Samstag, 25. Mai 1935 Nr. 122 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (oinichlioftlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH. MD AKT ION und VERWALTUNG PRAG XIU fochoya«2. TELEFON n077. HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR, WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Mussolini gibt nach Genf. Nach einem Tag voll an« gestrengter Verhandlungen über den «alienisch-abessinischen Streit, die durch wiederholte Rückfragen bei Mussolini 'n Rom fast stündlich in einen neuen Ab- sthnitt eintraten, wurde in einer Nacht- Nhung des Rates gegen Mitternacht Eine Kompromitzformel fest» tElegt, der Italien zustimmte. Die Kompromißformel umfaßt drei "unkte: 1. Abermalige Bestätigung der Gül» ngkeit des gesamten Wortlautes des «rtikels V des italienisch-abessinische« Vertrages vom Jahre 1SÄ, in welchem ein Schiedsverahren und inS» besondere das Prinzip der Nichtanwendung von Gewalt sestge- ieht wird. 2. Festsetzung der Frist zur Eröffnung des Schiedsverfahrens. 3. Festsetzung einer weiteren Sit- rung des Völkerbundrates, falls das Schiedsverfahren nicht zur Regelung bes Konfliktes führe« sollte. Rom.(Stefani) DaS halboffiziellr„Gior- Wr d'Jtalia" schrribt in Beantwortung des Ar- '>«ls des englischen Blattes„Times" in Ange« Mnhrjt der gegen Abessinien gerichteten mili- Mschen Maßnahmen Großbritanniens im eng« «sch-ägyptischen Sudan u. a.:„Wenn die un- Sprache der„Times" in Angelegenheit möglichen Einmarsches britischer Truppen Abessinien so ausgelegt werden soll, daß diese b»n der abessinischen Regierung so sehr gefürch- Möglichkeit nicht besteht, dann umso besser, abessinische Problem wird dadurch bedeutend Wirt werden. Das Blatt bemerkt dann, daß ist„TimeS" trotzdem die vom„Giornale d'Jta- v®” gebrachte Nachricht nicht dementieren, daß fsi britischen Kolonialbehörden im Sudan far« "'Nk Rekruten aus Erythräa für ihr Heer an« ^®rben. Auch dementieren die„Times" nicht die K^icht über militärische Vorbereitungen gegen ?bessinien und über die Konzentrierung von Rie« ^Militärflugzeugen in CHartum. Die„Times" §Ulvorte auch nicht in Angelegenheit des Avisportes von Kriegsmaterial nach den Städ- Zeila und Berber«, welche Städte in Somali- M in der Richtung gegen Harrar liegen. In ^Ägika, in der Gegend von Harrar, haben die ?Mschen Politischen Agenten vollkommene Hand« Dgsfreiheit, während den in Harrar wohnentu Italienern das Betreten GiggikaS unmög- gemacht wird.. DaS Blatt schließt mit dtm Ausdruck des Wunsches, daß die englische Presse größere Objektivität im italienisch-abessini« !^n Konflikt bekunden möge, umsomehr als sich ’ e italienische Presse England gegenüber stets Mkommen korrekt verhalten habe.• Neue Friedenskonferenz? . Paris.„Echo de Paris" meldet auS Lon- J***: Es bestätigt sich, daß Großbritannien Er« jungen über die Anregung anstelle, die Ein- stvifung einer neuen interna tiona« • e n Konferenz zu beantragen, welche ? Holland tagen und über einen neue n i e d e n S v e r t r a g(?) verhandeln ?®kde.„DaS wäre der.Sieg deSRevi« '' v n i s m u S", erklärt das Blatt hiezu. Di*. BeneSs Moskau-Reise anfangs Juni . Genf.(Tsch. P.-B.) Außenminister Dr. k u e s hatte am Freitag eine längere Unterswing mit dem Bolkskommissär für auswärtige ?®llelegeuheiten L i t m i n o w. Außer anderen Tangen behandelten- die beiden Staatsmänner 1*4 den baldigen Besuch deS Minister- Dr. in Mo S k a n. Der Minister wird an- ^Ss Juni nach Moskau reisen. Bei dieser Gr- ^wheit werden in MoSkau offenbar die Rati- Alionturkundn»«brr den russisch.tschechoslowa- ichrn Hilfeleistungspakt auSgetauscht werden. Uns beugt man nichtl WSYtt Liste Offizielle DNSAP-Leitung erklärt; Ole österreichischen Nazi entlarven Konrad Henlein Morgen gehen wir wieder zur Wahl. Morgen werden die L an des« und Bezirksver« tretungen gewählt, in Bchnn auch der Gemeinderat. So groß die Bedeutung von Wahlen in die Selbstverwaltungskörper an sich ist» diesem Wahlgang kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Der letzte Sonntag hat im'deutschen Lager einen Sieg des FasciSmus gebracht. Darum müssen morgen die letzten demokratischen, die letzten antifascistisch gesinnten Wähler und Wählerinnen zur Urne gehen und mit dem Stimmzettel in der Hand dafür sorgen, daß sich die sudetendeutsche Schmach vom 19. Mai nicht wiederholt. ch Am 29. April hat Genosie Dr. C ze ch den I Wahlkampf mit einem Referat auf der Reichskon- Der deutsche Arbeiter und Angestellte In dem Flugblatt wird dann die Behauptung aufgestellt, daß im Frühherbst in Oesterreich eine Volksabstimmung stattfinden werde. Dieses Plebiszit müsse beweisen, daß sich Oesterreich ebenso geschlossen wie Deutschböhmen zu Hitler bekenne. Die Behauptung von der bevorstehenden Volksabstimmung in Oesterreich haben sich dir österreichischen Nazi aus den Fingern gesogen. Di- Henleinpartri, die in der Tschechoslowakei von demokratischen Loyalitätserklärungen trieft, möge sich nun bei ihren österreichischen Gesinnungsgenossen dafür bedanken, daß diese ungeschickt genug waren, die unangenehme Wahrheit auszuplaudern. Wien.(Eigenbericht.) Wenn die demokratischen Parteien der Tschechoslowakei darauf hinwiesen, daß Konrad Henlein nichts anderes ist, als der getarnte S t a t t h a l t e r H it l e r s, daß dir Stimmabgabe für die Henleinpartei nichts anderes bedeutet, als dieStimmabga b e f ü r d a s Dritte Reich der Konzentrationslager, des Terrors und der Barbarei, dann schrie die Hen« leinpresse entrüstet:„Denunziation!" Nun ist diese Denunziation aus der allerberufensten Quelle erfolgt, die gewiß nicht im Verdacht„marxistischer Böswilligkeit" steht— aus dem Munde der offiziellen, illegalen Parteileitung de r NSDAP in Oe sie r- r e i ch. Die österreichischen Nationalsozialisten verbreiteten Donnerstag und Freitag in Wien und in den Bundesländern Salzburg, Kärnten und Oberösterreich in großen Massen ein F l u g b l a t t, daß den Titel trägt: „Deutschböhmen stimmt für das Dritte Reich!! — Oesterreich muß folgen!" In dem Flugblatt heißt es wörtlich: „Bei der Parlamentswahl in der Tfchecho- flawakei haben sich mehr als drei Viertel(?) der Bevölkerung DeutfchbShmenS für die nationalsozialistische Bewegung ausgesprochen, und damit ihren entschlossenen Willen zur B e r- einig un gmitdem unter AdolfHit» lers Führ«ng stehendrn Mutterland kundgetan. Alle Lügen, die daS Mas- senbÄkenntnis deS Bolkes zu Adolf Hitler in Dattfchland jrdeSmal alS„Terrorwahl" zu verleumde« suchen, find damit widerlegt. In freier und geheimer, demokratischer Wahl hat sich ein Stamm des deutschen Bolkes in seiner über- wiegenden Mehrheit zum Führer bekannt. Deutschböhmen hat daS Beispiel gegeben — Oesterreich muß folgen!" Absage an die Habsburger-Restauration durch den Bundespräsidenten Miklas Wien. Bei der Eröffnung der Franz Josef I. Ausstellung am Donnerstag nachmittags hielt Bundespräsident Miklas eine Ansprüche, die im gewissen Sinne als eine Absage an esne Restauration der Habsburger gedeutet werden kann. Er sagte-u. a.:„Das große alte Reich ist nicht mehr. Mit den Tatsachen der Weltgeschichte ist nicht zu rechten. M a n m u ß sie einfach an- e r k e n n e n- u n d d a n n n e u e Ge- s ch i ch t e machen. Weit weniger durch die eigene Schuld seiner Völker als vielmehr durch Europas Unvernunft ist es zerstört worden. Es ist w i d e r s j si n i g, s i ch g e g e n solche g eschi ch t l i ch e Tatsachen zu stellen, mögen auch jene darüber trauern, die des alten Reiches Glanz und Schimmer noch gekannt haben. «onntag alle an die Urne! „Deutschböhmen stimmt für das Dritte Belehr* ferenz der Partei eröffnet, in dem er mit einer jeden Zweifel ausschließenden Klarheit aufzeigte, daß jede für Henlein abgegebene Stimme für das Sudeten deutsch« tum verloren ist. Die Ereignisse der letzten Tage haben die Richtigkeit dieser Analyse voll« inhaltlich bestätigt. Es ist daher gut, an diese Rede zu erinnern.„Wen gibt es im Staate" rief Genosse Dr. Czech aus,„der von der Bereitwilligkeit Henleins, in die Regierung zu gehen und das Trojanische Henlein-Roß in die Regierung hineinpaschen zu lassen, Gebrauch zu machen bereit sein würde?" Wir müssen es der deutschen Bevölkerung sagen, meinte er, daß„jedeStimme, die der Henlein-Front zufällt, bei der Regie^ungsbildung vollkommen in Wegfall kommt, fstrdie deutsche Bevölkerung des Landes verloren ist". Wort für Wort hat sich bestätigt, was mehr als eine Million Henlein-Wähler nicht glauben wollten, als es ihnen der Exponent der deutschen Sozialdemokraten in der Regierung im vollen Bewußtsein seiner Verantivortung sagte. So wenig es nun zu'einer Abtretung der deutschen Gebiete des Staates an Hitlevdeutschland, Henleins vergeblich verleugnetes Idol, kommt, so wenig bedeuten die 44 Henlein- Mandate im Abgeordnetenhause und die 23 Henlein-Mandate im Senat, sie sind für das Sudetendeutschtum verloren. Das mag für viele Henlein« ivähler, die schon Herrn Sandner als Nationalver« teidigungSminister sahen, ein« böse Enttäuschung sein, aber es ist gut, daß die Ernüchterung so bald kommt und daß auf der anderen Seite die Bekenner der Demokratie im deutschen Lager es deutlich vor sich sehen, daß ihre Sache trotz der fasci- stischen Flut keineswegs verloren ist, daß s i e a m m o r g i g e n W a h l t a g k e i n e s w e g s für eine verlorene Position kämpfen, wennsie ihr Bekennt« nis zur Demokratie erneuern und bekräftigen. Denn schon zeichnen sich die Konturxn der künftigen Regierungsmehrheit am politischen Horizont ab: die bisherigen deutschen Regierungsparteien werden an der Regierung weiter teilnehmen und die Prophezeiung zur Wahrheit machen, die Genosse Dr. Czech am 23. April ausgesprochen hat: „Da können fich die Heimatfrontler und die anderen antimarxistischen Parteien auf den Kopf stellen, sie werden an der Tatsache, so unangenehm sie sein mag, nicht- zu ändern vermögen. Dir Zeit ist viel zu ernst, die Gefahren, dir uns umlauern, zu groß, als daß die deutsche Arbeiterklasse von der Stelle