15. Jahrgang Nr. 107 Mittwoch, 8. Mai 1935 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Forte) IENTRALORGAN.•‘_ DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. MD AKTION UNO VERWALTUNG MAO xii., fochova«l Telefon 5X77. HERAUSGEBER] SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR, WILHH.M NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, MAO. Gegen die Spalter rar die Einheit der Arbeiterklasse Liste 6 *»trr Teilnahme der Berlreter des Ministerrats- Reichsinummiinsterimns werden die Grmzgebiete Mdiums, des Außenministeriums und deS>n Hinkunft mit ehemaligen Angehörigen derAr- die hat ans daS A n- e Würde der Politik" klar 5-' mee, der DA und anderen unbedingt zuverlässigen Elementen besiedelt werden. Ans Zittau und Chemnitz wurden bereits mehr als 30 Personen samt ihren Familienangehörigen zur Abwanderung gezwungen. Diese Praxis soll nun entlang der ganzen Grenze durch- geführt werden. Der Presse find Meldungen darüber verboten worden. jat? f I I ,Un verläßliche* Elemente werden aus dem deutschen Grenzgebiet entfernt Wie der„L e n k o v" meldet, habe« die städtischen Behörden in Bayern und Sachsen an der Grenze gegen die Tschechoslowakei über höheren Auftrag, eine besondere Personalevi» den- der, Grenzbevölkerung angelegt. Rach authentischen Informationen werden aus den deutschen Grenzgebieten alle Personen entfernt werden, die vom Standpunkt des Staates als„unverläßlich" gelten. Die deutsche politische Polizei hat bereits Richtlinien über die Beurteilung der Zuverlässigkeit der Bevölkerung erlassen. Diejenigen, deren Verwandte in der Emigration leben, werden weiterhin gleichfalls nicht im Grenzgebiet leben dürfen. Rach einem kürzlichen internen Erlaß des Kroatien hinter Malek Inzwischen wurden auch die Wahlziffern aus den einzelnen Banaten bekanntgegeben. Demnach hat die oppositionelle Liste Maäek im Save-Banat(Agram) 405.356 Stimmen(69.2 Prozent), Jevtiä nur 177.789 Stimmen(30.4 Prozent) erhalten; auch im Küstenbanat(Split) ist Maäek mit 111.993 Stimmen der Regierungsliste(65.609) stark überlegen. Eine starke Minderheit bildet die Liste Maäeks noch im Brbas- banat(Banjaluka) mit 91.979 gegen 119.150, im DriNabanat(Sarajewo) mit 90.890 gegen 204.427 und im Donaubanat(Neusatz) mit 121.595 gegen 348.485. Vie amtlichen Ergebnisse der jugoslavischen Wahlen Belgrad.(Avala.) Amtlich wird jetzt das Gesamtergebnis der jugoslawischen Wahlen vom 5. Mai bekanntgegeben. Darnach haben erhalten: die Lifte des Ministerpräsidenten Jevtik'1,738.390 Stimmen, d. s. 62.6 Prozent; die Liste der Verbündeten Opposition Macek, Davidobik, Jovano- vik und Spaho 983.248 Stimmen, d. s..35.4 Pro« zest;.die Liste MaxinwviL 32^720, d. s. T;18 Prozent, und die Liste Ljotik 23.814 Stimmen, d. f. 0.86 Prozent. Insgesamt wurden 2,778.172 Stimmen abgegeben; I Die Agenzia Steani veröffentlicht eine Ber- ' lautbarung, in der erklärt wird, die Ergreifung ! weiterer„Vorsichtsmaßnahmen" zur Sicherung der ostafrikanischen Kolonien Italiens sei durch gewisse Tatsachen unerläßlich geworden. Als derartige Tatsachen werden von der Agenzia Stefani aufgeführt: 1. Daß von bestimmten„einwandfrei festgestellten" europäischen Waffenfabrikm bemerkenswert große Waffensendungen nach Addis Abeba expediert worden seien? 2. daß die abessinische Regierung M o v i l i- sierungsmaßnahmen getroffen habe? 3. die Rede, die der Kaiser v o n A Hessin i e n vor einiger Zeit gehalten hat und die inzwischen bereits mehrfach von den italienischen Blättern wieder aufgegriffen worden ist. Um die Einheiten auf Kriegsstärke zu bringen, wurden die vom Heeresdienst Befreiten der Klasse 1913, die lediglich zu einer kurzen militärischen'Ausbildung von sechs Monaten eingezogen waren, unter die Fahnen berufen. An Stelle der Division Sabauda wird in Italien eine Ersatzdivision formiert» die den Namen„Sabauda 2" führen wird. Ebenso sind bereits Maßnahmen eingeleitet, um an Stelle der mobilisierten Schwarzhemdenbataillone E r» satzformationen aufzustellen. * Die Sowjetkredite vor der Verwirklichung Prag. Amtlich wird gemeldet: Unter dem ^'kfitz deS Finanzministers Dr. T r a p l und heitsfront, wenn ihnen selbst das Wasser bis zum Hals stand. So ist es auch diesmal wieder. Was bieten uns die Kommunisten an? Sie schlagen die Koppelung der sozi ali st i scheu Listen für die Landeswahlen vor. Ist das nicht ein volles Eingeständnis des vollständigen Bankrotts ihrer Po- litik? Haben uns dieKommunisten nicht immer erklärt, daß es ein Unsinn ist, sich auf den Stimmzettel zu verlassen, und nun wissen sie uns nichts Besseres zu empfehlen, als die Addition der Stimmzettel l Die Kommunisten beantragen weiter den g e m e i n s am e n S ch u tz der Arbeite r v e r s a m m l u nge n gegen den fascistischen Terror. Seht diese Heuchler l Hundertmal haben fie unsere Versammlungen zerschlagen! Immer haben fie, wenn ihnen in unseren Versammlungen das Wort gewährt wurde, diese Gelegenheit zur wüstesten Beschimpfung der Sozialdemokratie mißbraucht und jetzt wollen fie unsere Versammlungen gegen die Fascisten schützen! Mer die Kommunisten stellen uns eine Bedingung. Immer haben sie uns vorgeworfen, daß wir die Einheitsfront verhindern, weil wir nach den selbstverständlichen Voraussetzungen des Zusammengehens fragten, und nu nkommen sie selber mit Bedingungen! Die Kommunisten verlangen nicht mehr und nicht weniger, als „den sofortigen Abbruch der Arbeitsgemeinschaft mst der Bourgeoisie". Das klingt sehr revolutionär! In Wirklichkeit bedeutet es nichts anderes, als den Austritt aus der Regierung und damit die Preisgabe der Machtpositionen,"*die das tschechoslowakische Proletariat als einziges in Mitteleuropa besetzt hält! Die Kommunisten machen ihre Ein- heitsfrontangebote von der Bedingung abhängig, daß wir dem Bürgertum die ganze Staatsmacht restlos ausliefern! Die Kommunisten erzählen den Arbeitern, daß die sozialistische Regierungsteilnahme den Arbeitern keine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, sondern ihre schreckliche^Verschlechteruvst gebracht habe. Die Kommunisten gehen also über die Riesenarbeit der Sozialdemokratie, über dix drei Milliarden Arbeitslosenunterstützungen, über die Milliarden zur Arbeitsbeschaffung, über die Schaffrmg von 40.000 Wohnungen, die Sicherung der Kollektivverträge, dse Kontrolle der Bc- triebseinschränkungen einfach"hinweg. Die Kommunisten plapper« das bürgerliche Lügengerede nach, daß die Sozialdemokraten an der Wirtschaftskrise schuld sind! Kann man mit den Kommunisten überhaupt noch ernst reden? Die Kommunisten wissen sehr genau, was es bedeuten würde, wenn die Sozialisten die Positionen in der Regierung preisgeben. Sie wissen sehr genau, daß dann nicht nur alle sozialpolitischen Errungenschaften, sondern auch die politische Freiheit auf das schwerste bedroht wäre. Wenn sie dennoch diese Bedingung stellen, dann kann man ihnen nur mit den Worten des Genos- sen C z e ch auf der sozialdemokratischen Parteikonferenz antworten: „Die Zett ist viel zu ernst, die Gefahren, die uns umlaueru, zu groß, als daß die deutsche Arbeiterklasse von der Stelle weichen und der deutschen hakenkreuzlerischen Bourgeoisie das Feld überlassen könnte." Diese Politik müßten die Kommunisten unterstützen, wenn es ihnen ernstlich um die Ab- wehr des Fascismus zu tun wäre. Freilich, die Kommunisten möchten den Massen einreden, daß die Einheitsfront mit ihnen die verelendeten Kleinbürger und Kleinbauern in Hellen Scharen gus den fascistischen Umstrickungen losreißen und in das Lager der Arbeiterklasse führen würde. Wie das Schlagwort der Einheitsfront Wahlen beeinflußt, das hat die Saarabstimmung bewiesen! Und daß an diesen Verhältnissen nur die Dienstag nachmittags entwarf bei der Genehmigung des Kolonialhaushaltes Staatssekretär L e s s o n a in der Kammer ein Bild von der kolonialen Politik Italiens. Leffona warf Abessinien Nichteinhaltung des Freundschaftsvertrages vor und sagte, Messinien habe die wirtschaftlichen Abmachungen und Pläne Italiens systematisch vereitelt. Die Beziehungen mit der abessinischen Regierung hätten immer besorg- nis erregendere Formen angenommen. Gegenüber dieser Lage könne die italienische Regierung nicht mehr weiter zögern. Die Frage der Beziehungen zwischen den beiden Ländern müsse ein für allemalim Interesse der Sicherheit von. Eritrea und Somali wie auch im„H i nbl ick sehe:? und di italienischen gelöst werden. Italien habe das Recht, zu verlangen, daß Angriffe, wie sie sich in Ual-Üal und Afdub zugetragen hätten, nicht mehr vorkommen. Aber das allein könne nicht genügen. Italien müsse auch verlangen, daß die Verpflichtungen des Freundschaftspaktes vom Jahre 1928 eingehal- ten werden und daß dir unsichere Politik eines Grenzstaates, der keine Garantie für ein friedfertiges Zusammenleben gebe, ein Ende nehme. Das Gebot der Stunde sei daher für Italien, die Sicherheit und Zukunft seiner Besitzungen in Ostafrika zu garantieren. Arbeiter und Arbeiterinnen I Die Kommunisten haben ihren ungezählten Einheitsfrontangeboten ein neues hinzugefügt. Laßt Euch nicht in die Falle locken! Dutzendemal haben Euch die Kommunisten Einheitsfront angctragen und imnstr wieder sich herausgestellt,. daß sie damit nur eine besse Plattform zur Hetze gegen die Sozialdemokratie schaffen und so die Spaltung nicht überwinden, sondern noch vertiefen wollten! Immer paßte auf diese Methode das Wort, das der russische Gewerkschaftsführer Tomsfi auf dem Kongreß der. kommunistischen Partei Ende 1925 dem Führer der kommunistischen Gewerk- schaftSinternationale Losowski zurief: „Gleichzeitig redet aber Losowski: Einheitsfront, Einheitsfront und selbst will er in Wirklichkeit spalten." Daran hat sich bis heute nichts geändert. Immer kamen die Kommunisten mit der Ein- 4.1 Abessiniens Tage gezählt? Mussolini mobilisiert weitere Jahrgänge Rom. Mit Rücksicht ans di« Mobilisierungsmaßnahmen, welche die abeffinische Regierung angeblich getroffen bat, hat Mussolini die Mobllisie» rung der Sabanda-Division und zweier D l v i si o n e n Schwarzhemde« angeordnet. Ferner hat Mussolini den Jahrgang 1913 einberufen, so daß heute die Jahrgänge 1911,191Z und 1914 voll in Waffe« stehen. Außer- dem wurden«och zwei Eingeborene Divisionen in Erhthräa mobilisiert. In die Urne: fr,' viv aiipiiuiiiiiiimiuiiiv Uhu u*» I«uwnzministeriums kam es am Dienstag zwischen l ft?* te* crn der Sowjetgesandtschaft einerseits und 1^Erdirektor Dr. Preiß sowie Generaldirektor Uis»?' faderer alS Repräsentanten des Bankow Fndustriekonsortiums andererseits zu Ber- I Adlungen über einen Kredit für die Sowjet- !