Einzelpreis 70 Heller (•iMchli«Slich S Maller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag»II.. fochova a. TELEFON am. HERAUSGEBERS SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURS WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURs DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Samstag, 1. Juni 1935 Nr. 128 t Parteitag vom 20. bis 22. Juni In Brünn E Der für den 4. und 5. Mai einberu» len« Parteitag, der wegen des Wahlkampfes verschoben werden muhte, ivird über Beschluß der Sitzung des Parteivorstandes vom ZI. Mai für die Zeit Vom2 0. bis22. Zunil. Z. an- Ersetzt. L Der Parteitag findet in Brünn Natt. Das Tagungslokal wird noch benanntgegeben. Die von den delegierungsberechtig- Een Organisationen beschlossenen Dele- Kirrungen bleiben aufrecht. Die Anmeldung der Delegierten muß bis längstens 15. Juni beim Reichsparteisekrrtariat rrfolgen. Oer Parteivorstand der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. I Malypetr verhandelt mit lilgenreiner und den Slowaken Endgültige Entscheidung der beiden Parteien heute Prag. Am Freitag verhandelte Minifter- hifident Malypetr mit dem Vertreter der slowakischen Volkspartei, dem früheren Minister Doktor! o. Bekanntlich ist die Hlinkapartei unter dem Schlagwort der A u t o n o m i e in die Wahlen Klangen. Wie das„Prckvo Lidu" erführt, zogen fch die Verhandlungen mit Tiso dis in dir Abend- ! Kunden hin und endeten mit der Erklärung des "iinisterpräsidenten, daß die Forderungen der slö- ^akischen Bolkspartei unannehmbar seien. ssWfvll sich vornehmlich um Forderungen im Rah- Uen der autonomistischen Ideologie, aber auch um liuanzwirtschastliche Forderungen ^handelt haben. Tiso soll noch um eine Frist bis Samstag gebeten haben, um sich mit der Partei- 'titung ins Einvernehmen setze« zu können. Am Vormittag empfing Malypetr den Ob- U»nn der deutschen christlichsozialen Partei Sektor Hilgenrriner, mit dem er ebenfalls "fctr eine eventuelle Mitarbeit dieser Partei in der Legierung verhandelte. Auch Hilgenrriner behielt W vor, dem Ministerpräsidenten am Samstag die Minitive Entscheidung der Partei brkanutzugrben. Nachmittag trat dann die Exekutive der christ- "chsozialen Partei zusammen und erteilte, wie flautet, Hilgenrriner die B o l l m a ch t» die i Verhandlungen mit Malypetr writrrzuführen. Im Falle des Regierungseintrittes der ^bristlichsozialen würde es offenbar zu dem be- Erits angrkündigten engen Zusammenschluß ihres ^»rlamentarischen Klubs mit dem der Landbünd- I ikt kommen; eine Partei würde dann den Minister, J* andere einen Parlamcntsvizrpräfidrntrn «'Nen. Rach dem gegenwärtigen Stand wird die 'ssiziellr Regierungsbildung doch wohl erst in den Tagen der nächsten Woche erfolgen. Litauischer Schlepper von deutschen Behörden beschlagnahmt Kaunas. Die deutschen Behörden habe« in Tilsit einen Transport von Fluß-Schiffe» ausge- ^lten, die de« Njemen stromaufwärts nach Kaunas Geschleppt wurden. Eines dieser Schiffe ^Urde beschlagnahmt. Ter litauisch« Konsul 'b Tilsit hat Weisung erhalten, bei den lokalen Be- l»rd«u gegen dieses Vorgehen zu protestieren. Dir iistinifche Regierung wird unverzüglich einen amtlichen Protest bei der deutschen Regierung in Berlin ^erreichen. Flandin gestürzt Das Schicksal des Franc und das Schicksal Frankreichs Paris. Nach stürmischer Nachtsitz nng ist bas Kabinett Flandin mit 352 gegen 2V2 Stimmen in der Minderhett geblieben. Obwohl der Ministerprüsi- dent selbst mit Anspannung aller seiner phhfischen Kräfte für seine Politik kämpfte, so daß er mitten in der Sitzung«inen Ohnmachtsanfall erlitt, obwohl Herriot in die Bresche sprang, um Flandin zu retten, obwohl der Finanzminister zurücktrat, war das Ka binett nicht zu halten. Eine Reihe Fraktionen des Regierungsblockes zersplitt erten bei der Abstimmung. Man denkt an die Bildung eines Konzentrationskabinetts unter Führung des Kammerpräsidenten B o»i s s o n. Die Niederlage des Kabinetts Flandin ist eine Niederlage der offen hochkapitalistischen P o l i t i k der französischen Bourgeoisie. Flandin und sein Finanzminister Germain Martin wollte den Franc sichern, indem sie vor allem den Staatshaushalt ins Gleichgewicht bringen, Einsparungen aller Art, vor allem an den Gehältern und sozialen Leistungen vornehmen wollten. Das ist das alte kapitalistische Rezept zur Lösung der Währungskrise. Es sieht in dieser nicht den.Ausdruck der strukturellen Erkrankung der Wirtschaft, sondern es glaubt, durch die Verstärkung der Golddeckung der Währung, durch sparsames Haushalten das Gleichgewicht wiederherstellen zu können. Zn klastischer Form hat das Brüning von 1930 bis 1932 in Deutschland unternommen. Er senkte Gehälter, Löhne, soziale Leistungen und versuchte sogar, die Preise zu senken(in diesem Punkte aber erwies er sich als zu schwach). Die FvlU» dieser Politik war ein stetes Schrumpfen der Wirtschaft. Der innere Markt wurde systematisch seiner Kaufkraft beraubt. Die Steuereingänge, sowohl die Erträgnisse der direkten wie die der indirekten Steuern, sanken und wenn Brüning die Ansgabenpost des Budgets.senken wollte, so. mußte er bald merken, daß auf der Einnahmenseite die Zahlen noch rascher zusammenschrumpften. Tas Ergebnis ist bekannt: Anwachsen der extremen Parteien, Katastrophenstimmnng und Massen Verzweiflung, wobei der Weizen des Fascismus blühte. Frankreich ist von der Krise weniger schwer getroffen worden als andere Länder. Ais konservatives Volk haben die Franzosen nicht so Ivahn- sinnig rationalisiert wie die Deutschen. In der Krise wirkte sich das mildernd aus. Der Krieg hatte ganze französische Dörfer entvölkert. Man konnte kolonisieren Und Arbeitslose auf dem Lande unterbringen. Frankreichs Industrie war nicht so sehr wie die deutsche oder englische auf den Weltmarkt angewiesen, sie hatte einen kaufkräftigen inneren Markt. Wenn Frankreich, um den' Franc zu retten, und um die zahlenmäßig- starke Rentnerschicht, darüber hinaus noch das„Rentnerbewußtsein" von 50 Prozent der Nation, zu schonen, eine D e f l a t i o n durchführt, wenn es zu sparen beginnt und den Notenumlauf einschräntt, so bedroht es zugleich feinen inneren Markt. Es würde durch eine solche Politik nicht nur den Lebensstandard der Arbeiter und Angestellten verschlechtern, sondern auch die Krise verschärfen.. Die Krise würde sich dann vermutlich mehr als bisher auf die Landwirtschaft ausdehnen. Denn die französische Landwirtschaft produziert zwar zum guten Teil für den Export(Weinbau, Seidenraupenzucht), aber sie hat ihre Existenzgrundlage doch in dem Massenkonsum an Weißbrot und Wein. Müßte der französische Arbeiter am Brot und an dem Schoppen Wein sparen, steigt die Arbeitslosigkeit so stark, daß der Konsumausfall nicht mehr zu ersetzen ist, so wird der französische Bauer aus seiner konservativen Ruhe aufgeschreckt werden. Das würde aber bedeuten, daß die demokratische Republik wirklich in Gefahr geriete. Die„Dritte Republik" ruhte von Anfang an auf einem Bündnis der Bauern mit der städtischen Bourgeoisie. Aber während die kleine Bourgeoisie des öfteren Extratouren tanzte(man erinnere sich an Boulanger und den DreyfuSrum- m e l), blieben die Bauern den Traditionen von 1789, wie sie in der radikalen Partei am stärksten verkörpert erscheinen, unentwegt treu. Die ländlichen Wahlkreise vor allem im Süden wählten radikal. Sie waren immer das Gegengewicht gegen die reaktionäre Bourgeoisie von Paris, aber auch gegen die sozialistischen Jndustriebezirke und Hafenstädte. Genau so wie in Deutschland der Fascismus den toten Punkt erst überwand, als er aus den Städten und vom Kleinbürgertum auf das Land übersprang, würde er in Frankreich in dem Augenblick eine wirklicbe Macht sein, da er aufhört, eine Bewegung der Pariser Gaffe zu sein, und anfängt, eine Bauernpartei zu werden. Die verschiedenen fascistischcn Verbände von den Feuerkreuzlern bis zur Action francaise spielen keine bedeutendere Rolle als die Partei Gasdas in der Tschechoslowakei. Eine Politik, wie sie Flandin einschlagen wollte, könnte den französischen Fascismus gefährlich machen. Die Kammer lehnte den Plan Flandins wohl aus zweierlei Gründen ab. Sie erkennt die Gefahren der Deflation und würde lieber in eine planmäßige Devalvation desFranc als in die Senkung der Einkommen willigen. Aus alter Abneigung gegen autoritäre Experimente wollte die Kammer aber auch dem Ministerpräsiventen die gefährlichen Vollmachten nicht geben. Ermächtigungen sind ungefährlich in einem Parlament, das die Regierung wirklich aus den zuverlässigen Vertrauensleuten der Mehrheit bildet, wie bei uns, wo die Regierung in gewissem Sinne nur ein Gremium der parlamentarischen Mehrheit ist. Kn Frankreich, wo feder Minister dazu neigt, seine Politik zu machen, wo er gegenüber der Partei, wie die Partei ihm gegenüber fast selbständig bleibt, könnte eine Ermächtigung auch zur Ausschaltung des Parlaments führen. Der Sturz Flandins beweist, daß die Mehrheitsverhältnisse in der französischen Kammer nicht so sind, daß eine offen kapitalistische Politik ohne Verbrämung getrieben werden kann. Sie liegen aber leider auch nicht so, daß eine Arbeiter- und Bauernpolitik möglich wäre. Der neue Mann hat es darum schwer, einen Weg zwischen den Extremen zu suchen, auf die sich heute wie überall so auch in Frankreich die wirtschaftlich-politische Entwicklung zuspitzt. Sozialisten bleiben in der Opposition Bouisson stößt auf' Schwierigkeiten Paris. Die am Vormittag gehegte Erlvar- tung, daß es Fernand Bouisson gelingen wird, das neue Kabinett schnell, das ist noch während des Abends, zu bilden, hat sich als allzu optimistisch und vorzeitig erwiesen. Fernand Bouisson ist sowohl auf der Rechten, als auch auf der Linken auf verschiedentliche Schwierigkeiten gestoßen. Bouisson hatte mit den Führern der Hauptparteien mit denen er eine Regierung der nationalen Einheit bilden will, Unterredungen gehabt und diese ersucht, sich vor der Bildung des Kabinetts üb-r einige Fragen klar zu äußern, namentlich über das Prinzip der Vollmachten für die Regierung ohne neuerliche parlamentarische Debatte. Die Radikalen berieten über die Angelegenheiten am Vormittag und Nachmittag, haben jedoch bisher keine Entscheidung getroffen. Nur Her r.i>o t hat Fernand Bouisson zugesagt, daß er das Porte, feuille eines Staatsministers übernehmen tver0c. Die Sozialisten haben eine d i- rekte Beteiligung in einem Kabinett der sogenannten nationalen Einheit a i g r- .(Schluß auf Seite 2) Roosevelt vor dem Ende? Der Oberste Staatsgerichtshof der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat vor einigen Tagen in einem Urteil festgestellt, daß die NJRA« Gesetzgebung nicht den Bestimmungen der Bundesverfassung entspreche und damit verfassungswidrig sei. Diese Verfaffungswidrigkeit soll darin liegen, daß die NARA-Gesetze die dem Parlament zustehende Gewalt der Exekutive übertragen. Mit diesem Urteil wird der Wiederaufbaupolitik des Präsident Roosevelt ein schwerer Schlag versetzt, und die Schwierigkeiten, in denen sie sich schon seit längerer Zeit befindet, werden noch vermehrt. Es kommt erst, nachdem das Gesetz und die ganze Wiederaufbauorganisation seit genau zwei Kahren in Wirksamkeit sind. Mit ihnen wollte Präsident Roosevelt die Wirtschaftskrise und die Massenarbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten bezwingen. Nach Jahren untätigen Zuwartens, das die letzte Periode der Präsidentschaft Hoovers auszeichnete, hatten für viele die Experimente des neuen Präsidenten einen extrem radikalen Charakter und sein entschlossenes Handeln wurde geradezu für kühn gehalten. Von allen Seiten schlug ihm die Begeisterung entgegen, und wer damals nicht den blauen Adler zeigte, das Symbol des Wiederaufbaues der nationalen Wirtschaft, lief der Gefahr, zu einem Feinde der Station erklärt zu werden.,..