IE NT CALOR GAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii„ fochova a. telefon 33077. HERAUSGEBER« SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR« WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Hella? (•in»chli.6ltch 5 Halter Fort») 15. Jahrgang Sonntag, 28. April 1935 Nr. 100 für die Arbeitslosen Das Fürsorgeministerium hat in diesen Tagen den Bezirksämtern die Höhe der auf sie entfallenden Zuweisungen an Zucker, Malzkaffee und Gerstengraupen für die in die staatliche Er- nührungsaktion eingereihten Familien der Arbeitslosen bekannt gegeben. An Zucker werden 35 Waggons, an Graupen 14V Waggons und an Malzkaffee 27 Waggons verteilt werden. Auf die Famllie eines arbeitslosen Familienerhalters entfallen ein einviertel Kilo Zucker, vier Kilo Graupen und ei« Kilo Malzkaffes. Ledige Arbeitslose erhallen je zwei Kilo Graupen. Keine automatische Hilfeleistung Paris. Dir französisch-sowjctrusinchcn Verhandlungen haben sich etwas verzögert, da der sowjetruffische Botschafter Potemkin der Moskauer Regierung einen Bericht über alle jene Fragen erstatten muß, über welche ein Einvernehmen er« zielt wurde. Trotz dieser Verspätung haben di« Autorisiert«« Kreise«inen f ehr günstigen Eindruck von den Verhandlungen und es wird an- heuourmen, daß sie etwa Mitte der nächsten Woche tu Ende geführt werden würden. Der Pakt wird von Laval und Potemkin paraphiert und zu Beginn des Monates Mai anläßlich des Besuches LavalS in Moskau unterzeichnet werben. An informierten Stellen wird erklärt, daß die Heiden Parteien bei der Redigierung des Ter- les ein K o m p r» m i ß suchen, welches Frankreich volle Handlungsfreiheit belasse», gleichzeittg aber den Artikeln des Paktes, sowie des ihn begleitenden Protokolls eine präzisere Begrenzung geben würde. ES scheint, daß von einer schriftlichen Formulierung des sogenannten automatischen Funktionierens des Beistandes Abstand genommen werden wird. Die beiden Parteien sind sich im segebenrn Augenblick der Gefahr bewußt und werden entscheiden, ob sie» ohne zu warten, handeln oder daS Gegenteil für zweckmäßiger erachte« werden, d. i. w e i t e r e Prozeduren, nämlich die Einberufung und Entscheidung des Völkerbundrates, abzuwarten. Fiasko Henleins in Znaim Viele Tausende demonstrieren gegen den„Führer” Znaim.(Eigenbericht.) Die SHF hatte für Samstag nach Znaim eine große Bezirkskundgebung einberufen, deren Hauptattraktion eine Rede des„FührerS" sein sollte, dessen Autokolonne angrkündigt war. Die Anhänger der SHF wurden aus der weiten Umgebung, nämlich aus den Gerichtsbezirken Znaim, Frain, Joflowitz und Miß- litz zusammengrtrommelt. In allen Ortschaften ließen die Henleinleute am Vortag Gelder«nd Lebensmittel verteilen. Die Vorbereitung der Tagung war also mit ungeheuren Kosten verbunden, die sich aber nicht lohnten, denn dieMas- sen blieben trotzdem aus. Aus all den genannten Bezirken waren etwa 800 zum Teil uniformierte Ordner gekommen. Der Saal des Deutschen Hauses war fast nur von diesen Ordnern leidlich gefüllt: die Znaimer Arbeiter einzulaffen wagten die Veranstalter nicht, obwohl noch viel Platz frei war. Einige Sozialdemo- kratcn, die auf Umwegen in den Saal gelangt waren, wurden sogar wieder hinauöge- drängt. Die Znaimer Arbeiter, darunter auch tsche- I chischc Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, hatten sich daher zu vielen Tausenden vor dem Deutschen Haus versammelt, um gegen den Hen- leinsasrismns zu demonstrieren. Mit einer fünfviertelstündigen Verspätung traf dann die Autokolonne des Herrn Henlein rin. Sie wurde aber nicht mit Blumen, sondern mit stürmischen Pfuirufen überschüttet. Die Autos blieben stehen. Die sonst so mutigen SHF-Leute hatten für diesen Fall schon Steine«nd Prügel in den Autos m i t g e b r a ch t, die sie nun gegen die Menge warfen. Sie gaben auch zwei S ch ü s s e ab. Die empörte Menge wendete sich nun gegen die Autokolonne, ein Steinhagel antwortete den Schüssen. Die Fensterscheiben der Autos wurden zertrümmert«nd auch die Wag«» selbst beschädigt. Henleins Leibgarde mit dem „Führer" an der Spitze wendete daraufhin dir Autos rasch um und fuhr in rasendem Tempo wieder zurück. In dem Vorort Sallcrsdorf stellte sich Herr Henlein unter den Schutz der Gendarmerie. Auf Schleichwegen wurde er dann nach längerer Zett durch eine Hintertür doch in das Versammlungslokal gebracht. Inzwischen war es halb 8 Uhr abends geworden. Henlein sprach etwa zehn Minuten und bewegte sich dabei nur in den sattsam bekannten Phrasen. Die Begeisterung war selbst bei den Ordnern nicht sehr groß, da die Leute schon kurz nach Mittag aufgeboten worden waren und daher nicht mehr viel Begeisterung übrig hatten. Die tausende Demonstranten blieben vis nach Schluß des Rummels vor dem Deutschen Haus beisammen, das ganz umstellt war. Die Stimmung unter den Demonstranten war außerordentlich erregt. Während der Versammlung«nd beim Abzug der Versammlungsteilnehmer kam es noch mehrfach zu Zusammenstößen. SHF-Ordner versuchten während der Versammlung nach reichsdeutschem Muster mit„Rollkommandos" einen Ausfall. Dabei kam es zu Schlägereien, wobei es auf beiden Seiten zahlreiche Leichtver letzte nnd auch einige schwere Verletzte gab. Die Gendarmerie nahm Verhaftungen vor. Bei verhafteten Ordnern der Henleinfront wurden Waffen gefunden; Bauernburschen aus der Umgebung wurden Hackenstiele abgenomme«. Herr Henlein und sein Stab dürften sich de« triumphalen Einzug in Znaim wesentlich anders vorgestellt haben... * Nach einer amtlichen Meldung wurden bei den Zusammenstößen 17 Personen verletzt und ebensoviel dem Polizeikommiffariat zur Sicherstellung vorgeführt. SHF-Banden mit Gatplftolen ausgerüstet! Die blutigen Zusammenstöße in N e u s a t t l und N e u d e k haben bewiesen, wie die SHF den Wahlkampf zu führen gedenkt.„Ritterlich" im Sinne des Schlächters Göring, Die erlogenen Berichte der Nazipresse über die Vorfälle in den beiden Versammlungen zeigen, daß man auch vom Lügenchef Goebbels genug gelernt hat. Der Goebbels-Fnnk unterstützt übrigens die Kampagne. Roch ehe die hierländische Hitler- Presse die Lüge von der„Besetzungdes Bahndammes Ncudek—Johanngeorgenstadt" durch Marxisten und dem angeblichen, vergeblichen Angriff der Gendarmerie auf den besetzten Bahndamm auftischte, erschien diese Lüge bereits Donnerstag 10 Uhr abends als Sendung des Deutschen Nachrich tenbürosim reichsde« tsche n Rundfunk und wurde ausdrücklich als Mitteilung der Pressestelle der SHF bezeichnet. Es ist also neuerlich erwiesen, daß die retchsdeutschen Lügensender unmittelbar— vermutlich telephonisch ans Grenzorten oder durch Geheimdienst— Nachrichten aus den führenden Kreisen der Sadetrndeutschen Hitler- Front beziehen! Wer die Terroristen stellt» wer bewaffnet ist, wer den Wahlkampf auf die gewaltsame Auseinandersetzung zutreibt, beweist nicht nur dir Geschichte des deutschen FascismuS, mit dem die SHF ein Herz«nd eine Seele ist, sondern täglich beweisen es untrügliche Fatten: So konnte« wir in Nordböhmen feststellen, daß„Ordner" der SHF, also die bezahlten Rollkommandos der Führer, mitGaspiftolen ausgerüstet sind. Der Gendarmerie ist es gelungen, zunächst in einem Falle, bei dem Obmann der SHF in Reusatt l, einem Mann namens Lode, eine solche Gaspistole zu beschlagnahmen. Wenn sich die angegriffenen Arbetter gegen die mtt Pistole» bewaffneten Mietlinge der Hitler-Doderer-Front dann mit der erstbesten Zaunlatte wehren, die,ihnen zur Hand kommt, so schrett das Pack über„Terror". Genau so war es in Deutschland. Totschlag, Folter, Fememord als Kampfmittel des Fascismus waren immer beliebt, aber wenn einem der Angreifer ein Haar gekrümmt wurde, so heulten und winsette» die feigen Gesellen wie geprügelte Hunde! Heimwehroffizier erschlagen Bei einer Kunschak-Versammlung Wien. Die letzten Scharmützel zwischen Hrimwrhrleuten und Kunschakanhängcrn, insbesondere Anhängern der Organisation„F r e i- heitsbund", haben ein Menschenleben gefordert. Der Oberleutnant des Schutzkorps Dr. T i n a i, ein Angehöriger der Heimweh««, der kürzlich bei einer Kunschak-Lersammlnng bei Lrmbacher im 3. Bezirk verletzt wurde, ist Freitag tm Krankenhause seiner Verletzung erlegen. Militärische Jugenderziehung in Oesterreich Wien.(Tsch. P.-B.) Der Staatssekretär für Unterrichtswesen Dr. Perntner hat in einer Pressekonferenz mitgetrilt, daß sich das Unterrichtsministerium bereits mit der Ausarbeitung von Pläne« beschäftige, welche den Zweck verfolgen, die Schuljugend und insbesondere die Mittelschuljugend für eine späte« militärische Verwendung vorruber eiten. Zunächst dürste dies auf dem Wege über die Ausgestaltung des Turnunterrichts «nd der Freilust- Nachmittage, Wrhrübungen, Gelände- und Marsch-Uebungen geschehen. Außerdem soll die vormilitärische Erziehung auch in den anderen Lehrgegrnständcn mehr berücksichtigt werde». Die„Volksgemeinschaft* 11 „Herr Henlein, wenn Sie mir versprechen, daß es 1936 keines. Mai- Feiermehrgibt, stifte ich 100.000 Krone» für Ihren Wahlfonds. ♦ Die Deutschnationalen wieder zuselassen Prag. Im heutigen Amtsblatt wird di« vom Ministerpräsidenten M a l y p e t r unterzeichnete ßkundmachung der Regierung vom 27. April d. I. veröffentlicht, wonach das am 4. Oktober 1933 ausgesprochene Verbot der Tätigkeit der Deutschen Rationalpartri mit dem Tage der Veröffentlichung der Kundmachung feine Wirksamkeit verliert. Dr. BeneS in Teplitz Außenminister Dr. Benes spricht Montag, den 29. April, um 8 Uhr abends über Einladung der deutschen sozialdemokratischen Lehrer und im Rahmen der Pädagogischen Woche im große» Saale des Teplitzer Stadt» theaters über das Thema:„Die kulturellen Aufgabe«der Deutschen und Tscheche n". Wie unS gemeldet wird, warm bereits Freitag a l l c P l ä tz e für diesen Vortrag verkauft. Montag wieder Ministerrat Die übliche Freitag-Sitzung des MinisterrateS konnte diesmal das umfangreiche Programm nicht vollständig erledigen. Infolgedessen werden die Beratungen am Montag, dem 29. April, vormittags, fortgesetzt werden. Seite 2 Sonntag, 28. April 1835 Nr. 10V Die tschechischen Genossen für weitere engere Zusammenarbeit mit unserer Partei Prag. Am Samstag hielt die Parteivertretung der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei eine Sitzung ab, in der Minister B e ch y n e das politische Referat erstattete und das Manifest an die Wählerschaft verlas. In dem Manifest erklärt die Partei«. a. in der Innenpolitik auch weiterhin ihre Bereitschaft und den Willen, mit allen demokratischen Parteien, die zur Zusammenarbeit bereit sind, zusammenzuarbeiten, insbesondere den Billen zu einer engen Zusammenarbeit mit der deutschen sozialdemokratischen Partei und der tschechoslowakischen nationalsozialistischen Partei. Sie lehnt die Zusammenarbeit mit der ■ kommunistischen Partei ab, solange sich diese nicht voll auf den Boden der Republik und der Demokratie stellt. Der Zentralsekretär der Partei D u n d r verlas sodann den Entwurf der Kandidatenlisten in- Abgeordnetenhaus, in den Senat und in die Landesvertretungen. Die Partei kandidiert in allen Wahlkreisen und Ländern selbständig; auf Ersu- Vie Sudetendeutsche Volkshilfe— aufgelegte Wahlmachel Dass die SBH zum Seelen- und Stimmenkauf benützt wird, bewerfen einige Fälle, die sich im Auffiger Bezirk zutruge'n. Die Namen der Beteiligten und des Ortes sind der Redaktion bekannt... In A. wurden nur solche Einwohner mit 10 und 20 XL unterstützt, die lvahlberechtigt sind und bei denen eine klare Selbstentscheidung nicht vorausgesetzt werden konnte.