2114 rts Die че 04 E aj fe je: a 1), 3 e t t t e 5 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Freitag, 17. Mai 1935 Es kommt Dein Tag, Prolet! „ Wir sehen Euren Wahlen entgegen, als ob es unsere eigenen wä ren. Seit dem Nachfeber sind wir mit Euch ja so verbunden, als ob wir eine Partei wären, die an zwei verschiedenen Frontabschnitten kämpft. Wir verfolgen die wenigen Tatsachen, die uns unsere Presse mitteilt, mit gespannter Aufmerksamkeit und hoffen innigst auf ein ehrenvolles Er. gebnis. Es tut uns wirklich leid, daß wir dazu nichts beitragen können." ( Aus dem Briefe eines Wiener Feber- Kämpfers, geschmuggelt durch die Polizei- Aufsicht.) Das sudetendeutsche Proletariat erlebt in diesem Wahlkampfe seine schwersten und ruhmvollsten Tage. Auf einem von der Krise tief zerklüfteten Grenz-| boden, umlauert von Gefahren, ist es zur größten politischen Schlacht angetreten, die es je in der Geschichte durchzufechten hatte. Jenseits der Grenzen dräuen Fascismus und Kriegsgefahr und werfen ihre Schatten auf unseren Kampfboden. Ermutigt durch ihre Erfolge in| den Nachbarländern, erhebt die Reaktion auch bei uns ihr Haupt. Ein ganzer Troß von DodererKnechten, vom feilen Söldlingen und gekauften Banditen wurde losgelassen auf die freie Arbeiterbewegung der Sudetenländer. Die Millionen einer politisch bankrotten Herrenklasse speisen die größte Maschinerie der Lüge und des Volksbetruges, die bisher in die politischen Kämpfe unseres Landes eingesetzt worden ist. Die nationalen Leidenschaften sind auf-| gepeitscht und bis zur Gluthize entfacht. Alle bösen Geister der Einschüchterung| und der Verlockung wurden auf den sozialistischen Arbeiter losgehetzt. Und dennoch: lit, [ te, uts 11 as Det fich bte ten iet Jen ner bes as ten bet ant dbs ers rts ud ate Den 2011 mtiett 10% 3011 104 Eisenfest steht die rote Front im dichtesten Kampfgewühl. Beispiellos ist der Heldenmut und die Aufopferung gerade der ärmsten Söhne unserer Klasse, der Arbeitslosen, der Arbeiterfrauen und unserer tapferen Ingend. Seit Wochen schon stehen sie fast jeden Tag und jede Nacht im Gefecht. zu Stube Hier ringen sie von Stube als Werber um die Seele der Arbeitsmenschen, dort tragen sie die kämpferische Botschaft des Sozialismus hinaus in die Dörfer. Heute führen sie geschmeidig die geistigen Waffen der Partei in den Disfussionen des Alltags, morgen wieder ihren öffentlichen Kundgebungen, furchttehen sie als lebendiger Schutzwall vor los den Drohungen und Angriffen bedahlter Doderer- Banden trotzend. Der Kampfgeist der sozialistischen Arbeitsmenschen dieses Landes, gestählt in so vielen politischen Schlachten, hat in Dieser Kampf gegen den sudetendeutschen Fascismus geht um mehr als um Stimmen und Mandate. Dieser Kampf geht um das letzte Stück Brot des Arbeitslosen, um das Recht, um die Freiheit der ས་ ་་་ [ ges liegt bei den großen Massen des werktägigen Bolt es, die durch den Wahlkampf in den Strudel der Politik hineingerissen wurden und die am Sonntag zwischen sozialistischem Aufbau und kapitalistischfascistischen Verfall zu wählen haben. Im Namen zehntausender klassenbewußter Arbeiter, die in diesem Wahlkampf ihre Tage und Nächte geopfert haben, die ihr Letztes eingesetzt haben im Dienste der sozialistischen Idee, richten Einzelpreis 70 Helfer ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 115 Freiheit des politi schen Bekenntnisses: Die Wahl ist geheim. Niemand braucht sich zu scheuen, seiner Ueberzeugung an der Urne Ausdruck zu geben. Das allgemeine gleiche Wahlrecht, das bedeutet, daß am Wahltage die Gleichberechti= gung aller Staatsbürger restlos verwirklicht ist. Die Stimme des Arbeitslosen wiegt genau soviel wie die Stimme des Generaldirektors. Der Großgrundbesitzer hat nicht mehr Recht als der Landarbeiter. Das Dienstmädchen kann genau so= viel Einfluß auf die Staatsgeschicke ausüben wie die Fabrikantin. Auf Jahre hinaus bestimmt das Volk am Wahltage, ob im Geiste einer hochmütigen Herrenkaste oder im Dienste des arbeitenden Volkes regiert werden soll. Was wir von dem arbeitenden Menschen fordern, ist nicht mehr als das Bekenntnis zu seiner eigenen Sache, zu seinen ureigenste n Interessen. Nun ist es an den Lauen und Unentschiedenen, ihr Bekenntnis abzulegen. Wer sich zur arbeitenden Klasse rechnet und nicht in historischer Stunde schimpflichen Verrat begehen will an seinesgleichen, der muß nun Bekennermut zeigen! Als die Schutzbundhelden in den Feber- Tagen 1934 auf die Barrikaden gestiegen sind und ihre ungeschützten Leiber den Granaten der Reaktion darboten, als ihr Blut in Strömen floß für die heilige Sache des Sozialismus, als in den Arbeiterhäusern von Wien Frauen und Kinder zerfetzt worden sind von den Kanonenkugeln der christlichen Regierung Dollfuß, da ging ein Schrei der Entrüstung durch unser Land. Wer hat sich damals nicht zu den Freiheitskämpfern von Wien und Linz, von Bruck und Steyer bekannt? Welcher Arbeiter, der noch einen Funken Klassenehre im Leibe hatte, hat damals nicht nach Vergeltung für den ganzen Klasse. Dieser Kampf ist ein wir in letzter Stunde einen Mahnruf an blutigen Frevel des österreichiTeil des historischen Ringens zwi alle schaffenden Menschen des sudeten- schen Fascismus gelechzt? schen den demokratisch- sozialisti- deutschen Grenzlands: schen Kräften und den finsteren Mächten der Krise und des Krieges um die Zukunft Europas! Die sozialistischen Kämpfer tun in diesem Wahlkampfe seinen herrlichsten dieser Wahlentscheidung ihre Pflicht. Ausdruck gefunden. Es ist, als ob die von Noch mehr: sie leisten Uebermenschliches. Not und Krise zermürbten Proleten Aber sie allein können den ihre Kräfte verzehnfacht Sieg nicht erringen. Die hätten, denn sie wissen: Entscheidung des Wahlta- l Die Sozialdemokratie hat euch die Freiheit der Wahl gesichert. Heute blicken die Opfer des österreichischen Fascismus hoffend über die sie unseren Kampf. Was in den Kerkern Grenze. Mit heißen Wünschen begleiten und Konzentrationslagern des FascisWas in Deutschland und mus die gefangenen Arbeiterhelden aufDesterreich, in Ungarn wie in Po- recht erhält, das ist das Bewußtsein, len dem Volke geraubt wurde, das daß es noch Brüder gibt, die haben wir euch gewahrt: die Fre is in Freiheit kämpfen, daß es heit der Gesinnung, die noch Länder gibt, wo die roten Fahnen Seite 2 Freitag. 17. Mai 1935 Nr. 115 teEBOI V ten einen hohen Betrag, da- Dienste und im mit die Oeffentlichkeit nichts erfahren sollte| Macht verbreitet. ES die sickerte aber doch allerhand durch. Bald Ivar Geschichte ein offenes Geheimnis. Da ver- mutlich die Beteiligten einander Schweigen gi« lobt haben, ist es leider nicht möglich» die genaue Adresse dieser Zeitung anzugeben. lisation zu schätzen. Die Zustände in S p a» n i e n und Oe st erreich gefallen ihr Wer die Maßen. Das vorbildliche Eheleben des F ü r st e n S t a r h e m b e r g, die sprich- -wörtliche M i l d e d e s F e y, die staatsmännische Kunst des S ch u s ch n i g g/ möchte 'sie gern auch bei uns nachgeahmt-sehen. Mit einem Wort, ein Blatt nach dem Herzen GotteS, eifrig im Dienste des Herrn. Wie schade, daß auch an so grünem Holze schon die furchtbare Verwilderung der Moral frißt! Ueber dieses fromme Blatt gehen Gerücht« um, die sich hartnäckig am Leben erhalten» so daß doch etwas dran sein muß. Bor Jahr und Tag gab eine Prager Firma der Zeitung «ine bezahlte Beilage, wie sie ost in Zeitungen erscheinen, besonders als Reklame für die Klassenlotterie. In diesem Fall glaubte die Firma dem Blatt, weil es ein gar so frommes, gut katholisches Blatt ist, das größte mokratischen, aber auch dem kommunistischen und dem christlichsozialen Arbeiter ist in der Tschechoslowakei die Freiheit seiner Schicksalsgestaltung gesichert worden. Sie habe» zu wählen zwischen der Knechtschaft in Oesterreich, der schmachvollen Tyrannei in Deutschland und ihrer Menschenwürde und ihrem freien sozialen Aufstieg auf dem Boden eines demokratischen Landes. Au-beuter wähle« das Henlein- Gewächs, Der Lohnempfänger wählt Liste 6! des Sozialismus unbesiegt über dem politischen Kampffeld flattern. Die europäische Arbeiterklasse blickt in dieser Stunde auf den Wahlkampf in der Tschechoslowakei. Ihre bMderlichen Sympathien, ihre heißen Segenswünsche begleiten unser Ringen mit dem Fasci^- muS. Die sudetendeutsche Arbeiterklasse hat am 19. Mpi zu wählen zwischen der Schmach der Saarproletarier, die zum Fascismus übergelaufen sind, und dem Ruhm der Danz iger Sozialisten, die sich gegen Tod und Teufel siegreich Henleinpartei und Drittes Reich... Im Gablonzer Bezirk wurden Wer Sonntag Klebzettel geklebt, die bei den letzten Wahlen in Deutschland vor der Machtergreifung Hitlers in Millionen Exemplaren gegen die Eiserne Front geklebt worden sind. Die Zettel haben denselben Inhalt, dieselbe Größe und es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Kleber diese Zettel von ihren GesinnungSgenosien aus dem Reich erhalten haben. Da es in der Tschechoslowakei eine Eiserne Front überhaupt nicht gibt, dir Text der Zettel sich jedoch ausschließlich auf die Eiserne Front bezieht, so geigt sich wieder einmal deutlich, wie eng die Zusammenarbeit unserer Henleinpartei mit den Httlerbanditen ist. Vertrauen schenken zu können und stillte ihm nicht nur das Propagandamaterial, sondern auch Bestellkarten mit aufgeklebten R ü ck-A ntwortmarken zur Verfügung. Die Firma fragte an, wieviel solcher Karten benötigt würden wrd erhielt die Antwort, daß man Zehntausend« Karten mit 20- Heller-Marcken frankiert, brauche. In Wahrheit hat daS Blatt eine wesentlich geringere Auflage. Es hätte nur einen kleinen Bruchteil Karten mtt 20-Heller- Marken gebraucht. Was also mit den restlichen anfangen? Die Kirche hat einen guten Magen... also werden wohl auch ihre Dienerinnen unter den Zeitungen unrecht Gut ohne Schaden vertragen. Die fleißige und fromme Verwaltung machte sich also an daS gottgefällige Werk, die Marken abzulösen und der eigenen Portokaffe einzuver- le i b e n. ES war eine mühselige Arbett, aber schließlich lohnte sie sich. Der Ertrag soll immer« Un eipem GeldeLlvert von 12.000—13.000 KC entsprochen haben. Es war eine unverhoffte Einnahme. Zwar das 7. Gebot— doch wozu gibt es Beichte und Absolutton? Dem lieben Gott muß das Geschäft trotzdem nicht gefallen haben. Er zog seine schützende Hand Von den eifrigen Knechten und überlieferte sie der Schande der Entdeckung. Die betrogene Firma kam darauf, daß sich hier jemand gewiffermatzen ein GratiSlos mit einem sicheren Gewinn angeeignet hatte, und leitete die Strafverfolgung ein. Nun bekamen die Heiligen des Herrn es mit der Angst. Sie glichen sich aus und blech» Bielleicht ist die„D e u t s ch e P r e ff e"< die doch als christliches Organ daran interessiert ist, den Leumund der katholischen Presse zu verteidigen, und.die außerdem einen so a u S g e- zeichneten Informationsdienst hat» in der Lage, der Oeffentlichkeit Näheres über die mysteriöse Briefmarkengeschichte eines Blattes zu erzählen, daS ihr immerhin gesinnungsmäßig doch recht nahe steht I Die Oeffentlichkeit wird sich für die Affäre mit den 20-Heller- Marken vielleicht mehr interessieren al» für den Emigrantentratsch, den die„Deutsche Presse"'M Dienste und im Jnterffe einer ausländischtst In Reichenau in Sachsen wurde am letzten SamStag anscheinend ein« direkte Extravorst e l l u n g des Hakenkreuzfilmes vom Nürnberger Parteitag für Angehörige der Sudetendeutschen Partei des Herrn Henlein veranstaltet. Wie der„Freigeist" berichtet, fuhren am Samstag nachmittags allein aus Friedland und Umgebung sechs voll besetzte Autobusseyfld vje/e Pxi» vatautoS nach Reichenau. D«n.,säüslänvlsch«n" Gästefl„Hürde offenbgr^Kuf höhere Weisung.,di«. Begünstigung gewährt, daß sie auf ermäßigte Karten für den dritten Platz den e r st e n Platz benützen konnten. Das ganze Kino war von Hen- leiyanhängern überfüllt, und wenn der Große Adolf auf der Leinwand in allen möglichen Posen erschien, so nahm der Beifall und das Händeklatschen kein Ende. Die Einheimischen dagegen hielte« sich von dem Besuch dieser Vorstellung geradezu demonstrativ fern. Unsere Sicherheitsbehörden an der Grenze werden von diesem demonstrattven Ausflug ins Dritte Reich natürlich ebenso wenig bemerkt haben wie seinerzeit von der Teilnahme reichsdeutscher Hakenkreuzler an der Saalschlacht in Hein« zendorf.... Vie fromme Zeitung und das 7. Gebot Ein Krlmlnalfall, mit dem sich die„Deutsche Presse** gelegentlich beschäftigen sollte In Prag erscheint eine fromme Zei tung, die ihre Hauptaufgabe darin erblickt, den Geist der christlichen Moral zu ver- tiefen, gegen die Zerstörung der Familie, die Verwilderung der Sitten und den alleszerstören- den Marxismus aufzutreten. Sie propagiert den christlichen Stände st aat und weiß den katholischen Henker als Hauptstütze der Zivi- So mögen sich unsere schaffenden Menschen entscheiden zwischen dem fascistischen Europa von heute und dem sozialistischen Europa von morgen So möge der Wahltag ihre Liebe zur Freiheit« Ihre Treue zum Sozialismus erweisen Es kommt Dein Tag« Prolet! i geschlagen haben. Wir kämpfen am 19. Mai nicht nur um die Zusammensetzung des tschechoslowakischen Parlaments, wir kämpfen um den Inhalt des zwanzig st en Jahrhunderts. Der rote Mehrheitssieg in B a s e l hat der Welt geoffenbart, daß unter freien deutschen Menschen trotz aller Rückschläge der Sieg des Sozialismus