Ludwig Cze ch ein Referat, das etwa eineinhalb Stunden in Anspruch nahm und welches weg und richtungsweisend die Einleitung unseres Wahlkampfes darstellt. Die Ausführungen des Genossen Dr. Czech wurden in Spannung angehört und öfters von Beifall begleitet. Das Refe= rat und seine Wirkung boten das Bild der Einheit und Geschlossenheit der Partei. Genosse Doktor Czech führte aus: „ Wir leben in einer Zeit schwerster politischer Gewitterſchwüle, die sich nicht nur in der internatio- Kampfbereitschaft nalen Politik fühlbar macht, sondern auch das innerpolitische Leben der Staaten und Völker völlig be= herrscht. Es genügt, auf die internationale Entwicklung der letzten Monate zu verweisen. Noch vor ganz kurzer Zeit hatte es den Anschein, als würde uns infolge der Kriegstreibereien des hakenkreuzlerischen fascismus eine neue, in ihren Auswirkungen unabsehbare internationale Konflagration nicht erspart bleiben, als gäbe es teine Macht der Erde, die dem Hitlerismus die Stirne zu bieten vermöchte. Damals ging eine allgemeine Verängstigung durch Europa und der Krieg war wieder in aller Munde. Wohl ist in den letzten Tagen nach den Beratungen von Stresa und Genf die Angst wieder gewichen und eine Beruhigung eingetreten. Denn die nahezu einmütige Brandmarkung des hakenkreuzlerischen Deutschland hat den Glauben der Völker an die Demokratie wieder gestärkt und die Sorgen- wenig stens für einige Beit wieder gebannt. Planwirtschaft gegen den Welt- Fascismus Leider ist aber der hakenkreuzlerische Gefahrenherd noch immer da und mit ihm die ständige Bedrohung des Friedens, dieses kräftigsten Stützpfeilers der Demokratie und der Freiheit der Völker. Darum müssen sich alle demokratischen Kräfte der Welt aufs engste zusammenschließen, wachsamen Auges die weitere internationale Entwicklung verfolgen und für volle Bereitschaft forget, wenn neue Gefahren aufflammen sollten. Die Aufgabe der Arbeiterklasse in der Abwehr und Kampffront gegen den Fascismus ist dadurch von selbst gegeben. Sie muß sich an die Spise des Kampfes stellen, denn in diesem Kampfe wird vor allem ihr Schicksal entschieden. trotz Liebieg, Preiß und Mühlig! " Aber auch wirtschaftlich verleben wir augenblick| nomen Kräfte" der Wirtschaft, also ohne Dazwischen lich schwere Stunden. Ein harter Winter liegt hinter treten des Staates, also ohne Eingriffe der Regieuns, boller Bitternis für die arbeitenden Menschen. rung" für möglich bezeichnete. Natürlich erklärt er Die Frühlingswende hat nur im Bereiche der öffent- zum soundsovielten Male den Zusammenbruch des lichen Arbeiten Erleichterungen gebracht. Die Durch- bisherigen wirtschaftlichen Systems der Tschechosloführung der nach Milliarden zählenden Investitionen watei für ausgeschlossen und stellte eine baldige wird sicher eine weitere Besserung herbeiführen. Doch Besserung der Wirtschaftsverhältnisse in Aussicht, die industrielle Produktion zeigt nach wie vor ein wobei er empfahl, daß man sich noch für eine Beithaotisches Bild und eine Zerfahrenheit, wie sie troft lang den„ engeren Verhältnissen" werde loser nicht gedacht werden kann. Kein Wunder, daß anpassen müssen. der Ruf nach einem industriellen Wirt in Wir verstehen sehr wohl, daß sich die Herren Dr. Preiß und Liebieg und auch Herr Mühlig, dessen letzte Rede sich auf dem gleichen Niveau bewegte, noch recht lange den ,, engeren Verhältnissen" werden anpassen können. Die arbeitenden Menschen aber, denen dabei der Riemen enger geschnürt wird, können mit ihren darbenden Familien nicht länger warten. Grundsäzen aufgebaute Neuord nung unserer Wirtschaft und insbesondere unserer industriellen Produktion. Das Elend der Massen, die durch ein halbes Jahrzehnt die schwersten Entbehrungen über sich ergehen lassen mußten, erheischt ein rasches Zugreifen der entscheidenden Stellen. Man bedenke doch, daß wir noch Ende März, also bereits nach dem Beginn der Saisonarbeiten, 803.000 Arbeitslose, also um 14.000 mehr als im Vorjahre verzeichneten. Was soll mit all diesen Menschen geschehen? Wie sollen wir sie in den Produktionsprozeß zurückführen? = Dabei dürfen wir ein richtiges Moment nicht übersehen. Was Krisennotstand und Arbeitslosigkeit, was Elend und Verzweiflung der Massen im Gefolge haben können, das haben wir in den Nach barländern erlebt, in denen die politischen Katastrophen in sehr bedeutendem Maße auch auf die schweren wirtschaftlichen Erschütterungen dieser Länder zurückzuführen waren. Sollen wir warten, bis auch unser Land das Opfer solcher Erschütterungen wird, die uns bisher er spart geblieben sind und die wir durch unsere Arbeit und unsere Aufopferung bisher zu bannen vermochten? Man bedente weiter, daß schwere politische Katastrophen die Tendenz haben, auch auf die Nachbarländer überzugreifen. Das zeigt uns der seinerzeitige rapide Aufstieg der deutschen nationalsozialistischen Partei unseres Landes, die sich nicht nur den Sieg des Hitlerismus, sondern auch die Wirtschaftskrise und den Notstand der arbeitenden Massen in so hohem Maße nubbar zu machen verstand. Und das sehen wir jetzt am raschen Wachstum der Heimatfrontbewegung, die, da sie nicht mit ihrer Hakenkreuz- Farbe Herausrücken kann, ihre agitatorischen Lebenskräfte aus dem Verfall der Produktion, dem Niedergang des Exportes und der Massenarbeitslosigkeit schöpft und dabei über dies noch durch jeden Erfolg der Hakenkreuzlerischen Gewaltpolitik siehe Saar und allgemeine Wehrpflicht in Deutschland beschwingt und emporgeriffen wird. Darum müssen wir dazu sehen, daß dem Elend in den Industriezentren, in den Export- und Randgebieten, so rasch als möglich ein Ende gemacht wird. Die Arbeiterklasse sieht auch hier den Weg ganz klar vor sich. Sie verweist darauf, daß man im Bereich der Landwirtschaft durch planmäßige Regelung über das Schlimmste hinweg tommen konnte. Sie fordert aber, daß auch in der industriellen Produktion Ordnung ge= macht werde. Die bisherige„ Selbstverwaltung der Industrie brachte nichts als ein wüstes Durcheinander, eir Veröden, eine vollständige Stagnation der Produktion. Also muß der Staat ebenso wie bei der auch bei der Industrie zugreifen Landwirtschaft Seite 3 klasse in vollstem Maße ins Gewicht fallen und den Ausschlag zu geben vermag. Denn die Probleme der auswärtigen Politik find die brennendsten Probleme des fämpfenden Proletariats. Wir dürfen sie in keinem Augenblick aus den Augen berlieren und müssen alles daran seßen, damit mir ihre Lösung mitbestimmen können. Darum müssen wir im kommenden Wahlkampf der Arbeiterklasse Sinn und Bedeutung der inter nationalen Politik vor Augen führen, ihr die Gefah ren aufzeigen, von denen sie umgarnt ist und alle Kräfte aufbieten, die Machtpositionen der Arbeiterschaft zu stärken und sie so vor dem Schicksal zu bes wahren, das unseren Brüdern in den Nachbarländern. beschieden ist. Die fascistischen Bestrebungen in der ČSR. Doch auch innerpolitisch harren unser schwere Aufgaben, für deren Lösung der Wahlgang ausschlaggebend ist. Wie in allen anderen Ländern, sind auch bei uns nationalistische und fascistische Kräfte am Werk, um die Unsicherheit der internationalen Situa tion, die aus der Krise des Kapitalismus resultierenden großen Schwierigkeiten, den großen Notstand der arbeitslosen Menschen für ihre reaktionären Zwede nußbar zu machen. Such die tschechoslowakischen Wirtschaftsführer wissen nur zu gut, daß es dem kapitalistischen System an den Kragen geht und sie suchen in ihrer Retlosigkeit zu retten, was zu retten geht. Unfähig, das Produktionschaos, das sie selbst angerichtet haben, zu meistern, greifen sie wie die kapitalistische Bourgeoisie der anderen Länder, zum letzten Auskunftsmittel, für das ihre Verstan deskräfte reichen, zur Gewalt, um mit Hilfe ihrer noch bedeutenden Machtmittel der rebellierenden Kräfte Herr zu werden. Allerdings sind sie in unserem Lande in einer fataleren Situation als anderwärts, da hier der demokratische Geist in der Bevölkerung viel zu sehr eingewurzelt ist, um ebenso wie in den Nachbarländern einfach über Nacht weggefegt werden zu können. Das gilt vornehmlich für die tschechische Bevölferung, die, im Geiste der Demokratie erzogen, in ihrem überwiegenden Teile an ihren demokratischen Traditionen festhält und sich trotz aller nationalistischen Treibereien aus ihren demokratischen Bahnen nicht hinausschleudern läßt. Es genügt wohl, auf die Tatsache zu verweisen, daß die in her sogenannten „ Nationalen Vereinigung“ zusammengeschlossenen tschechischen Parteien nur einen flei nen Bruchteil des gesamten tschechischen Volkes ausmachen. Henleins fascistische Prätorianer und die Trägödie des sudetendeutschen Bürgertums Anders liegen die Dinge im deutschbürs gerlichen Lager, in dem der Geist des Herrenihaftsplan immer lauter und immer stürmischer wird und daß er nicht nur aus den sozialistischen Reihen kommt, sondern auch aus dem bürgerlichen| Lager und nicht nur aus privaten Kreisen, sondern auch aus der Mitte der Regierung, die sich dessen bemußt ist, daß die Staatsinitiative, die sich planmäßiger Durchführung großzügiger Inbestitionen ausdrückt, den durch das Verschulden unser| gang der Industrie nicht zu paralysieren vermag. Industrie hinsichtlich der autonomen Neuregelung der und für deren planvolle Neuordnung Sorge tragen. tums auf viele Jahrzehnte z rückreicht und der Ha Aber was nüßt der Appell der ganzen Oeffentlichkeit industriellen Produktion nicht länger abspeisen und Zusammenfassend läßt sich sagen, daß wir internatioan unsere Wirtschaftslenker, wenn sie ratlos vor sich fordern, da sich die Wirtschaftsführer als nal, wirtschaftlich und innerpolitisch vor schteren ne II ist. Hier schlagen die nationalistischen Wellen hinstarren und die Größe der Aufgabe, vor die sie unfähig erwiesen haben, des Produktionschaos Sorgen stehen, die so rasch als möglich und mit der naturgemäß immer sehr hoch und so ist es auch heute. gestellt sind, nicht begreifen, wenn sie allen guten Serr zu werden, eine von den Intereſſen der Gesamt- größten Entschiedenheit, auszutilgen, unsere nächste Ratschlägen hartnäckig Widerstand entgegensetzen? bevölkerung dittierte, auf sozialistischen Aufgabe ist. Was soll man dazu sagen, wenn der Reichenberger Kammerpräsident Liebieg das„ Schlagwort von der Planwirtschaft" als einen ausgesprochenen Unfinn" bezeichnet und wenn er die Unmöglichkeit von Preisdiktaten" mit der unaushaltsamen Verarmung der Bevölkerung begründet, an welcher vor allem die Unternehmer mit ihrer unsozialen Lohnpolitik, mit tion ihren gegen die Arbeiterklasse traditio Die Wahlen Schicksalsfrage für die demokratische Friedenspolitik der ČSR. decife aber, um es bildlich au jagen, nie„ eigenHier hat augenblicklich der alte, bereits sieben Jahrzehnte währende, für die sudetendeutschen Gebiete typische haßkampf der kapitalistischen Bourgeoisie gegen die sozialistische Arbeiterklasse den Siedepunkt erreicht. Diesen Kampf führt diese Bourgeoisie In einer solchen Situation gehen wir in die eine gewaltige Wendung in der internationalen Poli- garden, die sie sich schon im alten Oesterreich als händig", sondern immer nur durch die von ihr aufgezüchteten und bezahlten Prätorianer= sogenannte deutsch gelbe Arbeiterpartei Lasten, mit ihren immer weitere Kreise der Produk zu, der Bevölkerung die Nachprüfung der Arbeit der Besseren vollzogen hat, daß die internationale Politik zurecht gezimmert hatte, die wir im tschechoslowakiergreifenden Rationalisierungsmaßnahmen, mit parlamentarischen Mandatare zu ermöglichen, für einen ganz neuen Inhalt, ganz neue Fundamente, schen Staat unter den verschiedensten Firmen wiederganz willkürlichen Betriebseinstellungen, mit eine den neuen politischen, wirtschaftlichen und sozia- ganz neue Sicherungen, ein ganz neues Antlik erhal- fanden, die dann in den Strifenjahren zur deutihrem Mangel an Initiative und neuen Ideen die len Notwendigkeiten angepaßte Zusammensetzung des ten hat. Nun ist es ein offenes Geheimnis, daß die schen nationalsozi..listischen Partei Rede des Herrn Handelskammerpräsidenten Lie Grundlage für die Bildung der neuen Regierung zu in sehr hohem Maße dem Weitblick und der Zähig deutsche Heimatfront erstand. Zwar be bauptschuld tragen. Bergebens wird man in der Barlamentes Sorge zu tragen und dadurch die Eingliederung Rußlands in die europäische Politik emporwuchs und aus der schließlich die Sudetenbieg nach einem Ausweg aus der Krise suchen, den schaffen. Diesmal aber geht es um viel mehr. Dies feit und vor allem der Initiative unseres Außen- müht sie sich krampfhaft, nachzuweisen, daß sie eine er nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Vor- mal wird die Bevölkerung vor schicksalsschwere Ent- ministers Dr. Ben& zu danken ist. Diese Ini-„ neue",„ aus dem Heimatboden erwachsene" ,,, in dem Sikender einer der bedeutendsten Wirtschaftsforpo- scheidungen gestellt sein, die aus der internationalen tiative reicht viele Jahre zurück, doch wurden alle Innersten des Herzens des Volkes reborene", nicht tationen des Staates zu zeigen verpflichtet wäre. Situation fließen und die durch die innerpolitische und diesbezüglichen Bemühungen des Außenministers im- in der alten Monarchie wurzelnde Bewegung ist. Aber Richts von alledem ist darin zu finden, dafür aber eine wirtschaftliche