lENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH,»edAktion und Verwaltung mag xii, fochoya 42. telefon J3077. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Dtttfmls 70 Hafer (•bwchliaBUck S H«U«r Fort»! 15. Jahrgang Freitag, 2. August 1935 Nr. 178 Oesterreichs stiller Krieg Ein Vorstoß Schuschniggs gegen die Heimwehr Habsburg contra Starhembers Innsbruck. Dir Vereinsleitung des Heimatschutzes hat eine« vertraulichen Erlaß herausgegeben, welcher gestern auch den Heimatschntz- sormationen in Innsbruck eingehändigt wurde. In dem Erlaß wird«. a. erklärt: Allen Führern des HeimatschutzeS wird mit allem Nachdrucke zur Pflicht gemacht, von irgendwelchen politischen Kundgebungen Abstand zu nehmen und sich überhaupt weder mit der inneren noch mit der auswärtigen Politik zu befaffen. Gegen diejenigen, welche dieser Anordnung zuwider handeln, wird ein Disziplinarverfahren ringeleitet werden, eventuell werden sie aus dem Heimatschutz ausgeschlossen. Mit der Habsburgerfrage dürfe sich überhanpt niemand und in keiner Weise befassen. Diese Frage darf keine Ursache irgend welcher politischer Differenzen innerhalb des Heimatschutzes oder zwischen einzelnen Formationen sein. Wenn sich zeigen sollte, daß es unmöglich sei, ein weiteres Politi' üeren innerhalb der Formationen und zwischen den Formationen hintanzuhalten, werden radikale Maßnahmen getroffen, eventuell die Formationen aufgelöst werden. Die Regierung ist, wie es in dem Erlaß weiter heißt, stark genug, nm auch ohne freiwillige militärische Organisationen ihr Auskommen zu finden. Bezüglich der auswärtigen Politik wird Oesterreich seine außenpolitischen Siele durchsetzen, denn es wird binnen kurzem Garantien für sein« Unabhängigkeit erlangen. Fede Einmischung von außen wird auf den einheitlichen Widerstand der im Donaupakte zusam- mengeschloffenen Staaten stoßen. Dadurch ändert sich auch wesentlich daS Verhältnis zwischen Oesterreich und Deutschland. Die österreichische Regierung wird sich allerdings auch weiterhin bemühen, die normalen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder herzustellen. Allerdings bestehen erhebliche Schwierigkeiten in der inneren Lage des Dritten Reiches. Die Opposition gegen den Nationalsozialismus nimmt tagtäglich zu und es wird dem Regime sehr schwer fallen, seinen bisherigen Standpunkt gegen Oesterreich zu liquidieren, ohne seine Würde zu schädigen. ES ist bei den Erlässen im„autoritären" Oesterreich auf den ersten Blick schwer zu entscheiden, wer damit eben wessen Autorität untergraben will. Drohungen mit Auflösung von Selbstschutzverbänden— die in Wirklichkeit nie stattfinden— gehören in letzter Zeit nicht zu den Seltenheiten. Vor Wochen schon ordnete,Slache m b e r g die Auflösung des„Freiheitsbundes" an, der heute noch besteht, dann wieder befahl er in einem Erlaß die Säuberung der„Ostmärkischen Sturmscharen" von allen Mitgliedern, die nach dem Feber 1934 dazugestotzen waren(was praktisch die Auflösung bedeutet hätte) und dennoch bestehen die monarchistischen Sturmscharen Schuschniggs unbehindert fort. Wie man hört, haben unzufriedene christlichsoziale Kreise in den letzten Wochen, in dem Be- Rumänischer Handels minister zurUckgetreten Bukarest.(Havas.) Handelsminister Ma- nolescu Strunga ist zurückgetreten. Der Grund der Demission liegt in der Mißbilligung der Wirt- schaftsmaßnahmen, die während seines Urlaubes von seinem Vertreter Continescu getroffen würden. Ministerpräsident Tatarcscu hat entschieden, daß das Ressort bis zu dessen definitiver Besetzung von ContineScu weitergeleitet werde. Minister ManoleScu Stunga wurde in der letzten Zeit von einem großen Teil der rumänischen Presse wegen des deutsch-rumänischen Handelsabkommens, das Deutschland Aussicht auf«ine wirtschaftliche Expansion in Rumänien bot, heftig angegriffen. Diese Hoffnung wurde aber durch das neue rumänische AußenhandelSregim«, mit dem jedoch ManoleScu Strunga nicht einverstanden war, zunichte gemacht. streben, einen Gegenstoß gegen die Hekmwehr« totalitätswünsche zu macken, umfassende reservate Erhebungen über die Naziverseuchung der Heimwehren angestelt. Die ersten Ergebnisse. schon waren für Starhemberg vernichtend: die Schätzungen aus Niederösterreich, Okerösterreich und Salzburg besagten, daß mindestens drei Viertel' der dortigen Heimwehrleute getarnte Nazi seien. Dies Genf.(Tsch. P.-B.) Die für Donnerstag, 17 Uhr anberaumte Ratssitzung ist auf Freitag verschoben worden. Der Grund für die Verschiebung ist die Weigerung Italiens, dem englisch-französischen Vorschlag darin zuzustimmen. daß Abessinien zü den Verhandlungen der drei Grcßmächte über die Gesamtfrage hinzugezogen werden soll, ferner, daß der Rat diese Verhandlungen einberuft und schließlich, daß für ihre Beendigung und dem Wiederzusammentritt des Rates eine Frist— zuletzt war der,4. September vorgeschlagen worden— festgesetzt wird. London. Der Sonderkorrespondent der „Time s" in Genf meldet, daß die auf Gründ von Besprechungen zwischen Eden, Laval und Litwinow abgeänderte Formel nunmehr folgende Punkte umfaßt: ist Herrn Schuschnigg im Augenblick besonders deshalb unangenehm, weil diese Naziheimwehrleute in den letzten Tagen eine sehr rege Antihabsburgpropaganda in ihren Kreisen entfalteten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der erstaunlich« Erlaß unter dem Druck dieses Erhebungsmaterials zustandcgekommen ist. Durch das etwas dunkle Verbot von„Diskussionen der Habsburgerfrage" will man die nazistische AntihabÄmr- gerpropaganda einschränken und gleichzeitig durch die Androhung mit der Auflösung„politisierender" Heimwehrgruppen eine Handhabe dafür schaffen, die allerverscuchtesten Heimwehrgruppen aufzulösen. Welche weiteren Intrigen innerhalb der autoritären Regierung hinter diesem Erlaß stecken, wird man wohl in den nächsten Tagen erfahren. 1. In den Versöhnungsausschuß soll ein fünfter Schiedsrichter ernannt werden. 2. Der Versöhnungsausschuß muß bis zum 4. September Bericht erstatten. 3. An diesem Datum wird eine Sitzung des Völkerbundrates abgehalten werden. 4. Falls in der Zwischenzeit keine Einigung zustande gekommen ist, soll der Völkerbundsrat an dem genannten Datum eine Erörterung der italienisch-abessinischen Frage in ihrer Gesamtheit beginnen. Der„Times"-Korrespondent fügt hinzu: Diese Formel wird im Falle der italienischen und der abessinischen Zustimmung dem Völkerbundrat als Entschließung zur Annahme unterbreitet werden. Falls Italien und Abessinien mit diesem Verfahren einverstanden sind, soll sofort 'eine Konferenz zwischen den drei Signatarmächten. des Vertrages vom Jahre 1906 abgehalten werden und es wird angeregt, daß die abessinische Regierung noch im ersten Stadium zur Teilnahme eingeladen werden soll. Es wird ferner vorgeschlagen, die Konferenz, wenn nicht in Rom, so doch an einem passenden Platz in Italien abzuhalten, um Mussolini die persönliche Teilnahme zu ermöglichen, falls dies seinen Wünschen entspricht. Es ist durchaus möglich, daß in diesem Falle Laval französischer Vertreter sein würde. Italien gegen— Schweden Rom.