«»wn von 250 Millionen XL. Der Kredit wird l°dMWareneinktz" mit 41.284 gegen 25.718 Stimmm per- •«tfen wurde! !*enn Deutschland entmilitarisierte Zone brietst... U London. In der Rachmittagssitzung deS i Merhauses antwortete Außenminister Sir John l m o n auf die Anfrage des liberalen Abgeord- \ Oieoffrcy Mander, ob in dem Falle, daß ?^tschland das Regime in der mtmilitaristertcn ändern würde, England unverzüglich Frank- mit seiner ganzm Armee zu Zilfe eilen ’firbe; fr"Dw Umstände, unter denen nach dm Be- Mwungen der Locarno- Abkommm die britische »^antie in Kraft treten würde, sind dirett im .kxte der Locarno-Abkommen gmau abgegrenzt. jg e in der Resolution über die Konfermz von Wftesa ausdrücklich erklärt wurde, bleibt die bri- Regierung den Verpflichtungen treu, die sie ?°en Locarno-Abkommm auf sich gmommen hat sie würde ihnm, wmn es notwmdig wäre, ..allen ihren Konsequenze« n a ch- Taimen." ’bcht aus der Hölle Amsterdam.(Tsch. P. B.) AuS dem deut- Wst Konzentrationslager in der Nähe der UMch-holländischen Grenze entflohen sieben Ästlinge. Vier von ihnen gelang eS, holländisches zu erreichen. Sie. wurden in Vlagtwede in Provinz Groningen angehalten und inter- ?rt. Bon den restlichen drei Flüchtlingen wurde von den Verfolgern erschossen und »och auf deutschem Gebiet festgenommen. Seite 2 Mittwoch. 8. Mai 1935 Nr. 107 Kommunisten Schuld tragen, hat uns die Wahl in Danzig gezeigt, wo sich die Sozialdemokratie unter dem Druck des härtesten Terrors glänzend behauptet hat, während die Kommunisten die Hälfte ihrer Stimmen verloren. Sie hat gezeigt» daß die Kommunisten keinerlei Kraft des Widerstandes gegen de« Faseismus entwickeln können, dast nur die Sozialdemokratie einen Wall gegen seine« Ansturm bilde« kann! In Wirklichkeit würde die Einheitsfront mit den Kommunisten, deren irrsinnige Taktik auf immer allgemeinere Ablehnung stößt, tausende und abertausende verschreckte Kleinbürger erst recht in das Lager der Reaktion jagen I Das könnten die Kommunisten nur ändern durch ein aufrichtiges Bekenntnis zur Demokratie, das sie aber beharrlich von sich weisen. Oder glauben die Kommunisten, daß sie die Mittelschichten durch Ihre noch einmalaufgewärmte General st reikparole gewinnen werden? Wagen sie denn überhaupt noch, auch nur ihren eigenen Arbeitern mit der Generalstreikparole vor die Augen zu irrten? Wie»st habe» sie de» Generalstreik auSger»- fe»«nd niemals habe» auch nur ihre eigenen Anhänger dem Rufe Folge geleistet! Sagt doch diese Phrasendrescher endlich zum Teufel! Aber nur reine Heiterkeit kann es erregen, wenn die Kommunisten die Auflösung der Henleinpartei fordern! Sie, die im Parlament gegen das Gesetz gestimmt haben, das Parteienauflösungen überhaupt ermöglicht! Den Gipfelpunkt verantwortungsloser Demagogie erreichen aber die Kommunisten, wenn sie die Einheitsfront mit ihnen als den sichersten Schutz der Sowjetunion präsentieren! Die Tschechoslowakische Republik ist mit der Sowjetunion verbündet. Die offizielle russische Außenpolitik schätzt die Tschechoslowakische Republik als eine der sichersten Stützen des interna tio nationalen Frieden- ein. Die KPC aber läuft gegen die tschechoslowakische Außenpolitik Sturm! Sie bekämpft de« Staat- ans beste« Kraft die Sotvjetruriv« eine« Test ihrer Hoffmrrrser» setzt! Nein, mit solchen verlogenen Manöver», mit solchen selbstmürberischen taktischen Methoden kann die Einheitsront nicht verwirklicht werden! Den Weg zur wahrem Einheitsfront haben vielmehr die Arbeiter von Altendorf gewiesen» die in geschloffenen Rechen zyr Sozialdemokratie zurückkehrten und diesen Schritt mit folgenden Worten begründeten: „Immer mehr mußten wir erkennen, daß die kommunistische Politik absolut fruchtlos blieb, daß all das revolutionäre Wollen der Arbeiter sich in dieser Partei infolge der starren bürokratischen Leitung nicht entfalten konnte. Wir sahen auch die verderblichen Folgen der Spaltung und erkannten, dast eS der komummsti- fchen Partei trotz des EinheitSfrontgeredeS nicht um eine wirkliche Herstellung der proletarischen Aktionseinheit zu tun war. DemgegenWer sahen wir, daß die sozialdemokratische Partei ungebrochen und aktionsfähig dasteht. Air sahen, daß diese Partei sich im Krisensturm aufS beste bewährt hat, daß sie eine wirkliche Sachwalterin der Jntereffe» der Arbeiter war und ist urü» sich auch erfolgreich der Arbeitslosen angenommen hat. Wir sahen, daß die So- zialdemokratie, während rings um uns der Fascis- mus siegte, den Arbeitern in diesem Staate ihr höchstes Gut, die politisch« Freiheü erhalten hat und daß sie dafür eingetteten ist, daß die Tsche- choslowakei gemeinsam mit Sowjetrußland in die Weltfront zur Abwehr des FasciSmuS eingegliedert wurde." Dieses Wort der Arbeiter von Mendorf mutz bei allen sozialdemokrattschen, kommunistischen und indifferenten Arbeitern Widerhall finden! Weist die Anbiederungen der KPE, hinter denen sich Verleumdungen und gehässige Angriffe verstecken, entschieden zurück! Keine Einheit mit den Spaltern! Keine Gemeinschaft mit den Zerstörern der proletarischen ! Kräfte! Alle In die geschlossene Front der Sozialdemokratie I Auf zum Kampf für den demokratischen Sozialismus I Nur noch Pilsudski-Mamelucken Die neue polnische„Wahfordnuns Warschau. In einer Konferenz des Regierungsblocks legte Ministerpräsident Slawe! den Anwesenden das Projett des neuen Wahlgesetzes in seinen allgemeinen Grundriffen dar. Danach wird die künftige Abgeordnetenzahl ipr Sejm mit 200 Abgeordneten(bisher 444) festgelegt. Das gesamte Staatsgebiet wird in 100 Wahlkreise aufgeteilt, von denen jeder Wahlkreis zwei Abgeordnete entsendet. Die Kandidatenliste» werden v»» sogenannten„W ahlkreisversamm- langen" aufgestellt, die an- designierten Delegierten der territorialen»nd wirtschaftlichen DelbstverwaltungSkörper, sowie a»S B e- rnfsorganisatione» zusammengesetzt sei» werden. Der-Se n a t wird nach dem neuen Wahlgesetz aus 96 Senatoren bestehen, von denen der Präsident der Republik ein Drittel ernennt und zwei Drittel von den sogenannten WojwodschastSwahlkammern gewählt werden. DaS Stimmrecht in die WojwodschastS-Wahlkollegien werden nur Staatsbürger besitzen, die entweder Besitzer einer Auszeichnung sind oder das Vertrauen ihrer Mitbürger durch die Wahl in öffentliche Körperschaften besitzen. Dieser neue Wahlgesetz soll noch in der in der zwetten Hälfte deS Monats Mai stattfindenden außerordentlichen Parlamentssession zur Verhandlung gelangen. Eine bürgerliche Frauenstimme zu den Wahlen Frau Emma Rott, eine Funktionärin im„Zentralverein der deutschen Lehrerinnen in Böhmen", in welcher Eigenschaft sie in unserem Matte erst kürzlich Erwähnung fand, auch Vorsitzende des Frauenausschuffes der deutschen Lan- deskommiffion für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen, schrieb vor einigen Tagen in der„Reichenberger Zeitung" einen Artikel, be- titelt:„Die Frau und die kommenden Wahlen". Er enthält die Feststellung, daß die Frauen 52% der Wählerschaft ausmachen, aber noch nicht„feie AuSschrotung dieses mathematischen Vorteils" gelernt haben. Die Gegenwartsverhättniffe ermöglichten eS den Frauen, mit einem geschloffenen Programm hervorzutreten, weil„in dem mütterlichen Empfinden der Frau die Krisenverhältnisse innerhalb der Familie die stärkste Resonanz Hervorrufen" und sie»abgestimmt und hellhörig für die Notrufe des Volkes und der staatlichen Gemeinschaft" sei. Manchen beachtenswerten Gedanken enthält sonst»och der Artikel. Wer möchte z. B. bezweifeln, daß„eine gesunde Sozialpolitik eine Kulturftage und ihre Beantwortung der Urteilsspruch über Sein oder Nichtsein eines Volkes" sei,„denn die materielle Selbstbehauptung ist eine Voraussetzung für die bevölkerungspolitische und kulturelle". Es erfolgt die Aufforderung an die Parteien,„das Jnter- effengebiet der Frauen in gerechtem Umfange zu berücksichttgen" und die Frauen an aussichtsreicher Stelle zu kandidieren,„denn die Frauen werden die Listen nach diesem GesichtSpuntte genau prüfen, bevor sie ihre Stimme abgeben und in der Form der Kandidatur der Prüfstein für die wahrhaft demokratische Gesinnung der Parteien erblicken". Zum Schluß ein begeisterter Hinweis auf die Tagung des Frauenweltbundes in Konstantinopel und der Wunsch nach Offenheft, die„not tut in den Tagen der politischen Undurchdringlichkeit". Dieser Offenheit bedient sich die Artikelschreiberin selbst aber nicht, denn obwohl sie am Beginn ihrer Ausführungen bekennt, daß es um Entscheidungen geht und ,Hie Frauen dieses Staates sich fragen, in welcher Weise ihre Jntereffen im künftigen Parlament vertreten sein werden", fehtt jeder Hinweis darauf, wer sich der Jntereffen der Frauen bisher im Parlament angenommen hat. Wer außer dem Wert der Sozialpolitik so klar die Folgen der Arbeftslosigkeft festhält mit der Erkenntnis: Verfall der Familie, Bedrohung der Jugend, Rückgang der Geburten usw., mutz konsemMj weiter denken und urüersuchen, wer mit dem Einsatz aüer^Kräfte gegen die Ursachen und qZolgen der Krise angekämpft hat, in und außer dem Parlament. Das war Wohl nicht der Herr Doderer, der durch seine Rationalisierung die deutsche Bevölkerung eines ganzen Ortes arbeitslos machte und dann seinem Schicksal überließ, der es aber verstanden hat, sein Schäfchen ins Trockene zu bringen. Das waren' auch nicht jene Unternehmer, die zur Arbeitslosenunterstützung noch keinen Heller beigetragen haben und die sich nun im trauten Verein mit ihrem Geld und ihrer Moral in SHF und SVH zusammenfinden. DaS Krisenbekämpfungsprogramm unserer Gewerkschaften und die Arbeft unserer Parlamentarier zur Abwehr der Schäden an den Opfern der Krise war harte und zermürbende Arbeft, anerkannt von der polifisch geschulte» Arbeiterschaft, mißverstanden von Angehörige» der Bürgertums, die in der Feindschaft gegc» die Sozialdemokratie erzogen wurden und in ihr verharrens Ohne Bemühung, den Sozialismus gesellschastswiffenschaftlich zu erfaffen und in iha nur einen Parteikampf sehen. Von der niedrigst» Warte aus kämpfen gewisse Faktoren, die nicht einmal wiffen, daß die„Marxisten" weder dir Staats- noch die Wirtschaftsführung innehatte» noch haben, die äber doch der Maffe einzuredetz suchen, daß eben die Marxisten an ihrem Witt» schastlichen Elend schuld sind. Frau Rott schreibt von„den Fraueii* schlechtweg. Wir müssen da Wohl ein wenig dis» ferenzieren. Allen wirtschaftlichen und