— Ein Einwohner erhielt 10 XL, worüber seine Frau des Lobes voll war für die SHF. Als der Mann von seinen Lei- denSgenossen eines besseren belehrt worden war, bekam nicht mehr er, sondern seine Lebensgefährtin die 10 XL. Ein zweiter Fall. Ein Indifferenter erhielt für sich, seine Ehefrau und ein Kind 30 XL. Bon dieser Zeit an war Henlein das Ideal in der Familie. Die Sache wurde aber anders. Bei der nächsten Verteilung erhielt die Frau einen Anweisungsschein auf 30 XL an das SHF-Mitglied Josef Sommer adressiert. Die Frau ging zum Kassier der SVH, einem Angestellten der Mühlig« Union, und machte ihn auf den nach ihrer Meinung vorliegenden Irrtum aufmerksam. Da kam sie aber schön an. Man nahm der Frag den Schein ■ weg und sagt^ihr, sie könne nichts mehr bekommen, -da ihr Mann mittlerweile wegen Paschens drei Monate Gefängnis in Leitmeritz abbüssen müsse und ihm durch Gerichtsurteil die Wahlberechtigung aberkannt wurde. Es sei schade vm das Geld, wenn kein Gegendienst geleistet werden könne. Kassenscheine um 620 Millionen überzeichnet Gesamtergebnis 1323 Millionen Ke Prag. Der Umtausch der Mai- und Juli- Kassenscheine gegen 4^pr«entige am 1. Mai 1936 und am 1. Mai 1931^fällige Staatskassenscheine wurde mit einem grossen Erfolg äbgeschlof- chen-der polnischen Sozialdemokraten und der jüdischen Partei hat sie in ihre Kandidatenliste Vertreter dieser Parteien ausgenommen, Für die Wählen in die L a n d e s v e r t re- tun g c n koppelt die Partei ihre Kandidatenlisten mit denen der deutschen Sozialdemokraten, bei den Wahlen in die Bezirke wird sie ebenfalls Koppelungen vornehmen oder in den sprachlich gemischten Gebieten einheitlich mit den übrigen tschechischen Parteien vorgehen. Nach kurzer Debatte genehmigte die Vertretung einstimmig die beantragten Kandidatenlisten. In den Kandidatenlisten für das Abgeordnetenhaus erscheinen die bisherigen Abgeordneten Dr. Meißner, Frau JurneLkovä, Tayerle, der Parteivorsitzende Hampl, Klein, Dr. Macek, Neumeister, Srba, Chalupa, Stivin, Necas, Pik, Remes, Novy, Dr. Mares, Polach, Bechyne, Jasa, BroZik, Dr. Mar- koviL, Dr. Derer, Benda und Becko. In den Senat übersiedeln die bisherigen Abgeordneten Bro« deck y, Tomasek, Vacha, Vojta Benes und Chalupnik. sen. Insgesamt wurden XL 1.323,000.000 Nominale gezeichnet, resp. umgetauscht, so dass sich «ine Ueberzeichnung von 620,000.000 XL ergibt. An der Neuzeichnung beteiligten sich hauptsächlich Geldinstitute, Sparkassen, Vor« schutzkassen, Reiffeisenkafsen, Verbände, Versicherungsanstalten und Banken, die ihre Ueberschüsse zu günstigen Zinsen vorübergehend placierten. Henleindlatt nicht bei Mercy. Wir erhalten folgende Presseberichtigung: Ich fordere Sie mit Berufung auf 8 11 des Gesetzes vom 10. Juli 1933, Slg. 126, auf, folgende Berichtigung der in der Nr. 99 vom 27. April 1935 des .Sozialdemokrat" unter der Ueberschrift.Henlein-Tagblatt im Mercy-Verlag?" erschienenen Nachricht zu veröffentlichen:.Es ist unwahr, dass die begründete Aussicht besteht, dass die von der Heimatfront mit dem Mercy-Verlag in Prag eingeleiteten Vethandlungen zu einem positiven Ergebnis führen werden. Wahr ist vielmehr, dass solche Verhandlungen überhaupt nicht eingeleitet wurden." Verlag Heinr. Mercy Sohn. Dr. Keller. Rechenschaftsbericht deS BodenamteS. Am Freitag hielt der Verwaltungsausschutz des Bodenamtes, das bekanntlich mit 1. Mai aufgehoben wird, seine letzte Sitzung ab, in welcher ein ausführlicher Bericht über die sechzehnjährige Tätigkeit diese? AmtcS vorgelegr üüd genehmigt wurde. Der Bericht wird dem Präsidium der beiden Häuser der Nationalversammlung und dem Ministerpräsidium überreicht werdey. Zankow entlassen Sofia. Samstag zeitlich früh find in Sofia die ehemaligen Ministerpräsidenten Z-a n k o w bnd Georgi« w, sowie einigt andere Politiker eingetroffen, die, wie bekannt, bei BurgaS interniert worden waren und deren Entlassung eine wichtige Frage bei der Kabinettsbildung Toschew bildete. Die Ankunft wurde geheimgehalten, so dass Manifestationen in Sofia verhindert werden konnten. Zur Ermordung Fritz Husemanns Sopade. Fritz Husemann ist am 15. April ermordet worden. Der Mann, der von 1911 bis 1933 Vorsitzender des deutschen Bergarbeiterverbandes war, dessen Namen in b?r Bergarbeiter- Internationale in höchsten Ehren steht, wurde ,,auf der Flucht" erschossen. Er ist bereits mehrere Male verhaftet gewesen. Seit Ende März fass er wieder in Haft. Er sollte angeblich in ein Konzentrationslager überführt werden. Auf den: Transport dahin wurde er„auf der Flucht" erschossen. Er hat unmittelbar vor seinem Abtransport seiner Frau auf das Bestimmteste erlärt, dass er sich so benehmen würde, dass zu einem Einschreiten gegen ihn keinerlei Veranlassung gegeben sei. Er ist dem Mord in der bei den Nationalsozialisten üblichen Form zum Opfer gefallen. Fritz Husemann hat bis zuletzt in B o ch u m unter seinem Kameraden gelebt, für die er gewirkt hatte. Man hat ihn am 2. Mai 1933 höhnend aus dem Gebäude des Bergarbeiterverbandes hinausgeworfen— aber er hat damit seinen Einfluss unter den Bergarbeitern nicht verloren. Zu deutlich war der Abstand zwischen dem Bergarbeiterführer Husemann und den Kreaturen der Nationalsozialisten. Fritz Husemann war ihnen unter der Bergarbeiterbevölkerung seiner Heimat zu populär. Sie sähen das Wachsen dieser Popularität, deswegen haben sie ihn kaltblütig ermordet. Das war keine Zufallstat, nicht der Einfäll eines kleinen Mörders oder eines lokalen braunen Bonzen. Das war ein wohlüberlegter Beseitigungsplan, keine zufällige Begleiterscheinung, sondern ein unmittelbarer Ausfluss des Systems. Die Verordnung des Präsidenten der Reichs- Pressekammer, Amann, durch welche die gesamte deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenliteratur, soweit sie nicht parteiamtlich abgestempelt ist, auf Gnade und Ungnade der Willkür der geschäftlich interessierten Nazibonzen ausgeliefert wird, hat ihre besonderen Hintergründe. Sie ergeben sich unschwer auS den in den letzten Wochen erschienenen Statistiken Mer die Auflagenhöhe der reichsdeutschen Zeitungen. Wenn mit Misstrauen betrachtete Blätter, wie die»Frankfurter Zeitung", noch immer eine Auflage von Mer 70.000 zu verzeichnen haben, wenn die Auflage der katholischen»Kölnischen Volkszeitung" um tausend« von Exemplaren wächst, wenn selbst kleine, unbedeutende Provinzblätter, meist früher deutschnationaler Provenienz, die der Geruch einer oppositionellen Zwi- schen-den-Zeilen-Polittk umwittert, plötzlich im ganzen Bezirk aufmerksame Beachtung finden, so weiss man, dass es sich bei der neuen Presseverord« nung darum handelt, die immer lästtger werdende Konkurrenz der Nichtparteipresse mit einem Schlage los zu werden. Denn die Auflagen dernationalsozialistischenBlätter sinken fast überall gleichmässig, trotz Terror und Druck. Dazu kommen andere bemerkenswerte Tatsachen. Die opponierenden katholischen Kirchenblätter, früher völlig unbeachtet gebliebene kirchliche Vereinsorgane, haben ihre Auflage in Schweiz gesen Hakenkreuzstudenten Der Schweizerische Schutzbund wendet sich i» einer Kundgebung gegen die von Deutschland ausgehenden Bestrebungen zur Beeinflussung der schweizerischen Studentenschaft durch national« sozialistische Sendlinge. Ein Zirkular der»Deutschen Studentenschaft" zeige deutlich, dass di« deutschen Studenten zu politischen Zwecken in die Schweiz geschickt werden, um sich in den Dienst der deutschen Propaganda zu stellen. Es wird erklärt, dass die schweizerischen Hochschüler mit der Ansicht der deutschen Studenten nicht über« einstimmen, welche die Schweiz als»deutschin Boden unter fremder Herrschaft" ansehen. Das schweizerische Volksbewuhtsein stehe höher als ein fremdvölkisches Deutschtum. Deshalb werden alle Schweizer Akademiker zur Wachsamkeit aufge^ fordert. Fünf Schutzbündler freigelassen Wie«. Der Staatsanwalt hat macht Fällen die Berufung gegen das Urteil im Schuhbundprozeß zurückgezogen, und zwar bei jenen Verurteilte«, die Kerkerstrafen bis zu zwei Jahren erhalten hatten, die ganz oder zum überwiegenden Teil durch die Untersuchungshaft verbüßt erscheinen. Fünf der Verurteilten, und zwar Tamborino, Bernert, Cechota, Droh und Kern wurden in Freiheit geseht, während Dienstel, Hab und Kohn für die geplante Amnestie vorgeschlagen werden. In zwölf Fällen in denen es ffich um Strafen‘ zwischen fünf und zwölf Jahren handelt, beharrt der Staatsanwalt auf der Berufung. einer Weis« steigern können, die einer Demonfira« tion gleichkommt. Es gibt KircheMlätter, die nicht nur die katholische Bevölkerung weitgehend erfassen, sondern die auch, aus politischen Gründen, von tausenden von Nichtkatholiken abonniert werden. Die Kirchenpresse hat ihre Auflagen zum Teil verdoppeln, ja, verdreifachen können. Dazu kommt noch ein anderes Moment. Die Hitler-Partei hat mit ihren Versuchen, mit natto« nalsozialistischer Zeitschriftenliteratur zu durchdringen, vielfach Schiffbruch erlitten. Bon den amtlichen Mitteilungsläättern der diversen Parteiorganisationen abgesehen, die zwangsmässig auf eine hohe Auflagenziffer herauf« geschraubt werden, vegetteren die belletristischen und fachlichen