Nr. 129 Sonntag, 2. Juni 1935 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (•iiuchliaBllch 5 Heller Forte) ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii, fochoya«. Telefon sjotf. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR« WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Kabinett Malypetr gesichert Alte Koalition plus Gewerbepartei/ Hlinka und Hilgenreiner lehnen ab Heute Ernennung durch den Präsidenten Prag. Amtlich wird gemeldet: Der Vorsitzende der Regierung hat Sams tag nachmittag die Verhandlungen mit den Parteien über die Bildung einer Regierungsmehrheit und der Regierung selbst beendet. Die Verhandlungen hatten ein positives Ergebnis sowohl hinsichtlich des Programms, als auch in bezug auf die Zusammensetzung der Majorität. Die Mehrheit wird aus den Parteien der bisherigen Koalition gebildet und durch die tschechoslowakische Gewerbepartei erweitert. Sonntag vormittag wird der Vorsitzende der Regierung dem Präsidenten der Republik einen Bericht über das Ergebnis seiner Verhandlungen zu gleich mit dem Entwurf einer Ministerliste unterbreiten. Die Verhandlungen betreffend die Erweiterung der Majorität um den Autonomistischen Block und die deutsche christlichsoziale Volkspartei hatten derzeit kein Ergebnis. Die Kabinettsneubildung durch Malypetr Hat, was die parteimäßige Zusammensetzung br- trffft, keine Urberraschungen zu verzeichnen. Dir bisherigen Koalitionsparteien sind, wie sie dies bereits vor den Wahlen offiziell ankündigten, beisammengeblieben und habe» dadurch ein Ber- antwortungsbewußtsein bewiesen, das die vollste Anerkennung der gesamten Orffentlichkeit verdient. Keine dieser Parteien, die durch mehr als fünf der schwersten Krisenjahre an der Regierung beteiligt waren, ist der Versuchung unterlegen, vor der Berantwortnng zu desertieren und sich nunmehr in der Opposition billige Lorbeeren zu holen, auch wenn sie dies vom rein agitatorischen Standpunkt aus keineswegs von vornherein von der Hand hätte weisen sollen. Die Erweiterung der Koalition durch die Grwrrbepartei sichert der neuen Regierung eine feste zahlenmäßige Basis, die znr Erfüllung der schweren Aufgaben, vor die sich das dritte Kabinett Maly- prtr ohne Zweifel gestellt sieht, auch notwendig sein wird. Das neue Kabinett wird im Abgeordnetenhaus über 45 tschechische und 5 deutsche Agrarier, 38 tschechische und 11 deutsche Sozialdemokraten, 28 Nationalsozialisten, 22 Tschechischklerikale und 17 Gewerbeparteier, also über eine Mehrheit von 166 Mandaten verfügen. Im Senat setzt sich dir Mehrheit aus 23 tschechischen Agrariern(die deutschen fallen bekanntlich aus), aus 20 tschechischen und 6 deutschen Sozialdemokraten. 14 Nationalsozialisten, 11 Tschechischklerikalen und 8 Gcwerbcparteilcrn zusammen, umfaßt also 82 von 150 Mandaten. Ministerlisten find, wie immer.in solchen Fällen, in der Presse bereits zur Genüge im Umlauf, doch ist es hier wohl nicht am Platze, der Entscheidung des Präsidenten der Republik durch vorzeitige Veröffentlichung vorzugreifen. Sicher ist, daß die Aenderungen gegenüber dem alten Kabinett nicht allzu groß sein werden. Die»Prager Presse" schreibt zur Regierungsbildung u. a.: Die Liste rechnet auch im heuen Kabinett mit zwei deutschen Ministern, davon einem Minister ohne Portefeuille, das für den Vertreter des Bundes der Landwirte in Vorschlag gebracht wird. Die nichtparlamentarische Fachlvelt soll auch im neuen Kabinett durch zwei Minister vertreten sein. Die parlamentarischen Klubs der Mehrheitsparteien sollen im stabinett durch drei neue Politiker vertreten sein, wovon der erste auf die in die Mehrheit neu ein- ttetende Gewerbepartei entfällt, der zweite auf die Republikaner und der dritte auf die tschechoslowakischen Sozialdemokraten, wo der bisherige Fürsorgeminister Dr. Mei ß n e r über eigenes Ersuchen aus dem Kabinett ausscheidet. Die Ministerliste beantragt außerdem einen Personenwechsel im Rätionalverteidigungsministerium, ferner im Handels-, Fürsorge-, Gesundheitsministerium und in zwei weiteren Ressorts. Bis auf.wenige Ausnahmen sollen in das Kabinett die Mitglieder des bisherigen Kabinetts eintreten u ib zum Teil die Leitung anderer Ressorts über- uchmen. Bradat Parlamentspräsident? Tas„PrävoLidu" meldet, daß der bisherige Kammerpräsident S t a n i t m,gekündigt hat, daß er aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr auf diesen Posten kandidieren wird. Rach einer vorläufigen Vereinbarung der Koalitionspatteien soll an seine Stelle der bisherige Berteidigungs- mmister B r a d a c, ebenfalls ein tschechischer Agrarier, gewählt werden. Di« erst« Wahl des Kammerpräsidiums nach der Konstituierung des neuen Haukes ist bekanntlich provisorisch; die definitive Wahl findet nach der Geschäftsordnung ein« Monat später statt. Hilgenreiner Im Schlepptau Henleins Die Absage der deutschen christlichsozialen Partei, die der Parteiobmann H i l g e n r e i n e r Samstag vormittags dem Ministerpräsidenten Malypetr brieflich übermittelte, läßt darauf schliessen, dass Hilgenreiner in der Parteiexekutive über Mayr-Harting einen hundertprozentigen Sieg davongetragen hat. Uebcrdies verrät auch die Absage selbst unbestreitbar Hilgenrein ers Deutscher Vorstoß gegen die Beistandspakte Angeblich nicht mit Locarno vereinbar Paris. Der deutsche Botschafter hat am Quai d'Orsay eine Mitteilung der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht, die, wie man in gut unterrichteten politischen Kreisen wissen will, eine Reihe von Einwendungen zum französisch-sowjetrussischen Patt enthält. Das deutsche Schriftstück gebe zu verstehen, daß der französisch-sowjetruffische Pakt im Widerspruch zum Lorarno-Abkommen stehe und ebenso wie das tschechoflowakisch-sowjet- ruffische Abkommen nicht in allen Stücken den Lölkerbundsatzungen entspreche. Deshalb könnten nach Ansicht der Reichsregierung die beiden Patte keine Berücksichtigung finden, wenn deutscherseits die Aufnahme zweiseitiger Abkommen in das mehrseitige Mchtangriffssystrm, das namentlich bezüglich des Ostpaktcs von Deutschland empfoh- lcn werde, zugestanden werde. */■ In unterrichteten französischen Kreisen wird gegenüber der deutschen Mitteilung darauf hingewiesen, dass der von Laval und Litwinow unterzeichnete Text sich so gut wie gar nicht vom Wortlaut des in Locarno unterzeichneten französisch-polnischen Abkommen unterscheidet. Die Folgen des Abkommens mit Sowjetrussland seien sogar weniger rigoros als die des Abkommens mit Polen. Da sich überdies das französisch- sowjetruffische Abkommen restlos auf den Genfer Mechanismus. stütze und La das es begleitende Protokoll seine Tragweite genau präzisiere und das Vorrecht für etwaige Entscheidungen dem Völkerbundrat überlaffe, verstosse es also nicht gegen die Völkerbundbestimmungen. Konzeption, der auch nach der schweren Niederlage der Partei gegenüber Henlein das Kokettieren mit der Ideenwelt der Sudetendeutschen Partei nicht lassen kann. Nach der„Prager Pressezitieren wir folgende Stelle aus dem Brief Hil- genreiners an Malypetr: Die christlichsoziale Dolkspartei steht auf dem Standpunkt, dass nationale Lebensfragen des gesamten Sudetendeutschtums, wie es die Regierungsbeteiligung deutscher Parteien ist, nur im gegenseitigen Einvernehmen deut, scherParteien entschieden werden sollten. In diesem Sinne hat die Partei,. vor die Frage der. Regierungsbeteiligung gestellt, mit der ' Sudetendeutschen Partei und dem Bund der Landwirte Rücksprache gepflogen. Dabei ist sie zur Ueberzcugung gelangt, dass gegenwärtig die Voraussetzungen noch nicht gegeben find, unter welchen deutsche Parteien bei Mitarbeit an der Regierung und Mehrheit die verfassungsmässigen. Rechte der Deutschen im Staate erfolgreich durchsetzen könnten als es bisher bei neunjähriger Regierungsbeteiligung deutscher Parteien der Fall.war. Daher muss di« Partei ersuchen, bei-er Bildung der neuen Regierung und Mehrheit von ihr g e g e n w ä r t i g abzusehen. Die Vertreter der Partei in den gesetzgebenden Körperschaften werden bereit sein, die Regierung bei allen öffentlichen Massnahmen zu unterstützen, die ihnen geeignet erscheinen, die Lage des deutschen Volkes zu erleichtern. Im übrigen werden sie den Kampf für di« Verwirklichung der verfaffungSmässigen Gleichberechtymng der Deutschen im Staate mit allen gesetzlichen Mitteln wetterführen. Mit dollem Recht erflärt die„Prager Presse" diesen Brief als ein historisches Dokument dafür, wieweit die deutsche, christlichsoziale Volkspartei unter den politischen Einfluss der Sudetendeutschen Par- t e i geraten ist, beziehungsweise wie weit sie selbst diesem Einfluss ihre Pforten öffnet. Verurteilter Hakenkreuzler fordert seine Hinrichtung Salzburg. Das hiesige Schwurgericht ver- urteflte den Nationalsozialisten Anton Posch- a ch e r aus Zell am See wegen Waffen- und Sprengstofffchmuggels aus Bayern zum Tode durch den Strang. Poschacher hat keine Berufung eingelegt und den sofortigenBollzug des Urteils verlangt. Suspendierter Professor Linz. Der Professor der hiesigen Handelsakademie Dr. R o s m a n i t h ist wegen nationalsozialistischer Propaganda suspendiert worden. Französischer Rüstungskredit an Rumänien Bezahlung durch Petroteumlieferungen Bukarest. Wie verlautet, wird Rumänien von feiten Frankreichs einen Kredit von mindestens 800 Millionen Franken erhalten. Dieser Kredit soll zur Bezahlung rumänischer Waffenbestellungen und anderer rumänischer Verpflichtungen in Frankreich verwendet werden. Die Rückzahlung erfolgt durch Petroleumlieferungen von Rumänien nach Frantteich auf Warenclearing. Japanischer Offizier ermordet Mulden. Nach einer Meldung aus Zunchua in der entmilitarisierten Zone wurden dort am Samstag der japanische Gendarmerie-Offizier Tamoto und sein Adjutant Kawamaki erschossen aufgefunden. Die Untersuchung ist im Gange. Henleins Flüsterpropaganda Jeder ehrliche und einigermassen über die Verhältnisse im Grenzland unterrichtete Demokrat wird sich in den letzten Wochen wiederholt gefragt haben, warum und wozu eigentlich die Nationalsozialistische Partei verboten, ihre Mandate kassiert, ein Teil ihrer Führer in Untersuchungshaft gezogen wurden. Was immer man dieser Partei vorwerfen konnte, ist durch die SHF um ein Vielfaches überboten worden. Aber was vor zwei Jahren verboten war, vollzieht sich heute unter dem Schutze der republüanischen Behörden. Wo ist der Unterschied zwischen