33 13 ch II 13 1 2. 3 6 09 00 #t Its ers die ige en. Ter b) f.; Res er: lin 0.5 och= ng: itel gel: all: ter: 7.4 In 3.5, ind Ios ra= oba oba .74 nur der und gen. che= ager gen. doch Dere vird als 1113egen rde, ften Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB, CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER, VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang Donnerstag, 4. Juli 1935 Krankenurlaub Dr. Trapls Das freigebige Klösterreich Prag. Wie die ,, Prager Presse" mitteilt, hat sich Finanzminister Dr. Trap I über Anraten der Aerzte entschlossen, einen Krantheitsurlaub in der Dauer von sechs Wochen anHabsburger erhalten Ihr Riesenvermögen zurück Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 154 Kulturtag In den letzten Junitagen waren in Prag Katholiken aller Nationen der Republik berjammelt, um für ihr religiöses Programm und wohl Wien. Das ,, Weltblatt" berichtet, daß die betreffenden Ausnahmegesetze beschloffen hat. auch ihre politischen Forderungen zu demons zutreten. Nach den erst fürzlich gefaßten Beschlüssen Berhandlungen der österreichischen Regierung Die Vorlage bezwecke die Beseitigung der weder strieren. In den ersten Julitagen sieht die Hauptdes Ministerrates wäre Dr. Trapl durch den mit der Familie Habsburg über die Rück ste- tatsächlich noch rechtlich begründeten" Ausnahme- stadt der Republik wieder Angehörige der Völker Postminister Dr. Franke zu vertreten. Dr. I ung des beschlagnahmten bestimmungen, soweit dies mit dem Staats- dieses Staates, vor allem Tschechen und Deutsche, Franke hat jedoch ersucht, mit Rücksicht auf seine Eigentums der Habsburger interesse vereinbar sei. in ihren Mauern, um für den Fortschritt und die anderweitigen Funktionen von dieser Vertretung nach fast einjähriger Dauer zum Teil abgeschlos- Der Gesezentwurf beinhaltet die grundfäs- Freiheit, für Kultur und Aufstieg einzutreten. Dies enthoben zu werden. Wahrscheinlich wird Misen sind und daf in der nächsten Zeit eine neuerliche Außertraftfebung berser Tagung, dem eben heute beginnenden Kulturnsterpräsident Malypetrliche Entscheidung über die bekannten Habsbur- andes verweisung und ermächtigt tag wendet sich naturgemäß das Interesse aller zu. selbst die Stellvertretung Trapls überneh- gergeseze getroffen werde. die Regierung, nach ihrem Ermessen und unter welche in diesen Zeiten des Chaos und der Barmen; endgültig soll darüber der nächste Ministerden von ihr festzustellenden Bedingungen Ver- barei, der politischen Unkultur des Fascismus, in rat entscheiden. mögenschaften, die nachweisbar Privateigen dieser Zeit des Rückschrittes und der europäischen eigentum des vormals regierenden Hauses Schande, das Banner der Menschlichkeit und der darstellen, zurückzuerstatten. Hievon Daß Dr. Trapl tatsächlich erholungsbedürf tig ist, erscheint nach einer vierjährigen Tätigkeit als Finanzminister in der ärgsten Krisenzeit gar nicht unglaubhaft. Immerhin scheinen auch politische Differenzen mit den Agrariern über die Finanzierung der neuen Ernte mitzuspielen, die bekanntlich durch die Tatsache kompliziert wird, daß das Getreidemonopol in das neue Erntejahr mit einem Vorrat bon 40.000 Waggons Getreide hinübergeht. Die ,, Prager Presse" faßt diese Differenzen in folgenden vorsichtig ausbalancierten Worten zu jammen: Das Abendblatt ,, Wiener Neueste Nachrich noch vor den Sommerferien mit der Frage der ten" behauptet, daß sich die Bundesversammlung Aufhebung der Habsburgergefeße befaffen wird. nicht betroffen find jedoch alle Gegenstände Freiheit hochhalten und zum Siege führen wollen. Diese Meldung wird später durch die amt- fünstlerischen, archäologischen, wissenschaftlichen liche Mitteilung bestätigt, daß der Ministerrat die oder historischen Charakters, die einen Teil von Einbringung eines Bundesgesetzes betreffend die Sammlungen bilden, z. B. des kunsthistorischen Abänderung der das Haus Habsburg- Lothringen Museums, der Nationalbibliothek usw. Einkehr Englands? Ständiger Kontakt mit Paris " = Wir Sozialdemokraten stehen in allen Glan benssachen auf dem Standpunkt der inneren Freiheit des Menschen und der Ableh nung jedes 3wanges in religiösen Anges legenheiten, der Gas Religion ist Privatsache" drückt dies deutlich genug aus. Diese religiöse Toleranz ist eine der bedeutsamsten Errungenschaf ten des Zeitalters der Aufklärung und der frans zösischen Revolution. Während im Mittelalter und in der Reformationszeit höchste religiöse Undulds samfeit herrschte, die Leute gewaltsam zur Ans nahme einer bestimmten Konfession gezivungen Im Zuge der Beratungen über eine Teil. daß London.„ Pres Association" meldet, baf Eden als Sündenbock wurden, wegen ihres religiösen Bekenntnisses novelle der Getreidemonopolbestimmungen, die drangfaliert, gefnechtet, wirtschaftlich und oft auch durch bisher unverbrauchte Getreidevorräte vor die britische Regierung ständig in Verbindung mit der neuen Ernte notwendig geworden ist, würden Paris stehe, da fie dringend münsche, fo Voraussichtlich wird Anthony Eden das physisch vernichtet wurden gerade in habsburs verschiedene Lösungen ventiliert, darnter auch eine weitgehend wie möglich mit der französischen Re- Opfer der Verstimmung Italiens und Frankreichs gischen Landen hat die Gegenreformation verhees haben die großen Geister der von der Finanzverwaltung in Vorschlag gebrachte gierung zusammenzuarbeiten, und zwar nicht nur gegenüber England, sowie der inländischen britis rend gewirkt Lösung. Die republikanische Partei fetzt sich jedoch hinsichtlich der im Londoner Brotokoll vom 3. Fe- fchen Opposition gegen die Regierung werden. Aufklärungszeit Voltaire und Montesquien in für eine Lösung ein, welche teilweise von ber niedergelegten Ziele, sondern auch in der Auf Eden wird jetzt vor allem der Migerfolg der Frankreich, Kant und Schiller in Deutschland den anderen Gefichtspunkten aus. italienisch- abeffinischen Streitfrage. Bermittlungsaktion in der italienisch- abessinischen Geist religiöser Duldsamkeit gepredigt, der sich in geht und von ihren Bertretern in der Regie- Der britische Botschafter in Paris, Sir Streitfrage gewälzt. Es wird behauptet, daß den Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts rung als Verhandlungsbasis in Vorschlag gebracht George Clerk, besuche beinahe täglich das franzö- Eden die Politik Abessiniens nicht gekannt habe durchgesetzt hat. Diese große revolutionäre Grrunfische Außenministerium und werde das auch weis und daß er sich über die Möglichkeit des Angebo- genschaft gilt es zu bewahren und jeder Versuch, As weiteren Programmspunkt der Be- terhin tun, damit der englisch- franzöfifche Ge- tes eines Teils des britischen Küstengebietes von durch private oder staatliche Gewalt jemanden zu ratungen der Regierung, die noch einige Wochen dankenaustausch in dieser Frage nach Erforder- Somaliland und Abessinien gegen territoriale einer religiösen Handlung zu zwingen, die seiner nis der Lage mündlich stattfinden könne. Kompensationen Abessiniens an Italien erst un freien Ueberzeugung widerspricht, muß auf das mittelbar vor seiner Abreise nach Rom von Pa- entschiedenste bekämpft werden. ris aus mit Sit Samuel Hoare telegraphisch ins Die Aufgabe der Sozialdemokratie besteht Benehmen gesetzt habe. In Paris wird dieser uns darin, alle Stieffinder der bürgerlichen Gesellschaft gewohnten britischen Politik der Improvisationen um ihre Fahnen zu sammeln. Wer diesen schweren tommen war wenig Glauben beigemessen, doch nimmt Kampf mit uns fämpfen will, der ist uns willmag seine religiöse Ueberzeugung man sie als eine nachträgliche und ein wenig verlegene Entschuldigung hin. welche immer sein, mag er ein frommer Katholit oder mag er konfessionslos sein. In den Industries Es herrscht der Eindruck vor, daß gebieten unseres Landes gibt es viele Genossen, die die britische Regierung nunmehr nach Angehörige teiner Konfession sind und die mit aller dem geringen Erfolg, den Eden in Leidenschaft für ihre Weltanschauung eintreten. Nom eingeheimst hat, neuerlich nach Sie stüßen sich hiebei auf eine jahrzehntelange einer Annäherung mit Frank. reich, und zwar sowohl in den aktuel len europäischen Angelegenheiten, als auch in den auf Afrika bezüglichen Fra gen und Sorgen Verlangen trägt. wirb." andauern werden, nennt das Blatt den Staatsboranschlag und die Frage Paris bleibt reserviert der Staatsangestelltenabzüge, die bei dem tten wenig befriedigenden Steuereingang im ersten Budgetsemester dieses Jahres Probleme aufrollen, die viel umsicht und politisch guterivogene Entscheidungen erfordern." nur den In toda Er= ber= tark gen, 1:38 ibér che rn Ihr Die ) er Fr.) 63 itän Ide= lon a I= 44 te. er. ( dog ch.) id." E= AE 飯 1a. A.) nn ch.). jd.) e! it und Paris. Die Verstimmung in Frankreich gegenüber der britischen Außenpolitik bauert an, boch hat sie sich im Laufe des Mittwoch nicht verschärft. Die Nachrichten über Sonderverhandlungen zwischen Großbritannien Endlich sollen auch noch die Ernennnngen des einen Drittels der Landes- und Be- Deutschland über den Abschluß einer 2# ft= konvention haben sich nicht bestätigt, zirksvertretungen erfolgen. Das Blatt glaubt, daß mit den Ernennungen nicht vor Mitte Juli außerdem wird von britischer Seite versichert, daß Außenminister Sir Samuel Hoare bei der nächzu rechnen sei und die Konstituierung der geften Gelegenhet eine feierliche Erklärung des In nannten Korporationen infolgedessen erst nach haltes abgeben wird, daß die französisch- britiden Ferien im September erfolgen dürfte, zu welcher Zeit überhaupt schon wieder mit einem fche Politik vom 3. Feber und die Grundfäne der welcher Zeit überhaupt schon wieder mit einem in Strefa befchloffenen Politik Frankreichs, Großpolitischen Hochbetrieb zu rechnen sein werde. britanniens und Italiens unverändert Bodenamt legt Rechnung Der Vizepräsident des Staatlichen Bodenamtes F. Binovec überreichte am Mittwoch der Regierung, dem Präsidenten des Abgeordneten hauses und dem Präsidenten des Senates den Schlußbericht des Staatlichen Bodenamtes über die Durchführung der Bodenreform. bestehen bleiben. Marine beratungen in Rom Rom. Der Oberste Ausschuß der Admirali tät der italienischen Marine ist vom italienischen Laval für Ribbentrop nicht zu sprechen Baris. Die Agence Havas dementiert neuer dings die in auswärtigen Blättern verbreiteten Nachrichten, daß der französische MinisterpräsiTradition in der Arbeiterklasse, die aus den Ent porgewachsen und an der die Kirche nicht ohne widlungsbedingungen der Arbeiterbewegung em Schuld ist. Als in den Anfängen der kapitalistischen Wirtschaft die Arbeiter unter die Räder der bür gerlichen Ausbeutungsordnung gerieten, als ganze Generationen durch überlange Arbeitszeit, niedrige Löhne, Frauen und Kinderarbeit verelendet wur den, da sprach die Kirche kein Wort, um die Mäch tigen, die Industrieherren auf das Schändliche und Unmenschliche ihres Treibens aufmerksam zu machen. So wandten sich die Arbeiter von Kirche und Religion ab, die ihnen kein Trost sein konnten. Sie gaben sich nicht zufrieden mit der Hoffs nung auf ein besseres Jenseits, der Spruch, daß ein Der Bericht umfaßt die Durchführung der Regierungschef in seiner Eigenschaft als Marine- dent 2 a va I mit Herrn von Ribbentrop 3us Samel eher durch ein Nadelöhr gehe als daß ein mentreffen wird, und bemerkt, daß, wenn es Reicher in den Himmel tomme, konnte ihnen weber zu dieser Begegnung fäme, hiebei nicht über irgend- den Magen füllen, noch ihre Sehnsucht nach Kul einen bilateralen Vertrag verhandelt werden würde, sondern eher über die Notwendigkeit von Verhandlungen auf Grundlage der Vereinbarun Der Admiralausschuß ist nach Pressemeldungen von Strefa und 2ondon, die von europäischer Bedeutung sind. Bodenreform für den Zeitraum von nahezu sechzehn minister plöslich zu einer außerordentlichen SitJahren, bis zum Schluß des Jahres 1934. Er zer zung zur Erörterung von Marinefragen einbern fällt in einen allgemeinen Teil, der alle