Nazizeitschriften mehr oder weniger an der Peripherie. Das Resultat des eigenen Unvermögens will man nun dadurch wettmachen, dass man einfach die Konkurrenz erschlägt, wahrscheinlich, um die lahmgelegten Millio« nenobjekte dann für ein Spottgeld in eigene Hände zu bekommen. Es ist ein gigantischer Raubzug. den auch der grosse H u g e n b ergsche Pressekonzern zu spüren bekommen wird, der für sich das Haupt»verdienst" in Anspruch nehmen darf, den» Nationalsozialismus und damit seinem eigenen bevorstehenden Ende die Bahn frei gemacht zu haben 1 vor deutsche Reichspresse* knebel und die Ursachen 6 Roman von> Emil Vachek s Deutsch von Anna AurednRek Ein paar forsche DMen, die man dirigiert, dabei schön rückwärts bleibt, bis man vergessen worden ist... Auf der Bühne piepst indessen der Windbeutel einen Blödsinn und der Cyrano antwortet, daß es eine Freude ist. Ich seh' mich schon an seiner Stelle— seh', wie ich den Polypen— das sind die Wachleute, die uns im Wachtzimmer die Ohrfeigen versetzen... Jetzt könnt' ich's aber nimmer aushalten, muhte heraus aus dem Theater, um die Geschichte zu überdenken. Aber was, wenn die’ Polypen einen meiner Kadetten nach dem andern erwischen? Das Arbeiten bei der Elektrischen ist keine Kleinigkeit, LoisiS. Man wird von allen Seiten beobachtet, und wenn man nicht eine samtene Pfote hat, so spüren es die Fahrgäste und fangen zu brüllen an. Auch Ohrfeigen kann man dabei erwischen. Unsereiner ist überhaupt oft der reinste Watschenmann. Du kannst dir vorstellen, dass das nicht angenehm ist. Ich geb' als» meinen Plan mit den Kadetten traurig wieder auf und marschier' an der Polizeidirektion vorMer. Bor dem Tor steht der Wach« mann Pecina, ein Riesenkerl, der gern drischt. Es hat Dienst und spricht gerade mit einem kleinen Buben, der ihn etwas gefragt hat. Und der Pecina ist ganz verwandelt. Er lächelt dem Racker zu, streichelt ihn. Wie ich das sehe, zuckt's wie ein Blitz durch meinest Schädel, ich steh' stjll, als wär' ich vom Donner gerührt. Der Pecina merkt es und sagt:„Was is denn los. Ferdl? Du Lump, du, willst dich wohl freiwillig einsperren lassen? Oder hast du.gar Lust, den Herrn Polizeidirektor zu bestehlen?" Dabei hört er gar nicht auf, den Kleinen zu streicheln— und jetzt kommt mein Einfall:„Mit Kindern muh man gegen die Kerle losziehen l" Stolz fuhr er fort:„Loisis/ die Cherubinen sind meine grosse Erfindung; sie haben mich berühmt gemacht und die Polizei zwei Jahre lang an der Nase herumgeführt. Ich habe ein paar Balger zusammengeklaubt, von denen niemand was wissen wollte, die ohne mich elend zugrunde gegangen wären. Für sie hab' ich eine Arbeit ausspekuliert, dass die Polypen wie vernagelt waren. Das waren die grössten Tage meines Lebens. Ich kam mir vor wie ein Erfinder, der etwas ausgerechnet hat und höchst erstaunt ist, wenn es in der Praxis flappt. Eigentlich hab' ich eine ganze Menge Ideen. Im Wagen darf nicht gearbeitet werden, dort sieht man zuviel. Und es gibt zu viele Zuschauer. Die ganze Geschichte wird von meinen Kadetten am Trittbrett ausgeführt und ist in fünf Minuten fertig. Ich suche mir die Leute aus, den Menschen, der mir der Passende erscheint, und ein Augenzwinkern genügt, dass ihn die Buben ins Auge fassen. Dann verduft ich, weil's ungesund ist, wenn man mich bei der Slawischen sieht. Zwei Kadetten nähern sich dem Betreffenden, der dritte macht einen Wirbel. Wenn der Wagen ankommt, steigt ein Kadett aufs Trtttbrett und hält mit der Hinterfront unseren Mann zurück. Der zweite Kadett, der von den Passagieren an ihn gepresst wird, macht sich in seinen Hosentaschen zu schaffen. Dann dreht sich der erste Kadett um, murmelt, er hMe sich geirrt, drängt zurück, lugt dem Mann dabei in die Brufttasche und gräbst ihm die Tasche oder die Uhr. Wenns ein Frauenzimmer ist, schnipst ihr der zwette Kadett die Handtasche. Dann machen sich alle beide aus dem Staub und der dritte steigt in den Wagen. Wenn der Bestohlene dann Spektakel macht und einer der Mitfahrenden sagt, er habe einen Knirps gesehen, der sich an die Leute drückte, zeigt mein dritter Kadett seine Taschen, in denen sich nur eine Fahrkarte befindet. Worauf die Fahrgäste den Beswhlenen beschimpfen, weil er ein unschuldiges Kind verdächtigt hat. Es kommt vor, dass man zum Schluss für den DMen absammelt. Wie wir angefangen HMen mit unserem Betrieb, war's eine Wordshetz, Loisis. Es wurde gestohlen, dass es eine Freude war l Und diePolypen waren zweiJahre lang ganz meschugge. Sie hatten keinen blassen Dunst, was vorging, glaubten, ich sei ehrlich geworden. Sie wüssten bis heute nichts, wenn mir nicht ein Malheuer passiert wäre. Ein Geheimer hat's auf mich abgesehen gehMt; es war wegen einer ganz andern Geschichte. Da mich der Kerl ständig mit den Cherubinen gesehen hat, glaubte er, ich häll' einen unnatürlichen Verkehr mit den Lausern. Er hat uns so lange aufgelauert, bis er uns eines schönen Tages erwischt hat, als wir einen Pfarrer Mgeräumt haben. Als ich wieder frei war, HM' ich von neuem angefangen. Aber so leicht war es nicht mehr und die Kadetten, die musste ich fortwährend tvechseln. Ja, es ist nicht mehr dasselbe. Loisis, die ihren Plan zäh verfolgte, sagte pfiffig:»Quatsch nicht Unsinn, Ferdl, jeder weiß, dass du reich bist!", „Das ist ein Irrtum", wehrte sich Beinsteller ängsüich.»Ich reih mich gar nicht um Reichtum, ich bin froh, wenn mir's aufs Brot reicht, nicht wahr, BMen? Die können bezeugen, dass wir den ganzen Monat keinen Finger gerührt HMen." Da lieh sich Cherub Karl denn Herd vernehmen:„Das ist wahr, Fräulein Loisis, wir arbeiten jetzt sehr wenig, Herr Beinsteller gibt uns nur Unterricht, damit etwas Ordentliches aus uns wird. Er hat den Franzl lesen gelehrt, gestern war er mit uns am Karlstein und hat unS viel Schönes von Karl dem Vierten erzählt. Am Sonntag sind wir all« Boot gefahren und jeden Abend liest er uns vor." Beinsteller wehrte sich verlegen und schamhaft:„Schwatz nicht, Karl!" Aber Karl fuhr fort:„Und was der Herr Beinsteller nicht mit uns ausgibt, schenkt er alten Weibeln." Jetzt wurde es dem Beinsteller zu bunt und er schrie:„Ich hab' dir gesagt, dass du nicht quat» schen sollt, Karl! Wer hat dich darum gebeten? Es ist doch nichts Besonderes, wenn man einem Bettelweib paar Groschen schenkt." ,Hch möcht' ihnen keinen blanken Heller geben", erklärte Loisis.„Die HMen ja mehr als unsereiner." „Kann sein, Loisis. Wenn ich an einem solchen alten Mutterl vorübergehe, muh ich an meine alte Mutter denken. An die Hände der alten Wäscherin, die vom Rheumatismus ganz krumm waren, weil sie ihr Leben lang herrschaftlichen Schmutz reinwaschen musste. Ich sehe sie vor mir, wie sie, als sie nicht mehr waschen konnte, vor dem alten Platajz stand und die alten Hände w lang ausstreckte, bis sie die Wachleute davonjagten. Uebrigens wir müssen uns doch irgendwie von den anständigen Leuten unterscheiden— hab' ich nicht recht?" „Du solltest Mer doch an die alten Tage denken, Ferdl. Schau, jetzt bist du schon fünzig Jahve alt. Wenn eine Krankheit Mer dich kommt, wirst du weder Geld noch eine Frau HMen, die für die sorgt." Beinsteller war unruhig geworden.„Kruzi- sakrament, Karl, mir scheint, du schläfst drüben beim Herd. Du muht ja schon einen Hektoliter gekocht HMen?" »Jetzt wird es gut sein, Herr Beinsteller, eS ist so dick, dass der Finger drin stecken bleibt." „Willst nicht kosten, Loisis?" fragte Bein« Steller. „Ach, ich pfeif drauf", war die schnippische Antwort der Dirne.„Man will ihm raten und er hört gär nicht zu. Ich verlier bei dir immer nut meinen Humor." (Fortsebuna folgte Rr. 100 Sonntag, 28. April 1935 Seite 3 Ein Schrittmacher Henleins über die Zustände in der SHF:, Diktatur einer„Klique“ Dr. Jansky deckt den Schwindel von der Volksgemeinschaft auf Ein führender Funktionär der SHF, der Trzt Dr. Iansky aus Schneidmühl bei Pirkenhmmner hat seinen Austritt aus der SHF erklärt. Warum er die Partei, für die er eifrig gearbeitet hat, jetzt vor den Wahlen verläßt, erklärt er in einem offenen Rundschreiben, das weiteste Beachtung verdient. Janfiy gehört offensichtlich zu jenen I d e a I i» ft e n, die mangelnde soziologische Einsicht veranlaßt, auf Schlagworte wie.Volksgemeinschaft" hereinzufallen. Er ist aber einer der wenigen, die ehrlich genug sind, den Weg zurückzugehen, wenn sie ihren Irrtum erkennen. Daß Janfly kein.Marxist" ist, also ein Zeuge, dessen Unbefangenheit die Marxisten» frefser in der Henleinzentrale kaum bestreiten können, geht aus seinem Rundschreiben selbst hervor. ES lautet: .Da mein Austritt gegen meinen Willen in die breite Oeffentlichkeit hinausgedrungen ist, fühle ich mich verpflichtet, allerdings in schmerzlicher Weise, der Oeffentlichkeit gegenüber diesen Schritt zu begründen. Dazu sehe ich mich umsomehr veranlaßt, als der Kreisrat 7 einige Stunden nach meinem sowohl mündlich, als auch telephonisch mitgeteilten Austritt, in höchst überflüssiger Weise sich veranlaßt gesehen hat, mich nachträglich aus der Volksgemeinschaft der SHF auszuschließen. Diese sogenannte Volksgemeinschaft der SHF hat allerdings mit einer wahres und lebensechten Gemeinschaft nichts zu tun, es sei denn, daß deren richtiger Begriff gerade diesen leitenden Herren niemals zum Bewußtsein gekommen zu sein scheint. Unter Volksgemeinschaft verstehe ich die innere Verbundenheit, gegenseitige Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft, die ich im täglichen Leben auszuüben gewohnt bin. Gerade deshalb trat ich so eifrig für die Idee der SHF ein, weil es mir darum zu tun war, eine solche Gemeinschaft unseres sudetendeutschen Volkes aufzübauen, die auf freiwilliger Ein- und Unterordnung, auf gegenseitiger Rücksichtnahme und vor allem auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Wenn ich mich in diesem Kampfe um diese Gemeinschaft mit aller Kraft einsetzte, keine finanziellen Opfer scheute, meine gute Praxis vernachlässigte, meine Familie vollkommen zurücksetzte, meine physischen Kräfte fast vergeudete, so mutz jeder ehrlich denkender Mensch zugeben, daß es mir tief ernst um diese Gemeinschaft war. Die„Volksgemeinschaft" aber, wie sie sich in der SHF auswirkte, sieht so a«S, daß eine Klique von M e n s ch e n, die zum Teil die Härten des Lebens nie kennengelernt oder de» harten Lebenskampf nie durchfechten mutzten, in absolut!sti- scherForm dieser