weichen und der dentschen hakrnkreuzlerischen Bourgeoisie das Feld überlassen könnte." Darum keinen Kleinmut, keine Verzagtheit. Uns beugt man nicht! Wir kämpfen Wester! Wir schlagen morgen eine weitere Schlacht im Kampfe gegen^den Fascismus! Um uns werden sich alle scharen, die den freien Atemzug des arbeitenden Menschen verteidigen wollen. Für unsere Kandidaten werden aber auch alle jene stimmen, die den fascistischen Volksbetrug schon durchschaut und den grausamen Irrtum erkannt haben, der in der völligen Nullifizierung von 1% Million deutscher Stirywen liegt. * Die Größe der politischen Entscheidung, dir vorigen Sonntag gefallen, ist, soll die Bedeutung der Wahlen in die Landes- und Bezirksvertretungen nicht verdunkeln. Die Berwaltüngsxeform des Bürgerblocks hat zwar aus den Landes- und Bc« zirksvertretungen nur Karikaturen einer Selbstverwaltung gemacht..Trotzdem haben die sozialdemokratischen Mitglieder dieser Vertretungkörperschaften in sechseinhalbjähriger, harter Arbeit unter, den unsäglichsten Schwierigkeiten ein große- Werk auf dem.Gebiete der S o z i a l f ü r s o r g e, der Sozi al Hygiene, des Krankenhaus w e s en s, des Schulwesens, des I u g e n d s ch u tz e s, der produktiven Ar bei tslo.senfürsorge vollbracht. Sie haben in den Jghren der Krise alles darangesetzt, auch die Bezirke und Länder in den Dienst dec. Arbeitsbeschaffung und damit der Wie« dereinrechung voy tausenden pnd abertausend en Der Kampf geht«eiter um die Sicherung der sozialdemokratischen Errungenschaften I Die Parlamentswahlen sind Kaum vorüber und schon beginnt die Ernüch- terung der irregefiihrten Wähler im Henleinlager. Schon tritt Klar hervor, daß di« SHF nicht das Paradies bringe« Kann- daß di« Wunschträume nie- m a l s in Erfüllung gehen Können. Am Sonntag treten wir zu neuem Kampfe an. In den Aerzen unserer Treue« lebt der Glaube an den Sozialismus, mit«ngeschwächtem Arbeitseifer find unsere Vertrauensleute wieder am Werk. Es gibt keine Entmutigung, keine Verzagtheit, kein Zurückweichen vor dem Terror, kein Nachlassen im Eifer, kein Müde werden! Die Hoffnungen der Reaktionäre müssen vernichtet werde«! Seife 2 Samstag, 25. Mai 1935 Nr. 122 Elend gestürzt hat und die sich trotzdem den Glauben an den Sozialismus und die Treue zur Sozialdemokratie,, die ihnen in den schwersten Stunden als einzige hilfreich zur Seite gestanden ist, bewahrt haben, sondern die auch ärger als anderswo von den Wogen des FasciSmuS umbrandet wurden. Ihre Antloort war die n a h e z u r e st« lose Behauptung dersozialde« mokratischen Stimmenzahl. An unsere wackeren Rothauer Genossen hat sich der fascistische Ansturm gebrochen. Die ganze Partei dankt eS diesen Braven, sie wird ihnen diese einzigartige Treue nicht vergessen und im Geiste der Rothauer Arbeiter trachten, die Scharte vom vorigen Sonntag auszuwetzen. Oder blicken wir nach Schlesien, in das von der Krise gepeitschte Wig» st a d t l e r Gebiet mit seinem herzzerreißenden Notstand! Unsere Wigstadtler Genossen haben sogar die Fahnen des Sozialismus am Wahltag ein Stück vorwärts getrieben. Und ähnlich war es auch an anderen Orten. An Stadt Liebau in Nor-mähren haben wir Stimmen gewonnen, ebenso in Zlabings bei Jglau, ebenso im M ä h r.-T r u b a u e r Gebiet, in dem die Krise nicht minder wütet. In dem verelendeten Bärn, einer Stacht, die einen Bevölkerungsrückgang aufweist, haben wir unsere Stellung restlos gehalten. Aus einer großen Zahl südmährischer Landgemeinden werden sozialistische Fortschritte gemeldet: in Grafendorf haben wir süttt 171 Stimmen im Jahre 1929 nunmehr 247 Stimmen. Aehnlich ist«S in Schönau, in Groß-Tajax, in MitzmanS. Unbekümmert um die fascistischen Lügen- und Haßfluten hat sich die Zahl der Bekenner des Sozialismus in diesen Landgemeinden vermehrt. Im Geiste dieser Wak- keren wollen wir'morgen zur Wahl gehen und den Gegnern beweisen, daß unsere Bewegung, mag sie auch Rückschläge erleiden, mögen schwache Menschen wankelmütig werden, unb« sftgbar und unüberwindlich ist. Uns beugt man nicht! Neiderfüllt blickt die Arbeiterklasse, blicken die deutschen Republikaner des Landes ins tschechische Lager, das den 19. Mai zu einem so überzeugenden Triumph der Demokratie, zu einer so vernichtenden Niederlage des FasciSmuS gemacht hat. Die aufrechte demokratische Gesinnung der tschechischen Wählerschaft, die daS Trommelfeuer einer über die immensen Geldwrttel des Jndu» striellen-VerbandeS verfügenden fascisrischen Agitation nicht zu erschüttern vermochte, sichert diesem Land und damit auch dem Sudetendeutschtum die weitere ruhige Entwicklung, deren es in so hohem Matze bedarf. Wer diese wahrhaftig imponierende Wlehnung der ins Tschechische^ersetzten Methoden des Drillen Reiches durch das tschechische Volk legt uns Sudetendeutschen eine große, eine wichtige Verpflichtung auf: daß wir unS deS Ergebnisses der Wah» lenim tschechischen Lager, dessen Frücht« unS zugute kommen, in Zukunft würdig er weis e n und dem schönen Beispiel, das uns daS tschechische Volk, gegeben hat, mit Erfolg nacheifern. Darum seien morgen alle Kräfte angespannt, um dem FasciSmuS auch innerhalb der deutschen Lagers eine Niederlage zu bereiten! Die Abstim- mung des tschechischen Volkes am 19. Mai sei uns ein Vorbild für den 26. Mail Keine Vergeudung von Stimmen an die fascistischen Todfeinde der Demokratie, die angesichts deS für sie günstigsten Wahlergebnisses einflußlos bleiben, aber trotzdem das friedliche Zusammenleben der diesen Staat bewohnenden Völker bedrohen! Keine Stimme den deutschbürgerlichen Parteien, die durch ihre Koppelung mft dem FasciSmuS nichts anderes als Zu- treiberdienste für Henlein betreiben! Den Kopf hoch und die Herzen hoch! Uns beugt man nicht! Unerschüttert stehen die Kaders unserer Bewegung da, die von frischem Kampfes- mut. von tnüreißender Kampfbegeisterung erfüllt ist! 6/ Es lebe der Troll und die Kratt I Morgen alles zur Urne tür den Sieg der Liste Opfern der Wirtschaftskrise in' den Produktionsprozeß zu stellen. Sie haben manche Forderung auf dem Gebiet des Angestelltenrechtes zu verwirklichen vermocht. Sie waren wie überall so auch in diesen Körperschaften die treuesten und unermüdlichsten Anwälte der' sozial Schwachen und Hilfesuchenden. Nun will die sture Ignoranz auch in diese Vertretungskörper einbrechen und von ihnen Besitz ergreifen, nun rüstet schon die antisoziale Borniertheit und der blinde Arbeiterhaß dazu, daS mühselig aufgerichtete Werk zu zertrampeln, an die Stelle konstruktive Aufbauarbeit die schrankenlose Demagogie zu setzen, die Bemühungen nach Herbeiführung einer friedlichen Atmosphäre zwischen den bewen Nationen des Landes durch Auspeitschung der nationalistischen Instinkte zu durchkreuzen. Wähler un d W äh lerin ne n, fallt ihnen i n d e n A r m l Rettet morgen das Werk, das euere sozialdemokratischen Vertreter errichtet haben! Es geht auch da um vieles, e s g e h t u m al le s. Haltet-die fascistische Demagogie fern von den Stätten fruchtbarer Arbeit zu eurem Wohle! * War auch bei den Wahlen am 19. Mai dir deutsche Sozialdemokratie der einzige in Betracht kommende, der Hauptgegner Henleins, so haben doch auch einige andere Parteien sich zum Kampf mit.ihm gesteift, Morgenwird alles anders sein. Morgen haben die Wähler etngtg und allein zwischen zwei Listen zu, entscheiden: zwischen der Liste des g e ta rn ten Fas c i 8- mus der Herren Konrad Hitler und Adolf H e n.l t i n und der Liste der deutschen S o,z i a l d e m o k r a t i e l Denn sowohl der Landbund, als auch die Christlichsozialen, sowohl die Deutschnationalen als auch die Deutschdemokraten hwben für die Landes- und Bezirkswahlen ihre Stimmenreste mst denen der Henlein- Gruppe g e k o p p e l t, Wenn sie, was bei einigen gewiß, bei den anderen wahrscheinlich ist, die Wahlzahl nicht erreichen« fallen ihre ganzen Stimmen Henlein zu. Das mögen sich hauptsächlich jene Wühler.sagen lassen, die die DAWG dazu verleitest will, in Böhmen den Herrn Bacher und in Mähren, den Btünner Fabrikanten Tugendhat zu wählen. Ein Blick in die Statistik sagt, daß die Deutschdemokraten mit der Gewerbepartei, mit den Deutschnationalen, mit denFahrner-Leuten, die inzwischen schon vor Henlein offen kapituliert haben, zusammen in Böhmen vorige Woche nur 14.000, in Mähren-Schlesien nur 12.000 Stimmen aufgebracht haben, so daß sie die Wahlzahl, die in jedem der beiden Länder fast bei 50.000 liegt, nicht mit ihren vorwöchentlichen Partnern, aber schon gar nicht allein und ohne sie zu erlangen vermögen. Jede für eine deutschbür« gerliche Liste abge g eh ene. Stimme fällt H-»n l«i n j'un« d v«^rst fi t I-t^ d i e Reihen d e r F- a-s«-ist e^Deutschfreihett- liche Wähler und Wählerinnen, seid euch dessen wohl bewußt, wenn ihr morgen den Stimmzettel in di« Urne werfen werdet! * So schmerzlich das Ergebnis de» 19. Mai für unsere ganze Bewegung ist. so soll«S uns doch nicht den Blick trüben, für die Fülle von Heroismus, die dieser Wahlkampf in der hingebungsvollen Arbeit der Vertrauensmänner, der Republik«» urschen Wehr, der Jugend gezeitigt hgt, die aber auch in den Wahlergebnissen vieler Orte zum Ausdruck gelangt. Denken wir an unsere Ro t h a u e r Genossen, die nicht nur der fluchbeladene Kapitalismus in grauenhafte Not und unvorstellbares Tagung der Gewerkschafts- Internationale In Kopenhagen Wie das„Pcävo Lidu" berichtet, findet soeben in Kopenhagen eine Tagung deS Generalrates des Internationalen Gewerkschaftsbundes statt, an der die Vertreter der Gewerkschastszen- tralen von elf Staaten sowie 19 internationale Sekretäre teilnehmen. Vertreten sind das International» Arbeitsamt durch Adolf St aä k, die Sozialistische International« durch die Genossen Doktor Fritz Adler und A n d e r s e n. Für die Tschechoflowakei nimmt Genosse Tayerle teil und bemerkenswert ist, daß auch zum ersten Male ein Vertreter der n o r w e g i sch e n Gewerkschaften teilnimmt, die bisher dem Jnternaftonalen Gewerkschaftsbund nicht angehört haben, jedoch mft ihm