Entwicklung des Landes diftiert sein mer wieder durch die Ränte des seinerzei da nüßt kein Ableugnen. Die Sudetendeutsche Heijehr warme Propaganda für die Henleinsche Volts- werden. Um es voriveg zu sagen und damit die wichtigen nationaldemokratischen matfront kann es doch richt in Abrede stellen, daß sie Bemeinschaft", mit der dazu gehörigen Phrasengar- tigste Aufgabe herauszugreifen und voranzustellen: nierung, mit dem Appell zur gemeinsamen Arbeit natürlich der Fabrikanten und der Arbeiter dex tiert tro bat Bun foie abet unterdrückten Arbeitgeber mit natürlich zugunsten mit einer ganz dem Anrufen der Demokratietommunen Wahlwerbung, wie sie bisher in einer Han belstammer, also in einer unpolitischen, ausschließ-| lich wirtschaftlichen Aufgaben dienenden Körperschaft| noch nie gehört wurde. Es hat Zeiten gegeben, in denen der Herr Liebieg nicht mit Voltsgemeinschaften und Volksfronten operierte, sein Kammermandat zur Seite schob, sich nicht auf das„ freie Spiel der Kräfte" der tschechoslowakischen Wirtschaft verließ, nicht den Grundsatz der Selbstverwaltung" der Wirtschaft Beltend machte, sondern alle Hebel zugunsten eines Et Eften llen bet dhon bnis Efter fter bet iftet Furs dbent Bewegung " sezte. Doch das nur nebenbei! In den gleichen Gedankengängen, wie Herr Theodor Liebieg, bewegen sich auch die jüngsten Dar es wird diesmal um die Frage gehen, ob die Tschechoslowakische Republik, die bisher der fascistischen Welle, dem Ansturm der Reaktion so gut zu trotzen vermochte, die mitten im fascistischen Mitteleuropa eine Insel der demokratischen Freiheit geblieben ist, dem demokratischen Ringen um den Frieden, ihrer nunmehr schon tra ditionellen Friedensmission, auch weiter wird gerecht werden können. Partners zunichte gemacht. Und wenn es schließ den ganzen menschlichen fundus instructus der auflich doch gelungen ist, sie in die Tat umzuseßen, die gelösten deutschen nationalsozialistiAnerkennung Rußlands durch unseren Staat zu ver- fchen Partei sowie der verbotenen Natio= wirklichen, die Eingliederung Rußlands in den Böl- nalpartei mit Haut und Haaren wahllos und terbund und in die urepäische Politik durchzusetzen, unbesehen verschludt und nun naturgemäß allen so ist dies mit ein Werk der sozial Grund hat, zur Cachierung dieser Tatsache alle Tardemokratischen Regie: nungstünfte ſpielen zu laſſen. rungsteilnahme, die den Doch der Versuch der Heimatfront, sich durch Außenminister in seinen Bemühun großzügige Tarnungsmittel in das politische Leben gen unterstützt und gestärkt hat und viel schlimmer ist, was sich seit der Entstehung der einzuschleichen, ist noch lange nicht das schlimmste. vielfach auch dabei der treibende Heimatfront im deutschen Lager abgespielt hat und Faktor gewesen ist. was man mit Fug und Recht als die größte Tragödie Das ist ein Beispiel unter vielen, an denen die Rich der sudetendeutschen bürgerlichen Politik bezeichnen Das Verdienst Dr. Beneš's tigkeit unserer Behauptung erivieſen werden nich und der sozialdemokratischen Unterstützung Diese Frage ist mit dem Wahlausgang aufs Dr. Preiß, der natürlich auch diesmal wieder einen innigste verknüpft. Das soll an einem Beispiel demon Flug ins Deutsche Reich unternahm, sich mit aller striert werden. Heute ist es bereits jedermann klar, Entschiedenheit gegen jedes generelle Planen" daß sich erst durch den wandte und das Planen, wenn überhaupt, so nur in Gewissen Erzeugungskreisen und nur durch die auto" Eintritt Rußlands in die europäische Politik und den Völkerbund daß der Platz der Arbeiterklasse in der heutigen Schicksalsstunde an jener Stelle ist, wo die großen Entscheidungen fallen und daß die Arbeiterklasse alles daran setzen muß, um sich nicht nur den Anteil an der Staats macht zu sichern, sondern diesen Anteil so zu verstärken, daß er in den Schicksalsstunden der Arbeiter der su Das Ringelspiel Was sagt man beispielsweise dazu, daß Herr tendeutsche Volksgemeinschaft" gestellt hat, gleichzeiKonrad Henlein, der seine ganze Politik auf die sude= mit dem Landbund über die Aufteilung des deutschen Gebietes und der deutschen Menschen, über die Abgrenzung der Interessensphären verhandelt, das sudetendeutsche Gebiet ausparzelliert und einen Seite 4 Teil dieser fudetendeutschen Barzellen samt Kind und Regel dem landbündlerischen Partner zu überantworten bereit ist? Allerdings ist es dann schließlich zu diesem empörenden Menschenhandel nicht gekommen. Aber daß es nicht dazu gekommen ist, war nicht Herrn Konrad Henlein allein, sondern der unbändigen Gefräßigkeit der Heimatfront zu danken, die sich mit territorialen oder ständischen Abgrenzungen und selbst mit den ihr übrig gebliebenen vier Fünfteln der Kolonialbevölkerung nicht zufrieden gab und alles restlos für sich verlangte. Oder was sagt man zu folgendem Trauerspiel? Et en z I bermittelte dem en lein den Zutritt zu Minister Spin a. Aus Dankbarkeit schließt Henlein einen auf dem Gewerbestand basierenden Kolonialpaft mit Sten z I. As es sich an den Mandaten zu spießen begann, schloß StenzI einen Wahlpatt mit Spina. Darauf kaufte enlein eine eigene Gewerbefanone und schießt nun wader auf Stenzl los. Da dem Stenzl die Mitglieder und Senatoren davon zu laufen beginnen, löst Stenzl furzerhand den Wahlsaft mit Spina und sucht bei Henlein Mandat 3unterschlupf. Aber die Mandate waren bereits ausverkauft, also machte sich Stenzl nochmals auf die Socken und fikt jekt, da er vorläufig keinen anderen Partner finden tann, wieder in der Tinte. Dieses Ringel spiel sucht man dem deutschen Wolf als Voltsgemeinschaft" aufzudisputieren! Das sind nur zwei von den Glanznummern des Varietés, das der politischen Oeffentlichkeit in den letzten Monaten im deutschbürgerlichen Lager vorgeführt wurde, wobei die Herren der Heimatfront die Hauptattraktion bildeten und den größten Teil des reichhaltigen Programms selbst zu bestreiten haben. Dabei tun sie sehr entrüstet, wenn man sie mit den Bürgerligen in einen Topf wirft. Sie rufen mit Goebbels! in die Welt:„ Wir sind keine bürgerliche Angelegenheit". Mittwoch, 24. April 1935 Sehnsucht" nach der Einigung des deutschen Boltes noch lange nicht erfüllt. denn noch immer besteht eine ganze Reihe deutscher Parteien, denen es nicht im Traum einfällt, sich im Zeichen der heiligen Einigkeit von Herrn Henlein verspeisen zu lassen. Ich nenne da nur die Deutsche christlichsoziale Bartei, den Bund der Landwirte, die Deutsche Gewerbepartei, Nr. 96 von der sozialdemokratischen Bartet arbeit in der Regierung auszuschalten und einent gar nicht zu reden, die in diesem Kampfe Beweise nationalen Bürgerblock die Wege zu ebnen. Aber das von Lebens- und Schlagkraft erbringen wird, die den werden, wenn man es in der Heimatfront nicht zu Herrn Konrad Henlein und Sebekowsky die Lust am arg treibt und die nationalistischen Wogen rechtzeitig Fabulieren gründlich austreiben werden. bändigt, nur fromme Wünsche der tschechischen ,, Na tionalen Vereinigung" sein. Mit der Verwirklichung der„ Volks. gemeinschaft", mit der fudetendent schen Totalität ist es also nichts. Die Heimatfront muß dies ob sie will oder nicht die deutsche Mitgliedschaft der Kommunistischen zur Kenntnis nehmen. Für die anderen Parteien aber ist es sonnenklar. die Deutschdemokratische Freiheitspartei, den Sudetendeutschen Landbund, Partei, Das Trojanische Henlein- Roß kommt nie in die Regierung! Und nun muß man sich, da man vor den Wahlen steht, darüber klar werden, welche Aufgabe- abseits von dem parteimäßigen Ziele der Sudetendeutschen Politik in diesem Wahlkampfe zufällt. Die Sache ist nicht so einfach, als sich die Herren von der Hen Teinfront zurechtgelegt haben. Denn angenommen, es würde der Heimatfront gelingen, alle Deutschen restlos, also bis auf den letzten Mann in ihre Reihen einzugliedern, so wie dies Herr Sebekowify bereits als vollzogene Tatsache, als erfüllten Wunschtraum Henleins in der Reichenberger Vertrauensmänner beratung angekündigt hat: Was ist damit geschehen? Die Deutschen bilden ein Biertel der Gesamtbevölterung der Tschechoslowakischen Republik. Was fangen sie mit der deutschen Totalität" an? Sie wollen, fagen sie, das Mitbestimmungsrecht im Staat. Dazu gehört abe. mehr, als die deutsche Totalität. Hier haben auch andere Faktoren mit uns... breinzureden. ,, Die Idee über uns Wenn ich über die für die bürgerlichen Schichten nicht zu leugnende Anziehungskraft der Heimatfront nachdenke, frage ich mich immer und immer wieder nach den psychologischen Gründen. An dem Programm fann es nicht liegen, da keines vorliegt und im Hinblick auf die einander widerstreitenden Inter essen auch nie erscheinen wird. Der Ausspruch Henleins:„ Wir waren Deutsche, wir sind Deutsche und wir bleiben Deutsche," wird faum himmelſtürmende Wirkungen gezeigt haben. Was an fonkreten Lösungsvorschlägen in die Welt gesetzt wurde, wie etta das Arbeitsbeschaffungspro= gramm", das hatte eine Lebensdauer von einigen Tagen und wurde selbst von bürgerlichen Seite zu Grabe getragen. Also können es nur die Werbe= und Kampfmethoden sein, die der Goebbelschen Propagandaschule entlehnt wurden. So die ganze Aufmachung der Bewegung, so der prompt aufrauschende Jubel beim Anblick des Führers, der wilde, aber männliche beherrschte Triumph der Kameraden, die straffe Disziplin der 2000 man denke an die Helden der Thermopylen, aber es waren nur Amtswalter, der mutige Schritt, der ein Durchbruch begeisternder Hingabe an die hohe Idee war man denkt an die Herrmannsschlacht, aber es war nur eine Propagandaberatung die mutige Kampfesanjage man denkt an den Hitlerschen Faustschlag, aber es war die Einhämmerung des Gedankens, daß wir einig sein müssen. Und da sind wir schon beim Kernpunkt angelangt. Lange haben wir auf das erlösende Wort HenWen gibt es im Staate, der von der Bereitwilligkeit Henleins, in die Regierung zu gehen, und das Trojatrauen haben, kann es wohl geschehen. Wenn jedoch genügend foalitionsfähige Abgeordnete ins Barlament einziehen, ist die Gefahr wohl gebannt." Wie die Dinge heute liegen, wird es bei der Teilnahme der Deutschen an der Regierung bleiben. In diesem Falle müssen wir naturgemäß alles daran seben, daß die Vertretung der Deutschen in der Res gierung nicht nur nicht geschwächt, sondern im Gegen teil gestärkt und den deutschen Mitgliedern der Regies rung ein möglichst weitgehender Einfluß auf die Ents scheidungen der Regierung gesichert wird. Jedes andere Beginnen ist direkt selbstmörderisch Jeder deutsche arbeitende Mensch, der anders han delt, sägt den Ast ab, auf dem er fißt. Die nationalis stische Besessenheit, der Haß gegen die sozialistische Arbeiterklasse kann ein so selbstmörderisches Treiben bielleicht verständlich machen, aber niemals entschul digen. Scharen Die ,, Reichenberger Beitung", die die Situation richtig einschätzt und die Gefahren flar vor sich sieht, erhebt hier ihre warnende Stimme. Auch wir können an der Heimatfront, die da in den Oh, wir sehen sie Alle vor uns, die Herren mit derselben Objektivität über die Dinge reden, da wir aus dem Wählerreservoir der Heimatfront nichts unsere Türen einrannten, uns zurückliegenden Jahren in hellen zu erwarten haben und für uns nichts ersehnen und buchstäblich mit tausenden korre - soweit unsere Partei bei der neuen Regierungs- pondenzen überschütteten, sich in ganz tonstellation in Frage kommt, können.