Gemeinschaft ihre« alleinigen Wille« aufzwingen will. Keine Meinung autzer der ihren hat Geltung und wer es wagen sollte, dennoch seiner Meinung irgendwie zum Durchbruch zu verhelfen, der wird kaltblütig für immer ausgeschlossen. Ümso gefährlicher mutz sich dieser Absolutismus auswirken, wenn die Meinungen und Anschauungen den Lebensbedingungen eines Volkes zuwiderlaufen, oder mit der Existenz dieses Volkes Experimente versucht werden, die es infolge seiner Notlage nicht mehr zu tragen imstande ist. 3ch habe geglaubt für Wahrheit und Recht Kümpfen zu müsse» und mutzte die traurige Erfahrung machen, datz gerade von den Dannertrügern der Idee, die mit hundertprozentigem Beispiel voran Hütten gehen müssen, Unwahrheit auf Lnwahr- heit gehäuft wurde. Der Ausdruck Kameradschaft, der in der SHF so oft als leeres Wort gebraucht wivd, ist für mich Lebensanschauung und Lebensinhalt. Kameradschaft ist Einsatzbereitschaft des Einen für Alle und Aller für Einen., Jedoch mußte ich feststellen, datz in den führenden" Kreisen diese Kameradschaft nur auf den Lippen getragen wird, in Wirklichkeit eS aber trostlos auSsieht. Die Kameradschaft gilt nur für die untersten Schichten. Beruft man sich aber auf sie, um zur Führung zu gelangen, stößt man auf verschlossene Türen. Diese Führung ist von einem Ring von Menschen umgeben, die nichts an sie heranlassen, was nicht ihrer Meinung ist und an den, wie heute schon Weitblickende Kenner urteilen, Konrad Henlein scheitern wird und muß. Als grundlegendste Aufgabe der SHF sah ich die Erziehungsarbeit, in zweiter Linie die Arbeit der Organisation. Unter Erziehungsarbeit verstehe ich die Schaffung des moralisch höher stehenden Menschen, des Menschen der Gemeinschaft. Mir ging es in erster Linie darum, die Seele des entrechteten Arbeiters zu gewinnen, ihn von der marxistischen, Idee lvszureißen und ihn wieder mit seinem Volke zu verbinden und den Kampf um seine berechtigten Lebensforderungen aufzunehmen und durchzufechten. Darüber hinaus wäre die Gemeinschaft von selbst entstanden, denn der erdverwachsene Bauer und mit ihm verbundene Gewerbetreibende kann sich niemals von seinem Volke lösen, weil es sich damit selbst vernichten würde. Gemeinschaft aber kann niemals be- schlosien, noch weniger diktiert oder sogar erzwungen werden, sondern muß wachsen. Auch die glänzendste Regie ist nicht imstande, eine Gemeinschaft zu gestalten. Auch für eine neue politisch« Zielsetzung will die SHF kämpfen. Die bisherige Entwicklung machte mir vollkommen klar, daß diese in die Tat umgrsetzt, Pilsen.(E. B.) Die„Marienbader Zeitung" vom 24. April hatte gemeldet: ,M>nräd Henlein und sein engster Mitarbeiterstab begannen gestern die große, auf vier Wochen bemessene Rundfahrt von einer Bezirksstadt zur anderen. Die Fahrt ging von Eger aus, alle hundert Schritte waren Ordner mit Fahrrädern aufgestellt. Zu den vier Autos, die durch das Randgebiet die Rundreise ermöglichten, gehörte auch ein Wagen mit einer mächtigen L au t- s p recheranlag e, die die Rehen auö den Versammlungslokalen übertragen sollte." Das Blatt teilt Wetter mit, datz die Versammlung-reise allein 130.000 bis 150.000 Krone« erfordern wird. Die Ziffer scheint aber eher zu niedrig gegriffen, nachdem bekannt wurde, daß für die Ordner in Tachau, die je XL 20.— pro Tag erhielten, allein Xä 14.000 aufgewendet wurden. Nach den vorliegenden Berichten endete die Mehrzahl der Henleinversammlungen in den Böhmerwaldstädten mit einem Mißerfolg. In Tachau mußte ein Sonderzug aus dem Gebiete von Haid ausfallen, ebenso von Krumau nach Oberplan, wo statt des Sonderzuges ein Autobus mit 50 bis 60 Personen eintraf. Von Wallern nach Oberplän fuhr nur ein Motor- wagen mit einem Anhängewagen, auch da reichte es nicht zur Füllung eines ordentlichen Sonderzuges. Der Besuch bleibt überall weit hinter den bombastischen Ankündigungen zurück. So wurden mit Hilfe von Autos und Autobuffen in Kaplitz 600 Personen zusammengebracht, nach Oberplan 800 bis 1000, nach Winterberg aus dem ganzen Gebiete zwischen Prachatitz und Bergreichenstein höchstens 1500 Teilnehmer einschließlich der vielen Neugierigen, unter denen sich auch zahlreiche Tschechen befanden. Wo hat sich Henlein verkühlt? Von Winterberg ab konnte der„Führer" nicht mehr das Wort ergreifen, da er sich in den vorherigen Versammlungen, in deren jeder er London. Nach einer Reuter-Meldung wurde dem britischen Marineattachee in Berlin die Absicht der deutschen Regierung mitgeteilt, zwölf Unterseeboote von je 250 Tonnen z-r bauen. Auch die ehemalige Schule für die Ausbildung der U-Bootmannfchasten in Kiel wird ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Reuter meldet, datz diese Absicht Deutschlands in London große Unruhe hervorrief. Man weiß noch nicht, welche Folgen diese Aktion Deutschlands auf den Plan, in der zweiten Maiwoche englisch-deutsche Marineberatungen abzuhalten, haben werde. Das britische Kabinett wird in den nächsten Tagen darüber beraten, welche Maßnahmen es treffen wird. Es wird betont, daß die Aktion zur vollständigen Verwirrung im Sudetendeutschtum führen muß, da die bisher erweckten Hoffnungen nie erfüllt werden können. Die daraus zwangsläufig entstehende Unzufriedenheit kann nur auseinandertreibend wirken. Ich will meine Gedanken hier nicht zu Ende ausführen, aber die Zukunft wird lehren, daß meine Folgerungen richtig sind. Ich bin mir der schweren Verantwortung meines Schrittes bewußt, da ich dadurch einen Riß in den Einigungswillen des Sudetendeutschtums verursache. Gerade deswegen kostete es mich einen wochenlangen schweren inneren und zermürbende nKampf und schlaflose Rächte, bis ich mich endlich zu diesem folgenschweren Schritt durchgerungen habe. Ändersetts aber sehe ich die grotze Schuld gegenüber meinem Volke vor meinen Augen, wenn ich nicht den Mut aufbringen würde, der Wahr- heit die Ehre zu geben und meinen Volksgenossen über die wahren Der» hültniffe in der SHF die Augen öffnen und aufzeigen würde, wohin diese Politik führen mutz." Zum Schluffe fordert Jansky seine Freunde auf, mit der im BdL verbliebenen Landjugend vok^ zugehen. las, eine Heiserkeit zügezogen hatte. Daran scheint das rauhe Klima im Böhmerwald schuld zu sein. In Winterberg ließ sich Henlein durch einen Ausrufer vorstellen, griff sich dann an den Hals und gab durch diese Gebärde kund, daß er nicht sprechen könne. Er verbeugte sich zweimal vor dem Publikum und dann nahni die Zirkusvorstellung ihren Fortgang. Dr. Brand erläuterte dann, warum Henlein nicht sprechen könne: Er sei vor Awei Togen ins Innenministerium » berufen worden und dabei habe er sich so schwer verkühlt. Auch in Kaplitz begnügte sich Henlein damit, seinen Untertanen huldvoll zuzuwinken, als einige bezahlte Burschen ihn mit„H e i l u n s e- rem Führer" begrüßten. In Krumau wieder wurde Re SHF-Kapelle, als sie durch die Stadt fuhr, von der Bevölkerung völlig ignoriert. Ein völliger Versager war auch die Lautsprecheranlage, die fast in allen Orten ihren Dienst versagte. Die Besucher der Henleinkundgebungen rekrutierten sich teils aus ftüheren Haken- kreuzlrrn, teils aus bürgerlichen Elementen und neugierigen Bauernburschen. Die arbeitende Bevölkerung des Böhmerwaldes legte gegenüber dieser Zirkusveranstaltung kühle Verachtung an den Tag. Aus diesen Kreisen waren nur so weit Teilnehmer vertreten, alS sie durch den wirtschaftlichen Druck der Unternehmer dazu gezwungen worden war. In T a ch a u wurde die Hühnerfarm sogar mit f a u l e n E i e r n begrüßt, die knapp vor dem Präsidium zerplatzten. Die Zirkusvorstellung der Hühnerfarm erweckte nirgends Begeisterung, sondern hinterließ sowohl bei den fanatisierten Anhängern der SHF als auch bei den bürgerlichen Mitläufern überall grotze Enttäuschung. Die Sozialdemokratie deS BöhmerwaldeS wird auf diese verkrachte AgitationStour des sudetendeutschen Messias am 1. Mai mit machtvollen Kundgebungen antworten, die beweisen werden, daß das schaffende Volk des BöhmerwaldeS trotz Terror und Krise unter den Fahnen deS Sozialismus marschiert! Deutschland- eine genaue Wiederholung dessen ist, was Deutschland mit feinen Militärstrrit- krästen zu Lande vorgenommen hat, und daß rS ebenso eine offensichtliche Vertragsverletzung bedeutet. Neue Schweizer Note Berlin. Der schweizerische Gesandte hat am Samstag im Auswärtigen Amte Vorgesprächen«nd ein Memorandum seiner Regierung überreicht, das die Entführung des Journalisten Jacob auS der Schweiz nach Deutschland zum Gegenstände hat. Wir in Schweizer Kreisen erklärt wird, sei dir Tragweite dieses Memorandums noch nicht abzufeh^i». Unsere Hslnummer erscheint Mittwoch, den 1. Mai, in I; verstärktem Umfang. Die I‘ Donnerstagausgabe entfallt anlütz- I. lich des Feiertages. Am Freitag, I' dem 3. Mai, erscheint unser Blatt I zur gewohnten Stunde.‘=^ES r Die Verwaltung. Die politische Wotyc Die Ausschreibung der Wahlen hat die ganze Wahlmaschinerie der politischen Parteien wie auch des Innenministeriums auch formal in Gang gebracht. Ueberraschungen würden dadurch nicht ausgelöst,, da ja die Wahlkampagne schon.längst im"Gange war und an manchen Punkten bereits den Siedepunkt erreicht hat. Das gilt insbesondere in jenen Gebieten, in denen die Heimatfront Hitlermethoden hierher verpflanzt hat und mit B r a ch i a l g e w alt vorgehen zu können glaubt. Dabei stößt sie natürlich auf den schärfften Widerstand unserer Arbeiterschaft. DaS hervorstechendste Moment der Wahlbewegung bleibt nach wie vor die gemeinsame Erklärung der Koalitionsparteien, daß sie die durch fünfeinhalb Jahre unter den schwierigsten Verhältnissen erprobt« Zusammenarbeit apch nach den Wahlen fortführen wollen. Das ist ein Wort an das national« Lager, das von einem„nationalen Block" träumt und sich durch die Fanatisierung der Massen an den Regie- rungStisch heranzuarbeiten hofft, aber auch ein Wort an die antimarxistische Front, die ihre Hoffnungen auf die Ausschaltung der sozialistischen Parteien setzt und der nun verständlich gemacht wird, daß alle solche Spekulaftonen in sich zusammenbrechen müssen. Dieses Wort wird allmählich auch in dem bisher in diesem Punkt« sehr schwerhörigen deutschbürger- sichen Lager verstanden, das Henlein schon in der Negierung sah und die tschechischen Rechtskreise durch das Angebot von 40 Henleinfrontmandaten zu ködern suchte. Sie alle werden sich mit einem tiefen Seufzer von ihren schönen Träumen verabschieden müssen.'Aus der von Henlein erträumten Mitbestimmung im St«Me wird^nlchtZ„.mid, auch hje ,4j) Henleinschen Mandate werden am Wahltage tüchtig herunterdividiert werden. Dann dürfte auch der Größenwahn etwas abflauen, der sich dieser Kreise bemächtigt hat, Allgemeine Beachtung fand in der abgelaufenen Woche der Reichskongreß unserer Partei, der allen anderen voran Wege und Ziel des Kampfes, Programm und Aufgaben der sozialistischen Bewegung scharf umriß und eine selten« Einmütigleit manifestierte. Von der Schlagfertigkeit der Partei zeigt auch die Ausstellung der Kandidatenlisten, mit denen unsere Partei als erste auf den Plan trat. Die Vorbereitungen zum 1. Mai sind in allen unseren Organisaftonen in vollem Gange. Unsere Maifeiern werden sicherlich zu einer wuchtigen Kundgebung des Machtwillens und der Stärke unserer Bewegung werden und sich zu einer Kraftprobe für den kommenden Wahltag gestalten. Unsere Gegner werden sich wieder einmal überzeugen können, wie es um di« sogenannte»sterbende" Sozialdemokratie bestellt ist.