■ Der Rausch ist längst verflogen. Die mich-, terne Wirklichkeit hat sich anders entwickelt, als es damals nicht nur der Durchschnittsbürger dec Vereinigten Staaten, sondern auch mit wirtschaftlichen Dingen mehr vertraute Menschen in anderen Ländern gehofft haben. Roosevelt begann als der Mann der Farmer. Khre Not wollte er beseitigen und damit einem entscheidenden Teil der Bevölkerung der Vereinigten Staaten die Kaufkraft wiedergebcn. Damit hoffte er gleichzeitig den Antrieb für einen neuen Produktionsaufstieg auch in der Industrie zu schaffen. Um sein Ziel zu erreichen, mußte er vor allem gegen die Preisdiktatur der Trusts und Monopole vorstoßen. Er erkannte, daß seine Angriffskraft stärker war, wenn er sich die Gefolgschaft der Arbeiter erwarb. Von dieser Einsicht waren die erheblichen Konzessionen diktiert, die die NJRA-Gesetzgebung für die Arbeiterschaft brachte. Ihr Kern bestand darin, daß den Arbeitern die Koalitionsfreiheit zugesichert und die Gewerkschaften als Partner für Kollektivverträge mit den Unternehmern anerkannt wurden. Wegen dieser Bestimmungen und wegen der Festsetzung von Minimallöhnen, die verbindlich in besonderen Abkommen für die einzelnen Industriezweige erfolgte, hat das Unternehmertum von Anfang an gegen die Wirtschaftspolitik Roosevelts Widerstand geleistet. In den ersten Monaten, da der neue Präsident als der große Retter gefeiert wurde, gelang es ihm, diese Widerstände zu meistern. Doch geschah es schon damals, daß gerade die für die Arbeiterschaft vorteilhaften Bestimmungen weniger streng genommen wurden, und mit der Länge der Zeit erfuhren sie viele Durchlöcherungen. Zahlreiche Streiks sind in den letzten zwei Jahren in den Vereinigten Staaten geführt worden nur mit dem Ziel, die gesetzlich zugebilligte Koalitionsfreiheit, das Recht der Gewerkschaften auf den Abschluß von Kollektivverträgen und den Schutz der Arbeiter vor willkürlichen Maßregelungen durchzusetzen. Die Regierung hat kaum etwas getan, um auf der strikten Einhaltung dieses Teils der NJRA-Gesetzgebung zu bestehen. Es ist bezeichnend, daß das neue Urteil des Obersten Staatsgerichtshofes, das dieser ganzen Gesetzgebung den Todesstoß versetzt, gefällt worden ist in einer Klagesache, in der ein Unternehmer gegen die Verpflichtung zu Minimallöhnen und zur Einhaltung der Arbeitszeit klagte. Die NJRA-Gesetzgebung läuft nach zweijähriger Dauer am 16. Juni ab. Der Kongreß und der Senat sollten in den nächsten Tagen zu einer Regierungsvorlage Stellung nehmen, die die Verlängerung um 21 Monate fordert. Solange läuft die Amtsperiode des Präsidenten.Roosevelt noch. Sowohl im Kongreß als auch im Senat sind der Wirtschaftspolitik des Präsidenten zahlreiche Gegner erwachsen und es war schon vor dem Urteilsspruch nicht ganz sichert ob die Vorlage eine Mehrheit finden würde. Nach dem Urteil kann wohl kaum ein Zweifel darüber möglich sein, daß die Verlängerung nur dann beschlossen wird, wenn die Vorlage weitestgehend abgeändert wird. Bon dem restlosen Vertrauen, mit dem'die Parlamentarier Seite 2 Samstag, 1. Juni 1935 Nr. 128 Zum Regierungssturz Frankreichs (Schluß von Seite 1) ihrem Präsidenten über ein Jahr lang gefolgt sind, ist nur wenig, übrig geblieben. Heute ist er den schwersten Angriffen ausgesetzt, die von den Banken und dem Trustkapital borgeträgen werden. Auch der amerikanische Gewerkschaftsbund drückt mit der Entschiedenheit, mit der er die Ansprüche der Arbeiterschaft in Kämpfen zu verteidigen entschlossen ist, nur die Stimmung in den Massen der Arbeiter aus. Die Wiederaufbaupoliti! Roosevelts hat an der Besserung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten unzweifelhaft ihren Anteil. Es sind den verschiedenen Wirtschaftsgruppen etliche Milliarden Dollar an Subventionen zugeflossen. Insbesondere hat sich die Lage breiter Farmer- schichten gehoben. Mit der Steigerung der Preise und der Einschränkung der Produktion ist ihre Kaufkraft in den letzten Jahren gestiegen. Ebenso liegt ja auch die industrielle Produktion höher, als vor zwei Jahren. Die kapitalistische Rentabilität bat sich beträchtlich gebessert, was in den erhöhten Gewinnen der großen Mehrzahl der Unternehmungen zum Ausdruck kommt. Aber dennoch macht sich ganz allgemein eine wachsende Unzufriedenheit bemerkbar. Manche Industrien fühlen sich durch die hohen Preise für landwirtschaftliche Produkte in ihren Profitmöglichkeiten beschränkt. Die Farmer, besonders die Baumwollpflanzer, fordern ein unbeschränktes Fortdauern der Subventionen bei gleichzeitiger Ausdehnung der Anbauflächen. Außerdem stellen sich.aber auch bei ihnen die ersten Besorgnisse wegen des dauernden Rückganges der Baumwollausfubr ein. Erst recht hat die Arbeiterschaft allen Anlaß, darauf zu bestehen, daß bei dem Wiederaufbau der Wirtschaft ihre Interessen nicht übergangen werden. Die Lohnerhöhungen, die die NJRA-Ge- setzgebung für sie gebracht hat, wurden größtenteils durch die Steigerung der Lebensmittelpreise wieder wettgemacht. Die Sozialversicherung zeigt zwar einige gute Ansätze, aber was endgültig aus ihr wird, das steht heute noch nicht fest. Der Umfang der Arbeitslosigkeit ist trotz gestiegener Produktion nicht erheblich gesunken. Selbst vorsichtige Schätzungen nennen gegenwärtig noch immer zehn bis zwölf Millionen Arbeitslose. Roosevelt hatte sich zuviel vorgenommen, als er, ohne die Grundlagen der privatkapitalistischen Wirtschaft anzutasten, seinem Lande die Prosperity zurückgeben wollte. Sein Stern ist im Sinken und es sind nur noch eineinhalb Jahre, dann muß er sich als Präsident einer Neuwahl durch das Voll unterziehen. Ultimative Forderungen Japans Tokio.(Tsch. P. B.) Außenminister Hieota erstattete am Freitag im Kabtnettsrate eingehend über die Lage in Nordchina Bericht. Er erklärte hijssxi, haß die ganze Angelegenheit nach den bestehenden Verträgen durch die Militärstellen in Kwantung zu regeln sei. Er stellte folgende Forderungen auf, die China zu erfüllen habe: Nämlich den Rücktritt deS Generals Nu anzuordnen, weiter die Verlegung der Kommandostellen von Tientsin nach Paoting südlich von Peiping z« befehlen und schließlich alle antijapanischen oder antimandschnrischen Organisationen anfzulöscn, ebenso die Organisationen der Blauhemden und der politischen Propaganda- Abteilung, die in erster Linie für die Unruhen verantwortlich feien. Die Angelegenheit werde in dem Augenblick beigelegt sein, wenn China diese Forderungen erfülle. lehnt. Der unter Führung deS Deputierten Frossard stehende rechte Flügel der Partei hat allerdings schon seit längerer Zeit— und namentlich seit dem Eintritt der belgischen Sozialisten in die Regierung— seine Ansicht nicht verhehlt, daß die Sozialisten auch in Frankreich m die Regierung eintreten sollten, namentlich jetzt, wo im gesamtstaatlichen Interesse Maßnahmen zur Aufrechterhaltung deS Friedens ergriffen werden müssen. Die führende Mehrheit deS sozialistischen Klubs und auch der Partei will jedoch unter Berufung auf frühere Beschlüsse deS Kongresses und der Parteileitung höchstens eine fteie Unterstützung der Regierung versprechen, wobei sie als Bedingung stellt, daß die Regierung außer dem Frone auch die demokrattschen Freiheiten verteidigen, die Rcattion bekämpfen, di« Rechts- Ligen auflösen soll usw. Ein nach der heuttgen Sitzung anSgegebenrS Kommunique besagt: Da sich in der Negierung der sogenannten nationalen Einigkeit auch Elemente und Faktoren befinden, die die Sozialisten bekämpfen» ist es den Sozialisten nicht möglich, in eine solche Regierung einzutreten. Das Kommunique erinnert jedoch an den Beschluß vom November v. I., daß di« Sozialisten bereit sind, zum Schutze der demokratischen Freiheiten und gegen den FascismuS selbst eine linksgerichtete Kampfregierung zu bilden. Am späten Nachmittag fand eine gemeinsame Sitzung aller Links-Klubs von den Radikalen bis zu den Kommunisten statt. Die Kommunisten erklärten auf die Frage». welches ihr Standpunkt sei, daß es sich ihnen nicht um die Personen, sondern um das Programm handle und daß sie zum Beispiel bereit seien, in eine Kampfregierung einzutreten, die die Rcattion bekämpfen würde und daß sie auch mit dem Deputierten Baretti von FlandinS Gruppe der Mitte zusammenarbeiten würden, der nach den Feberereignissen deS vergangenen Jahres gezeigt habe, daß er ein aufrichtiger Verteidiger der demokrattschen Freiheiten sei. Fernand Bouisson wartet das Ergebnis der Nachmittagsberatungen der Klubs ab und setzt seine Besprechungen fort. Nach IS Uhr hatte er eine Unterredung mit Senator C a i l l a u r,, dem er nahelegte, wenigstens das Portefeuille eines Staatsministers anzunehmen. Es kursieren auch Gerüchte, daß er Marschall P e t a i n einen Ministersitz angeboten habe, der jedoch ablehnte. * Die Radikalen unterstützen Bouisson Paris. Bouiffion begab sich am Abend in das Palais Elysö, um dem Präsidenten der Republik über den Stand seiner Verhandlungen zu referieren. Er wird morgen die Besprechungen fortsetzen und will gegen Abend das Kabinett bilden. Die Lage hat am Abend hauptsächlich dadurch eine Klärung erfahren, daß der Radikale Klub nach der Unterredung seiner Delegierten mit Fernand Bouisson über den Umfang und die Dauer der Vollmachten beschloß, das Kabinett zu unter st ützenund seine Mitglieder ermächtigte, in die Regierung einzutreten. Diese Entscheidung wurde mit allen geg^en zwölf Stimmen getroffen, einige Mitglieder enthielten sich der Stimme. Fernand Bouisson soll den Radikalen die Versicherung gegeben haben, daß die Vollmachten ausschließlich zum Schutze des Frank und der ftnanziellen und wirttchaftlichen Gesundung des Staates, nicht aber zu politischen oder Wahlzwecken benützt werden. Auch sagte er, zu, daß das Parlament in seinen Rechten nicht werde verkürzt werden und daß es namentlich zu einer außerordentlichen Herbsttagung werde einberufen werden, in der es das ordentliche Budget für das nächste Jahr behandeln wird. Er versprach ferner, daß Herriot mit ihm bei der Verteilung der Portefeuilles zusammenarbeiten werde und daß die hervorragendsten Ministerien, d. s. hauptsächlich das Innenministerium, das Finanzministerium unh das Ministerium für nationale E r z i e h u n g, in den Händen der L i n k e n verbleiben werden. Fernand Bouisson gab ferner den Radikalen seine Absicht bekannt, aus dem zurückgetretenen Kabinett einige Minister, namentlich den Außenminister Laval, den Minister für die Kolonien R o l l i n, den Minister für öffentliche Arbeiten Roy, den Postminister Mandel u. a. in das neue Kabinett zu übernehmen. Ebenso gab er ihnen bekannt, daß er den radikalen Senator C a i l l a u x zum Staatsmini st er ernennen wolle. Eaillaux wird sich mit allen finanziellen und wirttchaftlichen Fragen befassen, die in das Ressort des Finanz-, des Handels- und des Landwirtschaftsministeriums fallen und wird gleichzeitig die Butgetausgaben kontrollieren. Am Abend wird an verläßlichen Stellen auch behauptet, daß Marschall P ö t a i n nach vorhergehender Ablehnung den angebotenen Posten eines Staats- ministerS mit der Kompetenz aller Fragen betreffend das Militärwesen im.Kriegs-, Marine- und Luftfahrtministcrium sowie im Ministerium für die Kolonien zu kontrollieren, angenommen habe. Frankreich kündigt Warenabkommen mit Deutschland Paris. Nach einer amtlichen Mitteilung hat die französische Regierung den Beschluß gefaßt, das deutsch-französische Warenabkommen vom 26. Juli 1934, das am 1. Juli 193S abläuft, zu kündigen. Gleichzeitig läuft zu diesem Zeitpunkt das Abkommen(accord) über die Z a h l u n g s» regelung ab. Die Anwendung dieser letzteren Konvention sei auf Schwierigkeiten gestoßen, die Unaufhörlich zunahmen, und die bisher unternommenen Bemühungen zur Behebung dieser Läge hätten nicht die gehofften Ergebnisse gezeitigt. Unter diesen"Umständen habe eS sich als unerläßlich herausgesteUt, Verhandlungen nur auf einer Grundlage wieder aufzunehmen, die es erlaube, die Lösung des Zahlungsproblems mit dem des Handelsproblems eng zu verbinden. Die Kündigung könne also in keiner Weise als«in Bruch ausgelegt werden. * Es handelt sich bei dem jetzt gekündigten deutsch-französischen Abkommen um ein Zusatzabkommen zum Handels- und Schisfahrtsvertrag vom 26. Juli 1934. Dieses Abkommen enthielt «ine große