ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii.,fochova a. teiefon non. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS. PRAG. 15. Jahrgang Mittwoch, 3. Juli 1935 Nr. 153 Konstituierung der Partei-Vertretung Der am Brünner Parteitag neugewählte Parteivorstand trat am 2. Juli in Prag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Nach Begrüßung der neue« Mitglieder und einer Danksagung an die ansscheidende« durch de« Parteivorfitzenden Genossen Dr. Czech wurde zunächst das Präsidium konstituiert. Es wurde« zu Stellvertreter« des Parteivorfitzeu- den die Genossen d e W i t t e und I a k s ch, zum Kasfier Genosse Dr. Heller, zum Schriftführer Genosse Kogler einstimmig gewählt. Die Sitzung«ahm einen Bericht des Parteivorsitzenden Dr. Czech über die p o litis ch c Lage entgegen. Genosse Czech gab Aufklärungen über die Borarbeite« des Ministeriums für soziale Fürsorge zur Durchführung der Hi lfe für die Notstandsgebiete und Berichte über die sozialistischen Be- mühnngeu um die Verwirklichung der Verkürzung der Arbeitszeit und der obligatorische« Arbeitsvermittlung. Er beschäftigte fich außerdem mit den landwirtschaftliche« Probleme« uud de« vorberefteudeu Arbeften zum Budget. lieber diese» Bericht entspaun fich eine ein- tzeheude A u S s p r a ch e, an der sich die Genossen Taub, Reitzncr, Hackenberg, Kern, Kaufmann, Paul, Blatnh, Wiener, Möckl, Wildner beteiligte«. Rach dem Schlußwort des Genosse« Czech wurde sei« Bericht einstimmig zur Kenntnis genommen. Im Zuge der Konstituierung bestellte der Parteivorstand seine Vertreter in den Bera- tungskörperschasten und setzte gemäß dem Beschlüsse des Parteitags die Propagandakommission und die Beratungsstelle für Wirtschaftsfrage« ei«. Z» Sekretären wurden wie bisher die Genossen Taub, Kremser und Paul bestellt. Sodann befaßte sich der Parteivorstaud auf Grund eines Referates des Genosse« Taub mit den dem Parteivorstand vom Parteitage zugewieseuen Anträge« nud faßte die einschlägigen Beschlüsse. Schließlich wurde« die laufenden administrativen Angelegenhefte« erledigt.. So isfs rechtl Bern. Nachdem die reichsdeutschen Behörden nun auch die„Baseler Nachrichten" in Deutschland verboten haben und dadurch für die in Deutschland lebenden Schweizer die letzte Möglichkeit geschwunden ist, sich über die Vorgänge in der Welt durch schweizerische Zeitungen zu informieren, hat der Bundesrat als Retorsionsmaßnahme verfügt, daß der Eintritt der deutschen Zeitungen .DerAlemanne" und„DerStürmer" in die Schweiz verboten und das Erscheinen des Blattes„Der Reichsdeutsche", des Organs der in der Schweiz lebenden Reichsdeutschen, untersagt werde. Herriot, der Halblinke Paris.„Echo de Paris" veröffentlicht ein Telegramm aus Lyon über die ElÄärung, in welcher sich Staatsministcr Herriot über die neuen Tendenzen einiger Elemente in der radikalsozialistischen Partei beschwert.„Ich bin nicht rechts eingestellt, aber ich kann nicht dulden, daß ich mit der äußersten Linken verwickelt werde, sagte Herriot. Ich werde der Partei auf dksem Wege nicht folgen und werde lieber zurücktreten." Riesenmanöver zwischen Bozen und Udine Der„Matin" meldet aus Rom, daß die Italienische Armee in diesem Sommer zwischen Bozen und 1l d i n e unter Beteiligung von enva 800.0Y0 Soldaten und in Anwesenheit des Königs, des Ministerpräsidenten Mussolini sowie des Marschalls Badoglio große Manöver vexanstalten wird. Wie ftir die Katastrophen Opfer Im Erzgebirge Die Genossen de Witte nnd Katz heim Ministerpräsidenten Prag. Wir haben bereits über die furchtbaren Verheerungen berichtet, welche durch eine« Wirbelsturm in einem der ärmsten Teile des Erzgebirges, nnd zwar in der Gegend von W e i• p e r t, angerichtet worden find. Wiederum find es die Sozialdemokraten gewesen, welche den bedauernswerten Opfern der Naturgewalten als erste zu Hilfe eilten nnd alle zweckdienlichen Schritte zur Bekämpfung des plötzlich über zahlreiche Familien hereingebrochene« Notstandes einleiteten. DienStag fand in dieser Sache eine Aussprache unserer westböhmischen Parlamentarier mit dem Herrn Ministerpräsidenten Malypetr statt, über deren Verlauf und Ergebnis uns folgender Bericht zugrht: Die Abgeordneten Eugen de Witte und Franz Katz sprachen DienStag beim Ministrrpri» fidrnten vor und verlangten eine raspie und zureichende Hilfsmaßnahme der Regierung für die von der Wirbelsturmkatastrophe betroffenen Gemeinden und Gemeindeinsaffen im Bezirke P r e ß- nitz-Weipert. Abgeordneter de Witte hatte sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe alle Stätten der Zerstörung in W e i p e r t, P f e i l- S o r g e n- t halund Christophhammer aufgesucht und gemeinsam mit den Funktionären der sozialdemokratischen Partei, sowie Mit den Vorsitzenden dtt GciUcindeverwaltungeu von Pleil-Sorgenthal und Cheistophhammcr(im letztgenannten Orte auch gemeinsam mit dem Oberkommissär der politischen Bezirksbehörde) alle Schäden erhoben und nach Tunlichkeit festgestellt. So konnte er dem Ministerpräsidenten einen, auf die meisten Einzelheiten eingehenden T a t sa ch e n b e r i ch t über den Umfang und die schrecklichen Auswirkungen dieser Elementarkatastrophe geben. Er machte besonder- darauf aufmerksam, daß weder dem Bezirke Preßnitz,»och den Gemeinden— von denen einige, wie Pleil-Sorgrnthal und Christophhammer selbst schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden— Geldmittel zur Verfügung stehen, und daß nahezu alle durch den Wirbelsturm um das Haus, um das.Obdach und um Hab und Gut Beraubten mittellos find. Kaum einer der Menschen, denen der Sturm das Dach weggeriffen, könne es ohne fremde Hilfe wieder aufbauen, kaum einer könne seine zerstörte« Stuben und Mauern aus eigenem wiederherstelle»; die wenigsten jener Familien, deren Werkzeuge, landwirtschaftliche und Hausgeräte, Möbel nnd Kleider vernichtet wurden, könnten fich selbst auch nur den notwendigsten Ersatz beschaffen. Nur schnellste und wirklich zureichende Hilfe des Staates könne dem völligen Untergang dieser arme«, auch dnrch keinerlei Lerficherung geschützten Menschen verhindern! * Abgeordneter Katz wieS besonders auf die Dringlichkeit der Hilfeleistung hin. Der Scha den, den durchwegs kleine Leute erlitten haben, beträgt nach den Erhebungen und weiteren Schätzungen mehr als 800.000 KL, und ihm steht so gut wie gar keine Möglichkeit gegenüber, aus Mitteln des Bezirkes, der Gemeinde oder aus privaten Mitteln etwas davon abzudecken. Genosse deWltte legte dir Bilder vor, dl« von den Genossen SigMund und Kern ausgenommen wurden und von denen einige bereits in der gestrigen Ausgabe des»Volkswille" wiederge- geb«n würden..Er bezog sich auf die amtlichen Erhebungen durch die Bezirksbehörde in Weipert und bat darum, daß der Ministerpräsident Veranlassungen in den zuständigen Ressorts treffen möge, um vor allem einmal die notwendigsten Wiederherstellungen zuermöglichen. * Der Mlnisterpräsid ent war ob der Schilderungen fichtlich erschüttert und erklärte, daß er fich die Hilfeleistung durch die Regierung sehr angelegen sein lassen werde. Es setzte sich auch sofort mit dem Innenministerium in Verbindung, und von dort wurde wiederum-«gesagt, daß unverzüglich rin Bericht der L a n d e s v e r w a l t u n g über dk Auswirkungen der Wirbelsturmkatastrophe eingeholt und gleichdieerstemateriell« Hilfeleistung aus dem Fonds des Innenministeriums für Elementarkatastrophe« erfolge» werde. Im Uebrigen erklärte der Ministerpräsident, daß alles nur Mögliche getan werde, um den - durch die Katastrophe im Bezirke Pretznitz-Wei- Pert Geschädigten Beistand z« leisten. Russische Protestnote an Japan Das Militär provoziert Grenzzwischenfälle Moskau. Der sowjetruffische Botschafter in Tokio Jurenew überreichte am 1. Juli dem japanischen Außenminister Hirota im Auftrag der Sowjetregierung ein« Protestnote vetreftend hie Grenzzwischenfälle, die sich in der letzten Zeit ereignet haben. In der Note heißt eS u. a.: Am 26. Juni nachmittags. fuhren die zwei mandschurischen Kanonenboote„T s i m i n" und ,fi i m i n" in den Pojar- kower Flußarm der Amur-Flusse; beim Dorfe Pojar- kow ein, der zu den Hoheitsgewäffern der Sowjetunion gehört und deshalb für ausländische Schiffe gesperrt ist. Zwei Kutter de» sowjetruffifchen Grenzschutzes signalisierten den mandschurischen Kanonenbooten, daß die Einfahrt in den Flußarm nicht erlaubt ist. Trotz dieser Warnung liefen die. beiden Kanonenboote in den Flußarm ein und fuhren ohne die Signale der sowjetruffische» Grenzkutter zu beachten, stromaufwärts. Dabei stand die Besatzung der mandschurischen Kanonboote an den Geschütze« und Maschinengewehre«, di« gegen die sewjetruffische» Kutter gerichtet waren. Gleichzeitig wurden die Kutter und die User photographiert. Nur der. Kaltblütigeit nnd Ruhr der Besatzung der sowjetruffische« Schisse und ihrem Streben, einen bewaffnete« Zusammenstoß zu vermeiden, ist es zu verdanken, daß auf der verletzten Grenze der Sowjetunion nicht das Feuer eröffnet wurde nnd der Zwischenfall nicht zu weiteren Komplikationen führte. Dieser Fall ist, heißt es in der Note, ein weiterer Beweis des offensichtliche«'Strebens der l o k a l e n j a p a n i s ch- m a n d s ch u r i- schen Behörden, Konflikte und Verwicklungen zwischen Japan und Sowjetrußland zu provozieren. Die Sowjetregierung erwartet, daß die japanische Regieruyg, die wiederholt ihren Wunsch erklärte, die friedlichen Beziehungen an der Grenze aufrechtzuerhalten, rascheund energische Maßnahmen treffen werde, um provokatorischen Handlungen der lokalen japanisch-mandschurischen Militärbehörden vorzubeugen, und daß sie dies« Behörden nachdrücklich auf die Unzulässigkeit und. Gefährlichkeit ihrer Handlungsweise «l der Grenze aufmerksam machen werde»,.77:, 4 Die„Bohemia“ möchte gleichschalten Die muntere Greisin.Bohemia" ist in ihrem 108. Lebensjahre eben dabei, eine neue Häutung zu vollziehen und es ist vielleicht kein Zufall, daß sie just an dem Tage, da sie sich von ihrem alten Chefredakteur Wessekski verabschiedet, den ordinärsten Leitartikel veröffentlicht, der sich in 107 Jahren in ihren ehrwürdig altersgrauen Spalten finden dürfte. Unter dem Titel .Weiter wählen!" fordert sie die Regierung auf, den Parlamentswahlen alsbald auch Wahlen in die Gemeinden, die Krankenkassen und die Spar-, kaflenausschüsse folgen zu lassen. Nun ist es im demokratischen. Staate jedermanns Recht, seine Meinung über derlei Probleme zu sagen, Wünsche zu äußern, Forderungen aufzustellen. Während es in dem Reich, nach dem es die„Bohemia" mit aller Kraft brünstiger Sehnsucht zieht und wo sie die Hälfte ihres geschäftlichen Fundaments besitzt, nicht möglich wäre, Wahlen irgendwelcher Art zu fordern und auf die demokratische Verfassung— die als Papier dort noch besthen soll— zu pochen, erfreut sich die„Bohemia" eben der günstigen Lage, zwar nach Deutschland zuständig zu sein, aber in der Tschechoslowakei zu erscheinen, wo sie radikal, oppositionell und— aber nur der Tschechoslowakei gegenüber demokratisch sein darf. Wir haben den Ruse» der Henleinfascisten, daß man jetzt in alle Vertretungen Neuwahlen ausschreiben müsse, wiederholt sachliche und w^hl- begründete Argumente gcgenübergcstellt. Richt darum geht eS, daß Sie„Bohemia" aufs neue nach Wahlen auf alle« GebiSten ruft. ES ist nur bemerkenswert, welch erneuen Beg r ü n- d u n g e n sie sich hiebei bedient. Daß die„Bohemia" der Sozialdemokratie Vorhaltungen darüber macht, daß sie sich mit den Zeiten geändert habe, kann man als Geschmacklosigkeit abtun. Die Sozialdemokratie hat sich soweit geändert, als vor allem die geänderten Kampfmethoden ihrer Gegner sse gezwungen haben, in manchem Punkte vorsichtiger, in manchem härter zu sein als früher. Die Erfahrungen, die man mit einer formalen und" absoluten Demokratie in Deutschland gemacht hat. waren lehrreich genug. Dort hat sich erwiesen, daß man dem Fascismus nicht, nach den alten Spielregeln des demokratischen Fair play begegnen kann, ohne nicht selbst den Kopf auf den Bock des Henkers