IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung frag jui., fochova«. Telefon 5X77. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR» WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR» DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Heiter («InKhlicBlich 5 Hellar tato) 15. Jahrgang Sonntag, 28. Juli 1935 Nr. 174 Abessinien und Oesterreich Donaupakt als Rückendeckung des italienischen Imperialismus? Am 31 Juli soll der Völkerbund zusammen- treten. Wie die Dinge jetzt stehen, wird er sich, den Wünschen Italiens gemäß» nur mit dem Konflikt von Ualual und der Ernennung des fünften Schiedsrichters im Haager Prozeß Italiens und Abessiniens befassen. Für den Fall, daß andere Fragen— also, wie England es ursprünglich wünschte, der ganze Streitfall— zur Diskussion gestellt werden, steht die italienische Taktil noch nicht fest. In einer Note an den Völkerbund erklärt die italienische Regierung, daß sie sich für diesen Fall ihre Absenz von, den Genfer Beratungen Vorbehalte. Reuter weiß aus Rom zu melden, daß Italien aber auch die Möglichkeit erwägt, an den erweiterten Verhandlungen teilzunehmen, dann aber die Ausschließung Abessiniens aus dem Völkerbund fordern, das heißt also die Beratungen praktisch sprengen, beziehungsweise seine ängstlichen Partner zur Kapitulation vor dem italienischen Standpunkt, will heißen, zur Vertagung zwingen würde. Mussolini führt also diplomatisch von neuem und Englands Energie ist bedeutend geschwächt, seit Italien sich zu dem Dolchstoß gegen den Goldblock entschlossen hat, der für die Bank of England eine gewonnene Schlacht aufwicgt. Demnach dürfte England nach einigem Tträuben in den Vorberatungen vis zum 31. Juli in Genf doch die beschränkte Tagesordnung anneh- men und den eigentlichen Streitfall auf die ordentliche Ratstagung am 25. August vertagen. Die französtsche Presse kommentiert diese bevorstehende„Einigung" als großen Fortschritt, denn es sei Zeit gewonnen und man könne in den nächsten vier Wochen ein nenes Kompromiß suchen. Der Zeitgewinn ist aber ein ganz einseitiger Gewinn Jtqliens. Mussolini wird bis zum 25. August soviel Truppen in Erytrea und Somaliland bereitstehen haben, daß seine Kriegsdrohung viel ernster sein wird als heute. Der Rat wird dann unter dem Damokles-Schwert eines stündlich zu erwartenden Schlachtberichtes tagen. Dagegen ist jetzt der Termin für den Beginn der Offensive klimatisch noch ungünstig und die italienischen Truppen reichen noch nicht aus, um einen erfolgreichen Vormarsch wirklich sicherzustellen. Also ist Mussolini daran interessiert, den Verhandlungstermin in Genf aus Ende August zu verschieben. Alle anderen Staaten haben bei diesem Kompromiß nur zu verlieren, denn der Appetit des Duce wächst mit jeder Division, die er nach Ostafrika sendet. Die Rückendeckung Nun ist es für Mussolini ein schwieriges Problem, den abessinischen Knochen einzubringen und zugleich das WienerSchnit» Zel nicht aus den Klauen zu lassen. Die Manöver in Veneti e^r sollen zwar beweisen, daß Italien stark genug ist, gegen zwei Fronten Ni kämpfen, wie aber liegen die Dinge wirklich? Wir wollen einmal einen Fall konstruieren, der gar nicht so phantastisch ist, wie er vielleicht aussieht: Ja Oestervich kommt eS, während die italienische Armee mit einem Drittel ihrer aktiven Divisionen und einem Teil der Miliz in Ostafrika gebunden ist, zu einem Raziputfch(besonders günstig für Hitler wäre der Fall, daß dem braunen Putsch ein solcher der Habsburger, womöglich mit Intervention der Klein« Entente, vorangegangea wäre). Mussolini läßt wieder wie 1934 seine Division« am Brenner und bei Tarvis aufmarschierra. Der Raziputfch siegt trotzdem, wobei vielleicht österreichische Legionäre aus Bayern und Jugofla- wien zur Hilfe herbeieilen. Ter Duee marschiert in Oesterreich ein. Die österreichisch« Regierung— die neue Naziregierung—«st Deutschlands Hilft an. D«tfchland greift em. Jugosiawi« läßt zum Schutze seiner Interest« seine Truppen ins Goil- tal Vorstoß«, wo sie mit de» Italien«« zusam- mentrefftn. D« europäisch« Krieg ist da. Aber w« ist d«r Angreifer«ach tu» Terminologie des BillerbundeS und des Locarnopaktes? Wird Frankreich Jtali« zu Hilfe kommen? Und wenn eS sich dazu herbeiläht, wird England d« französischen Angriff auf Deutschland nicht als Bruch deS Locarnovertrages erklären? Wird N u tz- lau d den Lünduisfall alS gegeb« eracht«? Kam» die Kleine Entente— wenn Jugoslawien bereits in» Kriege mit Jtali« steht— sich gegen Deutschland wenden? All diese Frag« find»ff«, aber sie lasten zu drei Vierteln die Möglichkeit zn, daß Jtali« isoliert kämpf« muß»d« mindestens die Hauptlast deS deutsch« Angriffs zu trag« hat. Diese Gefahren kennt Mussolini sehr gut-. Ihnen möchte er doch mit verläßlicheren Mitteln Vorbeugen als mit seiner Armee. I« Oesterreich selbst geht daS Renn« jetzt darum, die ganze Macht an Starhemberg zu übertragen. Ter merkwürdige Zufall des Autounglücks der Familie Schuschnigg hätte um ein Haar bewirkt, daß der— wieder wie am 25. Juli 1934 in Bene d i g weilende— Starhemberg Oesterreichs Alleindiktator geworden wäre. Es ist kein Zufall, daß in den letzten Tagen die Heimwehr sich auf dir republikanische Garde aufspielt und in Anti- Habsburg-Propaganda macht. Die Banditen, die den Feber auf dem Gewissen haben und gegen die Verteidiger der Republik den Henker mobilisiert haben, treten als Kämpfer gegen die Monarchie auf! Hinter der Komödie steckt der Kampf Schuschniggs mit den Gangstern der Heimwehr. Schuschnigg möchte sich vor den Schergen Mussolinis rett«, indem er di« Habsburger zurück ruft. Aber Starhemberg möchte Schuschnigg erledig«, solange Mussolini noch der mächtigst» Mann äst der Dona« ist. Hier ist also die e i n e Sicherung Mussolinis: Stärkung des österreichischen TributärfasciSmuS durch Uebertragung der ganzen Macht an Starhemberg, den Söldling Italiens. Der aber sichert Starhemberg gegen die Habsburger, gegen die Nazi, gegen das eigene Volk? Dazu braucht Mussolini den Donaupakt Und so langt an dem schicksalsschweren 27. Juli, da die Waage sich in Genf auf Mussolinis Seite neigt, auch folgende Meldung ein: Paris. Die Privatagentur Radlor ^meldet, daß die französische und die italienische Regierung den Regierung« von Rumänien, Jugosla wien, der Tschechoslowakei, Ungar ,n und Oesterreich d« Entwurf eines Donaupastcs zur Prüfung vorgelrgt hab«, der als Grundlage zur Einberufung einer Konfe- rmz dien« soll. Der Entwurf soll ebenfalls Großbritannien zugesandt werd«. Ob er auch an Deutschland geschickt werd« wird, kann bisher nicht gesagt werd«, da Deutschland noch nicht auf die Anfrage über sein« Standpunkt zum Donaupakt geantwortet hat. Die grundlegenden Punkte dieses Ent- Wurfes seien: 1. Jeder Signatarstaat(also Deutschland nicht!) verpflichtet sich, die Unabhängigkeit nnd territoriale Integrität Oesterreichs zu respektier«. 2. Im Falle, daß einer oder der andere der Bertragsstaat« die Bestimmungen des Paktes gewaltsam verletz« würde, soll« alle interessiert« Staat« ungesäumt zu einer Beratung zusammentreten. 3. Die Signatarstaat« bestätig« ausdrücklich, daß sie sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Staa ten, die diesem Abkoinmen Veitreten, e i n m i- s ch e n werden(also dem AustrofaseismuS nichts dreinreden!) 4. Dem Staate, der das Abkomme»» mit Gewalt verletzt und einen Angriff auf andcre vorbereit« würde, gewährt keiner der Signatarstaaten Hilfe irgendwelcher Art. Unabhängigkeit Oesterreichs? Dieser Pakt hat ja ausschließlich den Zweck, Hie Abhängigkeit Oesterreichs von Jtali« unter die Garantie der Kleinen Entente zu stellen! Da der Paks Deutschland wahrscheinlich nicht zu- geschickt, von Berlin nicht unterzeichnet werden wird, ist er als Gegenscitigkeitspakt wertlos. Da nur d i e Mächte Oesterreichs Unabhängigkeit garantieren sollen, die sie nie bedroht haben(die Staaten der Kleinen Entente nämlich), so wird der Zweck klar: 1. Ander Abhängigkeit Oester« reichsvon Italien soll sich nichts ändern; 2. An dem wirtschaftlichen und politischen Elend Oesterreichs, das diese Abhängigkeit bedingt, desgleichen nichts;. 3. Gegen einen Angriff Deutschlands soU die italienische Kolonie Oesterreich aber in erster Linie durch die Kleine Entente verteidigt werden; 4. Mussolini allein gewinnt bei diesem Spiel. Alle andern zahlen drauf. Was zur Herstellung der Unabhängigkeit Oesterreichs nottut, ist nicht der Donaupakt, der die jetzigen Verhältnisse stabilisiert, sonder« dieDonau- föderation, die neue und lebensfähige Verhältnisse schafft. Zollunion, Militärkonvention, gemeinsame Exekutive in Fragen der Außen- und Militär- sowie der großen Wirtschaftspolitik— das wäre die Lösung, des mittel-! euroväischen Problems, das würde Oesterreich und den vier anderen Donaustaatcn die Unabhängigkeit von Italien und Deutschland sichern. Aber gerade diese Lösung fürchtet der Duce wie der Teufel das Weihwasser. Daher jetzt der Plan, zu einem Wechselbalg von Donaupakt, der nicht ben Frieden, sondern erhöhteKriegsgefahr bedeutet, der die Kleine Entente verpflichten würde, ihre Soldaten ad maiorem Ducis gloriam, zur höheren Ehre Mussolinis, abschlachten zu lassen. Daß es Mussolini wieder verstand« hat, Frankreich für diese Ziele ein- z u s p a n n e n, daß er die französische Erregung über ben Dolchstoß gegen den Goldblock mit dem Köder des Donaupaktes(den*Tardieu seinerzeit ganz, ganz anders gemeint hatte) beschwichtigen konnte, beweist nur, was man seit Barthous Tode immer wieder bewiesen sah: die aus Angst und Konservativismus geborene Ahnungslosigkeit der französischen und die rasante Ueberle- genheit der italienischen Außenpolitik, die es langsam versteht, ganz Europa für ihre Interessen bluten zu lassen. »»» Mittwoch Sitzung des Völkerbundrats Genf. Nach der Antwort der Mitglieder deS Böllerbundrates beschloß der Ratsvorsitzende Litwinow, daß der Rat am Mittwoch, dem 31. Juli, um 17 Uhr zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentretcn soll. Das Völkerbundsekretariat veröffentlichte Samstag nachmittags einerseits die Tagesordnung der außerordentlichen Ratstagung, die-nur einenVerhand- lungsgegenstand aufweist, und zwar das Ersuchen der abessinischen Regierung um die Behandlung des abessinischitalienischen Konfliktes, andererseits die Note der italienischen Regierung. Die Tagesordnung des Rates zitiert den Teil der Resolution vom 25. Mai, nach lvelchem, wenn zwischen den vier Schiedsrichtern kein Einvernehmen erzielt werden sollte, ein fünfter Schiedsrichter ernannt werden soll. Ferner zitiert die Tagesordnung des Rates die Telegramme, welche der Generalsekretär des Völkerbundes dieser Tage an die Ratsmitglieder versandt. hat, die bereits bekannt sind. Schließlich enthält die Tagesordnung das gestrige Telegramm des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini, an den Völkerbund, in dem der italienische Regierungschef auf die zwei an die abessinische Regierung gerichteten italienischen Noten betreffend das Schiedsverfahren aufmerksam macht. Außerdem hebt Mussolini hervor, daß die italienische Regierung bereit ist, ihren Vertreter in den Rat zu entsenden, wenn sich der Rat mit der Frage befassen sollte, in welcher Weise die Schiedskommission ihre Arbeiten definitiv beenden soll. Wenn dem nicht so wäre, behält sich die italienische Regierung vor, ihre Bemerkungen zu dieser Angelegenheit bekanntzugeben. > Widerstand gegen Sozialpolitik Die Sudetendeutsche Partei In der Untemehmerfront Die Nationalbank kommt in ihrem neuesten Monatsbericht zu der Feststellung, daß die Wirtschaftslage der Tschechoslowakei im erst« Halbjahre 1935 etwas günstiger ist als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese leichte Besserung hat jedoch bisher die. traurigen sozialen Verhältnisse, in denen unsere Arbeiterschaft» insbesondere die mindestens eine Million Arbeitslose und Kurzarbeiter leben, nicht leichter gestalten können. Soziale Schutz- und Hilfsmaßnahmen sind noch immer eine vordringliche Notwendigkeit, wenn auch nur die allerschlimmste Not von den am härtesten betroffenen Opfern abgewendet werden und die arme Bevölkerung nicht wieder gut zu machenden Schaden an ihrer Gesundheit nehmen soll. Dieser Erkenntnis verschließt sich das Unter- uehmertum wie in allen anderen Ländern so auch bei uns. Noch viel hartnäckiger als in Zeiten günstiger Wirtschaftskonjunktur leistet es jetzt