Jung und Henlein, was ist es, das diesen zum loyalen Demokraten und jenen zum gefährlichen Hakenkreuzler stempelt? Bei ruhiger Betrachtung fällt jeder Vergleich eher zugunsten Jungs aus. In der alten DSNAP gab es einige Leute, die wirklich„aktivistisch" in ihrer Einstellung zum Staate waren wie z. B. I e s s e r. Die alte DSNAP trug zwar das Hakenkreuz im Schilde und kleidete ihre Garden in die braune Kluft der SA, aber im übrigen war sie in ihren Methoden noch lange nicht jene sklavische Kopie der Httlerpartei, als die sich die Henlein- Partei darstellt. Untersucht man die Gründe, die für die Selbsttäuschung weiter Kreise des tschechischen Volkes, aber auch sudetendeutscher Volksteile über den Charakter der SHF ausschlaggebend sind» so wird man bald merken, dass der wesentliche Unterschied zwischen Jung und Krchs tatsächlich der ist, dass Jung sich offen zum Hakenkreuz und zu Hitler bekannt hat, während Henlein offiziell nie von der Linie der Loyalität abgewichen ist. Woher aber hat nun der demokratische Teil der deutschen Oeffentlichkeit die unerschütterliche Ueberzcugung, dass Henlein und seine Partei doch hitleristisch sind? Dieses Kunststück wird zustandegebracht durch eine überaus geschickte Form doppelter Prost a g a n d.a. Die Tschechen und fast alle, Organe der Staatsgewalt(von der Gendarmerie abgesehen, die darum auch oft, freilich nicht immer, besser informiert ist) schöpfen ihr Urteil über Henlein aus den Zeitungen, den R e d e n der Hen- leinfunktionäre, den Telegrammen und Botschaften des»Führers". Das deutsche Volk, ob es in der SHF steht, mit ihr sympathisiert oder gegen sie Stellung nimmt, hat sich sehr bald angewöhnt, die offiziellen Verlautbarungen der SHF unbesehen zu den Akten zu legen, in den Zeitungen nur zu lesen, was zwischen den Zeilen steht, und sich im übrigen sein Urteil nach den Parolen und Gerüchten zu bilden, di« von der fabelhaft funktionierenden Flüsterpropa« g a n d a Henleins durchgegeben werden. Zu den Tschechen und den nicht informierten Betrachtern unserer Situation überhaupt dringen aber die Flüsterparolen nicht. Man nähme zum Beispiel den Jrreden- t i s m u s l Natürlich hat Henlein niemals offi- ziell erklärt, es werde eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit der deutschen Gebiete zur Republik geben. Natürlich hat er niemals offen gesagt, er werde nach Genf fahren und den Völkerbund anrufen. Selbstverständlich werden sich die Herren Brand und Sebekowski hüten, in offener Versammlung den Unsinn von der Besetzung der Randgebiete durch schwedisches Militär zu erzählen. Aber eine Million sudetendeutscher Wähler und Hunderttausende Nichtwähler vom Hemdenmatz bis zum Rekruten reden von diesen Dingen wie von etwas unerschütterlich Feststehendem. Niemals har Henlein offiziell erllärt, er bekenne sich zu Hitler. Aber die anderthalb Millionen Greise, Männer. Weiber und Schulbuben, die auf Henlein schwören und von früh bis spät preußische Märsche pfeifen, preußische Haltung mimen, reichsdeutsche Sende» hören, Goebbclsliteratur lesen, Goebbelsfilme besuchen und sich auf die blutige»Abrechnung" mit Tschechen, Juden und Marxisten freuen, die glauben an das ungeschriebene Gesetz, daß jeder gute Sudetendeutsche in Hüler seinen Führer und in Henlein nur Hitlers Statthalter zu sehen hat. Von Mann zu Mann, von Frau zu Frau werden die Parolen, die Verhaltungsmaßregeln, die wilden Gerüchte weitergegeben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß ein eigener Funktionärapparat nur der Aufgabe dient, die Flüsterpropaganda zu besorgen. Es hat sich jedenfalls gezeigt, daß sich Gerüchte und , Parolen, die der SHF dienlich waren, buchstäblich (Seite 2 Sonntag, 2. Juni 1935 Nr. 129 Kabinett Bouisson wird die Vollmachten erhalten Paris. Der mit der Kabinettsbildung betraute Kammerpräsident Bouisson hat in knappen 24 Stunden sein neues Kabinett gebildet. Rach den Pressekommentaren gilt es als sicher, daß er am DienStag die Flandin verweigerten Vollmachten zur Verteidigung der Währung und zur Gesundung der Ttaatsfinanzen von der Kammer er halten wird. DaS Parlament wird nach der Annahme de r Vollmachten voraussichtlich in die Ferien geschickt werden, um der Regierung genügend Zeit für die beabsichtigten Maßnahmen zu geben. Das neue Kabinett hat folgende Zusammensetzung: Die Zusammensetzung des neue« Kabinetts ist folgende: Ministerpräsidium und Inneres Fernand Bouisfon(unabhängig). Staatsminister: Eduard H e r r i o t sradikal), Louis Mari«(recht-republikanische Föderation), Josef Caillaux(radikal), Marschall P e t a i n(außerhalb des Parlaments). Justiz und Stellvertreter des Ministerpräsidenten: Pernot(Rechte). AeußereS: Pierre Laval(unabhängiger Senator). Krieg: General Ma«rin(außerhalb des Parlaments). Kriegsmarine: P i 1111(republikanische Linke). Flugwesen: General Dena in(außerhalb des Parlaments). Finanzen(provisorisch): Eailla«; Rationale Erziehung: Mario R o« st a n (republikanischer Sozialist). Handel: Laurent E y n a e(radikale Linke). Oeffentliche Arbeiten: Pagano«(radikal). Landwirtschaft: Roh(radikaler Senator). Kolonien: Louis Rolli«(republikanisches Zentrum). Arbeite«: F r o s s a r d(bis gestern So zialist). Pensionen: Perselti(radikal). Oeffenttiches Gesundheitswesen: Ernest L a f o n t(Neusozialist). Post- und Telegraphen: Mandel(unabhängig). Handelsmarine: bleibt vorläufig William Pertran d. DaS neue Kabinett hat 21 Minister, davon vier Staatsminister und einen Unterstaatssekre» tär; 15 sind Deputierte, vier Senatoren und drei stehen außerhalb des Parlament-(ein Marschall und zwei Generale). Drei Kabinettsmitglieder sind ehemalige Premier-(Herriot, Caillaux und Laval), elf find Mtglieder des letzte« Kabinetts. Eine gewisse Ueberraschung, insbesondere i« den Linkskreisen, riesen einige Tenderungen in der Zusammensetzung deS Kabinetts, namentlich die Ernennung Josef Caillaux zum Finanzminister, hervor. Caillaux ist alS offener Anhän ger eines energischen Abbaues der StaatSaus- gaben und neuer Herabsetzungen der Staatsangestelltengehälter bekannt. Wegen dieser seiner Methoden ist Caillaux auf der Linken gerade nicht besonders beliebt, hauptsächlich unter de« Sozialisten und auch nicht unter den Radikalen. Zwei Austritte aus der sozialistischen und neosozialistischen Partei Der Exekutivausschuß der neosozialistischen Partei, der sich gegen die Teilnahme seiner Mitglieder an der Regierung Bouisson ausgesprochen hat, teilt mit, daß Ernest L a f o n t, der in die Regierung eingetreten ist, dies au- eigener Initiative getan und sich damit selbst außerhalb der Partei gestellt hat. Deputierter Frossard teilte Freitag abends mit, daß er aus der sozialistischen Partei auStrete. Die beiden neuen Minister Lafont und Frossard traten nach der Spaltung der sozialistischen Partei im Jahre 1928 in die kommunistische- Partei ein, verließen- sie-aber- nach einigen Jahren wieder, um-neuerdings in die so« zialistifche Partei einzutreten. Lafont verließ die sozialistische Partei bereits bei der Gründung der neosozialistischen Partei. Strenge Maßnahmen gegen Spekulation Acht Untersuchungsrichter und 18 Polizei- kommisiare nahmen am Freitag in Pari» zahlreiche Durchsuchungen in Banken, Finanzinstituten und bei Einzelpersonen, hauptsächlich Ausländern vor, wobei sie zahlreiche- Material be, schlagnahmten. Auch die in den letzten Tagen in» Ausland gerichteten Depeschen wurden geprüft. Polizeiinfpektoren nahmen Durchsuchungen in der Reaktion, pnd in der RechnungsabMlung dq- »Petit I o u'r n aI" vor, daS, wie bemnnr, die Kampagne für die Devalvation geführt hat. wie ein Lauffeuer und auf alle Fälle schneller, als eS durch die Presse möglich wäre, von Eger bis Gablonz verbreitet haben. Ein Grundsatz der SHF, der offiziell verschwiegen wird aber in der Propaganda neben dem Jrredentismus die größte Rolle spielt, ist der Antisemitismus. Jung und Krebs haben offen auf die Juden geschimpft, sie für alle Uebel in der Welt verantwortlich gemacht und in ihrer Presse einen rüden, aber ehrlichen Sauherdenton geführt. Anders Henlein. Er ist offiziell überhaupt kein Antisemit. Seine Presse redet um die Judenfrage sehr vorsichtig herum. Aber die Flüsterpropaganda lebt von wüstem Hepp-Hepp und in den Gesprächen der Henleinmannen spielen Pogrome die Hauptrolle. Vermöge seiner doppelten Propaganda kann Henlein es sich leisten, nach Prag hin so loyal zu reden, wie e- vor ihm kein deutschnationaler Politiker konnte. Denn im selben Augenblick, da Henlein nach Prag seinen tiefsten Respekt vor der Verfassung und den demokratischen Idealen drahtet, gibt die Flüsterpropaganda die Version durch, daß es sich hier um eine wohlüberlegte Kriegslist handelt und daß die einzigen Grundsätze, zu denen man sich weiter bekenne, die in„M ei« Kampf" niedergelegten Gedanken sind. Henlein könnte eS sich heute leisten, sämtliche nationalen Forderungen auf ewige Zeiten abzuschwören— er würde zunächst keinen Anhänger verlieren, denn einer würde dem andern ins Ohr flüstern:»Es ist alle» nicht wahr"! Gelogen wird bei dieser Methode doppelt. Dem Staat gegenüber wird die Lüge der loyalen, demokratischen Gesinnung vorgebracht, während durch tausend Kanäle das Gift der haken» kreuzlerischen Propaganda fließt. Den Wählern wird vorgelogen, sie könnten durch ihr bloßeS Eintreten für Henlein den Anschluß an daS Dritte Reich erzwingen. Auf die Dauer wird sich daS System wohl ad absurdum führen, denn mindestens ein Teil wird darauftommen, daß er bewogen wurde. Aber die Gefahr bleibt bestehen, daß es für den Betrogenen dann zu spät sein könnte. Untersteht Göring Blomberg? Berlin.