- Inzwischen geht der Pferdehandel im sudetendeutschen Lager weiter. Die Wiederzulaffung der Deutschnationalen Partei ist Tassache geworden. Die Verhandlungen über die Gründung einer Partei, die neben den Resten der Deusschnationalen auch die Gewerbepartei,, die Gruppen Fahruer, Hanreich, Simon Stark etc. umfaßen soll, müssen in den allernächsten Tagen zu einem Resultat führen, wenn die neue Partei noch bei den Parlamentswahlen in Erscheinung treten will. Neben Politikern, di« unter Preisgabe ihrer ganzen Bergangeicheit doch noch Unterschlupf bei der Henleinftont gefunden haben, gibt es auch eine ganze Reihe blamierter und definitiv ausgeschalteter Europäer, die in dem Hin und Her zwischen zwei Stühle zu fitzen kamen und damit einem nicht sehr rühmlichen politischen Ende entgegengehen. Rach der kurzen Osterunteibrechung wurden di« Arbeiten der Regierung wieder ausgenommen. Reben einer ganzen Reihe von laufenden Angelegenheiten bildete die Regierungsverordnung über die Verbindlichkeit der Kollektivverträge und die Aenderung der Pensionsversicherungsnovelle den Gegenstand längerer Beratungen. Diese Probleme sollen am Montag in einer fortgesetzten Sitzung deS Ministerrates end- gültig bereinigt werden. Für die Verlängerung der Verordnung über den Schuh der Kollekftvverträge ist dies der letzte Termin, da die Verordnung sonst mit Ende April ablaufen würde. Die Regierung wird natürlich auch während des Wahlganges ihre Arbeiten weiter fortsetzen und in einer ganzen Reihe von unaufschiebbaren Angelegenheiten ihre Ensscheidung zu treffen haben. Inzwischen ist auch der ständige Ausschuß für Montag zu seiner ersten Sitzung einberufen worden. Der Wahlkampf wird glücklicherweise sehr kurz sein. Es fft der fest« Wille der Regierung, alles daran zu setzen, daß Parlament und Regierung sobald wie möglich neu konstituiert werden und schon im Juni wieder an die normale Arbeit geben können. SHF-Pleite im Böhmerwald Verkrachte Zirkusreise— Ausgefallene Sonderzüge— Der„Führer" Ist schon heiser— Die Bevölkerung lehnt die Barnum-Reklame ab hochstens15Mrnuten etwas v o r- Deutschland baut U-Boote Große Unruhe In London igelte i Somit»». 2R. Sfhrtf 1Ü35 «r. 106 Regelung der Touristenbegünstigungen für Eisenbahnfahrten ab 1. Mai Vom kmimmib Ae Wgu Mitt MkitllWm Verdoppelte Sendezeit im Mai Ab morgen und für den ganzen Monat Mai ist unsere Prager Deutsche Arbeitersendung erfreulicherweise mit der doppelten Sendezeit (einundeinhalb Stunden statt der sonstigen Dreiviertelstunde) ausgestattet. Diese neunzig Minuten wurden in der fotzenden Weise aufgeteilt: immer Sonntag zwanzig Minuten(ab 13.80 Uhr), immer Montag zwanzig Minuten(ab 18.45 Uhr), immer Mittwoch zwanzig Minuten(ab 18.20 Uhr), immer Donnerstag zwanzig Minuten (ab 18.45 Uhr) und immer Freitag zehn Minuten(ab 18.35 Uhr). Diese deutschen Arbeitersendungen gehen ausnahmslos über den groben(Lib- litzer Sender. Am 1. Mai stehen der Arbeitersendung noch weitere zwanzig Minuten(also insgesamt vierzig an diesem Tage) zur Verfügung. Dazu kommen noch allwöchentlich zehn Minuten Arbeitsmarktbericht und fünf Minuten Soziale Informationen. Programm dieser Woche: Sonntag(13.30 bis 13.50): Josef Hof- bauer: Gesinnung im Alltag. Montag(18.45 bis 19.05): Franz K r e i t i: Der Arbeiter und der Staat. Mittwoch: 1. Mai-Feier (von 18.10 bis 18.50) O r ch e st e r-Borfpiel:„E g m o n t"-Ouvrr- türe von L. v. Beethoven Chorgesang: LierdcrArbeit M»igr« tz des Ministers Genossen Dr. Ludwig C z e ch Chorgesang: Hymne an die Freiheit (Uthmann) Rezitation: Spartakus(von Jaroslav Brchlirky) DieStadtin Tränen (von Jaroslav Seifert) Chorgesang: Trauer marsch(Scherchen) M a i l i e d Scheu) Rezitation: Eine Szene auS Friedrich Schillers: «DieBerschwörungdesFiesko zu Genua" Aus derRedeBiktor Hugos zur Jahrhundertfeier für Boltaire Chorgesang: Schmiede(Pfirsting) Orchester-Schlußspiel: Die Marseillaise (Diese Chöre werden Von der Prager Volks- singgemeinde unter Leitung ihres Chormeisters Genossen Edwin Janetschek gesungen; die Rezitationen bringt Genosse Hans L i ch tw i tz-Prag.) Mittwoch(18.50 bis 19.00): Soziale Information: Dr. Otto Frey: Arbeiter als Be- triebsinspektoren Donnerstag(18.45 bis 19.05): Franz Kög- l e r-Bodenbach: Republik und Selbstverwaltung Freitag(18.85 bis 18.45): Aktuelle zehn Minuten(Zdenko Neuwirth) Empfehlenswertes ans dr« Programme«: Sonntag Prag, Sender L.: 7.30: Konzert aus Karlsbad, 9.15: Violinkonzert, 10: Mujiks Salonquartctt, 11: Konzert des Ondriöekquartetts, 13.30: Arteitersen- dung: Josef Hofbauer: Gesinnung im Alltag, 13.45: Sozialinformationen, 17.50: Deutsche Sendung: KrauS: Vorschau auf daS Musikprogrmnm der tschechoslow. Sender, 17.55: Stella, Trauspiel v. Goethe, 18.50: DeutschePresse. 21: Orchesterkonzert, 22.25: Deutsche Presse u. Sport. Sender 5.: 14.80: Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 15: Deutsche Balladen.— Brünn: 9.15: AuS dem russischen Album, ,17.50: Deutsche Sendung: Der häusliche Krieg von Franz Schubert.— Mähr.» Ostran. 17.50: Deutsche Sendung: Für die Frau.— Preß bürg. 19.05: Musik und Gesang des russischen Balalaikaorchesters. Montag Peng, Sender L.: 10.05: DeutschePresse, 10.40: Prager BlaSquartett, 12.10: Operettenschlager, 17.30: Schallplatte»: Smetana, 18.10: D e utsche Sendung: Fachlehrer Hala: Ar- beitshflfe— Bodengewinnnung— Siedlung, 18.45: Deutsche Presse, 19.30: Militärkonzert, 21.45: Russische Ostern, 22.15: Tanzmusik, 22.30: Deutsche Nachrichten. Sender S.: 14.20: Jugoslaivisches Gesangsquartett, 15.05: Deutsche Sendung: Das ist die Liebe der Matrosen, Schallplattenkonferenz.— Brünn. 12.15: Ar- 'beitsmarkt und Sozialinformatio nen, 17.45: Deutsche Sendung: Maientag der Jugend, Akademie der Arbeitcrsugend.— Mähr.- Ostrau. 16.50: Kinderstundc, 18.10: Deutsche Arbeitersendung: Berner: Der soziale und wirtschaftliche Aufbau im alten Aegypten, 21.20: Populäres Orchesterkonzert. DienStag Prag, SenderL.: 10.05: DeutschePresse, 11. Schallplatten, 11.05: D eut sch er Sch ulfu nk: Frühlingstag im Liede, 17: Schallplattcn: Zigeunermelodien, 17.40: Klavierkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Albrecht: Wirtschaftliches Relief, 19.30: Schallplatten: Beethoven, 21.05: Lirderkonzert, 22.15: Tanzmusik. Sender S.: 14.30: Koi»« rt des Ondraäckquartetts, 15: Deutsche Sendung: Opernarien, 18.50: Biolinsolos, 15.35 Deut sch ePressenachrich- t e n.— Brünn. 10.15: Drabekschrammeln, 15.55: Orchesterkonzert, 17.05: Solo auf Harmonika. 18.2o: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Sozial, informationm, 18.55: Landwirtschaft, 20.05: Salonorchester.— Mähr.-Ostrim. 12.85: Orchesterkonzert.— Preßbnrg. 18: Liederkonzert, 20.05: Klavierkonzert: Dvorak.— Kaschau. 17: GesangS- konzert. 1. Bei Gemeinschaftsfahrten von mindestens sechs Personen desselben Berbandes auf eine Entfernung von mindestens 16 Kilometer für Pcrsoncnzüge und 31 Kilometer für beschleunigte oder Schnellzüge eine 33>Zprozecktige Ermäßigung. 2. Für Gemeinschaftsfahrten von mindestens drei Personen desselben Berbandes auf eine Entfernung von mindestens 100 Kilometer für alle ZugSgattungen und Klaffen eine 33)^pr»- zentige Ermäßigung. 3. Bei Entfernungen über 350 Kilometer und mindestens fünf Personen desselben Berbandes, für alle Zugsgattungen und Klaffen, eine 50prozentige Ermäßigung. 4. An den Tagen, an denen die Sonntagsrückfahrkarten ausgrgeben werden, können sich die Mitglieder für Pcrsonenzüge eine ermäßigte Rückfahrkarte(33)4 Prozent) einzeln in allen Stationen besorgen. Die Rückfahrt kann auch aus einer anderen Station oder auf einer anderen Strecke angetreten werden, wenn sich das Mitglied in der Antrittsstation eine ermäßigte Rückfahrkarte auchfürdieRück- reise besorgt. Ist die durchfahrende Strecke bei der Hinreise länger als 50 Kilometer, so muß die Länge der Strecke bei der Rückfahrt mindestens die Hälfte der Entfernung der Hinreise ausmachen. Es ist möglich, Eil- oder Schnellzüge zu benützen, sobald man den normalen Zuschlag für Eil- oder Schnellzüge bezahlt. Die Gültigkeit dieser Karten richtet sich nach der Bestimmung der Sonntagsrückfahrkarten. TagcsnciiigifeMcii Republik ehrt Gruben-Opfer Denkmal-Enthüllung in Offegg Prag. Am Sonntag, den 5. Mai 1935, um 10 Ahr findet in Offegg in Anwesenheit des Ministers für öffentliche Arbeiten, der Behörden und Korporationen, die feierliche Enthüllung des von den Ministerien für öffentliche Arbeiten und Unterricht gestifteten Denkmals zur Erinnerung an die Opfer der Grubenkatastrophe statt. Die Teilnehmer versammeln sich um 9 Ahr am Athanasius-Platz in Ossegg, von wo aus der ^estzug seine» Weg zum Denkmal nimmt. Scheckbetrüger Kaufmann in Triest verhaftet Samstag wurden in Triest der von der Prager Polizei wegen Schrckbetrnges verfolgte Julius Kaufmann und seine Fra« verhaftet. Die Frau wurde in Sichcrheitshaft genommen. Die Nachricht von der Verhaftung meldete der tschechoslowakische Generalkonsul in Triest, welchem gleichzeitig von der Polizei in Prag mitgeteilt wurdy, daß um die Auslieferung Kaufmanns angrsucht werden wird. Vermutlich batte Kaufmann beabsichtigt, mit dem nächsten Dampfer nach Südamerika abzureisen. Die Nachricht von der Verhaftung Julius Kaufmanns und Mimi Hanls in Triest ist, soweit sie sich auf letztere bezieht, unrichtig; Mimi !Hanl ist au f freiem Fuß-und hat nur den Wunsch geäußert, daß ihre Eltern von ihrem Verbleib verständigt^werden mögen.