Nr. 113. born star at Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Beitungss Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterretch- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. dmontoninis tiedumun ou do 22 test 16. Jahrg. Vorwärts And tha Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr ne beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins10 und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die 91 nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Hmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Borialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Spitzel und Geisteskranke. Wir haben nunmehr aus Nom nähere Mitteilungen er halten über den Prozeß vor dem Schwurgerichtshof von Ancona gegen Mario Bazzani wegen schwerer Verleumdung, der, wie bereits mitgeteilt, zu 72 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Es dürfte ein interessanter Beitrag zu dieser Attentatsgeschichte sein, wenn wir die Berichte des deutschen Konsuls, die am 11. März d. J. durch den Direktor im Auswärtigen Amt, Hellwig, dem Reichstage unterbreitet wurden, zum Vergleich mit dem Bericht über die Gerichtsverhandlung in Ancona in die Erinnerung zurückrufen. Bundesrats- Bevollmächtigter Direktor Hellwig im Reichstag: Die Vorgänge, die sich im vergangenen Herbst in Alexandrien ereignet haben, werden Ihnen aus der Zeitung bekannt sein. Zur Klarstellung der Sache will ich hier nur drei Berichte des Konsuls aus Alexandrien vortragen. Am 17. September berichtet er, habe er vom italienischen Konsul erfahren, durch einen Zufall feien bei einem italienischen bekannten Anarchisten, der einen Mittwoch, den 17. Mai 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Nach den Polizeispikeln die geistig Anormalen, welche Straßenbahn- Unfall erlitten habe, Papiere gefunden worden, aus Sache keine Ahnung. Den Bazzani fenne ich gar nicht, und went mit jenen zusammen ungefähr die Gesamtheit der That schriebenes Individuum sei, das viel auf dem Kerbholz habe und die Luft zu sprengen; wer hätte dem Parini geglaubt, daß auch schon in Betrugsprozesse verwickelt gewesen sei, antwortete er wirklich nur Cognac in der Spizelfüste vermutete, wenn Treves: Ich kenne Bazzanis Vergangenheit, aber schließlich nicht ein Zufall auf Bazzanis Spur geleitet hätte und wenn haben doch wohl alle Individuen, die der Polizei geheime der Ehrenmann Bazzani Zeugnis wider ihn abgelegt Informationen liefern, ein anrüchiges Vorleben." Die von Bazzani denunzierten„ Anarchisten" weisen die Angaben hätte? Wie zahlreich mögen die Fälle sein, in denen der des Spigels mit Entrüstung zurüd. Ein gewisser Franchi, von Polizeispigel dunkles Treiben bis zu Ende gediehen und welchem Bazzani genaues über die Bombenverschwörung erfahren Schuldlose oder erst von den Spizeln Angestiftete in das haben will, schwört, daß er Bazzani überhaupt nicht tenne, Buchthaus geworfen wurden! daß er niemals der anarchistischen Partei angehört und daß er erst Die Geschichte des Bombenattentats von Alexandrien zeigt aus den Zeitungen ersehen habe, was im Werte war. Der Tage- Klassisch, wie Attentate gemacht werden. löhner Polli, den Bazzani als seinen Vertrauensmann Die deutsche Preffe, die offiziöse und nichtoffiziöse, bezeichnete und der jezt als Nebentläger auftrat, hat Bazzani kennen welche seinerzeit das Attentat von Alexandrien zum Anlaß gelernt, als dieser sich auf ein socialistisches Blatt abonnieren wollte, wüster Heze gegen die Socialdemokratie nahm, sie hüllt sich das er, Polli, verkaufte. Er habe dann mit Bazzani eine Vergnügungsreise nach Kairo gemacht Bazzani trug sämtliche jetzt in tiefes Schweigen- wohl nicht das Schweigen Kosten aber von Politik oder gar von Bomben sei zwischen ihnen der Scham, denn diese Empfindung ist den Umstürzlern nie die Rede gewesen. Einen Tag nach der Entdeckung der Bomben um Stumm fremd, sondern das Schweigen verbissenen ſei Bazzani zu ihm gekommen und habe ihm geraten, alles zu ver- Aergers, daß eine treffliche Hekgelegenheit zerrinnt und Er habe jedoch daß die internationale Spigelei im hellsten Lichte offen nichten, was ihn, Polli, kompromittieren könnte. ruhig erwidert, daß er nichts zu fürchten und nichts zu vernichten bar wird. habe. Ein gewisser Tesi, den Bazzani als den Verfertiger der Bomben angab, erklärte kurz und bündig:" Ich habe von der ganzen denen hervorgeht, daß 28 namhafte, bekannte, italienische Anarchisten er mich beschuldigt, ist er ein Lump." sich nach Kairo, Port Said und Alexandrien begeben hätten; andere Parini, in dessen Laden die Bomben gefunden wurden und propagandisten ausmachen. Es fügt sich zum obigen Spigelfeien nach Palästina abgereist.( hört! hört! rechts. Lachen links.) der gleichfalls als Nebenkläger auftrat, erzählt, daß ihm eines Tages dokument, daß der bekannte Psychiater Professor Mendel Ferner fei in einer anarchistischen Versammlung beschlossen worden, den ein Araber die Kiste zum Aufbewahren gegeben habe; er habe in der Freien wissenschaftlichen Vereinigung" zu Berlin einen durch das Bombenattentat von Barcelona bekannten Anarchisten natürlich nicht gewußt, was sie enthielt( angeblich sollte sie sehr bemerkenswerten Vortrag über das Thema„ Anarchismus Bafio nach Alexandrien kommen zu lassen, vermutlich in der Abficht, Cognac enthalten), und als die Polizei bei ihm erschienen sei, wollte und Geisteskrankheit" hielt, dessen Schlüsse vielfach mit den ihn dort ein Attentat ausführen zu lassen. er, nichts ahnend, die Kifte mit einem Hammer aufbrechen. Ein zweiter Bericht vom 15. Oftober besagt, daß der deutsche Trotz dieser niederschmetternden Aussagen blieb Bazzani frech von unserer Seite stets über diese Frage ausgesprochenen AnKonsul von dem Chef der hiesigen Geheimpolizei er bei seiner Behauptung, daß von den italienischen Anarchisten that schauungen übereinstimmen. Professor Mendel führte aus: fahren hätte, daß man einer größeren anarchistischen Unternehmung sächlich ein Attentat gegen den Kaiser Wilhelm geplant war. Er auf der Spur sei. Wenn der deutsche Kaiser nach Alexandrien habe eines Tages mit dem Tagelöhner Polli Bekanntschaft gemacht kommt, sollten auf dem Mehemed Ali- Platz Bomben nach ihm und einige Tage später von ihm erfahren, daß er gern nach Italien geschleudert werden. Die Bomben seien hier angefertigt worden. zurückkehren würde, wenn er das Reisegeld befäße; er wolle den Nach Abänderung des Reiseplanes des deutschen Kaisers feien Anarchismus an den Nagel hängen und in der Heimat ein anderer die Bomben in der Wirtschaft des Hugo Parini nieder- Mensch werden." Ich sagte ihm", fuhr Bazzani fort,„ daß ich ihm gelegt worden. Wahrscheinlich sollten sie nach Palästina ge über die Anarchisten sagte. Major Treves, der von einer Verdas Reisegeld und noch mehr verschaffen würde, wenn er mir etwas bracht werden. Auch seien bereits zwei Anarchisten nach schwörung der Anarchisten gehört hatte, ermächtigte mich, dem Bout Said abgegangen und dort verhaftet worden. Die Bomben feien in eine Stifte verpackt gewesen. Als gestern der Polli 40-50 Pfd. Sterl. zu versprechen. Ich teilte das dem italienische Bicekonsul mit zwei Kawassen und anderen Polizisten in Polli mit und er erzählte mir nun, daß in Kairo ein Attentat gegen das Magazin des Parini eingetreten fei, hätte er die Kiste alsbald Wilhelm II. beschlossen worden sei. Als dann bekannt wurde, daß erblickt.( Heiterkeit links.) Parini aber hätte auf das entschiedenste der Kaiser seinen Reiseplan geändert habe und nicht nach Aegypten geleugnet, den Inhalt zu kennen, er hätte behauptet, ein Unommen werde, wollte ich die Verbindung mit Polli abbrechen. bekannter hätte sie hingestellt. Er hätte dann einen Hammer riet mir jedoch, auszuharren, da er erfahren habe, daß die ergriffen, angeblich, um die Kiste zu öffnen, sicherlich aber in der Ab- Anarchisten sich nach Palästina begeben wollten. Die Bomben seien ficht, sich und seine Umgebung in die Luft zu sprengen.( Lachen bei bereits zu Parini geschafft worden und sollten von dort aufs Schiff den Socialdemokraten.) Nachdem Parini daran verhindert und vergebracht werden. Auf Befragen des Präsidenten mußte Bazzani schließlich zu zu sein. Außer ihm seien noch acht weitere Anarchisten verhaftet, geben, daß er selbst die Bomben angefertigt habe, um das hätten aber sämtlich jede verbrecherische Absicht geleugnet. In der Vertrauen der Anarchisten zu erwecken und Beweismaterial Kiste waren zwei Bomben enthalten, die sowohl durch eine Zünd- gegen fie in Händen zu haben. Er habe der Menschheit schnur wie durch Aufwerfen auf den Boden zur Explosion gebracht einen Dienst erweisen wollen und würde heute das, was er gethan habe, noch einmal thun. werden konnten. Jede Bombe wog 2 Kilo 130 Gramm und war mit etwa 26 Revolverpatronen groben Kalibers geladen. Nach der Beweisaufnahme begann das Plaidoyer des Vertreters Der dritte Bericht ist vom 24. Oktober datiert und sagt, daß rifierte und den Angeklagten als ein verlogenes, verworfenes, geder Nebenkläger, Adv. Ascoli, der das Spigelwejen scharf charakte= der bereits mehrfach erwähnte Anarchist Vasio auf dem Dampfer fährliches Subjekt bezeichnete. Während die gemeinen Verbrechen Dampferisierte Malta eingetroffen und verhaftet sei. Außer einem richtigen, hätte oft unbestraft bleiben, bemühe sich die Polizei, politische Verer noch einen ziveiten Baß auf den Namen Campanelli bei sich ge= führt und auch seine Koffer so gezeichnet. Bei ihm versteckt sei ein brechen zu erfinden und arme, ehrliche Lente ins Unglück zu Verzeichnis der Personen gefunden worden, die zu seinen Reisekosten stürzen. Man habe Alarmnachrichten in die Welt hinausgeschickt, mit beigetragen hätten und das seien dieselben, die in Alexandrien Aussicht genommen und war auf dem besten Wege, zehn Familien für die Entdecker der„ Bombenverschwörung" Ordensdekorationen in verhaftet worden seien. Es könne keinem Zweifel unterliegen, vollständig zu ruinieren. Bazzani habe ganz allein die Bomben daß ein Attentat geplant gewesen sei. Ein Sachverständiger habe angefertigt und den nichts Böses ahnenden Polli in eine Falle locken die Gefährlichkeit der Bomben untersucht und festgestellt, daß, wenn die Explosion in der Luft erfolgt wäre, die Patronen nach unten wollen. Auch nicht ein Atom von all' dem, was er ersonnen habe, gewirkt, und beim Aufschlagen der Bombe die Sprengteile der Wände sei wahr gewesen. Auf den Chef der Geheimpolizei von Alexandrien ließ der Redner manchen Seitenhieb fallen. Zuletzt beantragte er das Nötige verrichtet hätten. gegen Bazzani das Schuldig und eine strenge Verurteilung. Der Staatsanwalt schloß sich dem Advokaten der Nebenkläger in jedem Punkte ant und schilderte den Angeklagten aus feinen Strafatten als einen Menschen, dem man jedes Verbrechen zutrauen könne. Auch er beantragte das Schuldig und eine strenge Bestrafung Bazzanis. Die Rede des Verteidigers des Angeklagten mußte angesichts der ganzen Sachlage sehr matt ausfallen. haftet wurde, hätte er unter heftigsten Drohungen erklärt, Anarchist Er Den Geschworenen wurde eine einzige Frage vorgelegt. Ihre Beratung dauerte nur 10 Minuten; sie sprachen den Angeklagten schuldig unter Bewilligung mildern der Umstände. Bazzini wurde darauf zu 7 Jahren, 6 Monaten Zuchthaus und zu den üblichen Nebenstrafen verurteilt und für 3 Jahre unter Polizei- Aufsicht gestellt. Angesichts der anarchistischen Mordthaten und Bombenattentate, die meist der Ausfluß einer blinden, zwecklosen Zerstörungswut seien, läge selbst dem Laien der Gedanke nahe, daß es sich hierbei um Thaten von Wahnsinnigen handeln müsse. Unzweifelhaft gebe es unter den Anarchisten auch viele geistig ge funde, sogar begabte Menschen, das Gros dieser Gruppe, zu der übrigens nicht wenige bewußte Verbrecher gehörten, bildeten jedoch Personen mit nicht normaler Ideenrichtung. Sie unterschieden sich in die Paranoiker, die sich durch ihren Größenwahn und ihre Verfolgungsideen in höherem oder niedrigerem Grade kennzeichneten, aber trotzdem Intelligenz, gutes Gedächtnis und andere Geistesgaben aufwiesen, und die Geistes schwa chen, von angeborenem Schwachsinn Betroffenen, die schwer begreifen könnten und wegen ihrer geistigen Minderwertigkeit von Kindheit an Zurückseßungen erfahren mußten. In diesen Leuten bilde sich dann ein ge= wisses Rachegefühl gegen die gesamte Menschheit aus, da sie nicht im stande seien, die Ursache ihrer Mißerfolge im Leben in sich selbst zu suchen. Die Paranoiter feien unter den Führern der Anarchisten start vertreten, die Geistesschwachen gäben das eigentliche Material für die Propaganda der That. Marat, Nobiling, Most gehörten zur ersten Klasse, sie wiesen die charakteristischen Symptome der Selbstüberschätzung und des Verfolgungswahus auf, wie ihre Reden und Schriften deutlich bekundeten, Hödel, Caserio, Luccheni, Leute, die es im Leben nie zu etwas gebracht, seien der zweiten Gruppe zuzuzählen. Der Einfluß des Alkoholismus, aber auch der der anarchistischen Presse spielte in der Geschichte der Schreckensthaten eine große Rolle. Wenn zum Beispiel die Mostsche Freiheit" wiederholt aufforderte, ruhig und im großen die Rasse von Ungeheuern, die das Heft in Händen haben, mit allen Mitteln der modernen Wissenschaft zu vernichten", so müsse das auf schwachsinnige, sich verfolgt wähnende Menschen eine aufreizende Wirkung haben. Leider schene man jetzt bei anarchistischen Verbrechen, ans Furcht, einen Werbrecher der gerechten Strafe zu entziehen, vielfach noch, die Frage nach dem Geisteszustand des Attentäters aufzuwerfen. Freilich wäre eine der= artige Untersuchung auch vom Standpunkt der Bekämpfung des Anarchismus weit praktischer. Ein Narr, der im Irrenhause ende, fände teine Nachahmer, ein Anarchist, der am Schaffot sterbe, gelte in seinen Kreisen als Märtyrer, sein Tod glorifiziere in den Augen seiner Gefimungsgenossen seine That und sporne sie zur Nachahmung und zur Nache für die Hinrichtung ihres Genossen an. Der Propaganda der That werde dadurch neuer Nährstoff zugeführt und der notwendige Kampf gegen den Anarchismus er fchwert. " " Wir brauchen nicht besonders zu betonen, daß der Kampf gegen den Anarchismus vor allem ein Kampf für die sociale und geistige Hebung des Volkes und gegen die politische und wirtschaftliche Reaktion sein muß. Der niederöstreichische Landtags- Standal. Bericht der Schwurgerichts- Verhandlung in Ancona: Mario Bazzani steht unter der Anklage der schweren VerTeundung, weil er im Oftober 1898 in Alexandrien in Aegypten einen gewiffen Ugo Parini und andere einer Verschwörung gegen das Leben des Kaisers von Deutschland beschuldigt und angebliche Beweise der Verschwörung erbracht hatte, indem er in den Laden des Parini ein Kistchen mit zwei Dynamit bomben hineinschmuggelte. Der Verhandlung wohnte auch der deutsche Konsul, Herr von Bremen, bei. Von den von der Staatsanwaltschaft geladenen Zeugen, die sämtlich in Aegypten wohnen, war keiner erschienen. Bazzani ist ein kleiner, fetter Mann von etwa 40 Jahren; er hat eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich und war als Polizeifpizzel berüchtigt. Die Beweisaufnahme be Mario Bazzani, der von der Reaktionspresse aller Länder schränkte sich im wesentlichen auf die Verlesung der Aussagen der gefeierte Entdecker des Bombenanschlages ist entlarvt worden als nicht erschienenen Zeugen. Der englische Bergbau Ingenieur Lynn war einer Anfertiger der Bomben und elender Denunziant. Aber es sind -st- Wien, 14. Mai. der drei Sachverständigen, die den Inhalt der Bomben untersuchen ihm vom Gericht mildernde Umstände bewilligt worden. sollten. Um festzustellen, wie die Bomben gewirkt hätten, wenn sie und wir begreifen dieses; denn wenn der Chef der Geheimpolizei Im niederöstreichischen Landtag ist es vorgestern zu einem angezündet worden wären, beschloß man, zwei kleinere Bomben zu Bazzanis verbrecherische Vergangenheit sehr wohl kennt und Austritt der gesamten Opposition getommen. konstruieren. Lyun verschaffte sich zwei kleine eiserne Halbfugeln und dennoch diesem Lumpen erhebliche Geldsummen über- Die Abstinenz ist im öftreichischen Verfassungsleben keine unbekannte wollte sie von dem arabischen Zinngießer Machmud zusammenlöten giebt, um anarchistische Verbrechen auszuspüren, so bietet Sache; sind doch derzeit nicht weniger als vier Landtage RumpfLehrling, der die Arbeit mit Leichtigkeit machte. Als Lynn sich jene elende Kreatur. Denn das Verhalten des Polizeichefs Slovenen. Aber die Abstinenz entspringt da überall politisch- nationalen lassen. Da dieser keine Zeit hatte, schickte er seinen 15jährigen dies Verfahren allerdings eine gewisse Entschuldigung für förperschaften: Im böhmischen Landtag fehlen die Deutschen, im tirolerischen die Italiener und im istrianischen und Görzer die über die Geschicklichkeit des Burschen wunderte, erzählte der lettere, daß er vor einiger Zeit im Laden seines Meisters eine läuft geradezu auf eine Anstiftung zu derartigen Verbrechen, Motiven, sie ist die legte Waffe des Volksstammes, der in der Minorität ist und sich vergewaltigt fühlt. Mit derlei Motiven hat ganz ähnliche Arbeit gethan und zwei weit größere Halb- wie Bazzani begangen, hinaus. fugeln zusammengelötet habe; die Kugeln feien für einen Europäer Und nur einem Zufall ist es zu verdanken, daß der Austritt der Opposition aus dem niederöstreichschen Landtag bestimmt gewesen, der sich für einen Beamten der Elektricitäts der Polizeispiel und nicht unschuldige Leute schwerer Strafe gar nichts zu thun; hier find es weder nationale, noch politische Besteht doch Gesellschaft ausgegeben habe. Da der Lehrling auch die Wohnung verfielen. Und wäre nicht der Sachverständige Lynn auf den Gründe gewesen, die den Austritt veranlaßt haben. des Europäers genau angab, fonnte bald ermittelt werden, daß selben Lehrling des arabischen Zinngießers, der Bazzanis die Opposition im Landtage aus den verschiedenartigsten Parteien Bazzani der Besteller der Arbeit war. Bomben hatte anfertigen helfen, gestoßen, was wäre geschehen? und Gruppen: Großgrundbesitzern, Liberalen, Socialpolitikern und In mancher Hinsicht interessant ist die Aussage des Chefs der Die Konsulatsberichte unseres Direktors Hellwig zeigen, wie Deutschnationalen aller Arten. Was diese Parteien, die mit einander Geheimpolizei von Alexandrien, Major Emil Treves. Treves nicht die geringste Verbindung haben, zur Flucht aus der Landstube ist östreichischer Unterthan. Er machte dem italienischen Vicekonsul das Netz der Anklage über die angeblichen Attentäter zufanımen veranlagt hat, ist der Ekel über das schmähliche Treiben, das die Burdese nach den von Bazzani erhaltenen Informationen von der gezogen worden wäre. Als die Polizei bei Parini eintraf und christlich- sociale Mehrheit Sizung für Sigung aufführt Verschwörung gegen den deutschen Kaiser Mitteilung. Als Burdese dieser den Hammer ergriff, um die Stifte zu zerschlagen, da ge- und das von einem nichtsnuzigen Präsidium nicht nur toleriert, ihn darauf aufmerksam machte, daß Bazzani ein schlecht angeschah es sicherlich in der Absicht, sich und seine Umgebung in sondern sogar mitgemacht wird. Der Schritt hat mit Politik " " " " philosophischen Systems, das die Deutsche Tageszeitung Nur Lumpe bezahlen Steuern das ist der Inbegriff eines zur Nettung ihres Gebieters, des Frhrn. von Wangenheim ersonnen hat, des reichen Mannes ohne Einkommen. Menu Herr v. Wangenheim keine Einkommensteuer bezahlt, fo erfüllter". schreibt Lediglich seine P Licht gegen den Staat und würde pflichtwidrig handeln, wenn er aus den Staat, was Blatt, falscher Scham oder aus sonstigen persönlichen Rücksichten ein Einkommen wirtschaftliche Lage des ländlichen Grundbesizes angabe und versteuerte, das er nicht erworben. Ferner würde er ein Iurecht insofern begehen als er die allgemeine falsch darzustellen mithilfe." nichts zu thun, politisch war er auch eine Dummheit, er ist einfach Kompromiß, der den Junkern zwar auch noch Vorteile bietet, hinzu, destilliere alles sorgfältig durch die Nase und serviere es dann der Ausbruch eines geradezu physischen Widerwillens, der jeden an- jedoch in geringerem Maße. Dieser Kompromiß wurde auch in einer fritischen Schüssel den Herrenhaus- und kein Gericht der ständigen Menschen bei diesem Gebahren erfassen muß. Man hat im Auslande auch eine recht undeutliche Vorstellung von dem Hause bestätigt. Welt wird etivas Anstößiges in solcher Sprache finden. Die Abstimmung über die§§ 8 und 16 gab zu einer Teil der Wendungen, die man sonst dem Reichstag zu spenden pflegt, Willst du aber ein übriges thun, so widme dem Herrenhaus einen von dem eigentlichen Wesen der Wiener christlich- socialen Partei. Verführt durch amerikanische, englische, belgische Beispiele, hält man lebhaften Geschäftsordnungs- Debatte Anlaß. Sie war näm Rede z. B. von Feuerwanzen, Misttäfern und Nachtgeschmeiß- und vielleicht den Wiener„ christlichen Socialisms" für eine wohl unlich auf der Tagesordnung" der heutigen Sitzung nicht aus das Herrenhaus wird dich preisen für den fernigen Erdgeruch deiner flare, aber gewiß aus jittlichen Motiven entsprungene Bewegung. drücklich erwähnt. Es steht da einfach:" Die Beratung wird Sprache. Nur vor einem hüte dich vor dem Sprachgebrauch der Das ist nun ganz falsch; diese Christlich- Socialen haben nichts mit fortgesezt mit§ 20 a. Und nun meinte der Abg. Richter mit lassischen Philosophie, vor dem Denken und Sprechen im Geist der dem Christentum, und schon gar nichts mit dem Socialismus zu Recht die Abstimmung könne unter solchen Umständen nicht Humanität das läßt sich das Herrenhaus nicht gefallen, dann wird schaffen. Es ist einfach die uralte schwarzgelbe Pfaffenpartei, vorgenommen werden, wenn ein Mitglied des Hauses wider es bitterböse und beweist seinen Daseinszweck, indem