Nr. 140 Sonntag, 16. Juni 1935 15. Jahrgang Etattoreis 70 Heller (•intchliefilich S H.ll.r Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung präg»U FOCHOVA«r. Telefon 0077. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS. PRAG. Die Londoner Flottenverhandlungen Verständigung zwischen Paris und Rom Deutscher Flottenbau auf 7 Jahre verteilt Strfbrny lest das Mandat nieder Samstag hat Abgeordneter Stribrnh dem Präsidium des Abgeordnetenhauses mitgeteilt, daß er auf sein Mandat verzichte. Vorher hat er dem Vorsitzenden der Nationale« Vereinigung Abg. Kramar dieselbe offizielle Mitteilung gemacht. Im„Nedklni list" brgründrt Stkivrnh seinen Schritt ähnlich, wie dies vor einiger Zeit bereits Dr. HodäL, der das Abgeordnetenmandat gleichfalls nicht annahm, getan hat. Sowohl HodäL als auch Stribrnh haben während des Wahlkampfes erklärt, daß sie aus dem polttischen Leben ausscheiden würden, wenn das Rärodni fjednoceni nicht einen ausgesprochmren Sieg erringen würde. Nach dem 19. Mai versuchte Dttibrnh in zahlreichen Artikeln, sein« Anhänger davon zu überzeugen, daß das Wahlergebnis einen Erfolg seiner Partei bedeute. Di« Stimmung in den eigenen Reihen, welch« durch den nur mühsam verdeckte« Konflikt der Liga mit den Nationaldemokraten noch gedrückter wurde, zwingen Stkibrnh jetzt, fein vor den Wahlen gegebenes Wort einzulösen, wenn auch nicht zur Gänze. Stkibrnh erklärt, Wetter politisch tätig zu bleiben. Den Verzicht auf das Abgeordnetenmandat hat ihm Dr. Kramäk dadurch erleichtert, daß er ihn aufforderte, das Mandat doch anzunehmrn. So ermöglichte er «S, daß Stribrnh mit großer Geste sagen kann, -Laß er trotz der Bitte« seiner Freunde sich damit begnügen wolle, als„einfacher Soldat" weiter,», kämpfen. Sein Nachfolger auf der Liste ist der Redakteur Kut, dessen Name zuletzt in Verbindung mit einer Geldaffäre genannt wurde. Er wäre berufen, im Geiste StkibrnhS im Parlament zu wirken. Russisch-rumänische Paktverhandlunsen Tltulescu wird nach Moskau fahren B u k a r e st. Zu den Nachrichten über eine« gegenseitigen llnterstützungspakt zwischen Rumänien und Sowjetrußland erfährt der Bukarester Berichterstatter des Tsch.P.-B. folgendes: Zwischen dem rumänischen Außenministerium und dem russischen Außenkommissariat schweben Verhandlungen über den Abschluß eines Vertrages in dem Sinne, daß für den Fall, als Deutschland über Österreich Ungarn erreichen wollte, um den mitteleuropäischen LertragsstatuS umzustürzen, Rußland an der Seite Rumäniens, bzw. an der Seite der Kleinen Entente ringreift. Die Verhandlungen über diesen Vertrag, welcher nicht nur dem allgemeinen Streben nach der erhöhten Friedens- stchrrung entspricht, sondern für Rumänien nach der Garantie der bcssarabischen Grenz« auch dir Garantie der siebenbürgischen Grenze bedeute» werden zugleich in Bukarest und in Moskau geführt. Zur oder nach der Unterzeichnung dirseS Vertrages dürste Tüulescu nach Moskau fahren. NRA-Gesetze bis April 1936 verlängert Washington. Präsident Roosevelt hat die Vorlage über die Verlängerung des N-R.A.-Ge- fctzes bis zum 1. April 1936 unterzeichnet. Gewerkschafts- verhandlunsen In Frankreich wieder aufsenommen Paris. Der' sozialistische Gewerkschaftsverband(Confederation general de travail) hat nunmehr den Beschluß gefaßt, die Verhandlungen mit dem kommunistischen Gewerkschastsvcrband über die Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Einheitsfront wieder aufzunehmen, nachdem die kommunistischen Gewerkschaften gewisse Forderungen, an denen die Verhandlungen vorerst gescheitert waren, fallen gelassen haben. London. Uever de« Stand der deutschenglischen Flottenverhandlungen meldet Ha Vas aus London, daß sich die Verhandlungen günstig zu entwickeln scheinen. Die deutsch« Regierung habe die von England gestellten Bedingungen angenommen, deren hauptsächlichste die endgültige Festlegung der deutschen Flottenstärke in Höhe von 35 Prozent der englischen ohne Rücksicht auf eventuelle Flottenverstär- langen anderer Länder, wie Rußland, Frankreich und Italien, sei. Somit sei die von dm beiden Delegattonm grundsätzlich festgelegte Vereinbarung von Berlin sanktioniert wordm. Sie bedürfe nur noch der Zustimmung Frankreichs und Italiens. Gleichzeitig mit der grundsätzlichm Annahme-Erklärung habe von Ribbmtrop Einzelheiten des von der deutschen Regierung aufge- stellten Programmes mitgebracht. Man rechnet mit einer Frist von 6 bis 7 Jahren zur Durchführung des deutschm FlottmbauprogrammeS. In einer HavaS-Meldung auS Rom heißt eS, daß die italienische Regierung gegenwärtig Mit der französischen Regierung über die britisch« Rote bezüglich der dmtsch-mglische« Flottmvrr- handlungm berate. Erst nach gemeinsamer Prüfung des Problems werde die italimische Antwort an London erfolgen. Die italienische Rogierung hat bisher di« englische Note betreffmd die deutsch-mglischm Flottenverhandlungen nicht bmntwortet. Der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph" weist auf die Mißstimmung hin, die der Verlauf der deutsch-englischen Flottenbesprechungen in Paris und besonders in der französischen Presse hervorgerufen habe. Die englischnationale Regierung unter MacDonald habe, als sie den Beschluß faßte, einseitig vorzugehen und die deutschen Flottenforderungen anzunehmen, erkannt, daß gewisse Besorgnisse in Paris erweckt werden könnten. Der neue Außenminister Sir Samuel Hoare habe sich jedoch bemüht, zu versichern, daß derartige Befürchtungen unbegründet seien. Die britische Regierung habe keine Absicht, Mehrheit grundsätzlich für die Genf. Die internationale Arbeitskonferenz in Genf hat Sonntag die allgemeine Aussprache über die Tätigkeit des Internationalen Arbeitsamtes auf Grundlage des Berichtes des Direktors Butler beendet. Die Mehrzahl der Redner widmet ihre Aufmerksamkeit besonders wirtschaftlichen Fragen, wobei sich viele Arbeiter- und Re- gierungsvcrtreter für die regulierte Wirtschaft aussprachen. Nur die Arbeitgeber-Vertreter unterzogen den wirtschaftlichen Jn- terventionalismus einer Kritik und stellten ihn als ein« vor üb ergehende Maßnahme hin. Die Kommission für die Kürzung der Arbeitszeit auf.40 Stunden verhandelte über den Text des internationalen Abkommens. Den ersten Teil des Textes, den die Kommission mit 38 Stimmen gegen die Opposition annahm, lautet: Ein jedes Mitglied der internationalen Arbeitsorganisation, daS dieses Abkommen ratifiziert, erklärt, dem Grundsatz der vierzigstündigen Arbeitswoche zuzustimmen". irgendeiner Lage zuzustimmen, die Frankreich Ursache zur Bestürzung geben würde. Dieses Problem sei in einer Anzahl von Besprechungen des englischen Außenministers am Frestag mit verschiedenen ausländischen Botschaftern, die er zum erstenmal empfing, zur Sprache gebracht worden. Die französische Presse nimmt neuerlich zu den englisch-französischen Flottenbesprechungen Stellung. Auf keinen Fall, so schreibt der Außenpolitiker des offiziösen.Petit Parisicn", kann Frankreich dem deutschen Vorschläge auf Zuerkennung von 35 v. H. des Tonnengehaltes der englischen Flotte zustimmen, weil ein solches Verhältnis der deutschen Flotte, die vollständig in der Nord- und Ostsee konzentriert ist, eine deutliche Ueberlegen- heit über die französische Flotte geben würde, die nicht nur die Atlantische, sondern auch die Mittelmeerküste zu verteidigen, sondern auch die Verbindungen- zwischen dem Mutterland« Frankreich und seinem Kolonialreiche aufrechtzuerhalten habe, von den juristischen Einwendungen, die sich aus dem Versailler Friedensvertrage ergeben, gar nicht zu sprechen. Im übrigen hält die französische Regierung an der Auffassung fest, daß die Rüstungen zu Wasser, zu Lande und in der Luft ein untrennbares Ganzes bilden und infolgedessen auch gar nicht den Gegenstand einer Sonderregelung bilden können. Das deutsch-englische Projekt hat selbstverständlich nur einen bedingten Charakter, da es der Zustimmung der übrigen Flottengroßmächte, die den Vertrag von Versailles unterzeichnet haben, bedarf. Unter diesen Umständen ist eS möglich, daß sich Frankreich auf dem Gebiete der Seerüstungen volle Aktionsfteiheit Vorbehalt«, um seine Sicher- hctt in Zukunft zu gewährleisten. Auch der„Matin" und das»Echo de PariS" vertreten die Auffassung, daß sich Frankreich gegenüber dem deutsch-englischen Projette vollst« AttionSfreiheit mit Bezug auf die Ausgestaltung seiner Kriegsmarine Vorbehalte» müßt«. Arbeltszeltbeschränkung Nach einer längeren Aussprache nahm die Kommission den zweiten Textteil mit 31 gegen zwei Stimmen an. Der Text lautet: ,,.. und verpflichtet sich» diesen Grundsatz in allen Kategorien der Beschäftigung im Sinne der ausführlichen Dispositionen geltend zu machen, die für jede Kategorie der Beschäftigung durch besondere Abkommen, ratifiziert von den betreffenden Staaten, vorgeschrieien werden." Die Kommission für di« Erhaltung der Rechte an der Sozialversicherung jener Arbeiter, die den Ort ihrer Beschäftigung wechseln, hat die Verhandlungen über die Anträge des Internationalen Arbeitsamtes beendet und einen RedaktionS- ausschuß mit der Ausarbeitung der Resolution be-! austragt. Der Vorsitzende dieser Kommission ist der tschcchoflowakische Regierungs-Delegierte Genosse Dr. Leo Winter. Bilanz Vor einigen Tagen ist der Vertreter der deutschen Sozialdemokratie in der Regierung aus dem Ministerium für öffentliche Arbeiten in das Gesundheitsministerium übergegangen. Das ist sicherlich ein hinreichender Anlaß, mit ein paar Worten der fruchtbaren Tätigkeit zu gedenken, die Genosse Dr. Czech trotz allen Schwierigkeiten, die sich aus der Finanzlage des Staates ergaben, als Minister für öffentliche Arbeiten geleistet hat. Diese finanziellen. Schwierigkeiten lassen sich am besten durch die Gegenüberstellung zweier Zahlen charakterisieren: Noch im Jahre 1930, bei Einbruch der großen Wirtschaftskrise, verfügte das Ministerium für öffentliche Arbeiten über-ein Budget von 723 Millionen Kc, die im Jahre 1931 einsetzenden Sparmaßnahmen senkten diese Post von Jahr zu Jahr, bis sie im Jahre 1934 auf 439, im Jahre 1935 auf 437 Millionen Kc herabgesunken war. So vermochte Genosse Dr. Czech nicht, das Amt, das er im Feber 1934 an- getreten hatte, in dem Ausmaße in den Dienst der Arbeitbeschaffung zu stellen, wie es angesichts der Massenarbeitslosigkeit notwendig gewesen wäre und den Zielen der Partei entsprochen hätte. Der Mangel an Mitteln setzte diesen Bestrebungen eine unübersteigliche Schrank«. Was aber innerhalb dieser Schranken zu leisten war, das ist in vollem Maße geleistet worden, und als die Regierung im Frühjahr 1935 daran ging, ein großzügiges Jnvestttionsprogramm auszuarbeiten, tat Genosse Czech mit seiner gewohnten Energie die ersten Schritte zur praktischen BerwirkliÄmg dieses Programms, vor allem auf dem Gebiete des Straßenbaues. Es geschah dies insbesondere auch durch Unterstützung der von den Selbswer- waltungSkörpern projektierten, aber aus Geldmangel noch nicht durchgeführten Straßenbauten, und zwar in verständnisvoller Zusanunenarbeit mit dem Ministerium für soziale Fürsorge, das die Staatssubventionen durch Beiträge aus dem Titel der produktiven Fürsorge ergänzte. Daß dabei die Notstandsgebiete in erster Linie berücksichtigt wurden, versteht sich von selbst. Konnte die Investitionstätigkeit nicht im wünschenswerten Maße ausgedehnt werden, so war das Bestreben des Arbeitenministeriums doch darauf gerichtet, bei den durchgeführten Arbeiten eine möglichst große Anzahl von Arbeitslosen unterzubringen. Schon vor dem Amtsantritt des Genossen Dr. Czech hatte der Ministerrat auf Betreiben der sozialistischen Minister den grundsätzlichen Beschluß gefaßt, daß bei allen vom Staate vergebenen Arbeiten die Vierzigstundenwoche anzuwenden ist. Genosse Dr. Czech verwandte seine ganze Energie darauf, diesen Beschluß lebendig zu machen und seine Einhaltung zu überwachen. Aber' auch sonst fand der Sozialpolitiker Czech bei der Ueberwachung der öffentlichen Arbeiten ein reiches Betätigungsfeld, indem er die Bestimmungen der Vergebungsordnung, welche die Einhaltung der Kollektivverträge, die Zahlung der Tariflöhne und die Beachtung der Arbeiterschutzvorschriften vorsehen, immer aufs Neue einschärfte und für ihre Respektierung sorgte. Sozialpolitisch von größter Bedeutung aber war die Wirksmnkeit des Genossen Dr. Czech auf dem