zu legen. Die„Bohemia" könnte sich darauf berufen, daß sie auch in früheren Zeiten schon wenig Wert auf Fairneß im Känchfe gegen' den Sozialismus gelegt hat, aber wir versichern ihr, daß auch ihre schmutzigsten Jugendtollheiten nicht an das heranreichen, was sich der Fascismus an Kampfmitteln leistet und daß es der nackte Wahnsinn wäre, diesem System von Lug und Trug, Zwang und Gewalt gegenüber nicht zst härteren Methoden zu greifen, als wir sie dem< alten Liberalismus gegenüber anwandten. Dagegen hat die.bohemia" zur Rechtfertigung ihrer. vielen Wandlungen nur das eine, freilich wandel», bare Ideal des höheren Profits anzuführen, dem sie in allen Kursen der politischen Windxyse zuzu-. streben wußte. Ein Blatt, das ehedem die Privilegien der Besitzklasse in den Gemeinden leidenschaftlich verteidigte und das vor kurzer Zeit noch als Organ der DAWG. das Wort Wahlen so vorsichtig gebrauchte, wie es die Pietät empfahl, die im Hause deS Schwerkranken das Wort Tod verpönt, spielt sich auf einmal als Anwalt radikalster Gemeindedemokratie auf und wagt in einem Atem die Sozialdemcckratie der Inkonsequenz anzuklagen. Mer dies« frivole Greisin verfügt noch über saftigere Ordinärheiten. Da schreibt sie: In den Sparkassen verfügen sie Wer Gelder, zu denen sie und ihre Anhänger den allergeringsten Teil beitragen, und obendrein sorgen si« dafür, daß üb er all ih re Leute. als Beamte angestellt und gut bezahlt werden. Soziale Fürsorge...? j Das Gesetz rügt besonders streng die Ver-l leumdung von öffentlichen Funktionären, denen böswilligerweise Mißbrauch ihres Amtes nachgesagt wird. Wie sollen sich aber Hunderte sozialdemokratischer Mandatar« oder sozialdemokratisch denkender Beamten gegen die d r e ck i g e Pa n- 4 ch a lv.er da chklLusg wr h r e ll, die in den r SetteS Mittwoch, 3. Juli 1935 Nr. 153 Die Annäherung Paris-Rom Die beiden Generalstabe verhandeln vorsichtig gewählten Worten der„Bohemia" liegt? I Das ist echter Goebbels, das sind unverkennbare fascistische Giftpfeile! In diesem Ton geht eS weiter. Zum Beispiel: Di« Sozialdemokraten finden das ganz in Ordnung und benützen die Gelegenheit, um noch geschwind ihr« Leute, allenfalls auch unfähige, in Gemcindedienste aufzunehmen und womöglich dauernd anzustellen, nur weil sie oder ihre Angehörigen sich Parteiverdienste erwovben haben. Ohne Rücksicht auf die Gemeindefinanznot, die zur äußersten Sparsamkeit zwingen sollte, verwirtschaften sie die letzten Reste städtischen Vermögens, vergeben Lieferungen undArbeiten oft nicht nach sachlichen Gesichtspunkte» und zeigen sich in jeder Beziehung großzügig— unter ihrer Herrschaft hat die Ge- meindeverschulduna einen Grad erreicht wie nie zuvor. Da und dort kommt es bereits zum Zusammenbruch. Trotzdem halten sie sich für unersetzlich und trachten, die Gemeindewahlen so lange wie möglich hinauszuschieben. Kein Namen wird genannt, kn keinem einzigen Fall der Beweis auch nur versucht, daß Sozialdemokraten Gemeinden ruiniert, ihre Aemter mißbraucht, Freunderlwittschast getrieben hätten. Solche Borwürfe zu beweisen, ist ein längst übercholteS„liberales" Borurteil. Kühn verleumden, andeuten, verdächtigen, erfundene Tatbestände als notorisch hinstellen, mit einer großzügigen Geste: „Was bedarf es noch der Beweise, es ist ja bekannt..." über alle Zweifel Hinwegschreiten, das ist die Methode, mst der die Fascisten überall gearbeitet haben und zu der sich auch die ,Sohemia" nun ohne Hemmung bekennt. Wie läppisch eS ist, unS so zu kommest, sei nur an dem Beispiel derSparkassenauS- schüsse gezeigt. Diese werden laut Rahmen- st a t u t des deutschen Sparkassenverbandes alle zwei Jahre immer zur Hälfte neu gewählt. Wir haben gar keinen Einfluß darauf, diesen bewährten Brauch zu ändern, mögen auch die Amtswalter gewisser Parteien darauf brennen, ihre Hände an die Spargelder zu legen. Die „Bohemia" wird ja Bescheid wissen, wie da? in Deutschland endete: damit, daß die kleinen Sparer nicht über eine Mark ihres Geldes mehr frei verfügen. Daß die Henleinfascisten jetzt nicht genug wählen können, ist bekannt und wir verstehen eS. Soll doch nach deutschem Muster alleSgleich- gc schaltet werden, keine einzige öffentliche Funktion mehr der Kontrolle der Hintermänner HeNleinS entzogen sein. Daß dies, wie die„Bohe- mia" behauptet, dem Volke nützt, bestreiten wir. Das Bolk hat das größte Interesse daran, daß sich nicht der einmalige, aus dem Massenrausch geborene, Wahlakt zur nicht wiedergutzumachenden Katastrophe auswächst, wie in Deutschland. Und das Staatsinteresse? Hier, ehrwürdige Inhaberin eines öffentlichen Hauses, in dem schon sehr viele Herren verkehrt sind und mst Geld auS verschiedensten Quellen, vom Welfensonds Bismarcks angefangen, bezahlt haben, hören wir zu polemisieren auf. Die ihrer Beziehungen zu Goebbels so oft überwiesene»Bohemia" als Wortführerin des Staates— das allein zeigt, was diese ganze Polemst wert ist, die unter dem Schein der Demokra» tiedasSei« der Demokratie ver« Nichten möchte! Pari-. Der Aufenthalt des GeneralstaVS- chefs der französischen Armer General G a m e- l i n i« Rom und seine Verhandlungen mit verschiedenen Persönlichkeiten deS Generalstabes der italienischen Armee haben in Frankreich lebhafte Aufmerksamkeit hervorgerufen. An einigen Stellen wird behauvtet, daß nach der Besserung des französisch-italienischen Verhältnisses nach der am Anfang deS heurigen Jahres stattgefundenen Romreise Lavals ein M i l i- England hat niemandes Dank Ist die Enthüllung Lord Edens, daß England den Frieden in Afrika durch Abtretung eigenen Gebiete- an Abessinien erkaufen wollt«, schon im Unterhaus selbst zum Teil auf Widerspruch gestoßen, so ist das ausländische Echo um so unfreundlicher. Die italienische Presse lehnt selbstverständlich die englische Lösung ab, da sie ja von Mussolini abgelehnt wurde. Aber auch die Franzosen spielen die Gekränkten, da der direkte Zugang Abessiniens zum Meere angeblich eine Konkurrenz für den französiscb-n Hafen Djtbuti und di« französische Bahn Diibuti—Addis Abbeba schaffen würde. Natürlich berufen sich alle Beteiligten auf die.Verträge" und werfen dem lieben Nachbar vor, daß er sie früher oder noch gründlicher gebrochen habe als man selber. Im Zusammenhang mit den Besprechungen der Reise EdenS behaupten die französischen Blät-> Luftpakt London-Berlin? Paris.(Tsch. P.-B.) Der Berliner Berichterstatter der„Information Financiere" dringt folgende Nachricht, die wir mit de« entsprechende« Bordehalten wiedergeben: In Berliner diplomatische« Kreisen wird behauptet, daß die Verhandlungen der Londoner und der Berliner Regierung betreffend den Abschlußeines L» ft Pakt es in de« letzte« Tage« günstige Fortschritte gemacht Haden«nd daß in Bälde die Veröffentlichung dieses Abkommens z« erwarten sei. Die Nachricht von de« separierte» englisch- deutsche« Luftpakt- Verhandlungen habe in Paris erhebliche Verwunderung hervorgerufen. Auch die Jungen schon komimplertl Berlin. Wir«ine Korrespondenz meldet, find eine Reih« von Büro- der Reichsju-endfüh- täravkommen zwischen den Seiden Staaten abgeschlossen werden wird. Die Unterzeichnung eines solchen Abkommen- wird aber vorläufig als verfrüht angesehen, doch arbeiten die Generalstäbe der beiden Staaten methodisch an der gegenseitigen Annäherung. „Echo de Paris" verlangt, daß in Bälde auch eine Annäherung Italien- an die Kleine Entente herbeigeführt werde. ter, von den Abkommen von Stresa sei nichts mehr übrig. Sie besprechen auch offen die Wahrscheinlichkeit eine- separaten deutsch-englischen LuftpakteS. Frankreich scheint«inen Gegenzug führen zu wollen, indem eSmitIta- lien über eine Militärkonvention verhandelt. Die Reise Generals Gamelins nach Rom scheint darauf hinzudeuten, daß man in dieser Frage schon recht weit ist. ES fragt sich natürlich, ob Frankreich nicht mit der Ueberbetonung der italienische Freundschaft auf eine schiefe Bahn gerät. Denn Mussolini würde zur gegebenen Stunde Frankreich ebenso gewissenlos in einen Krieg stürzen wie 1914 daS Petersburger Kabinett es gegenüber dem französischen Bundesgenossen getan hat. Di« Konstellation aber wäre vielleicht wesentlich ungünstiger, denn es ist kaum anzunehmen, daß sich Rußland für italienische Eroberungspläne in Afrika schlagen würde. rung aufgelöst worden. Die Leiter dieser Büros hatten„zu großzügig gewirtschaftet" und selbst den Jugendlichen ziemlich hohe G e h ä l t e bewilligt. Dr. Stelltrecht, eine der maßgebenden Persönlichkeiten, ist seines Postens enthoben worden. Die Parteiführung soll es abgelehnt Haven, für die eingegangenen Schulden irgendwelche Deckung zu übernehmen. Nachspiel zum Feber 1934 Gemeinde Wien muß entlassenen Straßenbahnern Pension zahlen Wien. Die Gemeinde Wien hat im Feber 1934 200 Straßenbahner ohne Angabe von .ÄeRnden entlassen, darunter auch Angestellte, die tzefinitiv waren und das zehnte Dienstjahr bereits oder beinahe erreicht hatten. Die 200 Straßenbahner klagten auf Bezahlung der Pensionen. Im ersten Falle, der den Straßenbahnschaffner Rudolf F r e i l e r betrifft, haben die Gerichte bereits entschieden. Das Gewerbegericht erklärte die Entlassung als zu Anrecht und verurteilte die Gemeinde Wien zurZahlung der Pension. Das Zivillandesgericht bestätigte dieses Artest. ein Hundstase-Leitartikel der„Nörodnf Politika" Ein Herr F. S. Je'., der am 23. Juni mit dem Schnellzug von Brünn nach Prag fuhr, hatte ein entsetzliches Erlebnis. In Brünn— so erzählt er im Leitartikel der„Närodni Politika"— stürzten in den direkten Wagen, der über Prag nach Berlin geht, ungefähr 60 bis 80 Männer und Frauen, die laut deutsch sprachen. Das ist gewiß ein schweres Verbrechen. und verdient vor aller Oeffentlichkeit festgehalten zu werden. Nicht genug daran, besetzten sie, wie der Leitartikler weiter mitteilt, auch noch„alle freien Plätze" in der ersten, zweiten und dritten Klaffe, obwohl Herr Jrs. es lieber gesehen hätte, wenn der Zug leer weitergefahren wäre. Sie begrüßten einander mst „Freundschaft!" und trugen neben roten Nelken Abzeichen, die„aus drei parallel nebeneinander liegenden Pfeilen" bestanden. Die Grüße und die Abzeichen brachten den Leitartikler auf die scharfsinnige Idee, daß eS sich um Angehörige eines Vereines handeln könnte, die volle Wahrheit erfuhr er aber erst von einem Schaffner, der ihm eröffnete, daß die Reisenden Henleinleute seien, die nach Nordböhmen fahren. Die Brünner Parteitagsdelegierten, die derart ungewollt die Empörung eines guten Mannes hervorgerufen haben, werden sich damit zufrieden geben, daß die primitivsten politischen Kenntnisse auch heute noch nicht jedermanns Sache sind. In der„Närodni Politika" fühlt man sich aber verpflichtet, auch den größten Unsinn, noch dazu an leitender Stelle, abzudrucken, wenn er nur mit dem nötigen Maß an nationaler Empörung vorgetragen wird. Wenn man dann noch berichten kann, daß Herr Jrs. einmal nach dem Umsturz Strafe zahlen mußte, weil seine Frau von einem Bahnkontrollor mit einer Karte für die zweite Klaffe in der ersten lasse angetroffen wurde, so ergibt das einen wundervollen Leitartikel, den man mit dem Tttel„Die deutsche Frechheit wächst"' versehen und in dem man die Bevorzugung der Deutschen dem geängstigten Leser recht überzeugend vor Augen führen kann. Die Arbeitssewrlnschast der öffentlichen Angestellten hielt am Mittwoch im Abgeordnetenhaus eine Versammlung deS Zwölferausschusses der Staatsangestellten und der Exekutive der öffentlichen Angestellten ab. Der Vorsitzende, Abg. Teplansky gab die Namen der Delegierten in den Parlaments- Ausschüssen der Koalitionsparteien u. zw. für di« Republikanische Pattei Dr. Suchh, für die tschechischen Sozialdemokraten Abg. N ö m e c, für die Nationalsozialistische Partei Abg..Bergmann, für di« tschrchofl. VoWpartei Abg. Blkanek, für die tsche- chosl. Gewerbepartei Abg. Bavra und für die deutsch« sozialdemokratische Pattei Senator Grünzner, bekannt. Für den ersten Zeitabschnitt bis Ende 1983 wurde Abgeordntter Dr. Suchy zum Vorsitzenden gewählt. Weiters