fte In We 21 bei пр ci fel ita ital ΠΡ 16 11 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077, HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. tra te 15. Jahrgang rt ne nid < bri on affe jal 4, Dienstag, 30. April 1935 Leben wir im Dritten Reich? Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 101 zen Bezirk Braunau ist infolge der blutigen Weberfälle sehr groß und die Erbitterung darüber, daß sich die Gendarmerie erst sehen ließ, als die Arbeiter zusammengedroschen waren, geht weit über die Reihen unserer Parteigenossen hinaus. Die Methoden des sudetendeutschen Fascismus Ein feiger Ueberfall Die Arbeiterschaft wird sich zu wehren wissen Begeistert gab die„ Rundschau" die Parole( Kopfwunde), Kratina Franz( Durchschnitt in Neuern | Was die deutsche Sozialdemokratie seit Jahr und Tag feststellte, das bewahrheitet sich in diesem aus: Ri Wahlkampfe: Die Heimatfront des Herrn Hen11lein ist die sudetendeutsche Filiale Hitlers, sie ist eine hundertprozentig fascistische Bartei. Als erste Folge ihres hemmungslosen Treibens ist bereits eine Serie blutiger Zusam Das war die offizielle Ankündigung, daß die zungen). Es steht einwandfreife st, menstöße zu verzeichnen. Begonnen hat es mit ganze Wahlarbeit der deutschen Sozialdemokratie unter fascistischen Terror gesetzt werden soll. Un- daß an der Saalschlacht 27 Wildstein. Dort wollte unser Abgeordneter fere Arbeiter sagten sich mit vollem Recht: Wei- SA Leute aus Deutschland Katz Wei- SA- Leute az in einer öffentlichen Kundgebung auf dem chen wir einmal der Gewalt, dann ist jede demo- beteiligt waren, die am 27. April Martiplak sprechen. Kein politisches Thema, son tratische Bablagitation unmöglich. Wir müssen bei Ottendorf die Grenze über dern die Notlage der dortigen Tonarbeiter stand uns daher die Wahlfreiheit mit jenen Mitteln schriften. Die Verletzten der EHF wur. auf der Tagesordnung. Johlende Haufen, die von sichern, die der Gegner anwendet. Die Antwort den auch sofort mit Autos wegge= der SHF von weitem herangeholt worden waren, auf Wildstein wurde in Neusa ttl und Neuberhinderten die Abhaltung der Arbeiter- Ver-| jammlung. Daraufhin jubelte die„ Rundschau" des Herrn Henlein: der Sehnen an der linken Hand mit einem Messer), Winter Alois( Brustverletztung durch ,, Bei uns( in Wildstein) spricht Katz nicht einen schweren Schlag mit Stuhl- oder Tischbein), mehr." Hartwig und Reichelt Franz( Kepfverlet ier Gol Sell Gol Lon nel bo def gegeben. Die volle Verantwortung für die Folgen von " Eine Schlacht ist gewonnen, die deutsche Sozialdemokratie hat eine schwere Niederlage ein- Wildstein fällt auf die sudetendeutsche Fascistenstecken müssen." front und ihr Sprachrohr, die Rundschau. Wie die Arbeiterschaft provoziert wird bb Tung otv ha Pa ndi aut ban fen ta bel Lav og 1 1 Be For D. Herr Henlein fährt mit vier Auto 3 und lich der Spiegel und Fenster ging in tinem 2 aut iprecher wagen durch die Trümmer. Der Kampfwarfurcht deutschen Gebiete. Von Eger herab wurde alle bar. hundert Meter ein Radfahrer postiert. Für jede Versammlung werden einige hundert Ordner um 20 Stronen pro Tag gemietet. Dieser Reklameaufwand, der Millionen verschlingt, spielt sich vor Augen einer verarmten Bevölkerung ab. Kein politischer Gegner wird in die Versammlungen| den Henleins zugelassen. Wenn ein Sozialdemokrat der Siebung entgeht und auch nur zur Geschäftsord-| nung das Wort ergreifen will, wird er, wie in Igla u, von Henleins Ordnern hinausgeleitet". Gleichzeitig aber verlangen die Anhänger Hen leins, wenn sie in einer unserer Versammlungen| stärker vertreten sind, volle Redefreiheit Sie berufen sich in unseren Versammlungen auf die Demokratie. Wie es sozialdemokratischen| Arbeitern ergeht, wenn sie sich in SHF- Versammlungen auf ihre demokratischen Rechte berufen, das zeigen folgende Berichte: Saalschlacht in Heinzendorf bei Braunau Reichsdeutsche SA- Banditen gegen sudetendeutsche Arbeiter Die SHF hatte für Samstag nach einVon der Seite der Arbeiter sind verletzt: Nambauske( Kopfwunde), Ringel Gustav ich afft, offenbar damit kein verwundeter SA- Mann der Gendarmerie in die Hände falle. Während des Kampfes wurden über die Grenze Leuchtsig. nale gewechselt, wahrscheinlich um den Abtransport der verletzten SA- Männer zu melden. Dem Arzt Dr. Girsch in Halbstadt, der zu Hilfe gerufen wurde, sind die Autoreifen erigitten worden. Man wollte die verwundeten Arbeiter verbluten lassen. Das Kommando zum Losschlagen gab der er 30 g. im gan Leiter der SHF in Brannan, Cafétier Die Aufregung in Heinzendorf und Neuer Menschenraub an der Grenze GestapoEin reichsdeutscher Emigrant bei Eisenstein entführt Agenten auf tschechoslowakischem Gebiet Das Opfer nach verzweifelter Gegenwehr überwältigt und verschleppt Vor dem Grenzbahnhof Eisenstein im Böhmerwald wurde am Sams tag nachmittags der in Tschechoslowakei lebende reich deutsche Emigrant Lampersberger noch auf tschechoslowakischem Ge. biet von zwei reichsdeutschen Zivilisten, offenbar Beamten der geheimen Staatspolizei, denen ein bayrischer Gendarm assistierte, mit Gewalt auf reichsdeutsches Gebiet verschleppt, obwohl ein tschechoslowakischer Gendarm und ein außer Dienst befindlicher Finanzwachbeamter dieses Verbrechen zu verhindern suchten. Das tschechoslowakische Pressebüro meldet über diesen unerhörten Men= schenraub, der an den Fall Jacob in der Schweiz erinnert, folgende Einzelheiten: tige Schläge in das Kinn, daß er Wachtmeister Manoch vermochte infolge der Samstag, den 27. April, traf nach 12 Uhr Man beachte folgende Gegenüberstellung: In Markt Eisenstein war Sonntag eine sozialdemokratische Wählerversammlung angefeßt. Die Henlein- Hakenkreuzler, ermutigt durch den am Vortage an der Grenze verübten Menschenraub, hatten aus der ganzen Umgebung mobilisiert und besetzten mit einem Trupp Kommunisten schon in den Morgenstunden den Saal. Die später ankommenden Arbeiter waren trotzdem in der Mehrheit, aber man spekulierte auf die Einschüchterung der Menschen in diesem Grenzwinkel. Nach der Eröffnung der Versammlung bildete sich eine Einheitsfront zwischen Henlein- Banden und Kommunisten. Sie erklärten, die Versammlung dürfe nicht stattfinden, wenn nicht den zwei Rednern dieser Einheitsfront je die gleiche Redezeit zugesprochen würde, wie unserem Referenten. Darauf gingen sehr fritisch zu, zumal die Ortsgruppe der SHF die Einberufer nicht ein. Die Situation spiẞte sich am Vorabend beschlossen hatte, die Versammlung unter allen Umständen zu sprengen. In der Versammlung wurde auch bemerkt, daß ein Teil der gerüstet war. Nur dem Umstande, daß die Henlein- Demokraten mit Revolvern ausBersammlung vorzeitig abgebrochen und der Saal von der Gendarmerie geräumt wurde, ist es zu= zuschreiben, daß ein katastrophales Blutvergießen verhindert wurde. Ueber die Absichten der SHF Landsknechte gibt eine von Genossen belauschte Aeußerung Aufschluß, wonach sie den als Referen ten anwesenden Genossen Ja ksch auf dem Wege zum Bahnhof überfallen und„ spitalsreif" machen wollten. Auf diese Vorfälle hin entschloß sich die Arbeiterschaft von Neuern, eine dort für Sonntag nachmittags angesetzte SHF- Versammlung zu besuchen. Sie war ausdrücklich dazu einge= Iaden worden und unserem Gegenredner war eine Stunde Redezeit zugesichert. Das geschah aber nur zu dem Zweck, um die Sozialdemokraten in die Falle zu locken. Als die ersten unserer Genossen durch die Hausflur des Gasthauses Altmann zum Versammlungslokal gehen wollten, wurden sie von Henlein- Ordnern ohne jeden Wortwechsel überfallen. In der schmalen Einfahrt entspann sich ein blutiges Handgemenge. Sechs unserer Genossen erlitten schwere Kopfberlekungen, die von Schlag= ringen und Totschlägern herrühren.. Auch Schlachtmesser, Gummifnüttel und Holzscheite wurden verwendet, um den Arbeitern die Volksgemeinschaft einzubläuen. Ein Arbeiter wurde aus dem Saalfenster mit zendorf im Braunauer Bezirk eine Versamm mittags in Eisenstein der regelmäßige Eisenbahn- blutete. fratische Mehrheit. Die Arbeiter wurden persön der tschechoslowakische Gendarmerie- Wachtmeister Menschenansammlung von der Schußwaffe keinen einem Steinwurf zu Boden geschlagen. Der am lung einberufen. Heinzendorf hat eine sozialdemo zug aus Bayern ein, bei dem die Baßkontrolle aufgefordert. Sie kamen auch, fanden aber den Bahnhof beim Grenzpfeiler einen auf bayrisches Gebiet verschleppt. Saal bereits durch SHF- Ordner, die aus dem anständig angezogenen jungen Mann, der un= Trautenauer und dem ganzen Braunau- Wekelsdorfer Gebiet zusammengeholt waren, besetzt. Daß keine größere Aufmurksamkeit widmen, da er die durch den Umstand verstärkt, daß bei der Ver- darmerie in Sicherheit brachten. Der hinzukom= die Arbeiter nur in der Absicht gekommen waren, Baßkontrolle durchzuführen hatte. cine politische Diskussion zu führen, beweist unDie Vermutung, daß es sich um Organe der ruhig umherblickte. Der Gendarm konnte ihm geheimen deutschen Staatspolizei handelt, wird schleppung den beiden Zivilpersonen ein bayrischer Gendarm zu Hilfe eilte, der angeblich die Der Ort, wo der Verschleppte von deutschen Eine Weile später hörte er, daß jemand vor blieb im Hausflur liegen und war Zeuge, wie die Wegelagerer einen ganzen armboll Ochsenziemer und Gummiknüttel vor dem Eintreffen der Genmende Regierungsvertreter benahm sich völlig hilflos und ließ sich troß Aufforderung nicht herbei, bei den namentlich bezeichneten Rowdies eine Waffensuche vorzunehmen. Der vor demi streitig die Tatsache, daß sie auch ihre Frauen dem Bahnhofe um Hilfe rief. Er eilte vor Schußwaffe vorbereitet hielt. und Mädchen mitnahmen. Der Anspruch der das Bahnhofsgebäude und sah, wie zwei ZivilArbeiter auf das Präsidium wurde mit Hohn personen den erwähnten jungen Mann, der vor- Organen überfallen wurde, ist 15 Meter vom Lokal angesammelten hundertköpfigen Menge be= Auseinandersetzung drangen die Henlein- Banditen Grenze auf reichsdeutsches Gebiet zu schleppen half dem Gendarmerie- Wachtmeister Manoch der sammlung mußte schließlich verboten werden und abgeschlagen. Bei der darüber geführten her beim Grenzpfeiler stand, über die Grenzstein entfernt. Bei dem Streit mächtigte sich eine steigende Erregung. Die Ver auf den Wortführer der Arbeiter, Gen. Nam banske- Braunau ein. Die Genossen wollten ihn Zivilisten im Namen des Gesetzes au, von dem Dienst und infolgedessen ohne Waffe war. Die idjüben. bemüht waren. Der Wachtmeister forderte die Respizient der Finanzwache Gröffel, der außer jungen Mann abzulaffen, diefe erklärten jedoch, Das war das Signal zum Losschla- sie befänden sich auf reichsdeutschem Gebiet. Den Zivilpersonen eilte der bayerische gen. Mit Gummiknütteln, Schlagrin Pressemeldungen, daß der erwähnte Respizient Ebenso wurde der Gendarmerie- Wachtmeister verlegt wurde, entsprechen nicht der Wahrheit. gen, Stahlruten und Messern drangen Gendarm Wysped zu Hilfe und war bei Manoch nicht verlegt. die Fascisten auf die Arbeiter ein. Diese der Verschleppung des jungen Mannes auf bayemußten im allgemeinen Getümmel zu- risches Gebiet behilflich. Der junge Mann wehrte sich verzweifelt und hielt sich * erft ihre Frauen in Sicherheit bringen. mit den Händen an dem Geländer auf der gestern in Eisenstein eingefunden und leitete die Dann aber setzten sie sich mit Stühlen Straßenseite an. Die unbekannten Männer, Untersuchung des Falles persönlich. Nach Abschluß und Tischbeinen ordentlich zur Wehr. wahrscheinlich Mitglieder der geheimen Staats-| der Untersuchung wird an das Innenministerium Den Angreifern wurde nichts geschenkt. polizei Gestapo, ergriffen den jungen Mann an berichtet, das dann die Akten dem AußenministeDie ganze Saaleinrichtung einschließel Händen und Füßen und versetzten ihm so he f- rium zur Stellungnahme überreichen wird. das Lokal geräumt werden. Die Arbeiterschaft der Neuerner optischen Betriebe ist Montag früh in den Streif getreten. Sie verlangt die Entfernung einiger Klaffenverräter, die am Sonntag im Dienste des Henlein- Kapitalismus auf die eigenen Arbeitskameraden hineingeprügelt haben. Die Arbeiterschaft dieses BöhmerwaldBezirkes wird auf diese Vorfälle in großen Kundgebungen in Neuern und Eisenstein antworten. Der Terror der SHF wird gebrochen werden! Seite 2 Dienstag. 30. April 1935 Ar 101 Henleins Reichstagsbrand? Vier Schüsse gegen sein Auto und alle Insassen unverletzt Vorige Woche erklärte Herr Henlein auf einer Kundgebung inRonsperg, erfürchte sich auch vor keiner Kugel. Er oder sein Propagandachef muffen schon bestimmte Ahnungen gehabt haben. Nun wird gemeldet, auf das Auto des„Führers", seien auf der Fahrt von 8 n aim nach N i k o l S b u rg, knapp hinter Znaim vier Schüsse abgegeben worden. In Brünn fuhr Henlein dann vor der Polizeidirektion vor, zeigte vier Einschußstellen und liest sie photographieren. Die Polizei kam leider nicht auf den Gedanken, die Revolver der Auto-Insassen an- Der Sudeten-Hitler unter polireischutr vtkentNeke Kundgebung mit..Eintrittskarten“ Brünn.