Gebiete der Bergarbeiter gesetzge- bung. Schon die Novelle zum'allgemeinen Berggesetz, die nach mehrfachen Stockungen unter dem Eindruck der Katastrophe im Nelsonschacht zur Vollendung gelangte, hatte die Sicherheitsvorschriften wirksam verschärfte Genosse Dr. Czech ging aber Wetter. Seiner Initiative entsprang eine Novellierung des Revierrätegesetzes, welche die Aufsichtsbefugniffe der Revierräte erweitert, vor allem aber das Gesetz über die Bergwerksinspektion, das einen Markstein in der sozialpolitischen Entwicklung bildet. Durch dieses Gesetz wurden nicht nur, so wie es ein halbes Jahrhundert vorher durch die Gewerbeinspektion geschehen war, auch im Bergbau selbständige, ausschließlich mit den Ausgaben der Grubeninspektion betraute Organe, mit dem/Zentralgrubeninspektorat an der Spitze, geschaffen. Das Gesetz geht vielmehr in zwei wichtigen Puntten über das Gewerbeinspektionsgesetz hinaus: es stattet die Jnspektionsorgane mit dem Recht aus, bei Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit der arbeitenden Menschen sofort an Ort und Stelle die notwendigen Vorkehrungen zu treffen Internationale Arbeitskonferenz für die 40-Stundenwoche Seite 2 Sonntag, 16. Sinti 1935 «r. 140 und es zieht in der Person der Arbeiterinspek- tionsassistenten Kräfte aus der Reihe der Beleg« schäft selbst zur aktiven Mitwirkung an der Inspektion heran. Durch die Ausdehnung der Zuständigkeit der Bergbauschiedsgerichte auf die Baggerarbeiter wurde ein langjähriger Zustand der Rechtsunsicherheit dieser Arbciterkategorie aus der Welt geschafft. Aber neben diesen unmittelbar den sozialpolitischen Bedürfnissen entspringenden Gesetzgebungswerken wurden unter der Amtsführung de- Genossen Czech auch auf anderen Gebieten Fortschritte verwirklicht. Ein Gesetz gegen Umtriebe bei öffentlichen Lieferungen gab durch scharfe Strafbestimmungen, aber auch durch Ausschließung der Firmen, die sich Verfehlungen zuschulden kommen ließen, von der Vergebung dem Staate I Waffen gegen di« Korruption in die Hand. Ein I I. (R. F.) Nach der Ablehnung der Kriseninitiative in der Volksabstimmung vom 2. Juni steht das arbeitende Volk der Schweiz mehr denn je vor der Frage, welche Schritte getan werden können, um die soziale und politische Reaktion ab- zuwehren und um den Weg aus der Krisennot zu finden. Die Lage hat sich aber auch für die schweizerische Bourgeoisie nach dem 2. Juni keineswegs vereinfacht. Gerade jetzt hat der Fall der Basler Handelsbank dem ohnehin schon sehr ramponierten Ansehen der Hochfinanz(also des Zentrums der Reaktion) einen neuen Stoß versetzt. Vor allem wird os manchem Kleinbürger zu denken gegeben haben, der, erschreckt durch die Kassandrarufe der Finanzpresse, ein Nein in die Urne geworfen hatte: daß die Basler Handelsbank während der nächsten zwei Jahre keine Guthaben von über fünfhundert Franken auszahlen wird. Das bedeutet die Beschlagnahme vieler Hunderter kleiner Sparervermögen, über deren„bolschewistischen Charakter" in der besagten Finanzpresse allerdings kein Wort zu finden ist... Jedenfalls: die Krise geht weiter. Und die Gefahr einer Verschärfung wächst. Denn alle schweizerischen Großbanken, soweit sie nicht schon früher„saniert" worden sind, partizipieren an den im Dritten Reich festgefrorenen Milliarden. Und wenn das Mißtrauen des Publikums'in einen Run umschlagen sollte— alle schweizerischen Großbankaktien müssen auf der Börse künstlich gehalten werdenI— dann zerbricht das schweizerische Bankensystem und mit ihm die Achse, um die sich die ganze schweizerische Wirt« sch»H-dreht. ■ So wird die Unfähigkeit und der Verfall des heutigen Kapitalismus zu einer öffentlichen Gefahr. Und deshalb ist es die geschichtliche Aufgabe der Arbeiterbewegung» von der bloßen Kritik an der bestehenden Gesellschaftsordnung überzugehen zur konstruktiven Erneuerung von Staat und Wirtschaft, die die Befreiung von den Mächten des Finanzkapitals und damit die Ueberwindung der Krise bringt. Diese Aufgabe stellt sich der Plan der A r b e i t, der vom Verband des Personals öffentlicher Dienste ausgearbeitet und von der sozialdemokratischen Partei der Schweiz angenommen worden ist. Sein Inhalt, der im Folgenden kurz Gesetz über die gemeinnützigen Gaswerke sicherte diesen Unternehmungen rechtliche Vorteile und finanzielle Begünstigungen. Eine Notverordnung über Maßnahmen in der Elektrizitätswirffchaft suchte die Energieversorgung ökonomischer zu gestalten und wirkte auch auf die Verbilligung der Strompreise hin, wobei die Interessen der Angestellten und Arbeiter voll gewahrt wurden. Nicht diel länger als ein Jahr hat Genosse Dr. Czech unter den größten politischen und sachlichen Schwierigkeiten das so überaus wichtige Amt verwaltet. Er hat in dieser kurzen Zeit dauernde Spuren seiner Wirksamkeit zurückgelaffen, die immer von sozialdemokratischer Arbeit zeugen werden. Am 19. Mai haben die Wähler die Bedeutung dieser Tätigkeit verkannt. Aber sie wirkt weiter und der Tag wird kommen, da sie auch politische Früchte tragen wird. dargelegt werden soll, charakterisiert sich dadurch, daß er weniger die einzelnen Maßnahmen, als die organisatorischen Voraussetzungen der notwendigen Neuen Politik enthält. Was die Arbeiterbewegung der anderen Länder am meisten interessieren wird, sind die grunsätzlichen Leitgedanken, die der Plan enthält und die insofern internationale Geltung hal'en, als ihre Problemstellung in allen altkapitalistischen Ländern dieselbe ist. II. Der er sie Leitgedanke des Plans der Arbeit besteht in der Erkenntnis, daß es heute, bei den bestehenden Kräfteverhältnissen, niemals eine gewaltsame Revolution zur Verwirklichung eines„Vollsozialismus", sondern nur die demokratische Sammlung einer antikapitalistischen Volksmehrheit als Bündnis aller Teile des arbeitenden Volkes möglich ist. Die Ziele, die eine solche Volksmehrheit sich stellen kann, liegen in der Richtung einer krisengeschützten Planwirtschaft, wobei das Privateigentum nur soweit zu beseitigen ist, als es sich um finanzkapitalistisches Ausbeutungseigentum handelt. Der Staat mutz die Kommando höhen der modernen Wirtschaft in Besitz nehmen: die Großbanken, die großkapitalistischen Versicherungsanstalten, die monopolisierten Industriezweige, die Rüstungs- und die Baustoffindustrie. Zu den monopolisterten Industriezweigen ist vor allem die Aluminium« und die chemische Industrie zu rechnen. Durch die Bildung dieses verstaatlichten Sektors ist die Macht deS FinktitM^ pitals gebrochen. Der Staat beherrscht die Kreditquellen, und damit die gesamte Investitionstätigkeit, die monopolisierten Industrien, und damit die Zentren der Preisbildung. Das genügt, um in der gesamten Wirtschaft den Forderungen einer krisenfreien Planwirtschaft Geltung zu verschaffen. Di« Uebernahme der in den verstaatlichten Sektor gehörenden Wirtschaftszweige geschieht nicht durch Enteignung der Aktien, sondern durch die Ausgabe von dem Staat übereigneten Stimmrechtstiteln. Damit soll vermieden werden, daß das Großkapital die dielen Kleinaktionäre gegen den Staat mobilisieren kann. Die Stimmrechtstitel sichern dem Staat die Herrschaft über die Unternehmensleitung. Die Kleinaktionäre, die auf die Politik der Unternehmung niemals Einfluß gehabt haben, werden gegen diese Umstellung um so weniger etwas einwenden, als ihnen auf ihre Aktien ohne weiteres eine Verzinsung zugesprochen werden kann. Alle übrigen Wirtschaftszweige bilden den privat wirtschaftlichen Sektor. In diesem bleiben die Besitzverhältnisse unberührt, dagegen werden neue Organisationen geschaffen, die die Privatinitiative zugunsten der Planwirtschaft beschränken. Die einzelnen Industriezweige werden zu Jndustrieverbänden zu- sarmnengeschlossen, der Vertreter der Betriebsleitungen(nicht der Verwaltungsräte I) der Gewerkschaften und des Eidgenössischen Industrieamtes angehören. Diese Jndustrieverbände setzten auf Grund der mittlerenSelbstkosten die Preise fest, erstatten Gutachten über die Schließung bestehender und die Errichtung neuer Produktionsanlagen, über die Anwendbarkeit neuer Bettiebsmethoden usw. Die oberste Entscheidung liegt beim Eidgenösischen Jndustrieamt. Die Handwerkszweige werden analog den Jndustrieverbänden organisiert. An ihrer Spitze steht daS Eidgenössische Gewerbeamt. Für die Ausübung eines Handwerks ist die Absolvierung einer staatlichen Fachprüfung notwendig. Dem Gewerbe ist die Ausführung aller Reparatur- und sonstigen Arbeiten Vorbehalten, die nicht mit größerem vollswirtschastlichem Vorteil im Großbetrieb geleistet werden können. Der Kleinhandel wivd in Verbände zusammengeschlossen, denen auch die Warenhäuser und Konsumgenossenschaften angehören,-die aber im übrigen selbständig bleiben. Bezüglich der Aufgaben dieser Verbände gelten die bei den Jndustrieverbänden dargelegten Grundsätze. Auch die Führung eines Kleinhandelsgeschäftes ist an das Bestehen einer Fachprüfung gebunden. An der Spitze steht das Eidgenössische Handelsamt. London. Die gesamte Presse der englischen Hauptstadt gibt in ganz großer Aufmachung eine Reuter-Meldung wieder, wonach China dringende Vorstellungen bei den Westmächten wegen der kürzlichen Ereignisse in Nordchina erhoben habe. Die chinesische Regierung beklagt sich, daß da» Vorgehen der japanischen Militärbehörden eine flagrante Verletzung des Neunmächte-Vertrages darstelle, in welchem Japan und die anderen in- teressierten Mächte sich dazu verpflichtet haben, die Unversehrtheit der chinesischen Republik zu beachten. In diesem Zusammenhang sprach auch am vergangenen Freitag erneut im britischen Außenministerium der chinesische Botschafter in London, Quotaitschi vor, nachdem er in den letzten Tagen bereits eine diesbezügliche Erklärung abgegeben hatte. In Folge dieser Demarche ist die britische Regierung mit jenen Mächten, welche den„Vertrag der Neun" unterschrieben haben, in Verbindung getreten. Der Außenminister Sir Samuel Ferner enthält der Plan Bestimmungen über die Boden-undBaupolitik(inSbe- so ndere die Erweiterung des Expropriationsrechtes), über den Fremdenverkehr(insbesondere Umwandlung einer entsprechenden Anzahl Hotels in Volkserholungsheime) und über die Sozialpolitik, wo ein Eidgenössisches Lohnamt über die Durchführung sozialer Bestimmungen wacht, die allen modernen Anforderungen entsprechen. Die Bestimmungen über die Landwirtschaft, die naturgemäß auf die besonderen Verhältnisse in der Schweiz zugeschnitten sind, interessieren besonders durch die Festlegung der Verschuldungsgrenze auf den Ertragswert, die dadurch gesichert wird, daß der Staat auf alle zum Verkauf gelangenden Grundstücke das Berkaufsrecht zum Ertragswert besitzt. Dadurch wird jede spekulattve Verschuldung und jede Güterschlächtereri ausgeschlossen. Die Güter, die der Staat im Besitz hat, werden im freien Erbpacht recht an tüchtige landwirtschaftliche Arbeiter vergeben, wobei jede erbhofmäßige „Bindung an die Scholle" ausgeschlossen ist. III. Dies ist der organisatorische Rahmen de? Plans, in dem die Fragen der Gutschul- d u n g von Landwirtschaft, Gewerbe und Kleinhandel(die grundsätzlich individuell durchgefühtt wird), die Frage der Herabsetzung der Laden- und Werkstattmieten, der technischen Fortentwicklung der Wirtschaft üsw. dank der neuen planwirtschaftlichen Möglichkeiten die Lösung finden können, die heute vergeblich gesucht wird. Der Plan der Arbeit bringt noch nicht den Sozialismus. Aber er bringt die kampfgemein- schaft aller werktätigen Schichten für gemeinsame, antikapitalistische Ziele, durch den Sturz des Finanzkapitalismus die fascistische Gefahr überwindet, allen Werktättgen Brot und Arbeit sichert und damit den Weg zu einer weiteren gesellschaftlichen Vorwärtsentwicklung frei macht. Hoare wird in der montägigen Sitzung des Unterhauses Aufklärung über die Stellungnahme der britischen Regierung zu den Ereignissen in China erteilen. Japanische Kampfvorbereitunsen Mit Genehmigung des japanischen Kriegsministeriums wird in Mulden ein SchutzkorpS zur Aufstellung kommen, das die Aufgabe hat, die Peking-Tientsin-Mukden-Eisenbahnlinie zu überwachen. Es wird ihm eine Flugzeugstaffel der japanischen Bombenflugzeuge und eine Abteilung leichter Artillerie angegliedert werden, die heute hier eintrifft. DaS SchutzkorpS soll bereits in der nächsten Woche seine Tätigkeit aufnehmen. In Shangaikwang sind am Freitag sechs japanische Zerstörer eingelaufen, die dortselbst Anker geworfen haben. Außerdem hat auf Veranlassung des japanischen Marineministeriums eine Torpedobootflottille den Kriegshafen Sasebo verlassen und ist nach Tschifu ausgelaufen. Der schweizerische Plan der Arbeit Chinesische Beschwerde an die Grossmächte 46 Roman von Emil Vachelc,—1 Deutsch von Anna Aurednltek Deshalb sagte er:„Die Frau Maschin hat schon keinen Mann, meine Lieben. Sie ist Witwe. Hahaha! Die Witwe eines lebenden Verstorbenen. Ihr Gatte hat sie sattbekommen und hat sich in Ungarn wiederverheiratet." Herr Aschner war mit seiner Rede noch nicht zu Ende und wußte, welche Gemeinheit er begangen hatte. Aber es war schon zu spät. Er erschrak entsetzlich, verscheuchte die Frauen, die ihn umringten, um von ihm Näheres zu erfahren, und lief davon. Unten an der Treppe wurde er von einer majestätischen Frauengestalt angehalten,.