( Wir werden dies an späterer Stelle aus- bezeugungen förmlich überſtürzten, ihre außer Sorge fein überflüssigen Servilitäts führlicher auseinandersetzen.) ganzen Hoffnungen auf unsere Arbeit und Zähig Wenn wir aber trotzdem in dieser Frage das Wort feit, auf unsere Unermüdlichkeit und Hingabe stel. ergreifen, so geschieht es ausschließlich im Interesse len zu müssen beteuerten und wie sie dann, nachder deutschen Gesamtbevölkerung, deren Intereffe dem sie ihr Ziel erreicht hatten, bei den 73 c wir bei der gegebenen Entwicklung aufs ernsteste Märschen der Henleinkapelle gefährdet sehen. Habtacht standen und den deutschen RegierungsEs ist daher unsere Pflicht, unsere Meinung zu sagen. parteien nunmehr den Dank in Form eines Hen Wohl sehen wir gewiffe Tendenzen, die deutsche Mit- lein- Botums quittieren. nische Senlein Roin bie Jede Stimme für Henlein Regierung hineinpaschen zu lassen, Gebrauch zu machen bereit sein würde? machtpolitisch verloren? da Und so stehen wir hier vor einer Erscheinung, chischen Gewerbetreibenden mit dres Sie selbst haben noch vor einigen Tagen derüber die wir schon einmal bei den Kommunisten- er zehn, die tschechischen Nationaldemokrate bittere Klage geführt, daß die Auflösung ihrer lebt haben, daß ein großer Teil der deutschen Bevöl- mit zwölf Mandaten! Die Henlein- Leute, die all Bartei noch immer verhandelt werde. ferung, der deutschen Wählerschaft, eben daran ist, feits alle Mandate konsumieren möchten, erklären Und nun sollten sie glauben, daß den eigenen Interessen den schwersten Schlag zu ver- gnädigst, daß wir die zweitstärkste Bartei sein wer ihnen, deren Mitgliedschaft sehen, indem er seine Stimme auf die Gasse wirft den. Was könnte uns parteimäßig geschehen, zu 90 Prozent aus dem Inventar und die Wahrnehmung der Interessen des deutschen doch die beutigen sechs Stoalitionspar aufgelöster und verbote: Volfes an der entscheidenden Stelle ganz wert- und teien in einer vor einigen Tagen abgehaltenen ner Parteien besteht, die Mitwirkungslos macht. Mit dieser Tatsache müssen wir Beratung einmütig beschlossen haben, die harte Arbeit, die sie vor fünfeinhalt Jahren begonnen verwaltung des Staates rechnen und es überantwortet werden werde? der deutschen Bevölkerung sagen, haben, auch nach den Walen gemein fam fortzusetzen und auch weiter die daß jede Stimme, die der Henlein verantwortung für die Geschicke des Stag front zufällt, bei der Regierungsbil tes zu übernehmen? dung vollkommen in Wegfall kommt, für die deutsche Bevölkerung des Landes verloren ist, Sind sie und ihre kapitalistischen Drahtzieher der Meinung, daß sich innerhalb des tschechoslowakischen Volkes irgendein Partner für ihre Mitarbeit in der Regierung finden könnte? Sie verkünden, daß sie eine aktivistische Partei seien, die Mitbestimmung im Staate fordern und fügen, siehe die Rundschau“ vom 14. April d. J., in Balfenlettern hinzu: ,, Aftivismus ja, aber nur mit Konrad Henlein!" Glaubt jemand natürlich außerhalb der Henlein'schen Anhängerschaft- daß mit einer solchen Möglichkeit auch nur im Entferntesten zu rechnen ist? leins gewartet. Es sprang in Teischen auf, wo Hen Ernüchterung lein die Parole verkündete:„ Die Jdee über uns". Aber welche Idee? Es gibt gute und schlechte Ideen, es gibt alte und neue Ideen. Besser eine gute alte Idee, als eine schlechte neue. Henlein selbst gab in Zetschen darüber Bescheid: " Wir haben nur einen Gedanken in die Herzen und Sirne der anständigen Menschen gehämmert, den Gedanken, daß wir einig sein müssen, wenn wir nicht politisch und wirtschaftlich zugrunde gehen wollen." M ebenso wie die kommunistischen Stimmen für den Kampf der Arbeiterklasse unseres Landes. Das hat die Reichenberger Zeitung" richtig erfaßt, das sprechen auch wir ganz offen aus, die Verantwortung für die weiteren Folgen fällt in aller Schwere auf die deutschbürgerlichen Parteien und die Drahtzieher und Führer der Sudetendeutschen Heimatfront, fällt auf die industriellen Geldgeber, die Doderer und Konsorten, die es sich haben diesmal etwas foften lassen und wenn es dann schief ge= gangen sein wird greinen werden wie es der Herr Theodor Liebieg tat. Da können sich die Heimatfrontler und die anderen antimarristischen Parteien auf den Kopf stellen, fic werden an dieser Tatsache, so unan genehm sie sein mag, nichts zu ändern vermögen. Die Zeit ist viel zu ernst die Gefahren, die uns umlauern, 3" groß, als daß die deutsche Arbeiter klaffe von der Stelle weichen und der deutschen hakenkreuzlerischen Bour geoisie das Feld überlassen könnte ( An dieser Stelle wurde der Redner von großem Beifall unterbro chen. Die Red.) C er ba spu In der an mi an mi gi ne ihn fe der rei der Gd ge St che die du In me CRE all de ber die Da be Der In fr un der Ja riu fo Ki le M bo au A bo ha bi die it de No for fü itä dei ift ni fa Se aus hel ar de Kr ha bei den Schriftleitern Tagen, auch in deutschbürgerlichen Kreisen, und beErfreulicherweise machen sich in den letzten sonders auch in der deutschen Schriftleiterpreffe, die Daß wir, indem wir dies in aller Form feft- Aus uns spricht also absolut nicht die Sor bisher mit Henlein durch dick und dünn gegangen ist, stellen, nicht etwa bloß das Parteiinteresie um unsere Partei, die zielflar den Weg gehe Spuren von Ernüchterung bemerkbar, an der es bei im Auge haben, muß, um das von Herrn Henlein wird, der ihr nach der gegebenen Situation zwang den größenwahnsinnigen Henlein- Leuten vollständig so oft gebrauchte Wort anzuwenden, jedem anstän läufig vorgezeichnet erscheint und die in diesen fehlt. Wohl herrscht darüber, daß der Platz der Deut. Sigen Menschen far sein. Unsere Partei verfügte Wahlkampf mit der größten Leiderschaft und Erb schen in und nicht außerhalb der Regierung ist, nur in der zurückliegenden Legislaturperiode über 21 terung um jeden arbeitenden Menschen tämpfen, bie nur mit der größten Begeisterung für ihre Sache e eine Meinung. Am 17. d. M. schrieb der ,, ep Abgeordnetenmandate. Würde es um eine Vertreteung in der Regierung zu tun sein, stehen, um die Machtpositionen der deutschen Arbei Schönauer Anzeiger": ,, Wenn auch die Erfahrungen seit 1926 nicht fönnte fie ruhig schlafen. Herr Mayr- arter ringen und auf diesem unserem Wege alles gerade überwältigend sind, so glauben wir, daß die ting ist mit dreizehn Mandaten, Herr Spina dem Feld schlagen wird, was sich hindernd in de Deutschen alles daran seben müssen, nicht mehr mit zwölf Mandaten Minister geworden, die tsch e- Weg stellen sollte. aus der Regierung auszuscheiden oder sich hinausdrängen zu lassen. Wir haben ein ganz besonderes Interesse daran, in dieser höchsten staatlichen Körperschaft Sitz und Stimme zu haben und auch unsere deutschen Minister zu stellen." Natürlich ist dem ,, Teplit- Schönauer Anzeiger", der den Kampf gegen die deutschen Minister bisher mit der größten Schonungslosigkeit geführt hat und der hundertprozentig auf den Kampf der Heimatfront eingestellt war, am erwünschtesten, die deutsche Sozialdemokratie aus der Regierungsteilnahme auszuschalten. Er macht auch aus dieser Tatsache kein Hehl. Aber er gibt auch gleichzeitig der Heimatfront au verstehen, daß sie nur an der Teilnahme an der fünftigen Stoalition interessiert sein könne ,,, da es sich ja gezeigt hat, daß in der Opposition nichts zu erreichen i ft." Das also ist die erlösende Idee. Daß wir einig sein müssen, ist eine schöne Sache. Die Frage ist, ob wiri es fönnen. Das Wort„ Seid einig, einig, einig!" hat Friedrich Schiller bereits im Jahre 1804 in seinem Whelm Tell" dem sterbenden Attinghausen in den Mund gelegt. Im Jahre 1935, also nach 130 Jahren, hat es der lebende Konrad Henlein auf sein Banier geschrieben. Die Idee ist also nicht neu, sondern recht alt! Daß sie aufgefrischt werden mußte, fann gegen das deutsche Volt sprechen. Soweit es aber seine Programm- Idee im Jahre 1935 sein soll, spricht es gegen Konrad Henlein, der unmöglich die großen, täglich sich verschärfenden Klaffen gegenfäße innerhalb des deutschen Volles übersehen kann, die der Verwirklichung der Einigkeit und der deutschen Volksgemeinschaft im Wege stehen. Die ,, Volksgemeinschaft" Wenn Herr Se befowity, einer der Mitarbeiter Henleins, den Reichenberger Vertrauens männern zurief: ,, Die Es ist tatsächlich die Partei der Voltsgemeinschaft. Denn wenn auch vor ihr viele Männer die Volksgemeinschaft gewollt haben, so hat doch nur die Heimatfront die Sehnsucht wahrgemacht," so ist dies nicht nur ein Wahltrid, sondern eine aufgelegte Univahrheit. Denn es ist der Heimatfront wohl gelungen, die Mitgliedschaft der aufgelösten und verbotenen Parteien um sich zu scharen, die Mitgliedschaft jener Parteien zu fapern, die ohne sich zu schlagen, panifartig davongelaufen sind, die Mits gliedschaft jener Parteien a dezimieren, die überschlau sein wollten und sich mit ihm eingelassen hatten und die er dann einfach fizen ließ. Damit ist aber die Sozialdemokratische Leistung und Heimatfront- Dienst Wenn wir also im Zusammenhang mit Senj aufgerieben haben, hingegeben, unsere besten Be Wahlen die Frage der fünftigen fudetendeutschen trauensmänner in der fürchterlichsten Arbeit au Politik aufgeworfen haben, so geschah es nicht zehren lassen und nun sollen wir alle diese ha unsererwegen, sondern einzig und allein angesichts des fürchterlichen Leidens, von dem die Bevölkerung unseres Gebietes heimgesucht ist Arbeit von einem unverantwortliche Parteis und Wahldemagogentum zerhand auslöschen lassen? Nicht mit der ge ringsten positiven Leistung aiebe fie in den Kampf, wenn man von den se Millionen Kč abfieht, die alle deutschbürger lichen Barteien, also nicht bloß die Heimatfront, Rahmen der„ Sudetendeutschen Volts bilfe" aufgebracht und zu denen die deutschen K pitalisten, die Großbanken und Fabri tanten den größten Teil beigesteuert haben. Aber wo blieb die„ Sudetendeutsche Volkshilfe in den Jahren 1929 bis 1934? und das zu lindern, seit Jahren schon unser BeAuch die ,, Reichenberger3eitung" mühen und unsere schwere Sorge bildet. Diefe die inzwischen ins Senlein- Lager abgeschwenkt ist, schwere Gorge hatten wir bisher ganz allein au sieht die Situation flar vor sich. In der Nummer vom tragen. Schon it. einer anderen Rede habe ich die 6. d. M., in der sie sich mit dem Wahlaufruf der Frage aufgeworfen, wo denn die Herren boa tschechischen Parteien" beschäftigt, schreibt das Blatt: der Henleinfront in den Stunden der hit,, Man darf auf deutscher Seite die Aussichten tersten Not, in den Jahren 1929 bis 1934 gewesen der ,, Nationalen Bereinigung" nicht überschäßen, und warum sie nicht schon früher in die Damals hatte unser Fürsorgeverei vor allem aber nicht eine Panifstimmung auffom Bresche gesprungen sind, warum sie die Arbeiterfürforge" die ganze Last zu men lassen, die eine tschechische Rechtsregierung, notleidenden Schichten durch voile gen, da waren die deutschen Kapitalisten, die Ban ohne und gegen die Deutschen, kommen sieht. Es vier Jahre ruhig haben darben las fen und Fabrikanten nicht zu haben. wird im hohen Maße vom deutschen Wäh- sen, da es in ihrer Hand lag, ihr Leid zu miller abhängen, ob die allnationale Koalition wieder dern oder abzukürzen. Fünfeinhalb Jahre haben fehrt; wenn er die altbewährten aktivistischen Bar- wir die schwere Last getragen, eine ganze Reihe teien im Stiche läßt, zu denen die Tschechen Ber. unserer besten Männer, die sich in diesem Kampfe tra Das Einzige, was sie zum Notstand beitrugen, war, daß sie ihn ver mehrten, indem sie den Arbeiter EEEEEEEEEEEEEEEEE tr Tel in un fa fo SERGEE br ge m Si 81 er de fi bi 2229 W Nr 96 Mittwoch, 24. April 1935 Seite 5 Oesterreichs „UnabhSnziSiceit" ; Frei, soweit Mussolini es erlaubt Paris.(Tsch. P.-B.) Der römische Bericht- erstattcr der Agentur Havas gibt die Ansichten der halbamtlichen italienischen Stellen nach den Besprechungen Mussolinis mit Starhemberg wieder. In Rom envckcte man fest, dass Deutschland an der römischen Konferenz teilnehmen wird, da ihm an der Definierung des Begriffes der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates gelegen sei. Oe st erreich müsse im Interesse des Friedens ein u n a b h ä n- 8 ig c r Staat bleiben; es dürfe sich das innere Regime wählen, von dem es glaube, daß es ihm entspreche, dürfe aber nrch t an dieRück- ! ehr der Habsburger aus den Thron denken. Hinsichtlich der Frage der Aufrüstung Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens sei man in Rom der Ansicht, daß nach der durch den deutschen Schritt geschaffenen Lage diese Frage öffentlich gestellt werden müsse, daß aber von diesen drei Staaten werde verlangt werden, daß sie dem Sicherheitssystem für Mitteleuropa beitreten. Aus die bereits jetzt aus Ungarn kommenden Einwendungen werde in Rom bemerkt, daß Ungarn ein Interesse an dem Abschluß wirtschaftlicher Abkommen mit seinen Nachbarn habe. Der Berliner Berichterstatter der Londoner ».Daily Mail" meldet, daß die deutsche Regierung aller Wahrscheinlichkeit nach eine Beteiligung an der römischen Konferenz ablehnen werde. vledsgut wird weltersehandelt Wien.(Tsch. P.-B.) Das riesige Gebäude der ehemaligen Wiener Arbeiterbank wurde, wie die Montagsblätter erfahren, im Zuge der Liquidation der Arbeiterbank an eine große Kranken- bersicherungsanstalt, deren Angebot vorlag, um den Preis von 700.000 Schilling verkauft. t die Löhnekiirzten, indem sie die Betriebe schlossen und ! die Arbeiter aus die Straße setzte«. In dieser Zeit ist die deutsche sozialdemokratisch« Partei— innerhalb der Regierung Und außerhalb von ihr— der einzige Helfer der Mühseligen und Beladenen gewesen.' In diesen Jahren ist, da ihr Vertreter das Fürsorgemimste- rium verwaltete, alles, was auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, der Arbeitslosenfürsorge, der Kinder- und Jugendfürsorge, der Krüppel- und Aeberaltertenfürsorge geschehen ist, der Initiative Und aufreibenden Arbeit der sozialistischen Parteien »u danken. Die Herren paradieren mit ihren sechs Millionen KL, die, nebenbei gesagt, im Leipziger Sender in 600 Millionen KL verwandelt nmd aus- posaunt wurden. Aber diesen Betrag haben in den zurückliegenden Elendsjahren die sozialdemokratische .llrbeiterfürsorge", die Kinderfreunde, die sozialistischen Kulturorganisationen ohne Unterstützung dvn Fabrikanten und Kapitalisten, diesen Benag haben die sozialistischen Arbeiter allein aufgebracht. Sechs Millionen betrug im Jahresdurchschnitt daS bloße Weihnachtsgeschenk der Regierung an die Arbeitslosen, wi« erst die Milliardenlei- st u n g e n auS dem Titel des Genter Systems, aus ber Ernährungsaktion, aus den parallel laufenora Raturalgaben, aus der produktiven Arbeitslosenfürsorge, aus der Dotierung der Landeskommissionen für Kinderschutz und Jugendfürsorge, aus den Hei a- stätt«naktioaen und Arbeitslagern! Wir sind uns besten bewußt, daß alles das unzureichend ist, und daß auch eine Berfielfachung der Leistungen nicht genügt hätte. Wer man gestatte uns doch, der kapitalistischen Bourgeoisie und insbesondere der Heimatfront, die mit ihren Hilfspaketen so«in Aufhebens macht, zu sagen, wi« wir, und mit unS die arbeitenden Schichten, ihre erste und einzige Hilfsaktion einschätzen. die vergessen machen