(E. B.) Am Tage nach dem Fiasko, das Henlein anlählich seiner Anwesenheit in Znaim erlitten hatte, kam der„Führer" nach Brünn, um sich im Deutschen Haus seinen Anhängern vorzustellen. Wochenlang schon hatte die Brünner bürgerliche Preffe für das erste Gastspiel Henleins in Brünn Reklame gemacht und den Borbereitungen nach zu schliehen, hätte man annehmen können, datz das Deutsche Haus zu klein sein würde, die Massen der Henlein-Anhänger aufzunehmen. Es waren auch alle Säle gemietet worden, wie aber gleich gesagt werden soll, überflüssigerweise, da der Besuch die Erwartungen der SHF-Mhrer nicht erfüllte. Welche Angst die Beranstalter vor der Arbeiterschaft haben, beweist der Umstand, daß ein Heer von Ordnern ausgcboten worden war, das imr die B e s i tz e r von Eintrittskarten in-das Deutsche Haus ließ. Recht seltsam mutete es an, daß die Versammlung auch unter dem Schutz der Polizei stand, da vor dem Deutschen Haus und in dessen Umgebung einHeer von Polizist e« anwesend war. Die Versammlungsbesucher setzten sich zum Großteil aus Ordnern und. LäiffEevölkerung zusammen. Die Brünner Bevölkerung selbst war recht schwach vertreten und in den anwesenden Brünnern erkannte man zum großen Teil ehemalige Nazis. Die Versammlung bot eher das Bild einer schlechten Zirkusvorstellung, denn einer ernsten Kundgebung und brachte wahrscheinlich auch vielen SHF-Anhang ern eine Enttäuschung, da der mit so viel Tamtam angekündigte Führer Henlein kaum zehn Minuten sprach und nur einige Phrasen hören ließ, die wohl niemanden begeistern konnten. Auch seine Vorredner, Dr. H o d i n a und Sebekowskh standen sichtlich unter dem Eindruck der für die Herrschaften recht unerfreulichen Znaimer Vorgänge. zusehen und ihr Kaliber mit den Einschußöffnungen zu vergleichen.. Bier Einschüsse in einem vollbesetzten Auto und nicht einmal eine kleine Hautabschürfung! Der Vorfall riecht ein bißchen zu sehr nach Reichstagsbrand. Hoffentlich wird die Untersuchung auch auf das Delikt der Irreführung der Behörden ausgedehnt. Denn daß Herr Henlein in Ronspecg schon die Kugeln pfeifen hört, die erst bei Znaim abgeschossen werden, das kann man der Frau Blaschke erzählen. Bor dem Deutschen Hause hatte« sich hunderte von Arbeitern angesammelt, die, alS ihnen der Eintritt ins Deutsche Haus verwehrt wurde, unter freiem Himmel eine Versammlung ab- halten wollten. Als aber die Genossen S ch m e r d a und K o p k a zu ihnen sprechen wollten, wurden sie von der Polizei verhaftet und unter den empörten Protestrufen der Bersammeltea abgeführt. Die Menge zog nun ins Dopzgebäude, wo eine Versammlung stattfand, in der die Genossen K u l k a, Dr. Freund und Dr. E ä e r und zwei kommunistische Redner sprachen. Insbesondere die Ausführungen des Gen. Dr. Freund, der aufzeigte, daß die SHF nichts anderes ist, als getarnter Fascismus, der darauf ausgeht, auch bei uns die Arbeiterschaft zu entrechten, fand lebhafte Zustimmung. Von stürmischem Beifall begrüßt erschienen die über Intervention des Genossen W e l l a n wieder freigclassenen Genossen Schmerda und Kopka in der Versammlung. Nachdem noch die Genossen Schmerda und Wellan zu den Anwesenden gesprochen hatten, wurde die Versammlung, die nicht einberufen worden war, sondern eine spontan aus der Empörung der Arbeiter gegen die Provokationen des Henlein-Fascismus heraus entstandene Kundgebung war, unter dem Wsingen der Internationale geschloffen. Bor dem Deutschen Hause wurden von unseren Genoffen Flugzettel verteilt, in denen die Bevölkerung über die von der SHF angestrebten Ziele aufgeklärt wurde. Genosse Zlschka verletzt Im Wahlkreise Olmütz haben sich gleichfalls unerhörte Ausschreitungen der SHF abge- spielt. Der Kreissekretär und Listenführer der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rudolf Z i s ch k a ist Samstag, den 27. April, in Schnobolin b. Olmütz in einer von der sozialdemokratischen Partei einberufenen Versammlung von der SHF tätlich insultiert worden. Ein SHF-Mann hat ihm einen Stuhl über den Kopf geschlagen, so daß Zischka erhebliche Verletzungen davongetragen hat. In Sternberg kam es am Sonntag im Anschluß an die Versammlung, in welcher Konrad Henlein gesprochen hatte, zu schweren Mebergriffen der SHF. Die deutsche sozialdemo- Dr. Jansky Uber Henlein Das.Prager Montagsblatt" schildert den Schneidmühler Landarzt Dr. Jansky, der bekanntlich Mit einer aufsehenerregenden Erklärung aus der SHF austrat, als einen der bisher agilsten ehrenamtlichen Werber der SHF, der m e h r a l s hundert Ortsgruppen begründete, in unzähligen Versammlungen gesprochen und ein kleines Vermögen seiner Idee geopfert hat. Seine absolut selbstlose Tätigkeit sicherte ihm in SHF-Kreisen eine Beliebtheit, deren sich kein besoldeter Funktionär erfreuen konnte. Und weil er sich seiner absoluten Unabhängigkeit bewußt war, erlaubte er sich hie und da auch ein offenes Wort und scheute sich nicht, auch gegen Herren der Hauptlettung seine Meinung zu vertreten. Das alles hat zum Bruch zwischen ihm und der Partei geführt. Das genannte Blatt schildert dann, wie Jansky sich in der letzten Zeit vergeblich bemühte, zu Henlein vorgelassen zu werden, der sich vor Jansky verleugnen ließ. Dr. Jansky erklärte dem Vertreter des„Montagsblatt", Henlein sei von einem Kreis umgeben, der fast ausschließlich dem Kameradschaftsbund entstammt. «Diese Leute nehmen ihm jede eigene Meinung und jebnt eigenen Willen und werde« ihn selbst unter die Räder bringen." Umlaute 6er SHF Der reichsdeutsche Rundfunk meldete Montag abends, daß die tschechoslowakische Regierung den Namen der HenMnpartei„Sudetendeutsche Heimatfront" verboten habe. Infolgedessen nenne sich die Henleinpartei jetzt„Sudetendeutsche Partei, Vorsitzender Konrad H enlein". Dazu ist zu bemerken, daß diese Angelen- heit in die Kompetenz des Innenministeriums fällt. Daß die Bezeichnung„Front" nicht geduldet werden wird und auch gegen die„Heimat" Einwendungen erhoben werden, war schon seit einigen Tagen bekannt. Sollte die reichsdeutsche Meldung über den neuen Namen auf Wahrheit beruhen, dann werden die Henleinleute allerdings schleunigst alle ihre Enbleme sowie etliche Flugblätter und Plakate umändern müffen. Daß.sich Henlein nur als simpler„Vorsitzender" und nicht als„Führe r" bezeichnen darf, ist allerdings ein arger Schönhettsfehler der neuen Firmatafel. krattsch« Partei hatte ihre Gegenkmkdgebungen abgesagt und ihre Anhänger in disziplinierter Weise von dem Besuche der Henlein-Versammlung ferngehalten. Nach Schluß der Versammlung ist aber eine Gruppe von 50 SHF-Ord- nern auf Fahrrädern am Arbeiterheim vorbeigefahren. Diese Ordner hatten Steine in den Taschen, wollten damit das Arbetter- heim bombardieren und dann auf ihren Rädern schnell verschwinden. Ohne Anlaß wurde ein Arbeiter, der vor dem Heime stand» ü b e r f a l- len und niedergeschlagen. Erst daraufhin sind die im Arbeiterheime versammelten Arbeiter gegen die Henleinleute vorgegangen, wobei es zu einer Schlägerei kam. Diese Henleinordner sind 50 Kilometer wett herangeholt worden. Terror der SHF-Banden in Nordmähren Vom Rundfunk Ak WM deMe ttMttrMm zum 1. Mai ' Mittwoch, den 1. Mai, von 18 Uhr 1** bis 18 Uhr 50, veranstaltet die Deutsche Arbeitet^ sendung über den Libliher Sender folgend^ Programm: O r ch e st e r-Borspiel:„Egmon t"-On»tk' türc von L. v. Beethoven Chorgesang: LiedderArbett M a i g r« ß unseres Parteivorsitzende« «offen Dr. Ludwig C z e ch Chorgesang: Hymne an die Freiheit (Nthmann) Rezitation: Spartakus(von Jaroslav Brchlirky) Die Stadt in Träne< (von Jarosiav Seifert) Chorgesang: Trauermarsch(Scherchem M a i l i e d(Scheu) Rezitation: Eine Szene aus Friedrich Schillert! „DieBcrschwörungdcsFieslt zu Genua" Aus der Rede Biclor Hugos Jahrhundertfeier für Voltaire Chorgesang: Schmiede(Pfirsting) Orchester-Schlußspiel: D i e M a r s ei l laiff (Diese Chöre werden von der Prager Voll singgemeinde unter Leitung ihres Chee' Meisters Genossen Edwin Janetsche' gesungen; die Rezitationen bringt Genosse Hain Lichtwih-Prag.) Innerhalb der von uns bereits bekanntste^' benen(verdoppelten) Sendezetten der Arbeittv sendung im M a i sind folgende Aenderun' gen festzuhalten: am Sonntag findet die bettersendung von 14 Uhr bis 14 Uhr 20 statt, as M i t t w o ch von 18 Uhr 25 bis 18 Uhr 45. übrigen sind die Relationen so angesetzt, wie sie Sonntag veröffentlichten. * Die Sendungen„Arbeitsmaekt" „Soziale Informationen" fallen R 1. Mai infolge des besonderen Festprogramms Empfehlenswertes aus de« Programme«! Mittwoch Prag, Sender L: 7.30: Konzert aus KarlÄ^ 8.43: Prager Salonorchester, 10.05: Dvptäk. 11E Militärkonzert, 12.15 Mufsiks Salonquartett. 17Ä Deutsche Sendung: Prof. Dr. Jungbauer: Vom M xentag zum Weltfeiertag. 18.10: Deutscheres beiterfunk: Beethoven: Egmont-OuvettW für Orchester, 2. Ansprache von Mini st'' Dr. Czech, 3. Chor der Deutsche. Volkssinggemeinde unter Leitung« Chormeisters Edwin Janetschek: a) Das W der Arbeit, b) Scherschens Trauermarsch, c)»w mann: Hymne an die Freiheit, d) A. und I. SeA Mailied, e) Rezitationen von Hans Lichtwitz^ dem„FieSco" von Schiller, aus einer Rede von^ Hugo über Voltaire, f) Die Marsellaise. für OE ster, 18.05: Wir feiern den Feiertag der Arbw 20.45: Konzert der Orchestervereinigung. Senders 14.30: Deutsch« Sendung: Der Trompeter von*3 terleutersbach. heiteres Hörspiel.— Brünn, 22.R Auf Rosen gebettet. M —■ i—— 7 Roman von Emil Vachek Deutsch von Anna Aurednltek „Morgen wirst du aber doch kommen, Loisis? Es wird sehr feierlich zugehen. Der Butschina kommt, der Ledvina und noch andre Burschen vom Fach. Ich will übrigens die ganze Hühnersteige einladen. Jetzt geh' ich und hol' noch eine Flasche Wein, ein Stück Käse und ungarische Salamr!" Unglücklicherweise war Loisis nicht mehr imstande, sich zu beherrschen. Die Nachricht, daß Fevdl arm sei wie eine Kirchenmaus, wirtte auf sie wie Feuer auf eine Rakete. Am liebsten hätte sie gespuckt, gezischt, wäre in die Lust geflogen, zerplatzt und hätte alles angezündet. Mtt fürchterlicher Stimme schrie sie:„Ich hab' dir schon gesagt, daß ich auf alles pfeif'. Und wenn Ihr morgen Krawall macht, rufe ich die Polizei!" „Lachs werd' ich auch noch kaufen", sagte Beinfteller, weil er wußte, daß geräucherter Lachs eine ihrer Lieblingspeisen war. „Ich pfeif' auf den Lachs", brüllte Loffis, schlug die Tür zu und flog tatsächlich wie eine Rakete auf die Hühnersteige. „Das behauptet, eine Generalstochter zu sein", sagte Beinsteller verächtlich.„Ja, vielleicht war der Vater Feldwebel, der von früh bis abends gejohlt hat, das mär' schon möglich." .^Herr Beinsteller, wie heißt denn eigenttich Fräulein Loisis?" fragte der Kadett Karl. „Das weiß kein Mensch, Karli. Sie wohnt schon fün^ehn Jahre hier und jeder nennt sie Loisis. Sie hat ein ungewaschenes Maul und man nennt sie auch die schlumperte Loisis. Aber sonst ist sie ein ganz braves Madel— bis auf die Goschen." Das dritte Kapitel erzählt die Geschichte deS Hauses C.-Nr. 6680 in ZiZkov und macht de« Leser mit der Hühnersteige bekannt. Loisis lief nur einige Meter weit und blieb bei der nächsten Tür stehen, die genau so aussah wie die, welche zur Wohnung Beinstellers führte. Sie betrat eine Küche, die genau so groß war wie die Beinstellers. Das war die Wohnung, mit der Loffis, die behauptete, eine Generalstochter zu sein, vorliebnehmen mußte. Es gab hier auf der Pawlaffche im ersten Stock fünf solcher Türen und Küchen. Fünf Türen, fünf Fenster und fünf Küchen. Darüber war noch ein Stockwerk mtt einer Pawlatsche, das ebenso eingeteilt war. Gegenüber stand ein sechsstöckiges Vorstadtzinshaus, in der Mitte ein sonnenloser, kleiner Hof. Das war das Haus C.-Nr. 6660 in ZiAkov. Es war ein sonderbares, in seiner Art berühmtes Haus. So wie die Basilika Sacre Coeur den Montmartre und so ganz Paris beherrscht, so erhob sich einsam, stolz und hoch das Zinshaus C.-Nr. 6660 über Prag. In Wirklichkeit stand es gar nicht so hoch wie andre Teile in ZiKkov»aber die optische Täuschung war vollkommen. Ganz allein stand ii auf dem kleinen Hügel, am Ende der Stadt, hoch, verzweifelt in die Höhe getrieben, als herrsche hier oben furchtbare Platznot. Die Fenster gingen gegen Osten und Westen, gegen Süden und Norden waren Feuermauern, an die einmal andre Zinshäuser angebaut werden sollten. Ringsum nichts als Felsen, blutarme Peripheriefelder, dahinter der Friedhof und Autogaragen. Ein Verbannter, in einer Wüste versteinert, die von Schutt, Geschirrscherben, Orangenschalen, fortgeworfenen Abendblättern und menschlichem Elend bedeckt ist. Ueber dem.Haus lagerte der tragische Schatten des Todes. In ferner Vergangenheit waren viele Menschen wie durch ein Wunder an Weinberger Feldern und Gärten reich geworden, die dann in Straßen und Plätze verwandett worden waren. Der kleine, ehrgeizige Baumeister Brand konnte in dem Strom der Baumeister und Realitätenwucherer dieses Prager Kalifornien nicht recht in Schwung bringen. Er fand alle Weinberger Gründe schon besetzt. Tut nichts! Er hat das Ver- mögen seiner Frau vergeudet, seine und ihre Verwandten verleitet, teure Grundstücke in ZiPov zu kaufen. Er hat im guten Glauben gehandelt, daß auch an sie die Reihe kommen werde. Als der neue Stadtteil, die Weinberge, bis zu seinen Grundstücken herangerückt war, begann er sich weiter auf dem südlichen Abhang, nächst Wrschowitz, auszubreiten. Brand blieb das wertlose Grundstück. Der Unglückliche hatte es sich in den Kopf gesetzt, an dieser Stelle zu bauen. Am ersten Tag jedoch stießen die Arbeiter schon auf einen Felsen. Der latente Wahnsinn Brands wandeüe sich in sichtbaren. In dem mühsam ausgebrochenen Schacht des künf- tigen Hauses jagte er sich eine Kugel durch den Kopf, nachdem er mit seinem'letzten Geld den Arbeitern den Lohn ausbezahlt hatte. Hierauf kaufte der RealitAenspekulaNt Puchwein um eine Bagatelle den Bauplatz. Er sprengte den Stein, führte den Sand ab und wurde reich, woran Brand zugrunde gegangen war. Als er alles Wertvolle mit Nutzen verkauft hatte, machte er sich daran, den Plan Brands zu verwirklichen. Und er baute das Zinshaus C.