es klagt. modernisiert durch den Antisemitismus. Der Jude" ist der Vor fpreche. Formell ist das unzweifelhaft richtig. Vom Prästwand, die Hauptsache ist die Pfafferei. In Wien genügt es, die denten und einigen Mitgliedern des Hauses ward hiergegen Deutsches Reich. vernünftigste Sache als eine" jüdische" zu bezeichnen, und der Rechtstitel für ihre Bekämpfung ist gegeben. Jüdisch" ist die geltend gemacht, daß der Präsident gestern abend bei der Reichstags- Vertagung. In der 16. Kommission des Reichs moderne Schule, füdisch" ist die Goldwährung, jüdisch" ist die mündlichen Angabe der Tagesordnung die Abstimmung an- tages teilte am Dienstag Abg. v. Frege( erster Vicepräsident) Vivisektion," jüdisch" ist die Bildung: kurz, hier braucht man feine gedeutet habe. Der Präsident appellierte schließlich an mit, daß über eine Vertagung des Reichstages von der Regierung Argumente, hier nennt man den mißliebigen Mann einen Juden", das Haus- was freilich eine Inkonsequenz war, denn gerade ob noch kein Beschluß gefaßt sei. die unangenehme Sache jüdisch", und damit ist die Polemik erledigt. Das Haus nach Mehrheitsbeschluß zu entscheiden habe oder ob der Nun ist es flar, wenn es in der Ordinärheit keine Grenzen giebt; Widerspruch eines einzelnen genüge, die Abstimmung zu ber man schimpft zuerst Jud" und fährt bald mit Sanjud" fort. hindern, war ja der in Frage stehende Punkt. Indeß die Steht also im niederöstreichischen Landtag ein gegnerischer Ab- Mehrheit wollte den Präsidenten nicht ins Unrecht sehen und geordneter auf und versucht es, den Antisemiten irgend welche unangenehme Wahrheit zu sagen, so wird er einfach entschied sich für die Abstimmung. niedergebrüllt und niedergeschimpft. Es giebt wohl keine Spelunke in Morgen Fortsetzung und zwar beginnt die Sigung um Wien, wo in einer Stunde so oft Lausbub", Bagage" Gesindel", 1 1hr, nicht schon um 11, wie angedroht worden war. Das " Saujud" und andere Unflätigkeiten gerufen werden, als in jener Präsidium hat also die Hoffnung, die zweite Lesung vor gefeggebenden Körperschaft. Und vor gar keinem Pfingsten durchpeitschen zu können, offenbar aufgegeben. Menschen macht diese Roheit halt. Da fitzt im Landtag der Professor Eugen v. Philippowich, der bekannte Nationalökonom, findet sich ein leidiger Druckfehler. Statt„ das Amendement ( Im Reichstagsbericht der Sonntagsnummer be der nicht nur ein Mann von großer Bildung, sondern auch( gegen das Stumm so fräftig gesprochen) ging nicht durch" von ungemein verbindlichem Wesen und großem Taft ist. muß es heißen:„ ging trobem durch", was sich übrigens Gerade das aber bringt die Antisemiten in Wut. Herr v. Philippowich braucht sich zum Worte zu melden, aus dem Zusammenhang ergiebt.) und der Standal geht los. Man hat dem großen Gelehrten ebenso gut schon Ochs" wie„ Geistesprog" zugerufen; jüngst hat ihn einer der Kneipenabgeordneten als„ krovotischen Professor" bezeichnet, und haben numehr die ersten acht Paragraphen der Kanal- fittlich, weil es persönlich pflichtwidrig ist, zweitens weil der freche", der unverschämte Mensch" find ihm gegenüber ganz vorlage famt allen Abänderungsanträgen und damit das ganze landläufige Beschimpfung en. Der Rektor der Technit, der Professor Gesetz zu Fall gebracht. Die Ablehnung des§ 1 erfolgte in Kid, wird gewöhnlich der Kick mit dem Judasgeficht" genannt, und was der Abg. Noste, einer den Antisemiten verhaßtesten Lente, der Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses mit 17 schon angehört hat, das würde man selbst in einer Strizzi- Bersammlung gegen 11 Stimmen. Die beiden konservativen Parteien und nicht vertragen. Kurz, die Sizungen des Landtages sind der schänd- drei Centrumsmitglieder bildeten die Majorität. Die anderen lichste und widerlichste Skandal, der jemals in einem Vertretungstörper Paragraphen wurden mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt. getrieben wurde. Die Konservativen haben den Kanal abgelehnt, obwohl Das Aergste ist jedoch, daß die Vorsigenden des Landtages die militärischen Sachverständigen die Notwendigkeit des Kanals an diesem Treiben die größte Schuld haben. Das Präsidium des für die Vaterlandsverteidigung aufs schärffte betont haben. Landtages wird nicht gewählt, sondern vom Kaiser ernannt. Die Ernennungen stammen mun aus der Zeit des Baden i her, und fic Bei fünftigen Militär- und Marinevorlagen wird man an diese sie find wirklich ein Erbstück jener verruchten Zeit. Der Landmarschall konservative" Vaterlandslosigkeit" denken. ist ein zu Grunde gegangener Adeliger, der das Gehalt des Land- Die Angelegenheit scheint einen Konflikt zwischen Regierung heraus. Auf diese Weise können kluge Agrarier sogar Spielverluste marschalls als Versorgung erhält und naturgemäß kein anderes Bestreben und Konservativen zu bedeuten, der nur durch die Unter- im Klub der Harmlosen mußbringend anlegen. Denn jede Ausgabe hat, als bei der Majorität Lieblind zu bleiben. Und der Landmarschall- werfung eines der beiden Teile zu lösen ist. Aber es scheint verbessert ihr Vermögen insofern, als sie ihr steuerbares Einkommen Stellvertreter ist der Wiener Vicebürgermeister Stroba ch, ein Sterl auch nur so. Miquel hat für die zweite Lesung im Plenum vermindert. von einer Unbildung, Roheit und Manierlosigkeit, wie sie selbst in der eine Erklärung des Gesamtministeriums in Aussicht gestellt. christlich- jocialen Partei nur selten erreicht wird. Eine unerhörte Partei- Wir vermuten, daß man schließlich doch handelseins werden wird. lichkeit dieses Präsidiums hat nun den Austritt der Opposition ver- mit ausgiebigen Stompensationen" werden die Konservativen anlaßt. In einer der lezten Sigungen erhob der Abg. Noske gegen die Majorität den Vorwurf, daß sie trotz ihrer Versicherung, die gewonnen werden. Ihre Sprödigkeit hat nur den Zweck, den Steuern nicht zu erhöhen, die Binstreuzer" erhöht habe. Liebesfold zu steigern. " Die vaterlandslosen Konservativen Tas empfindliche Herrenhaus. Das war ein einfacher Lapjus, denn das Land hebt überhaupt feine Sinstreuzer"( eine Art der Besteuerung von Gebäuden) ein; der Redner meinte die Umlage", die Zuschläge zu den direkten Steuern, die thatsächlich seit der Herrschaft der Chriftlich- Socialen wiederholt und namhaft erhöht worden sind. Daraufhin erhob sich der Landesausschuß Steiner, ein berüchtigter antisemitischer Streber, und nannte den Abgeordneten Noste einen perfiben und gemeinen Lügner" denn von einer Inrichtigkeit oder Unwahrheit redet man in den Kneipenlandtag natürlich nicht. Herr Nos te verlangte mun vom Vorsitzenden die Genugthnung" eines Ordningsrufs wider den Beleidiger. Und was that der Vorsitzende, eben jener Strobach? Er erklärte vom Size des Vorsitzenden, Herr Steiner habe recht gehabt, denn der Abgeordnete Noste sei ein perfider Lügner, für ihn gelten nicht die parlamentarischen Regeln, sondern er misse anders behandelt werden als andere Menschen! treten. Wäre das Herrenhaus nicht da, so fäme die AnklageUnd als die Opposition gegen diese freche Verlengmung aller parlamentarischen Anstandspflichten eine Verwahrung vorbrachte, erwiderte der Landmarschall, jener gekaufte Baron Gudenus, sein Stellvertreter hätte ganz recht gehabt und es sei mir nützlich, wenn er in der Führung der Geschäfte„ Energie" bethätige! Das war felbst der ermüdeten und gequälten Opposition zu viel: fie verließ den Landtag mud ist mum zwei Sitzungen nicht erschienen. Politisch hat die Sache natürlich keine Bedeutung, denn der Landtag wird ohnedies in Kürze geschlossen werden. Aber es ist doch nüßlich, wenn man auch im Auslande von der entsetzlichen Verwahrlojung aller unserer öffentlichen Sitten Nachricht bekonunt. Der politische Stampf ist in allen Ländern mit unreinen Montenten durchsetzt; jeder Strom führt auch Schlamm mit sich. Aber so aus schließlich mit Mitteln der Gemeinheit, der Verleumdung, der Beschimpfung zu arbeiten, wie es die Wiener Antisemiten thun: das ist wohl noch niemals erlebt worden. Mit diesem Gesindel sich berumschlagen müssen, das ist wirklich eine schwere und widerliche Arbeit! * Wien, 16. Mai. Landtag. Die Großgrundbefizer und die liberalen Socialpolitiker sind abwesend, die Deutschnationalen dagegen find größtenteils erschienen. Abg. Kaiser erklärt namens der deutschen Volkspartei, diefelbe hätte beschlossen, an der Abstinenz nicht teilzunehmen, da die Interessen des Deutschtums im Landtage nicht gefährdet feien und spricht die Erwartung aus, daß die Rechte der Abgeordneten gewahrt und die Verhandlungen unter Bermeidung versönlicher Beleidigungen geführt werden. Politische Uebersicht. Der Reichstag, Berlin, den 16. Mai. Als das preußische Herrenhaus den gänzlich un parlamentarischen Entschluß faßte, dem Justizminister die Straf verfolgung von vier socialdemokratischen Blättern zu gestatten, fühlte es fich durch eine Schmeichelei und durch die Feststellung einer Thatfache gekränkt. Die Blätter hatten das Herrenhaus eine Institution genannt, von der selbst seine Mitglieder nicht wissen, wozu fie eigentlich auf der Welt ist." Man muß zugestehen, daß dieses Zu trauen so hoher Einsicht von unserem Standpunkt aus ein faft ungehörig starkes Kompliment ist. Aber die Herrenhäusler wahren sich gegen den Verdacht ernsthafter Selbsterkenntnis und sie beweisen durch die That, daß sie einen Daseinszwed haben: sie erhalten der Justiz die Möglichkeit, auch einmal ein Parlament flagend zu verbehörde niemals zu der Ehre eines parlamentarischen Mandates. Sodann aber fühlten sich die Edlen durch die Feststellung beleidigt, daß die Auffassung, gewisse Menschenklassen seien nur als Mittel für die Zwede anderer auf der Welt, als unfittlich bezeichnet wurde. Rein Zweifel, daß die Herrenhäusler diese Auffassung haben der Kampf gegen die Freizügigkeit wird ja mur deshalb geführt, weil die Edlen ein unveräußerliches Recht auf billige Arbeitskräfte zu haben glauben und es ist weiter eine wissenschaftliche Thatsache, daß diese Klassenmeimmg im Sinne der Klassischen deutschen Ethik als die Unjittlichkeit an sich zu betrachten, wie die Junker in ihrer Jugend an jeder Universität hätten lernen fönnen, wenn sie hätten lernen wollen. Es verrät recht spaßhaft den Grad der Bildung der Herren, daß fic diese Andeutung einer für jeden in Den Kultur Traditionen erzogenen Menschen selbstver ständlichen sittlichen Auffassung als ein Unerhörtes empfinden, als ein extremes Beispiel jocialdemokratischer Frechheit. Eigentlich soll hier unter allerhöchster Genehmigung des Herrenhauses die deutsche flassische Philosophic vors Gericht geschleppt werden, indem man die Beurteilung der Junkerpolitit ant ethischen Maßstab für straffällig erflärt. Wenu diese schriftstellernden Leute, die wir wahr fcheinlich alle im Grunde unseres Herzens verachten" wie Freiin der Sprache philosophischer Herr v. Manteuffel versicherte Bildung ihre Urteile aussprechen, dann halten das die ahnungslosen Gemüter der Herrenhäusler für eine nur urit schweren Etrafen abwaschbare Schmach. Warum sprechen sie in Hajiischen Traditionen, warum erinnern fie Das aber ist eben die Schuld der schriftstellernden Lente". an jene jittliche Auffassung, die einst in der Wiedergeburtszeit Preußens das Welt begeisterte? Die schriftstellernden Leute" hätten sich auf das Niveau der Junker bemühen sollen, sie hätten ihre Kritik in der Junkersprache schreiben sollen, dann wären die Herrenhäusler entzückt gewesen, sie hätten Geist von ihrem Geist verspürt. Gerade die Verhandlung über die Strafanträge giebt einen der heute seine Beratung mit§ 20a begann, ist auch nicht Sinweis, in welcher Weise man fünftig das Herrenhaus in die über§ 20a hinausgekommen. Also ein einziger Para Debatte zichen muß, wenn es den Herrenhäuslern gefallen soll. graph ist das Ergebnis dieser Sizung. Allerdings ist auch Wir stellen nach dem Stenogramm cine mustergültige Auslese aus die Abstimmung über§ 8 vorgenommen und der mit ihm dem Laufejungen"-Stil zufammen, den wir, wenn wir fünftig von zusammenhängende§ 16 erledigt worden, allein so viel steht jener erlauchten Körperschaft reden, unbedingt anvenden müssen, auf jetzt doch fest, daß an Beendigung der zweiten daß wir nicht mit der Staatsanwaltschaft in Berührung fommen. Lesung eines Gesetzes, das 164 Paragraphen enthält, in den Auf fünf Spalten des Stenogramms finden wir die folgenden abelzwei Tagen, die uns vor den Pfingstferien höchstenfalls übrig geflügelten Worte: sind, nicht mehr gedacht werden kann. Die§§ 8 und 16, die von der freiwilligen Versicherung der Betriebsbeamten und außerdem der Handwerksmeister, Kleingewerbetreibenden usw. handeln, sind angenommen worden, was für die Betreffenden eine Liebesgabe auf Kosten der Arbeiter bedeutet. Diese freiwillige Versicherung ist eine so vorteilhafte, daß die Befürchtung, fie könne zum Gegenstand der Spekulation gemacht werden, durchaus nicht unbegründet erscheint. Anzapfungen- Frechheiten- Ungezogenheiten gemeine Angriffe Gemeinheiten( Berichterstatter Küper). Gemeinheiten mit Berachtung hinweggehen( Graf von Schlieben). Gemeinheiten Pflichtwidrig handelt, wer Steuern zahlt! Ein Agrarier kann, darf und muß kein steuerbares Einkommen haben sonst handelt er pflichtwidrig, der zudem die Landwirtschaft in den gräßlichen Berdacht bringt, fie sei nicht notleidend. Steuerzahlen ist un reich sein und doch bettelarm scheinen das ist agrarische es gegen das Interesse der Landwirtschaft verstößt. id SteinSunst, agrarische Pflicht, agrarische Sittlichkeit. Herr v. Wangenheim bezahlt teine Einkommensteuer, weil er eben aus seinem Rittergut tein Einkonunen herauswirtschaftet. Er hat ein schuldenfreies Vermögen von 400 000 M., empfängt allein aus der Branntivein- Liebesgabe jährlich über 16 000 m., er hat ein Gut vor 767 Heltar mit einent Grundsteuer- Reinertrag von 2628 M. aber kein Einkommen. tommt, das hat neulich der konservative Reichs bote" verraten. Wie bei anderen Agrariern dieses Steuerwunder zu stande Man zieht einfach die gesamten persönlichen Ausgaben von den Einnahmen ab, und rechnet auf diese Weise kein Einkommen wenn er eine ausführliche Wirtschafts- Bilanz veröffentlichte, auf daß Herr v. Wangenheim würde sich ein großes Verdienst erwerben, alle Welt das Kunststück lerne, vermögend ohne Einkommen zu sein, und in die Lage komme, die Pflichtwidrigkeit des Einkommen- Steuerzahlens nicht mehr begehen zu müffen. ( or off d Jus Zuchthaus! Eine systematisch organisierte Verhinderung Arbeitswilliger betreibt der Verband der Dresdener Metallindustriellen. Er hat sich Formulare für Verrufserklärungen anfertigen lassen, deren Wortlaut die„ Sächliche Arbeiter- Zeitung" wiedergiebt: Anzeige über den Bors und Zuname! Geburtsort Beruf geboren den Beschäftigt im Betriebe als Jezige Wohnung. " vom Zur Beachtung. A bis B 1. Die Anzeige hat mit größter Gewiffenhaftigkeit und Unparteilichkeit zu erfolgen. 2. Der Erstatter der Anzeige übernimmt für dieselbe die volle moralische Verantwortung. 3. Dieselbe ist stets von dem Herrn Chef selbst oder dessen Stellvertreter zu unterzeichnen. 4. Es ist bei der Erstattung darauf Bedacht zu nehmen, daß die Nachweisstelle nicht in die unangenehme Lage versetzt wird. jemand wegen eines verzeihlichen Vergehens die Werkstätten der Verbandsmitglieder zu schließen. Weshalb erfolgt die Anzeige? Erscheint derselbe unpünktlich zum Beginn der Arbeit? Bleibt derselbe des öfteren kürzere oder längere Zeit von der Arbeitsstelle fern? Ist derselbe liederlich in der Arbeit? Ist derselbe nugeschickt in seiner Profession? Sonst aber fleißig? Ist derselbe Trinker? the slig a) Gewohnheits. b) Seitweise? Ist derselbe kontraktbrüchig? Beendete er eine übernommene Arbeit nicht? Ist er Scher, Wühler, Krakehler oder unbotmäßig gegen Vorgefeßte? Erfolgt die Anzeige wegen eines besonderen Vorfalles? a) vegen Arbeitseinstellung? b) wegen Vergreifens an einem Vorgesetzten? c) wegen anderer Veranlassung? Waren mehrere bei dem Vorfall beteiligt? Ist der Angezeigte als Rädelsführer, Leiter sc. des Vorfalles anzusehen? Ift dem Vorfall ein streifartiger Charakter beizumeffen? Giwaige Beteiligte oder Zeugen des Vorfalles nebst Angabe der jezigen Wohnung derselben? Welche Bestrafung wird für angemessen erachtet? a) Verwarming? b) Sperrung auf Zeit und wie lange? c) Sperrung dauernd? Es ist anzuführen: Etwaige Bemerkungen. a) ob ordnungsmäßig vom Arbeitgeber entlassen? b) oder ob die Arbeitsstätte vorschriftswidrig verlassen wurde? Unterschrift des für die Anzeige Verantwortlichen. Diese Mobilisierung des Hungers gegen alle Arbeiter, öffentlicher Standal Aeußerungen, die die sich nicht willenlos dem Unternehmer unterwerfen, dieje jeder Censur spotten( Graf v. d. Schulenburg- Beegen- Berstörung des Koalitionsrechtes durch eine Organisation dorf). wirtschaftlichen Meuchelmordes, diese schamilose Ausbeutung Waschzettel, die von einem dunkeln Ehrenmann geschrieben des Rechtes des Stärkeren mit Hilfe einer im Dunkeln richtenwerden derartig gemeines Machwerk diesen jämmerlichen Leuten gegenüber derartigen Blödfimm derartige Gemeinden und vernichtenden Vehme, gegen die der Arbeiter wehrDer§ 20a, um den heute hauptsächlich gekämpft ward, heiten derartige Schändlichkeiten( Frhr. v. Manteuffel). Tos ist, diese Verurteilung ohne Verhör des Angeklagten, die ist in politischer Beziehung wohl der wichtigste des ganzen Schandartikel( Graf v. 3ieten- Schwerin). ,, administrative Verbannung" in das Elend der Arbeitslosigkeit, Gesetzes. Er betrifft die Verteilung der„ Gemeinlaft" und der Wenn diese Schmutzblätter mich mit ihrem Schmuß bewerfen dieser Unternehmer- Terrorismus wird gewiß den„ Ehrenplay" „ Sonderlast" des angesammelten Vermögens der Versicherungs- das Dümmste, was in die Welt geschickt wird Niederträchtig in dem Zuchthausmaterial des Grafen Posadowsky erhalten. anstalten das heißt die Frage, wieweit die Unterſtügung teiten( Freiherr v. Malzahn). Man sieht: Der Zuchthauskurs hat gerade die Wirkung der Versicherungsanstalten in den agrarisch- junkerlichen Diese Beschimpfungen der Schmutzblätter aus Schlesiengehabt, gegen die er gerichtet ist. Er hat den Terrorismus diefer erbärmlichen fleinen Wurstblätter dieser erbärmlichen ins ungemessene gesteigert, freilich nur den Terrorismus Distrikten durch die Versicherungsanstalten der industriellen Machwerke( Freiherr v. Manteuffel). Streise zu gehen hat. Die Regierungsvorlage hatte auch hier Bewerfen mit Schmus( Freiherr v. Malzahn). der Arbeitgeber er hat zu der Verhinderung Arbeitswilliger Unser Unternehmertum hat wieder den Junkern sehr fette Liebesgaben zugedacht, wie on Man nehme also diese gebildeten Wendungen, rühre sie gut im größten Maßstabe ermutigt. " seiner Zeit im Vorwärts" des näheren ausgeführt war. In durcheinander, thue reichlich Achs hinzu, nehme einige Graf wahrlich eine sehr schlimme Meinung von unserer Regierung, der Kommission kam es, nach lebhaften Debatten, zu einem Bücklersche Dreschbilder und Stummsche Laufejungen- Phantasien daß sie so sest auf die Gunst zweierlei Rechts baut. = Man muß bedenken, daß Herr Witowski die antisemitischen ob Socialdemokratie und Berlepsch- Kongrek. In der Prostituierten bewohnten Häuser. Das Polizeipräsidium habe zu präsidenten in Königsberg, ob er als Borgesetzter der Münchener Post" finden wir die folgende intimere Darlegung nächst Listen, die allerdings höchst unvollkommen waren, zur Ver- Redacteure der antlichen Kreisblätter Strafantrag stellen wolle. über die Gründe der Nichtteilnahme der Socialdemokratie an dem fügung gestellt, dann aber seien die Listen verweigert worden mit Da der Regierungspräsident die ihm zugeschriebene Vorgesetzten Berlepschschen Unternehmen. Unser Parteiblatt erinnert an den Be- folgender Begründung: eine Verdrängung der Prostituierten aus stellung nicht besaß, so konnte er dem Staatsanwaltswunsche schluß der Konferenz, daß die Teilnahme der Socialdemokraten ihren Wohnungen liege teineswegs im fittenpolizei- nicht entsprechen. Der Staatsanwalt aber gab seinen Plan höchst wünschenswert sei und darauf hinzielende Verhandlungen mit lichen Interesse und führe nur zu Anhäufungen unfittlicher nicht auf. Er wandte sich an sämtliche Kreisblätter Oftunserer Reichstagsfraktion einzuleiten seien. Dann heißt es: Personen in anderen Kirchengemeinden." preußens, legte ihnen den verbrecherischen Artikel vor, Diese Verhandlungen erfolgten durch persönliche Be- Darob natürlich große Entrüstung im Weinberge des Herrn. sie sich nicht beleidigt fühlten. Einige Kreisblatt- Redacteure fühlten sprechungen, die ein Mitglied des leitenden Ausschusses der Die übrige Menschheit aber hat einmal den merkwürdigen Fall zu sich nunmehr beleidigt. Im Juni vorigen Jahres hatte der StaatsKonferenz mit einigen unserer Abgeordneten im Reichstagsgebäude verzeichnen, den Ansichten der Polizei zustimmen zu können. anivalt 7 Beleidigte, die den erforderlichen Strafantrag stellten, beihatte. Daraufhin versammelte sich unsere Reichstagsfraktion am letzten Mittwoch, um die Angelegenheit noch einmal eingehend eine wütende Protestversammlung veranstaltet. Sie nahm folgende von den sieben Strafantragsstellern, die mithin gar Gegen die Partei Witowski haben die Berliner Antisemiten famunen. Jedoch der Angeklagte machte Schwierigkeiten: Es sei mur allgemein bon Streisblättern" die Rede gewesen, nicht nicht zu verhandeln. Bei dieser Verhandlung stellte sich nun folgendes heraus: Seitens des Geschäftsträgers der Konferenz wurde Resolution an: strafantragsberechtigt seien. Nun fügte es sich, daß Herr Die im Lokal Königshof versammelten Wähler des zweiten zugestanden, daß bei der Auswahl der ein= Berliner Wahlkreises, ohne Ausnahme Anhänger der Berliner Schöne auf Sommerurlaub ging, fein Stellvertreter stellte geladenen Socialdemokraten eine bewußte Bewegung und den staatserhaltenden Parteien angehörig, weifen erfahren einmalt one aus der Sommerfrische das das war im August v. J. Aber Tendenz gewaltet hatte. Wollte man diesen Fehler gut machen, so müßte der Socialdemokratie, deren Teilnahme man die von Herrn Geheimrat Bitowski zur Begründung seines Mig- als der Erste Staatsanwalt Schöne erfolges aufgestellten Behauptungen als völlig unzutreffend zurüd. 