soll, daß die deutsche kapital" he Bourgeoifie durch voll« funk Krisenjahre für sie nichts als ein Achselzucken übrig hatte. Dabei stellen wir uns selbstverständlich weder gegen diese, noch gegen eine andere Hilfsaktion, sofern sie auf Freiwilligkeit und nicht auf wirtschaftlichem Druck aufgebaut ist und Sur Linderung des Notstandes und nicht als W a h l- t r i ck dient. In einer der Nummern der.Rundschau" ist an lebender Stelle von dieser Hilfsaktion die Rede, die in überschwänglichen Worten als ein Solidaritätsakt unseres ganzen Volkes gefeiert wird. Damals kannte man das ganze Ergebnis noch nicht und konnte es sich leisten, es als Sozialismus der Tat auszurufen. Wollten wir boshaft sein, dann brauchten wir nur— nach den uns gegenüber an- getvendeten nationalistischen Rechenmethoden— di« nationale Spende von sechs Millionen KL durch die niit drei Millionen abgerundete Bevölkerungszahl zn dividieren,.um zu einer Einzelunterstüt- s u u g von z w e i KL zu gelangen. Solche Rechen« exempel hat man uns bei der Ernährungsaktion in den nationalistischen Blättern Vorgefühl!. So rächt stch manchmal die Demagogie an den Demagogen rn bitterster Weise. . Nun also noch ein Wort über die Christlichsozialen Ich weiß nicht, ob sich dies« Partei dessen im vollen Maße bewußt ist, wohin sie in ihrem nationalistischen Wettlauf mit der Heimatfront geraten ist. Sie witterte nationalistisch« Morgenluft und begann, um der Heimatfront den Wind aus den Segeln nehmen zu können, in die nationalistische Kerbe eiuzuhauen. Das Wort vom „statu s quo",das Hilgenreiner der Saar- Terminologie entlehnte, hat im ganzen Lande ungeheuerlichen Staub aufgewirbelt und im Endeffekt großen Schaden angerichtet. Es hat Zeiten gegeben, in denen die deutschen Christlichsogialen ein national ausgleichendes Element der deutschbürgerlichen Politik zu sein bemüht waren. Dies« Zeiten find vorüber, ebenso wi« die Zeiten, in denen sie die Arbeit der deutschen Koälitionsparteien und der deutschen Minister ruhig und objektiv beurteilten. Nicht zum Zwecke der Attestierung, sondern zum Erweis der vorangeführten Behauptungen sei eme Feststellung der„Deutschen Presse" vom 6. Mai 1931 zifiert: „Man wird zugeben müssen, daß Minister Dr. Czech in den««gen Grenze«, die einem Ressortminister gestellt sind, alles tut, was irgendein deutscher Minister tun könnte." Dies« Feststellung hat der deutschen christlichsozialen Partei sicher nichts geschadet und ihr nichts von ihrer Werbekraft in den Kreisen ihrer Anhängerschaft genommen. Seitdem hat sich an der Arbeit der deutschen Koalitionsparteien und der deutschen Minister nichts geändert. Im Gegenteil! Sie war infolge der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse viel verantwortungsvoller und schwieriger geworden, sie erfordert« vielfach die Anspannung der letzten Kräfte und ungewöhnliche Leistungen. Trotzdem wurde von christlichsozialer Seite jetzt plötzlich auf sie in einer Weise losgedomrert, die jeder Krifik spottet. Der Rufer im Streit« war bisher immer der gewesene Justizminister Mahr-Harting. Seine Partei selbst ist seinerzeit unter seiner Führung bedingungslos in die Regierung eingetreten. Den jetzigen deutschen Koalitonsparteien aber hält er dies bei jeder Gelegenheit vor. Als man ihn einmal— unmittelbar nach dem Regierungseintritt — deshalb zur Rede stellte, machte er den in die sudetendeutschen Geschichte übergegangenen klassischen. Ausspruch: „Mir genügt die Tatsache, daß diese« Staat von einer Mehrheit regiert wird, an der Deutsche, Tscheche« und Slowaken beteiligt find." Heute aber hat die Partei, die während der Aera Mayr-Harting den Standpmckt vertrat, daß man nicht nur Steuer zahlen, sondern mitregieren müsse, daß Mitregierung wichtiger sei als Protestieren und daß man mit der Opposition nichts erreichen könne, heute hat sie die Parole auSgegeben: „Nie mehr bedingungslos in die R«- g ieru ug", da sie heute hercitZweiß, daß niemand daran denkt, sie in die Regierung oinzuladen. Das Ulkigste bei der ganzen Sache ist, daß HerrMahr- Harting jetzt, nach zehn Jahren, aus dem Svehla- schen Wort von den„Gleichen unter den Gleichen" sei« Programm macht, das zu verwirklichen er verhindert wurde, a) durch die kurz« Spanne Zeit", notabene v»n vier Jahren— fünfeinhalb Jahre der jetzigen Koalition sind natürlich um ein gewaltiges mehr!— b) durch die rücksichtslosen Anfeindungen aus dem eigenen nationalen Lager---'man beachte zum Beispiel die Toleranz des milden Mahr-Harting uns gegenüber—, und c) durch die damaligen schwankenden politischen Verhältnisse, denen gegenüber die heutigen natürlich die reinst« Idylle sind... Wer dies schwarz auf weiß bestätigt haben will, braucht nur die Marienbader Rede des, in national«-: Fragen verhinderten, Ministers nachzulesen. ES steht wirklich dafür! Selbstverständlich wettert Herr Mahr-Harting in jeder Versammlung über die Preisgabe der nationalen Positionen, über di«„rück- gratlose Schwäche der deutschen Parteien, di« allerdings nicht so glücklich sind, sich des berüchtigten Gemeindefinanzgesetzes, das die Sechstverwaltung ruinierte, der Verwaltungsreform, die der Bezirksautonomie den Todesstoß versetzte, der Steuerreform, die den Banken, Kapitalisten und Großunternehmen Milliarden in den Schoß warf, der Erhöhung der Zucker- und Spiritus st euer sowie der Einführung einer ganzen Reihe von unsozialen Abgaben rühmen zu können. Doch das Schönste an den Schlagern des Herrn Exmini» sterS ist seine Behauptung vom bescheidene'« Maulwurfshügel, mit dem die Leistungen der Sozialdemokratie in den zurückliegenden fünf- einhach Koalitionsjahren gekennzeichnet werden sollen. Ich wollte, es könnte der gewesene Justizminister von seiner Wirksamkeit in seinem Ressort wenigstens das gleiche behaupten. Denn als er aus dem Reffort ging, verduftete mit ihm jede Spur seiner ministeriellen Arbeit, von der sogar erzählt wird, daß sie auch vorher nicht z« sehen war. Und was die Mautlwürfe anbelangt, weiß man, daß sie in selb st gegrabenen Höhlen leben«nd als Larvenvertilger sehr-nützliche Tiere sind. Hoffentlich läßt sich dasselbe auch von Herrn Minister Mayr-Harting sagen. Aber Spaß beiseite! Ich könnte ihm natürlich sehr leicht mit einer kleinen Serie konkreter und auch für ihn greifbarer sozialdemokratischer Leistungein aut- warten, aber es ist besser, wenn ich ihm empfehle, , sich durch seine Gewerkschaften und Genossenschaften, durch seine Jugendorganisationen und Wohl» fahrtskörperschaften, durch seine Gemeinde- und Bezirksvertreter nachprüfen zn lassen und dann über den sozialdemokratischen„Passivismus" und über die Anständigkeit seiner Kampfes- weise ein wenig nachzudenken. Wenn beiderseits Bilanz gezogen wird, wird sicherlich die Partei des Herrn Mayr-Harting recht kläglich abschneiden. Ueber die Kommunisten ist nicht Viel zu sagen. Sie waren immer und bleiben das Unglück der kämpfenden Arbeiterklasse und nie habe ich dies so stark empfunden, als. gerade im gegenwärtigen Augenblick, welcher die Zusammenfassung aller proletarischen Kräfte zum Kampf gegen den lauernden Feind erheischt. Nie wäre daS sozialistische Proletariat in eine so schwierige Lage geraten, nie wäre der Einbruch d«S FascismuS möglich gewesen, hätte die kommunistische Partei nicht die s o- zialistisch« Phalanx leichtfertig zer. schlagen und die Swß- und Schlagkraft des sozialistischen Proletariat- in so verbrecherischer Weis« geschwächt. Heute steht diese Partei ratlos da. Selbst der ewige Schlager von der Vorbereitung des Kampfes gegen die Sowjetuion ist ihr entglitten, da die Sowjetunion den einzig möglichen Weg, den der Bündnispölitik mit den demokratischen Ländern und auch mit der Tschechoslowakei gegangen ist. So reduziert sich das Alpha und Omega des Kampfes unserer Kommunisten auf den Kampf gegen die Sozialdemokratie, auf den sie gut gedrillt ist und mit dem eS stch zur Not noch vegetieren läßt. Am Karlsbader Parteitag hat Kreib-ch unserer Partei zugerufen, daß sie die ewig Gestrige sei. Die Kommunisten, die am Ende ihrenS Lateins angelangt sind, find mit ihrem Einheitsfrontgefasel, mit ihrem sinnlosen Kampf gegen die Sozialdemokraten die Vorvorjährigen! So traurig diese Tatsache ist, wir müssen heul« mit ihr rechnen. Tschechische und deutsche Sozialdemokraten Hand In Hand Es erübrigt uns nichts, als die Kommenden schweren Kämpfe, die unser — im internationalen und innerpolitischen Maßstabe— harren, gemeinsam mit unserer tschechischen Bruderpartei zu führen und alle im Lande lebenden demokratischen Kräfte zu diesem Kampfe aufzurufen. Auf in den Kampf I Genossen! Der kommend« Wahlkampf wird unsere erste Schlacht irr dem für die internationale Entwicklung so ausschlaggebenden Jahre sein. S:in guter AuSgang wird uns ein neuer Stützpunkt, eine neue Kampfbasis werden, von der aus wir den Kampf um dvn Frieden, um die Freiheit und Demokratie, um die V ö l k e r v e r st ä n» d i g u n g und freundschaftliche Zusammenarbeit der Völker, um die sozialistische Neuordnung der Wirtschaft, um den Sieg des völkerbefreienden Sozialismus führen werden. Mr gehen guten Mutes In den Wahlkampfl Die letzten Ereignisse haben auf der ganze« Linie. — besonders aber im deutschen Lager— klare Kampfverhältnisse und scharfe Kampffronten geschaffen. Wie immer stehen auch diesmal alle anderen gegen uns, doch auch wir stehen gegen sie alle. Nicht zählen wir den Feind, nicht die Gefahren all' Wir wissen, daß der Kampf erbittert sein wird, aber daS schreckt uns nicht. Da- sozialistische Proletariat unsere- Landes liebt den Kampf, der«S ihm ermöglicht, dem lange nufgespeicherten Groll gegen die Feinde des Sozialismus Lust zn machen und ihn im kühne Tat nmzufetze«. Unsere Arbeiter haben immer den Ehrgeiz gehabr, in allen Kämpfen daS Schild der Partei im Sturm« voranzutragen und im Borsturm immer unter dsi ersten zu sein. Das internationale sozia- listische Proletariat, das in dem letzten Jahre die schwersten Stunden zu bestehen hatte, blickt klopfenden Herzens dem Wahlgang in diesem kleinen, aber für die weitere Entwicklung der Demokratie und des Sozialismus so wichtigen'Lande entgegen. Wir werden ihm gerade in diesem Wahlkampf die beruhigende Gewißheit geben, daß das sudetendeutsche sozialistische Proletariat— im internationalen Maßstabe— wohl ein kleines, aber sehr tapferes Fähnlein ist, das sich beherzt und hingebungsvoll zu schlagen versteht und auf dessen Bataillone es sich in der Schicksalsstunde wird verlassen können. Unter den drei fliegenden Freiheitspfeilen, die das sozialistische Kampfzeichen sind, ziehen wir in den Kampf. Wenn jemals, gilt in diesem Falle der herrliche Kampfruf Viktor Adlers, dieses unsterblichen Genius unserer Bewegung: »I« Herzen hoch, die Fahne hoch! ♦ Nach dem Referat des Parteivor» sitzenden wurde gleichfalls unter stürmischem Beifall der Wahlaufruf der Partei verlese« und genehmigt. Sodann berichtete der Parteisekretär Genosse Taub über die K a«» didatenlisten in das Abgeordnetenhaus, in den Senat«nd in die Landesvertretungen, die von der Konferenz einstimmig genehmigt wurden. Die in prachtvoller Stimmung verlaufene Tagung wurde sodann vom Vorsitzenden Genossen Dr. Heller mit eine Rede geschlossen, der wir folgendes entnehme«: »»» Schlußwort und Appell des Genossen Dr. Heller Wir sintz am Ende unserer Beratungen angelangt. Ich stelle fest: Diese Parteikonferenz ist kein Ersatzparteitag. Der Parteitag ist notwen-, big, er muß sobald als möglich stattfinden. Auf dieser Konferenz sagt die Partei— an der Schwelle des Wahlkampfes— den deutschen Arbeitern und Angestellten«nd darüber hinaus dem gesamten arbeitenden deutschen Volk, was sie in diesen fünfeinhalb Jahren geleistet hat, was sie in der Zukunft will, wofür sie die Zustimmung des Volkes fordert. Noch kaum jemals hat sich eine Partei mit so ruhigem Gewissen dem Spruche deS Volkes unterworfen, wie unsere. Mit ruhigem Stolze treten wir vor das Volk. Wir haben nichts zu entschuldigen, nichts z« rechtfertigen. Wir haben getan, was getan werde« konnte. Wir haben den größten Anteil daran, daß unserem Laude der Faseism«s erspart geblieben ist. daß das höchst« Gut jedes Menschen, seine Freiheit, nicht die Bente von wahnsinnigen Verbrechern geworden ist. Wir haben den größten Anteil daran, daß in diesen furchtbaren Krisenjahren für das arbeitende Volk getan wurde, waS möglich war. Wir haben den größten Anteil daran» daß dir Tschechoslowakische Republik nicht nur im fascisti- schen Meer die Insel der Demokratie geblieben ist, sondern daß sie auch im Meere des sozialen Rückschrttts die Insel sozialen Fortschrittes geworden ist, die auf manchen Gebieten— ich nenne nur die Arbeiterinspektoren im Bergbau«nd den Mieterschutz— der ganzen Welt vorangeht. Der Wahlkampf ist eröffnet. Wir werden diesen Wahlkampf, insbesondere gegen die Hrimatfront, sehr hart führen, wir werden ihn so führen, wie eS das Interesse der deutschen Arbeiter, das Interesse des deuffchen Volkes, erfordert: BiszurBernichtung dieser ne« erstandene«, aber doch so alten Sorte deS nationalen Chauvinismus, der sozialen Reaktion! Das Schicksal des deutschen Volkes in diese« Staate ist eng verbunden mit dem Schicksal unserer Partei, der anzvgehören unser ganzer Stolz ist, der unsere ganze Liebe gehört. Ob das deutsche Volk in den kommenden Jahren Subjekt oder Objeft der tschechischen Staatspolitik sein wird, ist einzig«nd allein Sache unserer Partei. Wir aber wollen«nd werde« S« b j e k t der Staatspolitik, wir wollen»nd werden Hammer und nicht Amboß sein. Und nun. Genossen«nd Genossinnen, hi« in das deutsche Gebiet, vor die deutschen Menschen. Wir wollen Ihne» rin zweites Danzig bereiten! Wir wollen«ns würdig erweisen unserer Genossen in Schweden, Norwegen, Dänemark, England, Belgien«nd in der Schweiz! Hoch erhobenen Hauptes können und werden wir vor unser Volk hintreten«nd ihm sagen: kitt UNS der arbeitende Mensch, mit uns die heiße Liebe zur Freiheit und vor uns— der Sozialismus I Nr. SS Seite 6 Mittwoch,»4. April 1935 Her Maiaufruf der Internationale An die Arbeiter aller Länderi In einer Welt voll Elend und Sklaverei, erfüllt von Kriegsgefahr und Kriegsvorbereitung, rüsten die Arbeiter und Sozialisten zum 1. Mai. Fast sechs Jahre dauert die Krise der kapitalistischen Wirtschaft. Ratlos stehen die herrschenden Klassen der Massennot gegenüber, die die Frucht der kapitalistischen Profitwirschaft ist. Hemmungslose Senkung der Löhne der breiten Massen —- das ist das einzige Mittel, mit dem sie die Krise überwinden wollen. Hochschutzzölle und vom Nationalismus aufgepeitsches Streben nach der Abschließung der einzelnen Länder, der Autarkie, haben mit dem Welthandel die internationale Arbeitsteilung zerstört, ohne die der wirtschaftliche und kulturelle Fortschritt der Menschheit-undenkbar ist.