-Nr. 6660. Inmitten der weggesprengten Felsen und der verwüsteten Felder, auf denen Unkraut wucherte, wuchs das einsame, merkwürdige Zinshaus empör. Ringsum pfiff der Wind, und als eines Tages ein Betrun- kener in der Nähe erfroren wgr, wurde das Haus der Nordpol genannt. Das einsam an der Peripherie stehende Haus lockte keine friedlichen Mieter, die über ihre Wohnungstür die silberne Aufschrift anzubringen pflegen: Die größte Freud' in meinem Leben kann mir das traute Heim nur geben. Stille Ehepaare, Pensionisten, alle die,-Ä von Kunden abhängig sind» wichen dem HW C.-Nr. 6660 in Zißkov im Bogen aus. Und E Puchwein, der den dritten verdächtig aussehen^ Mieter abgelehnt hatte, begriff endlich, daß er^7 einzigen Menschen ablehnte, die sich in sein^ Hause Wohlfühlen könnten. Hierauf erteilte er Hausmeisterin den Befehl, jedem zu vermiete«,“ mieten wolle. Und es kamen wirflich Leute und das war bald in seinen beiden Teilen bewohnt. 9% darauf führte das ZiZkover PolizeikommiffaA eine besondere Registrierung der Mieter. Die Hälfte waren Diebe mit ihren Familien, andere Dirnen und ihre Wohnungsgeber. SobA ein Diebstahl entdeckt wurde, nahm die Pob^ regelmäßig eine Hausdurchsuchung vor, vorW gesetzt, daß der iebstahl in den Weinbergen verU worden war. Die Diebe und Dirnen des H«W C.-Nr. 6660 rächten an den Weinbergen das recht, das die Stadt seinerzeit dem ehrgeizigen, unglücklichen Brand zugefügt hatte... Die Polizei arbettete niemals systcmow? Man kann sie mit einem Erdbeben vergleich das plötzlich erscheint, um zu verwüsten, sich weiter um den Ort nicht kümmert, den es gczfA net hat. Mit der Zeit kehrten die allen Mw wieder, sie wurden unwiderstehlich von dem 3M der des Hauses angezogen. Die Handvoll orlpw lichex Menschen, die sich indessen irrtümlichcrnw in den alten Schlupfwinkeln der Diebe und nen niedergelassen hatten, verschwanden schnell zum nächsten Quartal. Dieses Haus solange Zeit hindurch Mieter, die zu ihm paßten, zu wählen und sich in der fcharlachkA Atmosphäre zu gefallen. Das ging so bis Kriege, dem Zeitpunkt, da man einfach nicht ausziehen konnte. Wer zu jener Zeit das C.-Rr. 6660 unerträglich fand, konnte sich Besserung schaffen. (Fortsetzung folgt.) 3: 12 it ERE 0 a 00: 50: 304 IN ice ied th Die fe Die et 2 Nr. 101 Dr. Beneš in Teplitz: Dienstag, 30. April 1935 Die Nationen und die Demokratie Sittliche Gleichheit der Nationen Gegen jedes autoritäre Regime Die Aufgaben unserer Generation/ Die Demokratie wird den Kampf gewinnen Zusammenarbeit der Nationen Für eine europäische Außenpolitik = Teplitz Schöna u. Die Fahnen, die Montag von den öffentlichen Gebäuden unferer Stadt wehten, waren die äußeren Zeichen für einen denkwürdigen Tag: Am Nachmittag traf Außenminister Dr. Beneš in Teplitz- Schönau ein, um als Gast der deutschen sozialdemokratischen Lehrer einen Vortrag in deutscher Sprache über„ Die kulturellen Aufgaben der Deutschen und Tschechen" zu halten. Der Vortrag im großen Theatersaal am Abend gestaltete sich zu einem Ereignis besonderer Art. Dicht gedrängte Menschenmassen in den zu fahrtsstraßen zum Theater gaben das äußere Gepräge. Der große Theatersaal war bis auf den letzten Plak gefüllt und jene, die feinen Sitzplatz mehr erhalten konnten, drängten sich als Stehgäste bei den Toren. Der Vortrag wurde wiederholt durch Veifalls stürme unterbrochen. Demokratie und Nationalität 1 Die neuen Diftaturen, welche nach dem Weltfriege entstanden sind, sind eine entschiedene Negierung der demokratischen Ideale. Von den kulturellen Aufgaben der Tschechen und der Deutschen zu sprechen, bedeutet vor allem die Busammenarbeit der tschechischen und der deutschen nctionalen Kultur. Die nationale Kultur ist eiwas, was allgemeine, absolute Gültigkeit befigt. Es gibt zwar verschiedene nationale Kulturen und diese nationalen Kulturen stehen auf verschiedenen Entwicklungsstufen, ich anerkenne aber keine höhere und niedrigere Nation, keine sittlich und menschlich niedrigeren und hören nationalen Kulturen. Alle Nationen find sich sittlich gleich und haben ein Recht, zu leben; Unser tschechoslowakischer Bürger muß den Mut haben, mit Entschiedenheit zu sagen, wie er diese Erscheinungen betrachtet und welchen Weg er beschreiten will. Ich selbst will eine flare Antwort geben: Ich gehe grundsäßlich konsequent und kompromißlos gegen diese Systeme, die sogenannten autoritären Regime, and wehre mich gegen fic. Ich hatte sie für Aeußerungen eines abnormalen, frankhaften Nachkriegszu st and es gewisser Staaten und Völker und für Aeußerungen einer verfehlten Ideologie und einer wirtschaftlichen Denten des Nachkriegsmenschen. Andererseits erachte ich keines dieser Regime als für unseren Staat und für unsere Gesellschaft mit ihrer sozialen und wirtschaftlichen Volksstruktur, mit ihrer liberalen Tradition und mit ihrer nationalen Bufammenjebung. wie diese unsere Republik aufweist, passend. den Politiker der demokratischen und revolutionären Aera fähig waren, die Ergebnisse der Revolution aufrecht zu erhalten und gegen die Reaktion zu schüßen. Mit anderen Worten bedeutet dies, daß jede Revolution ihrer Generation die unendlich schwere Aufgabe auferlegt, sich die Ergebnisse ihrer Revolution zu bewahren, zu festigen und volitisch zu entfalten. Es ist dies regelmäßig ein übermenschlicher Kampf. Auch unsere Generation ist zu diesem schweren, geradezu verzweifelten Kampfe um die Erhaltung der Revolutionsergebnisse direkt verurteilt; sie hat den Krieg und die NachkriegsrevoIntion mitmachen müssen und ist dazu verurteilt, diefen rückläufigen Reaktionsprozeß durchzumachen. Sie muß sich diese ihre spezielle Sendung vor Augen halten. Ein ruhiges Leben wird sie nicht haben. Dieser Kampf ist ihr Schicksal, fie muß es durchkämpfen und muß diesen Kampf gewinnen, wenn sie sich dieser ihrer eigenen Aufgabe nicht untreu werden und historisch eine geschlagene Generation fein will. Die Kandidatenlisten Seite 3 für das Abgeordnetenhaus und den Senat find bis spätestens Freitag, den 3. Mai, um 12 Uhr mittags, dem Vorsitzenden der betreffenden Kreiswahlfommission abzugeben. Das Zentralsekretariat westeuropäische Rationalismus seinen Kampf mit dem mitteleuropäischen und östlichen Instinktivismus gewinnen. Es ist wahr, daß auch Westeuropa einige Prinzipien des Jahres 1789 einer neuen und gründlichen Prüfung wird unterziehen müssen und daß es die heuti gen demokratischen Institutionen wird revidieren müssen überall dort, wo sich die Notwendigkeit ergibt, ebenso wie es den Mut wird finden müssen, sich definitiv mit den berechtigten sozialen Forderungen des Arbeiters und des fleinen Mannes überhaupt auseinanderzusehen. Die Regime der Freiheit werden aus diesem historis schen Kampf siegreich hervorgehen. Westeuropa wird in diesem großen Kulturkampfe siegen, ebenso wie es im Weltkrieg und im Kampfe mit Osteuropa bisher immer gesiegt hat. Ez ist einfach ideell, sittlich, fulturell stärker. Deshalb bin ich selbst mit Westeuropa gemeinsam gegangen und gehe mit ihm weiterhin. Und deshalb will ich, daß der tschechoslowakische Staat als Ganzes mit dem politischen, kulturel len Westeuropa einhergehe. Dadurch brauchen weder unsere Deutschen noch auch wir Tschechen an unserer nationalen Kultur und ihrer Individualität uns nicht das Geringste zu vergeben. Dadurch versünihre nationalen Kulturen besitzen das gleiche Recht temporären Verwirrung im politischen, sozialen und haupt bewegt sich ständig im Kampfe um die immer digen wir uns in nichts an unserem Volke. au leben und sich zu entwickeln und befizzen den glei= chen menschlichen Wert. Die kulturelle Aufgabe der einzelnen Nationen besteht also vor allen in der Zusammenarbeit der Rationalen Kulturen, das bedeutet ihr gegenseitiges Sichkennenlernen, sich gegenseitig zu respektie.en, sich gegenseitig zu ergänzen und neue geistige Werte für jede einzelne nationale Kultur aus der anderen Kultur zu schöpfen, wobei jede Kultur ihre besondere Individualität bewahrt und jede den geistigen Ausdrucksformen ihrer Tätigkeit ihre eigene Gestalt gibt. Die nationalen Kulturen sind jedoch im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert etwas anderes als in den vorhergehenden Jahrhunderten. Sie sind asie nichöpfungen. Der technische moderne Fortschritt hat den breitesten Volksmassen die Partizipierung an dem Werke der nationalen Kultur und des nationalen Lebens ermöglicht. Der Bauer, Arbeiter, der Mittelstand, alle Intellektuellen sind heute Mitschöpfer der nationalen Kultur. Ein solches System würde bei uns nicht zu einer Zusammenarbeit, sondern zu einem Kampje aller gegen alle führen. Die erste Frage, welche sich naturgemäß hier jedermann entgegenstellt, lautet dahin: Warum diese Reaktion? Die Gründe hiefür sind sehr kompliziert und groß an Zahl. Sollen wir nicht einigermaßen skeptisch oder direkt pessimistisch sein im Hinblick auf de weitere 3nfunft der Demokratie in Europa? Ich war. bin und werde hinsichtlich dieser Entwicklung kein Steptiker und Pessimist sein. Die gesellschaftliche Entwicklung der europäischen Menschheit und der Menschheit übergrößere Freiheit des Individuums, das heißt, um ein richtiges Verhältnis des Individuums zum Kollettivum, des Bürgers zum Staate, des Einzelnen zur Nation als Ganzes. Es gab Zeiten, wo das Kollet tivum den Einzelnen, der Staat den Bürger, der Stamm und die Nation ihren Angehörigen vollständig beherrschten und es gab Zeiten, wo wiederum die Freiheit des Individuums triumphierte. Die Phasen der Unfreiheit waren regelmäßig länger als die Phasen der Freiheit, aber im Verlaufe der Entwick lung werden die Phasen der Freiheit in bestimmten Teilen der Welt. namentlich in Europa, ie weiter desto länger. Frankreich hat drei große Revolutionen erlebt, bevor es seine Demokratie und Freiheit gesichert hat und England hat sechs Jahrhunderte um seinen heutigen ausgeglichenen Konstitutionalismus gefämpft. Alle Mächte der Vergangenheit, welche durch eine Revolution für den Augenblick überwunden und zum Schweigen gebracht worden sind, treten für eine Weile ab, sobald aber der erste Sturm vorübergegangen ist, beginnen sie allmählich wieder Warum sollen also wir bei uns in Mitteleuropa überan das Tageslicht zu kommen und versuchen Schritt haupt pessimistisch sein nach dem ersten oder zweiten Von diesen Voraussetzungen geht meine fundamentale Echlußfolgerung darüber aus, in welcher für Schritt ihre Position wieder zu erlangen. Versuch im Kampfe um Freiheit und Demokratie? Sie können dies auch an unserer Revolution sehen, Auf dem europäischen Kontinent haben England, halb der Nationen überhaupt möglich ist. Sie ist nur welche meinem Urteile nach in vielen Dingen hätte Frankreich, die skandinavischen Staaten. Belgien, bann möglich, wenn sich die Nationen in ihrer natio- biel weiter gehen können. Wir sehen dies, wenn wir Solland, die Schweiz und auch die Tschechoslowakei halen Kultur wahrhaft respektieren, indem sie eine jetzt auf das Jahr 1918 und auf den Verlauf nament- Ruhe. Besinnung und das Bewußtsein einer norin der anderen völlig gleiche und menschlich gleichlich der ersten demokratischen Nachkriegsrevolution in malen, allmählichen Entwicklung Europas bewahrt, wertige Faftoren sehen, und diese Zusammenarbeit den einzelnen Staaten zurückblicken, in Deutschland, welche sie wie es scheint um jeden Preis forijeken it vor allem nur innerhalb jenes politischen Regimes in Oesterreich. Ungarn, Volen, Italien und in Ruß- wollen. Namentlich England und Frankreich verharmöglich, welche diesen Respekt zulassen. verkünden, land sowie in einer Reihe anderer Staaten. Ueberall berteidigen und in ihrem eigenen Wesen repräsentie- ſehen wir die gleiche Erscheinung, wenn auch in verschiedenen Formen. Für einen Staatsmann und erfahrenen Kenner der sozialen Gesetze, einen die Geschichte richtig verstehenden Historifer, einen die politische Entwicklung der Völker richtig auffassenden Psychologen ist dies nichts verwunderliches, geheim nisvolles und überraschendes. Und erst unter dem Einflusse