(Tsch. P.-B.) Ein Leitartikel des „Giornale d'Jtalia" vom Mittwoch wendet sich gegen Schweden, das heute, so sagt das Blatt, mit,, brüderlichem Herzen" dem italienisch-abessinischen Streitfall folge. T>er Artikel wendet sich schärf gegen die Tätigkeit der schwedischen Militärmisston in Addis Abeba und erinnert auch an den Besuch, den der schwedische Kronprinz im Vorjahre Abessinien abgestattet habe. Eingehend beschäftigt sich das Blatt hiebei mit der Persönlichkeit des Generals Virgin, dem besondere Italien-Feindlichkeit vorgewor- fen wird. Mussolini lehnt telephonisch ab Sitzung wieder vertagt Genf.(Reuter.) Ministerpräsident Laval hatte eine telefonische Unterredung mit Mussolini, in der er ihm ersuchte, den ihm unterbreiteten britischen Vorschlag der Nichtanwendung der Gewalt nicht abzulehnen. Der italienische Regierungschef erwiderte:„Das ist z n u n b e st i m m t für uns, die Verhandlungen könnten möglicherweise sechs Monate oder länger dauern. Der Völkerbund soll einen Zeitpunkt bestimmen, bis zu dem der Krieg nicht beginnen soll. Die Genfer Verhandlungen nehmen ganz den Verlauf, der zu erwarten war. Wahrend England immer neue Kompromisse sucht und den Italienern goldene Drücken baut, lizitieren diese durch Drohungen und durch die stets bereitgehaltene Sprengung des Völkerbundes daS Angebot hinauf. M u f f o- liniS Antwort beweist, daher den Krieg kn absehbarer Zeit will und nur durch eine volleKapitulation d e 6 Völkerbundes und Abessiniens sich wird abhalten lassen,im Sep- tember den Krieg zu beginnen. Vielbemerkt wurde in Genf ein Telephongespräch des abessinischen Vertreters mit Tokio, wobei der Abessinier allerdings nicht wissen soll, wer am anderen Ende des Kabels sprach. Cs ist wahrscheinlich, daß es über den fünften Schiedsrichter und den Termin der nächsten Ratstagung zu einer Einigung kommt, aber höchst unwahrscheinlich, daß Italien in seinen Kriegsvorbereitungen einhalten wird. Das Ergebnis dürfte alles in allem eben nur die Hinausschiebung des Krieges bis zu dem Termin sein, de« Mussolini wünscht. „Einheitsfront“! Dieser Tage ist der bereits vor einem Jahre angekündigte„VII. Weltkongreß der Kommuni st ischen Internationale" zusammcngetreten. Seit 1928, als der VI. Kongreß tagte, sind in der Welt gewaltige AenderuNgen vor sich gegangen— Aenderungen, die auch auf die Aktionsmöglichkeiten und Kampfbedingungen der sozialistischen Bewegung und auf die Lage der Sowjetunion entscheidend eingewirkt haben. Heute bietet der Kongreß der Komintern einen geeigneten Anlaß, um die Bilanz der kommunistischen Bewegung international und in unserem Lande zu ziehen. Wenn wir den heutigen. Zustand der Komintern einer Prüfung unterziehen, dann dürfen wir nicht vergessen, unter welchen Verhältnissen diese Organisation gegründet wocden ist und welche Aufgaben ihr von Lenin, ihrem Gründer, gestellt worden waren. Lenins Perspektive bestand damals, als er im März 1919 die Gründung der III. Internationale feierte— gegen den Willen z. B. auch der deutschen Delegation— in der Ueber- tragung der Bedingungen der Russischen Revolution auf die Verhältnisse in den altkapitalistischen Ländern: eine kleine, aber entschlossene, zielbewutzte und straff organisierte Minderheit sollte die in Gärung befindlichen Massen unter ihre Führung bringen, alle bestehenden Formen des Staates zerschlagen und neue Herrschaftsformen schassen, die der„Avantgarde der Revolution", den„Berufsrevolutionären", die Führung des gesamten Volkes sichern sollten. Diese Politik Lenins war schon damals entscheidend von den Bedürfnissen der Russischen Revolution beeinflußt: allenthalben stießen, unterstützt vom Ententeimperialismus, die Weißen Armeen vor und versetzten Rußland in den Zustand des Bürgerkrieges. Lenin glaubte, daß nur eigene, von Moskau aus geleitete kommunistische Parteien fähig und Willens sein würden, Rußland in seinem Kampfe gegen die Weißgardistische Intervention beizustehen. Dabei wurde, als im Feber 1919 die Berner Konferenz der sozialistischen Parteien zusammentrat und versuchte, die International« neu aufzubauen, die Gründung der III. Internationale mit allen Mitteln beschleunigt und so, gestützt auf die Autorität der Russischen Revolution einerseits und auf die Diskreditierung vieler sozialdemokratischer Parteien andererseits, die organisatorische Grundlage für die dauernde Spaltung der sozialistischen Bewegung geschaffen. Diese Feststellungen sollen keine nachträglichen Rekriminationen sein. Aus ihnen soll sich einfach die Tatsache ergeben, daß Lenin die geschichtliche Existenzberechtigung der III. Internationale von der Voraussetzung ableitete, daß nur kommunistische Parteien fähig seien, die— damals für unmittelbar bevorstehend gehaltene — Weltrevolution durchzuführen, und das Sowjetregime in Rußland wirksam zu unterstützen. Wenn die Geschichte so ganz andere Wege gegangen ist, als Lenin es vorauszusehen glaubte, so liegt das nicht an dem„Verrat der Sozialdemokratie"— geschichtliche Notwendigkeiten lassen sich nicht„verraten"— sondern daran, daß der„Weg Lenins" nur dort möglich ist, wo die gleichen Verhältnisse bestehen wie im Rußland vom Oktober 1917: wo der feudalistische Staatsapparat bereits zerschlagen und der bürgerliche Staat noch nicht gebildet war; wo gewaltige Bauernmassen für die Sowjets als Mittel zur Aufteilung, aber nicht Sozialisierung des Großgrundbesitzes kämpften; wo die Arbeiterschaft nie die Kampsbedingungen und Traditionen kennen gelernt hatte, die von der bürgerlichen Demokratie geschaffen werden— mit einem Wort, wo Bedingungen vorliegen, die das genaue Gegenteil dessen sind, was in den altkapitalistischen Ländern besteht. Und so reduzierte sich der Kampf für die Verwirklichung der Methoden Lenins in den Ländern mit einer alten bürgerlichen Demokratie und einer auf deren Boden herangewachsenen ArbeiterbewegijNg in seiner praktischen Wiickung auf den Kampf um di« Aufrechterhaltung und Vertiefung der Spaltung; der Kampf für die proletarische Diktatur reduzierte sich auf die Unterhöhlung der bürgerlichen Demokratie, dessen Früchte nicht von einer proletarischen Revolution, sondern vom Fascismus eingeheimst wurden. Aber auch in der Unterstützung der russischen Revolution bat die III. Internationale versagt. Seite 2 Freitag, 2. August 1935 Rr. 17« Konflikt vsnr'ig-polen verschärft WlrtschaftsanschluB an Deutschland praktisch vollzogen Die Streiks gegen die Munitionslieferungen an die Weißen Armeen sind vor allem von den englischen, belgischen und schwedischen Gewerkschaften durchgeführt worden— also gerade von denen, auf die die Kommunisten niemals einen nennenswerten Einfluß gehabt haben. Hingegen hat die „Begründung" der Spaltung, der ständigen Beschimpfung der Sozialdemokratie, der Zersetzungsarbeit in den Partei-, Gewerkschafts- und Kulturorganisationen mit dem verlogenen Hinweis auf das russische Beispiel bewirkt, daß die sozialistische Arbeiterbewegung