nicht auszuhalten ist. I Die Auswahl des Wahlzettels ist zugleich der Griff nach dem Hebel der Geschichte. Dem sozialde- 21 Kam»« m Emil Ynrhjt l y Deutsch von Anna Aurednltek Beispielsweise fachmännische Virtuosität, Verve oder eine große Tat. Von der ganzen Welt geachtete Fahnen wehen in Städten, die gestern mit Gewalt besetzt wurden. Auf der Börse ergaunerter Besitz flößt Achtung, ein. Menschen liegen vor einer hübsch gekleideten Dame im Staub, auch wenn sie wissen, daß ihre Liebhaber das Geld für den Pelz geliefert haben. Leben und leben lassen! Tie Mehrzahl des anständigen Publikums— wir werden sehen, daß sich auch ein unanständiges eingesunden hatte— bekannte sich zu den Anhängern dieses Mottos. Sie benahmen sich jedenfalls so und plauderten, daß der Zuhörer den Eindruck gewann, der Jubilar würde nicht nur straflos entlassen, sondern mit Gratulationen und Geschenken Werhäuft werden, bestünde nicht die von unseren Vorfahren eingesetzte Institution des Strafgesetzes. Andre fühlten hingegen weder moralisch noch unmoralisch. Diese erwog« nur, ob es zu aufregenden Szenen kommen wnnte, hofften, daß sich Rechtsanwalt und Staatsanwalt in den Haaren liegen würden, und bauten vor allem auf den Vizepräsidenten Kvech, der durch seine militärische Schmissigkeit allgemein bekannt war. Schließlich gab es noch eine Sorte von Zuhörern. Diese kamen, von mächtiger Sympathie für den Angeklagten erfüllt, in das Gerichtsgebäude. Es waren vornehmlich die Bewohner des Hauses Nr. 6680 in Zijkow. In erster Reihe die Hühnersteigler. Einige von ihnen hatten sogar materielle Opfer gebracht, so die beiden Fräuleins Thalupa, die ihre Vormiüagsbeschäftigung aufgeben mußten. Loisis aber stand zu ungewohnter Stunde auf. Zu Gericht gehen bedeutete für die Frau, die höllische Angst vor dem Gericht hatte, dasselbe wie Zahnreißen. Und dennoch zögerte sie nicht einen Augenblick und brachte ihm das Opfer. Sie zog ihre schönsten Kleider an, aller war aus Seide, das Hemd» die Strümpfe und das Kleid, behängte sich mit all ihrem unechten Schmuck, setzte ein flottes Pariser Hütchen auf und schlüpfte in ihre Lackschuhe. Sie hatte soeben wieder die Wandlung zur eleganten Dame durchgemacht. Man mußte wirllich feststellen: Loisi» sah wie eine elegante Dame aus. Nicht nur Kleidung und Frisur, auch ihr Benehmen war damenhaft. Ihre sonst vulgären Bewegungen wurden anmutig,.die rauhe Stimme klang weich, und als sie ihre Morgenmischung, Allasch mst Rum, trank, hielt sie das GlaS mit Eleganz in der Hand, spreizte graziös den Leinen Finger und wischte den zarten Mund mit einem Seidentüchlein ab. Die Verwandlung ging jedoch noch weiter. Sie. erfaßte auch das Innere und Loisis bemühte sich, vornehm zu fühlen und zu denken. Sie war entschlossen, diesen Abend nicht die Gesellschaft übelriechender Gesellen der Peripherie aufzusuchen, sondern nach Prag auf die Promenade und dann in die Bar zu gehen. Als sie den Gerichtssaal be« ttat und von den Bekannten aus der Sichre der Hühnersteige und der Diebsgesellschast so gegrüßt wurde, wie eine Prostituierte gegrüßt wird, die wegen ihrer Skandale berüchtigt ist, dankte sie mit einem kühlen Kopfnicken, um sofort die nötige Distanz zu betonen. Auch die unglückliche Gattin, des Maschinensetzers Dufek war gekommen; ihr.Herz floß Wer im Mitgefühl für Beinfteller, dem sie ein Rosen« sttäußchen mttgebracht hatte. Die stille und erschöpfte Frau Maschin war ebenfalls da; ihr Gatte hatte gerade eine Äe- schäftsrejse nach Ungarn angetreten. Aus diesem Grunde war sie von keiner Schwangerschaft bedroht, sie lächelt« den Anwesenden zu, obwohl die Strenge des Saales sie«inschüchterte. Auch sie konnte eines TageS hereingefegt werden, wie das Getreidekorn zwischen die Mühlräder kommt— wenn Gott nicht besonders Wer sie wachte. AIS hätte sie diese drückenden Gedanken erraten, näherte sich die schwarze Kathi und setzte sich neben ihre Klientin. In ihrem altmodischen, schwarzseidenen Ripskleid, daS goldene Kreuzchen auf dem starken Busen» HalbharHschuhe an den Händen, die würdige Haube auf dem Kopf, saß sie bemutternd neben der Klientin. Sie lächelte der zitternden Frau aufmunternd zu, als wollte sie sagen: Kopf hoch, mein Kind! Ich bin schon fünf- mal hier gewesen. Man hat mich wegen Kuppelei und Verbrechens gegen 8 144 herzittert. Trotzdem habe ich mich mit der Würde einer Königin benommen. Beide Fräulein Thalupa waren gekommen; sie boten ein Bild merkwürdigen Kontrastes. Fräulein Sophie, die seit dem unglücklichen Ausflug der zinkographischen Arbeiter noch melancholischer geworden war, sah apathischer aus als je. Magda aber, die wußte, daß Frau Dufek auf sie furchtbar eifersüchtig war, seit Jaroslav ihren Namen im Schlaf genannt hatte les war dies eine unleidliche Gewohnheit, womit er schon vielen Frauen Unannehmlichkeiten bereitet hatte), saß so herausfordernd da, daß Frau Dufek vor Wut tatsächlich platzte. Die herausgeputzte Magda wußte daS und ließ sich die ersten Kirschen und PralinöS gut schmecken. Eie bedauerte nur, der Frau Dufek nicht verraten zu können, daß die Pralinä» ein galantes Geschenk des Herrn Dufek waren. Ihr junger, anmutiger und begehrlicher Körper— sie war da» schönste Mädchen von Zijkov— drehte sich nach allen Setten. Besonders war sie bemüht, ihren Busen zu zeigen. Dem hatte noch kein Mann widerstanden. Sie hatte sich nur aus Berechnung neben ihre altjüngferliche Schwester gesetzt. Die beiden hatten keine besondere Zuneigung füreinander. Die sünb- hast reizvolle frssche Jugend stach von der Rett' bosigkeit und Massigkeit Sophiens ab, wie ein ist Hellen Farben gemaltes Bild von dem verblaßte» Rahmen absticht. Sophiens Apathie machte best Unterschied noch bemerkbarer. Sie saß tatsäcbli« wie eine Leiche neben ihrer strahlenden Schwester- Sophie hat sich zu einem schwer erkämpft» Entschluß durchgerungen. Sie, hatte gehört, daß Beinsteller das Versteck der gestohlenen Gegen' stände absolut nicht verraten wolle. Sie hatte m daher mitgebracht und war voll der schönsten Host' nungen, daß sie Beinsteller vor der Strafe bewahren könnte, wenn die Sachen rechtzeitig vorgelegt würden. Sie waren sorgfältig in Seidenpapier gepackt, dreimal mit Bindfaden umwunden- Dieses Päckchen hielt sie krampfhaft in der Hast"' ohne 8u ahnen, daß es in ihrer Macht lag, der®** richtsverhandlung die sensationellste Wendung. geben, die jemals dagewesen ist. Der Zufall wollte, daß ein Detestiv" neben sie gesetzt hatte. Er war in der richtig^ Annahme hergekommen» die Verhandlung würdr eine Menge Prager Langfinger bereinlocken, b» er dann bequem einzufangen beabsichtigte. PlS Beinsteller in den Saal geführt wurdr- ließ Sophie in einem Schwächeanfall ihr Päckck^ fallen. Der Geheimagent hob es galant aud reichte es ihr, ohne zu ahnen, ein Dokuments Händen zu halten, wonach die städtische und•** militärische Polizei eifrigst fahndeten. daß dieser Mann ihr vielleicht raten könnte.>3” bitte Sie, Herr," fragte sie,»was würde gescheh wenn man die Sachen fände, über die BeinstE keine Auskunft geben will?" »Was geschehen würde? Man möchte beibk einsperren, den Dieb und den Hehler," antwort^ der Detestiv. Durch diese Antwort nahm er bk Verhandlung die sensationelle Wendung. (Fortsetzung folgt.). Et C. e Nr. 115 Disziplin zu halten bist du als Sportler gewohnt. Disziplinierte, starke Kämpfer braucht die Sozialdemokratie im Abwehrkampf gegen den Fascismus. Stelle deinen Mann! Wähle Liste 6! Freitag, 17. Mai 1935Die Arbeitslosen sozialdemokratisch! Ein Bild von unserer gewaltigen Rundgebung in Rotha u am 11. Mai. Taufende deutsche Proletarier aus dem Bezirk Grasliz- Rothau beim Anhören der Ansprache unseres Parteivorsitzenden Ministers Gen. Dr. Cec. Ein Henlein- Schnorrbrief an die Industriellen: Arbeiterverrat photographiert Ein Henleinmann erinnert Fabrikanten an ihre Spendenzusage für den Wahlfonds Weiter unten veröffentlichen wir den( photo- ser Partei gesprochen und ist überdies graphierten) Brief des Mähr.- Schönber- Verfasser begeisterter Artikel über ger Ingenieurs Robert Siegel an die In Henlein. Es besteht also nicht der gedustriellen des Schönberger Gebietes. ringste Zweifel darüber, für wen Zur Erläuterung schicken wir folgendes Herr Ing. Siegel die Industriellengel der eintreibt, wem sie versprochen boraus: Der Nachweis ist also erbracht, daß ein Wahlfonds der Industrie für die SHF existiert Der Briefschreiber. Ing. Siegel, find. selber Industrielle r, ist Ver trauensmann der SHF, ist für Henlein seit mehr als Jahresfrist bolitisch tätig, hat am 1. Mai in der Verfammlung der SHF im Namen dieROBERT SIEGL Dipl. Ing. Firma Hier habt ihr es schwarz aufweiß: Mähr Schönberg, wm 9. Wal 1935. Mit meinem Schreiben von 11. April 1.J. habe ich mir gestattet, an Ihre geschätzte Firma betreffend einer Spende für den fahlfond der Industrie heranzutreten, doch fand main Schreiten bis heute leider keine Erledigung durch Sie. Ich gestatte mir daher nochmals auro Prin tichkeit der ganzen Angelegenheit hinzuweisen und ersuche sie, auf ion Ihnen seinerzeit übersandton Erlagschein eine Spende zu berweisen, da die Gelder bereits dringend benötigt werden und wir unsere Zusagen den politischen Partelen gegenüber erfüllen müssen. Mit besten Dank für Ihre Spende im Anson der in hustrie, 1. zeichno Ich 1 ( p ent De ie er ent f, in ie ch er be te et hochachtungsvoll Nun ist es also flar und eindeutig bewiesener fieht seine Interessen bei den Henleins am Bessen Interessen vertritt die Henlein- Bewegung? besten aufgehoben? Die Interessen der Fabriksherren, der Profitmacher, der Ausbeuter! Die Großindustriellen, die reichen Leute, die Unternehmer! Seite 3 werden, die lohnfordernden Arbeiter zu Paaren zu treiben! Henlein- Wahlfonds der Industrie, um die Not und das Elend der Arbeiter zu verewigen! Arbeiter, ihr habt es gehört, ihr habt es gelesen! Angestellte, ihr habt es bernommen! Schon heute, ehe noch ein Henlein- Mann zu öffentlichen Funktionen fam, liegt der Arbeiterverrat durch die Henleins zugunsten eurer Ausbeuter offen zutage. Der Proletarier, der Henlein wählt, macht sich mitschuldig an der Verschlechterung des eigenen Schicksals und des Schicksals seiner Klasse. Der Arbeiter aber, der anständig ist und denkt, hilft am 19. Mai mit, die neue sudetendeutsche Industriellen- Schutztruppe zum Teufel zu jagen! Die 6, du Volk, ist Deine Zahl! Die 6 sei Sonntag Deine Wahl! Mit dieser 6, Volk, wirst Du's zwingen! Für den Schluß, den die Arbeiter, die Ange- Die 6, sie muss den Sieg erringen! stellten, überhaupt alle nur von ihrer Hände und ihres Kopfes Arbeit Lebenden daraus zu ziehen haben, brauchen wir nicht viel Worte. Der Ingenieur Siege I felber beweist übrigens nicht nur als Briefschreiber, sondern in seiner eigenen Fabrit, wie die Arbeiterinteressen bei ihm aufgehoben sind: Herrn Siegels hundertzwanzig Weber verdienen wöchentlich 30 bis 50 Kč! Prächtige Wahlversammlung in Saaz Ovationen für Genossen Dr. Czech Saaz. Die ausgezeichnete Wahlarbeit, die unsere Saazer Genossen geleistet haben um auch Die armen Fabrikanten fönnen in der Kris in diesem agrarischen Gebiet den Erfolg der fenzeit nicht mehr zahlen? Natürlich nicht! Sie brauchen ja ihr Geld, nämlich die Summen, die die armen Weber hart arbeitend und entbehrend erwirtschaften müssen, für das eigene Wohlleben, für ihre Villen und Autos, für die teuren Pelzmäntel ihrer Frauen, für Riviera- Reisen. Und das Uebrige brauchen sie für die Autos des Herrn Henlein, für seinen Partei- und Wahlapparat. Dafür sind die Gelder, die man den Arbeitern fronenweise abzwackt, zu Tausenden und Zehntausenden da. Dafür werden sie freudig ausgegeben, weil man weiß, Sozialdemokratie zu sichern, wurde Donnerstag abends durch eine gewaltige Versammlung ge frönt. Weit über 1500 Menschen erfüllten den gröten Saal der Stadt den Schüßenhaussaal, mit seinen Nebenräumen. Zahlreiche Landarbeiter waren stundenweit herbeigeeilt, einige hatten Märsche bis zu vier Stunden hinter sich. Prächtiger Kampfgeist erfüllte die VersammTr. Czech, Kremser und Reichel mit Tung, die die Ausführungen der Genossen Seidl, großem Beifall aufnahm. Dem Genossen Dr. Czech wurden bei seiner Ankunft sowie während seiner Rede und bei seiner Abfahrt große Ovationen dargebracht Seine scharfe Abrechnung mit der Henleinfront und sein Appell an die Versammlung, den Wahltag zu einem Ehrentag der Sozialdemokratie auszugestalten. fanden begeisterten Widerhall, der seinen Höhepunkt erreichte, als Genosse Dr. Czech ausrief, daß man dem Herrn Henlein eigentlich dankbar sein müßte, daß er in unserer Bewegung so gewaltige Gegendaß die Henleins nach der Wahl helfen fräfte auszulösen vermocht habe. Der germanische Stammbaum des Führers oder: Wer anderen eine Grube Nichtswürdigkeiten tragen felten gute Früchte. Sofort nach der Eröffnung des Wahlkampfes veranstalteten die Heimatfrontler eine ganz gemeine Ceße gegen unseren Parteivorsißenden, gegen den sie nichts anderes ins Treffen zu führen wußten, als daß er in Lemberg geboren sei, welche treltbewegende Tatsache sie in Wort und Bild in den Mittelpunkt jedes ihrer haßerfüllten Flug blattergüsse stellten. Was scheren sie sich darum, daß Genosse Tr. Czech einer rein deutschen Familie aus Mähren entstammt, daß er niemals im Leben eine andere als eine mährische Heimatzuständigkeit be saß, daß er niemals im Leben ob es sich um die Volksschule, die Mittelschule oder die