^kommen Sie mit mir", flüsterte sie. „Pfui, schämen Sie sich, eine alte Frau und..." „Gehen Sie, Sie Schwätzer. Ich will nicht behaupten, daß vor zwanzig Jahren ein so fescher Mann keinen Eindruck auf mich gemacht hätte. Aber ich will nicht für mich sprechen, sondern für sie." »Für wen?" „Für Frau Maschin, Sie Dummerchen. Sie haben sie doch lieb?" „Wer sind Sie?" „Sie werden es gleich erfahren. Ich will Ihnen nur gleich sagen, daß ich der Frau Maschin schon längst aus den Karten gelesen habe:„Ein Mann wird Sie verlassen, aber ein andrer gleich an seine Ste"e treten." Kommen Sie mit mir, ich will es Ihnen erklären."' Herr Aschner war völlig verwirrt und folgte ihr wie ein Schaf. Als sie die dunkle Stube betraten, sprang ihm ein Tier mit großen, wilden, aber schwermütigen Augen an den Hals. „Fürchten Sie sich nicht; das ist mein Mcdo und ich bin die schwarze Kathi. Sie haben vor einigen Minuten nicht sehr vernünftig gehandelt, aber es läßt sich wieder gut machen. Sie tun mir leid. Ich schlage Karten auf, denen Frau Maschin glaubt; und ich will es so einrichten, daß die Karten... Sie verstehen?..." „Hm," hüstelte Herr Aschner,„was wird das kosten?" „Aber gehen Sie, wer wird denn jetzt davon reden..." und sie versetzte ihm schäkernd einen Schlag auf die Hand. In seiner kleinen Küche lief Beinsteller wie wahnsinnig auf und ab. Loisis hatte ihn noch nie so erregt gesehen, und die Vermutung stieg in ihr auf, er sei in Sorge um das rätselhafte „Fräulein Sophiechen". Eine wilde Angst erfaßte sie und sie sagte:„Ich möchte jetzt aber wissen, Ferdl, was mit uns beiden wird." „Ich bitte dich, Loisis, gib schon Ruh— was soll denn überhaupt geschehen und wen meinst du „mft uns beiden"?" „Na, uns beide, dich und mich. Du glaubst doch nicht, daß ich gelitten habe» um mich jetzt dafür beschimpfen zu lassen. Na» mein Junge, ich habe mir alles gut überlegt. Zwischen uns ist jetzt ein großes Geheimnis, bei welchem dein Hals im Spiele steht. Nun höre: Entweder schweige ich wie ein Grab oder ich gehe zum erstbesten Wachinann und sage:„Wollen Sie etwas Lustiges vom Ferdl Beinsteller hören?... Du kannst dir aussuchen, waS dir lieber ist, Ferdl. Teilst du mit mir, dann schweige ich wie ein Grab, wenn du mich aber nicht heiratest, gehe ich zum Wachmann." Beinsteller wollte sich mit einem Scherz aus der Patsche ziehen. Du tust mir leid, Loisis, wenn du auf mich Absichten hast. Mir will's nicht in den Kopf, daß eine so junge, hübsche, patente Person an mir abgetakeltem Kerl Gefallen gefunden hat." „Mein Süßer, es ist eine rein geschäftliche Angelegenheit", sagte Loisis eisig.„Mir ist'S völlig schnuppe, ob du«getakelt oder flott bist. Die Hauptsache ist, daß du ein genügend volles Portemonnaie hast." „Ich mache dir einen Vorschlag, Loisis, ich schenke dir das Portemonnaie." „Du wirst mir die Hälfte deiner Einnahmen geben, und damit du mich nicht bemogeln kannst, wirst du mich heiraten. Kannst wählen: Ich oder der Galgen." „Die Wahl fällt mir nicht schwer, Loisis; ich will natürlich den Galgen. Aber wir wollen verrtünftig miteinander reden, wie gute alte Kameraden."' „Ich möcht' auch drum bitten," brummte Loisis. „Schau her, Loisis» du bist das Opfer einer Täuschung. Ich bin kein Spion und will damit nichts zu schaffen haben. Ich könnte dir ja sagen, ich weih nicht, wie es in meine Bude kam. Ich könnt' auch mit dir zum Wachmann gehen, wo man mich hundertmal verhören würde und mir doch nichts beweisen könnte. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man jemanden mit den Fetzen in der Hand erwischt, wie es bei dir war, oder ob man etwas im Quartier eines Menschen findet, der eingesperrtsitzt und dem zwei Geheime den ganzen Krempel durchsucht haben, ohne auch nur eine Stecknadel zu finden. Ich könnte auch den Spieß umdrehen und sagen, du hältst es mit einem Feldwebel. Stell' dir nur vor, wie man sich in diese Geschichte verbeißen würde. Dann würdest du länger eingesperrt sitzen als ich. Aber ich bin wirklich dein Kamerad, Loisis, und will dir die Wahrheit sagen. Ich habe die Sachen einem Offizier in Zivil gestohlen. Ich war im guten Glauben, daß es Geld ist. Dann hab' ich es jemandem übergeben, damit er es für mich aufbewahrt, und ich weiß überhaupt nicht, wie es hergekommen ist. Das muh ich erst erfahren. Aber wie es auch ausfallen wird: Geld schaut dabei nicht heraus. Hab' ich's erst wieder in der Hand, will ich es fein einpacken und es geheim inS Ministerium schicken. Und Schluß." Loisis wurde nachdenllich:„Wär's nicht schade darum, Ferdl?" „Warum schade?" „Es hat doch gewiß einen großen Wert, wenn man darauf so versessen ist. Weshalb soll man es verschenken? Ich tat es nicht an deiner Stelle. Ich möchte den Herren schreiben: Erlegen Sie dort und dort eine Million, dann können Sie die Sache haben." „Ja, und man wird dich dabei erwischen. Du bist überhaupt furchtbar verderbt, Loisis. Warum sollte ich solche Sachen machen? Es handelt sich doch um unsere Republik!" Loisis senkte den Kopf.„Und was wird mit mir?" fragte sie dann. ,Ljch habe das Leben gründlich satt. In letzter Zeit habe ich so ein Pech, Ferdl, davon hast du keine Ahnung. Warum willst du mich nicht beiraten?" „Weil ich ein geborener Junggeselle bin." Nachdem Lotfis gegangen war, blieb eine Stunde alles still. Beinsteller trat an das Fenster, das auf die Pawlatsche führte. Sein Herz schlug' wie eine Glocke. Eine festliche Stimmung hatte sich seiner bemächttgt. Der große Augenblick seines Leben» rückte heran. Er wußte, daß jetzt die kommen würde, die er demütig erwartete. Von der Tür der Chalupa nahten Schritte. Schüchterne, leise, bescheidene Schritte, ganz anders als die der Nachbarsleute. Beinsteller wußte, daß sie es war. Sein Herz erbebte. Ein langer Schatten schwebte über die Pawlatsche, ein langer, vünner Haubenstock neigte sich über den Hof. Dec Kopf reichte scheinbar bis zu den Sternen. Beinstellers Herz arbeitete heftig. Er bekreuzigte sich, schritt mit dem rechten Fuß über die Schwelle und schlich mit geübter Leichtigkeit hinter dem Schatten her. Sie waren jetzt bei der pompejanischen Szenerie der Bauplätze angelangt. ^Fortsetzung folgt.) Nr. 140 Sonntag, 16. Funk ISA». Sette 3 deS er- Die Internationale Arbeit-Konferenz Erst kommt die Dividende, dann die Menschlichkeit. Angarn- monarchistischer Traum Gömbö» übt schon Männerstolz vor Königsthronen« Um das Ermächtigungsgesetz Das„När. Osvobozent" besaht sich an leitender Stelle mit dem künftigen Ermächtigungsgesetz, das als einzige Vorlage vom neuen Parlament noch vor den Ferien erledigt werden soll, und verlangt u. a., dah die Bestimmung fallen gelassen werde, wonach di« auf Grund der' Ermächtigungsgesetzes erlassenen Regierungsverordnungen nur durch die qualifiziert« Mehrheit beider Häuser aufgehoben werden können. Ferner sollten nur tatsächlich unaufschiebbare Dinge im VerordnungSWcge geregelt werden. Die Nowerord» nungen werden von der Regierung geheim im Ministerrat vorbereitet und der Statsbürger erfährt von ihrem Inhalt erst aus der Gesetzessammlung. Ein solches Vorgehen könne in der Demokratie n u r i n g an z v er ei n zelt e n A uSnahmS- fälle»"Platz greifen, sonst müsse aber der Grundsatz der öffentlichen Behandlung von gesetzlichen Mahnahmen gelten, damit die, die dann durch das Gesetz gebunden sein werden, Aenderungen und Ergänzungen beantragen und überhaupt Einfluh auf die kommende Regelung nehmen können. Der Berliner RundfunKprozetz Berge haben gekreißt und ein Mäuslein wurde geboren. „Mein lieber Schüler, immer hübsch loyal sein, das habe ich auch so gemacht". Vergebliche« Werben Wer die wirkliche Stimmung im sudetendeutschen Lager erfahren will, der muh die Pro- vmzpresse mit Aufmerksamkeit lesen. Hier kommr die Katzenjammerstimmung der Henleinpartei, dir nach den Wahlen bemerkbar ist, am besten zum Ausdruck. Was hat man nicht alles den Leuten vor der Wahl versprochen, wenn sie Henlein wählen werden? Und nun kommt die Erkenntnis, dah alles nur Bluff gewesen ist. Und gerade der „große Wahlerfolg" ist es, der die Verantwortlichen in die unangenehmste Situation gebracht hat. Langsam beginnt man zu erkennen, dah die Stimmen, die man Henlein gegeben hat, für das Sudetendeutschtum verloren sind. Nun beginnt man langsam einzusehen, dah man ohne Teilnahme an der Regierung zur Ohnmacht verurteilt sein wird. Dah man nicht ein einziges Versprechen, das man den Verführten und Geblendeten gegeben hat, wird einlösen können! Man hat große Sehnsucht nach den»Futterkrippen", wie man doch vor noch nicht zu langer Zeit zu sagen pflegte. Wer die Enttäuschung sieht, die aus den Gesichtern aller jener Proleten geschrieben ist, die da hofften, nach dem„Siege" Henleins Arbeit und Brot zu finden, der weih, bah der Zerfall der Henleinbewegung kommen Wird. Lin schwarzer Index der Unternehmer Ein Bäckerarbeiter, der die Ueberstunden. beZahlung einklagt, kommt auf den Index. Der„Mor. Ptitel Lidu" berichtet über folgenden Vorfall: In der Zeitschrift„Pekakske lisch", die das Organ des Verbandes der tschsl. Bäckermeister in Brünn ist, befand sich am ersten Juni folgendes Inserat: „Kollegen, leset! Ehe Ihr den Bäckereiarbei- ter N. N. in Arbeit nehmt, der in N geboren und nach N. zuständig ist, fraget bei mir anl Lad. Prusenovsch, Bäckermeister, Holleschau, Mähren." So lautet ein Inserat, das nichts anderes ist als ein Index", der an eine besondere Art der schwarzen Liste der Unternehmer erinnert. Im Interesse des Arbeiters haben wir seinen Namen nicht genannt» der in diesem Inserat voll und ganz angeführt ist. ES wird interessieren, warum dieser Bäckermeister einige Kronen für das Inserat geopfert hat und warum ihm das Geschick des Arbeiters N. so am Herzen liegt. R. war nämlich bei ihm angestellt und hat ihn auf Bezahlung der geleiste- ten Ueber st undenarbeit geklagt. Es handelt sich um eine schön« Geldsumme. N. sucht Arbeit, aber das Inserat seines früheren Arbeitgebers übt seine schädliche Wirkung. Die Bäcker fragen jetzt tatsächlich bei Pru- senovsky an, was er über den Arbeiter N. weih und dieser gibt natürlich die„beste" Auskunft. Er gibt auch den Bäckern den Rat, einen solchen Arbeiter,„der seinen früheren Arbeitgeber klagt", nicht anznstellen! Wir verzeichnen■ diesen Vorfall gleichfalls, weil er wieder einmal die Solidarität der Unternehmer zeigt, wenn es gilt, einen Arbeiter, der nur sein gutes Recht verlangt, zu schädigen. Die Katzenjammerstimmung kommt, wie bereits erwähnt, in der Provinzpresse zum Ausdruck. So besaht sich zum Beispiel ein gewisser—m in der„Leitmeritzer Zeitung" vom 8. Juni 1935 unter dem Titel„Dreimal Malypetr" mit der neuen Regierungskonstellation. Dah man Henlein trotz seinem Wahlsieg so glatt vor den Kopf gestoßen und nicht in die Negierungskoalition ausgenommen, veranlaßt die Schriftleiterprejse zu .folgender Feststellung: „Das Kabinett und die Regierungsmehrheit sind also der Form ihrer Zusammensetzung nach der symbolische Ausdruck für eine Kontinuierlichkeit der tschechischen Parteien-, der Innen» und Außenpolitik, was dadurch gerechtfertigt erscheint, daß die tschechischen Koalitionsparteien aus den Wahlen, abgesehen von geringfügigen Veränderungen, ungeschwächt hervorgegangen sind. Die Situation auf deutscher Seite ist hingegen eine wesentlich andere. Die Wahlen haben solche große Kräfteverschiebungen gehabt, daß die breiten Schichten der sudetendeutschen Bevölkerung die Mitarbeit der Sudetendeutschen