dieser Reaktion sieht man, bis zu welchem Grade die Revolution in gewissen Staaten eine wahrhafte, solide, feste und definitive gewesen ist, d. i. bis zu welchem Grade die Verhältnisse der betreffenden Staaten auf sie vorbereitet waren, bis zu welchem Grade die politische Bildung des Volkes auf der Höhe war und bis zu welchem Grade die führenten. Mit einem Worte gesagt: für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen den Nationen ist es notwendig 1. einen speziellen Begriff von Nationalismus und Vaterlandsliebe zu besitzen, welcher dem Erfordernisse der sittlichen Gleichheit der Nationen entspricht, und 2. ist es notwendig, ein politisches Regime der Freiheit in irgendeiner Form zu haben. Was eigentlich Demokratie bedeutet. Und hier wird mir gewiß jeder von Ihnen die Frage stellen: gibt es also im heutigen Europa, in welchem sich mit einer Art unbezähmbaren Kraft ein expansiver Nationalismus und Chauvinismus ent feifelt hat, und in welchem die Demokratie in einem Staate nach dem anderen zu Falle tam und durch Europa eine solche kulturelle Zusammenarbeit- und autoritative Regimes ersetzt wurde, ist in diesem also auch der Friede und die Zusammenarbeit jeder Art überhaupt möglich? zivischen den Nationen wirklich Die Antwort darauf will ich in einer furzen Analyje dieser zwei Begriffe, der Demokratie und des Nationalismus, in der Beleuchtung der heutigen folgerung will ich meine Erwägungen sodann auf europäischen sittlichen Krise geben. In der Schlußunsere Verhältnisse in der Republik, auf die Beund auf ihre fulturellen Aufgaben und ihr Bujamziehungen der Tschechen und der Deutschen bei uns menarbeiten anwenden. Die Krise der Demokratie und die Aussichten für die Zukunft den den Unsere politische Oeffentlichkeit ist von Kämpfen und Diskussionen darüber erfüllt, was man üblicherweise die Krise der Demokratie und Kampf um autoritäre Regime, Fascismus, Natio nalismus und Kommunismus nennt. was meiner Ansicht nach eine Richtschnur für jeden Ich will heute über diese Probleme etwas sagen, Bürger unseres Staates sein sollte. Ich bin Demokrat, ich will und werde die Demofratie wahren. Und wenn ich für die Demokratie spreche, so geschieht dies deshalb, weil ich überzeugt bin, daß sie jenes Regime ist, welches einzig und allein für die TicheSinne und in bedeutendem Maße auch mit ihrer moslowakei paßt. welches mit ihrem Wesen, ihrem historischen, politischen und europäischen Sendung toegs von einem parteiischen Standpunkte aus, mit berbunden ist. Ich spreche vom staatlichen und teinesRücksicht auf die Bedürfnisse des tschechoslowakischen Voltes und mit Rücksicht auf die Gleichberechtigung| der einzelnen Nationen in diesem Staate. Die Aufgabe der Tschechen und Deutschen in diesem Staate besteht darin, diese europäische En: wicklung zu sehen und zu begreifen, zu verstehen, was in diesem Sinne der Krieg bedeutet hat und was im heutigen Europa der Kampf um die Demokratie bedeutet. Durch die historische Entwicklung und schicksalhafte Ereignisse sind diese beiden Völker in unserem gemeinsamen Staate vereinigt, der durch seine Struktur, seine Kultur und seine Stellung sich auf der gleichen Linie befindet mit den politisch und fulturell reifsten Nationen der Welt und der um die höchsten Formen der nationalen und politischen Kultur gemeinsam mit ihnen fämpft. In unserem politischen Systeme können die beiden Nationen sich ruhig nebeneinander entwickeln, einander helfen, harmonisch zusammenarbeiten, einander gegenseitig respektieren und aus ihren nationalen Sulturen gegenseitig ihre Schöpfungen und Werke einander leihen. Und wenn Sie mir also die allgemeine Frage stellen, welches von diesem Gesichtspunkte aus die fulturellen Aufgaben der Tschechen und Deutschen find, so antworte ich Ihnen sich dieser großen Reaiität bewußt zu werden und entschieden konsequent im Kampfe um die Erhaltung und den weiteren Ausbau der nationalen und politischen Kultur dieser beiden Völker bei uns im Geiste der westeuropäischen Demokratie auszuharren, politischen, sittlichen und gesellschaftlichen Lebens aller Krisen, Kämpfe, Revolutionen und Reaktione überhaupt, zu welcher die Nachkriegsmenschheit trop unaufhaltsam sich entwickelt. ren bisher im Gleichgewichte: ihre soziale Struttur, ihre wirtschaftliche Gliederung zwischen Stadt und Land. Industrie und Landwirtschaft. ihre normal denn es ist dies eine höhere Stufe des nationalen, fungierenden politischen Institutionen, ihre innere moralische Kraft und Gesundheit weist auf ein Volt hin, in dem weder Instinkt und Leidenschaft noch Rassen- und Klaffenmystizismus die Vernunft besiegt haben, in dem die Vernunft noch immer alle entfefelten animalischen Kräfte der Persönlichkeit des modernen Nachkriegsmenschen beherrscht. Und dabei blicken diese Staaten stets auf ihre alten Traditios nen, fie leben ständig in den Idealen ihrer nationalen Revolutionen des achtzehnten Jahrhunderts, fie find ständig eingedenk ihrer früheren historischen Mission. Nach meiner Ansicht wird der traditionelle Arbeitsteilung lo hab sturb2 Nationalismus, Humanität und die kulturelle Zusammenarbeit der Nationen Ich habe gesagt, daß zu einer vernünftigen Zusammenarbeit der Völker und ihrer nationalen Kulturen eine ganz spezielle Erfassung der nationalen Idee des Nationalismus und des Patriotismus notwendig ist. Ein Nationalismus, der der Idee der Gleichheit und Solidarität der Völker und der Idee der Menschheit widerspricht, muß unaufhaltsam za Konflikten und Kriegen führen und keineswegs zu einer Zusammenarbeit der Völfer und ihrer nationaler Kulturen. Die ganze Welt ist heute nationalisiert. Ich will nicht sagen, daß es in den früheren Jahrhunderten keinen Nationalismus gab. Ich behaupte nur daß der moderne Nationalismus von den aus der französischen Revolution hervorgegangenen philoso= phischen Voraussetzungen ausgegangen ist und auf aɛet des aid ihnen aufgebaut war, daß er in den letzten 60 JahMan killa well as a Chowter Henlein:„ Ich werde den Wahlkampf ,, ritterlich" führen. Du schlägst derweil die Marxisten nieder!!! She ren seinen Charakter angenommen hat, daß er im Kriege und durch den Krieg und in einigen seinen Kundgebungen und Abarten oder Mißarten nach dem Kriege seinen Gipfelpunkt erreicht hat, indem er in der modernen europäischen Menschheit eine Krise hervorruft, die ein Bestandteil der heutigen Weltkrise, der Krise des heutigen Nachkriegsmenschen überhaupt ist. Ich betone: diese meine Kritik bedeutet keine Ablehnung eines richtigen, ergebenen, tiefen, nationalen Fühlens, welches namentlich auch das Recht auf seine Verteidigung hat, sondern die Ablehnung jeiner Uebertreibungen, die sich automatisch im expansiven Nationalismus einstellen, in einem Nationalismus, der Situationen hervorruft, welche mit Kriegen und Katastrophen drohen, in einem Natio= nalismus, der aus Staat und Volt einen Fetisch ge= schaffen hat, dem im Leben und auf der Welt alles geopfert werden muß, der ein Absolutum, einen Gott darstellt. Dieser Nationalismus deifiziert( vergöttlicht) Volk und Staat, der versklavt den freien Menschen und macht aus ihm übertriebenerweise einen Sklaven des staatlichen Kollektivismus. Ebenso wie ich mich gegen die übertrieben individualistische Disziplinlosigkeit und Anarchie stelle, welche Gesellschaft und Staat zerrüttet, ebenso stelle ich mich gegen die Seite 4 kollektive Tyrannei, die die Individualität des Einzelnen vernichtet. Heute wird diese kollektive Tyrannei in Europa unter dem Schlagwort und unter der Ideologie der sogenannten Totalität verkündet. Ich bin für ein richtiges Gleichgewicht zwischen Gesellschaft, Nation und Staat auf der einen und In dividuum, Bürger und Mensch auf der anderen Seite und ich bin Gegner der Totalitätstheorien in bezug auf Staat und Volt fonsequent auf tschechischer wie auf deutscher Seite. Die Sendung des tschechoslowakischen Staates Tschechoslowaken und Deutsche Wenn also die erste kulturelle Aufgabe der Tschechoslowaken und der Deutschen bei uns darin beruht, auf die Erhaltung und Ausgestaltung der fortgeschrittenen politischen, wirtschaftlichen und fulturellen Demokratie hinzuarbeiten, dann ist ihre aweite fulturelle Aufgabe, sowohl zwischen den Tschechen als auch zwischen den Deutschen die richtige Konzeption von Nationalismus und Vaterlandsliebe auszubilden, welche eine tatsächliche Synthese der nationalen Idee und der Idee eines wahrhaften Menschentums wäre. Ich habe bereits gesagt, daß in Europa unser Staat diese Sendung direkt durch seine Lage, seine Struktur, seine Geschichte und seine Tradition besitzt. Ich führe hiezu noch einige weitere Gründe an: 1. Unser Staat liegt an der Grenze dreier großer, nationaler Kulturen: der slawischen, der germanischen und der westeuropäischen. Dies allein muß ihn dazu führen, daß er zu einer nationaler Toleranz und zum Verstehen und Respekt der nationalen Kulturen der anderen geführt werde. Er wird durch seine Lage dazu geleitet, aus allen Kulture das zu übernehmen, was tatsächlich wertvoll ist, da mit er eine Brücke zwischen diesen Kulturen und Völkern sei und damit er namentlich eine Dienstag, 30. April 1935 Nr. 101 scheinungen der deutschen geistigen nationalen Sul- ser Aufgaben hinzuweisen. Ich habe damit, wie Sie monopols beauftragt. Er wurde nach dem tur richtig bewertet, daß sie dieselben nicht schäßt, sehen, fehr aktuelle Fragen, die aktuellsten unter dei amtlichen Bericht angewiesen, daß sie dieselben in der Entwicklung des europäischen aktuellen, berührt. Und ich glaube, daß ich damit Denkens und Gestaltens nicht an den gehörigen und direkt die Bafiis des Zusammenlebens der Tschechoberdienten Platz stellt. Die deutsche nationale Kul- slowaken und der Deutschen in unserem Staate übertur ist durch diese ihre Erscheinungen eine große Kul- haupt berührt habe. Im übrigen gilt das tur. Dies bedeutet von selbst, daß die tschechoslowa- Gleiche für das Zusammenleben der fische Oeffentlichkeit ihre kulturelle Aufgabe der Slowaken und Ungarn bei uns. deutschen Kultur gegenüber erfüllt und ihre Mitbürger deatischer Zunge dadurch in den Aeußerungen ihrer Volkskultur refpeftiert und ehrt. Ich glaube, daß dies so richtig ist. Ich würde mir wünschen, daß ein derartiger geistiger persön licher Kontakt zwischen den führenden Faktoren beider Nationen, wie wir ihn heute auf dieser Versamm lung haben, regerer, häufiger, intimer wäre. Ich bin nicht als Tscheche zu den Deutschen, zu Ihnen, gekommen, sondern als politischer Faktor dieses Staates, als Minister dieses Staates und also auch als Ihr Minister. Von den tschechoslowakischen Bürgern deutscher Bunge hätten wir aber zu fordern, daß auch sie die Erscheinungen der tschechoslowakischen Kultur zur Gänze kennen und verfolgen, denn jede Volkskultur und auch die Kultur einer fleineren Nation fann zur allmenschlichen Kultur beitragen, hat den gleichen sittlichen Wert und bringt die gleichen Früchte und die gleiche geistige Most wie die Aeußerungen der Kultur großer Bölfer. Und hiebei möchte ich für Und ich bin zu Ihnen als Mensch zum Menschen ges unsere Deutschen folgendes betonen: Nehmen Sie kommen. Ich mache feinen Unterschied welchen hervorragenden Repräsentanten unserer 3 toischen den Bürgern unserer Repu nationalen Kultur immer, nehmen Sie welchen blit. Ich habe als Minister und Mensch das gleiche unserer großen Menschen immer, bei allen werden Verhältnis zu allen. Ich arbeite für den Frieden Sie sehen, wie sie es verstanden haben, und die Ruhe aller, für das Wohlergehen und die bessere Zukunft aller. Und Ihnen als Deutschen gegenüber möchte ich betonen, daß ich es begreife, wenn Sie den Wunsch hegen, daß das Verhältnis unferes Staates zu unseren Nachbarn und speziell zu Deutschland ein gutes wäre, daß unsere Politik so geleitet werde, daß wir mit diefem Staate teine Konflikte haben, ein besseres Verhältnis und durch enge Zusammenarbeit Freundschaft und gute Nachbarschaft gestalten. Dies ist auch mein aufrichtiger Wunsch und mein Streben. Ich glaube, daß es daau fommen werde. Ich hoffe auf eine Einigung Europas mit Deutschland. Ich selbst arbeite daran und werde immer aufrichtig daran arbeiten. ihr nationales Empfinden und ihre Liebe zur nationalen Kultur schön und würdig mit dem Ideale des Menschentums oder Europäertums zu verbinden. Schlußwort Ich hatte nicht die Absicht, Ihnen in diefer meiner Darlegung konkrete Beispiele der kulturellen Zusammenarbeit und der fulturellen Aufgaben der Tschechen und Deutschen in unserem Staate vorzuführen. Es hat sich mir darum gehandelt, auf die Grundbedingungen dieser Zusammenarbeit und die,, atvechs Sicherung und Gleichrichtung des Absatzes und der Preise des heimischen Schlachtviehs und Fleisches, zivecks hinreichender und regelmäßiger Versorgung der Bevölkerung, zur Verhinderung der Spekulation sowie behufs Regelung der Ein und Ausfuhr von Vieh, Fleisch, Fett, einiger an derer tierischer und Milchprodukte im Einvernehmen mt den beteiligten Ministern die Errichtung einer tschechoslowakischen Biehhandelsgeseßschaft