sozial» polittschen Kämpfen, die die Arbeiterin Schuld an Schulter mit-^ihrem Arbeitskollegen führt, stehen die Frauen des Bürgertums entweder kühl oder feindselig gegenüber. Und gesellschaftlich-* »ehmen wir aus diesem Interessengebiet von dc» vielen zu behandelnden Fragen der Mutterschaft die Einstellung zum Kampf um die Beseitigt des Paragraph 144,— wo blieb da die Unterstützung der Frauen aus dem Bürgertum« erfloffen aus dem MUgefühl für ihre Schwester», die bar aller finanziellen und sonstigen Hilft ihrem Schicksal ausgeliefert sind! Die Sozialdemokratie hat als einzige Patt tei schon Jahrzehnte vor dem Kriege die Witt« schaftliche und polittsche Gleichberechttgung de» Frauen gefordert und ist konsequent für sie eia» getreten, wobei sie keinen Unterschied zwische» geistiger und physischer Arbeiterin machte. Del Kampf der Frauen des Bürgertums um die Er» schließung intellektueller Berufe, daS Hochschul« studium der Frauen fand durch die sozialdeaw» kratischen Parteien Unterstützung. Abgesehen von der Schädigung aller beruflich tätige» Frauen studieren heute in Deutschland nur mehr weniger als die Hälfte der Frauen wie in bä demokratischen Republik und für die geistig Arbeiterin ist keine Verwendung mehr. Darübek findet sich eine bfttere Klage in der Zeitschrift „Deutsche Kämpferin" Berlin. Möglich, daß ftc nun auch unter die neueste Verordnung bä Reichspreffekammer fällt, die die Ausgabe alltt jener Zeitschriften verbietet, die„Sonderirftett essen" vertreten. Aber kehren wir in die Heimat zurück. Fctt Rott weiß aus ihrer beruflichen Tätigkeit. dm die Sozialdemokratie in Schulflagen sotvohl , kulturpolitisch. ,als,auch, in Standessragen untett stützend und initiativ wirkte. Die un„Zentral verein der deutschen Lehrerinnen in Böhmes organisierten Lehrerinnen bekennen wörtlich, daß „die Forderungen in Standesfragen am tat« kräftigsten von unseren beiden sozialdemokrati« scheu Abgeordneten, den Frauen B l a t n Y»»» Ki rpa l unterstützt wurden." Dagegen Herr Sparkaffendirektor Breuer, Deutsch» nattonaler, ein FraktionSkollege vom Obmatt des deutschen Lehrerbundes, Herrn Fachlehrä Rohn im Reichenberger Stadtverordnetenkolltti gium, in einer Sitzung vor nun bald drei Im» ren— bei Anwesenheit des Herrn R o h n•"* einen sogenannten Entschließungsantrag gebracht,(der an die Regierung weitergeleim werden sollte), in dem die Abänderung HA Paragraph 10 des kleinen Schulgesetzes gef demokratische Bewegung gegen die ArbeitslosigÄt tut! Der hakenkreuzlettsche Bttefschreiber, mü dem zu polemisieren sich Wittlich nicht lohnt, kam beruhigt sein: UnsereJugendweißsehl genau, was dieSozialdemokrati« gegen die Arbeitslosigkeit tut uni die Wähler, die es noch nicht wissen sollten, werden es bis zum 18. Mai noch durch uns erfahre». Den Henleinjüngern aber, die sich damst die Zeit vertreiben» kindische Werbebriefe zu schreiben, möchten wir nur eines auf ihren ferneren Bet mitgeben: Sie sollen die Burschen und Mädelt, die in den Reihen der sozialdemokratischen Be< wegung stehen, nicht Nr so dumm halten, wie sie selber sind. Der Esel muß erst geboren werden, der unserer Jugend Weismachen könnt«, die sudetendeutschen Fascisten würden das Prob' tariat befreien. Vie deutschen Flottenrüstungen Berlin. Von sachkundiger Seite werden bet Aero-Preß nachstehende Mitteilungen zu be« deutschen Flottenrüstungen gemacht: Die deutsch«» Rüstungsabsichten stellen eine FlankenbedrohM Englands dar, die England zwingt, unverhält* nismätzig viel Seestreiüräfte in England selbst 3» konzentrieren. Dadurch werden die englische« Schiffsrouten sehr ihres Schutzes entblößt. Zuda» ist die Stärke einer neuen deutschen Marine fl» gesichts der kleinen Entfernung in der Normet selbst bei gleicher SchiffSgröße wegen des geri»* geren Brennstoffbedarfs den englischen Schiss^ überlegen, die für einen Kampf auf große fernungen gebaut sind und infolgedessen eia«» Teil ihrer BewafNung zugunsten der BreB* stoffvorräte zurückstellen müssen. Dazu komw" daß die neuen deutschen Kriegsschiffe im Geg«»* satz zu den schon vorhandenen englischen nach W» neuesten Stande der Schifssbautechnik gebaut W« 1* den.• J Bedeutungsvoll ist folgende Einzelheit: Panzerkreuzer der Serie A, B, C waren bei eia^ Maximalgeschwindigkeit von 20 Seemeilen dur«* Wegs mü doppelt wirkenden MAN-Diesel-MoW* ren von hoher Tourenzahl ausgerüstet wordH Diese sollen jetzt wieder herauSgeriffen und dE Dampfturbinen ersetzt werden, da die StöruNS^I( durch den Gang der Motoren deratt groß war^ I daß eS unmöglich war, eS wegen der Vibration^' des Schiffskörpers dauernd an Bord auszuM I ten. Auch war dadurch ein einwandfreies SMz I ßen unmöglich. Vielleicht erhöht man mit WI Umbau gleichzeittg auch die Geschwindigkest»»“ schafft so einen Gegner, der den 10.000 Torm^l k kreuzern der anderen Flotten weit überlegen A: Jene haben nämlich an Bord acht 15.3-Zen» l meter-Geschütze, bzw. acht 20.3-Zentimeters I schütze btt einer Geschwindigkeit von etwa 3ö, I mellen und sind fast gar nicht gepanzett, tM rend die Panzerkreuzer der ABC-Klasse bei W cher Größe über sechs 28-Zenttmeter-GesHE I verfügen und zudem noch gegen die Wirkung I 15.3-Zentimeter-Geschütze gut gepanzett i’*’! Die gleichen Panzerkreuzer sind ferner auch in Fl I wisscm Sinne den englischen RiesenlinienschissA I „Nelson" und„Rodney" überlegen. Dies« btt 35.000 Tonnen Wasserverdrängung eine I schwindigkeit von 21 bis 23 Seemeilen iinb«•£] I BewafNung von neun 40.3-Zentimeter-Gcsw^I I zen. Die ABC-Panzerkreuzer sind ihnen als» D I der Geschwindigkeit bedeutend überlegen und 11 fügen zudem über«ine Artillette schwerer die bei sehr großer Tragweite noch einen g^" genden Kaliberdurchmesser besitzt, um diesen 1 senlinienschiffen gefährlich zu werden. In Ai k Seeschlacht am Skagerrak haben Geschütze gle^A I Kalibers gegenüber englischen 35.6-Zentim«^i I Geschützen eine verheerende Wirkung auf dieU dieser Attillette ausgerüsteten englischen GW, i gehabt. Gegenüber den absolut veralteten| fen ähnlicher Gattung der russischen Oftseef^. sind diese ABC-Schiffe technisch auf jeden vr l 1 überlegen. 31 Auf den Werften des Hamburger BÄ befinden sich zurzeit 93 Schiffe mit 819'Ajf Bruttoregistertonnen im Bau. Bon ihnen(Ä angeblich 20 Schiffe mit 135.000 TonnensIk ausländische Bestellung. Da die deutschen Dläu^ I die diese Zahlen— wohl infolge eines RE fehlers deS Propagandaministeriums— I sichtigerweise mitteilen, selbst zugtttehen tnwPj daß die deutschen Großreedereien nur ein 1*5|f Frachtdampfer in Auftrag gegeben haben,«djl| sich daS übrige von selbst. Eine besondere Grn^> der Neubauten sind die sogenannten„SchiffdcnA< fer". DaS sind in Wahrheit größere Motorb»^,! die zwei Torpedorohre besitzen und eine StuN»^ j geschwindigkest von 80 Kilometern entwickelns, I nen. Sie haben Nr den schnellen Angriff auf I ßere Schlachtschiffe außerordentliche Bedeut»"' 1 Nr. 107 Mittwoch, 8. Mai 1S35 A. i L J- Seite 8 Der Jugend Arbeit, dem Alter Schutz, dem Volke Frieden, der Knechtschaft Trutz! Wiitztt Lifte Noch einmal Eisenstein Es wird uns geschrieben: Bei der gewaltsamen Verschleppung eines Emigranten in Eisenstein überrascht nicht nur die Brutalität des Vorgangs und die fteche Mißachtung fremder Staatsgrenzen durch Leute, die sonst so tun, als hätten sie die Souveränität und »nationale Ehre" gepachtet, sondern auch das Verhalten unserer Grenzschutzorgane. Diese mit Hieb-, Stich- und Schußwaffen versehenen Amtspersonen haben es geschehen lassen, daß ftemde Staatsangehörige tschechoslowakischen Boden betraten, um hier einen wehrlosen Menschen blutig zu schlagen und über die Grenze zu verschleppen. Dieses Ereignis war geradezu ein klassischer Fall, lvo von der Waffe Gebrauch zu machen gewesen wäre, wenn die Täter die Aufforderung, von ihrem Opfer abzulassen und sich zu ergeben, nicht augenblicklich befolgt hätten. Das passive Verhalten unserer Grenzwächter ist unbegreiflich und blamabel. Wenn ein seit Jahren Arbeitsloser (deren es gerade in dieser Gegend sehr viele gibt) ein paar Dekagramm Sacharin über die Grenze schmuggelt, um sich einen kleinen Verdienst zu schaffen, der Finanzwache in die Arme läuft und die Aufforderung, stehen zu bleiben, die er vielleicht gar nicht gehört hat, nicht sofort befolgt, dann wird bedenkenlos auf ihn geschossen. Wenn aber ftemde Verbrecher in unser Staatsgebiet kommen, um hier ihr blutiges Handwerk auszuüben, dann geschieht nichts. Die in einer halbamtlichen Meldung enthaltene Behauptung, der tschechoslowakische Gendarm habe von der Schußwaffe wegen der»Menschenansammlung" bor dem Bahnhofsgebäude keinen Gebrauch machen können, ist lächerlich. Wer die Verhältnisse am Grenzbahnhof in Eisenstein nur einigermaßen kennt, weiß, daß die Ziige aus Bayern leer einlaufen und daß man die Zahl der aussteigenden Reisenden an den Fingern einer Hand abzählen kann. Abgesehen davon, hat sowohl die Gendarmerie, als auch die Finanzwache auch Hieb- und Stichwaffen, die ste ohne Gefährdung dritter Personen verwenden kann. Auch dies ist nicht geschehen. Die Fälle, in denen unsere Grenzschutzorgane dersagen, mehren sich in erschreckender Weise. Man erinnere sich daran, wie bor zwei Jahren im Gasthof„Waldschlössel" bei Gottesgab ein tschechoslowakischer Finanzer von SA-Leuten rntwaffnet(l) wurde, wie die Formis-Mörder nicht etwa auf Schleichwegen, sondern bequem aus der breiten, dem Autoverkehr dienenden Straße am Zollamt vorbei Böhmen verlassen konnten und wie der Grenzwächter ihrem Beauftragten auch noch das Auto ausgefolgt hat, das an der Grenze stehen geblieben war, ohne ,di seiner Ngivität auch.stMi dest Le^iNgsten Per-' «acht zu schöpfen. Man denke an die verschiedenen Fälle von Menschenraub in Nord- und Ost- döhmen(Quellenbaude!) und man wird zu der lleberzeugung gelangen, daß unsere Grenzwache nicht nur zu schwach, sondern für den Dienst an dieser Grenze nicht hinlänglich geschult ist. Hier stimmt etwas nicht und es ist notwendig, M augenblicklich Abhilfe geschaffen werde. Es lst klar, daß die Zurückhaltung unserer Sicher- heitsorgane jenseits der Grenz« nicht als das Restreben gedeutet wird, Konflitten aus dem Dege zu gehen, sondern als Schwäche, die zu immer neuen Verbrechen reizt. Und wenn Gendarmerie und Finanzwache zu schwach sind, dann »ögere man nicht, das Militär in den Dienst der Grenzbewachung zu stellen und lege auf jeden Grenzbahnhof eine militärische Wache in der entsprechenden Stärke. Schließlich ist ja die SA Mid SS auch nichts anderes als eine militärische Gruppe. V. S. ■ Prag. Die„Prager Presse" drrgffentlicht an Hand von Meldungen des Wie- „Neuigkeitswcltblatt" einen ausführlichen Erricht über einen Fememord der G e» n a p o an den Leiter des„Forschungsinstituts für daS Flugwesen" Marincleutnant a. D. G ch impf, einem engen Mitarbeitetr und alten nrrund Görings, der seit einigen Tagen auv Errli« verschwunden war. Schimpf ist nun am Ergangenen Mittwoch in einem Walde, 20 Kilometer von Berlin entfernt, erschossen aufgefunden worden.