Widerstand gegen alle Bemühungen, die den Ausbau der sozialen Gesetzgebung zum Ziel haben. Durch die letzten Wahlen ist ihre, jeden sozialpolitischen Fortschritt ablehnende Stellung insofern gestärkt worden, als die Sudetendeutsche Partei sich in dieser für die Mehrheit unseres Volkes wichtigen Frage vollständig den Unternehmerinteressen unterworfen hat. Im Wahlkampf hat sie zwar mit Versprechungen und sozialen Verheißungen nicht gegeizt ES sind seit dem 19. Mai nun immerhin schon zehn Wochen vergangen. Doch ist über die erstparlamentarische Session unserer neugewählteu Nationalversammlung nichts in die Oeffentlichkcil gedrungen, das verriüen hätte, was die Henlein- Partei nun tatsächlich zur entscheidenden Verbesserung der sozialen Lage zu erkämpfen entschlossen ist. Es ist nicht bekannt geworden, daß die Sudc- tendeutsche Partei dem Parlament Anträge vorge- legt hat, in denen für die noch in Beschäftigung stehenden Arbeiter der so notwendige Lohnschu» verlangt wird. Sie haben den Parlamentarischci. Kampf nicht begonnen für den Schutz der Arbeite: und Arbeitslosen vor der Unternehmerwillkür bc. Entlassungen und Wiedereinstellungen; nicht dafür, daß durch die Verkürzung der Arbeitszeit vielen zchntausenden Menschen die Möglichkeit' der Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes gegeben wird. Dieser Kampf für die vordringlichen Forderungen, die sich aus der durch die Wirtschaftskrise geschaffenen Lage ergeben hab«, liegt auch jctzi ausschließlich bei den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften. Sie sind es, die ihren ganzen Einfluß geltend machen, um durchzusetzen, was durchzusetzen ist; sie sind es auch, die den geschlossenen> Widerstand aller Unternehmervertreter abzüwch- rcn haben. Diese dem Ausbau unserer sozialpolitischen Gesetzgebung feindliche Haltung wird von der ganzen bürgerlichen Prövinzpreffe und von der„Botz e m i a" mit sehr viel Eifer unterstützt. Die „Bohemia" ist bekannt für ihre guten Beziehungen zu Henlein und in ihren Spalten sind beinahe täglich Beweise für die innigste politische Gesinnungs- verwandtschast mit der Sudetendeutschen Partei zu finden. Sie ist auch seit längerer Zeit schon der Schuttabladeplatz für alle sozialreaktionären Ergüsse und wird gerade jetzt von den Verfechtern dec Unternehmerinteressen als solcher sehr gern benützt. Im Brennpunkt des sozialpolitischen Kampfes steht noch immer die Einführung der Vierzig- Stundenwoche und die obligatorische Arbeitsvermittlung. Es liegen seit Monaten schon die Gesetzentwürfe fertig vor und gegen sie konzentrier» sich daher der Angriff aller Feinde einer großzügigen Sozialpolitik. Dabei kommen der„Botzemia" auch nicht die geringsten Skrupel, sich der Argumente der tschechischen nationalistischen Presse zu bedienen. Sic gab vor ein paar Tagen einen Artikel der„Nä- rodni Lisch" wieder, in dem sich dieses tschechische rechtsradikale Organ gegen das Gesetz über die obligatorische Arbeitsvermittlung mit der Begründung wendet, daß die Gefahr bestünde, daß sich in den einzelnen Bezirken vor allem die Parteien der Arbeitsvermittlungsstell« bemächtigen. würden, die dort am stärksten sind. Das wäre namentlich in den Grenzbezirken höchst bedenllich, weil dort der Machtbereich der Sudetendeuffchen Partei liegt. Die ikBohemia" sagt gegen diese Demagogie der tschechischen Sozialreaktionäre kein Wort. Daß es Seit« 2 Sonntag, 28. Juli 1935 Nr. 174 Aalberse gescheitert Haag. Der Vorsitzende der katholischen Fraktion der zweiten Sammer, Professor Aalberse, hat gestern abends die Königin gebeten, ihn von dem Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung zu rntbiwdo». Er teilte mit, daß er sich nach Rücksprache mit den Fraktionsvorsttzenden der zweiten Kammer davon habe überzeugen müsse«, daß keine genügende Ueier- einstimmung zu erzielen sei» um ein Kabinett auf möglichst breiter parlamentarischer Grundlage zusammenstrllen zu können. sich dabei wirklich nur um Demagogie handelt, ist jedem klar, der die Entstehungsgeschichte und den Zweck des Gesetzes kennt, der ja vor allem darin besteht, die Arbeitslosen vor politischen Maßregelungen dadurch zu schützen, daß der Unternehmer, also auch der sudetendeutsche Unternehmer, bei Wiedereinftellungen die Auswahl nicht nach der politischen Gesinnung vornehmen darf. Wäre es etwas anderes als Demagogie, so müßten ja die Sudetendtutsche Partei und die„Bohemia" mit allem Nachdruck für das Gesetz eintreten. Aber in dem gleichen Artikel wird ein Protest der Banken wicdergegeben, die behaupten, daß die Vorlage Bestimmungen enthalte, die»jeder Vernunft widersprechen, geradezu schädlich und gefährlich" seien. Mit diesem Protest identifiziert sich das deutsche Blatt ebenso, wie eS die demagogische Leistung der»Närodni Lisch" hinnimmt. Die Hauptsache ist, daß die Hetze gegen den sozialpolitischen Fortschritt wieder ein Stück vorwärts gebracht wird. Einen Tag später gibt die„Bohemia" einem sogenannten Wirtschaftsführer, dem Handelsrat Machold sen. in Freudenthal das Wort, der von neuem den volkswirtschaftlichen Unsinn breittreten muß, daß die Vierzig-Stundenwoche den Export konkurrenzunfähig mache. Wie armselig es um die sachlichen Argumente des Unternehmertums gegen diese Gesetzesvorlage bestellt ist, das eben beweist dir Artikel des Handelsrats. Es genüge, nur einen Widerspruch herauSzugreifen, den sich der Verfasser und die„Bohemia" sehr wahrscheinlich in der Spekulation leisten, daß die Menschen unserer Zeit sehr rasch vergessen. In dem Artikel wird gesagt, daß die Einführung der 40-Stundenwoche unmöglich sei, solange diese nicht international be- schloffen ist. Es sind erst ein paar Wochen vergangen, seit auf der Internationalen Axbeitskonfertnz über die internationale Einführung der 40-Siun- denwoche verhandelt wurde. Dort also hätten Vertreter der Unternehmer aus dex Tschechoslowakei für die internationale Regelung emtreten wüsten. Sie sind aber hort bekanntlich als die schroffsten Gegner aufgetreten. Das ist vorbei, und jetzt kommt einer von ihnen und macht ihre Einführung in unserem Lande von der internationalen Regelung, die sie eben belämpft haben, abhängig. An dem Widerstand und an den Mitteln, mit besten er geltend gemacht wird, sicht die Arbeiterschaft, daß ihr in ihrem Kampse um die Bessrr- gestaltung ihrer sozialen Lage keine Hilfe aus anderen Klassen wird, daß sie einzig und allein auf die" eigene Kraft, auf die Stärke, die die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften zu entfesseln vermögen» angewiesen ist. Alle anderen Hoffnungen sind trügerisch— das hat die Henleinpartei denen bewiesen, die ihr gefolgt sind. Neue Drohung gegen die ungarische Sozialdemokratie Bauarbeiterstrelk als Vorwand für neue TerrormaBnahmen? Budapest. Die Bauarbeiter sind Mittwoch unter dem Druck der maßlosen Lohnkürzungen und des täglich gesteigerten Raubes ihrer g e w e r k s ch a f t I i ch e n R e ch t e in den Ausstand getreten. Der Handelsminister Bornemisza gab nun gestern dem Vertreter des amtlichen ungarischen Korrespondenzbüros zu diesem Streik Erklärungen ab, die in eine deutliche Drohung gegen die Sozialdemokratie ausklangen. Er-erklärte, daß die sozialdemokratisch organisierten Bauarbeiter unter anderem Forderungen aufstellen, die prinzipiell abgelehnt werden müßten, so die nach Einführung des Vertrauensmännersystems und der ausschließlich gewerkschaftlichen Arbeitsvermittlung. Mit unmißverständlicher Drohung fügte er hinzu: „Die sozialdemokratisch gesinnte« Arbeiter find trotz Kenntnis dieses Standpunktes des Ministeriums in den Ausstand getreten und haben diesem somit den Charakter einer Machtprobe gegeben." Das Ministerium sei zwar bereit, sich für die „billigen" Forderungen der Arbeiterschaft einzu setzen,„eine Fortsetzung des Streikes darüber hinaus aber wäre ein klares Zeichen der Machtprobe". Man kennt diese Methode„autoritärer" Regierungen sehr gut. Im März 1933 war es die „Machtprobe" des Eisenbahner st reiks in O e st e r r e i ch, die die Regierung Dollfuß als fadenscheinigen Anlaß zum Bruch der Verfassung, zur Zerschlagung des Parl am e n t s und schließlich zum BernichtungSkampf gegen jede legale Arbeiterbewegung benutzte. Will Herr Gömbös den Bauarbeiterstreit in Budapest nun ebenfalls zum Lorwand für einen entscheidenden Schlag gegen die sozialdemokratische Partei nehmen? Die ungarischen Genossen haben bereits sehr klar ihre Antwort auf diese Pläne erteilt: wenn !Herr Gömbös an Stelle des offenen parlamentarischen Meinungskampfes den illegalen revolutionären Ka m p f auf Biegen oder Brechen will, dann möge er es versuchen! Kleine Wochenschau Monarchie in Griechenland? Hollands Wahlaussichten Der Staatswagen fährt Es werden viele rote Tulpt*. blähen Die kleinen Berge wären überwunden. Aber der hohe Blomberg... Arbeitslosigkeit in USA steigt wieder Washington. Nach den Statistiken des Industrie-Amtes wurden im Monat Juni in den Vereinigten Staaten 9,804.000 Arbeitslose gegenüber 9,709.000 im Monate Mai und 9,252.000 im Monat Juni 1934 gezählt. Die Arbeitslosigkeit ist also— nach dem Mißlingen der NRA-Experimente— wieder im Ansteigen begriffen. Vor den englischen Wahlen London. Der Unterstaatssekretär für das Innenministerium, Euan Wallace, bestätigte gestern in einer Rede in Barnsney das Gerücht über bevorstehende Neuwahlen. Er erklärte, das Land sei nicht mehr weit von einem jener kritischen Augenblicke entfernt, die sein Schicksal für die nächsten fünf Jahre entscheiden werden. Der Kampf gehe um ein Programm, in dem zwei Fragen entscheidend sein werden: nämlich die Erhaltung des Friedens und die Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten. Vie Marseiller Attentäter Marseille. Das Schwurgericht in Aix gab den drei kroatischen Terroristen P o s p i s i l, K r a l j und R a d i ä, die bekanntlich der Teilnahme an dem Attentat auf den König Alexander und an der Ermordung des Ministers Barthou sowie der Benützung falscher Pässe angeklagt sind, bekannt, daß es die Anklage gegen sie auch wegen ihrer Zugehörigkeit zur terroristischen Vereinigung „U st a s a" ausdehn«, welche während der letzten zehn Lahre in Frankreich und in anderen fremden Staaten Attentate vorbereitete und verübte. Die drei Angeklagten wurden Samstag in Anwesenheit ihres Advokaten verhört. Die Angeklagten erklärten, daß sie weder Terroristen noch Gewalttäter, sondern Patrioten gewesen seien und daß sie innerhalb zehn Tagen dem Gerichte über die Angelegenheit ein schriftliches Memorandum vorlegen würden. Konkordat Vatikan—Belgrad Stadt des Vatikans.(Stefani.) Das mit Jugoslawien geschlossene Konkordat wird nach der Ratifizierung veröffentlicht werden. Das Konkordat setzt fest, daß die Grenzen der Diözesen in den Grenzgebieten sich mit den jugoslawischen Staatsgrenzen decken müssen. Die Diözese Nin wird erneuert und zwei neue, u. zw. für die Batschka und für das Banat, errichtet. Der Bischof von Split wird Metropolit. Das Konkordat setzt außerdem die Art der Ernennung der Bischöfe fest. Ole Interparlamentarische Union Brüssel.(Tsch. P.-B.) Auf der Konferenz der Interparlamentarischen Union wurde gestern der Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr verlesen. Der französische Unterrichtsminister Mario Roustaa führte u. a. aus, daß die Interparlamentarische Union von friedliebendem Geiste durchdrungen sei. Nach ihm sprach noch eine Reihe anderer Redner, die dem Wunsche nach einer Stärkung des Böllerbundes Ausdruck gaben. Der schwedische Senator P a b l y sprach seine Verwunderung darüber aus, daß an dem Kongreß die Vertreter von Ländern teilnehmen, in denen kein parlamentarisches Regime existiere. 