legislativen, fen worden. Die Sizungen haben bereits ihren administrativen und finanziellen Operationen bei Anfang genommen. Durchführung der Bodenreform und die Zusammenarbeit des Verwaltungsausschusses des Staatlichen Bodenamtes mit dem genannten Amte erfaßt. Wei- gen einberufen worden, um die durch das britischter enthält der Bericht einen speziellen Teil, in deutsche Flottenabkommen geschaffene Lage, sowie den das Areal des übernommenen und zugeteilten die Frage zu prüfen, wie sich das Flottenproblem Bodens sowie jenes Bodens angegeben wird, der aus diversen legislativen Titeln im Bejibſtande der im Mittelmeer im Falle eines Krieges mit AbesGroßgrundbesiber belassen wurde. Gleichzeitig schil finien gestalten würde. dert der Bericht die Ergebnisse der Kredithilfe und die Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Indufirie, des Denkmalschutzes und von Korporationen Haag. Der italienisch- abessenische Schlich wie der Selbstverwaltung, des Staates, des Landes tungsausschuß hat Mittwoch in Scheweningen und verschiedener humanitärer Gesellschaften. feine Beratungen nach mehrtägiger Unterbrechung Der Vorfüßende der Regierung, der Vor- wieder aufgenommen. Der Ausschuß beabsichtigt fitzende des Senates und der Vorsitzende des Ab- nunmehr, den Vertretern beider. Regierungen sogeordnetenhauses forderten vom Vizepräsidenten wie den von ihnen angewiesenen Sachverständigen Binovec eine weitere Anzahl entsprechender Be- die Gelegenheit zur eingehenden mündlichen richte givede Informierung der Regierungsmit- Begründung der beiderseitigen Standpunkte zu glieder sowie der Abgeordneten und Senatoren an. geben. Zwecklose Verhandlungen Griechischer Exminister tur stillen. Sie wollten sich im Diesseits ihre Rechte erobern, Menschen werden, Anteil an der materiellen und geistigen Kultur der Menschheit haben, sie wandten sich dem Sozialismus zu, der ihnen die Religion des Diesseits wurde und ihre antiflerifale, ja antireligiöse Stimmung verbreitete sich umso mehr, je mehr die Kirche auf die Seite der Ausbeuter trat. Denken wir doch an den stellt sich freiwillig Strieg, wo die Geistlichen die Waffen segneten, von denen die Menschen zerfekt und zerrissen wurden! Athen. Der ehemalige Minister Maris. Denten wir daran, daß die Partei der Kirche, die einer der Führer der letzten Aufstandsbewegung. Christlichsozialen 1926 bis 1929 in der Regierung der im Abwesenheitsverfahren zu lebenslänglichem des Bürgerblocks saß, die den Reichen Steuerge Zuchthaus verurteilt worden war, stellte sich am schenke von Millionen gemacht hat! Denken wir Dienstag abends beim Grenzübertritt der Polizei daran, wie die österreichischen Klerikalen im Feber Er war von Paris, wo Veniselos seinen Wohnsis 1934 in Wien die sozialistischen Arbeiter niedergeaufgeschlagen hat, gekommen und wurde in einem schoffen und ihre Vertrauensmänner vor das Bluts Waggon des Simplon- Orienterpreß verhaftet. gericht geschleppt haben und wie bei uns zu Lande Bei der Verhaftung erklärte er, daß er den Veni- ein Professor der Theologie, Herr Hilgenreiner, felistenaufstand nicht gutgeheißen habe und nach mit einer Geistesrichtung sympathisiert, die für Griechenland zurückkehre, um sich zu recht- Sozialisten nur Konzentrationslager und Erschie fertigen. Er wurde nach Athen gebracht. Bungen auf der Flucht" übrig hat! Wenn sich die Seite 2 Donnerstag, 4. Juli 1935 Kirche beflagt, daß so viele Arbeiter ihre Lehre fen werden sol, bag Staat und Kirche nichts mit- In der heutigen Atmosphäre müßte jeder Revisionsnicht anerkennen, dann ist sie selbst schuld daran. einander zu nun haben dürfen. Die Tausenden von versuch in einem Krieg enden, den er verhindern Ebenso wie die Kirche für ihre Bekenner die Menschen, welche heute, Samstag und Sonntag in wollte. Für H. ist es das Prinzip der staatlichen Soufreie Religionsübung verlangt, so muß auch ge- Praz sein und hier beraten werden, sind Vor- veränität, nicht die Grenzen, die revidiert werden fordert werden, daß jene, welche an die Lehre der fämpfer einer freien Weltanschauung und Träger sollen. Für die Zukunft sieht er die Möglichkeit einer Kirche nicht glauben und von ihrem Ritus nichts ber Zukunft, Vorboten einer Zeit, die völlig frei Revision auf dem Wege über den Völkerbund oder wissen wollen, für ihre Ueberzeugung leben und sein wird von irgend einem religiösen Zwang, der den Ständigen Gerichtshof im Haag. wirken und werben können. Deshalb muß nach ein Mittel ist der Beherrschung der Massen durch drücklichst daran festgehalten werden, daß die Er- die Wenigen. Diese Herrschaft gilt es zu brechen ziehung unserer Kinder frei erfolgen muß, daß und alle jene, die sich heute schützend vor das wanfein Kind zum Religionsunterricht oder zu irgend kende Gebäude der kapitalistischen Wirtschaft und einer Kulturhandlung gegen den Willen seiner der bürgerlichen Gesellschaft stellen, werden von Eltern gezwungen werden darf, daß auch sonst der den Trümmern der stürzenden alten Welt begras Staatsbürger feinem religiösen Zwang unterworben werden. Oberst Beck in Berlin Der polnische Außenminister ist Mittwoch früh in Berlin angekommen und wurde mit dem üblichen diplomatisch- militärischen Gepränge empfangen. Vormittags besuchte er den Außenminister Neurath und hierauf Hitler. Der Besuch wird verschieden kommentiert. Die polnische Presse ist zurückhaltend und betont das Herkömmliche des Besuches, der zwar kein reiner Höflichkeitsakt, aber auch keine Sensation sei.. Die westeuropäische Presse dagegen sieht in dem Besuch eine Vertiefung der deutsch- polnischen Entente. Vielfach wird die neue Annäherung Bolens an Berlin als Folge der deutsch eng= lischen Verständigung angesehen, die man in Warschau als großen politischen Erfolg Hitlers gebucht habe. Im Zusammenhang mit der Reise Becks wird in einzelnen Blättern die Tatsache betont, daß Polen auf deutschen Werften Kriegsschiffe in Bau gegeben habe und daß die Seerüstung Polens eine zusätzliche Rüstung der deutschen Flotte sei( wobei es freilich immer rätselhafter wird, gegen wen sich diese Rüstung richtet, denn Rußland hat in der Ostsee keine nennenswerte Flotte und ist auch von der größten baltischen Flotte aus nicht in seinem Lebens. nerv anzugreifen). Die französischen Blätter sind sichtlich besorgt wegen der drohenden Jfolierung Frankreichs und betonen im Gegensatz zu ihrer vor zwei Tagen noch kühnen Sprache gegen England die Kontinuität der franko- britischen Freundschaft und der Verhandlungen über Flottenfrage, Luftpakt und Abessinien. Die Außenpolitik der Labour Party Nr. 154 An alle Abonnenten und Verschleißer! Anläßlich des Feiertages am Samstag, dem 6. Juli, wird in den Druckereien nicht gearbeitet und entfällt daher die Nummer vom Sonntag, den 7. Juli. Die Verwaltung. den Mißerfolg der Abrüstungskonferenz und der inDie Ereignisse im Fernen. Often hält S. für ternationalen Vertrauenskrise verantwortlich. Wenn men gesetzt werden soll, ist es notwendig, gemeinsam nicht einmal von dort aus die ganze Welt in Flammit der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten die Beschlüsse des Völkerbunds durchzuführen, die die Wiederherstellung der Selbständigkeit der Mandschurei empfehlen. Denn ,, es ist verhängnisvoll, wähler zu stellen, deren Stärke und Dauerhaftigkeit berend man nominell durch den Völkerbundpakt gebun- stritten ist? Fast das ganze Vertragswerk der Verden bleibt, eine Haltung einzunehmen, die potentielle sailler Periode ist heute durchlöchert. Auch der VölAngreifer ermutigt. Eine solche Politik hat die ferbund wird, in Zielen und Methoden, Veränderun schlechtesten Seiten der Vorkriegs- und der Nach- gen erfahren müssen. In diesen Veränderungen liefriegswelt." Hoffen wir, daß eine von der Labour gen Ansatzpunkte für eine sozialistische Realpolitik. Barth bestimmte Außenpolitik tatsächlich ihre inter- Ob die Labour Party eine solche in der letzten Zeit nationalen Verpflichtungen dem Worte und Sinne betrieben hat, wird bestritten. Man muß sich fragen, nach erfüllt, ob das, echt englische, Vertrauen in Menschen, Bölfer, Systeme berechtigt ist und nicht die Ursache großer Enttäuschungen werden kann. Wenn auch universale Abkommen das Ideal bleiben müssen, so können doch auch durch regionale Abkommen, besonders bei sozialistischer Führung, Ergebnisse erzielt werden, die eine große Anziehungstraft auf die Beiseitestehenden ausüben. S. glaubt, daß viele Völker nicht nur eine gemeinsame Wizt schafts, Finanz- und Sozialpolitik annehmen, jondern sich auch darauf einigen würden, ihre militärischen Pläne gegeneinander zu vernichten und sie durch einen gemeinsamen Verteidigungsplan gegen außenstehende potentielle Friedensstörer zu ersetzen. Es ist unmöglich zu sagen, ob H. an eine attivere Politik von Staatengruppen in gewissen Umständen, natürlich unter Einhaltung der Völkerbundprozedur, denkt, oder lediglich die Völkerbundsverpflichtungen mit Rüdsicht auf den fürzlichen Austritt großer Staaten neu formuliert. Die beiden engl. Arbeiterregierungen erzielten ihre größten Erfolge auf außenpolitischem Gebiete, während sie in der Innen- und Wirtschaftspolitik geschlagen wurden. Heute ist die Labour Party in dieen Gebietten besser gerüstet. Hoffen wir, daß ihre Außenpolitik nicht eine zu schwere Belastungsprobe erfährt. Denn ihr Versagen hätte nicht nur für England die schwersten Folgen. Otto Frey. Ein neues Ultimatum? fing wird angekündigt, daß die Kivantung- Armee Tokio. Von gutinformierten Stellen in Hsinbrafonische Maßnahmen ergreifen werde, wenn die Armee des Generals Suntschujuan nicht bis 10. Juli das Grenzgebiet von Tschachar räume und sich nach Süden hinter Tuschitou zurückziehe. Die nächste Arbeiterregierung soll ein Fries densgesetz" erlassen, das die Völkerbundsverpflich wollen, ein Nachteil. H.'s Analyse der Gegenwart tungen für jeden Bürger verbindlich macht. Völkerals einer Welt im Uebergang von einem System zum bundloyalität wird damit über nationale Loyalität anderen( mit den Nachteilen beider), der politischen gestellt und Unterperfung unter Schiedsgerichtsbar= Großraumwirtschaft im Donaubeden. Ueber Lage als eines Refleges der Wirtschaftträfte und feit, Unterstügung von Völkerbundsanttionen und Wi- diesen Gegenstand sprach im Rahmen des voltsder Probleme internationaler Beziehungen als Fol- derstand gegen einen Angriffskrieg des eigenen Lan- wirtschaftlichen Ausschusses des Einheitsverbandes Die sehr eingehende Programmdiskussion, die gen des Konflikts privater Wirtschaftsinteressen ist des zur ,, ersten Bürgerpflicht" gemacht. Daß die Art der Privatangestellten der Sekretär der Mittels seit etwa zwei Jahren in der Labour Party betrieben richtig. Richtig ist auch, daß wirtschaftliche und so- der Erfüllung dieser Pflichten im fonkreten Falle europäischen Arbeitsgemeinschaft der Angestelltenwird, mußte sich naturgemäß auch mit der Außenpo- ziale Veränderungen die Voraussetzung einer wirt von einem Gewerkschaftstongreß bestimmt werden verbände Auffhäuser. Der seit Jahren litik der nächsten Labour- Regierung beschäftigen. Ge- lichen Friedenssicherung sind; daß darum Planung foll, flingt aus dem Munde des Präsidenten der schrumpfende Außenhandel aller Nachfolgeſtaaten rade für England mit seinen weitreichenden wirt- und Wirtschaftsregelung in internationalen Maß- Abrüstungstonferenz, der über den Charakter eines habe jedermann die volkswirtschaftliche Unzulängschaftlichen und politischen Interessen gilt, daß Wirt- stäben ebenso notwendig ist wie in nationalen, und fünftigen Strieges Bescheid weiß, ein wenig eigen- lichkeit des Gebietes eines kleinen oder mittleren schafts- und Außenpolitik von derselben ideellen eines erst das andere ermöglicht. So wird die Bedeu- tümlich. Staates flar gemacht. Diese Unzulänglichkeit müsse Grundlage ausgehen und gleichgerichtet sein müssen, tung verständlich, die das Internationale ArbeitsBum Schlußz zeigt. die Werbefraft einer durch möglich enge Beziehungen zwischen den Kleium Aussicht