L EBtztW* 70 Heller WiMchlMnch S B4R«ewM 1ENTRALORGAN._ DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xiu fochova«r. Telefon 0077. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 15. Jahrgang Dienstag, 23. Juli 1935 Nr. 169 Der Atem seht schon aus Golddeckung der Lira sistiert Rom.„Gazetta Ufficiale" veröffentlicht ein Dekret, in dem die Bestimmungen des Währungsgesetzes von 1927 über die 40prozentige Golddeckung der Lira„vorübergehend" außer Kraft gesetzt werden. Leber das Ausmaß dieser Senkung wird in dem Dekret nichts gesagt. Begründet wird diese Maßnahme mit der Not- tvendigkeit und Dringlichkeit, Zahlungsmittel „außergewöhnlichen Charakters" «ach dem Auslande-ereitzusteLen. • Obwohl alle Diktatoren, die sich den Völkern aufgezwungen haben, der Welt die Zustände in ihren Ländern in rosigen Farben schildern, können sie doch nicht verhindern, daß gelegentlich Streiflichter die wirkliche Lage erkennen lassen. Die einschneidenden Wirtschastsmaßnahmen, die in Deutschland und auch in Italien immer wiederholt werden, wären nicht notwendig, wenn nicht ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten dazu zwingen würden. Mussolinihat erst vor ganz kurzem durch weitgehende Devisenmaßnahmen die schwankende Währung seines Landes zu retten versucht. Damit konnte er sich aber nicht der Sorgen entheben, die ihm Aas jährlich wachsende Budgetdefizit bereitet. Im Finanzjahr 1934/35 gab es im italienischen Budget einen Fehlbetrag von 3000 Millionen Lire. In den letzten fünf Jahren sind die Defizite aus den Budgets auf über 16 Milliarden Lire angewachsen. In dem eben begonnenen Finanzjahr ist mit einem ungeheuer viel größeren Defizit zu rechnen, da die Kriegsvorbereitungen gegen Abessinien unheimliche Summen verschlingen. Selbst wenn Mussolini seine Pläne gegen das Reich in Afrika so glatt durchführen könnte, wie er es sich wahrscheinlich träumt, so werden doch wenigstens Monatlich etwa 400 Millionen Lire dafür, aufgebracht werden müssen. Das heißt also, daß sich allein aus diesem Abenteuer mit Abessinien ein Jahresbctrag von fast 5000 Millionen Lire ergibt. Aber auch ohne die Riesenaufwendungen für Abessinien würde das Staatsbudget einen Fehlbetrag aufweisen. Mussolini nimmt angesichts dieser finanziellen Schwierigkeiten Zuflucht zu den bedenklichsten finanzpolitischen Maßnahmen. Die italienische Bevölkerung, die unter drückenden Steuern schwer zu leiden hat, folgt den Manipulationen mit stärkstem Mißtrauen. Die Spareinlagen haben sich 1934 um mehr als 140 Millionen Lire vermindert und in der Erwartung großer Preissteigerungen und einer neuen Erschütterung der Währung ist eine Flucht iu die Sachwerte festzustellen. So sieht sich Mussolini am Ende des dreizehnten Jahres seiner Diktatur vor Schwierigkeiten gestellt, die er nicht mit lauten und robusten Reden meistern kann. Bürgerkrieg In Irland in vollem Gang London. In Belfast kam«S während des Wochenendes wieder zu neuen schweren Schießereien. Die Zahl der Opfer ist auf acht gestiegen. Am Samstag setzte die Menge in der berüchtigten Nork-Straße mehrereHäuseri n B r a n d. Truppen mit Panzerwagen mußten eingesetzt werden, um die Ordnung herzustellen. Auch am Sonntag kam es wieder zu Schießereien, bei denen ein Protestant so schwer verletzt wurde, daß er auf dem Wege zum Krankenhaus starb. Ein Katholik wurde bei Nacht von einigen Männern in seiner Wohnung überfallen und durch Schüsse schwer verletzt. Die Unruhen haben sich auch auf den Freistaat ausgedehnt. In Clones(Grafschaft Mona- llhan) unweit der Grenze von Nordirland, wurden ^rei protestantische Versammlungs- bzw. Gebethallen in Brand gesteckt und eingeäschert. Die Fenster der Häuser von Protestanten wurden durch Steinwürfe zertrümmert. Italien regiert In Vien Aus dem Bundeskanzleramt wird die Meldung des JPA-Pressedienstes, daß der Italiener Dr. M o r t i n i die innerpolitischen Maßnahmen her österreichischen Regierung kontrolliere, bestätigt. Ohne seine Zustimmung darf kein Posten ün Bundeskanzleramt und in den Ministerien besetzt werden. EinTas der Ueberraschunsen in Berlin Minister Kerrl auf Urlaub „Der Stürmer** verboten und erst auf persönliche Intervention Streichers bei Hitler wieder gestattet Berlin. Die Oeffentlichkeit wurde am Montag nicht wenig durch die Meldung überrascht, daß„Der Stürmer", das berüchtigte antisemitische Hetzblatt des nicht minder berüchtigten „Frankenführers" Julius Streicher, eingestellt worden sei. Rach einer Dlrldung des Berliner Berichterstatters des Havas-Büros erfolgte die Einstellung wegen heftiger antisemitischer A n griffe und auch deshalb, weil sich das. Blatt gegen mehrere na- tionalfozialistische Persönlichkeiten gewendet habe. Angesichts der bekannten Tatsache, daß Streicher hei beste persönliche Freund Hitlers ist, welch letzterer noch in den allerjüngsten Tagen einen Borstoß des Reichsbankpräsidenten Schacht gegen Streicher scharf zurückgewiesen haben soll, erregte die Einstellung des„Stürmer" natürlich großes Aussehen. Spät abends wurde jedoch bekanntgegeben, daß das Berbot des Blattes w i- verrufen wurde. Der Widerruf soll auf persönliches Einschreiten Julius Streichers bei seinem Freunde Hitler erfolgt sein. Streicher hat, wie das Tsch. P.-B. erfährt, dafür versprechen müssen, daß er sich dafür jedwedes Angriffes auf amtliche Persönlichkeiten enthalten werde. „Jüdische Rundschau** verboten Zu gleicher Zeit ist auch ein Berbot des zionistischen Organes»Jüdische Rundschau" erfolgt, und zwar auf uc Dauer von drei Monaten. Dieses Verbot dürfte der neue Polizeipräsident'von Berlin, Graf Helldorf, Wohl im eigenen Wirkungskreis erlassen haben. * Was sich da alles hinter den Kulissen abgespielt hat, läßt sich derzeit kaum überblicken. Offenbar war das Verbot des„Stürmer" auf das Einschreiten der Finanzkreise zuruckzuführen, die auf der Anleihesuche im Ausland begriffen sind und daher antisemitische Radaupolitik zu Hause absolut nicht brauchen können. Dann wäre Hitler auf die Intervention seines Freundes Streicher hin wieder einmal umgefallen. Es ist aber auch möglich, daß das ganze Verbot samt dem Widerruf nur einabkekartetesSpiel war, um den jüdischen Bankiers in Paris u. London zu zeigen, daß»man" auch in den eigenen Reihen schon Ordnung zu machen verstehe und kapitalskräftige Juden von Deutschland nach wie vor nichts zu befürchten hätten. Nachdem der Gerechtigkeit Genüge getan war und Streicher reumütig dem Führer „Besserung" versprach, hätte man dann Gnade für Recht ergehen und den„Stürmer" wieder erscheinen lassen.». * Weshalb seht Kerrl auf Urlaub? Wichtiger noch als das Zwischenspiel mit dem „Stürmer" ist aber die gänzlich unerwartete Beurlaubung des Reichsministrrs K r r r l, der erst vor vier Tagen offiziell mit der Bearbeitung der kirchlichen Angelegenheiten beauftragt worden war. Man hatte erwartet, daß Kerrl sich sofort an seine Aufgabe machen werde, die katholische wie die protestantische Kirche zu Paaren zu treiben und der Geistlichkeit nationalsozialistische Morrs zu lehren, inzwischen begibt- sich der designierte Kulturkampfminister auf Urlaub, und zwar, wie daS offizielle DRB erklärt, mit der ausdrücklichen Begründung, daß sich Kerrl auf die Bewältigung der ihm vom Führer gestellten neuen Aufgabe vorbrreiten müsse. Demgegenüber bemerkt der Havas-Korrespondent, daß der unerwartete Urlaub Kerrls allgemein als Beweis für dir Abkehr derHitler-Re- g i e r u n g von der bisherigen scharfen antifirch- lichrn Politik ausgelegt wird. Eines geht jedenfalls mit aller Deutlichkeit auS diesen Erciguisscn hervor: daß sich der verantwortlichen.Kreise in den letzten Tagen eine große Unsicherheit und Nervosität bemächtigt hat nnd daß weitere Ueberraschungen, nach welcher Richtung immer, keineswegs ausgeschlossen sind.7.... Uniformverbot kür die katholischen JugendverbSnde Der Reichs, und preußische Minister deS Innern hat mit Erlaß vom 20. Juli die Landesregierungen angewiesen, den konfessionellen Ju- gendverbänden das Tragen von Uniformen oder uniformähnlicher Kleidung sowie das geschlossene öffentliche Auftreten mit Wimpeln und Fahnen, ferner das Tragen von Abzeichen und das Tragen einer einheitlichen Kleidung als Ersatz der Uniformierung sowie jede grländesportlichr Betätigung zu verbieten. Als Grund für diese Maßnahme wird angegeben» daß die konfessionellen Jugendvrrbönde, insbesondere die katholischen, die Grenzen überschreiten, dir ihrer Betätigung durch die politische Entwicklung gezogen worden sind. Juden dürfen nicht baden Die Stadtverwaltung Stettin hat den Juden die Benützung von zwei städtischen Schwimmbädern verboten, da die Erholungsstunden der badenden Volksgenossen in letzter Zeit durch das provozierende Auftreten von Juden gestört worden war. Nadi Schuschnigg— der Kommandant der Sturmscharen Wien. Die„Sonn- und Montagszeilung" meldet, daß der Staatsrat-Dr. Kimmel, der Militärkommandant der katholischen Sturmscharen, bei einem Automobilunfall' unweit Stoll- hof in Niederösterreich verwundet wurde, Im Krankenhaus wurde festgestellt, daß die Verletzungen ernster sind, als ursprünglich angenommen worden war. * Wien. Mit Rücksicht auf den bcvorstrhmden Jahrestag deS Juliputsches 1934 und des Todes Dollfuß' verstreuten Nationalsozialisten in den letzten Tagen ausgestanzte Hakenkreuze sowie eigens zu diesem Zwecke hergestellte Bleckimünzen in der Größe der staatlichen 80-Groschen-Münzen. Diese nationalsozialistischen Propagandamünzen sind mit nationalsozialistischen Kampfparolen versehen.. Du sollst nicht stehlen... Graz. Das ehemalige sozialdemokratische Arbeiterheim in Graz, das nach den vorjährigen Feber-Kämpfen amtlich beschlagnahmt worden war, wurde dem Steirischen Krankenkaffenverband verkauft. Kwantuns-Armee droht mit Vormarsch auf mongolisches Gebiet Dakren.(Reuter.) Der Konflikt zwischen dem von Japan unterstützten Mandschnkuo und der Mongolischen Republik hat eine bedrohliche Wendung angenommen. Die Kwantung-Armee stellte der Regierung der mongolischen Republik ein Ultimatum, in dem sie verlangt, daß die Mongolei die Zustimung zur Regelung der strittigen Angelegenheiten durch eine Sonderkommiffion erteile, da sonst die Kwantung-Armee die mongolischen Truppen mit Gewalt aus den Gebieten an der mandschurischen Grenze vertreiben würde.■■. Ist der Krieg unvermeidlich? Das Risiko Italiens Wird Italien den Krieg gegen Abessinien im Herbst wirklich anfangen? Trotz aller Wahrscheinlichkeiten läßt sich diese Frage nicht ohne weiteres bejahen. Es ist möglich, daß die italienische Regierung trotz aller getroffenen Maßnahmen es selbst noch nicht genau weiß. Die italienischen Imperialisten haben immer von einem großen kolonialen Imperium geträumt, und tun es heute mehr als sonst. Die politischen, wirtschaftlichen und internationalen Schwierigkeiten beim Ausbruch des großen Abenteuers können aber so gewaltig werden, daß das fascistische Regime vom Verlauf uns besonders vom Ablauf des Krieges in seiner Existenz tödlich bedroht werden kann. Das Risiko dcS abenteuerlichen Unternehmens kann sich den bevorstehenden Erschütterungen als nicht gewachsen erweisen. Dazu kommt noch die Tatsache, daß die Vorteile selbst eines günstigen Ausganges des Krieges die Kriegsausgaben und die mit ihm verbundenen Lasten nicht zu decken imstande sein werden. Es ist bestimmt damit zu rechnen, dass weder England noch Frankreich eine völlige Ausnützung des eventuellen Sieges zulassen werden. Dabei ist noch zu erwägen, daß der Krieg die italienische Stellung in den heutigen internationalen europäischen Verhältnissen unbedingt schwäche.1 muß. Das sind die g e g e n den Krieg bestehenden sozusagen gewöhnlichen Momente. Andere erwähnen wir später. Für den Krieg sprechen demgegenüber folgende Tatsachen: die Verschiffung von Truppen und Kriegsmaterialien, die große innerpolitische Propaganda und Mussolinis öffentliche Erklärungen, die für das Ausland bestimmt sind und die keinen Rückzug ohne Prestigeverlust möglich machen. Die militärischen und diplomatischen Maßnahmen Italiens gegen Abessinien bezwecken vor allem das heutige europäische Kräfteverhältnis auszunützen und von der abessinischen Regierung wirtschaftliche und auch territoriale Zugeständnisse zu erzwingen, die Italien vorher mit keinen Mitteln, feindlichen oder freundlichen, für sich erhalten konnte.