lange Zeit nicht in dem Maße, wie es wünschenswert gewesen wäre, einen engen Kontaft mit der Arbeiterschaft der Sowjetunion gewinnen konnte. Und das Ergebnis besteht heute darin, daß die russische Außenpolitik im Völkerbund und im Bündnis mit Frankreich, mit der Tschechoslowakei und mit der Türkei eine bessere Wahrung ihrer Interessen sieht, als im Vertrauen auf die„revolutionäre Schlagkraft" der kommunistischen Parteien.... Damit kommen wir zu der Frage, die heute entscheidend ist: Gibt es noch etwas, was die Existenz der Komintern rechtfertigen könnte? Und daS ist auch der Gesichtspunkt, unter dem wir die Frage der„Einheitsftont" betrachten müffen. Wenn die Komintern keine geschichtliche Existenzberechtigung mehr besitzt, dann kann eine „Einheitsftont" nur dann in Betracht kommen, wenn sie die endgültig« und restlose Liquidierung der Spaltung vordereiten Hilst. Sie darf unter keinen Umständen eine Fortsetzung der bisherigen kommunistischen Zersetzungsstrategie bedeuten. In einem„Offenen Brief" an die Zentralborstände der Sozialdemokratischen und der Nationalsozialistischen Partei, der am 31. Juli in Prag verteilt wurde, wird eine ganze Reihe von Forderungen aufgezählt, aber die Hauptsache „vergesien": welche Garantien die Kommunisten zu geben bereit sind, daß es ihnen um eine ehrliche Zusammenarbeit zu tun ist, und nicht darum, den Kampf um diese Forderungen zu einem stampf gegen unsere Organisationen zu machen. Und die Frage nach diesen Garantien ist um so mehr berechtigt, als in demselben Flugblatt die sozialistischen Arbeiter aufgefordert werden, „ohne Rücksicht auf die ablehnende Haltung der Führer" sofort mit den kommunistischen Arbeitern in Verbindung zu steten,„um sich unstr sich zu einigen und so die Einheitsfront zu verwirklichen". Wenn die Kommunisten verlangen, daß wir mit ihnen reden sollen, dann werden sie sich zu allererst diese Versuche abgewöhnen müffen, in den Reihen unserer Organisationen auf Mitglie- derfang auszugehen und mit plumpen Schwindelmethoden das zu erreichen zu suchen, was sie auf Grund sonstiger Leistungen nicht erreichen konnten. Abschließend stellen wir nochmals fest: Einheitsfront ist nur möglich, wenn sie der Ausdruck des ehrlichen Willens, ist,, die Spaltung zu. beftitt» gen und die Arbeiter, die heute noch von uns getrennt sind, in die bei uns geschichtlich einzig möglichen Formen der demokratischen sozialistischen Bewegung einzugliedern. In der Fortsetzung unserer Arbeit sehen wir das einzige Mittel, die Jntereffen des werktätigen Volkes wirksam zu vertreten, die Entwicklung unseres Staates in die Richtung der sozialen Demokratie zu lenken und die tschechoslowakische Arbeiterschaft zum wirksamen Garanten des BündniffeS unseres Landes mit der Sowjetunion zu machen. Wer daran mithelfen will, ist uns willkommen. Er muß aber seinen ehrlichen Willen durch die Tat beweisen. Alles andere wandert dorthin, wo es hingehört— nämlich in den Papierkorb. Warschau.(Havas) Die Verordnung betreffend zollfreie Einfuhr von lebenswichtigen Warm, die von dem Prifidmtm des Danziger Senat- Greiser erlaffm wurde, stellt eine Verletzung der Polnisch-Danziger Berträg« dar, da Polm und Danzig ein einziges Zollgebiet bilden. Man erwartet, daß Polen auf die Verordnung des Senatspräfidmte» von Danzig mit der Sperrung der poluisch-Danziger Grenz« antworten wird. o Warschau. Die am Donnerstag ver- öffentlichte Anordnung des Präfidmtm des Danziger Smates, wonach die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Auslande, insbesondere von Schweinm, Roggen, Futtermitteln, Butter und Eiem, sowie von Artikel«, wie Kohle, Danzigs gegen Deutschland. Bereits in dm Praxis die Aufhebung der bisherigen Zollgrenze Danzings gegm Deutschland. Bereits in dm Rachmittagsstundm hat sich die Nachricht von dieser Verordnung des Smates der Frrim Stadt Danzig in Warschau schnell verbreitet und wurde in dm wirtschaftlichen und politischen Kreism alS Berwirklichung der seit einigm Tagen vom Senat der Freim Stadt Danzig angekündigtm Als Nazi unter Banditen London. Wie das Rmterbüro meldet, ist der Pekinger DNB-Korrespondent Dr. Müller in Peking eingetroffen. Der englische Korrespondent JoneS wird nach Ansicht Dr. Müllers möglicherweise ebenfalls in Kürze freigelaffen werden. Es bestehe keine Gefahr, daß man Jones ein Leid antue. Müller selbst sei auf Veranlassung von Tschangtschuntschi freigelassen worden. Einem Mitglied des sogenannten„Friedvnskorps", der aber gleichzeitig ein früherer Bandit und ein Frmnd des Räuberführers sei, der JoneS und Müller gefangennahm. Tschangtschuntschi habe die Banditen überredet, Dr. Müller fteizulaffen, damit er das Lösegeld von der deutschm und britischen Botschaft erwirken könne. Während der Gefangenschaft, so berichtete Dr. Müller weiter, erhielten sie von den Banditm reichliche Nahrung und Zigaretten, wurden aber ihrer sämtlichen Habe beraubt. Auf Grund de» Berichtes Dr. Müllers hat der Vizepräsidmt der Tschahar-Regierung Tschangtschuntschi angewiesen, sich auch für die Freilaffung von Jones ein- zusetzcn. Als Gegenleistung wurden den Banditen ihre Aufnahme in dir Tschahararmee und anschließend die Zahlung" derLösegelde S ämgr bvt e n, da? die Tschaharregierung bezahlen wird. ♦ AuS all dem geht hervor, daß ein Nazi unter chinesischen Banditen es leichter und besser hat als ein Zivilisierter unstr Nazis. Der Raub Dr. Müllers sstllt den seltenen Fall dar, daß einmal ein Hitlerianer geraubt uno entführt wird. Wie man sieht, hat solch einer nichts zu fürchten. Für die armen Teufel, die von den Pgs des Herrn Müller geraubt werden, setzt man sich weniger ein. Sie erhalten weder reichlich Nahrung noch Zigaretten, sondern Peitschenhiebe und Fußtritte. Sie sind mit keinem Lösegeld freizubekommen und aus ihre Entführer würde Drohung angesehm, daß mit Rücksicht auf die letzten polnischen Zollmaßnahmm die Freie Stadt Danzig ihre bisherige Zollgrenze gegen Deutschland aufhebe» werde. Rach Ansicht der Warschauer wirtschaftlichen und politischen Kreise bildet diese Maßnahme des Danziger Smates ein« grobe Verletzung der Berstagsverpflichtungrn Danzigs gegenüber Polm nicht nur deshalb, weil im Sinne des Statutes der Freim Stadt Danzig diese,«nd Polm ei« gemeinsames Zollgebiet bilden» sondem auch deshalb, weil im Sinne der Polnisch-Danziger Konvmtion Danzig verpflichtet ist, Lebensmittel und insbesondere Gesteid«, hauptsächlich aus Polm zu beziehen. Der Schritt des Danziger Senates wird ferner in Warschauer politischen«nd wirtschaftlichm Kreism als eine gänzliche Lossagung der Freien Stadt Danzig von ihrer bisherigen Wirtschaftsgemeinschaft mit Polen bestachtet. Man nimmt an, daß sich die polnische Regierung nicht anf einm Protest gegm diese Anordnung des Danziger SmateS beschränken, sondem die schärfsten Repressalien anwmdm wird. leider selbst die Lockung keinen Eindmck machen, daß sie bei Herausgabe der Entführten in die Familie der zivilisierten Nation ausgenommen werden... noch Immer Kriegsgefangene In