zusammenarbeiten. Der Generalrat, welcher in dem großen mft roten Fahnen dekorierten Saale des Kopenhagener Bolkshauses stattfindet, wurde Dienstag, von Leon I o u h a u x(Frankreich) mit einer bedeutsamen Kundgebung eröffnet. Er sagte u. a., daß nun, da Sowjetrußland in seinem Interesse und im Interesse der Erhaltung deS Weltfriedens sich verbind« mft kapitalistischen Staaten, ihm auch dft Pflicht erwachse, auf die außerrufsische Arbeiterbewegung in dem Sinne zu wirken, d a tz d i e Komm u'n istische Internationale die Einheit der Arbeiterbewegung nicht weiter zersetze uyd so indirekt der fascistischen Reak- tionhelfe. Herzlich begrüßt wurde der Generalrat sodann vom dänischen Ministerpräsidenten Genossen Stauning, welcher auf das groß« Werk hin» wies, da> die.dänische.Regierung unter sozialdemokratischer Führung in den letzten sechs lwhren getan habe und welche« am besten für die Fruchtbarkeft der sozialdemokratischen Auffassung spreche. Neber die Tätigkeit deS Internationalen Gewerkschastsbundes referierte Genosse S t o l z, der Vertreter des Generalsekretärs des I. G. B. Es wurde beschlossen, da« Sekretariat des I. G. B. mft-er Funktion eine» interna tionelen mit der Funktion eines international«n dungs-Organisationen zu betrauen. Diesem Sekretariat tritt auch die Bildungsorganisation deS amerikanischen Gewerkschaftsbundes bei. Vom 15. bis 17. Juni findet in Brüssel ein internationaler Kongreß der Arbeiterbildungs-Organisationen staÜ. Uneinigkeit im„Narodnl sjednocenl“ Wir haben bereits gestern darüber berichtet, düs der bisherige parlamentarischeFührer derNatiönab demokraten, Dr. H o d a l, infolge der Niederlage des»Narodnj sjednoceni" bei den Wahlen die An« nähme eines Mandates im zweiten Skriftmiw» abgelehnt Hai. Der Rücktritt Hodaks ist, wie tat „Narödni Ofvobozrni" meldet, auf schwere inner! Gegensätze im»Narodni sjednoceni" zurückzufittz' ren. Die ehemaligen Nationaldemokraten habe' nämlich, Nachdem ihnen die Bunde-genoffensHist Stribrnhk nützt den gewünschten Erfolg gcbvPÜ hat, verlangt, Stkibrny möge auf da» Mandat W> zichten, Sie berufen sich dabei auf das, IM Stribrny selbst am 24. Feber im«Nedelni"list' gesagt hat: Entweder siegen wir so durchdringens das wir für die Leute etwa« werden tun können W werde ich mich persönlich vom öffentlichen Leb» zurückziehen. Mit 54 Jahren werd« ich.tu" immerfort agitieren und den Wählern verspreche^ dft Aenderung komme, sobald wir mächtig sei» werden. Nun ist es klar, daß die Partei am 19. M nicht durchdringend gesiegt hat und Stkibrny feil' Versprechen einlösen müßte. Aber davon ist keine Rede. Kramak hat, wie das zitierte Blatt mitteil- Stkibrny dorgeschlagen, beide Führer der F schlagen«» Partei sollten zurücktreten, aber auä da» will Sttibrnh nicht. Nun hat Hodak, u« Stkibrny zu zwingen, sein Versprechen«inzuhal» ten, sein Mandat niedergelegt, ob aber Stiibrnf das tun wird, ifd sehr unsicher. Bezeichnend für den Gegensatz zwischen de" ehemaligen Nationaldemokraten und den ehemaln gen Ligisten ist, daß in der Wählerversammlunt dc»„Narodni' sjednoceni", die Freitag abends i" Prag stattgefunden hat, durchwegs nur ehemalig-' Nationaldemokraten und nicht ein einziger Lig^ gesprochen haben. Es ist sehr leicht möglich, das die vor kurzem geschlossene Freundschaft zwischr» Kramak und Stkibrny bald in die Brüche geht. Vie unliebsamen Elemente der SHF Ein interessantes Zwiegespräch konnte ei« Genosse am Montag, dem 20. Mai, in dem u» 8 Uhr 15 vormittags in B.-Leipa ankommend«! Zuge zwischen Haida und Leipa hören:, Zwei bessere Herren unterhielten sich ük«s die Wahl und der eine fragte den anderen dem SHF-Abzeichen, wie sich Henlein zu. d«" die große Mehrheit bildenden Arbeit/"' s ch a f t in seiner Partei verhalten wird. Darauf erwiderte der Herr mit dem SHF-Abzeichens „Das wird nicht so schwer sein: Mnächst»««' den vir noch di« Wahl am Sonntag vorüber' gehen lassen, dann kommt«ine Mitglieder' sperre und dann werden wir un» der unlift' samen Elemente entledigen." Der Herr fuhr dann nach Teplitz wertet- — Dieses interessante Geständnis de» scheiniok gut informierten SHF-Anhängers beweist, man all die vielen Tausende Arbeiter, dft W von den Phrasen der Henleiner betören ließ«"' nur als Stimmvieh betrachtet Und wenn dann der Arbeiter die Einlösung der Versprechungen verlangen wird, kommt der"Hi"' au-wurf. Und da» nennt man BolkSgemei»' schaftund deutsche Treue. 28 Roman von ErnN Vachek—— Deutsch von Anna Aurednttak Dieser Gedanke ließ den Cherub nicht aus. Er machte kehrt und eilte in das HauS Nr. 6860. Auf dem Feld Vor dem Nordpol begegnete er wieder dem ,Märinett". Er verspürte einen Stich beim Herben. Er kam zu spät. Sie hat die Wohnung gewiß schon durchsucht. Er lief,, so schnell er konnft. Aus Loisi» Zimmer waren heitere Man» dolinenllänge zu vernehmen. Angsterfüllt stürzte er in Beinstellers Wohnungl Als er sie verließ, hielt er«ine Tasche in der Hand, in die er sörg- fältig all seine Papiere gelegt hatte.' Das Rad deS Schicksals rollte weiter, eS wollte noch nicht stillstehen, * Der Abend nahte. Loisis, vom Mandolinenspiel angeregt, ging auf die Straße, die sie ernährte. Spätnachts traf sie einen Mann, der sehr betrunken war, und der Tag der beiden endigte in der Wohnung der schlampigen Loisis. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, erwachte der betrunkene Mann spätvormittagS aus seinem Rausch. Er war von den Zärtlichkeiten, die ihm Loisis entgegenbrachte, nicht begeistert. Der Mann, er war ein Bäcker au» den Weinbergen, gebärdete sich ungewöhnlich ablehnend. Ungeniert untersuchte er vor Loisis Augen seine Taschen, und wär höchst verwundert, alles in Ordnung zu finden. Nur mit seiner Brieftasche war er nicht zufrieden.-•,. „Mir fehlen fünf Hunderter", sagte er,„ich rate dir, gib sie im guten zurück." »Aber, Pützi, um Himmelswillen", rief Loisis«„ich habe dir nichts genommen. Das itz nicht meine Gewohnheit. Frage, wen du willst, jeder wird bezeugen, daß die LoisiS noch nie das geringste mit den Wachleuten zu tun hatte." '«Ich habe aber gestern abend» fünf Hunderter in der Tasche gehabt und heut' hab' ich einen Dreck", beharrte der Bäcker auf seiner Behauptung. „Schau, Bubi", bat Loisi» geängstigt, erinnere dich, wo du dich gestern abends herumgetrieben hast. Wieviel Butiken hattest du hinter dir, ehe ich dich mitgenommen hoch'?" „Unnütze Reden", schrie der Bäcker.„Ich hab' ein gute» Gedächtnis und weiß sehr gut, daß mich niemand bestohlen hat. Ich bin Gewerbetreibender und gebe auf mein Geld acht. Ich habe höchsten» fünfzig Kronen auSgegeben, das andre hast du mir geswhlen." „Jesus Christus", heulft Loisi»,„besinn dich doch, Mensch, du warst ja besoffen wie ein Kanonikus. Wirst dir mit mir doch dein Gewissen nicht belasten." „Gewissen hin. Gewissen her, ich will mein Geld zurück, ich bin ein Gewerbetreibender, mich wirst du nicht bemogeln." Der Fall wanderte zur Polizei..Bei der Hausdurchsuchung machte die Polizei einen Fund, dem sie well mehr Gewicht Erlegte als der Loisi». Als ihr das Papier ovrgelegt wurde, da» unter dem Tische lag, sagte sie:„Was weiß denn ich! Vielleicht hat es der Besoffene mitgebrachtl" „Sonderbar", sagte der Detektiv,„und Sie, Herr, kennen Sie das Papier?" Der Bäcker betrachteft das Schriftstück. E» trug die Auflchrist:„M i l i t ä r i s ch e s F l i e» germagazin i n P r a g". Er laS gar nicht weiter und erklärte:„Ich habe nicht» mit Militär zu tun. Hab' längst den Abschied und liefere nichts dem Fliegermagazin, weil ich keinen Onkel im Ministerium habe." „DaS wird immer merkwürdiger", meinte der Deteftiv,„aber ich rat' euch beiden, gesteht lieber im guten. Wer gleich gesteht, bevor ihm da» Maul eingeschlagen wird, hat einen wichtigen Milderungsgrund." „DaS?" brüllte der Bäcker.„Man droht einem rechtschaffenen republikanischen Bürger mit dem Einschlagen de» Maule»? Sagen Sie da» noch einmal!" Der Detektiv befahl Loisi», da» Lokal zu verlassen. Kaum war sie draußen, erscholl aus der Stube ein fürchterliche» Gebrüll. Die Begebenhefte», die sich in dem Zimmer zugetragen haben, beschrieb der Detektiv im Protokoll folgendermaßen:„Der Verdächtige bemühte sich, die Sache möglichst zu verwirren. Er äußerte sich in so unanständiger Weise, daß ich seine Behauptungen nicht wiederholen kann. Als ich ihm das Geständnis abgenommen hatte, daß in seinem Hause der RechnungSrottmeister vom Fliegerkorps wohnt, mit dem der Verdächtige nach eigenem Geständnis Karten spielt, erklärte ich ihn für verhaftet. Daraufhin widersetzte sich der Beschul- digte in einer Weise, daß ich zwei Tage unfähig war. meinen Dienst zu versehen. Ich habe bis heute da» linke Auge geschwollen und kann dft Finger der rechten Hand nicht bewegen." Auf dftse Weise gelangten die ersten Fäden in die Hände der Polizei. Dftse Fäden waren: LossiS, der Bäcker— ein Frauenjäger—, seine Frau, der RechnungSrottmeister vom, Fliegerkorps, seine Gattin und sein Unftrmieftr. Da» zehnte Kapitel enthüllt den ganze« Charakter Beinstelleri und schildert«ine neue Variante de» alten Konfliktes zwischen Vätern und Kindern. Der Dieb Ferdl Beinsteller wurde au» der Untersuchungshaft mft allen Ehren in» Gefängnis geleitet, die seiner Bedeutung angemessen waren. Obwohl man im Kriminal kein« besonderen Umstände mit den Pfleglingen macht, klopfte der Gefängnisaufseher Fleckchen dem Ferdl diesmal wohlwollend aus-je Schuller: und jagte: „Du bist unser treuesftr Stammgast, Ferdl, weiß auch, daß deine Taschen voller Zigarette» sind, aber ich werd« sie dir lassen.".