-■ Die großkapitalistische Wirtschaftspolitik droht eine neue Epoche wirtschaftlicher Barbarei hrrbeizuführen und das Chaos der Krise zu verewigen. Zu dem wirtschaftlichen Elend fügt die kapitalistische Entwicklung die Sklaverei. Auf die Verheerungen der Krise folgt die fascistische Offensive. Wo der Kapitalismus die Wirtschaft zum Leichenfeld gemacht hat, dort sucht der Fascismus seine Beute. Zum Raub der Existenz fügt er den Raub der Freiheit. Er nimmt der arbeitenden Bevölkerung mit ihren Rechten die letzte Möglichkeit, sich gegen den kapitalistischen Druck zur Wehr zu setzen. Er will die Spaltung der Gesellschaft in Herren und Knechte, in Reiche und Arme verewigen. Aus Krisennot und Fascismus vereinigt, geht schließlich die schlimmste aller Gefahren hervor, dir die Menschheit bedrohen, die Kriegsgefahr. Der Wirtschaftsnationalismus bat mitge- holfcn, den Boden vorzubereiten, auf dem der hemmungslose politische Nationalismus wachsen konnte. Mit dem Herrschaftsantritt'des Fascismus haben sich die nationalistischen und militaristischen Kräfte der Staatsgewalt bemächtigt. Von Hitler-Deutschland geht die Kriegsgefahr in Europa, vom militari sierten Iapan der Kriegsbrand in A s i e n a u s. Das fascistische Italien macht sich die Bindung der europäischen Demokratien durch die Gefabren des deutschen Fascismus zu Nutze, um in Ostafrika auf Raub auszngehen. Die Kriegsvorbereitungen der fascistischen Länder haben das Stichwort zu einem neuen Rüstungs- wettlmif in der Welt gegeben. Der 1. Mai soll die Arbeiter und Sozialisten mobilisieren zum Kampf gegen die Krisennot der kapitalistischen Wirtschaft, gegen die fascistische Sklaverei, gegen die Kriegsgefahr und das Wettrüsten, für eine Wirtschaftspolitik planmäßiger Krisenbekämpfung, für die Verteidigung der Freiheit und der Demokratie, für einen schlagkräftigen Völkerbund, der jedem Angreifer eine übermächtige Kraft friedensfreundlicher Staaten entgegenstellt l Aber wir wissen, daß die Erfüllung dieser Forderungen noch nicht genug ist. Die Krise wird erst dann überwunden, der Gefahr künftiger Krisen erst dann vorgebeugt sein, wenn die werktätigen Masten die politische Macht erobert und die sozialistische Wirtschaftsordnung aufgerichtet haben I Die Freiheit in der Welt wird erst dann gesichert sein, wenn nicht nur in den Ländern der Demokratie die fascistische Gefahr beseitigt, sondern auch in den Ländern des Fascismus die heldenhaften Kämpfer für Freiheit und Sozialismus die fascistische Staatsgewalt gestürzt und dem Sozialismus die Macht erobert haben! Der Friede wird erst dann gesichert sein, wenn jeder Mißbrauch des Völkerbundes durch Nationalismus und Imperialismus unmöglich gemacht und seine Führung in die Hände sozialistischer Staatsgewalten gelegt wird! Darum soll dieser 1. Mai ein Signal sein zur Sammlung für eine neue Offensive! Es lebe der internationale, befreiende, friedenssichernde Sozialismus! Brüffel, April 1935. Die GeschSftskommlsslon der sozialistischen Arbeiter-Internationale „Parodie der Gerechtigkeit" Das Schutzbund*Urtell Pari«.(Tchs. P.-B) Die Zentrale der Liga für Menschenrechte vcrllssentlkchtr eint Protestnote gegen das Urteil des Wiener Gerichtshofes im Prozeß gegen die Führer des Republikanischen Schutzbundes. Die Rote bezeichnet«dieses Urteil als„Parodie der Gerechtigkeit" und als direkte Nachahmung der Hitler- scheu Represtalien und sagt, daß durch derartige Methoden dieösterreichische Regierung nicht das Vertraue» der zivilisierten Welt gewinne. Sozialdemokraten in Jugoslawien nicht zugeiassen Belgrad. Der Kassationshof verwarf die beiden Wahllisten der oppositionellen Führer Hodjera jugoslawische Vollspartei) und Topaloviö (sozialdemokratische Parteigruppe) aus formell len Gründen. Demnach werden an den Wahlen im ganzen vier Wahlgruppen teilnehmen, und zlvar die Gruppe der Regierung(Spitzenkandidat Ministerpräsident Ievtiö), die vereinigte oppositionelle Gruppe(Dr. Macek Davidovic, Dr. Spaho und Ioza JovanoviL) und die oppositionellen Gruppen der früheren Minister Maximo- viö und LjotiL, Warum Ludendorff den „Generalfeldmarschaii“ ablehnte Deutliche Spitze gegen Hindenburg Berlin.(Tsch. P.-B.) In der Halbmonatsschrift Ludendorffs„Am heiligen Quell deutscher Kraft" wird die Glückwunschansprache des Reichswehrministers' hon Blomberg an Ludendorff zu seinem 70. Geburtstage veröffentlicht und ebenso die bisher nicht veröffentlichte Antwort Luden- dgrffs,. der u. a. aussührte:„Ich weiß. Sie wollten auch, daß ich den Generalfeldmarschalltitel führe. Sie wollten mich dadurch ehren. Mit meinem Dank habe ich indessen abgelehnt. Zum Generalfeldmarschaii kann man ernannt werden, Feldherr ist man durch sich selb st." Weiter sagte dann Ludendorff:.„Ich wünsche der deutschen Wehrmacht, daß sie an Pflichttreue, Kriegstüchtigkeit und heldischer Hingabe gleich dem alten Heere ist, daß aber das Volk ihr seine ganze physische, wirtschaftliche und seelische Kraft schenke, wenn es in einem Verteidigungskriege— ein anderer Krieg kommt für das deutsche Volk nicht in Betracht,— in schwerste Mitleidenschaft gezogen werde» wird. Ter seelischen Geschlossenheit wehrhafter Lebenshaltung auf d«c einzig möglichen Grundlage praktischer Erkenntnis, nicht nur biologischer, sondern auch seelischer, nach denen jedes Volk sein arteigenes Go t. teile ben hat, gilt heute mein Ringen für Volk und Wehrmacht:" Sohn des Abg. Zärecky In Deutschland verhaftet Prag. Im Adlergebirge kam es am Ostersonntag an der tschechoslowakisch-deutschen Grenze zu einem Vorfall, der großes Aufsehen hervorruft. Der Zugsführer Jaroslav Zäreckh von dem in Vy- soke Mhto garnifonierenden Artillerieregiment 303» ein Sohn des agrarischenAb- geordneten Zäkeckh, unternahm am Ostersonntag auf einem Motorrad mit einem Mädchen einen Ausflug, der ihn am Oberlauf der Wilden Adler bis zur Ortschaft Batzdorf rm Bezirk Senftenberg und in die Grenzortschaft Eihak führte. Hier fuhr er irrtümlicherweise zirka 9 Schritt über die Staatsgrenze hinaus, ließ dort das Motorrad stehen und ging mit dem Mädchen weitere 30, Schritte auf reichsdeutschem Gebiet weiter, wo sich dann beide niederlegten und sonnten. Zäreckh, der in Uniform war, weckte die Aufmerksamkeit der Zivilisten» die'um diese Stunde — 17 Uhr— sich in der Umgebung aufhielten. Die Pastanten machten einen uniformierten SS- Mann namens W i t t l e r auf die beiden, die sich über die Grenze verirrt hatten, aufmerffam. Wittler brachte daraufhin Zäreckh und das Mädchen zum preußischen Zollamt Mariental, wohin Zivilisten auch das Motorrad nachführten, wo es stehen gelassen wurde. Zäreckn wurde mit dem Mädchen auf sein Ersuchen und auf eigene Kosten noch Sonntag abend in einem Auto zum preußischen Amtsgericht in Mittelwalde gebracht. Mit Rücksicht auf die Feiertage ist der Fall bisher nicht auSgetragen»nd die beiden befinden siih zur Stunde noch auf reichsdeuffchem Gebiet beim Amtsgericht Mittelwalde. Rach der amtlichen Meldung haben preussische Amtspersonen bei dem ganzen Vorfall nicht tschechoslowakisches Gebiet betreten. Saloniki.(Tsch. P. B.) Das Kriegsgericht verhandelte über weitere nach Bulgarien geflohene Aufständische und verurteilte zehn Angeklagte in contumaciam zum Tode, sechs zu lebenslänglichem Kerker, sechs zu je 20 Jahren, drei zu je 15 Jahren schweren Kerkers und 33 zu schweren Kerkerstrafen von einem bis zu zwölf Jahren. 56 Angeklagte wurden freige- sprochen.— Ferner hat der Kriegsrat die in die Türker entflohenen Aufständischen der Militärabteilungen von Serres abgeurteilt. Es wurden 8 Offiziere zum Tode und 5 weitere Angeklagte zu Kerkerstrafe von 2 ein halb bis 11 Jahren verurteilt. Warschau. Dienstag wurde in feierlicher Weise die neue Verfassung Polens proklamiert, die dem Staatspräsidenten die wichtigsten Rechte überantwortet. Der Sejm wird nach der neuen Verfassung aus indireften Wahlen hervorgehen und ständisch gegliedert sein. TagcsnculgKcltcn Schrecken und Mord durch Geisteskranke Entsprungene Mörder Kromkkij. Montag um 5 Uhr früh entsprang aus einem Pavillon der Landesheilanstalt für Geisteskranke in Kromäkiü der 55jährige Zögling Johann Sukop aus Skalka bei Kyjov in der mährischen Slowakei. Sukop hatte vor drei Jahren auf derWienerKlinik einen Professor, der ihn operiert hatte, erschossen, den er beschuldigte, daß er ihm bei der Operation die Rase verunstaltet habe. Er wurde damals als geisteskrank erklärt«nd in die Kromiriser Anstalt eingeliefert. Der flüchtige Geisteskranke ist sehr gefährlich. Sukop ist 170 Zentimeter groß, gut genährt und hat infolge der Operation eine eingedrückte Rase. Er trug bei der Flucht Zivilkleider. Seine Haare sind ergraut. Die Gendarmerie fahndet nach ihm angestrengt in der ganzen Hanna, doch blieben die Nachforschungen bisher ergebnislos. Geisteskranker„auf Urlaub" begeht mörderische Untaten Harburg-Wilhelmsburg. Der 54 Jahre alte Jakob Pankau, der als Geisteskranker vor etwa acht Tagen aus einer Heil- und Pflegeanstalt auf Osterurlaub zurückgekehrt war, geriet mit seiner Ehefrau in einen Streit. Als auf die Hilferufe der Frau die Tochter und deren Mann herbei- eiften, griff Pankau zu einem Dolch und verletzte den Schwiegersohn tödlich. Frau Pankau und ihre Tochter wurden lebensgefährlich verletzt. Der Täter brachte sich selbst mehrere Stiche in den Bauch bei und stürzte sich dann aus dem Fenster auf dem Hof, wo er tot liegen blieb. Der Zustand der Frauen ist hoffnungslos. Und ein schreckliches Unglück in Hermsdorf HermSdorf. In Hermsdorf fuhr ein Kraftwagen auf einen Bürgersteig. Eine Frau und sechs Kinder wurden zum Teile schwer verletzt. Die Frau und ein Kind sind ihren Verletzungen erlegen. Die ganzstaatliche Winterhilfsaktion„Das flache Land znm Schutze deS tschechoslowakischen Kindes" hat für heuer ihr« Tätigkeit abgeschlossen. Das Zentralkomitee hat mit den Grenzorganisa tionen, mit den Schulverwaltungen, der Bezirk?-, jugendfürsorge, dem Roten Kreuz und anderen Organisationen zusammengearbeftet und 1331 Waggons, d. s. fünf Güterzüge Lebensrnittel und verschiedene Waren verteilt, und zwar: Mehl 295.647 Kilo, Karwffel 878.000 Kilo, Zucker 55.271 Kilo, Hülsenfrüchte 18.382 Kilo, Fette 3538 Kilo, Konserven 7 6.000 Stück, Kakao 330 Kilo. Suppenportionen mit Brot oder Semmeln wurden 2,540.000 auSgegeben. Milchportionen wurden 792.428 verteilt. In Obsorge standen 158.010 Kinder. Der finanzielle Wert der ganzen Aktion beträgt 4,812.634 XL. Dem Sekretariat des Zentralkomitees sind hunderte Dankschreiben verschiedener sozialer Korporationen zu- gxgangen. Flieger-Unglück. Aus Nairobi wird gemeldet, daß der ftanzösische Flieger Maurice F i n a t, der verschiedene Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt hatte, bei dem Absturz seines Flugzeuges in den Tanganjikasee den Tod gefunden hat. Der französische Militärflieger Graf Farges wurde schwer verwundet." Schwere Brandlegung in Kascha«. Dienstag zeitlich früh brach in Kaschau in einem Hause, in welchem auch das Lager des Ostslowakischen Theaters untergebracht ist, ein Feuer aus. Das Lager ist trotz den starken Anstrengungen der Feuerwehr und des Militärs völlig verbrannt. Der Schaden ist groß. Es wurde festgr- stellt, daß der Brand gelegt war, der Täter ist aber noch nicht ausgeforscht. Vom Masarvk-Bahnhof in Prag wurden in de« Tagen vom 17. bis 23. April 45 Sonderzüge abgefertigt. Die Zahl der ankommenden Reisenden betrug 122.425, die der abfahrenden Reisenden 131.540. Die Gesamffrequenz der Zivilpersonen war im heurigen Jahre etwas stärker. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dkenstag-Ziehung der 5. Klass« der 32. Tschechoslowakischen Klassenlotterie wurde»' folgende Treffer gezogen: 50.000 K5 das Los 71726. 20.000 K« die Lose Nr. 100307, 45359. 