gehören dem Präsidium die Abgeordneten Nemec, Bergmann und V i- k a n e k als Stellvertreter des Vorsitzenden an. Abg. V i k a n e k trat seinen Platz den F r a u e n ab, welche ihre Vettretettn ergänzend bekanntgeben werden. Zur nächsten Sitzung am 9. IM soll der Fi» nanzminifter und einzelne Referenten dieses Mi» nisteriums«ingeladen werden, um Informationen über die Vorbereitungen für die Regelung der Angestellten- und Pensionistenfragen zu erhalten. Oer Griff ins Wespennest 69 Roman von Emil Yiirhr*^*1 [7 1 Deutsch von Anna AurcdnKek Vergebens lauschte man später vor Chalu« Pas Fenster. In der Stube herrschte Grabesstille, denn Magdalena hatte sich gleich zu Bett gelegt und schlief so lang und fest, daß sie gar nicht hätte, wie Sophie aus der Arbeit heimkam und nach besonders sorgfältiger Toilette wieder fortging. Es dämmerte schon, als Magdalena endlich erwachte. Ihre Augen drückten grenzenlose Verwunderung aus, sie war höchst erstaunt, zu Hause zp erwachen. Mutter Chalupa ließ sie noch eine Weile ungestört, setzte ihr das beste Abendessen vor, das sie auftreiben konnte, und wagte dann erst einige vorsichtige Fragen.. »Bist du fein herausstaffiert, Mädel", sagte sie und fuhr zärtlich über das schönste seidene Abendfleid, das die Hühnersteige jemals gesehen hatte.»Hast gewiß feine Zeiten gehabt?" »Das glaub' ich!" war alles, was Magda erwiderte. »Ich möchte nur wissen, oh du wieder zurückgehst. »Wohin zurückgehst?" »Ra, in das Geschäft, wo du warst." Magdalena lacht« zornig.»Was für ein Geschäft meinst du eiaentlich? Du glaubst wohl, daß ich ein« Leichte war?" »Ein Polizeimann war bei mir", bettchtetr schmerzerfüllt die Chalupa.»Ich dachte nichts ' BöseS, schälte Kartoffeln zum Nachtmabl, und er trat ein.»'tn Tag, Sie haben eine saubere Tochter!" Ich sagte:»Ist Sophiechen etwas Schlim« «B zugesioßeuL"' flfc laste;»Sonnst ganz dar auf an, wie man'S nimmt. Sie müssen selbst wissen, ob eS bös oder gut ist, wenn wir sie um sechs Uhr früh auf einer Bank im Brchlickypark aufgegriffen haben. Sie war so volltrunken, daß sie nichts von sich wußte." Ich sagte:»Ach, das war Magda", und er:»Das weiß ich nicht. Wollen Sie aber verhüten, daß sie wegen Trunkenheit eingesperrt wird, so holen Sie sie schnell. Sie schnarcht bei uns in der Wachstube." „Das weiß ich alles", lautete Magdalenens barsche Antwott. „Du weißt es, aber ich weiß nichts. Ich weiß nicht, wie du zu diesem Kleid gekommen bist, in dem sich ein anständiges Frauenzimmer nie jemandem zeigen wird. Ich weiß nicht, für wessen Geld du dich betrunken hast. Ich weiß nicht, was du die ganze Zeit getrieben hast, seitdem du der Tante durchgegangen bist. Ich weiß nur, daß icki dich ordentlich erzogen habe und mich deiner schämen muß." »Ich werde wieder gehen, damit du dich nicht schämen mußt", sagte Magda. Aber da sie es nicht wagen konnte, im Abendlleid durch die ZiZ- kover Gaffen zu spazieren, gab sie den Bitten der Mutter nach und versprach, zu Hause zu bleiben. Sie machte nur die Bedingung, sie in Ruhe zu lassen und sich nicht in ihre Privatangelegenheiten zu mischen. Und die Nacht senkte sich auf Zsifkov nieder. Mutter Chalupa Wälzte sich in dem Bett in der Wandnische hin und her. Sie flehte zu Gott, er möge chr« sündhafte und doch heißgeliebte Tochter Magdalena endlich zu Verstand kommen lassen. Magdalena aber saß, in schwärzeste Gedanken versunken, beim Fenster und beobachtete wütend die Sterne. Mit einemmal vernahm sie auf der Paw- latsche vorsichtige Schritte. Es hatte gerade zehn Uhr geschlagen. Die Schritte hielten bei der Wohnung der Frau Maschin. Es wurde geheimnisvoll an die Tür geflopft, die sich leise kreischend öffnete. Ein gedämpfter Aufschrei folgte; dann herrschte Mss-, Alle Frauen der Welt sind glücklicher als ich, dachte Magdalena voller Verzweiflung. Selbst di- Maschin, dieser Trampel, hat einen Mann. Die Dufek hat einen Mann. Alle di« Weibsstücke haben Männer. Nur ich bin von Hand zu Hand gegangen, bin bei den Kerlen geblieben, solange es ihnen paßte, und glaubte, das sei das Glück. Sie haben sich mit mir gut unterhalten und mich dann weggeworfen, angefangen vom Vater meines Georg bis zu dem Saukerl heute früh. Bei Frau Maschin daneben wurde geflüstert, dann— ein Aufschrei; eine Männerstimme. Hierauf Stille. Und das Ende vom Lied? Ein leichtes Mädel! Hätte ich einen andern Fetzen als diese Abendfahn«, ich ließe mich von der Mutter nicht zurückhalten, ich wär' eben eine Leichte; bin ich übrigens etwas andres? Magdalena fing leise zu weinen an, hörte aber trotzdem das Geräusch draußen— war das eine neue Liebelei des Dufek? Du, mein Himmel, ein Leben neben der Dufek! Ein schönes Leben, das mich hier erwartet! ,^Die Schritte mochten halt. Bor der Wohnung der Maschin. Magdalena konnte ihre Neugier nicht bändigen und steckte den Kopf hinaus. An der Wohnungstür der Maschin stand die Schwarze Kathi und preßte das Ohr an das Schlüssefloch. Sie wollt« sich übrrzeugrn, ob das Schicksal am richtigen Ort angelangt war. Jetzt sprang sie von der Tür, denn sie glaubte, genug gehött zu haben, und war überzeugt, daß ihr niemand mehr die zwei Tausender entreißen konnte. '„Ich komme eigentlich zu Ihnen, mein Liebling", flüsterte sie mit bewunderungswürdiger Sicherheit.„Ich habe gehött... Sie tun mir so leid... so«in hübsches, flottes Mädel..." „Was wollen Sie?" fragte Magalena voller Wut. „Nichts, eigentlich nichts, ich wollte Ihnen nur sagen... Sollten Sie sich einmal langweilen, machen Sie einen Sprung zur Schwarzen Kathi. mein Schätzchen, sie ist«ine erfahren« Frau und weiß im Unglück immer Rat. Und die Konnexionen! Wenn Sie wüßten, mein Herzchen, wie viele Herren ich auf Lager habe! Was für Herren! Mit einem Wort: Kavaliere! Wenn ihnen ein liebes Mädchen gefällt, spielt ein Hunderter gar keine Rolle, ja", schloß sie bedeutungsvoll ihre Rede,„ich kenne Herren» die sich'S gern einen Tausender kosten lassen, wenn ein gewisse- hübsches Mädel, daS ihnen gerade gefällt..." „Kupplerin!" schrie Magdalena und schlug das Fenster flirrend zu. Sie hörte noch» wie die Hexe draußen zischte:„Miserabler Schlampen, tu dir nur nicht- anl Heute zierst du dich für einen Tausender, in einem Jahr bist du für einen Fünfer zu haben!! Sind das unintelligente Leute!" Magdalena schnürte es die Kehle zu. „Zündhölzer sind das Richtige und gut genug..." Sie fand sie an gewohnter Stelle und i schabte die Köpfchen in eine Taffe voll Milch.| Hellgelbe Fäden ringelten sich wie Schlangen an der Oberfläche der Flüssigkeit. Magdalena ver- I rührte das Zeug und trank einen Schluck. Es! schmeckte furchtbar widerlich, sie konnte nicht Wei- 1 tettrinken. Von der plötzlichen Stille erschreckt, I glitt Mutter Chalupka aus dem Bett und schlug I der Tochter das Töpfchen aus der Hand, bevor| diese den Rest hinunterschütten konnte. „Jetzt wittt du schnell heißes Waffer mit I Sens trinken!" befahl die Alte mit klappernden I Zähnen. Magdalena aber sank zu Boden, um» I schlang plötzlich mit wilder Bewegung die Beine I ihrer Mutter und schluchzte. „Wein' nur, Liebling, wein' dich auS", flü-! sterte die Ehalupa,„dann wird dir leichter. Wir J sind zwei unglückliche Frauenzimmer." # II Herr Foltr und Sophiechen waren bei ihrem!! ersten Stelldichein recht verlegen.■■■ j „Wollen wir in den Riegerpark gehen?"' beantragte Herr Foltr. .^Fortsetzung folgt.)) Nr. 153 Mittwoch, 3. Juli ISIS Seite 3 tfudetendeufedter Zcitepicgcf Das Wüten der Naturgewalten im armen Erzgebirge lieber die bereits gemeldete Wirbelsturmkatastrophe im Weiperter Gebiete lesen wir im „VolkSwille" noch folgende erschütternde Einzelheiten: Am furchtbarsten betroffen von der Sturmkatastrophe, die am 88. Juni im oberen Erzgebirge wütete, sind die Orte CHristofhammer und Pleil-Sorgenthal. Besonders der mittlere Ortsteil von CHristofhammer ist rin Bild des Grauens. Der angerichtete Schaden geht in viele Hunderttausende. Vielen Familien ist mit dem Verlust des Häuschens, mit dem Verlust der ganzen Wohnungseinrichtung die Frucht ihres ganzen mühseligen und harten Lebens zerstört. Die Wiesen und Felder in der Umgebung der betroffenen Objekte sind mit Glasscherben, Schieferbrocken, Nägeln, Holz und Eisenteilen übersät und der dadurch verloren gegangene Nutzen an Futtermitteln usw. ist ungeheuer. Kinderspielzeug, zertrümmert, zerstörte Wandbilder, Kleiderfetzen und Brocken von Einrichtung-gegenständen liegt verstreut umher. DaS Ortsnetz deS Elektrizitätswerkes von CHristofhammer ist vollständig zerstört. Die Lichtmasten sind wie Zündhölzer geknickt worden. Im Gebäude Nr. 8 des Bäckermeisters Vinzenz Kunz konnte durch die hereinbrechende Katastrophe nicht einmal mehr das Brot, das im Ofen lag, herausbefördert werden. In Pleil-Sorgenthal hat die Katastrophe die WasserleitungSrohre aus dem Boden herausgerissen, so daß die Einwohner von Pleil ohne Master und die Bevölkerung von Christof- Hammer ohne Licht ist. Ruinen, wo ehedem einfache, schmucke Häuser standen, Friedhöfe in den Wäldern, wo vorher herrlicher Baumbestand war. Durch die aufgewirbelten Ziegelsteine, Eisenteile hätte ein großes Unglück angerichtet werden können. Zum Glück sind mit Ausnahme von Fleischwunden keine größeren Verletzungen zu beklagen. In Pleil wurde eine Frau Burkhardt und ihr dreijähriges Kind am Kopfe verletzt, in CHristofhammer zwei Frauen und ein Kind. Eine große Gefahr droht einzelnen Objekten, die eine ständige Einsturzgefahr bilden. Wäre dieses Unwetter mitten in der Nacht her- eingebrocheu, so wäre neben dem angrrichteten Schaden der Verlust an Menschenopfern nicht ausdenkbar gewesen. Pleil und besonder? CHristofhammer bildeten nach diesem ungeheuren Naturereignis daS Ziel einer großen Anzahl von Menschen, die aus dem ganzen Bezirk und darüber hinaus die Stätten deS Grauens und der Trümmer auffuchten. Spendenbüchsen am Eingang und Ende der Orte fordern auf, ein Scherffein zur Linderung der Not beizusteuern. Jeder gibt gerne, darüber hinaus aber muß das Hilfswerk sich auf eine HilfS- aktion der Regierung erstrecken. Iszunz des Vereines der sozialdemokratischen Ante Unter Leitung des bewährten langjährigen Vorsitzenden Dr. Holitscher hielt der Verein der deutschen sozialdemokratischen Aerzte in der Tschechoslowakischen Republik am' Sonntag im Volkshaus in A u s s i g seine diesjährige Tagung ab, die in kurzer Zeit ein reiches Arbeitspensum erledigte. Als Vertreterin der Deutschen Sozial- dernolratischen Arbeiterpartei, der parlamentarischen Klubs und der Bezirksorganisation Aussig begrüßte der Vorsitzende Abgeordnete Genossin Kir- p a l, als Dertteterin der Arbeiterfürsorge die Genossin Appel t. als Vertreter der tschechischen Bruderorganisasion, Genossen Dr. Popper, ferner den Vertreter der sozialdemokratischen Presse. Nach Eintritt in die Verhandlungen machte der Vorsitzende Genosse Dr. Holitscher zu dem vorgetta- genen Protokoll der letzten Tagung und zum Vorstandsbericht ergänzende Bemerkungen. Die Verhandlungen wegen Eintrittes der. Linksfrontärzte in die Internationale führten zu keinem postttven Resultat. Nicht alle Aufgaben konnten wunschgemäß erledigt werden. Der Verein beschäftigte sich mit der Novelle zum Sozialversicherungsgesetz, mit der Zahntechmkerfrage und mit der Gegenagitation der Aerzte gegen die Abgabe der Medikamente durch die Versicherungsanstalten. ES müßten endlich Heil» mittelzentralen errichtet werden, um die hohen Medikamentenkosten herabzusetzen. Besprochen wurde noch di« Stellenvermittlung, die Wahl in. die Aerztekammer, wobei der Reichsverband der deutschen Aerzte ein recht wenig würdiges Benehmen ernennen ließ, die Emigrant«nfrag« und einige interne Fragen. -.Zum. Punkt Kassabericht, den Genosse Dr. Reumann erstattete, erteilte die Versammlung aus Antrag des Genossen Dr. Gruschka, der die Kassenverhältnisse in bester Ordnung befunden hat, dem Kassier einstimmig die Entlastung und beschloß eine andere Festsetzung der Mitgliedsbeittäge und Erhebung eines Eintrittsgeldes unter bestimmten Kau- telen. Ein Dertteter der Internationale sprach über das internationale ärztliche Bulletin und die Aufgaben der internationalen Organisation. Kulturtag in Prag 5. bis 7. Juli 1935 Das Programm— Winke fUr die deutschen Teilnehmer Die deutschen und tschechischen antiklerikalen Organisationen veranstalten in den Tagen vom ö. bis 7. Juli einen Kulturtag in Prag. Nachstehend geben wir einiges aus dem Programm des Kulturtages wieder: Freitag, de« 5. Juli y 2 9 Uhr vormittag»: Bundestag der ,/8olnä Myölenka" im Repräsentationshaus. 