«, W „Rauchen Sie lieber feine oder ordinäre! fragte Ferdl ganz sachlich. „Wer nimmt nicht lieber feine?".a „Da ist eine Schachtel Giubek. Sie fW wahrscheinlich gestohlen, aber das erkennt w® 11 nicht am Rauch, wie der. römische Kaiser SJefpo* sian zu sagen pflegte." „Du wirst dir doch nicht so weh tun", ziertt sich Herr Fleckchen und steckte die Schachtel in Tasche. „Ich geb's gern, Herr Fleckchen. Mir mE da» Rauchen nur Spaß, wenn's ordentlich stiiut Ich bin noch aus der allen Schule.. Im Kotter schmauch', ich am lftbsten Tschicks." j „Ich hab' gar nicht geglaubt, daß du I® dumm bist, Ferdl." «Da» ist nicht dumm— da» ist so, wie dck Schnee zu Weihnachten. Da» gehört schon einander. Es gehört sich auch, daß ein arw^ Sträfling im Kotter Tschick». raucht. Aber ich wählen darf, möcht ich um«ine Pfeife bitt^ Zu einem ordenlichen Menschen gehört die hab' ich nicht recht? Zigaretten sind für die Äeneratton, für Soldaten, die sich im Krieg d" Zuzeln angewöhnt haben." -pfeife— nicht zu machen, Ferdl", crklän- Herr Fleckchen, wobei er sich eine von BeinsteÜ^ Zigaretten anzündete.„Eine Pfeif« riecht zu sehr. Wo willst du sie bei der Inspektion des' stecken. Ich will gar nicht davon sprechen, daß e j Sträfling da» Rohr zu einem Mordattentat w den armen Gefängniswärter benützen könnte." In dieses Gespräch vertieft, schloß Fleckchen eine Zelle auf. Es war eine der sE sten, mit der Aussicht auf den Karlsplatz."’ Jüngling saß darin und bemerkft:„Oder" könnte sich mit dem ärarischen Tabak vergifftd" .lFortsctzung folgt.), «r. 122 SamStag, SS. Mak 1838 Sekte S fudetendeutsdier Zeitspiele/ Weitere Gültigkeit des Arbeltskollektiwertrages In der Textilindustrie Di« nun schon seit Jahre» i» der Textilindustrie herrschende Krise und Arbeitslosigkeit hat di« Textilarteiter mit der bangen Frage beschäftigt, wie lange für sie noch die abgeschlossenen K o l- lektivverträge anfrechtrrhalten bleiben werden. Die tschechoslowakische Regierung hat nunmehr mit der Regierungsverordnung vom 29. April 1935, Slg. Rr. 102, die Frage geklärt. Rach dieser Regierungsverordnung kann ein ArleitSkollektivvertra g in einem Gebiete fiir verbindlich erklärt werden, in welchen er mindestens für 70 Prozent der Arbeiterschaft gilt. DaS Ministerium für soziale Fürsorge erklärt im Einvernehmen mit dem Ministerium für Industrie, Handel und Gewerbe einen Arbritskollektivvertrag längstens binnm sechs Wochen für verbindlich, wenn darum die Organi'ationen der Arbeiter und Arbeitgeber, die den Vertrag vereinbart haben» gemeinsam ansuchen und der Vertrag sür mindesten- 70 Prozent der Textilarbritrrschaft in diesem Gebiete gilt. Die Geltung eines entsprechenden ArbeitS-KossektivvertrageS kann auch auf Betriebe desselben TextilzwrigrS der benachbarten Gerichtsbezirke, die sich ausserhalb des Geltungsgebiete- des ArbeitS-Kollckiivvertragrs befinden, ausgedehnt werden, wenn diese Betri-Le dm 1. Jänner 1933 keinen Arbritskollektivvertrag hatten oder wenn vom 1. Jänner 1933 bis 15. Juni 1934 die vertragsmässigen Lohnsätze ohne Beteiligung der vertragschliessenden Organisationen geändert wnrden. Diese Verordnung ist am 9. M a i 1 9 3 5 in Wirksamkeit getreten und gilt biS zum 30. April 1936. Sie erstreikt sich auf Spinnereien, Webereien, Wolle, Baumwolle, Flach-, Hanf, Jpte, Seide, Spulereien, Wei- fereirn, Zwirnereien, Bleichereien, Färbereien, Appreturen, Schlichterrien, Garn- und Waren« druckereie», Strick-«nd Wirkwaren, Stickerei-, Spitzen-, Vorhang-«nd Stoffhandschuh'ndustrie und alle einschliesslich der Konfektion, soweit sie in den genannte« Betrieben vor sich geht. Wir machen di« Arbeiter ans diese für sie wichtige Regierungsverordnung hiemit aufmerksam. Die Deutschen im Pilsner Bezirk bild«, eine Minderheit, der es auch bei den letzten Bezirksvertretungswahlen nicht gelungen war, ein Mandat in die Bezirksvertretung zu erhalten. Die deutschen Sozialdemokraten waren daher in diesem Jahre bestrebt, durch Verhandlungen mit der tschechischen Bruderpartei eine deutsche Vertretung im Bezirke zu sichern. Die Verhandlungen ergaben auch eine Zusage der tschechischen Sozialdemokraten, bei den Ernennungen nach bester Möglichkeit einen deutschen Sozialdemokraten durchzubringen. Zu diesem Zwecke werden beide Listen für die Wahl in die Bezirksvertretung koppeln. Erst ganz spät kamen dann die deutschbürgerlichen Parteien von Pilsen mit dem Ansinnen, daß die Sozialdemokraten mit ihnen bei den Bezirkswahlen gemeinsam vorgehen sollen. Als. sie aber hörten, datz wir bereits mit den tschechischen Genossen verhandelt hatten, gaben sie ihre Bemühungen auf und so wurde für die Wahl in die Bezirksvertretung von Pilsen als einzige deutsche Liste die Liste der deutschen Sozialdemokraten überreicht. Der Msunde Menschenverstand mutzte doch den deutschbürgerlichen Parteien sagen, datz sie den oft beschrieenen„na- „nationalen Verrat"? Duldet keinen Wahlterror Prag. Das Innenministerium veröffentlicht neuerlich eine Kundmachung, worin aufmerksam gemacht wird, datz jeder Druck auf die Wähler bei der Wahl unzulässig und strafbar ist und absolut nicht geduldet werden wird. Insbesondere darf niemand in irgendeiner Weise oder Form kontrollieren, wie der Wähler sein Wahlrecht ausgeübt hat. Der Wähler muh bei der Wahl mit allen Stimmlisten, die ihm amtlich übergeben wnrden, erscheinen«nd ist verpflicht et, nach der Abgabe der Stimmliste sofort die übriggebliebenen Stimmlisten in den besonderen Behälter im Abstimmungslokal abzulegen. taglens Kampf gegen die Krise Brüssel. Die belgische Regierung hat be« Waffen, ein Rationales ReeSkompte- und Ga- ^ntieinstitut zu errichten, das als das wichtigst« ^rgan zum wirtschaftlichen Aufbau in Belgien angesehen wird. Brauner Schurkenstreich Gutzelt„freiwillig" Ins Reich zurück I Wenige Tage sind es her, seit die Nachricht durch die Zeitungen ging, I Deutschland habe dem hollSndischen ! Protest gegen die heimtückische Der» schleppung des Emigranten G u t z e i t durch die Gestapo Rechnung getragen und sich verpflichtet, Gutzeit«ach Holland zurückzustellen. Run berichtet der Londoner„Daily Harald" aufgrund einer Amsterdamer Exchange-Meldung r Letzte« Sonntag brachten deutsche Polizeibeamte de« Gutzett an die Grenze«nd stellte« i h m f r e i, nach Holland hinüberzugehen. Zugleich aber kündigten sie ihm an, datz alle seine Angehörigen ins Konzentrationslager gebracht würden, wenn er von dieser Erlaubnis Gebrauch mache. Anter dem ungeheuren seelische« Druck dieser Drohung kehrte Gutzeit um und die amtlichen Erpresser brachte« ihn zurück ins Detmolder Ge-I f S n g n i S l I Englische Rückfrage In Berlin Berlin. Der englische Botschafter Sir Eric PhippS hat Freitag in den späten Nachmittagsstunden im Auswärtigen Amt vorgesprochen, um im Namen seiner Regierung gewisse Aufklärungen zur Reichtagsrede des Reichskanzlers zu erlangen. Die Christlichzozialen und Henlein Zwiespältige Haltung Die Haltung der deutschen Christlichsozia- ken gegenüber der Henleinpartei, ist nach den Mahlen womöglich noch zwiespältiger als vorher. Obwohl der K u r s Hi lgenreiners, der «ine Sekulation auf die Zugkraft nationalistisch- fascistischer Schlagworte war und von dem Anwachsen Henleins auch für die Klerikalen zu gewinnen hoffte, kläglich Schiffbruch gelt t t e n hat und Herr Hilgenreiner eigentlich demissionieren mutzte, hat gleich nach der Wahl der Herr Z a j t k e k, den allerdings sein Na« wen nicht von den deutschnationalen Phrasen lorkommen läßt, für die„Volksgemeinschaft" und dm engen Anschluss an die SHF ausgesprochen. Dagegen hat die„D e u t s ch e P r e s s e" das Mahlergebnis sehr ruhig bewertet und die'daraus erwachsene Verantwort u n g H e n- l e i n S festgestellt» ohne die Neigung zu ver- raten, ihm etwas von dieser Verantwortung abzunehmen. Auch in ihrer Ausgabe vom 24. d. M. beschäftigt sich die„Deutsche Presse" zunächst sachlich mit den Erfolgsmöglichkeiten Henleins» wobei sie sich vor allem auf die Rede des Genossen H a m p l vor den Prager Arbeitern stützt. Sie schreibt da u. a.: Konrad Henlein ist also ans der Suche nach einem Partner auf der tschechischen Seite, der ihm die Möglichkeit einer politischen Mitgestaltung im Staate bieten würde. Bisher ist n i ch t r bekannt» datz Henlein auf! seine Teleg r a mme anchei ne ebenso umgehende Antwort erhalten hätte. Auf die Dauer wird sich also dieser Weg politischer Verhandlungen nicht empfehlen. Er ist einseitig. Telegramme» die ohne Antwort bleiben, schädigen das Ansehen ihrer Absenders. Sie sind ein Z e i- chen von Nervosität, dar nach dem grossem Wahlerfolg eigentlich Überrascht.., Wird Henlein dm gewünschten Partner auf der tschechischen Seite finden? Die Antwort stel- lm, heisst eigmtlich schon sie verneinen. Heute ist bereits sicher, dass dar alte Regierung-« shstem auf der tschechischm Seit« erhalten bleibt, ja es hat durch die Niederlage der Kramai-Stiibrnh-Gruppe eine innere Stärkung und Festigung erfahren. Da der tschechisch« Sozialismus auch weiterhin zu den massgebend en Faktoren des Regie- rungSshsteme- gehört, sehen wir keine Möglichkeiten, dass Henlein sich eine Brücke böte. Man verweist Henlein einfach auf den üblichen parlamentarischm Weg. Die tschechischen Nationalsozialisten(Ceske Slovo) gehen soweit, dass sie Hmlein überhaupt als n i ch t verhandlungsfähig erklärm, da er kein Verantwortlicher parlamentarischer Faktor sei. Auf tschechischer Seite sei man angeblich fest entschloffen, keine„Führer"« Manieren z« dulden. Wird Henlein den gewünschten Partner auf der tschechischen Rechten finden? Auch hier sind die Aussichten verschwindend gering. Die Tschechische DolkSpartei kommt jedenfalls nicht in Betracht. Und die tschechischen Agrarier? Sie ha- Wer Das deutsche Bürgertum Pilsens gegen die einzige deutsche Llstel tionalen Verrat" begehen, wenn sie ihre Wähler nicht zur Stimmenabgabe für die einzige deutsche Liste auftufen. Sie taten das aber nicht, sondern in einem gemeinsamen Aufruf, der im„Pilsner Tagblatt" vom 25. Mai erschien, gaben sie die Parole auS:„Wählt n i ch t die Liste der deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei» Liste 61".Sie tun in dem Aufruf so, als ob wir sie, die uns nie zur Volksgemeinschaft rechnen wollten, erst vorher hätten beftagen müssen, was wir tun dürfen oder nicht und versuchten nun in einer gewundenen Erklärung, deren Haltlosigkeit bereits durch eine längere Pressefehde zwischen unserer„Zukunft" und dem„Pilsner