KuBkand? Belika Kikinda. Nach 20jährigem Aufenthalt in Rußland ist der hiesige Arzt Dr. Baso Palic in die Heimat zurückgekehrt. Dr. Palii war im Mai 1916 in russische Kriegsgefangenschaft geraten und konnst trotz wiederholter Versuche erst nach seiner Beschwerde beim Völkerbund in Genf endlich Rußland verlassen. Das Wiedersehen PaliLs mit seinen inzwischen verheirateten Töch- tem, die er als Keine Mädchen verlassen hatte, gestaltete sich überaus rührend. Der Arzt erklärte, daß sich immer noch etwa 100.000 seiner Landsleute in Rußland befänden, die jedoch keine Ausreisebewilligung von den russischen Behörden erhalten können. Asylrecht und Preßfteiheit. In dm letzten Tagen greifen tschechische Blätter, diesmal aber vor allem die angeblich demokrattsch denkenden, die Emigration wegen angeblicher Verletzungen des Gasstechts an» die durch Beleidigungen fremder Staaten und ihrer Politiker begangen werden. Man droht ganz offen mit Repressalien. Ein recht merkwürdiger Standpunkt von Blättem, deren Redakteure, Herausgeber und Hintermänner selbst zum großen Teil einmal Emigranten w ar e n und nicht nur im kriegführenden, sondem auch im neustalen Ausland sich derselben Mittel gegen ihre Feinde bedienten, wie die antifascistischen Emigranten sie heust anwenden. Umso merkwürdiger mutet diese Einstellung, aber an, wenn man erwägt, daß sich die in Schutz genommenen ausländischen Regiemngen den Teufel dämm scheren, ob ihre Presse sich gegen die demokratischen Nachbarn auch nur halbwegs anständig benimmt. Rekordflleser freiwillig nach Abessinien London. Der südafrikanische Flieger R o j T u ck e t t, der im Jahre 1929 ohne Begleiter von London nach Kapstadt geflogen war und auch an dem Lustrennen London—Melbourne teilgenommen hatte, sandte am Mittwoch an den Kaiser von Abessinien folgendes Kabeltelegramm:»Ich biete meine Dienste zur Verteidigung Ihres Landes an. Während meiner siebenjährigen Laufbahn als Führer leichter Flugzeuge habe ich u. a. 80.000 Kilometer Wer der Wüste oder unstr stopischen Verhältnissen, meist in Afrika, zurückgelegt. Ick bin bereit zur Flugzeugablieferung in Addis Abeba." London. Wie aus Bangalore gemeldet wird, wurden bei den schweren Ssteikunruhen auf den Goldfeldem von Kolar zwei Inder durch die Schüsse der Polizei getötet und 27 verletzt. Die Polizei eröffnete zweimal das Feuer und ging siebenmal mit dem Gummiknüppel vor. London. Einer Meldung des„Daily Telegraph" zufolge wird Deutschland noch vor Ende dieses Jahres außer zwei 22.000 Tonnen-Kreuzern noch zwei 10.000 Tonnen-Kreuzer mit neun neunzölligen Geschützen, ferner zumindest 12 U-Botst und eine ziemlich große Zahl von Torpedozerstörern vom Stapel lassen. Rom. Wie das Amtsblatt berichtet, ist mit dem 1. August der Einkauf von Kohle, Kok S, Kupfer, Zinn und Nickel im Ausland unter Staatsmonopol gestellt worden. U-Boot gesunken Fünfzig Tote Moskau. DaS sowjetrussische U-Boot„B—3" ist, wie erst jetzt amllich gemeldet wird, am 26. Juli bei einer Uebung im Finnischen Meerbusen mit 65 Mann Besatzung untergegangcn. Das U-Boot, das zur Balttschen Flotte gehörte, manövrierte gerade unter Wasser, als es von einem anderen Kriegsschiff gerammt wurde. ES sank sofort. An Bord befanden sich außer acht Offizstren 47 Mann Besatzung, hauptsächlich Marineschüler. Bei der Katastrophe des U-VootcS „B—3" kamen sämtliche 55 Mann seiner Besatzung«ms Lebe«. E2 waren dieS größtenteils Teilnehmer eines Kurfrs der Marineschule. Das U-Boot, das 1947 in Dienst gestellt worden war, soll gehoben werden. 84 Roman«en Emil Vachek Deutsch m Anna AurednlCek „Dieser Mann", sagte Herr Holina feierlich,„hat Tausenderbanknoten meisterhaft gefälscht. Eine davon versuchte er anzubringen. Zum Glück wurde diese Intrige— das war das Verdienst der Schankwirtin Pawlitschek— gleich enthüllt. Heute früh gestand die Aloisia Tichy, „schlamperte LoisiS" genannt— sie war eS, die versuchte, den Tausender anzubringen—, daß sie ihn von Beinsteller bekommen habe." Der erschrockene Adjutant wich einige Schritte zurück. Die Schwarze Kathi flüsterte: „Meine Tochter, die Medizinerin, wird bezeugen, daß ich immer gesagt habe:„Mit dem Beinsteller stimmt etwas nicht." Nur der Karl schmiegte sich noch fester an seinen Meister und nahm sich vor, daß auch er Tausender meisterhaft fälschen werde. Der einzige, der nicht seine Ruhe verlor, war merkwürdigerweise Beinsteller selbst.„Erlauben Sst mir die Frage", sagte er zu Holina, „verhaften Sie mich auf höheren Befehl?" „Nein", sagte Herr Holina stolz.„Aber als mir die Loisis es sagte, machte ich mich mit dem Herrn Kollegen sofort auf den Weg, denn wir durften keinL Zeit verlieren." „Ich will Ihnen etwas sagen, Herr Holina", entgegnete jetzt Beinsteller giftig,„Sie sind ein Ochs. Bekommen Sie ja nur keine Zuckungen, denn ich werd' eS Ihnen beweisen und Sie werden selbst daran glauben. Sie hecken Wut, weil ich Ihnen eines ausgewischt habe, und jetzt wollen Sie sich rächen und wollen einen Mordsskandal machen und der Oeffentlichkeit mitteilen, daß der Held ein ganz schlichter Gauner ist. Hören Sie, was ich Ihnen darauf sage: Den Tausender hat die Loisis wirklich von mir bekommen, aber ich versuchst ihn zuerst beim Herrn Minister anzubringen. Mehr sage ich Ihnen nicht, denn Sie find so blöd, daß Sie mir meine neue Enthüllung verpatzen könnten. Ich werde schon alles bei den Leuten erfahren, wo ich für eine Million gefälschte Tausender gefunden habe." „DaS könnte ein jeder sagen," brummte Herr Holina, dessen Sicherhett stark erschüttert war. „Gewiß", entgegnest Beinsteller,„aber der Minister wird nicht jedem bezeugen, daß er den Tausender in der Hand gehalten hat. Wenn dumme Leute nicht vorzeitig darüber tratschen, so werde ich eine Enthüllung zustande bringen, die manchem Herrn drüben über der Grenz» einen roten Kopf machen wird." „Ich kann tatsächlich bezeugen, daß Herr Beinsteller den Herrn Minister ersucht hat, den Tausender zu den Akten zu legen", sagte der Adjutant.„Der Herr Minister lehnte es aber ab; es steht ganz außer Zweifel, daß es sich um den verdächtigen Tausender handelt," „Natürlich ist es der verdächtige Tausender", rief Beinsteller.„Jetzt sagen Sie selbst, Herr Holina, sind Sie ein Ochs?" Herr Holing gab cs zwar nicht zu, aber seine zu Boden gesenkten Augen bewiesen, daß er bereit war zu gestehen, falls Beinsteller darauf bestehen sollte. „Na sehen Sie", fuhr Beinsteller fort, „wenn Sst mir das nächstem«! wieder an den Leib rücken, überlegen Sie stch'S zuerst. Und sagen Sie zu Hause, daß ich in der Sache hinkommen will. Aber erst bis ich etwas erledigt habe. Die Loisis soll man natürlich laufen lassen." „Das geht nicht", rief Herr Sach.„Wenn die Loisis in dieser Geschichte auch nicht die Finger hat, so steckt sie doch bis zum Hals in der Tunke: Oeffentliche Gewalttätigkeit laut 8 81, dreifache Körperverletzung; wie ost sie uns beschimpft hat, läßt sich gar nicht festfstllen. Sie kann ftoh sein, wenn sie mit einem Jahre davonkommt." „Sie haben sie am Gewissen", sagte Beinsteller, ,^vir wollen sehen, was man für das arme Opfer tun kann." Das siebenundzwanzig ste Kapitel ist der Liebe gewidmet. Es hatte Mittag geschlagen als Sophie zu Frau Petricek gelaufen kam. Ihre Wangen waren von Eile und Aufregung gerötet. .Haben Sie es schon gehört, Frau Petricek", rief sie gleich bei der Tür.