auf Erfolg zu haben. Mit der Außenpo- amt für die sozialistische Außenpolitik haben muß. nen und mittleren Staaten wettgemacht werden. Außenpolitik, deren Biel nicht das nationale Inter- Zwischen der Tschechoslowakei und Oesterreich als litik der Labour Party beschäftigt sich darum Das Bentralproblem ist heute unbestreitbar die effe, sondern eine freie Gemeinschaft der Völler ist Arthur Henderson, Außenminister der zweiten Rüstungsfrage. Die englische Arbeiterregierung und durch drei Jahre Präsident der würde in Genf allen Völkern vorschlagen, die Waf- lichen Macht zu haben, denn sozialistische Außenpoli- andern Seite sei, behauptete der Redner an der Arbeiterregierung und die Notwendigkeit, die Schlüssel der wirtschaft- Induſtrieſtaaten auf der einen und Ungarn, JugoWaf- lichen lawien und Rumänien als Agrarländern auf der Abrüstungskonferenz, in einem eben erschienen Buche fen abzuschaffen, die den Mittelmächten durch die tik ist mit der Veränderung der Gesellschaftsordnung and eines reichen Materials, die Möglichkeit latvien und Rumänien als Agrarländern auf der ,, Labour's Weg zum Frieden",*) das im Rahmen Friedensverträge verboten wurden, die Rüstungsbud- untrennbar verbunden. einer programmatischen Buchreihe erschienen ist. Hen- gets zu beschränken, das Zivilflugivesen zu intereines wirtschaftlichen Ausgleichs und einer wirtderson selbst nennt sein Buch ein politisches Doku- nationalisieren, die Rüstungsindustrie zu nationali Was H. in einem Buche, dessen prinzipielle und schaftlichen Ergänzung weitgehend gegeben. Das ment, das die erklärte Politik der alternativen Re- fieren und unter Aufsicht zu stellen und Nichtangriffs- praktische Bedeutung groß ist, entivirft, ist radikale, von den Großmächten im Donauraum getriebene gierung darstelli", ohne Zweifel ist es mit Rücksicht pakte zu schließen, die an das Sanktionensystem des Friedenspolitik, Verwirklichung der Völkerbunds- machtpolitische Spiel sei vor allem schuld daran, auf die Person des Autors und als einzige breitere Völkerbundes angeschlossen würden. Für England ideale. I st es aber jozialistische daß diese Möglichkeit bisher fast gänzlich unausDarstellung dieses Gegenstandes von großer prinzi lehnt S. jede Gleichgewichtspoli- Außenpoliti!? Von der Funktion der sozia- genügt geblieben ist. Eine Wirtschaftsgemeinschaft pieller Bedeutung. tit ab. Alle Macht dem Völkerbund ,, dann haben listischen Bewegung, deren Bedürfnisse und Ziele nur der Donaustaaten wäre die erste Voraussetzung für wir nur eine Grenze, den Völkerbundpaft." Das auf einem Teil des Wegs mit denen nichtsozialisti- eine weiterreichende Organisierung der mitteleurohieße, daß eine Labour- Regierung seine Verpflich- scher Pazifisten parallel laufen, ist nie die Rede. päischen Wirtschaft. Der Wechsel der politischen tungen wirklich ernst nähme. Für ist das Fundament sozialistischer Außenpolitit Kombinationen erschwere zwar die Verwirklichung H. hält die Zeit für die Revision der Friedens der Völkerbund. Getviß hat dieser in den letzten der Idee einer Wirtschaftsgemeinschaft der Donauverträge nicht gekommen. ,, Die Verträge sind nicht zu Jahren sein Gesicht verändert. Ist es aber rich- staaten, werde sie aber schon in absehbarer Zeit starr, im Gegenteil, sie verlieren ihre Heiligkeit." I tig, eine sozialistische Außenpolitik lediglich auf Pfei= nicht verhindern können, ,, Die Grundsähe von Labour's Außenpolitik has ben sich seit dem Weltkrieg nicht geändert," sagt. Was als Vorzug gedacht war, ist, wie wir zeigen *) Arthur Henderson: Labour's Way To Peace, Methuen& Co., London. Roman von Emil Vachek Die Hühnersteige " 60 Deutsch von Anna Auredniček Ja", sagte Sophiechen, ohne zu zögern. So begann die endlose Serie ihrer ,, Ja", die sie, ohne zu zögern, aussprach. Begeistert wäre Herr Foltr gewesen, hätte sie nur einmal gesagt: In den Riegerpart? Was fällt Ihnen ein? Um den Nie gerpark herum werden wir gehen!" Sie sagte aber nie etwas Aehnliches. tort. Ja", Tautete Sophies zustimmende Ants Jeht ging's aber noch ärger. Sich selbst überlassen, lief Sophie so schnell, daß ihr Beglei= ter binnen kurzem völlig außer Atem war. ,, Seßen wir uns", schlug er vor, worauf Sophie wieder ihr..ja" bersetzte, ,, Hier ist es sehr schön". " Ja." ,, Kommen Sie öfters her?" ..Nein." auch?" vs Ich schon. Ich liebe Gartenanlagen. Sie " Ja." ,, Warum gehen Sie dann nie hin? Haben ..Am schönsten ist es, wenn Musik spielt." Pause. ,, Was denken Sie?" ,, Nichts." Jetzt bot Herr Foltr Sophie seinen Arm und Sie keine Zeit?" fie gingen weiter. Damit begann die erste Un,, Nein." annehmlichkeit ihrer Beziehungen. Sophie war um einen Kopf größer als Herr Foltr, er zog sie infolgedessen derart herunter, daß sie nach einer Weile ganz unerträgliche Hüftschmerzen bekam. Eine andere hätte an ihrer Stelle ihren Arm aus dem seinen gezogen. Aber Sophie wäre nicht imstande gewesen, so etwas zu machen. Sie schleppten sich so lange weiter, bis Herr Foltr außer Rand und Band geriet, weil er ununterbrochen den Schritt wechseln mußte und dieser Spazier gang alles andere eher war als ein Vergnügen. Schön, sagte er sich, sie kann ja nichts dafür, ich werde mich jetzt in sie einhängen. Beiderseitiges Schweigen. ,, Gestern war es sehr schön." Schamhaft: Ja". ,, Werden Sie immer so brab sein?" Ja." " Warum sagt sie nicht nein oder ja, zum Kuckuck, dachte Herr Foltr voller Verzweiflung." ,, Die Liebe ist das Schönste im Leben." " Ja.". " Waren Sie schon verliebt?" ,, Nein." ,, Wir können wieder gehen." Ja." lichen Geschmad im Munde und seine Beine schlotterten vor Schwäche. Um ja eine sichere Heilmethode anzuwenden, trant er einen Absud, unt Nach einer Stunde ertappte sich Herr Foltr zu schwißen und schluckte seine Pillen gegen Darmdabei, wie er gähnte. Bum Teufel, was ist das?" fragte sich Herr Foltr, als er zu Hause anlangte. Ist das Liebe? Ich bin müde wie ein Pferd." Leiden. Unglüdlicherweise wurde ihm nach diesen Arzneien noch schlechter. Das Fieber schien zu steigen.„ Typhus" dachte er. Er wollte auf den Gang hinausgehen und rufen: Hilfe, Typhus, holt den Arzt! Aber eine ungeheure Schiväche hinderte ihn daran. Als sich am zweiten und dritten Tage das selbe wiederholte, machte er sich eine Vorstellung, wie seine Ehe ungefähr aussehen würde. Dabei schüttelte ihn die Kälte, die ihn bis ins Bett be= Er konnte nur auf den Fußboden schlagen, gleitete. Als dieses Kältegefühl nicht aufhörte um die Zimmerfrau zu wecken. Diese aber glaubte, und er sich nicht erwärmen konnte, trotzdem in Herr Foltr habe Gesellschaft bei sich und schlief seinem Schlafzimmer eine dunstige Size herrschte, ruhig weiter. wußte er, daß er frank war. ,, Man könnte hier wie ein Hund verrecken", schluchzte er, und niemand wüßte es. Wäre doch Sophiechen hier! Aber die schläft natürlich ruhig! Sie weiß von nichts, obwohl sie schuld daran ist! Das nennt man Liebe..." Sophie schlief tatsächlich die ganze Nacht und träumte, ihr Jdeal erreicht zu haben. Sie war Tonis Frau, tochte für ihn, flickte seine Wäsche, dachte Tag und Nacht an sein Wohl und beantwortete jede seiner Fragen mit einem ergebenen " Ja" oder" Nein". ,, Sie hat mich krant gemacht", jammerte er und erinnerte sich, daß ihm den ganzen Nachmittag nicht wohl gewesen war. Nach längerem Nachdenken kam er auf die Ursache seiner Erkrankung. Er hatte sich beim ersten Stelldichein erfältet, als sie ihn so vorwärts jagte. Das war mir der Teufel schuldig! An fühlen Abenden durch Gärten jagen, wo hinter jedem Gebüsch eine Erkältung oder noch eher eine Grippe oder Lungenentzündung lauert. So etwas paßt nicht zu mir ernstem Mann. Sie soll zu mir kommen, wenn sie mit Als Herr Foltr nach einer entjeßlichen Nacht mir reden will; hier kann sie mir behilflich sein." So endete die Periode des Verliebtseins bei eriachte, fühlte er sich ebenso verlassen wie gestern. Herrn Foltr. Schlimmer war der Schüttelfrost. Er konnte mit seinem Klopfen die Zimmerfrau der nicht wich. Er schien immer stärker zu wer- nicht erreichen und wußte, daß im Laufe des Tages den. Dann ließ er nach und Foltr wurde von nie jemand zu ihm in die Wohnung kam. Zu einer so glühenden Welle überflutet, daß er die feiner Ueberraschung verspürte er Hunger, hatte aber nichts, um ihn zu stillen. Obwohl er nur ein Er versuchte aufzustehen, um sich ein Medi- ganz gewöhnliches Schnupfenfieber hatte, wälzte fament zu brauen. Aber welches nur? Er, der er sich wie ein Lazarus im Bett, jammerte, dachte hunderten Menschen geholfen hatte, wußte sich kei- an den Tod und beobachtete mit Entseben, aber leifer Hoffnung, daß sich der Abend niederfenfte. nen Rat. Schüttelfrost? Das war nicht nur Er fürchtete, diese Nacht nicht zu überleben. Schüttelfrost. Er hatte Ohrensausen, seine Eingeweide krümmten sich, er verspürte einen abscheu- 1 ( Fortseßung folgt.), ,, Fühlen Sie sich nach den Pillen wohler?" Decke abiverfen mußte. Ja." Diese Veränderung verursachte Sophie ein wahres Lustgefühl. Sie hatte nicht geahnt, daß Liebe soviel Schrecken barg. Da bemerkte aber Herr Foltr, daß er unerbittlich in die Höhe ge= rissen wurde und auf den Fußspiben gehen mußte. Lange Pause. Jetzt bemächtigte sich Herr „ Das ist kein rechter Spaziergang". scherzte Foltr Sophiens Hand. Sie wehrte sich nicht. Er er; ,, diesbezüglich passen wir ganz entschieden drückte die Hand. Sie erwiderte den Druck nicht. nicht zueinander. Es ist besser, wenn wir uns Er zog sie an sich. Sie ließ ihn gewähren. Da nicht einhängen". durchbebte ihn ein Frösteln. Nr. 154 TonncrStaz, 1. Juli 1835 Seite 3 tfudcfcndeufedicr Xcitfspicgci Leben wir schon im Dritten Reich? wollte einen„Betriebs- und Die Weberei Pilz In Warnsdorf Arbeitsbeobachter** errichten Hatte das Bürgertum von Mährisch-Schön« berg den gewaltigen Aufmarsch unserer Partei vom 4. November vorigen Jahres grollend zur Kenntnis genommen, so schwor es sich nachher, mit allem Terror zu verhindern, das; in Zukunft in Mähr.- Schönberg irgendeine sozialdemokratische Kundgebung stattfinden könne. Dieser Herzenswunsch der Schönberger Henleinleute blieb unerfüllt. Der mährische Kreis der Arbeiterturner veranstaltete Sonntag in Schönberg sein Kreis- t u r n f e st, zu dem aus allen Orten des Kreisgebietes Turner, Turnerinnen und Turnerzög- lrnge trotz größter Notlage herbeigeeilt waren. Ein Teil, der sich die Bahnfahrt nicht leisten konnte, kam per Rad und viele, viele, die kein Rad besaßen, denen aber auch das Geld für die Fahrkarte fehlte, kamen aus den verschiedenen Winkeln des Kreisgebietes zu Fuß— nichts konnte ihre Begeisterung für die unvergänglichen Ideale des Sozialismus erschüttern. Zum Feste hatten sich auch unsere Freunde von der DTJ eingefunden, welche damit eindringlich bekundeten, daß sie mit uns gemeinsam für die Forderungen der Arbeiterklasse kämpfen. Als die Henleinmannen nun einsahen, daß sie die Abhaltung des Kreisturnfestes nicht verhindern konnten, glaubten sie damit das Klügste tun zu können, daß sie diese großartige Kundgebung nicht beachteten. Sie tobten vor Wut darüber, daß die„Roten" sich„erfrechten", in der Henleinhochburg aufzumarschieren. Hatte man den „Roten" die Festakademie im Vereinshaussaal unmöglich gemacht, so fanden sich im bürgerlichen Sportklub doch einige besonnene Elemente, die den Henleinterroristen nicht zu Gefallen waren und den Arbeiterturnern ihren Sportplatz zur Abwicklung der turnerischen und sportlichen Veranstaltungen überließen. EröffnetwurdedasKreisturn- f e st Samstag, de« 29. Juni, nachmittags mit Gerätewettkämpfen, mit dem leichtathletischen Fünfkampf der Sportler» mit Wettkämpfen der Sportlerinnen und einem wehrsportlichen Wett- im Kapiwl-Kino ihren Verlauf. Die Arbeitersänger Schönbergs begrüßten die sehr zahlreich Erschienenen mit dem Lied„Empor zum Licht" von Uthmann. Dann sprachen zu Beginn der Kreisobmann Genosie H o m m a(Zwittau) und der Vertreter des Bundesvorstandes Senator Genosie Heinrich Müller. Sonntag um halb 9 Uhr formierte sich det Festzug, der durch die wichtigsten Straßen der Stadt zum Sportplatz seinen Weg nahm. Dieser Festzug war der eindruckvoll st.e Teil der Akus-Kund^ebung. 