9 Uhr vormittags: Bundestag der Unie soc. svob. myffitelu im Ge- werkschaftshau», Prag l, Perstyn. V Uhr vormittags: Tagung der Lehrer im Lucernasaal. J43 Uhr nachmittags: Führung durch Prag: Die Führungen beginnen sowohl von den Schulen aus, in denen die deutschen Teilnehmer untergebracht pnd, als auch von der JnformattonSkanzlei im Hotel Monopol. Diejenigen Besucher, welche in den Schulen bereit» einquar« tiert sind, sollen sich dott sammeln. Nur jene, welche zu den Mittagsstunden ankommen und noch nicht untergebracht sind, begeben sich zur Informationskanzlei, wenn sie an den ersten Führungen teilnehmen wollen. Es wfrden auch Rundfahrten durch Prag mittels Autocar gegen eine Gebühr von 20. llö einschließlich der Eintrittsgelder unternommen. Anmeldungen in der Informationskanzlei. %8 Uhr abend»: HuS-Feier auf dem Altstädter Ring. 8 Uhr abends: Zusammenkunft der deutschen Teilnehmer im Restaurant Heine, Weinberge, Fochovä 25. Samstag, de« 6. Juli 7 Uhr früh: Um diese Zeit beginnen bereits Führungen von der Schule au». 9 Uhr vormittag»: Bundestag der Bundes proletarischer Freidenker im Heinesaal, Weinberge. 2 Uhr nachmittag»: Manifestattonstaguug der Organisationen der Konfessionslosen im Smetanasaal des RepräsentationS- hauseS. 2 Uhr nachmittags: Führungen durch Prag zu Fuß und mittel» Autocar. Für die Teilnehmer des Bundestage» werden um 2 Uhr nachmittag» beim Heinesaal di« nötige Anzahl Führer anwesend sein.(Damit die Interessenten für diese Nachmittagsführung rechtzeitig zur Stelle sein können, wird empfohlen, den Mit- tagstisch einzunehmen:„Närodni dum am Weinberger Kirchenplatz oder Konopiöska in der Ru« besska oder in derLlegetarska jidelna in der Hal« kova, Zugang vom Kirchenplatz, Weinberge, oder von der unteren Fochova die Palacköho überque rend.) Jeder Teilnehmer an der Führung erhält ein Erkennungszeichen (Sonntag finden keine Führungen statt!) Sonderführung von Erziehern: Anmeldungen bei der Tagung im Heinesaal. 8 Uhr abends: Gemütlicher Abend im Heinesaal. Sonntag, de« 7. Juli y 2 9 Uhr vormittags: Ausstellung zum Umzug in der Schlesischen Straße und in den Nachbargaflen. 10 Uhr vormittag»: Umzug über den Wenzelsplatz, Graben und die Zeltnergaffe auf den Altstädter Ring. 11 Uhr vormittags: Oeffentliche Kundgebung auf dem Altstädter Ring. Informationen für Ausflüge in die Prager Umgebung durch jeden Führer und in der JnformattonSkanzlei. Dir JnformattonSkanzlei befindet sich im Hotel Monopol, Prag IT, Havliökova 5a gegenüber dem Masarykbahnhof, Telephon 21224, In der Aussprache nahm der Vertreter der tschechischen Bruderorganisatton, Genosse Dr. Popper daS Wort, der sich mit den verflossenen Wahlen beschäftigte und mit den Maßnahmen, die geeignet stich, der Erziehung der Aerzte und Jntel- ektuellen zum Fascismus entgegenzuwirken. Ueber das Thema:„Unsere Forderungen zur Gesundheitspolitik" sprach Genosse Dr. Grus ch k a, Aussig. Er wolle, so betonte Genosse Gruschka einleitend, kein sozialdemokratisches Programm für das Gesundheitswesen aufftellen, das werde später geschehen können. E» handle sich darum, zur gegenwärtigen Situation Stellung zu nehmen, um den neuen Ge- sundheitsminister Dr. Czech, einen Mann von seltenem Pflichteifer und vorbildlicher Arbeitsleistung, sachlich und fachlich beraten zu können. In den Vordergrund seiner Bettachtungen stellte Genosse Gruschka zwei Grundfragen: 1. die Stellung zur Sozialhilfe, die sogenannte reformistische Hilfe und die grundsätzliche Erklärung, daß die sozialdemokratischen Aerzte mtt gleichem Eifer Sozialisten wie Aerzte sein müssen. Al» diewichtigsten Probleme bezeichnete Redner da» Problemder Arbeitslosigkeit. Er vermag nicht anzuerkennen, daß die kostenlose Behandlung der arbeitslosen Kranken dauernd den Aerzten überlassen werden kann. Die Krankenversicherungsanstalten sollten die Behandlung übernehmen. Die Behandlung müsse im Rahmen der Organisation der Krankenversiche» rungsanstalien durchgeführt werden. Selbstverständlich müßten di« Kosten dafür durch Arbeitslosen-»- schlage von den Unternehmern aufgebracht werd»». Genoss« Gruschka belegte seine Ausführungen mit reichlichem Zahlenmaterial. DaS zweit« Gebiet, das dringender Regelung bÄarf ist d ie Gesundheitsfürsorge, ein Netz von Säuglingsfürsorg« stellen, Mütterberatungsstellen und ihr« Besetzung mitAerztenund Fachärzten muß durchgeführt und gesetzlich festgelegt werden. Ferner ist ein dringendes"-Gebot die Regelung der Tuberkulosefürsorge, die Schul- gesundheitifürsorge, d^eFür- sorg« für Geschlechtskrankheiten und die Heranbildung der Aerzte und Schwestern«n einer Schul« für Gesundheitsfürsorge. Eine Reform derKrankenhausgesetzgebung ist unerläßlich, ein planmäßiger Ausbau der Krankenhäuser im modernen Sinn« mutz erfolgen. Weiter ist«ine Organisierung der K r eb» b e k ä m p'f'ü n g im Interesse der leidenden Menschheit dringend nötig. Man müsse auch an den Fürsorgeminister her- antteten wegen deS AuSbauS der Jugendfürsorge, der Stockung des Wohnungsbaues und der Arbeitslosenbehandlung. Die Vorschläge deS Genossen Dr. Gruschka stellen nur Richtlinien für ein Memorandum dar, zu dessen Ausarbeitung die Tagung ein« Kormnission wählte, der-neben dem Genossen Dr. Gruschka die Genossen Dr. Holitscher, Dr. Neumann, Dr. Derner und Dr. Epstein angehören. Nach kurzer Aussprache zu den vorliegenden Punkten wählte man in den Vorstand di« Genossen Dr. H o l i t s ch e r, Dr. Gruschka, Dr. Neumann, Dr. Fischer, Dr. E p st e i n, Dr. Lieben und Dr. Fried. Nach Schluß der Tagung beteiligten sich di« Teilnehmer der Tagung geschloffen an dem Festzug des AtuS-KreiSturnfefteS. Versklavung der Arbeiter im Zeichen der SHF Frühkapltallstlsche Verhältnisse In der Tachauer Holzindustrie Aus Ta chau wird der.Zukunft" berichtet: Obwohl die Unternehmer bei der Bezirksbehörde mit dem GewerkschaftSvertteter eine Der» einbarung darüber getroffen haben, daß die Ueberstundenarbeit in der Holzindustrie in Hinkunft unterbleiben und Facharbeiter zur Einstellung kommen sollen, kehren sich diese nicht daran. Es sind bisher fast keineFacharbei« ter zur Einstellung gekommen. Es-leiht weiter dabei, daß Befähigungsnachweis die SHF- Legitimation ist und daß zur Erreichung eineS halbwegs auskömmliche« Ber- dienstes 12 bis18St««den gearbeitet werden mutz. Wenn«S die Aufträge erheischen, so wird eben ohneUnterbrrchung weiter gearbeitet. In einem Betrieb kommt es vor, daß ein Arbeiterinder Woche nur einmal nachhause geht. Seine Ruhezeit ist so kurz, daß es sich nicht rentiert, den Weg in die Wohnung zu machen. Er bleibt gleich km Betrieb und schläft dort einige Stunden. Diese Verhältnisse entwickeln sich langsam zu einem N o r m a l z u st a n d. Eine andere Frage ist es, ob man diesem Treiben noch weiter zusehen darf. Muß erst das Zenttalgewerbeinspektorat neuerdings auf diese geradezu asiatischen Zustände- aufmerksam gemacht werden? Wir werden eS rechtzeittg nm. Wir verlangen, daß nun.endlich Wandel geschaffen .wird und daß die Unternehmer endlich einmal den Vollsgenossen Arbeiter als einen Kulturmenschen anerkennen und nicht als einen japanischen Kuli bettachten. Traurig ist es, daß sich die von Henlein betörte Arbeiterschaft zu so etwas hergibtl An alle Abonnenten und Verschleißer! Anläßlich des Feiertages am Samstag, dem 6. Juli, wird in den Druckereien nicht gearbeitet und entfällt daher die Nummer vom Sonntag, den 7. Juli. Die Verwaltung. Die sUdamerikanische Friedenskonferenz Buenos Aires. Die Friedenskonferenz wurde am Montag nachmittags in Buenos Aires durch den argentinischen Präsidenten General Justo in Anwesenheit der Außenminister von Bolivien, Pa» raguay, Argentinien, Chile, Peru und Uruguay» ferner der Botschafter von Brasilien, Chile, Peru, Uruguay und den Bereinigten Stckaten'von Nordamerika sowie eines Vertreters des Staatsdepartements der Bereinigten Staaten feierlich eröffnet. Die Konferenz wird bestrebt sein, nicht nur de« Chaco-Krieg zu beenden, sondern auch neue Formen der Friedenserhaltung und der internationalen Zusammenarbeit in Südamerika zu entwickeln. Präsident Justo verlas eine Erllärung, durch die das in Buenos Aires am 18. Juni unterzeichnete Protokoll ratifiziert und der Waffenstillstand bis zur vollkommenen Durchführung der m diesem Protokoll vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen verlängert wird. Diese Erllärung wurde von der Konferenz einmütig genehmigt. Verändertes Gleichgewicht Im Osten (AP) In der Ostsee wirkt sich die Aenda- rung der Kräfteverhältnisse der Flotten am einschneidendsten aus. Dies ist für die baltischen und auch für die in weitem Maße abgerüsteten skandinavischen Staaten bedeutungsvoll. Schweden verfügt über drei Kriegsschiffe von 7000 Tonnen, Finnland über zwei Küstenpanzerschiffe von 4000 Tonnen. Dänemark hat überhaupt keine größeren Einheiten. Die Sowjetunion besitzt drei Schiffe von 28.300 Tonnen, die aber aus dem Jahre— 1911 stammen. Polen und di« baltischen Staaten besitzen kaum Kriegsschiffe von militärischem Wert, Deutschland wird daher» falls nicht die USSR schleunigst Konsequenzen aus dem deutsch-englischen Abkommen zieht, die stärkste Kriegsflotte in der Ostsee besitzen. Denn wenn auch ein Teil der deutschen Flötte in der Nordsee stattoniert werden wird, das Gros kommt auf alle Fälle nach Kiel und den anderen Ostseehäfen. Das ergibt sich schon aus dem Verzicht auf jede Rivalität mit England, durch den Deutschland die Fehler der Vorkriegszeit meiden will und eben die Vorherrschaft in der Ostsee zu verwirllichen sucht. Im Zusammenhang damit fordert es nach wie vor, daß die Osffee ein ge-, schlossenes Binnenmeer sei. Dänemark steht dagegen auf dem Standpunkt, daß der große und der kleine Belt sowie der Oeresund freie Durchfahrtsstraßen für Kriegsfahrzeuge seien. Deutschland kann aber die Durchfahrt durch die beiden Belts von Fehmarn aus leicht verhindern. Schwieriger ist es mit dem Oeresund. DaS Recht Dänemarks besagt nichts darüber, ob es zur Verteidigung desselben imstande ist. Man weiß, daß Deutschland schon im Weltkrieg die Besetzung dänffchen Gebietes in Erwägung zog. Dänemark wird daher gezwungen sein, die Landesverteidigung zu verstärken, Schutzmaßnahmen für Kopenhagen zu treffen und den Oeresund sichern. Auch für Schweden ergeben sich mit Rücksicht auf die Gefährdung de» Provinz Schonen die gleichen Probleme« Der brüderliche Kardinal Am Freitag fand im deutschen Theater in Prag im Rahmen des Katholikentages eine katholische Feier statt, bei der u. a. auch der Kardinal Dr. I n n i tz e r das Wort Ergriff. Jnnitzer ermahnte die Anwesenden, immerdar„das Gesetz Christi hochzuhalten", um dann über die„Not unter den Menschen" folgendes zu sagen: „Wir, die wir unser Volk kennen, wissen auch, waS es leidet. I ch f r a g e da n i ch t, was ein«: denkt und wie er g e s i n n ist, ich s e h d in einem jeden einen armen, bedrängten Bruder, dem ich mit der ganzen Liebe meines Herzens helfen möchte." Im Feber 1934 hat aber der Herr Kardinal ganz anderen Auffassungen gehuldigt. Damals war es ihm nicht gleichgültig, was einer dachte und wie er gesinnt war, und es ist ihm nicht eingefallen, in den marxisttschen Arbeitern, deren„ Wohnungen von der„christlichen" Dollfuß-Regierung bombardiert wurden, seine armen, bedrängten Brüder^u. sehen. Damals galt die gänze Liebe seines Herzens den fascistischen Bluthunden und wir wagen sogar zu behaupten, daß das heute noch nicht anders geworden ist. Es ist daher ein starkes Stück, wenn ausgerechnet" der Herr Jnnitzer„christliche Nächstenliebe" predigt! Seite 4 Mittwoch, 3. Juli 1935 Nr. 153 Vie turnerischen und sportlichen Ergebnisse des Äussrer Kreisturnfestes Turnerische Wettkämpfe Zehnkampf der Turner(Oberstufe): 1. Rudolf Baum(Biela) 317.50, 2. Rudolf Müller(Markersdorf) 300, 3. Georg Kreibich(Bodenbach) 285.25, 4. August Peihig(B.