Universität handelt eine andere als eine deutsche Schule besucht hat, obwohl er das Gegenteil auch nicht für ein Unglück angesehen hätte. Das alles wußten die Leiter der Heimatfront, die dieses Spiel getrieben haben, sie w u ß ten auch, aß ihre in letzter Zeit gegen den Minister Sp na ausgestreuten Behauptungen, als sei seine Mutter tschechischer Nationalität und er selbst in die tschechische Schule gegangen, er= Togen sind. Es ist auch sehr wohl bekannt, daß der erste Berater Henleins und Leiter des politischen Büros der Heimatfront, Herr Dr. Walter Bran 8, Sohn des Ludwig, recte Louis" Brand, in Žis randov bei Warschau in Russisch- Polen geboren ist, aber sie glaubten, mit dieser Sache im Wahltrubel durchrutschen zu fönnen, und wagten nach dem Grundsaß, daß eine freche Stirn mehr wert ist als ein Meierhof, trotzdem das et iſt als ein Meie Spiel. gräbt.. in Ungarn geboren), daß mütterlicherseits sein Ahnenstamm jedoch auf die Familie Dvořá ček aus Litoboř in der Königgrätzer Gegend zurückführt, einer Gemeinde von etwa hundert Häusern, in der es weit und breit keinen deutschen Einwohner gibt! Aber wer wird denn dem Herrn Hen! ein daraus einen Vorwurf machen wollen? Wir ficher nicht. Er ist für seine Abstammurg mütterlicher tits ebenso wenig verantwortlich, wie dafür, daß er als Arie auf die Welt gekommen ist. Nur hätte der Herr Henlein den Mut haben sollen, sich dazu offen zu bekennen. " Aber das ist es nicht, was die politische Oeffentlichkeit unseres Staates an diesen Feststellungen interessiert, die erstmalig ausgerechnet die christlichsoziale Deutsche Preffe" heimtückischerweise in einer Briefkastennotiz gegen Henlein lancierte, troßdem ja gerade zwischen diesen beiden Parteien offensichtlich ein Burgfrieden besteht. Es ist etwas anderes: Herr Konrad Henlein hat in seinen ersten Anfängen a II es darangefeßt, um die tsch echische Oeffentlichkeit für sich zu gewinnen. Er hat bedeutende tschechische Politiker und Gelehrte für seine Sache zu interessieren versucht. Vorträge in tschechischen Streisen abgehalten und ist nicht müde geworden, überall seine Loyalität gegenüber dem tschechischen Bolte zu betonen und seine Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit mit der tschechischen Nation zu beteuern. Es hätte des bloßen Hinweises auf seine müt terliche Abstammung bedurft, um ihm auf tschechischer Seite die Herzen zu erschließen. Das aber hat er nicht getan, denn dann wäre es offenbar bei seinem nationalistisch- hakenfreuzlerischen Anhang mit seinem Nimbus vorbeigewesen! Die Leiter der Heimatfront kannten auch die Herkunft der Familie Konrad Henlein, wel= cher auf allen gegen die Person des Genossen Dr. Czech gerichteten Flugblättern als Verleger figuriert. Sie wußten, daß er wohl väterlicher- Es ist nun schon einmal so auf der Welt: seits aus Maffersdorf stammt( die Großmutter Wer einem anderen eine Grube gräbt, fällt selbst Magdalene Bayer ist allerdings in Ples hinein! Seite 4 Die Arbeiter verkauft und verraten! Heimatfront von Fabrikanten gekauft! Freitag, 17. Mai 1935 Industriellengelder für Mandate und Stellungen Vor Wochen schon haben wir festgestellt: deckte sie, daß Doderer für ein Verbrechen an Doderer hat für die S 800.000 Kč gefiammelt, der deutschen Arbeiterschaft, ja an der gesamten Dr. Rosche hat sie übernommen! deutschen Bevölkerung die Verantwortung trägt und sie sagte sich feierlich von ihm los. Wer glaubt ihr? Die SHF hat geschwiegen, Doderer ging ins Ausland. Wir haben unsere Anklage wiederholt. Die SH schwieg so lange, bis unvorsichtige bürgerliche Zeitungen Doderer als den Mann bezeichneten, welcher die Finanzierung der Wahlen durch die Industriellen bei sich konzentrierte". Die Gräber öffnen sich... Nr. 115 Sollen die Herren mit den gelben Gamaschen wieder diktieren? Henleins Offiziersclique Wie uns zahlreiche Zuschriften, von denen Die Kriegsgreuel, die große Anzahl der Wit wir eine schon abgedruckt haben, täglich aufs neue wen und Waisen nach den Gefallenen, die uns beweisen, erregt es in den Kreisen der Front- geheuere Zahl an Strüppeln haben die Herren noch tämpfer und Invaliden die immer nicht eines besseren belehrt. größte Empörung, daß Henlein in seinem Flugblatt ,, Gefahr verbindet" es wagt, die Leute, die den Krieg und seine Schrecken mitgeSein führender Mann unserer macht haben, in direkt zynischer Weise aufzuforPartei hat mit Doderer gesprodern, mit ihm zu marschieren. chen!" Mit diesem Triumpf wollten sie jeden Zweifel der mißtrauisch Gewordenen aus der Welt schaffen. Sie haben gelogen und sie sind überführt! Jeßt rückte die SH mit wütenden Artikeln und Flugblättern gegen uns aus. Jest entSonntag, den 6. April 1935 suchten Doderer und der Generalsekretär des Industriellen- Verbandes Dr. Kislinger den Dr. Rosche im Hotel Blauer Stern" auf. Sie hatten mit ihm eine lange Unterredung. Ist Dr. Roi che etwa kein führender Mann in der Henlein- Partei? Die Henlein- Partei ist der Unwahrheit übers lich aufgegeben. Ein anderes ist ihr nicht eingeführt. Sie hat von Doderer genommen und fie hat es nicht genommen, ohne sich zu GegenDienſten zu verpflichten. Die Henlein- Partei ist der Antwort auf die Frage nach ihren Geldquellen immer ängstlich ausgewichen. Das Märchen von den braven Mitgliedern, die Millionenbeträge zahlen, hat sie endfallen. Auf der Reichenberger Tagung wurde Henlein von einigen sei ner Amtswalter gefragt, woher die SHF ihr Geld nehme. Was antwor tete Henlein seinen Unterführern? Geld das ist meine Sache! Spricht so ein Mann, der Rech! nunglegen tann? Nein, aus den hochmütigen Worten schreit die Angst vor der Wahrheit, die vernichtend wirken muß und die unterdrückt werden soll. Wie ein Maharadscha zieht Konrad Henlein seit Wochen durch das Land. Gestern noch mit fünf Automobilen, heute schon mit acht, Söldlinge als Leibgarde um sich, mit Musikkapellen und einem Troß von Adjutanten, überall mit orientalischem Pomp empfangen, Gast bei Gendarmen und den Tatsachen lassen sich aber nicht Angestellten seiner Gastgeber jo stellt sich totichweigen und nicht unter Konrad Henlein als der einfache drücken. Mann aus dem Volte vor! In den kurzen Wochen dieser Tournee wurde für die Propaganda Konrad Henleins mehr ausgegeben als für die ganze Sudetendeutsche Volkshilfe! Wie Konrad Henlein, der aus einer fleinen, Parlament zu kommen! frogner aus Erferwohnung in eine Siebenzimmer- Wohnung Tuschkau mit vielen Zehntausenden Jahreseinin einer Villa übersiedeln konnte so seine Um tommen, verrechnet für einen Reisetag 100 Kč, gebung! Angestellte von Arbeiterorganisationen für die Nacht aber separat nochmals 100 Kč: werden als Berufspolitiker beschimpft bei Er ist kein Bonze und darf in den Senat gewählt Henlein wird man der Bewegung freigestellt werden. a britanten, die Wochenlöhne Dann darf man Gehälter beziehen, von welchen von 30 Kronen zahlen,& a b ritanten, die sich ein Arbeitersekretär nichts träumen läßt. 60 Stunden wöchentlich arbeiten lassen, Fa= Welchen Beruf üben Sie neben der Politik noch brikanten, die Arbeiter nicht bei der Soaus, Herr Henlein, Herr Sandner, zialversicherung anmelden,& a brikanten, Herr Se bekowsky, Herr Wo II ne r, die ihren Arbeitern keinen Urlaub bewilligen: Herr Brand? Leugnen Sie noch, daß Sie jetzt Sie sind Amtswalter Henleins und werben in bedeutend höhere Bezüge haben als jemals vor- Versammlungen für die Volksgemeinschaft". her? Sie, gerade Sie, wollen von marristischen Dußendmal vorbestrafte Berufsverbrecher werden Bonzen sprechen? Da Sie so große Worte von Versammlung zu Versammlung geführt, um machen, fragen wir Sie: Was kostet jeden niederzuschlagen, der diese Bande von Ver= eine Gesinnung, Herr Sandner? brechern und Arbeiterschindern nicht als berufene So sieht es um den Führer aus ist es Vertreter der deutschen Bevölkerung anerkennen draußen im Land anders? W a bet und Bi e will. dermann, Kreisführer und Anwärter auf Das ist die Heimatfront: Parlamentsmandate, sizen im Gefängnis. Betrügereien in Dußenden Fällen und Kuppelei! Oben die Unternehmersekrä. Holube aus Alt- Harzdorf hat seine vier r e, in der Mitte gut bezahlte BerufsMonate Gefängnis wegen Diebstahls schon längst politiker und Unternehmer, unten abgesessen, er kann also ins Parlament tandidieren, lieber aus Budau zahlt seinen Ar- eine Knüppelgarde von käuflichen beitern acht Stronen täglich- er ist berufen, ins Elementen. Und der deutsche Arbeiter und Angestellte? Verkauft und verraten an Doderer und die Industriellen! Marschall Petain in Berlin von General Reichenau begrüßt Berlin.- Auf der Durchreise nach Warschau, wo er bei den Trauerfeierlichkeiten für Marschall Pilsudski die französische Regierung vertritt, ist Marschall Pétain Donnerstag bormittags in Berlin eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof Friedrichsstraße vom französischen Botschafter Francois- Poncet erwartet. Im Auftrage des Reichskanzlers Hitler und des Reichswehrministers von Blomberg war General von Rei che na u erschienen, um den Marschall zu begrüßen und ihm einen Wagen zu einer kurzen Rundfahrt durch Berlin zur Verfügung zu stellen. Um 10 Uhr trat Marschall Pétain die Weiterreife an. Kreditverhandlungen noch nicht abgeschlossen Wirtschaftsverhandlungen mit Ungarn Rahmens für den Warenaustausch ein Einvers Heißt es doch in diesem Flugblatt ganz frech und hitlermäßig: ,, Du gabst Dein Blut, Wir geben Dir Deine Ehre wieder!" Wie, Konrad Henlein gibt den Soldaten des Weltkriegs die Ehre wieder? Wo haben Sie denn die Ehre verloren? Haben die hunderttauIn manchen Staaten hat man wohl die Or ganisationen der ehemaligen Frontkämpfer ges schaffen, deren Losung es ist: Nie wieder Kriegl Hinweg mit den Kriegsgreueln, den Massenmorden! Für Frieden und Einigkeit! Ganz anders denken die obigen Herren! Diese schufen den Verband der Heimatsöhne im Weltkriege", wohl unter den gleichen Zielen wie die Frontkämpferverbände anderer Länder. Die Statuten der einzelnen geschaffenen Orts gruppen berbietenjebe politische Tätigkeit. Aber siehe da! Jetzt im Wahlkampf stellen ANNO Tobak 1410 X fende Frontkämpfer bis heute vielleicht ehrlos ge-| sich diese Herren ohne Rücksicht auf die Vereins lebt? Haben die Menschen, die in Dred und Blut statuten in den Dienst der S. H. F. und fordern vier Jahre ausharrten, die von Läusen aufgefres alle Frontkämpfer auf, den Frontkämpfer sen wurden und denen des Kaisers Rock in Fezen Kamerad Henlein zu wählen! vom Leibe hing, ihre Ehre verloren, weil sie diesen Qualen unterworfen waren? Sie Da auch Sozialdemokraten, Landbündler haben ihre Ehrenie verloren und und alle möglichen Parteigruppen, selbst Tsche fein Henlein darf sich anmaßen, sie ihnen zurüd- chen diesem Verbande angehören, ist es zugeben! Am allerivenigsten aber die Clique die größte Unverfrorenheit Budapest. Die zwischen den Delegationen bont. u. t. Offizieren, die jetzt wieder Ungarns und der Tschechoslowakei bezüglich des führen will. 17 Jahre lang waren die Herren froh, von seiten dieser Stäbler, von unpolitischen Abschlusses eines neuen Wirtschaftsabkommens seit wenn sie mit Fußjoden hausieren durften, 17 einen zu verlangen, sich ausschließlich in den dem 4. Mai d. J. im Zuge befindlichen Verhand- Jahre lang haben sie arbeiten müssen wie andere. Dienst der S. H. F. zu stellen. lungen sind soweit gediehen, daß hinsichtlich des ezt möchten sie wieder die großen Herren spielen. Vielleicht haben diese Herren weder Pulver nehmen erzielt wurde. Die tschechoslowakische Obersten und Hauptleuten a. D. großen Bonzengehältern der Aktivitas, nach Es wimmelt nur so von Majoren, noch Gas gerochen, aber sie sehnen sich nach den Delegation ist am Donnerstag nach Prag abge- Sie werfen mit den Offisier sehren- Medaillenzulagen, nach der Möglichkeit, reist, um über die bisherigen Resultate ihrer Re- wörtern herum und tun so, als hätte sich seit teit peitsche schwingen zu können. gierung Bericht zu erstatten, und wird Mitte der 1918 nichts geändert. Es wird Zeit, ihnen zu Hiemit ist einwandfrei festgestellt, daß nächsten Woche zwecks endgültigen Abschlusses der zeigen, daß die tschechoslowakische Politik kein Seimatfront nicht nur im Dienste der Fabrikan Verhandlungen wieder nach Budapest zurückkehren. Wettkampf mit Mumien und Gespenstern ist. Am ten, der Großkaufleute und Großgrundbesitet 19. Mai haben die Frontkämpfer des Weltfrieges steht, sondern von einer abgetakelten Offizier zu zeigen, ob sie sich unter das Kommando der clique dirigiert wird. Herren Stabsoffiziere zurückfehnen! Sozialisten- Sieg in Australien Bei den am letzten Sonntag im Staate Queensland abgehaltenen Barlaments= wahlen konnte die La bo ur- Party ihre bisEin Frontkämpfer und Ausschuß mit herige Mehrheit von 33 auf 45 Gige glied des Verbandes„ Der ei Prag. Die Verhandlungen um einen Finanz- erhöhen. Die Opposition verfügt nur noch über mat Söhne im Weltkrieg" schreibt Fredit für Sowjetrußland im Zusammenhang mi: 17 Site, so daß die Sozialisten beinahe die uns u. a.: Wareneinkäufen wurden am Donnerstag unter Dreiviertel- Mehrheit erreicht..Die ehemaligen Stabsoffiziere der österreiBeteiligung der russischen Vertreter fortgesetzt. haben. Da die russischen Vertreter sich vorbehielten, ihren Standpunkt zu einigen Fragen später nach eben= Regierung bekanntzugeben, wurden die Verhand tuellem llebereinkommen mit der sowjetrussischen Wahltag ist Zahltag! lungen noch nicht abgeschlossen und Eure Münze: Nur die werden in den nächsten Tagen fortgesezt werden. 