„Sie sind die fünfte, die mich frägt, Sophiechen. Könnte sich mein Alter zu einem Telephon auffchwingen, so wäre ich heute vormittag nur beim Telephon gestanden, um immer wieder zu sagen:„Wer hätte das von dem Ferdl gesagt!" Ich habe ja immer gewußt, daß der Ferdl kein gewöhnlicher Dieb ist. Der könnte die St. Wenzelskrone davontragen, wenn er's drauf abgesehen hätte. Aber daß er auf die alten Tage Spione fangen geht, das hätte ich nie und nimmer geglaubt. Für Sie ist es ein Glück, Fräulein Sophiechen, daß Sie den Kleinen zum Beschützer haben." Sophie war knallrot geworden. Um die Aufmerksamkeit von sich abzulenkcn, sagte sie schnell: „Gestern hätte er die beste Gelegenheit gehabt, mir alles zu erzählen» hat mir aber kein Wort davon gesagt, Frau Petricek." »Ja, der Ferdl, den muß man keimen. Richt einmal mir, seiner alten Freundin, hat er es gesagt; so ein Zijkover Luder! Haben Sie auch gelesen, daß er keinen Heller dafür genommen hat?" »Ich hab's gelesen, Frau Petricek, und mutz gestehen, daß es mir an der ganzen Sache am besten gefällt." „In einer Weile wird er mit Ihrem Koffer hier sein. Schauen Sie sich dann seine Absätze und seine Hosen an, wenn Sie es noch nicht getan haben. Abgetretene Schuhe, zerfranste Hosen, wahrscheinlich keinen Bissen im Mund, seit er nicht mehr stiehlt— aber er nimmt keinen Heller. Ma» müßte bei hellichtem Tag mit der Laterne suchen, ehe man so einen zweiten findet." „Ein merkwürdiger Mensch, der Herr Bein« steller", sagte Sophie leise. „Und was er leisten könnte, wenn er ein ordentliches Frauenzimmer an der Seite hätte l Abet gerade so eine Perle, wie er sie braucht, bleibt ledig... Die Welt wird bestohlen, weil der Ferdl nicht di« richtige Frau bekommt. Er hat sich näm« lich— wenn ich nicht irre— schon eine ausgesucht. Wenn ich Sie wäre, macht' ich eS mir keine« Augenblick überlegen. Ich habe meinen Alten gern, aber die Frau, die den Ferdl kriegt, die kommt schnurstracks ins Paradies." Sophsts Wangen wurden immer röter. Sie konnte nicht mehr still sitzen. Sie litt aber nur und schwieg. Da fragte die Petricek:„Was sagen Sie dazu, Fräulein StPhie?" »Sie haben gewiß recht, Frau Petricek", erwiderte Sophie mit leiser Stimme. »Es freut mich, daß wir uns verstehendflötete die Petricek.„Ich habe gefürchtet, daß Sie sagen werden:„Der kleine Bucklige kann mir gestohlen werden. So etwas könnte nur eine oberflächliche Person denken. Eine gute Frau wird weder den Buk« kel noch die Vergangenheit sehen. Sie wird nur sehen, daß der Herr Beinsteller das Herz auf dem rechten Fleck hat." Frau Petricek ftocknete sich gerührt die Augen und rief:«Wozu soll ich lang herumreden. So« phiechen, wie die Katze um den Brei? Du weißt ja selbst, daß dich der Mann mit den Augen vec« schlingt und dich wie eine Hostie anstarrt." „Aber Frau Petricek!" wehrte sich Sophie. „Schweig, Mädel! Ich wußte, woran ick war, wie der Ferdl kam und schrie:„Fanni, du mußt den Mten auswaggonieren und mir daS Zimmer für ein Fräulein überlassen. Das Fräulein mußt du wie einen Augapfel behüten.. (Fortsetzung folgt.) 9h. 178 Freitag. 2. August 1935 Seite 3 Vas englische Unterhaus gegen Italien Siebet Antrag deS Führers der Arbeiterpartei, George Lansburh, ist das Unterhaus vor den Ferien noch zu einer außenpolitischen Aussprache zusammengetreten. Der höchst bedeutsamen Debatte wohnten in der Diplomatenloge zahlreiche Ausländer bei. AlleRedner »ahmen in oft sehr heftiger Weise gegen Italien Stellung. L a n s- b u r h selbst erklärte, er begreife nicht, wie Rationen, die ihre Schulde« nicht zahlen, fich in solche Aktionen einlassen Können. Der Liberale SirHerbert Samuel machte auf die Gefahr aufmerksam, die durch den abessinischen Streit dem britischen Reich mit seine« 42V Millionen farbigen Untertanen erwachse. Der konservative General S P e a r s erklärte es für ausgeschlossen, daß England dem Treiben Italiens ruhig zusehen könne. Der konservative Abgeordnete D i v i a« Adams forderte die Sperrung des Suezkanals und die Einstellung der Roh- leulieferungen an Italien, wenn es seine Politik nicht ändere. Sir Samuel Hoare gab in seiner Antwort den Ernst der Situation zu und versprach, den Einfluß der britische« Regierung auf die Erhaltung des Friedens in vollem Ausmaß zur Geltung zu bringen. Er teilte mit, daß der Speaker des Unterhauses(Präsident) Vollmacht erhalte, da- Unterhaus sofort einzuberufen, wenn eine Verschärfung der afrikanischen Krise eintrete. Die Ausbreitung des Kommunismus In China .(R. F.) Die Kämpfe der roten Armeen in Äestchina und nördlich von Tibet bilden einen nichtigen Bestandteil der Bestrebungen der So- lvjetunion, ihre Stellungen im Fernen Osten so auSzubauen, daß ein japanischer Angriff auf Sibirien unmöglich gemacht wird. Die äußere Mongolei und Chinesisch-Turkestan sind >n sicherem Besitz der Sowjetunion. Daran schließen sich gegen Osten und Süden die sowjetisiertrn Gebiete Chinas an, die einerseits einen Rückhalt an der Sowjetunion finden, andererseits das Vorgelände besetzt halten, das ein umfassender japanischer Angriff überschreiten müßte. Und da die Sowjetisierung für die chinesische Bauernschaft wirklich die Befreiung von der Ausbeutung durch die Großgrundbesitzer und die abenteuernden Generale bedeutet, werden gleichzeitig Millionen- inasscn von Bauern zu Beickündeten Sowjetruß- lands und die von ihnen gebildeten Armeen zu einer wichtigen militärischen Stütz« der russischen Armee im Fernen Osten. Das Gebiet Sowjetchinas erstreckt sich bis jetzt über Setschuan, Hunan und Kiang-Si. In der letzten Zeit ist ein V o r d r i n g e n des Kommunismus in den Norden der Provinzen Hupt, Honan und Schensi festzustellen. Englischen Belichten zufolge haben sich in diesen Gebieten hunderttausend Bauern der Roten Armee ange- Ichlosfen. Es ist llar, daß die Regierung Tschang-Kai- Scheks über dieseEntwicklung höchst beunruhigt ist. Aber auch Japan verspürt immer stärker die Not- «vendigkeit, dem Vormarsch der roten Armeen entgegenzutreten, und eS hat den Anschein, daß die Furcht vor dem gemeinsamen Feind Tokio und Nanking einigen wird. Jedenfalls bahnen sich hier Entwicklungen an, die jetzt, nach der vollzogenen Unterwerfung Chinas durch Japan, neue, schwere ^onfliktsmöglichkeiten eröffnen. Artvald-Gymphonie Von H. S. Breslauer Sengend brennt di« Tropensonne aus die llrwaldlichtung. Im Schatten eines AsfenbrotbaumeS ruht tine Gazelle. Papageien kreischen, Affen tollen in den Ftveigen, und eine Cobra hängt träge im Geäst des Drachenbaumes. Grell trompetend stürzt ein Elefant auS dem Dickicht. Die Gazelle flüchtet, und mit mächtigen Sprüngen hetzt ihr ein Löwe nach. Irgendwo teilen sich die Büsche. Ein Jäger, die Büchse