-Kamnitz) 285, 5. Jos. Pivonka(Politz) 284.50, 6. Wilhelm Altmann(Ho- stomitz) 281.75, 7. Alfred Haist(Pkag) 276.50, 8. Karl Geißler(Turn) 276, 9. Anton Dürschmidt .(Hostomitz) 266.75 Punkte. Zehnkampf der Turner(Mittelstufe): 1. Roland Zuber(Aussig-Lerchenfeld) 308.75, 2. Fritz Gersin (Warnsdorf) 301.25^3. Franz Storek(Steinsdorf) 800.50/ 4< Richard Büttner(Haida) 298.75, 5. Edwin Ahne(Politz) 294.25, 6. Franz Lutter (Steinsdorf). 291.50, 7. Julius Rudolf.(Tischau) 289, 8. Karl Brech(Bodenbach) 288, 9. Alfred Schick(Warnsdorf) 281.50, 10. Heinrich Stolze (Biela) 278.75 Punkte. 4:41, 5. Friedrich Willim(Eulau) 4:48.6, Wenzel Fieger(Güntersdorf) 4:46.8 Min. 4X100 Meter: 1. Aussig 49.1, 2. Kleinpriesen 50.6, 3 Prag 51.2, 4. Turn 52.4 Sek. 10X100 Meter: 1. Krochwitz 2:11, 2. Aussig 2:11.5, 3. Topkowitz 2:27 Min. Hochsprung: 1. Josef Rysavy(DTJ Zuckmantel) 1.61, 2. Erwin Teufel(Biela). 1.61, 3. Hermann Rahm(Warnsdorf) 1.61, 4. Edwin Ahn« (Politz) 1.56, 5. Franz Pittrof(Tischau) 1.56 Meter.— Die Reihenfolge wurde durch Stechen entschieden. Hochsprung(Jugend): 1. Erwin Gaube(Großpriesen) 1.53, 2. Rudolf Ehrlich(Lädowitz) 1.42, 3a. Franz Rücker(Aussig),. 1.37, 3b. Adolf Zechel (Hundorf) 1.37, 4. Teufel Artur(Bodenbach) 1.32 Meter. Dreisprung: 1. Edwin Ahne(Politz) 11.32 2. Friedrich Willim(Eulau) 11.10, 8. Fr. SchickZehnkampf der Altersturner: 1. Heinrich Palme IFalkenau) 268.25(außer Wettbewerb);' 1. Emil Eifelt(St«inschönau)259.25, 2. Max Müller(Lado- witz) 256.75, 3. Josef Brech(Bodenbach) 252 Punkte. Bereomstnruen der Turner: 1. Klasse: 1. Tct- schen 67, 2. Eulau 63.25,, 3. Bodenbach 63, 4. Weiskirchlitz 56.50, 5. Turn 56, 6. Hostomitz 55.50, 7. Kostenblatt 53 Punkte.— 2. Klasse: 1. Komo- tau II 69, 2. Predlitz 67, 3. Lädowitz 63, 4. Krochwitz 60, 5. Strahl 59, 6. Komotau I 57 Punkt«.— 8. Klaffe: 1. Lerchenfeld 62, 2. Modlan 46.50, 3. Topkowitz 45.50 Punkte.— Mannschafts turnen: 1. Politz 66, 2. Hundorf 62.50, 3. Dux 58.50, 4. Neu- kreiditz 52.50 Punkte. Fünfkampf der Turnerinnen(A-Klaffe): 1. Elsa Rauer(Prag) 94.50, 2. Marie Stepanek(Prag) 88.50, 3. Anni Ziwisch(Bodenbach) 87.75, 4a. Hermine Bäuml(Teplitz) 87,4b. Emilie Teifel(Haida) 87, 5. Anna Nckldner(Tetschen) 84.50, 6. Anna' Mach(Dux) 84.25, 7. Elsa Ulbrich(Politz) 88.25, 8. Anna Salm(Krochwitz) 82.50, 9. Elsa Knh(Politz) 82, 10. Trudl Schlimp(Dux) 81.75,, 11. Ger» trud Horn(Steinschönau) 81,.12a. Elli Schimek !(Saaz) 80.50, 12b. Mutz Rasper(Teplitz) 80.50 Punkte. Fünfkampf der Turnerin««»(B-Klasse): 1. Ottilie Zinke(B.-Leipa) 81.50, 2. Marie Hilgert i(Teplitz) 80.50, 8a. Gretl Jungbaer(Turn) 79.50, Lb. Ilse Eckert(Haida) 79.50, 4a. Herta Prokop I(Tetschen). 77.50, 4b. Trude RieSner(Teplitz) 77.50, 5a. Anni Mlicko(Teplitz) 75.25, 5b. Traudl Lange(Bünauburg) 75.25, 6a. Anna Knarre(Aichwald) 75, Sb. Irma Bürgermeister(Haida) 75, 7. Anna Rückauf(Ober-Preschkau) 74.50, 8. Hilda Engel(Tetschen) 74.25, Sa. Anna Junker(Tetschen) 74, Sb. Hilde Kasper(Bruch) 74, 10, Emilie Mattausch(B.-Leipa) 73.25 Punkte. Fünfkampf der, Jugendtnrnerinne«: 1. Toni Strubich(Turn) 75.50, 2. Mizzi Haßmann(Eichwald) 74.50, 3. Gertrud. Langer(Eichwald) 71.75, 4. Marie Hradek(Hostomitz) 63.75, 5. Anna Fischer i(Ladowitz) 63.25 Punkte. Vereinsturnen der Turnerinnen: Erste Klaff« ssin zwei Stufen am Gerät): 1. Predlitz 68, 2. Prag 65.50, 3a. Bodenbach 65, 3b. Krochwitz 65, 4. Komotau II 64, 5. Eichwald 62, 6a. Tetschen 61, Sb. Pömerle 61, 7a., Dux 60, 7b. Modlan 60, 7c. Teplitz 60, 8. Eulau 59.50, 9. Lerchenfeld 59, 10a. Ho- stomitz 54, 10b. Karbitz 54, 11. Türmitz 53 12. Weiskirchlitz 47 Punkte.— Zweite Klaffe: 1. Komotau I 64, 2. Aussig 62, 8a. Turn 58, 36. Biela 58, 4. Glashütte 56, 5a. Kostenblatt 51, 56. Lado- witz 51, 5c. Bünaubmg 51, Sa. Topkowitz 45, 66. Neukreibitz 45, 7. Hundorf 44 Punkte, Leichtathletik Sportler 100 Meter: 1. Josef Kühnl(Komotau I) 11.6 2. Ed. Sterzl(Aussig) 11.9, 3. Franz Pittrof(Tischau) 12, 4. Walter Pilat(Kleinpriesen) 12.1 Sek. 100 Meter(Fugend): 1. Erwin Gaube(Großpriesen)' 12.2, 2. Franz Rücker(Aussig) 12.9 SÄ. 400 Meter: 1. Alfred Breite(Auffig) 57L Sek. ((neue Bundes-Bestleistung), 2. Gerhard Kraus «Turn) 57.8, 3. Hermann Rahm(Warnsdorf) 59.4 L Josef Löbel(Biela) 59.7 Sek. 1500 Meter: 1. Alfred Breite(Aussig) 4:30.8 K Gerhard Kraus(Turn) 4:32.2, 3. Josef Löbel (Biela) 4:87.8, 4. R. Krombholz(Kleinpriesen) tanz(Eulau) 10.87, 4. Fritz Pittrof(Tischau) 10.75 Meter. Speer: 1. Emil Holle!(Aussig-Glashütte) 43.90, 2. Ed. Schanda(Görkau) 37l38', 3. Franz Schicktanz(Eulau) 35.95 Meter. Speer(Jugend): 1. Erwin Gaube lGroßprie- sen) 36.37, 2. Emil Umlauft(Steinsdorf) 84.90, 3. Gustav Wolf(Steinsdorf) 29.40 Meter. Schlcuderball: 1. Richard Hortfch(Eulau) 42.78, 2. Wilhelm Erler.(Oberhaan) 41.57,3. Hermann Rudolf(Oberhaan) 41.13 Meter. Schleuderball(Jugend): 1. Emil Umlauft (Steinsdorf) 40.69, 2. Erwin Gaube(Großpriesen) 38.70, 3. Artur Teufel(Bodenbach) 35.80 Meter. DiskuS.: 1. Wenzel Fieger(Güntersdorf) 31.75 Meter, 2. Alfred Breite(Aussig) 29.90, 3. Friedrich Willim(Eulau) 27.90 Meter. DiskuS(Jugend): 1. Erwin Gaube(Großprie. sen) 35.10, 2. Roland Nemec(Aussig-Glashütte) 31.08, 3. Gustav Wolf(Steinsdorf) 29.90, 4. Emil Umlauft(Steinsdorf) 27.10 Meter. Zehnkampf(Jugend): 1. Erland Heller(Biela) 283.25, 2. Ernst Jugel(Kouwtau II) 268.50, 8. Adolf Wölfig(Steinschönau) 268.25, 4. Josef Fischer(Lädowitz) 188.25 Punkt«. Sportlemnue« .. f’«kan* Dreikampf: 1. Elsa flauer(Prag) 215 Punkte (Kugel: 6.34 Meter, 60 Meter: 8.8 Sek., Weit- sprung; 4.43 Meter), 2. Marie Schleger(Klein- augezd) 213, 8. Hedwig DieSner(Prag) 211, 4. Emma Heldmann(Aussig-Glashütte) 204- 5. Rest« Wolf(Eichwald) 192, S. Ida Tichh(Ober- leutoaSdorf)182, 7. Hermine Andörfer(Kleinaugezd) 178, 8. Gertrud Weigel(Pömmerle) 175 Punkte- Dreikampf(Jugend): 1. Mirka Euba(Prag) 245 Punkte(Kugel: 8.96 Meter, 60 Meter:. 8.3 Sek., Weitsprung: 4.13 Meter), 2. Anna Tilscher (Aussig) 204, 3. Emma Mlicko(Teplitz) 204, 4. Mihi Haasmann(Eichwald)'191, 5. Anna Kreisel (OberleutenSdorf) 182, 6. Berta Vrana(Oberlen- tensdorf) 181, 7. Marie Weber(Teplitz) 180, 8. Rosa Zörner(Aussig) 179, 9. Elli Plescher(Bodenbach) 178 Punkte. Schleuderda«: 1. Leni Fleck(Krochwitz) 34.71, 2. Emma Heldmann(Aussig-Glashütte) 34.16, 3. Selma Redlich(Krochwitz) 32.61 Meter. . 4X100 Meter: 1. Prag 59.1 Sek., 2. Krochwitz 1:01.6 Min., 3. Glashütte 1:04 Min. FuBball Schülermannfchaften: Aussig gegen Birenbach 1:1, Teplitz gegen Dux 2:2. DaS Los bestimmte Teplitz und Bodenbach für das Schlußspiel, das die Teplitzer mit 8:0(1:0) gewannen. A-Mlnmschaften: Aussig gegen Bodenbach 6:4, Teplitz gegen Dux 8:3(1:3), Aussig gegen Teplitz 2:3(2:1). Weitere Ergebnisse der Wettkampfe veröffentlichen wir In der nächsten Folge Jagewuigfcelten Fünf Todesurteile wegen Betruges in Sowjetrußland Moskau. In Leningrad wurde der Kassier des Zentralbahnhofes wegen Veruntreuung von 60.000 Rubel aus der Bahnhofskaffe zum Tode verurteilt. Das Strafgericht in Swerdlowsk verurteilte den Direktor der Fabriksparkaffe, den Kassier dieser Sparkasse und den Bruder wegen der Veruntreuung des Guthabens eines Arbeiters zum Tode. Das Strafgericht in Rostow am Don fällte gegen den Direktor des Gcbietsamtes, der falsche Ingenieur- und Oekono- mendiplome verkaufte, das Todesurteil. Vier Wochen in der Lust Meridian(Staat Mississippi). Dir BrüderKay sind Montag«m 20.05 Uhr gelandet. Sie waren«nnnterbrochen 27 Tage, 5 Stunden und 33 Minuten in der Luft und haben damit den Weltrekord im Dauerflug geschlagen. Eine Schlacht gegen Streikende in Kanada Regina(Provinz Saskatschowan, Kanada). (Reuter.) In Regina kam eS zu ernsthaften Unruhen, welche zu Zusammenstößen zwischen der königlich kanadischen berittenen Polizei und der städtischen Polizei auf der einen Seite und Arbeitern aus einem zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschaffenen Arbeitslager, die einen Streik begonnen hatten, auf der anderen Seite führten. Die etwa 3000 streikenden Arbeiter veranstalteten eine Demonstration und als die Polizei dagegen einschritt, bewarfen sie diese mit Steinen und anderen Gegenständen. Die Polizei verwendete gegen die Demonstranten Tränengas und nahm unter ihnen zahlreich- Verhaftungen vor. Die Streikenden unternahmen später einen zweiten Angriff auf die Polizei, die von der Schußwaffe Gebrauch machte. Ter Kampf hielt in den Straßen der Stadt lange Zeit an. Ein P 0 l i z i st und ein D e m 0 n st r a n t wurden getötet und über zwanzig Personen wurden verletzt. Viele Personen sind infolge der Einwirkung des Tränengases--Erkrankt. Be: den Ausschreitungen wurden große Materialschäden verursacht. Zu den blutigen Vorfällen wird weiters gemeldet: Der Polizeibeamte, der bei den Ausschreitungen ums Leben kam, erlag einem Stockhieb, den ihm ein Streikender versetzte. Bon den Streikenden wurde niemand getötet, doch ist der Zustand eines von ihnen hoffnungslos. Die Zahl der B erwundeten hat sich auf rund 50 erhöht. In der Stadt wurde die Ruhe wieder hergestellt. Die Streikenden waren nach Regina aus Britisch-Kolumbien über Ottawa gekommen, wo sie der Regierung des kanadischen Dominions ihre Forderungen unterbreiten wollten. Die kanadische Regierung empfing die Deputation der Streikenden und bezahlte ihnen die Reiseauslagen, der Hauptteil des Zuges wurde jedoch von den Behörden in Regina angehalten. Unter den e.t w unde t e n, befinden sich auch Frauen. Die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Volkskunde im T.-V. „Die Naturfreunde" hielt vom 29. Juni bis 1. Juli in den festlich geschmückten Räumen der Masaryk-VolkShochschüle in Brünn ihre zweite Tagung ab. Samstag fand um 20 Uhr der Begrüßungsabend statt, an dem zahlreiche Vertreter der einzelnen Naturkundesektionen in der Tschcchoflowakei sowie zahlreiche Vertreter befreundeter Organisationen und Vereine teilnahmen. Den Abend leitete ein Doppelquartett der Brünner Mandolinengruppe des Touri- stenbereines„Die Naturfreunde" mit dem eindrucksvoll borgebrachten„Lied der Arbeit" ein. Nach der Begrüßung durch« den Obmannstellvertreter der Brünner Ortsgruppe, Genossen Bruno Spitz, eröffnete der erste Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Genosse Anton John- Wichechlab, die Tagung, Nachdem di« einzelnen Vertreter ihre Glückwünsche ausgesprochen hätten, erstattete Genoffe Franz O l- b e r t-Drünn ein intereffantes Referat über die Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft, welches von den Anwesenden mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Abschließend brachte die Mandolinengruppe musikalische Darbietungen. Sonntag sand vormittags die eigentliche Tagung der Naturkundesektionen in der Tschechoslowakei statt. Aus den Berichten der einzelnen Fachgruppen war zu ersehen, welche große Arbeiten im vergangenen Jahre geleistet wurden. Neue zahlreich eingebrachte Anträge und Anregungen lassen erkennen, welche Fülle von Arbeiten»och zu leisten die Arbeitsgemeinschaft sich vornimmt. Die durchgeführte Wahl ergab eine Verschiebung der Administrative, die von Aussig nach Brünn verlegt wurde. Als erster Vorsitzender wurde wieder Genosse Anton Joh n-Wschechlab gewählt, zweiter Vorsitzender wurde Genoffe Franz O l b e r t-Brünn und dritter Vorsitzender Genoffe Alfons Luprrich- Auffig. Gruppenweise Führungen in botanische Gärten sowie Museen beschäftigte einen Großteil der Teilnehmer während der Tagung. Dr. Bank übernahm in liebenswürdiger Weise«ine Führung durch da? Mendeleiun der Masarvk-Volkshochschule. Am Nachmittag fand die Besichsigung der A n t h r 0 p 0 s« ausstellung statt. Den Abend des zweiten Tages beschloß ein intereffaNter naturwissenschaftlicher Vortrag. Ein« interessant« und reich beschickte Ausstellung zeugte von dem Können der Arbeiter-Natur« kpndler. Besonders wäre die geologische Abteilung zu erwähnen, die in ihrer übersichtlichen Einteilung dem Laien ein leicht verständliches Bild über die Entstehung und Entwicklung der Erde gibt. Die botanssche Schau ist besonders reich ausgestattest Zahlreiche Mikrophotos sowie geologische, botanische, zoologische Aufnahmen, meteorologische Aufzeichnungen, Bakterienkulturen,' Tabellen, Diagramme und Skizzen sowie«ine kleine Schau über den mährischen Karst und die Natur in den Alpen vervollständigten die Ausstellung. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus«len Proaramment Donnerstag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 11.05: Orchesterkonzert, 12.10: Schallplatten: Smetana, 15: Populäres Konzert der tschechischen Philharmonie. 18.20: Deutsche Sendung: Sportvorschau, 20: Harfenkonzert, 22.30: Herrmann- Schrannneln. Sender S: 7.30: Leichte Musik, 14.15: Deutsche Sendung: Dr. Weinhuber: Kurze Rechtsberatung, 14.35: Leichte Musik, 14.55: Deutsch« Presse.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Är- beiierfunk: Stiaßny: Die Utopia des Thomas Morus, 18: Lederer: Märchen für Große, 18-20: Bakulesänger singen Volkslieder.— Mähr.-Ostrau 17.55: Italienische Lieder, 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Rosenstein: Die Uebertragung der Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen.—. Ae lebenWknHe Sonne als loMringerin Rom. Am Montag wurde« aus ganz Italien 20 Fälle von tödlichem Sonnen st ich gemeldet. Zu weniger schweren Fällen von Sonnenstich kam es beinahe in sämtliche« italienischen Gemeinden. Tropische Hitze in Frankreich . Paris. In Paris wurden Montag 46.2 Grad Hitze in der Sonne gemessen. Aus anderen Gegenden Frankreichs werden noch höhere Temperaturen gemeldet. Stellenweise sind Montag in Südfrankreich 44 Grad im Schatten festgestellt worden. Der naffe Tod Wien. Sonntag und Montag sind in Wien und in Riederösterreich vier Personen beim Baden ertrunken, davon zwei Schüler. Außerdem ist im St. Leonhard' See in Kärnten eine f L n ft e Person ertrunken, u. zw. ein Arbeiter, der einige Stunden vorher seine T r a u u n g gefeiert hatte. In Salzburg und am Wörthersee in Kärnten sind zwei Personen infolge Hitzschlages gestorben. Dienstag sind in Wien und Umgebung beim Baden Pier Personen ertrunken^ Bei uns endlich stellenweise Regen und Abkühlung Kühler« Luft, die sich aus Westeuropa gegen das Binnenland ausbreitet, ist Dienstag nachmittags bis zur Westgrenze Böhmens gelangt. Im Zusammenhang damit traten im Gebiete des Erzgebirges nach 15 Uhr Gewitter auf. Sonst herrschte in unseren Gegenden noch schönes und durchwegs wärmeres Wetter als tagszuvor. In Böhmen stieg die Temperatur am Nachmittag in den Niederungen auf 3 0 b i s 3 2 Grad an, in Frankreich war es gleichzeitig um 10 bis 1 5 Grad kühler. In P r a g begann sich der Himmel am Spätnachmittag mit Gewitterwolken zu bedecken und es gab auch etwas Regen, der aber kaum Abkühlung brachte. Erst nach 9 Uhr abends setzte in und um Prag ein starkes Gewitter ein, von heftigem Guß begleitet; Blitz und Donner fuhren niedere einmal hörte man ein ohrenbetäubendes EinschTr- gen. Es regnete dann stundenlang unablässig und in der Nacht war, auch unter dem Einfluß eines kräftigen Windes, eitse um viele Grade gesenkte Temperatur eingetreten, die alle Qualen der Hitze vergessen machte. Eine längerandauernde/Wetter- verschlechterung wird«jedoch zunächst nicht vorausgesagt, da sich mit den kühleren Luftmaffen über Mitteleuropa wieder höherer Luftdruck ausbreiten .wird. Nr. 1S8 Mttwoch, 3. Juli 193S Seit« 8 14V Todesopfer eines Schiffzusammenstoßes im Japanische« Meer Tokio. Anweit der Insel Shodo im Japanischen Meer ist bei dichtem Nebel der Dampfer„Senzanmaru" mit dem Dampfer„Midorimaru" zusammengestoßen. Die„Senzanmaru" tauchte plötzlich aus dem Nebel auf und rannte mtt dem Bug direkt in die Flanke des andere« Dampfers, der nach dem Zusammenstoß zu sinke» begann. Auf der„Midorimaru" befanden sich 168 Reisende und 85 Mann Besatzung. Der Dampfer„Senzanmaru", der bei dem Zusammenstoß keine Beschädigung erlitt, setzte sofort die Rettungsboote und es gelang, 113 Personen zu rette«, darunter den Kapitän des sin» kenden Schiffes. Rach wetteren Rettungsmaßnahmen, die etwa zwei Stunde« dauerte«, teitte der Dampfer„Senzanmaru" radiotelegraphisch mit, daß an der Meeresoberfläche nicht- mehr zu sehen sei. Insgesamt sind 14V Personen ums Leben gekommen. Sohn eine- Staatsanwalts als Gattenmörder Paris. Das Schwurgericht in Vannes '(Westfrankreich) verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den 25jährigen Michal Henriot, einen Sohn des Oberstaatsanwalts im dortigen Kreise, zu 20 Jahren Zwangsarbeit. Michal Henriot hatte im Vorjahre kurz nach der Hochzeit seine junge Ehefrau ermordet und versucht, den Mortverdacht auf, Vagabunden zu lenken. Henriot machte vor den Geschworenen den Eindruck eines degenerierten und wenig zurechnungsfähigen Menschen, so daß ihm das Gericht bei der Strafbemessung mildernde Umstände zubilligte. Im Hinblick auf die geachtete Stellung des Vaters bildete der Prozeß den Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit in ganz Frankreich. Stoff aus Stroh und Reisblättern Kiow. Professor Soat Tonaka von der kaiserlichen Universität Kioto hat ein Verfahren erfunden, durch das es möglich ist, aus den Blättern der Reispflanze und auS Stroh einen baumwollähnlichen Faserstoff herzustellen, Ueber seine Methode hat die japanische Gesellschaft einen Bericht veröffentlicht. Tödlicher Absturz Am verflossenen Sonntag ereignete sich bei Niedergrund a. E. ein gräßlicher Unglücksfall- dem ein blühendes junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die 18jährige Grete Dinnebier, Tochter des Schlosscrmeisters Dinnebier in Bodenbach, befand sich in Gesellschaft mehrerer Personen aus einer Wanderung. Hiebei geriet sie bei Niedergrund an den Rand einer steilen Felswand und stürzte aus beträchtlicher Höhe ab. Als ihre Kameraden an die Unglücksstelle kamen, fanden sie das bedauernswette Mädchen bereits als Leiche. Sie wurde in die Bodenbacher Fttedhofshalle überführt. Den bedauernswetten Angehörigen wendet sich die allgemeine Teilnahme zu'. Die wachsende Begeisterung. Der Kreis- Walter der Deutschen Arbeitsfront zu Hildesheim veröffentlicht folgende strenge Mahnung: „Anläßlich des GauparteitageS in Hannover findet am 26. Juni um 20.30 Uhr auf der Steingrube in HikdeSheim ein Appell sämtlicher Teilnehmer der DAF. an dieser Veranstaltung statt. Der Gauleiter der DAF. Pg. CariuS, wird den Appell abnehmen. Er verlangt Stärkemeldung von jedem einzelnen Betriebet Ich erwatte, daß HikdeSheim unter keinen Umständen einen schlechten Eindruck hinterläßt, und ich rechne damit, daß die Betriebssichrer im Bewußtsein ihrer verantwortungsvollen Stellung vor Partei und Staat ihre Treue zur Bewegung durch die Tat beweisen, indem sie sich selbst an die Spitze ihrer Gefolgschaft stellen und alles daransetzen, um mit einer möglichst hohen Anzahl ihrer Gefolgsmänner am Gauparteitag zu marschieren." Und da gibt es immer noch Meckerer, die von erzwungenm Kundgebungen oder gar von ge- machter Begeisterung schwatzen! Autobus-Streik.. Etwa 8000 Konduktevre und Chauffeure der L o n d o n e r Autobusse sind in den Streik getreten und zwar wegen der disziplinarischen Verfolgung zweier Kondufteure, die einen Unfall nicht gemeldet haben, von dem sie erklären, daß er ihnen unbekannt sei. 630 Autobusse verblieben gestern in den Garagen. Tragischer Ausgang einer jungen Ehe. Am Montag vormittag wurde das junge Ehepaar Gertrud und Paul B e ck im Schlafzimmer ihrer Wohnung in Deutsch-Mlikojed bei Leitmerih tot aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß der 25jäh- rige Ehemann zuerst seine 22.Jahre alte Ehefrau durch einen Kopfschuß tötete und sich dann selbst in den Mund schoß. Beide waren sofott tot. Das junge Ehepaar war erst seit drei Monaten verheiratet und betrieb eine Gemischtwarenhandlung. Es wurden drei Abschiedsbriefe vorgefunden. Ueber das Motiv der Tat ist nichts bekannt. In den letzten Wochen ist dies bereits der vierte Fall, daß Personen gemeinsam aus dem Leben geschieden sind. Antrittsaudienz des neuen schwedischen Gesandten. Auf dem Schloß Läny wurde Dienstag mittags der neue schwedische.Gesandte in Prag I. de Lagerberg vom Präsidenten der Republik in Antrittsaudienz empfangen, wobei er dem Präsidenten sein Beglaubigungsschreiben überreichte. Der Audienz wohnten Kanzler Dr. Sa» mal, Gesandter Dr. Krofta und Gesandter Strimpl bei. RechtShilfevertvag mit Euglaud. Im btttischen Außenamte wurden in der vergangenen Woche zwei Abkommen zwischen der Tschechosiowakischen Republik und Großbritannien paraphiett, u. zw. am 28. Juni das Abkommen über die gegenseitig« Vollstreckung der Utteile in Zivil- und Handelssachen und am 28. Juni das Abkommen über die Vereinfachung der Formalitäten bei der Beurkundung van Dokumenten. Nach Beendigung gewisser Formalitäten werden die Abkommen in London unterzeichntt werden. Dies wird ungefähr in einem Moüat ge, fd)efcn.:...-* 1*, " Sine eigenattige Gewerkschaft gibt eSffrkt einiger Zeit in Mexiko, wie sie in Europa nicht ihresgleichen hat(lediglich von der Anarchistin Keith Guttmann wurde Ende 1918 ein ähnlicher Versuch in Hamburg gemacht)', nämlich«in Syndikat der Prostituierten, das von der 29jährigen Maria Gonzalez geleitet wird. ES nennt sich offiziell„Judikat zur Vetteidigung der Frau" und ist von der Regierung ebenso anerkannt wie der Allgemeine Ge- wettschaftsverband. Jüngst hat diese Gewerkschaft nun gegen die Ausbeutung ihrer Mitglieder durch die Besitzer der öffentlichen Häuser sowie gegen die Schikanierung durch die BesundheitSinspektoren und die Polizei protestiett und außerdem die Forderung auf Einrichtung einer Altersversicherung aufgestellt. ES wurde mit dem— Streik gedroht, falls auf diese Forderungen keine beftiedigende Antwort zuteil werd«. In Arereale auf Sizilien wurden am Montag zwei. Erderschütterungen rcgiftttett, wobei einige Häuser vernichtet wurden. Es kam niemand umS Leben. Bienen stürmen ein WohnhanS. In Notth Acton(England) gor! Road hätte ein Herr Bernhard DavieS seine zwei Kinder schreien kurz nachdem sie zu Bett gebracht worden waren. Er lief hinauf und fand Hunderte von Bienen im Schlafzimmer herumschwirren. Sie hatten den Kindern schon mehrere Stiche beigebracht. Innerhalb weniger Minuten war das ganze Haus mit Tausenden von Bienen förmlich überschwemmt. Die Feuerwehr wurde alarmiett und rückte mit allerhand Apparaten an. Die Bienen kehrten sich aber nicht viel daran und selbst das Ausräuchern des Zimmers half nichts. Da itahmen die Feuerwehrmänner ihre Zuflucht zu einem besonderen chemischen Präparat. Tausende von Bienen wurden getötet und mit Besen ausgekehtt. Woher diese Invasion kam, konnte bisher nicht festgestellt werden. Der Verband deutscher Bühnenleiter in der Tschechoslowakei und der Bühnenbund in der Tsche- choflowakischen Republik geben bekannt, daß die zwischen beiden Verbänden Vereinbatten PrüfungSstellen in der ersten Hälfte des Monats September die Prüfungen für Bühnenanwärter in Prag und Brünn abhalten. Sämtliche Bühnenanwärter werden auf- gefordert, sich beim Bühnenbund. in. der Tschechoslowakischen Republik, Brünn, JanäLekplatz 2a, zu den Prüfungen anzumelden. Den angemeldtten Bühnenanwärtern werden die notwendigen Unterlagen pnd der genaue Termin der Prüfungen schriftlich bekanntgegeben. „Argumente", die sich unter der Erde„finden". DNB meldet aus B e r l i n: Auf dem früheren„Borwätts"-Gelände in der Lindenstraße werden in diesen Tagen Mauer- und Um« schachtungsarbeiten vorgenommen. Am Montag morgen, machte, man. dort, wie Her„Völkische- Beöhjchchex",m^ek. Änxg.bemexkenswertkü'Fupd.