6 Den die bie In seinen Rundschreiben spricht Major Grillmaier, aus Franzensbad, Villa Erita, von berechtigten Forderungen der Frontkämpfer, welche jedoch nicht weiter erläutert sind. In fem Flugblatt heißt es„ Du gabst Dein Blut, wit geben Dir Deine Ehre wieder". dies Das Proletariat, welches zur Schlachtbank g trieben wurde, gab jein Blut, ni e m a I& bie chisch ungarischen faiserlichen Armee, wie Oberst Offiziersbonzen. leutnant Tittelbach, Major Grillmaier Unsere Ehre, wie die Ehre der to und andere tönnen heute noch immer nicht bert e n Kamera de n, wird niemals Henlein geffen, wie das Proletariat unter ihrem Stom- mit seiner Offiziersclique herstellen, welche de mando, bei Einsatz des Lebens und der letzten Fascismus fördern, sondern einzig und alles Kräfte, in den Tod und die größten Gefahren ge- Internationale der Frontkämpfer mit der Lofung: Für Frieden, ggen afciamus!" trieben wurde. bie t t 1 e e t Nr. 115 Freitag, 17. Mai 1935 Russland unser Verbündeter Gegenseitiger Beistandspakt gestern in Prag unterzeichnet Prag. Donnerstag um 13 Uhr wurde im Czernin- Palais der Vertrag über den gegenseitigen Beistand zwischen der Tschechoslowakischen Repu blik und dem Verbande der sozialistischen Sowjetrepubliken unterzeichnet. Für die Tschechoslowakei unterzeichnete Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. E. Beneš, für den Verband sozialistischer Sowjetrepubliken Gesandter Sergej Alegandrovskij. tens Der Vertrag hat folgenden Wortlaut: eines Artikel 1. rungen anerkennen zugleich, daß die Verpflichtungen zur gegenseitigen Hilfeleistung zwischen ihnen nur soweit wirkfam fein werden, als die von diesem Vertrage vorgesehenen Bedingungen gegeben sein werden und dem Opfer des Angriffes von wird. dole al feiten Frankreichs Hilfe gewährt III. ad 1790 widerung, daß beide Staaten von dem Gedanken Beide Regierungen halten es für wünschenswert, Für den Fall, daß die Tschechoslowakische Repu- des Friedens durchdrungen und von dem Bes ein regionales Abkommen zu treffen, das auf die blik oder der Verband der sozialistischen Sowjet- streben geleitet seien, daß sich die Zusammen- Organisierung der Sicherheit zwirepubliken Gegenstand einer Drohung arbeit der beiden Staaten in der Zukunft in fchen den Vertragsstaaten abzielen würde ober der Gefahr eines Angriffes fet- freundschaftlich stem Geiste ent- und das Verpflichtungen zur gegenfeitigen Hilfeleistung enthalten oder von europäischen Staates tickle. Dr. Beneš sandte außerdem an den Volks- folchen Verpflichtungen begleitet sein könnte, und bewären, verpflichten sich der Verband der sozialistiichen Sowjetrepubliken in gleicher Weise wie die kommiſſär Litwinowo ein herzlich gehaltenes Tele- halten sich daher die Möglichkeit vor, fich eventuell Tschechoslowakische Republik gegenseitig, unverzüglich gramm, in welchem er die Glückwünsche der tsche- mit gegenseitiger Zustimmung an derartigen Abzu einer Beratung über die Maßnahmen zur Einhal tung der Bestimmungen des Artikels 10 des Völkerbundpaktes zu schreiten. • Artikel 2. Im Falle, daß unter den im Artikel 15, Abfak 7, des Völkerbundpaktes vorgesehenen Bedingungen die Tschechoslowakische Republik oder der Verband der sozialistischen Sowjetrepubliken troh ihrer aufrichtig friedlichen Absichten Gegenstand eines nicht provozierten Angriffes bon feiten eines europäischen Staa. tes wären, werden der Verband der sozialistischen Sowjetrepubliken ebenso wie die Tschechoslowakische Republik einander unverzüglich hilfe und Unterstütung gewähren. Artikel 3. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß laut Artikel 16 des Bölkerbundpaktes von jedem Mitglied des Bölkerbundes, das ohne Beachtung der in den Artikeln 12, 13 oder 15 des Baktes übernommenen Verpflichtungen zu den Waffen greift, ipso facto angenommen wird, daß es sich einer kriegerischen Handlung gegenüber allen übrigen Völkerbundmitgliedern schuldig gemacht hat, verpflichten sich die Tschechoflowakische Republik ebenso wie der Verband der fozialistischen Sowjetrepubliken, einander unverzüglich gegenseitige Hilfe und Unterstützung nach Artifel 16 des Paftes in dem Falle zu gewähren, daß einer von ihnen unter diesen Bedingungen und trou feiner aufrichtig friedlichen Absichten Gegenstand eines nicht provozierten Angriffes von seiten eines europäischen Staates würde. Ausschneiden! sid Weitergeben! An die kommunistischen Arbeiter Eben hat die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken einen Bei: standspakt mit Frankreich abgeschlossen. Um den Frieden zu garantieren, um den friedlichen Aufbau in der Sowjetunion vor dem räuberischen Zugriffe der fascistischen Imperialismen zu schützen, hat Rußland dem demokratischen Frankreich die Freundeshand gereicht. Die Soldaten der Roten Armee schüßen Frankreichs Grenzen. Frankreichs Ar. mee verteidigt die Sowjetunion. Im Sicherheits- und Frie denssystem, dessen Hauptsäulen Frankreich und Rußland sind, ist die Tiche= choslowakei, eine demokratische Tschechoslowakei, ein wichtiger Pfeiler. Auch die demokratische Tschechoslowakei ist ein Schutzwall für den Frieden Rußlands wie die Rote Armee ein Schutzwall für den Frieden unserer Republik ist. Kommunistische Arbeiter! Wollt Ihr die Sowjetunion wirklich schützen, wollt Ihr den Frieben unseres Landes vertei bigen? Dann tragt dazu bei, daß die Demokratie bei uns erstarke, dann verschleudert Eure Stimmen nicht für eine hoff. nungslose Opposition, die im Parlament Seite an Seite mit Henleins Trabanten fechten wird! Was trennt Euch von uns? Ist nicht das meiste von dem, was trennend zwischen uns stand, längst von der Geschichte selbst liquidiert worden!? Eben hat Stalin, der Generalsekretär der KPR und der Führer Die gleiche Verpflichtung übernehmen fie" Eurer Internationale, dem französischen Minister Laval versprochen, den Fall, daß die Tschechoslowakische Republik ober der Verband der sozialistischen Sowjetrepubliken| Gegenstand eines Angriffes von feiten eines europh ischen Staates unter den im Artikel 17, Absatz 1 und 3, des Völkerbundpaktes vorgesehenen Bedingungen wären. Artikel 4. die Agitation der französischen Kommunisten gegen die französische Landesverteidigung einzustellen. Lest die Zeitungen, sie berichten alle von der Unterredung Lavals mit Stalin, von Stalins Weisung an die KPF! Was für Frankreich gilt, das gilt auch für die Tschechoslo Ohne Beeinträchtigung der vorhergehenden Bewakei. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie ist für Euch ein geschichtstimmungen dieses Vertrages wird festgesetzt, daß. licher Widersinn geworden, denn er führt Euch an die Seite der Fascisten, wenn eine der Hohen Vertragsparteien von einem an die Seite der Gegner der Sowjetunion. Wen. Ihr die Sowjetunion ober mehreren britten Staaten unter Bedingungen schützen wollt, dann helft uns, die Kramát, Stříbrný und Henlein angegriffen würde, die keine Grundlage zur Leischlagen, dann befolgt Stalins Weisung und sichert der Demo stung von Hilfe und Unterstützung nach diesem Ver- kratie die Kräfte, die sie zu ihrer Verteidigung braucht! trage bieten, fich die zweite Hohe Vertragspartei verbflichtet, daß fie währund der Dauer des Konfliktes weber direkt noch indirekt dem Angreifer oder den Angreifern Hilfe oder Unterstützung gewähren wird,| oobei jebe der Parteien erklärt, daß sie durch keiner lei Hilfeleistungsabkommen gebunden ist, das mit dieser Verpflichtung im Widerspruch stünde. Artikel 5. Die oben angeführten Verpflichtungen stehen in Nebereinstimmung mit den Berpflichtungen der Hohen Vertragspar eien als Mitglieder des Böllerbundes und deshalb wird auch keiner Bestimmung dieses Vertrages eine Auslegung gegeben werden, die die Mission des Völkerbundes beschränken würde, fo-| Iweit es sich um geeignete Maßnahmen zur wirf-| famen Sicherung des Weltfriedens handelt, oder die die Verpflichtungen beschränken würde, die sich für Hohen Vertragsparteien aus dem Völkerbundsbie bakte ergeben. Artikel 6. choslowakischen Regierung zu diesem neuen Erfolg| kommen direkt oder indirekt in einer Form zu beteiliverdolmetschte und die Freude darüber ausspricht, gen, die ihnen geeignet erscheinen würde. In diesem daß die Freundschaft der beiden sich in den Dienst Falle treten die sich aus diesen verschiedenen Abkomdes Friedens stellenden Staaten dadurch erhärtet men ergebenden Verpflichtungen an Stelle der Verpflichtungen, die aus diesem Vertrage erwachsen. wird. Unterzeichnungsprotokoll Bei Unterzeichnung des Vertrages haben die Bevollmächtigten folgendes Protokoll unterfertigt, das gemeinsam mit dem Vertrage ratifiziert werden wird: I. Es besteht Uebereinstimmung darüber, daß sich aus Artikel 3 für jede der Hohen Vertragsparteien die Verpflichtung ergibt, unverzüglich der anderen Partei hilfe zu leisten, indem Auch ein Luftabkommen in Moskau unterfertigt Moskau. Donnerstag nachmittags wurde im Gebäude des Volkskommissariates für auswärtige Angelegenheiten das Luftabkommen zwischen der Tschechoslowakei und dem Sowjetverbande unterzeichnet. Die neue Luftlinie Prag- Moskau sieht in borod, in Klaufenburg( Rumänien) Kiew Zwischenlandungen vor. An der Vorbereitung für den Ausbau der neuen Fluglinie wird derart beschleunigt gearbeitet, daß die regelmäßige Flugverbindung bereits Anfang Augu it wise eröffnet werden können. Dieser Vertrag, dessen tschechoslowakischer und fic sofort den Empfehlungen des Völkerbundrates und auf sowjetruffischem Gebiet in Orel und ruffischer Wortlaut in gleicher Weise authentisch find, nachkommt, sobald dieser sie nach Artikel 16 des wird ratifiziert und die Ratifikationsurkunden wer- Völkerbundpaktes erlassen hat. Desgleichen besteht den ehestens in Moskau ausgetauscht werden. Er Uebereinstimmung darüber, daß beide Parteien einwird beim Sekretariatsamte des Völkerbundes regi- vernehmlich vorgehen werden zu dem Zwecke, daß der striert werden. Rat diese Empfehlungen so rasch etläßt, wie dies die Der Vertrag tritt fofort nach Austausch der Umstände erheischen, und daß, falls der Rat aus Mittwoch abends veranstaltete der Chef der Ratifikationsurkunden in Kraft und bleibt fünf welchem Grunde auch immer keinerlei Beschluß sowjetrussischen Zivilluftfahrt Ttatschew zu Jahre in Geltung. Falls er von einer der Hohen faßt, der Verpflichtung zur Hilfeleistung trotzdem Ehren der tschechoslowakischen Delegation ein Vertragsparteien nicht nach einer mindestens ein nachgekommen wird. Es besteht gleichfalls Neberein- Abendessen und betonte in seiner Kundgebung, daß jährigen Kündigung vor Ablauf dieser Frift gekün- ftimmung darüber, daß sich die in diesem Vertrage die Flugverbindung Prag- Moskau nicht nur eine| digt wird, bleibt er auf unbeschränkte Zeit in borgefehenen Hilfeleistungsverpflichtungen blo technische Verbindung sein, sondern zur poliGültigkeit; jede der Hohen Vertragsparteien wirs, auf einen Angriff beziehen, der auf das tifchen, wirtschaftlichen und kultu= ihn jedoch durch besondere Erklärung nach einjähri- eigene Gebiet der einen oder der anderen Vertrags- rellen Annäherung beitragen wird. ger Kündigungsfrist aufheben können. partei unternommen wird. II. Die beiden Regierungen konstatieren, daß die Bei einem Diner, das Dr. Beneš anläßlich Tragweite der in den Artikeln 1, 2 und 3 diefes Ber- Rosche schnorrt für Henlein der Unterzeichnung des Pattes zu Ehren des trages enthaltenen Verpflichtungen, der in dem BeSovjetgesandten gab, sprach Dr. Beneš in einem ftreben abgeschlossen wurde, in Osteuropa ein regiodie Schecks Trintspruch seine Freude über den Vertrag aus, nales Sicherheitssystem auszubauen, dessen Anfang Verplempertes Geld! durch welchen die Freundschaft zwischen den beiden burch den französisch- fowjetrussischen Vertrag vom Staaten befestigt und ein weiterer Beitrag zur 2. Mai 1935 gemacht wurde, so abgegrenzt ist, Friedensorganisierung Europas geleistet wird. wie es im Bunkte 4 des unterzeichneten Protokolls zu Auch der Sowjetgesandte betonte in seiner Erdem erwähnten Vertrag festgesetzt ist. Beide RegieDas Volk wählt 6 ALPA Franzbranntwein Seite 5 zum Mundausspülen Henlein wird vor der Tür Tür bleiben Einmütige Ablehnung in der tschechischen Deffentlichkeit Je lauter Henleins Wahlpropaganda ertönt, desto stärker wird der Widerstand gegen ihn. Die Spekulation auf die Freunde im tschechischen Lager ist zusammengebrochen. Die eindeutige Ablehnung Henleins im agrarischen Zentralorgan„ Ventov" hat in der Oeffentlichkeit lebhaften Widerhall ge= funden und wird nur zustimmend zitiert. Der Traum von der Erringung eines Einflusses im Staat ist ausgeträumt. Phantasten, die troßdem auf die Karte Henleins seßten, werden sich bald der tristen Wirklichkeit gegenübersehen. Die Worte, welche die„ Lidové Novinh" dem Artikel des„ Venkov" folgen lassen, geben die Stimmung der tschechischen politischen Kreise tref fend wieder: ,, An der deutschen Bevölkerung wird es sich bitter rächen, daß sie der gewiffenlosen Agitation der Henleinleute erliegt. Je zahlreicher die parlamentarische Delegation der Henleinparteifein wird, desto fchwächer wird die politische Stellung der deutschen Minderheit in unserem Staate werden. Wir können nur mit ienen deutschen Parteien zu fammenarbeiten, an deren staatlicher Verläßlichfeit kein Zweifel besteht und die ihre Treue zur demokratischen Ordnung, welche von niemandem in der Republik aus dem