Liste von Meistbegünstigungen u. dgl. 34 Roman von Emil Vachek. Deutsch von Anna Aurednkek »Die Bratwurst kann Frau Fleckchen für sich behalten", sagte Beinsteller..Ich werde sie nicht mehr brauchen. Ich zieh ab in einer Weile." .Ist er verrückt geworden?" fragte Herr Fleckchen ängstlich..Herrgott, ich hab' keine Zeit, ich muß noch durch alle Zimmer rasen. Geben Sie acht auf ihn, Herr, Eliaschek. Falls dir einfallen sollte, Ferdi, mir etwas einzubrocken, so wirst du erst erfahren, wer der Herr Fleckchen ist, und wenn ich deinethalben nach Pankrae in die Strafanstalt kommen sollte, .Was hast du damit gemeint?" fragte Eliaschek, als Fleckchen davongelaufen war. »Das wirst du sehen!" antwortete Beinsteller düster. Mehr konnte Eliaschek von ihm nicht erfahren. Uebrigens kam nach wenigen Minuten der Vizepräsident Kvech. .Ah, Beinsteller", begann er jovial.»Heut« haben Sie'S toll getrieben, was? Das wird bei den Kollegen Eindruck machen! Sind Sie hier zufrieden? Wir werden Sie natürlich, sobald etwas frei wird, vorschriftsmäßig in Einzelhaft geben." »Ich bitte, gnädiger Herr", erwiderte Beinsteller würdig,„ich habe weder die Absicht, hier zu bleiben, noch in Einzelhaft zu gehen." «Da schau her", sagte der Vizepräsident, als er sich von seinem Staunen erholt hatte.»Sie scheinen sich in den Ton so eingelebt zu haben, daß Sie ihn nicht vergessen können. Nur fürchte ich, daß eS ganz gleichgültig ist, was Sie beabsichtigen. Und daß Sie ehestens doch in die Einzelhaft wandern werden. Vorderhand bleiben Sic hier in der hübscheu Stube." »Herr Vizepräsident", rief Beinsteller exaltiert,«Sie sehen einen neuen Menschen vor sich. Dieser neue Mensch muß Ihnen sagen, daß er unschuldig verurteilt wurde." Quatschen Sie keinen Unsinn", ermahnt« Kvech.»Ihnen ist nicht unrecht geschehen, aber ich werde heute und morgen ruhig schlafen, denn ich habe Sie auf Grund Ihres eigenen, bei der Polizei abgelegten Geständnisses, vor mir wiederholten Geständnisses verurteilt." .«Ach was, gnädiger H«rr, man gesteht so manches, was man gar nicht angestellt hat." »Beinsteller! Spielen Sie nicht mit mir! Falls Sie in diesem Ton fortfahren, pelz ich Ihnen eine Disziplinarstrafe auf, die sich gewaschen hat." »Aber, gnädiger Herr", entgegnete Beinsteller demütig,„ich will mir keine Strafe zu- ziehen und schwöre, daß ich's wirklich nicht getan hab'. Ich sitze hier unschuldig." «Sic haben sich hier gut unterhalten", schloß der Vizepräsident vor Wut zitternd die Unterredung,„Sie haben auch den Eliaschek amüsiert. Weil ihr euch so gut besprochen habt, werdet ihr morgen ins dunkle Kämmerlein wandern." »Ich gehe, wohin mich der gnädige Herr schickt", flüsterte Beinsteller.„Aber ich stelle eine berechtigte Bitte: Das Protokoll über diese Enthüllung soll mit mir ausgenommen werden." Jetzt war der Vizepräsident vor Wut außer Rqnd und Band.„Stehen Sie gerade, wenn hei Ihnen Inspektion ist, Eliaschek l... Ich werde euch alle lehren!" Tann stürzte er sich auf den Aufseher, der völlig niedergeschmettert war.„In Ihrer Abteilung, Herr Fleckchen, herrscht eine sehr gelockerte Disziplin. Ich will das nicht wiederfinden... Beinsteller, lachen Sie nicht!" »Ich lache ja nicht." »Ruhe! Herr Fleckchen, Beinsteller geht morgen zum Protokoll. Tann bierundzwanzig Stunden Dunkelarrest... Merken Sie sich, Beinsteller, zwischen uns ist alles aus, und wenn Sie es wa gen, in diesem Ton fortzufahren— Beinsteller, dann sei Ihnen Gott gnädig." Nach seinem Abgang fragte Eliaschek:»Hast du ihn gefrotzelt?" Beinsteller aber stöhnte nur:„Der Bulldogg will einen nicht einmal verhören." „Hast du gestanden?" »Ja, ich habe gestanden." »Die alte Generation läßt sich einsperren, weil es die Herren wünschen", sagte Eliaschek. »Ich bitte dich, red' nicht- mit mir, mir wird sonst übel." Das elfte Kapitel berichtet den seltsamen Traum Beinstellers, der bestä- ttgt, daß die Wahrheit letzten Endes immer siegt, auch wenn eS sich um einen verkrachten Dieb handelt. Beinsteller träumte einen Traum, der seinen großen Entschluß zur Reife brachte. Ihm träumte, er stehe mit einer ansehnlichen Truppe verschiedenster Sünder vor dem Jüngsten Gericht. An der Reihe war Zijkov, dieser besonders leichtsinnige Stadtteil. Biele Kaufleute, welche die Preise der Waren hinaufgeschraubt und beim Gewicht betrogen hatten, Defraudanten, Falschmünzer, Milchpantscher, Wirte, die ihren Wein verwässert hatten, eine Meng» gewissenloser Hausbesitzer, Kuppler und Dirnen wurden in die Hölle verwiesen; dann kamen die Tiebe an die Reihe. , Es waren recht viele Diebe da, denn ZiZkov ist durch seine Diebe ebenso berüchtigt wie das Stadtviertel Saint-Denis in Paris. Die einzelnen Fälle wurden sehr rasch erledigt, wie bei einer Assentierung. Alle Kadetten Beinstellers wanderten erbarmungslos in die Hölle, mit ihnen Peter Butschina, Ledvina und Marcel Pirko. AIS Eliaschek im Pyjama erschien, winkte der das Verhör leitende Engel, ohne lange Reden zwei gehörnte Höllenbewohner herbei, die sich, schreiend wie wilde Eselinnen, auf den Dieb stürzten. Sie konnten die Exekution nicht erwarten und verbrannten schon Vie Nazi-Bewegung in Oesterreich Jllegale Propaganda Wien, Amtlich wird verlautbart: Die Bun- despolizeidirettion in Wien hat in der letzten Zeit wahrgenommen, daß wieder i l l e g a l e nationalsozialistische Druckschriften!» großer Anzahl in Wien verbreitet wurden. Jo> Zuge her aus diesem Anlaß durchgeführtep Erhebungen wurde nunmehr eine Anzahl Voss Personen festgenommen, die der Beteiligung an dieser illegalen Propagandatätigkeit überwiesen oder doch dringend verdächtig sind. Darunter befinden sih der beschäftigungslose Ingenieur Heinrich Rst- d e g g e r und Jng. Eduard Kinderma rt», welche für dieses Büro tätig waren, ferner di« Journalisten Dr. jur. Erich C tiatzny, Dr. KM Wesseli, Ott S e k y r a. der Bautechniker Robert Ritthammer, Dr. Phil. Alfred M a l»- s ch o w s k y und der bereits seit lmigerer Ztit vom Dienste enthobene Ministerialsekretär Du Herrmann Se n k o v s k i. Universitätsprofessoren In politischer Untersuchung Wien. Wie die„Reichspost" erfährt, sind der Ordinarius für Zoologie an der Wiener Universität und Vorstand des ersten zoologischen Institutes, Dr. Paul Krüger, sowie der Ordinarius für Chirurgie an der Unwersität in Graz, W aI- zel-Wiesenstein, vom Bundeskanzleramt ihres Amtes enthoben und gegen sie das Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Dem Vernehmen nach ist Suspendierung in beiden Fällen wegen st a a t ifeindlicher Aeußerungen erfol-t- * Innsbruck. Die Zeitschrift„Der Süd tiroler" würde wegen aufreizender Schreibweist- und tendenziöser Berichterstattung von den Behörden eingestellt. vrei neue vivisionen mobilisiert Audi Marinemannschaft einberufen Rom. Eine amtliche Mitteilung gibt die ! Mobilisierung von einer weiteren Division del Landheeres und zwei Divisionen Schwarzhemdc» für Ostafrika bekannt. Die teilweise Mobilisation der abessinische» Streitkräfte, so heißt es in dem Kommunique« und die Ankunft weiteren Kriegsmaterials in Abessinien machen neue D e f e n s i v m a ß n aft- m e n(!) notwendig, um dje.Sicherheit der italienischen Kolonien in Ostafrika gegen jeden AngrÜl zu gewährleisten. WriterS hat eine große Anzahl von Offizieren, Unteroffizieren, Spezialisten und Man»' ! schäften der italienischen Kriegsmarine in der lft' I ten Zeit den Gestellungsbefehl erhalten. AuS bei» ! Jahrgang 1913 der Marine werden seit tiittgt* Zeit keine Entlassungen mehr vorgrnommen.' Rom. Gleichzeitig mit der Mobilmachimg b»» drei neuen Divisionen für die italienischen Kolonien in Ostafrika werden neue größert iTruppenverschiffungen bekannt. Ess iDampfer„Talia" verließ mit 100 0 SRun 11 schwerer Artillerie, 135 Offizieren 1 Unteroffizieren sowie 300 Tonnen KriegSgerüi ' Neapel, ■II N! auf dem Wege mit ihrem Benzinfeuerzeug Eli»- scheks Nägel. Er heulte vor Schmerz, verlor Selbstbeherrschung und warf einen der Teuft' mit einem kräftigen Kinnhaken zu Boden. Im?» hatten die Höllenbewohner feurige Boxerhandschv^ an den Händen und schlugen damit auf den bc- dauernswerten Eliaschek ein, als sei er ei» Stu» Eisen. Es war ein grauenhafter Anblick. RingSU»> ertönten di« Rufe:„Herr, vergib uns!": Aber vom lieben Gott war keine Spur,'N Beinsteller wartete, bis an ihn die Reihe la» 1- Nach all dem. was er gesehen hatte, war«ein recht klein geworden. Man hatte seine Cherubs in die Hölle befördert; was also erwartete ft»’ den Führer? Endlich rief man seinen Namen. Er trat das Gericht und dachte: Man soll"mich nur nick» zu lange quälen! Zugleich sah er, daß neben de»> Engelrichter eine erhabene Gestalt saß. Es war det Herr. Sein Antlitz strahlte solche Reinheit aul- daß seder bei diesem Anblick das Gefühl hatte, t» sei im Bade. In seinen Augen lag kein Vorwuru nur überirdisches Verstehen. Beinsteller ,agte ssft' »Ich glaube, eS ist gut, daß er gekommen ist." Tatsächsich— sogar der Richterengel änderte sein Benehmen. Er haspelte die Anklage nicht nw* herunter wie ein Pater daS Brevier, und iagtc mi- energischer Bewegung zwei Teufel davon, die bei» 1 Anblick DeinstellerS mit ihren zottigen, behufft» Beinen in die Wolke stampften, auf welcher W Gericht abgchalten wurde. Eine Stimme verlas die Anflage:«Diest» besonders hartnäckige Dieb hat arme Menschen<» der Elektrischen bestohlen und unschuldige Kinfek zum Stehlen verführt." »Na, gar so unschuldig waren diese Bälgt» nicht", wagte Beinsteller zu bemerken. »Schweig, Sünder!" schrie der Engclrichü»- „Warte. bis deine Verteidigung an die Reih» kommt." r v (Fortsetzung folgt.) Nr. 128 Samstag, 1. Juni 1935 Seite 3 fudetendeutscfieT Zeitspiele t Der Kommunismus- der größte Versager im Kampf gegen Henlein Das„Ceskä Slovo“ über die kommunistischen Verluste im Grenzgebiet Im.Teste Slovo" erklärt—kj—, die Behauptungen der Kommunisten, daß ihr Wahlerfolg ihre politische Linie bekräftige und dartue, daß.die Arbeiterschaft die Einheitsfront fordert", für absolut falsch, genau so fälsch, wie die gesamte Politik des Politbüros durch alle die Jahre her. Zur kommunistischen Partei ging ein Teil der tscheckoslowakischen Wählerschaft, um ihre Unzufriedenheit und Verbitterung über die heutige dnrtschafÜiche Situation zu manifestieren. Im Grenzgebiet aber, im Kckmpf gegen den Hauptfeind, die SHF, hat die kommunistische Partei so schlecht abgeschnitten . wie keine andere deutsche Partei; sie wurde dort . direkt hinwcggrfegt. Als Kämpfer gegen das Hakenkreuz hat also der Kommunismus seine absolute Unfähigkeit erwiesen, besonders wenn man bedenkt, daß der Hauptstoß der Hri- matfront nicht gegen die Kommunisten, sondern gegen die deutsche Sozialdemokratie ging. Der Behauptung des„Rude P r ä v o", daß„in den deutschen Gebieten allein die kommunistische Partei sich hält", stellt—kj— folgendes Ziffernmaterial über die kommunistischen Stim- tnen im Grenzgebiet entgegen: Parlaments Parlaments Landes wahlen 1929 wahlen 1935 wahlen 1935 Kaaden.. 4854 1841 1807 Dachau.. 1739 539 482 Warnsdorf. 3593 2126 1970 Deutsch-Gabel 4942 2409 2262 Karlsbad. 2416 1693 1624 Saaz.. 2246 1057 930 Parlaments Parlaments Landes wahlen 1929 wahlen 1935 wehle» rssb Gablonz . 11.865 6900 6518 Leitmeritz . 2715 1487 1324 B.-Leipa . 4702 2668 2524 Reichrnberg 19.620 11.219 10.592 Aussig. . 9897 4571 5212 Komotau . 6350 3689 3653 Marirnbad . 502 249 202 Eger.. . 