mit dem Size in Prag vorzubereiten. Mitglieder der Ge fellschaft werden Interessen- und Wirtschaftsorganisationen der Landwirte, der Verarbeiter, der Händler und Verbraucher der oben angeführten Warengattungen, eventuell die Vertreter der Ge meinde- Selbstverwaltung sein. Diese Orgonisationen werden die zuständigen Minister bestimmen. Mit der Durchführung dieses Beschlusses wurden die Ministerien für Landwirtschaft, für Industrie, Handel und Getverbe, für ausivärtige Angelegen heiten und für soziale Fürsorge betraut, die unter Mitarbeit der oben angeführten Organisationen die Vorarbeiten, besonders die Ausarbeitung der Statuten und der Geschäftsordnung der Gesellschaft aufnehmen werden. Hilfsmaßnahmen für Troppau Nach einem Bericht des Innenministers wurde beschlossen, aus den beteiligten Ministerien ein eige nes Komitee einzusehen, das im Sinne einer seiner zetigen Resolution der Nationalversammlung Anträge vorbereiten soll, wie eine große wirtschaftliche Schä digung der Stadt Troppau infolge der Verlegung der Landesbehörde nach Brünn verhindert werden teresses der Bevölkerung wie des Staates möglichst aivedmäßig sein. Tschechoslowakische Staatsbürger werden eie Löſung ſoll vom Gesichtspunkte des In Brüde wilchen dem Weſten und bem Often auf den Nazi- Betriebsführer vereidigt! Europas wäre. Die Tschechoslowaken sind die westlichten Slaven. Hiebei reichen sie durch ihren flowvatischen Zweig bereits bis zum europäischen Often und auf der anderen Seite haben sie von allen slawischen Nationen von der deutschen Kultur am meisten auf genommen. Und daneben sind wir gleichzeitig durch unsere politische, soziale und wirtschaftliche Kultur amter den mittleren mittels und osteuropäischen Staaten eine wahrhaft westeuropäische Nation und ein westeuropäischer Staat. Ift alles dies nicht direkt charakteristisch und weist dies nicht direkt auf die Aufgabe unfer aller in diesem Staate hin, westeuropäisch demokratisch, national vaterlandsliebend, aber hiebei menschlich europäisch im Sinne der wahren Synthese der nationalen Idee und der Jdee des Europäertums und der Menschlichkeit zu sein und zu bleiben? 2. Unser Staat hat in Europa eine große und besondere Friedenssendung. Geographisch liegt er an der südöstlichen Seite Deutschlands als erster unter den mittleren Staaten, neben einer Reihe anderer Kleinerer Staaten, als welcher er in der Geschichte mehrere Male das Obfer der Expansion anderer Nationen, speziell des Deutschen Reiches war und als welcher er nach dem Sturze des Habsburgerreiches in Mitteleuropa einer der wichtigsten Fattoren des europäischen politischen Gleichgewichtes unter den Großmächten ist. Sei es aus diesen oder jenen Gründen, sei es mit Recht oder Unrecht, das heutige Europa befürchtet, abermals eine deutiche oder russische Expansion nach Mitteleuropa und daher und wird, je weiter desto mehr, ein Interesse an unserer Existenz als Staat baben, ebenso wie es heute ein Interesse an der Eristeng Belgiens, Hollands und an der Schweiz hat, oder wie es im Jahre 1914 ein Interesse an der Eristenz Belgiens und Serbiens hatte. Deshalb ist Am Bahnhof Bodenbach der bekannt lich Endstation einer reichsdeutschen Strecke ist wurde folgende Kundmachung angeschlagen: Reichsbund der Deutschen Beamten Fachschaft Reichsbahn DAF Reichsbetriebsgemeinschaft Bad Schandau, den 26. April 1935. Anordnung für den 1. Mai 1935,, Tag der Arbeit" Am Vorabend, den 30. April 1935: | 20.00 Uhr fröhlicher Maientanz mit bunten Einlagen im Gasthof Ernerichtkrippen. Eintritt einschließlich Tanz 50 Rpf. Eintrittskarten im Geschäftszimmer Bahnhofes. des Am Tag der Arbeit" haben die Berufskameraden bei ihrem Betriebe teilzunehmen. Die Letna- Regulierung Der Ministerrat nahm ferner einen Bericht übet die Regulierung der Letna in Prag zur Kenntnis. Die vorläufige Lösung ermöglicht den beiden Sports vereinen Sparta und Slavia die provisorische Weiter führung ihres Spilbetriebes auf den alten Plätzen, und zwar auf Grund von Vereinbarungen mit der Prager Gemeinde und mit dem Arbeitenministerium. bahner des Bahnhofes Bad Schandau und Krippenführung solange z uermöglichen, als die projektierten Alle freihabenden und dienstabkömmlichen Eisen- Es besteht die Tendenz, diese provisorische Weiter ob Arbeiter oder Beamter stellen au 3 Bauten für ein neues Parlament und andere Staats na h m s I o 3 10.00 Uhr am Bahnhof Bad- Schan- gebäude nicht tatsächlich in Angriff genommen iverden. Am 1. Mai 1935 Tag der nationalen Arbeit des beit von der Feier und des Aufmarsches ohne trifArbeiter, die am Feiertag der nationalen ArDeutschen Volfe8" tigen Grund und vorheriger Entschuldung fern bleiben, verlieren den Lohnanspruch für diesen Tag. Die Berufskameraden von Bodenbach beteiligen fich ebenfalls an der Feier des Betriebes Bahnhof Bad- Schandau. Die Beteiligung an den stattfindenden Veranstaltungen wird jedem freigestellt. marschies en der Betriebsführer und die Belegschaft gemeinsam. 10.00 Uhr Stellen auf der Beladstraße Bahnhof Bad- Schandau, Front nach den Geleisen. 10.25 Uhr Bereidigung der Vertrauensleute durch den Betriebsführer in Gegenwart der gesamten Belegschaft. 10.35 12.10 Uhr Abmarsch mit Musik nach dem Stellplatz in Krippen. Beteiligung des gesamten Betriebes an der Festordnung der Ortsgruppefrippen. 1hr Beginn der Großfundgebung auf den Sportplab Krippen. 12.10 Uhr Nebertragung der Rede des Führers. dau. Beurlaubt werden mir die Berufskameraden, die als politische Leiter in ihren Ortsgruppen für den Feiertag in Anspruch genommen werden. Anzug: Braun hemd( ohne Mantel), Fests anzug der DAF Berufsuniform oder Zivilanzug mit Dienstmüße. Mit deutschen Gruß! KDB DAF gez. Barthel gez. Blumberger Betriebsführer gez. Erler. Die Berufskameraden von Bodenb a ch, die hier kategorisch und in einer, keinen Widerspruch duldenden, Weise aufgefordert werden, an der Maifeier im Dritten Reich teilzunehmen( im Braunhem d) sind zum größeren Teil tschechoslowakische Staatsbür. ger. Es handelt sich um rund 400 Eisenbahner, die schon seinerzeit unter Drohung der Entlassung gezwungen wurden, ihre sozialdemokratischen Organisationen in der Tschechoslowakei zu verlassen. Nun werden sie neuerlich unter Terror gesetzt und verhalten, sich auf einen Funktio. närdes Dritten Reichs, vereidige n" zu lassen. Außerdem haben fie die Rede des Führers, also Hitlers, anzuhören. die Außenpolitik unferes Staates stets eine alleuropäische und wird und muß eine solche sein. Die TschechoSlowakei hat derart eine gewiffe europäische politische Funktion. Sie muß daher ihre Interessen mit den Interessen ganz Europas, mit den Interessen der Wir hoffen, daß die zu ständigen tien der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft Mehrheit der europäischen Wölfer identifizieren. Des tschechoslowakischen Stellen die ausgestattet sind, gegen den frechen Terror des halb ist unsere Politik eine Friedenspolitit, sie ist nötigen Schritte unternehmen, um die Dritten Reiches zu schüßen. Ginge dieser Terror eine solche im übrigen auch schon deshalb, weil wir tschechoslowakischen Arbeiter, die zwar Bedienstete durch, so könnte ja jeder reichsdeutsche Kapitalist, durch einen Krieg und durch Katastrophen nichts ge- der deutschen Reichsbahn, aber auf tschechoslowa- der an irgendeinem Unternehmen in Prag oder winnen können. Wir werden uns aber in der glei- tischem Boden ansässig, politisch ausschließlich sonstwo in der Republik finanziell beteiligt ist, cher Weise im eigenen Interesse und im Interesse tschechoslowakischen Behörden zu Rechenschaft und seine Arbeiter zwingen, am 1. Mai nach Deutsch Europas mit größter Energie gegen jeden Angriff wehren, wir werden alles, was wir befizen, uanach Gehorsam verpflichtet, rechtlich mit allen Garan- land zu fahren und sich dort bereidigen zu lassen! giebig verteidigen, unsere politische Kraft und Macht gerade deshalb schützen, damit wir diese unsere europäische Aufgabe ordnungsgemäß erfüllen föinen. Und wir wollen hiebei nicht zu einem Instrumente der Politik von irgendeiner Seite werden, nicht das Westeuropas, aber auch nicht das irgendeiner mitteleuropäischen oder osteuropäischer Großmacht. Wir suchen in unserer Auslandspolitik eine Sonthese der europäischen Friedenspolitik, fen wir daheim den Schutz der Kollektivverträge bis 29. Feber 1936 verlängert Dr. Staněk für Demokratie und Arbeitslosenfürsorge Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Dr. Frant. Stan et hielt Sonntag in einer öffent lichen Versammlung eine Rede, wobei er u. a. ausführte: Troß unserer Abwehrbereitschaft müſ sen wir vom Geiste des Friedens erfüllt sein, wit dürfen durch nichts dazu beitragen, daß sie von neuem die Kriegsfurie erhebt. Wir müssen den demokratischen Regime unseres Staates tre bleiben, wir dürfen niemals in unserem natio nalen Fühlen gleichgültig werden. Wir dürfen unsere Republik nie parteiischen, nationalen, so zialen und kirchlichen Zänkereien preisgeben. Wir müssen in loyaler Zusammenarbeit mit allen Schichten den Weg zu neuen Erfolgen suchen. Als die brennendste Aufgabe der tschechoslowali schen Politik betrachte ich die Arbeitslosen fürsorge. Es muß allen jenen Arbeit ver schafft werden, die sich melden und arbeiten wol len. Mit der Erfüllung dieser ernsten Aufgabe legen wir den Grund zur sozialen Ruhe und zun Frieden. Politische Vorträge Dr. Beneš In zwei Brünner Versammlungen sprad Sonntag Minister Dr. Beneš über die Politik der Tschechoslowakei, wobei er auf grundsägliche Fra gen einging. Ueber die Leitgedanken der Außen politik sagte er, daß sich die Tschechoslowakei mit allen ihren Kräften für die Erhaltung des bisherigen politischen Status in Mitteleuropa einseße. Um start zu sein, haben wir die Kleine Entente geschaffen, arbei ten wir zusammen mit den großen westeuropä ischen Demokratien und sorgen wir für einen Ausgleich mit dem Osten durch Schaffung ordent licher Beziehungen mit So w jetrußlan Wir arbeiten mit Idealismus, aber realistisch indem wir auf dem Boden der gegebenen Mög Punkten die genauere Stilisierung mit Beschleu- lichkeiten bleiben. nigung zu beenden. Pr a g. Aus dem amtlichen Bericht über den wir suchen ein dauerndes europäisches Gleichge- letzten Ministerrat geht hervor, daß die Regiewicht und den dauernden Frieden. rungsverordnung über den Schuh der KolIn der zweiten Versammlung berührte der Zu diesem Behufe müssen wir die europäische lektivverträge bis Ende Feber 1936 verInvestitionen Minister die Dittaturen und autoritären Regime Entwicklung in der Richtung auf die Demokratie in längert wurde. Es wurde ferner beschlossen, die der Zukunft erblicken und erfassen, wie ich diese hier Frist für den Abschluß freiwilliger Ab- Empfehlungen der interministeriellen Investitions- selben dar und wies die Versuche ihrer Einfüh Den zuständigen Refforts wurde nach den Er legte die Voraussetzungen der Entstehung der bereits angedeutet habe, und zu diesem Behuse müs kommen betreffend die Kürzung der Ar- kommiſſion die beschleunigte Beendung der Pro- rung bei uns zurück. Das Volk eines Hus, Zi beitszeit bis zum 31. Mai d. 3. festzusetzen. jekte der dringendsten Straßen- und fas, Georg von Poděbrad und Komenský, Kollár, höheren Begriff der tschechoslowakischen Vaterlandsliebe Genehmigt wurde u. a. die Aenderung der Unterführungen bei den Eisenbahn- Palacký, Havliček und Masaryk braucht nicht faj musbauen, welcher Begriff auch von unseren Minori- Regierungsverordnung 112/34 betreffend die strecken aufgetragen, damit deren baldige Durch- cistische Muster und braucht nicht nationalsozia listische Muster. Ihm genügen die schönen natio täten akzeptiert werden kann. Pensionsversicherung in den Para- führung gesichert werde. 3. All dies führt uns dahin, daß wir uns graphen 126 und 156.( leber die Aenderung des Dem Minister für öffentliche Arbeiten und nalen und demokratischen Traditionen, in denen gegenseitig gehörig einschäßen, d. h. daß wir unsere S 126 betreffend die Bergarbeiterpro- dem Finanzminister wurde aufgetragen, sich auf sich stets unsere nationale Seele und unser gro nationale geistige Shiltur gegenseitig richtig bewer- bisionisten haben wir bereits wiederholt be- eine angemessene Erhöhung des bereits früher frei- ßer Glaube in die allmenschlichen Ideale gezeigt hat. ten. Die Tschechoslowaken haben im übrigen inner richtet. Die Aenderung des§ 156 betrifft die Dif- gegebenen Betrages aus den Mitteln des Straßenbiel aus der deutschen Kultur geschöpft und es wäre ferenzen zwischen den Krankenkassen und den fonds für weiterere Verbesserungen Kleinlich, dies zu verheimlichen oder zu bestreiten, Apothekern.) Prinzipiell wurden die Verordnungs- der Bezirksstraßen zu einigen.