3urüdkehrte, nahm er das Verfahren von neuem auf. Im Defür notwendig erkannt hatte, vor allem volle Freiheit in Bezug Die Bersammelten sprechen ihre Empörung aus über die schweren zember fonnte er statt 7 volle 21 fich beteiligt beleidigt ostpreußische auf die zu delegierenden Personen zugestanden werden. Anstatt Beleidigungen der durchaus fönigstreuen Männer, die der Berliner Kreisblattredacteure producieren; 15 Kreisblattredacteure ließen ihn dessen wollte man die Zahl der einzuladenden Socialdemokraten Belegung folgen. Die Berliner Bewegung wird weiterhin Vaters noch immer im Stich! Doch nun sollte nicht länger gefadelt werden, auf fünf beschränken, so daß sie von vornherein eine die Anklage ward erhoben. Neue Hindernisse aber stellten sich der land, Christentum und Monarchie hochhalten." ,, unschädliche" Minderheit bleiben mußten, und außerdem behielt Aburteilung des Uebelthäters in den Weg. Das Landgericht lehnte die klage ab, weil die Möglichkeit vorliege, daß die Blätter, welche Strafantrag gestellt hätten, nicht gemeint seien, während diejenigen, welche gemeint sein könnten, feinen Strafantrag gestellt hätten. Doch die Sache hatte auch hiermit noch kein Ende. Das Oberlandgericht hob ohne jede Angabe von Gründen" den Beschluß des Landgerichts auf und verwies die Klage an das Schöffengericht. Dieses verhandelte jetzt endlich nach mehr denn Jahresfrist seit dem Erscheinen des Artikels. Der Angeklagte führte den Wahrheitsbeweis. Es war ihm nicht schwer, allerlei Auslassungen von Kreisblättern beizubringen, die zu Gewaltthätigkeiten gegen Socialdemokraten auffordern. Der Amtsanwalt beantragte 400 m. Geldstrafe. Das Schöffengericht sprach frei, indem es sich dem Zweifel des Landgerichts bezüglich der Berechtigung der Strafanträge anschloß. Der Verlauf dieses Strafverfahrens zeigt den Scharfmachern, wie unberechtigt ihre Klagen über unzureichendes Eingreifen der Justiz im Stampfe wider den bösen focialdemokratischen Feind ist. Die Justiz verrichtet vielmehr wahre Wunderwerke. Der Staatsantvalt in Halberstadt hat gewiß keine Mühe gescheut, um eine den Junkern freilich unangenehme Feſtnagelung des gesetzwidrigen Verhaltens ihrer Presse zu ahnden. Bedeutet auch der Ausgang des Prozesses eine Niederlage des Staatsanwalts als Juristen, so ist sicher, daß er den Beifall der Amtsblätter und ihrer Hinterfaffen finden wird, derjenigen Amtsblätter, denen kein Vorgehen gegenüber der Sozialdemokratie scharf genug erscheint. sich der leitende Ausschuß auch noch vor, über die Annahme oder Nichtannahme der seitens unserer Reichstags: Fraktion vorgeschlagenen Personen endgiltig zu entscheiden. Demnach wären die teilnehmenden Socialdemokraten nach vie vor weniger die Delegierten der Arbeiterbewegung, als die Ausgewählten der Herren v. Berlepsch und seiner Freunde gewesen. Eine solche Stellung war für die Socialdemokraten nicht möglich und schloß von vornherein eine gedeihliche Wirksamkeit im Interesse der Arbeiterbewegung aus, das allein uns zu einem Zusammenwirken mit einer socialpolitisch so gemischten und so wenig Aussicht auf irgendwelche praktische Er gebnisse bietenden Gesellschaft hätte veranlassen können. Diese Sachlage fonnte durch die Art, in der die Verhandlungen seitens maßgebender Personen der Konferenz geführt wurden und die ver schiedentlich den Eindruck der Zweideutigkeit und Unzuverlässigkeit erweckte, nicht verbessert werden." Die bürgerliche Preffe, die den albernen Vortvurf erhob, der Beschluß der Fraktion beweise, daß der Socialdemokratie an pofitiver Arbeit nichts gelegen sei, hat nun Gelegenheit, den Grad ihrer Ehrlichkeit zu beweisen. M Hochhalter" demokratischer Tendenzen bezichtigt hatte. Im Zeichen des Grafen Büdler werden die empörten Königstreuen mun wider der Partei Witowsti ins Feld ziehen. Kriegerverein und Maifeier. Einem Mitgliede des Kriegervereins zu Pirmasens in der Pfalz ging dieser Tage folgendes Schriftstück zu: Mitglied Krieger und Veteranen= berein Pirmasens In Treue fest. Pirmasens, 6. Mai 1899. des Bayer. Kriegerbundes und der Pfälz. Kampfgenossenschaft. Herrn... hier. Es wurde uns der Beweis erbracht, daß Sie an der socia tistischen Feier am 1. Mai teilgenommen haben und wurden Sie hierwegen in heutiger Sigung nach§ 8 der Statuten aus obigem Verein ausgewiesen. Im Auftrage Joders, Schriftführer. Warum war der Mann Mitglied der Pfälzischen Kampfgenossenschaft"! Das Gespenst des allgemeinen Maximal Arbeitstages Professor Dr. Schmoller ist auf Bräsentation der Berliner wittert die„ Berliner Korresp." in dem Beschluß der Reichstags- Universität durch landesherrlichen Erlaß vom 6. Mai an Stelle des Kommission, daß alle Verkaufsstellen in der Zeit von 9 Uhr abends verstorbenen Geheimen Justizrats und Professors Dr. Paul Hinschius bis 5 Uhr morgens geschlossen sein müssen. Sie befürchtet, daß in in das Herrenhaus berufen worden. Konsequenz dieses Beschlusses allen anderen Eriverbsthätigen bis Socialistischer Sieg bei Jumungswahlen. Aus Straß Friedenskonferenz. Die Konferenz wird Donnerstagmittag hinauf zum Gelehrten und Beamten" die gleiche Fürsorge zugedacht burg i. E. wird uns geschrieben: Bei den am Sonntag in 2 Uhr eröffnet werden. werden könnte und erwartet eine leidenschaftliche und weit- Straßburg stattgehabten Wahlen der Mitglieder des Gesellen- Die Nichteinladung des Papstes zur Konferenz hat verzweigte Oppofition" gegen die Ordnung der Dinge", die ge- ausschusses der neugegründeten Baugewerfs- Jnnung errang die Folge gehabt, daß auf Anordnung des Kardinals Rampolla der schaffen würde, wenn der Kommissionsbeschluß Gesez würde". Der Normal Arbeitstag von 16 Stunden, der nach dem Kombie organisierte ſocialiſtiſche Arbeiterschaft der Reichslandshäuptstadt päpstliche Internuntius Tarnasst im Haag seinen Posten verlassen Komeinen neuen Erfolg. Die von ihr aufgestellten Kandidaten wurden und sich nach Luxemburg begeben hat. missionsbeschlusse eventuell geschaffen werden könnte, ist ein so mit durchschnittlich etwa 275 Stimmen gewählt, während eine von Die vor einiger Zeit erschienene Broschüre Der ewige wesenloses Gespenst, daß sich vor ihm sicher kein Gelehrter und mit den Unternehmern proponierte Liste sich mit ganzen 6 Stimmen be- riede", in welcher Professor v. Stengel, bekanntlich deutscher Ausnahme etlicher Proletarier unter den staatlichen Eisenbahnbeamten, gnügen mußte. Die Baugewerks- Jnnung ist die größte der in Delegierter auf der Haager Friedenstonferenz, sich in scharfer Weise auch kein Beamter zu fürchten hätte, ebenso wenig wie die Masse Straßburg bestehenden Innungen. gegen die Möglichkeit einer Abrüstung ausgesprochen hat, wurde, der gewerblichen Arbeiter von einer solchen Fürsorge" irgendwie iie die B. W. St." erfährt, von der russischen Censur berührt würde. Schlimm genug, daß es überhaupt noch Arbeiter giebt, für die eine solche Fürsorge als erforderlich erachtet verboten. Dies zeigt, wie arg es die russische Regierung verdrossen hat, werden und als Wohlthat erscheinen fann; ebenso schlimm aber, daß ein ministerielles Organ im Staate der Socialreform sie als schäd daß Deutschland einen solchen Delegierten nach dem Haag entlich bekämpfen zu müssen für angebracht hält. sendet. Der verblaßte Heiligenschein Santt Manchesters umstrahlt jetzt das Haupt des Staatsretters in der weiland Köller'schen Korrespondenz. Eigentlich gehört der Mann in die Freifinnige Beitung". Berdünntester Staatssocialismus erscheint ihm ja bereits als die Etablierung des Bukunftsstaates. " Die gute alte Reaktion. Der Frantf. 8tg." wird geschrieben: Wenn sich auch die philosophische Fakultät der Berliner Universität weigerte, dem Dr. Ar ons die venia legendi zu entziehen und dabei ausgesprochen hat, daß er als Lehrer der Phyfit feinerlei Gelegenheit habe, in seiner Lehrthätigkeit politische Anschaumgen zum Ausdruck zn bringen, so kann man doch nicht daran zweifeln, daß seine Tage als Privatdocent gezählt find. In letter Instanz entscheidet das Ministerium und dieses scheint ja doch an eine social bemokratische Sonderphysik zu glauben, deren Verkündung ex cathedra das Deutsche Reich erschüttern könnte. Uns erinnert die Sache aber an ein Kolleg über Physik, welches der berühmte Physiker Dove viele Jahre Objektive Aufreizung. Der Prozeß gegen den Drefchgrafen hindurch an der Berliner Universität las, und das ich im Jahre 1849 Bickler hat mit der Freisprechung des Mannes geendigt. Es ist besuchte. Als Dove von der Reaktionskraft, d. h. von der immer anzuerkennen, wenn ein Gericht der Freiheit des Wortes keine Lehre vom Rückstoß der Körper, sprach, sagte er:„ Meine Herren, Schranken bereitet. Allerdings wollen wir es troßdem niemandem die stärksten Reaktionsmaschinen sind die Kanonen. Die raten, im Vertrauen auf dieses Urteil in Bücklerscher Bildersprache Zuhörer, die noch ganz unter dem Eindruck der Märzbewegung etiva den Kapitalismus zu bekämpfen. Das Gericht fand in der des Jahres 1848 und deren gewaltsame Unterdrückung standen, Drefchrede zwar objektiv eine Aufreizung, verneinte aber den Dolus. brachen in lebhaften Jubel aus, und der Wiz des Professor Der Graf sei sich nicht bewußt gewesen, strafbar gesprochen zu Dove fand schnell die weiteste Verbreitung. Er wurde auch, haben. wie spätere Zuhörer versicherten, unter die stehenden Wige Es ist ein sehr seltener Fall, daß ein Gericht in solchen Fällen des Kollegs aufgenommen und fand jedesmal lebhaften das subjektive Verschulden, den Dolus des Angeklagten verneint. Beifall bei den Studenten. Damals herrschte in Preußen das Das geschicht fast mur, wenn ein medizinischer Sachverständiger Ministerium Brandenburg- Manteuffel und ihm folgte in die Verhandlung erfolgreich eingreift. Weit eher herrscht die die Aera Manteuffel- Westphalen, aber keine von diesen Neigung, bei objektiver Nicht strafbarkeit die subjektive Verfehlung Regierungen, deren Herrschaft noch heute als die Zeit der schwärzesten anzunehmen. Die Praxis des Eventualdolus ist geläufiger als die Reaktion gilt, dachte darau, Herrn Prof. Dove wegen feiner in der subjektiven Nichtschuld. solcher Weise kundgegebenen Gesinnung zu verfolgen, ja nicht einmal feine Stellung als Lehrer der Phyfit in der Kriegsakademie wurde dadurch beeinflußt. " Die Deutsche Tageszeitung" entnimmt aus dem Prozeß die Moral, daß sich die Juden nun die Empfindlichkeit abgewöhnen mögen. Ein probater Rat, der auch allen übrigen sich leicht beleidigt fühlenden Elementen ans Herz zu legen ist. Die HerrenChronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. häusler werden alsdann nicht klagen, wenn man die Arbeiter aufHildesheim. Von der Anklage der Majestätsbeleidigung fordert, fie am Stragen zu faffen und nach Bücklerschem Rezept zu freigesprochen ward hier der 21 Jahre alte Arbeiter Guſtav behandeln. Man wird hinfort Gesellschaftsklassen und Institutionen Thiemann, Derselbe foll, während er vorigen Herbst an dem giftige Eiterbeulen nennen können, ohne daß ein irgend jemand unruhig wird. Und Arbeiter, die schlagt den Hund tot" einem Bahnbau der Gewerkschaft Hildesia" bei Diefholzen arbeitete, Unternehmer zurufen, werden ebenso wenig 54 Jahre Zuchthaus seinem Logiswirt gegenüber wiederholt feindselige Aeußerungen zubiftiert erhalten, wie das Glogauer Gericht den Grafen Bückler über die oberen Gesellschaftsklassen und den Kaiser gemacht haben. verurteilte, weil er erklärte, es schade gar nichts, wenn ein jüdischer Wohnung und Kost 10 M. schuldig blieb, wurde er von ihm wegen Wucherer Prügel bekomme. Die Unternehmer, die Herrenhäusler Majestätsbeleidigung und Betruges zur Anzeige gebracht. Die mögen fich eben die Empfindlichkeit abgewöhnen, wenn einmal ein Straflammer erblidte in der angeblichen Majestätsbeleidigung Wort im Bücklerstil fällt. Die Deutsche Tagesztg." wird num hoffentlich für die Verbreitung dieser trefflichen Ansicht nach Kräften wirken. lediglich ein politisches Urteil über den Kaiser, welches die Grenzen des Erlaubten nicht überschritten habe, weshalb Freisprechung erfolgte. " " Herr v. Stengel aber darf stola sein auf die seiner Schrift widerfahrene Chrung. Son st werden in Rußland gute Schriften tonfisciert. Herrn v. Stengels Geschreibsel hat solche Würdigung nicht verdient. Die offizielle Liste der Teilnehmer an der Friedensfonferenz ist erschienen. Sie ist in franzöfifcher Sprache gehalten und alphabetisch geordnet, beginnt mit Deutschland und endet mit der Türkei. Vertreten sind 26 Staaten durch 98 Delegierte. Die meisten Delegierten haben Rußland und die Türkei, nämlich je 8. Danit fommen Deutschland, Destreich, Frankreich mit je 6. Bulgarien figuriert besonders in der Liste mit zwei Vertretern, unabhängig von der Türkei. Bei Montenegro hingegen ist auf Rußland verwiesen. Von überseeischen Staaten sind repräsentiert die Vereinigten Staaten, Merito, Perfien, Siam, China und Japan. Der russische Botschafter Staal überbrachte dem holländischen Minister des Auswärtigen, de Beaufort, den Newsfi- Orden als Dank des Zaren für die Vorbereitung der Konferenz, und besichtigte hierauf das„ Huis ten Buſch". In diesem Palast sind alle Vorbereitungen zum Empfange der Konferenz getroffen. Ausland. Wahlrechtskampf in Belgien. Brüssel, 13. Mai. Die beiden Linken- Parteien der Kammer und des Senats bersammelten sich am Freitag und beschlossen die folgende Resolution: „ Das neue Wahlgesez, das die Regierung durchsetzen will, ist verfassungswidrig, weil es in den verschiedenen Streisen des Landes eine verschiedene Wahlordnung schafft, und dies dem Princip der politischen Gleichheit widerspricht, welches durch den Artikel 6 der Verfassung gewährleistet wird. Der Entwurf ist lediglich ein Parteianschlag, um die heutige Regierung am Ruder zu erhalten. Darum haben die vereinten Linken beschlossen, sich dem Wahlrechtsprojekt zu widerseßen und zwar mit allen möglichen Mitteln. Sie haben beschlossen: 1. die Bertagung der Kammer zu fordern, um die Regierung zu drängen, ein Wahlgefeß vorzulegen, das der politischen Gleichheit entspricht und für das ganze Land gleich ist; 2. daß, wenn die Vertagung nicht angenommen wird, die zwei Linken der Kammer und des Senats an der Beratung des Wahlgesetzes keinen Anteil nehmen wollen." Diese Resolution ist unterzeichnet von Emile Dupont, Wie der ,, Reichsbote" den italienischen Lochspitzel Bazzani Wegen Majestätsbeleidigung, Beleidigung des Landbetitelt, der das ägyptische Bombenattentat angefertigt hat: Urheber gerichtspräsidenten Korn und des aufsichtsführenden Amtsrichters der Bombenattentats Entdeckung in Alexandria". Die Leser jing hatte sich der Gerichtsdiener August Brodhaus des„ Neichsboten" müssen also nach wie vor glauben, daß der aus Gelsenkirchen vor der Straftammer in Essen zu verantworten. Tornay Detilleur( fonf. lib. Senatoren), Houzeau de Hallunte, welcher das famofe Attentat auf den deutschen Kaiser er Der Angeklagte war früher Gerichtsdiener bei der Staatsanwalt- Lehaye( rad. Senat.), Leon Defuisseaug( soc.- dem. Abg.), funden hat, eigentlich ein Wohlthäter der Menschheit ist, welcher schaft in Dortmund; er wurde jedoch im Disciplinarverfahren von Ferdinand Flechet, Dr. Gillard( rad. Abgg.), Leopold ein abscheuliches Verbrechen entd edt hat. Was für Verbrecher jenem Amte entbunden. Brodhaus legte gegen dieses Urteil Be- agnart( joc.- dem. Abg.), Georges Lorand( rad. Abg.), sind doch die italienischen Geschworenen, daß sie diesen rufung beim Ministerium ein, was zur Folge hatte, daß das erste Emile Vandervelde( foc.- dem. Abg.) Ferner wurde die Ausgabe und Verbreitung eines Manifestes Biedermann, boten" denken. Es Die beleidigten ostpreußischen Kreisblätter. # Frankreich. Aus Paris, wo sich jetzt die Dreyfus- Affaire ihrem Ende ent gegen neigt, liegen heute die folgenden Mitteilungen vor: Paris, 16. Mai. Duruy nahm gestern abend seine Ges schichts vorlesungen in der polytechnischen Schule wieder auf. Den Zöglingen war diesmal nicht mit der entsetzlichen Strafe des Verweises gedroht worden, von der der biedere Freycinet in der Kammer mit einem Ausdruck von Grauen in Miene und der den deutschen Reaktionären so angenehme Urteil aufgehoben wurde, indes wurde der Angeklagte an das AnitsEmpfindungen bereitete, zit fieben Jahren sechs Monaten gericht in Gelsenkirchen strafweise versetzt. Verschiedene Male, als beschlossen. Zuchthaus verurteilt haben! Es geht nichts über einen das Gespräch auf das Disciplinarverfahren fam, soll sich Brockhaus hübschen Titel und Namen, wird die fromme Redaktion des Reichs- in der Trunkenheit beleidigende Aeußerungen über den Kaiser und et ss feine direkten Vorgefegten gestattet haben. Der Angeklagte erklärte Die Konsistorialordnung von 1573 fängt an, den frommen vor Gericht, ein guter Patriot zu sein und nie solche Aeußerungen Herren Berlins unbequem zu werden. Auf der Berliner Kreissynode, gethan zu haben. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme für die gegenwärtig tagt, wurde auch das beliebte Thema der Kirchen- überführt erachtet. Das Urteil lautete auf sieben Monate not in Spreebabel behandelt. Die Mittel des Kirchenbauvereins Gefängnis und Amtsentsegung. flössen ausschließlich der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche zu. tomme aber die llumöglichkeit hinzu, Kirchbaupläge zu erwerben, weil infolge der unglückseligen Spannung, die die Kosistorial- Eine Anklage, wie sie die junkerlichsten Junker des preußischen Geberde gesprochen hatte, sondern der kommandierende General ordmung von 1573 hervorgerufen, die Stadt den firchlichen Herrenhauses in ihren fühnsten Socialistenvertilgungs Träumen hatte ihnen troden bedeutet, etwaige Lärmmacher würden unverzitg Vertretungen auch für deren gutes Geld Plätze, die zum ersehnen, erhielt unser Parteiorgan in Halberstadt, die lich aus der Schule gestoßen und als gemeine Soldaten ein Infolgedessen hielten die fühnen Jesuiten Kirchbau geeignet find, nicht verkauft. Wenn es fo Arbeiter- Zeitung". Dieses Blatt brachte im April vorigen Jahres gereiht werden. „ Gaulois" versucht glauben fommen sollte, daß die legte gerichtliche Instanz gegen die einen dent Vorwärts" eutnonintenen Artikel Aus Agrarierland", schüler den Mund wie die Löwen. Kirche ausfallen sollte und die Stadtfynode gezwungen fein follte, der eine Schilderung der politischen Zustände in Ostpreußen zu machen, Duruh habe seinen Vortrag mit einer Art Entschuldigung begonnen; das ist erlogen; Duruh sagte fein Wort über den die von der Stadt empfangenen Gelder zurückzuzahlen, dam wiffe enthielt. Der Artikel schloß mit folgenden Säßen: er nicht, wie man aus den Schwierigkeiten herauskommen und" Da man die socialdemokratische Agitation fürchtet, wird in 8wischenfall. den Kreisblättern und in einzelnen schon verteilten finanziell operieren sollte. Paris, 16. Mai. Figaro" weist in seinem heutigen Artikel Auch die Prostitution wurde vor das Forum der frommen Flugschriften offen au Gewalttätigteiten gegen über die Dreyfus- Angelegenheit darauf hin, daß auch Cuignet Es wird trotzdem vor dent Kaffationshofe erklärte, das Schriftstick cette canaille Versammlung gezogen. Die Kommission habe es für ihre Aufgabe unsere Genoffen aufgefordert. flott an die Arbeit gehen!" de D.." beziehe sich sich keineswegs auf Dreyfus. Dieser D. sei ein gehalten, möglichst eingreifend dem Unwesen und Umsichgreifen der Prostitution zu steuern. Ersteres Ziel habe die Kommission verfolgt durch Diese Säße gaben, wie wir dem genannten Parteiblatt ent- Subalternbeamter Namens Dubois, welcher MilitärAnstellung einer christlichen helferin, die bis jetzt vier Ge- nehmen, Anlaß zu einem höchst sonderbaren Strafverfahren gegen attachés verschiedene unwichtige Dokumente ausgeliefert habe. Dies meinden zur Verfügung gestellt ſei, letzteres durch Einwirtung firchlich den Redacteur der„ Arb.