2169 1191 1176 Bischofteinitz 1145 308 279 Die Ergebnisse zeigen einen vollen 5 0 pro- zentigen Rückgang der kommunistischen Stinunen. Durch Jahre hindurch hat das Polbüro den kommunistischen Arbeiter gegen die sozialistischen Parteien geschickt und diese wurden als Hauptfeinde der arbeitenden Klasse geschildert. Noch zu Beginn der letzten Wahlkampagne bestand das Programm und die Taktik des Polbüros darin, seine Anhänger auszuschicken, um öffentliche Kundgebungen der s o zia l i sti s ch e n Parteien zu zerschlagen. Auf unzähligen Versammlungen wurden die alten vorsintflutlichen Phrasen des Polbüros hervorgeholt, ganz ohne Rücksicht auf die neue internationale Situation, ohne Rücksicht auf die Verhältnisse in Deutschland und Rußland, geradeso als ob das Polbüro statt den arbeitenden Schichten der Zivno- bank dienen wollte. Ist daher, fragt—kj— mit vollem Recht am Schluß dieser vernichtenden Kritik, eine Einheitsfront mit einer solchen Leitung einer Arbeiterpartei möglich? kitt einem Wirtschaftsplan gegen Henlein „Eesks Slovo" schreibt:„Die wirtschaftlichen und sozialen Sachen stehen heute im Vordergründe. Sie gehen eng einher mit dem Bedürfnis erhöhten Schuhes, erhöhter Sicherheit und Ruhe im Grenzgebiete. Es scheint, daß dort die Agitation der Heimatfront fortschreitet, aber nicht im Sinne der offiziellen Vorträge des Herrn Henlein, sondern nach den sehr unoffiziell verbreiteten Wünschen insgeheim von Mund zu Mund. Industriebetriebe, welche durchwegs den Freunden der Heimatfront angrhörcn, bereiten sich vor zur Durchführung eines Druckes auf die bei ihnen bis her dem Staate gegenüber loyalen Angestellten. Vielleicht ist es jedem offenbar, daß der Schutz der persönlichen und staatlichen Sicherheit sowie der öffentlichen Ruhe gerade bei der Gelegenheit Hand in Hand mit einem Wirtschaftsplan geht. Die öffentliche Kontrolle der industriellen Unternehmungen kann jeden Terrors ausschließen ohne im geringsten die initiative Fähigkeit des Einzelnen und die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens zu verletzen. Seinerzeit hat der Herr Ministerpräsident^ di« Syndikalisiernng der industrretlen Unternehmungen verkündet und beim Ministerpräsidium wurde eine Wirtschaftssektion gegründet, welche die nottvendigen Erhebungen pflegen soll. Es wurde bisher kein geeigneteres Mittel gefunden, denn in der Syndikalisierung ist die.Mög- Unterhausdebatte: Luft-Locarno erstrebenswert — aber die Aufrüstung geht inzwischen weiter London. Im Unterhaus gab Freitag Außen- stlinister Sir Simon eine Erklärung über den beabsichtigten Luftpakt ab. Der Vorschlag müsse in sehr enger Zusammenarbeit und unter Berücksichtigung der Belange und Schwierigkeiten anderer an der Frage interessierter Länder durchgeführt werden. Während Italien und England aus dem Locarno-Vertrag keinen besonderen Ruhen gezogen hätten, würde jetzt der neue Luft- dakt zum Vorteil Englands und Italiens ausschlagen. In welcher Form der Locarno-Luftpakt in die allgemeine Regelung eingezogen werden soll, sei eine Frage, welche in einer späteren Phase aktuell sein werde. Es nähere sich rasch der Zeitpunkt, in welchem das Herantreten an einen engeren und ausführ- Iicheren Meinungsaustausch zweifellos erwünscht sein werde. Es wäre aber nicht vorteilhaft und weder klug noch praktisch, daß Großbritannien die Durchführung seines Luftaufrüstungsprogrammes aus e tz t e, um zunächst erst über die Begrenzung der Luftrüstungen zu verhandeln. Das engliche Programm der Rüstungsvrrmeh- rung erhöhe eher die Aussichten auf ein Abkommen über die Rüstungsbeschränkungen. Die Aussprache im Unterhaus schloß Lord- gehc im siegelbewahrer Eden ab. Er sprach mit ungewöhnlichem Nachdruck und mit einer Zuversicht, die bei den Zuhörern keinen Zweifel darüber übrig ließ, daß er in Bälde den Posten Simons im Außenamte übernehmen wird. Eden ist der Ansicht, es sei wellig wahrscheinlich, daß etwas anderes als ein Abkommen über die Beschränkung der Rüstungen die von der deutschen Regierung angekiindigten Absicht, bis zu dem Niveau der französischen Luftstrestkräfte zu rüsten, ändern werde. Hinsichtlich der Anregung, daß das Luftprogramm Großbritanniens auf einige Monate in der Hoffnung eingestellt werden sollte, daß die übrigen das gleiche tun werden, wiederholte Eden nachdrücklich seine Ansicht, daß keine Regierung, die sich ihrer Verantwortung bewußt sei, heute rin derartiges Risiko auf sich nehmen könnte.(Begeisterte Beifallskundgebungen.) England habe schon sehr lange gewartet» und dieses Warten habe ihm absolut keine Früchte gebracht. Paris.(Tsch. P.-B.) Die Typographen in oer Staatsdruckerei streikten Freitag nachmittags zum Zeichen des Protestes, weil ihnen die Löhn.' um 20 Centimes pro Stunde beim männlichen Personal und um 10 Centimes beim weiblichen Personal herabgesetzt lourden. Die Direktion teilte tzem Personal mit. daß sie im Falle der Fortsetzung tzes Streiks den Betrieb einstellcn und alle Arbeiten Privatdruckereien übergeben werde. Basel. Im Fürstentum Liechtenstein ist am Donnerstag durch Volksabstimmung die Einfüh- rung des proportionalen Wahlrechtes für den Landtag mit 1319 Stimmen gegen 1182 Ja- Stimmen abgelehnt worden. Klagenfurt. Der evangelische Pfarrer Wilhelm Fälsche in Wolfsberg in Kärnten, ein reichsdeutscher Staatsangehöriger, wurde wegen nationalsozialistischer Umtriebe verhaftet und dem Landesgericht in Klagenfurt eingeliefert, das gegen ihn das Verfahren wegen Hochverrates cingeleitet hat. Buenos Aires. Bei der Vermittlungsgruppe für den Chaco-Konflikt ist jetzt die erwartete Antwort Boliviens eingegangen. Bolivien erklärt sich mit einer 80tägigen Waffenruhe, die um weitere 30 Tage verlängert werden kann, unter der Bedingung einverstanden, daß das gesamte Chaco-Problem einem «Schiedsgericht unterbreitet wird. lichkeit der Kontrolle der deutschen Industrie enthalten, auch vom Standpunkte der staatlichen Sicherheit und des Schutzes des Arbeitsmarktes. Der objektive Kritiker muß anerkennen, daß die Vorwahlzcit keine gute Gelegenheit zu radikalen Reformen war, da man nicht wußte, wem das Volk die Macht in die Hand geben wird. Heute ist daran kein Zweifel mehr. Nach dieser Seite haben die Wahlen ihre Pflicht getan. Es handelt sich nun darum, damit sie auch jene Faktoren tun, welche mit der Leitung der Staatsgeschäfte betraut sind." Henleln-Rowdles gefährden die Kurstädte In Ergänzung ihrer ausführlichen, sehr instruktiven Mitteilungen über den Terror, den die Jünger des Hitlerkopisten Henlein im sudetendeutschen Gebiet ausüben, kann ich ihnen ergänzend einige Mitteilungen über das übermütige, provokative Benehmen der Heimat- front-Nazis in den deutschen Bädern der Republik machen, die ich beobachtet habe. Der Ruf der großen sudetendeutschen Bäder beginnt bereits ernstlich unter dem Treiben verhetzter Dursten zu leiden, die sich nicht scheuen, die Kurgäste, von denen die Henleinwähler leben, in den Anlagen, besonders in den Abendstunden, zu belästigen und zu beschimpfen. In Restaurants und Cafis fallen anzügliche, beleidigende Bemerkungen, selbst in den Pensionen beginnen die fasci- stischen Zimmervermieter bereits zwischen'„arischen" und„nichtarischen" Gästen zu unterscheiden. Wenn die Fremden, empört über diese Dinge, es in Zukunft vorziehen, ihre Erholung anderswo als unter diesen Opfern des Hitler-Wahns zu suchen, wird des Jammerns über das finanzielle Fiasko kein Ende sein. Und wer wird dann wohl die Schuld an diesen zwangsläufigen Folgen der nationalsozialistischen Bübereien tragen? Natürlich die Marxisten! Betrunkenheit des Chauffeurs kostet ein Menschenleben Karlsbad.(Tsch. P.-B.) Donnerstag abends kurz vor 11 Uhr fuhr ein Lastauto der Porzellanfabrik Benedikt auf der Staatsstraße Buchau— Karlsbad unweit vom Schloß Gieshübl den 26jäh- rigen landwirtschaftlichen Arbeiter I i I m a n n nieder. Der Mann wurde von der Bordkante des Lastautos so heftig in den Kopf getroffen,- daß aus der Wunde Knochensplitter und das Gehirn hervordrangen und der sofortige Tod eintrat. Der Chauffeur des Lastautos, T a ch e l t, der betrunken war, und der Mitfahrer Götz, wurden von der Polizei festgenommen. Wird der„Stürmer" eingestellt? x Oesterreichische Blätter wollen wissen, daß die Reichswehr dringend die Einstellung des von Streicher in Nürnberg herausgegrbrnen antisemitischen und pornographischen Blattes„Der Stürmer" fordert, das durch seine blutrünstige und schweinische Sprache nicht nur im Ausland, sondern selbst in Deutschland mehr und mehr Abscheu erregt. Es soll im Beisein von Goebbels eine heftige Auseinandersetzung zwischen Blomberg und Streicher gegeben haben, deren Ergebnis angeblich die Zusage Streichers war, sein Blatt spätestens in einem halben Jahr einzustrllen. Tschechoslowake in Abessinien mIBhandelt Rom.(Stefans.) Das italienische amtliche Nachrichtenbüro Stefani erhielt folgende Meldung aus Dschibuti über einen neuerlichen Ikeberfall auf einen Europäer in Abessinien. Am 18. Mai fuhr der Mechaniker Haliga, ein Tschechoslowake, mittels Motorrades mit seinen zwei Söhnen zum Königspalast nach Ghebi. Als er über Aufforderung abessinischer Soldaten anhielt, stürzten sich diese auf ihn und schlugen ihn und seine Söhne mit den Gewehrkolben. Der anwesende Offizier sah den Vorfall, wie die italienische Meldung besagt, ohne einzugreifen. Der Mechaniker und einer seiner Söhne mußten mit schweren Verletzungen in ein Kran- k-nhaus eingeliefert werden.(Es liegt die Ver- niutung nahe, daß die Täter wieder italienische Provokateure waren; Anm. d. Red.). Durchbruch der U-Bootblockade Die dritte Phase der amerikanischen Flottenmanöver Pearl Harbour. Die amerikanische Kriegsflotte bereitet sich auf die dritte Phase der Manöver vor. Die Uebungen dauern zehn Tage. Aufgabe der Kriegsflotte wird es sein, die U-Boot- Blockade zu durchbrechen. Nach den Manövern dampft die Kriegsflotte wieder nach San Diego ab. Rätselhaftes Verschwinden eines Emigranten Prag. Arro-Preß meldet: Aus einenl Emigrantrnkollektiv in Zahbihliee, an der Peripherie von Prag, ist auf geheimnisvolle Weife der 31jährige Emigrant Richard Probst, em Tischler aus der Gegend von Löban(Lausitz), verschwunden. Er hatte sich bei den Masse,wer» Haftungen im Jänner 1935 als einziger ans seinem Heimatort retten können, nachdem er früher schon einmal eine Zeitlang im Konzentrationslager gesessen hatte. Am 16. Mai verließ er— und- zwar, was wesentlich ist» in seinen schlechtester Sachen, während er ein besseres Paar Schuhe und einen besseren Anzug zu Hause hatte— die Wohnung, um Lack zum Streichen der Möbel einzukaufen» mit dem Bemerken, daß er in einer halben Stunde zurück sein werde und daß mar: bis dahin schon das Mittagessen fertig machen solle. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Es wurde Bermißtenanzeige erstattet, aber die Nachforschungen blieben erfolglos. Statt dessen kam jetzt rin B r i e f d e r M u t t e r an den Wohnungsinhaber, er habe sich gestellt und man solle seine Sachen schicken. Probst, der sich aber, wie erwähnt, gar nicht so angezogen batte, als wenn er wegfadren wollte, hatte gar kein Geld — nur 28 Kä— bei sich, um zur Grenze zu fahren. Die Untersuchung ist im Gange. Selbstmord des Altbürgermeisters von B.-Leipa B.-Leipa. Freitag früh gegen halb 8 Uhr wurde im Polzenfluffe in der Nähe der mitten in der Stadt gelegenen Wedrichschen Fabrik die Leiche des Altbürgermeisters Emil R o t s ch aufgefün- den und geborgen. Es liegt zweifellos Selbstmord vor. Emil Roksch stand im 68. Lebensjahr und war von Beruf Kaufmann. Er war vom Jahre 1923 bis 1931 Bürgermeister der Stadt Böhm.