^ Die ersten Probeversuche in der Kriegsvorbereitung zeigten Italien folgendes: England kann daS indische Problem nicht aus den» Auge lassen und hat sich jetzt des Völkerbundstatutes erinnert, dessen Tragweite ihm wohl bekannt ist. Deutschland nützte die Gelegenheit aus, um das Bündnis mit England vorzubereiten und vor allein seine Flottenaufrüstung zu legalisieren. Die englische Diplomatie zeigt aber außerdem schon eine gewisse Müdigkeit in der abessinischen Frage, was vielleicht auch dem Druck einer bestimmten Presse zu verdanken ist. Die»Daily Mail" z. B. schrieb am 6. d. M.:»Unsere Politik erfordert, Italien allein zu lassen und uns um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Die italienischen Forderungen in Abessinien bedrohen keine britischen Interessen... und Ethiopien wurde lange von Europa als der italienischen Einflußsphäre zuge- hörendeS Territorium betrachtet... jede Ermunterung Wessiniens den Weltfrieden bedrohen und die Kräfte des Fortschrittes schwächen muß". Das alles schafft für Italien eine gewisse Aktionsfreiheit und bietet ihm eine günstige Gelegenheit. An Anfang waren Italiens Vermutungen ganz andere. Mussolini stellte sich die Sache sehr einfach vor. Ein Druck auf die abessinischen Grenzgebiete müsse die innerpolitische Lage Abessiniens verschärfen, z. B. eine Meutereiderabes- sinischenFürsten gegen den Negus Hervorrufen, und Selassi«, verlassen von Frankreich und England, wäre gezwungen, um im Innern fre.e Hand zu bekommen, die italienischen wirtschaftlichen und territorialen Forderungen zu erfüllen. Diese Erwartungen Italiens haben sich aber nicht erfüflt. Keine innerpolitische Krise fand in Wessimen statt und der Negus ist zu einem Defensivkrieg, der einen nationalen Charakter bekommen kann, beinahe fest entschlossen. Die Uneinigkeit der Großmächte, an die sich Abessinien mit dem Hilferuf wandte, festigte Italien in seinem Beschluß sich in das unternommene Abenteuer zu werfen. Sie hat aber den Abessiniern zu einer moralischen Festigkeit verhalfen, die ihnen noch vor kurzem gewiß fehlte. Das Scheitern des Schiedsgerichtes und dis-Vermittlungsabsage seitens der Vereinigten Staaten sind dabei nur positive Momente für den Negus. Die Hauptelemente eines gewöhnlichen Krieges— Waffen und Munition— spielen hier nicht die entscheidende Rolle, abgesehen davon, daß Vbeisinieg sich in der letzten Zeit viel Krieasmate- G-«-S Dienstag, 23. F«N 193^ «e. Kabinettsrat In London England beharrt auf der Erledigung durch Genf Vorherige Einigung nicht ausgeschlossen Royalistenputsch In Griechenland? Athen. Aus Regierungskreisen wird das Gerücht dementiert, daß ein Staatsumsturz geplant werde und das? der ehemalige König Georg sogleich nach Griechenland zurLKehren werde. Die republikanischen Blätter bekunden jedoch große Unruhe und verdächtigen insbesondere die Absichten des Generals Kondylis, von dem sie behaupten, daß er ein sehr eifriger Propagator der Restaurierung der Monarchie geworden sei. rial verschaffte. Die besondere Bodenstruktur des Landes, auf dem die Italiener zu operieren sich vorbereiten, ist auch als Vorteil für die Abessinier zu betrachten. Daß die Italiener aller diesen Unbequemlichkeiten sich bewußt werden, ist vielleicht gerade aus der Ansprache Mussolinis in Salermo zu entnehmen:„Wir sind in einen Kampf geraten, den wir bis zum Ende durchzuführen entschlossen sind-. In Italien macht sich Unzufriedenheit bemerkbar, da die Kriegsvorbereitungen auch Verteuerung der Lebensmittel mit sich bringen. Außerdem häufen sich Fälle der Unzufriedenheit beim Militär. In Neapel mußten» als die Soldaten keinen Enthusiasmus bei der Verschiffung zeigten, die Gendarmen ihnen mit Gewehrkolben nachhelfen. Die Soldaten schoflen ukld vier Gendarmen wurden getötet. Auf dem Mailänder Bahnhof schlugen sich die Soldaten mit der Miliz, bi# selbst ihre Unzufriedenheit ost zum Ausdruck bringt. In Albino beschimpften die abfahrenden Milizionäre die verbleibenden Fascisten. Ein Krawall entstand und ein Milizionär wurde getötet. In Sesto-San-Giovanni haben viele MUizionäre unter Angabe von Krankheit die Verschiffung verweigert, sie wurden gewaltsam auf Bord gebracht und«in Militärarzt wurde deportiert. Alle diese Tatsachen sprechen dafür, daß Italien, bevor es noch wirklich in den Krieg geht, alle Mittel versuchen wird, sein Prestige friedlich zu retten und das Risiko des Krieges zu vermeiden. Sechstverständlich liegen diese Mittel selbst wieder in der Richtung ernster Kriegsgefahr. Denn sie stellen ja nur Repreflalien gegen die europäischen Mächte dar und können in dem Augenblick zum zündenden Funken werden, in dem einer der Nachbarn Italiens den Spaß falsch versteht., Mussolinis jetzt ausgesprochene Drohung, er werde gegen Ende des Sommers in Venetien 8 00.000 Mann aufmarschieren lassen» um zu beweisen, daß er auch in Europa gelüstet sei» ist die stärkste Repressalie, die er anwenden kann und wird. Seine großen Manöver sollen Europa beweisen, daß Italiens Militärmacht nicht nur kriegsberett, sondern dank der Skrupellosigkeit ihres Herren auch einsatzbereit tst. Unter diesem Druck— so hofft Mussolini— wird England das Angebot in Afrika erhöhen, um einen europäischen Krieg zu vermeiden. Aber diese Demonstration wird auch die Annäherung Jugoslawiens an Deutschland beschleunigen, sie wird in Oesterreich nicht Beruhigung schaffen, sondern die italienfeindliche und für Starhemberg sehr gefährliche Volks st immung noch Mehr gegen Italien einnehmen und sie wird England vielleicht den Gedanken nahelegen, es einmal darauf ankommen zu lasten, ob der selbst allseits von Gefahren bedrohte Mussolini sich so stark fühlt, wirklich ganz Europa dauernd unter Druck halten zu können. 75 ROflIM von Emil Vachek. i 1_. Deutsch von Anna AurednRek Im Banne dieser Kateraugen hörte Sophie die Stimme der Schwarzen Kathi immer weniger. Die Worte tönten wie aus weiter Ferne, klangen immer hohler. Schließlich hörte sie überhaupt nichts mehr und war allein mit Medo VH., der sich in ungeheure, geheimnisvoll strahlende Augen verwandelt hatte, die sie verschlangen und die Geheimnisse ihrer Seele belauerten. Langsam kehrte Sophies Bewußtsein zurück. Sie unterschied die Gegensätze ringsum, den schwarzen Rücken MedoS, der zu einem Knäuel geballt dasah und sich nicht mehr um sie kümmerte, al» wüßte er schon alles, was er wissen wollte. DaS übte auf Sophie eine besonders starke Wirkung aus. Sie hörte sein Schnurren, das so bedeutsam klang. Er schien seiner Gebieterin zu antworten, die ihn später einmal gewiß in den Glaskasten zu seinen sechs verdienswollen Vorgängern setzen würde. Sie hörte auch wieder die Sttmme der Schwarzen Kathi, die aber diesmal nicht zu ihr sprach:„Schon genug, Medo, du kleiner Schwätzer, hast mir genug erzählt... Das Tier ifi heute besonders elektrisch. Eine ehrliche Jungfrau ist eben gleich zu erkennen— geh', setz' dich dort in die Ecke, Meiw—, hier sind vier Häufchen, wie sie das Fräulein abgehoben hat." Sophie wußte gar nichts davon.„Das vierte jverden wir noch dreimal austeilen, wieder mit der Linken, Fräulein. Man hebt immer mit der Kinken ab, sie ist dem Herzen näher und das ist die Arche aller Geheimnisse. So, jetzt wollen wir tas erste Häufchen auflegen. Paris. Ministerpräsident Laval hatte Montag abends eine Unterredung mit dem britischen Botschafter in Paris Sir Georges Clerk. Es besteht die Absicht, daß der brittschr Botschafter den Ministerpräsidenten Laval über di« Entscheidung des britischen Kabinettsrates informiert hat. Havas erfährt aus London, daß das brittsche Kabinett beschlossen habe, in dem italienischabessinischen Konflikt«inen Standpuntt rinzunrh- mtn, derdenGrundsiitzrndeSBölker- bundeS genau entsprechen wird. DaS bedeute, Großbritannien sei der Ansicht, daß dieser Konflitt durch den Bölkerbund beigelegt werden soll und daß sich England dessen Entscheidung, auch wenn sic ihre Nachteile hätte, unterwerfe. Die brittsche Regierung wolle Vorschlägen, daß der Bölkerbund nicht uur den Fall von Ualual und die Ernennung eines fünften Delegierten in die Schiedskommission, sondern überhaupt das ganze italienischabessinische Problem behandle. In dieser Hinsicht wird die englische Diplomatie ihre Tätigkeit Vis zur Einberufung des Völkerbundrates entfalten. Diese Tättgkeit schließe aber die Fortsetzung des Meinungsaustausches mit Italien und die Fortsetzung der Bestrebungen nach der friedlichen Beilegung des Konfliktes nicht auS. • Wie ernst die diplomatische Spannung in offiziellen englischen Kreisen beurteilt wird, geht auch aus der Nachricht hervor, daß die Beamten Lauter bekannte Sachen, Fräulein. Die unglückselige Geburt usw. Was ja ein jeder hier weiß» na, hier ist etwas Neues. Ein böses Weih verfolgt sie, ist das wahr?" „Jawohl", hauchte Sophie. Sie glaubte, die Schritte des Schicksals zu hören. „Na, sehen Siel Und was wird wohl im zweiten Häufchen sein? Selbstverständlich: Frauenschicksal., Da ist er ja, und hier ist noch einer. Beide haben es eilig. Habck ich recht?" „Ich weiß nicht", flüsterte Sophie,„Ich weiß nämlich nur von einem, aber der hat es wirstich eilig." „Was? Sie wissen nichts von dq,m zweiten?" staunte die Schwarze Kathi und überlegte dabei, wie sie diese ihreBemühung auf Beinstellers Rechnung setzen sollte.„Sonderbar. Vielleicht wird uns das dritte Häufchen darüber aufklären. Es kommt wirklich oft vor, daß ein armes Frauenzimmer, ohne es zu wissen, ihr Glück mit Füßen ttitt. Aber hier ist er wieder, der zweite. Wie der Mann sie liebt, Fräulein Sophie! Sehen Sie, wie er Ihnen die Hand entgegenstreckt? Sie sehen eS nicht? Weil Sie ihm immer den Rüaen zukehren und dem Unrechten glauben, der es nicht gut mit Ihnen meint. O je! Ich sehe Tränen, viele Tränen. Es sind Ihre Tränen. Sie haben dem Unrechten Glauben geschenkt und der kehrt Ihnen den Rücken. Wir werden ja sehen, was schließlich daraus wird." Die Schwarze Kathi zog schnell das dritte Häufchen auseinander.„Hier ist es, Fräulein!" rief sie freudig.„Da haben wir es! Ihre Karte begegnet seiner Karte und er wird Sie schließlich bekommen." „Aber wer ist eS?" flüsterte Sophie. „Das weiß ich nicht. In den Karten stehen keine Adressen. Das müssen Sie selbst wissen. Damit Sie nun sehen, Fräuleinchen, wie sicher ich meiner Sache bin, werden Sie mir meine Entlohnung erst dann geben, bis alles in Erfüllung gegangen ist, was uns die Karten erzählt haben. des Foreign Office zum Teil auf ihre Augustferien überhaupt verzichtet, zum Teil Vorkehrungen getroffen haben, um jederzeit in kürzester Frust auf ihre Posten zurückkehren zu können. Der diplomattsche Korrespondent des„Daily Telegraph" schreibt, die Enffcheidung, die die britische Regierung treffen müsse, sei wahrscheinlich die ernsteste seit dem Somme r 1914. Sie berühre die Interessen des ganzen Empire. Britische Gebiete besäßen mit Abessinien gemeinsame Grenzen von 3000 Kilometer Länge, während die italienisch-abessinischen Grenzen weniger als die Hälfte dieser Länge hätten. Auch müsse die Frage der Ausfuhr von Kriegsmaterial nach Abessinien sofott entschieden werden. Verschiedene Länder, darunter Frankreich, hätten es abgelehnt, die erforderlichen Lizenzen zu erteilen. Großbritannien habe bisher Zurückhaltung geübt. Wenn'die Regierung überzeugt sei, daß Abessinien Waffen zur Selbstverteidigung brauche, so würden bestehende Vertragsverpflichtungen die Erteilung von Ausfuhrlizenzen notwendig machen. kleine Bosheiten... London. In der für die Anfragen im Unterhaus vorbehaltenen Zeit erklärte Staatssekretär für AeußereS Sir Samuel Hoare auf eine Anfrage, er hoffe, in Bälde einen genauen Bericht über den Ankauf von Waffen und KriegS- auSrüstung durch die abessinische Regierung in Großbritannien und über die Wafsenankäuf« der italienischen Regierung erstatten zu können. Gehen Sie jetzt, Fräulein, und seien Sie ganz ruhig. Es erwartet Sie ein großes Glück, wenn Sie den Tratschbasen nicht glauben werden und die wahre Liebe erkennen, von der Sie jetzt nichts wissen wollen. Das dreiundzwanzigste Kapitel schildert den großen Tag Fräulein, Sophies, Herrn Foltrs unverhoffte Begegnung mit einer Vision und das Ende dieser Dinge. Sophies großer Tag brach an. Sie ahnte nicht, daß ihre Mutter mit drei Worten den Mann, der sie mit Leib und Seele liebte, ins Verderben gestürzt hatte. Seit den Morgenstunden nahm alles einen anderen Verlauf, als Sophie es sich vorgestellt hatte. Sie erwachte mit einem Gefühl der Angst, nicht der Freude, und stolperte gleich beim ersten Schritt über die schlechte Laune ihrer Schwester Magdalena. Diese» resche Mädchen war seit ihrem letzten Abenteuer sehr flügellahm, und die Vorstellung, daß ihre unansehnliche Schwester nach ganz kurzer Bekanntschaft heiratete, sie aber immer nur ein Spielzeug flüchtiger Lust für die Männer blieb, erfüllte sie mit Zorn gegen Sophie. An jenem Morgen fuhr sie die Schwester an:„Was glotzt du mich so an, glaubst wohl, ich weiß nicht, daß du mich am liebsten aus dem Hause jagen würdest?" „Ab.r Magda!" rief die Mutter.