- 8tg." Der Erste Staatsanwalt in Halber- gehe auch aus einem in dem geheimen Aftenbündel befindlichen gesinnter Männer auf die Hauswirte der von stadt, Herr Schöne, wendete sich an den Regierungs! Briefe, den ein Militärattaché an einen Kollegen geschrieben habe, Hervor. In dem Briefe heiße es: Festungspläne nehme ich von nun ab nur mehr für 10 Frants per Stück. Für diesen Preis kann ich so viele haben, als ich will. Der Figaro" fügt hinzu, man fönne nicht gut annehmen, daß die Verwechselung von Dreyfus und Dubois auf einem bloßen Irrtum beruhe. Italien. Italien in China. In der gestrigen Ministerkonferenz in Rom wurde betreffs der Angelegenheit der Sanmunbai eine wesentliche Modifikation der von den früheren Ministern verfolgten Absichten beschlossen. Soviel man erfährt, wird nunmehr Italien lediglich eine andelsniederlassung in China errichten, die nicht militärisch verwaltet wird. In diesem Sinne wird der neue Gesandte Instruktionen erhalten. Spanien. werden. Aus der Frauenbewegung. Dagegen ist in Mons bisher eine Vereinbarung zur Beilegung der Streits nicht erzielt und scheint hier der Ausstand an Umfang zuzunehmen. Auf der Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Lehrerinnenvereins, die am 21. Mai in Danzig zusammentritt, Der Kampf der Brünner Textilarbeiter. Die Hoffnung werden unter anderen folgende Anträge des Neuen Volksschul- der Fabrikanten, daß am Montag früh die Arbeit aufgenommen lehrerinnen- Vereins in Berlin verhandelt werden: werden wird, ist zu nichte geworden. In sämtlichen Fabriken ruht 1. Der Allgemeine deutsche Lehrerinnenverein wolle bei den Re- die Arbeit vollständig, und die Arbeiter haben sich, anstatt in die gierungen der Bundesstaaten, welche die obligatorische Fortbildungs- Fabrik zu gehen, nahezu vollzählig bei dem im„ Arbeiterheim" um schule noch nicht eingeführt haben, um dieselben im allgemeinen 8 Uhr früh abgehaltenen Meeting eingefunden. Alle Räumlichkeiten wie insonderheit um solche für das weibliche Geschlecht petitionieren. des" Arbeiterheim" waren überfüllt. Der Andrang war so groß, daß 2. Der Allgemeine deutsche Lehrerinnenverein wolle durch das Verlangen gestellt wurde, es möge von mehreren Tribünen gesprochen geeignete Schritte bei den Regierungen der Einzelstaaten um Sig werden. Es referierten die Genossen Hybesch und Habermann namens und Stimme der Frauen in den Schulkommissionen vorstellig der Textilarbeiter, Preußler namens der Gewerkschaftskommission. Als Hybesch am Schluß seiner Rede ausrief:„ Wir werden aus3. Der Allgemeine deutsche Lehrerinnenberein wolle mithelfen, harren, auch wenn wir noch so sehr Hunger leiden müssen!" wurden dahin zu wirken, daß im Deutschen Reiche auch weiblichen Aerzten diese Worte von der Versammlung mit ungeheurer Begeisterung aufdie Möglichkeit gegeben werde, die medizinische Approbationsprüfung genommen. Schließlich gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die anwesenden 10 000 Tertilarbeiter versprechen, unter allen Frauenwahlrecht. In einer Frauenversammlung in Lemberg Umständen im Ausstand auszuharren, bis der Behnstundentag wurde beschlossen, eine Petition an den Landtag zu richten um zu errungen ist, und sprechen den socialdemokratischen Arbeitern Deutscherkennung des direkten Wahlrechtes für den Gemeinderat und für den lands für die auf dem Frankfurter Kongreß beschlossene Unterstützung Landtag. den wärmsten Dank aus." Im Lande des' Friedens- Baren. In Kiew find Anfang Mai gegen 500(!) Haussuchungen und 150 Verhaftungen vor den Landtag in Prag. Die czechischen Frauen richten eine Petition gleichen Inhaltes an Ueberall werden jetzt in Skandinavien partielle Streiks genommen worden. Die wachsende Arbeiterbewegung macht die Regierung allem Anschein nach immer nervöser. Aus politischen östreichischen Landtag die Wiederzuerkennung des Wahlrechtes für geberberbände beantwortet. So hat in Stockholm ein Die Wiener Frauen verlangen in einer Eingabe an den nieder- mit allgemeiner Aussperrung durch die ArbeitGründen sind in den letzten Tagen auch in Moskau Verhaftungen den Landtag und die politische Gleichstellung mit den Frauen der Streit bei vier Bäderfirmen dazu geführt, daß eine Zu den Anarchistenfolterungen in Spanien. Madrid, 16. Mai. Die Bewegung zu Gunsten der im Gefängnis von Montjuich unschuldig verurteilten Anarchisten nimmt eine größere Ausdehnung an. Die Regierung hat auf Veranlassung der KöniginRegentin eine neue gründliche Untersuchung über die Behandlung der Gefangenen im Gefängnis von Montjuich eingeleitet. Rußland. vorgenommen worden. Ju Petersburg find Anfang Mai gegen 250 Personen verhaftet. So wird in Rußland der innere Frieden hergestellt. Asien. abzulegen. Stadt- und Landgemeinden in Niederöstreich. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. " allgemeine Aussperrung vom Bäckermeisterverein beschlossen ist. Ebenso hat sich der Stockholmer Baumeisterverein" für allgemeine Aussperrung im Baufach im Anschluß an die Fundamentarbeiter- Aussperrung ausgesprochen, weil man bei Den Chinesen geht ein Licht über die europäischen Freundden Verhandlungen mit den Baugewerksverbänden betreffs der schaften auf. Aus Peting wird[ berichtet: In der Note, mit Italienische Maurer lassen sich nicht als Streikbrecher Löhne zu keinem Resultat kommen könne. Die allgemeine welcher die russische Forderung einer direkten Eisenbahnverbindung mißbrauchen. Die Bauunternehmer in Bremerhaven hatten sich Aussperrung im Malerfach in Stockholm dauert ebenfalls mit Peking abgelehnt wird, erklärt die chinesische Regierung, sie 92 italienische Maurer und Bauarbeiter verschrieben, die sie als noch an. Bisher haben nur 7 Bädereien in Stockholm die tönne nicht mehr an russische Freundschafts- Ver- Streitbrecher gegen die einheimischen Maurer verwenden wollten. Forderungen der Arbeiter erfüllt, ebenso sind auch bei ein paar sprechungen glauben. Daß in Bremerhaven ein Streit ist, hatten sie diesen aber ver- Bauten aus gleichem Grunde die Fundamentierungsarbeiten aufWenn sie jemals daran geglaubt haben, dann wären die schwiegen. Als die Italiener aber hier Kenntnis von der Sachlage genommen. Chinesen sehr naiv gewesen. erhielten, verweigerten sie die Aufnahme der Arbeit. Höchstens dann Der Streik der Strumpfwirkerinnen von Wilna und Umwollten sie arbeiten, wenn sie 60 Bf. Studenlohn bekämen und alle gebung dauert fort. Die Zahl der streikenden Arbeiterinnen beträgt einheimischen Maurer zu denselben Bedingungen beschäftigt würden. zur Zeit gegen 2000. Die Unternehmer sind natürlich entrüstet ob dieses Beweises internationaler Solidarität. Die Krefelder Weber haben in einigen Stofffabriken unAmerika. Partei- Nachrichten. Pesch hat während des Streiks Sociales. Aus dem Gebiete der Unfallversicherung seien die beiden Auch Kuba macht den Amerikanern, ebenso wie die andere Erbschaft aus dem spanischen Kriege, allerlei Verdrießlichkeiten. Ein Telegramm aus Washington besagt, es sei aller Grund zu der Annahme vorhanden, daß die amerikanischen Behörden nicht völlig mit Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamtes. In einer der Lage auf Kuba zufrieden seien. Die Verwaltung dente nicht aufgefordert fleine Lohnzulagen erhalten. Gegenwärtig ist man daran, den Kubanern zu gestatten, noch länger ihre eeres- damit beschäftigt, in gemischter Kommission eine Lohnliste für die Invaliditätssache hat das Reichs- Versicherungsamt eine allgemein organisation aufrecht zu halten. Es würden vielmehr Maß- Stoffbranche aufzustellen. Die Sammetappreteure, die zu den am interessierende Entscheidung in Beziehung auf Formalitäten getroffen. nahmen getroffen werden, die kubanische Armee aufzuschlechtesten entlohnten Arbeitern gehören, haben eine Lohnerhöhung Die Entscheidung jagt: lösen und zu entwaffnen. Die Anhäufung von Waffen und von 15 Broz. erzielt. Ein Bescheid, der zwar die Belehrung über Zulässigkeit und Munition seitens der Kubaner werde in gewissen Kreisen als das Nachklänge vom letzten Streik waren vor kurzem in der General- Frist der Berufung, aber nicht den Namen und Wohnort Anzeichen von Vorbereitungen für eine bewaffnete Erhebung versammlung des christlichen Textilarbeiter- Verbandes zu spüren. des Schiedsgerichts- Porsisenden enthält, ist mit einem angesehen, für den Fall, daß die Vereinigten Staaten nicht Der Vorstand, der bisher die Führung hatte, wurde wegen seines wesentlichen Mangel behaftet, so daß er die Berufungsfrist nicht in allen Wünschen der Kubaner nachfämen. Auch über die Haltung Berhaltens bei dem Streif abgesetzt und zum Vorsitzenden der Lauf setzt. von Magimo Gomez seien die amerikanischen Militärbehörden uns Sammetweber Besch gewählt. willig. Die Lage sei so gespannt, daß ein Bruch bevorzustehen scheine. die schärfere Tonart angeschlagen und Reden gehalten, die der folgenden Entscheidungen mitgeteilt: Washington, 16. Mai. Die Lage auf Kuba wird in einigen Kapitalistenpresse recht unangenehm ins Ohr flangen, gerade ziehen, ist bei minderjährigen Verlegten an deren gesetzlichen VerDie Aufforderung, sich einer Krankenhausbehandlung zu unterhiesigen Kreisen für ernst gehalten. Es verlautet, General Brooke weil sie ein christlicher Arbeiter hielt. Ueber die Wahl war man treter zu richten, sofern die Berufsgenossenschaft aus einer etwaigen erhalte teine speciellen Instruktionen, da er bereits Vollmacht so überrascht, daß sie zweimal vorgenommen werden mußte, aber besize, im Falle eines Aufstandes der Kubaner nach bestem Er- das Ergebnis blieb dasselbe. Aus dem Rechenschaftsberichte, der Weigerung für sich Rechte herleiten will. Dem Vertreter steht daher messen zu handeln. auch die Prüfung zu, ob das Verlangen der Berufsgenossenschaft unterbreitet wurde, ist ersichtlich, daß von den christlichen Textil- überhaupt begründet ist; er tann in Ausübung seines Buchtrechts arbeitern 51 000 m. verausgabt wurden. Unter den freiwilligen den Verlegten anhalten,' den Anordnungen der Berufsgenossenschaft Spenden befindet sich eine solche von 500 M. von dem Abg. Bachem. zu genügen. Zur Angelegenheit des Genoffen Müller in Magdeburg Der Verband hat noch eine Schuldenlaft von 3000 M. zu beden. Sofern eine Berufsgenossenschaft aus der Weigerung eines veröffentlicht jetzt die Magdeburgische Volksstimme" die Eingabe des Streifpoftenstehen. Die Polizei- Verwaltung in Gommern minderjährigen Verletzten, sich durch einen bestimmten Arzt unterGenossen Albert Schmidt an die Staatsanwaltschaft, worin er sich giebt bekannt: Das Streifpostenstehen an den Stein- fuchen zu lassen, den für den Verlegten ungünstigsten Schluß be zur alleinigen Thäterschaft in der Majestätsbeleidigungsfache bekennt. brüchen, auf dem Bahnhof, ant den Thoren und auf den züglich des Eintritts einer Besserung ziehen will, so muß die AufEr teilt darin mit, daß er die fragliche Nummer der„ Volksstimme" Straßen, das unbefugte Ansammeln von Personen auf den Straßen forderung, zum Arzte zu gehen, an den geseglichen Vertreter des ganz allein hergestellt habe, daß Müller während dieser Zeit auf und den Bürgersteigen, sowie das Belästigen Arbeitswilliger wird minderjährigen gerichtet werden. Urlaub war und daß dessen Name nur aus Versehen weiter strafrechtlich geahndet." Hieran knüpft die Polizei- Verwaltung noch Arbeiter- Risiko im Baugewerbe. Ein im Abbruch befind am Kopfe des Blattes geführt worden ist, weil über seinen die folgenden, gar nicht mißzudeutende Worten:" Die Polizeiliches Haus stürzte in Königsberg ein und begrub 6 Arbeiter unter Nachfolger noch keine Entschließung gefaßt worden war. Müller habe beamten sind mit Schußwaffen versehen." fich auch über die Weiterführung seines Namens beschwert und Also ganz im Sinne des Reckeschen Erlasses. Eine Sprache von seinen Trümmern. Einer davon war sofort tot, vier wurden schwer, einer leicht verlegt. infolgedessen sei sofort eine Aenderung eingetreten. unschätzbarer Aufklärung für die Arbeiter. Ueber die Umstände, unter denen der inkriminierte Artikel in Die Maler und Anstreicher in Düsseldorf befinden sich die Zeitung gekommen ist, macht er genauere Angaben. Danach hat im Ausstand. Beteiligt find 800. Mann, die einen Stundenlohn von Lehte Nachrichten und Depeschen. er den Artikel in einem anderen Blatte gelesen und ihn aus- 40 Pf., 10 Pf. Aufschlag für Ueberstunden und 50 Proz. Aufschlag Hamburg, 16. Mai.( W. T. B.) Wie die" Hamburgische geschnitten und aufgeklebt, um ihn mit nach Berlin zu nehmen für Sonntagsarbeit verlangen. Börsenhalle" meldet, ist der Kanzler des hiesigen peruanischen Konsus und dort zu zeigen, da er kurz zuvor in Berlin von dem geschilderten Der Verband der Metallindustriellen in Halle hat die Tats Julio Enrique Mervius Chocano nach Unterschlagung Ereignis gehört habe. Er sei nur aus Versehen unter das Manu- angedrohte Aussperrung der Arbeiter wegen der Maifeier nicht zur von etwa 30 000 M. Stafsengeldern flüchtig geworden. Gegen den skript geraten und dann zu seinem großen Entsetzen in der Zeitung Ausführung gebracht. In der letzten Generalversammlung entstand Flüchtigen ist von der Staatsanwaltschaft ein Steckbrief erlassen erschienen, die er erst gesehen habe, als sie schon ausgegeben war. hierüber eine erregte Debatte und beschlossen schließlich die Herren, worden. Schmidt macht noch darauf aufmerksam, daß er gewußt habe, im nächsten Jahre von ihren Machtmitteln Gebrauch zu machen, Saarbrücken, 16. Mai.( B. H.) Der Streit in Kleins auf wen der Artikel gemünzt sei und daß es daher ungeheuer leicht- sollten die Arbeiter sich wieder an der Maifeier beteiligen. Nun bis fertig gewesen wäre, ihn absichtlich zu veröffentlichen. Solche Leicht dahin werden sich die Herren die Sache nochmals überlegen. fertigkeit sei ihm, der seit 16 Jahren agitatorisch und journalistisch thätig und dabei noch unbestraft sei, nicht zuzutrauen. Unser Magdeburgisches Parteiblatt teilt dann noch mit, daß das Gericht bezweifle, ob Müller für die fragliche Nummer 174 zu Unrecht als Redacteur genannt worden sei, während es dies für einige " Rosse In ist seinem Ende nahe, da der größte Teil der Bergleute anfahren will, infolge eines Beschlusses der Vertrauensleute, die mit Der Maurerstreik in Braunschweig dauert unverändert fort. 15 gegen 10 Stimmen den Antrag, die Arbeit wieder aufzunehmen, Die Maurer find bekanntlich von der Baugewerts- Innung ausgesperrt, annahmen, weil die Direktion bereit ist, nach Aufnahme der Arbeit die Arbeit nicht wieder aufnahmen. Die Baugewerks Innung hat weil sie auf den Bauten, über welche sie die Sperre verhängten, die Uebelstände abzustellen. Wien, 16. Mai.( B. H.) Hier geht das Gerücht, ein Führer mum beschlossen, den„ arbeitswilligen" Maurern Dienstag nach der macedonischen Liga habe gelegentlich einer Audienz verboraufgegangene Nummern durch die Aussage Haarbaums als er- Pfingsten dadurch Arbeit zu verschaffen, daß sie die Sperre an diesem sucht, den Fürsten von Bulgarien zu erdolchen. Er wiesen annimmt. Internationale Solidarität. Für die Angehörigen der im Tage aufhebt. Der Streik steht für die Maurer außerordentlich wurde jedoch durch die Dienerschaft an seinem Vorhaben verhindert Dresdener Landfriedensbruch Verurteilten sandte der Arbeiterverein günstig, da nur etwa 70 Maurer noch am Orte find, gegen 700, und verhaftet. in Sao Paulo( Brasilien) 20 M. Von der Insel Java gingen zu jetzt bekannt, welche sonst hier beschäftigt werden. Die Arbeitgeber geben Wien, 16. Mai.( B. H.) Verwaltungsgerichtsrat Hofrat Lohn auf 43 Bf. daß sie den erhöhen heiterer sandte dem Landmarschall Baron Gudanus seine demselben Zwecke 5 M. vom Adjunkten Kuschka ein. wollen. Thätsächlich hat aber schon ein erheblicher Teil Maurer Beugen, weil dieser es zuließ, daß die Mitglieder des VerVom Centralfomitee des Allgemeinen Jüdischen Arbeiter- feit Jahren 43 Pf. erhalten. Die Arbeitgeber rechnen nun für waltungsgerichtshofes im Landtage beschimpft wurden. bundes in Rußland wird uns mitgeteilt: In Wilna hat am die Woche nach Pfingsten auf Zuzug, ja sie schwindeln den Frauen Charleroi, 16. Mai.( B. H.) Der Ausschuß des belgischen Berg1. Mai eine bedeutsame Kundgebung stattgefunden. Während die der abgereisten Maurer sogar vor, daß sie ihren Männern schreiben arbeiterverbandes hat einstimmig beschlossen, durch Aufnahme der Polizei fast alle ihre Leute mit dem Durchsuchen der umliegenden sollen, die Forderungen der Maurer feien bewilligt. Die Arbeitgeber Arbeit den Grubenausstand zu beendigen. Wälder beschäftigte, wo sie auf Grund der Erfahrung der früheren werden natürlich in der bürgerlichen Presse und durch Agenten die Rom, 16. Mai.( W. T. B.) Nach einer Meldung der„ Agenzia Jahre Arbeiterversammlungen vermutete*), hat am Abend dieses Tages Nachricht aussprengen lassen, der Streit sei beendet und die Stefani" find in zwanzig Gemeinden der Bezirke Nubro in der Stadt selbst eine Arbeiterdemonstration stattgefunden. Gegen Forderungen bewilligt. Wir ersuchen jedoch die Kollegen allerorts, und Ozieri( Sardinien) in der Nacht vom 14. zum 15. d. Mts. tausend Arbeiter und Arbeiterinnen zum größten Teil sich dadurch nicht irre führen zu lassen, sondern den Zuzug zahlreiche Personen berhaftet worden, welche Jahre jüdiſche ſammelten sich im Stadtgarten„ Teljatnit" an, eine rote nach wie vor streng fernzuhalten. Der Streit kann lang das flache Land in den genannten Bezirken unsicher gemacht Fahne wurde aufgerollt und die Arbeitermarseillaise im russisch- durch diesen Innungsbeschluß nicht aufgehoben werden, sondern und die Bevölkerung durch ihre Verbrechen in Schrecken gefegt jüdischen Jargon einige Male gesungen; auf die Rufe: Nieder dauert unverändert fort. Anfragen und Sendungen sind hatten. Auch sind viele Personen, die den Verbrechern Beihilfe gemit dem Absolutismus! Hoch die politische Freiheit!" folgte laut an Carl Obermeier,„ Rheinischer Hof", Wendenſtr. 45, zu richten. leistet hatten, der Justizbehörde übergeben worden. Unter den Ver„ Hurra!" Aus dem Stadtgarten ging die Menge die Hauptstraße hafteten befinden sich einige Bürgermeister und Gemeindesekretäre. der Stadt entlang. Hier stieß sie auf die Polizei und ging aus- Der Töpferstreik in Nürnberg hat mit einem Siege der Ebenso wurden einige Kommunalverwaltungen aufgelöst, welche dem einander, dabei wurden 17 Personen verhaftet, von welchen bis jetzt Arbeiter geendet. Es wurde der Lohntarif bewilligt und die gemein- Einfluß jener Verbrecher unterworfen waren und sich schwere Vermur drei entlassen worden sind. In Lodz hat der erste Mai fame Führung des Arbeitsnachweises durchgesetzt. Das Ergebnis ist stöße gegen die Gefeße schuldig gemacht hatten. Die Verhaftungen auch Anlaß zu Verhaftungen unter den jüdischen Arbeitern ge- der guten Organisation der Töpfer zu verdanken. erfolgten ohne jeden Zwischenfall. geben, in Belo stot ist es zu teinen Verhaftungen aus Anlaß des Tages gekommen. Zur Verbreitung der Maiflugblätter in Westrußland ist noch nachzutragen, daß außer der Polnischen Socialistenpartei und des Jüdischen Arbeiterbundes solche Flugblätter und zwar heimlich patriotischen Teils der polnischen Socialdemokratie) verbreitet in Das Streiffomitee. Madrid, 16. Mai.( W. T. B.) Der Kriegsminister erhielt von Der Streit der Former in der Maschinen- und Kesselfabrik General Rios ein Telegramm, in welchem dieser mitteilt, er sei mit Lifte zur Folge gehabt, die als Inserat in dem Stuttgarter Neuen fofort zu räumen. Nach letzterer sei ein Dampfer abgegangen, um die von Kuhn in Zuffenhausen hat die Bekanntgabe einer schwarzen General Otis übereingekommen, die Stadt Zamboanga und die Insel Joló Tageblatt" erscheint. Es werden 20 Arbeiter als kontraktbrüchig Bejagung nach Zamboanga zu überführen. Hier wären zwei Schiffe benannt und der Herr Kommerzienrat Ruhn fügt zum Schluffe hinzu: Den Betrieb setze ich benannt und der Herr Kommerzienrat Kuhn fügt zum Schlusse hinzu: jege zur Aufnahme der Garnison bereit. Die Amerikaner werden die Partei und des Polnischen Arbeiterbundes( des nicht polnisch ich. nur tüchtige und solide Leute, welche Formen erlernen Insel Jolo besetzen und der spanischen Flotte militärische Ehren ers wurden. wollen. Zum Schuße der Arbeitswilligen Belästigungen habe ich geeignete Vorsichtsmaßregeln getroffen. Unter diesen Umständen wird Herr Kuhn mit der Anwerbung *) Die in der Nr. 108 des„ Vorwärts" gebrachte Mitteilung, von Arbeitswilligen kaum Glück haben, jedoch ist es immerhin an: daß am 1. Mai 200 Arbeiter und Arbeiterinnen in einem Walde in zuerkennen, daß den Arbeitsuchenden bekannt gegeben wird, unter der Umgegend von Wilna verhaftet worden seien, war uns nicht welchen Verhältnissen sie in den Betrieb eintreten. Die schwarze Liste Westrußlands zugegangen. Da die an der Spitze der jüdischen verrät jenen fleinlichen Standpunkt, der von Haß und Nichtachtung Arbeiterbewegung stehenden Genossen, welche uns jegt mit gegen die Arbeiterschaft diftiert ist. direkt Wilna. auts sondern aus einer anderen Stadt teilung von der Straßendemonstration in Wilna felbst machen, diese Ausland. weisen. Pretoria, 16. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Durch die heute früh in Johannesburg erfolgte Verhaftung von sieben Personen, welche frühere britische Offiziere sein sollen und des Hochperrats beschuldigt werden, ist hier große Aufregung hervorgerufen worden. Die Namen der Verhafteten sind Nicholls, Tremlett, Ellis, Patterson, Hooper und Mitchell. Dieselben wurden mit einem besonderen Zuge, welcher zu ihrer Aufnahme in Johannesburg bereitstand, hierher gebracht. Nachdem sie in das Gefängnis eingeliefert Verhaftungen im Walde mit feiner Silbe erwähnen, nehmen wir Ter Ausstand der Bergarbeiter in Lothringen scheint nach waren, wurden sie von dem hiesigen britischen diplomatischen an, daß das in anderen Städten Westrußlands verbreitete Gerücht einlaufenden Verichten beendet. Die Vertrauensmänner der Gruben- Agenten aufgesucht. Die Verhaftungen wurden durch die Mitlediglich auf einer ungenauen Wiedergabe der uns jetzt von arbeiter haben beschlossen, wieder anzufahren, da die Direktion die wirkung eines Detektive ermöglicht, welcher sich den Bestrebungen tompetenter Seite mitgeteilten Vorgänge beruht. Bei den un- Abstellung der herrschenden Uebelstände nach der Wiederaufnahme der Verhafteten scheinbar angeschlossen hatte, deren Ziel, wie gerüchtgeheuren Schwierigkeiten, welche die russische Regierung der Ver- der Arbeit versprochen hat. Infolge dieses Beschlusses hat der größte weise verlautet, die Anwerbung von Mannschaften zum breitung von Nachrichten über Vorgänge in der Arbeiterbewegung Teil der Belegschaft die Arbeit wieder aufgenommen. 3wede eines bewaffneten Aufstandes war. Es heißt entgegensett, ist leider das Auftauchen solcher falscher Gerüchte un- Der Bergarbeiter- Streit in Belgien. Im ganzen Lütticher ferner, es feien belastende Papiere vorgefunden worden und es vermeidlich. Kohlenbecken und im Becken von Charleroi ist der Ausstand beendet. würden weitere Verhaftungen erwartet. Berantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 113. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. handelt. Reichstag. Mittwoch, 17. Mai 1899. Wir sind aber genötigt, in diesem Gesetz unsere principiellen Abg. Richter( frs. Bp.) bleibt bei seiner ersten Auffassung. Forderungen etwas einzuschränken. Wir wollen die Gemeinlaft Abg. Dr. Lieber( C.): Der Herr Präsident hat gestern keinen 83. Sigung vom Dienstag, den 16. Mai 1899, 1 hr. lediglich auf die Grundbeträge der Altersrenten beschränken. Wir Zweifel darüber gelassen, daß heute die Abstimmung über den 11 erachten das für einen genügenden Ausgleich. Es kann nachgewiesen zurückgestellten Paragraphen stattfinden solle. Er hat uns dabei Am Bundesratstische: Graf Bosadowsky. Die zweite Beratung des Invalidenversicherungs- Gesezes werden, daß in Bezirken mit ländlicher Bevölkerung die ausdrücklich aufgefordert, heute möglichst zahlreich hier zu erscheinen. Die zweite Beratung des Invalidenversicherungs- Gesezes Altersrente viel häufiger zur Auszahlung gelangt, als in Die Worte der Tagesordnung, die Beratung wird fortgesetzt bei wird fortgesetzt bei§ 20a, der von der Gemeinlaſt und Sonderlast industriellen, weil die Leute dort eben viel länger leben.§20a", find nichts anderes als eine Bureaunotiz; die geſtern durch Nach den Vorschlägen der Kommission verwaltet jede Ver- Wir würden auch keinen Anstand nehmen, dasselbe mit der den Präsidenten mündlich festgestellte Tagesordnung ist maßgebend, Invalidenrente zu thun, wenn nur sonst eine gleiche nicht dieser Druckwisch.( Heiterteit.) ficherungsanstalt ihre Einnahmen und ihr Vermögen( Gemeinvermögen Basis vorhanden wäre, die einen allgemeinen Ausgleich Abg. Arendt( frk.): Ich bin jeder Belehrung durch den Herrn und Sondervermögen) selbständig. Aus denselben sind die von den Wir sehen aber die merkwürdige Abg. Singer unzugänglich.( Heiterkeit.) Die Auffassung des Abg. alten Versicherungsträgern gemeinsam aufzubringende Laft( Gemein- tätlich erscheinen ließe. last) und die den einzelnen Versicherungsträgern verbleibende be- Erscheinung, daß die Invalidenrente da am stärksten in Anspruch Richter ist nichts als Wortstreiterei. genommen wird, wo eine Krankenversicherung nicht vorhanden Abg. v. Levehow( f.): Ich bin eine ganze Zeit lang in der sondere Last( Sonderlast) zu decken. Die Gemein last wird ge- ift. Das ist ja auch wohl der Grund, der Süddeutschland veranlaßt, Lage gewesen, die Tagesordnung festzusetzen, habe also wohl einige bildet durch drei Viertel sämtlicher Altersreuten, die Grund- ich mit Norddeutschland nicht zusammenwerfen lassen zu wollen. Erfahrung darin. Ich habe aber aus dem Zusatz die Beratung beträge aller Juvalidenrenten, die Rentensteigerungen Sie haben gestern beschlossen, daß die gegen Krankheit Versicherten beginnt mit§ 20a" weiter nichts entnommen, als daß eben mit infolge von Krankheitswochen und die Rentenabrundungen. ebenso schlecht gestellt werden sollen, wie die Nichtversicherten. Da der Beratung dieses Paragraphen begonnen werden soll. Im übrigen Alle übrigen Verpflichtungen bilden die Sonderlast der Ver- mit haben sie eine Ungleichheit geschaffen, die wir beseitigen wollen; steht auch nach meiner Meinung das ganze Gesetz auf der Tagessicherungsanstalten. Zur Deckung der Gemeinlaſt werden in jeder und wir glauben, daß die Annahme unseres Antrags einen morali ordnung. Versicherungsanstalt vom 1. Januar 1900 ab vier Zehntel der Bei- schen Druck auf diejenigen Landesteile ausüben werde, wo heute Abg. Richter( frs. Vp.) verweist auf die Thatsache, daß sonst, träge buchmäßig ausgeschieden( Gemeinvermögen). Vom Gemein- eine Krankenversicherung noch nicht existiert, eine solche einzurichten. wenn eine ausgesetzte Abstimmung vorgenommen werden sollte, dies vermögen sind für seinen buchmäßigen Bestand von der VerEin Umstand hat mich heute wirklich gefreut. Ich habe nämlich stets auf der Tagesordnung vermerkt gewesen ist. ficherungsanstalt Binsen gutgeschrieben. Den Zinsfuß bestimmt der wahrgenommen, daß auf Seiten der Regierung Anschauungen über Abg. Singer( Soc.):" Ich habe nie geglaubt, daß der Abg. Bundesrat für die§ 20 Abs. 1 bestimmten Zeiträume einheitlich für das Vermögen der Anstalten geäußert werden, die den unserigen sich Arendt der Belehrung überhaupt zugänglich ist.( Heiterkeit.) Dem Eine weitere Bestimmung( Absatz 4) über die Neuregelung nach nähern. Bei der ersten Beratung des Entwurfes fagte der Staats- Herrn Abg. Lieber gegenüber bemerke ich, daß dieser„ Drudzehn Jahren für den Fall, daß das Gemeinvermögen nicht ausreicht, sekretär Graf Pojadowsky, daß das Vermögen der Anstalten Reichs- wisch" mit dem Namen des Herrn Präsidenten gezeichnet ist. Hente aber fagte er, daß es den deutschen In der Sache kann ich mich nur auf meine vorherigen Ausführungen wird einstweilen auf Antrag des Abg. Richter( frs. Bp.) aus der gelder darstelle. Arbeitern gehöre. Er erkennt also an, daß das Vermögen berufen. Da die Abstimmung über den§ 8 nicht auf der TagesDiskussion ausgeschieden. der Versicherungsanstalten Eigentum der Versicherten sei. Das ist ordning steht, genügt der Widerspruch eines Abgeordneten, um sie ein sehr bemerkenswerter Fortschritt. Nun aber muß man in diesem zu verhindern. Ich verstehe es ja ganz gut, daß Sie den Herrn Sie auch weiter gehen. Man muß den Versicherten einen Präsidenten nicht ſigen lassen wollen mit seiner Auffassung. Aber größeren Einfluß auf die Verwaltung zugestehen. Wenn erst damit kein Bräzedenzfall geschaffen wird, müssen wir uns entschieden die Arbeiter die Verwaltung in ihre Hände bekommen, so werden gegen all diese künstlichen Interpretationen wenden. fie mit Leichtigkeit über alle die Schwierigkeiten hinwegkommen, die die Regierung nicht zu überwinden vermag. Abg. Lehr( natl.) alle Versicherungsanstalten. be= Ein Antrag Albrecht und Genossen( Soc.) will die Gemeinlaſt auf die Grundbeträge der Altersrenten schränken, deren Gesamtbetrag jährlich auf die Versicherungsträger zugelegt wird. Alle übrigen Verpflichtungen sollen die Sonder last der Versicherungsträger bilden. Die Abgg. 3chuter und Genossen( C.) beantragen, die Bestimmung von§ 20a auf die Versicherungsanstalten von Preußen und Bayern zu beschränken. Abg. v. Standy( k.): Das Ziel des Ausgleiches erkennen wir als eine unabweisbare Notwendigkeit an. Es hat sich seit einer ganzen Reihe von Jahren gezeigt, daß eine Reihe von Versicherungsanstalten auf die Dauer nicht existenzfähig sind. Die Versicherungsanstalt Ostpreußen würde schon im nächsten Jahre genötigt sein, zur Dedung ihrer Verpflichtungen das gesammelte Vermögen anzugreifen und würde im Jahre 1910 neun Millionen Deficit haben.( hört! hört! rechts.) Meine politischen Freunde find bereit, ihre besonderen Wünsche zu rüdzustellen, wenn wir im Gesez Garantie dafür erhalten, daß die notleidenden Anstalten saniert werden. Andernfalls würden wir uns der ganzen Vorlage gegenüber ablehnend verhalten. Abg. Zehnter( C.) begründet seinen Antrag. Nachdem die principielle Frage, ob ReichsVersicherungsanstalt oder Gliederung nach Bundesstaaten zu Gunsten der letzteren entschieden ist, halten wir es für richtig, daß nicht die beiden einzig notleidenden Bundesstaaten, Preußen und Bayern, nun auch die anderen Bundesstaaten in Mitleidenschaft zichen. Außer dem sind diese beiden Staaten die einzigen, die mehr als eine territorial abgegrenzte Versicherungsanstalt haben, und gerade diesen Umstand halten wir für die Ursache ihrer jetzigen Notlage. Daher ist es nicht mehr als recht und billig, daß diese beiden Staaten die Schäden unter sich ausgleichen. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: tritt für den Antrag der Kommission ein und erklärt den Antrag Zehnter für durchaus umannehmbar, ebenso den socialdemokratischen Antrag. Abg. Schmidt- Elberfeld( frs. Bp.) Abg. Baffermann( natl.) verweist auf den§ 35 der Geschäftsordnung, der bestimmt, daß die Tagesordnung am Schluß jeder Sigung durch den Präsidenten verkündet wird. Das ist gestern geschehen. Der Herr Präsident hat verkündet, daß wir fortfahren mit der Bes ratung des Invalidenversicherungs- Gesezes, nicht daß die Beratung fortgefegt wird mit§ 20a. Präsident Graf Ballestrem verweist auf§ 19 der Geschäftsordnung, der bestimmt, daß der Reichstag die Reihenfolge der Belegt die Gründe dar, die für die Vorschläge der Kommission zu ratung der einzelnen Paragraphen eines Gesetzes beliebig abändern § 20a bestimmend waren. Daß große Ingleichheiten sich eingestellt fönne. Im übrigen liegt hier ein Fall vor, wo die Ansicht des hätten, sei erwiesen. Der Grundgedanke jeder Versicherung sei, daß Präsidenten mit der von Mitgliedern des Hauses nicht überein alle eintreten für einen. Nur politische Gründe verhindern die stimmt. In einem solchen Falle giebt es nur einen Richter, das ist Gründung einer Reichsanstalt für die Versicherung. Aber daraus das Haus, und diesen Richter( Große Heiterkeit) werde ich jetzt be folgt nicht, daß die einzelnen Versicherungsanstalten verschieden be- fragen. lastet sein sollen. Man dürfe doch die einzelne Versicherungs- Das Haus beschließt, über§ 8 abzustimmen( gegen Socialdemo austalt nicht zahlungsunfähig werden lassen. Andererseits kann man fraten und Freifinnige.) doch auch nicht für einzelne Landesteile eine so erhebliche Erhöhung der Beiträge eintreten lassen, daß damit ein Ausgleich geschaffen werden könne. Ein Ausgleich sei nur auf dem von der Kommission vorgeschlagenen Wege möglich. Abg. Frhr. v. Richthofen( t.): den von Die ganze Vorlage steht und fällt mit dem Ausgleich. Sie wird durch die Notwendigkeit des Ausgleichs motiviert. Der Ausgleich, den die Socialdemokraten vorschlagen, ist gar kein AusDer Antrag Zehnter schafft auch nicht gleich. uns gewünschten Ausgleich, auch bundesfreundlich ist er nicht. Er anerkenne, daß die Kommission im wesentlichen den gewünschten Ausgleich herbeigeführt habe, er möchte aber doch über den Kommissionsantrag hinausgehen, denn es frage sich doch, ob die Gemeinlaſt ausreichend darin bemessen sei. Er beantrage des halb nicht nur drei Viertel der Altersrenten, sondern sämtliche Altersrenten dabei in Betracht zu ziehen. Geh. Rat Beckmann Abg. Röficke( wildliberal) Unzweifelhaft hätte man von vornherein eine einzige Verficherungsanstalt für das Reich geschaffen, wenn man sich nicht flar darüber gewesen wäre, daß bei einer Anstalt von so ungeheuerem Umfang eine geordnete Verwaltung unmöglich gewesen wäre. Auch der preußische Staat war für eine einzige Anstalt noch ein zu großes Verwaltungsgebiet. Man hat daher dort provinzielle und fommunale Versicherungsanstalten gegründet. Diese haben sich verteidigt die rechnerischen Unterlagen des Ausgleichs gegenüber dem durchaus bewährt und eine Zusammenlegung derselben zu einer Abg. Richter.( Die Einzelheiten seiner Darlegungen bleiben aber auf einzigen Landes- Versicherungsanstalt würde sich nicht empfehlen. der Tribüne unverständlich.) Gegenüber dem Antrag Zehnter muß ich vor allem betonen, daß es sich hier nicht um Staatsvermögen oder Kommunalvermögen handelt. Es handelt sich um eine Vermögensmasse, die den deutschen Ar- befürwortet die Annahme der Kommissionsvorschläge. Diese stellten nur ſein, es zu ermöglichen, daß der große sociale Reichszweck, ben reichend und eine sparsame Verwaltung ließe sich mit ihm ganz gut beitern, den Versicherten gehört. Der Zweck des Ausgleichs fann ein Kompromiß dar. Die Bemessung des Ausgleichs erscheine ausdie Versicherung daiſtellt, gleichmäßig von allen Versicherungs- ermöglichen. anstalten int Damit schließt die Diskussion über den ersten Teil des§ 20 a. den verschiedenen deutschen Landesteilen er füllt werden fann. F2 ist klar, daß im Laude der Es folgt die Erörterung des Schlußpassus, welcher lautet: Freizügigkeit, wo sich je nach der wirtschaftlichen Konjunktur geradezu " Ergiebt sich bei Ablauf der in§ 20 Abs. 1 bezeichneten ZeitVölkerwanderungen der Arbeiter vollziehen, die Last für diese Ver- räunie( 31. Dezember 1910, demnächst für je zehn weitere Jahre), daß das Gemeinvermögen zur Deckung der Gemeinlast nicht ficherung eine gemeinsame Reichslast sein muß. ausreicht oder nicht erforderlich ist, so hat der Bundesrat für den 1lebrigens haben sich auch alle deutschen Regierungen mit dem Ausnächstfolgenden Zeitraum über die Höhe des dem Gemeinvermögen gleich unter allen deutschen Versicherungsanstalten einverstanden er flärt. Ich bitte Sie also, es bei den Vorschlägen der Kommission zu überweisenden Teils der Beiträge unter Ausgleichung der entstandenen Fehlbeträge oder Ueberschüsse zu beschließen. Eine Er zu belassen, diese sind das mindeste, was man fordern muß, um eine Art Rückversicherung für alle Versicherungsanftalten zu schaffen. höhung des dem Gemeinvermögen zu überweisenden Teils der Beiträge bedarf der Zustimmung des Reichstages." Abg. Richter( frs. Vp.) Hierzu beantragen die Abgg. Müller- Fulda( C.) und Genossen Die Abstimmung über§ 8 ergiebt, unter Ablehnung ber Amendements Richter und Albrecht, seine Annahme in der Sommissionsfassung mit einer vom Abg. Löbel beantragten redaktionellen Aenderung. Es folgt die gestern ausgesetzte Beratung des§ 16, der von der Wartezeit handelt. Dieselbe soll bei der Invalidenrente 200, bei der Altersrente 1200 Beitragswochen betragen. Im Falle der Selbstversicherung soll die Wartezeit bei der Invalidenrente 400 Beitragswochen betragen. Te Abg. v. Richthofen( t.) beantragt, daß die Wartezeit bei der Invalidenrente, wenn min bestens für 100 Beitragswochen auf Grund der Versicherungspflicht Beiträge geleistet worden sind, 200 Beitragswochen, andernfalls 400 Beitragswochen betragen und der zweite Absatz( Selbstversicherung) fortfallen soll. Abg. Nöficke( wildliberal) beantragt, daß die Wartezeit bei der Invalidenrente 400 Beitragswochen betragen soll, und daß auf die Wartezeit für die Jnvalidens rente die Beitragswochen, für welche auf Grund der Versicherungspflicht Beiträge geleistet sind, doppelt in Anrechnung gebracht werden sollen. Abg. Hilbek( natl) beantragt, daß für Selbstversicherte statt 400, 600 Wochen gesetzt werden, damit größere Rautelen gegen Mißbräuche der freiwilligen Versicherung geschaffen werden. Geheimrat Hofmann bittet um Ablehnung des Antrags Röfide, um Annahme des Antrags Richthofen. Abg. v. Salisch( f.) legt ein Wort zu Gunsten der Selbstversicherten ein. Er bittet, es bei den 400 Wochen zu belassen. Damit schließt die Diskussion.§ 16 wird, unter Ablehnung der Amendements Rösicke und hilbek, mit dem Amendement Richthofen angenommen. Die Weiterberatung wird auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. Schluß 534 Uhr. An die bangewerblichen Arbeiter Deutschlands! Ergiebt sich, daß das Gemeinvermögen zur Deckung der Gemeinlaſt nicht ausreicht oder nicht erforderlich ist, so hat der Arbeitsgenossen! Laut Beschluß des ersten BauarbeiterschutzBundesrat für den nächstfolgenden Zeitraum über die Höhe des Kongreffes hat sich in Hamburg die Centralkommnission für Bau für das buchmäßig auszuarbeiterschutz" konstituiert und ist in Thätigkeit getreten. Gemeinvermögen scheidenden Teils der Beiträge zweds Ausgleichung der entstandenen Fehlbeträge oder Ueberschüsse zu beschließen. Eine Erhöhung des für das Gemeinvermögen buchmäßig auszuscheidenden Teils der Beiträge bedarf der Zustimmung des Reichstages. beantragt, den ganzen Paragraphen zu streichen. Eine Rückfolgende Fassung: versicherung kann man diesen jogen. Ausgleich nicht nennen, denn es handelt sich uni Zuwendungen, für die keineswegs dem Nifiko entsprechende Beiträge entrichtet sind. Will man wirklich eine Gemeinlaſt neben einer Sonderlast, so wäre das richtige, sie lediglich aits den Grundbeträgen der Altersrenten bestehen zu lassen, denn die Feststellung der Altersrente ist eine sehr einfache Sache. Durch die Hinzunahme der Grundbeträge der Invalidenrente wird die Sache außerordentlich kompliziert. Das Hauptbedenken gegen den Ausgleich liegt darin, daß für die einzelnen Versicherungsanstalten jeder Ansporn in Wegfall kommt, spársam zu wirtschaften, denn die Früchte eines solchen sparsanien Vorgehens werden den Anstalten entzogen. Die Folge davon wird eine erhebliche Steigerung der Verwaltungskosten sein. Man hat zur Begründung des Ausgleichs auf das Schreck gespenst dieser Ausdruck ist ja jetzt erlaubt( Heiterkeit; es präsidiert nämlich gerade Graf Ballestrem, nicht v. Frege, der den Ausdruck Echredgespenst seiner geit für unparlamentarisch erklärt hat) hingewiesen, daß die ostpreußischen Anstalten sonst dem Ruin entgegengehen. Aber auch das kann unsere Haltung nicht beeinflussen. Fängt man erst einmal mit dem Ausgleich überhaupt an, so fomint man fonsequenter Weise überhaupt zu eich sanstalten. Und aus diesem Grunde müssen wir jedem derartigen Versuch entgegentreten.( Bravo! bei den Freisinnigen.) Abg. Molkenbuhr( Soc.): Die Ausgleichung der Fehlbeträge und Ueberschüsse erstreckt sich nicht auf das bis zum 31. Dezember 1899 angesammelte Vermögen der Versicherungsanstalten." Den legten Say dieses Antrags beantragt Abg. Schmidt Elberfeld( frf. Bp.) wie folgt aut fassen: Das am 31. Dezember 1899 und weiter das bei Ablauf der im§ 20 Abs. 1 bezeichneten Zeiträume angesammelte Vermögen der Versicherungsanstalten darf zur Deckung der Gemeinlast nicht herangezogen werden." Vei der Gesamtabstimmung über den Paragraphen werden die Anträge 3 e hnter( E.), Albrecht( Soz.), Nichthofen( t) und Der Antrag Miller Richter( frf. Vp.) abgelehnt. Fulda( C.) mit dem Amendement Schmidt Elberfeld wird mit großer Mehrheit angenommen. Der gesamte jo veränderte 20a wird darauf gleichfalls angenommen. Dagegen stimmen die Socialdemokraten und ein Teil der Freifinnigen. Der Grundgedauke des Ausgleichs entspricht an sich durchaus unseren Principien, da wir gerade eine Verwaltung seitens des Präsident Graf Ballestrem schlägt darauf vor, zunächst die Reichs wünschen. Schon bei der Schaffung dieses Gesezes war von gestern zurüdgestellte Abstimmung über den§ 8 vorzunehmen. uns der Antrag gestellt worden, eine Reichsanstalt zu gründen. Bebel Abg. Richter( frs. Vp.) widerspricht diesem Vorschlage. Der wies damals darauf hin, daß eine andere Organisation notwendiger-§ 8 steht nicht auf der Tagesordnung. Dort steht mur: Die Beweise zu Kalamitäten führen müßte. Weniger als ein Jahrzehnt rathung wird fortgesetzt mit§ 20a ff. hat genügt, um das wirklich zu beweisen. Wir sind noch heute Abg. Arendt( ft.): Der Widerspruch des Abg. Richter würde Anhänger der Centralisation, genau so wie damals. Am wenigsten nur eine Berechtigung haben, wenn heute hier über den§ 8 be= aber tömmen wir uns mit einem Partitularismus befreunden, raten werden sollte. dem der Abg. Zehnter hier das Wort geredet. Man sollte sich doch Abg. Singer( Soc.): Der Herr Abgeordnete Arendt ist wohl Davor in acht nehmen, einen Gegensatz zwischen den einzelnen Staaten noch nicht lange genug Mitglied des Hauses, um eine Autorität für Die Abstimmung zu schaffen. Eine einfache Berechnung ergiebt, daß die süddeutschen die Auslegung der Geschäftsordnung zu sein. Versicherungsanstalten durch ihre vollständige Loslösung von den übrigen über§ 8 steht allerdings nicht auf der Tagesordnung, und AbStaaten weder günstiger noch ungünstiger sich stehen würden. Den änderungen der Tagesordning fönnen mir vorgenommen werden, wesentlichen Vorteil von der Sache würden dann lediglich die Hansa- wenn kein Mitglied des Hauses widerspricht. städte davontragen; denn diese haben eine fast rein industrielle Be völkerung, die zum größten Teil in den höchsten Lohntlassen verfichert ist. Nun sehen wir aber nicht ein, weshalb wir ihnen einen ganz besonderen Nugen verschaffen sollen. Präj. Graf Ballestrem: Auf der Tagesordnung steht die Fortfezung der zweiten Beratung des Invalidenversicherungs- Gesetzes. Die Beratung wird fortgesezt mit§ 20a. Wir haben gestern die Beratung über den& 8 zurückgestellt, also hinter den§ 20a. Zur Erringung eines vernünftigen Schuges für Leben und Gesundheit der Arbeiter im Baugewerbe, um die Lage dieser Arbeiter erträglicher zu gestalten, bedarf es einer energischen Bethätigung im Sinne dieser Kongreßbeschlüsse. Vor allem werden die baugewerb lichen Arbeiter und ihre Vertrauensmänner nach der Richtung vorzugehen haben, daß fie die Fragen nicht nur agitatorisch behandeln, sondern in den einzelnen Orten Kommissionen bilden, die die Aufgabe haben, die Zustände auf den Bauten fortgesetzt zu Zeit von Zeit eine Kontrolle in be beobachten, sonderer Beziehung zu den Unfallverhütungs- Vorschriften ausüben und versuchen, die ortsbaupolizeilichen Schußbestimmungen durchzuführen und ihre Wahrnehmungen in einer geordneten Zusammenstellung der unterzeichneten Kommission einzusenden. A Die Centralkommission wird, ihrer Aufgabe gemäß, den in der Sache thätigen Personen überall unterstüßend und beratend zur Seite stehen. Die Vielseitigkeit dieser so jämmerlichen Zustände im Baugewerbe bedingt aber auch, daß die fortgeschrittenen, denkenden Arbeiter der einzelnen Berufe sich in der Frage gründlich unterrichten, sich das einschlägige litterarische Material zu eigen machen, ganz be= sonders aber das Protokoll des ersten Bauarbeiterschutz Kongresses, das in allernächster Zeit zur Versendung kommt, aufmerksam studieren. Aber die Centralfommission wird auch andererseits, um den Landes, Provinzial- wie Ortskommissionen ihre Aufgabe zu er leichtern und unserem Vorgehen einen einheitlichen und zielbewußten Charakter zu geben, den Vertrauensmännern Anweisungs- und Aufnahmeformulare zugehen lassen, aus denen die Direktive fir unsere gemeinfame Thätigkeit leicht ersichtlich ist. 1 Wenn wir, unbeirrt um das Geschrei der Bauspekulanten, aller Vorder- und Hintermänner der Arbeiterausbeutung im Baugewerbe, unbeirrt um die Drohungen und reaktionären Machenschaften der Baugewerkszünftler, unser großes Ziel verfolgen, so werden wir wie auch die Auslassungen der Regierungsorgane in den letzten Tagen über die Stellungnahme der Reichsregierung zu dieser Frage dem Schritt um Schritt näher kommen. wieder beweisen Vor allem gilt es, für unsere Sache die öffentliche Meinung zu ge winnen. Alle Faftoren des öffentlichen Lebens: die wissenschaft, die politischen Kreise, die Parlamente müssen wir für die aller Kultur, allem Rechtsbewußtsein hohnsprechenden Zustände im Baugewerbe zu interessieren suchen. In der Presse und den öffentlichen Ver= fammlungen darf die Frage nicht von der Tagesordnung ber- lassen. Es ist dieses Entgegenkommen mit um fo größerer Freude I von der Siraße bei. Ein Herr zog feinen Rod aus und erstickte schwinden!! zu begrüßen, als ein großer Teil der Krankenkassen, denen im damit die Flamme, das Mädchen hatte sich aber an der Brust, am Mit Festigkeit und zäher Ausdauer müssen wir die Aufgaben, Interesse ihrer schwindsüchtigen Versicherten an der Heilstättenfrage" Unterförper und an den Armen bereits so schwer verbrannt, daß ein die uns allen der Erste Bauarbeiterschuß- Kongreß erteilt hat, burch am allermeisten gelegen ist, nicht in der Lage sind, für die ganze Arzt von der Rettungswache in der Kastanien- Allee es schleunigst in Die Kleider waren zu führen und das gezeichnete Ziel, die Beseitigung der Korruption im Dauer des Kongresses denselben beschicken zu können und nur für das Lazarusfrankenhaus bringen mußte. Baugewerbe", zu erreichen suchen. Es braucht wohl hier nicht besonders den letzten Tag und zu der am 28. Wlai sich aufchließenden Fegen verbrannt. Feuer entstand in der Wohnung nicht, so daß erwähnt zu werden, daß bei der Vielseitigkeit der politischen Ge- Krankenkassen- Konferenz Bevollmächtigte entfenden wollen. die Wehr, die bald auf der Unfallstelle erschien, nicht in Thätigkeit staltung in Deutschland, in besonderer Beziehung zu den Vereins- Auch der Fraczwang", der zuerst so viel böses Blut unter der zu treten brauchte. und Versammlungsgesehen auch ein besonnenes Vorgehen Arbeiterschaft gemacht, weil man eine Ausschließung der pro- Eine aufschenerregende Verhaftung ist vorgestern Nachmittag überall am Blaze ist. Es ist deshalb notwendig, die Kommissionen letarischen Vertreter dahinter witterte, löfte sich in Wohlgefallen auf, von der Berliner Kriminalpolizei in der Flemmingstr. 