80 Boman von Emil Vachek ■ r*— Deutsch von Anna AurednKek Sie war nicht nur bereit, ihr Leben für die Fkguen, denen man ein Unrecht zufügte, für die unhübschen besonders, herzugeben, sondern sie sah auch ein« von Goll gesandte Gelegenheit, nochmals an der unverschämten Magdalena Rache zu üben. Vorderhand beherrschte sich Frau Duffek noch, denn sie vermißte authentische Einzelheiten. Mit Beinstellers Ankunft hatte sie die Situation geändert. Dieser Mann wußte alles Nötige, denn er stieß furchtbare Drohungen aus, drängte sich durch den Knäuel der Neugierigen und flog wie eine Bombe in die Wohnung der Chalupa. Selbstverständlich folgten ihm alle andern, die Duffek an der Spitze. Ein überraschendes Bikd bot sich ihnen. Beim Tische weinte Mutter Chalupa leise— man wußte nicht, ob vor Glück oder Schuldbewußtsein—, auf dem Sofa äber saßen die Verlobten und küßten einander so eifrig, daß sie die neue Situation gar nicht wahrnahmen. Erst als Beinsteller donnerte:„Was bedeutet das?", erschrak Herr Foltr. Magdalena ließ sich aber nicht aus ihrer Ruhe bringen und sagte schnippisch:„Was kümmert das Sie, Herr Beinsteller?" „Es kümmert mich so viel, wie es jeden ordentlichen Menschen kümmert", wetterte Beinsteller. „Verwechseln Sie es hier nicht mit der Elektrischen?" fragte Magdalena bissig. Was stehst du wie ein Stock, Mutter, und schlägst den Leuten nicht die Mr vor der Nase zu, die die Gewohnheit haben, sie in fremde Wohnungen zu stecken I" „Bin ich eigentlich bei ChalupaS«wer bin ich in Sodom", fragte Beinsteller. „Am besten wärs, das Frauenzimmer ordentlich durchzuprügeln", rief die Duffek.„Schauen Sie sich die Unverschämte gut an. Sie hat noch das Erinnerungszeichen an unser Gericht in ihrer Fassade, Sie wissen doch, damals, als sie meinen Mann verführte! Und schon greift sie nach dem Mann ihrer eigenen Schwester!" Herr Foltr schien von dieser Mitteilung einigermaßen überrascht und erklärte:„Ich erlaube nicht, daß von meiner Braut so gesprochen wird." „Mensch", schrix die Duffek,„uns wollen Sie befehlen, uns, die Ihre Braut mit meinem Mann erwischt haben? Sie hat Ihnen gewiß auch nicht erzählt, daß sie ein schulpflichtiges Kind hat! Sie wissen gewiß nicht, daß der Hanslitschek ihretwegen eingesperrt ist, weil er ihr zuliebe gestohlen hat, und daß sie vor ein paar Tagen von der Polizei aufgegriffrn wurde, weil sie halbnackt und betrunken den Park unsicher machte. Sie wissen auch nicht, daß sie bei dem Doktor Assistentin war und nicht mehr zu ihm zurück darf." Bis jetzt hatte Herr Foltr keine Silbe von all den Auschuldigungen geglaubt, Aber die letzten Worte! Die auffallende Aehnlichkeit Magdalenas mit der Assistentin des Dr. Knobloch!„Magda- lenchen", rief er,„was sagen Sie dazu?" „Was ich sage?" rief Magdalena wild. „Daß Sie sofort die Stube verlassen, verstanden? Ein Mann, der solches Zeug glaubt, kann mich nicht lieben!" Als die Angelegenheit an diesem Punkt angelangt war, konnte bei Beinsteller von Wut nicht mehr die Rede sein. Der arme Herr Foltr tat ihm aufrichtig leid. Er war hinlänglich gestraft, wenn er Magdalena heiratete. Ein teuflischer Gedanke ging Ferdl durch den Kopf:„Frau Duffek", rief ex ganz plötzlich,„ich staune, daß Sie solche Dinge sagen! Jeder weiß, daß Magdalena einen Fratzen hat. Aber das ist schon so lange her und man kann ihr es verzeihen. Sonst ist Magdalena aber ein braves Mädel, und ich habe die größte Lust, diesem Herrn hier ein paar Ohrfeigen zu geben. Nicht weil er großmütig ist und ihr diesen Balg verzeiht. Aber weil er Fräulein Sophie überflüssigerweise ins Gerede gebracht hat." „Aber Herr Beinsteller", stotterte die entsetzte Duffek.„Ich habe doch... ich... der Jaro- flav und Sie..." „Frau Duffek", sagte Beinsteller schroff und trat so nahe zu ihr, daß sie erschrocken zurückwich. „Ich spreche die Wahrheit, und wer sich hineinmischt, wird es mit Herrn Dcinsteller zu tun kriegen." „Aber Herr Beinstellerl" piepste die Duffek. Doch Beinsteller wußte, daß er ganz andere Interessen hatte als Frau Duffek und diese einfältige Frau nie die feine Grausamkeit seiner teuflischen Rache verstehen konnte. Er schob sie einfach hinaus und stemmte sich mit aller Kraft gegen die Tür, daß niemand herein könne. Dann sagte er höflich:„Lieber Herr, verzeihen Sie, daß ich Sie in Ihrer angenehmen Beschäftigung gestört habe, und glauben Sie diesen Weibern kein Wort. Sie beneiden einfach die Magdalena." „Ich bin ja wie in einem Märchen", rief Herr Foltr.„Magdalenchen, kannst du mir verzeihen?" Magdcklena verzieh und warf Beinsteller strahlende Blicke zu. Hierauf bat Herr Foltr Beinsteller, ihnen Gesellschaft zu leisten, was Beinsteller ablehnte und sich empfahl. Die Chalupa nahm er mit. Bor dem Hause angelangt, legte er die Maske des höflichen Gratulanten ab und sagte, zu der alten Frau gewendet:„Falls man in der Hölle tine Schwiegermutter braucht, die Stelle ist für Sie reserviert." „Herr Beinsteller", schluchzte die Chalupa, „verurteilen Sie mich nicht, ich hab' es gut gemeint. Als ich sah, daß sich der Foltr auf den ersten Blick in die Magda verschossen hatte, sagte ich mir:„Was hätte Sophiechen davon, wenn ich's nicht zugäbe. Und ich segnete die beiden, damit er wenigstens in der Familie bleibt." Das fünfundzwanzig st e Kapitel führt uns in die idyllische Familie des Diebes Petri- cek ein und gibt eine nähere Beschreibung der Reise, die LoisiS angetreten bat. Beinsteller war wie auf Nadeln, als er von der fassungslosen Mutter Chalupa Abschied nahm. Er hatte bei der ganzen Geschichte an die Hauptperson, an Fräulein Sophie, vergessen. Jetzt flog er davon, bedauerte, daß das Prager Pflaster keine Spuren^bewahrte, und stellte sich die entsetzlichsten Dinge vor. Das unglückliche Mädchen hat sich's gewiß zu Herzen genommen und ist ins Wasser gegangen, da sie jetzt weder einen Bräutigam noch ein Zuhause hat und zch— ich habe mich indessen kleinlich an dem Büffel, detst Foltr, gerächt. Da ihn aber selbst in den Augenblicken größter Aufregung sein gesunder Menschenverstand nicht verließ, dachte er, Sophie werde gewiß„zum Wasser" gegangen sein. Er hoffte zuversichtlich, einem Automobil zu begegnen, das er nehmen wollte, um sie einzuholen. Das gelang ihm auch, bevor er die ZiZkover Grenze erreichte; seine Vermutung war richtig gewesen. Er sah die bekannte Gestalt, die sich mit gesenktem Kopf müde weiterbewegte, und es bedurfte keines besonderen Scharfiinns, um zu wissen, daß Fräulein Sophie ohne Ziel ging, wohin sie ihre Füße trugen. „Gott syi Lob!" jubelte Beinsteller im stillen. „Sie ist keine von den Wütenden, die unter das erstbeste Auto springen. Er entlieh den Wagen und näherte sich schüchtern Fräulein Sophie. Sie blickte ihn grenzenlos erstaunt an, als sei es nicht der Ferdl Beinsteller, sondern ein Wesen aus einer anderen Welt. Als sie aber in seinen Augen nur grenzenlose Ergebenheit, Mitleid und Achtung las, kehrte sie in die Wirklichkeit zurück und sagte schluchzend:„Sie wissen schon davon, Herr Beinsteller?"(Fortsetzung folgt.) 174 Sonntag, 28. J«N 1935 Seife 3 Anti-Hitler-Kundgebung in New York New Jork.(Reuter.) Freitag abends vor der Abfahrt des deutschen Dampfers.Bremen" rotteten sich am Landungskai einige tausend Men« scheu zusammen und veranstalteten eine Demonstration gegen die deutschen Nationalsozialisten. Drei Demonstranten gelang es, an Bord der.Bremen" zu kommen, wo sie die Hakenkreuzfahne her« unterrissen und unter der Zustimmung der Menge, die am Quai versammelt war, ins Wasser warfen. Diese drei Demonstranten wurden später festgenommen. Die deutschen Matrosen ließen sofort ein Boot auf Wasser und konnten die von der Strömung fortgetragene Flagge noch rechtzeitig auffischen. Sodann hißten sie wieder die Hakenkreuzflagge und begrüßten sie unter dem Gesang nationalsozialistischer Lieder. Am Landungsquai wurden inzwischen die Kundgebungen gegen Hitler und das nationalsozialistische Deutschland fortgesetzt. Etwa 200 Polizisten und 100 Detektive in Zivilkleidern schritten ein und bemühten sich auf jede Art, die Demonstranten auSeinanderzutreiben. Bei dem Zusammenstoß mit der Polizei fielen einige Revolverschüsse und soweit festgestellt wurde, wurde ein Mann verletzt. Schließlich wurde die Menge auseinandergejagt, als berittene Polizei zu Hilfe gerufen wurde. Die Detektive verhafteten einige Leute auch unter den Reisenden der dritten Klaffe des Dampfers.Bremen". Daun erfragen wir die Hüte leidi- ter, erhalten uns Spannkraft und Frische. Jetzt im Sommer sollte also Ceres in Jeder Küche sein. Ceres ist ein 100%iges, reines Pflanzenfett, das alle Speisen so schmackhaft und leicht verdaulich macht. Geres Nur echt mit dem Namenszug Sudeten deut seh er Zeitspiegel Die Solidarität und Kampfbereitschaft der ürbeiter verhindert Entlassung von 310 Irbeitern Der Konflikt in den Schrollbetrieben beendet Dank der beispiellosen Opferbereitschaft von hunderten Arbeitern und Arbeiterinnen wurde es in den vergangenen Tagen möglich, den die ganze Oeffentlichkeit aufregenden Konflikt, der in den Braunauer Schrollbetrieben wegen der drohenden Entlassung von mehr als 300 Arbtitern ausgebrochen war, aus der Welt zu schaffen, ohne daß das Elend der Arbeiter in der beabsichtigten Weise vergrößert worden ist. Die Firma Schroll hat in Anbetracht der Kampfentschlossenheit der verzweifelten Arbeiter und dank dem Eingreifen der Behörden ihr- unsozialen Maßnahmen zurückziehen müssen, aber sie tat das erst, als sich die Arbeiter im Interesse der gesamten Belegschaft zu großen Opfern bereit erklärten. Das Abkommen, welches zwischen der Firma Schroll und den Vertretern der Arbeiterschaft abgeschlossen wurde, ist in zwei großen Versammlungen der Arbeiter der Schrollbetriebe in Braunau und Halbstadt durchberaten und schließlich auch angenommen worden. Es hat folgenden Wortlaut: 1. Die Firma zieht sämtliche Entlassungen zurück. Die bereit- Entlassenen werden wiederum m den Turnus eingetrilt. 2. Die Einteilung in de« Turnus geschieht nur im Einvernehmen mit dem BA. 3. Bei Neuaufnahme« werde« in erster Linie schon früher abgebante Schroll-Arbeiter berücksichtigt. Soweit es sich um Neuaufnahmen von Jugendlichen handelt» werden diese in erster Linie aus den Angehörigen von Schroll-Arbeitern entnommen werden. 4. Für den Urlaubsanspruch gelte« auch weiterhin die schon getroffenen Abmachungen. Als Kompensation an die Firma wurde in diesem Protokoll vertinbart: 1. Der BA zieht sein« Klage»ei der Schiedskommission für BA i« Bezirk Brannan zurück. 2. Für di« finanzielle Belastung, die der Firma durch Gewährung des Urlaube- auch an die 310 für die Entlassung vorgesehene« Arbeiter und für Schäden, die infolge der Wechselschicht nach den Behauptungen der Firma entstehen, leistet die Arbeiterschaft an die Firma eine drei- prozentige Abgabe vom Lohn in der Weise» daß sich an den bestehenden Löhne«, Akkordsätzen«sw. nicht- ändert und der Abzug al- gesonderter Pasten am Lohnstreifen an-geworsen wird. Bei der Abstimmung über daS Abkommen i« den Versammlungen ergab sich einstimmige Annahme der Vereinbarungen. Der Stimme enthielten sich lediglich acht oder zehn Anhänger der deutschen Gewerkschaft, die sich wahrscheinlich durch da- Nichtmitstinnnen daS Alibi schafft« wollten, gegen da- Abkommen loszugehen und ein Kesseltreiben gegen die Funktionär« der»roten Union" in Szene zu setzen. Landdlenst-Schwindel! Betrogene Arbeitslose! Bekenntnis der Sudetendeutschen Helmatfront Die Henlein-Zeitung»Leitmeritzer Nachrichten" bringt in ihrtr Ausgabe vom Samstag, dem 27. Juli, folgende Mitteilung: Groß-Hubina.(Landdienst.) Um den jungen Arbeitslosen in den Sommermonaten eine wenigsten- Nein« Verdienstmöglichkeit zu schaffen, haben unsere brutschen Schutzvereine eine Aktion ins Leben gerufen, nach welcher Arbeitslose für ein Taschengeld von AL 10.— täglich(soll heißen wöchentlich— Anin. d. Rcdakt.) und Verpflegung zum Landdienst herangrzogen werden. Auch in unserem Orte wurden solche Arbeitslose angcfordrrt. Nachdem ja bekanntlich 80 Prozent aller Sudetendeutschen Anhänger der SHF sind» ist es begreiflich» daß auch diese Arbeitslosen DHF-Leute sind. Wir wir nun hören» erhalten diese Arbeitslosen von einigen Anhängern de- B. d. L.» bei welchen sie in Diensten stehen, nicht genügend satt zu essen, obwohl e- diesen armen Bolksgenoffen vor allem darauf ankommt, ihren Hunger zu stillen. Obwohl beispielsweise bei einem Bauer zwei solche Arbeitslose von früh bi- abendschwer arbeiten müffen, erhalten sie nicht einmal ein 10-Uhr-Brot. Es wäre nun an der Zeit» daß die Anhänger des B. d. L. den Begriff Volksgemeinschaft studieren und diese Aktion, di« unseren Arbeitslosen ihr schweres Los wenigstens auf kurze Zeit erleichtern soll, nicht durch ihre immer«och unverständliche politische Einstellung zum Schade« der Aermsten unseres Lölkes ausnützen. Durch diese offizielle Mitteilung, vermutlich voll der Ortsgruppe Groß-Hubina(Bez. Auschaft der SHF, wird der Landdienst-Schwindel öffentlich zugegeben und die Arbeitslosen scheinen langsam sewst zur Erkenntnis zu gelangen, daß sie dem Hrnkerdienste der SHF zum Opfer gefallen sind und sich zu einem menschenunwürdigen Verrat an sich selbst und an der Arbeiterschaft überhaupt, hergegeben haben. Das, wa» die deutsche Sozialdemokratie im allgemeinen und vom Landdienst im besonderen, von allem Anfang an gehalten hat, ist bereits nach so kurzer'Zeit der famosen.Arbeitsbeschaffung" und der„Fürsorge der Arbeitslosen" seitens der SHF voll und ganz eingetroffen. Dieses Eingeständnis beinhaltet nicht nur das moralssche und soziale Fiasko gegenüber den Arbeitslosen und den Arbeitern, sondern bestätigt weiter die Irreführung sowohl der Arbeiter, als auch der Oeftentlichkeit. SHF-Verblndunssmann verhaftet Die»Rote Fahne" meldet, daß in der Näh« von Krombst ch ein bekannter Henleinmann verhaftet worden sei als er die Grenze überschritt. Die Gendarmerie fand 800 Reichsmark bei ihm, die er kurz vorher bei einer Zittauer Bank behoben hatte. Der Sendbote der SHF soll nach der Aussage eines kurz nach ihm verhafteten Reichsdeutschen, welcher ebenfalls Kurierdienst« zwischen der SHF Und der NSDAP leistet, seit langer Zest Geldbeträge au- Deutschland für die SHF vermittelt haben. Der Henleinmann befindet sich im Kreisgerichtsgefängnis in Döhm.