„Hast du schon vergessen, was Sophiechen gerade in der letzten Zeit für dich getan hat?" „Du,»reine Güte, das täte jede, nur würde sie nicht verlangen, daß ihre einzige Schwester auS dem Hause verschwindet, wenn männlicher Besuch erwartet wird. Ich weiß genau, was sich Sophie denkt", keifte Magda.„Der Bräuttgam soll ja nicht erschrecken, wenn er erfährt, daß ein unehelicher Neffe da ist! Ich wette, Sophie hat noch kein Wort von mir erwähnt!" „Ich habe wirklich noch nicht von Wr aelvro- GEDENKET bei elfen Anlassen der Arbeiterfürsorge! Lloyd Georges Wirtschaftsplan endgültig abgelehnt London. Premierminister Baldwin feilte Lloyd George in dem Briefe, mit welchem er die ablehnende Antwort der Regierung zum Wirtschaftsplan Lloyd Georges beglettete, mit, daß er die Vorschläge Lloyd Georges nicht annehmcn könne, da er nach dem Studium der Vorschläge zu der Ansicht gekommen sei, daß die angedeutetcn Ziele rascher und vollkommener durch die eigenen Regierungsmaßnahmen erreicht werden. Lloyd George will den Kampf für die Durchführung seines Planes forffetzen. In der Antwort, die er veröffentlichte, beschuldigt er die Regierung, die selbst mtt sich überaus zufrieden sei, der Prahlsucht. Ein Mächtiger geht In die Verbannung Sofia.(Havas.) Der ehemalige Direktor der Kriegsschule» Oberst Weltschew, verläßt Bulgarien. Oberst Weltschew,«in« in Bulgarien fast legendäre Persönlichkeit, bereitete den staatt- lichen Umsturz vom 9. Juni 1923 gegen den Ministerpräsidenten Stambolijsst und auch den staallichen Umsturz vom 19, Mai 1934 vor. Obwohl er bei diesem-letzten staatlichen Umsturz im Hintergründe blieb, war es doch er» der eigentlich die Zügel der Regierung in den Händen hiell, und er wurde auch als zukünftiger Diktator angesehen. Im Jänner heurigen Jahres versuchte er eine Regierung zu bilden, doch scheiterte sein Versuch infolge seine» Verhältnisses zur Rechten. Oberst Weltschew verläßt Bulgarien freiwillig und wird sich wahrscheinlich nach Frankreich begeben. Japanische Generale pensioniert Entfernung aller unbotmäßigen Elemente? Tokio. Der Kaiser hat 3500 Personalvec- änderungen im japanischen Heer genehmigt, durch die die innere Geschlossenheit der Armee gestärkt werden soll. Die Generale Hishigari und Matsui wurden verabschiedet. Beide waren Mitglieder des Kriegsrates. General Mazaki. wird durch General Watanabe ersetzt. Generalleutnant Hata von der 2. Division wird verabschiedet; angeblich soll er ein Gegner des Kriegsministers gewesen sein. Generalleutnant Umetsu, Kommandeur in Nordchina, wird versetzt; an seine Stelle geht General Tada. In Tokio ist eine Verteidigungszenttale und ein Flugdepardement neu eingerichtet worden. Diese Aemter treten an Stelle des Luftfcchrtministeriums. Türkische Offiziere als Freiwillige Jerusalem. Blättermeldungen zufolge habe« sich viele ehemalige Offiziere des türkischen Heeres aus Palästina und Transjordanien ffeiwillig dem abessinischen Heere zur Verfügung gestellt. Die Offiziere sind sogar bereit, die Reisekosten nach Abessinien selbst zu tragen. chen, weil sich mir keine Gelegenhett dazu geboten hat." „Keine Gelegenheit, Scheinheflige! Du schämst dich meiner, möchtest mich am liebsten verleugnen. Mich bringst du heute nicht aus der Bude, und wenn du nur mtt der Wimper zuckst, mach' ich einen Skandal, daß dein Kerl schneller aus der Tür draußen ist, als er hereingekommen ist." In dieser Tonart ging es den ganzen Vormittag weiter; Sophie wurde immer besorgter. Die Mutter mußte ihr zureden, daß sie sich endlich ankleide, denn die Mittagstunde rückte heran. Sophie gehorchte und als sie fertig war, bot sic ein ttaurigeS Gegenstück zu Magda, die trotz allen Drohungen ihre besten Kleider angelegt hatte.„Na, Sophie," sagte sie, nachdem sie die Schwester prüfend bewachtet hatte, du schaust aus, daß du einem leid tust. Eine Vogelscheuche, Herr Foltt muß einen guten Magen haben, wenn er dicht verwögt." „Mutti", schluchze Sophie. Die Muter, die schon an der Tür horchte, flüsterte gepreßt:„Pst, er kommt", und bevor Sophie ihr verquältes Gesicht mit einem Lächeln glätten konnte» pochten Foltxs Finger scharf an die Tür. Und schon betrat Toni die Stube. Er strahlte in Schwarz und Weiß. Alles an ihm glänzte, auch das leichenfahle, graugrüne Gesicht. Zugleich strömte eine Wolke von Kölnisch-Wasser herein mit dem scharfen Geruch von Säuren gemischt, mit welchen e r sich beschäftigte. Ueber ihm aber schwebte die Würde des Bräutigams und trieb der alten Mutt-r Tränen in die Augen. Sie war so aufgeregt, daß sie alle Worte vergaß, die sie die ganze Woche hindurch für diese Gelegenheit gesammelt hatte. Ein sicheres Gefühl trieb sie dem Bräuttgam zu. Sie warf sich ihm an den Hals, murmelte etwas Unverständliches und überschüttete ihn mit Tränen und Küssen, die Liebe und Achtung ausdrückten. ,(Fortsetzung folgte „Unvermeidlich“? Rom.„Popoli di Roma" gibt der UeVer- zengung Ausdruck, daß ein kriegerischer Konflikt zwischen Italien und Abessinien«»vermeid» l i ch sei. Das Blatt sagt, daß Abessinien jedwede Zugeständnisse an Italien aus folgenden vier Gründen ablehne: Erstens in der Erinnerung an Adua, zweitens erblicke Abessinien seinen Schutz im Völkerbund, drittens müsse der abessinische Kaiser die nattonale Gesinnung seiner Vasallen beachten und vierten» sei Abessinien überzeugt, daß es von England unterstützt werden wird. Kriegsbereitschaft In Südtirol Aus Innsbruck wird der JPA. geschrieben: Auf beiden Seiten der Bahnlinie Gossensaß bis Brenner werden von den Italienern Geschützstellungen gebaut und schwere Geschütze eingebaut. Auf lange Strecken sind Bretterwände gegen die Bahn und die Straße errichtet, um dem Reisepublikum den Einblick in diese Bauten zu verwehren. Im ganzen Grenzgebiet ist das Photographieren verboten. Abessinien sucht eine Anleihe London.„Daily Expreß" meldet, der neue abessinische Gesandte in London habe in einer Unterredung erklärt: Ich bin nach London gekommen, um eine Anleihe von zwei Mil- I« Itonen Pfund Sterling flir Abessinien aufzubringen. Wir haben Geld bitter nötig, nicht für einen Krieg, sondern auch um die ausgedehnten Bodenschätze unseres Landes zu entwickeln. Wenn die Verhandlungen mit britischen Finanzleuten fehlschlagen würden, so hoff« er, mit dem amerikanischen Bankier Morgan zusammenzu- weffen, der gegenwärtig in England weile, um über eine Anleihe zu verhandeln. Ferner habe er zwei weitere Aufwäge, nämlich die britische Regierung zu veranlassen, Abes« sinkens Sache zu unterstützen und seinen Einfluß zu gebrauchen, damit der Völkerbund Sanktionen zur Anwendung bringe, wie z. B. die Schließung des Suezkanals. Ferner wolle er sich dafür einsetzen, daß die britische Regierung das Ausfuhrverbot für Waffen aufhebe. Heftige Ausfälle gegen Japan Rom. Die gesamte italienisch« Presse reagiert in scharfer Weise auf die Nachricht über die neu« japanische Politik im italienisch-abessinischen Streitfall. Di« Blätter beschuldigen Japan, es wglle sich an die Spitze aller farbigen Raffen stellen, da ihm seine bisherige Führerstellung in der gelben Rasse nicht mehr genüge. Des weiteren wird den Japanern vorgeworfen, daß sie auf Ko st en Italiens ihren handelspolitischen Einfluß in Ost- afrika erhöhen wollen. Die italienischen Blätter gchen in ihren Airgriffen gegen Japan soweit, daß sie die Aenderung des japanischen Standpunkte» al» einen tatsächlichen Angriff gegen die amerikanische und europäische Zivilisation auslegen. BetteS DkenStag. 23. KrN 1835 fadeicndcBfwftcr Zeitspieget Im Zeichen der Volksgemeinschaft Bruder gegen Bruder! Ueberfall nach einem Volksfest der Henleinpartei In Holeischen war am Sonntag ein sogenanntes Volksfest der Sudeten» deutsche« Partei. Aebrigens war die Detelligung nicht sehr stark, ein Zei» chen, daß die Henlein-Partei schon wieder viel von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat. Bei dem Feste fehlte auch nicht der Henlein-Mann Marti» F i tz t u m, ein gekauftes Element, das zu allem imstande ist. Den Nachweis für seine Qualifikation als Kämpfer für die Volksgemeinschaft hat er am Sonntag nach dem Volksfest spät abends erbracht. Al- sich sei« Bruder, unser Genosse PeterFitztum, der ob seiner Betätigung in der sozialistischen Bewegung bei de« Gegner« äußerst verhaßt ist, auf dem Heimwege befand, schlich er ihm nach und brachte ihm von hinten mit einem Messer zweiStichverlehungenindenRückenbei. Bei dem zweiten Stich riß Martin Fichtum das Messer derart zurück, daß eine zehn Zentimeter breite und auch sehr tiefe Wunde entstand. Der Llebeltäter wurde bereits verhaftet und dem Gerichte eingeliefert. Genosie Peter Fitztum ist derzeit noch in häuslicher Pflege und es steht noch nicht fest, ob er in ei« Krankenhaus gebracht werden muß. Dieser Vorfall ist jedenfalls dafür bezeichnend, wie wett die Mensche« infolge der von der Henleinpartei geübten Verhetzung getrieben werden könne«. Es überfällt nun im Zeichen der Volksgemeinschaft ein Bruder den andere«. Und dabei wage« die Herren der SHF zu behaupte«, daß sie das Volk einer beglückenden Einigung zuführe» wollen. Was ein anständiger Mensch ist, wendet sich mtt Abscheu von einer solchen Bewegung ab! Di- die verblendete» Menschen erkennen, welchem Schwindel sie da aufgesesien sind, werde« sie hoffentlich die Nutznießer dieser.Fabrikanten« und Advokatenpartei bis auf de« letzten Mann davonjage«! Arbeitsbaracken- Fabrikantenschlösser! Durch wie viele Täler unserer böhmischen Gebirge bin ich schon gewandert, immer wieder das gleiche Bild: Rechts und links der engen Schlucht streben dunkelgrüne Wände empor, bekleidet mit dem Pelze dunkelgrüner Fichtenwälder. Im Frühling flammen hellgrüne Feuerzungen jungen Birken- oder Buchenlaubes da« Stoischen auf. Drunten, auf der Talsohle, reihen sich am Bande eines hastig dahineilenden Bergbaches langgestreckte Dörfer, arme Häuserzeilen von dürftigen, mageren Gärtchen umgeben. Inmitten dieser Dörfer, oder aus den kurzen Strek- ken dazwischen langweilen sich Fabriken Lurch die schlechte Konjunktur hindurch. Manche sind breit und prohig hingelagert, andere stehen schmalhüftig, dafür vier, ja fünf Stockwerk« hoch an der engen Zeile der Straße, die sich staubig das Tal hinabwindet. Elend sehen diese zurückgebliebenen Arbeitsbaracken aus! Blinde, nie geputzte Fensterscheiben, abgeplatzte und abgeschuppte Fassaden, die fest Jahrzehnten keine Kelle ftischen Kalkes mehr aufgelegt bekamen und keinen wohltätigen Farbanstrich kennen. Die Dächer sind verwahrlost, eingesunken, von schlechter Teerpappe mangelhaft bedeckt. Nur hin und wieder, unter einem Dutzend eine, sieht man eine neuere Anlage, die gut gehalten ist. DaS sind die Arbeitsbaracken, in denen Tausende von Textilarbeitern und Textilarbeiterinnen den größten Teil ihres Lebens zubringen. In diesen Höhlen arbeiten zu dürfen, davon hängt sogar ihr Lebensglück ab. Denn sperrt so eine Fabrik ihre Tore zu, so halten Not und Hunger ihren Einzug durch die schmalen Pforten der Arbeiterhäuser. Sie langweilen sich wirklich durch die Krise hindurch, diese Textilfabriken, alle, ob nun daran steht Wollspinnerei, mechanische Weberei oder Kammgarnfabrik. Sie arbeiten sie mit halber Kraft, mit einem Bruchteile ihrer Belegschaft. Wenn man unter Tags vorbeikommt, dann merkt man erst so recht deutlich, wie leise die Maschinen in diesen Räumen gehen, wie nur immer eine Handvoll Leute ihr Wesen treibt, beinahe ängstlich, so als ob auch ihre Stunde bald geschlagen hätte. Aber man soll nicht blind durch die Landschaft gehen. Siehe dal ES gibt auch Lichtblicke in dieser Einöde wirtschaftlicher Verkommenheit l Hier eine schmucke Billa, mit Türmen und Türmchen, verkitschter Geschmack der achtziger und neunziger