14 vor oder die Vertrauensmänner, die mit der Centralkommission in denn erstens ist zwischen der rein formellen Zwecken dienenden Er- von der Berliner Kriminalpolizei in der Flemmingstr. 14 vorKorrespondenz treten, in öffentlichen Versammlungen aller bau- öffnungsfeier und dem Beginn der Vorträge, für die absolut kein genommen worden, indem der Inhaber der in jenem Hause bes gewerblichen Arbeiter am Orte zu wählen. Kleiderzwang besteht, eine Stunde Pause, und zweitens ist es außer 2., wegen Urkundenfälschung, Unterschlagung und Betruges gefindlichen Renovierungsanstalt Renovation" Leutnant a. D. Frage, daß auch niemand, der bei der Eröffnungsfeier in schlichtem fänglich eingezogen worden ist. Der Genannte war bis Ende dunklem Anzug erscheint, zurückgewiesen wird. Januar dieses Jahres in einer anderen hiesigen Firma an Die Centralkommission hat den Genossen G. Seinte zu ihrem Geschäftsführer bestimmt, an den alle Sendungen, Briefe, Anfragen 2c. zu richten sind. Derselbe wird auch nach jeder Nichtung unterstügend eingreifen. Nun vorwärts!! arbeiter. Der Schlosser Eduard Bingan, früherer Vertrauensmann gestellt. In den letzten Monaten waren in dieser verschiedene der Schönhauser Vorstadt, ist am Montag früh im Moabiter Kranken- Momente zu Tage getreten, welche den Verdacht erwedten, Die Centralkommission für Banarbeiterschuh zu Hamburg. hause einem längeren hartnädigen Brustleiden erlegen. Bingau daß 2. in seiner Stellung sich Unregelmäßigkeiten zu schulden Th. Bömelburg, Maurer. Fr. Paeplow, Maurer. stand Jahre hindurch im Vordertreffen der Parteibewegung, sein kommen lasse. Um nun diesen Verdacht zu entkräften, nahm 2. A. Bringmann, Zimmerer. Thätigkeitsfeld war im 6. Berliner Wahlkreis. In einem Liederbuch- immer mehr ein brüskes und hochfahrendes Wesen gegen Leiter wie A. Tobler, Maler.§. Bentter, Malen. 3. Preus- Brozeß wurde er nebst anderen Genossen, zu einer mehrmonatlichen Mitangestellte der Firma an, weshalb er noch vor Ablauf des Die Partei verliert in Bingau einen Januar entlassen wurde, worauf er dann die oben genannte W. Hempel, Bauarbeiter. K. Schröder, Töpfer. Gefängnisstrafe verurteilt. P. Will, Töpfer. O. Pessier, Bautischler. G. Sittenfeld, waderen Stämpfer, der verhältnismäßig in noch jugendlichem Alter Renovierungsanstalt" gründete. Nach seiner Entlassung soll sich Stuccateur. Thielberg, Stuccateur. O. Wehner, Dachdecker. stand. Die Beerdigung findet statt am Freitagnachmittag 4 Uhr aber herausgestellt haben, daß er für die Firma in mindestens Rt. Herber, Dachdecker. von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses aus. 50 Fällen Gelder eingezogen und unterschlagen sowie, um dies zu Leineweber, Steinbildhauer. W. Kaufhold, Steinmez. H. Blumenberg, Glaser. Gefährliche Balloulandung. Ein Ballon der Berliner Zuft- verdecken, in die Geschäftsbücher falsche Eintragungen gemacht hatte. Alle Briefe und Sendungen in Sachen des Bauarbeiterschutzes schiffer- Abteilung wurde dieser Tage bei seiner beabsichtigten Landung Einer ernstlichen Gefahr ist, wie ein Lokalbericht meldet, am find an G. Seinte in Hamburg- St. Georg, Neue Brennerstr. 16, durch einen heraubrausenden Eisenbahnzug arg gefährdet. Als die Montag der D- Bug Berlin- Hamburg durch die Umsicht des Loto1. Etage, zu richten. Insassen, drei Offiziere der Abteilung, mit dem Ballon unweit motivführers entgangen. Zwischen den Stationen Puderburg und Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Wismar in Mecklenburg niedersteigen wollten und hierbei zufällig Uelzen bemerkte der Beamte plötzlich, daß ein schweres Eisenstück dem Bahnkörper zugetrieben wurden, kam in demselben Augenblicke quer über den Schienen lag. Es gelang ihm zunächst noch rechtvon der Richtung Berlin her ein Personenzug angebraust. Nur zeitig, den Zug zum Stehen zu bringen. Nach Beseitigung des dem schleunigen, durch Auswerfen von Ballast erfolgten Wieder- Hindernisses wurde dann die Fahrt wieder fortgesetzt. Auf welche aufstieg war es zu danken, daß der Koloß von dem Zuge nicht er- Weise das Eisenstück auf das Geleise gelangt ist, ist noch nicht er faßt worden war. Nach dem Passieren des Trains ging die Lan- mittelt. dung drei Kilometer weiter auf dem Acker eines Erbpächters bei Das Polizeipräsidium teilt mit: Bei der Durchsuchung der Triewalt glatt von statten. Der Ballon hatte zu der Fahrt, welche Wohnung eines Kollidiebes wurde eine Anzahl gestohlener Gegenauf dem Schienenwege 246 Kilometer lang ist, 5/2 Stunden ge- stände vorgefunden, zu denen die Eigentümer bisher nicht ermittelt foi protat find, 2 Dugend verschiedenfarbige Frauenfchürzen will der Betreffende von einem Rollwagen in der Münzstraße, 6 Stüde Kattun und 1 Paket Futterstoffe vom Hofe eines Grundstückes der Kaiser Wilhelmstraße, und ein Paket mit 2 blauen Steppdecken von einem Geschäftswagen gestohlen haben, welcher in einem Hausflur der Neuen Friedrichstraße gestanden habe. Geschädigte werden ersucht, sich in den Vormittagsstunden von 9-12 Uhr im Zimmer 36 des Polizeieinzufinden. Präsidialgebäudes am Alexanderplatz behufs Rekognition der Sachen Lokales. Der Wahlverein des dritten Wahlkreises hält heute abend 81/2 Uhr im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c, eine Versammlung ab, in der Genosse Georg Wagner das Thema:„ Waisenkinder, Prügel, katholische Betschwestern und medizinische Sachverständige" behandeln wird. Gäste haben Zutritt. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. = braucht. Revisionen von Berliner Drogen- Handlungen wurden im ersten Bierteljahr 1899 in einer Gesamtzahl von 331 vorgenommen. In 98 Handlungen fand man eine ganze Reihe verbotener Arzneimittel und Gifte. Die Gifte wurden bei fehlender Konzession vernichtet. machen. Die landespolizeiliche Abnahme der Dampfbahnstrede 30olog. Garten- Nollendorfplatz- Schöneberg- Steglitz für die Einführung des elektrischen Betriebes ist gestern Vormittag erfolgt. Theater. Das Deutsche Theater hat für die Pfingstfeiertage folgenden Spielplan: Sonntagnachmittag:" Die Weber"; abends:„ Die Gefährtin"," Der grüne Kakadu"," Paracelsus"; Montagnachmittag: Die versunkene Glocke"; abends:" Die Gefährtin"," Der grüne Kakadu", Bara Im Schiller: celjus": Dienstagabend:" Cyrano von Bergerac". Theater finden an den beiden Feiertagen Nachmittags- Vorstellungen statt. Pfingst Sonntagnachmittag wird Romeo und Julia" gegeben; PfingstMontagnachmittag geht Jbsens Schauspiel„ Die Frau vom Meere" in Scene. In der heutigen Vorstellung wird der Schwank„ Zwei glückliche Tage" von Schönthan und Kadelburg wiederholt. Aus den Nachbarorten. In der Stadtverordneten Versammlung von Schöneberg Die Mietsunterstützungen an Obdachlose, die das städtische Obdach vielfach zahlen muß, um den Obdachtosen die Wiederbeschaffung einer eigenen Wohnung zu ermöglichen, haben( wie in der DienstagsNummer mitgeteilt wurde) eine vermutlich arme Frau verleitet, jich plak- Rigdorf hat das Polizeipräsidium den Verkehr mit Anhänge Auf der Straßenbahn- Linie Gesundbrunnen- Alexander unter der Vorspiegelung der Wohnungslosigkeit Aufnahme in das wagen zu allen Hauptbetriebsstunden zugelassen. Auch auf der Linie Obdach und dann bei der Entlassung eine solche Mietsunterſtüßung Schönhauser Allee- Nixdorf sollen Anhänger gestattet werden. In Zwangserziehung befanden sich am 1. April d. I. zu verschaffen. In einer ähnlichen Weise ist das städtische Obdach 510 Kinder( gegen 490 am 1. Januar d. J.) und zwar 442 Knaben bis vor mehreren Jahren von Lenten ausgebeutet worden, die es Heimstätten für Genesende. Von Herrn Dr. jur. Splösser ist und 68 Mädchen. Von diesen Kindern waren 142 Knaben im biel weniger nötig hatten, nämlich von-Berliner Haus der Stadtgemeinde Berlin im Jahre 1892 ein Betrag von 100 000 m. städtischen Erziehungshause zu Lichtenberg; 137 Knaben in der besizern. 1. Oftober 1894 hatten die Haus zur Begründung einer Stiftung unter dem Namen" August- Emilie Lehre, 107( 86 Stnabent, 21 Mädchen) in auswärtiger Softpflege, befizer bekanntlich das Recht, einem zahlungsunfähigen Splösser- Stiftung" überwiesen worden. Der Zwed diefer Stiftung 23 Mädchen im Dienst, 18 Knaben im katholischen Waisenhause, Mieter beinahe alles abzunehmen, was er noch sein ist, aus den Zinserträgnissen des Kapitals bedürftigen Personen 12( 4 Knaben, 8 Mädchen) im Erziehungshause in Zehlendorf, eigen nannte. Sie haben auch, wie mancher unserer Leser aus beiderlei Geschlechts ohne Ansehung der Religion Freistellen 8 Knaben im Neanderhause zu Kl. Kammin, 6 Mädchen im Ereigener, trüber Erfahrung wissen dürfte, von diesem Rechte in aus- in den städtischen Heimstätten für Genesende zu ziehungshause zu Kleinbeeren, 5 Knaben im Johannisstift zu Plötzengiebigstem Maße Gebrauch gemacht. Selbst nach dem armseligsten beschaffen. Personen, welche auf diese Stiftung reflektieren, haben ihre ice, 5 Knaben im Rettungshause zu Heilbrunn; in Bethabarastift Hausrat, nach dem letzten bißchen Gerümpel, das ein arbeitslos und Gesuche an das Bureau der städtischen Heimstätten für Genesende, zu Weißensee, im Rettungshause Siloah zu Pankow und im Waisenzahlungsunfähig gewordener Mieter noch nicht selber versezt oder Neue Friedrichstr. 9-10, unter Beifügung eines ärztlichen Attestes depot je 2 Mädchen, in St. Josefs Waisenhause zu Potsdam verkauft hatte, weil es ihm keiner mehr abnahm, haben hartherzige über ihren Zustand nach einem bestinumten Formular, welches von 1 Senabe und im Afraſtift 1 Mädchen. Entlaufen waren 29 Kinder Hauswirte ihre gierigen Hände ausgestreckt. Konnten fie auch dem Bureau tostenfrei verabfolgt wird, zu richten oder dort mündlich( 27 Knaben, 2 Mädchen). Jm Krantenhause befanden sich 4 Knaben nichts damit anfangen, so konnten sie doch den hinaus- anzubringen. und 1 Mädchen und im Gefängnis 5 Knaben. geworfenen Mieter durch die Abpfändung seiner letzten Habe Wir bemerken hierbei, daß die Heimstätten den Zweck haben, ikanieren und die Pfandobjekte überdies zum warnenden Personen, die eine Krankheit überstanden haben, auf einige Wochen Beispiel für andere Mieter auf dem Boden ausstellen, zur Pflege und Wiederherstellung ihrer Erwerbsfähigkeit aufzunehmen. bis sie, zermorscht und verfault, auseinanderfielen. Solche Der Aufenthalt daselbst ist also nur vorübergehend, auch werden tahlgepfändeten Aieter fanden dann natürlich nur sehr bare Geldunterstützungen aus der Stiftung nicht gewährt. schwer wieder eine andere Wohnung, da sie, selbst wenn die erste Miete gezahlt werden konnte, ohne den notwendigsten HausTöpfers Hotel, eins der ältesten und bekanntesten Berlins, rat taum von jemanden aufgenommen wurden. Das städtische wird jetzt abgerissen, um einem modernien Neubau mit drei Obdoch, das damals jahraus jahrein von einer großen Zahl völlig Fronten nach dem Karlsplay, der Luisen- und Chariteestraße Platz zu tahlgepfändeter Mieter aufgesucht wurde, sah sich sehr oft genötigt, nicht bloß die erste Miete zu zahlen, sondern auch die gepfändeten Zu dem Brandunglück am Morihplah wird noch mitgeteilt, Sachen durch Zahlung der noch von der letzten Wohnung restierenden daß die Witwe Bethke troz aller ärztlichen Bemühungen Montag Miete einzulösen, damit die Leute überhaupt wieder eine Wohnung abend noch ihren Verlegungen im Krankenhause am Urban erlegen bekommen fonnten. Von findigen Hausbefizern wurde dieser Umstand ist. Dem Sohne ging es gestern etwas besser. Es ist aber nicht Auf der Urania- Sternwarte wird gegenwärtig in den späten Abendbenutzt, um das Obdach zu ihrem Vorteil auszubeuten. Sie ver- ausgeschlossen, daß er den rechten Unterarm verliert. Dieser ist so stunden der somet Swift eifrig beobachtet. Derselbe steht dem Polarmieteten mit Vorliebe gerade an solche Familien, die stark verbrannt, daß auch die Knochen angegriffen sind. Der Bild- stern so nahe, daß er als circumpolar bezeichnet werden kann, also überhaupt eben erst aus dem Obdach entlassen waren, also von vornherein hauer Ferrari, der auf der Rettungswache in der Adalbert- nicht mehr untergeht. Für das bloße Auge ist er kaum sichtbar; hingegen in Bezug auf Zahlungsfähigkeit nicht sehr vertraueneriveckend straße einen Verband erhielt, wird längere Zeit arbeitsunfähig wird an den drei letzten Tagen dieser Woche die Urania- Sternwarte mit erschienen. Nach kurzer Zeit ermittierten sie dann diese Mieter sein. Seine schwerste Verlegung ist eine ziemlich tiefe Brand der großen Refraktor bis 12 Uhr nachts zur Beobachtung geöffnet sein. wieder, behielten die notwendigsten Sachen zurück und zwangen wunde in der inneren Handfläche, eine Wunde vom Umfange so die Obdachverwaltung, die ri dständige Miete zu zahlen, eines Fünfmarkstüdes. Ferrari und Montagner haben auch an um die einbehaltenen Sachen wieder herauszubekommen. Auf diese ihrer Einrichtung durch den Brand erheblichen Schaden erlitten. Weise erzielten die Hausbefizer aus ihren Armenwohnungen ohne Die Explosion soll durch Unvorsichtigkeit herbeigeführt worden sein. große Mühe einen ziemlich sicheren Gewinn, während die betreffenden Die beiden Frauen waren in der Küche mit dem Reinigen von machte am Montag Bürgermeister Gerhardt die erfreuliche MelWohnungen, die wahrscheinlich aufs ärgste vernachlässigt und seit Handschuhen beschäftigt und benuzten dazu Benzin, das sie einer dung, daß der Etat 1808/99 mit einem Ueberschuß von 250 000 M. vielen Jahren nicht repariert worden waren, sonst leer gestanden Flasche entnahmen, wobei jedenfalls etwas verschüttet wurde. Sie abschließt. Eine Mitteilung des tgl. Konsistoriums der Provinz oder doch keinen gewinnbringenden Mieter gefunden hätten. Wir sollen die Flasche auch nicht immer gleich wieder verschlossen haben, Brandenburg, betr. den Geschäftsschluß an Sonn- und würden es nicht für glaubhaft halten, daß ein solcher Schwindel vor- so daß Benzindämpfe sich entwickeln mußten. Diese entzündeten sich Festtagen, wonach der Ladenschluß von 9/ 2-111/ 2 Uhr stattzugekommen oder überhaupt möglich sei, wenn nicht in dem Bericht über plötzlich an dem offenen Herdfeuer. Eine Stichflamme schoß wie finden hat, wird zur Kenntnis genommen, nachdem der Vorsteher die Verwaltung des städtischen Obdachs im Jahre 1894/95 ausdrücklich der Blitz durch die Küche, entzündete die Kleider der Frau und des vorgeschlagen hat, bei der nächsten Kreissynode darauf hinzuwirken, darauf hingewiesen würde, daß das Gesetz von 1894, durch das das Mädchens und brachte die Benzinflasche zur Explosion. Alsdann daß für die drei Gemeinden Berlin, Charlottenburg und Schöneberg Zurückbehaltungsrecht der Vermieter eingeschränkt wurde, dem Treiben stand sofort die Küche und ein Nebenraum in Flammen. Die ein gleichmäßiger Ladenschluß eintrete. Es folgte die Anfrage der jener Hauswirte ein Biel gefest habe. Der Schwindel ist des- Hausbewohner hatten von der Explosion selbst nichts gehört; Stadtvv. Richter u. Gen. betr. das Büchtigungsrecht der halb nicht mehr möglich, weil man in denjenigen Bevölkerungsfreijen, man wurde erst durch das Hilfegeſchrei der Verletzten auf- Lehrer in den Schulen und ob der Magistrat Vorsorge gedie für das Obdach in Betracht kommen, selten mehr als gerade die merksam. An eine Alarmierung der Feuerwehr hatte man auch troffen hat, derartige Mißstände für die Zukunft zu verhindern." allernotwendigsten Sachen hat, deren Zurüdbehaltung das Gesetz im ersten Augenblick nicht gedacht. Der Sohn der Frau Bethke lief Stadtverordneten- Vorsteher Müller giebt ein anschauliches Bild verbietet, abgesehen davon, daß die Obdachverwaltung auch durch das Haus und suchte die Anna Judis, die, ohne daß er es der bekannten Vorgänge und weist darauf hin, daß die Aufmerkſamnichts weiter als die allernotwendigsten Sachen einlösen würde. wahrgenommen hatte, aus dem Fenster gesprungen war. Die Brand- feit der ganzen gesitteten Welt auf Schöneberg gerichtet sei. Seitdem sind nun beinahe fünf Jahre vergangen, aber das Wut- wunden hatten das Mädchen so entsetzlich entstellt, daß es nicht Auch die Zeitungen sämtlicher Parteien hätten sich gegen und Jammergeſchrei, mit dem die Hausbefizer die Einschränkung wiederzuerkennen war und gleich von der inzwischen erschienenen eine derartige Prügelpädagogit ausgesprochen. Die Bürgerschaft ihres Zurüdbehaltungsrechtes aufnahmen, ist bis heute noch Feuerwehr in eine„ Leichenhüйe" gepackt und weggeschafft werden erwarte von dem Magistrat, daß er Vorsorge treffe, eine solche nicht verstum mt. Besonders die Berliner Hausbesiger thun mußte. Die Gefährlichkeit des Benzins ist schon durch so viele Wiederholung zu verhindern. Soll man wieder Vertrauen zu unseren in ihren Versammlungen und in der Fachpresse fast so, als sei Unfälle dargethan worden, daß es verwunderlich erscheint, wie selbst Schulen faffen, so wäre es angebracht, dieselben auf die Höhe einer es in Berlin bei vielen Leuten geradezu eine Art Sport Personen, die mit der Flüssigkeit täglich zu thun haben, immer noch wirklichen Volksschule zu bringen, und dies könne nur erreicht geworden, die Hausbefizer um die Miete zu prellen und sich den nicht vorsichtig geworden sind. Die einfache Vorschrift, daß mit werden, wenn man sie zu einer siebenklassigen ausbaue. größten Teil des Jahres gratis durchzuwohnen. Sicherlich befinden sich Benzin niemals bei offenem Licht oder Fener hantiert werden Bürgermeister Gerhardt spricht sein Bedauern über das Vorunter den Schreiern auch jene ehrenwerten Hausbefizer, die früher soll, wird häufig mit geradezu frevelhaftem Leichtsinn vernachlässigt. gefallene aus, weist darauf hin, daß bei den eigenartigen Verwaltungsfür ihre erbärmlichen Wohnungen, in die fein irgend zahlungsverhältnissen der Magistrat keine Verantwortung trage und daß im fähiger Mieter hineingezogen wäre, einen zahlungsunfähigen suchten, Der am Sonnabend bei der Mühlendamm- Schleuse ge: übrigen alles geschehen sei, um einen solchen Mißstand für die Folge zu deffen Miete dann das Obdach zahlen mußte. Diese Herren funkene Kahn mit 3600 Centner Steinkohlen liegt oberhalb der verhindern, unisomiehr, als die Aufsichtsbehörde sich mit der Angelegenheit schreien wahrscheinlich sogar am lautesten über„ die Schwindler, Schleuse an der Fischerbrücke etwa 11, Meter unter der Wasserfläche. beschäftige. Man kommt nunmehr zu der Besprechung der Er. welche gratis wohnen wollen", und ihnen mag es allerdings auch Die Hebung des Kahns ist mit Schwierigkeiten verknüpft. Zunächst richtung eines städtischen Arbeitsnachweises. Wie besonders schmerzlich sein, daß jezt niemand mehr tahlgepfändet werden die Kohlen mit einem Dampfbagger aus dem Kahn entfernt bekannt, haben die Stadtverordneten den Antrag des Magistrats, werden darf. Merkwürdig ist übrigens, daß in dem betreffenden und in einem daneben liegenden Kahn geborgen. Vor Ende dieser die Einsegung einer gemischten Deputation, welche eine Verständigung Bericht der Obdachverwaltung nichts darüber steht, ob versucht Woche dürfte der Kahn nicht gehoben werden. in betreff der Nachweisegebühren herbeiführen sollte, abgelehnt, ins worden ist, die Hausbesizer, die das Obdach brandschatten, zur gerichtlichen Verantwortung zu ziehen. Der Bankier Riese, der vor einiger Zeit aus Berlin unter dem sie durch zweimaligen Beschluß die unentgeltlich. feit der ganzen Vermittlung verlangten. Der Magistrat hat diese Leuten gegenüber wird in der Regel sehr schnell mit einer Mitnahme von 200 000 Mart flüchtig wurde, ist, wie die Leipziger Vorlage mum einfach zu den Aften gelegt, da er der Meinung iſt, Gerichts- Zeitung" meldet, gestern nachmittag in Leipzig mit seiner Anzeige vorgegangen, die ihre Bestrafung ermöglicht, wenn sie die Geliebten Fanny Fechner verhaftet worden. Es gelang Nieje, im daß nach der Städte- Ordnung der Einſegung einer gemischten städtische Verwaltung dadurch geschädigt haben, daß sie sich auf Deputation seitens der Stadtverordneten stattgegeben werden müsse. unrechtmäßige Weise eine Unterstützung oder sonst einen Vorteil Augenblick feiner Verhaftung Gift zu nehmen, dessen Wirkung Da dies nicht geschehen, hält er die Angelegenheit für erledigt. In er alsbald erlag. verschafften. Die oben erwähnte Frau hat zwei Monate Ge Heftigen Worten wendet sich der Vorsteher gegen ein derartiges fängnis bekommen. Es ist auch wiederholt geschehen, daß Arme, Ein schweres Brandunglück wird schon wieder gemeldet. Gebahren, für das er feinen parlamentarischen Ausdruck wenn sie von der städtischen Verwaltung leihweise ihnen über- Das 26 Jahre alte Dienstmädchen Bertha Behrend war gestern finde. Die Versammlung habe dem Magistrat ein Vertrauen Taffene Gegenstände( Kleidung, Betten usw.) verkauft hatten, Mittag in der Wohnung des Schlächtermeisters Levinski im dritten entgegengebracht, wie feine Gemeinde Gemeinde in Preußen, und angezeigt und bestraft worden sind. Warum hat man die Stock des Hauses Veteranenstr. 