( Bisund sie haben in Leffing. Herder, Stant, Goethe, entwürfe über Steuererleichterun her waren für diesen Zwed rund 60 Millionen Schiller nicht nur große Manifestationen der deutschen Volkskultur, sondern auch Gipfelerscheinungen gen bei Hausreparaturen sowie über Kč zur Verfügung.) der menschlichen Kultur überhaupt gesehen. Und die vorübergehende Regelung der Arbeits= trot unserer politischen Differenzen von einst oder bedingungen der Arbeiterschaft jest wäre es ungerecht zu behaupten, daß die tsche in der Textilindustrie genehmigt und ische geistige nationale Kultur heute nicht alle Erden beteiligten Ressorts aufgetragen, in einigen mit den Vorarbeiten zur Einführung des Vieh Vorarbeiten für das Viehmonopol Ferner wurde der Landwirtschaftsminister Der Ständige Ausschuß der Nationalvers sammlung hielt am Montag seine erste Sizung ab, in der lediglich verschiedene Regierungs anträge an Referenten zugeteilt wurden, u. der mit 15. April bereits provisorisch in Kraft gefeßte Handelsvertrag mit Rußland. Die nächste Sizung wird schriftlich einberufen werden. SV 25 N 3 25 R S L 2 A R R B R L 8888OOK 885 B 86 S I GEOGRA I Se Ki RI £ 1 N CEERE $ 1 R G Ni G Str N 933 253 Nr. 101 »tenftag, 30. April 1935 Ausfahrten über 50 km muß die Rückfahrsstreöe mindestens 50 Prozent der Ausfahrtstrecke betrag««- Sprachheilkurs. In den Dr. Hugo Heller Erziehungsheimen in Hohenelbe der Deutschen Landes« kommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge i« Böhmen findet in der Zeit vom 3 0. Juni big 2 8. Juli 1085 der Xl. Heilkurs für sprach-' gebrechliche(stotternde) schulpflichttge Knaben statt« der vom Heilpädagogen Direktor V. Hampel, Fachmann der Heilbehandlung sprachgebrechlicher Kinde«, nach modernen Grundsätzen durchgeführt wird. Sj«; Msamtkosten für die Heilbehandlung sowie für di« Unterkunft und güte Verpflegung betragen 500 K(- Mittellose Eltern können im Wege der zuständig^ Deutschen Bezirksjugendfürsorge eine Ermäßig»» erhalten. Anmeldungen sind baldigst bei der Dirch tton der Dr. Hugo Heller Erziehungsheime i« Hohenelbe einzubringen. Die„Protokolle der Weisen von Zion"' Am 20. April wird vor dem Polizeirichter W Bern der am 20. Oktober deS Vorjahres vertag^ Prozeß um die Echtheit der Zionistischen Protoko?,« (der sogenannten„Protokolle der Weisen von ZiotiZ fortgesetzt werden. Der Prozeß geht zurück a"t eine Strafanzeige, die die jüdisch« Kultusgemei«» Bern und der schweizerische israelitische Gemeind«-' bund gegen vier Angehörige des nun aufgelöst«" Bundes nationalsozialistisch«* Eidgenossen und gegen ein Mitglied der Rationalen Front Bern eingereicht hat. Gegenstoß der Klage sind ein von den schweizerischen Nationalsozialisten auf einer Verscnnmlung der National«' Front verteiltes Flugblatt mit einem die ü«' samte Judenschaft stark treffenden Inhalt und di« bekannten.zionistischen Protokoll«■ Die Kläger erblicken insbesondere in der Verb>W tung der zionistischen Protokolle eine Verletzung i* 1 Gesetzes gegen di« Schundliteratur und verlang«' daher Einziehung und Verbot des weiteren Verka«- f«S dieser Schrift. Zur Abklärung der Echtheit od«« Unechtheit der Protokolle wurden in der Person v«' Schriftsteller C. A. Loosli-Bern und Professor DI Baumgarten-Basel zwei Experten bestellt, die J* untersuchen haben, ob die zionistischen Protokolle tatsächlich auf die behauptete jüdische Urheberschaft rückgehen oder ob es sich um bloße Fälschungen ha"' delt. Der Experte der Beklagten ist Oberstleu«' nant a. D. Fleischhauer, Erfurt Herausgeber einer antisemitl' scheu Pressekorrespondenz. In den Verhandlungen im Oftober 1034 den über«in D u tz e n d Zeugen einvernow-j men. Im jetzigen Prozeßtermin werden die El' p e r t e n mit ihren Gutachten und die A n'! wälte mit ihren Plädoyers zu Worte komm«"-> Anschließend dürfte das gerichtliche Urteil gefö® i werden. „Die Protokolle der Wessen von Zion" wurd«" im Jahre 1019 vom Hauptmann«rD. Müller von Hansen, einem Freunde des Generals 2«' I dendorff und Herausgeber der antisemitisch^ 1 Zeisschrift der„Hamme r", herausgegeben wollen das Stteben der Juden nach Erringung&! Weltherrschaft beweisen. Im vorjährigen Proz«' sagte eine Reihe von Zeugen aus, daß der Ursprung' liche Text der„Protokolle" auf Weisung der Zaristischen Geheimpolizei»' politischen Zwecken angeferttgt tourt«- ・ 1 15 et Is wit ie 85 ie 11 is on ces fe 11 u Bei de 11. 85 in s #t, 4 et, Die Die en ng ets in ate Alle ett et tas eit tes bie Jell 114 11 011 gu 116 21 11. ell et J 24 Nr. 101 Der letzte Pirat Glück und Ende des Gentleman- Seeräubers" Steed Bonnet Von Hans Fischer In der Nacht vom 12. zum 13. März des Jahtes 1717 stach vom amerikanischen Hafen Bridgetown heimlich ein Schiff in See. Es trug feine Flagge, aus der man auf seinen Heimathafen hätte schließen können, und der Schiffsname, der undeutlich an der Bordwand zu lesen war:„ Revenge", fam in den Büchern der Hafenbehörde nicht vor. Draußen auf offenem Meer endlich ging am Mast die Flagge hoch. Es war das schwarze Tuch mit dem Totenkopf und den gekreuzten Knochen. Diese Geschichte ist, so phantastisch sie auch an manchen Stellen klingen mag, historisch wahr. Die mitgeteilten Ereignisse stammen durchaus aus Gerichtsprotokollen, Zeugenaussagen und behördlichen Anmerkungen im und zum Monstre prozeß, in dem Steed Bonnet, Major i. P. der amerikanischen Armee, wegen Seeraubes, Mordes, Diebstahls, Brandlegung und einiger anderer Delitte 9. September 1720 zum Tode durch den Strang berurteilt wurde. am " FTK Dienstag, 30. April 1935 Boris Babočkin in der Titelrolle des russischen Films Tschapajem". * Sandmasken Scite 7 Kansas City. Die Sand stürme, welche einige Teile der Vereinigten Staaten schiver heimgesucht haben, hatten besondere Lungen entzündungen zur Folge, die dadurch verursacht wurden, daß die Lungen mit feinen Sandförnern überschwemmt wurden. In den letzten Tagen haben die Vertreter des Roten Kreuzes in den vier am schwersten betroffenen Staaten der nordamerikanischen Union eine Aufforderung an die Bevölkerung erlassen, besondere Masken überall dort vorzubereiten, wo Sandstürme dieser Art drohen. Schanghai. * In Nord china richteten schwere Sandstürme, die auch mehrere Todesopfer forderten, großen Schaden an. Der Zug- und Flugverkehr wurde völlig lahmgelegt. Die Flug halle der„ Eurasia"-Gesellschaft in Peking wurde abgedeckt. Die Telephonverbindungen sind weithin unterbrochen, da über 1300 Telephonmasten vom Sturm umgelegt wurden. Auch sind mehrere Tote zu beklagen. Den Sandstürmen folgte ein ungeheuerer Temperaturst ur z. Während bis zum Donnerstag die Hibe anstieg und zuletzt 35 Grad Celsius erreicht hatte, fiel das Thermometer plößlich am Freitag auf Null Grad. An der Grenze von Dschehol ist Schneefall einge treten. den Zu Niemand weiß, wie in dem geachteten, vermögenden amerikanischen Offizier der tolle Plan entstanden war, Seeräuber zu werden. Seire Freunde meinten nachher, der tapfere, krieggewohnte venge". übernahm Richards, der Leutnant Schwarz-| Sturz und seinem Gefangenen Bonnet die Freiheit. Mann habe das ruhige Leben nicht mehr ertragen. barts. So fam Bonnet in die Gefangenschaft des Teach fand, daß es zu viele waren für die Teilung herrscher des Meeres zu werden, stand jetzt nichts. Er selbst behauptete vor seinen Richtern, er habe ein großen Piraten. der Beute, und er wählte einen Ausiveg, der seiner mehr im Wege. Er war ein gelehriger Schü.er Experiment machen wollen. Ihn habe es gereizt, Wie schwer die Demütigung den von Ehrgeiz würdig war. Bei der Sandbänken von Caroline seines Feindes gewesen und wurde sein würdiger zu bersuchen, wie das Verbrechen aussehe, wenn 3 brennenden Gentlemanpiraten auch traf, ein Gutes hielt er sein Schiff plöblich an und gab vor, auf Nachfolger. Eine blutige Spur zeichnete seinen Weg einmal von einem Manne von Geist, Bildung und hatte sie doch: An Bord der„ Queen Anne" des eine Sandbank aufgelaufen zu sein. Zwei andere von New York nach Philadelphia, nach Carolina und Weltkenntnis anstatt von rohen Auswürflingen be- Flaggschiffes Schwarzbarts hatte er Muße, die Schiffe seiner Flotte tamen ihm zu Hilfe und sie. der Delaware Bai. Durch Monate hindurch war gangen werde. Wie dem auch gewesen sei, am 12. wirkliche Seeräuberei aus der Nähe zu studieren. die nicht gleich ihm jeden Zoll des Meeres kannte, der amerikanische Seehandel lahmgelegt, kein Schiff März 1717 stach die„ Revenge" in See, an Bord Bis dahin hatte er es noch nicht gelernt, seine Leute liefen wirklich auf eine tüdische Sandbank auf. Das wagte, den schützenden Hafen zu verlassen, aus ein Dußend verzweifelter Kerle, die ihr Leben schon faltblütig niederzuknallen, er konnte noch nicht eben war es, was Teach gewollt hatte. Kaltblürig Furcht vor dem schrecklichen, allmächtigen Bonnet. zehnmal verwirkt hatten, und als Kapitän Steeb schweren Rum aus Wasserkübeln faufen, er besaß überließ er seine gestrandeten Genossen ihrem Schid- Alle Kriegsschiffe, die zu seiner Verfolgung ausges Bonnet, Major der Armee, Bürger und Stadtver nicht zwölf Weiber und hatte es noch nicht versucht, fal und segelte mit dem Rest der Flotte weiter. fandt wurden, tehrten unverrichteter Dinge heim. ordneter der Stadt Bridgetown. in der Nacht, wenn die ganze Mannschaft schlief, Aber die noch übrige Mannschaft begann jest dem Da im Sommer des Jahres 1720 besiegelte Die Fahrt ging nach Norden. Bei Kap Viz- Schwefel an Bord anzuzünden und seine Leute da furchtbaren Tyrannen zu mißtrauen und meuterte. ein tückischer Zufall das Schicksal des letzten großen ginia empfing Bonnet die Piratentaufe. Die„ Re- mit fast zu erstiden, bloß um sie seine Macht füh- Während eines solchen Aufstandes gelang es Bonnet, Piraten. benge" taperte vier Schiffe, jagte die Mannschaft in len zu lassen. von der„ Queen Anne" zu fliehen und auf die„ Redie Boote und setzte die Schiffe in Brand. Beute Die„ Revenge" war led geworden und mußte benge" zurückzukehren, deren Mannschaft froh war, den Hafen von Cap Fear River wurde nicht gemacht, das hatte Steed Bonnet, dem Während Bonnet dies alles an Bord der dem grausamen und hinterhältigen Schwarzbart zu fluchtsort der Seeräuber es um Abenteuer und nicht um Reichtum zu un aufsuchen, um dort Queen Anne" lernte, fegelte die vereinigte Piraten entkommen. Jetzt endlich glaubte Bonnet die Zeit ausgebeffert zu werden. Schon war das Schiff neu toar, streng verboten, und dieses eine Mal fügte fich flotte weiter, neuen Abenteuern entgegen. Ein Er- gekommen, um Rache zu nehmen an Teach und seine hergestellt und zur Ausfahrt bereit, da wurde die noch seine Mannschaft, die für solchen Edelmut fein folg jagte den anderen. Vier Schiffe wurden in eigene Schreckensherrschaft auf dem Ozean zu et- Ankunft von zwei Kriegsschiffen vor dem Hafen geBerständnis hatte. Aber Major Bonnet hatte die der Bucht von Honduras geplündert und verbrannt, richten. meldet. Es waren New Yorker Piraten Brücken hinter sich abgebrochen, sein Weg war vor- dann ging es weiter nach Turkill, dann nach Hajäger, und ein grotestes Schicksal wollte, daß gezeichnet. Vor New York fiel ihm eine Schaluppe, vanna und Grand Cayman. Ueberall, wohin die In Amerika war unterdessen eine Amnestie Robert Mainard den Befehl führte, jener Robert die mit wertvoller Ladung nach Westindien unter- Flotte Schwarzbarts far, gab es Tod und Schrecken für reuige Piraten erlassen worden. In Mainard, der Bonnets Todfeind besiegt hatte. Ein egs war, in die Hände. Diesmal siegte schon die für die friedlichen Schiffer, Sieg und reiche Bente Bath ging Bonnet an Land, stellte sich der Be- Kampf war aussichtslos; alles tam darauf an, den Beutelart seiner Piraten. Die Waren aus dem für die Piraten. Viele von den besiegten Mann- börde, schwor heuchlerisch der Seeräuberei ab und Verfolgern zu entkommen. Das Schicksal sch.en Handelsschiff wurden auf die„ Revenge" gebracht. fchaften gingen zu Teach über und schließlich, an versprach, sich und seine„ Revenge" in den Dienst Bonnet günstig. Kaum hatten die beiden KriegsDas Glück war auf Seite des neuen Gent der Küste von South Carolina, herrschte er über der Jagd auf Seeräuber zu stellen. Mit Paß und schiffe sich an seine Verfolgung gemacht, als das temanpiraten, ein Erfolg reihte sich an den eine Flotte von sechs Schiffen und fünfftaatlichen Papieren ausgerüstet, unternahm er eine erste und bald darauf das zweite auf eine Sandderen. Bei den Sandbänken von Charlestoton wurde hundert Mann. Mit knirschenden Zähnen er- Ausfahrt nach der anderen in der Hoffnung, den bant lief. Schon schien der Weg frei neuenglisches Fahrzeug erobert. Wenige Stun lebte Bonnet als„ Gast" an Bord der„ Queen verhaßten Teach, der ihn so tief gedemütigt hatte, ein Ruck durch die„ Revenge". Auch sie war auf den später hatte die„ Revenge" den ersten Busam- Wane" diesen Siegeszug mit. Sein Traum" die zu treffen. Aber nicht ihm war es vorbehalten, mit eine Sandbank aufgelaufen. Es war Ebbe. Alles menstoß mit einem anderen Piratenschiff. Bonnet Errichtung eines Königreiches der Meere, ging in dem furchtbaren Schwarzbart abzurechnen. fiegte, wie er wollte. Nach den ersten Schüssen Erfüllung, aber für einen anderen. hing davon ab, welches Schiff die tom= Die Staaten hatten beschlossen, den Piraten, mende Flut zuerst befreien würde. Endschon ergab sich sein Feind; Bonnet ließ die wert- Dabei hatte der Siegeszug Teachs seinen Höhe- die sich auf die Amnestie hin nicht unterworfen hat: los zogen sich die Stunden hin, bis die Flut heranbolle Ladung von dem Piratenschiff auf die„ Re- punkt noch nicht erreicht. Bonnet mußte als Gefan- ten, einen lezten Kampf auf Tod und Leben anzu- fam. Plöblich erzitterte der Bug des einen Kriegsbenge" bringen, das Schiff selbst und die Mann- gener das tollite und fühnste Piratenabenteuer aller sagen. 