Tagblatt" erwiesen wurde» ihren nationalen Verrat zu bemänteln. Sie könne aber dadurch an der Tatsache nichts ändern, datz ihr Vorgehen trotz alledem ein hundertprozentiger Verrat ist. Die deutschen bürgerlichen Parteien aus Pilsen haben sich damit entlarvt, sie lassen dadurch erkennen, datz ihnen der blinde Marxistenhatz über alles geht. Er geht soweit, datz er den deutschbürger- lichen Wählern nur die Wahl zwischen der Abgabe leerer oder tschechischer Stimmzettel läßt. Warum nicht, Herr Henlein? Die„PragerPresse" stellt fest: I« der heute erschienenm und vom 26. Mai, also nach dm Wahlen dafierten„Rundschau. Sudetendeuffche Wochcnzeitung", Herausgeber Konrad Henlein, erfährt der Leser allerhand Interessantes. Rur eines nicht: datz Konrad Henlein an den Präsidenten der Republik am 20. Mai rin Telegramm richtete, in welchem er dm Präsidenten der Republik der Treue zum Staat«nd seiner Brrfassnng versicherte.». Zu den Wahlen In Hultschln Cs wird uns geschrieben: Man kann das Wahlresufiak, das Henlein einen so grotzen Erfolg gebracht hat, von jedem Standpunkte anders sehen. Wir'können daher auch einige Erscheinungen im östlichen Teil der Republik als symptomatisch bezeichnen und uns daraus eine Erklärung machen.' Im Hultschiner Ländchen, das doch bekanntlich früher zu Deutschland gehörte, gibt es seit dem Umstürze keine einzige deutsche öffentlich- BolkSschule mehr..Die Bevölkerung hat sich nach dem Umstürze zum grössten Teile als Moravcen, also einem tschechischen VolkSstammc, einbekam,t, was zur Folge hatte, datz sie ihre deutschen Schu-> len verloren. Solange sie zu Deutschland gehörten, machten sie als Slawen Opposition. Als;i» aber zur Tschechoslowakei kamen, entdeckten sie ihr deutsches Herz. Nun ist bereits wieder eine Generation in den tschechischen Schulen gross geworden und bei allen ftüheren Wahlen hat man das Ansteigen der tschechischen Stimmen feststellen können. Anders bei dieser Wahl. Das Wort »Volksgemeinschaft" hat bei den Hultschinern eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Sie sehen darunter die Volksgemeinschaft mit d e n'D eutschen im Reiche. Alle bish ri- gen Ereignisse in diesem Gebiete haben das bestätigt. ES besteht, ein ununterbrochener Grenzverkehr mtt dem Reiche und ununterbrochen find-m in Troppau bei Gericht Verhandlungen nach dem Schutzgesetz gegen Hultschiner statt, die mit Hitler all zu offen sympathisiert haben. Die Volksgemeinschaft des Henlein bedeutet also nichts anderes, als die Angliederung an Deutschland, für die eine grosse Zahl der Bewohner schwärmt und von der sie sich bessere Zustände erhoffen. Datz diese Idee, die Henlein zwar bestreitet, aber offenkundig unter den Hcnleinanhängern als Agitationsmittel zirkuliert, geht auch daraus hervor, datz z. B. im Kuhländchen unter der Henlein« jugend Landkarten zirkulieren, auf der die Od-r bereits die Grenze zwischen dem Reiche und der Tschechoslowakei bildet und ausserdem eine Grenzregulierung gegen Polen enthalten ist. Mit solchen Gedanken wird die Henleinjugend erfiillt, was ihre ungeheure Begeisterung bei dieser Wahl erklärt. Im Hultschiner Ländchen erhielten sämtliche ffchechische Parteien zusammen 4730 Stimmen, während Henlein allein dort rund 13.000 erhielt. DaS Wahlergebnis sollte zu denken geben. Die Jungen fallen durch Di» Mandatsverteilung beim B.d.L. und den Christlichsozialen Wie die„Prager Presse" meldet, entsendet der BdL. folgende Abgeordnete ins Parlament: Dr. Spina, F. V i e r e ck l, Rudolf Böhm, Lothar Kunz und Wolfgang Z i e r h u t. Die beiden Jugendführer Hacker und Hetz, wie auch der frühere Abgeordnete Toni Köhler bleiben ohne Mandat. Diese Verteilung der Mandate dürfte in den Restbeständen des Landbundes neuen Unwillen Hervorrufen. Denn gerade Hacker hatte in dem Karlsbader Wahlkreis die größte Stimmenzahl von allen Landbundkandidaten auf sich vereinigt. Es wäre verständlich, wenn der Landbund die für den unglückseligen Henleinkurs verantwortlichen Leute aus der Führung entfernte und nur demokratische Männer in das Parlament schickte, aber dann hätte man Z i e r h u t nicht nehmen dürfen, der als der meist belastete Mann in der Fraktion galt, der alle Verhandlungen mit Henlein geführt und für Henlein bei den tschechischen Agrariern geworben hatte. Die Jugend im Landbund hat Zierhuts Kopf gefordert. Daß e r bleibt, Hacker aber ohne Mandat ist, wird in der Landjugend schwere Mißstimmung Hervorrufen und möglicherweise den Verfall des BdL beschleunigen. Uebrigens ist auch bei den Christlich- s o z i a I e n der als Repräsentant der„I u- g e n d" herausgestellte Gewerkschaftsführer Schütz durchgefallen. In die christ« lichfdziale Fraktion ziehen ein: Dr. Luschka, Krumpe, Oehlinger, ZajiLek, Mayr-Harting und Loksch. Man sieht also, daß die großartigen Ver- ! sprechungen, die von den bürgerlichen Parteien i der Jungwählerschaft gemacht wurden, eitel Spiegelfechterei waren. Es wurde viel Schaum geschlagen, aber bei der Mandatsverteilung werden die/Jungen abgehängt. Die Sozialdemokratie hat sich an dem Huldigungstanz um die Jugend und an demagogi- schen Schmeicheleien nie beteiligt. Sie entsendet aber bei elf Abgeordneten zwei neue Männer, Kügler und Z i s ch k a, in das Parlament, i die zusammen mit I a k s ch die Nachkriegsgene» ! ration unserer Politik verkörpern. ben als erste nach einer Verstärkung der heutigen Koalition gerufen, in ihrer Preffe agitieren sie mit den Hranikäti gegen Henlein, setzten sich für eine Verstaatlichung der Polizei im deutschen Siedlungsgebiet ein und wollen in Uebereinstim- mung mtt den Sozialisten Henlein in eine politische Quarantäne setzen. ES ist kaum zu erwarten, dass Henlein mit den tschechischen Agrariern zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit kommen wird. Es wird dann auseinandergeseht, dass nur ein tschechischer Staatsmann vom Format S v e- h l a s die Situation ausnützen und Henlein zu gewinnen versuchen würde(wozu Wohl zu bemerken ist, daß ein so überzeugter Anhänger der demokratischen Staatsform und klarer politischer Methoden wie Svehla am wenig st en bereit gewesen wäre, mit der Hitlerei zu paktieren. Svehla hätte mit dem ganzen Sarkasmus, der ihm eigen war, auf Henleins Telegramm wahrscheinlich eine mehr als deutliche Antwort gegeben und das Heer der Heinlein-Agitatoren hätte er vermutlich wie alle anderen nati o» nalistischen Schreier, die ihm stets zuwider waren, als eine Schaarlästiger Wegelagerer entsprechend benannt und mit dem symbolischen wie mit dem faktischen Futz- tritt bedacht, den er für derlei aufgeregte Politik übrig hatte). Die Christlichsozialen erklären neuerlich, sie würden es w ü n s ch e n, daß Henlein Gelegenheit gegeben würde, sich zu erproben und Verantwortung zu übernehmen. An die Adresse Henleins sagt die„Deutsche Presse": Jedenfalls wird die Berufung Henleins auf seine Leipaer Rede nicht genügen, um die Mauer an Missttauen zwischen ihm und der tschechischen Mehrheit niederzureitzen. Henlein ist in eine Sackgasse geraten. Hoffen wir, dass desl Sudetendeutschtum nicht den Schaden davon trägt. Nach diesen Bettachtungen folgt aber plötzlich ein Bocksprung zu Hilgenreiner und Zajikek, indem neuerdings| die Sudetendeutsche Einheitsfront mit Henlein gefordert wird. Wie die„L i d o v i N o v i n y" berichten, hat der Cheftedakteur der„Deutschen Presse", Dr. A l b r e ch t, in der Wiener„R e i ch s- p o st" einen Artikel veröffentlicht, der ebenfalls in die Henleinkerbe schlägt. Die„Lidovt Noviny" finden es höchst sonderbar, daß ein Exponeni der deutschen Christlichsozialen das Ausland in diesem Sinne informiert, und machen die Klerikalen darauf aufmerksam, daß Henlein auch dann eine Minderheit wäre, wenn er alle deutschen Mandate gewonnen hätte. Auch dann würden die Tschechen sich Vorbehalten, dieser Minderheit den Mehrheitswillen entgegenzusetzen und auf keinen Fall würden sie sich von Henlein zu etwas zwingen lassen. Zur Regierung könnten überhaupt nur demokratische deutsche Parteien zugezogen werden. DaS ffchechische Blatt spricht Zweifel darüber aus, ob Dr. Albrecht mit seinem Arfikel die Meinung seiner Partei ausgesprochen hat. Diese Partei hat aber heute keine einheitliche Meinung. Gegen einen fascisffsch orientierten Flügel, den Hilgen- reiner anführt und dem anscheinend auch der Chefredakteur der„Deutschen Presse" zu Diensten steht, gibt cs den von den Gewerkschaften und der Jugend geführten demokratischen Flügel, der eine Distanzierung von Henlein wünscht. In der „Deutschen Presse" kommt dann die ganze Zwiespältigkeit zum Ausdruck und Dr. Albrecht muß sich, da er in Prag Hemmungen hat, sein Herz in Wien ausschütten. . Seite 4 Samstag, 25. Mai 1935 Nr. 122 M WM AM WlV ill WWW! MW Wirtschaftslese unverändert Aus dem Bericht der Nationalbank Der Bankrat der Tschechoslowakischen Nationalbank hielt am Freitag seine ordentliche Monatssitzung ab. Dem vorgebrachten Geschäftsberichte für den verflossenen Zeitabschnitt entnehmen wir folgendes: Der Gesamtcharakter der Weltwirtschaft hat sich nicht viel geände r t. Auf den internationalen Devisenmärkten herrschte sichtliche Unruhe, die sich besonders auf die Devisen- des Goldblocks konzentrierte. Von dieser ausländischen Nervosität unterschied sich die inländische Wirtschaftsentwicklung durch verhältnismäßig ruhige und resistente Tendenz. Der Charakter des inländischen Beschäftigungsstandes isi noch immer durch die infolge ungünstigen Wetters verspäteteFrühjahrssaison, wie auch durch Schwierigkeiten der Exportbranchen bestimmt. Auf dem Geldmärkte nehmen die Anzeichen der Flüssigkeit nicht ab. Nach einer kurzen Unterbrechung, im Frühjahr liegen von den Geldinstituten in den letzten Wochen wieder Berichte vor über anhaltenden Zustrom von Spareinlagen und allgemein über eine ruhige Entwicklung des Einlagengeschäftes. Die Saaten überwinterten gut und ent< wickeln sich auch weiter im ganzen befr.ie« d i g e n d. Das kühle Aprilwetter hielt zwar sämtliche Kulturen in ihrer Entwicklung