Sattel gehoben werden kann, bewährt haben. Je näher die Wahlen fom= men, desto deutlicher wird es, daß die sozialistischen Parteien ihre bisherigen Machtpositionen er= halten werden, so daß nur ein Narr sich noch mit der Hoffnung tragen kann, daß man nach den Wahlen eine Regierung ohne sozialistische Parteien wird bilden können. Aber auch wenn es nicht andere gewichtige Gründe gäbe, so schließt schon die bloße Beteiligung der Sozialisten, welche in jeder fünftigen Regierung gesichert ist, von vornherein jedwede Zusammenarbeit mit der undemokratischen und staatlich unverläßlichen Bewegung Henleins aus. Die deutschen Demokraten und Sozialisten können sicher sein, daß ihr Bemühen um Stärkung der Demokratie in unserer Re= publik gewürdigt werden wird." Schächung der Deutschen im Staat etwas anderes kann das Ergebnis der Henleinbewegung nicht sein. Die Affäre Kut Die Agrarier wollen im Ständigen Ausschuß interpellieren Jm Vento v" richtet der Senator Vraný an den Außenminister neuerlich die Anfrage, ob er zu der Beschuldigung, daß der Par lamentskandidat des Národní Sjednocení ut, ein Redakteur Stříbrnýs, den Prager italienischen Gesandten um bedeutende Geldbeträge für politische Zwecke der Stříbrný- Partei angegangen hat, öffentlich Stellung nehmen werde. In Vranýs Artikel heißt es u. a.: Der Vertreter des Ministeriums hat indirekt geantwortet, als er auf einer Journalistenbesprechung zugab, daß das Ministerium tatsächlich vom diesem Gesuch durch den Ver= treter jener Groß macht ber ständigt wurde. Ich kann mich mit diefer indirekten Antwort nicht zufrieden geben. Es geht um eine ungeheuer ernste Sache, welche in unserer Deffentlichkeit große Bewegung herbor gerufen hat. Ich ersuche Sie, daß Sie für eine direkte Antwort sorgen. Es ist mir befannt, daß Sie über das Gesuch Kuts seinerzeit in einer Sigung der politischen Minister berichtet haben. Es ist mir bekannt, daß Sie davon füh rende Personen der Koalitionsparteien verstän digt haben. Die Oeffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, was den Ministern und politischen Führern schon bekannt ist. Die Oeffentlichkeit würde es in der nächsten Sibung des Ständigen Ausschusses der Nationalversammlung e rrah ren, wohin die Republikanische Partei diese Angelegenheit bringen würde, wenn ich nicht eine direkte Antwort bekomme." Die Redaktion des ,, Venkov" knüpft an die= sen offenen Brief Vranýs die Bemerkung, daß der Schlußsaz dafür zeuge, daß es um keine Wahlagitation geht, sondern um das öffentliche Interesse. Seite 6 Jagesneuigkeiten Auch die Leiche Stabskapitäns Přikryl gefunden Spindlermühle. Die GendarmerieStation in Spindlermühle meldet, daß Donnerstag morgens im Elbgrund die Leiche des Stabskapitans Přikryl gefunden wurde, der am Sonntag, dem 3. Feber I. J., gemeinsam mit Major Paz direk das Opfer eines Unfalles im Riefengebirge wurde. Seine Leiche wurde etwa 70 Schritte von dem Orte entferat aufgefunden, an dem am Mittwoch die Leiche des Majors Pazdirek gefunden wurde. 550 Personen obdachlos Großfeuer in einem slowakischen Dorf Donnerstag nachts um halb 1 Uhr brach in der Gemeinde Valašská Dubová, Bezirk Dolní Rubin, ein Feuer aus, das 120 Gebäude vernich tete. Etwa 550 Personen sind obdachlos. Vier Personen zogen sich ernstliche Brandwunden zu und mußten in das Krankenhaus gebracht werden. Ein Luftschiff stürzt ab Lakehurst( New Jersey). Ein nichtstarres Marineluftschiff vom sogenannten K- Typ stürzte aus niedriger Höhe nach einem ganztägigen Uebungsflug bei der Landung ab, als die Landungsmannschaft die Haltetaue bereits ergriffen hatte. Ein Mann wurde verletzt. Die Ursache des Absturzes ist noch unbekannt. Zehn Tote bei einer Prügelei Auch Desterreicher und Sudetendeutsche... Am vergangenen Dienstag verkündete der Anjager des Breslauer Senders ungefähr folgendes: 1. Preis in Höhe von 3000 Mark preisgekrönt. Breltag, 17. Mai 1935 Sprengstoffattentat gegen eine Arbeitersporthalle Fascistische Verbrecher an der Arbeit In Märzdorf bei Braunau, einem unserer schönsten Arbeiterdörfer in Dftböhmen, fand Mittwoch abends eine sozialdemokratische Wählerver. sammlung statt, die einen außerordentlich guten Besuch und während der Wahlrede, die Genosse Krejci hielt, eine geradezu begeisterte Stimmung auf wies. Am gleichen Abend hielten die Henleinleute mit Hilfe von einigen hundert von auswärts mit Autobussen herbeigeschafften Söldlingen eine VerSammlung ab, die an und für sich nur als Provokation der Sozialdemokra ten in Märzdorf gewertet werden konnte. Mitten in der Debatte der sozial demokratischen Versammlung wurde plötzlich die R. W. alarmiert, da vom Arbeitersportplatze her eine Detonation wahrgenommen wurde. Dieser Alarm und die Mitteilung, daß man vom Sportplatze her einen dumpfen Knall gehört habe, rief unter den Versammlungsteilnehmern eine ungeheure Aufregung hervor, die erst nach langer Zeit und durch das entschiedene Eingreifen einiger besonnener Genossen und besonders des Redners zurückge. drängt werden konnte. Die Versammlung wurde rasch geschlossen und die gesamte R. W. von Märzdorf begab sich im Laufschritt auf den Sportplatz. Gleichzeitig wurde die Gendarmerie alarmiert, die sich ebenfalls sofort zur Sporthalle begab. Dort wurde festgestellt, daß einige Lausbuben, die zwei felsohne aus dem Lager der in den letzten Tagen ununterbrochen gegen die Marristen gehetzten SHF kommen, eine in ein Stahlrohr eingebaute Ekrafitpatrone unter der Sporthalle zur Explosion gebracht hatten. Zum Glück war die Ladung nicht fachgemäß ausgeführt worden, so daß die Wirkung der Explosion nicht so folgenschwer war wie es sich die Verbrecher wohl wünschten. Bei sachgemäßer Ladung der Ekrasitpatrone. wäre die Sporthalle vernichtet worden. Das Sprengstück wurde von der Gendarmerie in Besitz genommen und ist in Braunau ausgestellt worden. Der Arbeiterschaft hat sich auf Grund dieses bübischen Anschlages große Erregung bemächtigt, um so mehr, als die Drohungen der Henleinfascisten kein Ende nehmen. " Heiteres" Wien Nr. 115 Drei fleine Meldungen, die schlecht zum „ Wien" der Filmschlager und Heurigen- Poesie passen: Am Mittwoch wurde im Neumannhof im Keller verstedt ein 28 affenlager bes fchlagnahmt, darunter zwei Maschinengewehre, 36 Gewehre, zahlreiche Maschinenpistolen, 5000 Schuß Munition usw. Der 60jährige Hausbesorger Rudolf Banět und fein Sohn wurden verhaftet. Rudolf Vaněk ist ein ehemaliger Schuh bündler. In ihrer Wohnung im zweiten Wiener Bes zirk vergiftete sich mittels Leuchtgas Frau Ottilie kind I, die Inhaberin des im Innern der Stadt gelegenen bekannten Kaffees hauses„ Savoy". Sie beging Selbstmord, da am Donnerstag ihre Gläubiger das Kaffeee haus übernommen haben. * Der 60jährige Metallwarenfabrikant Jacob Blatt bergiftete fich Donnerstag früh durch Leuchtgas im Büro feiner Fabrit im 16. Bezirk. Finanzielle Schwierigkeiten trieben ihn zum Selbstmord. Jacob Blatt hatte bereits dreiselbstmordversuche unters nommen. Das deutsche Henkerbeil Berlin. Die Juftigpressestelle Berlin teilt mit: Donnerstag früh um 6 Uhr ist im Hofe des Strafgefängnisses Berlin- Plößensee der am 31. Dezember 1912 geborene Arthur Orlow sty bingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Potsdam wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden ist. Der Verurteilte hatte am 3. Juli 1934 die 81jäh Und was fagt Hilgenreiner dazu? Wie england) überfallen, gewürgt und ihr einen Herzschuß rige Witwe Fehrmann in Bäwesin( Westhavel lische Blätter berichten, befindet sich zur Zeit im beigebracht, um sich in den Besitz ihres Geldes zu Dachauer Konzentrationslager ein oppositio- beigebracht, um sich in den Besitz ihres Geldes zu eller Pfarrer, der mit geschorenem Ziegel auf- und abladen muß, bis er erschöpft Haar in Sträflingskleidern solange usammenbricht. Die Wachmannschaften des Lagers stehen bei dieser neuartigen Tortur dabei und ,, beleben" die Szene durch rohe Spässe. 3 Blutiger Hohn. ,, Meine Herren, seien Sie unbesorgt. Jakob ist gut untergebracht, bergnügt, darf Zeitungen lesen, und zwar, was er will...!" Der Staatsantvalt des Volksgerichts au Schweizer Gewerkschaftlern, die Jakob besuchen wollten, aber nicht vorgelassen wurden. sezen. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) 1,000.000 Kč Prämie und Gewinst von 5000 Kč Los Nr. 69868 Die Ziehung hatte folgende Ergebnisse: 90.000 Kč das Los Nr. 37357 80.000 Kč das Los Nr. 41099 30.000 Kč das Los Nr. 58162 10.000 Kč die Lose Nr. 75568 69991 36369 5.000 Kč die Lose Nr. 89465 53829 105521 83047 104946 46147 66437 33800 2.000 Kč die Lose Nr. 67726 7815 57451 67476 51454 71496 43022 24678 31424 48497 64173 45810 85543 30150 55659 92410 45726 73310 28220 h 9 Bombay. In der Stadt Gujerat gerieten einem fröhlichen Koch in der Kambüse" sang, zwei Polizisten in einen Streit, der schließlich in daß er rülpst in das Gemüse und er spuckt eine Prügelei ausartete, an der sich noch zahlreiche in den Salat". Aber bielleicht ist es gerade diese Freunde der beiden Streitenden beteiligten. A13 Sorte Humor, deren Produktion man drüben der Kampfplak schließlich geräumt werden konnte, durch Preisausschreiben anregen will. Doch lasergab sich, daß zehn Leute bei der Prü gelei ihr Leben eingebüt hatten. sen wir das die Sorge der reichsdeutschen SenDie angebliche Prügelei soll darin zu suchen sein, der sein- uns interessiert an diesem Preisausdaß der eine Polizist seinen Kameraden zu ver- schreiben etwas anderes. Es ist nicht so sehr die giften versucht hat. Tatsache, daß man auch auf fudetendeutsche Einsender rechnet, sondern die Bedingungen, die man ihnen stellt. Daß man vom Dritten Reiche her den Staatsbürgern eines anderen Staates vorschreibt, welche Großmutter sie gehabt und welche Fra u fie geheiratet ha„ Der Reichssender Breslau ber ben dürfen, ist eine Zumutung, mit der sich die anstaltet ein Preisausschreiben. Das eventuellen fudetendeutschen Einsender abfinden beſte Hörspiel wird von der Sendeleitung mit einem mögen. Interessanter ist die Bedingung, daß Ferner sind ein 2. Preis in Höhe von 1250 Mart auch sudetendeutsche Einsender Mitglieder der und außerdem einige Trostpreise von 500 Mart reichsdeutschen Reichsschrifttumskammer, der Frauenleiche in der Moldan. Donnerstag ausgesetzt worden. An diesem Preisausschreiben offiziellen Zwangsorganisation des Dritten bi Kühl, unfreundlich, regnerisch. Aus Süd- vormittags erblickte der Arbeiter Jan ou fa fönnen sich nicht nur Deutsche, sondern auch Reiches für Schriftsteller, Journalisten und ReOesterreicher und Sudetendeutsche dakteure, zu sein haben oder schleunigst werden Italien und aus dem Gebiete der Baltan- Halb- beim Wehr des südböhmischen Elektrizitätswertes beteiligen. Bedingung ist, daß der Einsender müssen. Dürfen sie als Staatsbürger des tsche- insel, wo gestern nachmittags 23 bis 25 Grad in Budweis in der Moldau eine Leiche. Er zog fie arischer Abstammung und nicht mit choslowakischen Staates überhaupt Mitglie- Rarpathen. Auch in der Oſtſlowakei und in Star- ans Ulfer. Es handelt sich um eine Frau im Alter verzeichnet wurden, strömt warme Luft gegen die gemeinsam mit dem Maschinenmeister Bomahac einer nichtarischen Frau verheira- der dieser reichsdeutsch- nationalsozialistischen pathorußland herrschte gestern schönes Wetter mit von 30 bis 40 Jahren, deren Leiche bereits läng tet ist. Bedingung ist ferner, daß der Einsender Mitglied der Reichsschrift 3wangsorganisation sein? Daß es manche Nachmittagstemperaturen um plus 20 Grad Tel- aere Reit im Wasser gelegen sein dürfte. Sie war Sut tum 3- kammer ist. Wir stellen es jedoch jedem, schon zu sein scheinen, geht aus der Ankündi- sius. Im übrigen Gebiet des Staates war es mit einem lichten Mantel und einem braunen der sich an unserem Preisausschreiben beteiligen gleichzeitig um 10 bis 15 Grad kälter. In der bekleidet und hat die Augen mit einem will, anheim, die Mitgliedschaft zur Reichsschrift Nähe der Wärmegrenze bilden sich Druckstörungen, Tuch fest verbunden, was den Verdacht tums- Stammer noch bis zum Einsendetermin zu welche über die Alpenländer hinweg gegen unsere berstärkt, daß es sich vielleicht um einen gewalts Gebiete vordringen; namentlich im mittleren Teile samen Tod handelt. Die gerichtsärztliche Obduktion der Republik fällt bereits vielfach Regen. Die wird festzustellen haben, ob es sich um Selbstmord tagsüber, leichten gros, Muf den annen des trunkenen konnte bisher amtlich nicht sichergestellt höheren Berge Böhmens hatten Donnerstag, auch oder um Mord handelt. Die Identität der Ers Böhmerwaldes schneit es. Der allgemeine werden. Wettercharakter wird noch unfreundlich erwerben." Daß es dem reichsdeutschen Rundfunk an guten Hörspielen gebricht, weiß jeder, der einmal in die Sendeprogramme von drüben hineinhorcht und am letzten Sonntag zufällig jenen efelerregenden ,, Humor" gehört hat, der von Magnus Hirschfeld gung des Preisausschreibens ziemlich eindeufig hervor, denn es hätte ja keinen Sinn, Bedingungen zu stellen, die in keinem Falle erfüllt oder erfüllbar wären. Und somit verrät diese Ankündigung aus Breslau, daß es im Dritten Reiche offizielle, halbstaatliche Zwangsorganisationen gibt, die in der Lage sind, Angehörigen eines anderen Staates Vorschriften und Bedingungen zu diftieren. der Gipfel des Hohns! Wenn man dieſem famosen Staatsanwalt folgt, so erholt sich der aus Basel 32587 19121 92167. Staatsanwalt folgt, so erholt