— Kaufmann, der bei seiner Verhaftung ein Unwohlsein vorschützte, benützte diese Gelegenheit, um das Bild seiner Frau, das er in Prag eingeklebt und mithin paar selbstgemachten Stempeln versehen hatte, aus seinem Paß verschwinden zu lassen. Kaufmanns Paß falsch? Am Samstag wurde in Prag der Paßfälscher Franz Pick verhaftet, der seinerzeit dem Scheckbetrüger K a h a n e, der den jugoslawischen Fabrikanten Pirich in Prag um hohe Beträge geschädigt hat und gegenwärtig in Wien eine Strafe verbüßt,' einen Patz auf den Namen Dr. Kaufmann verschafft hat. Die Verhaftung erfolgte im Zusammenhang mit der Affäre Kaufmann; die Polizei hegt nämlich den Verdacht, daß auch der Paß Julius Kaufmanns aus der Pahfabrik Picks stammt und daß bei der Vorliebe, die Pick für den Namen Kaufmann zu hegen scheint, auch Julius Kaufmann möglicherweise seinen Namen nur von Picks Gnaden trägt. Herr Josef Mäher aus Prag. Wie sich jetzt herausstellt, hat sich Kaufmann auch in Reichenberg Herumgetrieben. Er hat in einem groen Reichenberger Hotel im Dezember 1934 und im Jänner 1935 wöchentlich einige- male gewohnt und sich in das Fremdenbuch als „Josef Mayer, geboren am 26. Feber 1896 in Prag, von Beruf Kaufmann", eingetragen. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß es sich tatsächlich 5. Ferner genießen die Mitglieder bei Fahrten im Autobus der CSD, wenn eine Rückfahrkarte gelöst wird, eine 25prozentigr Ermäßigung des gesamten Fahrpreises. Zu dieser neuen Verfügung wäre zu bemerken, daß, wie bereits berichtet wurde, die Touristenverbände, darunter auch der Touristenverein „D i e N a t u r f r e u n d e", durch ihre Vertreter mit dem Eisenbahnministerium Verhandlungen gepflogen haben und das Eisenbahnministerium von seinen ursprünglichen viel weiter gehenden Absichten abgegangen ist. Ganz besonders wird von der Masse der Touristen begrüßt werden, daß unter 50 Kilometer die Lösung der Rückfahrkarten nur für die letzte Station erfolgen kann. Es wird aufmerksam gemacht, daß die Rückfahrkarte stets bei Antritt der Fahrt gelöst werden muß. Die Erweiterung der Zone für die 50prozen- tige Ermäßigung sowie die Erhöhung der Personenanzahl wird den Vereinen die Organisation von entfernten Ausfahrten ganz bestimmt nicht erleichtern, sondern im Gegenteil, wie allgemein beurteilt wird, sehr erschweren. Damit hat das Eisenbahnministerium weder den Touristenvereinen noch der eigenen Verwaltung einen Dienst erwiesen. Schließlich machen wir noch auf die R u n d- reise- Billetts aufmerksam, welche eine Ermäßigung bis zu 40 Prozent sichern, wobei auch die Fahrt öfters unterbrochen werden kann. Allen Touristen wird empfohlen, sich rechtzeitig um den Ankauf der Fahrkarten zu bekümmern, damit nicht aufliegende Karten geschrieben werden können. um den Betrüger Kaufmann handell. Er hat von Reichenberg aus ständig eine bestimmte Telephon- nummer in Prag anrufen lassen. Diese Telephonnummer ist der Behörde bekannt. Der 1. Mai in Norwegen - Oslo. Als erste der nordischen Negierungen beschloß jetzt die norwegische Arbeiterregierung in einer Staatssitzung, den 1. Mai in die Reihe der offiziellenBeflaggungStage aufzunehmen. Die gepanzerte Faust... Berlin. An dem Palais des preußischen Ministerpräsidenten Göring ist das HauS- wappen Görings angebracht worden, das eine gepanzerte Faust zeigt. Ein katholisches Blatt bringt ohne weiteren Kommentar die Abbildung dieses Wappens. Fünffacher Mord um 1000 Peseten Madrid. In dem Orte Granja de Excarpe bei Lerida legte eine Frau ein Geständnis ab, fünf Verwandte vergiftet zu haben, um eine Mitgift von 1000 Peseten nicht auszahlen zu brauchen. Brüsseler Weltausstellung eröffnet Brüssel. Die Brüsseler Weltausstellung ist gestern vom Köpig Leopold feierlich eröffnet worden. Am Eingang des prächtig geschmückten Festsaales der Ausstellung, wo 3500 geladene Gäste Platz genommen hatten, begrüßte der Bürgermeister Adolf Max als Präsident des Exekutivausschusses der Ausstellung das Königspaar, neben dem u. a. sich sämtliche Minister und das diplomatische Korps aufgestellt hatten. Auf die Ansprachen des Bürgermeisters Max und des Wirtschaftsministers Van Jsacker antlvortete der König mit einer zunächst in französischer, dann in flämischer Sprache vorgetragenen Rede. Der König gab seiner Befriedigung Ausdruck, daß 36 L ä n d e r die Ausstellung beschickt haben, und daß im Laufe der Ausstellung mehr als 200 internationale Kongresse in Brüssel stattfinden. Er schloß mit dem Wunsche, daß aus dieser Fühlungnahme ein besseres Verständnis für die Solidarität, die i>x ling, dessen größtes Verbrechen es ist, daß er Hun- ger hat und ihn stillen will. Unlängst schrieb man bei uns über einen anderen geachteten Fremden, der in Prager Bars Zehntausend« verpraßte und nach seinen Angaben um Hunderttausende bestohlen wurde. Von allen diesen zweifelhaften Erscheinungen schreibt man bei uns mit einem Hauch von Bewunderung, welche Gold oder noch häu- liger Flitter hervorruft. Gegen keinen von ihnen tobt aber einsowütenderundkrankhaf-> t e r H a ß wie gegen die Armen, die nicht nur die Heimat und di« Existenz verloren haben, sondern zum Unglück auch die Möglichkeit, sich eine neue' Existenz zu schaffen. Wir können ihnen nicht helfen, weil wir selbst Arbeit, Beschäftigung und Lebensunterhalt für die eigenen Angehörigen und Mitbürger suchen, aber sie zu beschimpfen und sogar zu hassen, mehr als die Lümpchen, die zu uns mit gefälschten Schecks kommen, das ist schon der Gipfekder Unmenschlichkeit. Am 1. Mai wird der Dienst im Post«, Telegraphen- und Telephonverkehr wie an Sonntagen versehen. Schmuggler-Razzia in Karpathorußland. An vielen Orten KarpachorußlandS hat die Gendarmerie jetzt vor den orthodoxen Osterfeiertagen gemeinsam mit dem Personal der staatlichen Wälder eine Razzia auf Schmuggler veranstaltet, da man annahm, baß in der Zeit vor den Feiertage» Fle-ischschmuggel betrieben werden wird. Einer zwanziggliedrigen, gut ausgerüsteten Expedition der Bereitschaftsabteilung, die kürzlich in Ujhorod zufammengestellt üstd durch Gendarmerie und Forstpersonal ergänzt wurde, gelang es, i» den Wäldern der Forstverwaltung von UZHorod und Kamenice neunSchmuggler, insgesamt Bewohner der Gemeinde Oriechovce bei Ujhorod, festzunehmen. Die Gendarmerie hat dabei drei Militär- und sechs Zivilg e w e h r e, zwei Revolver: und einen von den Schmuggler«' geschossenen Hirsch beschlagnahmt. Unter de» Schmugglern befanden sich auch Wald- und Feldheger. Auch an anderen Stellen gelang es der Gendarmerie, Schmuggler festzunehmc» und dabei zahlreiche Waffen zu beschlagnahm«?. 5lir suv S iS bot \ i fci: «t» [«Mt I^Qi [ Ich« [ i s°r> i Ä t% i*< \ fch I I*>01 ! b>il '”ni *ie «et tid üh k, kl »I «ti K tz k y k tz li, k 8 Rt. 100 Sonntag, 28. April 1935 Seit? 5 Jens Peter Jacobsen zum 50. Todestage Am 30. April vor 50 Jahren starb der dänische Dichter Jens Peter Jacobsen, dessen Lerke,— Muster vollendeter Stilkunst— zur Weltliteratur rechnen. Seine bekanntesten Schöp- »jungen sind die Romane»Frau Marie Grubbe" und»Niels Lyhne". Sven Hedins letzte Expedition durch MÜtelasten Auf der Festsitzung der Schwedischen Gesellschaft siir Anthropologie und Geographie in Stockholm hielt Sven Hedin einen Vortrag über seine' große Expedition durch Mittelasien, die acht Jahre [, dauerte. Sie begann im April 1927 und endete erst der zwei Monaten, als Hedin der chinesischen Regierung in Hanken einen Bericht über die Ergebnisse seiner Forschungsreise erstattete. ' Vier geologische Expeditionen arbeiteten eine f geographische Karte der Asiatischen Hochebene, die i erste ihrer Art, aus. Die Mitglieder der Expedition t«achten interessante Beobachtungen auf topographischem und geologischem Gebiet, durch welche die An- sertignng einer genauen Landkarte Mittelasiens ermöglicht wurde. Außerdem ► sörderte die Expedition wertvolles Material auf zoo- KMschem, botanischem, astronomischem und anderen ' Erbieten zutage. Ein interessantes Kapitel bildet die i Spezial-Expedition, die von der chinesischen Regie- rung mit dem Studium des alten„S eiden- Weges" betraut wurde, den die Karawanen be- f uützten, sowie auch mit der Ermittlung einer kürze- ' ryt Verbindung zwischen China und der Provinz E Sinkian, die durch eine moderne Autostraße herge- i stellt werden soll. ' Bei ihrem Eintreffen in Hami gerietdieEx- s t>kbtzion in eine schwierige Lag«,' da in ganz Mittels i üfien Krieg herrschte. Hedin wurde gefangengenommen und mußt« den Aufrührern eines seiner Lastautomobile abtreten, um sein Leben zu fetten. Von einem anderen Unfall wurde die Expedi- r tion betroffen, als ihr Mitglied Hummel von einem k dnlden Eber gebissen wurde und sich einer Operation L' unterziehen mußte. In einem anderen Falle mußte die Expedition die schwedische Flagge hissen, um Flieger-Bombardement zu entgehen. Der Londoner Jubiläums-Betrieb f, London. Hehn Tage vor dem RegierungS- ! subiläum legen die Straßen Londons allmählich km Festgewand an. Jeden Vormittag finden Pro- den für verschiedene Umzüge statt und das große ! klestrizitätSwerk, das den Strom für die feierliche Beleuchtung Londons und auch des Landes liefern » ivird, ist Abend für Abend probeweise in Tätigkeit. > Am 8. Mai werden sich Hunderttausende don Schaulustigen in den Straßen Londons drän« ' gen und jedes Fenster in den Straßen, durch di» ! sich die Festzüge bewegen werden, wird dicht be- setzt sein. Auf den Tribünen und an den reser- l vierten Stellen wurden Sitzplätze für 75.000 t»ersonen geschaffen. In einem der Festzüge ' lvcrden sich die königliche Familie und die Reprä« lkntanten der britischen Dominions und der über, seeischen Kolonien befinden. Für Sitzplätze in den ! Straßen, die die Festzüge passieren werden, wurden bereits über eine halbe Million A f un d bezahlt. Der Jubiläumsfonds ' M Königs hat bereits die Höhe von 300.000 ' Vfund erreicht. Briefsperre in Dachau. Ein aus der Hölle von Dachau entkommener arischer Gefangener berichtet dem»Daily Herald", daß dort noch immer ' über 2000 Gefangene sind. Davon sind 50 Ju- btn, von denen die meisten seit März 1933 eingesperrt sind. Für den Fall des UeberschreitenS ver»jüdischen Grenzlinie" im Lager ist ihnen die Erschießung angekündigt. Neuerdings hat man gen Juden die Absendung und den Empfang von Briesen verboten. Begründung: In England und Frankreich sind— Greuelberichte über Dachau erschienen! Organisierte Flucht aus Polen. Die L o d- üer Polizei schritt gegen eure aus jungen jüdischen Geschäftsleuten und Handwerkern bestehende Gesellschaft ein, welche Personen, die auS irgend- ivelchen Gründen Polen verlassen wollten, insgeheim über die sowjetrussische Grenze brachte. Diese Personen trachteten nach den jüdischen Kolonisationsgebieten in der Gegend von Birobidschan in Soiojetrußland zu kommen. Die»Schmuggler" ließen sich für diesen Schmuggel über die Grenze beträchtliche Summen, und zwar bis zu 8 0 0 Rloty pro Kopf, auszahlelr. Der Hauptsitz h« Organisation befgnd sich in Lodz, doch befanden sich auch in anderen Städten Zweigstellen. Die Auswanderer wurden bei der Stadt R o w n o über die Grenze gebracht. 