Partei erwartet und ihre Ausschaltung mit Befremden zur Kenntnis genommen haben." Man glaubt eben nach wie vor, dah es einfach genügt,«in paar Telegramme aufzugeben, um die Gunst der mahgebenden Stellen zu erwerben. Schließlich muh man zur Kenntnis nehmen, dah die Telegrammspesen umsonst ausgegeben worden sind. Aber man gibt die Hoffnung nicht auf. Der Ministerpräsident hat bekanntlich dem Herrn„Vorsitzenden" Henlein mitgeteilt— als Antwort auf dessen Telegramm—, dah er nach der Regierungsbildung mit einem Vertreter dec Henleinpartei eine Aussprache wünscht, allerdings zu dem Zwecke, um einige Unklarheiten des Hen- leintelegramms aufklären zu lassen. Der Henlein- schriftsteller zieht daraus diese Folgerung: „Es läßt sich daraus die Vermutung ableiten, daß die gegenwärtige Regierung möglicherweise eine Uebergangsform darstellt und sie früher oder später neben dem wohl schon feststehenden Eintriste der slowakischen Vollspartei um die Su» detendeutsche Partei erweitert werden könnte, in welcher Form jedoch, das wird die nächste Zukunft klarer zeigen müssen. Dazu muß heute schon mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß es keiner Brücke von Konrad Henlein zu der Koalition bedarf, und daß nur di« Sudetendeutsche Partei berechtigt ist, im Namen des Sudetendeutschtums zu sprechen." Matt kaAtt.wwklich.iie Mch^dev, Ministerftühlen nicht mehr deutlicher zum Ausdruck bringen. Aber es dürften vergebliche„Vermutungen" sein. Der Artkkelschreiber—m klagt schließlich darüber, dah die Industrie in der neuen Koalition ohne Vertreter sei, dah aber freilich die Möglichkeit vorhanden sei,«daß die Industrie eine Schwenkung vornimmt und sich einer der bürgerlichen Regierungsparteien anschlieht". Sollte man dem Rosche doch nicht ganz trauen? Es ist möglich, dah er nur zu bald darauf kommen wird, daß die Millionen d«S JndustriellenverbandeS in der SHF schlecht investiert worden sind. Bei der Wankelmütigkeit des Herrn Rosche, der sich eben vor dem 1V. Mai bereits als Minister gefühlt hat, muß man immerhin auf Ueberraschungcn gefaß: sein. Vie Kommunisten und die Bene&Relse Das„EesköSlovo" bespricht die merkwürdige Haltung unserer kommunistischen Presse zur Rußlandreise deS Außenministers Dr. Benes und stellt u. a. fest, daß, während die sowjetrussischen Regierungskreise in unserem demokratischen Regime eine Garantie gegen den Hitlerfaseismus sehen, unseren Kommunisten die Demokraste ein Dorn im noch einmal das belgische Beispiel Di«„Lid. Noviny" greifen den von uns zitierten Artikel des„B e n k o v" über das Beispiel, das Belgien durch die kürzliche Devalvation der Währung gegeben habe, auf und weisen auf den großen Unterschied zwischen der Devalvation der tschechoslowakischen Kron« vom Feber 1934 und jener des belgischen Francs hin. Während die Delvavation bei uns nur die Disparität gegenüber den Exportpreisen beseitigen und keineswegs das inländische Preisniveau heben sollte, ist es bei dem hohen Prozentsatz der belgischen Devalvation(28 Prozent) direkt ausgeschlossen, dah die Inlandspreise nicht anziehen würden. Die Begeisterung des„Venkov" für die belgische Devalvation könne man aus mehreren Gründen nicht teilen. Erstens sei noch zu wenig Zeit verstrichen, um die Entwicklung der Verhältnisse beurteilen zu können. Dann sei der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Belgien nicht so überwältigend, sondern nur ungefähr dem Rückgang gleich, der auch bei uns nach der Devalvation zu verzeichnen war. Ob das Ansteigen des Großhandelsindex dauernd sein werde, lasse sich noch nicht beurteilen, aber Tatsache sei, dah im Gegensatz zu uns in Belgien auch die Preise im Detailhandel st eigen. Das kann sich auf die Entwicklung in diesem ausgesprochenen Industrieland und auch auf die Produktionskosten der belgischen Industrie u n g ü n* st i g auswirken. ES sei nicht zu wundern, dah der „Venkov" in Preiserhöhungen den Erfolg erblickt. Die Landwirte haben bei uns diese Preiserhöhung durch das Getreidemonopol und andere Eingriffe bereits erhalten. Man könne sich aber leicht vorstellen, wie diese Erhöhung aussehen würde, wenn zu ihr noch Preissteigerungen im Gefolge einer allzu radikalen Wäh- rungsmahnahme kämen! Henleins Rapport bei Hitler Die Hintergründe der Schweizer „Erholungsreise** Wien. Aus einer Privatmeldung „Wiener Neuigkeitsweltblattes" aus Zürich fährt man recht merkwürdige Dinge über die Hintergründe der Schweizerreise Konrad HenleinS. Der Korrespondent des BlatteS erfährt, daß Henlein die Reise über direkten Auftrag Berlins unternommen habe, um in der Schweiz auf neutralem Boden Weisungen Hitlers entgegrnzunehmen. Das Blatt meldet, daß Henlein bereits eine Reihe von Unterredungen mit einem Spezial- kurier des Reichsministers Heß gehabt habe, die sich auf die künftigen Richtlinien der Polistk der Sudetendeutschen Partei bezogen. Das bisherige Ergebnis dieser Unterredung sei, daß von der Berliner Parteileitung ein aus fünf Mitgliedern bestehendes Zentralkomitee nach Reichenberg entsandt wird, das die Aufgabe hat, die Henleinpartei ganz nach dem Muster der reichsdeutschen NSDAP zu organisieren. Der Züricher Berichterstatter des„NeuigkeitSweltblattes" fügt dieser aufsehenerregenden Meldung hinzu, daß diese Reise Henleins ein geschicktes polittsches Manöver sei, da Henlein durch diese Zweiteilung seiner Konferenzen die tschechoslowakische Oeffentlichkeit immer wieder mit Erfolg irreführen könne. Wir müsse« die Verantwortung für diese Meldung natürlich dem Wiener Blatt überlassen. Es scheint aber dringend geboten, die ohnehin sehr aufklärungsbedürftigen Hintergründe der Auslandsreise Herrn Henleins sorgfältig und schonungslos zu überprüfen. Sudeten deutsch er Zeitspiegel An die Delegierten zum Parteitag und zur Frauenrelchskonferenz Es wird den Delegierten zur Kenntnis gebracht, daß die F r a u e n- R e i ch s k o n f e» renz am Donnerstag, dem 20. Juni, um 9 Uhr vormittags im kleinen D o p z- Saal in Brünn, Lajanskyplatz 3, stattfindet. Die Verhandlungen des Parteitages beginnen am Donnerstag, dem 20. Juni, um 19 Uhr(7 U h r nachmittags). Die Delegierten werden gebeten, sich so zeitgerecht einzufinden, damit unbedingt präzise 7 Uhr mit dm Verhandlungen des Parteitages begonnen werden kann. Jeder Delegierte zur Frauen-Reichökonfe» rmz und zum Parteitag muß sich mit einem Mandat der delegierenden Organisationen und mit seinem Parteimitgliedsbuch« ausweism. * Die Anweisungen für die Hotels und Privatquartiere werden DonnerStag am Brünner Bahnhof, Wartrsaal 1. Klaffe, ausgegeben. * An alle Parteiorganisationen Ten Organisationen wird zur KmntniS gebracht, daß alle für das Reichsparteisekretariat besttmmten Zuschriften vom Mittwoch, dem 19. Juni, ab an die Adresse des Gmossm Siegfried Taub, Brünn, Dopzsaal, La- zanskyplatz 3, zu richtm sind. Ab Sonntag, den 23. Juni, können dann alle Zuschriften wieder unter der Adresse des Prager Sekretariates ab- gehen. Auge ist. Während die Sowjetpreffe Dr. Beneö herzlich begrüßt, spötteln unsere Kommunisten über seine Reise. Während Stalin und die übrigen sowjetrussischen Staatsmänner mit Benes verhandeln, geben ihm z. B. dir kommunistischen„Halo-Novinh" den Rat, er möge lieber über das Kinn des Portiers der Hotels Metropol in Moskau hinaussehen. Tie Erklärung für dieses Verhalten liege vielleicht darin, daß die Benes-Reise auf die Verringerung der Kriegsgefahr abzielte; für unsere Kommunisten aber sei die Kriegsgefahr in Wirklichkeit erwünscht, weil der Krieg nach ihrer Meinung die europäische Gesellschaftsordnung stürzen würde. Dadurch geraten sie aber in Widerspruch mit dem Sowjetver» band, der einen Krieg nicht wünscht. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses hält am Montag, dem 17. d.'M., um 10 Uhr eine Sitzung ab. Polnische Sozialdemokratie lehnt Einheitsfront ab Warschau.(Eigenbericht.) Die kommunistische Partei hatte der sozialdemokratischen die Bildung einer Einheitsfront zum Zwecke des Kampfes gegen die neue Wahlvorlage vorgeschlagen. In einem Antwortschreiben auf diesen Vorschlag lehnte der sozialdemokratisch« Parteivorstand diesen Einheitsfrontvorschlag ab.- Die Ablehnung wird damit begründet, daß die sozialdemokratische Partei selbständig stark genug ist, um die antidemokratische Wahlvorlagc erfolgreich zu bekämpfen und es ablehnt, sich auf Grund eines Einheitsfrontmanövers unter den Oberbefehl Moskaus zu stellen. Aus den gleichen Gründen lehnte die polnische Sozialdemokratie auch den kommunistischen Vorschlag ab, einen gemeinsamen Generalstreik am 19. Juni zu organisieren. Berlin. Der Volksgerichtshof verurteilte Samstag den 80jährigen kommunistischen Geheimfunktionär Theodor Bottbänder wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit schwerer Privaturkundenfälschung zu 8)4 Jahren Zuchthaus und 8 Jahren Ehrverlust. Danzig. Der Danziger Senat wandte sich an den Hohen Kommissär des Völkerbundes mit einem Protest und verlangt, daß die polnische Post in der Freien Stadt Danzig keine Anweisungen auf Zloty annehme, die nach Polen adressiert sind. Die polnische Regierung wurde von diesem Ersuchen verständigt und lehnt es ab, da«S dem Danzig-polnischen Abkommen widerspricht. Budapest. In einer Versammlung der Landwirt- schaftSkammer in Debrecen erklärte der ungarische Ackerbauminister Dr. K a l l a y, dah durch daS jüngst« Abkommen mit der Tschechoflowakischen Republik ein fünf Jahre langer Zustand der VertragSlosigkeit zum Abschluß gebracht wurde. Dem Vertrage zufolge werden die ungarländischen Agrar- u. Jndustriepro» dukte in der Tschechostowakei die gleiche Behandlung erfahren, wie die Produkte anderer Länder. Ungarn erhält die Möglichkeit, noch im Laufe dieses Jahres Waren im Werte von etwa 80 Millionen UL nach der Tschechoslowakei zu exportieren. Paris. Die Regierung erlaßt eine ernste Warnung an die Kreise, die versuchen, die Maßnahmen zum Schutze des französischen Franc zu sabotireu« Sekte 4 Sonntag, 16. Juni 1938 Nr. 140 NAestteuigLeiten, Tapfere Tat eines Zugendgenoffen Lebensrettung unter schwierigen Umstande» Am Pfingstsonntag trafen sich die sozialistischen Jugendgruppen Mies, P r a s ch k a und Kladrau zu einer Wanderung durch das Miesa-Tal. Ihr Ziel war die Talsperre bei Blahusen. Der Weg zur Talsperre führt immer an dem Fluß entlang und manchmal wird er so schmal, daß man nur bei vorsichtigem Marschieren vorwärts kommt. Stellenweise treten die hochauf- ragendcn Felsen bis an das Wasser heran, so daß der Weg nur ein schmaler Felspfad ist. Bei dem Aufstieg unserer Jugendgenossen stürzte nun der Genosse Hermann Fischer aus Praschka mit vollem Rucksack ab und fiel 40 Meter tief in den Fluß hinein. Das Wasser weist gerade an dieser Stelle eine Tiefe von 9 Metern auf. Die 45 Jugendlichen, unter denen sich auch einige Kinder befanden, blieben vor Schreck gebannt stehen. Unten im Flusse kämpfte Genosse Fischer, auf dem Rücken liegend, verzweifelt um sein Leben. Genosse Karl H a l b r i t t e r, der Sohn unseres Kreisgewerkschaftssekretärs, erfaßte blitzschnell die kritische Situation. Rasch entledigte er sich seiner Kleidung und beherzt sprang er den Felsen hinunter, um seinem, Freunde zu helfen. Dieser kämpfte schon mit letzter Kraft; der mit Wasser vollgesogene Rucksack zog ihn immer tiefer ins Wasser hinab. Genosse Halbritter tauchke nach dem Sinkenden und unter furchtbarer Anstrengung konnte er den schon halb Toten an einem Riemen des Rucksackes erfassen. Er kam mit ihm wieder an die Oberfläche. Doch jetzt griff der Verunglückte fest zu und hielt sich mit allen Kräften an der Schimmmhose seines Retters fest. Beide waren nun in Gefahr. Glücklicherweise konnte sich Genosse Halbritter an einer ganz schmalen Felsspalte festhalten und damit war die größte Gefahr schon gebannt. Unterdessen waren auch die übrigen Jugendgenossen herbeigeeilt und mit Hilfe eines langen Astes konnte Fischer aus dem Wasser gezogen werden. Er war bewußtlos und bei der Schwere seines Körpers drohte neuerdings ein Absturz in den Fluß. Auf di« Hilferufe unserer Jugendlichen eilten schließlich die Herren Josef Goth und Karl E l b l aus Mies in ihrem Paddelbot herbei und es gelang ihren Anstrengungen, den Verunglückten zu bergen. Die angestellten Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg— der Genosse Fischer wurde wieder dem Leben zurückgegeben.;..Z: Dr.Benei in Charkow und Kiew Charkow. Außenminister Dr. Benes traf Freitag mit seiner Begleitung in Charkow ein, wo er auf dem Bahnsteig durch den stellvertretenden Vorsitzenden des lokalen Bezirksexekutivaus- schusses Bogut, dem Vertreter des Volkskommissariates für Auswärtige Angelegenheiten Mi- chajlow, dem Kommandanten der Ortsganison sowie durch die Vertreter der Behörden und des öffentlichen Lebens begrüßt wurde. Der Außenminister besichtigte die Sehenswürdigkeiten Char- kotvs, um dann die Charkower Traktoren- und später die Lokomotivfabrik aufzusuchen. Am Abend veranstaltete der Stadtsowjet ein Diner zu Ehren des tschechoslowakischen Gastes. Nach dem Besuche des Theaters reiste Minister Dr. Benes mit seiner Begleitung nach Kiew. Ueberall auf den Bahnhöfen sowie im Theater wurde der tschechoslowakische Außenminister vom Publikum lebhaft und herzlich begrüßt. Die zurückkommen... London. Der»Daily Hcrald" meldet, der italienische Dampfer„Gange" sei vor zwei Tagen mit 700 erkrankten Italienern aus Eryträa in Suez eingetroffen. Die Erkrankungen waren in der Hauptsache auf Hitz- schlag, Malaria und Dysenterie zurückzuführen. Fünf Mann seien auf hoher See gestorben und zwei weitere verschieden in Suez. Furchtbares Attentat auf der Charbiner Strecke Heinking. Auf der Eisenbahnstrecke Lafa—C Harbin hat bei der Station Lin- taeho eine Gruppe Freischärler eine Brücke in die Luft gesprengt, auf der sich gerade rin aus einer Lokomotive und 18 Waggons bestehender G ü t e r z u g befand. Der Zug stürzte in die Tiefe. Rach den bisherigen Mitteilungen sind bisher 6 T o t e und 80 Verwundete geborgen worden. 