sich der aus Basel 32587 19121 92167. Geraubte im Sanatorium der Gestapo von den Geraubte im Sanatorium der Gestapo von den Strapazen seiner Emigration! bleiben. Bier Opfer einer Explosion. In dem britisch indischen Torfe Tiruvathi ereignete sich in einer Feueriverksfabrit eine schwere Explosion. Bier Arbeiter tamen bei dem Unglück ums Leben. aufs trat, abgeholt. Die polizeilichen Nachforschungen einer kleinen Partanlage steht ein Haus mit vielen lustigen Giebeln und Zinken. Man könnte meinen, es Einfluß nicht nur auf den körperlichen, sondern auch hat Hirschfeld das Interesse aber auch den wütenden Bolizei vermutet, daß es sich um einen wohlvorbes jei die Villa eines gutgelaunten, sorglosen Mannes, aber das Messingschild am Gartentor trägt die Aufschrift: Sexualwissenschaftliches Institut der Univerjität Dr. Magnus Hirschfeld". Die mit dem Studium der Uebergangsstufen zwischen den| wider die Natur" vor Gericht standen, durch den NachGeschlechtern befaßten und dazu einer, der den Mut weis ihres organischen Schicksals freizubekommen. Kindesentführung. Das ,, Berliner Tageblatt" Wir haben gestern kurz berichtet, daß der einzutreten. Die medizinische Forschung der letzten gewieſen, daß es neben dieſer organisch bedingten aus dem Samburger Krankenhaus. Ein Ehepaa hatte, offen für die Ergebnisse seiner Gelehrtenarbeit Freilich hat auch Hirschfeld immer wieder darauf hin- berichtet über eine merkwürdige Kindesentführung Sexualforscher Dr. Magnus Hirschfeld im zwei Jahrzehnte hat ergeben, daß die geschlechtliche Zwiſchengeschlechtlichkeit auch eine andere gibt, die hatte dort sein sechs Morate altes Kind zur Behagas Alter von 60 Jahren in Nizza gestorben ist. Lebensform des Individuums in hohem Maße von auf psychologische, erzieherische und gesellschaftliche lung, das es am Mittwoch abholen wollte. Am Rande des Berliner Tiergartens, inmitten der Ausscheidung bestimmter Drüsen abhängt, der Einflüsse zurückzuführen ist und durch geeignete psy- Kind war aber nicht mehr da, denn am letzten Sams tag hatte es eine fremde Frau, die sehr sicher sogenannten inneren Sekretion. Das Ausscheidungs- chologische Behandlung beeinflußt werden kann. produkt dieser Drüsen, das Hormon, hat bestimmten Die Beschäftigung mit dieser Frage vor allem sind mit großer Energie eingeleitet worden. auf den seelischen und geistigen Zustand der Men- Haß weiter Kreise gebracht. Von seinen anderen reiteten Ra che att handelt. fchen. Man fand auch, daß es typisch weibliche grundlegenden Arbeiten, von seiner geistvollen und und typisch männliche Hormone gibt, daß aber im Organismus feines einzigen Menschen nur weib gründlichen fünfbändigen„ Geschlechtskunde" die das im Allgäu einen so starken Temperaturrückgang, Schneefall im Allgäu. Der Mittwoch brachte war einmal wahr, ehe noch die braune Flut jede temmen fie nebeneinander vor, wobei freilich grundlegenden Jahrbüchern und der von ihm ins Nein, die ganze Geschichte ist nicht wahr. Sie liche oder nur männliche Hormone auftreten. Stets Standardwerk dieses Wissenszweiges bildet, von sei- am Abend bis auf 800 Meter herunter der Regen ner Zeitschrift„ Serualwissenschaft", von seinen in Schnee überging. Am frühen Morgen war Geistesregung in Deutschland ertränkt hatte. Heute im allgemeinen bei Männern die männlichen, bei ist das Messingschild herabgerissen, die weltberühmte Frauen die weiblichen Hormone überwiegen. Als man Leben gerufenen aufrechten und mutigen Weltliga Kemptener Wald schneebedeckt. Die Temperatur um 0 Grad. Bibliothek, die in dem luftigen, getäfelten Terrassen- dann sogenannte„ echte Zwitter", Menschen, bei für Sexualreform" wissen die Wenigsten, die sich das zimmer untergebracht war, ist dem Scheiterhaufen denen die Merkmale beider Geschlechter ausgebildet Recht anmaßen, diesen wahrhaften„ Führer" der zum Opfer gefallen, die Wände, an denen übersicht sind, auf die Hormone untersuchte, fand man meist, Forschung mit Dreck zu bewerfen. liche wissenschaftliche Statistiken hingen, sind wohl daß die beiden Hormonarten sich das Gleichgewicht anit Führerbildern geziert. halten. " Und der Mann, der diese einzigartige Forschungsstätte geschaffen hat, ist veriagt von seinem Arbeitsplatz in der Emigration gestorben. Kaum ein zweites wissenschaftliches Arbeitsfeld war so heiß umstritten, so bedenkenlos und bübisch verleumdet, wie das Magnus Hirschfelds. Kein Wunder: Er forschte ja in jenen Gebieten, die von verlogener Spießermoral mit verbissenem Tabu belegt find, in den Gebieten des menschlichen Geschlechtslebens. An diese Forschungsergebnisse knüpfte Hirschfeld an. Er entwickelte den Gedanken, daß es zwischen dem ,, hundertprozentigen Mann" Vom Rundfunk bab RUSEPA 5 98 bet bi liegt Weil er auf seinem Gebiete für Wahrheit, Recht empfehlenswertes aus den Programmen und Anständigkeit gekämpft hat, zog er sich den un ſtillbaren Haß der jetzigen Herren Deutschlands zu. Das Dritte Reich hat seine Dankesschuld an dem Samstag. Brag, Sender 2: 10.05: Deutsche Preiſe, Schallplatten, 11: - der in Wirklich großen deutschen Gelehrten damit quittiert, daß es 15.55: Blasorchesterkonzert, 17: Liederkonzert, 18.45: keit nicht existiert und der„ hundertprozentigen den alten Mann halbtot prügeln ließ. Die VollFrau", die auch nicht existiert, eine ununterbrochene strecker dieser Bestialität waren es ist mehr als 18.10: Arien und Lieder, 18.45: Deutsche Breffe, Deutsche Sendung: Aktuelles Gespräch, Folge von Zwischenstufen gibt, auf der jeder lebende groteste Fügung die SA- Garden des Herrn 22.15: Tanzmusik. Sender S: 14.30: Violoncello Mensch seine organisch bestimmte Stelle einnimmt. Roehm! fonzert, 15: Deutsche Sendung: Janetschef: Mufis Diese Stelle auf der Leiter der Zwischenstufen be- Nun ist Magnus Hirschfeld, wie ein Hund aus talische Zeitgeschichte.- Brünn 12.35: Mittagston dingt oft wenn auch keineswegs immer die seinem Vaterland hinausgeprügelt, in der Fremde 3ert, 17: Kinderlieder, 17.45: Deutsche Sendung: Lebensform jener Menschen, die man als Homo- gestorben. Aber das Land, aus dem ez hinausHalbe Stunde Blasmusik, 20.30: Moderne Körpers tator der Unzucht wider die Natur" gestempelt. In mutigem Auftreten als Gerichtssachverständiger ge- dieses Deutschen rühmen, wenn es sich schon längst Orchesterkonzert. Platteste Sturheit hat ihn gehässig zum„ Agi- seruelle bezeichnet. Unzählige Male ist es Hirschfelds geprügelt wurde, wird sich noch einmal mit Stolz und Gitarrekompositionen, 19.15: Leichte Mufit: Wahrheit war er einer der ersten Männer, die sich lungen, unglückliche Menschen, die wegen Unzucht derer, die ihn verjagt haben, schämen wird. fonzert. " erziehung. Mähr.- Ostrau 17.10: Heitere Bither Presburg: 17.10: Lieders ERKE G2 Rr. 115 Freitag, 17. Mai 1935 Tüte 7 Wer Den Men Des Wen MW Kaschmir— das Venedig des Himalaja »Sie fahren doch nach Kaschmir, meine Gnädige"— hatte der Vertreter von Krupp gefragt, den ich zufällig in Delhi kennen lernte. Er hielt mich für eine, jener Vergnügungsreisenden, die ihre Ferien auf spannende und angenehme Art verbringen wollen.„Kaschmir verfügt über alle Vorteile. Im Sommer über herrliche Luftkurorte, im Winter über erstklassige Sportgelände, im Herbst ist es eine der reichsten Obst- und Getreidekammern der Welt und im Frühling— na also im Frühling, da ist es ein wahres Paradies. Die Europäer in Indien und die pensionierten englischen Beamten haben es sich mit Recht zum vorübergehenden oder auch ständigen Aufenthalt gewählt. Herrlich ist es! Ich sage: einfach herrlich! Und Ruhe hat man dort. Wie in einer Nervenheilanstalt. Keine Eisenbahnen, kein Flugdienst— ausgenommen der militärische;«her der stört uns ja vorläufig noch nicht— und die Autostraße, die einzige Verbindung mit der Welt, ist alle paar Tage verschüttet. Sie werden es sehen und sie werden sicher begeistert sein." Und nun stehe ich hier auf der ersten Drücke und schaue in das Paradies. Vor mir liegt Srinagar, die Hauptstadt von Kaschmir. Sie ist so flach, daß man nur die Fronten der ersten Häuser sehen kann, die kohlschwarz sind und die ersten Dächer, auf denen GraS wächst. Unter der Brücke flieht der Djelum, ein silbernes Band, das die-Stadt umsäumt. Und hinter mir find die fast noch, gelben, weiten Reisfelder, stehen die dunklen Bäume, deren Zweige unter der Last der grünen Früchte gebogen sind und rund umher wird die Aussicht von den gewaltigen, sich im Nebel und in den Bollen verlierenden Berggipfel, den Vorstufen des Himalaja, abgeschnitten. In den tiefen Schluchten dieser Berge liegt ewiger Schnee. Die Lust ist ganz dünn, sie läßt die Feüwr, die Bäume, die Boote und den Fluh ganz zart, hell Md flligranartig erscheinen und ist irgendwie spröde», so dah ist fürchte, sie mit üner raschen Bewegung zu zerbrechen. Ja, es ist schön hier! Herr- lich, herrlich schön! Menschen sind billiger als Tiere. Aber das Bild ändert sich, wenn man von dieser Landschaft fort auf die weihe, endlose Straße sieht, auf der unzählige trostlose Gestalten wandern, hungrige verwahrloste Menschen, deren abgerissene Kleidung sich nicht vom Staub des Weges unterscheidet. Tagelang, wochenlang, ost monatelang wandern sie über die steilen, glühenden Bergwege» von Oct zu Ort, immer hoffend, alS Aushilfsarbeiter einig«. Taga-Ouaetisr und Nahrung zu bekommen. Denn so üngeheuer reich Md schön das Land ist, sö erschreckend arm ist eS auch. Und dann rollen die hochbeladenen Wagen vorbei, vor die statt Lasttiere Menschen gespannt find. Drei, fünf, sieben, je nachdem. Denn auher für die Karawanen nach Rawalpindi wird in Kaschmir kein einzige» Zugtier verwendet. Die Nahrung eines solchen TiereS kostet zwölf Annas — und ein Mensch in Kaschmir verdient sechs bis neun Annas. Und so schleppen sie und schleppen. Und während sie gehen, singen sie monotone, rhythmische Lieder. Wenn man ihnen folgt und die Straße nach Nordosten entlang fährt, kommt man in einer Stunde Weg zu den drei wundervollen Mogulgärten, den Sommerresidenzen der alten mohammedanischen Könige. Mit welcher verschwenderischen Pracht sind sie angelegt! Wie zierlich sind biese kleinen, schon ganz im tibetanischen Stil erbauten TeehäuSchen, die unter üppigen, dunkel- ürünen Bäumen stehen und von grellfarbigen Blumen umgeben sind! Wie künstlerisch diese Wasserspiele, die Teiche und Kanäle! Und da— inmitten eines solchen Teiches steht ein Mann. Das Wasser reicht ihm bis zur Brust und mit einem schweren Reisigbesen fegt er die abgefallenen Blät- wr von der glatten Fläche. Obwohl heut« niemand mehr in den prunkvollen Schlössern wohnt, werben die Anlagen doch nach alter Sitte gehegt und gepflegt. Und dieser Mann, der täglich zehn bis zwölf Stunden im eiskalten Wasser arbeitet, verdient fünfzehn Rupies monatlich. Solange es hell ist und besonder- an Sonn- und Feiertagen, sind die Anlagen von zahlreichen Besuchern belebt. Aber in den Nächten wagen sich Leoparde und andere wilde Tiere tief hinein in die Gärten und überfallen sogar viele in der Nähe liegende Hütten. Kein Wunder dann, da man im Basar von Srinagar die schönsten und größten Felle um fünfzig bis sechzig Schilling kaufen kann! Und nun gehe ich durch diese Basare und bewundere die feinen Silber- und Goldschmiedarbeiten, die weltberühmten Kaschmirtücher und die Papiermachöformen, die Teppiche, die wuchtigen Holzschnitzereien und die zarten Lederarbesten. Als Europäerin, die allein und noch dazu zu Fuß geht, errege ich ungeheueres Aufsehen. Mehr als hundert Menschen begleiten mich und achten genau auf jede meiner Bewegungen. Das ist nicht gerade angenehm. Aber auf einer Jndienreise gewöhnt man sich daran, niemals allein und unbeobachtet zu sein. Eine Bevölkerungszahl von 853 Millionen Menschen, von denen der weitaus größte Teil absolut nichts zu tun hat und sich in den Straßen der Dörfer und Städte aufhäü, macht sich eben bemerkbar. Die Hauptstadt deS Paradieses". Der Krupp-Vertreter in Delhi hatte mir einen Brief an seinen Freund mitgegeben, der in einer von der Hävero(I. G. Farben) gelesteten Teppichweberei angestellt ist. Ich beschließe durch die Stadt zu'jener Fabrik zu gehen, komme über den großen Platz, auf dem der tibetanische Tempel steht und durch eine der wenigen breiten Straßen. In dieser Straße wurde vor zwei Jahren geschossen. Ein Streik, ein Verzweiflungsaufftand war auSgebrochen, man versuchte, ihm so rasch als möglich eine religiöse Färbung zu geben und der Maharadschah(denn Kaschmir ist einer der sechshundert„Fürstenstaaten") berief englisches Militär und englische Flugzeuge. So sieht also die Stadt, die Hauptstadt deS Paradieses, im Innern aus. Die zwei bis drei Stock hohen Häuser sind verfallen. Können Menschen so wohnen? Der Schnee, der im Winter viele Meter hoch liegt, hat die meisten Dächer eingedrückt. Die Balkone scheint der Frühlingssturm abgerissen zu haben, so daß an diesen Häusern nur mehr lose, gefährlich baumelnde Bretter hängen. ' Die Löcher m den Wänden sind mit Papier und , Fetzen verstopft, die Fenster sind zugenagelt oder iMllebt. uiü>,.statt der Hauseuigänge gibt es nur schwarze, gähnende Mauerritzen. Auch die Kanäle, die die Stadt kreuz und quer durchschneiden, und unzählige bunte Lichtreflexe auf die Häuser werfen, können nicht über die Trostlosigkeit hinwegtäuschen. Wegen dieser Kanäle wird Srinagar sehr oft das„Venedig des Himalaja" genannt. Aber statt der Gondeln für Liebespaare schwimmen auf diesen Kanälen HauSbote, in denen tausende und tausende Familien in der bittersten Not leben. Ist das der Eingang zu einer Fabrik? Ich stehe vor einem Garten voll prächtiger Blumen. In den Baumkronen zwitschern diePögel, die Lust ist klar und rein. Ja, es gibt keinen Dampf hier, keinen Rauch, keine Maschinen, keinen Lärm?