-Leipa. Ein großer Erfolg sozialdemokratischer Fürsorgepolitik 1,404.000 Kronen als Nachtrag für die Ernährungsaktion Seit dem Tage, da die Vertreter der Su- detendeutschen Partei in das Parlament kamen, ist die sonst so verächtlich gemachte ErnährungL- ckktion wieder zu Ehren gekommen. Allerdings nicht mehr als eine von sozialdemokratischer Fürsorgepolitik zeugende Einrichtung, sondern als Frucht der Politik der SHF oder gar als Tat deS„Führers",— der sich jetzt in England von den"Strapazen'seiner Schweizer Urlaubsreise erholt— im Interesse der Arbeitslosen irtt Randgebiete der Republik. Wo immer ein Arbeitsloser eine Ernährungskarte erhält oder ein Arbeitsloser neu eingereiht wird, wird diese Tatsache auf daS Konto der Arbeit der Siedeten- deutschen Partei gebucht, während man früher gerade von dieser Seite bestrebt war, die Er- nährung-aktion als AugsnauSwischerei zu be- zeichnen und sie in der breiten Oeffentlichkeit lächerlich zu machen. Nun, da man den Wahl- ergebnissen vom 19. und 26. Mai Rechnung tragen muß und dem allgemeinen Glauben nach sofortiger Aenderung der Verhältnisse durch daS Eingreifen der SHF in die Politik dieses Staates festigen muß, sucht man mühsam alle Brosamen, die vom Tisch der anderen Parteien ab. fallen, zusammen, um so etwas wie einen politischen Erfolg aufzuzeigen. Deshalb wird jede Czechkärte mit einem Male zur deutschen Tat für den Arbeitsbruder und plötzlich kommen die Hungersuppen zu einer nie geahnten Bedeutung. Man darf deswegen jetzt, da das Ministe- rium für soziale Fürsorge die Nachtragszuwendungen für die laufende Periode der Ernäh- rungSaktion bekanntgibt, darauf aufmerksam machen, daß diese Zuwendungen, die insgesamt fast einundeinehalbe Mi Ilion Kronen auSmachen, nach zähen Interventionen und Verhandlungen im Ministerrat, die von den Genossen Taub und Dr. C z e ch geführt wur- den und nicht zuletzt auf daS Verständnis des Fürsorgeministers deS Genossen N e L a s zurückzuführen sind, bewilligt wurden. ES sei ein für allemal festgestellt, daß sich um diese Nachträge außer unserer Partei niemand strapaziert hat von Seite der deutschen Parteien und waS immer man über diese Erhöhung der Quote der Ernährungskarten auch für Berichte in die Well setzen mag. Richtig und wahr ist nur, daß hitr durch Fleiß, Umsicht und Verständnis für die traurige Lage der Arbeitslosen ein großer Erfolg sozialdemokratischer Politik sichtbar wird. Dieser Erfolg zeigt sich in folgenden Ziffern: Land Böhmen Nachtragszuwendung 25.000.— 2.000.— 15.000.— Bezirk: «sch Beneschau Böhm.-Leipa Branna» BudweiS Böhm.-Brod 40.000.— 15.000.— 25.000.—r Pogrome sind nur auf „FUhrer“-Befehl gestattet... Berlin. Polizeipräsident Gräf Helldors teilt im Einvernehmen mit den Parteidienststellen Folgende- mit: In den letzten Tagen ist die Feststellung gemacht worden, daß sich in einigen Fällen Angehörige der Bewegung von Provokateuren haben verleiten lassen, sich an judenfeindlichen Demonstrationen zu beteiligen. Staat und Bewegung haben immer wieder betont, daß Einzel- aktivsten verboten sind. Zu diesen verbotenen Einzelaktionen gehören insbesondere das Bemalen und Beschädigen von Schildern, Schaufenstern u. dgl. Für die Art des Vorgehens der Provokateure ist es bezeichnend, daß sogar ist eisti- gen Fällest erreicht wurde, Polizeibtämte unter Berufung auf mich an ihrem pflichtgemäßen Einschreiten zu h i n d e r n. Der Kampf gegen das Judentum wird von Staat und Bewegung a u f andere Weise geführt. Jedermann, der sich an verbotenen Einzelaktionen beteiligt, stellt sich damit außerhalb von Staat und Bewegung ustd setzt sich der Bestrafung aus. Böhm.-Krmnan Telsche» Taus Dstuba D»r Söniginbof Fslkenäu Friedland Bischosteimtz Höiovitz Königgrätz Kemota» Gablonz a. N. Jostchimsthal Starkenbach Neuhaus Kaaden Kaplitz Klattast GraSlitz Reichens««- KarkSbad Leitmeritz Marienbad Münchengrätz Brux Nachotz Nendrk Deutsch-Gabel Deusschbrod Ne»-P"ka NeubidZov Pardubitz Pilgram Plan Pilsen Podersam Prag-Land Prachatitz Preßnitz Rikanh Raudnitz Rvmburq Reichenau Semil Strakonitz Mies Schüttenhofen Schlacken au Tacha« Teplitz-Schöna« Tranten»» Anssi« Warnsdorf Hohenelbe Senftenberg Saaz Luditz Summa: 4.000— 40.000— 10.000— 12.000— 30.00Ö.— 20.000.— 10.000.— 31.000— 30.000— 30.000>' 51000— 40.000— 30.000.— 10.000— 28.000.— 15.000— 5.00Ö.— 10.00Ö— 10.000.— 50.000— 88.000— 100.000— 10.0Ö0— 20.000— 8,000.— 10.000— 80.000— 20.000— 21,000 5.000— 15.000— 1Ö.00Ö.— 16.000— 4.000— 5,000.— 45.6000— 10.000.— 2O.ÖO0— 10.000— 15.000— 8.000— 10.000— 40.000— 10.000— 40.000— 5.000.— 15.000— 5.000.— 15.000— 15.000— 20.000.— 20.000— 15.000— 15.000— 4.000— 3.000— 20.000— 5JJ00— 1,257.000— Land Mähren Bezirk: Freudenthal Friede, Freistadt Freiwalda« NachtrnsSznwendnng: 10.000— 20.000 10.000— 15.000— Hollescha« Ristek Mähr.»Ostrau Mähr.-Trübau «Stn Möhr.»Schönberg 20.000— 5.000 10.000— 7.000— 30.000— 20.000— Insgesamt: für Böhmen... Kö 1,257.000— für Mähren-Schlesien Kt 147.000— im Ganzen.« XL 1,404.000.— Henlein In England Wie die Rundschau" unter den offiziellen Hofnachrichten meldet, ist Konrad Henlein nach England verreist. Vermutlich dient auch diese Reis« nur dazu, der langsam ungeduldig werdenden sudetendeutschen Oeffentlichkeit weiszumachen, daß Henlein überall Verbindungen habe und große Politik treibe. Es sollte uns nicht wundern, wenn die Flüsterpropaganda in den nächsten Tagen meldet, daß Henlein den englisch-italienischen Konflikt schlichtet. Oder hat Henlein Konferenzen mit Sir Henry Deterding, dem Petroleumkönig, der die Hitlerbewegung finanziert bat? Sette t Sonntag, 28. Juli 1935 Nr. 174 50 Todesopfer einer Explosion Turin. Bei der Explosion der Pulverfabrik in Varese, unweit Turin, wurden den eingegangenen Nachrichten zufolge, an 50 Personen getötet. Bisher wurde« zwölf Leichen geborgen. Die Aufräumungsarbeiten dauern an. va kört sick aber jeder SpaB auf Wir haben dieser Tage einen-Artikel des „Prager Abendblatt" zitiert, der den Leser dieses Regierungsblattes Weismachen wollte, daß Hitler eine Säule des europäischen Friedens sei. Nun bringt das gleiche Blatt einen Artikel über Italien, in dem von M u s s o li n i dasselbe behauptet wird, nur daß sich die Lobhudeleien für Muffolini zu den widerlichsten, brechreizauslösenden Dythiramben steigern. Hier einige Kostproben: Wenn der Duce die Meinung ausgesprochen hat, das heutige Italien sei minder bekannt als das künstlerisch-literarische Italien der Vergangenheit, und daß auch dieses neue Italien propagiert werden wolle, dann besteht kein Zweifel darüber, daß das j u n g e Italien, die italienische Giovinezza, sicher das Möglichste getan hat, um sich durchzusetzen und daß mit diesem Italien als mit einem der wichtigsten Fakwren der Weltpolitiki auch in unserem Staate zu rechnen ist. Der Duce hat sicher recht, wenn er betont, daß bei der Beurteilung der politischen Fragen vor allem die Völkerpsychologie in Betracht gezogen werden müsse, und er tut sicher recht daran, wenn er sich mit dieser These besonders an die Journalisten wendet. Vielleicht haben wir da? moderne Italien manchmal mißverstanden. Wir haben oft unsere schwere nordische Atmosphäre nnch Italien projiziert. Wir bewerte le n den Fascismus oft als eine bloß politische Bewegung, aber wir sahen nicht, wie stark die wirtschaftlichen undintellektuel- len Kräfte sind, die mit ihm zusammengehen. Dieses Italien ist heute am Frieden in Mitteleuropa mehr interessiert denn je. Das bedeutet vor allem, daß eS auf der österreichischen Unabhängigkeit bestehen muß. Für Italien gilt heute dieselbe Formel, wie für die Politik der Kleinen Entente:„Weder Anschluß, noch Restauration". Was die Koloyialpolitik Italiens anbelangt, so muß für hier.wie für Italien der alte Grundsatz gelten:„Italia fara da se"(Italien bandelt für sich). Für uns ist vor allem die einig« Male wiederholte Erklärung Mussolinis wichtig, daß die Unternehmungen Italiens in Afrika sein Interesse um Mitteleuropa keineswegs abschwächen. Italien ist bereit, an dem Fortschritt d« Friedens- ge dankens in Mitteleuropa mitzu arbeiten, und sein verantwortlicher Staatsanmn verlangt von der t s ch e ch o sl o w a k'i s ch e n I oü t n a list i k Mitwirkung, die ihm nicht versagt werden wirds. Don Journalisten werden aber sicher bald Diplomaten und Politiker folgen. Wir wissen nicht, ob der Schreiber des Artikels an der Reise teilgenommen hat, die tschechische Journalisten als Gäste des italienischen Außenamtes nach Italien unternommen haben und die eine sehr primitive und allzu durchsichtige Form der Propaganda italienischen Friedenswillens war. Wir können also nicht behaupten, daß die Hymnen auf Mussolini aus der Nachwirkung von Spaghetti und Chianti entstanden sind, aber daß Mastdarmtouristik keine Politik ist und daß man den Frieden nicht rettet, indem man den Bluthunden die Stiefel leckt, sind Wahrheiten, die der zitierte Artikel nicht aus der Welt schaffen wird. Das Dritte Reich und die Nonnen Berlin.(DNB.)., Nach zehnstündiger Verhandlung verkündete der Vorsitzende des Berliner Schöffengerichtes in den Abendstunden das Urteil gegen die vier Ordens-Schwestern der Kongregation vom Hl. Karl Borromäus. Die-General Vikar in Luit- gardis Kn«ppek und die Oekonomin Rosalia Bell erhielten wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Devisenvergehens in drei Fällen je drei Jahre Gefängnis und 11 5.0 0 0, bzw. 100.000 RM Geldstrafe. Die Generaloberin Felicitas P o t r z wurde zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis und 65.000 RM Geldstrafe verurteilt, während di« Schwester Rosalie Völkel wegen Begünstigung mit fünf Monaten Gefängnis davonkom. Die Untersuchungshaft wird boll angerechnet. Für die Geldstrafen hat die Kongregation, mitzuhasten. Ferner wurde die Einziehung der beschlagnahmten 76.000 Dollarbons und der 66.600 7prozentigen holländischen Guldenöbligationen zugunsten des Deutschen Reiches ausgesprochen.,..,%.. Der Kampf gegen den Stahlhelm Schwerin(Mecklenburg). In den Kreisen Ludwigslust, Parchim und in der Stadt' Waren wurden bei allen Mitgliedern des aufgelösten NSDFS(Stahlhelm) Haussuchungen durchgeführt, die den Verdacht des verbotenen Waffenbesitzes bestärkt haben. Es sind bisher zahlreiche Gewehre Modell 98, Karabiner, Militärpistolen und erhebliche Mengen starker Munition als beschlagnahmt gemeldet worden. Einige Stahlhelmer sind auf Grund dieser strafbaren Handlung dem Amtsgerichte zugeführt und in Haft genommen. Und wieder ein Flugzeugunglück Warscha«. In der Nähe von Wilanow bei Warschau ereignete sich eine schwere Flugzeugkatastrophe, welche drei Todesopfer forderte. Das neue polnische Militärjagdflugzeug der Type P. Z. L., eines Apparates polnischer Konstruktion, das vom Militärflugfeld Okoncie zum ersten Probe- flug gestartet war, stürzte aus bisher, unbekannter Ursache ab und wurde gänzlich zertrümmert. Alle Flugzeuginsaffen, und zwar der Pilot Fliegeroberleutnant Kryminczuk, der Beobachter Fliegeroberleutnant Pienionzck und der Ingenieur des Steine statt Munition Das Rätsel des französischen Waffentransportes gelöst Paris. Das Rätsel der 310 Munition s- k i st e n, die von einer französischen Firma über Rouen und Le Havre nach Argentinien befördert wurden und von dort aus mit Steinen und Sand gefüllt nach Le Havre zurückgekehrt sind, ist nunmehr aufgeklärt. Aus den Aussagen der Kapitäne der beiden französischen Dampfer geht hervor, daß die Waffen und Munition wohlbehalten in Buenos Aires eingetroffen waren. Die argentinischen Zollbehörden untersagten jedoch die Weiterbeförderung der für Paraguay bestimmten Waffen auf argentinischem Hoheitsgebiet, Die, Ladung wurde deshalb auf zwei Transportkähne gebracht, die unter Aufsicht der argentinischen Zollbehörde gestellt wurden. In der, Nacht gelang es den beiden Schleppern, aber, unbemerkt auszulaufen und ihre Ladung nach Asuncion zu bringen. Erst hier wurden die Kisten ausgeladen, mit Steinen und Sand gefüllt und auf den gleichen Schleppern wieher nach Buenos Aires zurückgebracht, wo sie die beiden französischen Schiffe ahnungslos wieder an Bord nahmen und nach Frankreich z^- rückführten. Maffenausweisung von Verbrechern in USA Washington. Präsident Roosevelt verfügte gestern die Ausweisung von 161 Ausländern, die Rauschgiftverbrechen, Falschmünzerei und ähnliche Delikte begangen haben. Dies ist die größte derartige Massen- a u s w e i s u n g, die bisher in Amerika erfolgt ist. Die Mehrzahl der Ausgewiesenen sind Italiener, d. i. 62 Prozent. Durch diese Maßnahme ersparen die Vereinigten Staaten jährlich 62.000 Dollar. Neue Hochwasserkatastrophe in China Schanghai. Mehrtägige schwere Wolkenbrüche im nördlichen Teil der Provinz H o p e i haben eine neue U e b e r s ch w e mmungskata- st r o p h e verursacht. Das Land ist weit und breit überschwemmt, 26 Dörfer stehen unterWas- s e r. Die ausgedehnten Reisfelder sind z e r- st ö r t. In der nordchinesischen Industriestadt Tongschan steht das Wasser über einenMe- t e r hoch. In S ch a n t u n g ist die Lage unvermindert ernst. Handgemenge im Krakauer Gemeinderat Warschau.