(AP) Nach einer Schrift de- be, kannten Majors F ö r t s ch«ABT der Wehrpflicht" ist der Kriegsminister, Generaloberst von Blomberg, Oberbefehlshaber des Heeres. Ihm find die drei Führer der Heeresgruppen: General v. Fritsch als Oberbefehlshaber des Reichsheeres, Admiral Räder als Oberbefehlshaber der Reichsflotte und Fliegergeneral Gört,na als Oberbefehlshaber der Luftstrettkräft«. Da» Wesentliche an dieser fast unbeachtet gebliebenen Regelung ist, daß Göring damit v. Blomberg unterstellt worden ist. Damit hat die Reichswehr abermals auf kaltem Wege ein wichtiges Ziel erreicht, nämlich die Kontrolle über di« Luftfahrt. Wenn sie sich auch nicht in der Form vollzog, daß daS Reichsluftministerium dem Reichswehrminifterium unterstellt und auf diese Weise eine Vereinheitlichung herbeigeführt wurde, so hat man doch denselben Effekt erzielt. Trotzdem wohnt dem Ganzen der Eharakter eines Kompromisses inne, insofern als der Kriegsminister eine ungewöhnlich hohe Bedeutung erhält, also der Vertreter eines auf Ausgleich gerichteten Kurses, der zwischen den Gruppen Fritsch und Reichenau in der Mitte steht. Opfer 6er Gestapo-Spltzelel Der»P r a g e r P r e s s«" wird unter dem 31. dS. aus Berlin gemeldet: Bor dem Berliner Kammergericht hatten sich heute fünf Personen wegen Verbreitung illegaler Literatur zu verantworten. Keiner der Angeklagten war in irgendeiner verbotenen Organisation tätig und nur dem Treiben eines AgentSPro« voeateur ist e- zuzuschreiben, daß sie überhaupt in Konflikt mit dem polttischen Strafrecht gerieten. Dem Hauptangeklagten Danziger, der an großer materieller Rot litt, wurde von einem Agent Provocateur, welcher im Prozeß selbst als Zeuge auftrat, der Auftrag gegeben, illegale Literatur zu beschaffen, wofür er Bezahlung erhalten werde. Der Provokateur gab sich jedoch mtt den abgelieferten Schriften nicht zufrieden, sondern verlangte immer neue- Material. Mit Hilfe der übrigen Angeklagten versuchte Danziger Flugblätter und verbotene Zeitungen zu erhalten. Nach der Menge des illegalen Materials, welche» auf diese Weise von Danziger über den Provokateur in die Hände der Gestapo gelangte, zu schließen, müssen in den Monaten September 198s bis Jänner 1935 allein im Berliner Westen, wo sämtliche Angeklagten wohnen, zahlreiche illegale Zeitungen verbreitet gewesen sein, die zum Teil hektographiert, zum Teil photographisch hergestellt waren. In den Prozeß ist auch der tschechoslowakische Staatsbürger Franz Wantoch aus Zwickau verwickelt, dem gleichfalls zur Last gelegt wird, an Danziger Zeitungen geliefert zu haben. Sein« Schuld konnte jedoch nicht erwiesen werden, auch eine in seiner Wohnung durchgeführte Haussuchung verlief vollständig ergebnislos, von den fünf Angeklagten sind drei literarisch tätig gewesen. Franz Wantoch verfaßt« Dramen, von denen eines in einem Berliner Theater aufgeführt wurde. Der Hauptangeklagte schrieb Gedichte und Romane. Am Tage seiner Verhaftung wurde ihm mitgeteilt, daß sein Arbeitslosenroman von einer nationalsozialistischen Zeitung in Fortsetzungen gedruckt wird. Vom antlfasdstlschen Kampf In Italien Trotz der fascistischen Zensur haben Nachrichten von Zwischenfällen in Italien, die eine wachsende Revolte gegen Mussolinis Herrschaft zeigen, das Ausland erreicht. Eine Anzahl von Müttern erzwang sich den Zugang zu den Baracken und protestierte gegen die Einberufung ihrer Söhne zum Kriegsdienst in Afrika. Biele von den Frauen wurden verhaftet. In Sävig« liano ist unter den Truppen eine Meuterei ausgebrochen, die sich auf die ganze Garnison ausdehnte, aber unterdrückt werden kongte. Zahlreiche Verhaftungen von„Intellektuellen" antifascistischer Richtung wurden kürzlich durchgeführt und schwere Freiheitsstrafen an den Kritikern an Mussolinis Regime miferlegt. In Turin und Mailand wurden viele Häuser vom Keller bis zum Boden durchsucht und Verhaftungen vorgenommen. Mehr als ein Dutzend Professoren wurden in den beiden Städten in Haft genommen. Unter den Verhafteten befindet sich Dr. Luigi T i n s u d i, der Sohn de- bekannten Na- tionalökonomen und selbst ein Schüler der Londoner Schule für Nationalökonomie, Dr. Tesare Pavese, Dr. Umberto R o b b i o- und Dr. Franco Antonicelli. Diese vier Leut« haben die Zeitschrift„La Cultura" herausgegeben.. Andere Eingekerkerte sind Dr. Massimo Mila, Herausgeber einer Mustkzeitschrist, der gerade von den Florenzer Musikfestspielen zurückgekehrt war, der Maler Carlo Levi, in Londoner und Pariser Kunstkreisen bekannt und Professor Barbara A l s o n von der Turin« Universität. I Während der letzten Lago sind schwere Strafen von Sondergerichten gegen Antifaseistep ausgesprochen worden. In Benezsa Guilia haben 70 Anttfaseisten zusammen 564 Jahre G e fä n g n i s bekommen. Viel« Verhaftungen sind in Alto Adige, früher Südtirol, unter den Nationalsozialisten als Folge eines Flugblattes, das den Einwohnern empfiehlt,„dasselbe wie in der Saar zu tun", ausgeführt worden. Die gegenwärttge Spannung ist besonders durch die Nachrichten über Erkrankungen und Todesfälle unter den nach Afrika„zur Verteidigung" für den Fall eines Zusammenstoßes mit Abessinien entsandten Truppen hervorgerufe«. 35 Roman«cm Emil Vachelc,—i »Tnrtich von . Anna AuradnKak Mit trauriger Miene nahm der Engel eine Waage in die Hand. Auch das geschah nur, weil der Herr anwesend war. Früher hatte er alle Urteile ohne lange Ueberlegunq gefällt. »Ein unangenehmer Tag heute", sprach der Engel den Herrn an.»ZiZkov ist an der Reihe! Die Statistik über das letzte Gerichtsjahr ist geradezu entsetzlich. VS Prozent wurden in die Hölle geschickt, drei ins Fegefeuer und nur ein einziger kam in den Himmel. Und das sind die, von welchen du sagtest:»Selig find die Armen im Geiste." Eine sattbere Bande hast du da in ZiZkov beisammen. Und der, der fetzt vor dir steht, ist der Aergste von allen. Da sind sein« Sünden..." Und er warf Beinfteller- Sünden auf die linke Schale. Sie prasseüen wie ein Hagelschlag herunter; eine Sünde war schwerer als die andre. Tie Schüssel war im Nu am tiefsten Punkt angelangt und die Waage brach. »Beinsteller", sprach vorwurfsvoll der Engel, »schau, was du hier angestellt hast! Wir müssen etwas Besonders, eine Dezimalwaage für deine Sünden nehmen..." Tatsächlich. Erst auf der Dezimalwaage konnten Beinstellers Sünden untergebracht werden. Der Engel zürnte wegen dieser Verzögerung. Wäre der Herr nicht anwesend gewesen, hätte er Beinsteller direkt in die Hölle befördert. Dann blickt« der Engel umher. Er suchte DeinftellerS gute Taten, um fie auf di« andre Schale zu legen. Er konnte aber keine finden. Und er sagte:»Du siehst, wo nicht» ist, ist nichts zu holen." Beinfteller wehrt« sich.»Da» kann nicht sein, Herr Engelrat. ich sage nicht, daß ich ein Heiliger war, aber einig« gute Werke habe ich doch getan. Entweder hat sie mir jemand geschnipst oder sie sind in der Registratur verlorengegangen. Ich habe meine Mami bis zu ihrem Tod unterstützt, habe ihr ein feines Begräbnis geleistet und an ihrem Grabe geweint. Ich habe mich einer Waise angenommen und war immer bemüht, nur reichen Menschen etwas wegzunehmen." »Suchet die guten Werke", sprach der Herr. »Wenn er nicht lügt, müssen sie gefunden werden." Kaum hatte er da» gesagt, kamen die guten Werke eines nach dem andern herangeflogen. Die, welche Beinsteller aufgezählt, und viele, di« er vergessen hatte oder nicht für gute Werke hielt. E» waren nicht wenige, aber im ganzen und großen hatten sie keinen Einfluß auf seine Sünden, die wie ein Felsblock auf der Waage lagen. Schon meldete man aus der himmlischen Registratur, es sei nichts mehr zu finden. Immer schadenfroher musterte der Engel Beinfteller, als wollte er sagen:„Siehst du, nicht einmal die feierliche Prozedur des Jüngsten Gerichtes kann dir helfen..." AI» Beinfteller dies sah, wurde ihm angst und bang und er strengte sich ungeheuer an, um noch einige gute Werke zu finden. In seiner entsetzlichen Angst ergriff er sgaar das verwerfliche Mittel, sich gute Werke auszudenken. Mißtrauisch blickte ihn der Engel an und di« guten Werke blieben immer nur ein Wort, das nicht auf die Schale der Verdienste niederfiel. Aber da lächelte der Herr freundlich und zwinkerte den Engeln zu. Da- bedeutete: Der Ferdl ist zwar ein Nichtsnutz, aber auch ein armer Hascher. Lassen wir uns also von ihm ein wenig foppen I In diesem Augenblick nahmen die erlogenen guten Werke Gestalt an und fielen schwer auf die Waag« der Tugend nieder. Da fing Beinfteller an, mtt noch größerer Erfindungsgabe zu flunkern und erfand zehn Minuten lang immer neue gute Werke. Doch es war immer noch zu wenig, um die Schale mit den Sünden in Bewegung zu setzen. „Genug mit dem Geflunker", sagte der Engel,„jetzt siehst du selbst, wie viele Schlechtigkeiten du angestellt hast. Dich können selbst eine Million Jahre im Fegefeuer nicht reinwaschen. Kurz, du taugst nur für die Hölle." Bei diesen Worten sicherten die beiden Höl- lenbewohner, die schon ungeduldig geworden waren. Sie flirrten mit den feurigen Ketten, die sie für Beinfteller vorbereitet hatten. Beisteller blickte zum Herrn hin. Er war seine letzte Hoffnung. Doch das Antlitz de» Herrn war voll unbeschreiblicher Trauer. Er sah aus wie das Opfer des Gesetzes, da» er selbst verkündet hatte. „ES nützt dir alles nichts, Beinsteller", sagte der Engel, auf Gerechttgkeit ist alle- aufgebaut, und heute blickt di« ganze Welt auf uns." Und da der Herr schwieg, nahm der Engel eine Kielfeder, tauchte sie in rote Tinte und trug einen neuen Namen in die Rubrik ein, die die Ueberschrift„Hölle" trug. Dann fragte er der Form halber:„Nimmst du die Strafe an?" „Soll fie lebenslänglich sein?" fragte Beinsteller so grenzenlos mutlos, daß da» Antlitz des Herrn noch größeres Erbarmen ausdrückte. „Für ewig", verkündete der Engel.„Es geht genau nach dem Tarif." „Ich bin einmal auf Erden auch schon unschuldig verurteilt worden", bettelte Beinsteller. „Sie wollen sich doch so etwas nicht aufs Gewissen nehmen I" „Da- find unnütze Reden", schimpfte der Engel,„schau, wie sich die Sache in die Länge zieht." »Man läßt mir nicht einmal zehn Minuten zum Ueberlegen",, jammerte Beinsteller,„ich hätte mich vielleicht noch an eine gute Tat erinnert, di« ich vergessen habe..," Da spürte er, wie die Augen de- Herrn ungewöhnlich ernst auf ihm ruhten. Sie wollten ihm etwas sagen; er verstand es aber nicht, weil er eingeschüchtert war. Zum Glück bemerkte e» auch der Engel, wurde zahm, hetzte Beinfteller nicht mehr und sagt« devot:„Wenn jemand für dich bäte, könnte man vielleicht eine Ausnahme machen." „Wer sollte denn für mich bitten?" rief Beinsteller klagend.