Jahre, dort ein moderner, sehr ge- schmackvoller Bau. Die alten und die neuen Herrenhäuser, er gibt darunter Schlösser, deren sich ein Elam-GallaS oder«in Schwarzenberg nicht zu schämen brauchte, sind gut gehalten. Bon ihren Fronten rieselt kein Kalk herab, ihre Dächer find nicht geflickt, sondern untadelig, mit schmuk» ken roten Ziegeln, schwarzem Schiefer, gar Manche mit Kupferplatten gut abgedeckt. Große, schöne, von Gärtnerhand gepflanzte und gehegte Gärten schließen sie von der Umgebung ab, besonders von der neugierigen Straße, gegen die eine dichte Hecke übermannshoch ihre gäine Mauer aufrichtet. Lugt man durch die Lücke der Auffahrt in den Garten hinein, so sieht man ost gepflegte Kinder auf Rasenflächen tummeln, gutgekleidete Frauen, die augenscheinlich nicht unter besonders großer Not leiden, wie unsere Textilarbeiterin- neu-weiter unten im Dorje. Man läßt den Blick am Zaune dieser Parks entlang gleiten und bemerkt, wie er sich mit dem des angrenzenden Fabrikgrundstückes freundlich begegnet. Richtig! Sie sind ja Brüder! Sie gehören beide ein und demselben Mann, diese Zäune und die dahinter liegendenGebäude, die schmutzige kleine Fabrik und das große prachtvolle Herrenhaus. Es gibt natürlich auch Fabriken, die kein Herrenhaus in ihrer Nähe haben. Nun, wenn die Fabrikantenvilla fehlt, seid sicher, dann steht sie in der benachbarten größeren Stadt, weil der Besitzer mehrere solche, vom Zahn der Krisenzeit bctz, nagte Fabriken besitzt und sie von der Stadt auö besser kontrollieren kann. Oder aber, diese Betriebe gehören zu einem der großen Textilkonzerne, sind nur deren Zweigfabriken und dmm steht ihr NegierungSgebäude irgendwo, sehr stilvoll und sehr modern, an einer Straße der Hauptstadt und trägt das Firmenschild:„Zentralverwaltung der X-Werke". Die wahren Besitzer dieser Fabriken und des Konzerns aber, die Aktionäre, kühlen ihren sporttrainierten Körper irgendwo in den Fluten eines AdriabadeS oder tragen ihn behäbig durch die KinoS und Ber- gnügungslokale einer Großstadt. ES ist sogar viel besser, wenn die Tcxtilschlösser nicht so dicht bei den mageren Fabriken und den grauen Dörfern liegen. Im Juni konnte im Fremdenverkehr in der ESR. ein Zugang von annähernd mehr als z w e i h u n d e r t t au s e n d fremder Staatsangehöriger verzeichnet werden. Das bedeutet bei einem Vergleich mit Mai d. I. eine Zunahme von beiläufig 70 Prozent, und mit Juni 1834 eine bejläufig 27prozentige Erhöhung. Aber auch die Reisen der tschechoslowakischen Staatsbürger in das Ausland sind Heuer dauernd zahlreicher und im Durchschnitt länger als im Vorjahre. Dies ist nachteilig für die Bilanz des Fremdenverkehrs und namentlich für die Zahlungsbilanz, doch hängt dieser Umstand sichtlich mit dem Wirtschaftsstande zusammen, der für uns in vielen besuchten Staaten bedeutende Ueberschüsie rückständiger Guthaben aufweist. Im Juni(Mai) d. I. reisten annähernd 139.4 (104.6) Tausend unserer Staatsbürger ins Ausland und 127.1(98.7) Tausend unserer Staatsangehörigen kehrten zurück. In der Zeitpeiiode Feber-— Juni des heurigen(vorigen) Jahres kamen beiläufig 624.000(609.000) Ausländer zu uns und beiläufig 466.000(402.000) unserer Staatsbürger besuchten das Ausland. Bei den Ausländern ist dies Heuer gegenüber dem Vorjahre ein Zuwachs von bl2.6 Prozent, wogegen bei den Inländern das Reisen um 16 Prozent stieg. Noch auffallender ist Heuer der Unterschied nach der Qualität der Reisenden zwischen den Ausländern und den Tschechoflowaken. Die Ausländer verbrachten bei uns im Juni(Mai) d. I. ungefähr 661.000 Tage, im vorjährigen Juni jedoch etwa 983.000 Tage. Gegenüber dem vor« Man sieht dann nicht so deutlich, wie wenige Arbeiterhände eigentlich so eine vornehme Fabriksanlage unterhalten, wie wenig die Not der Krise ihrer Schönheit und Pracht angetan hat. Ihr Glanz dürfte auch allzuleicht die Volksgemeinschaft überdunkeln, an deren Mlberstreifen man unserem Textilproletariat jetzt eine bessere Zukunft vorflimmert. Bei den Wahlen der vergangenen Wochen hat sie ihre schillerndsten Triumphe gefeiert, diese Volksgemeinschaft. Not macht blind! Und deshalb sind auch manche Textilarbeiter auf die BolkSge- meinschafts-Wahlplakate hineingefallen. Ihre inzwischen verblaßten und schon sehr mitgenommenen Reste, Zeugen politischer Vergänglichkeit, hängen ja noch heute um und um an den Wänden, Fenstern und Dächern dieser ramponierten Textilbuden unserer Gebirgstäler. Aber derAnschauungSunter- r i ch t: Hie Arbeitsbaracke, hie Fabriksschloß, er dürfte sich auf die Dauer doch als wirksamer erweisen, als alle volksgemeinschaftlichen Brunnenvergiftungen der letzten Zeit. Er sagt dem Textilproletariat zu deutlich und sagt er immer wieder: Jede schwielige Textilarbeiterfaust und jede rissige Hand unserer GpinnermädelS trägt ungewollt Stein um Stein herbei, um diese Herrschaftshäuser neben den düsteren Textilwerkstätten nur noch glanzvoller werden zu lassen. Wann das ein Ende hat? Nun, wenn der VolksgemeinsöbaftSrummel vorbei sein wird. Hoffentlich recht bald! „Der Textilarbeiter". Völkische Schrlftlelterpolltlk Die»St. Joachimsjhaler Zeitung", die sich noch„deutschvölkisches Heimatblatt für den politischen Bezirk St. Joachimsthal" nennt, hat keine kritischen Leser, denn sonst könnte sie nicht derart mit der Journalistik Schindluder treiben. Am 17. Juli l. I. berichtete sie über den Tod des Kapitäns Dreyfus. Und weil der Schriftleiter in Dreyfus nur den Juden sieht, schrieb er u. a. wörtlich: '»Man fragte sich schon damals, warum denn die Weltpresse nicht zur Ruhe kommen konnte, wo doch Hunderten von Menschen viel schlimmeres Leid täglich widerfuhr, als dem Kapitän Drehfus die ganzen Jahre hindurch widerfahren war. Später wurde das.Warum" so manchem klar. Kapitän Dreyfus gehörte, wie alle Magnaten der „Wettpresse"' und der„Weltbanken" zu dem »gottgewollte« Bolle". Geld spielt daher keine Rolle." Selbstverständlich bleibt für den Schriftleiter der»St. JoachimSthaler Zeitung" Kapitän Dreyfus, trotz der gerichtsaktenmäßig erwiesenen Schuldlosigkeit, ein Verräter und er schreibt, daß auch im allgemeinen von der Rehabilitierung«gefühlsmäßig" nicht viel zu spüren war.* Auch für Heiterkeit sorgt der St. JoachimS- thaler. Unter dem Titel:»Auch nicht schlecht!" läßt er sich am 18. Juli l. I. vernehmen: .Wir lasen kürzlich in einer Zeitschrift, daß ein jüdischer sozialdemokratischer Senator in einer Rede di« Sd. P. verleumdete, daß sie ein politisches Doppelstriel treibe. Die eine Wange der jährigen Juni ist das ein Rückgang um fast einDrittel. Die Tschechoslowaken verbrachten im Juni(Mai) d. I. rund 327.000(138.000) Tage im Ausland«, dagegen im Juni 1934 nur etwa 223.000 Tage; das ist gegenüber dem Vorjahre ein beinahe 50 prozentigerAuf« st i e g. Für die fünfmonatige Zeitperiode Feber bis Juni 1985(1934) weist die Aufenthaltsdauer der Ausländer bei uns annähernd 1,452.000(2,000.000) Tage auf, also Heuer ein Sinken von fast 30 Prozent. Für die gleiche Zeit verzeichnete die Aufenthaltsdauer der Tschechoflowaken im Auslande beiläufig 680.000(509.000) Tage, also ein Steigen um mehr als 30Prozent. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit kann man Heuer eine Besserung nach der Zahl und besonders nach der Qualität bei dem Reiseverkehr der w e st- l i ch e n Länder beobachten. Der Reiseverkehr aus O e st e r r e i ch hat sich Heuer auch gebessert, aber dafür weist Deutschland eine dau- erndeundgrotzeVers chlechterung auf, die einen entscheidenden Einfluß auf die gesamte Verschlechterung des heurigen Fremdenverkehrs überhaupt hat. Der inländische Reise- und Touristenverkehr ist Heuer annähernd der gleiche wie im Vorjahre. Die Badeorte weisen jedoch Heuer einen schwächeren Besuch auf. Das betrifft besonders die Badeorte in Böhmen, und zwar sowohl die ständigen als auch die vorübergehenden Gäste und nicht nur die Ausländer, sondern auch die Inländer. Nur manche mährische und slowakische Badeorte erhalten die Frequenz auf gleicher Höhe. Sv. P. sei nach Berlin, die andere nach Prag gerichtet. Und die beiden anderen»Backen", bemerkt ein Spaßvogel, sind gegen alle roten Verleumder gerichtet." Völkische Politik! Man könnte das fortsehen. Doch es genügt WM als Beweis dafür, daß derartige„Einiger des deutschen Volles" etwas auf die Backen verdienten. Vie Ernennungen Zehn Deutsche in Böhmen, drei in Mähren-Schlesien Prag. Amtlich wurde am Montag die Ernennung des einen Drittels der neugewählten Landesvertretungen bekanntgegeben. Was unsere Partei betrifft, so ist zu unserer Meldung im Sonntagblatt noch nachzutragen, daß auch noch Genosse I l l n e r, Fachlehrer in Landskron, in die böhmische Landesvertretung ernannt wurde. Insgesamt wurden in Böhmen zehn deutsche Landesvertreter ernannt, nämlich: Dr. Franz Bacher, Franz H a l a, Wilhelm N o v y, Dr. Otto Hahn, Max K n e ch t e l, Julius L u s ch t i- netz, Wilhelm Weber, Dr. Josef K i s l i n- g e r, P. Tecelin Josef I a k s ch und Franz I l l n e r. In Mähren-Schlesien wurden drei Deutsche ernannt, nämlich außer dem bereits gemeldeten Genossen Obergerichtsrat i. P. Theodor S ch u- st e r noch Adolf Groß. Landwirt, und Dr. Rudolf Bayer, Bürgermeister von Freudental. Schotterarbeiterstreik In Konstantinsbad erfolgreich abgeschlossen Rieder« Löhne und rückständige Betriebseinrichtungen bei schwerer Arbeit, zwangen die im Schotterwerk„Radischer Berg" in Konstantinsbad beschäftigten Arbeiter die Arbeit einzustellrn.-Seit 11. Juli standen 80 Arbeiter im Kampf um Verbesserung ihrer Lage und nur fünf Arbeiter vergaßen sich und leisteten Streikarbeit. Nach langen, schwierigen Verhandlungen durch den Bau- und Steinarbeitrrverband, wurde nunmehr ein für die Arbeiter einigermaßen annehmbares Resultat erzielt, so daß die Arbeit Montag, den 22. Juli, wieder ausgenommen werden konnte. Der am 20. Juli herveigoführte Abschluß des Streikes ergab für die Arbeiter eine gehnprozentige Lohn erhöhung und eine Reihe von Verbesserungen der Betriebseinrichtungen, die gleichbedeutend mit, der Beseitigung der größten Uebel- stände in dem Schotterwerk find. Die Arbeiterschaft konnte deshalb diesen Abschluß ihres Abwrhr- kampfeS alS vollen Erfolg buchen«nd mit Befrie- digung über den AuSgang des Streikes die Arbeit wieder aufnehmen. Die Lehren dieses Kampfes für die Arbeiter deS Betriebes und darüber hinaus ergeben sich ganz von selbst bei der nur oberflächlichen Betrachtung der Sachlage und können in den Satz zusammengefaßt werden. greifbareEr- folge im Interesse der Arbeiter können nur mit Hilfe der freigewerkschaftlichen Organisation, sobaldsich dir Arbeiter restlos in ihr gesammelt Haven, erzielt werde«! Ule Armeemanöver 1935 Prag. Die heurigen Abschlußmanöver der tschechoslowakischen Wehrmacht finden in drei Gruppen statt. Die Uebungen der ersten Gruppe leitet der Generalstabschef der tschechoslowakischen Wehrmacht Armeegeneral K r e j L i. Oberster Schiedsrichter wird der Landeskommandant von Böhmen, Divisionsgeneral Kopal sein. Die Uebungen der zweiten Gruppe leitet der Landesmilitärkommandant in Koöice Divisionsgeneral P r ch a- jene der dritten Gruppe Divisionsgeneral Kopal. An den Schlußmanövern beteiligen sich eine größere Anzahl größerer Einheiten sowie Abteilungen verschiedener Waffen und Dienste. Divisionen, die an diesen Uebungen nicht teilnehmen, führen Uebungen kleineren Maßstabes durch. Alle teilnehmenden Formationen werden 10 bis 14 Tage außerhalb ihrer Garnisonen sein. An den Hauptübungen werden Vertreter der Regierung. Mitglieder der Wehrausschüffe, Vertreter der Aemter, der Press« usw. teilnehmen. Alle Uebungen werden am 10. September abgeschlossen sein, an welchem Tage auch das Militär, das sich an der dritten Manövergruppe beteiligt, in seine Garnisonen einrückt. Fra« Dr. Alice Masarhk für deutsche Hochschüler. In hochherziger Anteilnahme an der Not der deutschen Hochschüler widmete Frau Dr. Alice Ma- s a r y k zehn halbe Ferienerholungsplätze für unbemittelte und erholungsbedürftige deutsche Hochschüler. Die tschechischen Hochschüler stellen ihren deutschen Kommilitonen für diesen Zweck ihr schön gelegenes, vom„Stubenflh zdravotnk üstav" unter Dir. Dr. A. Hoffmann geleitetes Ferienheim in P a r n i c e in der Slowakei zur Verfügung. Weiters erklärte Frau Dr. Alice Masaryk, sich bereit, der Deutschen Studentenfürsorge im kommenden