<• Marineleutnant a. D. Schimpf war während des Weltkrieges in der Spionageabwehr- örnftale des Marineamtes tätig. Auch nach dem Weltkrieg blieb er im Dienste dieses Amtes, bis d)an darauf kam, daß er im Reichswehrministerium Spionagedienst für die Na- ^ionalsozialisten betrieb. Nach seiner Entlassung betraute ihn Göring der Leitung eines geheimen Nachrichtendien« ues innerhalb der nationalsozialistischen Partei. Gchimpf verfolgte mit seinen Denrmziationen aus dmsönlichen Haßmotiven insbesondere die Beam- rmt des Reichswehrministeriums, von denen sehr Ale ins Konzentrationslager geschickt wurden. Die Ermordung Schleich et J war persönliches Betreiben Schimpfs erfolgt. Nach der Machtübernahme durch die Natio- ^llsozialisten errichtete Göring das„ForschungS- Wüui für Flugwesen", daS in Wirklichkeit nur. TagcsnculgKcitcn Genoffe Dr. Fleischmann gestorben Genosse Dr. Siegmund Fleischmann, Direktor der Zentralsozialversicherungsanstalt in Prag, ist gestern nachts im 57. Lebensjahre gestorben. Diese plötzliche Todesnachricht wird viele Tausende aufhorchen lassen, viÄen vielen Wehmut bereiten. Denn Beruf und Leben des Genossen Dr. Fleischmann galt dem Schutze und der Hilfe des notleidenden Proletariats und allen, die Hilfe und Rat suchten. In einer Prager Vorstadt im Jahre 1878 als Sohn eines Fabriksportiers geboren, verlebte er seine Kindesjahre mit den Kindern von Arbeitern. Sein Vater starb früh, seine Mutter mußte die Kinder mit kargem Lohne von harter Hände Arbeit durchbringen. In so armen Verhältnissen besuchte er die Mittelschule, gab Stunden und arbeitete und absolvierte sogar mit Erfolg die juridischen Studien, ward Doktor. Im Jahre 1903 trat er nach kurzer Praxis beim Landesgericht in die Arbeiterunfallversicherungsan st altin Prag ein, deren Sekretär er bis nach dem Umstürze blieb. Im Jahre 1916 übernahm er auch die Leitung der Fürsorgezentral st elle für heim- kehrendeKriegerin Böhmen. Im Frich- jahr 1919 wurde er in das F ü r s o r g e M ini st e r i u m berufen, wo er zunächst als Ministerialrat und später als Sektionschef die Kriegsbeschädigtenfür sorge erfolgreich organisierte und leitete. In dieser Funktion vereinigte er auch Kriegsbeschädigte in eine Genossenschaft Odip, welche orthopädische Behelfe erzeugte und sich zu einem lebenskräftigen und großen Unternehmen entwickelte. Bei dex Gründung der Z e n t r a l s o z i a l- v' e r s ich e r u n g s a n st a l t im Jahre 1926 wurde er in deren Direktorium berufen, wo ihm vor allem die Organisation und Leitung der neuen Invaliditäts- und Alterversi- ch e r u n g der Arbeiter, hauptsächlichst der Leistungsagenda dieser Versicherung oblag, die er vorzüglich und mit größtem Erfolg betreute. Die Bescheide, mit welchen die Zentralsozialversicherungsanstalt die Ansuchen um die Leistungen erledigt, tragen seine Unterschrift, es sind mehr als H Million solcher Bescheide mit seinem Namen ergangen. Außerdem arbeitet« Genosse Dr. Fleischmann in dem Verein fürJnvalidenfürsorgein Böhmen, deren Borsitzender-Stellvertreter er war. Frühzeitig schloß sich Genoffe Dr. Fleischmann dersozialdemokrati sch e n Bewegung an, die ihn mit Recht auf verantwortungsvolle Posten stellte. Genoffe Flesschmann war nämlich ein unermüdlicher Arbeiter und gehörte zp den ersten Fachleuten, die auf dem Gebiete eine eigene persönliche Polizei Gö- rings darstellte. Mit der Leitung dieses Institutes wurde Schimpf gemeinsam mit dem jetzigen Stellvertreter des Leiters der Gestapo Marineleutnant Heiderich betraut. Schimpf«nd Heiderich haben gemeinsam die Femeaktionen gegen den Studenten Bell in Kufstein, gegen Prof. Lessing in Ma- rienbad und schließlich auch die Entführung Jacobs auS der Schweiz vorbereitet. Das Institut für Flugwesen war mft den modernsten Behelfen der Spionage- und Nachrichtentechnik auSgestattet und seine Einrichtungen übertrafen sebbst jene der Gestapo. Wenige Tage vor Ostern entdeckte man im Reichswehrministerium, daß wichtige Dokumente aus dem Marineamt fehlten. Die Untersuchung ergab, daß Schimpf diese Dokumente aus dem Ministerium entwenden ließ. Daraufhin erfolgte eine Vorstellung Blombergs bei Hitler, welche die sofortige Beurlaubung Schimpfs zur Folge hatte. Zwei Tage später ordnete Göring seine Entlassung aus dem Forschungsinstitut für Flugwesen an. Dies war das Signal für die Gestapo, den unbequem gewordenen Mitwisser vieler Geheimnisse auS dem Wege zu räumen. Einige Tage später wurde sein« Leiche mit einer Schußwunde im Kopf aufgrftmdeu. der Kriegsbeschädigtenfürsorge und der Sozialversicherung beruflich tätig waren. Zu gründlichem Fachwissen trat bei ihm seltene Einfachheit seines Wesens, Offenheit des Charakters und vor allem ein angeborenes Mitgefühl für alle Notleidenden und Bedrängten, nie wohl ging einer von den vielen, denen seine Kanzlei, ob die des Sektionschefs im Ministerium oder die des Direktors in der Zentralsozialversicherungsanstalt, zu jeder Zeit zugänglich war, von ihm ohne das Gefühl der Dankbarkeit fort. Er brachte sowohl in das Ministerium als auch in die Zentralsozialversicherungsanstalt jenes mitfühlende Herz, das alle erwärmte und jeden mit ihm verband, der mft ihm— sei es auch nur von amtswegen— in Verbindung kam, er war der Träger wahrer und praktischer Nächstenliebe. Genoffe Dr. Fleischmann hat Wohl persönlich keinen Feind gehabt. Selten hat das Geschick einen Mann treffend auf den richtigen Platz gestellt, wie Genossen Fleischmann. Mit seiner Witwe und seinen beiden minderjährigen Kindern trauern alle, die ihn kannten. DaS Leichenbegängnis des Verstorbenen findet Freitag, den lv. Mai, um 12 Uhr mittags im neuen Krematorium in Prag-Strasnice statt. Mutter tötet im Fieberwahn sich und ihre sechs Kinder Böhm.-Budweis. Am Dienstag in den Morgenstunden sah eine Häuslerin auf einem Teiche unweit der Gemeinde Schindelhof, Bezirk Böhm.-Budweis, ein Kinderbett schwimmen. Sie rief Leute herbei und nach einer Durchsuchung des Teiches wurden unweit des Ufers die Leichen zweier Säuglinge und später auch die einer Frau gefunden. Es waren die 30jährige Ehefrau Leo- poldine Mikulikovä, Gattin des 42jähri- gen Wirtshauspächters Franz Mikulik aus Schindelhof, und ihre zwei Monate alten Iwil- linaskinder, ein, Knabe und ein Mädchen.. Frau Mikulikovä war kürzlich erkrankt und konnte ihre Kinder nicht mehr stillen. In der Nacht zum Dienstag band sie sich im Fieberwahn ihre Kinder mit dem Wickelbett an den Leib, verließ die Wohnung und sprang in den nahegelegenen Teich. Mikulik ist zum zweitenmal verheiratet; seiner ersten Ehe entstammen vier Kinder. Die unglückliche Mutter dürfte die Tat in einem Anfall von Nervenzerrüttung begangen haben. Opfer der Grube Staßfurt. Die Arbeiten an der Bergung der 7 verunglückten Bergleute auf der Kohlengrube Löderburg sind auf besondere Schwierigkeiten gestoßen. Auf Anordnung des Bergrevierbeamten, der Montag nachmittags die Grube befuhr, wurden daher die Bergungsarbeiten vorläufig eingestellt. 129 lebende Nachkommen Sofia. In dem Dorfe Rupkite bei Tschirpan in Südbulgarien starb derälteste Mann des genannten Gebietes, der 103 Jahre alte Gentscho Natschew, der 136 Nachkommen an Söhnen, Töchtern, Enkeln und Enkelinnen(82 Männer und 54 Frauen) hinterließ, von denen 129 amLebensind. Bis in sein 87. Lebensjahr war Natschew niemals krank. Er schlief nie auf einem Weichen Bett und stets unter freiem Himmel. Er war Nichtraucher, trank keine alkoholischen Gettäifte» genoß nur wenig Fleisch und lobte hauptsächlich von vegetarischer Kost. In Bulgarien gäbt es rund 170 Personen, die über 100 Jahre alt find und mehr als 10.000 Personen, die Wer 90 Jahre aft sind. Die englische« Festtage London. Die englischen Zeitungen find angefüllt mit Bildern und Berichten von den Festlichkeiten des Regierungsjubiläums. Auch der sozialistische„DailyHerald" füllt seine erste Seite ausschließlich mit Bildern von den Festlichkeiten am Montag. Wie berichtet wird, haben nicht nur das Londoner Westend, sondern auch die ärmeren Viertel des Ostens und Nordens der Stadt den Tag mit außerordentlicher Begeisterung gefeiert. Improvisiert« Flaggen waren zum Teil an Wäscheleinen quer Wer die Sttaßen gespannt, und die durften elektrischen Birnen, die sich in den vornehmen Sttaßen des Zentrums wie Perlenschnüre entlang zogen, waren in diesen Vierteln durch Papierlaternen mit Stearinkerzen oder Fahrradlampen ersetzt. Durch Sammlungen von HauS zu Haus wurde es ermöglicht, für die Kinder wenig bemittelttr oder arbeitsloser Eltern auf offener Straße Teegesellschasten zu veranstalten. Die Hausbewohner hatten Tische und Stühle aus ihren Häusern geschleppt und lange festliche Tafeln improvisiert. Bis spät in die Nacht hinein beherrschten Gesang und Tanz und Gelächter die Straßen dieser Gegenden— ganz so, wie in den großen Hotels und Restaurants des Zentrums. Der einzige ernste Unfall, der sich am Jubiläumstage ereignet hat, wird aus New Castle o n T y n e gemeldet, wo während der großen Parade eine Tribüne zusammen- b r a ch. 68 Personen muhten sich in ärztliche Behandlung begeben, 18 von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dienstag-Ziehung der 5. Klasse der 32. Tschechoslowakischen Klaffenwtterie wurden folgend, Treffer gezogen: 30.000 NS das Los Nr. 49963; 20.000 Kö die Lose Nr. 106436, 6220, 73609, 102688; 10.000 NS die Lose Nr. 26003, 5223, 35180, 40617, 28239; 5000 K« die Lose Nr. 65571, 93046, 83779, 14886, 86000, 92151, 2386, 72708, 12225, 49352, 29152, 29594, 16728, 44501, 108571, 77407, 91402, 106871, 18152, 79831, 17217, 102757, 86984; 2000 N« die Lose Nr. 103007 40036, 106488, 43294, 102030, 16901, 63837, 25352, 85348, 89186. 