- Leipa und gehörte der Deutschen Nationalparjei als Mitglied an. Der Beweggrund zu seinem verhängnisvollem Entschlüsse dürfte finanzieller Natur sein. Rotsch war Hauptaktionär der Leipaer Autobusgesellschaft, die, wie man hört, in letzter Zeit mit erheblichen Verlusten arbeitete, wodurch er in m a terielle Schwierigkeiten geraten sein dürfte. Scheckfälscher Kaufmann — vielfach vorbestraft Die Prager Polizeidircktion hat Freitag vom Direktor des Gefängnisses St. Albany in New Dork, I. W. Moore, die Antwort auf ihre Anfrage bezüglich des Scheckfälschers Julius Kaufmann erhalten. Danach ist der Gatte der Mimt Hanl nicht Amerikaner, sondern Russe, der, nach der UnzahlStrafen.dieer in Amerika verbüßt hatte, im Frühjahr dieses Jahres nach Rußland hätte deportiert werden sollen, jedoch,, da dies nicht durchzuführen war, einen ordnungsmäßigen Paß nach Europa erhielt. Kaufmann ist in den Jahren 1924 bis 1929 fast ununterbrochen teils in St. Albany, teils in Sdig- Sing in Haft gewesen, da, während er seine Strafen abbüßte, ständig neue Delikte zutage kämen, wegen deren er zu weiteren Zusatzstrafen verurteilt wurde. Zu/n erstenmal wurde er am 12. Juni 1924 wegen eines kleinen Diebstahls zu drei Wochen verurteilt. Am 23. Juli 1925 wurde er unter dem Namen Julius Bruidbaard und am 1. August 1925 unter dem Namen Joses Breitbart zu Zusatzstrafen verurteilt. Am 18. Dezember 1925 wurde er zum zweitenmal unter dem Namen Julius Kaufmann zu einer längeren Freiheitsstrafe wegen Fälschung verurteilt. Am 27. November 1929 wurde et aus Sing- Sing entlassen, am 27. Feber 1931 wieder verhaftet, später begnadigt, jedoch unter Polizeiaufsicht gestellt. ' Tas Resultat all dieser Nachforschungen ist, daß die Identität Kaufmanns immer noch nicht feststeht. Da die amerikanischen Aemter in der Feststellung der Personalien sehr lax sind, ift. es keineswegs sicher, welcher der Namen, unter denen Kaufmann verurteilt wurde, der richtige ist. Grenzrespizient von Schmugglern- angefallen Kascha«. An der tschechoslowakischen Grenze bei Kaschau hielt der Respizient der Grenzwache L. Krulikovsky aus Perin zwei Schmuggler an, die Weizen aus Ungarn über die Grenze brachten. Hiebei wurde er jedoch von zwei ungarischen Soldaten beobachtet, die unsere Grenze ü b e r s.ch r i t t e n, sich dem Respizienten von rückwärts näherten und ihn entwaffneten. Krulikovsky, auf diese Weise wehrlos gemacht, gelang es aber, sich den beiden Soldaten zu entreißen und auf der Station in Sicherheit zu bringen. Die ungarischen S o d a t e n sandten Krulikovsky- fünf Schüsse nach. Scite 4 Samstag, 1. Juni 1935 Bergarbeiteraufstand in Nord- Rhodesien Sturm auf ein Verwaltungsgebäude wird dieses Riesenwert 17.000 Tonnen Aluminium liefern fönnen. Im nächsten Jahre soll die Produktion bereits auf 3 0.0 0 0 Tonnen jähr= Todesopfer ,, Der Kaiser des lich steigen. Außer dieſem großen Dnjeprwert hat schwarzen Afrika“ London. Im Kupfergebiet von Nord- Rhodesien ereigneten sich schwere blutige Zusammenstöße eingeborener Bergarbeiter mit Truppen und Polizei. 9000 Eingeborene, die mit den Löhnen und einer neuen Steuerver: ordnung unzufrieden sind, beteiligen sich an dem Streik. Beim Roan Antelope- Bergwerk wurden se chs Eingeborene durch die Polizei erschosfen. 3000 Eingeborene stürmten und zerstörten das Verwaltungs. gebäude und die Maschinenanlagen, 300 andere gingen gegen das Kraft. werk vor. " die Sowjetunion noch eine zweite Aluminiumfabrik ,, Volchow". Beide zusammen liefern im heurigen Jahr 25.000 Tonnen Aluminium. Flugzeug- Katastrophe. Aus Demblin wird gemeldet: Während des Landungsmanövers fam ein Militärflugzeug ins Trudeln und stürzte ab. Der Pilot und der Beobachter wurden getötet. Ein heftiger Orfan wütet. In einem Vorort bon Sofia wurden drei Häuser vom Sturm umgerissen und außerdem zahlreiche GeIn Bulawayo und an anderen Pläßen wurs, wünschte Wirkung auf die Eingeborenen hätten. bäude abgedeckt. Aus verschiedenen Teilen der den Eingeborene und europäische Mitglieder der Wie die englische Presse dazu berichtet, seien die Stadt werden Unglücksfälle durch herabjüdafrikanischen Polizei mobilisiert und nach dem Unruhen durch die schwarze Geheimsette fallende Ziegel und stürzende Bäume gemeldet. Da Gefahrengebiet in Marsch gesetzt. Zwei britische Nachtturm", die ben britischen Behörden seit auch der Straßenbahnverkehr stark gestört wurde, Truppentransportflugzeuge brachten weitere Poli- Jahren große Schwierigkeiten bereitete, aufge- sind die Straßen völlig menschenleer. zeiaufgebote aus Salisbury in Süd- Rhodejien schürt worden. Die Sekte habe Nord- Rhodesien mit herbei. Die Kupfergruben in Luanschha, Flugschriften überschwemmit, in denen die Eingeschlesische Tagespost" in BresDas Zeitungssterben in Deutschland. Die wo die Lage besonders ernst ist, werden von Trup- borenen aufgefordert werden, sich zu erheben und l'a u gab gestern bekannt, daß sie mit 31. Mai von Afrika Besiz zu ergreifen. Die Polizei hat einen Eingeborenen- Rädelsfüh- ihr Erscheinen einstellt. Das Blatt, das der deutsch nationalen Volksparrer verhaftet, der sich„ Kaiser des schivarzen tei gehörte, geht infolge der wirtschaftAfrita" nennt. lichen Schwierigteiten des Verlages ein. pen bewacht. Am Spätabend des Donnerstag wurde aus Kapstadt mitgeteilt, daß sich die Lage beruhigt habe und daß die ergriffenen Maßnahmen die ge50 Opfer einer Grubenexplosion der fortschreitenden Besiedlung und der Eröffnung König Georg V. von England feiert am neuer Gruben hat es sich erwiesen, daß die bis Montag seinen 70. Geburtstag. In allen Tokio. Wie die Agentur Rengo meldet, hat berige Hauptstadt Livingstone für einen Straßen Londons gelangen aus diesem Anlaß besich in einem japanischen Bergiverf eine furchtbare Großteil der Bewohner Nord- Rhodesiens allzu sondere Abzeichen zum Verkauf, dessen Erlös dem Explosion, anscheinend durch Entzündung entlegen ist. Deshalb wurde weiter im Norden, König Georg Jubiläums- Fonds after bon Grubengasen, ereignet. Bei dem unmittelbar in den Dschungeln, eine neue Haupt- Fonds stellt ein Geschenk des britischen Volkes an Unglüd wurden zehn Bergleute auf der stadt errichtet, die den Namen us a ta erbielt. Stellegetötet, 40 weitere wurden ver- Gestern erfolgte in Anwesenheit von Vertretern schüttet. Es besteht nur wenig Hoffnung, sie retten der gesetzgebenden Körperschaften und der Admint zu können. strative die feierliche Einweihung der Stadt, in welche nach und nach alle führenden Behörden übersiedeln sollen. Man erivartet, daß die Stadt Lusaka der Mittelpunkt der Grubenindustrie und Baku. Bei einem Brande, der auf einem der Farmertätigkeit werden wird. Tankschiff ausbrach, entstand eine Explosion, so daß das Schiff unterging. Von den 25 Perfonen der Belegschaft und ihren vier& a mi lienangehörigen fonnten nur zwei Entfezliche Schiffskatastrophe gerettet werden. Rasende Elemente ATUS Nr. 128 ,, FREIHEIT" Das Kreisturnfes der Arbeiterturner findet am 29. und 30. Juni statt. Der neue Informationsdienst für diese Großveranstaltung jeinen König dar, nach dessen Wunsch das Geld beginnt am Mittwoch, dem zugunsten der jungen britischen Gene 5. Juni. Benützt unsere Informationen ration verwendet werden soll. Alle bisherigen Organisationen in England. Schottland, Wales zur Werbung neuer Festteilnehmer. und Nordirland, die eine auf Förderung der Aus Schneidet die Verlautbarungen aus und gend gerichtete Tätigkeit entfalten, follen aus die hängt sie in den Vereinskasten. sem gonds unterſtüßt werden. Diese neue finan- Rüstet zum Kreisturnfest zielle Hilfe wird den Knaben- und Mädchenflubs sowie anderen Organisationen die Möglichkeit Aussig, 29. und 30. Juni 1935. Die Loyalen. Wie es um die Loyalität der geben, ihren Wirkungsbereich zu erweitern. Ce Anhänger Henleins bestellt ist, wurde in unserer berlager für die Jugend geschaffen werden. sollen neue Spielpläge und Pfadfin Bresse an vielen Beispielen nachgewiesen. Es Die Geldmittel für diesen Fonds häufen sich 1 Vom Rundfunk genügt durchaus nicht, in Telegrammen und schnell an, daß man in der nächsten Woche bereits empfehlenswertes aus den Programmen schönen Reden seine Loyalität in aufdringlichster die erste Million Pfund Sterling zu erreichen Weise bekunden zu wollen, während das täg- hofft. Sonntag in von New York. Aus Colorado Springs liche Leben in mannigfachster Weise den Beweis Der Balfen im eigenen Ange. Frau M. Hatte im Staate Colorado wird gemeldet, daß die Nie- dafür erbringt, daß Henleins Anhänger die eine Leidenschaft: sie galt ihrer Wäsche. Und eine derungen von Colorado von einem orfanartigen raris der aufgelösten Hakenkreuzpartei befol- große Sorge: daß irgend jemand dieser Wäsche einen Eturme heimgesucht wurden, der große Ueber- gen. Die nachstehende Notiz aus der Rei- Schaden zufügen könnte. Ständig lebte sie in der schwemmungen verursachte. 3 wei Städte be- chenberger Zeitung" vom 25. Mai Angst, ihr Mann könnte wieder rückfällig werden finden sich unter Wasser, ihre Bevölkerung 1935( Nr. 123) zeigt klar und deutlich, wohin und wieder wie früher, bevor sie es ihm müh- Mähr.- Ostrau. 19: Deutsche Presse. 20.05: Volks flüchtete auf die Dächer der Häuser. Die Verbindung mit dem überschwemmten Gebiete ist unter es die Herzen unserer Henleinpatrioten zieht. felig abgewöhnt hatte brochen. Rettungsabteilungen arbeiten fieberhaft Die Notiz lautet: an der Bergung der durch die Ueberschwemmung von der übrigen Welt abgeschnittenen Familien. Eine Ortschaft wurde von den Wassermassen beinahe weggeschwemmt. In Colorado Springs herrschte in der Nacht infolge der Vernichtung der elektrischen Stromleitungen böl lige Finsternis. Auch der Eisenbahnverkehr wurde durch die Elementarfatastrophe vielfach in Mitleidenschaft gezogen und zahlreiche Züge mußten auf offener Strecke stehen bleiben. Man befürchtet, daß die Zahl der Opfer des Orkans sehr hoch ist. Bisher wurden 33 2eichen gefunden. ( Eine teilweise Grenzsperre) wurde Freitag nachmittags, und zwar angeblich bis zum nächsten Montag, an der Grenze von Warnsdorf an geordnet, um den Menschenstrom aufzuhalten, der sich in die benachbarten sächsischen Kinos zu dem Filme ,, Triumph des Willens" bewegt. Der Durchzugsverkehr nach Reichenberg und auch jede weitere Bahnfahrt zu anderen Zwecken ist anstandslos gestattet. In den Nachbarstädten Rumburg und Georgenthal fand eine derartige Sperre nicht statt und bei der Filmvorführung in Neugersdorf waren hunderte Zuschauer aus Nordböh men anwesend. Es erübrigt sich wohl dazu jeder weitere Kommentar! Man begnügt sich eben hierzulande nicht mit dem Konrad- mag er noch so gut abgegudt haben, wie sein großer Meister sich räuspert und spuckt! man will den A do If haben und scheut keine Mittel, um ihn wenigstens in dem eigens für ihn gedrehten Film zu sehen. Die Loyalität der Henleinjünger, ihre Treue zu unLimburg. Ueber Limburg und im Limburger Becken gingen Donnerstag schwere Gewitter mit 28offenbrüchen und Hagelschlag nieder, die große Schäden an Feldern, auf den Straßen und in der Etadi verursachten. Da durch die ungeheuren Regen massen, welche niedergingen, bald alle Abflußkanäle mit Wasser angefüllt waren, ergoß sich dieses in Bächen durch die Straßen. In furzer Zeit stand das Wasser bis 80 Bentimeter hoch in den Kellern. Große Flächen fruchtbaren Gartenlandes wurden abge- ferer Republik, zur Demokratie zwingt unsere fchivemmt. An der Bahnstrede Staffel- Nieder- Er- Behörden, die Grenzen zu sperren. Die Nachgiebach ereignete sich ein Dammrutsch. Auch über Kamp im Rheingebiete ging ein schweres Univetter nieber. Die herabfließenden Wasser schwollen zu reißenden Eturabächen an. Mordplan gegen den Präsidenten Brasiliens Buenos Aires. Reisende, die aus Uruguay jedes Brag, Sender 2.: 6: Konzert aus Karlsbad. 9: Populäres Konzert. 9.45: Mužifs Salonquartett. 13.45: Sozialinformationen. 13.55: Deutsche landwirtschaftliche Sendung. 14.15: Unterhaltungs musik. 15.55: Gesangbereinskonzert. 17.50: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert das Rasiermesser am lieder. 21.25: Aus der Oper von Rusalka Handtuch abtrocknen; eine andere Gefahr lag darin, Dvořák. 22.40: Deutsche Presse. Sender S.: daß die Kinder ihre Papierfiguren amt allerliebsten 14.30: Deutsche Sendung: Arbeiterfunt: auf dem Tischiuch ausschnitten. So tam es, daß Seinz Fischer: Der Sondercharakter der Weltwirtschaftsfrife. 14.45: Im Wirtshaus zum rheinischen Frau M. wenn sie Waschtag hatte Wäschestück genau überprüfte, bevor sie es in die Brünn: 20: Gitarrenquartett. 21.10: Opernizenen Hausfreund, Hörspiel zum Gedächtnis Hebbels. auf scharfe Kanten überprüften Waschgefäße warf auf Schallplatten. Breßburg: 16: Orchesterfon Eines Tages aber sollte sie erfahren, daß man den zert. Kaschau: 20.10: Leichte Orchestermusik. Balfen im eigenen Auge über dem Splitter im Auge des Nächsten nicht übersehen darf. Da kam nämlich 744.277 Rundfunkhörer in der Tschecho unversehens eine Freundin gerade am Waschtag zu slowakci. Am 30. April 1. J. hatte die Tschecho Besuch; und diese Freundin entdeckte Rumpel und slowakei 739.577 zahlende und 4700 von der Bürste im Waschtrog. ,, Schäme Dich!" sagte ihr die Rundfunkgebühr befreite Radiohörer. Die Post Freundin. Heute noch Rumpel und Bürste verwen direktion Prag weist 402.627, Pardubiz 72.921, den, die doch die Wäsche so sehr gefährden und so Brünn 123.557, Troppau 56.110, Preßburg manchmal Löcher verursachen!!" Seit dem Tage 56,532, Kaschau 20.527, Karpathorußland 7303 wäscht auch Grau M. nach der erprobten Schicht- Rundfunkhörer auf. Die Gesamtzahl beträgt ( Ende März d. J. hatte die Waschmethode": Einweichen mit Frauenlob, aus- 744.277 Hörer. 