„Ich kenne ja hier niemanden und alle meine Kameraden sind in der Hölle. Wenn Sie mir ein wenia Zett ließen, könnt« ich mich ja nach einem Giranten umsehen..." Kaum hat er zu Ende gesprochen, schwebte etwas aus der Höhe auf die Wolke nieder und, bums, lag es zu Thriftt Füßen. „Ich bitte für ihn und mache mich erbötig, seine Strafe auf mich zu nehmen", ließ sich ein« Tngelsstimme vernehmen. Beinfteller blickte den Himmelsbewohner an und war wie betäÄt; die Stimme aber kam ihm bekannt vor. Unglücklicherweise konnte er das Gesicht des Sprechers nicht sehen. Aber die lange» Beine und die mageren Arme de» schlanken Engels hat et schon irgendwo gesehen. Und der Meister lächelte ihm ermunternd zu, als wollt« er sagen: Na Dummerchen, erinnere dich doch! Da erinnerte sich Beinfteller:„Natürlich, ja. das ist sie, da- ist Fräulein Sophiechen, respektive der Engel Sophiechen", rief er. Kaum hatte er di« Worte ausgesprochen, erhob sich der Engel und trat zu ihm.. ES war tatsächlich Fräulein Sophiechen. Aber welch« Veränderung war mit ihr vorgegangen I Sie kam Beinfteller ausgebügelt, feierlich vor, sah gesund au» und war nicht so mager wie zu Lebzeiten. Nur die strahlenden Augen hatten sich nicht verändert. „Ja, ich bin's", sagt« Fräulein Sophiechen. „Eigentlich sollt' ich das nicht tun, denn Sie wissen ja, was Sie mir damals mit der gestohlenen Tasche«ingebrockt habens" „Fräulein Sophie, ich hab« es au» furchtbarer Angst getan und hab« gleich bereut", jammert« Beinsteller. (Fortsetzung folgt.' Nr. 129 Sonntag, 2. Jun? 1935 Sekte 3 fudetendeutscfieT Zettspiesel Henleins Kampf um die Gemeinden An fast allen größeren deutschen Gemeinden : dringen die Vertreter der SHF Anträge auf Auf« lösung der Gemeindevertretung ein, weil sich angeblich nach demokratischen Grundsätzen, nach dem Dqhlsiege der Sudetendeutschen Partei, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht gefallen lassen könne, daß die Gemeinden von den Vertretern der Minderheit der Deutschen verwaltet werden. Die Argumentation der Henleinleute ist auf den ersten Blick sehr bestechend und sehr harmlos, bei näherer Betrachtung aber erscheint sie feindlich aller Demokratie und heimtückisch wie alles was aus der Küche des Herrn Henlein kommt. Ersten» einmal die Betonung der Demokratie. Auf fie darf sich nach logischen Gesehen nur berufen, wer selbst DemÄrat ist. Die SHF ist ihrem ganzen Wesen und ihrer Führung nach f a s c i st i s ch.. In der SHF gibt es keine Demokratie, und es wäre absurd zu glawben, daß die Leute, di« in ihrem Hause nichts von Demokratie wissen wollen, außerhalb desselben die Schützer derselben seien. Dort wo sie die Macht haben, lassen sie der Minderheit nicht die geringsten Rechte. Dort herrscht grenzenloser Terror. So in den Betrieben und in den Gemeinden, wo das Bürgertum die ausschließliche Macht besitzt. In den Schulen wo die Henlein-Lehrer allmächtig find. Und daß die reichsdeutschen Sender immer und immer wieder die Wünsche der Henleinleute nach Auflösung der Gcmeinde- dertretungen und Ausschreibung der Neuwahlen verdolmetschen, spricht ebenfalls nicht gerade sehr kür die Demokratie der SHF. Das die rein moralische Seite der in den letzten Tagen angeschnittenen Frage. Run aber die rein praktische. Die Tschechoslowakei ist ein einheitlicher Staat. Gesetzliche und volitische Maßnahmen werden, was immer auch auf der einen oder andern Seite geschehen mag, immer nur vom Gesichtspunkte des Gesamtinteresses des Staates durchgeführt werden. Die Mehrheit der in der Republik lebenden Bevölkerung aber bat am IS. und 26. Mai für das bestehende demokratische Regime entschieden. Damit auch für die bestehende Ordnung in den Gemeinden. Das Vertretungsprinzip hat sich nur bei höchstens einem Fünftel der Gesamtbevölkerung des Staates verschoben, zugunsten eines der Mehrheit der Staatsbevölkerung unerwünschten Polstischen Prinzips. Und da soll es demokratisch sein, vor dem aus dem Ausland importierten Geiste eines Bruchteils der Bevölkerung zu kapitulieren? Niemals! Die Entscheidung über die Verwaltung in den Gemeinden hat der tschechoslowakische Staat als Ganzes, nicht aber eine in ihm lebend« Minderheit der Bevölkerung zu fällen. Er wird dies tun, wenn es das für die Republik geltende Recht oder die in der Demokraste entscheidende Mehrheit will, nicht früher und nicht später. Solange aber dstse Entscheidung nicht gefällt wird, haben einzelne Gemeindevertretungen kein Recht, von stch aus eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse in den Gemeinden zu fordern. Deshalb schon nicht, weil bisher das gleiche deutsche Bürgertum, das setzt in den Gemeinden die Beschlüsse auf Auflösung der Gemeindevertretungen herbeiführt, immer und immer wieder den Standpunkt vertreten und mit allen Mstteln verteidigt hat, daß Resolutionen und Beschlüffe, welche die Gesetzgebung des Staates berühren, in der Gemeinde nicht geduldet werden können, denn hier sei nur Verwal- tungsarbest zu leisten und politische Forderungen unzulässig. Daran erinnern wir in diesen Tagen, da mit den Mitteln der erbärmlichsten Demagogie der Machtrausch der Henlein-Fascisten zu neuen Scheinerfolgen treibt. SHF-Terror In Relchenberger Textilbetrieben Unternehmer Im Dienste antidemokratischer Bestrebunsen Was die„Sudetendeutsche Partei" eigentlich ist, ersteht man am besten au» Versuchen der Unternehmer, sich dieser Bewegung zu bedienen, um die sozialdemokratisch und sreigewerkschaftlich organisierten Arbeiter aus den Betrieben hinauSzu- ekeln und so brotlos zu machen. Der„Union der Textilarbeiter" gehen, wie ihr Fachblatt berichtet, in der letzten Zeit Meldungen zu, welche mit nichts zu wünschender Deutlichkeit zeigen, daß in verschiedenen Betrieben des Reichenber- ger Industriegebietes mit Terror und Gewalt, androhungeo gegen die organisierte Arbeiterschaft vorgegange« wird. Gin beträchtlicher Test des BerwaltungSapparates einzelner Firmen ist vollständig von dem fascistisch- hakenkreuzlerischcn Geist der SHF durchseucht und schreckt nicht davor zurück, Arbester in der skrupellosen Art und Weise beit die Nichtorganisierten, oder die in der SHF Organisierte« nicht aussetzen brauche«. Agitationsmaterial, Polstisches Werbematerial der SHF wurde anfangs versteckt, jetzt schon ganzoffen durch einige SHF-Elemente in den Betrieb hineingeschleppt, ja es war bereits soweit, daß Wahhrlakate der SHF innerhalb des Betriebes angeschlagen und vom Portter bewacht werde«. Ein höherer Beamter, der die Einstellung»- und Entlassungsgewalt in der Hand hat, geht mitten unter di« Arbeiter und fordert sie auf, an Henlein-Wahlversammlungen teilzunehmen und so gelingt es auch tatsächlich einige schwach« und schwankende Beschäfttgte in Angst zu versetzen und so den Unternehmer-, bezw. SHF-Wünschen gefügig zu machen. Ein zweiterFall. In einem anderen Großbetriebe— der etwas außerhalb Reichenbergs liegt und in welchem di« Arbeiterschaft von Eichicht, Dörfel und anderen umliegenden Orten arbeitet, versuchen einzelne Angestellte, offenbar mit stillschweigender Duldung der Betriebsleitung und der Firma die Arbeiterschaft ebenfalls der SHF und ihren Gewerkschaften zuzutreiben. Als Beweis dafür einen Vorfall, der erst in den jüngsten Tagen geschehen ist. Es sollte« 20 Neueiustelluuge« vorgcnommen werden; sehr viele deutsche und tschechische Arbeiter aus diesem Betriebe, die früher viele Jahre lang in dem Betriebe gearbeitet haben, hatten Hoffnung, wieder ausgenommen zu werden. Weil fie aber nicht rechtzeitig Anschluß an die SHF gesucht haben, wurde« fie nicht eingestellt, dafür hat man aber 20 betriebsfremde SHF-Anhänger eingestellt, die im Betriebe womöglich noch provoziere« und über das Schicksal von Familienvätern und Müttern, die durch fie die Arbeit verlöre« habe«, lachen. I« einem drstten Betriebe, einer Färberei im Innern Reichenbergs, herrschen ähnliche Zustände. Dort scheint sogar einer der Chefs ein Protettor der Henleinfascisten zu sei«. Ohne de« geringsten Einwand der Betriebsleitung wird ganz offen mitte« in der ArbeitSzett Werbematerial der SHF ausgegeben» Plakat« und Klebezettel der SHF werden sogar an die Maschinen angebracht und«ehe dem Arbeiter» der fich getrauen würde, einen solchen Schandzrttel zu entferne». Die Entlass»»» wäre die sichere Antwort auf eine an fich so notwendige Handlung. In einem Betriebe geht der Gesinnungsterror offensichtlich so weit, daß ein SHF- Funkttonär, der die Versammlung leitete, Gewerk- schastSfunktionären, welche über Lohn- und Arbeitsbedingungen Auskunft geben wollen, nicht mehr das Wort erteilen wollte, allerdings hat die überwältigende Mehrheit der Arbeiter diese Mätzchen durch eine Absttmmung gegen diese Methoden der SHF selbst zunichte gemacht. Diese drei Beispiele müssen ein Alarmzeichen für die Arbeiterschaft sein, fie müssen aber auch insbesondere den Blick aller verantworüicher Kreise auf diese Zustände hinlenken. Noch leben wir nicht im„Dritten Reich" l Noch leben wir in einem demokrattschen Staate!... Koalitionsfreiheit, Versammlung-recht und Gewerkschaftsfreiheit find bi» jetzt noch keine leeren Begriff,. Diejenigen Unternehmer und ihre Werkzeuge, die sich dazu hergeben, in jahrelangen Kämpfen erworbene Rechte der Arbeiterschaft mit Gewalt zu beseittgen, werden damit rechnen müssen, daß eine Welle der Empörung innerhalb der Arbetterschast gegen sie entfacht wird und daß ei» Kampf um de» steien Lebensraum im Betriebe, ein Kampf um die Gesinnungsfreiheit in den Prodnttionsstätten beginnt, der die Unterstützung aller anständig denkenden Menschen finde« muß. mit der Ausnützung der wirtschaftlichen Gewalt in die Reihen der SHF zu treiben. Bon einer Menge der zugekommenen Nachrichten lvollen wir nur einige folgen lassen, die deutlich zeigen, wie weit bereits in den Betrieben der Henleinterror wirkt und mit welchen Mitteln gegen die aufrechte Gesinnung der Arbeiterschaft gekämpft wird. In der Mitte Reichenbergs liegt ein Betrieb «maltenTeich. In diesem Betriebe ist der Großteil der Arbeüerschast schon fest dem Kriegsende in der Union der Textilarbeiter organisiert. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen wurden durch die Macht der Organisation vertraglich geregelt Und so war es bis in die letzte Zeit möglich, eine gewisse Ordnung in dem Betriebe aufrecht zu erhalten und die Existenz der Arbeiter vor unberechtigten Angriffen zu schützen. Weder die Kommunisten ftüher, noch die Bestrebungen einzelner Elemente in der letzten Zeit waren imstande, den testen Willen der Arbeiterschaft zu brechen. Erst durch das Auftreten der SHF wurden neuerlich die alten Hoffnungen auf eine Zertrümmerung der einheitlichen Organisation wieder geweckt und diesmal scheinen der oberste Beamte des Betriebes und einige Trabanten im Kontor selbst die Sache in die Hand zu nehmen. Arbeiter werden von ihrer Arbeit weggerufen, inS Kontor befohlen und kommen nach einer„Aussprache" zurück und erklären mit niedergeschlagenen Augen, fie können nicht mehr bei der Organisatto« sein, schweigen aber, weil fie Entlassung und Schikanen befürchten, über die Gründe und über da», waS ihnen bei solche«„Aussprachen" gesagt wurde. Unkontrollierbare Gerüchte werden im Betriebe Zerstreut, nach welchem di« Arbeiter mehr Beschäftigung haben würden, wenn fie all« zu Henlein übergehen würden, weil dann Hiller aus Deutschland mehr Aufträge gebe» würde. Unter der Hand wird den Unionsmitgliedern angedroht, daß bei KurzarHenlein-Methoden Den Henleinleuten scheint ihr großer Wahlsieg in den Kopf gestiegen zu sei« und sie wähnen sich schon als ein Bestandteil des Dritten Reiches, wie ein Brief beweist, den unser Genosse Suck in Eichwald erhiell. Der Brief hat folgenden Inhalt: Rechtsanwälte: Dr. Viktor Patz, Dr. Friedrich ZrppeliuS, Teplitz-Schönau. Herrn Anton Such Bürgermeister iu Eichwald. Euer Wohlgeboren! Mein Mandat Herr Anton Wied in Eichwald Rr. 247 ist von Herrn Julius Leder« auf rückständigen Mietzins per 160 KL gemahnt wor den. Sie haben seinerzeit vor Zeug«» und durch Anruf auch an Herrn Lederer mitgeteilt, daß die Gemeinde für den Mietzins haftet, und zwar deshalb, weil Sie auch fest versprachen, daß Sie meinem Mandanten von der Gemeinde Arbeit zuteilen würden. Als mein Mandant vor 14 Tagen bei Ihnen wegen dieser Arbeit vorsprach, hatten Sie die Sttrn, zu erklären:.„Erst kommen mein« Leute daran bevor andere kommen," welcher Ausspruch wohl nur so zu verstehen ist, daß . erst Ihre sozialdemokratischen Parteigenossen von der Gemeinde Arbeit zugeteilt erhalten, bevor Angehörige anderer Parteien beschäftigt werden, trotzdem Sie es vorher zugesagt hatten. Der Ausspruch ist jedenfalls klassisch für di« Anwendung demokratischer Grundsätze, bet der Verteilung der Gemeindearbeiten. Sollte mein Mandant nicht umgeh«« die versprochene Arbeit zugeteilt«chalteu, damit ihm so die Möglichkeit wird, den Mietzins zu bezahlen, müßte ich andere Mittel und Wege fin den, Ne und die Gemeinde zur Einhaltung der| übernommenen Verpflichtungen zu zwingen. Hochachtungsvoll: Unterschrift unleserlich. Man greift sich an den Kopf über ein« solche, gelinde gesagt, Unverfrorenheit. Herr Anton Wied, ein ehemaliger Kommunist übrigens, hat vom 30. April bis 19. Mai 1934 bei der Gemeinde, vom 18. August bis 18. September 1934 durch Vermittlung der Gemeind« beim Bezirk und vom 7. bis 12. Jänner 1936 wieder bei der Gemeinde gearbeitet. Die Gemeinde Eichwald hat 700 bis 800 Arbeitslose und es hat sicher ein jeder das Recht, wenn die Gemeinde Arbeiten machen läßt, ebenso Anspruch auf dieselbe zu erheben wie Herr Wied. Sowohl die Gemeinde als auch der Bezirk haben im Jahre 1934 196 Leute beschäftigt, babon 21 Parteigenossen, während 176 anderen Parteien angehören, obzwar diese auch nur 15 Mandate in der Bertretting haben, wie die Sozialdemo- k raten. Und nun zum Schlußsatz des famosen Schreibens: Herr Dr. Zippelius wurde vor eint» gen Tagen als Vertreter der Henlein-Partei in das Parlament gewählt und man müßte doch voraussetzen, daß er zum mindesten das ABC in der Gemeindewirtschaft kennt, sonst könnte doch unmöglich ein solcher Brief mit solchen Sinnwiderlichkeiten aus seiner Kanzlei hinausgehen. Herr Dr. Zippelius, wir fragen Sie, welch« „Mittel und Wege" wollen Sie denn anwenden, um den Vorsteher und die Gemeinde zu zwingen, dem Herrn Wied Arbeit zu geben? Henleins legale Funktionäre In Schön seid bei Aussig wurde dieser Tage einer der eiftigsten Werber für die SHF, N e m e c« k, verhaftet. Nemecek war auch vom Deutschen Turnverein beauftragt, die Kinder zu betreuen. Auch hier betätigte er sich als Mar- xistenhaffer. In seinem Fanatismus ging der Mann soweit, sich damit zu rühmen, daß er über einen im Ort lebenden Ausländer nach Deutsch-' land geschrieben und auch, dessen Photographie nach Deutschland geschickt habe. Es stehe zu erwarten, daß dem Ausländer der Kopf kürzer ge macht werde, wenn er etwa wieder einmal nach Deutschland komme. Nach der Einvernahme durch die Gendarmerie wurde Nemecek verhaftet und dem Kreisgericht Leitmeritz zugeführt. Konrad Henlein weiß nicht, wie es in Deutschland zugeht. Vielleicht kann er sich bei seinem Schönfelder Fmtttionär Auskunft holen. Aus der Kabinettskanzlel Sr. Majestöt Die ,Fiundschau" vom 2. Juni bringt in fettem Druck folgende Verlautbarungen: Die Kanzlei Konrad Henlein ersucht 1. von Bitten um Widmungen von Lichtbildern, Autogrammen u. dgl. abzusehen. Eigenhändig gezeichnete Bilder Konrad Henlein» s o l le n e i n e A u r z e i ch n u n g darstellen. Auszeichnungen erhält man für geleistete Arbeit. Sie können der« liehen, aber nicht erbeten werden, Der Franz-Josefs-Orden war ein Dreck dagegen! Nach den Wahlen ist man aber auch in anderen Dingen nicht mehr so fteigebig wie vorher: 2. Ansuchen um geldliche Zuwendungen wie Darlehen, Spenden und Unterstützungen zu unterlassen, da die für solche Zwecke freigestellten Mittel längst erschöpft sind. Wir wissen, daß ein sehr großer Teil unserer Kameraden einen täglichen Kampf mit Not und Elend führt, wir wissen, daß in tausenden Fällen nur eheste Hilfe den drohenden Zusammenbruch verhindern kann,er unter der arbeitslosen und arbeitenden Ju» vnd zahlreicher Länder eine Unterschrift Ansammlung für ein« Petition an die Bternatlonale Arbeitskonferenz organisiert, in ft die Internationale Arbeitskonferenz ersucht lrd, eine Internationale Empfeh» 'u n g zu beschließen. Diese Empfehlung soll die Gierungen auffordern, Maßnahmen zu treffen, ft geeignet sind, die materielle, beruflich« und «lisch« Not der arbeit-lofen Jugend zu lindern ftd alle Einrichtungen zu unterstützen und zu Ordern, die der Fürsorge für die arbeitslose Ju» dnd dienen. U Di« Unterschriftensammlung hat nach den fther vorliegenden Meldungen«inen st a r k e n Erfolg gehabt. Bisher sind aus Holland, Finn« ftd, Ungarn, Belgien, Frankreich, aus der Tsche- Slowakei und den Bereinigten Staaten von Mdamerika mehr als 150.000 Unter- Triften eingegangen. Die ganz überwie- dnde Mehrzahl dieser Unterschriften stammt von ^eitslosen Jugendlichen, die die vielfältige Not ft Arbeitslosigkeit in ost jahrelanger, erzwunge- ft Untätigkeit am eigenen Leibe erfahren haben. Sammlungen sind in einigen Ländern noch ftht abgeschlossen, so daß sich die Gesamtzahl der Merschristen noch wesentlich erhöhen dürste. [ Die Uebevgabe der gesammelten Unterschrif- wird voraussichtlich am 5. Juni erfolgen. Eine Negation, bestehend aus arbeitslosen «jugendlichen und aus Vertretern der So» ftlistischen Jugend-Internationale und de» Wernationalen Gewerkschaftsbundes, wird die »den mst den Unterschriften der Internationalen ftbeitskonferenz überreichen. DI« arbeitslose Ju« ftid wird in eigener Sache zur Internationalen «beitskonferenz sprechen, und es ist zu hoffen, M sich die Internationale Arbeitskonferenz die« ft einzigartigen Kpndacbuna nicht entziehen rnd Mive Beschlüsse zum Wcchl der sieben Millioncsi ErieitSlosen Jugendlichen in der Wett fassen wird. \ Rumänische Hochschüler dürfen fich nicht ^litisch»«tätigen. Im Rektorenkollegium der ftinänischen Hochschulen wurden Vorschläge für sftige Aenderungen im Hochschulstudium aus- ^arbeitet. Um das übermäßig« Anwachsen des Mellekmellen-Proletariats zu verhindern, wird E'e Zahl der Studierenden auf die Weise ein-, ^schränkt werden, daß außer der Maturitäts- "iifung noch eine besondere Prüfung zur Auf- Mme an der Hochschule«ingeführt wird. Jnter- Uant ist e» u. a. auch, daß alle Hochschüler einen *id ablegen müssen, daß sie sich jedweder '»litischen Tätigkeitenthalten ftrden. Der Bruch diese» Gelöbnisses wird diszi- »inarisch bestraft werden. . Die erste»rotz« Luftschutzübung in den Städten Rochester, Chatham und Billingham in Kent, wo sich große Dockklagen der englischen Flotte befinden, wurde in ft Nacht auf Samstag durchgeführt, Sirenen- ftd Raketenjignale gaben um 23 Uhr 80. das Warnüngszeichen. Der gesamte Verkehr wurde eingestellt und alle-Fahrzeuge mußten ihre Lichter löschen oder abblenden. Die Ucbung dauerte eine halbe Stunde. Es ist geplant, ähnliche Uebuvgen auch an mrderen strategisch wichtigen Punkten Englands durchzuführen. Ucberflüsfige Anstrengung... Das amerikanische Staatsdepartement versandte an 13 Staaten Noten, in denen ersucht wird, die Rate für die Kriegsschulden zu bezahlen, die am 15. Juni im Gesamtbetrag« von 180,8öS.701 Dollar fällig wird. Ausgeglittcn— ertrunken. In Nova Ves bei Trebitsch glitt der siebenjährige Sohn des Arbeiters Josef Valik beim Spielen auf dem durch den Regen aufgeweichten Damm, eines Teiches aus, fiel in? Wasser und ertrank. Er konnte erst- nach zwölf st ü n d i g e m Suchen geborgen werden. Ter neue Flugfahrplan. Wit 1. Juni tritt der Sommcrfahrplan auf den Flugstrecken der sMat« lichen Aero-Linie in Kraft. In der Richtung nach der Slowakei gilt folgender Flugplan: Abflug von Prag um 7.00 und 16.00 Uhr. von Brünn um 8.02 und 17.22 Uhr, von Preßbürg um 9.00 Uhr, von Kaschau nach UZHorod um 11.05 Uhr. In der Richtung nach Prag: Abflug von UZHorod um 13.20 Uhr, von Kaschau um 14.00 Uhr, von Preßburg um 16.10 und um 8.10 Uhr, von Brünn um 17.00 Uhr und um 9.05 Uhr, Ankunft in Prag um 18.00 Uhr.