auf, größere durch di« Spätfröste verursachten Schäden sind aber nur von örtlicher B e d e u» tun g und haben besonders Weingärten und frühzeitig blühende Bäume betroffen. Der verspätete Eintritt der Frühjahrssaison machte sich bisher auch in einer im Vergleich zur Entwicklung des Vorjahres verlangsamten Besserung des Frühjahrs« Arbeitsmarktes geltend, so daß auch der Stand der Arbeitslosigkest Ende April etwas höher war als im vergangenen Jahre. Die nicht von der Saison abhängigen, für den Inlandsmarkt arbeitenden Branchen melden ruhige und stetige Entwicklung, die Exportunternehmungen klagen aber ständig über sehr bedeutende Erzeugung^- schwierigkiiten aller Art und über die scharfe Konkurrenz auf den internationalen Märkten. Die Nationalbank hat mit ihrer Tätigkeit auf dem Gediehe direkter Exportkredite begonnen. Trotz internationalen Schwierigkeiten überstiegen die Aprilergebnisse des Außenhandels, was den Umsatz anbelangt, die Daten des Vorjahres, und zwar gerade hauptsächlich infolge Erhöhung der Fertigwarenausfuhr, die Rohstoffeinfuhr behauptete nur ein wenig niedrigeres als das vorjährige durch Dordevalva- tionSeinkäufe erhöhtes Niveau. Die Aprilbilanz des Außenhandels ist stark aktiv; die Bilanz der ersten vier Monate dieses JahrcS ist um mehr als eine Drittelmilliarde Xö günstiger als im Vorjahre. Auch hat die Verteilung des Aktwums mehr auf Länder mit freiem Devisentransfer günstigere Folgen für die kassenmäßige Entwicklung unserer Zahlungsbilanz. Hinsichtlich der Gliederung unsere- Exportes nach Ländern, ist die zunehmende Bedeutung der verbreiterten Basis und der Ausfuhr in entferntere, wirtschaftlich schon weiter gesundete Märkte festzustellen. Das„nicht zu unterschätzende Verdienst* der deutschen Regierungsparteien Zu den wenigen deutfchbürgerlichen Presse» stimmen, auS denen noch Vernunft spricht, zählt daS Olmützer»Mährische Tagblatt*, dessen-iensttägigem Leitartikel wir folgende Stelle entnehmen: »Daß sich dem gegenüber die tschechischen Regierungsparteien im ganzen gut behaupteten, darf nicht wundernehmen. Sie waren in der angenehmen Lage, ihren Wählern viel schönere und freundlichere Bilder von ihrer Tätigest zu entwerfen, als es den deutschen Kollegen von der Minssterbank möglich gewesen ist. Denn so ehrlich diese es auch mit ihrer Aufgabe nahmen, konnten sie gegen die zahlenmäßige Uebermacht im Ministerrat, in den Ausschüssen und im Parlament nur sehr bescheidene Erfolge Heimbringen, und diese nur nach schwerer Arbeit und selbstverleugnenden Verzichten. Solche Tätigkeit, deren größerer Teil der schwer beweisbaren negativen Aufgabe gewidmet, war, die immer wieder austäuchenden neuen Anschläge gegen den Besitzstand der Deutschen aüzuweh- re n, den Appetit des nationalen Gegners zu dämpfen und die stets um kämpf t« n Positionen so gut oder so,schlechtes ging, ,«iA« sqm zu behaupten, trägt zur Popularität nicht bei. Den abtretenden deutschen. Regierungsparteien darum Steine nachzuwerfen; hieße grobe Undankbarkeit zu begehen. Wenn ihnen nichts anderes gelungen wäre, als die Atmosphäre des nationalen Kampfes in den letzten Jahren, wie es ja unbestreitbar der Fall ist, zu mildern und die Voraussetzungen zu einem verständnisvollen Nebeneinanderleben zu schaffen, bedeutet schon dies ein nicht zu unterschätzendeSPer- LtSLst." ' Die weltbekannten Radiumgruden str Joachimsthal haben soeben das hundertste Gramm des seltenen Elements Radium gewonnen. Aus Anlaß dieses bedeutungsvollen Augenblicks wird im Laufe der heurigen Badesaison im Radium-Palace-Hotel und im Kurhause in Joachimsthal eine Ausstellung von Erzeugnissen und Diagrammen über den Grubenbetrieb und die Radiumtur in Joachimsthal veranstaüet werden. Das staatliche Unternehmen in Joachimsthal erstreckt sich auf drei Bergwerke und auf eine Fabrik für Uran-Farben und Radiumpräparate. Vom Jahre 1855 bis Ende des JahreS 1834 wurden 71 WaggonsUranpecherz, enthaltend insgesamt 109 Gramm Radio-Element, gefördert, was ein Kapital von etwa 150 Millionen Kc repräsentiert. Es waren gerade die Joachimsthaler Erze, aus denen das Ehepaar Curie im Jahre 1889 zum erstenmal Radium isolierte, dessen Eigenschaften nicht nur zu einer TtKeAmügLelten WWM»WWW»»WWMMWMWWW»W»W>WW>WWW>W Riesige Rauschgift-Zentrale in Paris aufgedeckt Paris. Bor wenigen Tagen ereignete sich in einer Villa im Zentrum von Paris eine Explosion: Die beiden M i e t e r der Villa, die mehr oder weniger schwere Brandwunden davongetragen hatten, waren plötzlich verswun- v e n. Eine Hausdurchsuchung förderte nun Donnerstag nicht weniger als 30 Kilogramm Heroin und ebensoviel Kokain zu Tage. Man erklärt in Kreisen der Pariser Polizei, daß eS sich um die g r ö ß t e Rauschgiftindustrie handle, die jemals in Paris aufgedeckt worden sei. Einer der beiden Mieter, ein Bulgare wurde verhaftet, seinLarwS« mann und Mitarbeiter wird noch gesucht. Bereits 56.00V Sterilisierungen in Deutschland Berlin. Bei den ErbgesundheitSgerichten sind in Auswirkung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses bis zum 31. Dezember 1934 8 4.5 25 Anträge auf Unfruchtbarmachung eingegangen. In 42.903 Fällen ist die Unfruchtbarmachung von Männern, in 41.622 Fällen die Unfruchtbarmachung von Frauen beantragt war, den. Erledigt waren am 31. Dezember 1934 64.499 Anträge. In 56.244 Fällen wurde die Unfruchtbarmachung angeordnet, in 3692 Fällen abgelehnt, auf ander« Weise, durch Zurücknahme des Antrages, Verweisung an ein anderes Gericht usw. haben sich 4563 Fälle erledigt. Aus Fliegernot wie durch ein» Wunder gerettet Paris. Ein gefährliches Abenteuer haften zwei Militärflieger des Flugzeugstütz- punktes von St. Raphael zu bestehen, die in einem Aufklärungsflugzeug nach CuerS unterwegs waren. In etwa 800 Meter Höhe geriet das Flugzeug in einen furchtbaren Sturm, der den Apparat wie einen Spielball hin« und herschleuderte. Als eine Böe das Flugzeug plötzlich hinabdrückte, wurde der Begleiter, der sich nicht angeschnallt hatte, aus seinem Sitz geschleudert, während dem Flug zeug« f ü h r e r das Steueraus derHand gerissen wurde und ihm der Leibgurt auf die Knie rutschte. Wie durch ein Wunder fiel der Begleiter auf das Schwanzende des Apparates, wo er sich an einer Verstärkungstrosse festklammerst konnte. Dem Flugzeugführer gelang es mit großer Müh«, das Flugzeug wieder in die Gewalt zu bekommen. Mit abgestelltem Motor setzte er vorsichtig auf flachem Felde zur Landung auf, die auch glücklich verlief. Der Mechaniker hat nur unbedeutende Verletzungen erlitten. Blutbad um Silber Mexiko. Nach einem Bericht der.Noticia" überfielen Banditen bei Etzatlan im Staate Ja- lisco einen Silbertransport. Sie ermordeten die" Begleitmannschaft, raubten Silberbarren im Wert« von 3 0 0.0 0 0 PesoS und entkameninS Gebirge. „Deutsche Belange", die einen Haken- krrnzler* nicht interessieren. In dieser Woche hat der Ministerrat das Bauprogramm für die Präger Kliniken beschlossen. Unter den nm zu bauenden Jnstitutm befinden sich auch einige deutsche Kliniken. Zu Anfang des nächstm Jahrzehnts sollm sie — wenn nicht Hitler und Hmlein uns mit einem„Befreiungskrieg" beglückm— fertiggestellt fein. Damit wird einem lang bestehenden Bedürfnis Genüge getan. Nicht nur für die armen Patienten, auch jür die Studie- ungeahnten Vervollständigung der bisherigen Ansichten über das Wesen'der Mateme,^sondern'auch zur Bekämpfung des Krebses beitrugen und zur Entstehung neuer Wissenschaften, der Radi o l o g i e und Radiotherapie, führten. Die Herstellung dieses. seltenen Elements, von dem in Joachimsthal dreiGranimfähr- l i ch geioonnen werden, hängt allein von den Ab- satzverhältniffen ab; je nach Bedarf kann die Produktion bis auf 8 Gramm oder auch mehr erhöht werden. Der kostspielige Produktionsfaftor ist der Umstand, daß zur Gewinnung eines Waggons von Uranpecherz fast 1400 Waggons Rohgestein gefördert werden müssen. Die fabrikmäßige Verarbeitung ist sehr kompliziert und endet mft etwa 2000 wiederholten Kristallisierungen. Das Joachimsthaler Radium ist im Vergleich zu den anderswo gewonnenen Erzeugnissen das r e i n st e, da es von dem weniger wertvollen Mesothorium frei ist.— Die Vorräte an Pechblende in Joachimsthal reichen schätzungsweise aufetwal 00 Jahre aus. r end en wird es ein u n g e h e u r e r Gewinn sein, wenn sie in modernm Instituten lernen können. Und wenn aus den Studenten taugliche Aerzte werden, so wird das ganze Volk Nutzm davon habm. Daß es zum Bau der Kliniken kommm wird, daß ein so großes und kostspieliges, aber unerhört nütz- liches Bauprogramm endlich gmehmigt wer- den konnte, ist der demokratischen Negierung, vor allem aber sozialdemokratischer Mitarbeit und in erster Linie dem deutschen sozialdemo- kratischen Arbeitenm in ist erzu danken. Die Herren aber, denen zu Nutzen dieses Werk in erster Reihe vollbracht wird, die Professoren und Studenten der deutschen Universität, haben sicher am vorigen Sonntag zu 90 Prozent für Henlein gesftmmt und, unbelehrt durch den Beschluß der Ministerrates, werden sie auch Sonntag wieder für Henlein stimmen. Denn sie gehören doch zur Alma mater antiquissima, was wortwörtlich die älteste Universität bedeutet, sinngemäß aber heißen muß: die a l t m o- discheste, reaktionärste, Verkalkteste Anstalt. Ihr Prorektor stand an der Spitze der Hitlerliste, die meisten ihrer Herren haben sich mehr als einmal als Haken- kreuzler vorgestellt. Selbst unter der jämmer- lichen Diktatur ihrer Pedellen und Offizials stehend, deren Ni- veau ungefähr das der Bürokräfte des zari- sftschen Rußland zu Gogols Zeiten ist, selbst die Marionetten ihrer Türhüter und Schalter- Zerberusse, möchten sie dem Volk gegenüber ein wenig Diktator spielen und alle Jahre rei- ten sie darum für andere„Belange" in den Kampf. Insignien, Namen, Gewänder, Urväterhausrat und der ganze Pofel vo)r naftonalem Phrasengut, der bei zivilisierten Naftonen keinen Hund vorm Ofen vorlockt, sind ihre Welt. Wo es um wirk- liche„Belange", um Interessen des Volkes, der