2000 Menschen marschierten mit. An der Spitze 400 Kinder des Atus, dann in ihrer bunten Kleidung Kinderfreunde, Falken, SJ Republikanische Wehr und Skauts. Nun folgten in langen Reihen in ihrem schmucken Gewände Turner und Turnerinnen des Atus, die Genosien von der DTJ und vielt Parteigenosien und-Genosiinnen ohne Atuskler- dung. Während des Aufmarsches wurden Kampflieder gesungen und neben Vereinsfahnen viele, viele Sturmfahnen_,getragen. Kaum war der Demonstrationszug am Festplatz angelangt, b e g a n n— von herrlichem Weiter begünstigt— das Schauturnen. Eingeleitet wurde es mit Freiübungen der Schülerinnen und Schüler. Dem folgten Freiübungen der Turnerinnen und Keulenübungen der Turner. Unsere Kampfgefährten von der DTJ führten ebenfalls Freiübungen vor. Die Schülerinnen zeigten nette Tänze. Turner, Turnerinnen und die Zöglinge traten dann noch einmal gemeinsam auf. Nachmittags wurden einige Fußballspiele absolviert und auf der„Freundschaftshöhe" gab's etn Volksfest, auf dem sich jung und alt vergnügte. * Bon dem Kreisturnfest in Schönberg werden neue Kräfte für die Arbeiterbewegung ausgehen. Mit Recht konnte Genosie Abg. Zischka, der als Vertreter des Parteiborstandes an dem Kreisfest teilnahm, in seiner Schlußrede hervorheben, daß diese Kundgebung wenige Wochen nach der Wahl, die uns anfangs verbittert hatte, am besten doku- Es mutz aber hier in aller Deutlichkeit ge- werden, daß es sich bei diesem läppischen und Ar- und wenn erst die ländlichen Arbeitgeber die Gewißheit haben, für ein Trinkgeld von 10 Kronen für die gaqze Woche eine Arbeitskraft zu erhalten, dann yzerden sie doch nicht für einen Tag zehn Kronen bezahlen. Die ganze Aktion ist eine Schmutzkonkurrenz gegen die ländlichen Arbeitslosen und eine organisierte Lohndrückerei. Wenn die Henleinleute das Bedürfnis haben, der Jugend wirklich zu helfen, dann dürfen sie ihr nicht zumuten, daß sie für ein Taschengeld ihre letzten Hosen zerreiße, sondern müßten ernste Sozialpolitik machen. Mit keinen Angriffen auf den„materialistischen Marxismus" werden sie die Tatsachen verwischen, daß die Organisatoren dieses Landdienstes arbeiterfeindliche Hitlerkopisten sind. Die nOchste Brünner deutsche Theaterspielzeit gesichert Unter der Direktion Leopold Kramers Brünn. Nach langwierigen Verhandlungen hat der Brünner Deutsche Theaterverein am Mittwoch mit Leopold Kramer einen Vorvertrag geschloffen, demzufolge Kramer den Vereinigten deutschen Theatern in Brünn als Intendant borstehen wird. Dadurch erscheint die nächste Spielzeit gesichert. Dem neuen Jndentanten wurden in künstlerischer Beziehung und teilweise auch in der finanziellen Gestaltung der nächsten Spielzeit große Konzessionen zugebilligt. Der vor zwei Wochen perfekt gewordene Ausgleich des Deutschen Theatervereines erscheint auch durch die getroffenen finanziellen Arrangements als gesichert. Es ist zu hoffen, daß die deutsche Bevölkerung Brünns nunmehr dem deutschen Theater jenes Interesse entgegenbringen wird, das es als letzte deutsche Kulturstätte Brünns verdient. Für zehn Kronen Wochenlohn HenlelnJUnser verteidigen den „Landdienst* Der Bericht in der sozialdemokrattschen Preffe über den von der Partei Henleins organisierten„Landdienst"— für Kost und zehn Kronen wöchentliches Taschengeld sollen jugendliche Arbeitslose als Ausbeutungsobjekte geködert werden— hat eingeschlagen. Das beweist eine Ergänzung der ursprünglichen Verlautbarung, welche die Schluckenauer Henleinleute in ihrem Aushängekaste» plakatieren. Sie hat folgenden Wortlaut: „Der obige Aufruf gab der sozialdemokrati schen Preffe Anlatz zu gehässige« Angriffen gegen unsere Bewegung. Zur Klarstellung ergänzen wir den Aufruf durch folgende Mitteilungen: Landdienst ist Hilfs arbeitSdienst jugendlicher städtischer Arbeitsloser zur Erntezeit auf dem Lande, die den ländlichen Arbeitern keine Konkurrenz bereiten darf. In Gruppen, geführt von einem Gruppenführer, werden die jungen Leute den Dörfern zugeteilt, wo sie gemeinsam schlafe» und wohnen. Während deS Tages arbeitet der junge Arbeiter beim Bauer und ißt bei ihm. Der La^dienst ist gedacht für die Zeit der Ernte(Getreide- und Kartoffelernte). Der Wert deS LanddiensteS liegt neben feinem wirtschaftlichen Nutzen besonders in seiner erzieherischen Aufgabe. Statt, daß der junge Mensch müßig herumfitzt und den Eltern auf der Tasche liegt, verdient er sich auf einige Wochen seinen Lebensunterhalt selbst, lernt arbeiten und wird den traurigen Folgen deS Müßigganges entzogen. Auch daS'gegenseitige Verhältnis von Stadt und Land soll durch den Landdienst gehoben werden. Für diesen erzieherischen Wert deS LanddiensteS der Jugend scheint der materialistische Marxismus überhaupt kein Verständnis zu habin." Dazu ist zu sagen, daß diese Ergänzung nur aus verlogenen Ausreden besteht. Daß ein solcher Landdienst um 10 Kronen pro Woche den ländlichen Arbeitern keine Konkurrenz bereiten würde, ist eine dreiste Unwahrheit. Gerade in der Erntezeit und während des Kartoffelklaubens warten überall arbettslose Familienväter oder ihre Frauen darauf, von den größeren Bauern oder Grundbesitzern einige Tage Verdienst zu erhalten. Die Entlohnung für solche Aushilfsarbeiten war schon bisher nicht großartig krkiSrung: Der Verleger der„Auffig-Schreckensteiner Zeitung" Rzehak hat die nachstehende Erklärung unterzeichnet: Wir erklären hiermit, daß wir mit Bezug auf die gegen uns bzw. gegen unseren seinerzeitigen Redakteur, Sepp Hans K o c a b, zu den G. Zl. Gegen diesen Versuch der Gleichschaltung sind nun die Gewerkschaften beim Deutschen Hauptverband der Industrie«ingeschritten und dieses Einschreiten hat auch Erfolg gehabt. Die Firma läßt die Errichtung des„Betriebs- und Arbeitsbeobachters" fallen. Die Belegschaft der Firma hat davon erst nach erfolgter Wahl erfahren, an der sich übrigens ein großer Teil d e r A rb ei te r sch a f t nicht beteiligt jh a t. sagt_ Versuch zur Schaffung von Betriebs- beitsbeöbachtern um durchaus nichts Neues handelt, sondern der Arbeiterschaft sehr bekanntes Gedankengut aus dem Gesetz zur„Ordnung der nationalen Arbeit" im Dritten Reichel Diesem Versuch auf völlige Rechtlosigkeit- machung wird aber die Arbeüerschast ein energisches und kampfgewohntes„Nein" entgegenhalten l Deflen mögen sich alle jene bewußt sein, die da glauben, daß die Grenzen schon verwischt sind und daß es nur noch darum geht, die Form zu finden, in^ der diese Rechtlosmachung der Arbeiterschaft und die Ausschaltung ihrer Organisation.n geschehen soll. Wie wir dem„Textilarbeiter" entnehmen, hat die Firma Josef Florian Pilz, mechanische Baumwoll- und Halbwollweberei in Warnsdorf am Freitag dem 21. Juni d. I., in ihrem Betriebe eine Kundmachung angeschlagen, welche die Errichtung eines„Betriebs» und Arbeitsbeobachters" betrifft. Derselbe wird eingesetzt,„uht ein besseres Zusammenarbeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu ermöglichen" und besteht aus zehn Personen. Die„Bestimmung" dieses Ausschusses geschieht dadurch, daß die Arbeiter Namen auf Zettel aufschreiben und diesen Zettel an einem bestimmten Tage abgeben. Dazu werden gleich die Vorschläge von der Firma gemacht. MU Recht bemerkt der„Textilarbeiter" da-' zu, daß es nicht notwendig wäre, einen«Betriebs- und Avbeitsbeobachter" zu„bestimmen", denn um eine solche Körperschaft zu bilden, ist das Gesetz über die Betriebsausschüsse da, deren Zweck es ist, wie es in dem Gesetz heißt,»daß die Betriebsausschüffe für ein gutes Verhältnis zwischen der Betriebsleitung und den Arbeitnehmern oder auch zwischen den Arbeitnehmern im Betriebs untereinander Sorge zu tragen haben." Warum also keine Betriebsausschüffe und warum Neues suchen, wenn man dasselbe mit dem bereits Vorhandenen voll erreichen kann? T 1 XV 103/34, 104/34, 108/34 und 113/34 beim Kreisgerichte in Leitmeritz angestrengten Prozesie keinerlei wie immer geartete Ursache hatten und haben, die in diesen Stritten angeführten Kläger, nämlich die Herren Eugen de W i t t e, Redakteur des„Volkswille" Karlsbad, Herr Dr. Emil Strauß, Redakteur, Prag XII., Herrn Bürgermeister Leopold P ö l z l, Auffig, Herrn Sekretär Dietl, Auffig, sowie die klagende deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei und deren Vorstandsmitglieder zu beleidigen oder an der Ehre zu kränken. Wir erklären hiermit, daß Herr Sepp HanS Kocab nicht mehr in unseren Diensten weilt, daß wir uns mit jenen in Anklage gestellten Arttkeln und deren Ausführungen, die seinerzeit in unserer Zeitung veröffentlicht wurden und durch die sich die Kläger beleidigt fühlten, in keiner Weise inden- tifizieren und die Aeußerungen dieser Artikel mit Bedauern zurücknehmen. Wir erklären daher, daß wir den Inhalt deS seinerzeitigen Rundschreibens mit der Ueber- schrift:„Theodor Dietl, der Tartuffe im Transportarbeiterverband", welches Rundschreiben wir unter der Ueberschrift:„Krach im marxisttschen Transportarbeiterverband" veröffentlichten, zurücknehmen, daß wir bedauern, daß jenes Rundschreiben mit seinem Inhalte in unserer Zeitung überhaupt veröffentlicht worden ist. Gleichzeitig erklären wir auch, mit dem Inhalte des Artikels unter der Ueberschrift:„Das Janusgesicht der sudetendeutschen Sozialdemokraten— wie sagen es die Nie wieder Krieg-Sozialisten ihren Kindern" nicht einverstanden zu sein und nehmen auch diese Ausführungen dieser Artikel gleichfalls mit Bedauern zurück. Wir stehen auch nicht an, zu erklären, daß durch den Artikel„Herr Pölzl, Sie waren wohl in Nürnberg, haben Sie auch den Nürnberger Trich- te gesehen?" Herr Bürgermeister Pölzl verhöhnt worden ist und erklären, daß wir keinerlei Absicht hatten und haben, den Herrn Bürgermeister Pölzl an der Ehre irgendwie zu kränken, daß wir uns auch mit dem Inhalte dieses Artikels nicht identifizieren und denselben mit Bedauern zurücknehmen. Gleichfalls bedauern wir die Ausführungen des Artikels unter der Ueberschrift:„Auffiger Straßenbahner klagen an"—„Wachsende Opposition gegen das System des sozialdemokratischen Transportarbeiterverbandes"—„Arbeiterbriefe, die uns erreichen"—„Die Rebellion der Aussige! Straßenbahner" und nehmen auch den Inhalt dieser Artikel mit Bedauern zurück. Roter Aufmarsch in der mährischen Hochburg Henleins kämpf. Um 9 Uhr nahm bt e Festakademie! mentiert, daß unsere Bewegung ungebrochen ist. Die semitische Henlein-Bewegung• In der letzten Nummer der„Rundschau" des Herrn Henlein findet sich in Fettdruck dieser Spruch: „Was der Sturm des Augenblicks dem Ungeduldigen zu verheißen schien,. aber zu.gewähren nicht vermochte, das wollen wir in treuer, schwerer, beharrlicher Ar» beit der Zeitabzuringen nicht ermüden. Gabr. Riesser. Dies Zitat enthält nicht nur eine, sondern gleich zwei Pikanterien. Zum ersten die, daß es sich hier ganz unverkennbar um eine flehentliche B i t t e an die schmählich e n t t ä u s ch t'e n Anhänger handelt, denen die Flüsterpropaganda Wunderdinge versprochen hatte und die nun erkennen müssen, daß alles nur Papier und Phrase war, doch um Wotans Willen schön still zu sein. Zum zweiten aber, daß der Autor dieses henlein-fascistischen Hilferufs kein anderer als der selige Gabriel Riesier, der Begründer und geistige Richtunggeber des deutschen National libera- l i s m u s und obendrei noch Jude ist.... DTJ und Atus nach Rußland eingeladen Vorbereitung gemeinsamer sportlicher Veranstaltungen Die„Rote Fahne" meldet in großer Aufmachung, daß Atus-Führer nach Moskau ^ehen, verschweigt aber den Grunp derReise! Tatsächlich sind Vertreter des AtuS und der DTJ von Moskau eingeladen worden, um Verhandlungen über die Vorbereitung gemeinsamer sportlicher Veranstaltungen zu füh* ren. Von der DTJ nehmen die Genoffen F i ä e r, Mrazek, Simek und vom Atus die Genps- sen Pokapka und U l l m a n n an den Verhandlungen teil. Bildungsarbeit: Sitzung