53 »Schmuggler" wurden verhaftet. Eine Zierde des Advokatenstandes. Das Kreisgericht in K a s ch a u verurteilte den Advokaten Dr. Martin Miko aus Michalovce wegen Fälschung von Privaturkunden, versuchten Betruges, Verbrechens der Verleitung zur falschen Zeugenaussage und dreifacher Anstiftung zur Fälschung von öffentlichen Urkunden zu einer Kerkerstrafe von 1 Fahr 6 Monaten, sowie zu vier Geldstrafen in der Gesamthöhe von 1100 KL unbedingt. Eisenbahnunglück in Spanien. Zwischen Puente Almuehi und Prado de Guzpena(Nordspanien) entgleiste ein Eisenbahnzug. Zwei Reisende fanden den Tod, neun weitere erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen. Der berühmte russische Sänger Schaljapin, welcher mit dem Dampfer»Paris" in Le Havre eintraf, wurde im Ambulanzwagen in das Krankenhaus gebracht. Man behauptet, Schaljapin sei an einer ernsten Grippe erkrankt. Erdrutsch. Freitag abends ereignete. sich im oberen Sesia-Tal(Oberitalien) infolge des schlechten Wetters der letzten Tag««in großer Erdrutsch, der die Straßen auf einer Strecke von etwa 40 Metern verschüttete. Felstrümmer, Erde und Schnee kamen von einem Steilhang von etwa 500 Meter Höhe herab. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Der Verkehr auf der Straße wird in etwa 14 Tagen wieder ausgenommen werden können. Ausgezeichnet. Prinzregent Paul von Jugo- siawicn hat den Polizisten, der beim Attentat Arbeiterdichtung ..Prolet,«le* bist Paa** Von Kurt Doberer Mit dem Wort Arbeiterdichtung ist viel Mißbrauch getrieben worden und nicht selten geradezu Schindluder. Was irgendwie sozial klang, mochte die Melodie auch erborgt sein und von falschen Tönen übervoll, was keß war und draufgängerisch, mochte es auch Literatur sein, die fernab vom Klassenkampf gedieh und in ihm nur ein Mode- Motiv sah, was ein Autodidakt schriw, war es auch kein Gedicht, das alles nannte sich und nennt sich noch»Arbeiterdichtung". Die Verse, die in einem schmalen Bändchen Kurt Doberer als»G edichte dieser Zeit" vorlegt(einiges davon ist früher in Tageszestungen gedruckt worden), verdienen nicht nur den Namen Arbeiterdichtung, sie machen auch den Begriff in seinem wahren Sinn anschaulich. Tvnn sie gestalten wirklich die Erlebniswelt des Arbeiters und sie wachsen aus einer gleichgestimmten Seele, nicht aus der schablonenhaften Nachahmung. Nicht alles, was auf den 64 Seiten des Bändchens steht, ist wirklich Lyrik, nicht immer ist das Erlebnis Wortgestalt geworden, aber wenn Doberer nichts geschrieben hätte als das Gedicht »Nelsov", ja nichts als die erste Strophe dieses Gedichtes: Ihr liegt dreihundert Meter tief im ausgebrannten Schacht und schweigt. auf König Alexander verletzt wurde, als er sich gegen den Angreifer warf, mit dem St. Sava-Orden ausgezeichnet. Außerdem wurden ausgezeichnet der Chauffeur des Autos-und der Angestellte der Präfektur, der neben ihm saß und sich um den verwundeten König bemühte. Greuelmeldungen der gleichgeschalteten Presse. Das italienische Preßbüro meldet: Zahlreiche deutsche Blätter haben eine Nachricht verbreitet, in welcher es heißt, daß 15 Reservisten in der italienischen Provinz Bozen nach Oesterreich geflüchtet und, nachdem sie Italien wieder ausgeliefert worden waren, erschossen worden seien. Das italienische Pressebüro erklärt, daß die Meldungen phantastisch und erdacht sind. Indische Bauern rächen eine vergewaltigte Frau. Wie aus Sikar(Fürstentum Janipur) gemeldet wird, ist es in der Nähe des Dorfes Kuban zwischen mehreren hundert I a t s(Angehörigen einer Bauernklasse) und Polizeitruppen! zu heftigen Kämpfen gekommen. Die Polizei mußte zweimal da? Feuer eröffnen und verwundete eine große Zahl von Bauern, von denen bereits 37 ihren Verletzungen erlegen sein sollen. Auf Seiten der Polizei wurde ein Offizier verletzt. Etwa 100 Jats sind verhaftet worden. Die Ursache dieser Zusammenstöße soll die Vergewaltigung e i n erIatsfraudurch einen Polizeibeamten sein, der diese Gegend in Steuerangelegenheiten bereist hatte. Die Lag« muß als sehr ernst bezeichnet werden. Die Bevölkerung hat Beschwerdetelegramme an denVize- könig und an den Obersten britischen Beamten von Najputana abgesandt. Ein ähnlicher Zusammenswß hatte sich bereits vor einigen Wochen in der gleichen Gegend ereignet. Der taube Fels hängt schwer und schief, weil sich»der schwarze Balkenstumps vor euch verneigt so hätte er den Nachweis proletarischer Legitimität und der poetischen Natur erbracht, die zum Wesen des Arbeiterdichters verschmelzen. Stark ist in Doberer das Kollektivbewußtsein entwickelt und man hat wieder das sichere Gefühl, daß es nicht die Anbiederung des Intellektuellen an den Arbeiter, sondern wirkliches Zusammengehörigkeitsgefühl, erlebte Schicksalsgemeinschaft ist. Verse wie: Wir find der Weg— ich bin ein Stück davon. Ich lieg« still am Schwellenholz, und wenn im Takt der kolbenstampfenden Maschine das Rad dem Ziel entgegenrollt, dann kling ich leis und stolz oder in der Schlußstrophe desselben Gedichtes („Die Schiene"): i Was wir bedeuten, ist so wenig— ist so viel., Wir find der Weg— ich bin ein Stück davon. Nur über uns erreicht das Rad sein Ziel aber auch, mit dem aktiv istischeren Rhythmus des Kampfliedes: Du bist eine Speiche im rollenden Rad, die Brücke zum Ufer, ein roter Soldat, du bist ein Glied unsrer Kette kommen aus einem ernsten Gewissen und auch Schweizer Laichwirtschaft haben Absatzkrise und internationaler Preissturz nicht Halt gemacht. Die bürgerliche Schweizer Regierung möchte der hereinbrechenden Wirtschaftskrise mit deflationistischen Maßnahmen begegnen: mit Abbau der Preise, der Gehälter und der Löhne,— eine Methode, die(wie das warnende Beispiel der Brüning-Regierung in Deutschland zeigte) bei den Löhnen und Gehältern die raschesten, bei den Preisen aber, die langsamsten Wirkungen hat und so zu einer Verwüstung der Kaufkraft führt, die Die Krise von neuem verschärft. Mit Entschiedenheit wenden sich deshalb die Lohn- und Gehaltempfänger gegen den Abbau, und die Schweizer Sozialdemokratie, die den Kampf gegen diese Pläne ausgenommen hat, weiß Die überwiegende Mehrheit des arbeitenden Volkes hinter sich. Der Kampf zwischen dem Schweizer Bürgertum und der Sozialdemokratie ist jetzt in ganzer Schärfe um die Kriseninitiative entbrannt. Während das Bürgertum, das in der Schweiz noch engstirniger und rückständiger ist als anderswo, jeden Eingriff in die Privatwirtschaft entrüstet ablehnt, fordern die Schweizer Sozialisten umfassende und rechtzeitige Maßnahmen gegen die hereinbrechende Krise. Sie verwerfen den Gedan- ken des Lohn- uttd Gehaltsabbaus und fordern statt dessen die Flüssigmachung des bei den Banken aufgespeicherten Kapitals für planmäßige Investitionen zur Belebung der Wirtschaft. Sie verlangen Maßnahmen gegen die wachsende Ueber- schuldung der wirtschaftlich Schwachen und schlagen eine Entschuldunakaktion für die Bauern vor. die Schweizer Sozialdemokratie hat unter Führung ihres Parteivorsitzenden R einhard und Der Nationalräte Bratsch» und G r i m m die Agitation im ganzen Land zur Durchsetzung ihres Krisewbekämpfungsplanes begonnen und» der Wahlerfolg, den sie in dem stark unter dem Druck Der Hakenkreuzler stehenden Grenzkanton Basel errungen hat, beweist deutlich, Daß die Agitafton nicht ohne Wirkung ist. Das Schweizer Bürgertum, die Konservativen, die Freisinnigen und die Bauernpartei, spü-' ren das Wachsen des Sozialismus, ohne es hindern zu können. In den vier größten Städten der Schweiz, in Zürich, Genf, Basel und L.u z e r n, ist die Sozialdemokratie di« stärkste Partei geworden, in Genf und L u z e r n regiert sie, und die gehässigen Angriffe, die in der bürgerlichen Presse gegen diese Regierungen, insbesondere gegen den Genfer Präfeften Nicole, gerichtet werden» prallen wirkungslos ab. Die bürgerliche Mehrheit des Nationalrates hat zwar Die Kriseninitiative abgelehnt, aber da die Sozialdemokraten nach Schweizer Verfassungsbrauch ans Boik direkt appellieren können, geschah diese Ab- 'lchnung im Zeichen größter Nervosität. Ein Teil Der bürgettichen Abgeordneten fMug^im letzten Augenblick vor,«inen bürgerlichen Gegenplan ausguarbeiten, was aber nicht gelang. Ein Teil ver Demokraten, der am weitesten links stehenden bürgerlichen Fraktion, zog es vor, mit den Sozialdemokraten zusammen zu stimmen, und es ist 'offenes Geheimnis, daß auch in, den Kreisen Der Bauernpartei, Vie bisher die erbittertste Gegnerin. der Schweizer Sozialisten war, die Kriseninitiative ihre Anhänger hat. Wenn die ländlichen Massen, die hinter der Bauernpartei stehen, zu derselben Einsicht kommen sollten wie die Bauern der skandinavischen Länder: daß ihr Platz nicht an der iSeite der bürgerlichen Reaktion, sondern an der Seite der Sozialdemokratie ist, dann könnte der Kampf um die Kriseninitiative mit dem Sturz der bürgerlichen Schweizer Regierung enden. Mit dem Eintritt der Sozialdemokratie in die Bundesregierung wäre aber nicht nur der arbeitenden Bevölkerung der Schutz gegen die drohende bürgerliche Verelendungspolitik gegeben, es wäre zugleich ein Damm awfgerichtet gegen die Versuche des deutschen und italienischen Fascismus, sich in Den Schweizer Bergen einzunisten. wenn man nicht wüßte, daß der Autor seiner Gesinnung wegen emigrieren mußte, würde man ihm das Bekenntnis zum Kollekftv glauben: D o b e r e r ist T e ch n i k e r, seiner Sprache liegt das technische Bild, aber es