15 Todesopfer einer Tollwut-Epidemie Madrid. In der Ortschaft Mataro in der Provinz Barcelona wurden 2 3 Person e n von einem tollwütigen Hunde gebissen. Bon diesen Unglücklichen sind 15 gestorben. Auch in der Provinz Cordoba ist rille Tollwut-Epidemie ausgebrochen. 41V Kilometer in der Stunde Rom. Ein Zivilflugzeug führte einen Flug auf der Strecke M a i l a n d—R o m mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 410 Kilometern aus. Der Friede im Chaco-Gebiet Assmrrion. Die Einstellung der Feindseligkeiten erfolgte auf der gesamten Front im Chaco- Gebiet am Freitag, Punkt 12 Uhr mittags, ohne irgendwelche Zwischenfälle. Nach Deutschland desertiert Nach der Rückkehr verhaftet und verurteilt Olmütz. Vor dem Divisionsgericht in Olmütz hatte sich Freitag der 23jährige Albert Darda, zuständig nach Tvrkovice im Hultschiner Gebiet, Soldat des 3. Inf.-Reg. in Kremsier, wegen des Verbrechens der Spionage, wegen des Verbrechens der Anschläge gegen die Republik und wegen des Verbrechens der D e s e r t i o n zu verantworten. Er wurde zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Darda diente beim 3. Inf.-Regiment und flüchtete am 2. Februar d. I. nach Deutschland, ,wo er mit den Funktionären einer fremden Macht und mit den Exponenten des deutschen Nachrichtendienstes in Beziehungen trat. Er erhielt den Auftrag, in der tschechoslowakischen Armee zersetzend zu wirken und hauptsächlich die beim Regiment dienenden Hultschiner zur Desertion nach Deutschland zu verleiten und ihnen die Verhältnisse inDeutschland in denrosig- sten Farben zu schildern. Am 24. März wurde Darda, als er in Zivilkleidern nach der Tschechoslowakei zurückkehrte, von der Ostrauer Staatspolizei verhaftet. Darda wurde der ihm zur Last gelegten Verbrechen überführt. Gl« Ha«» eingestürzt Aachen. Der linke Flügel eines zweistöckigen Hauses in der Bachstraße stürzte Samstag mittags.mit ungeheurem Getöse ein. Zwei Personen wurden mit in die Tiefe gerissen und erlitten ernstliche Verletzungen, die übrigen Hausbewohner konnten sich noch rechtzeitig durch fluchtartiges Verlassen des Hauses retten. Dienstag keine Empfänge. Es wird nochmals aufmerksam gemacht, daß Dienstag, den 18. d. M., mit Rücksicht auf die konstituierende Sitzung beider Kammern der Nationalversammlung der Empfang von Besuchen bei sämtlichen Mitgliedern der Regierung entfällt. Trotzkis Sohn seit Monaten in Haft. Die Gattin Trotzkis, Nsthalia Iwanowna Trotzkaja, schickt uns aü/ Frällkreich einen Briefs'm dem sie das Gerücht bestätigt, daß Trotzkis jüngster Sohn, der im Jahre 1908 geborene S e r g e j, zu Anfang dieses Jahres in Rußland, das er nie verlassen hatte, verhaftet wurde. Die Mutter behauptet in ihrem Briefe, daß Sergej sich niemals mit Politik befaßte und sich als Lehrer an einer Technischen Hochschule in Sowjetrußland ausschließlich der Wissenschaft widmete. Auch der Briefwechsel zwischen ihr und ihrem Sohn habe nie politische Dinge berührt, übrigens habe Trotzkis Vater selber in seinen Verbannungsjahren niemals mit diesem seinen Sohn korrespondiert. Sergej Trotzki sei auch die ganzen Jahre unbehelligt geblieben. Seine Verhaftung sei nach der Ermordung Kirows und dem bekannten Prozeß gegen Sinolvjew und Kameneio erfolgt. Die Mutter ist aber davon überzeugt, daß Sergej auch mit diesen Dingen nichts zu tun gehabt und keineswegs oppositionelle Politik gemacht habe. Nach ihrer Meinung handle es sich um einen Racheakt Stalins an Sergej Trotzkis, und zwar nur deswegen, weil er eben der Sohn Leo Trotzkis sei. Schließlich bittet Genossin Trotzki in ihrem sehr ausführlichen Briefe, ihre Anregung weiterzugeben, daß eine internationale Kommission eingesetzt werden möge, die alle mit dem Morde an Kirow zusammenhängenden Repressalien prüfen und dabei auch über die Verhaftung des jungen Trotzki Material sammeln möge. Die Gleichschaltung der„Deutschen Presse" mit dem Henleinfascismus wird deutlich, wenn man die Kommentare liest, die das christlichsoziale Blatt, gestützt auf das Zeugnis recht übel beleumdeter Blätter, zu dem Egerer roten T u r n f e st beigesteuert hat. Die in der Henlein- Presse verbreitete Unwahrheit, es hätten nur 5000 Menschen am Festzug teilgenommen, die Behauptung, dies seien meist Tschechen gewesen, die Beschimpfung der tschechischen Gäste, den läppischen Witz, ein tschechischer Turner habe ein schwarz-rot-gelbes Eis zurückgewiesen, während die deutschen Genossen alles fressen, endlich als Soloschlager des Organs der Pfarrersköchinnen die Geschichte von den Massenquartieren, in denen „Männlein und Weiblein bunt durcheinander" lagen, all das findet sich in der„Deutschen Presse", die ihren giftigen Klassenhaß wieder einmal in dichten Schwaden verströmen läßt. Eine Probe für den Ton der Berichterstattung eines Blattes, das den Katholikentag anscheinend durch das völlige Einschwenken in die Hitlerfront begehen will: „Die deutschen Arbeiter machten vielfach den Eindruck, daß ein jahrelanges Arbeitslosendasein auf ihnen laste. Desgleichen sahen viele, viele Kinder aus, die zur Auffüllung des Zuges mitge- ' schleppt worden waren. Ausgenommen von diesem Allgemeineindruck waren» einige wenige Ange- s stellte sogenannter sozialer Einrichtungen. Ihr blühendes Aussehen läßt hoffen, daß auch für die Arbeiter einmal die Zeit der Krise vorbei sein werde." Endlich wird gegen die Konsumvereine gehetzt, die alles in eigener Regie besorgten, ohne den Egerer Geschäftsleuten etwas zu gönnen. Wahrscheinlich hätte man gewissen Egerer Geschäftsleuten zum Dank dafür, daß sie die Fenster verhängten, ihre Waren abnehmen sollens Die„Deutsche Presse" scheint wirklich darauf zu brennen, daß auch bei uns Zustände eintreten, wie sie in Deutschland herrschen und— der Katholikenverfolgungen wegen— doch von ihr gelegentlich kritisiert werden. Mit ihrer Politik werden die Christlichsozia- len nämlich sicher dahin gelangen. Berliner Auslands-Journalisten in der CSR. Samstag traf zu einer Besichtigung der Tschechoslowakei eine Exkursion des Vereins der ausländischen Presse in Berlin hier ein. die sich aus 26 Journalisten und 10 Damen zusammensetzt. Es handelt sich um 2 argentinische, einen belgischen, einen dänischen, 4 englische, einen finnischen, 2 französische, 2 holländische» einen italienischen, einen japanischen, einen litauischen, einen polnischen, einen sowjetrussischen, 2 schwedische, einen schweizerischen und 5 amerikanische (USA) Journalisten. Die Exkursion führt der Vorsitzende des Vereins, Louis P. L o ch n e r, der Chefredakteur der Berliner Vertretung des amerikanischen Pressebüros, Associated Preß in Berlin. Begleitet wird die Exkursion vom Legationsrat der tschechoflowakischen Gesandtschaft in Berlin, Kamil Hoffmann. Die Exkursion traf aus Berlin mit dem Karlsbader Schnellzug am Samstag mittags in der Grenzstation Bodenbach ein, wo sie für das Außenministerium durch Legationssekretär I. H. Hyka und für den Fremdcnverkchrsausschuß der tschechoflowakischen Presse von Dr. Frantisck Hofman begrüßt wurde. Hierauf setzte sie die Fahrt nach Karlsbad fort, wo sie gegen Abend eintraf. Sonntag vormittags besuchen die Gäste das staatliche Radiumbad Joachimsthal und am Nachmittag Marienbad. Montag trifft die Exkursion in P i l s en ein, wo sie die Bürgerliche Brauerei besichtigen wird und trifft dann um 18 Uhr in P r a g ein, wo sie sich zwei Tage aufhält. Der bekannte Flieger Wiley Post startete zu seinem vierten Stratösphärenflug von Kalifornien nach New Dort. Die Strecke mißt 2450 Kilometer. BekannÜich sind seine ersten drei Versuche gescheitert. Der Flugverkehr Amsterdam—Batavia. Am Samstag wurde der Flugverkehr auf der Strecke Amsterdam—Batavia(Holländisch-Jndien) eröffnet, welche Linie über, H a l le-Leipzig, Preß» b ü r g, Ä t h e n. und K a i r t> führt und 1 5.0 0 0 Kilometer lang ist, die in fünf und einem halben Tage durchflogen werden. Die Flugverbindung auf dieser Strecke besorgt die holländische Koninklijkc Luchtvaart Maatschap- pij(Königliche LuftfahrtSgesellschast), die bei uns mit der Tschechoslowaffschen Luftperkehrsgesell- schaft zusammcnarbeitet. Die Strecke Amsterdam— Batavia wird zweimal wöchentlich beflogen, am Samstag landet die Maschine in Preßburg, am Mittwoch in Budapest. Auf dem Flugplätze in Vajnoxy landete Samstag um 10.15 Uhr das Eröffnungs-Flugzeug. Auf dem Flugfelde hatten sich zahlreiche offizielle Persönlichkeiten eingefunden. Um 11.30 Uhr setzte das Flugzeug seine Reise nach Athen fort, nachdem es fünf Kilo Post ausgenommen hatte. Katastrophale Ueberschwemmnng i» Texas. Aus O v a l d e wird gemeldet: Mehrere Dörfer wurden durch die Fluten des Hochwassers z e r st ö r t und Hunderte von Personen befinden sich auf der Flucht vor der katastrophalen Ueberschwemmung. Eine große Anzahl von Personen wird vermißt. Der Sachschaden übersteigt bereits zwei Millionen Dollar. Jnsull triumphiert... Der bekannte Finanzmann Samuel Jnsull und sein Sohn sind in Chicago von der letzten Anllage wegen betrügerischen Bankerottes, die gegen sie erhoben worden ist, freigesprochen worden. Ertrunken, ertrunken... Aus Innsbruck wird berichtet: In Lienz stürzte Freitag ein vierjähriges Kind in die Drau und verschwand in den Wellen. Und noch zwei andere Kinder stürzten in die Drau und ertranken, ebenso wie ihre M u t t e r, die den Versuch unternahm, die Kinder zu retten. In Hittenau stürzte ein li4 jähriges Kind in einen Brunnentrog im Hofe. Auch dieses Kind ist ertrunken. Ungarische Spionage in Rumänien.