42089, 70724, 9243, 78461, 17718, 31765, 53910, 38303, 57673, 64549, 47994, 63750, 63193, 94930, 77857, 102759, 105503, 60602, 52330, 60757, 61515, 94508, 17827, 23646, 1252, 31022, 59492, 52969, 8253, 73855, 49445, 5254, 38088, 29-19, 95878, 59660, 23894, 52058, 13202, 87580, 146101, 6564; 83974, 30258, 60846, 92090. Gebesserte Waggonbcistellung im April. Während in den Vormonaten die Waggonbeistel- lung bei den Staatsbahnen hinter den entsprechenden Monaten des Vorjahres einigermaßen zurückblieb, weist der April wieder eine merkliche Erhöhung gegenüber dem Vorjahre auf, allerdings nur im Jnlandsverkehr, und zwar um 3.8 Prozent, während die WaggoWeistellung für das Ausland um 1308 Waggons, d, i. um 5.1 Prozent, zurückgegangen ist. Auf allen Bahnen einschließlich der Privatbahnen wurden im Vormonat 344.328 Waggons beigestellt(gegen 333.385 im April 1834). Davon entfallen auf den Jnlandsverkehr 318.280(308.128), auf den AuSlandSverkehr 24.448(25.757). Mit Kohle wurden 76.375(gegen 75.028) Waggons geladen. Bon einem abgewiefenen Freier erschlagen. Die Tochter einer GeschäftSftau in Kvasice bei Kremfier, die 16jährige Bohumila Chocholatä, wurde Dienstag um die Mittagsstunde, als sie im Geschäfte allein war, von einem Mann überfallen und durch einen Schlag mit einer Hacke auf den Kopf tödlich verletzt. Der Attentäter floh nach d:r Tat in den unweit befindlichen Wall». Die Gendarmerie stellte fest, daß als Täter ein gewisser Franz Psenica in Bettacht kommt, der um das Mädchen vergeblich geworben hatte. Psenica hat sich auf die Tat einige Tage vorbereitet. Das Mordinstrument hat PSenica der Familie Cho- cholath am 3. Mai entwendet. Nach dem am Tatorte Vorgefundenen Spuren kam eS zwischen dem Angreifer und dem Opfer zu einem zähen Kampf. Die Gendarmerie auS der ganzen Umgebung hat am Abend den Wald, in dem sich der Täter versteckt hält, umzingelt. DaS Befinden des Mädchen ist sehr ernst. Vom Rundfunk lM3MI«uwsrfu MMe ein Wolkenkratzer, der auf Sand gebaut worde» ist.... In London erregte es im vottgen Jahre staunen, als der Pressechef eines diktatorisch regicc- ttn großen Staates gelegentlich einer Englandreise offenherzig erklärte, die LieblingSlektüre seines Herrn und Meisters seien die LebenSerinnc- , rungcn des römischen Staatsmannes Sulla■>« Nr. 107 Msttwoch, 8. Mai 1935 Seite 7 Mutter Mitternacht. Durch das Menschengewühl vor dem Bahnhof schreite ich gedankenleer. Nichts stört mich. Nicht die dahinlärmende Straßenbahn, die »einen Weg guer über die Straße sausend abschneidet, nicht die zahllosen Paffanten und die Fahrgäste, die aus dem Bahnhof strömen und an mir vorüber müssen. Das Raffeln der Züge und ununterbrochenes Pfeifen und Surren schwirren an meinen Ohren vorbei. Ich schreite gedankenleer über das Trottoir... Ich sehe bloß. Sehe die erückose Lichterlinke, die die Bogenlampen über der Straßenmitte in die Irrgänge der Großstadt zieht, die flimmerndenStraßen- iahngeleise, den schwarzen Kohlenqualm, der hinter den Mauern die Bahnhofsdämmerung dann und Micher sekundenlang fauchend verdunkelt. Ich. sehe dem Gehsteig entlang. Koffer und schreitende Beine. Ich sehe neben mir das dichte Laubgewirr des angrenzenden Parkes. Ich sehe... Langsam ohne Gedanken schreite ich, umwirbelt vom Bahnhofsgetöse, das mich nicht berührt... Ich muß gähnen. Wann geht mein Zug? Wie- kange warte ich noch? Auf dem kreisrunden Platz vor dem Denkmal geselle ich mich zu den harreWen Schlaftrunkenen. Warten sie auf den Zug? Ich sitze und wache auf zu Gedanken. Eine «utter. Ein altes Mütterchen sitzt gebückt am Bankwad, auf einen Stock gestützt und schluchzt laut. Mutter! Was betrübt Dich? Zu ihren Füßen ein Windel. Mir ist es, als wäre es meine Mutter, die I» traurig in chre blaue Schürze weint. Tief und Wnerzlich steigt es in mir auf— ich kann nicht iu ihr gehen. Ich stehe cmf, muß gehen. Mit mir icht das'Weinen einer armen, armen Mutter.,. Daheim. Ich werfe mich angekleidet auf mein Wit. In mir-trauert alles. Weint nicht auch meine vrme Mutter? Weinen nicht tausende armer Frauen ihrer Rot und ihrem Kummer täglich bittere Trä- tai? H. M. Ole umstrittenen japanischen Mandatsinseln t dem jqpqpWen..WarchatSgeLiet M Stillen Ozean» von demjetzt.nach dem Aus- Miden Japans aus dem Völkerbund viel die "ede ist, handelt es sich insgesamt um 623 bewohnbare Inseln und 800 Inselchen oder Koral- Mriffe mit einer Fläche von zirka 2100 Qua- ^atkilometern. Die Gesamtzahl der Eingebore- ne tt beträgt etwa 48.000(Kanälen und Lhamor- ^>-Leute), 23.000 Japaner und einige hundert Europäer(Deutsche und Spanier) sowie Ameri- wncr. Me Marschall-Inseln gehörten seit 1885 zu Deutschland. Die Mariann-, Karolinen- und Palau-Inseln ^vien 1899 durch Kaufvertrag für einen Preis 25 Millionen Pesos an Deutschland. Zu Be- Kmn des Krieges wurden die Inseln von Japan Mtärisch besetzt. 1920 wurde Japan das Völ- ^rbundsmandat über alle nördlich des Aequators Menden Inseln zugesprochen, das Mandat über wegen ihres Kabelsystems bedeutsame Insel Aop jedoch erst 1931 anerkannt. Es handelt sich um ein sogenanntes C-Mandat, das sich von M A- und B-Mandaten dadurch unterscheidet, dem Mandatar solche Verwaltungsbefugnisse Wehen, als handele es sich um ein eigenes Ver- "Ätungsgebiet. Nur dürfen militärische Befesti« Morgen dort nicht angelegt werden. Japan macht geltend, daß das Mandat über diese Inseln ?cht mr die Mitgliedschaft zum Völkerbund ge« Wden und die Entscheidung über den Besitz die« ^Inseln bereits 1917 bis 1919, vor der Mündung des Völkerbundes, gefallen sei. Maß- osbend für Japan ist dabei die ungeheure strate- Uche Bedeutung dieser Inseln. Die japanischen Militärs nennen diese Inseln die Sicherheits- wie Japans im Süden, so wie sie Mandschukuo P* Norden darstelle. Denn während Japan sich ^>rch die Boni n-Jnseln vordem nur um 500 Mmeilen vorgeschoben hatte, hat es jetzt seinen Nuß um 1300 Meilen weiter nach Süden aus- Mohnt. Die unzähligen Lagunen und Fahrpneu bilden einen idealen Unterschlupf für U- P°ote und Wafferflugzeuge, die im Kriegsfälle Mchen Amerika und den Philippinen die Ver- pdungen abschneiden könnten. Ein englischer Witärsachverständiger äußerte kürzlich, daß Ja- Np um 2000 Meilen östlich den Bereinigten Aalen und um 2000 Meilen südlich Australien Nergerückt sei. Die Mandatskommission des Alkerbundes hat bisher zwar nicht den Nachweis Anlage von Befestigungen erbringen können, N jedoch mit den relativ sehr hohen Ausgaben P* 1 Hafenarbeiten befaßt, die auffällig sind. So NKden 150.000 Uen für neue Hafendämme in P^Wan, 250.000 Den für Arbeiten in der Bucht p Palau, 150.000 Den für den Hafen von qpta und 689.000 Den als Subvention für Ampfer ausgegeben. Japan erklärte, daß diese -/söesserungen zur industriellen Entwicklung der M-ln nötig feien. Diese Ausgaben erscheinen , k dafür bei dem geringen Umfang des Terri- "klums als zu hoch. Volkswirtschaft oid Sozialpolitik Der Kampf um die 30-Stunden-Woche in den Vereinigte« Staate» In der letzten Jerwaltungsratsitzung des Internationalen Arbeitsamtes gab der amerikanische Arbeitervertreter seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß man sich so eingehend mit der Einführung der 40-Stunden-Woche befasse, während die amerikanischen Arbeiter schon seit längerer Zeit die 30-Stunden-Woche fordern. Zu dieser Frage ist soeben eine Schrift des Herrn Green, Präsident des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes, erschienen. In dieser Schrift setzt sich Green u. a. auch mit der Frage der Wirtschaftlichkeit der Forderung einer 30stündigen Arbeitswoche auseinander. Er führt dabei aus, daß die Produktion je Arbeiter in den Vereinigten Staaten um 71 v. H. in den Jahren 1919 bis 1933 gestiegen sei. Infolgedessen könne eine Arbeit, die im Jahre 1919 52 Stunden erfordert habe, heute in 30 Stunden hergestellt werden. Die Produktivität der Wirtschaft nehme im übrigen steigend zu. Man könne deshalb Voraussehen, daß bei Wiedereinstellung der Arbeitslosen in die Wirtschaft, unter Beibehaltung der jetzigen Löhne und gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitswoche auf 30 Stunden, eine ungeheuere Steigerung der Kaufirast eintreten werde, die eiste weitere Belebung und Produktionssteigerung der Wirtschaft herbeiführen würde. »I««« Bücher Julius Deutsch: Kontinent in Gärung, geb. K£ 42.— Karl He Ins: Nacht über Oesterreich broscb. KL 5.— Kurt Doberer: Prolet, das bist du. Gedichte kart. KL 8.— Zu beziehen von der Zentralstelle für das Bildungswesen, PRAG Xll„ Siezska 13. PRAGER Kleine Reminiszenz Da die DAWG— wenn auch recht bescheiden und nur dank der schwer erkauften Erlaubnis des Herrn Szüllö, der kopfschüttelnden Wählerschaft auch diesmal wieder ihre politischen Dienste anbietet, tauchen gewisse Erinnerungen an ftühere Wahlkämpfe auf. Unter anderem eine, die eine besonders gute Folie für den von der DAWG so häufig bekundeten Wunsch bildet, mit „Sachlichkett an die Arbeit zu gehen" und Demagogie und Verhetzung zu vermeiden. Während des letzten in Prag geführten Wahlkampfes— vor den Gemeindewahlen des Jahres 1931— gab die DAWG ein« Wahlzeitung unter der Devise„Mit Sachlichkeit an die Arbeit" heraus. Diese Zeitung enthielt eine Zeichnung von solcher Abscheulichkeit, daß eine Reproduktion heute das Kopfschütteln der Wähler aus einem des Staunens in das der entschiedenen Ablehnung verwandeln würde. Auf dem Bild ist die Büste des Bürgermeisters Baxa zu sehen, dessen Gesicht ins Unkenntliche verzerrt ist. Diese Büste wird von einem Menschen mit unbeschreiblich rohem und dummen fast tierischen Gesichtsausdruck gehalten; der Mann steht in äußerst unanständiger Stellung mit weit gespreizten Beinen da, einen mehr als muskulösen, dick beharrten Arm auf das Knie stützend, während ein winziges affenartiges Wesen an seinem Bein emporzuklimmen sucht. Der Text zu dem Abstoßenden Bild lautet: Was ist das für eine Nummer aus dem Varietee? Merken muß dies selbst ein Dummer: Die Fraterniti! Feste steht auf seinen Harm Bruder Tscheche da. Und es stemmt Primator Baxen Mit: Die D.S.A. Sonntag geht Ihr an die Urnen: Blast ihnen den Tusch! Laßt die Sozi ruhig turnen. Baldheißt'sfürsie: Kusch! Die„D.S.A.", illustriert durch das kletternde Aeffchen, und von dem begabten Dichter mit herzhaftem„Kusch" bedacht, ist die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, deren Listen-Koppe- lung mit der tschechsschen Bruderpartei die deutschdemokratische Freiheitsmuse also inspiriert hat. ZEITUNG Das behaarte und vertierte Ungetüm, als Partner der»D.S.A." in einer Varietee-Nummer bezeichnet und im Gedicht mit„Haxen" ausgestattet, ist— man schämt es sich zu sagen—„Bruder Tscheche." Kurz Gesinnung und Geschmack, Kraft des dichterischen Ausdrucks, Vokabular und Interpunktion machen das Kunstwerk zur einmaligen Leistung, und es verdient daher, der Vergessenheit