— Dreimal in der Woche und zwar Montag, Mittwoch und Freitag, wird ein Expreß« 78 Jahre Botschaft Es ist heute gerade dreiviertel Jahrhunderte her, seit in einem Frankfurter Laboratorium zwei Männer an ihrem Apparat die erste Botschaft aus dem Weltraum aufnahmen. Sie war kaum neun Minuten vorher auf der. Sonne aufgegeben worden — solange brauchte sie für die 150 Millionen Kilometer lange Reise von dort bis zur Erde— und gab die präziseste Auskunft über ihren Absender, die eine Botschaft nur geben kann. Die Entdeckung dieses merkwürdigen Apparate» hat das Weltbild des modernen Menschen von Grund auf umgestattet, wie kaum ein zweites Ereignis des vergangenen Jahrhunderts. Und dennoch gibt es zwar recht' viel« Leut«, die genau über die Schlachten Napoleons Bescheid wissen, aber.nur recht wenige, die dieses phantastische Jubiläum menschlichen Geistes auch nur zur Kenntnis nehmen. Der Apparat, mit dessen Hilfe die beiden Gelehrten— sie hießen B uns« nund K i r ch h o f f neue Epoche der ErkennkniZ einleMew v»ar Ry verhälürtSinäfjig einfache»'Ding? Seines tüefent« lichen Bestandteil« waren ein gewöhnliches GlaS- priSma und ein ebenso gewöhnliche» kleine» Fern« rohr. Kein Mechaniker, der diese simple kleine Maschine zerlegt hätte, wäre auf die Idee gekommen, daß man damit wahrhaftig Telegramm« aus hem Weltall klar und verständlich auffangrn kann. Aber die beiden deutschen Gelehrten— hätte sie da» Schicksal in unsere Zeit verschlagen, dann lebten sie wohl in der Emigration— hatten eine Entdeckung gemacht, die ihnen das Auffangen dieser Telegramme ermöglichte. Schon lange vorher hatte man gewußt, baß da? Sonnenlicht durch ein Glasprisma in die prächtig- gen Farben des Regenbogens zerlegt wird. Und ein Vierteljahrhnndort vor der Entdeckung, deren Jubiläum heut« die Welt— nicht feiert, hatte der Optiker Frauen Hofer gefunden,- daß diese» leuchtende Farbenband— da» Spektrum— ein« Seltsamkeit aufweist: wenn man genau hinsieht, merkt man, daß e»»n zahllosen Stellen von ganz feinen dunklen Linien unterbrochen ist.'Frauenhofer hat diese merkwürdigen Linien, die nach ihm den Namen Frauenhafersche Linien tragen, entdeckt. Wer deuten konnte er. sie sich nicht. Das blieb erst den beiden Gelehrten Kirchhoff und Bunsen vorbe« halten. Nicht jedes Licht gibt, wenn«s durch ein GlaS- priSma hindurchgeht,«in so wundervoll in allen Regenbogenfarben leuchtendes Band wie das Sonnenlicht. Wenn man irgend einen einfachen chemischen Stoff—zum Beispiel Eisen oder Kupfer— verdampft und den Dampf glühend macht, dann gibt da» Licht diese» glühenden Gast», durch«in GlaS« Prisma betrachtet, anstatt eine» Jarbenbande! nur ein« oder nur tin paar leuchtend« Linien.- Alle- andere ist dunkel: Jeder chemische Stoff hat seine ganz bestimm t e er leuchtenden Linien, die immer an der gleichen Stelle im Spektrum auftreten. Nun kamen BunseN und Kirchhoff auf den genialen Einfall, einmal das Sonnenlicht,«he sie es durch das Glasprisma schickten, durch ein solche» glühende» Ga» gehen zu lasten. ES hat nicht viel« Versuche in der Geschichte der Wissenschaft gegeben, die ein so faszinierende-, wahrhaft wrlterschnttern- deS Ergebnis hatten: genau an der Stelle der Spektrums, an der vorher ein hell leuchtender, für den verwendeten Dampf bezeichnender Streifen zu sehen war, sah man jetzt— eine dunkle Linie. Es war, al» habe der glühende Dampf gerade da» Licht, das«r selbst aussendet, wenn es durch ihn hindurchgehen wollte, verschluckt. Die beiden Forscher waren sich bald über die ungeheuere Bedeutung ihrer Entdeckung klar: die schwarze Linie, die sie in ihrem Apparat sahen, war nicht! andere! al! eine jener vielen feinen schwarzen Linien, di« vor ihnen Franenhofer gesehen hatte. Da- Experiment, da- sic soeben angestellt hatten, flugzeug von Prag um 7.50 Uhr starten' und in UZHorod um 11.40 Uhr eintreffen- Das Flugzeug fliegt dann nach Klausenburg(14,30 Uhr) und nach Bukarest(17.00 Uhr) weiter, Rückflug jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag ab Bukarest um 10.00 Uhr, ab Klausenburg 12.80 Uhr, ab UZHorod 13.25 Uhr, Ankunft in Prag 17.15 Uhr.— Bir 18. September wird auch die Flugverbindung mit der jugoslawischen Adriaküstc wieder eingeführt: Mflng von Prag um 7.00 Uhr, von Brünn um 8.05 Uhr, von Preßbürg um 9.02 Uhr. Ankunft in Agram 10.40 Uhr, in Svsak um 12.08 Uhr. Rückftug von SuZak um 12.50 Uhr, von Agram um 14.15 Uhr, Ankunft in Preßburg 15.50 Uhr, in Brünn 16.50 Uhr, in Prag 18.00 Uhr. Den Verkehr besorgt ein zweimotoriges Amphibienflugzeug, das in SuSak direkt im H a f e n l a n d e t, so daß die langwierige Beförderung mit dem Auto vom Flugplatz zum Hafen entfällt,— Für die we st böhmischen Bäder gitt folgender Flugfcchrplan: Abflug von Prag 11.15 Uhr und 17.55 Uhr, Ankunft in Karls» bad 12,15 und 18.55 Uhr, in Marienbad 12.81 und 19.10 Uhr. Rückfahrt: Abflug aus Marienbad 6,80 und 12.40 Uhr, aus Karlsbad 6.55 Uhr und 13-08 Uhr, Ankunft in Prag 7.45 Uhr und 13.25 Uh-. Außerdem wird eine neu« Flugstrecke PieKan- Prrßvurg Wien eröffnet. Abflug aus Piestan grgen Wien um 7,05 Uhr, ab Preßburg um 7.50 und 16.18 Uhr, Rückflug aus Wien gegen Preßburg um 8.25 und 17.40 Uhr, aus Preßburg 18.20 Uhr. a«s dem Weltraum hatte ihnen die Natur entgegenkommender Weife längst vorgemacht. Der menschliche Geist hatte e- hloß bis dahin nicht deuten gekonnt Nun aber war das Rätsel der Fraueahoferschen Linien gelöst. Der unvorstellbar heiße, weißglühende K« r n der Sonne, von dem das Licht auSgeht, ist ja immer von einer gewaltigen GlaShülle umgeben, die alle Stoffe, au- denen sich die Sonne zusammensetzt und die unter dem Einfluß der hohen Temperatur des Son« nenkern«- verdampfen, enthält. Jedes dieser glühenden Gase der Sonnenatmosphäre verschluckt die Strahlen, di««s selbst au-sendet, und die Frauenhoferschen schwarzen Linien de- Spektrums zeigen also genau an, welche Gase e! sind, die das Sonnenlicht zwischen dem leuchtenden Sonnenkern, von dem es ausgesendet wird, und der Ankunft auf unserer Erde passiert hat. . Sofort machten sich Bunsen und Kirchhoff an die Untersuchung jeder einzelnen dieser schwarzen Linien im Spektrum. Und diese Untersuchung bracht« da» Mette, vielleicht noch sensationeller« Ergebnis zu» tag«. Jeder einzelnen der schwarzen Linien de» natürlichen SonneyspektMns entsprach«iye schwarz« -Linie, die wir mit'.HÄfe künstlich erzeugter glühender Gase au ch i n un-se r« n i rd tsch e'ii Labo-ra« t o r i e n erzeugen können. So genau man auch nachprüfte: nicht eine einzige Linie war von dieser Regel ausgenommen. Man muß sich flar machen, wa! dies« Entdeckung bedeutet«: daß die Sonne a u» den gleichen und nur au» den gleichen Grundstoffen zusammengesetzt ist, ,wi«unsere Erde. Kein Mensch hätte gewagt, eine so phantastische Botschaft vorauSznsehen. Mer es kam noch Phantastischer. Da ja all die Milliarden Sterne, mit denen der Himmel besät ist, nichts anderes sind, als ebensobiÄe Sonnen, versuchte man auch dies« Himmelskörper mit dem Spektralapparat Bunsens und Kirchhoffs zu untersuchen. Bei allen gelang es schließlich, di« seltsamen schwarzen Linien zu entdecken, und all die schwarzen Linien— von welchem Stern immer sie stammen mochten— ent» sprechen immer irgend einem chemischen Grundstoff, den wir auch auf unserer Erd« kennen. Unzweideutig lautete jede sölch« neue Erkenntnis au- dem Weltraum: das ganze Weltall ist au! den gleichen Bausteinen gefügt, aus denen euer« winzige, und«» deutende Erd« besteht. Kein Zweifel war mehr möglich: das gleiche Eisen, aus dem die Nägel auf unseren Schuhen gemacht sind, findet sich auf Weltkörpern, die Billionen Kilometer weit von uns entfernt sind, den gleichen Wasserstoff, mit dem wir unsere Luftschiff« füllen, gibt es auf Sonnen, Von denen zu uns das Licht hunderttausend« Fahre braucht. Die Entdeckung der beiden Forscher hat uns gelehrt, das unendliche Weltall genau so zu analysieren, als hätten wir es in den Probiergläsern unserer Laboratorien. In rasendem Tempo ist seither die Wissenschaft weitergeeilt. Noch ungleich tiefer, als es uns der Apparat von Bunson ermöglicht«, konnten wir in di« Werkschaft der Natur hineinblicken, noch ungleich sen« sationellere Botschaften haben wir mit Hilfe der modernen Physik aus deyr All bekommen. Immer phantastischer und zugleich immer unbegreiflicher entrollt sich da» Bild det Natur vor unS. Die modernsten Physiker sind davon überzeugt, daß auch die wenigen— etwa neunzig—.einfachen" chemischen Grundstoff«, au! denen unsere Erde und alle anderen Welttörper zusammengesetzt sind, noch kei- ncswcgs wirkliche Grundstoffe sind, daß vielmehr aller Stoff nichts ist, al» zu Mass«geronnene Elektrizität. Und kein Mensch kann ahnen, zu welchen neuen Erkenntnissen die moderne Wissenschaft noch kommen wird; welche geistigen Revolutionen uns und unseren Nachkommen noch Vorbehalten sind. Eines aber ist sicher: eines der gewaltig» sten geistigen Ereignisse, die dieses phantastische Weltbild de- zwanzigsten Jahrhundert- vorbereitet haben, war die sensationelle Botschaft, die heute vor fünfundsiebzigJahren zum erstenmal auS dem Weltall zur Erde gelangte,»-Hafis,— England und die abessinische Frage (AP) Die englischen Besorgnisse über die Entwicklung in Ostafrita haben sehr realpolitische Hintergründe. England fürchtet u. a., wenn eS zum Kamps« käme, daß das erste Ziel Italiens die Herstellung einer Verbindung zwischen Erythräe und Jtalitznisch-Somaliland sein würde. Das würde aber die Besetzung eines Landstreifens auf der abessinischen Seit« von Britisch- und Französisch» Somaliland bedeuten. Damit jedoch kämen die Jtaliener in bedrohliche Nähe des T a n a-S e e s, des Quellengebiets des Blauen N i l, der für die Bewässerung der Baumwollplantagen des Sudan unerläßlich ist. Von italienischer Seit« kommen im übrigen. Meldungen, die — sie werden freilich von England dementiert— besagen, daß zwischen dem Weißen und dem Blauen Nil sowie im Gebiete des Rudolf-See- auch von den Engländern erhebliche Truppennms- sen zusammengezogen werden. Unter den Eingeborenen würden Soldaten und Hilfsarbeiter angeworben, in den Konzessionsgrbietcn der Engländer in Abessinien selbst kleine militärische Formationen ausgestellt und um die Niederlassungen dieser Konzessionen Sportplätze angelegt, die jederzeit in Flugplätze umgelvandelt werden können. Von italienischer Seite deutet man dies so, al! ob Eng-- land auch bestimmt« Absichten in Abessinien hahe, und verweist auf im gleichen Sinne deutbare Aus, führungen des.D a i l y Tl e l e g r a p h", wonach dieStämme im Westen und Südwesten Abessi- rsiens, mit der abessinischen Herrschaft unzufrieden, auf Vereinigung mit dem Sudan, die Stämme im Süden aus Vereinigung mit Kenya(Vritisch-Ost- asrika) drängten..