— Ich gehe weiter. In der Mitte des Gartens stehen einige kleine Häuschen. Irgendwo klappert eine Schreibmaschine. Ich folge dem Ton und komme in ein Büro. Gebe meinen Brief ab.„Einen Augenblick, bitte." Da ich zu dem Deutschen nicht viel vertrauen habe und fürchte(wie sich später zeigte, auch mit Recht fürchte), daß er mir die intereffantesten und wichtigsten Dinge'einfach unterschlagen würde, bitte ich einen Beamten, mir einstweilen die Weberei zu zeigen. Bereitwiflig führt er mich in einen langen,'schmalen, halbdunklen Raum. In der Mitte dieses Raumes stehen die Webstühle; vor ihnen, mit dem Rücken zum Licht, sitzen die Arbeiter. Langsam, vorsichtig nehmen sie einen bunten Faden nach dem anderen; ihre Augen gehen Ueb' immer Treu* und Redlichkeit— fCheftedaktionSzirmner deS„Wahlruf". Der Turn- ^art grüßt, lorbeerumkränzt, vom Steckkissensäugling W zum Führer-Maui«Salier von allen vier Wän den. Redaktionssitzung. Der Chef spricht:) „Artverwurzelte Köllen! Unser Journalismus ist ein grundsätzlich anderer als der der orts« Eichen Journaille! Wir hassen die Sensation! Wie verabscheuen die Lüge l. Verantwortungs- ^tlvußtsein, Disziplin, Redlichkeit und Sauberkeit und schönste deutsche Tugenden! Ihnen dienen E! Wir sind keine Asphalt-Skribenten—•—. Uns befruchtet die biedere. Scholle, uns nährt wt Poden, dem wir bluthaft entsprossen sind! Deutsch sein heißt, wahrhaft sein! Seht unseres uuhrerS mahnendes Antlitz und zeigt Euch seiner Erdig! Siegheil und an die Arbeit!" Allgemeines Heilrufen, Die Redakteure verlassen das Chefzimmer. Pause. Dann: Erster Redakteur(stürzt ins ounmer): ..»Soeben kommt eine Meldung:..30 Su- ^ienparreiler schlagen einen Sozialdemokraten nieder und verletzen ihn lebensgefährlich." Was soll man daraus machen?" Der Chef:»Höchst einfach! Schreiben Sie: MarxistischerUntermenschum- zingelt, bis an die Kopfhaare bewaffnet, friedlich einhergehende Kameraden. Im Höch st er Lebensgefahr gelingt cs unseren Tapferen, den roten Verbrecherunschädlichzumachen! Ueberschrift» „Die rote T e r r o r') e st!"(Erster Redakteur ab.) Zweiter Redakteur(stürzt Hereins „Was sollen wir mit den gestrigen Sozikund« gedungen anfangen? Nach neutralen Schätzungen war der Besuchriesig. Verflucht peinliche Sache!" Chef: Kindlich einfach! Melden Sie:„Die letzten fläglichen Reste des sterbenden Marxismus versuchen Versammlungen abzuhalten. Riesenblamage der VolksverräterI Das Volk steht auf gegen die tote Sozialdemokratie! Unser mit besonders scharfem Feldstecherapparat ausgerüstet r Sonderberichterstatter Hadubrand Falkenauge zählt insgesamt 172(in Worten einhundertundzweiundsiebzig) Versammlungsteilnehmer, von Harold Lloyd vor 14 Jahr« und heute. unruhig zwischen der Vorlage und dem Stoff hin und her. Obwohl sie unser Kommen gehört haben müssen, arbeiten sie weiter, ohne aufzuschauen und ohne sich zu unterbrechen. «Akkord?"—„Nein. Sie verdienen monatlich zehn bis dreizehn Rupies!"(20 bis 26 Schilling). So wenig könnte man ihnen im Akkord kaum bezahlen. Und neben jedem erwachsenen Arbeiter sitzt ein Kind. Manchesmal sind eS auch zwei. Mit winzigen, blassen Gesichtern, aufgedunsenen Körpern und Augen, die verklebt sind und die weitaufge- rissen das Muster anstarren und Keinen Händen, die mit erregter Geschicklichkeit die Knoten schlingen. Es ist furchtbar, ihnen zuzusehen. Diese Kinder leisten Enormes, Memsahb. Sie arbesten noch intensiver als die Erwachsenen. Und denken Sie, manche von ihnen sind erst vier Jahre alt." „Und was bezahlen Sie den Kindern?" „Nichts, Memsahb, nichts. Jeder Arbester ist verpflichtet, ein Kind zu seiner Hilfe mitzubringen. Allerdings, den Kindern, die ohne Begleitung hier sind, bezahlen wir zwei Annas täglich. Das ist nicht viel. Aber was könnten sie mit dem Geld anfangen?" Was sie damit anfangen könnten?— Satt essen würden sie sich einmal! „Und wie lange arbeitet man?" „Im allgemeinen von morgens bis abends. (Das heißt im Winter acht und im Sommer zwölf bis fünfzehn Stunden). Aber wenn wir viele Anfträge haben, dann..." ' ibt«i 2>ör_.Dk.uffche.läßt„mich rufen».Sr" sitzt st» einem nicht gerade eleganten, aber immerhin-bequemen Büro. „Tag, Tag!— Schön, wieder mal Landsleute zu sehen!-— Erzählen Sie mir doch, wie ist das eigentlich; hat man in Bersin..." „Würden Sie mir nicht lieber von hier erzählen?" „Ach, nä hörn Se mal, das ist doch so unwichtig.— Aber, ich verstehe, Sie wollen etwas sehen, nicht wahr?— Nun, ich werde Ihnen unsere neuesten Teppiche vorlegen lassen. Schade, daß Sie nicht einige Tage früher gekommen sind. Dann hätte ich Ihnen noch die Lieferung an den Vizekönig von Jndien,zeigen können. Er hat bei uns Waren im Werte von 850.000 Rupie» bestesit. — Na, also, kommen Siel" „Tja— na— sagen wir mal eine Million Rupie»." Offenbar ist er fünfmal so hoch. „Und wieviel verdienen Sie?" „Doch— wissen Sie— ich bin ja nur Vertreter der I. G. Farben hier und am Umsatz nicht direkt beteiligt." „Ich schätze 2500 Rupies monatlich." Er lä« chelt. Also mehr. „Aber man macht ja auch sein Nebengeschäft, Gott sei Dank. Als ich vor zwei Jahren in Berlin war, brächte ich Teppiche um viele tausend Mark zollfrei durch. Wer nämlich im Ausland eine Wohnung besitzt, kann sagen, da er nach Deutschland rückübersiedeln will. So läßt sich das Ding ganz schön drehen. Und dann habe ich sie mit Nutzen verkauft. Mit einem Nutzen, der sich gewaschen hat. Ich sage Ihnen!" „Bitte, zeigen Sie mir nun auch die Arbeitsräume. Ich würde gerne sehen, wie diese Teppiche hergestellt werden." „Dazu habe ich leider keine Zeit, Fräulein. Aber ist ja ganz uninteressant. Was sehen Sie schon?— Ein paar verlauste, dreckige Arbeiter. Nicht mit der Zange möchte ich sie anfassen l Na, also— Wiedersehen. Und grüßen Sie mir die Heimat!" Und während ich langsam durch den Garten zurückgehe, muß ich an den Krupp-Vertreter in Delhi denken»md an seine Worte: Ein Paradies! Votkswktrckajt unäLvÄakpoktiL Deutscher Banknotenkurs sinkt An der Prager Börse ist in den letzten Wöchen eine auffällige Bewegung deS deutschen Banknotenkurses zu bebobachten. Während der Devisenkurs in dec Zeit vom 15. April 1935 his 15. Mai sich zwischen 961.— bis 964.— gehalten hat, d. h. also, daß für 100 Reichsmark KL 961.— bi» 964.— ausgezahlt wurden, ist die Entwicklung des Kurses der deutschen Banknoten fortgesetzt nach unten gegangen. Nach der Notierung der Prager Börse wurden für 100 Reichsmark in Banknoten gezahlt am: Rebengeschäfte im ParadieS. Wir gehen in die große Halle. Von allen Seiten springen Diener herbei, schieben Lehnstühle hinter uns und legen die Teppiche aus. Wunderbare, weiche Stücke. Aus feinster Wolle, aus Seide und manche sind mit Gold- und Silberfäden durchwirkt. „Diese Teppiche gehören dem Maharadschah. Er hat uns einen größeren Auftrag übergeben. Sehen Sie, von diesen Teppichen kostet jeder 800 bis 1200 Rupies. Oder noch mehr. Ich habe die Preise nicht ganz genau im Kopf." „Verzeihen Sie, wie hoch ist eigentlich der Jahresumsatz dieser Weberei?" denen, vorsichsig geschätzt, mindestens 200 Gegner waren."(Zweiter Redakteur ab.) Dritter Redakteur(stürzt herein): „Sprunghaftes Ansteigen der Preise in Deutschland! Schrecklich!! Was macht man da nur?!" Chef:„Nichts leichter als das! Bringen Sie:„Der SiegeSzug des neuen Deutschland! Keine Arbeitslosen und keine Preise mehr!" Ueberschrift: Mitteleuropas Insel der Seligkeit!" Und.dreispaltig aufmachenl"(Dritter Redakteur ab.) Vierter Redakteur(stürzt herein): „Die Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei ist gesunken. Letzte amtliche Statistik. Hm, hm,—. Paßt gar nicht in unser Konzept—l" Chef:„Mensch, das bringen Sie unter dem Titel:„Sinkt die Arbeitslosigkeit in der CSR?" Petit-Notiz, vierZeilen lang, hinter den Wetternachrichten zu placieren!"(Vierter Redakteur ab.) DerChef(mit einem stolzen Blick auf die diversen Führerbilder):„Ia, w ir sin d wi c 1- lich anders als die andern!" 15. April KL 898.— 20. April KL 888.— 3. Mai KL 883.— 10. Mai KL 873.— 14. Mai KL 868.— 15. Mat KL 863.— Während am 15. April an der Prager Börse der amtliche Devisenkurs für Reichsmark KL 961.75 und der für deutsche Banknoten KL 898.— lautete, die Differenz demnach knapp KL 64.— betrug, ergibt sich am 15. Mai infolge des Rückganges des Kurses für Banknoten eine Differenz von genau KL 100.—. Das ist ein recht erheblicher Unterschied, wenn man bedenkt, daß die Banknoten solcher Länder, deren Währung als stabil gilt, durchwegs etwa den gleichen Kurs, z»»m Teil sogar einen noch etwas höheren alS die Devisen notieren. Der Kursrückgang für deutsche Banknoten in den letzten vier Wochen betragt auf 100 Reichsmark lautende Noten KL 3b.— oder rund 4 Prozent! Die Ursache dieser Entwicklung ist zurzeit noch nicht völlig zu übersehen. Wir halten es aber für ausgeschlossen, daß etwa die deutsche Reichsregierung dazu übergegangen, die in Deutschland aufgelaufenen tschechoslowakischen Forderungen, die allein auS dem Clearingverfahren jetzt auf beinahe 400 Millionen KL angewachsen sind, zu bezahlen. Sollte etwa die Reichsregierung, deren unlautere Finanzpolitik ja kein Geheimnis mehr ist und die dennoch nicht aus den finanziellen Schwierigkeiten herauSzu- finden vermag, dazu übergegangen fein, im Ausland, also auch an der Prager Börse, in größerem Umfang Devisen zu erwerben, mit denen sie dann die notwendigen Rohstoffeinkäufe zu bezahlen gedenkt, die durch die zusammengeschrumpfte. deutsche Ausfuhr nicht bezahlt werden? Diese Methode könnte sich allerdings nur für sehr kurze Zeit als Rettungsanker erweisen und das Htneinschlittern in einen Währungsverfall nicht verhindern. Seite 8 Prager Zeitung Prager Jugendgenossen ,, Sozialdemokrat" wegen Abreißen von Stříbrný- Wahlflugzetteln angeklagt und freigesprochen Donnerstag hat beim Bezirksgericht in Verteidigung an, daß in der Handlungsweise der 3 braslav die Sauptverhandlung gegen drei Angeklagten weder der objektive noch der subjektive Prager Jugendgenossen stattgefunden, Tatbestand der boshaften Beschädigung fremd.a Freitag, 17. Mai 1935. Nr. 115 ODO DO DO DOGDODO DODOJDO DO DOGDO Freitag, den 17. Mai, um 8 Uhr abends, Heinesaal, Prag- Weinberge, Fochová Große Wählerversammlung Redner: Die Kandidaten Theodor Hackenberg und Dr. Robert Wiener gegen welche die Anklage wegen Uebertretung nach Eigentums gegeben ist. Flugblätter, die an Ma- DODO DODO DODOOOOOOO § 468 Strafgesek( boshafte Sachbeschädigung) erhoben worden war. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Die Genossen haben bei einem Ausflug in der Umgebung von Zbraslav Flugblätte der Střibrny Parte 1, welche auf Lichtmasten angeklebt waren, herunt: rgerissen, nicht ohne Beifa'l der Spaziergänger. Es traf sich aber gerade, daß ein Funktionär der Nationalen Vereinigung" auf sei nem Motorrad vor überfuhr und nichts bei feres zu tun hatte, als nach einem heftigen Wortwechsel einen Gendarmen zu Hilfe zu rufen, der die Personalien der Genossen auf nahm. Der Verteidiger der drei Genossen, Doktor Wehle( Kanzlei Dr. Schwelb), führte in seiner Henlein im Dienste des Herrn Dr. Preiß Wir wissen, daß Henlein und Stříbrny im Dienste des Bankgewaltigen Dr. Preiß stehn. Beide werben sie um seine Gunst und sind bereit, für ihn alles zu opfern. Ihre Waffenbrüderschaft zwingt sie, sich gegenseitig zu respet tieren und wenn sie auch zum Scheine vor der breiten Oeffentlichkeit aufeinander losgehen, find sie im geheimen die besten Freunde. Das beweist neuerdings folgender Prager Vorfall: Mittwoch abends legten wiederum einmal die halbwüchsigen Stříbrny- Anhänger durch wüstes Gejohle und lausbübisches Benehmen am Wenzelsplat Zeugnis von ihrer Intelligenz ab. Eine Gruppe dieser jungen Burschen zog auch über den Graben und vergnügt sich damit, überall Zett In der Herren Dr. Preiß, Dr. Hodač und Stříbrný aufzukleben. Vor dem Deutschen Haus stand ein großer Autobus aus der Provinz mit Reklamezetteln für die Sudeten= deutsche Partei. Der Anführer der Stři brny- Leute studierte diese Zettel und als er darauf tam, daß es sich um Reklame für Herrn HenTein handelte, gab er seinen Leuten Befehl, weiterzugeben und keine Zetteln daraufzufleben, denn Henlein kämpft ja sowieso gegen die Marristen. Sport- Spiel- Körperpflege So etwas nennt sich Sport... ften angebracht sind, sind herrenlose Sa= chen und herrenlose Sachen gelten nicht als fremde Sachen. Ueberdies sind Flugblätter ganz abgesehen von ihrem Inhalt als Sache wertlos. Aber auch in subjektiver Hinsicht haben die Genossen die ihnen zur Last gelegte Uebertretung nicht begangen, da ihnen nicht nur das Bewußtsein der Widerrechtlichkeit der Handlung gefehlt hat, sondern sie überzeugt sein mußt, Aber dabei müssen sie sein! Dieser Tage markte zur Entfernung der Stribrny- Plakate berechtigt in der bürgerlichen Presse folgende, von den betrof zu sein. Der Königsaaler Bezirksrichter Maref fenen Sportlern gewiß wenig beachtete Notiz die Runde: Bei den Gaumeisterschaften der Prager bürhat ein freisprechen des Urteil gefällt, urd gerlichen Schwimmvereine hat sich die Gewohnheit zwar aus den von der Verteidigung angeführter