Schuljahr die Sorgen um zwei bis drei der schwersten studentischen Krankheit-« fälle abzuuehmen. Gesteigerter Fremdenverkehr, aber Sinken der Aufenthaltsdauer um 30 Prozent Hauptursache: Deutschland— Zunehmender Reiseverkehr Ins Ausland Seit« 4 DienStag, 23 FuN 1S3S. «k. res Sonntag vormittags brach in der Lederfabrik Arnstein und Pick, Prag VII. Na Maninäch, ein Feuer aus, das— genährt von dein starken Ward— rasch auf die Rach- vargrbäude Übergriff, so daß bald der ganze Gebäudckomplex in Hellen Flammen stand. Trotz der aufopfernden Arbeit der Feuerwehr, die wenige Minuten nach der Lrandmeldung auf dem Brandplntz'erschien, brannte das Gebäude der Firma Arnstein und Pick und dir dicht daneben liegende Plachcnfabrik Feliz Schwarz vollkommen nieder. Auch die benachbarte Halle des Bcveines der Tierfreunde, in der über hundert Tiere— Hunde, Katzen, Vögel nnd zwei Füchse— untergebracht waren, wurde ein Raub der Flammen. Zahllose Tiere fanden einen qualvollen Tod in den Flamme«. Verspäteter Feueralarm Der katastrophale Umfang des Brandes, der von der Feuerwehr als der größte der letz- tenJahre bezeichnet wird, ist auch darauf zurückzuführen, daß das Feuer schon eine ganze Zeit gewütet hatte, ehe es entdeckt wurde. Gegen halb elf Uhr bemerkte eine Polizeipatrouille, daß aus dem Dachwerk des Lagers der Firma Arnstein und Pick Rauch dringe. Die Polizisten verständigten sofort die Feuerwehr und den Lagcrverwalter sowie den Hausbesorger'der Firma, die von dem Brand noch keine- Ahnung hatten. Im nächsten Augenblick aber— ehe noch die Feuerwehr eintreffen konnte— schlugen die Flammen bereits empor. Die mit Naphthalin präparierten getrockneten Häute im Lager der Firma Arnstein sowie die Pla- chen und die Putzwolle in der angrenzenden Fabrik Schwarz boten dem Feuer die denkbar beste Nahrung. Jeder Versuch, den Riesenbrand' zu löschen, erschien aussichtslos, man mußte sich damit begnügen, die weitere Ausbreitung des Feuers nach Kräften zu unterbinden. Dieser Arbeit der Feuerwehr und dem glücklichen Umstand, daß der Wind nicht in der Richtung der Zinshäuserreihe wehte, ist es zu danken, daß der Brand nicht auch auf die bewohntenHäuser Übergriff und so die Katastrophe noch ins Ungemessene steigerte. Tiere auf dem Scheiterhaufen Der hinter dem Lager der Firma Rott befindliche Tierschutzraum, in dem 110 verlassene Hunde, 60 Vögel, zahllose, Katzen und zwei Füchse untergebracht waren, wurde hingegen ein Raub des Feuers. Der ganze Vogelkäfig verbrannte mitsamt seinen gefiederten Insassen, ebenso ein Käfig mit Meerschweinchen und einer der Füchse. Wieviele Hunde und Katzen umgckommen sind, ist noch nicht bekannt, da viele dieser Tiere bei den Rettungsversuchen ausbrachen und seither vermißt werden. Man weih nicht, ob sie verbrannt sind oder in den Straßen umhcrirren. Einige Personen wurden von erschreckten Hunden gebissen. Viele Millionen Schaden Aber nicht nur die beiden Fabrikslager, die bis auf die Grundmauern njederbrann- t e n, wurden vom Feuer heimgcsucht. Der Brand griff auch auf das Lager der Firma Rott über, das ebenfalls schwer beschädigt wurde. Weiter wurden von dem Brand die Werkstätten der Fabrik Fanta und K a b e s bedroht und das Dach beschädigt. Außerdem wurden die Objekte der Lederhändlergenoffenschaft im Hause Nr. 837 und die Werkstätte des Zimmermeisters Alois Hrdliika beschädigt, wo der Zaun und ein Teil des Bauholzes verbrannten, schließlich die Werkstätte der Keffelfabrik V. Bauer. Die Familien der Angestellten der Firma Rott mußten delogiert werden. Der Schaden geht in die M i l l i o n e n. Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. Der Vorfall wird untersucht. Großes Autounglück bei Königswart Sieben Verletzte— einer tödlich Sonntag, kam es in der Straßenbiegung zwischen den Gemeinden Altwasser»nd Sandau bei Bad Königswart zu einem schweren Autounglück. Auf dem Wege nach Franzensbad fuhr in das Auto des Pilsner Wäschefabrikanton Lü- with rin reichsdeutscher achtzylindriger Mercedes Benz. Der Zusammenstoß, der dadurch verursacht wurde, daß der Lenker des reichsdeutschen Autos entgegen den Berkehrsvorschriften auf der rechten Seite fuhr, war derart heftig» daß in beiden Autos zusammen sieben Reisende verletzt wurden. Darunter wurde der Wäfchefabrikant Löwith aus Pilsen tödlich verletzt; er erlitt einen Bruch der linken Hand, des linken Fußes«nd einiger Rippen, daneben auch noch Quetsch-«nd Schnittver- letzungen. Die Verletzten wurden zu einem Teil Die Spielhölle unter freiem Himmel Ein guter Fang der Brünner Polizei Seit langer Zeit schon konnte man in den Denisanlagen in Brünn die Beobachtung machen, daß sich dort eine regelrechte Spielbank unter freiem Himmel etabliert hat. Eine größere Anzahl junger Menschen huldigte dort dem Hasardspiel und hiezst suchten sich diese Leute ihre-Opfcr in verschiedenen Restaurants und Cafes. Am größten war der Zuspruch in dieser Spiclbanl immer am Samstag nachmittags und oft verloren dort Arbeiter ihren gesamten Wochenlohn. Wiederholt kam es vor, daß Frauen ihre Männer dort beim Spiel antrafen und zusehen mutzten, wie ihr Mann sein Geld verlor. Kein Wunder, datz es in den Ddnisanlagen, insbesondere abends, wiederholt zu blutigen Raufereien kam. Die Polizei wurde auf diese Tatsache aufmerksam und am vergangenen Samstag nachmittags beobachteten drei Zivilinspcktoren die Vorgänge an diesem Orte. Sie hatten die Absicht, diese Spielhölle selbst auszuheben, da aber an diesem Tage ein. besonders starker Besuch zu verzeichnen war, verständigten sie das Ueberfallskommando der Brünner Polizeidirektion, das dort in einigen Minuten erschien und nicht weniger als 40 Personen verhaftete. Alle Angehaltenen wurden zur Polizeidixektion gebracht, wo sie vorläufig in Haft blieben. Einige werden dem Gericht überstellt. Fünf Todesopfer eines Hotelbrandes Aberdeen(Staat Washington). Das Hotel Delmonte wurde durch ein Grotzfeuer vernichtet, wobei fünf Hotelangestellte den Tod fanden. Elf Mensche« ertrunken Allenstein. Ein Ruderboot, welches notdürftig als Fährboot hergerichtet war und den Verkehr zwischen Darsthen und dem Ausflugsort Hertha- Insel im Darethener See vermittelte, kehrte stark überladen mit 21 Personen besetzt von der Insel nach Darethen zurück. Auf der Mitte des Sees schlug das Boot voll und kenterte. Von'den 21 Personen sind elf ertrunken. Zehn konnten gerettet werden. Der Vorfall wird noch untersucht. Nähere Nachrichten fehlen noch. Zwei Leichen konnten bisher geborgen werden, nach den übrigen wird noch gesucht. Guter Rat ist teuer. Unter Umständen kostet er denen, die ihn bekommen die Freiheit, während er für die Ratgeber ein fettes Geschäft bedeutet. Zu den kostspieligsten Ratschlägen, die jemals angeboten wurden, dürste aber jener gehören, den— wie aus Rom berichtet wird— Mussolini zum Zwecke der„friedlichen Lösung" des Konfliktes den Abessiniern angeboten hat. Der Duce hat als weltbekannter Pacifist, dem nichts so zuwider ist wie ein Krieg, dem Kaiser von Abessinien den Vorschlag gemacht, er möge doch in seine Regierung„stalienische Ratgeber" aufnehmen. Aber der gute Rat, der hier so uneigennützig offeriert wird, dürfte den Abessiniern doch ein bißchen zu kostspielig sein. Solcher Rat des Quirinals hat in Oesterreich dem Volk die Freiheit und 1600 Arbeitern das Leben gekostet. Der Großmut des italienischen Imperialismus, der sich nun bereit erklärt, all das, was er im Krieg zu erobern sich anschickt, auch im Frieden zu nehmen, der sich bereit erklärt, Abessinien durch seine„Ratgeber" zu regieren, ehe er es noch erobert hat, wird gewiß allgemeine Rührung erwecken. Aber Heile Hclassi dürfte diesen freundlichen Rat doch dan- kend ablehnen, in der weisen Erkenntnis, daß in der Diplomaste manchmal jenem, dem zu raten ist, nicht mehr zu helfen ist. Reichsdeutsches Flugzeug in der Tschechoflo- wakischen Republik. Am 21. d. M. um 16 Uhr 15 Minuten landete in der Nähe der Station Strän- kice das reichsdeutsche motorlose Flugzeug„DV Kiebitz 11" mit dem Piloten Hans Niakisch, der um 12 Uhr von der Wasserkuppe gestartet war. Todessturz beim Antcnnrnbau. Ein Egerer Ein-, wohner namens Heinrich Kassel stürzte beim Reparieren der R<ü>ioantenne vom Däche seines Hauses auf die Straße. Der Unglückliche erlitt u. a. schwer st e innere Verletzungen und starb kurz nach der Einlieferung ins Egerer Krankenhaus. Für die Mutter in den Tod. Ein Unwetter» das Samstag über O e st e r r e i ch niedergmg, richtete große Schäden, besonders in Ischl und Umgebung an. Die Graupeln, die die Größe eines Taubeneis erreichten, haben Gärten und Felder schwer beschädigt. Das Unwetter hat einige Dächer abgetragen und alle Fenster eines Personenzuges der Salzburger Lokalbahn zertrümmert. Im Gebiete der Staist Ischl schlug der Blitz in einen Baum, dessen Acste auf die Drähte der elektrischen Leitung fielen. Die 56jährige Bäuerin Else Strubreiter versuchte die Acste von der elektrischen Drahtleitung zu beseitigen und kam dabei mit dem elektrischen Strom in Berührung. Ihr S o h n eilte ihr zu Hilfe und konnte sie wirklich retten, obzwar sie bcrxits schwere Verbrennungen erlitten hatte, wogegen er selbst auf der Stelle getötet wurde. Der Herr„Steueramtssekretär" Freitag, den 19. Juli, wurde im Walde am sogenannten Steinhübel bei Ujezd a. M. der Hilfssteuerbeamte Alois Svec erhängt aufgefunden. Der Selbstmörder war längere Zeit auch Sekretär der tschechischen Bezirksjugendfürsorge in Tuschkau-Stadt. Er führte einen weit über seine Verhältnisse hinausgehenden Lebenswandel, war ein großer Frauenfreund und verstand es, sich ohne- Verlegenheit als vorgesetzter„Steuersekretär" vorzustellen. In der ganzen Umgebung verstand er es, sich Geld auszuborgen und schließlich blieben auch seine Finger nicht rein. Er veruntreute aus den Mitteln der Bezirksjugendfürsorge Kc 5000.—, worum die hilfsbedürftige Jugend infolge seines Leichtsinns gekürzt wurde. Er kam schließlich so in die Enge, daß er keinen anderen Ausweg mehr wußte, als nach dem Stricke zu greifen. 30.JOOO Säuglinge sterben jährlich auch heute noch in der Tschechoslowakei. In der Zeit des ungenügenden deutschen Nachwuchses, in der der Geburtenüberschuß in unserem Staate nur noch 7000 deutsche Kinder beträgt, ist das eine erschreckende Zahl. Denn schätzungsweise sind ein Viertel der sterbenden Kinder deutsch. Wer die Geschehnisse von diesem Standpunkte aus übersieht, der begreift erst recht die Bedeutung der Deutschen Jugendfürsorge für unsere Zukunft» Denn ihr gelang es, die Säuglingssterblichkeit durch Maßnahmen(Mutterberatung, Bolksauf- klärung usw.) innerhalb der letzten 20 Jahre von 20 auf 10 Prozent, also um die Hälfte, zu verringern. Und noch sst die oberste Grenze nicht erreicht. Durch weitere unausgesetzte Arbeit ist es Wohl möglich, die Sterblichkeit unseres Nachtwuchses noch zu. vermindern. Freilich gilt es dann nicht nur, die vorhandenen Einrichtungen im vollen Ausmaße zu erhalten, sie müssen weiter ausgebaut und vermehrt werden. Viel Arbeit ist dazu nötig, viel Verständnis und Geld. Es gilt nicht nur, die Geburten zu vermehren; den Nachwuchs zu erhalten und bis zum vollwertigen und selbständigen Menschen zu erziehen, ist die zweite gleich wichtige und schwierige Aufgabe. Ei« Kind i« der Kiste. JnKarlsbad- Drahowitz wurde ein Mann festgenommen, der sein siebenjähriges Töchterchen tagelang in einer schmalen Kiste eingesperrt hielt. Als der Polizeiarzt das Kind untersucht«, stellte er fest, daß es lebensgefährlich unterernährt und mit Ungeziefer aller Art bedeckt war. Ein Flieger auf einem Motorrad verunglückt. Der Fliegerleutnant Franz Hrnötk, der derzeit in Lipüvka bei Brünn auf Urlaub weilt, wich mit seinem Mowrrad auf der Straße bei Lipüvka einem Auto aus, das auf der falschen Straßenseite fuhr. Das Motorrad geriet dabei in den Straßengraben und Hrncir wurde schwer verletzt. Er wurde ins Brünner Divisionsspital gebracht. Im Steinbruch verschüttet. Der Arbeiter Rudolf Monika aus Dukowan geriet im Wolframitzer Steinbruch unter stürzende Gesteinsmassen. Während des Transportes ins Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen, Ein blutig geschlagener Republikaner. Wie die griechischen Blätter melden, wurde der General i. R. Blachovanis, als er in einer Bauernversammlung für das republikanische Regime sprach, von Royalisten ernstlich verletzt. Starke Abkühlung. Es scheint, daß die Abkühlung in Mitteleuropa nunmehr ihren Höhepunkt erreicht hat. IN Mittelböhmen, Sachsen und Schlesien wurden Montag nachmittags bei Regen nur 13 bis 15 Grad verzeichnet, auf den Bergen meist nur 5 bis 10 Grad. Di« Schneekoppe hatte lediglich zwei Grad. Von Südwesten her breitet sich nunmehr etwas höherer Druck über das Binnenland aus, so daß der kühl« Nordwestwind allmählich abflauen dürfte. Auf den britischen Inseln stieg die Temperatur am Montag wieder Wer 20 Grad und auch aus Frankreich werden Temperaturen oo» 20 bis 25 Grad gemeldet. In unseren Gegenden wird sich das Wetter voraussichtlich jedoch nur langsam bessern.