Hochschule, der Stu- dierenden geht, dort findet man sie nicht. Diese Interessen zu betreuen, überlassen sie ausschließlich den Sozialdemokraten und anderem— wie sagt doch Herr WalterBrand, auch ein würdiges Früchte! dieser Alma mater, so schön—„heimatlosem Ge- sindel"! Verlängerung der Tonntagsrückfahrtkarten zu Pfingsteu. Das Eisenbahmninisterium erweitert die Gültigkeft der Sonntagsrückfahrkarten für die Pfingstfeiertage folgend: Für die Hinfahrt von Freitag, den 7. Juni 12Uhrmittags bis Montag, den 10. Juni; für die'R ü ck f a h r 1 von Sonntag, den 9. Juni bis Mittwoch, den 12. Juni 12 Uhr mittags. Die Rückfahrt muß am letzten Tage bis 24 Uhr beendet sein. Für die Feiertage am 29. und 30. Juni, vom 5. bis 7. Juli sowie am 30. Mai, 20. Juni und 15. August wird die Gültigkeit der Sonntagsrückfahrkarten nicht verlängert werden. Tod in den Flammen. In Ripava bei Tre- bftsch fingen beim Feueranmachen die Kleider der 73 Jahre allen Ausgedingeri n Veronika M i l o st n ä, Feuer, wobei die Greisin am ganzen Körper Brandwunden zweiten und driften Grades erlitt. Di« Kleider, die ein glühendes Kohlenstück, daS aus dem Ofen gefallen war, in Brand versetzt hatte, wurden zwar durch die Tochter der Verunglückten mit Wasser übergossen und so das Feuer gelöscht, doch erlitt die Greisin derart gefährlich« Brandblasen, daß sie nach siebenstündigen Qualen im Krankenhaus in Tre- bitsch ihren Verletzungen erlag. Sintflut. In Französisch-Marokko herrschen augenblicklich äußert ungünstige Witterungsverhältnifle, die in keinem Einklang mft der Jahreszeft stehen. Während der Regen in der sogenannten Regenperiode vollkommen ausblieb und die Ernte in vielen Gegenden vertrocknete, werden jetzt aus dem mittleren und höheren Atlas-Gebirge S ch n e c st ü r m e gemeldet. Im flachen Lande gehen lintjlut>> Vom Arbcitcr-Turn- und Sport-Verband (Technischer H a u p t au S schn tz) An alle Brrbandsvereine, an alle Techniker! Laut Beschluß deS Technischen HmchtauSschuffeS "werden die Freiübungen der'Männer, Frauen, Knaben und Mädchen für daS Bundesfest 1938 zum freien WetÄewerb unserer Techniker ausgeschrieben. Bedingungen: I« drei Uebungen, turnsprachlich verständlich niedergeschrieben und mit Strichzeichnungen die auf der Durchreise in einem kleinen Gasthaus in der Provinz übernachtet hatte, kam am Morgen zum, Frühstück in die Gaststube und sagte dem Wirt:„IkS ist schade, daß Sie' Ihre schöne Wäsche mit Schmierseife vardcrben." Und als der Gastwirt sehr verblüfft dreinsah, fuhr die Frau fori: „Das merkt man am Aussehen und Geruch, der Kopfpolster, Leintücher, kurz, der ganzen. Wäsche. Aber, abgesehen von dem schlechten Geruch, Schmierseife ist für die Wäsche auch viel zu scharf. Schmierseife sollte man höchstens für Scheuerzwecke nehmen. Für die Wäsche aber sollten Sie nur eine gute Kernseife— z. B. Schicht-Hirschseife nehmen. Daan wird die Wäsche weiß und bleibt eS auch und sie hält doppelt so lange und— duftet so angenehm frisch! Vergessen Sie aber auch nie, die Wäsche mft Frauenlob einzuweichen."— Rat und Auskunft in allen Waschangelegenheiten erteilt die Georg Schicht A.-V- in Aussig. 5 Ermäßigte Eisenbahn-HalbjahreSkarteu. Der Bund der Vertreter und Reisenden, Fachgruppe-im Allgemeinen Angestellten-Verband, Reichenberg, Turnerstratze 27, verweist darauf, daß für organisierte Geschäftsreisende und Vertteter die ermäßigten Eisenbahn-Halbjahreskarten mit Geltung ab 1. Juli auSgegeben werden und bei Besorgung durch die Organisation ein Sondernachlatz von 5 Prozent bewilligt wird. Als neue Begünstigung steht den Besitzern von Eisenbahn-JahreS- und HalbjahreSkartrn eine 2Sprozenftge Fahrpreisermäßigung auf den Staats-Autobuslinien.innerhalb des Direktionsbereiches der Eisenbahn-JahreS- oder HalbjahreS- karten zu. Nähere Auskünfte über die Presse und Bedingungen erteilt der Bund der Vertreter und Reisenden. Wahrscheinliches Wetter SamStag: Unsicheres Wetter, kühl, stellenweise Gewitter oder Schauer. Auch.tat Lstteil des Staates wieder stärkere Bewölkung, dabei jedoch warm bei Südostwind.—• Wetteraussichten für Sonntag: Unbeständig, in den böhmischen Ländern ein wenig kühler, im Karpathen« gchiet noch warm bis sehr warm und Gewitterneigung. Vom Rundfunk Empfehlenswerte* aus«ten ProgrMMast 1 Sonntag Prag: Sender L.: 7.00 Konzert auS Karlsbad. 8.50 Schallplatte«: Dvorak. 10.00 Mujiks Salonquartett. 12.15 Militärkonzert. 14.00 Deutsch* A r b e i t e r s e n t u n g: Paul MalleS: Arbeiterschaft und Krssenbekämpfunp. 14.20 Demsche landwirsschafttiche Sendung. 17.5® Deutsche Sendung: Kein schönes Land. 22.20 Schm' platten: Mozart. 28.25 Presse, Sport: deussch.—’ Sender St.: 14.30 Deutsche Sendung: Volkslieds 15,00 Frühling im Lied.— Brünn: 17.50 Deutsche Sendung: Franz Schubert: Der häusliche Kries, komische Oper.— Mähr.-Ostrau: 17.50 Deutsch! Sendung: Maria Stona: Porlesung aus eigene" Werken. 19.05 Tanzmusik: 19.45 Populäre Munl Iane Addams f Die weltbekannte amerikanische Sozialreformerin und Inhaberin des Friedensnobelpreises 1931 ist un Alter von 75 Jahren gestorben-'' Ar 122 SamStag, 28. Ma! 1935 Sette 5 Maitag auf dem Prager Friedhof Zwischen Le« hohen Großstadtbauten liegt der Hain der Tote» eingezwängt. Ti» Tafeln, herb, verwittert, grau und tief von den Jahrhunderten ins Erdreich ringesrnkt, Lind Zeugen tausender Geschlechter, die hier dem Richt- verfallen find. „Tem Nicht-?", so fragen zwischen all den Gräbern grün« Zweige in den FrählingSwind. »Lind wir denn nichts?, wir Gräser und Holunderzweige? Ti» Gräber find doch nur der unbekannten Kette Glieder. And ein jeder schweige, Ter nicht dem Leben einen Tin» erfand, der über jrdeS Atmen dauert, Und«ehr ist als der Nam« und der Stein» die man ist» Erdreich mauert." Te» Leben» Sinn find nicht nur große Gesten, gr»ße Taten, große Ehr«. Ter kleinsten Regung echt« Mitgefühls kann man den Weg ins Zeitrnlofe nicht verwehren. L» zeitenloS, so ewig neu senkt fich«in wenig Güt« auf da» Ei» erfrorner Trinen, Vie jeder Frühling, jede» Grün und jeder Sonnenstrahl auf diese» stillen Gräbrrfrldr» Tteinmoränen. Otto Friedrich. Italien und der Hafm von Dfchibouti. Große borgen, bereitet den Italienern-die Bahn von Dschibouti(Französisch-Somaliland) nach AddiS- dlbcba, di« eine Gesamtlänge von 703 Kilometern hat und durch französisches sowie abessinisches Gr« biet führt. Die Aktien befinden sich im französischen, italienischen und englischen Besitz. Bei den letzten französisch-italienischen Verhandlungen war don dem Erwerb eines weiteren Aktienpakets durch Italien die Rede, doch wär« auch damit die italienische Mehrheit nicht gesichert. Für den Krieg»« sall konunt dieser Bahn naturgemäß eine ungeheure Bedeutung zu. Daraus ergeben sich aber heikle international« Probleme. Denn Frankreich wird dadurch, daß die Bahn in einem französischen Hafen endet, stets ein gewichtiges Wort mit« iuredcn haben. Daher ist der italienische Traum auf Erwerb von Dschibouti nicht unverständlich. Wer Frankreich kann auf diesen wichtigen Stütz« tunkt auf dem Wege nach Jndochma nicht ver- tzichten. Japan» Gorge um Oel. Durch die Ber« brängung der• Standard Oil und der Royal Dutch-Lhell aus Japan und Mandschukuo hat Äapan den diplomatischen Widerstand der ameri- ianischen, englischen und holländischen Regierung «raufbeschworen. Der Konflikt zwischen Japan und den Oelkonzernen ist im vollen Gange. Den- u«h bemüht sich Japan um die Schaffung einer Warnen Oelindustrie, obwohl alle natürlichen Voraussetzungen dazu fehlen. In kurzer Zeit «t Japan die modernen Methoden der Oelver- »rbeitung gelernt, Raffinerien gebaut und die Umfuhr von Benzin ständig gesenkt. Diese Oel« tvsitik ist aus der Wehrpolitik zü erklären, und' °isnt der Unabhängigkeit Japan» vom Auslandes *i« Hauptsorge ist jetzt die Beschaffung von Roh-' Material. Japan selbst erzeugt nur?/». seines Oiohölvedarscs. Die Hoffnungen auf Mandschv« suo haben sich nicht erfüllt. Denn die Oelquellen >ind unwesentlich. Größere Hoffnungen setzt.man M den Oelschiefer, der in dem Kohlenlager von wtshun alö Abfallprodukt gefördert wird. Di« zweite Hoffnung richtet sich auf die Kohle, deren wan genug hat. Aber hier bestehen technische Schwierigkeiten für die Rohölgewinnung. Darum ch Japan auf der Suche nach Oel. Japanische mnänzkreise bemühen sich um Oelvorkommen auf dorneo. Ueber den Ankauf von Oelfeldcrn ^Mexiko und im übrigen Lateinamerika wcr- M Verhandlungen gepflogen. China hat bis- «r enttäuscht. Bleibt Sachalin. Der japanische Süden aber ist ölarm. Im sowjetrussischen Horden dagegen hat Japan Konzesfionnen, doch .'k Japaner klagen, daß, sobald sie auf Oel großen feien, vom russischen Nachbarfeld«in Teil :, ,ä Erfolges weggepumpt werde. Außerdem ^uft 1936 die Konzession ab. Die USSR ist ^>t der Verlängerung einverstanden, aber Japan mehr! Das ist der Sinn des Problem» Säsilin. Abessiniens Achillesferse. Ein ungünstiges Moment für die Verteidigung Abessiniens ist die sationale Zusammensetzung. Von den 10 Mil- ^"en Einwohnern find nur 8,8 Millionen reine ^ssinier, die im Norden wohnen und die Kern- Mpe de» Staate» darstellen. Dort wohnen auch Falaschen, die al» unzuverlässig gelten, ^nso wenig ist auf die Reger im Westen ein ?