10.000 K6 die Lose Nr. 105350, 3496, 17197. 5.000 Kö die Lose Nr. 90917, 69032, 11468, 67253, 97662, 55841, 59238, 54763, 49016, 26728, 88463, 44729, 71556, 35747, 89569, 64898, 43508, 33004, 96746, 74211, 7696, 80653, 59988, 2050. 2000 K6 dieLose Nr. 40000, 78578, 48685, 46707, 42235, 32349, 60480, 107692, 87697, 72907, 18785, 67103, 20893, 64879, 4032, 7242, 30931, 61707, 65658, 13603, 99890, 84774, 89059, 79068, 106632, 94051, 88668, 55699, 93729, 31, 58074, 39408, 84195, 40241, 29042, 22588, 14760, 78874, 14986, 72099, 64919, 57356, 84894, 88420, 108795, 49403, 74815, 36176, 37027, 33171, 28952, 62422, 61257, 95277, 33450, 26054, 108325, 39444, 79540, 26297,' 43239, 80555, 100566. Erdbeben auf Formosa 3000 Tote—11,000 Verwundete 250.000 Obdachlose Tokio. Am Ostersonntag wurde die Insel Formosa von einem furchtbaren Erdbeben deimgr- sucht, das ungeheuere Menschenopfer forderte und unübersehbaren Schaden anrichtete. Rach den letzten amtlichen Angaben beträgt die Zahl der Toten 3065, 7888 Menschen wurden schwer und 1490 leicht verletzt. Ueber 31.000 Häuser wurden völlig oder teilweise zerstört. Seit den beiden starken Erdstößen am Sonntag morgen wurden bis jetzt noch 40 fleinere Erdstöße verspürt. Mehrere Städte der Insel Formosa— darunter Taisku, Cheinchiku, Chokoiang und Tainame sowie eine unbestimmte Anzahl von Dörfern find fast vollständig zerstört. Die japanische Regierung hat eine große Anzahl von Aerzten und Sanitätsmaterial in das Erdbebengebiet entsendet.— Dem Erdbeben ging ein Ausbruch des Vulkans Asama voran, der SamStag nachmittags plötzlich in Tätigkeit trat und die Wälder, welche seine Hänge bedeckten, in Flammen setzte. London.(Reuter.) Wie aus Taihok auf Formosa gemeldet wird, haben Flieger festgestellt, daß durch das Erdbeben eine Fläche von etwa 2000 Quadratmeilen verwüstet wurde. Die Städte Taihok und Tainan, in denen auch einige Europäer und Amerikaner wohnen, wurden von dem Erdbeben nicht betroffen. Auch Bezirke, in denen Naphtha gewonnen wird und die Zuckerraffinerien besitzen, blieben, wie der Tokioter Berichterstatter der„Times" meldet, verschont. In einem Dorfe unweit von Tojohara forderte das Unglück so viele Tote, daß nur wenige Menschen verblieben, um die Opfer aus den Trümmern zu oefreien. Montag morgens gegen 3 Uhr Ortszeit wurde in Taitschu die Bevölkerung von einem neuen starken Erdstoß überrascht.. Einige vom Verkehr abgeschnittene Dörfer leiden an Lebensmitteln. Es ist zu bemerken, daß das Erdbeben besonders deshalb so stark war, weil sein Epizentrum verhältnismäßig nahe der Erdoberfläche lag. Eine neue Gefahr für die betroffenen Gebiete sind die angeschwollenen Flußläufe. Wie der „Dailv Telegraph" meldet, ist die Organisierung der Hilfsaktionen durch bedeutende Schwierigkeiten behindert. Was die an den Wohnungsgebäuden verursachten Schäden anbelangt, wurden nach den letzten Angaben 12.262 teilweise verwüstet und 5209 beschädigt. Ungefähr 250.000 Mensche« sind obdachlos. Diese hohen Ziffern swvie der Umstand, daß so viele Menschen getötet oder verwundet wurden, lassen sich damit erklären, daß die Hütten der Bevölkerung aus Lehm-gebaut sind. Demgegenüber haben die leichten japanischen Häuser dem Erdboden standgehalten. Die Heilmittelbestände sind sehr gering, die Hilfsexpeditionen unternehmen aber alles, was in ihren Kräfte« steht, wobei ihnen ausgiebig der Kampfer hilft, von dem auf Formosa Ueberfluß herrscht, weil er eines der hauptsächlichsten Produkte dieser Insel ist. Tokio. Der durch das Erdbeben verursachst Gesamtschaden wird auf 10 Millionen Aen fit* schätzt. BieleEinwohner der Insel Formosa wurde« beim ersten Erdstoß im Schlafe überrascht und getötet. Im Laufe des Montag tonnte der Bahne v-rkehr zum Teile wieder ausgenommen werde«. Die japanische Negierung hat einen Zerstörer inst einem Hilfskorps an Bord nach Formosa entsendet. Bon feiten der Regierung und von privaten Siliä'i Organisationen sind Hilfsaktionen eingeleitet worden. Militärabteilungen mit Proviant und Bette« sind unterwegs. London. Die britische Regierung hat den Javanern die Entsendung britischer Kriegsschiffe vo« Hongkong nach Formosa angeboten, um der vo« dem Erdboden heimgesuchten Bevölkerung Nahrungsmittel, Arzneien und andere Hilfe zu bringen. Wie die Admiralität mitteilt, hat das japanische Marineministerium das Angebot danke«! abgelehnj mit der Begründung, daß man die Lag« vollkommen in der Hand habe und daß eine Unterstützung nicht erforderlich sei. Tokio.(Reuter.) Rach den letzten Dost« über den Umfang des katastrophalen Erdbeben^ auf Formosa find 3065 Menschen umgekomme« «nd über 11.000 Personen verletzt worden. * Teheran. Die iranische Provinz Mazandcra« wurde ab 12. d. M. einige Male durch Erderschütterungen heimgesucht. Man nimmt an, da« mindestens 500 Tote zu beklagen find. Da sämtliche Verbindungen mit dem heimgesuchten Gebiete unterbrochen sind, ist es schwer, die genaue Zahl der Opfer und den Umfang des Schadet festzustellen. Nr. SS Mittwoch, 24. April 1935 Seite 7 Politisches Ortereier-Suchen Ueber das tradionelle Ostereiersuchcn liegen mis diese Berichre vor: Görmg: ' Herr Göring sucht in voller Rüstung, •. Er jagt ein Schokoladenei, - Am Fenster liegt es, an der Brüstung, K»-■ Er klappt es auf—. Ein wilder Schrei, Tas Ei war hohl und weiß beschriftet: »Wer hat den Lübbe wohl vergiftet—? Goebbels: Der Joseph Goebbels flucht sehr kräftig. Die, Eier liegen gut versteckt, . In Schweiß gerät er, und zwar heftig—, Ta, endlich hat er sie entdeckt I Stroh war die Füllung, drum lag Pappe Reichspropaganda-Lug-Attrappc I Europa: Auch Miß Europa suchte Eier, Im Gärtchen ihres Völkerbunds, Sie fand zwei Stück an einem Weiher, Und, frohgelaunt ob ihres Funds, Las sie, in Marzipan gegossen: Achtung! Demnächst wird scharf geschaffen l Gerhard Sommer. Zwei schwere Auto-Katastrophen D«i Budtveis und bei Brünn am Ostersonntag Böhm.-Budweis. In den späten Abendstunden des Sonntag ereignete sich in Südböhmer, rin Automobilunglück, das den Tod zweier Personen und die Verletzung einer dritten zur Folge batte. Ein offenes Automobil, das auf der Staatsstraße nach Böhm.-Budweis fuhr, stieß aus bisher unbekannter Ursache unterhalb des ab- schüffigen Straßenabschnittes bei der Ortschaft llamennh Ujezd gegen die herabgelassenen Bahnschranken, überquerte das Bahngeleise und durchbrach in schneller Fahrt auch den zweiten Bahnschranken. Nach weiteren 70 Meter Fahrt blieb bas Auto wegen einer Motorstörung stehen. Der Aagen wurde von dem 33jährigen Heinrich V o l- Pr c ch t. Besitzer einer Großbäckerei in Strakonitz, gelenkt. Volprecht wurde durch den Zusammenstoß mit den Bahnschranken der Kopf fast vom Rumpfe getrennt. Neben dem Lenker des Wagens saß die 23jährige Milada Boökovä, eine ledige Tochter des Budweiser Bezirlshauptmannes Faller, die durch eine gebrochene Bahnschranke schwer verletzt wurde. Tie auf dem rückwärtigen,Kitz bc- imdsiche Schwester B l a st a wurde gleichfalls der- letzt. Ein des Weges kommendes Automobil überführte Bolprecht und Frl. Milada Boäkovä in das Aasaryk-Krankenhaus in Böhm.-Budweis, wo konstatiert wurde, daß beide unterwegs gestorben waren. Unmittelbar darauf wurde Vlasta Bo 11 d b d mit einem Sanitätswagen ins Kran- k.mhaus eingeliefert; diese erlitt nach dem ärztlichen Befund eine schwere Gehirnerschütterung und verschiedene leichtere Verletzungen. Ihr Zustand wird für sehr ernst angesehen. * Brün«. Sonntag um 10 Uhr 40 Minuten bormittags erfaßte der Personenzug Nr. 470t bei dem ungesicherten Feldweg bei Kukiw im Kilometer 16.421 der Strecke Brünn—Tisnov ein La st a u t ö m o b i l, das durch den Anprall zertrümmert wurde. Der Chauffeur und Besitzer Josef Nemec, Kaufmann aus Krqlove Pole, wurde leichtverletzt, der Mitfahrer, der Häutehändler Franz Veselh, ebenfalls aus I. W. Speerger und Blank« Waleskä in dem heimischen Film„Späte Liebe". Kralove Pole, wurde bei dem Zusammenstoß g e- tötet. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus nach Brünn, Vesely in die Totenkammer nach Kukim übergeführt. Die Ursache des Unfalles wurde sofort von der Gendarmeriefahndungsstation aus Brünn uiid von einer Untersuchungs» kommission der Staatsbahndirektion in Brünn untersucht. WenzelSdukatm. In Ruda bei Velkö Meziiöi wurde beim Abtragen einer alten Scheune eine eiserne Kassette mit ettva 200 Silberdukaten aus der Zeit Wenzels H. gefunden. Auf der einen Seite der Dukaten ist der böhmische Löwe, auf der anderen die St. Wenzels-Krone abgebildet. Ertrunken. Am Ostersonntag ereignete sich auf der Elbe in der Nähe der Pillnitz-Klein-Zschachwitzer Taurpffähre ein Bootsunglück, bei dem zwei Paddler den Tod sanden. Das Boot war durch die starke Strömung an den Bug des Fährbootes und sodann an einen eisernen Brückenponton gedrängt worden. Das Paddelboot kenterte und die beiden Jn- saffen stürzten ins Wasser, wo sie infolge der Strömung ertranken.— In Neustrelitz wurden seit einigen Tagen zwei ausländische Studenten, der 20 Jahre alte Schweizer Felix Guillod aus Lausanne und der 24 Jahre alte Türke Mehmet Samin Sür- reyya, die eine Paddelbootfahrt in die Hafengewässer unternommen hatten, vermißt. Das Boot war angetrieben worden. Am Ostermontag konnten ihre Leichen aus dem Woblitz-See geborgen werden. Beim Spielen verschüttet. Auf dem Laarberg spielten Dienstag nachmittag zwei Knaben auf einem großen Sandberg. Sie hatten einen Gang gegraben L und wurden von nachsjürzcudcn Saudmasscn verschüttet. Tie beiden Knaben, der 12jährige Wilhelm'HanÄ- ner und der 11jährige Franz Pöchl, konnten nur noch als Leichen geborgen werden. TaS größte Schiff der Welt, die»Normandie", wird am 28. Mai den Expreßver- kchr zwischen La Havre und New U or k eröffnen. Das französische Pöstministerium wird aus diesem Anlaß Marken mit dem Bilde des Dampfers ausgeben. Blutiger Bankraub. Eine Bank in Santa Cruz wurde von chilenischen Räubern überfallen. Es wurden hiebei zwei Personen durch Schüffe getötet und drei schwer verletzt. Bei den Toten und Schwerverletzten handelt eS sich durchwegs um Engländer, Angestellte der überfallenen Bank. Es wurden 200.000 Piaster geraubt. sind geständig. Im Verlaufe der vorgenommenen Hausdurchsuchungen konnte eine vollständig eingerichtete Geheimdruckerei beschlagnahmt werden. Außer Propagandaschristen wurde auch eine Zeitschrift in der Druckerei hergestellt. Zu allem entschlossene Schmuggler. An der französisch-belgischen Grenze bei der Stadt Lille kam es in der Nacht auf Sonntag zu einem Zu- sammenswß zwischen Schmugglern und Zollbeamten. Während die Schmuggler das Zollhaus überfielen, fuhren mit geschmuggelten Waren beladene Lastautos über die Grenze. Nach längeren Verfolgungen und Scharmützeln wurde ein Automobil in Lille beschlagnahmt. Die Schmuggler setzten ein anderes Auto in Brand und schleuderten auf das sie verfolgende Auto der Zollbeamten ein Gefäß mit brennendem Benzin. Zwei Zollbeamte wurden verletzt. Im Laufe des Nachmittags wurden drei Schmuggler verhaftet. Beim Bau einer Straße bei Rom hat sich ein Erd- und Felsrutsch ereignet. DreiArbei- t e r wurden dabei getötet. Der leitende I n- g e n i e u r ist nach dem Unfall g eflüchtet. Das größte Luftschiff der Sowjetunion, das den Namen„OssoaviachimW 6" trägt, stieg Sonntag abend in Moskau zu einem Flug Moskau—Leningrad—Moskau ohne Zwischenlandung auf. In den Nachmittagsstunden des Montag traf das Luftschiff wieder auf dem Moskauer Flugplatz ein. Das Luftschiff, dessen höchste Fahrtgeschwindigkeit 122Stundenkilome- t e r betrug, war insgesamt 3 1 S t un d e n in der Luft. Vor Leningrad wurde eine Stabilisierungs- unb Schiff war vorübergehend Manövrierunfähig; eS gelang jedoch, den Schaden in der Luft zu beheben. Bei der Verhaftung eines betrunkenen Regers in einem New Dorker Vorstadt-Restaurant kam es zu einem wilden Kampf zwischen über hundert Ärgern und der Polizei. Zwei Kriminalbeamte wurden mit Biergläsern und Stühlen niedergeschlagen und schwer mißhandelt. Die Ruhe wurde erst wieder hergestellt, nachdem ein starkes Polizeiaufgebot erschienen war und mehrere Verhaftungen vorgenommen hatte. Spjone. Ueber Anordnung des Untersuchungsrichtens in Marseille wurden in Algier drei Ausländer deutscher Nationalität wegen Spionage verhaftet. ES wurden bei ihnen Schweizer Pässe vorgefunde». Slawisch« Skraßenkongreß. In der Zeit vom 20. bis 28. Juni 1835 tritt in Prag zum ersten Mal« der Slawische Straßenkongreß zusammen, wobei Straßenfachleute über Straßenbau fragen in Der Kongreß wird von der tschechoslowakischen■ Straßengesellschaft veranstaltet.