schußbereit im Arm, erscheint an der Spitze einer Eingeborenenschar. »Wo ist der Gefangene?" fragt der Jäger, "nd der Häuptling der Wilden zeigt mit weit» tlusholender Gebärde auf einen gefesselten Araber, b«n man in die Mitte der Lichter schleppt. Der Jäger wirft dem Gefangenen einen haßerfüllten Blick zu. j/»Vergeßt nicht," ruft er,»daß«r die Rose beS Urwaldes, die Rose der Wildnis, dem König ^takombe ausgeliefert hat!" Die Wilden heulen auf und der Araber zerrt "»zweifelt an seinen Fesseln. i und kaum noch zurück kann. Bel Erschöpfung u. Kopfschmerzen Franzbranntwein Der Suezkanal und der Frieden Die»Law Times", ein« maßgebende Londoner juristische Zeitschrift schreibt:»Großbritannien ist noch immer die Schutzmacht des Kanals. Di« Freiheit der Durchfahrt ist lebenswichtig für Politische Verhaftung. Gestern wurde in Aussig der dort beschäftigte Geschäftsführer des »Elbegaues" der deutschen Landjugend, Franz Hofmann auS Zwetnitz-Wisterschan verhaftet. Er soll fich wegen eines Vergehens gegen das Schutzgesetz zu verantworten haben. Tragischer Tod einer Typhus kranken. Im Teplitzer BezirkSkrankenhaüse lag die ungefähr 50 Jahre alte, verwitwete Schuldienerin Franziska Malikova auS Prosetitz: Sie war an Typhus erkrankt und litt an hohem Fieber. Am Mittwoch früh stand sie plötzlich auf, trat ans Fenster und stürzte sich aus dem ersten Stockwerk in die Tiefe. Dabei zog sie sich derart schwere Verletzungen zu, daß sie wenige Minuten später, trotz sofortigem ärztlichen Beistand verschied. Die Tat dürfte im Fieberdelirium geschehen sein. wrlllten, Mitten im dunkelsten Afrika sollen wir uns benehmen wie Sioux-Indianer?-... Herr bei Ihnen werden organisierte Kulturfilmdarst.llcr nicht mehr kilmen, dafür lassen Sie mich sorgen ... In Afrika sind Sie erledigt... Good bey, drehen Sie sich Ihren Krokodilmist allein!... Sie Europäer!" Neue Rom. Im wilden Bergbau verunglückt Brüx. Auf dem Haldengelände in der Nähe von OberleutenSdorf hatte der 68jährige Pensionierte Bergarbeiter Josef Mahnert einen 13 Meter tiefen wilden Schacht gegraben, in welchem er Donnerstag vormittags verschüttet wurde. Er konnte nur noch als Leiche gcborg'n werden. An der gleichen Stelle war bereits ini Vorjahre ein Kohlcngräber tödlich verunglückt. das Schiffchen 79 Personen und noch«ine Masse Gepäck an B^rd. Jeden Augenblick glaubten die Passagiere zu kentern und waren Heilfroh, endlich den unter Waffer stehenden Landungssteg zu erreichen, weil sie damit auch wieder die notwendige Sicherheit fühlten. Die Landungsstege, die nur die Beendung zwischen Doot und Land Herstellen sollen, sind ständig mit soviel Menschen besetzt als auf denselben Platz finden und deshalb jeden Moment eine Katastrophe herbeiführen können. Das alles scheint der Herr.Admiral", ein sehr schneidiger und fescher Herr mit altösterreichischer Gemütlichkeit durchsetzt, nicht zu merken. Das Geschäft floriert, das Unternehmen wird mit ihm zufrieden sein und so ist er es auch. An die Förderung des Fremdenverkehrs denkt man nur dann, wenn die Fremden infolge dieser laxen Behandlung auSbleiben. Und an die Sicherheit der Menschen, wenn ein Unglück passiert ist. Das aber sollte man zu vermeiden versuchen. Im Interesse des Ansehens unserer Republik als auch der Menschen, die sich unter die Obhut der ftir ihre Sicherheit verantwortlichen Organe begeben. Iransporte Größer« Truppenverschiffungen sind am 1. August nach Ostafrika abgegangen. In Neapel gingen der»Romolo" mit 37 Offizieren, 667 Soldaten und 466 Arbeitern und der »B i m i n a l e" mit 64 Offizieren, 350 Soldaten und 160^»ezialarbeitern nach Afrika in See. Beide Schiffe werden noch in Messina anlegcn, um weitere Truppen und Material zu iibernrh- men. Gleichfalls mit größeren Truppenteilen und Material an Bord lief in Messina die„Abba- zia" aus. wird noch deutlicher als an den bisherigen Weisungen über den freiwilligen Arbeitsdienst auf dem Lande aus folgender Aktion des Bezirkes Friedland der SdP, den die Rundschau mittellt: Jeder SHF-Kamerad übernimmt die Verpflicht««-, je einen halben Tag(zu fünf Stunde») dem Dauern- Kameraden bei der Einbringung der Getreideernte, des Ärnm» metS, der Kartoffel« nndRÜ» be» unentgeltlich zu helfe». Für ein F r ü h st ü ck oder eine Ianfe(Vesper) hat der Dauer anfznkommen. Leistungen über dieses Maß hinaus sind freiwillig. Rach Abschluß aller Erntearbeiten hat der Dauer de« ungefähren Wert der durch den Arbetter für ihn geleisteten Arbett in Eigenprodukten(Raturalien) an die Sammelstelle dieser Hilfsaktion abzuführen. Die Sammelstellen werde« zeitgerecht bekanntgegeben. SHF-Kamerade«, die sich für diese gegenseitige freiwillige Hilfe nicht zur Verfügung stellen können oder wollen, haben als Ablösungsspende für daS Hilfswerk„Kamerad in Rot" bis zu einem Monatseinkommen von 1000 Kronen einen Betrag von fünf Kronen, bei einem Monatseinkommen über 1000 Kronen eine Spende vo« zehn Krone« an die OrtSleitung abzuführen. Um den schlechtbezahlten deutschen Landarbeitern, den zahllosen deutschen Volksgenossen, die seit Monaten auf die bescheidene Arbeitsgelegenheit auf dem L ände warteten, den Lohn noch zu drücken, die letzte Hoffnungzu rauben, organisiert die SHF diese gelb« Schmutzkonkurrenz. Die Arbeitsverhältnisse auf dem Lande Abessinien rechnet mit dem Krieg London.(Reuter.)„Ueber eine Million Abessinier bereiten sich für den Krieg vor, alle putzen ihre Schußwaffen, schleife« Speere und Schwerter, sogar zehnjährige Buben üben sich im Speerwerfen und.im Gewehrschießen." Dies berichtet der Sonderberichterstatter des Rruter- bureauS auS Addis Abeba. Italienische Staat:» angehörige verlassen in aller Eile das Land und in AddiS Abeba ist bloß eine Italienerin verblieben. Wie bekannt, hat eS der italienische Gesand!« B i n r i abgelrhnt, an den GeburtStagsfeierlich- keiten für den abessinische» Kaiser trilzunchmeu, waS hier als unverzeihliche Beleidigung angesehen wird und einige Notablen raten dem Kaiser, dir diplomatischen Beziehungen mit Italien abznbre- chrn, denn daS Borgehen und Benehmen des Gesandten ist nach ihrer Ansicht unvereinbar mit den normalen und üblichen diplomatischen Beziehungen. Niemand kann sich hier vorstrllen, waS der Völkerbundrat in dem italienisch-abessinischen Konflikt zu tun gedenke und namentlich nicht, was die Großmächte vorhaben. Ein hoher abessinischer Beamter sagte zu dem Nruterbcrichtrrstatter: „Wir hegen die Hoffnung, daß Italien keinen Krieg beginnen wird, denn wir wissen ganz genau, daß die Verhältnisse gegen unS find. Es scheint aber, daß Mussolini schon viel zn weit gegangen ist Naturwunder und Profitgier Durch die mit ungeheuren Kosten errichtete Talsperre bei Frain ist ein Naturwunder entstanden, das in diesem Sommer zehntausend« Menschen in seinen Bann zieht und sicher auch di« Fremdenindustrie des Landes stark fördert. Nicht nur Einheimische pilgern in großen Scharen und in langen Autokolonnen zu diesem herrlichen neu erstandenen See, sondern auch das Ausland stellt ein nicht unbedeutendes Kontingent von Besuchern des Frainer Gebietes.