3u Dußenden durchstreiften die Kriegs- fchiffes, eine zweite Flutwelle tam heran und schaft ließ er ziehen. Zeiten mitmachen: die Belagerung einer schiffe das Meer, um die Seeräuber aufzustöbern. Robert Mainards Schiff war frei. Es gab keinen So begann Steed Bonnets Seeräuberlaufbahn. ganzen Stadt durch eine Seeräuberflotte. Fast alle waren schon erledigt, mur Teach, der Kampf. Machtlos und regungslos an die Sandfühlte, daß er noch vieles zu lernen hatte. Diesmal war es nicht gewöhnliche Beute, was Furchtbare, entging immer wieder seinen Verfoi bank gefettet, wurde die„ Revenge" von der MannEr selbst war ja fein Seemann, das hatte seine Teach wollte. Unter seiner Mannschaft war Krank gern. Endlich gelang es einem Kriegsschiff unter schaft Mainards befekt, Steed Bonnet, Major der Mannschaft bald heraus, und als alter Offizier heit ausgebrochen und er brauchte unbedingt und Führung des New Yorker Kapitäne Robert amerikanischen Armee und Piratenkönig, wurde ge= wußte er nur zu gut, daß nicht die Disziplin so rasch Medikamente. Der Entschluß war gefaßt. Er Mainard, Teach zu stellen. Es gab einen furcht fangen, untergräbt, als eine Sdyväche, hinter die die Mann- ließ seine Flotte vor dem Eingang des Hafens von baren Kampf. Zu Beginn signalisierte Teach seinen schaft ihrem Vorgesetzten kommt. anderen gelerne bie erſten vier Schiffe, die arglos den Safen ver- Gnade gebe oder verlange." Und Leach hielt Wort. fich nach Charlestown bringen, stolz ließ er einer ten" Seeräuber anzuschließen, um erſt von ihm zu ließen. Die Führer der Schiffe, angesehene Han- G3 war eine Schlacht ohne Mitleid und Gnade, Prozeß über sich ergehen, mit eiserner Ruhe hörte lernen, dann aber ihn zu beherrschen. Es war her delsleute der Stadt, wurden gefangengenommen. und Teach ergab sich auch nicht, als seine Verfolger| Sinrichtung brach er zusammen. Schluchzend wandte sakung nach der Stadt und verlangte die sofortige feiner Leute, von acht Schüssen durchbohrt, fiel er. er sich am Boden seiner Belle und flehte um fein Auslieferung der Medikamente, widrigenfalls die Die Geschichte berichtet, daß Robert Mainard Leben. An diesem Tage schrieb er auch noch einen Um jene Zeit waren die Seeräuber in den gefangenen Geifeln gehenkt würden. Das Uner- in Teachs Kajüte anstatt der sagenhaften zwölf Brief an seine Richter, in dem er flehte, ihm das amerikanischen Gewässern schon fait ausgerottet. Er wartete geſchah; eingeschüchtert von dem gefürch- Frauen dreizehn fand. Die dreizehnte war Mai Leben zu lassen, man solle ihm alle Glieder ab einziger war allen Verfolgungen entgangen und teten Namen Schwarzbart wagte die große Hafen- nards Braut, die vierzehn Tage vorher New York bauen und nur die Zunge lassen, um Vergebung für beherrschte nach wie vor mit blutigem Schreden den stadt keinen Widerstand und folgte die gewünschten auf einem Handelsschiff verlassen hatte, um nach „ Schwarzbart". Bei ihm zu lernen, um ihn dann ein Aber er batte Ozean Bonnet wollte Charlestown Aufstellung nehmen und kaperte Verfolgern:„ Ich soll verdammt sein, wenn ich Edward Teach, genannt der Heilmittel aus. Teach zog befriedigt ab. Der Sieg über Charlestown war Teachs letter in der Bucht von da ging Stolz, ohne mit der Wimper zu zuden, ließ er er sein Todesurteil an. Erst am Tage vor seiner seine Sünden zu erbitten Europa zu fahren. Der Brief wird heute noch im Archiv der Stadt Charlestown aufbewahrt. Steed Bonnet aber wurde Die Rache war Steed Bonnet enigangen, aber am 12. September 1720 auf dem Richtplatz von au besiegen, war der brennende Wunsch Bonnets. großer Erfolg. Die Grausamkeit und Habsucht, Sie Monatelang treuzte die Revenge" durch die Ge- seinen Aufstieg begründet hatten, brachten ihm da seinem brennenden Wunsch, unbeschräntier Allein Charlestown gehenkt. mässer, mit feinem anderen Ziel als dem, auf die| Flotte des Schwarzbarts zu treffen. Endlich ging Bonnets Traum in Erfüllung Honduras traf er auf Edward Teach. Hätte Bonnet mehr von Teach gewußt, er wäre bielleicht noch im letzten Augenblick vor der Begeg nung geflohen. Teach war ein Ungeheuer. Vom hohen Norden bis nach Merifo gab es feinen Hafen, dessen Bewohner nicht vor seinem Namen gezittert| hätten. Ein Mann von tigerhafter Grausamkeit, ich ihm ich es wagen? Aber wie, wenn es Hans in der Tod, Militärischer Geburtstag i tomben Widersinn des Strieges erklären? Dark 10 Straßbura, o Straßburg, wir ſchwören bis zum Nicht von irgendeiner hohen politischen Ber- Schule weitererzählt? Gar seinem Lehrer! Der Bald weht auf deinem Dome, die Fahne schwarzsönlichkeit ist hier die Rede. Es ist der schlichte ist einer von der alten Garde mit niederer ParteiBericht einer Mutter, die uns ein wenig von den buchnummer. Nein, nimmermehr. seelischen und erziehlichen Nöten in HitlerDeutschland erzählt. Unser Hans ist acht Jahre alt. Früher far ein bollendeter Schauspieler, falt berechnend, herrsch der Geburtstag für uns alle ein großes Fest. Jetzt sind arisch, rein arisch." süchtig und habgierig. Seinen Spitznamen ver ist er für uns Eltern ein diplomatisches Jonglieren, dankte er einem ungeheuren schwarzen Bart, den er für das Kind ein großes Schlachtenfest. in unzählige fleine Böpfchen geflochten hatte, deren| jedes mit einem grellen Band geschmückt war. Wir sind Pazifisten. Aber wir dürfen dies selbstverständlich heute niemanden sagen. Nicht einweiß- rot. Das Lied ist heute eines der bekanntesten deutschen Schullieder. Die Vorschrift will, daß die Kinder beim zweiten Vers die rechte Hand zum Schwur in die Höhe heben. Der Bub macht es schon mechanisch. Nach einer Weile betrat ich wieder das Zim mer. Sämtliche Franzosen liegen mit abgehauenen Köpfen am Boden. " Hans", sage ich, was machst du da! Die ,, Mutti", fährt Hans fort, unser Lehrer er zählt, wer feinen Krieg will, ist ein Vaterlandsverräter, ein Lump. Man müßte folchen Leuten furzen Prozeß machen. Aber gelt, Mutti, wir Am Geburtstag bekommt Hans Soldaten. Vielleicht, daß Bazifisten außerhalb Deutschlands verständnislos den Kopf schütteln. Aber wir sind alle Gefangene, in und außerhalb des Konzentra- schönen neuen Soldaten! Alles ist kaputt. Aber fignalen die Botschaft hinübersenden, er wolle sich könnte uns nichtsahnend schon morgen ins Konzen- Das schlimmste aber ist, daß wir mit gebundenen Mutti, wir haben gewonnen. Das da mir der kleine Feldmarschall: mit seiner Revenge" der Flotte Schwarzbarts an- trationslager bringen. Händen und gebundener Zunge zusehen müssen, ein verächtlicher Blick streift den am Boden liegenwie gewissenlose Voltserzieher die Jugend für den den Trümmerhaufen Krieg begeistern. Ein Bub ohne Soldaten ist bei zosen. das da sind nur Fran uns wie ein Pferd ohne Kopf. Er schämt sich vor seinen Kameraden und im Fall des Bekanntwerdens bin ich sicher, daß den Eltern die Erziehungsberechtigung abgesprochen würde. Hans eröffnet seinen Geburtstag mit einer Schlacht. Laut ertönt sein Kriegsgefang: schließen. Die Antwort Teachs lautete ganz an ders, als der Gentlemanpirat sie erwartet hatte: .Euer Kapitän versteht augenscheinlich nichts von Hans Wunschzettel lautet: Neuer Tant mit Luftschutz: Soldaten, möglichst Franzosen und Deutsche; Als Hitler zur Schule ging, ein neues Jufort abzudanten und als Gast an Bord gendbuch vom Thienemann- Verlag. meines Schiffes zu kommen." Bonnet schnaubte Rache. Aber Widerstand Was sollen wir tun? Sans fieht meine Unentschloffenheit. Gelt, alles! " " und Aber Hans, find denn Franzosen keine Men fchen? Verständnislos blickt mich mein Bub an. Mutti, die sind doch der Erbfeind, die sind doch nichts wert. ,, Und vorwurfsvoll fügt er hinzu: Daß du das nicht einmal weißt! Da berstehst du aber nichts von Politik.„ Ach ja" und ein tiefer war unmöglich, die eigenen Leute meuterten gegen Mutti, bettelt er, Du kaufst mir doch alles ihn und verlangten stürmisch nach Teach als Führer. Ich möchte jo gern Krieg machen. Krieg ist so Straßburg, o Straßburg, wie tut das Herz mir Seufzer tommt aus der fleinen Brust. Du bist Bonnet blieb nichts übrig, als der„ Einladung" schön. Unser Lehrer sagt das auch. Teach Folge zu leisten, das Kommando der Re Stumm blide ich meinen Buben an. Sollte Wenn ich auf deinem Dome die Trikolore seh. weh, halt auch nur eine Frau." Mich überkam ein Schaudern... Seite 8 PRAGER ZEITUNG " ,, Sozialdemokrat" Samstag, neueinstudiert ,, Charleys Tante". Titelrolle: Gö 3, ferner die Damen: Carpentier, Schneck, Stein, Wünsche, die Herren: Dudek, Padlesak, Schmerzenreich, Stadler, Volfer. Dienstag, 30. April 1935. Nr. 101 Bafa Zlin gegen Hussowiz 2: 2, Kral. Pole gegen Han. Slavia 1: 1. In der Slowakei war das wichtigste Spiel: ESK Preßburg gegen Ligetti Preßburg 3: 1. Stunden der Verkehrssicherheit. Der tschecho-| bessere nicht vergessen; im vierten Bild wirfte sie Regie: Liebl. Ermäßigte Preise: Kč 10.- bis Slowakische Autoklub veranstaltet im Einvernehmen sogar unglaubwürdig, das letzte hatte sie von früher Kč 30.Sonstige Fußballergebnisse. Karlsbad: K mit dem Inspektor für die Minderheitenschulen in übernommen. Unter den Solisten stand der Falstaff gegen Sparta 4: 2. Ohrfeigen, Zuschauer im Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Spielfeld, Polizei räumt, Unschuldige ber Prag, Schmidt, und unter Mitwirkung des Josef S ch war z' im Vordergrund des Interesses Volksbildungshauses, rani a" für die deut- und Erfolges. Schon in der Darstellung voll föst- Dienstag, 7: Die Meisterjänger bon prügelt. Das Um und Auf eines Lokalderbys. lichsten und drastischen Humors, dem jede Geste und Nürnberg, Maifestvorstellung der Deutschen Brür: DSK gegen Schwalbe 2: 0. Komotau: Miene entsprach, ging Schwarz auch stimmlich un- sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Abonnement DFK gegen Sportbrüder Brag 3: 2( 2: 1). Auss gewöhnlich aus sich heraus und bot in der Gesamt- aufgehoben. Mittwoch geschlossen. Donnerstag, fig: Lobosiber Ft gegen VfB Teplitz 4: 1( 3: 1), die heit eine Leistung ganz großen Formates und Stiles. halb 8: Giuditta, E. 1.- Freitag, halb 8: Sieger errangen damit den Nordwestgaumeistertitel. Ohne Zweifel war es die glänzende Leistung dieses Glorius, der Wunderkomödiant, Künstlers, die den großen Erfolg des Opernabends 2. Samstag 7: Tannhäuser, Wagnerbestimmte. Die übrigen Mitwirkenden, die durchwegs mit Passion ihren Rollen dienten, mögen sich mit Zyklus 3, A 2. dem Gesamtlob begnügen, daß sie durch ihren Ge- Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, fang und ihr Spiel ebenfalls dazu beitrugen, den 8.: Ich habs getan, volkstümliche Vorstelgroßen Erfolg dieser Falstaff"-Aufführung ficher lung. Mittwoch, geschlossen. Donnerstag, 8: zustellen; es waren dies die Damen Koneni, Schule für Steuerzahl er, volksKindermann, Want a und Medak sowie tümliche Vorstellung. Freitag, 8: Ping= die Herren Hagen, Ria web, GöIInib, Guttmann und Lib al. Das Theater war Pong, Kulturverbandsfreunde und freier Verleider nicht so gut besucht, wie es Werk und Auffühfauf. Samstag, 8: Charleys Tante, rung verdient hätten. E. J. schen Schulen Prags Stunden der Verkehrssicherheit". Der Autoklub stellt in entgegenkommendster Weise der Festsaal in seinem Hause in der Lüzowova, seinen Film, die Lichtbilder und die ganzen Apparate zur Verfügung. Es sind folgende Daten vorgesehen: 3. Mai: Bürgerschulen 10. Bezirk, die Volksschulen 10. und 7. Bezirk, 4. Mai: Bürgerschulen 1. Bezirk, 6. Mai: Volksschulen 1. 2., 7. und 12. Bezirk. 