19 an der Kochmaschine thätig. Ueber zwar bei Objeften mit hohen Summen. Hier, wo es sich Hausbesizer nicht ebenfalls zur Anzeige gebracht und ihre Be- der Maschine befindet sich ein Küchenbrett, auf dem neben ver- un eine Summe von 300 Mark handle, nehme der strafung beantragt? schiedenen Töpfen auch eine Flasche mit Brennspiritus stand. Als Magistrat eine Stellung ein, die zum Konflikt führe. Auch das Mädchen einen Topf herabnehmen wollte, riß es die Spiritus- Genosse Obst fordert, daß die Beschlüsse der Stadtverordneten beZum Tuberkulose- Kongreß. Wie wir von gut unterrichteter flasche mit. Diese fiel ins Feuer, eine gewaltige Stichflamme schlug achtet werden. Hätte es sich um eine andere Klasse von Bürgern Seite erfahren, hat die Kongreßleitung die Absicht, für diejenigen, aus der Maschine empor, verbrannte das Mädchen am Gesicht und und nicht um Arbeiter gehandelt, dann wäre der Magistrat nicht so welche nur am 27. Mai, welcher der Beratung des allerwichtigsten am Halse und entzündete auch ihre Kleider. In eine lodernde Flamme leichtfertig gewesen. Die Bürgermeister Wilde und GerBunttes, der Heilstättenfrage, gewidmet ist, den Verhandlungen bei- gehüllt, eilte die Verunglückte hilferufend die Treppe hinab auf den hardt verteidigen den Standpunkt des Magistrats ans formellen wohnen wollen, eine Ermäßigung der Teilnahmegebühr eintreten zu hof des Grundstücks. Hier sprangen ihr Hausgenossen und Leute Gründen und glauben im übrigen, daß die Stadtverordneten mit Armen Der Potsdamer Ruderklub teilt uns mit, daß keines seiner Mitglieder an einem Bootsunglück, das sich vorige Woche bei Glienede zugetragen habe, beteiligt gewesen sei. Gerichts- Beifung. 9. in den Armin 1 Briefkasten der Redaktion. einer Beschwerde fein Glüd haben werden. Es wird zweds Ver- 1Jm weiteren wurde das Verhalten einiger in der Kommission der Zug zum Stehen gebracht werden konnte. Ein Pahnwärter ständigung mit dem Magistrat die Wahl einer gemischten Deputation thätigen Mitglieder in betreff Ueberstundenarbeit scharf kritisiert, wurde als der That verdächtig verhaftet. beschlossen. Die Anstellung von Schulärzten soll, trok was zur Folge hatte, daß der Bezirksführer sowie der Schriftführer Epochemachende Erfindung. Die von ztvei ungarischen des Protestes des Genossen Masuch, welcher die sofortige An- ihre Aemter am Schluß der Versammlung niederlegten. Unter Ver- Elektrotechnikern erfundene Schnelltelegraphie, die das Abstellung verlangt, durch eine Kommission von 9 Mitgliedern geprüft schiedenem wurde eine recht baldige Einberufung einer öffentlichen telegraphieren von 100 000 Worten in einer Stunde ermöglicht, soll. werden, um die Kompetenz der Aerzte festzustellen. Ohne Debatte Holzarbeiter- Bersammlung angeregt und Wagner mit den hierzu sich auf der 350 Kilometer langen Strecke Budapest- Temesvar gelangt die Errichtung einer Hauptlehrerstelle für die erforderlichen Vorbereitungen betraut. glänzend bewährt haben. Gegenwärtig sind Verhandlungen wegen Filialschule im Friedenauer Ortsteil und die Wahl einer Verkehrsdeputation zur Annahme. Eine Versammlung der Hilfsarbeiter im Handels-, Trans- eines Versuches auf der Linie Budapest- Berlin im Zuge. port- und Verkehrsgewerbe fang war sehr gut besucht, auch die Eingegangene Druckschriften. Hallen statt. Die Versammlung Handlungsgehilfen waren zahlreich vertreten. Reichstags- Abgeordneter Von der„ Neuen Zeit" ist soeben das 34. Heft des 17. Jahrganges, Rosenow referierte über die Gewerbe- Ordnungs- erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Trau, schau, wem? Novelle und zwar über den Inhalt des Artikels 8, der das Völkerrecht und Militarismus. Von J. Karsti. II. Eine Nachlese. Von Handelsgewerbe betrifft. Der Redner schilderte zunächst die Lage Franz Mehring. III. Die preußische Berginspektionsreform. Von Feuilleton: Erinnerungen der im Handelsgewerbe thätigen Personen, insbesondere der Hilfs- Heinrich Möller. Litterarische Rundschau. eines Achtundvierzigers.( Fortsetzung.) arbeiter an der Hand eines reichen und überzeugenden Zahlenmaterials. Auch die Antworten, welche die Organisationen auf die Fragebogen der Kommission für Arbeiterstatistik gegeben hatten, citierte er und zeigte dadurch, wie notwendig es sei, die Beftimmungen der Gesezesnovelle auch auf die Arbeiter in den Comptoiren und Lagerräumen auszudehnen, wie überhaupt dem verheißenen Arbeiterschutz eine größere Ausdehnung zu geben. erste Versuch des Schutzes der im Handelsgewerbe thätigen Personen sei schwächlicher ausgefallen als man selbst von dieser Regierung erwartet und es sei daher die dringendste Aufgabe ber Arbeiterschaft, fich durch Stärkung ihrer Organisationen Bedeutung und Beachtung zu verschaffen. An dieses mit lebhaftem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine längere Diskussion, an der sich die Kollegen Kohn von den Handlungsgehilfen, Stein, Uthes, Straube und andere von den Hilfsarbeitern beteiligten. Am Schlusse dieser Debatte fand eine Resolution des Kollegen Rein Annahme, die sich mit dem Referenten einverstanden erklärt und einen energischen, durchgreifenden Schutz der Arbeiter fordert, sowie eine fernere Resolution des Kollegen Sohn, die von der Berliner Stadtverordneten- Versammlung Ausdehnung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, Beschränkung und Verbot der Sonntagsarbeit fordert. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung fand die gutverlaufene Versammlung ihr Ende. " Der Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7/2 bis 8½ 1hr abgehalten. Licbelt, Gesundbrunnen. Damaliger Vorsitzender war: P. Gent, Dresdenerstr. 107/8. P. W. Infanterie- Regiment Nr. 149 in Schneidemühl. G. F. 1. Uns nicht befannt. Wenden Sie sich an die Holzarbeiter: Berlin N., Prinzen- Allee 90. Zeitung", Hamburg- Eimsbüttel, Bismarckstr. 10. 2.„ Lederarbeiter- Beitung", S. P. 100 und Ed. Sch., Schönleinstr. 18. Central- Kranken- und Begräbnistaffe für Frauen und Mädchen in Deutschland( Verwaltungsstelle Berlin). Vorsitzender: C. Sedel, Berlin SO., Oranienstr. 180, III. Café Le Procope. Rue de l'Ancienne- Comédie 13. Sigung jeden Sonnabend. Dafelbst wird auch französischer Unterricht erteilt. Ene. Um Tintenflecke ans hellen, bestickten Decken zu entfernen, gieße man etwas heißen Eisig unter Benzin, weiche die Flecke in dieser Mischung etwa 10 Minuten ein und wasche dann mit Wasser nach. Bei empfindlichen Stoffen und Farben läßt man auf den Fleck einige Tropfen Talg von einem brennenden Licht träufeln und wäscht dann die Stelle in einer Lösung von pyrophosphorfaurem Natron aus. Bet Wollstoffen tröpfelt man füße Milch auf den Fleck, tupft mit frischer Watte ab, wäscht mit Seifensud nach und reibt mit einem reinen Tuche trocken. Unter Umständen muß dies Müller, Moabit. Eine solche Frage läßt sich nur nach genauer P. 99. Deutscher socialdemokratischer Leseklub in Paris. Vereinslokal: Spaar. Es handelt sich um eine andere Person. Nr. 99 W. H. Wir bitten Sie, für die Zukunft briefliche Anfragen auch zu frantieren. R. F., Rigdorf. Meinen Sie Musikinstrumenten- Zeitung? Giebt es nicht. Die Deutsche Metallarbeiter Zeitung" erscheint in Nürnberg, Waizenstr. 12. H. M. Ift uns nicht bekannt. E. P. 39. Wenden Sie sich an das Adressenbureau des Königlichen Polizeipräsidiums am Alexanderplatz. F. M. Es ist beides falsch. Es heißt:„ Komme zu mir." Cy. R. 999. Weil die Arbeiter selbst eine Aenderung nicht wünschen. C. H., Nauen. Wir sind nicht in der Lage, die Zuſchrift zu ver öffentlichen, da der Sachverhalt teineswegs flar ist; zudem können wir auch wegen Stoffandrang derartige Einzelfälle nur ausnahmsweise, wenn ganz besonders auffällige Umstände vorliegen, veröffentlichen. Gegen den städtischen Steuererheber Albert Domad, welcher durch seine langjährige Thätigkeit im Norden unserer Stadt allgemein bekannt war, war vor einiger Zeit nach langer Voruntersuchung Anklage wegen zahlreicher Unterschlagungen von Steuerbeträgen in Höhe von mehreren Tausend Mark, sowie wegen Fälschung der Steuerregister erhoben worden. Sein früherer Vorgefetter, der Buchhalter Brunow, richtete im Sommer 1898 an den Vorsteher der zuständigen Steuer- Annahmestelle aus dem Ostseebad Osternothhafen bei Sivinemünde einen Brief, in welchem er nicht nur die von Domad begangenen Unregelmäßigkeiten aufdeckte, sondern sich auch selbst als Mitwisser der Strafthaten des Domack bekannte. Domad habe ihn durch Hergabe von 2000 m. bis jetzt zum Schweigen veranlaßt. Das in dem Schreiben ausgesprochene Vorhaben, sich der irdischen Gerechtigkeit durch einen freiwilligen Tod zu entziehen, führte er bald darauf am 9. September 1898 aus. An diesem Tage wurde zur größten Aufregung der am Strande des Seebades Swinemünde Instwandelnden Kurgäste seine Leiche von den Wellen der Ostsee ans Land gespült. Die nun allein gegen Domad geführte Untersuchung hat die Bernehmung fast aller Steuerzahler, bei denen Domad Steuern einkassierte, nötig gemacht, so daß eine Verhandlung von mehreren Tagen vorgesehen war. Im letzten Jahre trug nun aber Domack schon ein sehr verändertes Wesen zur Schau, beispielsweise pflegte er sich im heißesten Sommer am liebsten Der Centralverband der er Töpfer( Filiale Berlin) hielt am Verfahren mehrere Male wiederholt werden. mit dicken Winterkleidern bedeckt, neben dem überheizten Küchenofen aufzuhalten. Auf die wiederholten Anträge der Rechtsanwälte Dr. 10. Mai eine Generalversammlung ab, in der zunächst Guth den Schlesinger und Dr. Schwindt hat nunmehr die Straf- Stassenbericht vom I. Quartal erstattete. Danach betrug die Ein- untersuchung von einem Arzt beantworten. Wenden Sie sich rechtzeitig an fammer es für ratsam gehalten, die Verhandlung auszusetzen und nahme 971,60 M., hierzu alter Bestand vom IV. Quartal 1898 in einen solchen. A. Sch. Sie finden die Versammlungen des Wahlvereins Ihres Domad zunächst in der städtischen Frrenanstalt Herzberge auf seinen Höhe von 595,20 M., ergiebt eine Gesamteinnahme von 1566,80 W., Wahlfreifes im Vorwärts" angezeigt. der eine Ausgabe von 1146,44 m. gegenübersteht; es verblieb somit Geistes zustand untersuchen zu lassen. Die Angelegenheit wird daher ein Bestand von 420,36 M. Hierauf hielt Adolf Hoffmann da zurück 4. Klasse und lösen sich in Frankfurt ein fünf Tage gültiges S. S. 1004. Fahren Sie von Berlin nach Frankfurt a. M. und von voraussichtlich erst nach den Gerichtsferien ihre Erledigung finden, falls es nicht schon vorher der Verteidigung auf Grund der ärzt- einen intereſſanten, mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über Retourbillet 3. Klaffe nach Bafel. Die ganze Fahrt kostet dann 46,80. lichen Gutachten gelingen sollte, die Einstellung des Strafverfahrens Besprechung zweier Anträge von Hielscher, welche lauten:„ Nur das Thema:„ Auf was wir stolz sind". Dem Vortrag folgte die wegen Geisteskrankheit des Angeklagten herbeizuführen. solche Mitglieder, die 13 Wochen dem Verbande angehören, erhalten Wie Naud u. Hartmann Schule machen. Die Firma durch den Arbeitsnachiveis Arbeit nachgewiesen" und" Mitglieder, Gotthelf hatte es als Pächterin des öffentlichen Anschlag- die 13 Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, wesens in Kassel abgelehnt, einen von der Polizei für den werden ausgeschlossen und deren Namen im Fachblatt veröffentlichen Anschlag freigegebenen antisemitischen Boykottaufruf an öffentlicht". Beide Anträge erhielten nicht die Zustimmung die Anschlagfäulen anzuheften. Beschwerden bei der Polizeiverwaltung der Versammlung. Der legtere Antrag wurde indessen blieben ohne Erfolg. Die Behörde weigerte sich, gegen die Firma dem Delegierten Hagen als Material zum bevorstehenden Kongreß Gotthelf einzuschreiten, worauf der Beschwerdeführer Thiele im überwiesen. Hierauf berichteten Peters, Dedert und Buttler Verwaltungsstreitverfahren gegen die Polizeiverwaltung vorging. über die Lohnbewegung bei der Firma Titel. Durch einmütiges Vor dem Ober- Verwaltungsgericht ließ der Kläger sich durch den Zusammenstehen haben die Arbeiter einen Erfolg errungen. Der antisemitischen Reichstags- Abgeordneten Werner vertreten. Der Vertrauensmann David wünscht, daß ihm in Zukunft von allen erste Senat des Gerichts wies indessen die Klage ab, weil für den Vorgängen, die sich auf diesem Gebiete abspielen, vorher Kenntnis borliegenden Fall das Verwaltungsstreitverfahren überhaupt gegeben werde. Ein planmäßiges Vorgehen sei vorzugsweise in nicht gegeben sei, da es sich hier weder um ein polizeiliches Berlin am Blaze, wenn die Errungenschaften dauernde sein Verbot, noch um ein polizeiliches Gebot handele. sollen. In diesem Sinne sprachen sich noch mehrere Redner aus. Auch wurde mitgeteilt, daß die sämtlichen Ofenſezer bei der Firma Titel sich verpflichtet hätten, unmehr dem Centralverbande beizu treten. Folgender Antrag gelangte alsdann zur Annahme:" Auf 5. H. 108. Ein solches Buch ist in feiner Leihbibliothek zu haben, Erbauliche Dinge aus der Zwangserziehungs und allen Bauten, wo Verbandsmitglieder arbeiten, haben dieselben einen Sie müssen sich dasselbe in einer großen Buchhandlung kaufen. Befferungsanstalt Ohlsdorf bei Hamburg famen bei einem Vertrauensmann zu ernennen, der die Pflicht hat, des Sonnabends M. 3. Anonyme Anfragen beantworten wir nicht. Injurienprozeß zur Sprache, der vor dem Landgericht Hamburg die freiwilligen sowie die Beiträge für den Verband einzuziehen." Otto. 1. Die Beschwerde an das Landgericht kann ohne Anwalt beim gegen den Arbeiter Jablonka geführt wurde. J. hatte von Anfang Amtsgericht von Ihnen eingelegt werden. 2. Gleichzeitig mit der Beschwerde 1897 bis April 1898 einen Sohn in der Anstalt, wollte denselben In einer Bezirksversammlung des deutschen Holzarbeiter: fönnen Sie einstweilige Einstellung bis zum Entscheid über Ihre Beschwerde C. 2. Ja. M. D. aber zurück haben, weil der Junge sich über fortwährende Miß- Verbandes( Süd- Ost) referierte Wagner über: Die ärztlichen beantragen. 3. Das Verdecken ist nicht gestattet. Handlung in der Anstalt beklagte. J. richtete zu diesem Zwecke Ehrengerichte und die kranken Arbeiter". Redner beleuchtete in seinem Das Pflichtteil beträgt nach dem hier in Berlin geltenden Recht: wenn vier mehrere Schreiben an die Behörden, in denen er schwere Beschul- intereffanten, beifällig aufgenommenen Vortrage die Art, wie die oder weniger erbfähige Kinder da sind, also vier oder weniger Erbportionen digungen gegen die Lehrer und Beamten der Anstalt, insbesondere Arbeiter behandelt würden, wenn sie als Mitglieder einer Kranken- 8 machen sein würden, wenn mehr als vier Kinder da ſind, ½½ der Erbportion. C. B. 74. 1. und 3. Wir werden Erfundigung einaber gegen den Anstaltsvorsteher Oberlehrer Blund erhob. tasse die Aerzte konsultieren. Dem Vortrage folgte eine für die Anziehen. 2. Hat nichts zu zahlen. A. 3. 100. Sie haben nicht zu Es waren über 60 Zeugen in der Sache geladen. Bei dem schlechten wesenden vorteilhafte Diskussion. Unter Verbandsangelegenheiten zahlen. 5. W. 53. Zu Innungen gehören Fabriken nicht. 3. Ja. Beugenmaterial verlief die Beweisaufnahme jedoch ziemlich ungünstig wurde mitgeteilt, daß in der Sigmöbel- Fabrik von F. W. Stehmann, Trener Abonnent Wilmersdorf. 1. und 2. ja. E. H. 2. Der für den Angeklagten, der ohne Verteidiger war und ein West Reichenbergerstr. 142, 18 Arbeiter wegen der Feier des 1. Mai entlassen Stäufer könnte nach seiner Wahl Rücknahme oder Schadensersatz mit AusW. Ewe. Kehren Sie vor vollendetent preuße ist, der das Deutsche ziemlich schlecht beherrscht. Aber einiges worden sind. Eine am Montag, den 8. Mai, angebahnte Verhandlung sicht auf Erfolg verlangen. wurde doch bewiesen, und das wirft ein sonderbares Licht auf seitens des Verbandes mit dem Fabrikanten blieb erfolglos, indem 42. Lebensjahre zurück, so können Sie noch der Ferienkolonie auf 3 Jahre zugeteilt werden. 2. J. Nr. 500. Nein, erklären Sie den Manne bei die Anstalt und ihre Beamten. So mußte der Oberlehrer Herr Stehmann erklärte, die Vertrauensmänner nicht wieder ein- einer etwaigen nochmaligen Bernehmung, Sie lehnen jede Beantwortung Blund zugeben, daß er die ihm zur Besserung übergebenen 3öglinge stellen zu wollen. Auch verlangte Herr St., daß die übrigen Arbeiter, und die Unterschrift ab. 2. 12. Als Gegenvormund nein. Norder: fehr oft dreimal deſtillierter Schweinigel" anrede, daß er die von die am 1. Mai die Arbeit ruhen ließen, eine schriftliche Erklärung ney 111. Ja.-O. Müller. Eine Bertaufstage beſteht nicht. Laſſen Sie fich nur ihm selbst festgelegten Regeln für die körperliche Züchtigung häufig abgeben sollen, fernerhin den 1. Mai nicht mehr durch Arbeitsruhe mit reellen Abzahlungsgeschäften ein, sonst werden Sie trotz des Abzahlungsüberschritten hatte, und daß er wegen der Behauptung des An- zu feiern. Daraufhin wurden die Verhandlungen abgebrochen und geschäftes fiets erhebliche Nachteile haben.-.. I. 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. F. E. M. Wenden Sie geflagten, seine Söhne hätten sich gegen weibliche 3öglinge, beschlossen, über das Geschäft die Sperre zu verhängen. Hellwig Stumpe. 1. Nein. 2. Das Standesamt. an Stadtverordneten Matterne, dem Vorsitzenden des Vereins. Sie in der Wohnung des Vorstehers beschäftigt wurden, unfittlich und Schäfer wurden in die Kontroll- Kommission für den„ Süden". J. 32. Sie müssen den Wirt auffordern, innerhalb 8 Tagen für Bebergangen, feinen Strafantrag gestellt hatte. gewählt. seitigung der unangenehmen Mieterin Sorge zu tragen, eventuell auf Auch mußte er zugeben, daß er Bettnässer dadurch bestraft hatte, Br. 8. Nein. daß er ihnen das Abendbrot entzog, wofür er ihnen freilich doppeltes Maurer hielt am 9. Mai in Bismardshöhe" eine außerordentliche Charlottenburg. Die Zahlstelle des Central- Verbandes der Lösung des Vertrages und auf Schadensersaz klagen. Besper geben ließ, welches Verfahren vom Anstaltsarzt jedoch als Mitglieder- Bersammlung ab. Der Staffierer gab zunächst den Kassen Marktpreise von Berlin am 15. Mai 1899 für die Kinder schädlich bezeichnet wurde. Schließlich wurde fest- bericht vom 1. Quartal und wurde demselben Entlastung erteilt. nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidinms. gestellt, daß der Aufseher Steckelberg einem in der Jolierzelle beD.- Ctr. 15,75 14,50 Schweinefleisch findlichen Zögling das Vesper über das Gitter warf, so daß es ins Hierauf hielt Millarg einen beifällig aufgenommenen Vortrag Nachtgeschirr fiel, bloß weil er den Zellenschlüssel vergessen hatte. noch einige gewerkschaftliche Angelegenheiten ihre Erledigung geüber: Das Unfallversicherungs- Gesez und die Arbeiter." Nachdem Das Gericht sprach den Angeklagten frei, weil ihm der Schutz des $ 198 zugebilligt und angenommen ward, daß er im guten Glauben funden, erfolgte Schluß der Versammlung. gehandelt hatte. Dem Kläger hätte hier nur die Beschwerde im Aufsichtswege zustanden. " Thiele. Die Polizei in Berlin ist„ föniglich". Die Stadt darf die Kosten für ihre Unterhaltung aufbringen, hat aber fein Wort mitzureden J. W. 3. B. eine Laus oder eine aus den wesenhaften Eigenschaften dieses Insekts entstandener menschlicher Charakter. Auch der Bandwurm im Wagen oder den Zeitungsspalten ist ein derartiger unheimlicher Schmaroger usw. A. B. Nichts Gewisses weiß man darüber. ) Weizen Roggen * Futter- Gerste Hafer gut " 12,20 Sammelfleisch 1 kg 1,60 14,70 13,60 Kalbfleisch 1,80 " " n 13, " 1,60 0,90 " 15,60 15,10 Butter 2,60 2, mittel " 15, 14,50 Gier 60 Stick 3,60 2,20 gering " 14,40 14, Rarpfen 1 kg 2,20 1,20 4,15 3,50 Aale 3,- 1,40 7,10 4,50 Bander " 2,60 1, 40, 25, Hechte 2,20 1,20 " " 50, 25, Barsche 1,60 0,80 " " 70, 30, Schleie 3,- 1,20 " 6, 4, Bleie 1,20 0,80 Nichtstroh Heu " 1,60 1,20 Krebse per Schod 12,- 2,50 1,20 1, *) Ermittelt pro Tonne von der Centralfielle der Preuß. Landwirt schaftskammer Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppelbesprije †) Kleinhandelspreise. Hafer blieb vernachlässigt, Mais konnte sich behaupten, Rüböl tendierte Die Musikinstrumenten- Arbeiter hielten am 18. d. Mts. in Die Polizeiverordnung, welche vorschreibt, daß von Hotel: Paul Jahn einen Vortrag über" Lebenshaltung und VoltsDie Polizeiverordnung, welche vorschreibt, daß von Hotel Rixdorf eine gutbesuchte öffentliche Versammlung ab, in der †) Erbsen gäften in den sogenannten Fremdenbüchern bestimmte Eineinkommen" hielt. Der vorgeschrittenen Zeit halber fand eine+ Speisebohnen tragungen zu machen sind, sollte die Hotelbefizerin Winter übertreten haben. Sie hatte, als einige Gäste nähere Angaben nicht Diskussion über den Vortrag nicht statt, sondern man ging gleich insen zum 3. Punkt der Tagesordnung Besprechung über Begründung Kartoffeln, neue machen wollten, in ihrem Fremdenbuch vermerkt: Angaben verweigert. einer Zahlstelle des Fachvereins der Musikinstrumenten- Arbeiter in Rindfleisch, Keule 1'kg Die Anklagebehörde machte nun geltend, daß sie die betreffenden Rirdorf" über. Es entwickelte sich eine äußerst lebhafte Debatte, da do. Bauch Gäste in ihr hotel nicht hätte aufnehmen dürfen. Sie hätte einige der zahlreich erschienenen Mitglieder des Holzarbeitervorsichtshalber das Buch den Gästen vor ihrer Aufnahme vorlegen Verbandes gegen die Gründung einer Bahlstelle auftraten. Diese müssen. Die Frau wurde jedoch in allen Instanzen freigesprochen, Stellungnahme rief lebhaften Widerspruch hervor und ergab die gestern auch vom Kammergericht. Zur Begründung wurde aus Schlußabstimmung mit großer Majorität die Annahme der Neugeführt, daß der Hotelier in Fällen wie dem vorliegenden seiner gründung. Nachdem noch aufgefordert war, durch lebhafte Agitation Pflicht genüge, wenn er die Weigerung der Logisgäste, nähere An- die Förderung unserer Sache zu betreiben, erfolgte Schluß der Vergaben zu machen, im Fremdenbuch verzeichne. Es bleibe der fammlung. Polizei überlassen, gegen die betreffenden Hotel gäste vorzugehen. And Petersburg wird berichtet: Unter großem Andrange des Bublifums gelangte am Dienstag der Prozeß gegen die Adlige Marie Mershivizka, welche beschuldigt war, ihren Geliebten und zwei Die Schriftstellerin Elise Polko ist gestern in München Frauen aus Eifersucht vergiftet, Kindesentführung, Fälschung von 66 Jahre alt gestorben. Elise Polfo war in ihrer Jugend Opern Dokumenten und Wechseln begangen zu haben, vor dem hiesigen sängerin; nach ihrer Verheiratung nahm fie von der Bühne Abschied Bezirksgericht nach dreitägiger Berhandlung zum Abschluß. Die und wandte sich der harmlosen Familienblatt Schriftstellerei zu. Angeklagte wurde obiger Verbrechen für schuldig befunden und zum Einige Beachtung fanden früher ihre Musikalischen Märchen". Verlust des Adelsprädikats und 15 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien berurteilt. Versammlungen. Vermischtes. 