ergeben, daß die Kanonen ihnen fernbleiben. Gründen. Der staatsanwaltliche Funktionär hat diese Unzufömmlichkeiten" abzustellen, bestraft der die Berufung angemeldet. Gau diese Stars mit einer Geldstrafe von 2 Ké. Aber jene Sportler, welche an diesen Meisterschaf= Im Antobus gestorben. Am Mittwoch abends starb plötzlich während der Fahrt in einem Wagen der Autobuslinie„ M" der 41jährige Revident Johann Maca aus Smichov. Der Zua zum Kuraebrauch nach Luhačovice, 1 jargon zu reden, ist bekanntlich wegen Verlegung der Amateurbestimmungen lebenslänglich gesperrt worden. Mit den Rigaretten ist nun feine Mart mehr zu verdienen. Das ficht aber den Nationa hero3" wenig an und will nun nach Frant reich, um dort mit dem Fußball das zu verdienen, was er als„ Amateur" irit Dritten Reich nicht mehr darf und soll. Dies Beginnen hat den Spertführer mann der Nation zu erhalten dazu bewogen, Mittel und Wege zu suchen, um Hoff und zu bezahlen. Kunst und Wissen ten doch teilnehmen, jedoch einen fleinen Dreßfehler Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freis aufweisen, fie werden dafür mit 10 Kč bestraft. tag halb 8:& al staff, D2, Denen es passierte und diese..höhere" Anerkennung Serbu s! Servus!,€ 2. Samstag halb 8: erhielten, find Schwimmer des Prager jüdischen Spielplan der Kleinen Bühne. Freitas, Schwimmklubs, a gibor". welche awar keine mit ihm ein sportliches Betätigungsfeld zu finden. Glücksgütern gesegnete Menschen, sonderч u. a. An- 8: Charleys Tante, Kulturverbandsfreunde gestellte und Studenten sind. So behandelt der hur- und freier Verkauf. Samstag 8: Meine Trenč. Teplice und Piešťany iit aesichert. Anmelderliche Sport iene, die glauben, unbedingt nur in Cousine aus Warsiau. dunaen werden noch entaenenaenommen. Fahrkartenausaabe am 18. Mai von 8 bis 13 Uhr im Ausflugszuasreferat im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Der Zug verläßt Prag vom WilsonbahnHof am 20. Mai um 8.37 Uhr. ner * Sport und Politik betreibt der iekine Führer Mitteilungen aus dem Publikum. Narodni siednoceni" Stribrny schon lange. Tun Sie etwas für Ihren Körper! Letzten Endes Vor Jahren verfuchte er es bei der Prager, Sparta" ist er Ihr größtes Kapital, denn mit Ihren Händen, Ausflugszüge. Die Staatsbahndirektion fer= mit wenia Erfolg. Nun hat er in diesen Tagen Ihrem Kopf schaffen Sie Arbeit und Verdienst. tiat folaende Ausfluaszüae ab: In den Tagen neuerdings seine Sportfreundlichkeit unter Beweis aut Sorgen Sie durch regelmäßige Einreibung mit vom 29. Mai bis 2. Juni in das Geienke für stellen versucht, indem er dem Kladnoer Klub 265 Kč, vom 8. bis 10. Juni zur Sofolbaude für|..Sparta" einen Silbervofal für ein kukballturnier Alpa- Franzbranntwein dafür, daß Ihr Körper( rub 180 Kč, nach Johannisbad für 155 Kč. ins venden wollte. Die Kladnoer bürgerlichen Sport- damit auch Ihr Geist!) allen Anstrengungen Adlergebirge für 140 Kč, am 2. Juni nach Pardu- ler lehnten aher Stříbrnna Vokal ab, mit der Be- gewachsen ist! Diese fleine Pflege sind Sie Ihrem bis zum Internationalen Motorradrennen für aründung, daß dieses Geschenk" nur einen politi- Körper schuldig: das wird Ihnen auch Ihr Arzt 63 Kč. Weiter verkehrt ein Rua zum Kurgebrauch| schen Hintergrund habe. in Karlsbad in den Tagen vom 2. bis 23. Juni für 1230 Kč. Der Film " Als einträgliches Geschäft ermies fich die Teile nahme des Mittelstürmers der Brager Sparta" Braine für den belischen Fußballverhand beim Räns derspiel Holland- Belaien. Der belaische Verband berdiente nach unserem Gelbe eine Minion Kč. ob war Braine sportlich enttäuschte. Das hat jedoch im hürrerlichen Sport nicht viel zu bedeuten, wenn so viel Geld dabei verdient wird. Ein Salto in die Seligkeit. Dieser( anschei nend schon sehr betagte) Wiener Film, in dem sich allerhand singende Leute wieder einmal verwechseln, verlieben und verloben, unterscheidet sich von den reichsdeutschen Produkten gleicher Art dadurch, daß er die Blödheit seiner in einem Warenhaus Disqualifikation. Wie hekannt wurde der Ren: spielenden Handlung durch einen blödelnden er Amateurringer Nič( Mitalied des Volize= Dialog noch übertrumpfen und damit wahrschein- Sporths) in Dresden eingefocht. Nun hat ihn lich selbst ironisieren will. Dieser Versuch ist im- der Verband für Schwertathletik disqualifiziert merhin herauszuerkennen, und es kann auch hinzuge- wegen Difzinlinlikeit". die Nič in Dresden he= Das Benehmen dieses jugendlichen Fascisten- fügt werden, daß Friz Schulz in der Haupt- aangen hat. Ein höchst interessante Deklination für führers beweist, daß er auf höhere Wei- rolle so nett ist, wie es die Umstände gestatten. Felix ein Diebstahlsvergehen. sung handelt, daß Herrn Dr. Preiß keine„ na- Bressart hingegen hat als Detektiv tionalen Interessen" am Herzen liegen, sondern eine gar zu alberne Rolle, und Rose Barsony nur das Bestreben, die Arbeiterklasse stellt ihre Beine allzu aufdringlich in den Dienst niederzu knüppeln. Herr Střibrny wie der Sache. Herr Henlein haben diesen Dienst übernommen und sind bemüht, sich die Belohnung des Herr 1 Dr. Preiß zu verdienen Daher: Wer Henlein wählt, wählt Stříbrny! -eisWenn Tiere wandern Von A. Aldt. Ohne Geld kei:: Nationalheros. Richard Hoff: mann( Dresden), der Held" unzähliger Fußbilschlachten um schon mal im bürgerlichen Sportgibt. Verstehen wir denn unsere eigenen Mitmen-, schen? Wie wollen wir erfassen, was in den Tieren vorgeht, die dem Leittier folgend, in Tod und Verderben rennen? bestätigen. Ihre Blumen dürften nach dem gutem Blumen- Zauberdung 1 Patet mit Postzusendung Ke 5-60 durch Berwaltung Frauenwelt". Prag XII., Fochova 62 SP Urania Kino, Klimentská 4. Ab Freitag: Fernsprecher 61623. ..Lied der Heimat" Mit Kammersänger Baul Ludikar, Jrne Esteházh u. a. in Erstaufführung: Bei der Freitag- Abendborstellung versönliche Anwesen heit des Hauptdarstellers Stammerfänger Ludilar. 2976 ten Zone sich dem Brutgeschäft zu widmen, ist schwerer zu verstehen; es gibt doch so viele Vögel, die dort unten im Süden ihre Brut aufziehen und den Wandertrieb unserer Singvögel nie tennen Henleins Streicher- Parolen Freilich, in den meisten Fällen sind die Tier- lernen. Diese aber zieht es unwiderstehlich immer Daß das Wandern eine Luft sei, behauptet wanderungen durchaus zweckmäßig und ihre wieder in die alte Heimat und unter tauſend Ge in Brag das Lied. Ja, gewiß, wenn uns der Drang an- Triebfräfte unschwer zu erkennen: es sind der fahren unternehmen sie die lange, beschwerliche Man schreibt uns: Wer sich in der Versamm- kommt, zu wandern, dann ist es wohl eine Lust, Hunger und die Liebe. Viele pflanzenfressende Reise, um doch wenigstens für einige turze Some lung die die Doderer- Front am Dienstag abend im wandern zu können. Etwas andere Empfindungen Säugetiere führen periodische Wanderungen aus. mermonate die Wiesen und Wälder Europas wie " Deutschen Haus" veranstaltete, ein wenig umfah, freilich löst es aus, wenn man wandern muß, ob Auch Affen wandern oft in großen Scharen. Be- derzusehen und sie von neuem zur Heimat ihrer konnte manches diskret gemurmelte„ Heil Hitler" man will oder nicht. Viele Tiere unternehmen weite stimmte Affenarten Indiens halten sich z. B. zur Kinder zu machen. hören, das dann stets von einem verständnisvollen Wanderungen und es hat den Anschein, als ob sie Sommerszeit im Gebiet des Himalaja auf und Augenblingeln begleitet war. Die wahre Gesin- dabei einem unwiderstehlichen Trieb folgten. Sit gehen bis in Höhen von 3000 Meter und dar- nehmen große Wanderungen, um dem Nahrungs Aber nicht nur Vögel und Säugetiere unters nung dieser Bürschchen, die mit dem Scheckt ihres gut es Bewegungstrieb, Straftüberschuß, der freudige über, während sie im Winter in die Tiefebene zu- mangel vorzubeugen. Auch Insektenivanderungen verdienenden Vaters in der Tasche, Henleinsches Wille zum Wandern, oder ein Zwang, eine innere rückkehren. Kleinere Wanderungen unternehmen sind häufige Erscheinungen. Schwärme von Maffenpublikum darzustellen haben, konnte man er- Notwendigkeit, der sie gehorchen müssen? Was sie zu bestimmten Zeiten, um gewisse Früchte zu Schmetterlingen treten gelegentlich in allen Ges fennen, als ein oppositioneller Redner die jede wissen wir vom Seelenleben der Tiere! Wir kön ernten, die sie besonders schäßen. Auch Elefanten genden der Erde auf und bestehen oft aus Hun Volksgemeinschaft zerstörende Raffen- nen nur still beobachten und selten nur erlauben unternehmen Wanderzüge, die von der Tempera- derttausenden von Faltern, die in gleichmäßigem, heyze der Henlein- Hitler- Partei anprangerte.„ Juden uns unsere Beobachtungen Schlüsse auf die inne- tur abhängig sind. Sie gehen zur Zeit der Hibe fast geordnetem Zuge durch die Lüfte dahinziehen. fnecht",„ Schweinehund",„ elender Hebräer", platt ren Vorgänge, die Stimmungen und Empfindun- in die Berge hinauf. Solche jahreszeitliche Züge Es liegen Berichte vor über Schmetterlingszüge, füßiger Gauner" war noch das mindeste, was dieie gen der Tiere. Selbst unsere Freunde aus dem fennt man vor allem auch von Wildschafen, Stein„ ritterlichen" Knappen des sudetendeutschen Hitler- Tierreich, die uns oft so nahe zu kommen schei- böcken, Wildrindern der Hochgebirge von Asien. und noch dazu gegen den Wind wandernd, bes die man in 1000 Meter Höhe über dem Meer prokuristen vor sich hinmurmelten. Man sah den ver- nen, auch sie bleiben uns ewig fern. Wir wissen So wandern auch Wildpferde und Antilopen der heßten Bübchen förmlich den Kummer darüber an, nichts von den wahren Motiven ihres Handelns. afrikanischen Steppe oft in großen Scharen, um ständen, die wir nicht kennen, zu großen Schwär obachtete. Auch Libellen schließen sich unter Um Wenn Tiere wandern, so sehen wir meist, daß günstige Weidegebiete aufzusuchen. Solche wan- men zusammen. Das Merkwürdigste darin ist, das diese Wanderungen zweckvoll sind. Aber es gibt dernde Herden sind von den Menschen gefürchtet, diese Schwärme, die oft aus Tausenden von auch Fälle, in denen wir Sinn und Bedeutung seit man weiß, welche Gefahren sie mit sich brin- len bestehen, sich aus verschiedenen Arten zusam nicht einsehen können, jene Fälle, in denen Tau- gen. Im Blute verschiedener wilder Huftiere le menseßen. Ein amerikanischer Forscher machte in sende und Abertausende von Wesen maushaltsam ben gefährliche Schmaroßer, die durch Fliegen- Argentinien die Beobachtung, daß solche Libellens Ausbeutung Arbeitsloser zur dem sicheren Tode entgegengehen. Was treibt sie? ſtiche auf die Haustiere und sogar auf den Men- Argentinien die Beobachtung, daß solche Libellen Welche Macht lebt in ihnen und läßt sie blindlings schen übertragen werden können. Die Tiere flies ziehen, Vorboten von heftigen Stürmen sind. Ganz schwärme, welche in der Richtung Südwest- Nordost Wahlzeit ins Verderben rennen, ohne Ueberlegung, ohne hen besonders vor dem Wassermangel und strei- regelmäßig fliegen die Libellenscharen dem SüdDie von den Stribrny-Fascisten zahl- daß der sonst so übermächtige Selbsterhaltungs- fen im Lande umher, auf der Suche nach gün- westwind voran. Nach kurzer Zeit setzt der gefürch der nach reich engagierten Werbezettel Bertei- trieb sie zu bewahren vermöchte? Aber geht es stigen Weideplätzen. Auch die Renntiere und an- tete heftige Sturm, der Pampero ein. Die Tiere Yer, durchwegs Arbeitslose, berichten voller uns Menschen denn eigentlich anders? Sähe aus dere Tiere der arktischen Länder machen den Jah- scheinen sein Herannahen früher wahrzunehmen Unmut von der schändlich schlechten En t- Weltenferne ein anders geartetes, vernunftbegab reszeiten entsprechend regelmäßige Wanderungen. als die Menschen und fliehen vor ihm scharen Iohnung, die sie für ihre Arbeit erhalten. tes Wesen forschend unserem Treiben auf Erden Die weitesten Reisen unternehmen wohl die Vö- weise in Wälder und Gebüsche, wo sie Deckung Während die führenden Bonzen dieser famosen zu, es würde wohl kaum begreiflich finden, daß gel, speziell die Insektenfresser unter ihnen, welche " Narionalen Vereinigung" im Gelde schwimmen, Menschenheere, Millionen von Menschen sich in gezwungen sind, vo: Einbruch der Kälte Gegen sind. Es scheint, daß die Tiere Luftdruckschwans chen und vor dem Sturm einigermaßen geschüt spart man an den Hellern für hungernde den Krieg treiben lassen, widerspruchs- und wider den aufzusuchen, in denen auch in den Winterfungen, vielleicht auch elektrische Spannungen, Arbeitslose! Eine Partei also, die schon bor standalos, gegen jede bessere Einsicht, dem wahr monaten fein Mangel an Insetten herrscht. War die wir kein Sinnesorgan besigen, wahrnehmen. der Wahl durch die" Tat" erweist, wer für sie zu scheinlichen Tode entgegen, durchdrungen von der um sie freilich im Frühjahr diese nahrungsreichen stimmen hat und wer nicht! Ueberzeugung, daß es keine andere Möglichkeit Gegenden verlassen, um erst in unserer gemäßigBezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Boit monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96 дanzjährig Kč 192.mercte werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrantatur wurde vor der Post- und Teles grapbendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Truderei: Orbis". Druds. Berlags- und Beitungs- A.- G.. Prog. daß sie wahltaktische Gründe ztvangen, aus ihrem Herzen eine Mördergrube zu machen und diese„ Parolen" nicht zum Feldgeschrei der Versammlung zu erheben. ( Schluß folgt.) daß Libel fus für