der Zentralstelle für das Bildungswesen. Die vom Parteitag eingesetzte. Zentralstelle für das Bildungswesen hat am 3. Juli ihre konstituierende Sitzung abgehalten. Zum Vorsitzenden wurde Genbffe Richard Loren z-Teplitz, zu seinem Stellvertreter Heinrich Wondra k-Kaxls- bad und zum Schriftführer Felix S k.o u t a j an- Aussig gewählt. Die Sitzung beschäftigte sich auf Grund der Vorschläge des Leiters der Bildungszentrale, Genossen Ernst Paul, eingehend mit dem Problem der Maffenschulung. Es wurden wichtige Beschlüsse gefaßt, die eine großzügige Aktion zur^Nässenschulung vorsehen und die den Organisationen gesondert mitgeteilt werden. Die Sitzung nahm ferner zur„Politischen Bühne" Stellung und ermächtigte die Zentralstelle, die Voraussetzungen für eine mehrwöchentliche Tournee im kommenden Frühjahr zu schaffen. In besonders eingehender Weise wurden auch verschiedene Fragen der Bolks- bildungsarbcit durchberaten. Die Sitzung nahm ferner Berichte über das Internationale Arbeiterbildungswesen und über die Herausgabe des Arbeiter-Jahrbuches entgegen- Herrlot distanziert sich von der Llnksfront Paris, Der Vorsitzende der Radikalen Partei, Staatsminister H e r r i o t, lehnte eine Beteiligung des linken Flügels der Radikalen Partei an den geplanten Straßenmayifestationen gemeinsam Mit der sozialistisch-kommunistischen Linksfront ab. Herriot erklärt« sich mit dem Bürgere meister der saboyifchen Stadt Ehambery splida- risch, der aus der Radikalen Partei austrat, weil sich trotz seinem Verbote die Radikalen in der Stadt mit dem Deputierten C o t an der Spitze einem Umzug der Lmksfront anschloffen. Herriot erklärte, daß er den Vorsitz der Partei niederlegen werde, wenn seine Ansichten von der Partei nicht gebilligt werden sollten. Amnestie für Wahldelikte In Jugoslawien Belgrad. Auf Antrag des Innenministers erließ der Regentschaftsrat des Königreiches Jugo» slawien ein Dekret, durch das die Freilaffung aller derjenigen angeordnet wird, die wegen politischer Delikte während der Wahlkampagne, d. i. vom 6. Feber bis zum Tage der Kundmachung dieses Dekretes, verurteilt wurden. „Kulturpolitische UnzuverläBllchkelt“ Berlin. Die Pressestelle der Reichsmusikkammer gibt bekannt: Der bisherige Hauptschriftleiter der Zettschrist„Musik in Zeitbewußtsein" und Leiter des Preffe- und Kulturamtes der Reichsmusikkammer Dr.^Friedrich Mahling wurde auf Anordnung der Geschäftsführung der Reichs« kulturkammer wegen kulturpolitischer Unzuverlässigkeit mit dem heutigen Tage seiner sämtlichen Armier in der Reichsmusikkammer enthoben. Scite 4 Donnerstag, 4. Jult 1955 Die turnerischen und sportlichen Ergebnisse Jagesneuigkeiten des Aussiger Kreisturnfestes Wassersport Schwimmer 50 Meter Rücken; 1. Richard Fiebinger( TepTip) 40.4 Set. 50 Meter Rücken( Jugend): Alois Bahensky 37.6, 2. Julius Stolle 47 Set.( Beide Aussig.) 50 Meter Brust( Jugend): 1. Hans Bauer ( Teplik) 39.0, 2. Herbert Husat( Auſfig) 41.8, 3. H. Schandra( Bodenbach) 44.9 Sef. 50 Meter Kraulen( Jugend): 1. Alfred LandSteiner 33.0, 2. Herbert Gabor 34.6( beide Aussig), 3. Rudolf Luger( Teplit) 35.8 Sef. 100 Meter Brust: 1. Friz Otto( Bensen) 1: 25.3, 2. Hans Bauer( Teplitz) 1: 25.7, 3. Arnold Worzfeld( Topkowit) 1: 35.3, 4. Josef Müller( Komotau I) 1: 46.9, 5. Rudolf Prade( Aussig) 1: 47.4, 6. Paul Smrkovsky( DTI Teplik), 1: 50.4 Min. Handball: Tetschen gegen Bömerle 6: 4, Predlik gegen 4. Bezirk 9: 3. Raffball: Eichwald gegen Oberleutensdorf 6: 4, Pihanten gegen Brobstau 5: 0, Probitau gegen Strabi 5: 2. Lawn- Tennis: In der Vorschlußrunde der Män 6: 4 und Aron Erich gegen Gampe 4: 6, 6: 4, 6: 0. ner- Einzel spielten: Nitsche gegen Aron Hans 6: 1, Das Endspiel bestritten Aron Erich und Nitsche und siegte Aron 6: 1, 6: 4. Das Männer- Doppel ge wannen im Schlußspiel Nitsche- Aron Erich gegen Im Frauen- Einzel Gampe- Hoche 8: 6, 7: 5. siegte nach eineinhalbstündigem Spiel Liebich über Hoche 6: 8, 8: 6, 6: 2. Tischtennis. Das Männer- Einzel gewann Möbius jun.( Prag), welcher gegen Rainer 2: 0 ( 21: 4, 21: 1), Beneš( DTJ Türmit) 2: 0, Biegl ( DTJ Türmiz) 3: 0 und Heller( Ausfig) 3: 0( 21: 9, 100 Meter Kraulen: 1. Franz Schuffer( Auf-| 21: 8, 21:10) gewann.. Das Männer- Doppel Holte fig) 1: 11.3, 2. Willi Grusser( Schreckenstein) sich das Prager Paar Möbius Amsler, welches ** Der Dienstag nachmittags auf der Rogkuppentante in Steiermark abgestürzte Kurt Rei f fchneider ist einer der berühmtesten österreichischen Hochtouristen. Todeskontrolle " Nr. 154 Idaß auch unter Goebbels' Protettorat noch notos rische Nichtarier( die allerdings des Herrn Goebs bels würdig sind) im gleichgeschalteten Film mitwirken, die Schauspielerin" Käthe v. Nagy zum Beispiel, die den gegen sie entfesselten Standal wegen Fälschung ihres Arierzeugnisses sichtlich gut Tod zweier Arbeitertouristen überstanden hat, oder der Regisseur Erich Engel, auf dessen technisches Können und AnpassungsWien. Im Hochtor- Gebiet unternahmen am fähigkeit" man offenbar nicht gern verzichten Sonntag die zwei Arbeitertouristen Johann möchte. Aber es ist inzwischen noch besser gekomTrost und Johann Grasnigg, beide aus men: denn jetzt wird aus Berlin gemeldet, daß Donaiviz, eine Bergtour auf die Rote Wand, man neuerdings gegen eine ganze Reihe Berliner glüd vermutete, nahm die alpine Rettungsstelle haben, um ihre nichtarische Abkunft zu verbergen. bon der sie nicht zurückkehrten. Da man ein Un- Film- Darsteller die Anschuldigung erhoben hat. falsche Angaben über ihre Abstammung gemacht zu Admont sogleich die Suche nach den Vermißten Unter ihnen befindet sich nicht nur der bekannte auf, fonnte aber Mittivoch beide nur noch als Otto Gebühr, der wegen seiner angeblichen Aehnlichkeit mit Friedrich dem Großen in allen deutschen Leichen auffinden. Fridericus- Filmen die Titelrolle spielte, sondern auch der berühmte Emil Jannings, den man vor kurzem erst mit allen Ehren aus dem Ausland zurückgeholt hat, damit er in dem nationalsozialistischen Propagandafilm„ Der alte und der junge König" die Hauptrolle verkörpere und, was erst recht blamabel ist, Fräulein Angela Sallofer, die in unzähligen Goebbels- Filmen trot absoluter Talentlosigkeit Hauptrollen spielte Moskau. In der Nähe von Om s t in West- und deshalb als Protektionskind des Propaganda. sibirien ereignete sich ein folgenschweres Eisen- ministeriums galt. Wenn sich der„ rassische" Berbahnunglück, bei dem se ch 3 Personen gedacht gegen Jannings und die Sallofer als betötet und zwei schwer verletzt wurden. gründet erweist( im Falle des Fridericus- Gebühr Unter den Opfern befinden sich mehrere amtliche ist er schon längst erwiesen), dann müßte Herr Eisenbahntontrollbeamte, die auf Goebbels fonsequenteriveise die beiden Filme, die Befehl des Verkehrskommissars Kasanowitsch die er selbst bei dem diesjährigen Berliner Filmkonständigen Unglüdsfälle auf den sowjetrussischen greß prämiiert hat, einstampfen lassen: den er Bahnen zu befämpfen hatten. wähnten Janningsfilm vom alten und jungen König und die Jungfrau von Orleans" mit Angela Sallofer in der Titelrolle! Aber es ist sehr leicht möglich, daß die Vorwürfe gegen Jannings und die Salloker nichts anderes sind als neidische Denunziationen weniger protegierter Kollegen, denn die famose Rassentheorie hat sich längst als fruchtbarer Nährboden für Verdächtigungen gegen Unbequeme erwiesen. Doch auch wenn man den beiden Angegriffenen ihre jüdischen Voreltern nachweist, wird Herr Goebbels ihnen deswegen seine Gunst noch nicht entziehen. Denn erstens wird er sich nicht vor aller Welt blamieren wollen, und zweitens gehört er zu denen, die selbst an die Rasentheorie nicht glauben und sie nur für ein brauchbares Mittel zu Ablenkungsmanövern für die enttäuschten Anhängermassen halten. Die Prawda" meldet dazu folgende Einzelheiten: Von Moskalenka wurde ein Triebwagen mit einer Eisenbahnkontrollfommission, die aus sechs Mann bestand, auf die Strecke geschickt, nachdem furz vorher ein Güterzug abgelassen worden war. Da der Güterzug eine starke Steigung nicht nehmen konnte, fuhr er mit 40. Silometer Geschwindigkeit rüdwärts und stieß in boller Fahrt mit dem nachfolgenden Trieb wagen zusammen, dessen Führer im letzten Augenblick abgesprungen war, ohne den Motor abzustellen. Der Motor und der Benzintant des Schienenwagens flogen in die Luft. Es entstand ein Brand, der auch den Tezten Wagen des Güterzuges erfaßte. In den Flammen kam der Maschinist des Güterzuges und seine mitfahren dreiköpfige FamiTie ums Leben. er wurden zwei Eisen bahnkontrollbeamte auf der Stelle getötet und ziei weitere lebensgefährlich verlegt. 1: 18.1, 8. Rudolf Wächter( Auſfig) 1:20, 4. Anton Seller- Gregor( Aussig) 3: 2 und Benes- Stastny Die Rassenhelden Rechtaček( DTJ Teplitz) 1: 36.5 Min. 3X100 Meter Lagenftafette: 1. Teplitz 1: 57.8, 2. Auffig 1:59, 3. Bodenbach 2: 09.7 Min. 4 × 50 Meter Kraulstafette: 1. Teplik 2: 17.2, 2. Aussig 2: 25.7 Min. Springen: 1, Walter Günther( Auffig) 24.3, 2. Georg Badewis( Teplit) 23.6, 3. Rudolf Ahne ( Krochwit) 22, 4. Franz Melzer( Auffig) 21.6, 5. Herbert Hujat( Bolau) 13.3, 6. Edwin Scherze ( Krochwitz) 12.6 Punkte. Wafferball( zweimal fieben Minuten): Aussig gegen Teplit 8: 0, Schredenstein gegen BodenbachTeplik tomb. 3: 2. Schwimmerinnen 100 Meter Bruft: 1. Fini Moris( Bodenbach) 1: 49.2, 2. Lente Otratowek( Aussig) 1: 55.2, 3. Eli Schimmet( Saaz) 2 Min. 50 Meter Bruft( Jugend): 1. Anni Richter 51.5, 2. Marie Streit 51.6, 3. Mia Hannich 53.9 Set.( Alle Bodenbach.) 4 × 50 Meter Bruft- Stafette: 1. Bodenbach 3: 26.2, 2. Aussig 3: 42.5 Min. Springen: Anni Bernt( Teplitz) 22 Punkte. Turnspiele Fauftball: Dur gegen Arbesau- Telnik 25:48, Somotau I gegen Meinpriesen 39:77, 9. Bezirk gegen Komotau II 23:29, Probstau gegen Lerchenfeld 29:58, Wernstadt gegen Hohenofen 47:59. ( DTJ Türmit) 3: 2 schlugen Schwerathletik Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Freitag: Prag, Sender 2: 7: Uebertragung aus Karls. bab, 8.45: Mozart- Konzert auf Schallplatten, Sender des deutschen Films 13.30: Unterhaltungsprogramm, 18: Deutsche SenRingen. Jugendklasse: I. Johann Tichochner Herr Dr. Goebbels hat bekanntlich vor kur dung: Dichterstunde, 18.20: Josef Refsel und die ( Warnsdorf), 2. Frizz Lehmann( Warnsdorf). zem berfügt, daß alle älteren reichsdeutschen Filme Schiffsschraube, Hörspiel, 19: Deutsche Presse und Fliegengewicht: 1. Heinrich Zimmermann( Barns- mit nichtarischen Hauptdarstellern der„ Schund Wetter, 20.15: Konzert der tschechischen Philhardorf). Bantamgewicht: 1. Franz Wagner( Bo- jammelstelle" feines Propagandaministeriums monie, 22.35: Deutsche Sportnachrichten. denbach). Federgewicht: Rudolf Heinrich( Bo- gweds Vernichtung einzuliefern sind, eine Verfü- S: 14.30: Deutsche Sendung: Populäre Musik. gewicht: 1. Robert John( Biela), 2. Karl Streit arisch" und" Hauptdarsteller") nur schlecht die dung: Landwirtschaft, 18: Deutsche Sendung: denbach), 2. Artur Laube( Topkomis). Leichtgung, die( bei der Dehnbarkeit der Begriffe nicht Brünn 13.30: Leichte Musit, 13.45: Deutsche Sen( Tetschen). Leichtmittelgewicht: 1. Erich Myschof Absicht verbirgt, alle guten deutschen Filme von ( Lerchenfeld), 2. Oswald Schmidtschneider( Schöns einst zu zerstören, damit sie der Ausbreitung der Darum lob ich den Sommer, Hörfolge, 21.35: Der Schwergewicht: 1. Adolf Sortig( Kroch Mährisch- Ostrau 18: Deutsche wis). Alle Sieger sind auch gleichzeitig Kreis von Goebbels diftierten Verrohungs- und Ver- Sonne entgegen. dummungsproduktion nicht länger im Wege stehen. Sendung: Mannjouang: Die Rivalin. Breß Wie verlogen die rassische" Motivierung dieser burg 18.10: Ronzert des Männerchores, 19.15: Verfügung ist, geht am deutlichsten daraus hervor, Balalaikachor.linde). meister. beidarmig Stoßen, bestarmig Stoßen): Dreikampf im Gewichtheben( beidarmig Reißen, Fliegens gewicht: 1. Heinrich Zimmermann( Warnsdorf) 167.5 g. Bantamgewicht: 1. Heinz Hetfleisch ( Franzenthal) 180 Kg. Leichtmittelgewicht: 1. Oswald