> Bei den Arbeiten in einem ehemaligen Lagerschupfen stieß man auf mehrere Kisten, die mit Waffen und Munition gefüllt waren. Nach und nach förderte man zwei Maschinengewehre, 50 Karabiner, 4 Maschinenpistolen, 40 Parabellum- Pistolen, eine Kiste Handgranaten, eine Kiste Seitengewehre und 10.000 Patronen zutage. 100 bis 120 Kilometer ZugSgeschwindigkcit. Die österreichischen Bundesbahnen unternahmen in der letzten Zeit Versuchsfahrten Mit neuen großen modernen Lokomotwen für D-Züge und mit neuen Waggon-. Bei diesen Versuchen wurde ein Schnei» ligkeitSrekord erzielt, und zwar 100 bis 120 Kilometer. Die Strecke Wien—Salzburg wurde mit den neuen Lokomotiven in 8 Stunden 80 Minuten gegen 4 Stunden 38 Minuten absolviert, Von den Ergebnissen dieser Versuchsfahrten wird di« Erhöhung der Fahttgeschwindigkett auf de« österreichischen Bundesbahnen abhängen. Ungeschlagen ans Norwegen zurückgekehrt Die Fußball-LänderelfdeSAtuSist SamStag abends wohlbehalten wieder in die Heimat zurückgekehtt. Ihre Ankunft und ihre Erfolge auf der Nordlandfahrt wurden bei der samstägigen Mendfeier im Warmbad Kleische den Massen bekanntgegeben und mit großem Beifall ausgenommen. Ueber das letzte Spiel, das in Oslo gegen die Ländermannschast von Norwegen ausgetragen und mit 8:2 gewonnen wurde, ging unS der nachfolgende Bericht zu: Am Donnerstag, dem 27. Juni, zur gleichen Stund«, in der die Bürgerlichen ihren Länderkampf gegen Deuffchland austrugen, stellte sich unsere Mannschaft zum Rückspiel im Länderkampf. Ich muß ganz offen berichten, wir hatten sehr wenig Hoffnungen auf einen Sieg. Die norwegische Mannschaft war bedeutend verstärkt, eS war uns vollkommen klar, daß ein ehrenvolles Resultat nur nach schwerem Kampfe errungen werden kann. Und es war auch so. Unser Gegner war viel forscher als vorigen Freitag. Er versuchte"vor allem, unsere stärkste Waffe, die Halfreihe, durch weite hohe Schläge auS dem Spiel zu setzen. Zeitweise gelang eS auch. Dadurch litt im wesentlichen unsere Gesamtleistung. Aber di« Norweger hatten sich an unserer eisernen Vetteidigung bald zerschlagen und alS auch unsere Mannschaft mit dem typischen Flachspiel«insetzte, bekamen wir langsam Oberwasser und hatten das Spiel in der Hand. Zwar kann von einer Ueberlegenheit nicht gesprochen werden, aber unsere Angttffe waren stilreiner und weitaus energischer als die der Norweger, die in W-Form spielten. Unser« Mannschaft bestritt diesen Kampf in gleicher Ausstellung wie daS erste Spiel, In der zweiten veutscklsntl— die Kaserne Ein Paris« Beobachter über den deutschen Sommer 1935 Der Sonderkorrespondent des Pariser „Excelsior", S ulk y.hatD eutschland bereist und besonders die B e r h ä l t- nisse in Berlin eingehend st st u d i e r t. Sein Bericht ist eine der lebendigsten Schilderungen, die man bisher über'Hitler- deutschland und seine geistige Atmosphäre gelesen hat. Sully schreibt u. a.k„Zu Beginn des Sommers 1935 erweckt das Dritte Reich, den Eindruck einer absoluten politischen Stille.... Die Zeitungen bringen keine Nachrichten; sie bringen Propaganda. Selbstverständlich dürfen sie nicht kritisieren, nicht einmal in„konstruktiver" Absicht, ihre Spalten werden ausgefüllt mit Sport, zahllosen Mitteilungen über das neue Reichsheer, Wiedergabe der zahllosen offiziellen„weltanschaulichen" Kundgebungen... Der Leitgedanke der Propaganda ist, die schon vorhandenen Herdeninstinkte des deutschen Volkes zu st e i g e r n, jede« I n di- vidualismus bis auf den fleinsten Rest zu vernichten, die Untertanen Hitlers, dazu zu bringen, sich nur noch als Masse zp betrachten ,.. Das deutsche Voll scheint im Grunde mit den Ergebnissen, die’ dreißig Monate Naziherrschaft erbracht haben,... u n z u frieden, aber diese Unzufriedenheit geht, nicht in die Tiefe..».. Mehr noch als bisher gilt die H a u p t p r o p a g a n d a der J.u g e n d. Im Sommer wird das Dritte Reich im ganzen Land L a g e r errichten lassen, in denen die, jungen Deutschen ihre Ferien zu verbringen haben. Es ist schwer für einen Jungen, sich auszuschließen, wenn er nicht Verdacht erwecken will... Es sieht aus, als würde das ganze Land Hom KriegSmini-! st er d ir i g i e r t... B on der Part ei spricht man nicht, mehr viel, die H e e r e s b ü r o k r a t i e wird immer mächtiger.... Was bleibt noch von dem berühmten Programm aus dem Münchener Bräuhaus? Die Nazirevolutiqn, hat zugunsten des allmächfigen Heeres a b g e q dankt; die politischen Führer suchen die Un-i Zufriedenheit durch Schaffung einer neue« Rassen-, Massen- und Militärethik abzulenken« Der Staat wird zur Kaserne"« Internationales Abkommen über den Fleisch» handel. Der Sachverständigen-Unttrausschuß für den Handel mit Fleisch und Fleischprodukten hat in Genf sein« Beratungen beendet. In seinem Bericht für den Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes sprach sich der Unterausschuß günstig über die Möglichkeii des Abschlusses eines internationalen Abkommen; betreffend den Handtt mit Fleisch und Fleischprodukten aus. Vorläufig widmete er jedoch bloß den technischen Fragen sein« Aufmerksamkeit. Der Ausz schluß behandelte u. a, auch die Frage der Garantie« für die gute Qualttät des exportierten Fleisches. Dey Text der betreffenden Dispositionen des ipternatioz nale« Abkommens über den Ex- und Import voöt Fleisch und Fleischprodukten wird den Regierungen der interessierten Staaten zugestellt werden, soballj er vom Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes genehmigt sein wird. Halbzeit schied Distler II verletzt auS und wurdq durch Schmidt gut erseht. Schon die ersten Minuten brachten den BeweV« daß diesmal der Gegner mit vollem Ernst im Spiele war. In der 4. Minute führen wir 1:0. Günter ist durchgebrannt und seine Flanke wurde von Deutsch mit Bombenschuß zum ersten Treffer verwandelt. Nun begann ein höllisches Tempo. Der Gegner kam in Fahtt und hatte auch Glück. Unser Torer überhechtete einen harmlosen Ball und eS steht 1:1. Zwei Minuten später bricht der Linksaußen durch und bringt Norwegen in Führung(2:1). Wenn die Energie des Gegners so anhält, gibt eS eine hohe Niederlage. Unsere Spieler erkennen die Lage und beginnen flach zu spielen, gehen langsam zum Angriff über. Aber vis zur Pause ändert sich nichts mehr. Nach Seitenwechsel, mit dem Wind im Rük-, len, gehts besser. In der fünften Minute hat Schmidt zwei Gegner umspielt und sein Torschuß bringt den Ausgleich(2:2). Das war ein Ansporn für unsere Spieler, die nun um jeden Ball kämpfen. Eine Ecke bringt die Entscheidung. Der adgewehrt« Ball gelangt zu Günter, der scharf einschießt und damit das Siegestor erzielt«. Die Norweger drängen ntm ihrerseits auf Ausgleich; sie haben aber wenig Glück und können nicht einmal einen Elfmeter(Hand) verwetten. Jedoch auch uns-blüht kein weiterer Erfolg als zwei schatt« Stangenschüsse. Und dann war en zu Ende dieser herrlich große Kampf..Groß war die Freude über den Erfolg, um so mehr, als es sich um«inen Gegner handelt, der in der International« einen guten Namen hat. Zum Schluffe möchte ich einem jeden einzelnen Spieler unserer Vertretung danken für ihre restlose Hingabe für die Farben des Atus. Sie haben ihr« Berufung in die Länderelf nichts nur als Spieler glänzend gerechtfertigt, sondern sich auch als intelligente, disziplinierte Genossen gezeigt. Und gerade dieses macht den Erfolg für uns noch wertvoller. G. Erlacher« Wie Ians««•«•** Seite 6 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 3. Juli 1935. Nr. 153 Agger feltufm Kulturtag der freiheitlichen Organisationen vom 5.—7. Juli in Prag Die Führer und Helfer werden ersucht, am Donnerstag um 6 Uhr abends ins Heim, Narodni, zu kommen. Dort erfolgt die Einteilung und letzte Informationen, Es werden noch Führer benötigt, da 10.000 deutsche Teilnehmer gemeldet sind. Die Bezirksorganisation hat ein' Interesse daran, daß diese Teilnehmer nicht führerlos in Prag herumlaufen, sondern ihnen jemand zur Seite steht. Wir ersuchen daher, sich für diese Tage oder einen Tag zur Verfügung zu stellen. Vortrag über die Prager Geschichte für die Führer und Helfer Donnerstag, den 4. Juli, im Heim. Zwei Unbekannte ans der Moldau. Vorgestern wurde bei. der Wyschehrader Schwimmschule die Leiche eines unbekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes, die schon längere Zeit im Wasser gelegen hatte, aus der Moldau gezogen. Der Unbekannte— etwa 160 Zentimeter groß, mit dunkelblondem Haar — trug eine karierte Hose, ein blaues Sakko mit Weste und ein weißkariertcs Hemd.— Gestern nachmittags zog man bei der Militärschwimmschul« die Leiche eines etwa 30jährigen Mannes aus dem Wasser, der nur mit einer Schwimmhose bekleidet war. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Nach der Identität des Ertrunkenen wird geforscht. Zyankali im Park. Gestern vor 8 Uhr früh fand der städtische Angestellte Bohumil Soukup beim Reinigen der Anlagen auf dem Vitekberg in Zjjkov etwa vier Meter weit vom Wege im Gesträuch versteckt eine Blechschachtel, die 1 Kg..Zyankali enthielt. Der vorübergehende Kaufmann Josef Tüma aus Karolinentäl, dem er seinen Fund zeigte, machte die Polizei aufmerksam, die die Schachtel, beschlagnahmte. Der Fall wird untersucht. JCwist utut'lüusm In der Kleinen Bühne lassen jetzt Fritz G rünbanm und Karl Farkas ihre ».Gestohlene Revue" passieren,«ine launig und geschickt konstruierte Sache, mit allerhand Platz vor allem für Grünbaum selbst, der, jedenfalls sympathischer als Jnnitzer, sicher und wirkungsvoll seine.Chochmes" zelebrieti, bescheiden'assistiert von FarkaS» der das brünnerisch-Jüdische seines Partners mehr wienerisch kontrapunktiert. Musikalisch ist die Chose in erprobtes Material aus Dutzenden Meisterhänden eingepackt, humorvoll gemixt und mit Geschmack serviert. Die Revue-Einfälle selber sind nicht durchaus lobenswert—» beispielsweise ist es eine glatte Entgleisung, mit Girls in Zuchtshagstracht einen„Ausdruckstanz" loszülassen. Aber dem Aber stehen so viele nett« Dinge gegenüber, daß man sich ganz ausgezeichnet unterhält, zumal die beiden Revue-Führer ein paar junge, hübsche und sympathische Frauen aus Wien mitgebracht haben, denen wir, nicht nur aus Höflichkeit, nicht jedes Talent absprechen möchten. Und auch unter den männlichen Begleitern der Herren Grünbaum und Farias befinden sich, neben einem Versager(der, aus Wien kommend, sogar den Dialekt versagt), etlicher vielversprechender Darsteller- Nachwuchs. Herr Grünbamn wäre nur zu bitten, aus seiner Kurzweil in der Kleinen Bühne keinen Langen Tag zu machen und die„Gestohlene Revue" um jenes Drittel zu kürze«, das uns ohnehin gestohlen werden kann. Um so wirkungSvolkr wird sich dann das andere, das mit so biä Verstand, Witz und Geistreichtum geschrieben ist, bei jedem hochsommerlichen Publikum durchsetzen, l. g. Das Waldtheater in Neuer«. Das vom rührigen Beziüksbildungsausschuffe in großzügigster Weise ausgestaltete Waldtheater in Neuern, das im heurigen Sommer bereits Schillers„Räwber", Blaus„Die kunsschen Freibauern" und Multerers „Des Bauern Leben und Sterben" in musterhafter Regie zur Aufführung brachte, sucht auch in nationaler Hinsicht ausglcichend zu wirken. Das bewies die am 30. Juni vom Pilsener Stadttheater mit vollem Orchester(zusammen über 60 Kräfte) durchgeführte Aufführung von Smetanas Oper„Der Kuß"(Hubiöka), die von beiden Natwnen recht gut besucht war.— Für später sind in ähnlicher Durchführung Smetanas.Perkauste Braut" und i— in deutscher Sprache— Webers„Freischütz" nebst Schauspielen von Anzengruber, Schönherr, Blau Scholz, Frankl usw. in Aussicht genommen. Dieses einzige Naturtheater in West- und Südböhmen, hat jedenfalls— bei nötiger staatlicher Subvention!