(Die Föderation vereinigt in ihren Reihen die Vertreter der.slawischen Staaten, die Tschechoslowakei, Bulgarien, Jugoflawien und Polen.) Es wird sich dabei hauptsächlich um die Frage der Vereinheitlichung der Vorschriften und Bedingungen für die Durchführung von Straßenbauten und um die Normung der Straßen handeln. Großfeuer. Aus bisher noch nicht völlig geklärter Ursache brach am Karfreitag morgens in dem sogenannten Basar-Viertel in Gotenburg ein Feuer aus, das schnell um sich griff. Erst nach dreistündigen Löscharbeiten gelang eS, die weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Fast ein Drittel des ganzen Viertels, etwa 20 Geschäftsbetriebe, sind von der Feuersbrunst vernichtet worden. Der Brand fand reiche Nahrung an den aufgestapelten Oel- vorräten. Ein Feuerwehrmann trug durch Glassplitter schwere Verletzungen davon. Von den Löschmannschaften mußten auch einige wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. ticrlchtssaal Faule Geschäfte mit fauler Ware Gauner berufen sich auf Zugehörigkeit zur Partei der„Nationalen Einigung" Prag. Das achtköpfige Betrügerkonsortium, das Dienstag wieder einmal die Anklagebank vor dem Senat MareLek zierte, ist dem hiesigen Kreisgericht von früher her trefflich bekannt. Die Angeklagten. zum Teil recht fragwürdige Existenzen, offerierten durch Inserate Rinds- und Schwein s- därme.prima Qualität" zu lächerlichen Preisen und legten den zahlreichen Interessenten wirklich erstklassige Warenproben vor. Es gelang denn auch, nicht weniger als neun Käufer zu s o f o r- tigern Abschluß und sofortiger Bezahlung zu veranlassen, um so mehr, als die Gauner Lockvögel in Aktion treten ließen, die scheinbar um jeden Preis die kostbaren Därme erstehen wollten und durch Aufstachelung der Verdienerinstinkte der Kauflustigen diese zu dem.günstigen Abschluß" veranlaßten, um so mehr, als die biederen Verkäufer auch für Sachverständige sorgten, die der Ware ein glänzendes Zeugnis ausstellten. Als die Käufer die.prima Ware" aber weiterverkauften, zeigte sich, daß die Fässer mit verfaultem, völlig wertlosem Material gefüllt waren, das nur ganz oberflächlich mit guter Ware verdeckt war. Der entstandene Schade belief sich auf 320.000 KL. Seinerzeit wurde das Konsortium mit schweren Kerker st rasen belegt, gegen die die Verurteilten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung einbrachten, indem sie zugleich in mehreren Redaktionen vorsprachen und drohten, da ßsie jede Veröffentlichung über den Prozeß mit Presseklagen wegen ungerecht- fcrtigtcr Beschuldigungen beantworten würden. Sie wurden allenthalben hinausgewiesen und ihre Nichtigkeitsbeschwerden endeten damit, daß daz Oberste Gericht den sämtlichen Unschuldsengeln die Strafen erhöhte.,, 4c In weiterem Verlauf kam aber noch ein« weitere Serie gleicher Betrügereien zutage und so saßen neuerlich diese sieben Betrüger auf der Anklagebank und wurden neuerlich, u. zw. zu diesen Zusatz- strasen verurteilt: Wenzel Napravnik, Rudolf Iosi fek und Karl Marouö zu je sechs Monaten. Josef Netkeba zu fünf, Josef Jirousek zu vier, Karl Smt§ek und Anton Posusta zu je drei und Matthias Solle zu zwei Monaten schweren und verschärften Kerkers. Sämtliche Strafen sind unbedingt. Ein grotesker Zwischenfall ergab sich dadurch, daß einzelne Verurteilte an einen Gerichtssaalberichterstatter mit der Zumutung herantraten, von dieser Sache„nicht zu schreiben", da sie.a u ch" Mitglieder des .ÄärodniSjedocenl" seien, der.Rationalen Einigung" der Herren Stiibrnh und Kramäk! Sie hatten das Pech, irrtümlicherweise an einen Redakteur der Linkspresse geraten zu sein, der ihne» natürlich die entsprechende Abfuhr in kräfsigster Art zuteil werden ließ. rb. Kommunisten-Hetze in Budapest. Die Buda pester Polizei hat eine weitverzlveigie kommuni- stischeBerschwörung aufgedeckt. Insgesamt wurden 7 0 P e r s o n e n v e r h a f t e t. Die Verhafteten| den slawischen Staaten beraten werden. Zur SexualGcsd/üeöunö Sowjet Rußlands Von JuliuS Epstein Im Strafgesetzbuch des russischen Reichs Nikolaus I., prolongiert im Jahre 1845, lautet der Paragraph 1298:„Wer sich des naturwidrigen Vergehens der Päderastie schuldig macht, wird zur peinlichen Strafe dritter Klaffe zweiten Grades verurteilt und muß sich überdem, falls er den christlichen Glauben bekennt, einer Kirchenbuße unterziehen." Die„peinliche Strafe dritter Klaffe, zweiten Grades" bestand aus der„Verbannung auf Ansiedlung in minder entfernt« Gegenden Sibiriens" und aus der vorherigen Verabreichung von„zehn bis zwanzig Peitschenhieben". So bestrafte das unhumane, schon der damaligen Zeit gemäß gewesenen wissenschaftlichen Argumenten nicht zugängliche russische Strafrecht des Zaren Nikolaus I. homosexuellen Verkehr, zumindest soweu er sich die Form der Päderastie gab. Achtundfünfzig Jahre nach der Prolongation dieses alten Strafrechts durch den Zaren Niko- üuls I., also im Jahre 1903(am 22. März) gab sich das Rußland Nikolaus II. ein neues Strafrecht, den„Ugolnoje Ulojenge". Dieses neue Strafgesetzbuch enthielt den§ 516 folgenden Wortlauts:„Wer Päderastie verübt, wird bestraft: mit Gefängnis nicht unter drei Monaren. Wird Päderastie verübt: 1) mit einem Minderjährigen von dierzehn bis sechzehn Jahren ohne seinen Willen, oder mft seinem Dillen, aber unter Mißbrauch seiner Unschuld; 2) mit einem infolge krankhafter Störung der Seelentätigkeit, oder infolge von Bewußtlosigkeit, oder der von einem körperlichen Gebreche« ob« einer Krankheit herrührenden, man gelhaften geistigen Entwicklung notorisch der Möglichkeit die Natur und die Bedeutung des mit ihm vorgenommenen zu verstehen, oder seiner Handlung Herr zu sein beraubten; 3) mit einem der Widerstandsmöglichkeit beraubten ohne deffen Willen zur Päderastie, so wird der Schuldige bestraft: mit KorrektionShauS nicht unter drei Jahren. Wer jedoch Päderastie verübt: 1) mit einem Kind unter vierzehn Jahren; 2) mit einer in seiner Gewalt der Pflege befindlichen Person,; 3) mit einer Person, die dazu genötigt wurde, durch Gewalt gegen die Person oder durch Androhung des Todes, einer sehr schweren oder einer schweren Körperverletzung dem Bedrohten oder einem Mitglied seiner Familie,'falls solche Drohung beim Bedrohten die- Befürchtung, der Möglichkeit.ihrer Verwirklichung Hervorrufen konnte; 4) mit einem, den der Gewalttäter zu diesem Zweck in bewußtlosen Zustand versetzt oder zu versetzen beiträgt, wird bestraft: mit Zwangsarbeit nicht über acht Jahren. Der Versuch ist strafbar.". Die russische Strafrechtsreform konnte sich also des Erfolges rühmen, das Strafminimum von lebenslänglicher oder mindestens langjähriger Verbannung und Züchtigung, auf drei Monate, in erschwerenden Fällen auf drei Jahre Korrektionshaus, herabgesetzt zu haben und das Maximum in ganz besonders erschwerenden Fällen auf Zwangsarbeit von acht Jahren! Es ist bei Betrachtung dieses Gesetzes festzuhalten, daß, auch mit den Normen einer modernen Strafrechtstheorie gemessen, all« Strafen außer jener von mindestens drei Monaten Gefängnis für Päderastie zwischen voll rechtsfähigen Erwachsenen, gerecht, mindestens diskutierbar erscheinen, treffen sie doch vor allem n i ch t den Täfer wegen seiner homojexuellut Veranlagung, sondern we- | gen des MißbrauchS seiner Gewalt über Minderjährige und Kranke, sie entsprechen also analogen Strafen, die in allen Kulturstaaten auf heterosexuellem Geschlechtsverkehr unter analogen Umständen stehen. Es blieb im Sinne- moderner psychologischer Strafrechtstheorie nur der erste Sah des 8 516 zu bekämpfen, der Satz„Wer Päderastie verübt, wird bestraft mit Gefängnis nicht unter drei Monaten." Dieser Satz verstößt freilich gegen das Prinzip vom Rechte über sich selbst und schützt in Wirklichkeit keinerlei Rechtsgut. Es erübrigt sich an dieser Stelle, die Argumentation gegen diese- Gesetz weiter auszuführen. Es war daher ein selbstverständlicher und keines.besonderen Rühmens werter Akt sowjetrussischer Rechtschöpfung, daß homosexueller Verkehr jeglicher Form an sich ebenso unverfolgt blieb, wie der heterosexuelle. Niemand hatte etwas anderes vom bolschewistischen Strafrecht erwartet. Es warf neben vielem anderem auch den 8 516 des zaristischen Strafgesetzbuches auf den Scheiterhaufen, bestimmt zur Verbrennung mittelalterlichen Plunders. Der fortschrittliche Zustand völliger Straflosigkeit Honrosexuellen Geschlechtsverkehrs dauerte bis zum 7. März 1934. An diesem Tage wurde ein neues„Gesetz über die strafrechtliche Verantwortung für Päderastie" erlassen, ein Gesetz, das zwar humaner als das Gesetz Nikolaus I. aus dem Jahre 1845 und früher, das aber, weit strenger als das des letzten Zaren, Päderastie zwischen voll rechtsfähigen Erwachsenen zum Objekt der Strafjustiz macht. Dieses Gesetz, veröffentlicht in der„Sammlung von Gesetzesbestimmungen und Verordnungen I der Arbeiter- und Baucrnregierung der RSFSR" vom 25. April 1934 hat folgenden Wortlaut: „Man ergänze 8 164 des Strafgesetzes der RSFSR folgendermaßen: Geschlechtlicher Verkehr einer Mannes mit einem Mann(Päderastie) wird mit Freiheitsentziehung von drei bis fünf I a h r e n bestraft. Päderastie, di« unter Anwendung von Gewalt vollzogen wurde, oder unter Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses des Geschädigten, wird mit Freiheitsentziehung von drei bis a ch t Jahren bestraft." Seit dem Tage des Inkrafttretens dieses ebenso unmodernen wie ungerechten, ja mittelalterlichen Gesetzes witt> also ün Sowjetrußland der erwachsene Homosexuelle, der mit einem erwachsenen Partner geschlechtlich verkehrt, der also keinerle' Interessensphäre der Sozialität verletzt, der aber der Möglichkeit homosexuellen Verkehrs beraubt, nur unglücklicher, keinesfalls aber zu heterosexuellem Geschlechsverkehr tauglicher wird, mit drei- biachtjähriger Gefängnishast bestraft! Dieses Gesetz, das nur für das Gebiet de „RSFSR" gilt, nicht für die übrigen autonome Sowjetrepubliken, soll im Hinblick auf zunehmend Männerbünde innerhalb der Roten Armee, nick ohne Billigung, ja Förderung durch Maxim Gott zustandegekommen sein. iDeser habe angeblich in einer Rede Front gegen die Homosexuellen gemacht, habe die Homosexualität als typisches Shmp tom fascisrischcr Staaten dargestellt und dergesta einen Rückschritt ins Reich mittelalterlicher Behänd lung sexueller Minderheiten vollzogen. Sei dem wie ihm wolle! Der neue 8 164a d- sowjetruffischen Strafgesetzbuches stellt einen tief bedauerlichen Atavismus inmitten des Fortschritts in der Sowjet-Union dar. Seite 8 PRAGER ZEITUNG ,, Sozialdemokrat" Der heurige Osterverkehr am Wilsonbahnhof| Film. Aber bei dem vergeblichen Versuch. ihn mit war stärker als im Vorjahre. Im vorigen Jahr betrug seinen Mitteln einzuholen, bleibt die Kunst auf der die Frequenz am Wilsonbahnhof 307.000 Personen,| Strecke. Sehr erfreulich, wenn das Publikum beim im heurigen Jahre 322.000. Die Zugsgarnituren raschen Sichtbarwerten eines schönes Bildes Beifall wurden bis zur äußersten Belastung der Lokomotiven Klatscht. Aber wie ursinnig, wenn beispielsweise unverstärkt. Bei der Abfahrt ergaben sich keine Zugs- mittelbar vor dem Aft im Gefängnis für den Bruchverspätungen, nur am Montag abends hatten einige teil einer Minute das Bild vor dem Gefängnis sichtZüge infolge des ungewöhnlich dichten Verkehrs eine bar wird. Viel Gedreh, und wenig Kunst. Aber wie Verspätung von 15 bis 20 Minuten aufzuweisen. zum Hohn rächt sich die Technik an enen selbst, die Ins Riefengebirge wurden heuer sieben sie mißbrauchen. Zivar die Drehbühne funktionierte außerhalb des Fahrplanes stehende Sonderzüge abge- tadellos; aber da man nicht auch noch Flugzeuge und Zu den Autos ins Theater schleppen konnte, hatte fertigt, die 3500 Personen beförderten. Osterfeiertagen wurden im ganzen 104 Sonder wenigstens einen Lautsprecher montiert. der zur 3 üge eingestellt. orchestralen Aufpfrosfuns der Fledermaus" mit hier fremden Strauß- Walzern und Polkas noch die eingefrorene Schöne blaue Donau" so unglücklich zum Auftauen brachte, daß darob das Publikum heiterer gestimmt wurde als über die Späße des Frosch. Einem Blinden die Zither gestohlen. Gestern wurde das 29jähr. arbeits- und wohnungslose Dienstmädchen Vlasta Štovička wegen mehrerer Diebstähle verhaftet, die sie in den verschiedenen Wohnungen, in denen sie Aftermieterin war, begangen hatte. So stahl jie in einer Wohnung am Hradschin einem blinden Musifer die Zither, die sie, wie sie gestand, später versette. In Bubentsch stahl sie ein Portemannaie mit 120 Kč, ebenso in Břevnov ein Geldtäschchen mit kleiiterem Betrag, in Bofovib eine silberne Armbanduhr und einen goldenen Verlobungsring. Sie wurde nach Banfraz eingeliefert. Auto, Motorrad und Elektrische. Gestern vormittags fuhr der 24jährige Karl Filipovič, Sohn eines Gutsbesitzers aus Kyjov in Mähren, mit seinem Motorrad 7704- M über die Holleschowizer Brücke nach Brag, als plöblich vor dem Winterstadion der vor ihm fahrende Chauffeur eines Lastautos so unman ausgestattet, die dank ausgezeichneter Ton- und Atemfultur allen Absichten der Künstlerin mühelos folgt. Eine wahre Lerchenstimme, eine schauspielerische Persönlichkeit, die man gewinnen müßte. Wenig Glück dagegen hatte der zweite Gast des Abends, Jos. Schwarz als Hans Sachs, der mit einer heftigen, mitunter bis zur Heiserkeit gesteigerten Indisposition E. J. zu kämpfen hatte. Heute 7 Uhr: Wagner- Zyklus 2„ Lohengrin" mit Manjinger, Tulmann, Scheidl, Gutmann, Popovicz, Ortrud Reich- Dörich a. G. Dirigent: Schick.