(Tsch. P.-B.) In Krakau kam es Freitag ivährend einer Sitzung des Gemeinderats, in welcher die Wahl von 66 Delegierten in die Wahlkreiskollegien vorgenommen werden sollte, welchen bekanntlich auf Grund des neuen polnischen Wahlordnung das Recht zur Aufstellung von Kandidatenlisten zusteht, zu stürmischen Zwischenfällen. Die Vertreter der oppositionellen sozialistischen Gemeinderatsfraktion versuchten trotz des Verbotes- des Gemeinderatsvorsitzenden, eine Deklaration über den Boykott der Wahlen zu verlesen. Dabei kam es zwischen den sozialistischen Ge- mcinderäten und den Gemeinderäten des Regierungsblocks zu einem Handgemenge. Der Vorsitzende des Äemeinderates ließ daraufhin die Gemeinderatsdiener, welche in dem Beratungssaal Dienst versahen, intervenieren. Die sozialistischen Gemeinderäte wurden von den Dienern mit Gewalt auf den Händen hinausgetragen, worauf die Wahl der Delegierten in die Wahlkrciskollegien erfolgen konnte. Zwei Todesstürze vom Matterhorn Zermatt. Zwei etwa 20 Jahre alte Bergsteiger aus München waren gestern früh ohne Führer aufgebrochen, um das Matterhorn über den Zmutt-Grat zu besteigen. Eine andere Touristengruppe bemerkte plötzlich, wie die beiden Münchener Touristen abstürzten. Einer Rettungskolonne gelang es nur, die L e i ch e n der beiden zu bergen, bergen. technischen Fluginstitutes Klucek fanden unter den Trümmern des Apparates den Tod. Noch eine schwere Katastrophe Ankara. Bei einem heftigen Brande, der in der Nähe der Marinebasis Jsmit im Marmara- Meer entstand und der zwei Munitionsdepots vernichtete, fanden siebent ü.r kischeSolda- t e n d e n T o d. Der Brand soll durch eine w e g- geworfene brennende Zigarette, die ins trockene Gras gefallen war, verursacht worden sein. I Eine Bluttat sondergleichen Warschau. Das Dorf Jlince in Ost- Galizien war der Schauplatz einer schrecklichen Bluttat. Der Bauer Wakaluk ermordete, wahrscheinlich in einem Zustand von Sinnesver- wirrung, seine Frau durch Arthiebe und verletzte sodann in einem benachbarten Bauernhaus 16 Personen schwer. Nach diesem Massaker brach Wakaluk ohnmächtig zusammen. Bon den schwerverletzten, Opfern des Wüterichs sind nach der Ueberführung ins Spital d r. i Personen g e st o r b e n. Der Zustand von sechs Schwerverletzten ist hoffnungslos. Das Erdbeben in der Altvatergegend In der Rächt von Mittwoch auf Donnerstag wurde im Gesenk e, insbesondere in der Umgebung des A l t v a t e r s. ein verhältnismäßig ziemlich starkes Erdbeoen wahrgcnommen. Um das Gebiet abzugrenzen, das durch das Erdbeben betroffen war, bittet das staatliche geographische Institut in Prag II., U Karlova 3, daß diejenigen, die das Erdbeben verspürt haben, ihre Adressen einsenden mögen'. Dar Meisterdieb der Sportplätze Kladno. Freitag nachmittags erschien aus dem Tennisplatz des S. K. Kladno ein elegant gekleideter unbekannter junger Mann, der sich selbstbewußt in der Halle des Pavillons niedcrließ. Er bestellte etlvas zu Essen und begab sich nach einer kurzen Weile unter dem Borwand, daß er sich die Hände waschen wolle, in die Garderobe. Nach seinem Weggang stellten die Mitglieder des Klubs fest, daß der Unbekannte ihnen aus den Schränkön in'det Garderobe UhreN und verschiedene Gegenstände im Werte von etwa 600 Kronen entwendet hatte. Der Unbekannte wurde, von Klubmitgliedern, die ihn ver Fahrrad verfolgten, eingeholt und verhaftet. Auf der Polizei erkannte man in ihm den 26jährigen Anton K Y t h r aus W i e n, der sich zur Zeit in Prag aufhält und sich auf Diebstähle' in Garderoben von Sportplätzen spezialisiert hat. Kythr besitzt einen Komplizen, dem die Polizei gleichfalls auf der Spur ist. Sklavenstaatcn. Im Hause des Gehenkten pflegt man schicflicherweise nicht vom Strick zu sprechen. Noch weniger sollte man tzs im Hause des Henkers tun. Hingegen veröffentlicht Mus- solinis offizielles Blatt ,/Popolo d'Jtalia" einen höhnischen Schmähartikel, in dem es sich sittlich darüber entrüstet, daß„ein Land, in dein Skla- verei herrscht, damit auftrumpfen darf, Mitglied des Völkerbundes zu sein". Das Land, von dem die Rede ist, ist merkwürdigerweise nicht jenes, in dem Matteotti ermordet wurde, nicht jenes in dem die Versklavung, Marterung, Entrechtung von Millionen Menschen erst zu ihrer modernen Vollendung gebracht wurde, nicht jenes, das sich mit Hilfe von Kanonen und Granaten und Konzentrationslagern jenseits seiner Grenze eine katholische Auslandsvertretung seiner Skla- venfirma angelegt hat— mit einem Wort, das Land von dem in Mussolinis Leibblatt die Rede ist, ist nicht Italien, sondern Abessinien. Wenn es aber Herrn Mussolini mit seinen Bestrebungen, den Völkerbund von!/em moralischen Bal- last der Mitgliedschaft von Sklavenstaaten zu befreien ernst ist, dann wird wohl nichts übrig bleiben, als daß er seine jüngsten dunklen Drohungen in die Tat umsetzt— und schleunigst aus dem Völkerbund austritf. Justizminister Dr. Iwan Dorer hat seinen Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit bis Ende August wird seine Korrespondenz nicht erledigt. Gebühren für Aufenthaltsbrwillignng. Auf Grund des Fremdengesetzes soll eine Gebühr für die Bclvilligung des Aufenthaltes an Ausländer eingehoben werden, und zwar je nach den Ver- mögensverhäktniffen, dem Zweck des Aufenthaltes, seiner zeitlichen und räumlichen Beschränkung und unter Berücksichtigung der Reziprozität zwischen 10 Kä und 10.000 K£. Für die polizeiliche Meldung der Ausländer wird eine Gebühr nur erhoben werden, wenn deren Heimatstaaten! aus demselben Titel Gebühren von tschechoslowa- kischen Staatsbürgern einheben.'Die Gebühr wird dann so hoch sein, wie in dem Land, das sie bei .tschechoslowakischen Staatsbürgern einhobt.' Aus dem Zuchthaus in den Tod. In der Gemeine Vyschny-Slanj bei Dobschan verübte der Bauer Jan B iz i k Selb st mord, nachdem er soeben erst aus dem Kerker entlassen worden war, in dem er sechs Jahre iocgen T o t s ch l a- g e s an seinem Bruder gesessen hatte. Ein Dorf in Flammen. Gestern vormittags entstand in der Gemeinde Chlumec in' der Nähe von llzhorod ein Brand, der 60 große Stroh- und Getreideschober, vier Wohnhäuser und zwei Wirtschaftsgebäude in Flammen hüllte. Auch das Gemeindeamt fiel dem Brande zum Opfer. Die Löscharbeiten wurden durch absoluten Wassermangel vereitelt. Zigeuner-Schlacht. In der Zigeuner-Kolonie L i p t a u Sankt Nikolaus kam es zu einer schweren Schlägerei unter den ansässigen Zigeunern. Die Tätlichkeiten arteten in eine ivahre Schlacht aus, die Gegner gingen mit Messern aufeinander los. Eine große Anzahl Verletzter wurde ins Krankenhaus überführt. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Die amtlichen Ziehungslisten über die am 1. August d. I. stattfindende Ziehung der Staatslose zur Unterstützung der Bautätigkeit, werden von der Direktion der Staatsschuld in Prag III., Malostranske näm. Nr. 2, ausgegeben und können gegen Einsendung von 1 Kd per Stück und 20 Heller des Portobetrages(Drucksache) durch die Post bezogen werden. Dort sind zu demselben Preise auch die Ziehungslisten der vorigen Ziehungen sowie auch die neue Restantenliste(für die Jahre 1922— 1934) zum Preise von 3 KL und 40 Hel-' ler des Portobeitrages(Drucksache) zu bekommen. Die Bestellungen können bereits jetzt erfolgen. Die amtlichen Ziehungslisten-werden ausnahmslos nur gegen Voreinsendung des. entsprechenden Betrages ahgesendet werden. Der Betrag kann mit„Bianco Erlagschein", welcher bei jedem Postamte um 5 Heller erhältlich ist, eingesendet werden. Auf dem Erlagscheine ist an dem weißen Rande des mittleren Teiles oberhalb' des Druckes,„Erlagschein" unsere Kontonummer 37792*62, sowie auch kurz, was zu senden ist, z. B.:„Ziehungsliste vom 1. Feber", anzuführen. So wird das Briefporto erspart. Die Adresse muß deutlich und leserlich geschrieben sein. Authentisch ist nur die amtliche Ziehungsliste, wogegen die privat ausgegobenen Listen ost Fehler enthalten, di« Oeffentlichkeit unrichtig informieren und so Unannehmlichkeiten ost zur Folge haben. Fahrpreisermäßigung für Hopfenpflücker. Boni „Zemsky üstredni ürad präce" in Prag wird amtlich verlautbart: Anweisungen für Hopfenpflücker für die zulässige Fahrpreisermäßigung auf deu tschechoslowakischen Staatsbahnen nach dem Taris 4(etwa 50 Prozent) werden zu 2j) Heller für Stück ausschließlich in den Bezirksanstalten für un-^ entgeltliche Arbeitsvermittlung verkaufte Die Par- tiesührer(Führerinnen) von Pflückerpartien solle» sich rechtzeitig diese Legitimationen dort besorgen- In erwähnten Bezirksanstalten erhalten sie auch ein Flugblatt, in welchem auch' eine Belehrung über die für Hopfenpflücker geltenden Begünstigungen bei Bahnfahrten enthalten ist, nach welchen sich jene genau zu richten haben, weiter die Bedingungen" des Arbeitsvertrages für die heurige Hopfenpftücke. Da sowohl die Ausfüllung als auch die vorgeschriebene Beglaubigung der Legitimationen für die Fahrpreisermäßigung die angeführten Bezirksanstalten besorgen, haben die Partieführer keine weiteren Gänge, als in die zuständige öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle. Partien, welche keine im Voraus gesicherte Arbeitsstelle bei der Hopfenpflücke haben, dürfen keine Legitimationen ausgestellt werden. Vom Rundfunk (MptehlMtwartM aus den Programmen i Montag: Prag: Sender L.: 6.00— 7.30: Gymnastik, Musik, 10.05: Deutsche Presse und Wetter. 12.10:, Schallplatten, 15.00: aus Brünn Konzert, 16.30: Nachmittagskonzert, 18.20— 19.00: Deutsche Sendung, 19.05: Schaltpulten,£0.45: Violinkonzert, 23.00: Deutsche Nachrichten. Sender S.: 7.80: Schallplattenmusik, 8.30: Frauengymnastik, 14.00: Liederkonzert, 14.20: DeutscheSen- 'dung. Brünn: 6.00—7.30: Frühsendung, H.OO: Dorfblasmusik, 15.00: Orchesterkonzert, 17.40— 18.20: Deutsche Sendung, 19.00: Deutfche Presse, 21.15— 23.00: Programm aus Prag. Mährisch-Ostra«: 6.00— 7.30: Frühsendung. 11.00: Schallplatten, 17.50: Schallplatte» 18.00: Ortsnachrichten, 22.30: Schallplatte». Preßburg: 6.00— 7.30: Frühkonzert, 13.35: Deutsche und' magyarische Pressenachrichten. Kascha»: 6.00—7.30: Frühkonzert, 9.30: Schallplatte», 22.30— 23.00:. Schallplatte». DienStag: Prag: Sender L.: 6:00— 7.30: Morgengymnastik, Musik, 10.05: Deutsche Presse, 11.00: Konzert aus Brünn, 12.10: Mittagskonzert, 13.40: Schallplatte», 15.00: Konzert, 17.50: Arbeiters«»- düng, Dr. Snobr: Arbeiterattualitäten, 18.00: Schallplatte», 18.20—19.00: Deutsche Sendung, deutsche Presse, 21.45: Schallplatte». Sen- der S.: 7.30: Schallplatte», 8.00: Frauengymnastik, 14.10: Schallplatte». Brünn: 6.00—7.30: Frühkonzert, 11.00: Schallplatte», 17.40: Deutsche Sendung, Arbeitersendung: Sozialinformattonen, 19.00: Deutsche Presse, 20.30: Fr. SuppL„Boccaccio". Mährisch-Ostra«: 6.00— 7.30: Frühsendung, 17.50: Schallplatte», 23.00: Schallplatten. Preßburg: 6.00: Frühsendung, 15.00: Donauwalzer, 18.00: Liederkonzert, 19.00 Deutsche Presse. Kascha»: 21.00: Militärkonzert Sonntaa. 