entrissen zu werden. Deutliche Anzeichen von Nervosität bei Herrn Dr. Kotrba Sie stellen sich schon recht frühzeitig ein, gleich zu Beginn des Siegeslaufs, den die DAWG angetreten hat. Die sozialdemokratische Wahlzeitung„Volks- ftont" stellte neulich die Frage, ob denn die„Su-. detendeutsche Partei" und die DÄWG der Meinung seien, die deutsche Minderheit Prags bestehe nur aus Fabrikanten, da die eine die Herren Rosche und Peters, die andere den Industriellensekretär Kotrba kandidiere. Die Frage erregte den Herrn Kotrba und er antlvortet in der gestrigen „Bohemia" darauf. Er sagt, er sei zwar Sekretär des Hauptverbandes der Industrie, aber deswegen sei er„ebensolvenig Fabrikant wie die Beamten in Fabriken und Banken durch diese Tätigkeit Fabrikanten oder Bankiers werden." Durchaus treffend! Die Beamten in Fabriken und Banken sind tatsächlich weder Fabrikanten noch Bankiers und unterscheiden sich von Herrn Dr. Kotrba eben dadurch, daß sie auch keine Industriellensekretäre sind. Mer gerade die Erkenntnis, daß die Beamten keine Fabrikanten sind, gab ja zu der Frage Anlaß, warum man ihnen dann ausschließlich Kandidaten präsentiere, die in F a b r i- kanten kreisen bekannt und beliebt sind. Hätte Herr Dr. Kotrba ruhig Blut bewahrt oder wenigstens nicht gleich in der ersten Erregung zur Federt gegriffen, sso hätte er diesen gar nicht so schwierigen Gedankengang leicht mitdenken können. Wer in seiner Erregung argumentiert Herr Kotxba. weiter, auf den sozialdemokratischen Listen stünden auch Parteifunktionäre und-sekretäre, und sie sei doch eine Partei der Arbeiter und Angestellten. Also man soll wirklich immer warten, bis der größte Aerger vorüber ist; wenn man schreibt, solange man nervös ist, passiert ein Malheur nach dem anderen. Die sozialdemokratische Partei nämlich, die die Partei der Arbeiter u. Angestellten ist, präsentiert, den Arbeitern und Angestellten als Kandidaten auch ihre Mitarbeiter, weil diese in der Vertretung der Interessen der Arbeiter und Angestellten er-, probt und, zu, ihr;, durch.Gesinnung uirü praktisch«,. Bewahrung berufen sino. Es ist wiederum ganz leicht, und der Herr Dr. Kotrba wird den Unterschied sicher erfassen: Die Funktionäre der sozialdemokratischen Partei arbeiten im Dienste der Idee, der sie anhängen, ihre Auftraggeber sind die gleichen Menschen, deren Interesse sie auch politisch vertreten. Der Sekretär des Industriellenverbandes dagegen steht im. Dienst der Interessenvertretung der Unternehmer und bietet sich einer Wählerschaft als Kandidat an, die der Mehrheit nach aus Arbeitnehmern besteht. Er ist also entweder ein geeigneter Vertreter der Interessen dieser Wählerschaft, dann ist er ein schlechter Sekretär; oder er ist ein guter Sekretär, dann ist er ein ungeeigneter Kandidat. Dieses Dilemma wird, schon im Wochenplan deutlich, den sich Herr Dr. Kotrba offenbar zurechtgelegt hat: Im„Mon- tazsblatt" lehnt er die gesetzliche Regelung des Arbeitsverhältnisses als bürokratisch ab und tritt für„fteie Vereinbarung" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein; am Dienstag versichert er in der„Bohemia", es dürfe ihm niemand Gegnerschaft gegen die sozialpolitischen Forderungen der Angestellten vorwerfen. Wenn man diese Zeiteinteilung streng festhaltcn, nichts vergessen und nichts verwechseln soll, immer hübsch abioechselnd — einmal Beruf, einmal Mandat, einmal Sachwalter der Wirtschaft, einmal Vorkämpfer für die sozialpolitischen Forderungen der Arbeitnehmer-' schäft—- dann hat man viel zu tun, und es ist nicht verwunderlich, wenn man dabei nervös wird. Pech hat Pech. Gestern gelang es, einen Betrüger zu verhaften, der die Fleischkaffe der Holle- schowitzer Zentralschlachthöfe in der letzten Zeit um 5000 blö dadurch geschädigt hat, daß er, indem er sich unter falschem Namen für einen Fleischer ausgab. von den Kommiffionären der.Schlachthöfe mehrere Stück Vieh, vor allem Rinder und Schwein« kaufte, ohne zu bezahlen. Da er ohne Quittung das Vieh nicht aus dem Schlachthos bringen durste, der-«' lauste er es gleich an Ort und Stelle und behielt das Geld für sich. Die Fleischkaffe war in diesen Fällen genötigt, den Kommissionären den Preis zu ersetzen- Der Betrüger heißt Josef Pech. 30 Jahre alt, FleischergÄilfe aus Kaöerov, der auch die beiden arbeitslosen Fleischer Jarofiav Svare und Josef Hyl zu ähnlichen Schwindeleien verleitet hat. Alle Verhafteten sind geständig. Betrunkener raubt ei» Kind. In der Nacht auf gestern, um 8 Uhr früh, erwachte die Gattin des Scherenschleifers Hemmerle. die mit ihrem Mann, ihrem Kind und ihrer Schwester in der Mhe des BruskatoreS, 200 Schritt« vom Polizeiposten, in einem Wagen schlief, durch ein verdächtiges Geräusch und bemertte den Kellner A. F.(28 Jahre alt, aus Prag XIII) der sich in ihrer Nähe zu schaffen machte. Sie wollte ihren Mann wecken, doch F. packte sie sofort bei der Kehle und flMerte ihr leise, aber eindringlich Kusch" zu. Inzwischen war auch ihre Schwester erwacht, die sofort bemerste. daß der drei Monate alte Säugling fehlte-.Sie packt« F. beim ifc- HKarropttkUtN- ip der gereimte« und««gereimten Uttgereimtheiten Von Emil Machek(Schluß.) Ein unmSglicher Regenbogen Zum Schluß wollen wir noch einen flüchtigen Blick in unsere Gemäldegalerie werfen, die ausschließlich mit Werken berühmter Künstler beschickt ist. — Dieses große Gemälde hier ist ein Fresko, das sich an der Stirnwand eines Saales in Wien befindet, aber ich darf den Ort des Bildes sowie den Namen des Künstlers leider nicht verraten, sonst klagt mich dieser auf Rückerstattung des beträchtlichen Schweiggeldes. Wer ich gebe Ihnen mein großes Sonntags- und Familienehrenwort, daß das, was ich Ihnen nun erzähl«, wirklich wahr ist. Also bitte,©i« sehen vs ja vor sich: da, rechts vom strahlenden Sonnenball, erblicken Sie in meisterhafter Darstellung den kühnen Schwung eines glitzernden Regenbogens, der in farbenspielender Pracht neues Schönwetter verheißt. Das wäre an sich höchst erfreulich, wenn dieser Regenbogen indes nicht einen kleinen Charakterdefekt aufwiese: wie Sie sehen, ist seine konvexe, d. i. seine bauchige Außenseite violett gerändert, während sein konkaver, sein hohler Jnnenrand, rot gesäumt ist. In der Natur ist eS nämlich leider umgekehrt, da ist der Regenbogen außen rot und inwendig violett. Sonst fehlt unserem Regenbogen hier aber nichts, als daß höchstens noch der allerdings wenig erbauliche Umstand zu verzeichnen wäre, daß sein ganzes Dasein unter den hier dargestellten Bedingungen — physikalisch unmögl ich ist. Und dies aus dem Grunde, weil die Erscheinung des Regenbogens subjektiv, d. h. von: jeweiligen Standpunkt des Beobachters anhängig ist, und für unser Auge nur dann Zustandekommen kann, wenn die Lichtquelle, die ihn erzeugt, in unserem Fall die Sonne, haargenau in unserem Rücken steht, wenn wir uns alsi> genau zwischen Sonne und der den Regenbogen scheinbar tragenden Wölke befinden; die gerade Verbindungslinie von der hinter uns scheinenden Sonne zu unserem Auge führt dann in ihrer Verlängerung, d. h. in unserer Blickrichtung, nach dem Mittelpunkt deS giganttschen Kreisbogens, als welcher sich der Regenbogen auf der Wolken- oder Nebelwand vor uns zeichnet. Der Künstler hätte also, wenn er auf den Regenbogen schon nicht verzichten zu können glaubte, diesen etwa auf der dem Wandgemälde gegenüberliegenden Mauer am Saalerkde anbringen müffen, um der wahren Gesetzlichkeit dieser Naturerscheinung im Bilde gerecht zu werden. Astronomie, Zirkel«nd Sprichwort Sie für unser« Sammlung bekundet haben. Wenn Sie wiederkommen, so werden Sie in diesen Hallen weitere Ueberraschungen erleben. Ich werde Ihnen dann ein berühmtes Gemälde zeigen, das eine Abendstimmung in irgendwelchen deutschen Landen darstellt, und neben der untergehenden Sonne auch d»e Sichel des aufgehenden Mond es zeigt. Wer unglücksöligerweise hat der Künstler das abnehmende Viertel erwischt und eine derartige Stellung des Mondes zur Sonne kommt auf der nördlichen Halbkugel der Erde niemals zustande; bei Sonnenuntergang können wir immer nur das zunehmende Nachtgestirn erblicken, während das abnehmende erst dann über den Horizont steigt, wenn die Sonne bereits auf der linken Seite auSgeschla- fen ist, und es somit nicht der Wend-, sondern nur der Morgensonne Gesellschaft am Himmel leisten kann.— Ich werde Ihnen ferner, noch knapp vor seiner Pensionierung, jenen Jüngling in Lebensgröße vorstellen, der auf der österreichischen Fünf- Schilling-Banknote seinen Zirkel mit der linken Hand führt; vielleicht wollte der geniale Schöpfer dieses Bildes hier den im Verbrecheralbum der Logik verewigten„circulus vittosuS", den„fehlerhaften Zirkel" mit der gegenwärtigen Geldwirtfchaft in symbolisierten Zusammenhang bringen, aber— diesen verführerischen Gedanken weiterzuspinnen, Wer» lasse ich dsc Phantasie der geneigten Zuhörer.— Ich werde Sie nachher noch in unsere Abteilung der Sprichwörter geleiten, wo Sie unter anderem die bekannte Regel„Spare in der Zeit, so hast du in der Not" in obgeschminktem Zustand genießen können, nämlich mit dem im Sprichwort raffiniert retouchierten Akkusativobjekt:(> einen Haufen wertlosen Inflationsgeldes", wobei daS Wort„Haufen" selbstverständlich i>n keinerlei begriffliche Verbindung mit gewissen anrüchigen Borstellungsinhalten zu bringen ist.— Sie werden weiter die Belege dafür zu Gesicht bekommen, daß nicht„die Vorsicht die Mutter der Weisheit", sondern vielmehr die Weisheit die Mutter der Vorsicht ist, denn, wenn diese ihrem Namen Ehre gemacht hätte, so wäre sie der Mutterschaft an der Weisheit, der sich heutigen- tags doch kaum eine anständige Existenzmöglichkeit bietet, wohlweislich aus dem Wege gegangen, während andererseits jegliche Vorsicht doch nur durch die vorangegangene weise Ueberlegung legitimiert werden kann. Und somit beschließe ich meine Führung, deren Zweck es sein sollte. Ihnen zu zeigen, wie manchmal Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen in den prächttgsten Wüten künstlerischer Erhabenheit für di« Aufmerksamkeit, mit der Sie meinen Aus- der nagende Wurm deS naturwissenschaftlich Lächerführungen gefolgt sind, und für das Interesse, das j lichen sich verbirgt. Seite 8 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 8. Mai 1935. Nr. 107 Kakteen mit begossen, werden zauberhaft schön. Senden Sie uns KL 5.60 in Briefmarken, wir liefern Ihnen dafür den guten Mumenzauberdung, den besten Dunggutz für Ihre Blumen. Sie werden staunen, wie herrlich dann Ihre Blumen gedeihen. Berwaltnng„Frauenwelt", Prag XU., Fochova tr. 62, und durch alle Kolporteure erhältlich. Fuss, der zu schreien anfing, so dass nun auch Hem- merle erwachte. Nun wurde die Polizei alarmiert und suchte nach dem Kind, das F., wie man«ms seinen unzusammenbängenden Reden schloss, ins Wasser geworfen, haben sollte; doch wurde es nach einer halben Stunde unversehrt und in Federdecken gewickelt etwa 300 Schritte weit im Gebüsch gefunden. Aups F.. der stark angetrunken war, konnte man nicht klug werden: er behauptete, als er harmlos vorbeigegangen sei. sei die Hämmerle auf ihn herausgestürzt und habe geschrien, er habe ihr Kind umgebracht. Er wurde verhaftet; die Anklage wird nach 8 149 St. G. B.