Schmidtschneider( Schönlinde) 235, 2. Edwin Ahne( Polis a. E.) 197.5 Kilogramm, Schach Auch die Schachsparte war vertreten, aber leider war es uns in der Fülle des Gebotenen nicht möglich, ihre Kämpfe zu verfolgen, noch haben wir irgendwelche Ergebnisse in Erfahrung bringen können. Wir glauben jedoch, daß die Genossen der Schachsparte mit ihrer Veranstaltung ebenso zufries den waren, wie alle übrigen Sparten " Bilder von der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge Goebbels Terror gegen ausländische Verleger De Valera verspricht den Iren völlige Freiheit Auf dem großen Schriftstellerfongreß, Dublin. In einer Rede in Limerick sprach am ber in diesen Tagen in Paris stattfindet und auf Sonntag abends De Valera von dem engdem die besten Köpfe des geistigen und literarischen lischen König als einem ausländischen Europa gegen Fascismus, Unfreiheit und Geist- König und sagte, wenn die Irländer frei wären, feindschaft protestieren, wandte sich Alfred Kerr info würden sie ihn nicht zu ihrem Herrscher wähso einer leidenschaftlichen Rede gegen die unglaublichen Terrormethoden des Hitlerregimes. Er teilte u. a. len. Bevor die Regierung ihr Amt verlasse, werde mit, daß einem der bekanntesten franfie eine von Grund auf irische Verfassung einbrinzösischen Verleger die Einreise gen. Der Augenblick der bölligen Freiheit sei sehr nach Deutschland verweigert worden sei, nahe. weil in einer von ihm erschienenen Zeitschrift ein, übrigens völlig unpolitischer, Artikel eines Emigran ten erschienen war. Den ausländischen Verlegern wird vom Propagandaministerium unverblümt mits geteilt, daß ihnen der Buchbertrieb in Deutschland prinzipiell gesperrt Beiping. Tuatschuntschin, der Führer der wird, wenn fie Bücher emigrierter Schriftfte II er herausbringen. Diese Me Aufständischen, der sich eines Panzerzuges der thode, den aus dem Lande gejagten und nur zu oft chinesischen Armee bemächtigt hatte, ist vom Milinoch ausgeplünderten Schriftstellern auch im Aus- tärgericht zum Tode berurteilt worden. lande wirtschaftlich den Atem zu nehmen, ist nicht im ganzen wurden nach der Niederwerfung des mur, moralisch gesehen, unbeschreiblich erbärmlich, sondern auch ein probotativer Uebergriff gegenüber Aufstandes 109 Aufständische verhaftet, die sämtden anderen Staaten. Hier ließe sich sehr leicht mit licht von dem Militärgericht werden abgeurteilt Represalien antworten! werden. Die Putschisten von Peiping vor dem Militärgericht Leite S Nr. 154 Zwei Spione in Berlin hingerichtet Berlin. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Ter Volksgerichtshof hat am 29. November 1934 den 63jährigen Bruno Lindenau auSi Perleberg wegen Verrats militärischer Geheimnisse und am 1. Feber 1935 den 28jährigen Egon B r e s z aus Wilhelmshaven wegen Ausforschung militärischer Geheimnisse zum Tode verurteilt. Die beiden Verurteilten sind Mittwoch morgens in Berlin hingerichtet worden. Tschechoslowakischer Dompteur von einem Löwen verwundet Paris. Bei einer im Rahmen der Pariser Feiern im Zoologischen Garten in Vincennes veranstalteten Feier warf sich der Löwe Sultan auf den tschechoslowakischen Dompteur Trubka, den er mit der Pranke am linken Schulterblatt verletzte. Der Dompteur verlor aber nicht die Geistesgegenwart und setzte das Programm fort, bis er die übrigen Löwen in den Käfig gebracht hatte. Vor einigen Monaten war Trubka in einem Pariser Zirkus von Tigern ernstlich verletzt worden. Ein Wimschtraum? In der„Preussischen Zeitung" findet sich folgende Todesanzeige:‘ „Am 26. Juni 1935 wurde der Mockleiter Parteigenosse Willy BHmann durch einen plötzlichen Tod aus unseren Reihen gerissen. Er war uns ein treuer Mitkämpfer im Sinne unseres Führers, dessen - so frühes Hinscheiden wir sehr bedauern. NSDAP Ortsgruppe Hagen" Wenn schlechtes Deutsch töten könnte! Citroen gestorben. Der bekannte Automobil- Konstrukteur und-Fabrikant AndreCitroen ist gestern nach längerer Krankheit in Paris gestorben. Citroen hatte die Automobilerzeugung in einer kleinen Giesserei begonnen.. Während des Weltkrieges brachte er dauerhafte und sehr billige klein« Automobile auf den Markt, die ihn auf den ersten Platz unter den Automobilkonstrukteuren brachten. Sein Betrieb wuchs rasch, so dass er bald 3 0.0 00 Arb eiter beschäftigte. Er war auch sehr^erfinderisch in der Propaganda und seine riesenhafte Lichtreklame, zu der er den ganzen Eiffelturm benützte, wurde weltbekannt. Der Maffentod auf dem Meere. Aus Tokio wird gemeldet: In der Nacht auf Mittwoch um füyf. Ähr wurden die. Nachforschungen nach der Besatzung und den Passagieren des gesunkenen. Schiffes»Midorimaru" eingestellt, da keine Hoffnung mehr besteht, dass noch jemand gerettet lverdtn könnte. Es werden insgesamt 7 SPassa- giere und sechs Mitglieder der Besatzung vermisst. Der Dampfer sank so rasch, dass es ihm unmöglich war, SOS-Rufe auszusen- denund die Rettungsboote herabzulassen. Die Ret- tungsärbeiten wurden auch durch das stürmische Meer und die herrschende Dunkelheit erschwert. Ein schwerer Orkan wütet auf dem Weihen Meer. Die Wracks von drei Fischerbooten wurden ans Land gespült; die Besatzung ist umgekommen. Mehrere weitere Fischerboote find verschollen, Zwei grosse Motorboote wurden von einem Schlepper, der zur Hilfeleistung ausgesandt wurde, kieloben treibend, aufgefunden. Auch die Besatzung dieser beiden Boote ist ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer wird bisher mit mindestens 20 angegeben. Eine Stadt, die in den Elektrizitätsstreik getreten ist Die Bevölkerung der Stadt D a w a s k u s, der Hauptstadt von Syrien, hat den Boykott über die dortige französischeElektri- zitätsgesellschaft verhängt, nm«ine Senkung der Tarife zu erzwingen. Häuser und Läden werden mit Petroleumlampen beleuchtet und die Str a- henbahnen werden nicht benutzt, um den Forderungen der Einwohnerschaft wirtschaftlichen Nachdruck zu, verleihen. Als Protest gegen da? Verbot der Regierung, Nachrichten über den Boykott zu bringen, haben die Zeitungen zeitweilig ihr Erscheinen eingestellt. Die zweite Strecke der Moskauer Untergrundbahn. Vor kurzem, haben die Arbeiten für die zweite Moskauer Untergrundbahnstrecke begonnen. Es handelt^sich vor allem um eine 8.3 Kilometer lange Strecke, die den Petrowski-Park, das Stadion Dynamo, den Weihruffisch-Baltischen Bahnhof mit der belebtesten Straße Moskaus, der Gorki-Straße(ehemals Twerskaja), dem Siverdlow-Platz und dem Paweletzkij-Bahnhof verbindet. Der Abschnitt am Arbat wird vom altertümlichen Smolensker-Platz um 1.5 Kilometer bis zum Kiewer Bahnhof verlängert werden. Schließlich wird der Pekrowsker Abschnitt von der Manege über das Jljinski-Tor nach dem Kursker Bahnhof und weiter über den Baumann- Platz in die Vorstädte, zum Elektrowerk und zum Ismailow-Stadion führen. Dieser Abschnitt umfasst 10.4 Kilometer. Insgesamt sollen also 20.2 Kilometer neue Linien gelegt werden. Die Frist für, die Fertigstellung der zweiten Abteilung ist der st. Jch«uar-1939. Dänn-wirst die Stadt über ein Retz mit einer Gesamtlänge- von- 3.2. Kilometern verfügen. Selbstmord des Pisrker Doppelmörders. Der Häusler S v i h l i k, welcher in einem Anfall von Verfolgungswahn seine beiden Söhne erschossen hat, wurde von der Gendarmerie nach dreitägigem Sueben tot aufgesunden. Er ist, mit einem Stein bcschillert, in die Moldau gesprungen und ertrunken. Der Streik des Autoiuspersonals in L o n- don wurde gestern morgen'beendet. ■ Wahrscheinliches Wetter Donnerstag. Noch un« beständig. In,der Westhälfte der Republik jedoch Abnahme der Bewölkung, bis auf'ganz vereinzelte Regenschauer trocken. Nur mässig warm. Im Osten wechselnd bewöltt, strichweise Gewitter, untertags bereits kühler.— Wetteraussichten für Freitag: Bei westlichem. Wind wechselnd bewölkt und ziemlich warm. Wolkenbrüche und Gewitter. Dienstag abends ging über dem westlichen Teil der Gemeinde Lengau bei Präunau am See ein schweres Gewitter nieder, das von wolkenbruchartigem Regest und Hagelschlag begleitet war, wodurch die Ernte bis zu 100 Prozent i vernichtet wurde. Das Unwetter richtete durch, die Zertrümmerung von Fensterscheiben und durch die Beschädigung von Dächern an den Gebäuden erheblichen Schaden an. Auch Aber das Mühlviertel ging ein schweres Unwetter nieder. In der Gemeinde Wachsenberg wurden durch Blitzschlag einige Anwesen eingeäschert. Ueber die Stadt Salzburg und Umgebung ging ein heftiges Unwetter, das mit Wolkenbrüchen'verkünden war, nieder. Auch hier wur- den grössere Schäden verursacht. Zahlreiche Wohnungen wurden überschwemmt. Die Feuerwehr der Stadt Salzburg musste in 81 Fällen Hilfe leisten. Kampf der Mönche um Tibet. Tibet ist ebenso uinstritten wie Ost-Turkestan oder wie die Innere Mongolei. Zwar steht der Dalai-Lama mit seiner Negierung unter dem Einfluss Englands, In der Hauptstadt- Lhasa gibt- es eine englische Garnison, die vor kurzem verstärkt wurde, und eine englische Militärmiffion. Aber seit Anfang 1935 weilt in Lhasa auch eine japanische Militärmissiön, natürlich nur„zum, Studium der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse". Der sogenannte Taschi» Lama, der aus der Mongolei gekommen ist, um dem Dalai-Lama die Herrschaft streitig zu machen, ist ein Freund Japans, und in seinem Gefolge befindet sich ein alter Feind Englands, der Mönch T f ch a o K u n g, hinter dessen Namen sich niemand anders als der altbekannte Trebitsch-Lineoln, jener internationale Abenteurer vom Schlage des Oberst Lawrence, verbirgt. Der Dalai-Lama unterhält auch noch ausserdem Verbindungen zur Nanking- Regierung. Man sieht, Tibet ist ebenso ein Jntri- genhevd wie die anderen Gebiete, die man aus dem Leib des alten China herausgeschniften hat. Scheuertnittel aSchichti Krusten auf Herdplatten oder p» in Töpfen? Auch gröbsten 7*- Schmutz tilgt billig und schnell■ *tMn seifenha'irige| 1 I Auf dem Nil ist unweit von Luxor ein Segelboot gekentert. 20 Aegypter sind ertrunken, darunter mehrere Frauen und Kinder. Mit dem Aut« in den Fluß. In Bayonne stürzte ein Laftautomobil in den Fluss. Sechs Personen sind bei dem Unglück ertrunken. Sportftug in den Tod. In der Näh« von Sze», gedin musste ein Sportflugzeug eine Notlandung unternehmen, wobei der Passagier getötet wurde, während der Pilot mit s ch w e r e n B et» letzungen ins Spital gebracht wurde.— Ein zweites Sportflugzeug ging in der Nähe von Kapos- var in Flammen auf und musste notlanden, ohne dass jedoch dabei jemand verletzt worden wäre. Ein HanS fliegt in die Lust. Am Mittwoch ereignete sich in Le Vösinet, einem westlichen Vorort von Paris, in einem Einfamilienhaus aus bisher unbekannten Gründen eine Explosion, die das Haus völlig auseinanderriss.»Die Feuerwehr hat bisher einen Schwerverletzten aus den Trümmern des Hauses geborgen, der kaum verständliche Worte vor sich hinlallte. Aus einigen Wortstücken glaubt man entnehmen zu können, dass noch zwei weitere. Personen unter den Trümmern begraben. liegen,' Die‘ Bergungsarbeiten hatten aber byehzr. poch keinen^ Erfolg.'------ Die Seil-Schwebebahn Johannisbad-Schwar- zrnbrrg hat die grundsätzlich bewilligten Fahrpreis« Ermässigungen verbessert und neue Ermässigungen eingeführt. Beginnend mit dem 1. Juli 1935 werden folgende Ermässigungen gewährt. 30 Prozent Staatsangestellten. Militär- und Gendarmerie-Gagi- sten. Eisenbahnangestellten, ihren Frauen und Kindern. Vereinsmitgliedern bei Teilnahme von minde»- stens drei Personen. Famllien von mindestens drei irgendwie zu einer Familie gehörenden Personen: 50 Prozent den Kurgästen von Johannisbad. den in den Kamm-Unternehmungen.wohnenden Gästen: Schulausflügen. Für Riesenqebirgsbesuchrr aus Prag im Sommer gibt die Kasse Rr. 13 auf dem Wilsonbahnhof bei der Lösung von Eisenbahnfahrkarten für Sport-Schnellzüge ermäßigte kombinierte Fahrkarren zu 15 K£, giltig für dir Benützung von Autobussen vom Bahnhof JobanUisbad zur Schwebebahnstation und der Schwebebahn zum Schwarzenberg aus.'