ist erfreulich, daß er nie im Nachzeichnen des technischen Inventars stecken bleibt, auch nicht die tote Maschine vergottet, wie es wohl in den Anfängen der Moderne üblich war. Doberer sieht die Technik krittsch und seine Skepsis wird ost zu starken, ge- spenstischen Bildern wie in dem Gedicht„Rotationsreptilien". Mer auch jensefts der technischen Bilder erwächst ihm aus der Sprache selbst der Rhythmus, wie er besonders lebendig in »W iener Carmagnole" aufklingt. Auch Doberer hat noch manches abzustreifen, sich durch Fremdes zu Eigenem durchzuringen. Kästner, Tucholsky, Mehring, die Verantwortlichen für viele üble Folgen, der angelernte Tonfall des Berliner Chansons, sind nicht immer überwunden und das oder jenes wird gedruckt, was nicht gedichtet, sondern höchstens berichtet ist wie «Heizen im Seegang". Aber dann stehen da doch so prächtige Verse wie„Arbeiterfrau" und in„M u f i k i m H o f" musiziert es wirklich, daß man leise— ich möchte es mit aller Vorsicht ausgenommen wissen— ein wenig und ganz leis« an Höchstes, an Lilien e r o n, erinnert wird. Das Heftchen kostet 8 Kä. Es wird empfänglichen Gemütern Freude und Erhebung bringen. Wer die acht Kronen entbehren kann, kaufe es, sich zu Nutzen, dem Dichter zur Ermunterung! E. F. Die Schweiz in der Krise Der Nimbus der Neutralität, der die Schweizer„Eidgenossenschaft" seit einem Jahrhundert umgibt, ist durch den Menschenraub von Basel mit einer erschreckenden Niedertracht und Brutalität verletzt worden. Er ist das bisher deutlichste, aber nicht etwa das erste Anzeichen dafür, daß die Schweiz in ihrer friedlichen Isolierung seit dem Großwerden des Fascismus gefährlich bedroht ist. Seit langem schon regt sich die „Fr o n t i st e n"-B e w e g u n g, die nichts anderes ist als eine nach reichsdeuffchem Muster aufgezogene und von reichsdeutschen Stellen dirigierte Hakenkreuzlerbewegung, die fortgesetzt Terrorakte plant und verübt und den Anschluß ans Drifte Reich propagiert. Seit langem schon ist auch bekannt, daß bei den deutschen KricgSvorbe- reitungen die Erwägung eines Durchmarsches durch die.Schweiz nach dem- Muster der einstigen Invasion, in Belgien eine:Molle spielüllnd>wch ist die Erregung über die Affäre Fonjallaz nicht verklungen, bei der es sich um die Beschuldigung der Spionage zugunsten Italiens handelte. Die Schtveizer Politik hat alsp Gründe genug, aus der zurückhaltenden Ruhe zu erwachen, die sie auch in einer Zeit bewahrt hat, in der die Nachbarländer vom Fieber der Krise, von der Raserei des schwarzen und braunen Terrors, von Skandalen und Bürgerkrieg erschüttert wurden. Die Schweiz hatte selbst der Krise gegenüber lange genug ihre Neutralität wahren können. Aber der Zeitpunkt scheint gekommen, da auch sie als letztes europäisches Land ihre Wirkungen zu spüren bekommt. Jahre hindurch war die Schweiz jenes von den Kapitalisten aller Länder ersehnte Paradies der Sicherheit und der niedrigen Steuern, in das man getrost mit den Kapitalien pilgern konnte, die man dem Zugriff des Staates oder der Gefahr der Entwertung entziehen wollte. In den Schweizer Banken samMrlte sich das Fluchtkapital aus ganz Europa. Eine Ueberschwemmung, die wie Reichtum aussah, aber so unnatürlich war. daß sie auf Die Dauer zu Schwierigkeiten führen mußte. Die Milliardensummen, die sich bei den Schweizer Banken sammelten, konnten natürlich im Lande selbst nur zum allergeringsten Teil angelegt werden'. Und so ergab sich das ebenso Groteske wie Notwendige: daß nämlich der größte Teil Des Fluchtkapitals wieder in Gestalt von Anleihen in jene Länder zurückfloß, aus denen er geflüchtet war. Daß die Besorgnis der Fluchtkapitalisten nicht unbegründet war, mußten allerdings auch die Schweizer Bankiers sehr bald einsehen. Die ausgeliehenen Gelder froren zu einem sehr erheblichen Teil jenseits der Grenzen ein, aus Guthaben wurden fragwürdige Forderungen, statt Zinsen gab es Moratorien,— und heute ist allein das D e u t s ch e R e i ch, daß der Hauptlieferant des Fluchtkapitals und der Hauptabnehmer für Leihkapital war, der Schweiz mehr als vier Milliarden Franken schuldig, die, snt, D«r Finanzdiktatur Dr. Schachts als ver- f EM-As--rOJh» • Da die Schweizer Bankiers dieser Entwicklung ihrer Geschäfte nicht blind gegenüberstanden, blieb ihnen nichts anderes übrig, als das. bei ihnen aufgespeicherte Geld in demselben Maße, in dem die Krise bei Den Schuldnern wuchs,, vom Markte zurückhalten und es lieber brachliegen zu lassen, als es weiter in ein Faß ohne Boden zu werfen. So kommt es, daß trotz aller verlorenen Milliarden die Schweiz noch immer das geldreichste Land Europas ist, das Land mit der best- funDierten Währung, mit den höchsten Preffen und dementsprechend auch mit relativ hohen Gehältern und Löhnen. Mer Die Schweiz muß erfahren, daß sich eine Insel inmitten der Weltwirtschaftskrise auf die Dauer nicht selbstherrlich erhalten kann. Di« Hauptindustrie der Schweiz, das Hotel- und Gastwirtsgewerbe, hat unter dem Rückgang des FrenlDenverkehrS bereits so gelitten, daß die Regierung ihm Subventionen gewähren mutzte, die Schweizer Export Industrie ist durch die Zollmauern und das Stocken der Auslandszahlungen genau so geschädigt wie die Exportindustrien Der anderen Länder, und auch vor der Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, 28. April 1935. 9k. 100 Stil nichts neues gesagt zu werden. EZ genügt die Feststellung, daß hier der Aufstieg und Sturz Struensees in höfischen Szenen geschildert wird, die teils an den.Jud Süß" und andernteils an „Katharina die Große" erinnern. Die Anlehnung an den.Lud Süß" war gegeben, weil es sich auch bei Struensee um einen Emporkömmling handelte, der einem geistesschwachen Fürsten die Regierung führte und schließlich von seinen Widersachern(die im Film von der Königin-Mutter Juliane geführt werden) gestürzt und dem Galgen überliefert wird. Und mit dem Film von der großen Katharina verbindet diesen„Diktator" di« Zeichnung des königlichen Ehe- lebenS: der Gatte minderwertig, stupid-vergnügungssüchtig. die Gattin aber(eben jene Königin Käro- line Mathilde) ein zartes, edeldenkendes Wesen. Die Hauptgestalt, der Hamburger Arzt Struensee, der den betrunkenen König in einer Seemannskneipe kennenlernt und unter seinen Einfluß bringt, ist als Mann des Fortschrittes gezeichnet: er erleichtert die Lasten der Besitzlosen, stiftet das ihm verliehene Schloß der öffentlichen Krankenpflege, läßt Leibeigene frei und hebt die Zensur auf. Zur Liebe des Volkes gesellt sich die Neigung der Königin, aber auch der Haß der alten Hofclique, di« Struensees Beziehungen zu Karoline Mathilde und die Schwäche des Königs benützt, um dem mächtigen Günstling den Strick zu drehen.. Der Regiffeur Victor Saville(der Schöpfer des Films vom„eisernen Herzog") hat diesen Struensee-Film nicht überragend, aber blitzsauber und würdig in Szene gesetzt, mit«in paar Ansätzen zum Witz,«in paar Ansätzen zur Tendenz und mit ein wenig kitschigem Pathos am Ende. Den Struensee spielt der aus der„Cavalcade" bekannt« Clive Brook mit sehr viel Haltung und Sicherheit. als giftige Königin-Mutter macht sich Helen H a y e nachdrücklich bemerkbar, die. Königin der Madeleine C a r o l l ist lieblich und vornehm— und der König Christian wird von Emlvn Williams so bor- sichtig gespielt, daß er weder als Rohling erschreckt noch als betrogener Gatte Mitgefühl weckt. Uebrigens hat auch dieser englische Film wieder eine(von Karl Rathaus komponierte) Begleitmusik, die das Gerücht von der Unmusikalität der Engländer widerlegt(die allerdings auch beim Film nicht-englische Kompositionen bevorzugen).—«is— Die Arbeiterturner und-Sportler stehen westet im Kampfe gegen den kapitalistischen Wahnsinn i» einer Reihe mit allen sozialistischem Arbeiterorgani' sationen und wissen, daß sie ihren körperkulturelle» Jdalen am besten dienen, wenn sie zusamme» mit den anderen Organisationen um eine neue, bessere Gesellschaftsordnung kämpfen. Am 1. Mai alle Arbeitersportler in di« Kampffront für Frieden und Freiheit, gegen den Fasest' mus und Kapitalismus! Rudolf S i l a b a m. p. Julius D e u t s ch m. p. Atus-Fußballteam nach Brüssel Am 18. und 16. Juni findet in Brüssel eim vom belgischen Arbeitersportverband veransÄ-l tetes internationales Turn- uri) Sportfest statt. Im Rahmen dieser Veranstal-! tung wird auch ein F u ßb all«Län der kamp! Belgien—Tschechoslowakei(Atus) zst Durchführung gelangen, das am Sonntag, dem 16. Juni, stattfind em wird. Außerdem wird ein H a ad- ballmatch Hollan d—B elgien ausgctrsts gen werden. Die Organisationsarbeiten zu diesem intw nationalen Sportfest nehmen einen guten Verlag" Aus Holland sind gegen 600 Teilnehmer zu erwartet und aus Frankreich werden wohl ebensoviel konunea- Man rechnet mit insgesamt 6000 aktiven TeilnW mern;«ine Zahl, welche man in Brüssel noch ni7 Hotel". Greta Garbo—Barrymoore. A.— U Sri' vodu:.Die Drei-Groschen-Oper". Fst' ster—Neher. D.— Baldek:.Ball im Savoy". D. 1 Sport»Spiel• Körperpflege Zum 1. Mai Das Präsidium der SASJ grüßt zum 1. Mai die Ackeitersportler der ganzen Welt und ist überzeugt, daß die Organisationen in den einzelnen Ländern auch auf diesen Weltfeiertag ihre innig« Verbundenheit mit den sozialistischem Organisationen bekunden und durch starke Teilnahme an den Maidemonstrationen bezeugen, daß sie gewillt find, im Kampfe um den Sozialismus mitzuhelfen. Die Ackeitersportler wenden sich an diesem 1. Mai besonders gegen die Kriegsgefahr, die durch di« fafcistischen Regierungen einiger Länder aufs höchste gewachsen ist. Wir kämpfen für die Erhaltung des Friedens, für die internationale Einigung der Völker und dienen dem Frieden am besten damit, wenn wir unseren Kampf gegen den Fafcismus mit allen Kräften führen. Aus der Frühzeit des Marxismus Engels Briefwechsel mit Kautsky Wer immer sich für den heute so viel umstrittenen Marxismus interessiert, sei es als sein Freund oder als sein Feind, wird an diesem Buche nicht achtlos vorbeigehen können. Brosch. KC 70*—. gebd. Kd 80*—. Bei Buchhändlern ORBIS-VERLAG, PRAHA XII Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich siö 16.—. vierteljährig Kd 48.—, halbjährig siö 96.—. ganzjährig siö 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst beredet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZcitungSfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.