28. Juli 1935 SetteL Verkehrsftreik in London Kampf um die Arbeitszeit London. Die Angestellten der Autobusse, welche den Verkehr zwischen London und der Umgebung besorgen, sind in den Streik getreten, Durch den Ausstand, an dem 2350 Personen teilnehmen, sind 500 Fahrzeuge aus dem Verkehr ausgeschaltet. 17 Garagen stehen außer Betrieb. Der Streik ist infolge eines Konfliktes über die Dauer der Arbeitszeit ausgebrochen. Me Bemühungen, den Streik beizulegen, sind vergeblich. In die Dreschmaschine geraten. Der landwirtschaftliche Arbeiter Michael B e l a in Prohn geriet beim Einlegen von Getreide in die Die Kollegin Zuversichtlich, uwbekümmert, treten viele junge Mädchen ins Berufsleben. Viele von ihnen haben eine gewissenhaft erledigte Ausbildung hinter sich, sie verfügen über die ganze Frische des Unerfahrenseins in Dingen der Arbeit und nehmen ihre Jugendträumereien vom Elternhaus mit hinüber in die neue Welt. Soviel wisien sie Wohl, daß„aller Anfang schwer ist", und daß Schwierigkeiten überwunden werden müssen, ehe Man sich eingewöhnt hat in dem unbekannten Land, das„Beruf" heißt. Arbeitsgemeinschaft, nicht Tändelei „Es wird schon nicht so schlimm sein", denkt manches junge Mädchen vor dem ersten Gang sur Arbettsstätte. Bei diesem Gedanken wird nicht selten ein heimlicher Mick in den Spiegel gewor- sen. Man ist jung, man ist hübsch. Was kann da schon geschehen? Die mtt solchen Ueberlegungen ins Berufsleben steuern, sind oft nachher die am meisten Enttäuschten. Sie müssen feststellen, daß zwischen dem„privaten" und.geschäftlichen" Mann ein sehr erheblicher Unterschied ist. Der„Flirt" aus dem Kino kann am nächsten Morgen der grimmigste Abteilungsleiter, der Wanderkamerad ein sehr unduldsamer Kollege sein. Und das junge Mädchen, das dann versucht, auf Grund ihrer weiblichen Vorzüge kleine oder große Vorteile und Rücksichten zu erlangen, ist oft schärfsten Zurechtweisungen ausgesetzt. Es schadet mit solchem Verhalten nicht nur sich, sondern es schadet der Fmu im Berufsleben'überhaupt. Wenn hingegen das junge Mädchen, die junge Frau einsichtig sind und ihre natürlichen Gaben des Instinkts und der Di- Dreschmaschine. Bela, der eine schwere Btustkorbq u e t s ch ung und Kopfverletzungen erlitt, wurde in lebensgefährlich verletztem Zustande ins Brüxer Krankenhaus eingeliefert. Tödliche» Unfall des SowjetkommissLrs im Kaukasus. Kn Kaukasus ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück, bei dem der stellvertretende Bölkskommiffär des Innern der Transkaukasischen Sowjetrepubliken, A b u l i a n, getötet wurde- WahrscheinlicheS Wetter Sonntag: Vorwiegend heiter bis wechselnd bewölkt, untertags neuerliche Erwärmung, besonders im Karpathengebiet des Staates. Im Westen wieder einzelne Gewitter.— Wetteraussichten für Montag. In den böhmischen Ländern veränderlich, im Osten schön und warm. plomatie ein wenig zu handhaben wissen, wird es ihnen im^Berufsleben durchaus nicht so schwer fallen, neben dem Mann, mit dem Mann zu arbeiten. Man muß zugeben, daß einem die Männer diese Arbeitsgemeischast nicht immer leicht machen. Auch sie müssen sich erst daran gewöhnen, in der Mitarbeiterin die Kollegin und nicht nur die Frau zu sehen. Dann liegt eS der Frau ob, den tändelnden, oft sogar angrifflichen Ton abzuweisen, ihn ins Kameradschaftliche umzulenken. Nicht mit heftiger Zurückweisung, nicht mit Beleidigtoder Gekränktsein, sondern am besten mit freundlichem Scherz oder, wenn einem der Humor nicht liegt, mit ruhiger Ablehnung. Sachliche- Verhalten Es gibt ein Wort, mit dem man jungen Mädchen viele bittere Erfahrungen jm Berufsleben ersparen kann. Ein Wort, das vielleicht durch allzuhäufigen Gebrauch abgenutzt erscheint. Das aber, auf seinen ursprünglichen Klang und Inhalt zurückgeführt, passend ist wie kein zweites. Es heißt: Sachlichkeit. Sachliches Verhalten wird der arbeitenden Frau viele Schwierigkeiten ebnen, besonders wenn sie in ihrer Arbeit Bescheid weiß, fleißig und zuverlässig ist. Dieses „Sachliche" gilt in jeder Beziehung. Für die Art sich zu kleiden, zu benehmen, zu spreche»^ zu handeln. Auf Grund ihrer Leistungen soll die berufst tätige Fmu vorwärts zu streben versuchen, nicht auf Grund eines doch nur für flüchtige Jahre wirksamen Jugendreizes. Es schadet dem Zusammenarbeiten durchaus nicht, wenn die Kollegin" dem„Kollegen" einmal den abgerissenen Knopf annäht oder ihm mit ihren gewandten Händen schnell eine Tasse Kaffee kocht. Im Gegenteil. Das wird vom Mann nur dankbar und anerkennend empfunden. Es macht ihm die Atmosphäre der Arbeit„heimatlich". Aber sonst gilt es, Abstand sucht sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen, wenn es ihr möglich Ist. Die Bißmarken sind charakteristisch durch zwei dicht nebeneinanderstehende Stichwunden. Die Giftwirkung hängt sehr ab von der in die Wunde eindringende Giftmenge, die um so größer ist, je länger das Tier nicht gebissen, also auch keine Beute gemacht hat. Besonders gefährlich ist der, Biß, wenn er das Gesicht oder eine Vene trifft. Das Gift enthält eine ganze Anzahl verschiedener physiologisch wirksamer Substanzen. Ein« derselben wirkt zersetzend auf das Blut, indem sie die roten Blutkörperchen auflöst. Infolge dieser Veränderungen färbt sich die Bißstelle in weitem Umkreis bläulichrot. Verschiedene ander: Stoffe wirken auf das Nervensystem und auf dem Wege über dieses auf verschiedene innere Organs. Es treten Brechreiz ein, Schwindelgefühl, Leibschmerzen, Durchfall, Angstgefühle, Müdigkeit und Benommenheit. In den Fällen mit tödlichem Ausgang kommt es zu Lähmungen des Atmungszentrums im Gehirn und damit zu einem. Versagen der Atmungsmuskulatur. Meist aber gehen die Bergiftungsersckieinungen nach einigen Tagen vorüber. Nur in schweren Fällen dauern sie länger ckn. Auch die lokalen Erscheinungen an der Bißstelle, di« Schwellung und die bläuliche Verfärbung dauern bis zu zwei Wochen an. Die im Volke verbreiteten Methoden zur Behandlung des Schlangenbisses sind von zweifelhaftem Wert. Besonders der Genuß von viel Alkohol als Gegengift ist ein sehr fragwürdiges Mittel. Die sicherste Methode, die wir heute haben, ist die Injektion von Schlangenserum, welches heut« schon verbreitete Anwendung findet. Zehn Kubikzentimeter, in der Nähe der Bißstelle in die Muskeln injiziert, genügen unter Umständen schon. Sind bereits bedrohliche Allgemein- erscheinungen eingetreten, dann gibt man die vierfache Menge und injiziert sie in eine Vene, um sie dem Blutkreislauf zuzuführen. Eine weit größere Bedeutung als bei uns hat die Behandlung mit Schlangenserum in jenen Ländern, in denen die Giftschlangen eine wirkliche Gefahr darstellen, vor allem in den Tropen. Die Serumtherapie gewinnt in diesen Gegenden von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Die Institute in Sao Paulo, Sidney, Philadelphia, Bombay, Ka- sanli versorgen Brasilien, Australien, Nordamerika, Vorderindien mit Serum, welches in gebrauchsfertigen Ampullen zu zehn Kubikzentimeter in den Verkehr gebracht wird. Ganz Hervorragendes leistet z. B. heute die brasilianische Station, welche jährlich etwa 20.000 Giftschlangen bezieht, deren Gift hier vera^eitct wird, d. h. zur Herstellung des Jmmunserums verwendet wird. Brasilien besitzt von den für den Menschen und seine'Haustiere^'gefährlichsten^ Giftschlangen nicht weniger als 28 verschiedene Arten; und es wär ein dringendes Bedürfnis, gerade hier sicher wirksame Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Schwierigkeiten, die man zu überwinden hatt«, um«inen Betrieb wie den im Institut von Sao Paulo in entsprechender Weise auszubauen, sind sehr große gewesen. Es handelte sich hier zunächst darum, die entsprechende Zahl von Schlangen zu erhalten. Zu diesem Zwecke mußte die Landbevölkerung für den Fang geschult und mit Fanggeräten ausgerüstet werden. Man gewann die Leute für den Schlangenfang dadurch, daß man ihnen flir je vier Schlangen eine Ampulle Serum zusicherte. Sämtliche Eisenbahn« und Schiffahrtsgesellschaften wurden angewiesen, die leeren und die vollen Schlangenkisten jederzeit kostenlos zu befördern. Die eingelieferten Schlangen werden in Käfigen gehalten. Alle zwei Wochen wird ihnen das Gift, welches sich zu wahren. Maß und Grenze müssen im natürlichen Empfinden der Frau liegen. Der angemessene Anzug. Mit all diesem soll nicht gesagt sein, daß die Frau nun etwa stets„arbeitsversessen", das Gesicht in strenge Falten gelegt, neben dem männlichen Kollegen, dem männlichen Arbeitgeber wirken soll. Natürliche Heiterkeit im richtigen Augenblick, gepflegtes Aeußere ohne Uebertriebenheiten — niemand wird der arbeitenden Frau daraus einen Vorwurf machen. Ueber das„gepflegte Aeußere" muß allerdings noch ein Wort gesprochen werden, um Mißverständnisse zu vermeiden. Ich erlebte es früher oft im Betrieb, daß Stenotypistinnen und Sekretärinnen im„Abendkleid" ihre Tätigkeit begannen, weil sie, wie sie sich ausdrückten, nach Dienstschluß zu einem Tanzvergnügen gingen und keine Zeit hatten, um sich zu Hause umzukleiden. Ein Ballkleid am frühen Morgen! Im ausgeschnittenen Seidenfähnchen vor der Schreibmaschine! Es bedarf keiner Erklärung, wie dem Mann zumute war, der mtt einer so Gekleideten arbeiten mußte. Eines Tages sagte ich ihnen rückhaltslos meine Meinung. Bon da an kamen sie stets in schlichten, der Arbeit angemessenen Kleidern ins Büro. Die„Ballgewänder" lagen seidenpapicrverpackt, damit sie sich nicht drückten, in mitgebrachten kleinen-Köfferchen und wurden abends, nach getaner Arbett im Waschraum angelegt. Das Problem„Frau im Beruf"—„Frau privat" war auf denkbar einfachste Weise gelöst. Richt empfindlich sei«. Wer bereits längere Zeit arbeitet, weiß, daß kleine Unstimmigkeiten, Aergerniffe des Alltags, wie sie in keinem Beruf zu vermeiden sind, nicht allz.schwer wiegen. Der Vorgesetzte, der den stets erneuert, durch Auspcefsen der Giftdrüsen entzogen. Selbstverständlich wird das Gift jeder Schlangenart gesondert gesammelt und verarbeitet. Die Gistmenge eines Tieres schwankt zwischen einem Zehntel Kubikzentimeter und einem Kubikzentimeter mit etwa 33 Prozent Trockensubstanz. Mit dieseyr Gift werden nun Pferde injiziert. Man spritzt ihnen zweimal wöchentlich zunehmende Mengen des Giftes unter die Haut, be« ginnend mit 0,05 Milligramm und ansteigend bis zu 300 bis 500 Milligramm. Nach etwa einem halben Jahr vertragen die Tiere diese beträchtliche Giftmenge, ohne die geringsten Vergiftungerscheinungen zu zeigen. Ist dieser Grad der Immunität erreicht, dann zapft man den Pferden in Zwischenräumen von zwei bis vier Tagen dreiöder viermal Blut ab. Dann haben die Pferd? eine Ruhezeit von einigen Monaten, um später wieder zur Blutentnahme verwendet zu werden. Nicht alle Tiere eignen sich gleich gut. Jenen Pferden, die ein hochwertiges Serum liefern, läßt man daher eine ganz besonders sorgfältige Pfleg? angedeihen, so daß ein solches Pferd durch mehr als zehn Jahre seinen unschätzbären Dienst an der Menschheit versehen kann. Aus dem Pferdeblut wird nun erst 6urch bestimmte Verfahren das lebensreüende Serum gewonnen. Das Institut stellt vier verschiedene Sera her, deren Wirksamkeit an Tauben geprüft wird, indem man die Sera mit wechselnden Mengen des entsprechenden Schlangengiftes mischt und diese Mischung den Tauben in die Flügelvene einspritzt. Die Jmmunisierungsmethode wurde schon im Jahre 1894 von Talmette ausgearbett«t. Jahrzehnt« hat es gedauert, bis diese Methode die praktische Bedeutung gewonnen hat,,die sie heute in den Tropenländern besitzt. Während in jenen Gegenden früher 25 Prozent, bei Kindern sogar 100 Prozent der Schlangenbisse tödlichen Ausgang hatten, ist die Sterblichkeit der geimpften Fälle auf etwa drei Prozent zurückgegangen. Dieser Prozentsatz würde sich noch verringern, wenn die Injektion des Serums stets sofort erfolgt« und nicht erst, wie es noch oft geschieht, nachdem alle anderen Mittel versagt haben. Die europäische Ernte Nach den neuesten Schätzungen des Internationalen Landwirtschaftlichen Instituts in Rom wird die europäische Ernte an Getreide mit 430 Millionen Zentnern beziffert. Davon kommen 320 Millionen Zentner auf die Einfuhrländer und 110 Millionen auf die Ausfuhrländer— Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Polen und Litauen. Zu djesen bisherigen AuS- suhpländexn kommen allerdings durch die Aus, dehung des Getreideanbaues neuerdings noch weitere hinzu. Für Weizen z. B. auch die Tschecho- flowakei und Deutschland. Die europäische Getreideernte von 1935 dürste die des Vorjahres um 15 Millionen Zentner übertreffen und auch höher sein als alle anderen Ernten, ausgenommen die Rekordernte von 1933. 