(Kindesweglegung) erhoben Verden. Verweste Leiche gefunden. Montag nachmittag wurde aus dem alten Flussbett der Moldau beim Jnvalidenplatz die bereits stark verweiste Leiche eines Unbekannten gezogen. Nach den gefundenen Dokumenten handelt es sich um den am 29. Juli 1909 in Dlouhopolsko bei Podebrad geborenen Arbeiter Bäclav KopäLek. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Mittagessen für den Katholikentag. Der Verband der Hoteliers und Grohrestaurateure in der Tschechoslowakischen Republik macht auf ein bisher nicht sichergestelltes Paar aufmerksam, das in den verschiedensten Hotels eine grössere Anzahl von Mittagessen für die Teilnehmer am Katholikentag zu bestellen pflegt und für diese Tätigkeit sofort«ine Provision von 20 bis 100 KL einkassiert. Der millionste Besucher des Technisch« Museums. Dieser Tage wird die erste Million von Besuchern des Technischen Museums in Prag erreicht sein. Der millionste Besucher erhält ein wertvolles Geschenk: die Philips-AG widmet ihm einen Füiif- röhren-Superhet mit dynamischen Lautsprecher im Werte von 2375 KL. Der Besucher mit Besuchszahl Nr. 999.000 erhält von der Firma Bata eine Schuhgarnitur. Die Sammlungen des Technischen Museums in Prag IV., Hradschinplatz, sind täglich äusser an Montagen von 10 bis 17 Uhr zugänglich, an Sonntagen von 9 bis 17 Uhr. Ausflugszüge. Die Staatsbahndirektion Prag veranstaltet in den Tagen vom 12. Mai bis 2. Ium eine Exkursion nach Karlsbad zu Erholungszwecken. Preis 110A, KL; nach PkMiKnKgd,zymPreiset, pon 1000 KL. In den Tagen vom 20. Mai bis 11. Juni nach Luhakovice für 960 KL, TrenkianskL Tep- lice 1040 KL, Piestany 1000 KL. In den Tagen vom 29. Mai bis 2. Juiti nach dem Gesenk« sür 265 KL. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 383-35. ticrlchtssaal Der„Zudenspiegel" Buchhändler sind unter allen Umständen vrrant- lvortlich für die Verbreitung verbotener Druckschriften Prag. Der Buchhändler Josef Springrin per Prager Altstadt hatte vor einiger Zeit in seiner Auslagescheibe ein Druckwerk ausgehängt, das den vielsagenden tschechischen Titel trug:„Juden- spiegel im Lichte der Wahrheit". Ueber den Inhalt dieser Druckschrift, die in Brünn gedruckt worden war. und eine antisemitische Hetzschrift niedrigsten Grades darstellt, braucht nicht weiter Literatur Alois Haja:„Dr. Ed. BeneS a jeho ilvotnf dUo“(Dr. Ed. Benes und sein Lebenswerk). Prag 1935. Das 79 Seiten zählende Büchlein ist die erweiterte Wiedergabe eines Vortrages, den der Verfasser anlässlich des 50. Geburtstages des Aussenministers gehalten hat. In knapper übersichtlicher und prägnanter Weise, dabei nicht oberflächlich und das Wesen der Persönlichkeit und die Anschauungen Deness erfassend, behandelt Hajn in vier Kapiteln (Bis zum Weltkriege— Im Weltkriege— Benes als Aussenminister— Der neue Typ des Staatsmannes und Diplomaten) den Lebenslauf und die politische Wirksamkeit Beness. Das Büchlein ist objektiv und der Verfasser hält sich von Uebertreibungen fern, um so bedeutsamer tritt die Persönlichkeit und Las Wirken Beness hervor. E. St. Antonln Hamp! a Josef BiUna„Z Krise ven“ (Heraus aus der Krise), Verlag des Metallarbeiterherbandes in der Tschechoslowakischen Republik, Prag II., Biskupskä 7. In volkstümlicher und klarer Weise erläutern in der. obigen Broschüre der Vorsitzende sind der Sekretär des Metallarbeiterverbandes, die Genossen.Anton Hampl und Josef Belina die gegenwärtige wirtschafÄiche Lage. Kein romantischer Re- volutionarismus kann die Arbeiterklasse und die gesinnte Menschheit aus der gegenwärtigen Not h:'- ausführen,„sondern, einzig und allein bewusste und zielklare Arbeit. Diese Arbeit wird uns um so besser gelingen, je stärker die Machtstellung der Arbeiterklasse im Staate sein wird. Vergebens wird der Ruf nach Besserung erschallen, wenn wir n-chr unsere Kraft in den gesetzgebenden Körperschaften und in der Regierung genau so wie in verschiedenen gesprochen zu werden. Die Behörden verfügten die Beschlagnahme und das Verbreitungsverbot dieser anrüchigen Broschüre, was auch im Amtsblatt kundgemacht wurde. Dessenungeachtet hing Las konfiszierte Druckwerk durch längere Zeit in der Auslage des Buchhändlers Springr aus, eh« die Polizei einschritt. Diese Sache hatte ein gerichtliches Nachspiel vor dem Senat Pernt, vor welchem sich der Buchhändler Springr und sein Gehilfe Alois I u n e k wegen des Vergehens der Kolportage verbotener Druckschriften zu verantworten hatten. Die Angeklagten verteidigten sich damit, dass sie von dem Verbot nichts gewusst hätten. Im ganzen wurden 30 Ermplare vom Verlag geliefert und fünf davon verkauft. Der Rest wurde beschlagnahmt. Das Gericht erkannte die Verteidigung der Angeklagten nicht an, sprach sowohl den SM als auch seinen Gehilfen schuldig und verurteilte sie zu je 500 KL Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wird hervorgehoben, dass die Unkenntnis des Berbreitungsverbotes denBuch- Händler nicht entlasten könne, um so weniger, als es im Amtsblatt veröffentlicht worden war. Der Buchhändler sei verpflichtet gewesen, di« Verlautbarungen des Amtsblattes zu verfolgen. rb. Anromantischer Heiratsschwindel Prag. Wer sich einen Heiratsschwindler nur in der Gestalt eines geschniegelten und gebügelten Eroberers weiblicher Herzen vorstellt, geht gewaltig fehl. Der zeitgemässe Heiratsschwindler verlässt sich meist weniger auf persönliche Vorzüge, sondern baut seine Betrugsmanöver auf sehr materiellen Grundlagen auf. wie z. B.r„gesicherte Existenz". „Pensionsberechtigung" und anderen schönen Dingen, die mit der herkömmlichen Liebesromantik blutwenig zu tun haben, aber in der heutigen Zeit mächtige Zugkraft besitzen. Auch dieser Wenzel B u d i l, ein Klempner aus Kosik, der Dienstag vor dem Senat Eervinka des Betruges angeklagt war, gehört zur Kategorie dieser prosaischen Heiratsschwindler. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Im übrigen entgleist und vielfach vorbestraft. Er und seine Familie lebten von den skrupellosen Gaunereien, die er inszenierte. Sein letztes Opfer war eine Hausgehilfin, der er sich unter falschem Namen und als lediger Mann vorstellte. Er versprach ihr die Ehe und lockte ihr unter den redlichen Vorwänden ihre gesamten Ersparnisse im Betrage von 6600 KL heraus. Der schwer ersparte Notgroschen des armen Mädels war auf Nimmerwiedersehen dahin. Der Gauner wurde zu achtMonaten schweren und verschärften Ker« k e r s verurteilt. Das Geld ist natürlich nicht mehr einzutreiben. rb. Eine Rehabilitierung. Am 10. Jänner d. F. berichteten wir über die Preffeprozeffe, die ein ungarischer Journalist, Moritz Gonda, gegen eine Reihe tschechischer Blätter führte, die ihn staatsfeindlicher Tätigkeit und anderer Dinge berichteten. Nunmehr haben alle diese Blätter dem Genannten Ehrenerklärungen abgegeben und es hat sich herausgestellt. dass-es sich um eine planmässige Hetze und D.er.folgungSkamvagne verschiedener In- terestentengruppen gegen Gonda handelte. Die geklagten Zeitungen, darunter„A-Zet", waren den falschen Informationen der Hetzer aufgesessen. Vorfrage Deutsch tschechischer Abend. Der seinerzeit wegen der Jnsignienkrawalle verschobene Deutsch-tschechische Abend, den die Hörer der Philosophie beider Hochschulen organisiert haben, findet Donnerstag, den 9. Mai, um halb 8 Uhr abends in der Städtischen Bücherei, MarianskL näm., statt. Es sprechen Herbert Chsarz und F. X. Saida. Regiebeitrag 4 KL, Studenten 1 KL. Kniha v Plamenech! Am 10. Mai 1935 liest Fritz Walter Nielsen im kleinen Saal der ftädt. Bibliothek abends 8.15 Uhr zum erstenmal in tschechischer Sprache. Der Vortrag versetzt die Zuhörer in die Abendstunden des 10. Mai 1933 und lässt ihn die grossen Berbrennungsfeierlichkeiten auf dem Berliner Opernplatz miterleben. Selbstverwaltungskörperschaften zur Geltung bringen können. Dem Schwachen wird jegliches Recht genommen und er wird nur Abfälle vom Tisch der Mächttgen dieser Erde erhalten." Es wird nun dargelegt, was die Arbeiterschaft in Regierung und Ge- setzgebung sowie in der Verwaltung verlangen muss. Es find dies vor allem Planwirtschaft, Ordnung im Bankwesen, Herabsetzung des Zinsfusses, Krediterweiterung durch Operationen auf dem freien Markte, Zwangssyndikaie in der Industrie, Plan- nmssigkeit in der Landwirtschaft. Förderung des Außenhandels, öffentliche Investitionen, Verkürzung der Arbeitszeit, Mindestlöhne, Zwangsattbeitsver» mittlung, Arbeiterkammern. Zum Schluss wird ein« Uebersicht über die bisherigen Leistungen der Sozial- demokratte und der Gewerkschaften in den letzten Jahren auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete gegeben.„Dem Mutigen gehört die Welt! Deswegen auf in den Kamps, für eine neue bessere Ordnung, für eine bessere Zukunft unser aller und unserer Kinder!", so schliesst die Broschüre, welche insbesondere im jetzigen Wahlkampf sicherlich aufklärend innerhalb der tschechischen Arbeiterschaft wirken wird. E. St. Wilhelm Weigel„Gesetz über die Betriebsaus- schüffe". Im Verlage der Zentralgewerkschastskom- mission des deutschen Gewerkschaftsbundes in Re>- chenberg ist«ine gemeinverständlich kommentierte Ausgabe des Gesetzt über die Betriebsausschüsse, veranstaltet von Genossen Wilhelm Weigel, erschienen. Ueber die Betriebsausschüsse gibt es eine ziemlich umfangreiche Judikatur aus den ersten Jahren. nach seinem Erscheinen. Der Grossteil dieser Literatur stammt von Arbeitgeberseite und ist als Behelf für die Interessenvertretung der Arbeitnehmer daher, nicht zu verwenden. Die Zentralgewerkschaftskommission bat im Jahre 1924 eine systemati- Kunst und Wissen Einmaliges Gastspiel des Trudi Scheop.Balletts am 13. Mai im Neuen Deutschen Theater. Preise 2.50 bis 28 KL. Vorverkauf ab heute. Spielpla» des Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch halb 8: Die Fledermaus, BI.