„Petit Parisien" meldet aus Bukarest, daß bei der Untersuchung der Spionageaffäre insgesamt zwölf Personen verhaftet wurden, unter ihnen ein ungarischer Ingenieur und weiter Leutnant Antonescu, der in Giurgiu garnisoniert war. Die Spionageorganisation arbeitete zugunsten Ungarns und bemühte sich insbesondere, möglichst detaillierte Berichte über den Effektivstand der rumänischen Armee, ihre Verteilung und die Mobilisierungspläne zu beschaffen. Es gelang ihr aber nur, einige unbedeutende Details zu erfahren. Die Moskauer Untergrundbahn hat im ersten Betriebsmonat insgesamt 6,586.000 Personen befördert. Täglich werden durchschnittlich 15 0.0 00 Personen befördert. Polizei schiesst auf streikende Angestellte. Aus Omaha wird berichtet: Bei einem Zusammenstoß mit streikenden Angestellten der Tramway-Gesellschaft machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. Eine Person wurde hiebei getötet, 42 verwundet. Unter den Verletzten befinden sich auch drei Polizeibeamte, die von der Volksmenge verprügelt wurden. Ein Unglück kommt selten allein. In der ungarischen Ortschaft Szentpeterür(bei Szalaeger- seg) entstand gestern vormittags ein Brand, zu dessen Löschung die Feuerwehren aus den benachbarten Gemeinden, so auch aus Nemeflur, herbeieilten. Während die Feuerwehren aus diesem Ort« in Szentpeterür weilten, enfftand in Nemessur selbst ein großer Brand. Um die Mittagsstunden standen sechs große Wirtschaftsgebäude mit den anschließenden Stallungen in Flammen. Bon der Aussig« Handelsakademie. Die Einschreibungen in die vierklassige Handelsakademie und in die zweiklassigen Handelsschulen für Knaben und Mädchen erfolgen vom 28. Juni bis 1. Juli. Die Aufnahmsprüfungen finden am 1. Juli um halb 9 Uhr für di« Handelsakademie und um halb 10 Uhr für die Handelsschulen statt. Einschrcibüngen in bess Abiturientenkurs haben bis 1. September unter Vorlage des Reifezeugnisses zu erfolgen. Auch schriftliche Anmeldungen sind zulässig. Prospekte und Auskünfte durch die Direktion der Anstalt. Wahrscheinliches Wetter Sonntag: In den böhmischen Ländern stärkere Bewölkung, nach Gewittern Abkühlung, zeitweise Regen, auffrischender und nach Westen drehender Wind. Später vom Südwesten her wieder fortschreitende Besserung. Im Karpathengebiet Zunahme der Gewitterneigung, schwül. In der West- flowakei bereits kühler. Wetteraussichten für Montag: In den westlichen Ländern wieder besseres Wetter und tagsüber etwas wärmer: im Osten Abkühlung und zunächst unbeständig.— Luftdruckverteilung Samstag um 14 Uhr: Hochdruck: 772 Millimeter Azoren, 767 Millimeter Bessarabien, 768 Millimeter Grönland. Tiefdruck: 750 Millimeter nördlich von Irland, 751 Millimeter Bayern, 754 Millimeter Ostrutzland. Vom Rundfunk tapMüuiwartei aus den Programmen: Montag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 13.20: Arbeitsmarkt, 13.35: Orchesterkonzert auf Schallplatten, 15: Nachmittagskonzert, 18.05: Heitere Musik, 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Flösser: Das kaufmännische Bildungswesen bei uns und cm Auslande, 18.35: Prof. Mink: Führerlos auf das Matterhorn, 19.30: Uebertragung aus dem Nationaltheater: Die Teuselskäthe von Dvokäk, 22.30: Tanzmusik. Sender S: 7.30: Leichte Musik, 14.20: Deuffche Sendung: Dr. Swobc^a: Naturalistische Musik, 14.50: Deuffche Presse.— Brünn 18: Sed- lar: Streifzüge durch den Bühmerwald, 19.25: Salonorchesterkonzert, 20.35: Trampenlieder, 21.45: Mähr. Bläserquintett.— Mährisch-Ostrau 18.20: Deutsche Sendung: Arbeitersunk: Kamler: Arbeiterjugend, auf zur TatI 22.30: Tanzmusik.— Pressburg 16.30: Rachmittagskonzert. Dienstag: Prag, Sender L: 11.05: Deuffcher Schulfunk, 11.50: Schallplatten, 12.10: Operettenmusik, 16.10: Schallplatten, 18.20: Deutsche Sendung: Querschnitt durch die Revue: Schnittling auf allen Suppen, 19.10: Schallplatten aus Orpheus, 19.25: Militärkonzert, 20.25: Die Ferien sind hier, 21: Uebertragung von der Slawischen Insel: Absolventenkonzert des Konservatoriums, 22.30: Tanzmusik. Sender S: 7.30: Leichte Musik, 14.50: Deutsche Sendung: Kraut: Lehrfilm als Unterrichtsmittel, 14.85: Opernarien, 14.05: Deutsche Presse.—- Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk, Sozialinformationen, 18.20: Leichte Musik, 20.50: Salontrio.— Mährisch-Ostrau 12.30: Mittagskonzert, 18.20: Deuffche Sendung: Landwirtschaft, 20.25: Liedexkonzert.— Preßburg 21.20: Slowakische Chansons.— Kascha» 16.30: Orchesterkon- gert. Nr. 140 Sonntag. 16. Jnni 1533 x Sette 5 Heufieber Der Lohnraub in Deutschland Bon E. Aldt. Nun ist ste wieder einmal da, die schöne Zeit des Heuschnupfens, eine Leidenszeit für Tausende unserer Mitmenschen. Etwa der 20. Mai gilt als der verhängnisvolle Zeitpunkt des Beginnes. Aber da der Heuschnupfen vom Eintreten der Grasblüte abhängt, so bricht er etwas später aus, wenn das Frühjahr sich, wie heuer, verspätet hat oder der Mai kalt und feucht ist. Nun haben wir wieder Gelegenheit, die armen Serien-Nieser zu belächeln und zu bemitleiden. Mehr'zu'bemitleiden'. Denn die meisten Befallenen Ixid«n.wirklich unftr den. Begleiterscheinungen ihrer Schnupfenanfälle und sie selbst haben dabei nichts zu lachen. Freilich gibt es auch ganz leichte Fälle, die kaum beachtet werden; aber die schweren' H^uftebtrerkrcknkungen sind furchtbar quälende Zustände. Fast scheint es, als hätte die Häufigkeit dieses Leidens in den letzten Jahren zugenommen. Aber das kann auch nur daran liegen, daß merkwürdigerweise exakte Beobachtungen erst aus den letzten drei Jahrzehnten vorliegen. Ja es haben sogar erst die letzten 15 Jahre brauchbare Statistiken geliefert, wiewohl man die Krankheit schon seit Jahrhunderten kennt. Schon in der Literatur des 16. Jahrhunderts finden sich Erwägungen und Andeutungen, aber man hat den Heuschnupfen nie so recht ernst genommen und so kommt eS, daß die erste exakte Beschreibung der Zustände nicht viel mehr als hundert Jahre alt ist. Dabei ist der Heuschnupfen eine sehr häufige und verbreitete Erscheinung. AuS den Vereinigten Staaten von Amerika wird z. B. berichtet, daß es dort etwa 1% Millionen Menschen gibt, die Jahr um Jahr von diesem Leiden heimgesucht werden. Das ist mehr als ein Prozent aller Personen im Alter zwischen 10 und 60 Jahren. In Deutschland wird die Zahl der Befallenen aus etwa ein« halbe Million geschätzt. Und diese Schätzung umfaßt nur die schweren Fälle. Im Jahre 1897 wurde in Deutschland der„Heufieberbund" gegründet, mit dem Sch in Köln, der sich mit der Erforschung und Bekämpfung deS Heufiebers und mit der Unterstützung bedürftiger Mitglieder befaßt. Dieser Verband steht mit einer großen Zahl von Forschungsinstituten und Universitätskliniken in Verbindung. Zahlreiche Fachärzte zählen zu seinen Mitarbeitern. Dauerheilung, nicht nur vorübergehende Linderung, ist das Ziel aller Bestrebungen. Zu diesem Zweck mußte das Wesen der Krankheit erst einmal sehr genau erforscht werden. Dabei ergaben und ergeben sich unendliche Schwierigkeiten; denn die Krankheit ist nicht scharf zu fasten. Ist auch das Krankheitsbild im wesentlichen das gleiche, so find doch die auslösenden Ursachen sehr verschiedenartig. Es handelt sich ja hier nicht um eine Infektion oder um irgendwelche organische Veränderungen, sondern um eine merkwürdig« Reizbarkeit, eine krankhafte Ucberempfindlichkeit des sogenannten„vegetativen" Nervensystems, d. h. jener Nerven, die in ihren Funktionen unabhängig sind von unserem Wollen. Vegetative Nerven versorgen z. B. die Muskulatur des Herzens, auf dessen Schlag unser Wille keinen Einfluß hat, die Muskeln der Blutgefäßwände, die gesamte EingeweidemuSku» latur. Bon ihrem selbstherrlichen Regiment, nicht von unserem Willen, hängt auch die Tätigkeit der verschiedenen Drüsen ab, wie etwa der Speicheldrüsen, der Schweißdrüsen, der Tränendrüsen. Vegetative Nerven versorgen auch die Schleimhäute von Nase, Rachen, Mund und Augen. Staubteilchen der Lust, die auf die Schleimhäute gelangen, üben Reize aus, die auf dem Wege über diese Nerven die Schleimhäute zu vermehrter Sekretion anregen. Auch andere Reaktionen, etwa refleüorische Bewegungen der Muskulatur, werden durch solche Reize ausgelöst. Auch der nicht Ueberempfindliche wird zum Husten oder Niesen veranlaßt, wenn er etwa Insektenpulver oder gemahlenen Pfeffer einatmet. Das entspricht durchaus der normalen Reaktionsbereitschaft des menschlichen Organismus. Beim Heuschnupfen aber handelt es sich um eine besonders große Erregbarkeit jener Nerven durch Stoffe, auf welche die Mehrzahl der Menschen überhaupt nicht reagiert, und zwar genügen unmeßbar und unwägbar, ja fast unvorstellbar kleine Mengen, um eine heftige Reaktion auszulösen. Das Heufieber gehört zu einer Gruppe von Krankheiten, die unter dem Namen„Allergien" zufammengefaßt werden. Hierher gehören zahlreiche andere merkwürdige Erscheinun- gen, wie z. B. das Bronchialasthma nach dem Genuß bestimmter Nahrungsmittel, oder die schweren NeffelauSschläge mit allerlei heftigen Begleiterscheinungen, mit welchen manche Menschen auf den Genuß von Erdbeeren, Krebsen, Fischen oder Spargel reagieren, auf Nahrungsmittel also, die für die meisten Menschen absolut unschädlich sind. Man nennt die in ihnen enthaltenen Reizstoffe«Allergene". Sie alle gehören zu der großen Gruppe der Eiweiß-Stoffe. Das Heu« siebex wird auch als„Pollenallergie" bezeichnet. ReizauSlöfend wirken hier nämlich die Blütenstaubkürner oder Pollenkörner verschiedener Pflanzen, vor allem blühender Wiesengräser uno Getreidearten, dann auch verschiedene Bäume, wie der Kiefer, Robinie, Linde u. a. Alle diese winzigen, dem fteien Auge kaum sichtbaren Pollenkörnchen enthalten kleinste Mengen solcher spezifischer Eiweiß-Stoffe, und eben diese, nicht der mechanische Reiz des Staubes, lösen die oft so heftigen Wirkungen fast momentan aus. Die einzelnen Patienten verhallen sich dabei den ver- Mit Lügenberichten und gefälschten Statistiken versucht die fascisttsche Diktaturregierung in Deutschland fortgesetzt, vor der Well ein unwahres Bild von der sozialen Lage der deutschen Arbeiterschaft zu erhalten. Es wird eine Steigerung des Volkseinkommens und der Konsumkraft behauptet und dabei so getan, als ick sie in beiden Fällen durch das Wachsen des Lohn- und Gehaltseinkommen der Arbetter und Angestellten entstanden sei. Ein ganz anderes Bild vermitteln die Jahresabschlüsse der großen Jnbustriegesellschasten, soweit in ihren Berichten Angaben über die Veränderungen der Lohnsummen und der Beschäftigtenziffer enthalten sind. Eine Zusammenstellung aus einigen Zweigen der Lebensmittelindustrie sieht so aus: Süßwarenindustrie r Beschäftigte Llchnsumme 1931 46.758 75,441.490 RM. 1934 47.620 65,437.510 RM. Keksfabriken: Beschäftigte Lohnsumme 1931 2.399 4,351.710 RM. 1934 3.203 4,251.550 RM. Backwaren industri«: Beschäftigte Lohnsumme 1931 8.645 14.094.040 RM. 1934 10.277 13.504.790 RM. Daraus geht hervor, daß, obwohl infolge der Staatssubventionen in den genaunten Industrie« zweigen die Beschäftigung im Jahre 1934 stärker war als 1931, die gezählte Lohnsumme 1934 geringer war als 1931. In der Süßwareniudu- ftrie entfällt eine um 10 Millionen ReichSmark niedrigere Lostnsumme auf eine um fast 1000 Personen verstärftc Arbeiterschaft. Unter den„Systemregierrnrgeu" warm demnach die Arbeiterlohne auch in der Lebens- mittelmdustrie viel höher als im Drittm Reich der grosskapitalistischen Hitlerdiktatur! Es handelt sich dabei keineswegs um ein« Ausnahmeerscheinung in der Lohnentwicklung. Sie hat vielmehr ganz allgemein diese Richtung genommen. Als Beweis dafür sei auch ein Beispiel aus der Schwerindustrie angeführt. Im H a- niel-Konzern betrug die Zahl der Beschäftigten Lohnsumme Geschäftsjahr 1931/32 31.100 77 Mill. RM. Geschäftsjahr 1933/34 42.500 76 Mill. RM. GuteHoffnungshütt« Oberhausen Geschäftsjahr 1931/32 16.300 37.8 Mill. RM. Geschäftsjahr 1933/84 19.700 38.9 Mill. RM. Während also die Beschästigtmziffier im Hanielkonzern um etwa 35 Prozmt gestiegen, ist die gezahlte Lohnsumme sogar noch um eine Million Reichsmark zurückgegangen. Damit wird bestätigt, daß die sogmannte Arbcitsbeschaffungsaktion zu Lasten der Arbeiterschaft durchgeführt worden ist. Sie muß jetzt zu Löhnen arbeiten, die teilweise unter den Unterstützungssätzen liegen, die die Erwerbslosm unter der Regierung Hermann Müller bezogm haben. Ein« Steigerung der Konsumkraft der breiten Bevölkerung hat nicht stattgefunden. Noch viel ungünstiger wird das Bild, wenn man zu der Senkung der Nommallöhne noch die erhebliche Verteuerung dec Lebenshaltung infolge der umfangreichen Preiserhöhungen in Betracht Sicht. Angesichts dieser unerschütterlichen Tatsachen können die Erzählungen von der Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiter und Angestellten nur als das erscheinm was sie sind: T r u g- gebilde l schiedenen Reizstoffen gegenüber ganz verschieden. Die einen reagieren nur auf diese, die andern nur, oder doch hauptsächlich auf jene Grasart. Zur Blütezeit ist aber die Luft ganz beladen mit Blütenstaub. Der Wind trägt die Pollenkörner viele Kilometer weit, so daß auch in den großen Städten, in deren näherer Umgebung weder Wiesen noch Felder sind, die Lust noch Graspollen genug enthält, um Heufieberanfälle auszulösen. Die eingeatmeten Körnchen rufen schwere Schwellungen der Nasenschleimhaut hervor. ES kommt zu einer Flüssigkeitsproduktion, die zuweilen einen Taschentücheraufwand von 30 Stück und mehr im Tag notwendig macht. Dabei können gleichzeitig juckend« Schwellungen der Mundschleimhaut auftreten, schwerer