11. Mai: Bürgerschulen 12. und 16. Bezirk. Beginn: 11 Uhr vormittags. Nicht abspringen! Gestern mittags sprang auf dem Siegesplatz in Dejivitz der 21jährige Mediziner Karl Sechtner aus der Dejwizer Studentenkolonie aus einer fahrenden Elektrischen, wobei er so unglücklich stürzte, daß er unter den Schußrahmen geriet und 20 Meter weit geschleift wurde, ehe der Wagen zum Halten gebracht werden konnte. Troßdem hat er zivar viele, zum Teil komplizierte Rißwunden und Quetschungen, aber keine Knochenbrüche erlitten. Der tägliche Zusammenstoß. Gestern um 11 Uhr bormittags fuhr der Glasfabrikant Josef Havel aus Zásada bei Eisenbrod mit seinem Auto 60.871 durch die Letná, als er beim Bruskator mit dem Motorrad des Elektrotechnikers Josef Svarc aus Koschirsch zusammenstieß. Svarc wurde vom Motorrad geworfen, das auf ihn fiel; er wurde überdies noch mitsamt dem Motorrad einige Schritte geschleift, erlitt aber nur leichte Verlegungen am linken Schenfel und Quetschungen am Brustkorb. Die Unbekannte aus der Moldan. Vorgestern wurde hinter der Strafaakademie in Prag III die Leiche einer unbekannten, etwa 35 bis 40jährigen Frau aus der Moldau gezogen. Die Unbekannte ist mittelgroß. mit tastanienbraunem Haar und einigen goldenen Vorderzähnen; sie trug ein blaues Kostüm, eine beigefarbene, oben blaugestreifte Bluse, helle Strümpfe und dunkelbraune Halbschuhe. Krieg als Tanzreklame. Es ist gewiß mehr als grober Unfug, wenn ein„ Volts WeinRestaurant", das sein neues großes Tanz partett empfiehlt, als Werbemarke einen Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett im Stacheldraht, umgeben von krepierenden Granaten, spazieren tra= gen läßt. Es mag Menschen geben, die bereits der= art versnobt sind, daß derartige Geschmacksverirrungen einen Nigel bei ihnen erregen. Was uns angeht, so empfinden wir eine solche ,, Reklame" als schändlich. Und ich glaube, die überwiegende Mehrzahl der Prager ebenfalls. Die Polizei, die jeden armen Straßenhändler, der ohne Legitimation wild handelt, beim Sragen nimmt, sollte es nicht zulassen, daß derartige Propagandafiüdchen auf großen Transparenten über den Wenzelsplatz getragen werden. Kunst und Wissen Falstaff neueinstudiert. Maifeier in Brag Am Vorabend, 30 April: Festvorstellung im Neuen Deutschen Theater Die Meistersinger von Nürnberg Oper von Richard Wagner Beginn 7 Uhr abends. Karten im Arbeiter- Bildungsverein und beim Genossen Optiker Deutsch, Graben. Am Vormittag des 1. Mai: Demonstrationsaufmarsch gemeinsam mit unseren tschechischen Genossen zur Mai- Kundgebung auf der Glawischen 3nfel Sammelplatz Ecke Mezibranská und Žitná um halb 10 Uhr. Hauptordner für unsere Partei Genosse Kurt Schrader. Deutscher Redner: Genosse Theodor Hackenberg. Vorträge Das Geld und die Bankbeamten. Am Freitag, dem 3. Mai, spricht Ing. E. Schwarz um 8 Uhr abends im Gewerkschaftshause( Perštýn 11) über das Thema„ Das Geld und die Bankbeamten, eine technokratische Betrachtung". Regiebeitrag Kč 2.• und das Innentrio in entscheidenden Momenten nicht zur Stelle war; das gilt auch für die Bospiel, der Erfolg war nur minimal und wenn dieses hemians. DFC versuchte wieder das W- Angriffsals stärkstes angekündigte Forward nicht imstande war, sogar aus sicheren Bofitionen, von denen zwei klar schienen, ein Tor zu erzielen, so sagt das ja genug. Hart und zeitweise strafbar spielten beide Verteidigungen. Der schwächste Mann war aber der Schiedsrichter Ženišek. Nach Schluß kam es zu Schlägereien zwischen Bohemians- und TFC Anhängern, die von der Polizei„ geschlichtet" wurden. Slavia schlägt Čechie Karlin 5: 1( 4: 0) Ein ziffernmäßig hoher Sieg der Slavia, deren Mannschaft aber nicht ein dem Ergebnis entsprechen des Spiel vorführte. Die Karliner haben keine Schüßen, so daß die vorhanden gewesener Chancen nicht ausgenügt werden konnten. SK Kladno- Viktoria Pilsen 2: 1( 1: 1) Die technisch besseren Pilsener wurden von den schußsicherer Kladnoern geschlagen. Ein unerwartetes Ergebnis. TFK holt sich einen Bunkt Das mährische Derby Gablonz: SpVg Bodenbach gegen DSK 7: 0 Warnsdorf: WFK gegen Reichenberger F 5: 0. Budapest: Ferencvaros gegen Hungaria 3: 1, Ujpest gegen Bocskai 5: 0. Wien: Admira gegen Austria 7:01, Hafoah gegen Vienna 5:21, Rapid gegen FC Wien 2: 0, WAC gegen Libertas - Brüssel: Belgien gegen Deutschland 1: 6 3: 2. Vereinsnachrichten An die Atus- Kinder Liebe Jungens, liebe Mädels! Wir wollen am 1. Mai eine Feier machen, bu der wir euch alle recht herzlich einladen. Kommt also am Mittwoch, um 9 Uhr früh, in unser Partei heim, Národní tř. 4; im 3. Stock( an der Tür steht DSAP). Wenn schönes Wetter ist, gehen wir mit tags gleich von dort auf Wanderung und nehmen deshalb Proviant für den ganzen Tag mit. Wir werden uns behr freuen, wenn ihr alle fommt, und begrüßen euch mit herzlichem Freundschaft S vor der Gec. Die Roten Falken. Sozialistische Jugend, Kreis Prag Am 1. Mai Pflichtbeteiligung an der Maidemonstration. Sammels punkte: S. J. Zentrum 48 Uhr Altstädter Ring. S. J. Hollescho wiz: 8 Uhr Kamenická. S. J. Weinberge und alle übrigen: 9 Uhr Der Film Zwischen zwei Herzen Man kann von diesem Berliner Film nicht anderes berichten, als daß er auf dem gewohnten Niveau der gleichgeschalteten Produktion steht. Er will uns damit unterhalten, daß die uneheliche Tochter seinem Chauffeur mit„ Herr Rittmeister" anreden des Generaldirektors( der so vornehm ist, sich von zu lassen) am Ende gar nicht die Tochter ist, so daß ihr der vermeintliche Vater aufatmend um den so lange nur heimlich geliebten Hals fallen tann, und der Regisseur Selpin benüßt die Gelegenheit, uns mit der vornehmen Villeneinrichtung des verliebten „ Betriebsführers" zu imponieren, der außerdem fo edel ist, daß er seinen Diener im Testament mit 1500 Mark bedenkt( was der tschechische Ueberseber, gebig verzehnfacht hat). um die Sache noch eindrucksvoller zu machen, freis Um Autoren und Regiffeure ist der gleichgeschal tete film wahrhaftig nicht zu beneiden. Eher schon um eine Schauspielerin wie Luise Ullrich, die Herzlichkeit zu bewahren weiß, die wir überall lieber selbst in solcher Umgebung eine natürliche Anmut und sehen möchten als hier, wo man die Ullrich zur Parts nerin des verblühten und nur noch lächerlichen Bon vivants Harry Liedtke gemacht hat. <-eisin Film- Beratungsstelle.( PIK). In der verflos senen Woche wurden folgende Filme zur Einfuhr die Tschechoslowakei freigegeben: Ein deutscher Film: „ Der Fluch der Frauen von Tannhof"( Wolfram Film), ein österreichischer Film: Der Kosat und die Nachtigall"( PDC- Film), zwei französische Filme: „ Das große Spiel"( Slavia- Film) und Wege des Lebens"( United Artists), ein russischer Film:„ Be tersburger Nächte"( Espo- Film), zwei amerikanische und Sein Schatten"( United Artists), sowie eine Filme: Flucht aus dem Paradies"( Paramount) Anzahl gezeichneter Grotesken verschiedener Herkunft. Weltruhm begründete. Friz Kortners neue Eine eng Mit Verd is zeitlich letzter Oper, der lyrischen Sport Spiel Körperpflege Komödie Falstaff", diesem fast unbegreiflichen Schöpfungswunder des achtzigjährigen italienischen Eine Akademie der Anmut und Jugend Großmeisters der Oper, fand der diesjährige Verdi 3yklus des Prager Deut war die am Sonntag vormittags vom Prager DTJschen Theater 3 am Sonntag endlich seinen Kreis aus Anlaß des zehnjährigen Bestan= Abschluß. Daß dieser Zyklus keinen großen prakti- des der Selbständigkeit der Turschen Wert hatte, geht daraus hervor, daß er auf nerinnen im Verbande der DTJE im Radioeinen Zeitraum von jage und schreibe brei Monaten faale in den Weinbergen veranstaltete Feier verteilt war, so daß ein entsprechender inniger Zu- iſt un de. Junge Frauen, Mädchen, groß und flein, sammenhang zwischen seinen Aufführungseinheiten fanden sich zusammen und schufen als Krönung ihrer nicht gegeben war. Aber auch künstlerisch waren die Jubiläumsfeier ganz aus sich heraus zwei Stunden Ergebnisse diese acht Opern umfassenden Zyklus nicht fröhlichen und ernster Schaffens. Vorweg die allzu bedeutend, da man sich im allgemeinen auf die Jugend, von den Jüngsten angefangen, alle boten sie im Spielplan vorhandenen Opern beschränkt und auf ungezwungenes und Abwechslungsreiches. Tanz und die Bereitstellung einer für das Publikum neuen Spiel, Rhythmik, Kraft und Mut wechselten in Neue Filme. In London wird der neue Eli Oper, wir hatten gleich zu Beginn des Zyklus rascher Folge und gaben ein farbenreiches wie ästheti In Pilsen rechnete man mit dem Siege des von Margaret Kennedy, gedreht iſt, deſſen Hauptrolle fabeth Bergner- Film gezeigt, der nach dem den ,, Macbeth" oder die ,, Sizilianische Vesper" emp- sches Bild fraulicher Anmut, Schmiegsamkeit und Bühnenstück„ Escape me never"( Entflieh mir nicht fohlen, verzichtet hatte. Der bedeutendste künst- Liebe zur Idee sowie zur Betvegung. Aus der Fülle SK, da die Tepliber durch ihre Abverkäufe" sehr die Bergner auf Londoner und New Yorker Bühnen lerische Gewinn des ganzen Zyklus war die am ver- des Gebotenen wollen wir nur zwei Vorführungen geschwächt sein sollten. Da aber Wakata, Bally und In gangenen Sonntag gebotene Neueinstudierung der besonders hervorheben, und zwar den Tanz der Schü- logar Rudlof noch mit von der Portie waren, fan- monatelang mit großem Erfolg gespielt hat. lyrischen Komödie ,, Falstaff", eines Werkes, das nicht lerinnen des 14. Bezirkes, der in seiner volkslied- ken die Chancen der Heimischen. Das Spiel endete mit Greta Garbo, die schon im stummen Film Hollywood verfilmt man Tolstois„ Anna Karenina nur an sich eines der besten seiner Richtung in der mäßigen Darstellung und durch die bunten Kostüme jedoch 1: 1. Die Teplitzer führten bis kurz nach der die gleiche Rolle verkörpert hat – und damit ihren gesamten Opernliteratur ist, sondern das auch spe- sowie Bildwirkung mit Recht der stürmischen Beifall Pause 1: 0. ziell für Verdis Opernschaffen besondere Bedeutung verdiente. Und dann die Tanzstudien( vorgeführt unentschieden Film( der wieder in England hergestellt wird) sol hat. Denn, daß es dem achtzigjährigen Meister der von Mädchen des 14. Bezirkes) nach Motiven von dramatischen Overnmusik gelang, ein musikalisches Ed. Grieg und S. Rachmaninow. Sie waren eine Die in Broßnitz ausgetragene Begegnung Zi- das Schicksal Beethovens behandeln. Lustspiel zu schaffen, das sich ebenso durch köstlichsten beachtliche Kollektivleistung, welche mit Mimik und denice- SK Proßnit endete 2: 2( 2: 2). Beide lische sozialistische Filmgesellschaft hat einen Antis Einfallsreichtum im Sinne des muſikaliſchen Qu- Bewegung das durch die Musik Empfundene plaſtiſch Mannschafter waren sich gleichwertig. Zwei Spieler friegsfilm„ Blow. Buglar, blow!"( Blaſt, ihr Trom mors auszeichnet wie durch eine herzerquickende, darstellten. Vorsichtige Schritte zum Kunſtmäßigen peten!) hergestellt, deffen öffentliche Aufführung die ganz jugendlich anmutende Frische seiner musikali- bin, die aber doch noch der Verfeinerung und noch englische Zensur verboten hat. schen Gestaltung und Sprache, ist für die Bewertung mehr des Ausdrucks bedürfen. Ein Anfang zwar, der einzigartigen Genialität und musikalischen Uni- aber ein lobe 18- und lohnenswerter. Alles in allem: verfalität Verdis von zwingendster Beweiskraft. Daß Jugend zeigte, was sie kann und was sie will und der Falstaff" Verdis heute zu den beliebtesten und diese Freiheit und Freude am Können fam in allen geschätztesten Werken der opera buffa gehört, dankt Vorführungen zu einem glücklichen Ausdruck. Vor er der seiner Musik innewohnenden unverwelklichen Beginn begrüßte die Verbandsturnwartin Genoffin Lebendigkeit und blühenden Schönheit, der kunstrei- Patočková die Erschienenen und gab einen furchen Meisterschaft seiner Anlage und Form. zen Ueberblick über die Frau und ihr Turnen in der DTIČ. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und und Die sonntägige ,, Falstaff"-Aufführung ging in der reiche Beifall bewies, daß der 1. Kreis mit der vollständiger Neuinszenierung und mu- Auswahl des Gebotenen das Richtige getroffen hatte. sikalischer Neueinstudierung vor E. sich; die meisten Hauptpartien des Werkes waren mit neuen Kräften besetzt. Frib 3 weig als mujifalischer Erneuerer der Oper zeigte den richtigen Sinn für den musikalischen Humor und die zu ihm gehörige rhythmische Lebendigkeit; in dynamischer Ein sportlich nicht auf besonders hoher Stufe Hinsicht hätte er mitunter zurückhaltender, in den stehendes Spiel. Beide Mannschaften hatten in ihren Ensembles genauer und plastischer sein können. Re- Angriffsreihen der schwächsten Teil, besonders beim Mähren Schlesien: Mor. Slavia gegen Schlei. nato M or do 3 Neuinszenierung ließ die alte und DFC, wo die beiden Flügel oft nicht ins Spiel kamen Ostrau 6: 0, Polonia Karwin gegen Prerau 2: 2 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlak. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Truderei: Orbis". Druds. Verlags- und Zeitungs- A.- G., Prog. Die Liga, kämpft" DFC- Bohemians. 0: 0 wurden ausgeschlossen. Sparta- Kolin ohne Punkte Das in Kolin ausgetragene Spiel fand, da so= gar der vierte(!) nominierte Schiedsrichter nicht erschien, als Freundschaftsspiel statt. Die Prager gewannen leicht mit 5: 1( 2: 0). Die Divisionsmeisterschaften In der Gruppe DFV kam ein einziges Spiel, zivar DSV Brünn BSK Gablonz in Brünn zum Austrag, das 2: 2( 2: 1) endete. Mittelböhmen: Vittoria Žižkov gegen Rapid 4: 0, Nuselsky SK gegen Raudnik 4: 0, Sparta Kladno gegen Čechoslovan Košič 7: 1, Libeň gegen Lissa 2: 0, Sparta Košič gegen Čechie VIII 5: 1. Böhmen- Land: Nachod gegen Königinhof 4: 1, Königgräß gegen Pardubit 1: 1, Kopisty gegen Jungbunzlauer SK 2: 0, Petřin gegen Horowik 3: 1, Rofizan gegen Rakonit 4: 1. = Wollen Sie gesund werden? Plagt Sie Rheuma, Gicht, Ischias oder eine Frauenkrankheit? Wollen Sie Ihren Urlaub schön und billig verbringen? Besuchen Sie den Kurort Bohdaneč! Bei erstkl. Einrichtung, Fürsorge und Bedienung sind wir wirklich billig. In Bohdaneč erwartet Sie Genesung und Erholung. 3000 Saison 2. Mai bis 30. September ganzjährig Kč 192.-. Inserate werden laut Die Beitungsfrantatur wurde von der Post, und Tele 1 e 11 S ป G 94 01 t h 6 b 11 tr a er m te It Th to To ge էլ