81 Hektoliter Thekmalwafferverbrauch täglich in Karlsbad. Wie alljährlich, fand auch kürzlich in Karlsbad eine sogenannte.Becherzählung" statt. An einem bestimmten Stichtage wurden von den Karlsbader Kurgästen insgesamt 40.442 Becher, das sind etwa 81 Hektoliter warmen Thermalwassers, ausgetrunken. Unter den verschiedenen Brunnen steht an erster Stelle der Mühlbrunnen mit 6135 Bechern. Den zweiten Platz nimmt Heuer der Bernhardsbrunnen mit 4236 Bechern ein. ,Müffel" austeilte, der Kollege, mit dem man sich herzhaft„verkrachte", haben am nächsten Tag meist die„Keine Differenz" vergessen.„Eva" glaubt, sie müsse beleidigt sein, sie schmollt, ist nachtragend. So reizend sich dieser Zustand in einer jungen Ehe, oder einer Liebesbeziehung gus- zuwirken vermag— im Hinblick auf die bevorstehende Versöhnung— so sehr kann sich die berufstätige Frau mit derartigem Verhalten schaden. Alles kann der arbeitende Mann vertragen, nur keine überempfindliche Mitarbeiterin. Nie werde ich es vergessen: als ich meinem vorgesetzten Chefredakteur einmal eine Arbeit nicht rechtzeitig genug ablieferte, wurde ich durchaus„unsanft" heruntergemacht. Ich war darüber so unglücklich— die Verzögerung entstand ohne mein Verschulden— daß ich in Tränen ausbrach. „Eine moderne Frau und Tränen? Wie paßt denn das zusammen?" wurde mir zugerufen. In der Tat— es paßte nicht. Ich schämte mich später sehr über mein allzu„weibliches" Benehmen. Und der Gedanke, in der Arbeit„meine Frau" zu stehen, der Arbeit zu geben, was ihr gebührt, verlieh mir sin für allemal das notwendige Rückgrat in schwierigen Lagen. DernfstLtigKeit und Frauentum. Aus all diesem, dem Wichtigen und dem Nebensächlichen, aus den kleinen und den großen Aufgaben, die das Berufsleben stellt, sollte das junge Mädchen, das im Begriff ist, den Weg der Arbeit zu beschreiten, als Ergebnis folgenden Schluß ziehen: es gilt vor allem die K u n st der Selbstbeherrschung zu erlernen. Es gilt, natürlich und s a ch l i ch zu sein. Es gilt, innerhalb der gegebenen Grenzen zur Persönlichkeit heranzureifen. Als schaffender, tätiger mitarbeitender Mensch zu wirken und dabei doch warmherziges Frauentum zu bewahren. a. l. Giftschlangen und Schlangengift Bon E. Aldt Da laS ich kürzlich irgendwo: die Furcht vor Schlafen sei ein dem Menschen angeborener Instinkt, ein natürlicher Abscheu, der nicht nur dem Menschen, sondern jeder Kreatur im Blut« liege.- Diese ursprüngliche Angst, dieses van Urvätern ererbte Wissen um einen Feind könne man wohl überwinden und vergessen, aber unausrottbar schlummerten sie auf dem Grunde unseres Bewußtseins. Ob dem wirklich so ist?— Sicher ist, daß viel« Menschen Abscheu, Furcht und Ekel empfinden vor allem, was Schlangengestalt trägt und sich kriechend fortbewegt. Aber ich glaube kaum, daß ein Keines Kind, das noch nie von einer Schlange gehört hat, sich ihr gegenüber anders einstellen wird, als sonst einem neuen Ding gegenüber, mtt dem es noch keine Erfahrungen gemacht hat, und das seine scheue Neugier erregt. Mer mit dem Einsetzen der Erziehung, oder dessen, was man manchmal mit Unrecht so nennt, »erwachen" diese Instinkte nur gar zu schnell. Allgefangen mit der schönen und lehrreichen Geschichte von Eva und der Schlange und anderen ehrwürdigen Ueberlieferungen bis zu den Zaubermärchen und den erbaulichen Schilderungen des Höllenpfuhls wird uns durch immer wiederkeh- rrnde Belehrung in Wort und BUd der Mscheu vor dem fußloS dahinkriechenden Wesen beigebracht, bis er ganz fest verankert ist im Uater- bewußtsein, von wo ihn der Mensch sein Lebtag nicht wieder herausbringt. Wie oft findet man erschlagene Blindschleichen, die gar nicht einmal Schlangen sind, sondern fußlose Eidechsen, und dazu die harmlosesten Geschöpfe, die man sich denken kann! Aber was irgend nach Schlange aussieht, das muß erschlagen werden, denn das ist ja der bös« Feind, das böse Prinzip an sich und Mancher Knabe düntt sich ein Held, wenn er eine Schlange erschlagen hat, und sei es auch nur eine arme Ringelnatter. Damtt will ich natürlich durchaus nicht der Schonung sämtlicher Schlangen das Wort reden! Manche Gegenden der Tropen konnte man überhaupt erst dadurch bewohnbar machen, daß man die Giftschlangen so weit wie nur möglich ausrottete. Sie stellen noch heute in den Tropen ein»' schwere Gefahr dar, mit der man so recht erst in den letzten Jahrzehnten den Kampf ausgenommen hat. Aber was wissen wir in unserem gemäßigten Klima überhaupt von Giftschlangen! Speziell in unserem Gebiet kommt ja nur eine einzig« kleine Art vor, die Kreuzotter mit ihren verschiedenfarbigen Spielarten, wie etwa der in Sumpfgegenden heimischen, fast schwarzen Form, die man etwas hochtrabend, die„Höllenschlange" nennen hört. In manchen Gebieten freilich können die Kreuzottern zur wahren Plage werden, und es blecht gar nichts anderes übrig, als sie zu verfolgen und zu dezimieren, um so mehr, als sich die lebendgebärende Kreuzotter sehr stark vermehrt. Wird ihre Gefährlichkeit auch sicher stark übertrieben, so wird sie doch Kindern besonders oft zur Gefahr und Schonung kann daher sicher nicht empfohlen werden. Uebrigens ist die Beobachtung dieses an sich sehr interessanten Tieres Quelle des Genusses, sogar des ästhetischen Genusses, wie jeder finden wird, dem es einmal gelungen ist, die althergebrachten Vorurteile zu vergessen, und ein Auge hat für die Schönheiten in der Natur. Es wird immer wieder behauptet, daß andere Tier«, speziell Vögel und Säugetiere, eine zitternde Furcht vor Schlangen zeigen. Da wird viel phantasiert von dem zwingenden, bannenden Blick der Schlange und seiner hypnotischen Wirkung, die das erschreckte Tier Unfähig macht, zu fliehen. Viel davon ist Uebertreibung. Richtig ist, daß die Schlange eigentümliche Augen besitzt, die etwas merkwürdig Starres haben. Sie scheinen eigentlich blicklos und starren, ohne zu fixieren. Das kommt daher, daß ein« eigenartige Haut das Schlangenauge überzieht. Die Augenlider sind glasartig durchsichtig und über dem Auge miteinander verwachsen. Das macht das Auge so unheimlich blicklos, so ganz anders im Ausdruck oder vielleicht auch nur ausdrucksloser als die Augen anderer Tiere, selbst etwa als die Augen der verwandten Eidechsen, die Kar unblank dreischauen. Zu den Tieren, die ganz bestimmt lein« Schlangcnfurcht kennen,, gehören vor allem jene, di« Schlangen verzehren, und selbst Giftschlangen weder scheuen noch verschonen. Wahrscheinlich sind einige Tiere überhaupt fest gegen Schlangengift oder mindestens weniger empfindlich als andere. Igel verzehren Kreuzottern mit Behagen und Gemütsruhe. W«der Scheu noch Schrecken zeigen sie beim Anblick des lebenden Leckerbissens. Man hört öfters die Behauptung, daß Kreuzottern den Menschen anspringen» um zu beißen. Das ist sicher unrichtig. Die Tiere können über- haupt nicht springen. Die charakteristische Bewegung, die sie in der Verteidigung ausführen, ist ein Zurückziehen des Kopfes und ein darauffolgendes plötzliches Vorschnellen des Borderkörpers, wobei das Ziel oft verfehlt wird. Todesfälle infolge von Oüernbiß kommen nicht häufig vor. Höchstens zwei Prozent der Fälle nehmen tödlichen Ausgang. Die Kreuzotter beißt nur in der Abwehr, sie geht nicht zum Angriff über, sondern| Seite« „Sozialdemokrat" Sonntag, 28. Juli 1935. Rr. 174 Trager Rettung Auf Raten... Zeitgemäße Alltagstragödie. Prag. Bor drei Jahren hatten Adolf und Fo- sefine P. geheiratet. Beide waren arm wie die Wrichwörtliche Kirchenmaus. Adolf P. war damals 26 Jahre alt und Buchhalter bei einer hiesigen Firma mit 1200 KE Monatsgehalt. Auch seine Frau war als Stenotypistin in einer Kanzlei angestellt, mit. einem Monatseinkommen von 500 Xc. Beide waren sehr verliebt und es erschien ihnen eine Kleinigkeit, mit einer solchen wirtschaftlichen Grundlage ein solides und glückliches Familienleben zu begründen. Da keiner der beiden jungen Eheleute irgendwelche Geldmittel besaß, blieb ihnen nichts übrig, als ihre Häuslichkeit auf Kredit einzurichten. Die gesamte Wohnungseinrichtung wurde auf Raten gekauft, Möbel und Teppiche, Kücheneinrichtung und Bilder, Radio und Staubsauger. Zur Abzahlung der Raten hätten die jungen Leute so ungefähr eineinhalb Jahre gebraucht und ihr Budget wäre durch diese Abzahlungen schwer genug belastet gewesen, auch wenn die Einkommensverhältnisse sich nicht verschlechtert hätten. Wer aber kann in dieser Zeit auf die Zukunft bauen? Adolf P. wurde abgebaut und die Familie, die inzwischen noch durch ein Kind vermehrt worden war, war auf den Verdienst der Frau angewiesen. Mit fünfhundert Xö monatlich eine dreiköpfige Familie zu erhalten, ist schon ein Problem. Aus solchen Einkünften äber auch noch Abzahlungen zu bestreiten, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Da Adolf P. keinen neuen Posten fand, obwohl er sich' verzweifelt darum bemühte, kam eS, wie es kommen muhte. Nach einigen vergeblichen Mahnungen holte die Möbelfirma die auf Raten gelieferten Einrichtungsstücke zurück, soweit sie nicht voll- bezahlt waren. Es gab«ine Art Abrechnung, die damit endete, dah dem Ehepaar wenig mehr verblieb, als die Betten, ein Schrank, ein Tisch, einige Stühle und verschiedener Kleinkram. Alles übrige wurde zurückgeholt und die Wohnung war kahl und leer. Immerhin— die Rechnung mit der Möbelfirma war in kaufmännischem Sinn in Ord- nüng gebracht. Mun waren aber auch noch andere Firmen im Spiel, bei denen die Erledigung der Sache nicht so einfach verlief. Insbesondere war der Radioapparat und der Staubsauger nur zur Hälfte bezahlt und als die Firmen diese Gegenstände nach mehrfacher Nichtbezahlung der fälligen Raten zurückholen wollten— waren diese Sachen verschwunden. Adolf P. hatte sie v e r s e tz t, als es einmal im Winter an Kohle und Lebensmitteln mangelte. Damit rückte die Angelegenheit aber in den Bereich des Strafgesetzes. Denn da die Firmen, wie stets in solchen Fällen, sich das Eigentum an den gelieferten Sachen bis zur vollen Bezahlten fr Vorbehalten hatten und 'Ädokf P. qM sre.md« Sgch.e verpfändet batte, wurde daraus eine Anklage wegen des Beehre- chens der Veruntreuung gegen Adolf P., während seine Frau der M i t s ch u l d ange- klagt war.. > So sahen diese beiden armen Menschen auf der Anklagebank, unterernährt, in abgetragenen Kleidern und resigniert. Wie menschlich verständlich ist alles, was der unglückliche Familienvater zu seiner Verteidigung vorbrachte! Das ändert aber nichts daran, dah„der strafgesetzliche Tatbestand erfüllt" war. Der Strafsenat T r o st sprach die Frau f r e i, da ihre Mitschuld nicht erwiesen war. Adolf P. wurde MzweiMonatenKerker verurteilt, bedingt auf drei Jahre. Er brach bei der llrteilsverkütchigung in Tränen aus.