Augenkatarrh mit Tränenfluß und Augenjucken, Atemnot, Bronchialkatarrh,' Fieber, Kopfschmerzen. Den schwer Heusieberkranken wird so die schönste Zeit des Jahres, die Zeit des Frühjahrs und des Frühsommers direkt zur Oual. Jeder Aufenthalt im Freien hat einen schweren Anfall zur Folge. Biele können ohne Schutzbrille überhaupt nicht aus den Augen schauen, manche müssen sich im verdunkelten Zimmer aufhalten, um sich den Zustand nur einigermaßen erträglich zu machen. Regenwetter ist vielen der Leidenden lieber, als der goldenst« Sonnenschein, weil der Regen den Staub niederschlägt und sie wenigstens für Stunden befreit aufatmen köimen. Zum Glück sind bei den meisten Befallenen die Erscheinungen nicht so schwerer Natur. Aber sie sind auch dann noch zum mindesten äußerst lästig; sie lähmen die Arbeitslust und die Arbeitsfähigkeit ist herabgesetzt. ES leiden am Heufieber weit mehr Männer als Frauen. Leicht erregbare Personen sind anfälliger als solche von ruhiger Gemütsart, geistig Arbeitende werden häufiger betroffen als Arbeiter der Hand. Erbliche Einflüsse schchnen mitzuspielen; wenigstens gehört eine bestjuWNte Konstitution zur Möglichkeit, die KrankheU.su erwerben. Dann aber scheinen verschiedene'Bedingungen beim Erwerb dieser abnormen Reaktionsform mitzuwirken. Meist erfolgt di« Sensibilisierung schon in der Jugend, besonders ost in der Puber- tätszeft, fast immer vor dem 20. Jahr. Im Alter pflegen die Reizerscheinungrn abzuklingen. Seit man sich mit den Erscheinungen des HeufieberS beschäftigt, sucht man auch nach Mitteln, die den Kranken Linderung und Heilung bringen sollen.. Eine Möglichkeit für den Kranken, über die gefährliche Zeit von Ende Mai bis Mitte Juli ohne Anfälle hinwegzukommen, ist die Flucht ans Meer, eine Seereise, der Aufenthalt auf einer vegetattonSarmen Insel oder auch im Hochgebirge. So ist Helgoland zu einer Zufluchtstätt« der Heufieberkrankon geworden, seit auf Veranlassung des Heufieberbundes das Oberland in der kritischen Zeit vollständig abgemäht wird. Denn selbst der schwerst« Anfall geht sofort vorüber, sobald der Kranke in reiner, staub- und vor allem blütenstaubfreier Luft atmen kann. Auch HochgebirgSotte wie Davos und Pontresina werden vielfach aufgesucht. Mer wie viele können sich den Luxus solcher Reisen leisten? Für die Hun- detttausende von Patienten, die auf einen OttS« wechsel verzichten müssen, sucht man Linderung in anderer Weise zu schaffen. Unter den zahlreichen Methoden der Behandlung wird die der Hauttmpfung viel geübt. Man stellt Extraste aus den verschiedznen Blütenstaubsorten her und spritzt dem Patienten diese Auszüge unter die Haut, zunächst zum Zweck der Feststellung, welche Pollenart bei ihm die Anfälle auSlöst. Besteht eine Reizempfindlichkeit der betreffenden Pollenart gegenüber, dann bildet sich ein charakteristischer Ausschlag. Hat man so festgestellt, auf welche Arten der Patient reagiert, dann versucht man, durch wiederholte Einspritzungen wachsender Mengen des Extraktes den Organismus allmählich gegen den„Giftstoff" unempfindlich zu machen, zu desensibilisieren. Diese vorbeugende Behandlung wird alljährlich in der anfallsfreien Zeit wiederholt. In vielen Fällen erzielt man Dauerheilung. Nebenbei sucht man durch eine bestimmte Diät und Zufuhr von Kalk den Organismus widerftandS- fähigcr zu machcu. Man gibt Kalkpräparate oder kalkreiche Nahrungsmittel. Besonders Nogurth, Milch, Quark und Käse werden empfohlen. Rohes Eiweiß, Alkohol, Coffein und Nikotin sind zu vermeiden. Kochsalz sucht man durch andere Salze zu ersetzen. In vielen Fällen haben sich auch Bestrahlungen gut bewährt. Man verwendet dazu Quarzlicht oder Röntgenstrahlen, auch Diathermiebehandlung kommt zur Anwendung. Eine interessante Behandlung, die in der Anfallszeit selbst durchgeführt wird, ist die Impfung mit körpereigenen Säften wie Eigenblut, Eigenharn, bei Asthma auch mit dem eigenen Auswurf beim Husten. Dieses Verfahren bringt freilich nur Linderung. Dauerheilungen sind dadurch noch nicht er- zielt worden. Ohne jede« Kommentar! „Die nationaleTapete aus echtem deutschen hakenkreuzgeprägten Leder, abwaschbar, 45 Pfennig pro Meter mit der Inschrift:„Feder gute Deutsch« grüßt morgens und abends nur noch„Heil Hitler". AuS einer sächsischen Waran-Messe. „Auch daS Uhr eng«werb« hat die volkszer- störende Zersplitterung überwunden. Ein Traum wird zur Tatsache: die deutsche Uhrenfront st-htl" Aus dem„Hamburger Fremdenblatt". „Um daS beste Blut für die Zukunft der Rasse zur Verfügung zu haben, haben wir eine Formation von arischen Blutspendern gebildet. Jedes Regiment der SS soll solch' eine Organisation erhalten. Jedem Soldaten aber müßte am Arm die Nummer der Blutgruppe eintätowiert werden, der er angehött." Dr. Biedermann, Chefarzt der Thüringer SS. „Die Torte mtt dem tzührerbild aus Sahnenguß. Auch sämtliche Reichsminister und Reichsstatthalter können in Sahnenguß auf eine Torte gespritzt werden." Reklamezettel eines Leipziger Konditor- bettiebeS. „Für dar große... Fest auf dem Heiligenberg war die Aufführung des nationalen Hei- matwerks„Grenzmark" geplant. Wie sich jetzt i m letzten Augenblick heraus st ellte, handelt eS sich bei dem Verfasser des Stückes um einen Juden... Natürlich weigetten sich die Schauspieler,... dem jüdischen Geist zu dienen." AuS der.Kurhessischen Landeszeitung"- Chinesische Bolksgeschichten Das GlaSauge. Zum reichen Herrn Tse kam eines Tages ein Mann, der sein ganzes Vermögen verloren hatte, und bat um Hilfe. Tse wollte ihm nichts geben und um ihn loszuwerden, sagte er:„Ich werde dir Helsen, wenn du meine Frage richtig beantwortest". Der Arme war damit einverstanden. Tse stellte ihm eine Frage, auf die, wie er meinte, eine richtige Antwort unmöglich war:„Welches meiner Augen ist ein Glasauge?" Der Arme dachte eine Weile nach und antwortete:„Dein rechtes Auge ist ein Glasauge". Tse war erstaunt, mußte aber das Versprochene geben. Schmerzenden Herzens tat er dies und fragte den Armen, wie er mit einem Male es. erraten konnte. Der Arme erklärte:„Ich habe es sofort erkannt, welches deiner Augen ein Glasauge ist. Es sah mich so erbarmungsvoll anl". Denken wir an die Armen! Der reiche Kaufmann Li veranstaltete ein Fest in seincni Garten. Mit dem Gelde, das ec auSgab, um seine Freunde zu bewirten, hätte man mehr als ein Hundert armer Leute satt machen können. Der Wein floß wie ein Meer, und auf der Straße gingen arme Kulis vorbei, von denen mehr als einer in den Garten hinüberschaute, wo die Reichen sich belustigten. Einer der Gäste stand auf und richtete an den Gastgeber folgende Worte: „Wir freuen uns hier und sind stolz darauf, Gott bestraft aber die Geizigen. Wir sollten in dieser Zeit auch an die Armen denken". Der Gastgeber erhob sich dann von seinem Sessel und sagte: — Du hast recht, wir sollen auch an die Armen denken.— Er ergriff sein Glas und, sich an die auf der Straße vorbeigehenden Kulis wendend, sagte:„Die Götter sollen allen euch Glück und Reichtum schenken". Die Verliebten. Ein verliebtes Pärchen schreitet über die Brücke, unter der die schweren Wellen des Bango rauschen. — Ich liebe dich,— sagte er, und ich bin bereit, es dir zu beloeisen, wie du es nur wünschest. Sage mir, von dieser Brücke ins Wasser zu springen, und ich werde herunterspringen. Sie antwortete:— Oh nein, niemals hätte ich es von dir verlangt, ich habe Angst. — Weshalb? — Ich habe Angst, daß du wirklich es tun konntest. Zwei Jahre gingen vorüber. Wieder ging das Pärchen über die Brücke. Er wandte sich an sie: — Erinnerst— du dich, vor zwei Jahren gingen Pjr auf dieser Brücke und sprachen?... '.— Ich erinnere micki sehr gut,— antwortete sie»— aber auch heute hätte ich eS von dir nicht verlangt. Ich habe Angst. — Weshalb? —- Ich habe Angst, heute tätest du es nicht mehr. Der Drache. Ein alter Künstler zeichnete sein ganzes Leben lang nur Drachen, die wie Teufel und andere Gespenster aussahen. In den letzten Tagen seines Lebens verkündete er, daß die größte und die wichtigste Drachenzeichnung bald fertig sein werde. Die Freunde, als sie es hörten, kamen zu ihm, um diese Zeichnung zu sehen. Die Zeichnung stellte Berge dar, einige Bäume im Mondschein und in der Mitte leuchtete ein See, und sonst nichts mehr. Die verwunderten Freunde fragten:«Und wo ist der Drache?" Der alte Künstler antwortete:„Er schläft auf dem Boden des Sees". BongS Antworten. Ein Taugenichts ging eines Tages über Reisfelder und Berge und begegnete seinen Freund den Künstler Dong. Dong lag zwischen den Blumen und, mit offenen Augen den Himmel betrachtend, träumte. — Warum bist du so faul geworden, du; der immer so fleißig war? Die Farben sind in den Schalen trocken geworden, und das Papier, das die ganze Zeit rein bleibt, beginnt in Sttickchen zerfallen! ftagte ihn scherzend der Taugenichts. Dong lachte auf und sagte:— Du irrst dich Fu Kiang, jetzt zeichne ich, später aber werde ich mich mtt dem Zeichnen befassen. Derselbe Aong zeichnete Blumen, Aprikosenbäume» Falken auf den Schneespitzen der Berge, Tiger im Schilfe und Schakale. Auf die Frage, warum er niemals Menschen zeichne, antwortete der verwunderte Aong:„Ich zeichne nur die Seel« der Menschen". Gesammelt von I. U l e s. Mit„Zauberdung“ behandelt wächst alles eins, zwei, drei, und trotzdem ist der„Zauberdung“ noch lang’ nicht Hexerei 1 Paket xu Kd 5*60 durch die Verwaltung der „Frauenwelt“, Prag XU., Fochova tf. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich »W)iWiwa)a>iä>a>a)a>giia>a>gK8^i8 Seite 6 „Eoziakdemokrat" Sonntag, 16. Funi 1935. Nr. 146 9| 1 Trager feitunq Die ständigen Wählerverzeichnisse Der Magistrat macht darauf aufmerksam, daß die Wählerverzeichnisse, welche jetzt aufgelegt sind, während der.ganzen Reklamationszeit also vom 15. bis zum 22. Juni(einschließlich), in jedem Haus ausgehängt werden müssen. In diesen Verzeichnissen dürfen weder Streichungen noch Ergänzungen vorgenommen werden. Alle notwendigen Aenderungen znd ausschließlich iM Wege des gesetzlichen Reklamationsvcrfahrens durchzuführen. Iümst und Wissen- Italienische Stagione— VL Mit Jules Massenits lyrisch-epischer Oper„M a n o n“, einem bekannten und beliebten Paradewerk für weltreisende Operngesangsgrößen, wurde gestern die stagione lhrica italiana des Prager Deutschen Theaters festlich beendet. Bei kritischer Nachbetrachtung dieser italienischen Opernstagione, die zwei Opern Verdis und zwei Opern Puccinis, also vier italienische Werke, sowie zwei französische Leiern umfaßte, bedauert man nur eines: daß uns die Italiener nicht auch mit älteren Werken ihrer so reichen Opernliteratur dienten. Etwa mit einer Musteroper Rossinis, Bellinis oder Donizettis oder mit einer älteren Over von Pergolesi oder Cimarosa. Denn gerade alle diese alten und älteren italienischen Opern hätten in originaler italienischer Wiedergabe authentischen Wert gehabt, hätten also das Publikum sicher noch mehr interessiert als die italienisch gesungenen Opern Verdis, Puccinis, Bizets und Massenets, die man auch an großen deutschen Opernbühnen in ausgezeichneter Aufführung hören kann. In der gestrigen„Manon"-Aufführung war es vor allem die Trägerin der Titelrolle, Sga. Mafalda Favero von der Mailänder Scala, di« den Haupterfolg davontrug. Sie ist schauspielerisch eine Manon von glaubwürdigster Echtheit, ein wenig leichtfertig, aber von leidenschaftlichster Glut in der Liebe, rührend in ihren Gefühlsausbrüchen und in ihrem Leid. Ihr glockenreiner, silbern klingender, beseelter, in der Höhe glanzvoller, im Piano bezaubernd schöner und in der. Tonbehandlung außerordentliche Kultur offenbarender jugendlich-dramatischer Sopran vervollständigte das Idealbild ihrer Manon. Vorbildlich vollkommen auch das Parlando dieser Sängerin: Gesang gewordene, im Gesangston gehobene Sprache. Wundervolle Gesangskultur, wie sid eben nur den großen italienischen Sängern eigen, dankte man Tito Schipa als Chevalier des Grieux, trotzdem dieser begnadete Künstler durch eine empfindliche Indisposition gebannt war. Aber trotz Indisposition: welche unnachahmliche Kunst'des Piano, des Portamento, Decrescendo und der Atemtechnik., Auch als Darsteller war dieser des Grieux eine Figur von Blut und Leben, von in den Bann zwingender Grüße und Echtheit der Gestaltung. Der dritte italienische Sängergast war Leo Ficciols als Lescaut, ein gewandter