6 Tschechoslowakei 740.308 Radiofonzessionen.) waschen mit Hirschseife von Schicht. " Granenhaftes Erdbeben in Nordindien bigkeit unserer Behörden und der höchsten Stel- Bier Fünftel der Einwohnerschaft des betroffenen Gebietes len in diesem Staate gegenüber dem Henleinterror in den Wochen vor dem 19. Mai wird noch ganz andere Früchte zeitigen und es wird notwendig sein, daß man sich bald besinnt, um den Totalitätswahn der Henleindemokraten auf das richtige Maß zu bringen! Lastauto und Schienenautobus. Am 30, Mai aus der Grenzstadt Concordia( in der Provinz fuhr ein Lastauto auf der lleberfahrt der Straße Entre Rios) eintrafen, berichteten, daß es der im Kilometer 472/3 der Strecke Stratonice Regierung von Uruguay gelungen sei, furz vor Bteznice auf den Schienenautobus des dem Eintreffen des Präsidenten von Brasilien, Zuges Nr. 4727 auf. Das Automobil wurde Dr. Getulio Vargas, zu einem Staatsstart beschädigt und sein Lenter, Wenzel Kohout, besuch in Montevideo, ein gegen ihn gerichtetes Komplott aufzudecken. getötet? London. Aus Quetta im Nordwestzipfel Vorderindiens wird ein großes Erdbeben gemeldet. Fast sämtliche Gebäude im Umkreis zwischen Quetta und Kalat sind zerstört. Die heftigen Erdbewegungen hatten fich einigemale wiederholt und dauerten je 30 bis 40 Sekunden. Der Verlust an Menschenleben in der betroffenen Gegend wird auf vier Fünftel der Gefamtbewohnerschaft geschätzt. 43 britische Flieger sind bei dem Erdbeben ebenfalls ums Leben gekommen. Simla. Die hiesigen Behörden bemühen sich, Sportplats und in den Gärten des General gouverneurs errichtet. Die in Angriff genommenen Hilfsmaßnahmen dürften ausreichend sein. Die Eisenbahnlinien und Straßen, die zur Stadt Quetta führen, blieben unbeschädigt. 5000 Tote in einer Stadt? aus sowie sein Mitfahrer Josef Voch, beide aus Luby, da die telegraphische Verbindung mit Quetta un bei Klattau, wurden berlebt und ins Kran- terbrochen ist, durch andere Kommunikationsmittel Ziel des Komplottes sei die Ermordung Bar- tenhaus in Strakonice überführt. Von den Rei- eine Verbindung herzustellen. Hiedurch soll der gas gewesen. In Verfolg der Aufdeckung sind senden des Zuges wurde niemand sichtbar ver- Umfang der Schäden und die für Quetta erforzahlreisse Verhaftungen vorgenommen worden. lezt. Der Unfall wird untersucht. derliche Hilfe festgestellt werden. Unter den Verhafteten soll sich auch der ehema= Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich lige Polizeipräsident von Montevideo, Donnerstag abends an der wegen ihrer UnüberQuetta ist eine vorgeschobene militä Dr. Abelardo Vescobi, befinden, der als Füh- sichtlichkeit gefürchteten Kreuzung der Staats- rische Position und ein wichtiges Eisen- Sim I a. Nach neueren Meldungen rer des Komplottes bezeichnet wird. straßen Dresden- Bazen und Stolpen- bahn- und Handelszentrum. Britisch Beludschistan hat das Erdbeben riesigen Die Frau des verhafteten Polizeipräsidenten Radeberg bei Fischbach. Der 27jährige Gangle Umfang gehabt und außerordentliche Menschen soll Berichterstattern gegenüber erklärt haben, daß aus Radeberg und seine Braut, die mit ihrem ihr Mann in der Nacht vom Mittwoch zum Ton- Motorrad die Kreuzung überqueren wollten, in Ort Simla. Die Zahl der Opfer des Erdbebens opfer und Sachschaden gefordert. So werden aus nerstag in seinem Hauſe verhaftet wurde und seit stießen mit einem Straftwagen aus Löbau zusam- zisten sind ums Leben gekommen. Die Stadt ist Mustang 5000 Tote gemeldet. dem in Einzelhaft ohne Sprecherlaubnis gehalten men. Ganzte und seine Braut wurden auf der ein Trümmerhaufen; hauptsächlich wurden die Stelle getötet. Von den vier Insassen des Autos Privatgebäude zerstört, während die militärischen wurden drei mehr oder weniger berlebf. Objekte den Erderschütterungen standhielten. Auch werde. Eine Hauptstadt in den Dschungeln London. Nord- Rhodesien wird noch im Laufe dieser Woche eine neue Hauptstadt erhalten. Im Laufe der Zeit und insbesondere be. 30,000 Tote? Ein Riesen- Aluminiumwerk in SSN. In die Regierungsgebäude sind erhalten geblieben. Der„ Star" meldet, daß nach noch itschtas in der Ukraine wurde in feierlicher Die Stadt steht mit der Außenwelt nur auf draht nicht bestätigten Meldungen gegen Weise in den Dnejpr- Aluminiumiverf ,, irow" losem Wege in Verbindung. Für die betroffenen 30.000 Menschen in Britisch- Beludschi die Arbeit aufgenommen. Noch im heurigen Jahr Einwohner wurde ein Lager auf dem stan ums Leben gekommen sind. Nr. 128 SamStag, 1. Juni 1935 Seite 5 Die Tätigkeit des Internationale» Arbeitsamtes Ter Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Harold Butler macht in seinem Jahresbericht für die Internationale Konferenz, die im Juni in Genf tagen wird, darauf aufmerksam, daß die langanhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten Anlaß zur Entstehung eines schärferen Sinnes für die soziale Verantwortung gab. Der Eimrttt neuer Mitglieder in die internationale Arbeitsorganisation, der Vereinigten Staaten und Rußlands, sowie die'Erweiterung des Verwaltungsrates des Amtes trug viel zur Universalität der Arbeitsorganisation bei. Der Einfluß Amerikas naler Konventionen über die Regelung der Arbeitsorganisation ist ständig bemerkbar. So entfallen z. B. von 60 Ratifizierungen internationalen Konventionen über die Regelung der Ar- beitsverhältniffe für das vergangene Jahr 44 allein auf Latein-Amerika. Ein großer Fortschritt wurde in der Ratifizierung der Vereinbarungen betreffend die Aufhebung der Zwangsarbeit erzielt^ Nach Spanien, England, Japan, Holland meldete sich auch Italien und von 90 Kolonial- und Mandatsgebieten, wo die Konventionen betreffend die Aufhebung der Zwangsarbeit geltend gemacht werden sollen, haben sich bereits 60 dieser Konvention angeschlossen. Butler betont sodann in seinem Jahresbericht, daß die nahe Entwicklung ganz entschieden neue soziale Lasten in allen Gebieten des menschlichen UnternehmergcisteS bringen werde. Eingesendet. Bilanz-Bericht der Brü»«r Sehlen-Bergbau-Gesellschaft. Am 31. v. M. wurde unter dem Vorsitz des VerwaltungSraispräsidenten der Gesellschaft, Herrn Direktor Josef Langer, in Brüx die 60. Generalversammlung der Brüxer Kohlen-Bergbau-Gesellschaft abgehalten. Der Geschäftsbericht und der Rechnungsabschluß der Jahres 1934 sowie der Antrag auf Auszahlung einer Dividende wurden genehmigt. Der sich bilanzmäßig ergebende Verlust bon.......... K£ 2,326.521,12, abzügl. d. Gewinnvortrages per XL 51.771.14, sohin«in Verlustsaldo von,. XL 2,274.749.98 wurde aus dem Stabilisierungsfonds gedeckt. Die Dividende wurde in gleicher Weise wie im Vorjahre mit XL 20.— festgesetzt;• sie wird dem außerordentlichen Reservefonde II entnommen und gelangt ab 8. Juni 1935 zur Auszahlung. Trotz der vorliegenden Berlustbilanz wurde als Zuweisung an die Angestellten ppst Arbeiter zu Lasten de» Gewinn» und Verlustkonto» der Betrag don Xi 400.000.— verbucht. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir folgendes: Die Arbeiten zur Bewältigung der Nelsongrube nach den Folgen des vorjährigen ExplosionS- »nglückS sind noch im Gange. Auch die behördliche Untersuchung der Unglücksursachen ist noch nicht abgeschlossen. Die bisherigen Gesamtauslagen der Wiedergewältigung de» Nelsonschachtes betrugen kür das Berichtsjahr XL 8,606.647.95, wovon ein Betrag von XL 6,102,949.79 auf Anlage- und Jnventar-Konw gebucht werden mußte, da derselbe die Rekonstruktion der durch die Explosion betroffenen Anlagen und Jnventargegenstände deS Nelsonschachtes darstellt. Der durch die Katastrophe eingetretenen Entwertung dieser Gegenstände muß!« durch eine entsprechende Abschreibung Rechnung getragen werden, wodurch sich die Erhöhung der Abschreibungen auf diesem Konto erklärt. Absatz und Preise haben weitere Rückgänge erfahren und die allgemeine Marktlage ist derzeit mindesten» ebenso ungünstig wie im Vorjahre. Andererseits ist mit Erhöhungen der Gestehungskosten zu rechnen, von denen insbesondere die im Juge befindliche Sanierung der Bergwerksbruderladen große Opfer fordern wird. Die Gesamtförderung der Schächte betrug im Jahre 1934 1,689.313 metrische Tonnen sortierter Kohle gegen 1,813.456 Tonnen im Vorjahre, demnach um 6.8% weniger. Gegenüber der Förderung de» Jahres 1929 von 2,718-960 Tonnen beträgt der Ausfall 1,029.647 Tonnen oder 87.9%..1 Bilanz-Bericht der Nerdbbhmifchen Kohlenwerks-Gesellschaft, Brüx. Unter dem Vorsitz deS VerwaltungsratSpräsi- denten, Herrn Direktor Josef Langer, sand' am 81. p. M. in Brüx die 45. ordentlich« Generalversammlung der Nordböhmischen Kohlenwerks-Gescll- kchaft in Brüx statt. Geschäftsbericht und Bilanz pro 1934 sowie der Antrag auf Verwendung des Reinerträgniffe» wurden genehmigt. Die Bilanz weist für da» Geschäftsjahr 1934 einen Reingewinn von XL 2,076.402.62(im Vorjahre XL 2,154.415.89) aus. Tie Dividende wurde unter Heranziehung eines weiteren Teiles des Gewinnvortrages mit XL 25.— pro Aktie(wie im Vorjahre) festgesetzt und gelangt ab 3. Juni 1935 zur Auszahlung. Der nach dem Gesetze vom 25. Feber 1920, Elg. Ar. 143 den' Arbeitnehmern zufallende Anteil am Reingewinn beträgt XL 250.000.—. Dem Geschäftsberichte entnehmen wir inS- desondere: Die in den Berichten.über die letzten 8 Jahre beklagten mrgünstigen Verhältnisse haben da- ganze Auch Ihre Seidensachen lieben ein kaltes Bad! * Niemal» los«, nur •chf in dar blauen Packung. Das neue Die sommerlichen Seidenkleider, Blusen und Jumper sind jetzt noch rascher wieder sauber 1 — ,,i, Geben Sie ihnen ein kaltes Bad— das NEUE LUX löst sich auch in kaltem Wasser sofort auf. Wie leicht und bequem geht das Waschen jetzt. Überall und jederzeit können Sie jetzt die feinen Sachen gleich durchwaschen, ehe der Schmutz darin haften bleibt! D*aqe§ jjcitunq Knaben- und Mädchen-Volksschule, Prag XIII, Paläcköho 21. Knaben- und Dkädchen-Volksschule, Prag XVI, - Jungmannova 5. Knaben- und Mädchen-Volksschule, Prag XIX, Ul. dra. Vintra 22. Mittelschulen; Realgymnasium, Prag II, Stepanska 20. Reformrcalgymnasium der Mädchen, Prag II, Charvatovä 5. Realschule, Prag II, Mikulandskä 5. Realgymnasium, Prag III, Zborovskä 7. Lehrer(innen)-Bildungsanstalt, Prag III, Karmelitskä 13. Handelsakademie, Prag I, Masni trh 8. Gewerbliche Fortbildungsschulen: Zweiklasiige allgemeine gewerbliche Fortbildungsschule für Lehrknaben und-Mädchen gewerblicher Berufe, Prag. II, Smeöky 22/111. Zweiklasiige gastgewerbliche Fortbildungsschule für Lehrknaben des Gast- und Kaffeehausgewerbes, Prag II, Smekky 22/1II. Filmstatist verunglückt. Gestern vormittags wurde der 34jährige Gelegenheitsarbeiter Josef Dvorak ins Allgemeine Krankenhaus gebrächt. Er war im Filmatelier am Barrandov als Filmsiatist beschäftigt gewesen und hatte sich bei einer Szene, bei der sich ein Brett, auf dem gerade mehrere Personen standen, verschob, verletzt. Auf der Klinik Schlosser wurden drei linke Rippenbrüche und Hautabschürfungen konstatiert. Die Leichenfeier für Josef Suk Die sterblichen Neberrest« Josef Suks werden Samstag, den 1. Juni, um. 3 Uhr von Prag nach Benesov überführt. In Prag wird am Montag, dem 3. Juni, um halb 15 Uhr im Pantheon eine Trauerfeier veranstaltet, die im Rundfunk verbreitet werden wird. Das Programm dieser Feier Wird vom Ondrikek-Quarteit eröffnet werden. Hierauf werden vom Minister für Schulwesen Dr. I. K r i m a k, vom Präsidenten der tschechischen Akademie Dr. I. B. F o« r st e r, von Prof. Karel H o f f m a-n n für das Prager Konservatorium und daS Böhmische Quartett, und von Dr. Vaclav S t c- p a n für di« Komponisten und tschechischen ausübenden Künstler Trauerreden gehalten werden. Zum Schluß wird die Tschechische Philharmonie denSukschen Trauermarsch C-Moll aus dem Jähre 1899 spielen. Nach dieser Feier wird sich der Trauerzug über den Wenzelsplatz zum Nationaltheater begeben, wo dessen Orchester den Trauermarsch aus Suks»Raduz und Mahulena" spielen wird. Weiter wird sich der Zug zum Vysehrad bewegen und unterhalb des EmausklosterS Halt machen, wo auS dem Staatlichen Konservatorium die Fanfaren aus Suk» Sokolmarsch erklingen werden. Der Zug wird dann seinen Weg an der letzten Prager Wohnung Suk» in der Tro« janovä uliee vorbei nehmen und sich von dort bis zur Viststhrader Eisenbahnbrücke bewegen, wo sich Prag von dem großen Meister verabschieden wird. Beim Aistladen deS Sarge» wird ein Waldhornquartett der Tschechischen Philharmonie die Staatshymne spielen. .