/ Ein Rückblick Aus Anlaß des Katholikentages und des Kulturtages dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, daß vor 28 Fahren in Prag eine Diskussion zwischen Vertretern des Freidenkertums und Vertretern des römisch-katholischen Klerus in deutscher Sprache stattgefunden hat. Der Anlaß dazu war der in der Zeit vom 8. bis 12. September 1907 in Prag auf der Sophieninsel stattfindende 14. internationale Freidenker-Kongreß, an/welchem mehr als 2000 Delegierte teilnah- mcn. Zur. Verhandlung standen besonders: „Freie Schule",„Trennung von Kirche und Staat",„Patriotismus und Freidenkertum". Da es damals eine eigene proletarische Freidenkerorganisation noch nicht gab. waren auf dem Kongreß auch viele sozialdemokratisch orientierte Freidenker anwesend. Neben den Tschechen, welche die überwiegende Mehrheit hatten, waren aber auch viele deutsche, französische und belgische Vertreter erschienen. Außerdem waren auch fast alle uropäischen Staaten und auch Amerika durch Delegierte vertreten. Als Vorsitzende füngierten Dr. Bartosche k-Prag und Schriftsteller Z e n k e r-Wien. Die Verhandlungssprachen waren-tschechisch, deutsch und französisch. Nur bei der feierlichen Eröffnung am 8.-September hielten die zu Worte kommenden Delegierten kurze Begrüßungsansprachen in ihrer Muttersprache.*nter den vielen Telegrammen und Begrüßungsschreiben befanden sich welche von Ernst Haeckel-Jena, Jaroslav Brchlicky, I. S. Machar, den Professoren Mach-Wien, Mach-Tetschen, Kaviejew-Petersburg, Dr. Bruno Wille-Berlin, Redaktion ,Le Corbeaux"-Paris, Stadtrat von Lyon usw. Das erste Referat. hielt Professor Franz K re j Li-Prag. Während des Kongresses kamen dann noch nachstehende Delegierte als Referenten, bzw. Debattenredner zu Worte:. Prof. Hektor Denis- Brüssel, FranzeSko F e r r e r, .der 1909 auf Betreiben der Schwarzen ermordete spanische Sozialist,''Abgeordneter F u r nemo n t- Brüssel, Gustav Tschirn, Prediger der Freien Gemeinde in Breslau, F r 0 e w e i n- Holland, Dr. Carmine- Schweiz, E. Schoeler- Gablonz a. N., S 0 u z a- Buenos-Aires, Trhlowsky-Halhez, Ida A l t m a'n n- Berlin, Prof. Ghisleri- Bergamo fJtalieir), Redakteur Pellant- Prag, Schriftsteller Zenker- Wien, H ein s- Brüssel, Bouquier« Frankreich, Direktor ckl l e h l a- Olmütz, Lederer- Nürnberg, Niemojewsky- Warschau, Abgeordneter Wutschel- Wien, Abgeordneter Vogt- Herr- Wiesbaden, Richter- Zurich, D e- l a r n e- Frankreich, Dr. B 0 u L e k- Prag, Tuma vonWaldk am p f- Prag, Prof. Cerny und der tschechische Schriftsteller und Schauspieler Lukavsky. Zu Ehren der Kongreßteilnehmer fand 1 ein großes Bolkskonzert in den Gärten des Belvedere, sowie als Festvorstellungen im tschechischen Ratto« naltheater Smetanas„B e r k a u f t e B r a u t" und im neuen deutschen LandeStheater Mozarts „Z a u b e r f l ö t e" statt. Die eindrucksvollste Veranstaltung war die eingangs erwähnte Diskussion zwischen Freidenkern und Geistlichen, welch« am 11. September 1907 im großen Saale der Prager Produktenbörse stattfand. An die Veranstalter des Kongresses war nämlich von klerikaler Sette das Verlangen gestellt worden, durch Aushändigung von jTeiürehmerkarten das Recht auf aktive Teilnahme am Kongreß zu erlangen. Wie verlautete, soll dieses Verlangen auf ausdrücklichem Wunsch des damaligen Erzbischofs von Prag gestellt worden sein. Da dieses Ansuchen aus begreiflichen Gründen abgelehnt wurde, ging auf klerikaler Sette ein Gezeter über„Freidenkerische Feigheit", „Unterdrückung der Meinungsfreiheit" und dergleichen los. Die deutsche Freidenker-Sektiost von Prag berief deshalb den Diskussionsabend ein und stellte der Prager römisch- katholischen Geistlichkeit eine Anzahl Eintrittskarten zu. Um 7 Uhr wurde bereits das Lokal wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt. Im Saale selbst waren mehr als 2000 Personen anwesend, während am freien Platz vor der Produktenbörse sich 5—6000 Menschen angesammelt hatten, welche immer wieder stürmisch Zutritt verlangten. Kurz vor 8 Uhr trafen nun tatsächlich 5—6 geistliche Herren, darunter Pater Alban- Schachleitner vom EmauSkloster und Professor Hilgenreiner ein. Abgeordneter Wutschel- Wien wurde als Leiter bestimmt. Die Diskussion leitete als erster Redner P r e- digerTschirn von der Freien Gemeinde Breslau ein. Derselbe bemerkte unter anderem, daß die heutige Diskussion als eine besondere Erscheinung unserer Zeit bewertet werden müsse. Früher habe man mit„Ketzern" nicht diskutiert, sondern sie auf ganz andere Art„ad absurdum" geführt, wofür er Hus und Hieronymus als Beweis attführte. Der freie Gedanke sei jetzt nicht mehr durch Kerker und Scheiterhaufen zu vernichten. Rach Tschirn betrat Pater Alban im dunklen Mönchsgewande die Rednertribüne. Er sprach mit ausdrucksvollen Gebärden und im salbungsvollen Ton des geübten Kanzelredners. Seine Ausführungen hatten hauptsächlich die Er-1 örterung des Glaubensdogmas zum Ziel. Er schloß seine mit Zitaten aus Goethe, Lessing und Leibniz verzierte Rede mit der Behauptung, daß eS einen Gott gibt und daß er dem Freidenkertum den Fehdehandschuh hinwerfe. Hierauf' spricht Schriftsteller Zenker in ironischscharfer Weise besonders gegen Pater Alban und für freie Schule und Ehereform. Nach einigen anderen Rednern kam Professor H i l g en- reiner zu Wort, bei dessen gewandten, theologie-jesuitischen Ausführungen Stille im Saale herrschte. Er gab zu, daß auch kirchliche Auslegungen Irrtümern unterworfen sein können, daß aber die kirchlichen Dogmen der Vernunft nicht widersprechen. Er hob besonders die angeblichen großen Kulturleistungen der Kirche gegenüber den germanischen und slawischen Volkern hervor. Weiters gab er zu, daß sich auch aus dem Kleide der Kirche viel Staub angesetzt, habe. Schließlich bemerkte er, daß sich auch Goethe in seinem„Faust" sehr widerspreche. Hilgenreiner trat sodann im Gegensatz zu den freidenkerischen Rednern noch für weitere Vertiefung der religiösen Erziehung in der Schule ein und schloß mit dem Wunsche, daß die offene Aussprache für beide Teile eine Klärung der Situation bringen möge. Hjerauf kam Prediger Tschiru Neuerlich zum Wort. Im Verlauf seiner Rede löste der Regie«- rungsvertreter Dr. Gellner, angeblich auf Wunsch der Geistlichen, trotz Widerspruch des Vorsitzenden Wutschel und unter großer Erregung der Teilnehmer die äußerst denkwürdige Versammlung nach 12 Uhr nachts auf. 2 Nachzutragen wäre noch, daß die fünf Geist-, lichen wegen dieser Versammlung Strafantrag gegen Zenker-Wien gestellt haben sollen, wegen Beleidigung der katholischen Kirche. F. I. F2 Seite« „Sozialdemokrat" Donnerstag, 4. Juli 1938. Nr. 134 Straßenarbeiter bei 35°... Wie die Erd« fiebert in Staub und in Glut—» Da» bringt in die Poren, da» schlägt sich in» Blut, Verklebt die Augen, dir wund find und blind Wie Sommertage ost furchtbar sind—— Für die auf derStraßel • Die Hacken knirschen—, e» brennt der Stein, Ter Tunst dringt wie Gift in die Lunge« hinein— Schweiß rinnt von der Dfirne—, Schlag fällt aus Schlag, So wird zur Marter ein ganzer Tag—— Für di« auf derStraßel Gekreuzigte Mensche«! Die Arbeit wird Not, Wird Glutgang zur Hölle, um» tägliche Bsot Verfluchte Sonnet O Sinnbild der Zeit, Der herrlichste Segen wird drückendste» Leid. Für die auf derStraßet Pierre Angarns Filmproduktion Film P.-Wien.) Daß Ungarn eine sogar ziemlich starke Iilmproduktion besitzt, wird im allgemeinen nicht sehr bekannt sein. Budapest verfügt außer einem geschlossenen Stummfilmatelier über eine große Filmproduktionsstätte,, die Hunnier-Filmgyar. Diesem Atelier steht ein reichsdeutscher'leitender Direktor, Dr. Bingert, vor, dessen ganzes Bestreben es ist, daß in den Ateliers späterhin, wenn man es sich finanziell erlauben kann, nur rein»arische" Filme gedreht werden. Das Atelier, an dem die deutsche Tobi» start interessiert ist, ist nämlich ein reines Vermietungsgeschäft. Jede produzierende Filmgesellschaft kann es für die Herstellung ihres Filmes mieten. Die Mehrzahl aller ungarischen Gesellschaften befindet sich in jüdischen Händen. Das ist kein Hindernis, auch an solche Firmen das Atelier zu vermieten, mit denen Herr Dr. Binger und die Tobias sonst nicht gerne zu tun haben. Und die Firmen selbst? Jawohl, sie wiffen davon, wissen, daß die teils reichsdeutsche Leitung es nur höchst ungern sieht, daß jüdische Firmen dort drehen, aber es gibt ja noch Drehmäntelchen. So laufen zum Beispiel, ohne daß ein hiesiger Kinobesucher es jemals ahnen würde, eine r e i n un- g a r i s ch e Produktion zu^ sehen, alle Franziska Gaal-Filme(z. B..Frühlingsparade",„Peter", „Kleine Mutti" usw.) unter der Flagge der amerikanischen Universal. Letzthin wurde ein Film hergestellt,:.4)4 Musketiere"(mit Otto Wallburg, Szöke Szakall, Ernst VerebeS, Tibor v. Halmay), den die hiesige Beda-Heller-Fjlm im kommenden Winter hrirlusbringt, uttd der ebenfalls ausschließlich in Budapest hergestellt wurde. Damit dieser Film bessere Auslandsverkäufe erzielt, wurde er als Wiener Produktion bezeichnet, weil die herstellende Sthlius-Film eine Filiale in Wien besitzen. Diese Machinationen der Filmproduzenten, die ungarische Herkunft aus besseren Verkaufsrücksichten zu verleugnen, kommt natürlich der Lestung der Hunnia-Werk« sehr angenehm. Nach Deutschland gehen diese Filme ja doch nicht, — also.übersieht" man diese Filme sehr gern. Abgesehen von den mit Unterstützung der Universal gedrehten Franziska-Gaal-Filme, produzieren auch noch eine Reihe ganz heimischer Firmen. Diese Erzeugnisse, die mitunter gar nicht schlecht sind, kommen leider nicht über Ungarns Cstenzen hinaus, weil die ungarische Sprache das größte Hindernis bildet. Den Film noch deutsch, englisch oder französisch herzustellen, würde über den Etat hinausgehen, der ohnedies sehr gering ist. Das typischeste Beispiel bildete der Gitta- Alpar-Film:»Ball im Savoy", eine ganz ungarische Erzeugung der Budapester City-Film. Der Film wurde noch in englischer Version gedreht, teils, um ihn ins Ausland, besonders Amerika und England, zu bringen, teils, um ihn als englischen Film besser zu versaufen als in ungarischer Fassung. Nun, als der Film fertig war, hat Di« Sparkassen Groß-PragS: Tie Böhmische Sparkasse, die Prager städtische Sparkasse und die Weinberger Sparkasse halten ihre Amtsräume am Freitag, dem 8. Juli 1835(Cyrill und Method), und am Samstag, dem 6. Juli 1835(Husgedenk- tag), sowohl in der Hauptanstalt als auch in allen Exposituren geschlossen. Unheimlicher Fund. Gestern früh fand der Schwimmeister der Militärschwimmschule in der Moldau ein handschuh'ihnliches Gebilde:_ die Haut einer finken menschlichen Hand, die sich mitsamt den Nägeln vollständig vom Fleisch losgelöst hatte und frei im Wasser trieb. Der unheimliche Fund wurde ins Institut für gerichtliche Medizin eingeliefert und die Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet, obwohl ein Verbrechen kaum vorliegt. Einbruch. Gestern mittags wurde die Wohnung des Josef Riha. Prag III. Melnickä 11, völlig auS- geraubt. Die Täter sind entkommen. Ter Umfang deS Schadens konnte, nicht genau festgestellt werden, dr Riha in Chraß a. d. Moldau zur Sommerfrische weilt. Kunst und liessen. „Die gestohlene Revue" in der Kleinen Bühne, Samstag, den 6., und Sonntag, den 7. Juli, zu start ermäßigten Preisen(6 bis 30 flc). Beginn 14.30 Uhr, Ende gegen 17.30 Uhr. Und allabendlich. Vorverkauf: Deutsches Haus, M. Truhlai.