und lebendiger Darsteller,«in kultwierter lyrischer Bariton der guten Durchschnittsmasse. Antonino V o t t o dirigierte die Oper mit leichter Hand und rhythmischer Lebendigkeit, so daß auch die vielen Trivialitäten der„Ma- non"-Musik Massenets erträglich wurden. Unbegreiflich blieb nur eines bei dieser vom Publikum beifallsfreudig aufgenommenen Schlußvorstellung der italienischen Stagione: daß in drei Sprachen gesungen wurde, von unseren mithelfenden Sängerinnen und Sängern deutsch, von zwei italienischen Sängergästen italienisch und von dem dritten Italiener, Tito Schipa,— französisch. E. I. Bon der Deutschen Mustkakademie. Der vorgestern veranstaltete Musikabend diente in erster Linie dazu, den Komponistennachwuchs der Akademie der Oeffentlichkeit vorzustellen. Zwei neue Komponistennamen enthielt das-Programm, einen im Prager deutschen Konzertleben bereits bekannten. Alle drei Komponisten kommen aus der Schule des Rektors und Komponisten-Meisterlehrers der Musikakademie Fidelio F. F i n k e. Es spricht für den großen künstlerischen Ernst der neuen Nachwuchskomponisten der Deutschen Musikakademie, daß sie durchwegs mit Kammermusikwerken als Beweisstücken ihres Talentes aufwarteten. Elsa Grauer zeigte in einem Trio, für Violine, Bratsche und Cello vor allem Korrektheit in der Form und im Satz, während persönliche Züge in ihrer Tonsprache noch nicht zu erkennen sind. Diese vier kleinen Stücke(Präludium, Burlesk«, Liedchen und Passacaglia) für Cello und Klavier, von Alfred Schnaube!t sind zu rühmen, die in Form, Gestaltung, Satzweise und Ausdruck schon durchaus selbstsicheren Eindruck machen. Außer Konkurrenz hörte man einen Satz aus einem Klaviertrio und zwei Sätze aus einxm Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Bratsche und Cello von der ehemaligen Meisterschülerin Finkes, Frl. Friederike Schwarz, einer hochbegabten Tondichterin, die namentlich in dem Satz des Klaviertrios ursprünglichstes, kraftbolles Talent und ebenso starkes technisches Könne» offenbarte. Bei diesem öffentlichen Musikabend durften auch zwei Absolventen der Jnstrumentalabteilung ihre künstlerische Reife beweisen: der intonationssichere Trompeter Friedr. Glaser(in einem klangschönen Trompetenkonzert von Josef Haydn) und der technisch fertige, tonschöne und intelligente Cellist Jofef Merz(in einer farbenreichen Sonate von Artur Honegger). Laider war der Musikabend wieder schmählich schlecht besucht. E. I. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute Sonntag, abends halb 8 Uhr: ServuSl Servus! B 2.— Montag, halb 7: Die Flehe r m a u s, Theatergemeinde der Jugend. Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8: Das Land des Lächelns, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Mittwoch 754: Servus! Servus!, Abonnement aufgehoben.— Donnerstag 7(4: Dantons Tod. C 1.— Freitag 754: Giuditta, volkstümliche Vorstellung. Abonne- ment aufgehoben.— Samstag 754: Cosi fan tutte. im Rahmen der Festspiele neu einstudiert, B. 2.— Sonntag 754: Die Nachtigall, Gianni Schicchi, D 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute Sonntag 8: Schnittlingaufallen Suppen, Gastspiel Werbezirk.— Montag: geschlossen.— Dienstag 8: Schnittling auf allenSuppen.— Mittwoch 8: Schnittling auf allen Suppen. Abschiedsvorst^kung Werbezirk.— Donnerstag 8: Mädchen für alles, volkstümliche Vorstellung.— Freitag: geschlossen.— Samstag 8: Fremdenverkehr, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8: Ichhabs getan, volkstümliche und letzte Vorstellung der Kleinen Bühne. Der Mm Abends«m acht Das amerikanische(auch auf Prager tschechischen Bühnen gespielte) Theaterstück.Diner uai acht", dessen eine Autorin die mit dem vor Jahren verfilmten Roman„Das Komödiantenschiff" bekannt gewordene E d n a Ferber ist, zeigt zwar alle Merkmale der routinierten Mache, aber interessant ist es jedenfalls: denn es ist ein Gesellschaftsstück, das die Gesellschaft beinahe entlarvt, und ein effektvoller Reißer, der guten Schauspielern wirkungsvolle Rollen bietet. Eine Abendgesellschaft beim New Uorker Reeder Jordans soll zu Ehren eines schwerreichen englischen Lords allerhand Leute vereinen,— und die Schicksale dieser Leute, die alle dicht vor der Krise stehen und vor sich selbst oder voreinander Komödie spielen, werden aufgeblättert. Wir sehen einen Schauspieler dem Selbstmord entgegentreiben, weil er erfahren muß, daß sein Ruhm dahin ist, wir erleben den Zusammenbruch des Reeders Jordan(dessen Tochter jenen Schauspieler heimlich liebt), als er den Kampf um die Sanierung seines Unternehmens verloren sieht(und außerdem ahnt, daß ber Arzt seine Krankheit für tödlich hält). Seine beste Freundin, eine alte Komödiantin, gibt ihm den Rest, als sie aus Egoismus die Aktien.seiner Reederei verkauft, während das eitle Weibchen des Aktienkäufers ebenfalls aus Egoismus den Reeder zu retten versucht, mit dessen Hilfe sie gesellschaftliche Karriere zu machen hofft. Aber um die Sinnlosigkeit der ganzen Komödie zu vollenden, sagt der Lord, der dem festlichen Diner seinen Glanz und feine Bedeutung geben sollte, im letzten Augenblick ab. Gewiß: eine sehr konstruierte Sache, ein allzu berechnetes Verknüpfen von Schicksalen und über- demlichen Pointen. Aber doch eine Handlung, die sich bei aller knallige» Theaterkonstruktion mit der Wirklichkeit berührt: mit der Wurmstichigkeit und Hohlheit der führenden Gesellschaft, di« tont Wetterleuchten der Krise sichtbar gemacht werden. Der Hollywood-Regisseur George C u k o r hat weniger die Pointen als die schauspielerischen Möglichkeiten dieser Tragikomödie herausgearbestet. Er hat einem halben Dutzend der besten amerikanischen Filmschauspieler Gelegenheit gegeben, sich von der virtuosesten Seit« zu zeigen. Allen voran Wallace Beery, der einen brutalen Emporkömmling mit allen Zügen der Roheit, der Selbstgefälligkeit und der gönnerhaften Plumpheit charakterisiert, dann die beiden BarrymoreS: John, der den erledigten Schauspieler, und Lionel, der den erledigten Reeder fpielt,— mehr virtuos als ergreifend, aber beide höchst wirkungsvoll. Die inzwischen sehr berühmt gewordene Jean H a r l o w legt hier— man kann es nicht anders ausdrücken— ein bezaubernd ordinäres Geschöpf hin, und die inzwischen versiorbene Marie D r e ß l e r(die in Amerika berühmter als die Garbo und die Dietrich war und in ihren besten Rollen wie eine Vereinigung der Werbezirk mit der Sandrock wirken konnte), spielt die alte Komödiantin mit überzeugend drastischer Lebendigkeit.—eis— Spwt- Spül■ JCfopifpffege Bestleistungen im Stemmen der Schweizer Arbeiter-Schwerathleten Bantamgewicht: Reißen rechts 120, Reißen links 120, Stoßen rechts 150, Stoßen beidarmig 140, Reißen beidarmig 100 Kilogramm. Federgewicht: Reißen rechts 135, Reißen links 120, Stoßen rechts 165, Reißen beidarmig 150, Stoßen beidarmig 200 Kilogramm. Leichtgewicht: Reißen rechts 140, Reißen links 135, Stoßen rechts 180, Stoßen links 165, Reißen beidarmig 170, Stoßen beidarmig 220 Kilogramm. Mittelgewicht: Reißen rechts 140, Reißen links 140, Stoßen rechts 160, Reißen beidarmig 170, Stotzen beidarmig 230 Kilogramm. Halbschwergewicht: Reißen rechts 140, Reißen links 145, Stoßen rechts 170, Reißen beidarmig 180, Stoßen beidarmig 230 Kilogramm. Schwergewicht: Reißen rechts 150, Reißen links 140, Stoßen rechts 170, Reißen beidarmig 190, Stoßen beidarmig 240 Kilogramm. Wie bereits berichtet, tragen die schweizerischen! Arbeiter-Schwerathleten ihre Meisterschaften am 23. Juni in Bern aus. „Volksgemeinschaft" hört beim Geldbeutel auf Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab.».,.,. 1935 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutsche» sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bei den Spielen der DFV-Division war es in bezug der finanziellen Gebarung so, daß sich die betreffenden Klubs in dem Reingewinn teilten. Auf dem letzten a.-o. Verbandstag des DFV wurde aber mit diesem Prinzip aufgeräumt, dem platzstellenden Verein die ganze Einnahme zuerkannt und der Gastverein erhält nur das Reisegeld. Die weise Maßnahme hat nun ihre Achillesferse: Zwei deutsche Klubs, falls sie in die Division kommen sollten, werden finanziell zugrunde gerichtet, da sie in Städten zuhause sind, wo die Einnahmen nicht einmal das Reisegeld sowie die Regie decken. Das„Pr. Montagsblatt", das über diese Angelegenheit berichtete, stellt fest, daß der obige Beschluß unter„entscheidender Mitwirkung zweier Gaue und Stände(I?) zustandekam", die bei jeder Gelegenheit„ihr Volksbewußtsein" bekunden: des Westgaues(sic!) und des Nordgaues(fiel). Der Obmann des Nordgaues, Dr. Ficht!, habe sozusagen zur Begründung des Beschlusses erklärt, daß„durch die finanziellen Sorgen der Klubs der Sinn für die Stützung national bedrängter Vereine verloren gegangen sei!" Ein schönes und wirklich erbauliches Beispiel von der„Volksgemeinschaft" Henleins, unter deren Fittiche sich auch der bürgerliche Sport begeben hat. Doch— beim Geldsack hört eben die Gesinnung auf!! Trntz-Wintersport-Olhmpiade der Makkabi. in der Tschechoslowakei. Im Winter 1935/36 wird in der Tschechoslowakei eine Wintersport-M akkabiade statisinden, an der alle im Makkabi-Verband organisierten Wintersportler teilnehmen werden. Diese Wettkämpfe werden voraussichtlich zu dem gleichen Termin abgehalten werden, wie die Nazi-Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. lieber den Ort der Veranstaltung ist man sich aber nocht nicht im klaren, glaubt aber, daß sie im Keilberggebiet vonstatten gehen wird. Kommende Großveranstaltungen des schweizerischen Arbeitersports. Die wichtigsten sportlichen Veranstaltungen der nächsten Zeit sind u. a.: Am 23. Juni findet in Meiden der Straßenlauf statt; am 30. Juni öder 7. Juli wird in Baden der Kunstturnertag abgehalten; die S ch w im m-Meisterschaften werden am 27. und 28. Juli in Langenthal durchgeführt; in Zürich finden am 3. und 4. oder 10. und 11. Juli die Leichtathletikmeisters chaften statt' und gleichfalls in Zürich am 25. August der Länderschwimmkampf Belgien— Schweiz. Vereinen acfiricfUm Kreisturnfest Aussig. Allen Genossen und Genossinnen diene zur Kenntnis, daß Meldeschluß am 19. Juni ist. Anmeldungen in allen Turnstunden bei Gen. Nittel. Der Betrag von 7 KL für die Karte ist gleich zu erlegen. Auch jene, welche nicht aktiv teilnehmen wollen, können sich melden. Wir wollen in Aussig so stark als möglich teilnehmen, darum beteiligt Euch recht zahlreich.— Nächste Woche Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Uebungsstunden für Aussig. Arbeitsgemeinschaft Pankowsky im Parteiheim, Narodni tiida, Dienstag, 18. Juni, 5 Uhr, Referat Gen. Seydewitz„Diktatur des Proletariats?" PRAG „<5oaial&emofrat" Verwaltung Prag XU., Fochova tr. 62, zum Preise von 16 KL monatlich, und sende dies« Betrag nach Erhalt des Erlagscheines ein. Name!•■«■■■■■■(■■■■■ Genaue Adresse: letzte Post:••■■■■■■■■■■. Unterschrift: Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:.Abend um acht." A.— Alfa:„Späte Liebe." Tsch.— Avion:„Der moderne Robinson." A. Douglas Fairbanks.— Bcranek:„Kubanisches Liebeslied." A.— Fenix:„Fennie Gerhardt." A.—• Flora:„Von Abend bis Mitternacht." A.— Hollywood:„Bachstelze." Tsch.— Kinema: Journale,. Grotesken, Reportagen(halb 2 bis halb 10).— Koruna: i ch t e r d e r G r o ß st a d t." A. Char lie Chaplin.— Kotva:„Liebe unter Künstlern." A. — Lacerna:,Liebe unter Künstlern." A.—Passage: „Maskerade." Paula Wessely.— Radio:„D ieungetreue Frau." A. Sywia Sidney.— Staut: „Bachstelze." Tsch.— Sviitozor:„Die Abenteuer des Bulldog Drummond." A.— Bajkal:„Von Abend bis Mitternacht." A.— Belvedere:„Flucht aus dem Paradies." A. Lubitfch.— Illusion: „Solang du eine Mutter hast." Tsch. Nedosinskä.— Louvre:„Von Wend bis Mitternacht." A.— Bälde!:„Salto in die Seligkeit." D. VERLANGEN SIE 1» jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen <45 sind die allerbesten! EMPFEHLENSWERTE HOTELS UHD GASTHÄUSER: HflTFI llllir FREIWALPAU IIU I L L J U II U gegenüber dem Bahnhof Altbürgerl. Fremden heim. Speisen und Getränke in bekannter Güte. 30L Restaurant— Hotel Deutsches Haus, Mäbr.-SchSnbei Pächter KURT POPP. Saubere Fremdenzimmer. Zentralheizung, fließendes Kalt* und Warmwasser. Garagen. Autobus von und zu jedem Zuge. Anerkannt beste Küche. 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