1200 behauptet. D Eine Fenersbrunst zerstörte in Wizin bei Sternberg 18 Gebäude. Ein Ehepaar, dessen Behausung plöglich von den Flammen ergriffen wurde, erlitt schwere Brandwunden. In Weimar fand gestern die Enthüllung des vor dem Seebachfester. Die Locozufuhr am Spiritusmarkt blieb gering, weshalb die Tendenz andauernd fest ist. Gehandelt wurden 54 000 Liter 70er Spiritus, die wie gestern mit 40,60 gehandelt wurden. 50er nicht zugeführt. Termine fest und Kartoffelfabritate. Berlin, 16. Mai. Feuchte Kartoffelstärke per 100 kilogramm 10,30 M. Brima trockene Kartoffelstärke per 100 kilo gramm 20,60 M., do. Supra 21,25 M., do. Secunda 16-18 M. Prima startoffelment per 100 kilogramm 20,60 m., do. Supra 21,25 M., do. Secunda 16-18,50 M. d Berlins Getreide und Mehlzufuhren zu Waffer von 15. Mai mittags bis 16. Mai mittags betrugen 780 To. Weizen. Witterungsübersicht vom 16. Mai 1899, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 3woltig 4 heiter 4 heiter Temp. u. E. 5° 4° R. Stationen Barometer Winds stand mm rigtung Windstärke Wetter Temp. n. G. 15° 6.= 4° R. Berlin Wiesbaden 758NW 761 SW 5 bedeckt 5 bedeckt 4geiter 13 Haparanda 758 N 4 heiter 14 Petersburg 14 Cort 751 W 4h1b. beb. 13 Aberdeen 741 SW 11 4516. bed. 11 Paris 760 SSW 4hlh. bed. 11 17 11 München Im deutschen Holzarbeiter- Verband( Bezirk West und Süd- Stift errichteten Denkmals für Marie Seebach statt.97 weft) hielt am 8. Mai Herr Rechtsanwalt Victor Fräute Bei einem Brande in Niederzieder bei Landeshut Swinembe. 757 einen zeitgemäßen Vortrag über„ Das Koalitionsrecht der Arbeiter" 756 wurden durch einen einstürzenden Giebel zwei Personen getötet Hamburg Eingangs wies Redner auf die Bedeutung der Maifeier hin, be- und fünf schwer verletzt; zwei Dienstmädchen werden vermißt. Handelte die Entstehung und Entwidelung des Koalitionsrechts, rügte 764 SW Gefährdung eines Eisenbahnzuges. Aus Fiume wird vom scharf die Bekämpfung desselben von seiten der Regierungsparteien und ihrer Gefolgschaft, und gab an der Hand reichen statistischen Dienstag gemeldet: Bei der Station Skrad delnice wurde in der Nacht Wien Materials einen Ueberblick über die ungleichen und für die Arbeiter von unbekannten Thätern auf den Budapester Schnellzug ein besonders harten Bestrafungen auf Grund der Dehnbarkeit des§ 153 Attentat versucht. Die Geleise waren in einer Länge von etwa Der Gewerbe- Ordnung. Der Vortrag vurde mit reichem Beifall 30 Metern aufgerissen; glüdlicherweise bemerkte der Zugführer des nachher zunehmende Bewöltung und Gewitterneigung. aufgenommen und es Inüpfte sich eine rege Diskussion an denselben. von hier abgegangenen Nachtzuges rechtzeitig den Anschlag, so daß 759 23 Wetter Prognose für Mittwoch, den 17. Mai 1899. Etwas wärmer, zunächst ziemlich heiter bei mäßigen südwestlichen Winben, Berliner Wetterbureau. Ein vorzügliches Frühstück ist eine Tasse Kathreiners Malzkaffee, denn er vereinigt die Vorzüge des Bohnenkaffees mit den anerkannt gesundheitlich wertvollen Eigenschaften des Malzes. Der„, Kathreiner" regt an, aber nicht auf, gewährt dem Gaumen den angenehm aromatischen Geschmack des Bohnenkaffees und hinterlässt keine schädlichen Wirkungen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 17. Mai. Opernhaus. Die weiße Dame. Anfang 71% Uhr. Socialdemokratischer Verein Todes- Anzeige. bas Allerlei Anzeigen. Urania für den 5. Berliner Reichstags Wahlkreis. Den Genofien sur Madriat, daß Taubenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62: - Nachricht, = Donnerstag, den 18. Mai, abends 81% Uhr, Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11-12: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten W. Pfannkuch über: Die Novelle zur Gewerbe Ordnung im deutschen Reichstag. 2. Dis Der Vorstand. Schauspielhaus. Wallensteins Tob. Tägl. Sternwarte. fuffton. 3. Bereinsangelegenheiten. – Gäſte ſehr erwünſcht. Anf. 7 Uhr. Deutsches. Die Gefährtin. Der grüne Kakadu. Paracelsus. Anfang 7 Uhr. Leffing. Francillon. Anf. 71% Uhr. Berliner. Zaza. Anfang 71% Uhr. Residenz. Der Schlafwagen Con troleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Schiller. Zwei glückliche Tage. Anfang 8 Uhr. Neues. Eine Liebesheirat. Anfang 7½ 11hr. Westen. Margarete( Faust.) Anfang 7 Uhr. Central. Die Buppe. Anf. 7/2 11hr. Thalia. Geschlossen. Luisen. Ein Proletarier. Hierauf: Vogelfret. Zum Schluß: Jadwiga. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Pech- Schulze. Anfang 7 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. S Des großen Königs Rekrut. Anfang 8 11hr. Alexanderplatz. Um ein Weib. Anfang 8 Uhr. Oftend. Die Bulgaria. Anfang 8 11hr. Wiener Volts.Theater. Das Ver: sprechen hinter'm Herd. Cousin. Anfang 8 Uhr. Metropol.Specialitäten- Borstellung. Anfang 81% 11hr. Apollo. Specialitäten Borstellung Anfang 82 11hr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. 4 Teen Palast. Specialitäten Bor: stellung. Passage Panoptikum. Specialitäten Vorstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 1hr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. Schwant in vier Aften von Franz Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit. Der unverwundbare 245/6 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 17. Mai, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20/21: Fakir Aratas. Vertrauensmänner- Versammlung Das 6jährige Wunderkind Marietta ( kann nur im Finstern sehen). Von 612 Uhr: Specialitäten: Vorstellung. Castan's Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Rumänische Neu!! Original- Zigeuner Kapelle im Konzertsaal. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: 1. Die Anschläge der vereinigten deutschen Möbelfabrikanten auf den Deutschen Holzarbeiter- Verband, 2. Bericht über den Verlauf der MatAussperrung; Werkstattstreits und Differenzen. 81/7 Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Ortsverwaltung Berlin). Heute, Mittwoch, den 17. Mai, abends 8½ Uhr, Vertrauensmänner- Konferenz für den Süden im Lokal des Herrn Rautenberg, Oranienstr. 180. Pünktliches Erscheinen ist notwendig. Sonnabend, den 20., und Dienstag, den 23. Mai, ist das Bureau am Nachmittag gefchloffen; desgleichen am Dienstag, den 23. Mai, vormittags der Arbeitsnachweis. Die Werkstatt von Hirschmann, Johannisstr. 14/15, sowie die Gießerei von Neumann, Chauffeestr. 112, sind gesperrt. 112/6 Die Ortsverwaltung. Verein socialdemokratischer 14 phänomenale 14 Gaft- und Schankwirte Berlins Debuts Mlle. Lidia. José Hurgini, Meisterschafts- Jongleur i. Billardsalon. 1 Lui- Lui mit dem ballspielenden Hund. 4 Noisset, 6 Glinzeretti, Kunstradfahrer. Akrobaten. Frid- Frid, Berliner Soubrette. und Umgegend. Der Feiertage wegen findet unsere nächste Versammlung nicht am 19., fondern am 26. Mai statt. Das Nähere wird noch bekannt gegeben. 69/8 Der Vorstand. Max Kliems Sommer- Theater Paul Jülich Hasenhaide 14-15. Gesangs- Humorist mit aktuellem Repertoire. Artistische Leitung: Paul Milbit. Läglich: Großes Garten- Konzert. der Schloffer 219/14 Eduard Bingau früherer Vertrauensmann der Schön hanser Vorstadt, ant 15. Mai, im Moabiter Krankenhause an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 19. Mai, nachmittags, von der Leichenhalle des Moabiter Kranten: hauses aus, statt. Ehre seinem Andenken!! Der Vertrauensmann. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser guter Sohn, Bruder und Onkel Paul Stahn nach kurzem, schweren Leiden, im 22. Lebensjahr, am Sonntagabend sanft entschlafen ist. Die Beerdi: gung findet ant Donnerstagabend, 52 Uhr, von der Halle des St. Thomas kirchhofes, statt. 956 Die trauernden Hinterbliebenen. Freundl. Vereinszimmer zu vergeb. Pantstr. 47. Christian Döring, Restaur. Cigarren Einzelverkauf zu Fabrikpreisen! Stitd 212, 3, 31/3, 4 Pf. usw. W. Schilling, SO., Admiralstraße 18b. Rechtsbureau des langi. Bureauvorstehers Jacobi, Gr. Frankfurterstr. 85. Rat u. 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M. wies Bebel darauf hin, das Verbot für die Leute unter 18 Jahren, fortzuziehen, d. h. also eine wesentliche Einschränkung der Freizügigkeit", diene dem Zwecke, die östlichen Landarbeiter an die Scholle zu fesseln. Dem gegenüber bemerkte der konservative Abgeordnete Oertel: Was die Beschränkung der Freizügigkeit anlangt, so hat Ihr Parteigenosse Kautsky sie für die jugendlichen Arbeiter auch befürwortet." Er suchte also einen Gegensatz zwischen meiner Wenigkeit und Bebel, oder vielmehr der Gesamtheit unserer Partei zu konstatieren, denn daß in dieser Frage die gesamte Partei den Ausführungen Bebels zustimmt, daran ist nicht zu zweifeln. " Ein solcher Gegensatz besteht jedoch in Wirklichkeit nicht, da ich den Ausführungen Bebels vollkommen zustimme. Herr Dertel ist offenbar irregeführt worden durch die Kritik, die Genosse David im Vorwärts"( 11. März dieses Jahres) an dem übte, was er mein Agrarprogramm nennt. Ich habe diese Kritik ohne Erwiderung gelassen, da die Diskussion mit Bernstein mich in Anspruch nahm und es unmöglich meine Aufgabe sein kann, mich mit allen meinen Kritikern herumzuschlagen. Wer ein Buch veröffentlicht, muß sich eben Kritik gefallen lassen. Da jedoch die Auffassung Davids weiter folportiert wurde und, wie Figura zeigt, von den Agrariern ausgebeutet wird, halte ich in diesem Falle doch eine Richtigstellung für geboten. Junkerpolitik" zu bezeichnen, wie dics David thut. Ebenso gut fönnte unter Hinzurechnung des vorhandenen Bestandes in Höhe von man auch die Forderung der Verlängerung der Schulpflicht bis zum 2617,73 M., von 4546,98 m. Demgegenüber steht eine Ausgabe 16. oder gar 18. Jahr als reaktionäre Junterpolitik bezeichnen. Die von 2152,15 M., so daß ein Bestand von 2394,83 m. verbleibt. Wanderarbeit der jungen Leute würde dadurch sehr erschwert. Redner bemerkt, daß hierbei nur die Zimmerer von Berlin, CharMan fann nicht leicht größeren Wert auf die Freizügigkeit der lottenburg, Echöneberg, Rigdorf, Weißensee und Pankow, soweit sie Landarbeiterschaft lagen, als ich in meinem Buche gethan. Um jeden auf dem Boden der, Vertrauensmänner- Centralisation stehen, in BeBweifel zu beseitigen, sei mir zum Schlusse gestattet, einige Säge tracht gezogen werden dürfen, und für alle übrigen Orte seit dem über Sammelfonds bestehen, die 1. Januar selbständige daraus zu citieren: des Schluß durch den Jahres ersten Vertrauens Ist das Koalitionsrecht auch für den Landarbeiter eine unent am werden son. Bericht erstattet der Auf Antrag behrliche und nicht zu unterschätzende Waffe, so wird doch für ihn mann wurde der Kassierer te pichläger entlastet. praktisch viel wichtiger das Recht der Freizügigkeit. Revisoren Wo seine Lage sich in den letzten Jahrzehnten ver- Dem Bericht über die Feststellung der Arbeitslosigkeit ist zu entbessert hat, verdankt er es vor allem der Freizügigkeit. nehmen, daß im 1. Quartal 1857 Wochen als Arbeitslose" abDarum gehört aber auch diese zu den von den Agrariern best- gestempelt werden mußten, die Arbeitslosigkeit war somit größer als gehaßten Einrichtungen des modernen Staates. Noch sind sie in den vorhergehenden Jahren. Den Bericht über die Aussperrungen ohnmächtig, direkt daran zu tasten, um so mehr versuchen sie alle am 1. Mai gab der Vertrauensmann; derselbe bemerkt, daß der möglichen heimtückischen Methoden, um ihr an den Kragen zu Aufruf des Unternehmerbundes die Maifeier nicht im geringsten gehen... allen diesen Bestrebungen muß sich die Socialdemokratie beeinträchtigt habe und überall dort, wo einheitlich gefeiert wurde, auf das Entschiedenste widersetzen.... Das Stoalitionsrecht und die auch feine Maßregelungen stattgefunden hätten mit Ausnahme bei freizügigkeit sind die beiden wichtigsten Mittel der freien Bethätigung der Firma 3aar u. Vahl, welche die Arbeiten im Zoologischen und der Organisation für das ländliche wie für das industrielle Garten auszuführen hat und ihre sämtlichen Arbeiter aussperrte. Proletariat. Die Socialdemokratie hat die Aufgabe, diese Waffen Die übrigen Maßregelungen seien lediglich auf Conto des Klassenkampfes zu erobern und sie dort, wo sie erobert find, jenigen Kameraden zu setzen, welche entgegen dem Bes festzuhalten und die verschiedenen Schichten der Arbeiterschaft in schluß der Allgemeinheit am ersten der Allgemeinheit am ersten Mai gearbeitet haben. ihrem Gebrauch zu unterweisen und zu unterstützen."( S. 341-343.) So fanden Maßregelungen statt bei den Firmen Döbler.. Tezlaff, Ich denke, es gehört viel Phantasie dazu, daraus ein Verlangen Naß. Lanzendorf, Vogler, Strache nach Beschränkung der Freizügigkeit herauszulesen. Exner, Otto und einigen anderen, bei denen die Aussperrung 12. Mai 1899. Die Firma 8aar u. Wahl. R. Rautsth. aber nur 1 bis 3 Tage dauerte. stellte am Montag, den 8. Mai, sämmtliche Ausgesperrten wieder ein, und ein Teil der übrigen Ausgesperrten hat anderweitig Arbeit erhalten, so daß mir noch einzelne zu unterstützen sind. Die Höhe: der ausgezahlten Unterstützung belief sich in der ersten Woche auf 450 M., welche an 41 Mami ausbezahlt wurde, die Zahl der durch die Maifeier in Mitleidenschaft gezogenen Personen 70. Die Disfussion über den Bericht gestaltete sich sehr lebhaft und wurde von einzelnen Rednern bedauert, daß nicht auch die übrigen Berufe eine ftriftere Stellung einnehmen und oft noch Beschlüsse im entgegengesetzten Sinne gefaßt werden, die alsdann die Unternehmer- Organisationen dazu benutzen, um die Aussperrungen zu rechtfertigen. Ein Antrag der Bahlstelle Schöneberg, Stellung zu denjenigen Mitgliedern zu nehmen, die am 1. Mai gearbeitet haben, wurde den Platzdeputierten überwiesen. Den Bericht über den Braunschweiger Kongreß gab der Delegierte Th. Fischer. Die Versammlung erklärte sich mit den Beschlüssen einverstanden. Im Verschiedenen stellt Piel den Antrag, den Gemaßregelten die in die Woche fallenden Feiertage mit zu bezahlen; nach eingehender Debatte wurde der Antrag jedoch " Versammlungen. Unter den Forderungen zum Schutze der Landarbeiter, die ich in meiner Echrift über die Agrarfrage aufstelle, finden sich auch folgende: Verbot der Wanderarbeit jugendlicher Personen bis zu dem 18. Jahre und Verbot der Wanderarbeit von Mädchen vor dem 21. Jahre. Diese zwei Verbote erfüllen David mit höchster Entrüstung. Boll edlen Zornes sagt er:" Die Socialdemokratie sollte sich dazu „ Die Socialdemokratie sollte sich dazu In einer öffentlichen Versammlung der Stuecateure, die hergeben, die Landarbeiterin bis zum 21. Lebensjahr an die am Montag stattfand, berichtete Daschitt über den bisherigen Scholle ihrer angestammten" Gutsherrschaft zu fesseln? Sie Berlauf der Lohnbewegung. Er konnte die erfreuliche Mitteilung sollte helfen, den jungen Landarbeiter zu verhindern, aus den machen, daß bereits 31 Firmen mit 430 Arbeitern die Forde Gegenden der niedrigsten Löhne und der schlechtesten Behandlung ab rungen der Arbeiter bedingungslos, d. h. durch Unterschrift, bewilligt zuwandern, um bessere Lohn- und Lebensbedingungen zu erringen?" haben; 10 Firmen haben den Tarif mit kleinen Aenderungen anDie Entrüstung Davids wäre vollkommen am Blaze, wenn ich erkannt. Die Einführung der Lohnarbeit macht erfreuliche Fort der Socialdemokratie etwas Derartiges zumutete. Das ist mir aber schritte. Wie in einer früheren Versammlung, rief der Bericht in der nie eingefallen. Davids Zorn rührt nur daher, daß er Abwanderung Morgenpost" über die ungerechten" Forderungen der Arbeiter, allund Wanderarbeit mit einander verwechselt. Gegen ein allgemeines gemeine Entrüstung hervor. Die Versammlung verlangt daher von Verbot der Abwanderung von Mädchen und jungen Leuten würde den bei der Firma Haner beschäftigten jüddeutschen Kollegen die ich mich ebenso entschieden wenden, wie David. Das von mir befür- bündige Erklärung, daß dieselben als klassenbewußte Arbeiter mit wortete Verbot der Wanderarbeit dieser Kategorien träfe dagegen den in der„ Berliner Morgenpost" erschienenen Berichten nichts genur eine besondere Form der Abwanderung. Es hat sich mein haben. Nach längerer und lebhafter Besprechung über die weitere herausgestellt, daß die Wanderarbeit von jungen Personen regel Durchführung der Forderungen wurde beschlossen, der Lohnkommission mäßig in der Form vor sich geht, daß Banden derselben von moralisch die geeigneten Schritte zu überlassen. Pflicht aller Kollegen muß es abgelehnt. Der Vertrauensmann machte noch auf den Streit der höchst zweifelhaften Antreibern gesammelt, kontraktlich verpflichtet sein, der Lohnkommission jede Maßregelung von Arbeiterit, sowie Stuccateure aufmerksam, worauf die Versammlung beschloß, dem und unter Umständen verfrachtet und ausgebeutet werden, die schwere etwaige Verschlechterung der Löhne seitens der Unternehmer auf Wunsche der Stuccateure gemäß, auf allen Bauten die noch in moralische und physische Schädigungen nach sich ziehen. Das Verbot Bauten und in Werkstätten jofort mitzuteilen. Die unter den neuen Accord arbeitenden Stuccateure an ihre Pflicht zu erinnern. der Wanderarbeit diefer unreifen und widerstandslosen Arbeiter- Bedingungen arbeitenden Stuccateure sind verpflichtet, gemäß dem elemente soll nicht ihre Abwanderung überhaupt verhindern, sondern Beschluß der letzten Versammlung, für diese Woche noch Marken von nur ihre Abwanderung in der für sie ungünstigsten der Lohnkommission zu entnehmen. Die Auszahlung der UnterForm. Das ist denn doch ein kleiner Unterschied. stützung für die Streifenden erfolgt am Sonnabend, den Man kann selbstverständlich über die 38wedmäßigkeit meines 20. Mai, nachmittags 3 Uhr, in Bureau, Steinmetzstraße 17. Vorschlags verschiedener Meinung sein, umſomehr, da ich ihn nicht Mit der Aufforderung zum Anschluß an die Organisation erfolgte bestimmt formulierte; denn ich stellte mir nicht die Aufgabe, ein Schluß der Versammlung.. Agrarprogramm auszuarbeiten, sondern nur die, die Aufgaben unserer Die Zimmerer der Vertrauensmänner Centralisation Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute, abends 81%, Uhr, Agrarpolitik an konkreten Beispielen zu zeigen. Aber auf jeden Fall hielten am 10. Mai eine Versammlung ab, in welcher der Revisor in G. Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Montag, scheint es mir abgeschmackt, das Verbot der Wanderarbeit als ein off den Bericht über die stattgefundene Revision des Agitations den 22. Mai( 2. Pfingstfeiertag): Ausflug nach Beelitzhof, Restaurant Fesseln der jungen Leute an die Scholle oder gar als„ reaktionäre und Unterstügungsfonds erstattete. Derselbe ergab eine Einnahme, Kuczudi. Abfahrt 9 Uhr vom Wannsee- Bahnhof. Im Verband der Bau, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter hielt am 7. Mai Genosse Augustin einen beifällig aufgenommenen Vortrag. Redner kritisierte sehr scharf das Verhalten Der Arbeiter, die sich am 1. Mai an dem Krawall in der Warschauerstraße beteiligten. Dem schloß sich in der Diskussion der Vorsigende voll und ganz an. Die übrigen Verhandlungen betrafen interne Vereinsangelegenheiten. Grosses Warenkaufhaus„ Charlottenburg" Jacob Gebrüder Nachfl. dal usga Hile& A 98 STIOH Wilmersdorferstr. 56, Ecke Pestalozzistrasse. od ban blo zoidmosios Eröffnung InnoT OI SI A unseres in unserem Geschäftshause, Wilmersdorferstrasse 56, belegenen ded on $ 50% Photographischen Ateliers am zweiten Pfingst- Feiertag, vormittags 10 Uhr. dunzo.dane Heute, Mittwoch, den 17. Mai: Ausstellung eines grossen Teils der Möbel, Apparate und Utensilien unseres Ateliers in je einem unserer Schaufenster der Wilmersdorferstrasse und Pestalozzistrasse. Wir gewähren auch an dem heutigen Tage, um von der vorzüglichen Ausführung unserer Bilder Beweis zu liefern, bei einem Gesamteinkauf von 5 Mark 1 Dtz. 10 Mark 15 Mark 1/2 Dtz. ut findi ut 8/4 Dtz. 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