— Wahrscheinliches Wetter von heut«: Von Südwesten her allmähliche Beruhigung des Wetters, sonst noch veränderlich, strichweise Schauer oder Gewitter, nur mäßig warm, zeitwesse frischer Wind aus nordwestlichen Richtungen.— Wetteraussichten für Mittwoch: Fortschreitende WetteÄbefferung. Vom Rundfunk taphMmwartei aus«San Programmen! Mittwoch: Prag, Sender L: 6: Gymnastik, 10.05: Deutsche Presse, 12.10: Leichte Musik, 12.30: Mittagskonzert,'13.40: Deutscher Arbeitsmarkt, 17.55: Orchesterwerke von Dvoiak, 18.20: Deutsche Sendung! aktuelle Viertelstunde, 18.35: Arbeiters»»!: Erna Haberzettel: Aus der Welt der arbeitete« Frau, 18.55: Sozialinformationen, 19.25: Beethoven: Türkischer Marsch, 19.40: Konzert der tschechischen Philharmonie, 21.50: Klavierkonzert, 22.30: Tanzmusik. Sender S: 7.30: Leichte Musik, 14.15: Deutsche Sendung: Kinderstund«.— Brünn 15: Orchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung« Schnura: Intermezzo, Hörspiel, 18.45: Opern« Arien.— Mährisch-Ostrau 18 05: Bulgarische Liei der.— Kascha» 18.55: Händel: Sonate für Vio« line,—. Rauberjagd in Karpathorutzland Mit Motorwagen«nd Polizeihunde« nach Eger, zum anderen Tell nach Marienbad ins Krankenhaus gebracht. Aus der Welt der Flieger Moskau. Die Vorbereitungen für den ge- planten-Ohnchaltflug M o s k a u—S a n Francisko über den Nordpol, den der in Sowjet- rußland sehr bekannte Flieger Lawaniewski mit den Fliegern Bajdukow und Lewtschenko in einer einmotorigen Maschine sofort bei Eintritt meteorologisch günstiger Bedingungen durchführen will, sind in vollem Gange. Nach Mitteilungen der Telegraphenagentur der Sowjetunion lassen die amerikanischen Behörden diesem Flugunternehmcn ihre volle Unterstützung angedeihen, nachdem u. a. der Moskauer amerikanische Botschafter Bullitt den Präsidenten Roosevelt brieflich gebeten hatte, den Flug zu fördern. * Warschau. Die bekannten polnischen Ballon- Flieger Hauptmann Buzynski und Leutnant Wysocki haben einen neuen Höhenrekord mit dein Freiballon„Torun" in offener Gondel aufgestellt. Sie erreichten eine Höhe von 1 0.0 0 0 Metern und haben ihren neuen Rekord der internationalen Kommission zur Bestätigung vorgelegt.\ ♦ Tödlicher Absturz eines Segelfliegers. Montag früh stürzte, wie aus Salzburg gemeldet wird, der 36jährige Segelflieger Herbert Gründler aus Gnigl mit seinem Apparat über der Zisteralpe ab. Der Apparat wurde zertrümmert, der Pilot, ein bekannter Funktionär des Salzburger Aeroklubs, fand den Tod. Ughorod. Die aus den Bezirken Vo.love und Chust zusammengezogene Gendarmerie veranstaltete in den letzten Tagen mit Polizeihunden eine großangelegte Razzia nach dem Räuber IIko L e p e j und seinen drei Helfershelfern. Diese verübten ihren letzten Raub am 13. ds. in der Gemeinde Tjuska bei Volove, wo sie einem Kaufmann Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfes entwendeten. Bei dem Raube wurden sie vom Nachtwächter überrascht, den sie überfielen und verletzten. Nach der Tat flohen sie in die Wälder oberhalb Tjuska. Der zusammengezogenen Gendarmerie gelang es Samstag abends, in der Nähe der Gemeinde Tjuska einen dieser Räuber, I ur o V o r o ble c, f e st z u n e h m e n, der be- reits mehrfach vorbestraft ist. Die anderen Helfershelfer Lepejs flohen sodann auf das Plateau Stoupa. Dorthin wurden sofort Autocars der Gendarmeriebereitschaftsabteilung aus Berehovo und UZHorod entsandt und Samstag nachts gelang es tatsächlich, ein weiteres Mitglied der Bande, JvanPiliäines, festzunehw men, der sich in der Gemeinde Lozanskh bei Volovä versteckt hielt. Die beiden verhafteten Räuber wurden entwaffnet. Sonntag wurden die zwei übrigen Mitglieder der Räuberbande, I u r k o L ep ej und Jura Klevec, verfolgt, die sich in den Wäldern oberhalb des Plateaus Stoupa versteckt halten. Die Gendarmerie nahm in diesen Wäldern systematisch die Suche auf und eine viergliedrige Patrouille stieß gegen 16 Uhr auf Lepej und Klcvec. Als die Räuber die Patrouifle erblickten, griff Klevec nach dein Gewehr und legte auf einen der Gendarmen an. Als ein zweiter Gendarm die Gefähr erkannte, gab' er einen Schuß gegen Klevec ab, der jedoch sein Ziel verfehlte. Den Räubern gelang es hierauf, zu e n t k o m m e n. In ihrem Lager wurden 53 scharfe Gewehrpatronen, Rucksäcke mit Lebensmittelvorräten und Kleidungsstücke gefunden. Die beiden gefährlichen Räuber sind" in die dichten Ge- birgswälder von Kuk geflohen. Die Gendarmerie hat ihre weitere Verfolgung ausgenommen. Der Regen erschwert sehr die Aufnahme der Spuren der flüchtenden Räuber durch die Polizeihunde. Die Gendarmerie erwartet jedoch, daß die gehetzten Räuber, welche auf ihrer Flucht ohne Nahrung sind, sich nachts menschlichen Siedlungen nähern werden und daß es dabei möglich sein wird, sie festzunehmen. Die am Samstag festgenommenen Spießgesellen Lepejs, Fedor Borobec und Ivan PilipLinec wurden am Montag unter guter Bewachung von der Gendarmerie in die Haft des Kreisgerichtcs Chust eingeliefert. In der Gemeinde Lozanskh, wo Pilipcinec in einem Versteck aufgegriffen wurde, wurden Montag vormittags zwei Einwohner festgenommen, von denen festgestellt ist, daß sie den Räubern Unterschlupf gewährten und sie mft Nahrungsmitteln versorgten.* : 11 Mr. 169 Privatleben und Politik - Paris. Das Pariser Gericht wird sich am Donnerstag zum erstenmal in der Geschichte des Gerichtswesens mit der These befassen, daß sich zur Teilnahme an der Regie= rung niemand eigne, dessen Privatleben nicht must er haft ist und der nicht seine Frau und seine Kinder liebevoll behandelt. Diese These wird vor Gericht von der französischen Sufra gette, der Chefredaktrice der Zeitschrift" La Francaise", verteidigt werden, die von Sena tor Raymond de Plantier wegen Ehrenbeleidigung verklagt wurde. r Dienstag, 23. Juli 1935 Der neue Hannibal. Der Amerikaner Halli burton, der auf einem Elefanten eine Reise über die Alpen nach Italien unternimmt, hat Sonntag nachmittags das Hospiz auf dem großen St. Bernhard passiert. In Kürze / Seite 5 Nächten durch Großbrand fast vollständig vernichtet| schweigische Ministerpräsident Klagges, daß Heinrich| worden. Auf einem Gut in der Nähe von Baja der Löwe ein Vorläufer einer wahren deutschen fielen dem Element fünf Anwesen mit Wohnhäusern, Nationalpolitik gewesen sei. Uns scheint, daß die mangelnde Geschichtskenntnis der NationalsozialiScheunen und Ställen zum Opfer. sten, die ja das Wisser verschmähen, ihnen einen Breslau.( AP.) In Oberschlesien wurden Streich gespielt hat. Bisher hat man immer ge- auf mehreren Gruben die Förderwagenwände erwußt, daß Heinrich der Löwe als Haupt der kirhöht, so daß die Wagen statt 18 Zentner jetzt centreuen Welfen auf der Seite des Papst 20 3entner fassen. Das bedeutet also größere tum3 stand, was doch die Nationalsozialisten nach Leistung bei altem Lohn. Dies hat im Grubenihrer Einstellung nicht gerade als besonderes Plus revier große Erregung ausgelöst. In einer betrachten, und daß er wegen seiner föderalistischen Spinnerei in Oberwaldenburg fam es zu einem Aus einem ArbeitsEinstellung gegenüber dem Imperialismus der anti- Fall passiver Resistenz. päpstlichen Hohenstaufer als Partitularist lager bei Schwiebus sind 70 Mann ausgerückt. Stuttgart.( AP.) Der frühere württembergische galt. Landtagsabgeordnete 2int ist den Folterungen, dener er im Konzentrationslager Ruhberg unterworfen wurde, nach qualvollen Leiden erlegen. Heinrich ,, der Löwe" ist im Dritten Reich wieder zu Ehren gekommen. Die Grabstätte soll aus gestaltet werden. Hitler weilte selbst an der Gruft, und unter seiner Zustimmung erklärte der braunEine neue Zwergraffe entdeckt? Fünf Millionen auf der Flucht Hanoi( Franz. Indochina). Die französischen Gelehrten, die sich mit Rassenforschungen in Indochina beschäftigen, teilen mit, daß sie in den Gebirgsgegenden von Annam, die man bisher für unbewohnt hielt, eine neue Zwergrasse entdeckt haben. 26jähriger als neunter Mann einer 78jährigen In Istanbul hat die Eheschließung eines 26jährigen Mannes mit einer 78jährigen Frau, die bisher ne un Männer hatte, die sämt= lich jünger waren als sie, aber turz nach der Hochzeit star ben, große Sensation hervorgerufen. Der zehnte Mann hofft, seine Frau zu überleben und ihr Vermögen, das auf 50.000 schätzt wird, zu erben. Das Riefenausmaß der chinesischen Ueberschwemmungen Schanghai. Die Ueberschwemmungen im Gebiete des Gelben Flusses nehmen bei anhaltend schweren Regenfällen immer drohendere Formen an. Die Wasser erfassen täglich neue Städte und Dörfer. Die Ver= I uste an Menschenleben und Eigentum sind un abschäzba r. Der Gouverneur von Schantung gibt die Zahl der Flüchtlinge mit fünf Millionen an. Unter ihnen sollen Hungersnotund Seuchen herrschen. Die Behörden entsandten hunderte von Booten mit Nahrungsmitteln und Medizin. Die Lage im Gebiete des Bangtse- Flusses ist bei langsam zurückgehendem Wasserstand etwas günstiger. Die Behörden von Hupeh haben mit Hilfe von Flugzeugen Erkundigungen über das Ausmaß der vom Hochwasser des Vangtse- und des Han- Flusses verheerten Gebiete angestellt und festgestellt, daß die Ueberschwemmung der des Jahres 1931 gleich kommt. Allein in Han kau sind bisher 130.000 Flüchtlinge eingetroffen. London. Der ehemalige Bürgermeister von Athen, Kozias, traf Samstag in London ein. Er wird Sonntag den ehemaligen König von Griechenland aufsuchen. Dieser Begegnung wird besondere Bedeutung beigemessen. schen Geruchsempfindens irgendwelche Drüsen aus dem Leib? Denn es steht schwarz auf weiß gedruckt:„ Der Ernst der Zeit verlangt, diesem Problem ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken." Was aber ist ein Duftfeld? Der Geruchsdoktor hat es entdeckt, und er läßt seinen Leipziger Verlag drucken:„ Jedem Menschen ist sein besonderes Duftfeld eigen, das nur von den auf dem men wird!" Geruchsgebiet besonders Begnadeten wahrgenom Es gibt tatsächlich Riechkünstler, das sind Sachverständige in der Parfümeries, Ta bat- und Alkoholindustrie, die mit Zunge und Nase Differenzen entdecken, die von normal Riechbegab Buenos Aires. Ueber der Stadt Cata stado stammt, der vor einigen Jahren große türkische Pfund( ungefähr eine Million Kč) ge marca, der Hauptstadt der im argentinischen Teile Argentiniens und sogar die Bundeshaupt- ten sonst nicht wahrgenommen werden. Aber an Anden- Gebiete liegenden Provinz gleichen stadt Buenos Aires mit einem Aschenregen über Namens, ging Samstag und Sonntag ein u n= schüttete. unterbrochener Regen von Vulkan- New York. Am Samstag und Sonntag asche nieder. Man nimmt an, daß der tamen in den Vereinigten Staaten bei Unfällen, Aschenregen von einem verstärkten Ausbruch des die von Stürmen, von der Hiße oder durch Feuer in ununterbrochener Tätigkeit befindlichen, südlich verursacht wurden, insgesamt 80 Personen ums vom Aconcagua liegenden Vulkans Decapi=[ Leben. Sehr viele Menschen wurden verwundet. Der Präsident von China will keine Verkäuferin als Schwiegertochter Schanghai. Der Adoptivsohn des Präz fidenten der chinesischen Republik, Liu Schen, hat sich vor einigen Tagen in der Stadt Columbus im Staate Ohio in den Vereinigten Staaten von Nordamerita mit einer Verkäuferin verheiratet. Präsident Liu Schen, der mit dieser Heirat seines Adoptivsohnes unzufrieden ist, forderte den chines fischen Botschafter in den Vereinigten Staaten auf, Rosen und Leder- Nasenflügel bläht bon der Washingtoner Regierung des jungen Ehemannes Ausweisung und Repatriierung nach China zu verlangen. Deutscher, rieche deutsch! Gleichgeschalteter Wohlgeruch Der Hauchzauber Das Dritte Reich steht auf einer Basis von fategorischen Imperativen. Mit„ Deutschland erwache!" hat es angefangen und ging dann über 3ß aus dem Einheitstopf!" bis