— noch eine große kulturelle Bedeutung und Zukunft. Tw. R. R. oder Kaninchen in der Schlinge fangen, mn wenigstens einmal einen Bissen Fleisch auf den Tisch zu bringen. Es gibt aber professionelle Schlingensteller, in deren raffiniert gelegten Schlingen Hirsch« und R e h e ein furchtbar quawolles Ende finden. Unweit von Roztoky bei Prag ist ein StaatS- forst, in welchem Wild gehegt wird. Am 25. Feber fand der Heger des Waldes„M o kr i n a" bei Begehung seines ReviereS in einer Drahtschlinge eine jämmerlich verendete R e h g e i s. Bei Durchsuchung der Umgegend fand man noch mehrere andere Drahtschlingen. Die Rehgeis war 600 Xö wert. Am 14. März erwischten die Heger K r o b und Kinzel zwei Männer, Ine eben beschäftigt waren, weitere Schlingen zu revidieren. Man stellte deren nicht weniger als vierzehn fest. Die Betretenen waren der 54jährige Anton E l z n i c und der 48jährige Josef S o b o t k a aus Roz» toky, die auch gestanden, Aasjägerei betrieben zu haben. Aber auch nach ihrer Feststellung hörte die Schlingenlegerei nicht auf. Am 22. März fand man in einem anderen Revier einen, in einer Drahtschlinge grausam erwürgten Achtender, ein prächtiges Stück im Wert von 3000 XL, und am 17. April im Revier„Beranik" einen Sechsender, der schon vor längerer Zeit verendet sein mußte. Der aufgewühlt« Boden und der verknäulte Draht zeugten von einem schrecklichen Todeskampf des armen Tieres. Sämtliche festgestellten Schlingen rührten offenbar von ein und d e m s« l b« n„F a ch- mann" her und so fiel auf die am. 14. März ertappten Schlingensteller der Verdacht,, Urheber sämtlicher Schlingen zu sein. Das Beweisverfahren machte aber di« Vermutung wahrscheinlicher, daß Elsnig und Sobotka nur Mitglieder einer von einem unbekannten' Hintermann belieferter? Bande seien.' Strikt nachzuweisen war ihnen jedenfalls bloß der nicht vollendete Versuch vom 14. März. Der Straffenat Waldmann, vor dem sich diese beiden zu verantworten hakten, verurteilte di« Angeklagten auch bloß zu drei Monaten Kerkers, wegen nicht vollendeten Diebstahls und bewilligte ihnen den bedingten Strafaufschub. rb. Kriegsbeschädigtenrentner— Vorsicht bei Auslandsreisen! (Vom Obersten Verwaltungsgericht.) Prag. Ein Chauffeur, der als Kriegsinvalider eine Kriegsbeschädlgtenrente bezieht, war genötigt, im Dienste seines Arbeitgebers ein« längere Reise ins Ausland zu unternehmen. Er war aus diesem Grunde vom 15. Mai bis zum 7. September 1032 außerhalb unserer Staatsgrenzen. Nach seiner Rückkehr wurde ihm ein Bescheid dc^.Lgn d,e s- d ml e s f ü r K r.i« ä s 8 e s ch ä d i g t e n- f Ü r s'o t a e" zugestellt^ in welchem ihm mitgeteilt boustde, daß seine Rente für die Zen vom 1, Juni bis zum 30. September eingestellt wurde, weil er sich ohne Genehmigung des genannten Amtes ins Ausland begeben habe. Der Betroffene fühlt« sich durch diese Entscheidung ins Unrecht gesetzt und legte Rekurs an das Fürsorgeministerium ein, in welchem er sich darauf berief, daß ex bei diesem Auslandsaufenthalt an den Auftrag seines Dienstgebers gebunden war und er iLerdieS seinen hiesigen ordentlichen Wohnsitz keineswegs aufgegeben habe. Ueberhaupt habe er die Dauer der Reise nicht gekannt. Da der Rekurs vom Ministerium abgewiesen wurde, brachte der Betroffene die Beschwerde an das Oberst« Verwaltungsgericht ein. Ein Senat dieser höchsten Instanz unter Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. T u L e k hat nun in dieser Sache entschieden und di« Beschwerde abgewiesen, so daß die Anschauung der angefochtenen behördlichen Entscheidungen bestätigt erscheint. In der Begründung wird zunächst betont, daß der Paragraph 31 lit c d«s maßgebenden Gesetzes (Zahl 142 aus dem Jahre 1920 in der Fassung des Gesetzes Zahl 39 vom Jahre 1922) ausdrücklich festsetzt, daß das Landesamt für Kriegsbeschädigte berechtigt ist,'die Rente einzustellen, wenn sich der Rentner ohne seine Einwilligung ins Ausland begeben hat. Aus diesem weiten Wortlaut der gesetzlichen Bestimmung könne keineswegs gefolgert werden, daß die Rente nur dann eingestellt werden dürfe, wenn der Rentner seinen hiesigen Wohnsitz aufgegeben hat. Das Gesetz unterscheide nicht die Begriffe „sich begeben" und„übersiedeln". Demnach könne auch nicht gefolgert werden, daß die Einstellung der Rente bloß bei U e b e r s i e d l u n g ins Ausland eintreten dürfe, wie der Beschwerdeführer irrtümlich annimmt. Im übrigen habe dieser die Möglichkeit gehabt, seinen Chef rechtzeitig nach der Reisedauer zu ftag«n und die Einwilligung des LandeSamtes einzuholen. Auch im übrigen enthalte der zitierte Paragraph keine Bestimmung, welche die Einwendungen deS Beschwerdeführers stützen könne. rb. der Partei Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Heute, 8 Ilhr abends, im Parteiheim: Bericht über den Parteitag. SPD-Emigranten, Achtung! Donnerstag, nachmittags um halb 5 Uhr, Arbeitsgemeinschaft.,!. Interne Mitteilungen, 2. Referat über di« deutsche Wirtschaftslage. §pgrt-§piet-I2rperpfkege Wird Altrohlau„Zweiter" bleibe»? Der nächste Sonntag bringt im 6. Kreise das letzte Serien-Fußballspiel. Diese Serie war der erste Versuch, die„Erste Klaffe" kreisweise zusammenzufassen. Heute können wir sagen, daß dieser Versuch gelungen ist. allerdings blieben einige Starter und vor allem eine Reihe zweitrangiger Vereine dadurch auf der Strecke. Di« gute Seite dies« Serienform ist die Steigerung der Spielstärke, die schlechte Seite aber ist die starke finanzielle Belastung der Vereine. Bon den 14„Erstklassigen hadert nur fünf Mannschaften alle stattgesundencn 26 Spiele ausgetragen, sieben Vereine hängen um je ein Spiel nach, die Sportbrüder Eibenberg sogar umdrei Spiele. Das Nichtstattfinden der sonntägigen Spiele Graslitz gegen Franzensbad und Fleitzen gegen Eibenberg bringt keine Besserung der Uebersicht mit sich, wahrscheinlich dürften di» Graslitzer und Fleißner je zwei kampflose Punkte erhalten. Zur Wiederholung stehen derzeit folgende-Spi«l« aus: Eibenberg gegen Karlsbad, Fischerst gegen Eger und Chodau gegen Eibenberg. Der nächste Sonntag bringt folgende Spiele: Eger—Altrohlau, Eibenberg—Drahowitz. Meißen— Karlsbad, Chodau—Fischern, Unterreichenau—Graslitz. Reudek—Falkenau und Maierhöfen—Franzens- bad..; Wird Altrohlau„Zweiter" bleiben? Diese Frage ist gestellt. Durch die hohe Niederlage in Neudek brachte sich Altrohlau um jene zwei Punkte, die vielleicht um den zweiten Platz entscheidend sind. ASK Eger ist mit einem Spiel weniger neben Graslitz die scharfe Konkurrenz um den zweiten' Platz. Ast den letzten Platz ist Franzensbad gerutscht, doch stehen Neudek und Karlsbad nur um einen Punkt besser. Die Ergebnisse vom Sonntag: Atus Unterreichenau gegen ASB Eger 2:3. ASB Neudek gegen ASB Altrohlau 8:4. Atus Drahowitz gegen HerüktssgaL Schlingensteller im Staatsforst Hochwlld in Drahtschling«« Prag. Der Jäger und selbst der„waidgerecht«" Wilderer, der aus Leidenschaft mit der Büchs« in her Hcnw auf hie Pürsche geht, kennt nichts verächtlicheres, als den„Aasjäger". den Schlingensteller. Wir sprechen nicht von. den armen Teufeln, die— Not kennt kein Gebot— hie und da ein Häslein Clark Gable und Joan Crawford spielen in vielen MGM-Filmen, die in der nächsten Saison in Prag zur Uraufführung gelangen, gemeinsam. FFK Falkenau 3:1, Atus Fischern gegen ASB Maierhöfen 1:3, Atus Karlsbad gegen Atus Chodau 3:3, Atus Schankau gegen Atus Zwodau 6:1, Atus Joachimsthal gegen Atus Weheditz 4:7, Atus Asch gegen Atus Sittmersgrün 5:0. ASK Maierhöfen' II gegen Neüsattl I 3:1, Atus Trinksaifen gegen AtuS Wehedih 9:0, ASB Roßnitz gegen Atus Sodau 1:2. Stand der Tabelle ASK Maierhöfen 26 19 4 3 42 112:41 ASB Altrohlau 26 14 6 6 36 99:61 ASK Eger 25 16 3 6 35 54:34 ASB Graslitz 25 15 4 6 34 113:58 Sportbr. Eibenberg 23 13 1 9 27 72:53 FFK Falkenau 26 15 1 10 27 78:64 Atus Unterreichenau 26 10 5 11 25 65:58 Atus Drahowitz 26 9 5 12 23 55:73 Atus Chodau 25 9 3 12 21 49:65 Atus Fleißen 25 9 2 14 20 54:79 Atus Fischern 25 8 3 14 18 48:76 Atus Karlsbad 25 5 5 15 17 49:76 ASB Neudek 26 7 8 16 17 66:109 Atus Franzensbad 25 6 4 15 16 59:100 Ernzel-Lelchtathletikureksterschafteu des Prager DTJ-Kreises Auf dem Sportplatz der DTJ VrZovice wurden am Sonntag die leichtathletischen Einzelmeisterschaften des Prager DTJ-Kreises ausgetragen, die eine gute Beteiligung aufwiesen, trotzdem einige Vereine mit guten Sportlern nicht vertreken waren. Wir bringen die wichtigsten Ergebnisse der Sportler und Sportlerinnen: Sportler: 100 Metzr: Maths(Zizkov) 12 Sek.; 200 Meter: Brzicky(Liben) 25.7 Sek.; 400 Nieter: Schuster(Zißkov) 57.2 Sek.; 800 Meter: Kolin(Radotin) 2:06.7 Min.; 1500 Meter: Tichy(Zizkov) 4:42.8 Min.; 3000 Meter: Kolin 9.40 Min.; 5000 Meter: Mares(Pankrac) 17:40.5 Min.; Weitsprung: Brzicky 6.21 Meter; Hochsprung: Tösitel(Liben) 1.70 Meter; Dreisprung: Nittinger(Zizkov) 11.66 Meter; Diskus: Tesitel 36.33 Meter; Sper: Schuster 47.67 Meter; Kugel: A. Schöps(Neratowitz) 12.36 Meter; Schleuderball: Hala(Prag VII) 45.40 Meter: 4X100 Meter: Zizkov I 49.6 Sek.Schwedenstaffel: Zizkov 2:47.4 Min.; Olympische Staffel: Zizkov 4:24.6 Min. In der Vereinsftassifizierung erzielte Zizkov 133.5, Libeü 107, Russe 46, Kolin 36, Pankrac 23 und Neratowitz 21.5 Punkte. Sportlerinnen: 60 Meter: I. Zdraholo- va(Straschnitz) 9.3 Sek.; Schleuderball: I. Zdra- holova 31.10 Meter; 800 Meter: Jarolimkova (Prag VII) 3:52.4 Min.; Weijiprung: Strejckova (Russe) 4.40 Meter; Kugel: I. Zdraholova 7.74 Meter. Die Liga-Aspiranten können anscheinend nur auf ihren eigenen Plätzen Siege erzielen, denn, der DSV Saaz wurde in Preßburg von CSK 4:2 und Mor. Slavia in Nachod vom SK mit 3:2 geschlagen. Die leichtathletischen Meisterschaften der Tsche- choflowakei für Sportler.wurden im Prager Mstsärhk-Stadion bei schlechtem Besuch aüsgetraKen. Die Ergebnisse waren auch nicht überragend und doch mußten viele frühere Meister abdanken und andere erreichten nicht einmal das Limit. Aber Geld wird I schon geschnorrt, um zur Nazi-Olympiade fahren zu ' können, wo doch nichts anderes bezweckt wird, als gut tschechoslowakische Valuta zum Fenster hinauszuwerfen. Der Leichtathletik-Linderkampf Finnland gegen England, welcher in Glasgow ausgetragen wurde, wurde von den Finnen knapp mit 78:70 Punkten gewonnen. Im Ausland geht? nicht st> gut wie im Dritten Reich. Die Nazi-Fußballändermannschaft, die nur im Dritten Reich„Siege" feiern kann, mußte in den Letzten Tagen zwei klare Mißerfolge einstecken. In Oslo langte es noch zu einem 1:1, aber in Stock-. Holm gabs«ine 3:1-Ni«derlage, wobei dieses Ergebnis nicht einmal den Spielverlauf richtig wieder- gibt. Der Frauen- Schwimmländerkampf Dänemark g«gen Tschechoslowakei, in Pistyan ausgetragen, endete mit dem Siege der Däninnen mit 53:38 Punkten. Die Teplitzerin Würfel stellte hiebei über 200 Meter Brust mit 3:16 Min. einen neuen tschechoslowakischen Rekord auf. kllme la Prager Lichtspielhäusern Adria:„Abend um 8."(A.)— Avion:„Ihr Toreador."(A.— Eddie Cantor.) Beranek:„Die Frau im U-Boot."(A.)— Fenix:„Kinder der Großstadt"(Fr.)—Flora:„Golgatha."(Fr.) — Julis:„Das große Mysterium des Vatikan»."— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen(halb 3 bis halb 10).— Koruna:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran."(Tsch.— Burian.)— Kotva:„Madelon Claudets Sünde."(A.) K Lacerna«„Madelon Glaudets Sünde."(A.)— Metro:„Cava l- cade."(A.)— Passage:„Die große Sühne." (Fr.)— Praha:„Azeto. Spion und Verräter." (D.)— Radio:„Die Abenteuer des Bulldog Drummond."(A.)— Skaut:„Bachstelze."(Tsch.) Alma:„Die Abenteuer des Bulldog Drummond." (A.)— Beseda:„Jindra. di« Gräfin Ostrovina." (Tsch.)— Carlton:„Kubanisches Liebeslied."(A.) Illusion:„Golgathä."(Fr.)— Louvre:„W enn ich eine Million hätte."(A.—Lukitsch.) — Mareöka:„Ein Drama von Lourdes,"(Fr.)—• Roxh:„Das große Mysterium des Vatikans."—- Sport:„Der Filmfanatiker."(A.— Harold Lloyd.) —U Bejvod«:„Peter Voß, der Millionendieb."(D.)- — Baldek:„Golgatha."(Fr.) GEDENKET bei allen Anlassen der Arbeiter/ürsorge! Bezugsbedingungen:«ei Zustellung in, Haos oder bei Bezug durch die Post monatlich Ki 16.—. vierteljährig Kt 48.—. halbjährig Kt 96.—. ganzjährig Kt 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rü>r,t-llung von Manussnpten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.- Di« Zeitungsfrankatur wurde von der Post, und Tele. graphendwektwu mrt Erlaß Nr. 13.800/V1I/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orl-iS". Druck-. Verlags- und 3eitungS«A.»G.. Prag.