« Eintrittskarten in das Pantheon gibt die Kanzlei des Staatlichen Konservatoriums in Prag am Samstag von 10 Uhr vormittags bis 13 Uhr aus. Am Sonntag werden Eintritt-Harten nicht auSge» geben. Am Montag ist di« Kanzlei von 8 Uhr früh bi» 12 Uhr geöffnet. Die Beisetzung Sick- wird am Dienstag,, dem 4. Juni, um 11 Uhr vormittags in Kieio- v i c e bei Nevikloü staitfinden. An die deutschen Eltern Prags! In den nächsten Wochen tritt an viele bon den deutschen Eltern Groß-PragS die Pflicht heran, ihre Kinder für das nächste Schuljahr in eine der Schulen von Groß-Prag zum erstenmal oder zu weiterem Schulbesuche einschreiben zu lassen. Daß allen jenen Eltern, die dem deutschen Kulturkrcise angehören, hiefür nur eine deutsch« Schule in Betracht kommen kann, sollt« eigentlich als ganz selbstverständlich gar nicht ausdrücklich hervorgehoben werden müssen. Dis Jabr 1934 angedauert und zeigen auch derzeit keine Ansätze einer zu erhoffenden Besserung. Die Förderung hat gegen das Vorjahr einen weiteren Rückgang erfahren und auch die Ko len- erlöse weisen eine neuerliche Verschlechterung aus. Die Tiefbauschächte konnten wegen Absatzmangels auch im Jahre 1934 im Durchschnitt nicht mehr als 3 Tage wöchentlich fördern. In der Gesamtsumme des nordwestböhmischen Braunkohlenreviers ist die, Förderung der Tiefbaue, welche vor dem Kriege eca. 14,300.000 Tonnen betragen hat, im Jahre 1934 auf eca. 6,760.000 Tonnen, also um nrehr als di« Hälfte Hurückgegangen, während die Tagbaue ihre Förderung von ccä. 4,300.000 Tonnen mif eca. 4,600.000 Tonnen, sohin um etiva 7% erhöhen konnten. ES ist klar, daß unter solchen Verhältnissen nur noch die billigen Tagbaue ihr Auskommen finden können, während die Tiefbauschächte mit Verlust arbeiten müssen. Die Gesamtförderung der Schächte im Jahre 1934 betrug: verlieferbare Kohl« 1,316.975 Tonnen, gegenüber dem Vorjahre weniger um 159.008 Tonnen— 10.8%. Gegenüber dem Geschäftsjahre 1929 mit 2,275.752 Tonnen beträgt der Ausfall 958.77( Tonnen— 42.1%. L Meinung, daß die Kinder nur an einer Schule mit tschechischer Unterrichtssprache die Staatssprache gründlich erlernen können, hat di« Praxis längst als irrig erwiesen. Auch an den deutschen Schulen wird dem tschechischen Sprachunterricht die größte Aufmerksamkeit gewidmet und das Tschechische von Lehrern unterrichtet, welche dieser Spräche in Wort und Schrift vollkommen mächtig sind. Wenn Eltern in Orten, wo es keine deutschen Schulen gibt, ihre Kinder in tschechische Schulen schicken, so tun sie es notgedrungen, weil es ihnen ihre Mittel nicht er- louben, die Kinder aus dem Hause zu geben. In Groß-Prag aber haben wir deutsche Schult» aller Kategorien und im besonderen sind die deutschen Volksschulen für Knaben und Mädchen so gelegen, daß die Kinder es zu diese» von ihren Wohnungen nirgends gar so weit haben; so wurde im vorigen Jahre auch in Bubentsch-Dejwitz eine deutsche Schule eröffnet, welche im nächsten Schuljahre um die zweite Klasse erweitert wird. Von den deutschen Volks- und Die tiefgehende Schlamm- • wärme hellt d. Erkrankungen des Gehapparates(Ischias) • völlig. Tarife: Pistyanbiiro. H Praha I., Prikopy(Cedok) Bürgerschulen in Groß-Prag unterstehen die weitaus meisten als Minderheitsschulen direkt dem Schulministerium und dem Minderheitsschulinspektorate und werden in ihrer Entwicklung in verständnisvollster Weise von diesen Stellen gefördert. Ueberdies sorgt der Deutsche Kulturverband auch in Stadtteilen, wo es keine öffentliche deutsche Schul« gibt, wie in Wrschowitz und Lieben, für deutschen Unterricht durch die Erhaltung deutscher Privatschulen und schließlich.steht auch die von der evangelischen Gemeinde erhaltene deutsche Volksschule in der Gerbergasse Kindern nichtevangelischen Bekenntnisses offen, wie den» in Groß-Prag seit jeher die Lehrer der deutschen Schulen in der Behandlung der ihnen an- > vertrauten Jugend keinerlei konfessionelle, nationale oder soziale Unterschiede kennen und alle Kinder mit gleicher Liebe und Sorge betreuen. Die deutschen Eltern mögen alle ihre Pflicht als Deutsche dieser Stadt und dieses Staates erfüllen und ihre Kinder nur in die deutsche Schule schicken I Dit offiziellen Einschreibungen finden am 22.'und 24. Juni l. I. statt, doch werden auch jetzt schon täglich an den Werktagen in den Direktionen der einzelnen Schulen Voranmeldungen entgegengenommen. Besonders jene Eltern, welche schon in der nächsten Zeit aufs Land geht», werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie schon vor ihrer Abreise ihre Kinder anmelden. Eine Einschreibung nach dem offiziellen Termine kann nur auf Grund eines schriftlichen, gestempelten Gesuches bewilligt werden und die dann aufgenommenen Kinder zählen nicht mit für die Festsetzung der Klassen» »zahl der Schule. Darum alle deutschen Kinder rechtzeitig in die deutschen Schulen Groß-Prags einschreiben lassen! Das Verzeichnis dieser Schulen und ihrer Standorte schließen wir in folgendem an: Verzeichnis der deutschcn Volks- und Bürgerschulen für Knaben und Mädchen von Groß-Prag. Knaben- und Mädchen Volksschule, Prag I, Masnä 1000. Knaben-Bürgerschule, Prag I, Masnä 1000. Mädchen-Bürgerschule, Prag I, Masnä 10,00. Knaben- und Diädchen-Bolksschule, Prag II Charvatskä 5. Evangelische Volksschule für Knaben und Mädchen, Prag II, v Jirchatich. Uebungsschul« bei der Lehrerbildungsanstalt, Volksschule, Prag III, Karmelitskä 13. Knaben« und Mädchen-Volksschule, Prag VII SimäLkova 14. Knaben- und Mädchen-Volksschule, Prag VIII Primatorskä 212. Knaben- und Mädchenvolks. und Bürgerschule, Prag X, Havsikkova 6. Knaben- und Mädchen-Volksschule, Prag XII, Moravskä 3. Knaben- und Mädchen-Bürgerschule, Prag XII, Slaükooskeho L. Bühren zur RSJ Der Pressedienst der Sozialistischen Arbeiter» Sport-Internationale veröffentlicht in seiner letzten Ausgabe zu der von uns schon berichteten Verbindung Bührens mit Moskau bzw. der RSJ nachstehendes: Der bisherige technisch« Leiter der SASJ, Karl B ü h r e n, hat eine Stellung in Rußland bei der RSJ angenommen und dem Präsidium mitgeteilt, daß er seine Funktion wegen—.der reaktionären(!) Haltung des Präsidiums gegen die Einheit im Arbeitersport' niederlegt. Das Sekretariat dex SASJ stellt hie» zu fest: Bühren verhandelt schon seit Monaten, wahrscheinlich vor dem Karlsbader Kongreß, mit d e r R S I, ohne das Rräsidium der SASJ zu der» ständigen. Erst durch ein« Notiz in der kommunistischen Presse ist das Präsidium darauf aufmerksam geworden. Bühren hat also, während er Zuwendungen von der SASJ entgegennahm, bereits mit der RSJ insgeheim verhandelt. Eine Vorgangsweise, deren richtige Beurteilmig wir der Arbeitersport» öffentliÄeit überlassen. Wenn Bühren im Namen des deutschen Arbeitersports zu sprechen versucht, so können wir nötigenfalls von reichsdeutschen Arbeiter» sportlern deren Stellungnahme zu Bühren ebenfalls der Oeffentlichkeit übergeben. Es sei festgestellt, daß Karl Aksamit, Sekretär der RSJ, bereits während der Einheitsverhandlungen in Prag an Genossen Müller privat di« Frage richtete,„ob sie Bühren nehmen sollen"! Bühren hat es also trotz seiner hohen Funktion in der SASJ über sich gebracht, mit der RSJ zu verhandeln rmd, wie seine nicht sehr anständig gehaltenen Briefe an daS Sekretariat beweisen. für die RSJ gewirkt. Das Sekretariat behält sich vor, zur Angelegenheit Bühren noch öffentlich Stellung zu nehmen und ohne Rücksicht volle Klarheit zu schaffen. Die Mitglieder und die Funktionäre unserer Verbände wurden aufgcfordcrt, jede organisatorische oder technische Korrespondenz mit Bühren abzulehnen und das Sekretariat von allen Versuchen, Spaltungsarbeit zu betreiben, sofort zu verständigen.• Nach der Abgabe seiner Funktion ist Karl Bühren nicht mehr berechtigt, im Namen unserer Arbeiter« Turn- und Sportbewegung Verbindungen mit unseren und anderen Organisationen aufrcchtzucrhaiten. DeremLnaestricstten Wir wandern diesen Sonntag ins Berauntal und nehmen auf jeden Fall Badezeug mit. Treffpunkt: Endstation 5 in Hlpbo- ccpy um 8 Uhr früh. Kommt alle, bringt Gäste mit; je mehr, desto besser.— Leichtathletik- Training heut«, Samstag, qb 3 Sportplatz Hehinsel, Auch Gc« »genast zu Ballspielen. Ortsgruppe Prag. Sonntag, d«n 2. Juni: Kletterkur» in den Such- doler Felsen. Klctter- oder Turnschuhe, Kletterkleidung mitbringen. Zusammenkunft um 7 Uhr bei der Endfta- tion der 7er Elektrischen in Podbaba. Führer: Grö- ner. Pfingstfahrt ins Riesen» gebirge. Zusammenkunft aller Teilnehmer am Freitag, den 7. Juni, um 7 Uhr im DereinSheim, wo di« Abfahrt bekanutgegeben wird. PRAG Uhr auf unserem Seite 6 ».Sozialdemokrat* Sam««,, 1. Stmi 1935 Nr. 128 öWklk WOW SW einen PülWWl» Prag. Der 37jährige Karl Kunes, seinerzeit Glaser, später Geschäftsreisender, ist ein alter Polizei- und gerichtsbekannter Kriminalbruder. I« letzter Zelt hatte er sich auf KautionS- und Heiratsschwindel verlegt. Diese ersprießliche Tätigkeit endet« schließlich mit seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahrei schweren Kerkers, nach deren Ber- büßung er der Zwangsarbeitsan st a l t überstellt wurde, in deren Gewahrsam er sich derzeit noch befindet. J Dieser Karl Kunes brachte aus der Strafhaft in der Strafanstalt M ü r a u ein Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens ein. In dieser Eingabe berief sich Ku ies insbesondere darauf, daß der Prager Detekriv-Polizennspektor Friedrich Pudil mit ihm eine recht anrüchige Jntereffengemeinschafi eingegangen sei und, mehr als das, ihn ordentlich Übers Ohr gehauen habe. Inspektor Pudil traf mit Kunes zufällig im Eisenbahnzug zusammen, als dieser von einem gelungenen und einträglichen Heiratsschwindel in Königgrätz nach Prag zurückkehrte. Kunes führte damals nach eigener Angabe 64.000 KL mit sich, die er einer.Braut" in Königgrätz her- äusgelockt hakte. Nach der Darstellung Kuncss hat nun der Polizeiinspckror Pudil dem alten wohlbekannten Gauner, den, er nebenbei verhaftete, den Antrag gestellt, diese schöneSumme größte n t e i l s v e rs ch w i n de n z u l a s s e n. Kunes behauptet in seiner Eingabe, daß Inspektor Pudil sich erböiig machte, bei der Polizeidirektion nur 4000 KL atzuführen. 10.000 HL habe sich der Polizei-' iniprktor als Entgelt für seine Bemühungen auSbe- dnngen. Die restlichen 50.000 KL habe der Detektiv„einstweilen in Verwahrung genommen" und sich verpflichtet, sie dem alten Gauner später auszuzahlen. Dieses Versprechen habe der Detektiv aber nicht eingehalten, sondern die Auszahlung des„verwahrten" Geldes unter allerlei Vorwänden ver zögert. Die Folge dieser aufsehenerregenden Eistgabe war eine D i s z i p l i n a r u n t e r s u ch u.n g gegen den Detektiv Pudil, die damit endete, daß die untersuchenden Herren keinerlei Schuld an dem belasteten Detektiv entdeckten, sondern die Eingabe des alten Gauners Kunes als wüsten Racheakt hinstellten.