es jetzt angelangt ist bei:„ Nieche deutsch!" Der neue Chauffeur bringt Unglück. As in der Nacht auf Montag der Brüger Möbelfabrilant Leopold Bös in seinem Auto von OberTeutensdorf gegen Brür fuhr, verlor sein ChaufEin akademisch gebildeter Herr Doktor hat feur, der 33jährige Mar Berner, in einer das deutsche arteigene Aroma entdeckt. Das junge Kurve bei Maltheuern die Gewalt über den deutsche Mädchen, das in den Stallungen von Straftivagen und fuhr gegen einen Doppelmait Stallupönen zu Hause ist, hat von nun an ebenso der Telephonleitung. Das Automobil wurde zer- deutsch zu riechen wie der brave Münchner Bürtrümmert und der Chauffeur erlitt einen lebens- ger, dem der Schaum seines Hofbräus im Barte gefährlichen Bruch der Wirbelsäule. Fabrikant flebt. Jeder Jude hat nach Knoblauch zu rieBös kam mit einer mindergefährlichen Kopfber- chen und deshalb haben die Deutschen in Zukunft lebung davon. Berner war den ersten Tag beim ihre Liebespartner vor jedem Kuß erst abzurieFabrikanten Bös im Dienst. chen, denn und so schreibt der Herr Doktor:„ Der Geruch ist der Garant eines glücklichen Zusammenseins." Nun hat der hellhäutige Mensch, zumal in Amerika, die Ansicht, daß alle Neger schlecht riechen; aber auch der Schwarze findet den Geruch der weißen Herren unerträglich. Und doch kommt es vor, daß Mulatten, Halbschwarze und Halbweiße durch die Welt laufen. Der Geruchsabgrund muß also nicht unüberbrückbar sein. An der Theorie des Herrn Doktor ist nur richtig, daß übelriechende Menschen körperlich nicht anziehend sein können. Selbstverständlich kann von einer hohen Reichsregierung befohlen werden, daß von nun an die SS- Leute nach Rosen zu riechen haben. Das ist sogar ein wichtiges Mittel, um die BevölBei Brunnenschachtarbeiten in einer Spinnerei in Breslau wurde ein Arbeiter, der in die Schachtanlage hinunterſtieg, durch Abgase betäubt und fiel in das Grundwasser. Ein anderer Arbeiter, der seinen Kameraden retten wollte und ebenfalls hinunterstieg, wurde gleich falls betäubt. Die Feuerwehr wurde daraufhin sofort alarmiert und ließ einen vorschriftsmäßig ausgerüsteten Feuerwehrmann in den Brunnen hinab. Durch einen unglücklichen Zufall blieb dieser an einem Hindernis hängen und stürzte in die Tiefe. Schließlich gelang es, die drei Verunglückten aus dem Schacht herauszuholen, jedoch konnte der Arzt nur noch ihren Tod feststellen. Die Holländische Luftverkehrsgesellschaft terungsziffer zu heben. ( KLM) hat beschlossen, sich bis auf weiteres bor Vorläufig aber wird nur die Forderung geder seit Anfang Mai d. J. von ihr gemeinsam stellt, die Nase genau wie andere Körperorgane mit der Deutschen Lufthansa betriebenen Strecke zu schulen. Es besteht also die Möglichkeit, daß in Amsterdam Frankfurt a. M.- Mailand zurückzuziehen. Die Lufthansa hat den Betrieb auf dieser Strede allein übernommen. Ferner bat die Holländische Luftverkehrsgesellschaft cie bisher fünfmal täglich erfolgten Abflüge nach London und Brüssel als Folge des durch die letz" Saubere Arbeit Von Karel Čapek den Arbeitslagern nach den Geländeübungen der Riechunterricht eingeführt wird. Die Mannschaften haben dann anzutreten, der Sturmführer kommandiert:„ Nasenflügel bläht, Nase rümpft! Linfes Nasenloch geradeaus! Ganze Nasen kehrt!" Aber der Herr Doktor hat auch seine Sorgen:" Menschen, die eine konsequente Abneigung gegen das haben, was man Wohlgeruch nennt, sind frankhafte Persönlichkeiten, die es sehr zum Nachteil für die Allgemeinheit dahin gebracht haben, ihre unnatürliche Veranlagung andern als normal hinzustellen, um dieses nervöse Gemütsleiden durch psychische Infektion auf andere zu übertragen. Es ist höchste Zeit, ihm entgegenzutreten!" die denkt der Herr Doktor wohl kaum. Besonders Begabte sind bei ihm gewiß die, die im Dritten Reich allgemein als Begnadete, d. H. von einer übermenschlichen Instanz als ausgezeichnet gela ten. Jm großen gangen hat bis jetzt zur Kenntnis, ob der Dunstkreis eines Menschen sympathisch oder unsympathisch wirkt, gewöhnlich die durchschnittliche Begabung genügt. Aber der Charakter hat wohl kaum etwas mit riechender Zahnfäule oder übermäßiger Transpiration zu tun. Die Theorie: an ihrem Geruch sollst du ste erkennen, ist dem erfinderischen Geist vorbehalten worden, der im Dritten Reich so manches verlorene Sulturgut ersehen muß. Der Entdecker der Niech tultur, sein Name und sein Werk seien verschwies gen, hat im Rahmen seiner Legende auch den Stuß entschleiert. Er läßt ihn aus dem Hauchzauber entstehen. Dieses Wort bereichert die deutsche Sprache, und es flingt gut, wenn der liebende Hochschulprofessor für Wehrwissenschaft seine Ehegattin nach dem Abendbrot bittet: Komm doch mal her, Louise, und bezaubere. mich mit deinem Hauch." Dazu kommt, daß der Hauch rassisch einwandfrei zu sein hat bis ins vierte Glied. Die Gleichschaltung schreitet fort. Mit der Gesinnung wurde begonnen. Die Bistra- Faser bereinheitlicht die Garderobe. Jetzt ist man mit den Anfangsgründen zur Gleichschaltung der Nase beschäftigt. Die neueste Parole des Dritten Reiches Taus tet:" Deutsch sein, heißt deutsch riechen!" W. R. Also wer nicht so riechen will, wie es dem Herrn Doktor gefällt, ist unterwertig. Soll nun das normale Soldatenparfüm aus Leder und Schweiß oder Pulverdampf der Idealgeruch der Säbelduell mit einer Frau? deutschen Nation werden? Daß sich die unnatürliche Veranlagung im Geruch offenbart, war das Verderben der Noehm und Heines. Hohe und höchste Stellen des Dritten Reiches haben sie eben nicht mehr riechen können. Oder soll der deutsche Mann in Zukunft mit Stolz sagen: ich rieche wie Goethe! Und die deutsche Maid wird sich immerzu wünschen, genau so herzinniglich duften zu dürfen wie Leni Riefenstahl, Winifred Wagner und Emmi Göring. Wie aber tritt man am besten den Menschen gegenüber, die nichts von gleichgeschalteten Wohlgerüchen wissen wollen? Sterilisiert man ihre Geruchsnerven, schneidet man ihnen nach einem Spruch des Gerichts zur Wiederherstellung ari,, Seßen Sie sich, meine Herren", empfängt fie der Mann mit der Zigarre unnatürlich höflich. ,, Was wünschen Sie wieder?" Die Budapester Gesellschaftskreise bes fassen sich mit einer eigenartigen ,, ritterlichen Affäre", die bisher in der Chronik der Duelle beis spiellos dasteht. Frau Alice Kalona, die als Direttrice in einem Modesalon in der ins neren Stadt angestellt war und wegen Meinungss differenzen mit der Inhaberin der Firma den Salon verließ, ließ durch zwei Sekundanten den Gatten der Saloninhaberin wegen schwerer Ehrenbeleidigung durch seine Frau zumSäbelduell fordern. Man blickt nun der weiteren Entwicklung dieser sonderbaren Duellaffäre mit Interesse ent gegen, da es zum erst en ma I vorkommen würde. daß sich eine Frau mit einem Mann duelliert. dachte, fie verlangen eine Lohnerhöhung, aber nicht unmögliche Dingel Erlauben sie, vor allem erzeugt unsere Fabrik keinen Schund, sondern billige, gangbare Ware; und weiter geht sie das gar nichts an, denn für die Qualität unserer Ware bürge ich. So!" Der Betriebsausschuß setzt sich jedoch nicht, sondern schiebt aus seiner Mitte einen besonders finster dreinblickenden Mann in Arbeitsbluse vor. Also wir sind gekommen", beginnt der Mann in ,, Halt, balt!" sagt der Mann in der Bluse. der Bluse ,,, weil nämlich, nicht wahr, weil näm- Das geht uns gar viel an, Herr, denn eine solche lich die Kameraden gesagt haben, daß wir so nicht Arbeit macht uns teine Freude. Es ist uns zus weiter arbeiten." " Die Schar hinter dem Sprecher brummte au stimmend. ,, Was heißt nicht weiter arbeiten", fragte der dann mit der Zigarre, einen gezwungen nach lässigen Ton anschlagend. wider, schlechtere Ware zu fabrizieren, als wir will ordentliche Arbeit leisten und nicht so einen Herstellen könnten. Ein Arbeiter, der auf sich hält, Schmarren; man schämt sich ja förmlich. Wir wolTen, daß uns die Arbeit freut, daß wir stolz darauf sein können; man fühlt sich gleich ganz anders, wenn man ordentliches Material in den Händen hat und daraus ein prima Stück fabrizieren kann, und darauf, Herr, halen wir einen sozialen An= spruch." Wenn ich irgendein elendes Erzeugnis in den ten Unfälle eingetretenen Bersonalverlustes auf Händen halte, so ein nichtsnußiges Schundzeug, je vier Abflüge reduziert. Zu der in der aus schlechtem Material hergestellt, schlechte Nähe von San Bernardino erfolgten Zerstörung Dienste leistend und bald kaputt gehend wie alle der holländischen Großberkehrsmaschine Gai" schlechten Dinge, denke ich mir immer, wie trübe ( Geier) wird noch bekannt, daß die Maschine in und öde wohl dem Arbeiter zumute sein mochte, dem engen Bergtal von Moresa etwa 20 Minu- der die Aufgabe hatte, dieses Ding herzustellen. ten lang hin- und herflog. Wegen des dichten Er war schlecht bezahlt und schlechter Laune; pfiff Rebels und des Gewitterregens konnte der Flie- nicht bei der Arbeit vor sich hin, sondern murrte ger den aus dem Tal hinausführenden Paß nicht und schimpfte, nannte seine Arbeit nicht Arbeit, finden. Die Notlandung scheiterte an den äußerst| sondern verfluchte Schinderei, verrichtete sie so ungünstigen Geländeverhältnissen. oberflächlich wie nur möglich, und wenn ArbeitsUnangenehm. Der Sohn Sir Austen Chamber- schluß war, warf er alles hin und ging, ohne sich ,, Wir stellen so ein Schundzeug nicht mehr leins, Hauptmann J. Chamberlein, der zur umzublicken; noch daheim fühlte er die Be- her", erklärte der Mann in der Bluse." Das ist Zeit bei der britischen Grenztruppe inTransjordanien drückung, die Sklaverei und die ganze Ungerechtig- feine Arbeit, Herr. Die Kameraden da sagen, sie bient, ist beim Ueberschreiten der Grenze von Hedschas keit der Welt. lassen sich das einfach nicht mehr gefallen. Das ist ,, Was für einen Anspruch?" schreit der bon Wahabiten festgenommen worden. Wie das eng- Ich begreife sehr gut, daß ein Arbeiter einen doch Ausschuß. Schund, was aus der Fabrik geht: Mann mit der Zigarre. lische Außenministerium mitteilt, erfolgte die Grenz- befferen Lohn für seine Arbeit fordert; aber ichmiert, der es fauft. Das Material ist nichts einsagen könnte, flüsterte ich ihm an dieser Stelle das ist doch so ein Gerümpel, daß sich nur jeder anAch, wenn ich dem Sprecher in der Bluse überschreitung versehentlich. manchmal wundere ich mich, daß er außer dem Tag der Brände. Der Sonntag war in ver- besseren Lohn nicht auch bessere Arbeit wert und die Arbeit nicht viel besser, alles nur rasch zu: Den sozialen Anspruch, Gentlemen zu schiedenen Gegenden II n garns ein Tag der fata- Gern würde ich mir zum Beispiel folgenden dra- Schwindel, damit es nicht viel kostet und um so sein." Aber da ist weder der Mann mit der strophalen Brände. Der infolge der wochenlangen matischen sozialen Auftritt vorstellen: Eine mehr daran verdient wird. Wir haben also beTrockenheit herrschende Waffermangel und stürmische Fabrittanzlei, der Fabritant oder Generaldirektor schlossen, so schlechtes Beug nicht mehr herzustellen. Winde machten fast alle Löschungsversuche illusorisch. saugt nervös an seiner Zigarette, denn in der Luft wenn es nicht beſſer wird, tun wir ganz einfach Im Matragebirge sind 40 Morgen Wald einem liegt etwas Tragisches wie vor einem Streif. nicht mehr mit, so.( Bustimmung.) schweren Waldbrand zum Opfer gefallen. Die Ge- Klopfen; herein tritt gereizt und drohend der Be,, Aber, meine Herren", fährt der Mann mit heinde Mezölat ist in zwei aufeinanderfolgenden triebsausschuß. der Zigarre hoch, das ist doch unerhört! Ich fordert. Bigarre, noch der Mann in der Bluſe, und auch sonst sind derzeit sehr geringe Aussichten, daß sich irgendwo ein solcher dramatischer Auftritt des sozialen Kampfes abspielen könnte. ( Deutsch von Julius Mader.)] 1 Seit« ff „Sozialdemokrat^ J DienÄag. 23. IM ffi5. M.«« Leichte Leinenschuhe mit Gummisohle. Lefcfit» weisse Lederopanken mit schta perforierten Riemen.