—■ Donnerstag halb 8: Wagnerzyklus IV, Derflie- gende Holländer, C 2,— Freitag halb 8: Die Kleinstädter, DI.— Samstag halb 8: Madame B u t t e r f l Y, D 2. Spielpla« der, Kleine« Bühne. Heute Mittwoch halb 8 Uhr abends: Meine Cousine aus Warschau, neuinszeniert, — Donnerstag 8 Uhr: Charleys Tante. — Freitag 8 Uhr: Meine Cousine aus Warschau, Kulturverbandsfreunde und fteier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Charleys Tante. Sport»Spiel• Körperpflege DFV-Schiedsrichter unter sich In Prag fand vor einigen Tagen eine Vorstandssitzung der Schiedsrichtervereimgung im DFB statt. Anlass dazu waren die ständigen Reibereien, die in der Haupffache von der Gablonzer Gruppe ausgingen, weil diese mit dem Obmann des Vorstandes nicht einverstanden war. In dieser eingangs erwähnst» Sitzung kam es wiederum zu kräftigen Zusammenstössen der „feindlichen" Parteien. Da sprach u. a. ein Vertreter vom Nordgau(Reichenberg), dass die Gablonzer Unterschriften gefälscht hüben und die Gablonzer revanchierten sich damit, dass sie einem Funktionär Schiebungen zum Vorwurf machten. In dieser Tonart ging es weiter. Eine„Volksgemeinschaft" liess sich nicht bilden und so endet« diese Dorstandssitzung nur mit dem einzigen Effekt: Der „Kampf" geht weiter. , Es geht hier nur um Posten,«rtragSreiche selbstverständlich, und wer unsere bürgerlichen „Sportsleute" kennt, weiss, wie gerne sie solche Funktionen„berufsmässig" behandeln. Das kennzeichnet auch folgendes: Wurde da ein Antrag«ngebracht. der bezweckt, dass auch di« Vorstandsmitglieder ihre I Diäten ermässigen sollen, um das Budget auszugleichen. Ganze 10 KL liehen diese BorständSmit- glieder von ihren angeblich gut dotierten Diäten nach, doch Verwahrtei sie sich, dass sie„Nur" noch dritte Klaffe Schnellzug— gegen früher zwene Klaffe— verrechnen dürfen... Solcherart spielt sich bei den Schiedsrichtern des deuffchbürgerlichen Fussballverbandes ab. Bon Sport, von der Erziehungsarbeit, die zu leisten dringend notwendig wäre, wird wenig gesprochen, destomehr jedoch vom— finanziellen„Erfolg", lind da spielt das gar keine Rolle, ob das Wort„Geschäft" vor oder nach„Sport" zu setzen wäre. Beide Lesarten treffen ja doch den Nagel immer auf den Kopf... Strassenlanfmeisterschaft deS Prager DTJ- Kreis^s,.ffzn bLsgMigenen Sonntag hLrautzaliete,^ie DTF Jaröv einen Strassenlauf über 5500 Meter, welcher gleichzeiffg um die Meisterschaft des Prager DTJ-KreiscS ausgetragen wurde. Die Veranstaltung war gut organisiert und zahlreiche Zuschauer wohnten ihr bei. Grossen Erfolg hatte die DTJ Zisjkov. welche in allen Kategorien siegreich blieb und damit ihre führende Stellung in der Leichtathletik im Prager Kreis bestätigte. Den Laus der Jugend über 1000 Meter gewann Katz(Ziffov) in 2:52 Min. überraschenderweise vor Pilat(Nüsse). Die Männer liefen«ine 5500 Meter lange Strecke und blieb Tichy(Zisjkov) in 19:26.2 Min. vor Prochazka (Tlustovousy) 19:43.9 Min erfolgreich. In der Altersklasse über dieselbe Strecke siegte Mikes(Zil- kov) in 23:29 Min. Mannschaftswertung: DTJ ZiZkov 12, DTJ Pankrac 21 Pimkte. Bom holländische« Arbeitersport. Die Fuss- b a l l-Meisterschaftsspiele nähern sich in den einzelnen Kresse ihrem Ende. So wurde im Kreis Twente, wie schon berichtet, Hengelo Meister. Am Sonntag gewann Hengelo Wer Haaksbergen mit 14:1 und bestätigte damit sein Meisterkönnen. Im Kreis Hoorn.esst Schagen von Sieg zu Sieg. Diesmal sche Darstellung des Gesetzes von Dr. Franz E h l e- mann erscheinen lassen. Im Jahre 1927 erschien im Berlage des Internationalen Metallarbeiterverbandes in Komotau eine Ausgabe des Gesetzes, erläutert von A. Müller. Diese beiden Ausgaben sind heute veraltet, da die Gesetzgebung und insbesondere die fakffsche Weiterentwicklung der einschlägigen Vorschriften in den letzten Jahren nicht stillge- standen ist. Das Buch deS Genossen Wilhelm Weig-l kommt daher einem prakffschen Bedürfnisse entgegen. Es ist eine fleissige und verlässliche Arbeit, die die Gesetzgebung und die Judikatur bis in die letzte Z-ir berücksichtigt und daher den Gewerkschaftsfunktio- nären und den Mitgliedern der Betriebsausschüsse ein wertvoller Behelf sein wird. E. Sch. „Buchdrucker", Zeitschrift der Deutschen graphischen Bildungsvereinigung in der Tschechoflowak:- schen Republik, zweiter Jahrgang, Heft 2. Das vorliegende Heft ist wohl das schönste, welches dieir Zeiffchrift bisher aufweist und eS ist wahrhaftig eine Freunde, den Inhalt des Heftes zur Kenntnis zu Freude, den Inhalt des Heftes zur Kenntnis zu geniessen. Durch die Herausgabe des Heftes begeht die Deuffche graphische Bildungsvereinigung in de: zweckvollsten Weise ihr fünfzehnjähriges Jubiläum, welchem Ereignis der von Genossen Anton Sieg! verfasste Leitaufsatz gewidmet ist. Ein zweiter Ar- tikel gilt dem Maler und Graphiker Georg H. Trapp, dessen reife Kunst aus den beigegebeneu Bildbeilagen hervorgeht. Ausserdem finden sich v'ele für den Buchdrucker und seine Fortbildung interessante Arffkel und Bildbeilagen, welche daS hohe Niveau der Zeitung anzeigen. Die Deuffche graphische BildungSvereinigung ist zu ihrer ausgezeichneten Bildungsarbeit, die in dem vorliegenden Heft zum Ausdruck kommt, zu beglückwünschen. E. St. musste sich Den Helder mit 4.0 geschlagen bekenne». Kreis Amsterdam: ABC gegen Arbeiderspers 4:1. Im Kreis Limburg spielten Rode Duivels mit Trübe ek 3:3 und Voorwaarts schlug Röod-Wit 5:0.—. Im H a n d b a l l schlug in der Meisterschaft Ost Al- melo mit 2:1 Enschede. In der Meisterschaft, da Westgruppe gewann bei den Männer- Amsterdam, gegen Zaandam 3:2 und bei den Frauen veror Zaandam gegen Amsterdam 0:4 und Hilversum gegen Utrecht endete 3:3.— Die Tenni s-Meisterschaft der Ä-Klasse brachte Den Haag einen 4:8« Sieg über Rotterdam. Manchester City spielte am Dienstag in Wie» das erste Match auf seiner Koniinenttournee. Rapl> wär der Gegner, welcher mit 5:3(2:2' geschlagen wurde. Donnerstag spielen die Engländer rnPrag. Die Europameisterschaften im Basketball wur« den Samstag in Genf beendet. Europameister wurde Lettland vor Spanien, Tschechoflowalei, Schweiz, Frankreich usw. Neuer Weltrekord in der Leichtathletik. Der Amerikaner Glen Harbin lief bei einem Meeting i» Batonrouge(Louisiana) die 200 Meter Hürden in neuer WÄstrekordzeit von 22.4 Sek. Reuer Schwimm-Weltrekord. Der Franzos« Carwnnet unternahm in Paris«inen Angriff auf den Weltrekord über 200 Meter Brust, den zuletzt der Deutsche Sietäs mit 2:42.2 Min. hielt. Del Versuch des Franzosen gelang, er benötigte nur 2:39.6 Min. und verbesserte dabei gleichzeitig,die Weltbestleistung über 200 Uards in 2:25.2 Min/ Aus der Partei Prager Genossinnen rrnd Genosse«! Diejenigen Genossinnen und Genossen, die bereit sind, für die Partei in der Wahlzeit schrist' liche Arbeiten zu leisten, ersuchen wir, sich jede» Tag nach 5 Uhr nachmittag im Parieiheim cinzu- findrn. Tue jeder seine Pflicht! Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Mittwoch, den 8. Mai. 8 Ütze abends: SJ Zentrum: Unser Kampf gegen Henlein.— Holleschowitz: Unser Kampf gegen Henlein.— SJ Weinberge: Unser Kampf gegen Henlein. Verelnsnadirlditcn Frauenturnen: Wir haben unserem Übungsbetrieb auch dal Frauenturnen aufgenommen.Di« erste Turnstunde findet Mitt' woch. den 8. Mai, um 7 1Ü" abends in der Turnhalle bei deuffchen Realgymnasiums, i» der Stepanskä Nr. 28 statt. E«' nöffiüen,'''dÜ"sich''Pfr s Leibesübungen’ sirtereffiereu! bitten wir, zu erscheinen.— Kindertur' n«n: Bis zu den Ferien findet das Kindertur- nen nunmehr nur jeden Mittwoch von halb 5 bis» Uhr statt.— Leichtathletik: Am 1b- Mai, veranstalten wir auf der Hetzinsel Vereins' ausscheidungswettkämpfe. Jeder Turner und j«^ Turnerin beteiligt sich daran. Besuchet daher re' gelmässig unsere Trainingsstunden: Jeden Mitt' woch ab 5 Uhr nachmittags, jeden Samstag 3 Uhr nachmittags.... y@IEk PRAG Der Film Der Wagen Seiner Majestät Die Film-Amerikaner, die uns jahrelang d"" Anblick ihrer Produkte verweigert haben, sind au» jetzt noch unerbittlich. Sie wissen, dass wir nach de" ersten Proben ihrer Höchstleistungen, nach der valcade" und den„Wolkenstürmern", nach den„Sw schilds" und.ststieb' mich heut nacht" begierig JM Filme wie„Jenny Gerhard" und„Unser tägb^ Brot", wie.Königin Christine" und„Aufruhrs Paradies" zu sehen— aber sie verordnen uns duld und lassen so ziemlich alles Revue passieren, w>- sie in den Boykottjahren gemacht haben, also auch d!" vielen Mittelmässigkeiten, auf di« wir nicht neugiett" waren.' Zu diesen Mittelmässigkeiten gehört dieser rettenfilm vom Wagen des Königs, in dem eine kle^ Sängerin Zuflucht findet und daraufhin für die liebte des Herrschers gehalten wird, was nun—»5® der Logik der Filmoperette— dazu führt, dass König sie heiratet. Die Sängerin ist der einstige Ul"! Star, Li l i a n Harvey, der auch in HollywA nichts anderes als eine gute Figur aufzuweisen h"»' und der König ist Jo h n B o l e s, den wir aus de>" „Back-Street"-Fiünals anständigen Schauspielern"' nen. Er zieht sich auch in der Operette höchst aus der Affäre.—eis-^ Der heimische Film gefährdet. Der tsch«^ flowakische Markt kann nicht ohne den deuffchgesp^t chenen Film bestehen und da für die Einfuhr deuffchen Fassungei anderssprachig« Filme drako>" sche Perbote bestehen, haben sich zwei reichsdeuts^ Konzerne diesen Umstand zu Nutzen gemacht»" sich alle für die Tschechoflowalei in Frage konun"" den deuffchen und österreichischen Filme gesichett- die tschechoslowcck. Verleiher, die unbedingt bering Ware brauchen und diese stets direkt vom ProduZk" ten erworben haben, bleibt demnach nichts uu übrig und da diese Perleiher— besonders die vP nen— auS dem Ertrag der ausländischen jährlich mindestens»nen heimischen Film produz'si, ten, droht dadurch der heimischen Produktion", grosse Gefahr, gänzlich oder zum grossen Teil latz"V gelegt zu werden. Dieser Gefahr rechtzeitig zu"- gegnen ist nun Sache der Behörden, die edent» jedem Verleiher höchstens acht bis zehn Filmes Fahr in der Minderheitenfprach« zusprechen köniw, Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Saus oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—. vierteljährig KL 48—. halbjährig KL 96.— ganzjährig Ki 192.—.— piercte werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die ZeitunaSfrankatur wurde von der Post- und Tele» qraphendireltion mit Erlass Nr. 13.800/VH/1S30 bewilligt.— Druckerei:^Orbis'. Druck-, verlas- und ZeitungS-A-G.. Prag.