„Wenn Sie sich während der Bewährungsfrist nichts zuschulden kommen lassen und«in anständiges Leben führen, wird die Strafe gelöscht und sie gelten als unbescholten, wie vorher" tröstet ihn der Vorsitzende. Die Hauptfrage freilich, wovon dies« Familie in dieser Zeit der Bewährung, das besagte anständige Leben ftisten soll, muh leider unbeantwortet bleiben. rb. Der Dtnr Im letzten Augenblick Dieser Eisenbahner-Film aus Amerika ist beinahe rin sozialer Film,, aber nur beinahe, denn er lenkt von dem sachlich-ernsten Heldentum der Arbeit, dem er gewidmet ist, immer wieder zu patriotischen Gefühlstvallungen und mittelständlerischer Idylle ab, und seine Handlung, die realistisch sein möchte, wirkt bei aller guten Absicht ein bihchen zu- rcchtgeschraubt, mit einem recht stillos aufmontier- icn happy end.. Wie einfach und fesselnd könnte diese Geschichte von einem.jungen Lokomotivführer sein, der bei dem heroischen Versuch, in voller Fahrt die beschädigte Bremse zu. reparieren, von der rasenden Maschine abstürzt und in den falschen Verdacht gerät, aus Angst vor dem nahenden Unglück— unbekümmert um die Mitfahrenden— abgesprungen zu sein. Aber hier im Film wird die Geschichte teils zu einfach und teils zu kompliziert. Zu einfach, weil bei dem Unglück alles glimpflich abgeht. Und zu kompliziert, weil der Vorfall sich nach dem Eintritt Amerikas in den Weltkrieg ereignet und der Vorwurf der Feigheit gegen den jungen Lokomotivführer auch noch damit begründet wird, dah er nicht freiwillig ins Heer eintrat. Er rechtfertigt sich mit der Krankheit der Mutter, womit die mittelständ- lerische Idylle beginnt, die schliehlich— beschleunig! durch eine zweite und diesmal geglückte Bremsen reparatur bei voller Fahrt— in bräutlicher Umarmung gipfelt. Der Regisseur Mac Carthy hat für ein paar eindrucksvolle Aufnahmen brausender Schnellzüge und schlingender Lokomotivführerstände gesorgt. Und die beiden Hauptdarsteller Charles Starret und Rckbert Elliot spielen ihre Rollen zwar nicht überzeugend, aber doch angenehm unpathetisch. —eis— Die Schule der Liede. Nach dem„Wagen Seiner Majestät" ist das der zweite Lilian Harvey- Film aus Hollywood(das die Harvey inzwischen schon wieder verlassen hat). Es ist abermals ein« neckische Operette, die diesmal nicht von einem König, sondern von einem reichen Onkel handelt, dessen leichtsinniger Neffe mit Hilfe eines hübschen und gelehrigen Mädchens, das zur großen Dame wird, den mißbilligenden Onkel selbst verliebt macht, Lilian Harvey hat Gelegenheit, ihre Figur in mancherlei Toiletten und Dekollettes zu zeigen, und noch eine Reihe ansehnlicher junger Damen tritt auf gleiche Art in Erscheinung.—eis— JCuftat und Wis&tn Armin Berg-Revue in der Kleinen Bühne. Vom 1. bis inklusive 8. August, findet in der Kleinen Bühne ein kurzes Gastspiel des Wiener Komikers ArminBergin der lustigen Revue.Lachen wieder modern" statt. Seine Partner sind A d y B e r g e r, der dem Prager Publikum noch aus seiner Tätigkeit am Prager Landestheater in bester Erinnerung ist und Fritz Strehle n von den Wiener Kammerspielen. Außerdem wirken u. a. R a w i c z und Landauer(am Doppelflügel) mit. Preise 10.— bis 45.— Xö. Beginn 8 Uhr. Vowerkauf: N. D. Theater, Deutsches Haus, M. Truhlär. du& der Partei Bezirksorgarrisatiorr Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die tschechische und die deutsch« Sozialdemokratische Organisation in Liboch hat unsere Genossen zu einem Arbetterfeft welches am Sonntag, dem 4. August 1985,' stattfindet, eingeladen. Das Fest soll zu einer großen pklljtischcn Kundgebung ausgestaltet werden gegen den nationalen Chauvinismus, welcher besonders im Sprach-Grenzgebiet hervortritt. Bei der Kundgebung werden ein tschechischer und ein deutscher Sozialdemokrat sprechen. Genossen und Genossinnen! Es ist für uns eine Pflicht, die Genossen in Liboch durch eine starke Teilnahme zu unterstützen und wir fordern alle unsere Mitglieder, welche dazu Gelegenheit haben, auf, mit nach Liboch zu fahren. Unsere RW und der Atus werden aktiv mitwirken. Bei genügender Teilnahme Fahrt mst Separatautobus; Fahrtkosten 12 bis 14 Xö. Abfahrt Sonntag früh, Rückfahrt abends. Anmeldungen sofort bei Genossen Fritz Mittenhuber, Prag II., Fügnerovo näm. 4(Telephon 51351—5). Der Bezirks vertrauens mann. S. I. S o n n t a g, 8 Uhr: Wanderung. Endstation der Fünfer in Hluboöepy. ,— Mittwoch, 8 Uhr abends, Gruppenabend im Parteiheim. Es spricht Genosse Dr. Brügel über unsere Partei im Parlament. Erscheint pünktlich! Gäste willkommen! Alltag im Dritte« Reich Der Arbeitspaß, den die Jungarbeiter für die Ableistung des Arbeitsdienstes erhalten, gibt ihnen angeblich ein Recht auf bevorzugte Arbeitsvermittlung. Der Vorsitzende des„Bayrischen Landesverbandes für Wanderdienst" hat kürzlich geschildert, wie das in der Praxis aussieht: 26 Prozent aller auf der Landstraße liegenden Erwerbslosen sind„junge Leute, die nach Ableistung ihrer Dienstzeit beim freiwilligen Arbeitsdienst trotz aller Bemühungen noch nicht in Arbeit vermittelt werden konnten. Ein großer Teil dieser jungen Menschen hat kein Anrecht auf Arbeitslosen- oder Wohlfahrtsunterstützung. Er empfindet bitter, daß er bei eventuell unterhaltspflichtigen Angehörigen, die selbst ein schweres Fortkommen haben, ein überflüssiger Esser ist. Gesund und kräftig, kann er sich nicht damit abfinden, monatelang auf Arbeit zu warten." Das ist sehr offenherzig, aber der nationalsozialistische„Verband für Wanderdienst" tröstet sich und die arbeitslose Jugend dann sehr passend damit, daß trotz allem„das ganze deutsche Volk eine Schick- salsgemeinschast ist, vom obersten Führer bis zum heimatlosen Menschen der Landstraße". Wenn der„Führer" mit seinen Luxusautomobilcn an den heimatlosen Menschen der Landstraße vorbei- 5port- äpiek- Xorperpstege Atus und DTZ in Moskau Kein befriedigendes Ergebnis der Berhandlnnge« Di« Verhandlungen, die die Delegierten des Atus und der DTJ in Moskau geführt haben, brachten keine endgültige Regelung des Sportverkehres Tschechoslowakei—Rußland, weil die Russen von den tschechoslowakischen Delegierten Z u- geständnisse verlangten, über welche nur die Sozialistische Arbeiter-Sport-Jnternationale entscheiden kann. Eine Bertragsunterfertigung kam aus diesem Grunde nicht zustande. Der Bundesvorstand des Atus hat das Verhalten seiner Beauftragten einstimmig gebilligt und hegt dennoch die Hoffnung, daß ein geregelter Sporwerkehr mit Rußland zustande kommt. Aus diesem Grunde wird der Atus an di« sotpjetrufsische Sportbehörde eine Einladung zur Entsendung einer Fußballmannschaft nach der Tschechoslowakei richten, da ja in bezug der sporttechnischen und finanziellen Fragen kein« Differenzen bestehen. Der Verband der DTJ wird in einer nächsten Sitzung ebenfalls zu dein Ergebnis dieser Moskauer Verhandlungen Stellung nehmen. SAS3-Ko«fere«z in Prag Dor neuen Verhandlungen mit der RSJ Die Länderkonferenz der SASJ wird aller Voraussicht nach Ende September abgehalten werden. Als Tagungsort wurde Prag bestimmt und es wird die Teilnahme sämtlicher Verbände erwartet. Die Verhandlungen mit der RSJ sollen Ende August in Prag ihre Fortsetzung finden. Zehn Jahre polnischer Arbeitersport Der polnische Arbeitersportverband feiert in diesem Jahre seinen zehnjährigen Bestand, Aus diesem Anlasse fanden in Warschau, Kattowitz, Lodz, Lemberg und im Petroleumgebiet Boryflaw Sportfeste statt, welche, in ihrem Programm u. a. turnerische Vorführungen, Leichtathletik, Fußball, Radsport, Schwimmen, Schwerathletik usw. aufwiesen. An dem Sportfest in Kattowitz nahmen auch Gäste aus der Tschechoslowakei, Ungarn und Danzig teil. Alle Veranstaltungen und ihre Wettkämpfe in den verschiedenen Sportarten wiesen ein hohes Niveau auf und die Wertungstabellen zeigen durchaus gute Leistungen. Daviscup England gegen Amerika 2;0.. Am Samstag wurde in London das Endspiel im Daviscup zwischen'dem Herausforderer Amerika und dem Verteidiger England mit den beiden Einzelspielen eröffnet. Das erste Einzel bestritten A u st i n und Allison, der für Wood antrat. Austin gewann nach hartem Kampf 6:2, 2:6, 4:6, 6:3, 7:5. Im zweiten Kampf standen sich Perry und B u d g e gegenüber. Der Amerikaner verlor 6:6, 8:6, 6:3, 6:4. Somit führt England 2:0 und benötigt nur noch einen Punkt, der auch sicher ist, um endgültiger Sieger zu bleiben. Die Entscheidung in der Sache Rachod—Saaz wegen des Spielers Hanke wurde nun in einer Sitzung der CsAF„geregelt". Hanke darf für Saaz bei diesem Turnier nicht mitwirken, die Spiele mit Nachod und Mor. Slavia wurden ungültig erflärt und müssen neuauszetragen werden. Nachod, das hoffte, durch die Disqualifikation Hankes auch die Punkte zu bekommen, ist arg enttäuscht. Wie verlautet, wollen sie gegen eine Neuaustragung— Protest einlegen. Recht eigentümlich mutet aber die ganze„Entscheidung" der EsAF an. Das ist aber schließlich Sache der Betroffenen, in der Hauptsache wohl mehr des DSV Saaz. In der erwähnten Sitzung sollen die Vertreter des DFB anläßlich dieser.Schiedsrichterei" ihre Stellen niedergelegt haben. Wird man aber den Mut haben, diese Angelegenheit ungeschminkt der Oeffentlichkeit bekanntzumachen? Wir glauben nicht daran, denn dieso Geschichte ist nicht sehr erbaulich— für beide Teil«. | saust, dann nennt man das im Dritten Reich Volks- und SchicksalsgemcinschaftI * Mehr als zwei Drittel der deutschen Winzer, die Reichswinzerkredite erhalten haben, sind ihrer Zahlungspflicht in bezug auf Zinsen und Tilgungsraten nicht nachgekommen. In einer amtlichen Bekanntmachung wird darauf hingewiesen, daß«im Interesse des Staates und zur Reinhaltung der Volksmoral" eine nochmalige Stundung unmöglich sei. Unter Androhung von Zwangsmaßnahmen wird gefordert, daß nunmehr alle Winzer unverzüglich ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Unter Berufung auf Friedricki den Großen wird in der deutschen Presse eine lebhafte Propaganda für Seidenbau als Nebenerwerb betrieben. Der Weg zum Aufbau der deutschen Seidenraupenzucht Jet frei. In einer„Rcichsfachgruppe Seidenbauer" werden Schulungskurse abgehalten. Ratschläge erteilt usw.:«Seidenbau ist möglich und im Hinblick auf unsere wirtschaftliche Lage unbedingt erforderlich. Bemühen wir uns also, ihn auszudchnen, um unsere Rohstoffversorgung zu sichern und manchem Volksgenossen neue Ar- beits- und Einnahmequellen zu verschaffen." VkrdnznaMMw Filme in Prager Lichtspielhäusern Clark Gable und Jean Harlow in dem MGM-Film„Die gefährliche Rotblonde". Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker- Dienstag, den 30. Juli 1035. 20 Uhr, Sitzung Parteiheim. Adria:„Casta Dwa"(Bezaubernde Augen)-! (Jt.— M. Eggerth.)— Alfa:„Karussel auf dem Meere."(A.)— Avion:„Aergert nicht den Groß« Papa."(Tsch.— Vl. Burian.)— Hvezda:.Ter Fall des Kommissars Colt."(A.— Menjou.) Juliö:„Die Schule der Liebe."(A.— Lilian Har' vey.)— Kinema: Journale. Groteske, Reportage. Ab halb 2 bis halb 10.— Koruna:„Im letzten Augenblick."(A.)— Lucerna:.Zirkus Barnuin" "(A.— W. Beery.)— Metro:„Charlie Chans Mut."(A.)— Passage:„Die Schule der Liebe.' (A.— Lilian Harvey.)— Praha:„Der Fall del Tyrannen."(F.).— Skaut:„Prokurator Alice Horn."(D.)— Alma:„Die Spionin."(A.)-- Beseda:„Der Kongreß tanzt."(D.).— Jllnsson: „Das Lied der Lieder."(A.— Marlene Dietrich! — Louvre:„Madame Butterfly."(A.— S. Sydney.)— MaeeSka:„Csibi, der Fräh."(D.)—* Sport:„Die verkauft« Stimme."(D.)— U Dej> vodu:„Die verkaufte Stimme."(D.— Jostt Schmidt.) Verlanget überall Volkszünder Waldsanatorium Dr. Schweinburg ZUCKMANTEL, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- und Stoffwechsel-Krankheiteö „Ein soziales Werk eigener Art" hat, wie der„Angriff" berichtet, die Firma Karl Fick b" Kreis Altenkirchen eingeführt:„Tie Gefolgschaft-?' angehörigen erklärten sich bereit, für jeden Ar' beitskameraden, der länger als vier Wochen tränk ist, wöchentlich eine halbe Stunde länger zu arbci' ten und den Arbeitslohn dem erkrankten Kamera' den zukommen zu-lassen." So wird unter inunek neuen Vorwänden unbezahlte Arbeitszeit geleistet- Ueberschrift: Sozialismus der Tat. Die Kran' kenkaffen aber werden auf diese Weise ganz ange' nehm. entlastet und können wieder ein paar Dutzend Millionen mehr für Rüstungszwecke zahlen. In den von den gewerblichen Berufsgenossen' schäften erfaßten Betrieben ereigneten sich 1933 527.688 Betriebsunfälle gegen 461.682 iw Jahre 1932. 1934"war eine weitere gelvaltige Steigerung zu verzeichnen. Wie das«Berliner Tageblatt" berichtet, betrug die Zahl der Be' triebsunfälle zusammen mit den Wege-UnfälleN im Jahre 1934: 793.207/„was gegenüber 1933 eine Steigerung von 38.4 Prozent bedeutet." Das sind die Folgen des Antreibersystems in' Dritte» Reick! Entschädigt wurden nach dem Geschäfts' bericht des Reichsversicherungsamtes im Jahre 1932: 10.75 Prozent der gemeldeten Unfälle, 1934 aber nur noch 6.87 Prozent! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung MS Haus oder be: Bezug durch die Poft monatlich Xi 16.—, vierteljährig XL 48.—. halbjährig XL 96—. ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß..— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungssrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/V11/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orl-iS" Druck-. Verlags- und ZeitungS-A.-G., Prag. Mäßige Pauschalkuren 20# VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsum Vereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen <45 sind die allerbesten!