> Wann wird Friede In Chaco? (AP) Unter Beteiligung Paraguays und Bolivias tritt jetzt eine inrernatidnale Konferenz inBuenosAires zusammen, um nun endlich über einen Frieden zu beraten. Eine Bermitt-. lungsattion der sechs wichtigsten amerikanischen Staaten, darunter auch der Bereinigten Staaten von Nordamerika, ist eingeleitet worden. Die Aus-: sichten sind heute günstiger als vor zwei Jahren, als die panamerikanische Konferenz Vorschläge für einen Friedensabschluß ausarbeitete, aber ohne Erfolg blieb. Denn diesmal sind ja die Vertreter der beiden kriegführenden Länder selbst anwesend. Zunächst wird man sich mit der Frage befassen» wie die Feindseligkeiten sofort eingestellt werden könnten. Denn noch ist es bisher nicht gelungen, di« beiden Partner zur Einstellung der Feindseligkeiten zu veranlassen, ja gerade die letzten Meldungen berichten erneut von furchtbaren Metzeleien^ Alles kommt dqher darauf.an, zunächst ein-, mal einen Völ- Iܰ kerbundskreisen wird dabei betont, dasi^rcr Völ--* kerbund keineswegs dabei ausgeschaltet sei. Denn die Initiative sei ja von zwei Mitgliedern des Bötterbundsrates, von Argentinien und Chile» ausgegangen. Und der Völkerbund selbst gebe di« Wiederherstellung des Friedens nicht aus seinen Händen. Er überlasse sie nur einem Kollegium, mit dem er durch seine Ratsmttglieder ohnedies nah« Beziehungen unterhalte. Ole„Schule der Industriefamilie“ Auf welche Weise wäre es möglich, die Ar-" beiter zu überzeugen, daß der Unternehmer kein ausbeutendcr Kapitalist, kein Vertreter der Arbeiterschaft feindlichen Klasse, sondern ihr.Freund und Bruder", Mitglied einer mit den Werktätigen verbündeten Familie ist? Diese Frag« steht bei den Nazis immer offen und gibt ihnen keine Ruhe. All« Bemühungen ihrer Führer, den Arbeitern das Bekenntnis aufzuzwingen, daß die Betriebsbesitzer Führer und Väter der Arbeiter sind, scheiterten an der stillen aber hartnäckigen Verachtung und dem Haß der Arbeiter. Die nationalsozialistischen Führer sind auf fortdauernder Suche nach neuen Erziehungsmitteln. Do haben sie vor kurzem einen neuen Trick zur Berstlavung der Werktätigen erfunden. Sie kamen nämlich zur Erkenntnis, daß cs nötig sei, die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in eine Atmosphäre des vollständigen Zusammenleben» zur versetzen. Auf Veranlassung der Führer der Arbeitsfront wurde in dex Umgebung von Hamburg ein großes Hau» gemietet, in dem sozusagen die praktische Verwirklichung der„Kkassen-f Harmonie" durchgeführt werden soll. Dieses hervorragend ausgestatlete Haus trägt den Name« .Schule der Jndustriefamilie". Hierher werden ans besondere Reisebescheinigungen für wenige Tage Vertreter der beiden Klassen gleichzeitig zwecks Neuerziehung kommandiert. Die»Jndustriefamilie" besteht aus tzrei Personen: dem Unternehmer, dem Sekretär der sasci- stischen Zell« der Arbeitsfront und einem Arbeiter oder Angestellten des betreffenden Betriebes, Diese einzigartige Familie lebt gemeinsam in diesem Hause. Sie nimmt Frühstück, Mittags- und Pachtmahl zusammen. Sonst geht alle- normal und ohne jeder Förmlichkeit vyr sich: Die»bürger, lichen" Gewohnheiten wie das Kragen- und Krawattetragen werden aufgegeben. Die Mitglieder dieser Familie sind verpflichtet einander zu duzen und überhaupt in.enger Freundschaft" zu leben, Der Kursus der praktischen klassenlosen Erziehung dauert etwa acht Tag« und sieht außer gemeinsamem Essen und Schlafen, Duzen unh Händedrücken auch Vorlesungen über Geschichte und Theorie des Nationalsozialismus vor..I, U,..,. Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, 2. Juni 1935 Rr. 129 OGR. Dr. Johann Mräzek in den Ruhestand. Die alte Richtergeneration, die im Lauf der letzten zwei Jahre durch Todesfälle und Pensionierungen sehr zusammengeschmolzen ist, erfährt eine neuerliche Verminderung durch Abgang des OGR- Dr. Johann Mräzek, der dieser Tage im 62. Lebensjahr in den Ruhestand trat. Dr. Mräzek war eine der markantesten Figuren des Prager Strafgerichtes, ein Richter, der mit außergewöhnlicher fachlicher Befähigung die höchste Vorstellung von seinem verantwortungsvollen Beruf und-wertvollste menschliche Qualitäten verband. OGR. Dr. Mrä- zck wirkte fünfzehn Jahre beim Prager Landes-, später Kreisgericht, vorher in T e p l i tz und Pilsen. rb. Brennende Elektrische. Gestern um 4 Uhr nachmittags geriet auf dem Platz Peter des Befreiers der Motor eines Wagens der 1er Strecke in Brand. Die Feuerwehr konnte in kurzer Zeit löschen. Der Verkehr blieb etwa 10 Minuten unterbrochen; verletzt wurde niemand, der Wagen wurde stark beschädigt. Der Vorfall hatte einen großen Menschenauflauf zur Folge. Lebende Fackel. Gestern vormittags wärmte die Lljährige Hausgehilfin T r o ch in Bkevnov Nr. 551 Speisen am Herd, wobei sie eine kleine Kanne mit Alkohol in der Nähe stehen ließ. Plötzlich explodierte diese und die Kleider der Troch standen im Nu in Flammen. Der Dienstgeberin gelang es, das Feuer zu löschen, doch hatte die Troch bereits Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Sie wurde auf die Klinik Samberger gebracht. Selbstmord an der Leiche des Bräutigams. Gestern vormittags starb im Podoler Sanatorium ein Herr Edmund Pruckner aus Prag. Abends, etwa um 5 Uhr, traf seine Braut, Fräulein M. F. im Sanatorium ein, die bat, die Leiche noch einmal sehen zu dürfen. Als man diesem Wunsche willfahrte und sie an der Leiche ihres Bräutigams allein geblieben war, jagte sie sich aus einem mitgebrachten Browning eine Kugel ins Herz. Falscher Mormonenmissionär stiehlt Pelzmäntel. Gestern wurde auf dem Karlsplatz der 45jährige arbeits- und wohnungslose Gerber Jan Gallo aus der Slowakei verhaftet. Er wurde überführt, im Wartezimmer eines Zahntechnikers in Prag II. einem Patienten, während dieser in der Ordination war, einen Pelzmantel im Werte von 550 K£ gestohlen zu haben. Im Laufe der Untersuchung kamen mehrere derartige Diebstähle, sämtlich in zahnärztlichen Wartezimmern, ans Licht, wobei Galla namentlich Goldfüllfedern, Damenarmbanduhren und Mäntel erbeutet hatte. Ueber- dies wurde festgestellt, daß Galla mit einem bereits seit vorigem Jahr von den verschiedensten Gendarmeriestationen gesuchten Betrüger identisch ist, der von zahlreichen Privatpersonen, namentlich Frauen, kleinere Beträge(20 bis 30 KL) herausgelockt hatte, wobei er sich für einen distinguierten Ausländer ausgab, der eben im Zug bestohlen worden sei. Bei diesen Gelegenheiten bediente er sich stets der englischen Sprache, gab sich auch häufig unter den Namen Owen, Hagar, Stilton etc. als Mormonenmissionär aus. Seine Englischkenntnisse gehen auf seinen zwanzigjährigen Aufenthalt in Amerika zurück. In Prag wußte man bis zu seiner Verhaftung von seinen Betrügereien nichts. Bezüglich dieser ist Galla geständig, die Diebstähle leugnet er jedoch, lwzwar er in allen Fällen Aberführt ist; nur den Diebstahl eines Mantels konnte er nicht gut leugnen, da er diesen Mantel trug, als er verhaftet wurde. Die Stefä nik- V olkS stc rnw arte auf dem Laurenziberg ist im Monate Juni täglich außer Montags dem Publikum um S Uhr abends zugänglich; für Gruppen-Schükbesuche und Vereinsbesuche ebenfalls täglich außer Montags um 8 Uhr abends. Provinz-Schulexkursionen zwecks Besichtigung der Einrichtungen sind auch in den Tagesstunden nach vorheriger Anmeldung(Telephon 46305) zulässig. Jeden Sonntag ist die Sternwarte vormittags von 10 bis 11 Uhr, nachmittags von 3 bis 4 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr geöffnet.— Beobachtungsprogramm im Monate Juni: An klaren Abenden den Juni hindurch die Planeten Venus, Mars und Jupiter, vom 4. bis 16. Juni der Mond. Ausflugszügc der Staatsbahnen. Vom 7. bis 29. Juni eine Kurreise nach SliaL für 1230.— vom 8. bis 10. Juni zur Sokolbaude für Kö 180.—; nach Johannisbad für KL 155.—; in das Adlergebirge für Kö 140.—; am 16. Juni nach Bilin für KL 72.—; am 20. Juni nach Sobotka auf die Burg Kost und die Trosky für KL 62.—; am 30. Juni zu den internationalen Ruder-Wettrennen in T k e b o n für KL 90.—. Anmeldungen mit Anzahlung beim Referat für Ausflugszüge im Bazar neben dem Wilsonbahnhof, Tel. 383—35. ßencktssaat Wissenschaftliche Diskussion oder persönliches Pamphlet Prof. Brzalik, der Verteidiger der Königinhofer Handschrift klagt das„Prävo Lid«". Prag. Der berühmte„Handschriftenstreit" ist ein Kapitel, das zwar nach der rein wissenschaftlichen Seite als erledigt gelten kann, in dem aber gewisse Kreise bis zum heurigen Tage eine politische Attrak- ton erblicken. Kein Geringerer als Prof. Masaryk hat seinerzeit die von nationalistischen„Patrioten" überschwenglich, verherrlichten„Königinhofer" und„Grimberger Hand- s ch r i f t", angeblich Denkmäler alttschechischer Volksdichtung als Fälschungen des verblendeten Fanatikers seiner Idee H a n k a entlarvt— ungeachtet des Geheuls der nationalistisch aufgeputschten Gegner. Als Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion ist der Handschristenstreit erledigt. Als politischem Agitationsmitiel der nationalistischen Reaktion wird ihm z. B. in den Spalten der Stribrntzpresse weter Reklame gemacht. Und hie und da fühlen sich auch ältere akademische Herren bemüßigt, durch Aufwärmung der längst entschiedenen Diskussion publizistische Lorbeeren zu pflücken. So veröffentlichte auch Herr Professor Dr. Brzalik(bekannt als Exponent der äußersten Rechten) eine Broschüre mit dem vielverheißenden Titel:„Belehrung über die nichtgefälschten Handschrift« n", die den gesinnungsverwandten Dichter und Schriftsteller Jaroslav Hilbert im Jänner 1934 zu einer verherrlichenden Kritik im agrarischen„V e n k o v" veranlaßte, unter dem Titel„Vergeblicher Kampf und doch etwas". Der Reszensent des„Prävo Lidu", Genosse A. M. P i s a unterwarf diesen Artikel und das Buch, auf das er sich bezog, einer scharfen Kritik. Er bezeichnete den Inhalt des Buches rundweg als„Stupidität", den Autor Prof. Brzalik als„b e r ü ch t i g t e n Verteidiger d e r F a,l s i f i k a t e", der keine Qualifikation zu einer solchen Arbeit besitze. An die Adresse des Herrn Hilbert und des Blattes, das dessen lobende Rezension veröffentlicht hatte, richtete sich ein scharfer Passus, in dem von„tschechischen Filialen des Hakenkreuzlertums" gesprochen wurde. Herr Hilbert klagte nicht, Wohl aber Prof. Brzalik. Vor dem Schöffengericht des OGR. M i- u l a bot Genosse Pisa seinerzeit den Wahr« heitsbeweis an, der sich u. a. auf die literarisch-philologischen Gutachten der Sachverständigen Prof. Dr. P r a z ä k und Dr. Smetana stützte. In diesem Gutachten ist ausgesprochen, daß. die Tendenz der Broschüre Vrzaltks vor einer wissenschaftlichen Kritik nicht be- st e h e n könne. Es handle sich um ein persönliches Parnphlei gegen die realistische Richtung und indirekt gegen ihren prominentesten Vertreter, Prof. Masaryk. Das Gericht beschloß, die Sachverständigen noch um Aeußerung über einige Detailfragen zu ersuchen und vertagte die Verhandlung. rb.' SOMMERFRISCHE ADLERBAUDE NESSELFLECK I. Adlergebirge Bahnstation Öeiersberg und jMch- . tenau, in waldreicher, romantischer * Gegend. Gute bürgerliche Küche, 5 Mahlzeiten täglich. Pensionspreis 22 Kö per Tag. Günstige Autobusverbindung zu den Bahnhöfen. Verlangen Sie Prospekte. Adresse: Som Otto Lüwit, Schreckenstein III. bei lustig JCuftst miet Mssen, Gastspiel unserer Schauspieler in Bad Py- stian. Unter der Leitung von Rudolf Stadler und Walter T a u p gastiert in der Zeit vom ersten Juni bis Ende August ein Ensemble vom Deutschen Theater, Prag, in Bad Pystian, dem folgende Damen und Herren angehören: Leo Bertram, Elfriede Bringolf, Emmy Carpenttcr. Emmi Frank, Gerda Meller, Herta Rahn, Lux Rodenberg, Valery Schneck, Elsbeth Warnholtz, Paul Demel, Leopold Dudek, Hans Götz, Karl Padlesak, Friedrich Richter, Kapellmeister Fritz Rieger, Dr. Anton Schmerzenreich. Rudolf Stadler, Walter Taub, Willi Volker.