—/ „TRAMPSCHUHE“ bewähren sich bei jedet Arbeit. Ledersandalen mit Krepe-Gummisohle. FÜR DEN SOMMER /f> z.H I Blutige Schlachten gegen Streikbrecher New Uork. In Sioux Falls im Staate Nid-Dakota kam es zwischen streikenden Arbeiter» einer G r o ß s ch l ä ch t e r e i und Arbeitswilligen zu schweren Schlägereien. Ueber 30 Personen wurden durch Knüppelhiebe oder Steinwürfe zum Teil schwer verletzt. Auch aus Cuncil Bluffs im Staate Iowa werden Streikunruhen gemeldet. Streikposten der streikenden Straßenbahnangestellten griffen vor dem Straßenbahndepot einen Arbeitswilligen an. Dieser zog einen Revolver und gab mehrere Schüsse auf seine Angreifer ab..Zwei von ihnen wurden schwer verletzt. Die Streikenden bewarfen das Straßendepot mit Steinen und steckten dann mehrere Straßenbahnwagen in Brand. Verlanget überall Volkszünder Aager Altung Mißglückte„Schwarzfahrt" zur Arbeitsstelle Ei« Pechvogel Prag. Als die Passagiere des Prestburger Morgenzuges die Bahnsteigsperre auf dem Masarykbahn- hof passierten, wurde«in junger Mensch angehalten, der keine Fahrkarte hatte. Nach einigen unbeholfenen Ausflüchten gestand er auf der Bahnhosswachstube, ein Schwarzfahrer zu sein. Leugnen hätte auch wenig Sinn gehabt! Sein slowakischer Dialekt verriet seine Herkunft nicht minder als sein Gepäck, das aus einem alten Karton bestand und einem riesigen Brotleib, der sorgfältig in Papier eingepackt, an dem Karton festgebunden war. In dem Schwarzfahrer wurde der 23jährige Häuslersohn Imre G o l g a t aus einer weltv erlassenen Gemeinde des Karpathenverbandes festgestellt. Imre Golgäth. der natürlich die Kosten seiner Schwarzfahrt nicht bezahlen konnte(man fand bei ihm lediglich ein Fünflronenstück), stand vor dem Bezirksgericht unter Anklage der Uebertretung des Betruges. Denn er hat„unter der listigen Vorspiegelung", ein zahlender Fahrgast zu sein, das Eisenbahnärar um mehr als 100 Kd geschädigt, die er für eine ordnungsgemäße Karte hätte bezahlen müssen. Imre Golgäth war voll geständig und erzählte auch mit entwaffnender Offenheit die näheren Umstände jener„listigen Vorspiegelung". An den Dörfern des Karpathengebietes und seines Verbandes mit ihren winzigen Zweigwirtschaften herrscht größte Not. Seinerzeit fand ein großer Teil der Bevölkerung als Erntearbeiter in der ungarischen Ebene eine Saisonbeschäftigung. Damit ist es heute vorbei und da-die Zwergwirtschaften zur Erhaltung einer Familie nicht ausreichen, mußten neue Tätigkeitsgebiete gesucht werden. An Böhmen und Mähren arbeiten tausende slowakischer Landarbeiteri entweder als Saisonarbeiter. oder als Deputatisten— zu welchen Lohnbedin- guugen, das ist freilich eine andere Frage. Amre Golgäth hatte das Glück, daß er durch Vermittlung eines Militärkameraden eine Arbeitsstelle in Böhmen zugesichert erhielt, doch müsse er sofort abreisen. Da aber nicht daran zu denken war. die 100 Kd für die Fahrkarte aufzutreiben (hundert Kronen sind«in Vermögen in diesen Gegenden). entschloß fich Imre, der feine Chance unbedingt wahrnehmen wollte, zu dem Versuch, als Schwarzfahrer nach Böhmen zu gelangen.— Rich- t er:„Sie hatten doch bloß 5 KL bei sich und bis zum Arbeitsort find es von Prag noch 80 Kilometer. Wollten Sie da wieder„schwarz" fahren?— Angeklagter:.Hochwohlgeborener Herr Richter, die paar Kilometer mach' ich leicht zu Fuß..." Das Urteil: acht Tage Arrest, bedingt aufzweiJahre. Denn Amre Galgäth hat einen vorzüglichen Leumund und»lle erleichterndeti Umstände für sich. Er wird also nicht mit einigen ersparten Kronen zu seiner Familie zurückkehreN, sondern„per Schub" und ebenso arm. wie er ausgezogen ist. Und der fürsorglich mitgenommene Brotlaib wird Wohl inzwischen verschimmelt sein. rb. Der Dkm Charlie Chans Mut. Deteftivfilme zeichnen sich in der Regel durch ihre große Unwahrscheinlichkeit aus(hier zum Beispiel gibt eine lebensgefährliche Gaunerbande ihrem Opfer, das schon in der Falle sitzt. Gelegenheit zu gründlichen Haussuchungen),— und deshalb braucht man weder sie selbst noch ihre Wirkungen.ernst zu nehmen. Wäre es gnders, dann müßte man es sehr bedenklich finden., daß sich das Publikum amüsiert und befriedigt zeigt, wenn am Ende der reiche Aüngling das blonde Mädchen bekommt, nachdem es kurz zuvor Mei Tote gegeben hat (einen vergifteten Papagei nicht mitgerechnet)— und alles nur wegen einer Perlenkette, die zwar eine halbe Million Dollars kosten soll aber dennoch kein Menschenleben wert ist. Aber die Zuschauer amüsieren sich, well der aussichtsreiche Versuch, sich mit Hilfe eines Doppelgängers der kostspieligen Kette zu be- mächttgen. von einem halb komischen und gar nicht aufgeregten Herrn vereiteü wird, einem Herrn, der Jarmila Backovä-Marttnovä in dem Film„Der Dämon aus Himalaja" im Film Charlie Chan heißt und au? China stammt, während er in WirkliiAeit der Hollvwood-Schauspieler Warner Oland ist, der im Bulldog Drummond- Film den exotischen Verbrecher spielte und hier mit behutsamer Komik den exottschen Detektiv darstellt. Der Fall des Kommissars Colt. Mit den Mördern geht eS dem Film wie mit den Tenören: da man ihnen keine neuen Töne abgewinnen kann, bringt man sie mit immer neuen Milieus in Verbindung. Kürzlich gab es einen Hollywood-Film, der einen Mord im Revuetheater borführte, und nun ist es ein Zirkus. Es ist— nur soviel sei verraten— ein Mord aus Eifersucht, und der Kommissar Colt, dem wir diese Aufklärung verdanken, wird von Adolph M e n j o u gespielt, der seit er nicht mehr die großen Bonviants mimt, erheblich sympathischer und intelligenter wirkt. Mitropacup„ohne Moral" Auch Sparta—Juventus zum dritten Male In Turin ging Sonntag das zweite Spie! Sparta—Juventus vor sich. Die Italiener, welche in Prag bekanntlich mit 2:0 verloren hatten, siegten wohl über die Sparta mit 3:1(1:0), aber da nun das Gesamtergebnis 3:3 beträgt, muß also noch ein drittes Spiel ausgetragen werden. Um den Austragungsort dieses Entscheidungsspikes ist bisher noch keine Einigung zu erzielen gewesen. Sparta will nicht in Turin, Juventus nicht in Prag antreten. So wird jetzt-ein neutraler Platz gesucht. Da haperts auch: die Italiener sind gegen Wien, die Prager gegen Budapest. Das Ende— steht noch nicht fest, da die Mttropacup- kommission nun entscheiden soll. Wie diese'hre Entscheidungen trifft, hat das ,Pr. TM." zu der bezeichnenden Feststellung veranlaßt, daß sie von „zweifelhafter Moral" sind. Der Fäll Monti Hai die Gemüter erregt, doch dieser„Held" bekam bloß eine Geldstrafe von 1000 Lire— genug wohl für eine Ohrfeige—, doch dieser Spieler wird sie nicht selbst bezahlen, denn sein Klub hats ja. Die doppelte Moral im bürgerlichen Sport hat sich wieder bestätigt: Die Kleinen hängt man und die Großen...? Die nationalen Leidenschaften werden in dieser angeblichen internationalen und der Völkerverständigung dienenden Konkurrenz bis auf die unmöglichste Spitze getrieben; nicht vielleicht nur da und dort— in gewissen Städten—, sondern überall. Für die Veranstalter bedeutet es in solchen Fällen ein lukratives Geschäft und die Dummen sind doch nur die Zuschauer, welche für hohe Eintrittsgelder statt Sport einen mitunter sehr häßlichen und mit schon chauvinistischen Hintergründen gespickten Kampf zu sehen bekommen. Wenn dann noch solcherart Sport als„Höhepunkte" bezeichnet wird, dann ist das mehr als ein trauriger Rekord, den die bürgerliche Sportbewegung und ihr, sehr zu Diensten stehende Presse sich lotsten.. Austria verlor kn Budapest gegen Ferene- varos mit 2:4(1:1) das erste Spiel, Die Kandidaten für die Liga setzten ihr Turnier mit zwei Spiele« fort. Samstag spielte in Brünn Viktoria Zizkov mit Mor. Slabia überraschenderweise 0:0 und Sonntag wurd- SK Nachod in Preßburg vom CSK mit 3:4(2:1) geschlagen. Die Preßburger halten nun die Spitze, gefolgt von Saaz und Nachod bleibt vorläufig weiter am letzten Platz. Die Komödie nm Nachod, das in Mor. Slavia SukkUrs gegen Saaz bekommen hat, wächst schon ins groteske. Die Nachoder wollen nämlich, falls sie mit ihrem Kompagnon kein„Recht" erhalten das Landesamt als Aufsichtsbehörde gegen die CsAF anrufen und der Nachoder Vorstand trägt sich sogar mit Demis.sionsabsichten! Wenn das nicht hilftt! Sonstige Fussdallergebniffe. Prag: Viktoria Nussle gegen Nuselsky SK 6:1(2:0), Slavoj VIII gegen SK Liffa 7:3(2:3).-— Teplitz: Nord- westgauteam gegen TFK 3:1(3:0).— Asch: SpPz Bodenbach gegen DSB 1:3(0:1).— Wei- pert: DSK gegen Sparta Karlsbad 2:1(0:1). — G ablonz: DSK gegen Warnsdyrfer FK 4:1 (2:0), DSK gegen DSB B.-Leipa 4:1(2:0).— Reichenberg: RFK gegen DSB Trautenau 4:1(2:0).— Mähr.-Schönberg: SK gegen DSB Brünn.3:2(3:2).—Preßburg: Helfort Wien gegen Maftabea 3:1(2:1).— Muka!«- vo: Bocskai(Debreczin) gegen MSE 2:2(0:0). — Fagerstadt: Bohemians Prag gegen IJK 7:1(3:1), Neue tschechoslowakische Schwimmoekorde. Bei den Verbandsmeisterschaften der deutschbürgerlichen Schwimmvereine in Tetschen wurden in dessen Verlaufe zwei neue tschechoslowakische Rekorde erzielt, und zwar in der 4X100 Meter Bruststaffel>«r Männer in 5:43.2 Min. durch dan Reichrnbecger SK und über 3X100 Meter Lagen der Frauen in 4:40.2 Min. durch Hellas Tetschen. Neuer Weltrekord im Schwimmen. Die amerikanische Schwimmerin Leonore Kight stellte über eine Meile(1600 Meter) Kraulen in 24:20.4 Min. eine neue Weltbestleistung auf. Eür Geher-Weltrekord, und zwar über 3000 Meter, wurde/ nun nach 17jährigem Bestand von dem Londoner Cooper verbessert, welcher 12:38.2 Min. für diese Strecke benötigte. DaviS-Eup. Das Jnterzonen-Finale zwischen Amerika und Deutschland begann am Samstag n London. An diesem Tag gelangt« nur ein Einzel Gusty Haber und Hermann Thimig in„Musik der blauen Donau" zur Austragung: Budge schlug Henkel 7:5, 11:0, 6:8, 6:1. Das zweite Einzel wurde wegen Regen auf Montag verlegt. Allison verlor gegen Cramrn 6:8, 3:6, 4:6. Es steht somit der Kampf 1:1, Der„Sportkrwg" zwischen Finnland und Schweden, der durch den Schweden Eklund als Vorsitzenden der Leichtathletik-Internationale infolge der Sperre Nurmis indirekt vor drei Jähren her- beigeführt worden war, sst nun beendet worden. Nach dem in Helsinki geschlossenen„Frieden".ver« den die sportlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder ausgenommen. Murmi aber, Sen der bürgerliche Sport in Finnland viel zu danken hat, wurde gänzlich fallen gelassen. Uereümacftricfitefl- DTI-Fest in Tlnstovousy. Die tschechischen Genossen aus Tlu« stovousy haben uns zu ihrem Turnfest, das am Sonntag, dem 28. Juli, ftatffindet. eingeladen. Unter anderen turnerischen und sportlichen Vorführungen gelangt auch ein leichtathletischer Zehnkampf(DTJ Tlustlwousy—Atus Prag) zur Austragung. Ausgeschrieben sind: 100, 800 u. 3000 Meter. Weitsprung, Hochsprung, Kugel, Diskus, Speer. 4mal 100 Meter und eine Schwedenftaffette 400, 800, 200,100 Meter. Alle Leichtathleten müsse» am Mittwoch, dem 24. Juli» an dem Training auf der Hetzinsel teilnehmea. Wir ersuchen auch jene Genossen und Genossinnen, di« sich nicht an den Wettkämpfen beteiligen, Sonntag, den 28. Juli, fteizu» halten und sich an der Fahrt nach Tlustovousy zu be« teiligen. Fahrtspesen zirka 10 Kc. Die Abfahrtszeit geben wir noch rechtzeitig bekannt. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Heute, Dienstag, den 23. Juli, 20 Uhr Sitzung im Parteiheim. MMelMk%erotunQSftanHeB der Ardeiterfürsorge finden jeden Sam«- tag von 5—7 Uhr im Bereia deutscher Arbeiter, Smcckagasse Nr. 27, statt. MMMMMMMMtMMMMMNMMI -MM, PRAG Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Casta Diva"(Bezaubernde Augen)! (At.)— Alfa:„Karussell auf dem Meere"(A.)—» Avion:.Lum aufgegeffenen Laden"(Tsch.— Vlasta Burian)— Flora:„Madame Butterfly"(A.— S. Sydney)— Gaumont:„Polenblut"(Tsch.— Anny Ondra)— Hvözda:„Der Fall des Kommissars Colt" (A.)— Julis:..Das höchste Spiel"(Fr.)— Kiuema: Journale. Groteske, Reportage. Ab halb 2 bis halb 10.— Lucerna:.Lftkus Barnum"(A.—■ W. Beery)— Passage:„Der Herr ohne Wohnung" (D.)— Praha:„Schwarzes As"(A.)— Skaut: „Stürmische Jugend"(Fr.)— Svitozor:„Wege des Lebens"(Fr.)— Alma:.Lhr letzter Rekord" (A.— Katharina Hepburn)— Belvedere:„Madame Butterfly"(A.)—Illusion:„Kuß im Schnee" (Tsch.)— Louvre:„Madame Butterfly"(A.)—- Maceska:„Es war einmal ein Walzer"(D.) Abonnements- Bestellschein. Abonniere äb 1933 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutsche» sozialdemokratischen Arbeiterpartei „Gogialftemofrot" Verwaltung Prag Xtl., Fochova ti. 62, zum Preise von 16 Kd monatlich, und sende diese» Betrag nach Erhalt des Erlagscheines ein. Name: Genaue Adresse:•» Letzte Post:••••*■■■■«■** Unterschrift: Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Haus oder be: Bezug durch die Post monatlich Kd 16.—, vierteljährig Kd 48.—. halbjährig Kd 96.—, ganziährtg Kd 192—.— Inserate werden laut Tarik billigst berechnet. 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