> Mitropacup— nur Geschäft und Krawalle Was wir schon immer betont haben, daß sämtliche internationalen Konkurrenzen der Bürgerlichen in letzter Linie dem Sport dienen und in ihren Auswüchsen nur Gegner allen anständigen Sports erziehen, das findet seine Bestätigung auch schon von bürgerlicher Seite. Das ,Pr. Tagblatt" schreibt über die letzten Spiele deS Mitropacups in seiner Einleitung folgende mehr wie wahren Worte: »Die Konkurrenz der Miiropacups nach den erschöpfenden Meisterschaften in brutheißen Hundstagen durchgesührt, ergibt begreiflicherweise überraschende Resultate. Der Vorteil des eigenen Bodens wird dazu durch unfähige, diplomatische Schiedsrichter unterstützt, di« lieber elf Spieler als zehntausend« Zuschauer gegen sich haben wollen. So untergräbt diese Konkurrenz noch mehr den er nicht gefallen und die Tityfilm in Budapest ging krachen. Das war natürlich ein großer Schlag für die Filmproduktion Ungarns, die sich jetzt mehr noch als früher scheut, in anderen Versionen als ungarisch zu drehen. So sind die ungarischen Filme für die Masse berechnet, meist leichteren Inhaltes, üblichen Operettenkitsch, Soldatenlustspiel« usw. und nur selten ragt ein Film über diese Qualitäten hinaus, wirkt künstlerisch, beschreitet neue Wege, aber dann ist ein solcher Film kein Geschäft mehr, weil in dem kleinen Ungarn das notwendige Publikum fehlt, das an solchen Filmen Interesse hat. sportlichen Geist als bisher. Gibt es krasse Fehlentscheidungen, so sind diese m 88 von 100 Fällen gegen die gastierende Mannschaft erfolgt. Nachdem aber bei der heutigen Konstellatton daS Geschäft vor der Sportidee marschiert, werden Ohrfeigen und k.-o.- Schläge von den Schiedsrichtern weiter toleriert werden, um den Gang der„Ereignisse", d. h. die Abwicklung der laufenden Geschäfte nicht zu beeinträchtigen. Tse Zuschauer werden aufgeputscht, sehen nur die Fehler des Gegners, man versucht mit. ihrer Hilfe«inen genügenden Vorsprung für das Rückspiel herauszuschinden und ist in der WahlderMit» tel nicht von Skrupeln befallen. Diese Erscheinung macht sich überall geltend. Die Idee der Konkurrenz ist zweifellos ausgezeichnet, dl« Durchführung aber elend und sportschädigend. Daran können auch neutrale Kommissäre nichts ändern, die man zu solchen Wettkämpfen entsendet. Wer das Gehaben der hysterischen Klubfanatiker in den verschiedenen Städten beobachtet, die durch splch« Fußballkämpfe ganz um ihr bißchen Verstand kommen, muß gegen die jetzige Durchführung der Konkurrenz sein Wort erheben. * Die ersten Spiele der zweiten Runde sind vorüber. Sparta schlug Fiorenttna hoch mit 7:1, Slavia gewann bloß 1:0 gegen Austria, Zidenice besiegte Ferencvaros 4:2 und Juventus blieb mit 3:1 gegen Hungaria erfolgreich. Wie es bei den einzelnen Spielen zuging, das hat eben seinen Niederschlag in dem oben zitierten Auszug aus dem„Pr. Tagblatt" gefunden. I« weiter dies« Konkurrenz fortschreitet, desto ärger scheint«S zu werden. Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab 1986 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „e>oMal&emotrot" Verwaltung Prag XU., Fochova ti. 62, zum Presse von 16 Kd monatlich, und send« diesen Betrag nach Erhalt deS Erlagscheines ein. Name!.,■.*•• Genaue Adresse:>> Letzte Post: Unterschrift: Eddie Eantor in dem Lustspiel„Sachverständiger in Liebessachen". MilsMe^eratungsftUROea der Arbcitcrfürsorge finden jede« S a m S- tag do« 5—7 Uhr im Bereis deutscher Arbei- j ter, Smeckagassc Nr. 27, statt. filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Abend um 8."(A.)— Avion:„Ihr Toreador."(A.— Eddie Cantor.) Beranek:„Die Frau im U-Boot."(A.)—Frnix:„Kinder der Großstadt"(Fr.)— Flora:„Golgatha."(Fr.) — Julis:„Das große Mysterium deS Vatikans."— Sincma: Journale, Grotesken. Reportagen(halb 8 bis halb 10).— Koruna:„Der heldenhafte Kapitän Korkoran."(Tsch.— Burian.)— Lewa:.Madelon Claudel» Sünde."(A.) K Lurerua:..Madelon GlaudetS Sünde."(A.)— Metro:„C avaI- cade."(A.)— Passage:„Die große Sühne." (Fr.)— Praha:„Azcw. Spion und Berräter." (D.)— Radio:„Die. Abenteuer des Bulldog Drummond."(A.)—Skant:„Bachstelze."(Tsch) Alma: ,D'e Abenteuer des Bulldog Drummond." (A.)—- Besedar.Lindrg, die Gräfin Ostrobina," (Tsch.)'— Earlton:„Kubanisches Liebeöliw."(A.) Illusion:„Golgatha."(Fr.)— Louvre:„Wenn ich ein« Million hätte."(A.—Lubitsch.) — MacrSka:„Ein Drama von Lourde»."(Fr.)— Roxh:„DaS große Mysterium des Vatikans."— Sport:„Der Filmfanatiker."(A.— Harold Lloyd.) —U Bejvodu:„Peter Voß, der Millionendieb."(D.) — Bälde!:„Golgatha."(Fr.) GEDENKET bei eilen Anlässen der Arbeiterfürsorge! Staatsquallerr Von E. Aldt. DaS sind nicht etwa Quallen, die«n Staatsdienst stehen, besoldet werden und nach dem AuS- dienen pensionsberechtigt sind. Gemeint sind vielmehr merkwürdige Wesen des Meeres, den Quallen verwandt, die fresschwimmende Tierkolonien auS verschiedenartigen Einzelwesen darstellen. Auch als Röhrenquallen werden sie bezeichnet, und daS aus dem Grunde, weil eine hohle Röhre, richtiger gesagt, ein schlauchförmiger Magen die einzelnen Individuen untereinander verbindet. Sie gehören Wohl zu den absonderlichsten Tiergestalten der Schöpfung. Die meisten von ihnen find schön buntfarbig, manche gleichen Blumengirlanden. Oft sind sie glasklar und durchsichtig und einzelne Arten erstrahlen des Nachts in einem grünlichen Licht. Wer sie zum erstenmal sieht, und erfährt, daß es Tiere sind, hält diese eigentümlichen Tierstöcke für Einzelwesen mit verschiedenen absonderlichen Organen. Aber das nähere Studium führt zu anderer Auffassung. Quallen, die gewöhnlichen, bunten, gallertartigen Quallen des Meeres sind Hohltier«, d. h. Tiere, die nach einem ziemlich einfachen Bauplan geschaffen sind: die fast glasklare, dabei aber muskulöse Körperwand schließt einen einzigen Hohlraum ein, der Magen und Darm zugleich ist. Die von Fangarmen umgebene Mundöffnung inmitten der Unterseite des Körpers führt direkt in diesen Hohlraum hinein. Eine Leibeshöhle mit ssineren Organen gibt es hier nicht. Da ist weder Lunge noch Leber und auf Herz und Nieren prüft man vergebens. Fortpflanzungsorgane sind wohl vorhanden, aber sie liegen nicht im Innern des Körper», sondern sie befinden sich an der äußeren Körperwandung. So find sie ganz Magen» diese seltsamen Wesen. Nerven und Sinne find nur gering entwickelt.' Die Fortbewegung erfolgt durch Zusammenziehung der Gallertmasse deS schirmförmigen Körpers, wodurch das durch den Mund in den Körperhohlraum einströmende Wasser ruckweise ausgepreßt und der Körper mit der Obersette nach vorn getrieben wird. Diese Gallertmasse ist das „Fleisch" der Qualle, d. h. ihre Muskulatur. Sie besteht freilich zu 95 Prozent aus Wasser nud nur zu 5 Prozent auS Trockenmasse. Ein sehr kerniges Fleisch ist es also nicht. Die primitiven Sinnes- werkzeuge liegen am Körperrand. Nesselfäden dienen alj Waffe. AehMch sind auch die Staatsquellen organisiert» ower mit dem Unterschied, daß hier die einzelnen Tierindividuen, die an dem gemeinsamen Magenschlauch hängen, nicht mehr die Selbständigkeit der Einzelquallen besitzen. Sie haben nach dem Grundsatz der Arbeitsteilung verschiedene Ausgaben und Leistungen im Dienste der Gesamthett übernommen und ihre Körpergestalt und die Art ihrer Ausrüstung hat, sich dementsprechend verändert. Es ist nun interessant zu sehen, wie weit hier die Arbeitsteilung und damit die Spezialisierung in der Körperausbildung getrieben ist. Es mutet direft unwahrscheinlich an, daß ein Wesen unter vollkommener Aufgabe seiner Fähigkeit zu selbständiger Existenz so ganz zum Organ am Körper de» Gesamthett wird, daß es von den vielen LebenS- funktionen des selbständigen Tieres nur mehr eine einzige auszunützen imstande ist. Wir kennen andere Tierstaaten, in welchen ebenfalls Arbeitsteilung herrscht;— eS sei nur an den komplizierten Termitenstaat erinnert, mtt seinen unfruchtbaren Arbeitern und Kriegern und seinen geflügelten Geschlechtstieren. Hier handelt es sich aber um vollkommene, nur dem Zweck entsprechend verschiedenartig ausgebildete, freibewegliche Tiere. Aber was wir bei den Staatsquallen sehen, ist doch etwas wesentlich anderes, eine Erscheinung, die im ga»» zen Tierreich ihresgleichen nicht hat. Das einzelne Der wird vollständig zum Körperteil, zum Organ am Gesamtorganismus Staat. Hier ist ein Entwicklungsgedanke zu Ende gedacht bis in seine letzten Konsequenzen. Da gibt es Individuen, die nichts zu tun haben, als zu fressen, um den gemeinsamen Magen aller zu füllen. Von ihrem Arbeitseifer hängt Wohl und Wehe des ganzen Staates ab. Diese sogenannten„Freßpolypen" können gar nichts anderes, als Nahrung aufnch- men. Sie haben eine Mundöffnung, di« von Fang, armen umgeben ist und einen Magen, der ein Zweig des gemeinsamen Magenschlauches ist, an dem sie alle hängen. An der Spitze der ganzen Kolonie befinden sich ein oder mehrere Individuen, die Gasbehälter darstellen. Sie enthalten Luft und machen dadurch den ganzen Tierstock so leicht, daß er an der Oberfläche des Wassers hintreibt und nicht untersinkt. Ihr« ganze Lebensleistung ist es, mit ihrem Leib eine große Luftblase zu umschließen. Weiter reichen die Fähigkeiten dieser passiven Schwimmorgane nicht. Aber um sie herum, ebenfalls am oberen Ende des ganzen Stockes, knapp unter der Wasseroberfläche» stehen die sogenannten„Schwimmglocken", welche aktiv für die Fortbewegung zu sorgen haben und deren starke MuSkelwand durch rhythmische Zusammenziehung und Ausstoßung von Wassermaffen aus dem glok- kenförmigen Jnnenraum eine beträchtliche Arbeit leistet. Andere Gefährten sind ganz zu Tastorganen geworden. Wieder andere sind mtt Nesselfäden auSgestattet und dienen als Schutz- und Abwehrorgane. Und endlich ist auch die Funktion der Fortpflanzung bestimmten Individuen als Spezialaufgabe zugeteilt. Ihre einzig« Fähigkeit ist, Eier oder Samenzellen zu produzieren, die sie ins wette Meer hinaussenden. Sie sorgen für die Fortpflanzung aller, so wie die Freßpolypen für alle gemeinsam zu fressen haben. Bei einigen Arien losen sich die Geschlechts- polypen von der Kolonie ab und sinken in die Tiefe des Meeres hinab, wo sie die Geschlechtspro- oukte zur Reifung bringen. Ihre Funktton ist damit erfüllt und ihr Leben beendet. ES gibt Arten, bei denen das weibliche Geschlechtstier nur ein einziges Ei produziert; das ist die ganze Aufgabe und der einzige Zweck seines bescheidenen Daseins. Ter Sinn seines Lebens hat sich damit erfüllt und das Leben erlischt ohne Todeskampf. Meist trägt ein und derselbe Stock männliche und weibliche Geschlechtstiere. Nur bei einzelnen Arten bringt eine Kolonie nur männliche oder nur weiblich« Individuen hervor. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich Larven, deren Oberfläche mit Wimperhärchen besetzt ist, die zur Fortbewegung dienen. Diese Larven entwickeln sich zunächst zu einem Magen, schlauch, an dem dann allmählich die verschiedenen Individuen zur Entwicklung gelangen. 4)ie Erscheinung, daß hier ein Organismus ein anderes, ja selbst ein anders gestaltetes Wesen au^ seinen Flanken hervorsprossen läßt, ist kein vereinzelter Fall im Tierreich. Uebrigens sehen wir auch 6ei den gewöhnlichen Quallen, die Einzelwesen mit allen lebensnötigen Funktionen darstellen, eine ähnliche Erscheinung. Aus dem Ei einer Qualle wird zunächst ein sogenannter Polyp, der sich an Steinen öder Pflanzen festsetzt und nun je nack der Art entweder durch fortgesetzte Querteilung seines Leibes immer neue Quallen produziert, die als freie Einzelwesen davonschwimmen und wje- der Eier und Samenzellen hervorbringen, oder zunächst zu einem verzweigten Polypenstock heranwächst, an dem sich endlich Knospen bilden, die wieder zu Quallen werden. Man spricht hier von einem Generationswechsel. Der Polyp stellt in die-' sem Entwicklungszyklus die ungeschlechtliche, nämlich durch Teilung sich vermehrende, die Qualle die Geschlechtsgeneration dar. Wir sehen hier aber auch schon die Uebergänge zu jenen merkwürdigen Verhältnissen der Arbeitsteilung, wie wix sie bei den Staatsquallen verwirktlicht finden, an denen so sonderbar ist, daß dies« primitiven Tiere die Arbeitsteilung so weit ausgestalten, wie der modernste rationalisierte Betrieb in der Industrie.• Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 16.—, vierteljährig Kd 48.—, halbjährig Kd 96.—. ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rewurmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tel«- graphendirektion mtt Eriaß Nr. 18.800/VII71930 bewilligt.— Druckerei: jDtH»". Druck-. Verlag»« und Zeitung»-L.-G„ Prag.