— Leopold Kramer und Peppi Kramer-Glöckner haben sich dem Ensemble zur Verfügung gestellt. Geplant sind Aufführungen von„Fremdenverkehr",„Weißer Flieder",„Spiel im Schloß",„Das Konzert",„Charleys Tante", „Papa",„Das Kamel geht durch das Nadelöhr", „Wo war ich heute nacht",„Glorius, der Wunderkomödiant",„Sensationsprozeß",„Dreimal Hochzeit",„Straßemnusik",„Schule für Steuerzahler", „Mädchen für Alles",„Troß und Tobby", ,)Jch Habs getan",„Hoch klingt das Lied vom braven Mann",„Die Prinzessin auf der Leiter",„Bezauberndes Fräulein",„Das Land des Lächelns", „Im weißen Rößl". Wochenspielplan deS Reuen Deutschen TheaterS. Sonntag 7%: DieNachtigall, Gianni Schicchi, CI.— Montag 8: Konzert des Deutschen Männergesangvereines, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 7J/ 2: Geburtstag, Erstauff ü h r u n g, A 2.— Mittwoch 7J4: Die Nachtigall, G i a n ni Schiech i, B 1.— Donnerstag 7%: Geburtstag, C 2. Freitag 7>/j: Aida, Jtal. Stagione 1, Abonnement aufgehoben.— Samstag 7^: Sa Boheme, Jtal. Stagione 2, Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne: Sonntag 8: Regen und Wind.— Montag: geschlossen.-— Dienstag 8%: Regen und Wind.— Mittwoch 8: Schule für Steuerza h.l e r, volkstümliche Vorstellung. Donnerstag 814: Regen und Wind.— Freitag 8: Das unbekannte Mädchen, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf. Samstag 17)4.: Schnittbing auf allen Suppen, Gastspiel Gisela Werbeziel, Uraufführung. Clus- der Partei Bezirksorgauisatton Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Donnerstag, den 6. Juni 1935, um 8 Uhr abends findet im großen Saale des Gewerkschaftshauses in Prag I., PerZtejn Nr. 11, eine Partei-Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Ausklang der Wahlen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir, daß alle unsere Parteimitglieder an dieser Versammlung teilnehmen. Zutritt haben nur Parteimitglieder gegen Vorweisung der Parteilegitimation. Wahlfondsund Maisp en d e: Es sind noch immer einige Mitglieder im Rückstände. Wir bitten diese um umgehende Bezahlung. Atus-Appell am Mittwoch, dem 5. Juni 1935, um 8 Uhr abends im Hotel„Monopol", gegenüber Masarhkbahnhof, Ankunftseite,„Vorbereitung der Kreisturnfeste", Referent Genosse Storch- Aussig.„Atus" und Partei gehören zusammen, des- halb sollen alle Genossen und Genossinnen beim Appell erscheinen. Nunerst recht! Der Wahlausgang kann keinen Sozialisten entmutigen. Bald werden die betörten Massen erkennen, daß sie sich einem falschen Propheten verschrieben haben. Diese Erkenntnis zu fördern und die Menschen wieder auf den Weg zum Sozialismus zu führen, ist unsere Aufgabe, an der jedes einzelne Parteimitglied Mitarbeiten muß. Aufklären und Werben ist die Parole für die nächste Zeitl Die Bezirksleitung. Freie Beoeinigmrg sozialistischer Akademiker. Zu Pfingsten findet in Prag die erste Reichskonferenz aller fortschrittlichen Studenten in. der Tschechoslowakei statt, die von uns mit einberufen worden ist. Es ist daher die Pflicht eines jeden Mitgliedes, sich an den Arbeiten der Konferenz, insbesondere in den Kommissionen zu beteiligen. Alles Näher« täglich zwischen 11 und 13 Uhr im Mademickh dum. Prag III., Pod Letnou, bei den Genossen B e r n a r d und Reinsberger. Der Mm King Vidors„Straßenszene" Bbstbtz böss MM der wertvRWti tit&rffäftt« schen Filme, die wir.bisher zu sehen bekamen, die Rede ist, muß berichtet werden:- der Uebersetzer dieses Films hat ihm den Titel„D i e untreue Frau" gegeben. Er reiht sich damit würdig jener Gilde ein, die uns.Film-Titel wie„Marie— aus moralischen Gründen entlassen", wie„Die Königin der Verfemten" nnd„Die Liebe der Königin Karo- line" beschert hat,— einer Gilde, der man das Handwerk legen sollte, bevor sie etwa Shakespeares „Hamlet" mit„Hoheit spielt Komödie" oder Ibsens „Gespenster" mit„Das Malheur des Malers" übersetzt. Der Film also, um den es sich handelt, heißt „Straßenszene"(nach einem Stück von Elmer Ryce) und ist, wie alle Filme des Regisseurs King Vidor, ein Stück Naturalismus auf der Leinwand geworden. In der Methode ganz unfilmisch,— denn er beschränkt sich auf einen einzigen Schauplatz(die Freitreppe und Fassade einer New-Dorker Mietskaserne), und er ergeht sich in ununterbrochenen Gesprächen. Aber wie er diesen Schauplatz, diesen abseitigen Winkel einer Millionenstadt, zum Gefäß von Schicksalen macht und wie er aus einer langen Folge von Gesprächsfetzen menschliche(und unmenschliche) Bekenntnisse klingen läßt, das ist so lebensnah und wirksam, daß man nicht mehr nach den Formprinzipien des Films fragt. Das Ganze erscheint wie ein mutig-ehrlicher Protest gegen den Glanzfflm„Menschen im Hotel", der in einem interessanten Luxus-Milieu phantasierte Schicksale zusammenführte, um sie dort romanhaft zu verknoten und dabei zu behaupten, daß so das Leben sei. Dieser King-Vidor-Film zeigt das Leben anders: ein uninteressantes Alltags- Milieu, in dem gewöhnliche Schicksale zusammengepfercht sind, um einander zu belästigen und zu zerstören,— ein erbarmungsloses Milieu, eine Gemeinschaft ohne Gemeinschaftssinn, in die vergebens die Stimme eines Revolutionärs, die Friedenssehnsucht einer mißhandelten(und später getöteten) Frau und die Zukunftsträume zweier Liebender ein wenig Licht bringen wollen. Nicht weit von den Wolkenkratzern der City und nahe dem Schnellbetrieb der Hochbahn leben hier Menschen in ihrer Alltags- Misere, die, die Mehrzahl der Männer zu Trinkern und die Mehrzahl der Frauen zu Klatschweibern macht. Die in diesem Hause leben, sehnen sich hinaus, aber die hinaus müssen, wie die Exmittierten und die Tochter des Eifersuchtsmörders, werden auch von jenen noch bedauert. So sieht(wie der jüdische Reholutionär im Parterre der Mietskaserne sagt) die Zivilisation aus. Wenn nichts anderes an diesem Film wäre als der Mut zur Wirklichkeit und der ehrliche Gegensatz zum falschen Glanz der internattonalen Film-Mache, dann wäre auch daS schon genug, um nachdrücklich auf ihn hinzuweisen. Aber es kommt noch hinzu, daß eine Regie am Werke war, die alles bis zur letzten Episodenfigur drastisch lebenswahr zeichnet—• und daß die Tochter der„untreuen Frau" von der interessanten Schauspielerin Silvia Sidney dargestellt wird.~'—eis— Mtteiüurgen. 3* sef Bergauer(Wien). Dienstag 8 Uhr. 8jwrt-§piek-Xörper^tegk Sitzung des SAGJ-Präsidium», und des technischen Ausschusses Am 6. Juni halten in Prag das Präsidium und der technische Ausschuß der SASJ eine ge< meinsame Sitzung ab, in welcher zu wich'« gen organisatorischen Fragen Stellung genomM wird. Die Ergänzung des technischen Ausschuss!! durch einige Genossen und die Bestellung O? neuen technischen Leiters der SAS? wird ebenfalls in dieser Sitzung erfolgen.- Die ungarischen Leichtathlrtik-Meisterschafie« der Arbcitersportter werden am 9. und 10. Junfii« S z e g e d im Rahmen des ersten Provinz-TurrsseM ausgetragen. Als Probe für die MeisterschaM fanden am 26. Mai in Budapest leichtathlctiW Wettkämpfe statt, die folgende Resultate brachte«: 100 Dieter: Nemeth R. 11.6 Sek.; 1000 Metkkl Bäraljai 2:45.6 Min.; 5000 Meter: Nemeth& 15:44.4 Min.; 4X100 Meter: MTE Budapest 4tß Sek.; Weitsprung: Süti 6.48 Meter; Kugel: Hülts 12.11 Meter.— Frauen: 60 Meter: Dudäs?' Sek.; 200 Meter: Denk 29.8 Sek.; Ballwerfen: W mos 52.80 Meter; Hochsprung: Deäk 1.35 Metersy Internationales Arbeiter» Schwimmfest in gien. In Gand fand ein Schwimmeeting statt, f* dem auch französische Arbeiterschwimmer tcilnabwG, Bon den Ergebnissen wären zu erwähnen: 100 Me>" Freistil: Hellen(Antwerpen) 1:08 Min.; 6X^0 Meter: Lille(Frankreich) 3:21 Min.; 50 VftU Freistil(Zöglinge): Morel(Frankreich) 35 Sek! Wasserball: Belgien gegen Nordsrankreich 7:3.J Liga zum Wochenende. Sparta gewann^ Prag gegen den Teplitz er FK sicher und B« 1' dient mit 5:0(1:0). Bei Teplitz waren Patzelt^ Tor und Schaffer die besten Leut«, die übrigen w 1' sagten vollends. Bei Sparta war Braine in Schul' laune; er schoß drei Tore.— In Pilsen besieg!* SK Kladno den dortigen SK mit 4:2(4:1!» — Freitag gewann in Prag der D F C gegen B toria Pilsen 2:1(2:0). In der Division Mittelböhmrn wurden SamsA in Prag zwei Treffen ausgetragen:, Rapid schm' Nuselsty SK 2:0(1:0) und Cechie VIII genial gegen SK Liben 5:4(2:1). Biftoria Pilsen wurde in Bodenbach der SpVg mit 2:1(1:1) geschlagen. VERLANGEN SIE In jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen 4« sind dl« allerbesten! Billige Kuren an den heißen, hochrad. Thermen Bad Teplitz-Schönat bei Gicht, Rheuma, Ischias Auskunft: 3oos' Städtische oder Clarysche Kurdirektion Muntt St Joadiimsthal Stärkste Radiumauellen der Welt. Idyllische Lage inmitten des waldreichen Erzgebirges am Nutze des KeUbergeS. Bäder-, Trink- u. JnbalationSkuren, sc wie Bestrahlung mit Radiumvrävaraten. Ansgezelchnete Heilerfolge bei:, BelenksrheumatiSmuS, Neuralgien, Neuritis, Tabes., dorsalis, Nervosität und Neurasthenie, Arteriosklerose-' chronischen Entzündungen des Herzmuskels und der Blutgesätzc. chronischen Eiterungen, sowie Gelenks;, und Höhlenexsudaten.• Auskunft und Prospekte durch die Kurkommission. 300«^ Besuchen Sie die Felsenslädte lUehehdotf und ndenbadi Beliebte Sommerfrische mit modernem, großem Strandbad- Herrl. Sandstrand- Sprungturm— Spielplätze- Mod. Ter- rassencafe- Wunder' schöne Umgebung mit Waldspaziergängen usw> Auskünfte erteilen kostenlos die Felsen- und Strandbadverwaltung oder der Fremden* verkehrsverein Nieder-Adersbach 2932 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung inS Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—. vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL SS.—, ganzjährig KL 1V2.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« und Tcle« graphendirektton mit Erlaß' Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-. Verlags« und Zeitungs-A.-G.. Prag.