-Logischerweise erhob die Staatsanwaltschaft nun gegen den alten Betrüger Kunes die Anklage wegen des Verbrechens der fälschlichen Bezichtigung. Dabei konnte^natürlich nicht vermieden werden, daß die ganzeAngelegenheitneue sich aufgerollt wmde Es bedarf keiner besonderen Erwähnung/ daß Inspektor Pudil jedwede Verabredung mit dem Verbrecher in Abrede stellt. Schwer in die Waagschale fällt nun die Tatsache, daß dem Gauner Kunes mittels PostaiNveisung dreihundert KL„zur Aufbesserung" in die Untersuchungshaft geschickt wurden. Als Absender war ein f i n gi t r t« r Herr A. B r b a aus Prag I. angegeben. Ter Schriftsachverständige Red. Franz Flanderka identifizierte dir Hand- schrist auf diese, Postanweisung mit absoluter Sicher- heil als die des Detektivs Pudil. Inspektor Pudil gab sich mit diesem Gutachten nicht zufrieden, sondern beantragte einen weiteren Sachverständigen, PZf. Pilhart, der aber an Hand umfangreichen Schriftenmateriales, das Gutachten des ersten Sachverständigen n u r b« st ä t i g e n konnte. Der Senat Kaplan befaßt« sich Freitag in fortgesetzter Verhandlung neuerlich mit diesem unappetitlichen Fall. MS Belastungszeuge wurde u. a. 1 ein gewisser Franz Sterba eiiwernommen, der seinerzeit mit Kunes in der Mürauer Strafanstalt saß und diesem auch die erwähnte Eingabe verfaßt hat. Dieser Zeuge bestätigte eifrigst, daß es sich seinem Empfinden nach um einen Racheakt handle. Kunes habe nicht nur wiederholt widersprechende Ziffern angegeben, sondern ausdrücklich erklärt, er wolle sich an dem Detektiv Pudil rächen. Gegenüber dieser Aussage bleibt freilich das übereinstimmende Gutachten zweier objektiver Sachverständiger zur Erwägung. Die Verhandlung wurde neuerlich vertagt., Wie wir erfahren, hat es die Prager Polizei- direkfion nicht für notwendig befunden, den Inspektor Pudil bis zur völligen Klärung dieser Angelegenheit zu suspendieren. Inspektor Pudil ist nur des -„aktiven Dienstes" enthoben wurden, sitzt aber in der Kanzlei der Kriminalabteilu rg der Prager Polizeidirektion. rb. Schwere Zuchthausstrafen im Kaschauer Spionageprozeß Kascha«. Freitag mittags fand vor dem Kreisgericht in Kaschau ein großer Spionageprozeß seinen Abschluß. Angeklagt waren 17 Einwohner ungarischer Nationalität aus Michalany, die unter dem Deckmantel von Klubexkursionen Beziehungen mit dem ungarischen Spionagedienst angeknüpft hatten, dem sie Jnformatiinen namentlich über die Verhältnisse in unserer Armee lieferten. Der Prozeß dauerte acht Tage; di« Verhandlung war geheim. Die Angeklagten wurden von elf Advokaten verteidigt. Das Urteil erkannte elf der Angeklagten des Verbrechens des militärischen Verrates für schuldig. Der 26jährige Rechtshörer I. Toth aus Michalany wurde zu 12 Jahren Zuchthaus, der 33jährige S. Fedäk, Hörer der Medizin und Reserveunterleutnant aus Lastovce zu 12 Jahren Zuchthaus und 1000 KL Geldstrafe, der 30jährige Maurermeister Stefan Läszlö aus Michalany zu 10 Jahren Zuchthaus, Adalbert Buday zu 9 Jahren und 1000 KL Geldstrafe, der 27jährige Alexander Czehlär zu 8 Jahren, der übjährige Hörer der Medizin Ladislaus Magyar zu 4 Jahren, der 39jährige Schlosser Ludwig Magyar zu 3 Jahren, der 33jährige Landwirt Michal Toth zu 3 Jahren; der Handlungsreisende I. Bodnar zu 2 Jahren und der 38jährige Landwirt Hrabofsky zu einem Jahr verurteilt. Sechs Angeklagte wurden sreigesprochen. Das Prager Schwurgericht verhandelte Freitag den vierten und letzten Fall dieser Session hinter verschlossenen Türen. Angeklagt war der 27jährige Kutscher Anton K o u l« der Vergewaltigung eines 22jährigen Mädchens. Die Geschworenen erkannten den Angeklagten schuldig und der SchwurgerichtShof(Vorsitz OGR. Homan) verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren schwerenundverschärftenKerkers. rb. Xun&t und WUsen- Aufgewühltes Land Regisseur Jan Bor des Weinberger Stadttheaters, hat den ersten Teil der Romantrilogie von M ichajl« o l o ch o w:„D e rfti II e D o n", für die Bühne bearbeitet und am 28. und 29. Mai uraufgefüürt. Die Bearbeitung von Romanen ist Bors Spezialität, die Gefahren, die eine dramatische Bearbeitung in sich birgt, wurden auch hier nicht überwunden. Die Langatmigkeit der Gespräche verflacht die dramatische Handlung. Und doch wurden die 10 Bilder des Stückes, hauptsächlich die fünf des ersten Abends, mit Spannung geladen— der zweit« Abend hat sie nicht mehr zu steigern vermocht. In einer kurzen Spanne Zeit hat das Dorf Hrömluz am Don die größte Umwälzung erlebt: die Umivandlüng zu einem kollektivistischen Kolchoz. Der industrielle Fünfjahresplan war 1930 vollführt, teilweise überholt, nun will Stali» das Dorf erobern, mächtige Kolchoze bilden, die das ganze Dorf umfaßen und leistungsfähig sein sollen für die ungestörte Versorgung des Landes. Die Kollektivisierung des Privateigentums soll bis an die paar Desjatin Land, an die einzige Kuh, das Kleinvieh gehen. Stalin läßt 25.000 Industriearbeiter ausbilden, um mit Hilfe dieser unbedingt treuen überzeugten Revolutionäre den Widerstand des Dorfes zu brechen. Die starren-Doktrinen Lenins von der gewaltsamen Kollektivisierung weichen der Einsicht Stalins von der Macht der Ueberzeugun«. ES muß nicht nur der kontrarevolutionäre Einfluß der Kulaken, der Glaube an das Privateigentum, sondern auch der mächtige Einfluß der Tradition des Torflebens. das unbewegt ist wie das schlechtgevfügte Land, überwunden werden. Das Dorf Hromluz wird im Winter 1930 von zwei Ereignissen durchbebt. Die Kosaken wollen mit" Hilfe des Auslands und der Generäle das Dorf von der Kölle,ttivssierüna— unter Heranziehung von Kulaken— Rußland von den Bolschewiken befreien. Stalin stellt den Plan der DorfkollektivineruM aus. Ins Dorf, kommt der Kosäkenoffizier, aber gleichzeitig auch der Metallarbeiter Davhdov. um den Kolchoz auszubauen, die Kulaken zu vertreiben oder sie zur Kollektivisierung ihrer Anwesen zu bewegen. An der Spitze des neuen Kolchoz stehen unter Führung einiger Partisanen die Dorfproletarier—erchat aber mit den Schwierigkeiten zu kämpfen, denen das neue System in seinen Anfängen überall begegnete. Das Dorf ist anscheinend ruhig, doch voll inneren Aufruhrs.— Damit schließt der erste Abend. Er brachte fünf wechselnde, aber inimer spannende Bilder— hauptsächlich in den Massenszenen waren sie von einschneidender Wirkung, der nicht nur die Dauern auf der Bühne— sondern auch das Publikum unterlag. EinZusammenziehen der Szenen, dasZusammenfaffen beider Abende würde diese Wirkung noch mehr erhöben. wenn auch einige köstliche Momente der Kleinmalerei im Dialog und Regie verschwinden müßten. Die Kollekfivwirffchaft wird siegen: trotz der Hindernisse bricht sich der Kommunismus Bahn auf dem Dorfe— das ist der Sinn des zlvciten Abends. Die zaristischen Offiziere vermögen die Donkosaken zum Aufstand gegen die Sowjetregierung nicht zu bewegen, als ein Brief Stalins in der Moskauer „Pravda" über die Beseitigung der Mißstänhe auf dem Lande den Bauern die Augen öffnet. Die Ablieferung des Getreides geht nicht ohne Reibungen. ab. Versammlungen. Volksiumulte. drastische Szenen und humorvolle Plaudereien, ein Frauenäufstand. wechseln ab und machen auch den zweiten Abend zur interessanten Schau. Was dem radikalen Parfisan Makar mit übertriebener Streng«. und Brutalität nicht gelang, gelingt dem überzeugten, klassenbewussten Metallarbeiter Davvdov. Sämtliche Bauern treten dem Kolchoz bei. freiwillig, die Frühiahrssaat ist gesichert und Pflüge zerwühlen das Land am stillen Don als Zeichen der welterlösenden Arbeit. Nur wenige hervorragende Leistungen können hier genannt werden. Herr Korbelak als Da- vvdov. Herr Plackch als Makar. köstlich Herr Kovakik als Alterchen Hechtlein, Frau Skorkovskä Mäjovä. m. i. Eine Trauervorstellnng zum Gedenken an den verstorbenen Komponisten I. Snk findet Freitag, den 7. Juni ds- I., im Nationalt Heater staff. ES wird das Zeher-Suk-Melodram„Unter dem Apfelbaum"(Pod jabloni) aufgeführt werden. Dre Leitung hat Ottokar Jeremias, Chef des Orchesters des Radiojournals. Reorganisierung des Budapester Rationaltheaters. Der ungarische Kultus- und Unterrichts- begießt Du die Mumen auch mit MUlllen-MMkl um der„Frauenwelr". brag XU., Fochova ti«2 l Paket KL 3.60 mit Post- usendung. Schlitze Peine Gesundhelti Ei» eiuzizeS Berseqcn. ei» klri»ci Loch, I»»» Dich für- Leben«»«liicklich mache»! Minderwertige Marke», mit Löcher» und Kehlern behaftet, überschwemmen dos ganze Land. Grobhändler kaufen kiloweise den Ausschuß zusammen, das Stück für einige Heller, verbacken die anscheinend noch m Samstag 7)6: Sa Boheme, Jtal. Stagione 2, Abonnement aufgehoben. Wächenspielplan der Kleinen Biihne: SamS- tag 7>/L.: R e g« n u n d W' n d, Erstaufführung.— Sonntag 8: Regen und Wind.— Montag: geschlossen.— Dienstag 814: Regen und Win d.—r Mittwoch 8: Schales ür Steuerzahler,'' voUstümlsche Vorstellung. Donnerstag 8>4: Regen u n d Ä i n d.— Freitag 8: D a S u n b e k a n n t« M ä d« ch e n, Kusturverbandsfreunde und freier Verkauf. Samstag l7s4: Schnitthing auf alle« Suppen. Gastspiel Gisela Werb e z i r t, Uraufführung. Filme In Prager Lichtspielhämsein Programme in Prager Lichtspielhäusern. Adria: „Die Frau im U-Boot." A.— Alfa:„Von Abend bis Mitternacht." A.-— Avion:„Die blond« Venus." Marlene Dietrich. A— FLnix: Wenn i ch eine Million hätte." A.— Flora: „Der Straßenjunge." A.— Gaumont: Grotesken. Hollywood: Grotesken.— HvLzda: Mickey- Programm— Julis:„Ter Kosakenkapitän." Sp.— Kinema, B.-Th.: Journale, Grotesken. Re- portafion. Ab sh 2—J/JW.— Koruna: r aber H 0 r n." E.— Kotva:„Die ungetreue Frau." Sylvia Sydney. A.— Luccrna:„Die ungetreue Frau." Regie King Vidor. A.— Metro:„Der Himmel auf Erden." D.— Olympir:„Der Wagen Sr. Majestät." A.— Praha:„Das Gewissen des Sebastian Geyer" D.— Radio:„Unter fremder Flagge." A.— Skaut:„Die Liebe der Königin Karoline." A.—- Svktozor:„Die blonde Venus." Marlene Dietrich. A.— Belvedere:„Das Phantom von London." E.— Beseda:„Susanne Lenox." A.—- Carlton:„Der Straßenjunge." A.— Favorit: „Der Straßenjunge." W. Beery. A.— Illusion:„Back Street— Seitengasse." A.—£#«»«: „Der Straßenjunge." W. Beery. A.— Rory: „Der Straßenjunge." A.— Sport-Tmichov:„Barbara rast." Tsch.— Baldek:„Der Straßenjunge." W. Beery. A. M Sie Ml Mn? g Plagt Sie Rheuma, Gicht, Ischias oder I. eine Frauenkrankheit?'. 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FOTO DEUTSCH PHkcpy ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Brüxer Kohlen-Bergbau-Gesellschaft hat beschlossen, für das Geschäftsjahr 1934 ein« Dividende von Ke 20-pro Aktie zur Verteilung zu bringen. Diese Dividende wird ab 3. Juni 1935 bei dem Bankhmise Petschek& Co. in Prag, bei der Böhmischen Escompte-Bank und Credit-Anstalt in Prag, bei der Böhmischen Union-Bank in Prag und bei. dem Bankinstitut Oesterreichische Creditanstalt — Wiener Bankverein in Wien, bei der letztgenannten Stelle in österreichischen Schillingen,, umgerechnet zur Schillingsnotiz oer Prager Börse für Jnlandschillinge vom 3. Juni',-1935, abzüglich l J /2% Transferspesen, zur Einlösung gelangen. Brüx, am 31'. Mai 1935.-«i Brüxer Kohlen-Bergbau-Gesellschaft. Zufolge Beschlusses der am 31. Mai 1935 abgehaltenen 45. ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre der Rordböhmischen Kohlenwerks- Gesellschaft in Brüx wird die Dividende für das Geschäftsjahr 1934 vom 3. Juni 1935 ab mit Kt 25- pro Aktie bei dem Bankhause Petschek& C». in Prag, bei der Böhmischen Escompte-Bank und Credit-Anstalt in Prag, bei der Böhmischen Union-Bank in Prag und bei dem Bankinstitut Oesterreichische Creditanstalt— Wiener Bankverein in Wien, bei der letztgenannten Stelle in österreichischen Schillingen, umgerechnet zur Schillingsnotiz der Prager Börse für Jnlandschillinge, vom 3. Jun: 1935, abzüglich 1%% Transferspesen, zur Einlösung gelangen. Brix, am 31. Mai 1935. Rordböhmische KohlrnwerkS-Gesellschoft in Brüx. (Nachdruck wird nicht honoriert.) 3018 (Nachdruck wird nicht honoriert.) Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—, vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 96—. ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der. Retourmarken.— Die ZeitungSkankatur wurde von der Poft- und Tele« graphendircktion mit Erlaß Nr. 13.800/V 11/19.30 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck«. Verlags« und Zeitungs-A.-G„ Prag.