( B 2.) Donnerstag: Clorius, der Wunderkomödiant". ( E 2.) Nächste Aufführung 3. Mai( D 2). Presse= stimmen:„ Es war ein durchschlagender Erfolg". Autor und Darsteller rief herzlichster Beifall immer wieder vor den Vorhang." Vorträge Mittwoch, 24. April 1935. Nr. 96 Rasch hilft bel Schmerzen In den Gelenken, Gliedern, bei Kopfschmerzen und Erkältungen Togal Wirkt prompt Machen Sie einen Versuch mit Togal, Sie können sich viele qualvolle Stunden ersparen. Togal bringt Ihnen Linderung selbst in veralteten Fällen. In allen Apotheken. Preis Kč 12-. vermittelt bremste, daß Filipovič sein Motorrad rasch gern zu begnügen; diesmal mußten auch noch die von Thema spricht Doz. Dr. K. Ascher im Rahmen der Was dem einem bei dem ganzen Handel ein Ges Fortschritte in der Augenheilkunde. Ueber dieses Aerztefortbildungskurse am Sonntag, dem 28. April 1935, um 10 Uhr vormittags in der deutschen Augenflinif. Der Vortrag ist für Aerzte frei zugänglich. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch Don= 7: Lohengrin, Wagnerzyklus, II, B 2. nerstag halb 8: Glorius, der WunderFreitag balb 8: Die komödiant, C2. Samstag halb 8: 1 Iedermau 3, D 1. Die Fledermaus, A 1. Herr Dudek war übrigens neben Herrn Pre- Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, gegen Ferencvaros knapp 4: 5, fonnten aber gegei aer, der allen Frohsinn, alle Stimmbegabung und Mittwoch, abends 8 Uhr: Ping Pong. Hungaria nicht standhalten und wurden mit 5: 2 gePong. Donnerstag 8: Ping= alles schauspielerische Talent für den Alfred mitbrachte, Freitag schlagen. der einzige, dessen man einigermaßen froh werden 8 Uhr: Die große Katharina, Der Kommt der Zusammenbruch des Teplitzer FK? konnte. Denn sonst gab es weder gesangliche Leistun- a m mersänger, Kulturverbandsfreunde Daß die Tepliker Profi am Sonntag daheim vom gen noch Humor. Frau Walter ist eine in jeder und freier Verkauf. Samstag 8 Uhr: Ping Saazer DSV eine 1: 0- Niederlage einstecken muk Hinsicht langweilige Rosalinde, Fräv ein Rayn als Pong. ten, wäre keine Ueberraschung. Doch diese kam am Adele gesanglich zu unbedeutend, als daß man das Montag, als die Teplizer in Karlsbad gaitierten Unzulängliche der Darstellung übersehen konnte, und und von der dortigen Sparta mit 3: 5 geschlagen Herr Dörner als Eisenstein ist eine glatte Fehlwurden. Wie die tschechischen Blätter melden, beiebung. Die Reinhardtsche Fassung erlaubt es aber nicht einmal, sich mit der sonst üblichen( und da schon werden schon wieder zwei Tepliber Spieler, und zwar Wat ata und Pally transferiert". Ak oft üblen) Mischuna aus Opern- und Operettensänolin soll die beiden Spieler erworben haben. der Sprechbühne her. Die Herren Göt. Schmer enreich, Taub und Vadlejat zogen sich zwar schäft ist, bedeutet für den andern Sport! Aber sehr anständig aus der Affäre: aber daß das nicht gut recht sonderbaren! Außerdem heißt es, daß der Trautenauer Rudlof nach seiner Heimatstadt zu sein konnte, wissen sie alle wohl besser als wir selber. Wie entzückend war doch vo: wenigen Jahren hier rückgekehrt sei. Er behauptet, schon seit län die Kartousch als Orlofsky! Bei Reinardt wird aus gerer Zeit vom TFK keine Gage erhalten zu haben! Trotzdem berlangt der Teplitzer Klub Brinzen ein leicht angeteppter österreichischer Aristofrat, der Unsinn zu reden und Geschmacklosigkeiten zu DTJ- Querfeldeinlauf in Neratowiz. Bei den Der Reichenberger FK verlor in Troppau sein Auf der Straße ohnmächtig geworden. Gestern fingen hat. Wie denn übe aupt das Vikante ins Männern fiegte über die 4800 Meter lange Strede Meisterschaftsspiel gegen DSV mit 1: 2( 1: 2) und nachmittags stürzte vor dem Hause 124 auf dem Klá- Trivale, das leicht Frivole vielfach ins Ordinäre ver- Mares( Pankrac) in der sehr guten Zeit von in Königin of gab es am Montag gleichfalls eine rov die 62jährige Witwe Rosa Lo utst á aus Bran- gröbert ist. Nur dort, wo Straußens Musik unberührt 15: 56.1 Min. vor Prochazka, Černuška und Cha Niederlage ton 1: 3. deis a. E. plößlich ohnmächtig zusammen und blieb vom Zugriff jenes auftaucht, dessen Werk hier aber lupa( alle Tlustovousy). Im Mannschaftslauf war Anslcerdsvereine in der Tschechoslowakei. H schwer verletzt liegen. Auf der Klinik Schlosser wurde auch nicht ein Korn Gold enthält, wird die Stimmung DTI Tlustovousy erfolgreich. Bei den Frauen blieb foah Wien siegte in Brünn gegen Kral. Pole 3: 1 festgestellt, daß sie eine Rißwunde am Kopf und so rein heiter wie sie eben die Fledermaus" zu über die 400 Meter lange Strecke Jarolimkova und in Teschen gegen DSK 6: 2. FAC Wien ge Gestern schaffen vermag eine Gehirnerschütterung erlitten hat. troß des Herrn Kapellmeister mittags saß die 26jährige Studentin Rosa Lelfová Rieger, dessen unstrittiges Talent anscheinend doch( Prag VII) in 1: 10.2 Min. erfolgreich. Den Lauf wann gegen Tatra Kopřivnice 6: 1 und gegen Mor. VfB Dresden gab im tschechischen aus Wrschowitz auf einer Bank vor dem Wilson- Bahn- zu führerlos in die Sonne geht; schon die Ouvertüre der Jugend über 1600 Meter gewain Bilat( Nusle) Slavia 4: 2. Gebiet eine Vorstellung neudeutscher Fußballfuit; hof, als sie von einem plötzlichen Unwohlfein befallen, unter seiner Leitung bewies, daß er, aanz so wie im in Raudniß langte es zu einem 3: 2- Sieg und in ohnmächtig aufs Pflaster fiel. Der herbeigerufene Bigeunerbaron", mit nicht viel Ahnungen vom AufSoroksar( Ungarn) Arzt der Rettungsstation, Dr. Motejl, ordnete ihre bau, von den Tempis, von den Uebergängen beMelnit nur zu einem 2: 2. gewann in Preßburg gegen Ligetti mit 2: 0 und Ueberführung ins Allgemeine Krankenhaus an, wo schwert ist. berlor gegen TSK 5: 4. zur Seite reißen mußte. Indem er so einen Busammenstoß mit dem Auto vermied, stieß er in einen vorbeifahrenden Wagen der 14er- Strecke und wurde zu Boden geschleudert. Da er nur leichtere Verlegungen erlitten hat, wurden er und sein gleichfalls nur verbunden worden waren, in häusliche Pflege entlajjen. leicht verlegter Freund, nachdem sie im Krankenhaus Um der Frauen- eine Männerrolle und aus dem ruffischen ebenfalls eine Gehirnerschütterung und verschiedene Verzeichnen wir noch, daß Herr Direktor Verlegungen im Gesicht festgestellt wurden. Liebl sich alle erdenkliche Mühe gegeben hatte, aus dieselbe Zeit stürzte die 59jähr. Marie Kašpar aus der Fledermaus“,„ großes Theater" zu machen und Biela auf den Stiegen des Wilson- Bahnhofes plöß- daß Herrn Kotulan für die konstruktion der Drehlich zusammen und wurde zur Röntgenisierung ins bühne und für ihr tadelloses Funktionieren in dem Allgemeine Krankenhaus gebracht, da äußere Ver- Sinne zu danken ist, daß hoffentlich diese technische legungen nicht festzustellen waren. Bereicherung nunmehr in den Dienst der Kunst gestellt wird. Dazu wird notwendig sein, daß man auf die Reinhardte und die Korngolde verzichtet. Denn sonst erleben wir noch eine„ Neucestaltung" des " Fidelio" und der Götterdämmerung". Kunst und Wissen Gemarterte Fledermaus Das Erfreulichste: der Ferialfonds des Personals, zu dessen Gunsten diese Vorstellung veranstaltet war, dürfte einen schönen Zuschuß erhalten 2. G. haben. · . Sport Spiel Körperpflegen Spieler 20.000 Kč! in 5: 18.8 Minuten. Komos Leichtathletisches Meeting der DTJ Prag I- V. Die Veranstaltung wies eine gute Beteiligung auf und von den Ergebnissen führen wir an: Sportler: Dreisprung: Goth( Vysočany) 12.35 Meter; 1600 Sonstige Fußballergebnisse. Karlsbad: FR Meter: Kempir( Prag VII) 5: 13.1 Min.; Diztus: Stejskal( Libeň) 30.28 Meter; Kugel( beid gegen SK Kladno 2: 3( 1: 1). Brür: Meteor händig): Schöps( Neratowi) 21.63 Meter; Hoch- VIII Prag gegen DSK 3: 2( 2: 2). fprung: Smrčka( Karlin) 1.55 Meter. Jugend- ta u: DFK gegen TAFC Prag 4: 3( 0: 1). sportler: 1000 Meter: Stika( Pilsen) 3: 06.5 Min.; Saaz: DSV gegen AFK Kolin 4: 1( 0: 0). Weitsprung: Vetter( Žižkov) 5.12 Meter; Hoch- Bodenbach: SpVg gegen DFK Aussig 6: 1( 1: 1) Aussig: sprung: Stifa 1.52 Meter; Kugel: Sykora 10.52 und gegen Techie Karlin 1: 2( 0: 2). DFK gegen Rapid Praa 3: 1( 2: 0). Gablon3: Meter; Speer: Novy( Střešovice) 36.66 Meter. Warn einmal auf dem DSK gegen Techie Karlin 3: 2( 2: 0). dorf: WFK gegen BSK Gablonz 3: 1( 1: 1). Pardu Rolin: AFK gegen VfB Teplit 2: 1. Brünn: bib: Viktoria Žižkov gegen SK 4: 1. Mor. Slavia gegen SK Nachod 5: 0.31in: Vil toria Pilsen gegen Baka 4: 1( 2: 0). Das Prager Osterturnier, da DFC- Platz, dann auf dem der Bohemians abgehalten wurde, hatte als Attraktion das bescheidene Auftreten des Wiener tschechischen Fußballklubs Slovan und daß außer den sogenannten Hausherren das Kleeblatt erstand, engagierte man noch der SK Dejvice. Also gerade nichts überragendes in sportlicher Beziehung. DFE gewann gegen Slovan 4: 2( 2: 1) und gegen Dejvice 5: 3( 0: 2); Bohemians gegen die Wiener 3: 2( 1: 1) und gegen Dejvice 5: 1( 3: 0). Die tschechoslowakische Frauen- Meisterschaft im Waldlauf wurde Sonntag auf der Strecke Dobra Voda- B.- Budweis( 2200 Meter) ausgetragen und von Müllerova( Respo Kuttenberg) in 10:51 Min. gewonnen. S Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Heute Mittwoch, 8 Uhr abends Kreisveranstaltung im Parteiheim: Die Sozialdemo fratie, die Partei des Proletariats. Im Prager Deutschen Theater ist am Karsamstag die Fledermaus" wieder auferstanden. Wie? Wagner- Zyklus. Am Ostermontagnahm Allen guten Geistern der Kunst sei's geklagt! Nicht viel mehr als die Technik kam zu ihrem Recht. Die am Prager Deutschen Theater ein WagnerTechnik wars, die Herrn Mar Reinhardt er 3yflus seinen Anfang. Die Systemlosigkeit, die wir Nicht gerade erfreulich verliefen für die beiden dreistete, Hand anzulegen an dieser klassischesten aller erst unlängst beim Verdi- 3yklus bemängelt hatten, Operetten, die nun nicht neu-, ondcrn mißgestaltet ist auch bei diesem Wagner- Zyklus festzustellen. Er Prager Spitzenklubs die Ostern in Wien. Slavia ist, um ihren heiteren Fluß gebracht, stupid eingelei wurde mit einem Werke eröffnet, das gewöhnlich hatte es dank des Versagens ihrer Stürmer zu zwei tet, geschmacklos zerdehnt, um Dialoge und Massen- den Abschluß festlicher Wagner- Tage bildet; mit Niederlagen gebracht; Austria und Rapid gewan gespräche ,, bereichert", die läppischer sind, als alle den Meistersingern von Nürnberg." Uebrigens nen je 4: 2. Sparta verlor zwar gegen Rapid unProsa, mit der die sogenannte moderne Operette wurde die Oper unter Frit 3 weig& sicherer und verdient 1: 2, fonnte aber gegen Austria einen 3: 0 erfüllt ist. Aber nicht nur Mar Reinbardt mit seinen beschwingter Stabführung in einer allgemein- musi Sieg landen. Vermerken wir, daß Starhemberg Helfershelfern haben die Fledermans" solange ge- falisch sehr ordentlichen Wiedergabe geboten. Zivei für diese Veranstaltung einen fostbaren Botal„ spenschunden, bis sie ihrer ungefunden Phantasie ent- Gäste wirkten bei der Aufführung mit. Glücklich dierte", so müssen wir uns erinnern, daß dieser sprach, sondern der Herr C. W. Korngold tat war aber nur der eine: Fr. Harrietsenders iunge Herr noch vor Jahrer Hals über Kopf in noch ein Uebriges, um die unsterbliche Musif bis auf vom Stadttheater in Graz als Evchen. Ein Evchen Schulden stedte. Daraus ist also zu ersehen, daß Mitteilungen aus dem Publikum. jene Stellen zu verbunzen, an die er sich nicht hin- allerdings von vollkommenster darstellerischer und für gewisse Herrschaften der Fascismus immer ein anivaate. So ist aus der lieben Fledermaus" ein gesanglicher Art. Außerordentlich intelligent und ertragreiches Geschäft bedeutet. Die Lehre daraus? Bor Erkältungen schützen Sie sich, Ungetüm geworden, das fast vier Stunden braucht, ausdrucksstart im Spiel, das sonnige Anmut mit Wir haben bei den kommenden Wahlen darnach zu um sich über die Drehbühne zu wälzen. Ja, die Schelmerei und Innigkeit verbindet, von illusions- trachten, daß auch bei uns die fascistischen Bäume wenn Sie rechtzeitig Togal- Tabletten nehmen. Togal verdankt seine Beliebtheit den ausgezeichneten Er Drehbühne! Ausgerechnet für die Fledermaus" förderndster lieblicher äußerer Erscheinung; gesang- nicht in den Himmel wachsen. Die Brünner Židenice nahm an einem Turnier folgen, die mit diesem Mittel in aller Welt erzielt wurde sie zum erstenmal in Beweging gefeßt! Nun lich mit einer blühend- schönen, lyrisch- warmen, gloffann's also lustig losgehen im Wettlauf mit dem fenreinen und äußerst tragfähigen Sopranstimme| in Budapest teil. Die Brünner Profi verloren wurden. In allen Apotheken. 5 8 9 10 11 12 13 14 15 16 3466 1 234 5 7 66988 0123 10 11 12 13 14 15 16 17 4567 111 2991 Sonntag, den 21. April, entschlief nach schwerem Leiden im 51. Lebensjahre unser lieber Genosse Heinrich Blažej, Offizial der Č. S. D., Obmannstellvertreter der Krankenkassa der Č. S. D. und Vorstandsmitglied des Masaryk- Fonds für lungenkranke Eisenbahner. Wir verlieren an ihm nicht nur unseren lieben Freund, sondern einen langjährigen Kampfgenossen und ständigen Mitarbeiter im Zentral- Sekretariat. Sein offener Charakter, seine edle Gesinnung und die besonders stark ausgeprägte Hilfsbereitschaft haben ihm die Zuneigung aller gewonnen und sichern ihm ein dauerndes Gedenken. Dle Beerdigung findet Donnerstag, den 25. April 1935, um 13 Uhr am Zentralfriedhof Prag- Strašnice statt. Aussig- Prag, am 21. April 1935. Der Vorstand des Verbandes der Eisenbahner in der Čsl. Republik. Inserate werden laut Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.-, balbjährig Kč 96.-. ganzjährig Kč 192.-. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- und Tele Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Breisnachlaß. graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Eruderei: Orbis". Druds, Berlags- und Beitungs- A.- G., Prog. උප I TH 5 6 5678 7 8 9 10 11 12 1082 8 9 10 11 100 44625