^laß. In den südlichen, erst zu Anfang dieses Achrhundert» unterworfenen Landschaften Kassa, Ma, und Harar leben 8 Millionen Einwohner, keinesloegs als abcssinientreu gelten mrd die im Falle einer Niederlage zweifellos gegen Ik Herren erheben würden, abessinischen, ^"maliland befindet sich eine weitere Million: mwohnek, die al» Mohammedaner auch noch in ^aiösem Gegensatz zu den Abessiniern stehen, r* gibt militärisch drei Angriffsmöglichkeiten:- • von Asmara, der Hauptstadt Erylhräas, in Achtung Adua und Gondar am Tana-See. L. aus M-Erythräa nach Osten unter Durchgiietung von den Wilden Danakils bewohnten Wüste, sund da? gilt am aussichtsreichsten) vom ita- Aujschen Somaliland aus. Denn dort ist durch Aktigstellung- der Bahn Mogadisco—Lugh eine ^te Opergtionsbasi» geschaffen. Von Lugh Wll| t in einem 6ö0 km langen Marsche durch das I Gebiet der abessinienfeindlichen Galla und Somali durch wasserarmes Hochgebirgsland Harar erreicht werden, das durch eine Sackbahn mit der Strecke Dschibuti—Addis—Abeba verbunden ist. Tschitscherin schreibt eine Mozart-Biographie. Ein Redakteur de» polnischen„Kurjer Godzienny" stattete Tschitscherin, dem Vorgänger Litwinows, im russischen Volkskommissariat des Aeutzern einen Besuch och. Tschitscherin wohnt in der Umgebung von Moskau und lebt von einer kleinen Pension, die ihm die Regierung gewährt. Er widmet fich vor allen Dingen der Musik; Tag und Nacht spielt er Klavier. Außerdem arbeitet er an einer Mozart-Biographie. Der polnische Journalist versuchte vergebens, ihn zu politischen?leußerungen zu bewegen. Tschitscherin beschränkte sich darauf, seufzend zu sagen:„Ich bin ein Träumer gewesen. Rapallo war ein Kartenhaus. Litwinow aber ist der wahre Realist." Der Streik der Pariser Midinetten ist beendet. Die meisten von ihnen werden Freitag früh die Arbeit unter den bisherigen Bedingungen, d. i. ohne Herabsetzung der Löhne antreten. Die männlichen Schneider in einem großen Betrieb, die sich dem Streike der Frauen au» Solidarität anschlossen, erhielten ebenfalls ihre Forderungen erfüllt. Hitler als Erlöser? Verhängnisvolle Täuschungen der Henlelnanbeter „In dieser Stunde des Appells rufe ich Euch zu: W i r müssen aus dem bisherigen Vorteilsdenken heraus, wir müssen heran» aus der Ichsucht, heraus aus der Anschauung, daß e» nur mir als Einzelnem gut gehen soll und zu dem Denken gelangen, daß wir den Kameraden, den Volksgenossen neben uns verstehen und bereit sind, seine Not zu teilen und zu lindern." (Konrad Henlein in Eger am Ostersonntag.) Ganz ähnlich klang es im Dritten Reich in den Reden Hitler», Goebbels usw., als der„deutsche Sozialismus" in die Tat umgesetzt wurde. Wie glänzend malten sich die Notleidenden, die Arbeiter, die Mittelständler, die Lmrdwirte usw..die Zukunft unter Hitlers Allgewalt auSl Jubelnd begrüßten Millionen in Hitler ihren Heiland und Retter. Manche sehen bei uns ihren Hitler in Henleifl. Jedenfalls ist der Kampf der Henleinpartei gegen das Genter System, die Verbindung der Arbeitslosenfürforge mit der Arbeitspflicht, die Ueberantwortung des Arbeitsmarktes einem selbstsicheren„Arbeitspfleger" für denkende Arbeiter nicht sehr verlockend. ES ist ütcrau» bezeichnend, daß die„Erste ge- samtstatliche Tagung der in der SHF organisierten Arbeiterschaft" am 28. April in Ansstg wohl dir Einführung einer obligatorische« Arbeitslosenversicherung verlangt aber nicht die BeitragS- pflicht der Unternehmer forderte, sondern in echt Goebbelscher Demagogie begehrte, daß„vor allem da» Bank- und Finanzkapital" die Beiträge zu leisten habe. Rur gedankenlose Proleten kann man mit diesem Schwindel imponieren. Mit denkenden Arbeitern rechnet ja die Henleinpartei ohnedies nicht. Wenn dafür die Unternehmer für Hitler ebenso begeistert sind wie für Henlein, so ist das allerdings durchaus begreiflich. 2n Deutschland geht es den Unternehmern, den„B etriebs- f ü h r e r n" so gut, daß sie dasselbe auch bei uns wünschten. Gibt es doch ft» Hitler» Reich keine«nangrneh- men BetriebSanSschüffe, keine Gewerkschaften, keine Streiks, dafür immer fettere— Dividenden. Geradezu trimphierend lauten in den Börsenblättern meist die Ueberschristen:„8 Prozent Dividende bei...",„Heuer 10 Prozent Dividende"—.„Endlich wieder Dividendenzahlungen ausgenommen" usw. Ihre wahre Bedeutung al» Gradmesser der Wirtschaftspolitik d«S Hitlersystem» aber erhalten nach Strasser»„Deutsche Revolutton" diese triumphierenden Dividenden-Zahlen, wenn man sie vergleicht mit den sinkenden Lohnziffern, deren Ausmaß am besten aus nachstehender Statistik de», amtlichen Organ» der Deutschen Arbeitsfront„Das Arbeiter« t u m" ersichtlich ist. Die erschütternden Zahlen de» offiziellen Hitlerorgan» zeigen folgend« Durchschnitts- Wochenlöhne in den wichtigsten Industrien: 1983 193t Mark Baugewerbe...... 43.44 28.51 Bergbau....«■■ 34.08 24.72 Holzarbeiter...... 43.20 26.84 Metallverarbeitung.... 41.76 82.14 Textilindustrie...... 83.60 21.47 Lederindustrie...... 38.88 29.57 Chemische Industrie.... 32.49 20.05 Lebensmittelindustrie... 47.04 28.64 Wohl gemerkt: das sind amtliche Zahlen des zuständigen Hitler-Organs, keine,„Greuelmel- dungen der Emigrantenpresse . Da» ist da» Gesicht des HttlersystemS: steigende Dividenden für dir Kapitalisten— sinkende Löhne für Arbeiter und Angestellte! Aus der„Ichsucht", dem„Borteilsdenken" ist Nazideutschland, das Vorbild so vieler Hen- leinleute, also trotz Hitlers Allmacht nicht h e rau S, ja noch stärker hineingeraten l Wachsender. Reichtum der„Betriebsführer", wachsende Not der„Gefolgschaft« n", wie man die Fabriksproleten höhnend nennt. Durch geringere Löhne und steigende Lebenshaltungskosten lernen sie di«„Segnungen" des FasciSmu» am eigenen Leib kennen. Was hat Hitler bis jetzt für da» werktätige Volk getan? Nicht nur nichts, sagt Dr. Straffer, sondern er belastete in der Zeit seiner Herrschaft die Werktätigen mit über 4^ Milliarden an Steuer-Erhöhung und Schaffung von neuen Steu ern. Die Verrechnung eines Lohnbriefes vom 24. 9. 1984, der nachstehend angeführt ist, besagt mehr al» alles andere. Ein Arbeiter hat bei einem wöchentlichen Einkommen von 88 Mark 80 Pfennig nachstehende Abzüge: unter Hitler früher Mk N» Lohnabzug, 2.05 —LS Krankenkassaversicherung,,, 1.75 —.25 Invalidenversicherung..,. 1.45 —.25 Arbeitslosenversicherung»,, 1.05 —.65 Steuer zur EhrftandSbeihilft.. —.75 —— Steuer zur Erwerbslosenhilfe, —.91 Bürgersteuer 1.50 Abgabe zur Arbeitsdienst-flicht. —.70 .— Abgabe zur FluggaSschutz... —45. —.— Dumm« Mk 10.61 1.50 Die Differenz beträgt nur 9 Mk 11 Pf., also um das Siebenfache sind die Abgaben, während Hitler regiert, gestiegen. 27.88 Prozent seines schwer verdienten Lohnes muh der Arbeiter abgeben. Solche Beispiele ließen sich dut- z e n d f a ch anführen. Unter 20—-25 Prozent betragen die Abzüge von dem geschmälerten Lohne überhaupt nicht I Da die Arbeiter Deutschlai tds nicht mehr so für ihre Löhne kämpfen dürfen und ihr Wohl lediglich von den Launen der „Treuhänder der Arbeit" abhängt, diese aber natürlich auf Seite der„Betriebsführer" stehen, ist von einem gesicherten Einkommen keine Rede mehr. Der Achtstundentag gilt nicht mehr und Neber- stunden müssen vielfach ohne Ent»elt geleistet werde«. Willkürliche Lohnkürzungen sind an der Tagesordnung. Die Arbeiter können sich dagegen nur ver« steckt wehren. Im Ullstein-Betrieb in Berlin wurden kürzlich die Löhne für das Personal herabgesetzt. Die Lohnherabsetzung wurde durch Anschlag bekanntgegeben. Vor dem Anschlag entwickelt«! sich eine stille Demonstration. Die Belegschaftsmitglieder traten einzeln vor den Anschlag, lasen ihn durch und traten mit„Heil Hitler" wieder ab. Der Anschlag wurde am nächsten Tag entfernt. Wie die Henleinsche Parole von der„Teilung der Rot" in Hitlerdeutschland in die Praxis umgesetzt wird, zeigt drastisch folgender Fall. Die Wandererwerk« in Chemnitz schenkten der Saarhilfe 100 Fahrräder. Die Räder gehen aber nicht zu Lasten der Firma, sondern müssen durch einige Ueberstunden der gesamten Belegschaftsmitglieder, die nicht bezahlt wurden, aufgebracht werden. Selbstverständlich hat die Belegschaft hierzu freiwillig mrd ohne jeden Zwang ihre Einwilligung gegeben. Durch unerhörten Terror werden die unzufriedenen Kameraden-Arbeiter niedergehalten. Wagt es ein Arbeiter, seine Abneigung gegen das Regime auch nur dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß er den Hitler- grutz ablehnt, politische Demonstrationen meidet usw.,. so mutz er gewärtigen, e n.t lassen zu werden. Das Landesarbeitsamt Karlsruhe hat am 6. 7. 1934 eine grundsätzliche Entscheidung gefällt: „Durch Entfernung vor Beginn der Singen» der Deutschlands- und des Horst-Wessel-Liedes aus den Geschäftsräumen und durch di« Nichtteilnahme an gemeinschaftlichen Aufmärschen, Feiern und sonstigen Veranstaltungen der Belegschaft, stellt sich»in Arbeitnehmer bewußt außer« halb der' Volksgemeinschaft und zeigt hierdurch sein« staatsfeindliche Einstellung. Dadurch wird die fristlose Entlassung gerecht- fettigt." Diese Entscheidung ist von der NSBO nach Kräften ausgetoertet und als Druckmittel benutzt worden. „... denn für eine große Zahl unserer Volksgenossen ist es heute noch nicht Frühling und wird es auch in kurzer Zeit noch nicht Frühling werden." So schrieb die„Deutsche Bergwerkszeitung" vom 16. 3. 1938. Und unsere Hitler-Henleingläubigen meinen, drüben im «Dritten Reich" sei da» reinste Paradies. In Wirklichkeit ist es für freidenkende Menschen eine Hölle. Die durch Schlagworte betörten Henlein- anhänger begreifen das allerdings nicht. Sie müssen erst durch harte Tatsachen belehrt und belehrt werden. RADION wäscht allein! Nur in frischer Wäsche- fohlt»i, dämpfen liess, bei allem Verständnis rhethorisch. Am sichersten dort, wo es ftische Wirkungen ging. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy Rücken des SASJ-BüroS Tinge unternahm, dü nicht auf einen offenen undwahrhaften Charakter schlietzen lassen. Jedoch, dieser Schutt zur„Erringung der Einheit", auf dem Bühren „nichts unversucht" lassen will, wird ihn belehren, datz sein« Eigenbrödelei, so will ich es nennen, nicht jen« Früchte ernten wird, die er nnn im Auftrage der RSJ zu säen beginnt. Eines will ich aber— und darin sind jene Massen gewiss ui'! mir einig— zum Schlutz feststellen: Uns, den sozialistischen Arbeitersportlern, and schon gar nicht die SASJ, ist nicht bange vor seiner nun wohl besser honorierten neuen„Stellung". Wir find mit anderen„Einheitsaposteln", oder besser gesagt Spaltern, fertig geworden vnd werden eS auch mit ihm. Aber der Verachtung aller sozialistischen Arbeitersportlrr wird Bühren ficher sei«! MMWIMkllM" 15 Fremdenzimmer, warm- u. kaltfließendes WaW Garage— Tel. 133— Pension von KC 20-, 26" Jedermann bestens empfohlen AÄ I