-Daß sich sowohl der Einheimische als auch der Fremde Wohl fühlt und vor allem keinerlei Unbill bei seinen Exkursionen ausgesetzt sein darf, versteht sich von selbst. Aber es scheint doch, daß nicht alle Organe, die der Fremdenindustrie dienen, von dieser ganz natürlichen Voraussetzung für den Fremdenverkehr durchdrungen find und deshalb für das aufstrebende Gebiet geradezu eine Gefahr sind. Um das zu belegen, sei nur auf die Verhältnisse bei der Seeschiffahrtunternehmung hingewiesen. Die von dem„Plavebni Klub" unterhaltenen Ausflugslinien werden mit Motorbooten betrieben, die alles andere nur kein Gefühl der Sicherheit erwecken, so unbrauchbar sehen einzelne von ihnen aus. Aber erst eine Fahrt auf einem solchen Schiffchen! Die in nur tschechischer Sprache angebrachten Informationen besagen z B., daß eines der Motorboote einen Fassungsraum von 66 Personen hat. Am 26. Juli nahm »Vergeßt nicht," gellen die Worte des Jägers,„daß der Schurke Ibrahim eure Hütten und Dörfer verbrannte, daß er eure Väter, Mütter. Brüder und Schwestern als Sklaven verkaufte... Vergeßt eS nicht!" Der Jäger schultert das Gewehr, einen letzten, langen, drohenden Blick wirst er dem Gefangenen zu, dann verschwindet er im Schatten deS Boaba. Ein Schreien, Toben, Brüllen zerreißt die Lust, tausend blutgierige Teufel scheinen losgelassen, schwarze Körper winden sich gleich Schlangen, Assagaie und Keulen wirbeln durch die Luft, bis endlich ein unmenschlicher Schrei aufgellt und der Gefangene zu Boden sinkt. Rasch flackert ein Feuer auf, und die entfesselt« Horde rüstet zum kannibalischen Mahl. Da stürzt ein Mann im Tropenanzug zwischen die wildtobende Schar und brüllt, das dämonische Gekreisch übertönend. „Was— was soll das heißen? Ist das alles?" »WaS sonst. Massa?" fragt der Kannibalenhäuptling, seine weihen Zähne zeigend. „DaS nennt Ihr Marter?" schreit der Mann im Tropenanzug.„Einfach wtschlagen und auf- ftessen, das kann jeder Trottel... Euch mag e» genügen, aber mir ist es zu wenig! An den Marterpfahl müßt Ihr ihn binden!" Zweite Absage Karlsbads an das Musikfest Wie da-„Prager Tagblatt" meldet, haben der Karlsbader Männergesangverrin und das Kurorchester nunmehr auch die versprochene Be- Her Kampf gegen den deutschen Rrbeiter Die Schmutzkonkurrenz der Henlelnfasdsten gegen die Landarbeiter sollen auf daS Niveau der Robotzeit zurückgeführt' teillgung an dem Prager internationalen werden. Für ein« Jause wird fünf Stunden gr»* Musikfest abgesagt. Ausgelöst wurde der Ent- arbeitet. Familienväter, die konkurrieren wollen, schlutz dadurch, daß der Stadtrat für die Reise müssen dann also dem Bauer auch für eine“ „Jause"— eine Schnitte Brot und einen Topf Malzkaffee— fünf Stunden arbeiten! Die Aktion stellt wohl die größte Niedertracht dar, die jemals am deutschen Arbeiter in diesem Lande begangen wurde. Sie verrät zugleich die Tenden zen der Henleinbewegung überhaupt. Da also will man hinaus— zurück zur Leibeigenschaft. Es fehlt noch, daß man heuer auch den Hopfenpflückern die Arbeitsmöglichkeit durch Schmutzkonkurrenz freiwilliger Helfer rauben wird. Dabei ist das ganze eine fllavssche Nach ahmung der Hitlerei, die ja auch nur eine Einrichtung zum Schutze der preußischen Großgrundbesitzer ist. Und das Staunen jedes Staatsbürgers darüber muh täglich wachsen, was eine demokratische Regie rung sich bieten läßt. Die Aktionen HenleinS sprengen unsere wirt schaftlichen«nd sozialen Gesetze, sie erklären die gesetzmäßigen Einrichtungen via facti alS ungültig. Was nützen uns Gesetze über Arbeitszeit, Be triebsstillegung, Urlaube, Kollektivverträge, Ar beiterschutz, wenn jede Ortsgruppe der SHF die Gesetze aufzuheben, daS Recht des Arbeiters auf Lohn faktisch abzuschaffen vermag?! Und abgesehen davon: die klare Uebernahme reichsdeutscher Einrichtungen in unser Wirtschaftsleben! Weiß man im Innen-, im Heeres-, im Landwirtschaftsministerium nicht, welche Rolle die deutschen Landarbeitsver- hältniffe in den Kriegsvorbereitungen deS Dritten Reiches spielen? Und findet man nichts dabei, daß in der Republik Arbeitskolonnen nach reichs deutschem Muster aufgestellt, die Kräfte organisiert werden, die Hitler für die Zukunft braucht? ES scheint, daß manche verantwortliche« Faktoren mit Blindheit geschlagen find»nd alles tun, um de» Gang deS Verderbens zu beschleunigen. nach Prag nicht wie ursprünglich geplant 15.000 AL, sondern nur 10.000 Kö bewilligt I hat. Die Tschechoslowakische Sektion der Internationalen Musikgesellschaft nimmt in einer Er- I klärnng sehr scharf gegen das Vorgehen der Karlsbader Stellung, daS er auf unberufene Nnkünstlerische Einflüsse zurückführt. Sudetendeutscher Zeitspiegel »Marterpfahl?" rollt der Kannibalenhäupt ling die Augen. „Mit Messern müßt Ihr werfen— „Messerwerfen—" „Und skalpieren müßt Ihr ihn!" geifert der Mann im Tropenanzug. Plötzlich reißt dem Kannibalenhäuptling die Geduld. „Ja— ja— was fällt Ihnen ein?" schnauzt er den Mann im Tropenanzug an.„Wir haben mit unfern Elefanten, dem Löwen, der Cobra, den Affen und der Gazelle schon für Pathö,> Fox und die United-ArtistS gefilmt und alle waren zufrieden mit uns— und Sie wollen nörgeln? I „ e ltun, daß Sle allein schon! jeden der hypothetischen Kriegführenden. Beide m,t Ihrer Honorarschmderci gegen den Kollektiv-! sind Unterzeichner des Kellogg-PakteS und, wenn vertrag verstoßen haben, ganz abgesehen davon,«einer von beiden unter Verletzung dieses Paktes daß sie ein kannibalisch schlechter Regisseur sind! 1 Krieg erklärt, kann er sich nicht beklagen, wenn Wir würden unS ja vor dem Kinopublikum der j die Schuhmacht ihm den Kanal schließt. Wer sich ganzen Welt blamieren, wenn wir uns benehmen«auf Verträge beruft, muß sie respektieren. Einer wollten, wie Sie eS sich vorzustellen belieben!: außerordentlichen Sitzung des Vülkcrbundsrates Mi»-N im w.ni-m-n Wfrit* snir-n mSr ,,NÄ s>-- lziun Zweck der Vermeidung des Krieges stünde es ! offen, der Schuhmacht daS Mandat zur Schlie- j ßung des Kanals gegen bewaffnete Streitkräfte und Schiffe, die Kriegszwecken dienen, zu übertragen. Das Blatt bemerkt zu diesem Vorschlag, seine Ausführung würde den Kanal und seine Kontrollmächte in die neue und ehrenvolle Rolle des Schützers des Weltfriedens bringen. - Seite£ Freitag, 2. August 1935 Nr. 178 AgeÄremgLeltm Drei Arbeiter im Steinbruch getötet Davle. In St. Kilian bei Davle wurde am Mittwoch in dem der Baufirma Jng. Boh. Nekvasil in Davle gehörenden Steinbruch ein Felsen gesprengt. Am Donnerstag waren bei dem Wegräumen der abgesprengten Felsstücke sechs Arbeiter beschäftigt, als plötzlich ein Felsblock auf sie niederstürzte, der vier von ihnen begrub. Von diesen gelang es den Arbeiter Nehäk aus Trebern zu bergen, der vcn der Rettungsstation sehr rasch ins Allgemeine Krankenhaus in Prag geschafft wurde. Die übrigen drei Arbeiter wurden getötet. Zwei von ihnen, der 50jährige Arbeiter Josef B a r t ä k und der 50jährigen Arbeiter D u p a l, beide aus Trebäin wurden als Leichen unter dem Felsblock hervorgezogen. Dagegen gelang es, bis in den späten Nachmittag nicht, die Leiche des etwa 23jährigen Arbeiters Ladislav Padevet aus Davle zu bergen. Padevet war der Sohn des Schießmeisters, der bereits 30 Jahre lang die Arbeiten in dem Steinbruch leitet und bei dem tragischem Tode seines Sohnes zugegen war. An der Unglücksstätte traf eine Gerichtskommission und die Gendarmeriefahndungsstation ein, die die entsprechende Untersuchung einleitete. Auf eine Anfrage an der deutschen chirurgischen Klinik des Professors Dr. Schlosser wurde mitgeteilt, daß der verletzte Arbeiter Rehäk eine.Gehirnerschütterung erlitten hat, doch ist sein Zustand nicht besorgniserregend. Ein Sender der Schwarzen Front in Südamerika Von tschechischen Radio-Amateuren wurde in letzter Zeit wiederholt ein ausländischer Kurzwellensender gehört, der Nachrichten und Propaganda-Artikel der Schwarzen Front sendet. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, handelt es sich um einen starken Sender, den die südamerikani-. schen Freunde Otto Strasses vor kurzem aufgestellt haben und der alle Sonntage um 9 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf Welle 37 sendet. Er meldet sich als„Kreuz des Südens". Gleichen Nachrichten zufolge wird der Sender in Bälde täglich arbeiten, doch dürfte er in Europa nur mit besonders guten Apparaten zu hören sein, während er in Amerika allgemein ausgenommen wird. Explosion bei Feuerwehrlagung Detroit. Auf der Jahrestagung des Feuerwehrverbandes des Staates Michigan warf bei der Vorführung neuer Löschgeräte ein Wehrmann gedankenlos ein brennendes Streichholz in einen Gasolinbehälter, der sofort explodierte. Durch die Stichflamme und Teil« einer einstürzenden Mauer wurden 32 Teilnehmer schwer verletzt. Immer wieder Opfer der Rot. Bei Habers- pirk fiel die Arbeitslose Katharina Dörfler beim wilden Kohlenschürfen in einer aufgelassenen Grube einem herabstürzenden Kohlen st ock zum Opfer. Die Unglückliche, die neben Rippenbrüchen schwerste innerste Verletzungen davongetragen hatte, starb während des Transportes ins Krankenhaus. Ein Kind geht in de« Tod. Ein zwölfjähriges Kind ist am Dienstag Nachmittag bei Alt-Pilsenetz(bei Pilsen) in den Tod gegangen. Es handelt sich um den Bürgerschüler Karl H a l u s, einen Jungen, der seiner Begabung wegen allgemein ausfiel. Halus warf sich vor den nach Wien fahrenden Bäderschnellzug. Der Tod trat auf der Stelle ein. Was den Zwölf- jährigen in den Tod trieb, ist zur Stunde noch völlig unbekannt. „Schluß jetzt!" Im Autobus erschoß sich auf der Fahrt von Laschkau nach Proßnitz der 20jäh- rige Alois Kominik. Als die übrigen Passanten sahen, wie der junge Mann einen Browning aus der Tasche zog und mit dem Rufe „S chluß j e hl" auf sich anlegte, entstand eine Panik. Zwei Beherzte sprangen herzu, um dem jungen Menschen die Waffe zu entreißen, aber es war schon zu spät. Kominik hatte bereits abgedrückt. Der FaU liegt um so rätselhafter, weil finanzielle Gründe kaum mitsprechen können. Kominik hatte erst dieser Tage ein väterliches Erbteil in Höhe von 6000 Kronen ausgezahlt erhalten. Krajcovic als Eisenfresser. Der unter Mordverdacht in Untersuchungshaft befindliche Polizist Vinzenz Krajkoviil wurde im Preßburger Divisionsspital roentgenisiert, wobei sich ergab, daß er sm Darm einStückLöffel und einige Nägel hat. Andere Nägel sind bereits auf natürlichem Wege abgegangen. Was mit dem Löffelstück geschehen wird, soll erst nach einer weiteren Untersuchung entschieden werden. KrajkoviL soll sich trotz dieser Kost sehr wohl befinden. Das Geschoß 18 Jahre im Körper. Herr Karl Vlasek, Schneider in Frauenberg a. M., erhielt im Weltkrieg in den Kämpfen bei HuSjatim am 1. August 1917 einen Bauchschuß. Das Geschoß verursachte keine inneren Verletzungen und blieb fast durch 18 Jahre hindurch im Körper stecken, ohne dem Träger dabei nennenswerte Beschwerden zu bereiten. Es blieb jedoch nicht an der gleichen Stelle, sondern wanderte ständig im Körper und gelangte heuer bis unter die Haut Das Sommerlaser der SD Prag Zwischen wogenden Kornfeldern und rauschenden Wäldern hat die Prager S. I. ihr heuriges Zeltlager aufgeschlagen. Unweit von Sol» Iona, im Bezirk Mies,liegt das Zeltdorf, über dem hoch oben die rote Fahne im Winde weht. An 50 Burschen und Mädels aus Prag und aus der Gegend von Mies verbringen da in froher, tätiger Gemeinschaft ihre Ferienzeit. Es ist ein Ferienlager mit Baden und Herumliegen, mit Lagerfeuex^ind Wandern» mit Sin- zü der viel größeren Gemeinschaft des arbeitenden Volkes. Reger Kontakt herrscht zwischen der Arbeiter- und Kleinbauernbevölkerung und den Lagerteilnehmern. Fast jeden Tag marschiert eine Abtei- lung in eines der nahen Dörfer, singend und mit wehenden Fahnen. Dann spielen sie wohl mit den Dorfkindern, sie lassen sich in Diskussionen mit den Erwachsenen ein, oder sie haben eine kleine Feier vorbereitet mit Ansprachen, Sprechchören und Liedern. Oder wieder messen sie sich ln sportlicher Beziehung mit der Jugend der Umgebung: gen und Lesen. Aber es ist doch etwas ganz Grundverschiedenes von dem, was man sich gewöhnlich unter Zeltlager vorstellt: Es ist ein sozialistisches Zeltlager. Es steht nicht in romantischer Abgeschlossenheit von der Welt, sondern in stetigem lebhaften Kontakt mit den Kleinbauern und Arbeitern der Umgebung. Es dient nicht dem Vergessen der Schwierigkeiten des Lebens, sondern es versucht durch ständige Auseinandersetzung mit den Problemen der Gegenwart Klarheit und Wissen zu geben. Es festigt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl der Beteiligten, sondern gibt ihnen darüber hinaus das Bewußtsein der Zugehörigkeit Leichtathletikwettkämpfe und ein Fußballmatch beweisen dies. Nie aber wird versäumt, dabei der Bevölkerung kameradschaftlich näher zu kommen und mit ihr zu diskutieren. Ungeheuer viel Neues und Wichtiges lernen alle Gesprächsteilnehmer kennen I Den jeweiligen Höhepunkt bildet der Sonntag mit seiner Feier. Einmal ist sie im Lager, einmal in einem der umliegenden Dörfer, aber immer sind einige hundert Menschen anwesend, die sie sich anhören kommen. So ist dieses Lager, das ein Kamcradschaftslager im wahrsten Sinne des Wortes geworden ist, auch ein Mittelpunkt für alle Genossen aus der ganzen Umgebung. auf der Innenseite des rechten Oberschenkels. Von dieser Stelle aus konnte das Geschoß durch einen operativen Eingriff des MUDr. Dudarek in Frauenberg a. M. am 11. Juli entfernt werden. Ein hebräisches Buch über T. G. Masaryk. Dieser Tage erschien durch Fürsorge des jüdischen Berlages Brit Jvrit in Prag eine Monographie .„T. G. Masaryk" in neuhebräischer Sprache, deren Autorin Frau Dr. Eva Sapirovä ist. Die Monographie enthält außer einer Biographie des Präsidenten Zitate aus seinen Werken. Internationales Pfadfindrrlager in Schweden. Auf der Insel Jngaroe wurde Dienstag ein internationales Skautlager eröffnet. Der feierlichen Eröffnung tvohnten der Oberbefehlshaber der Skauts Lord Baden-Powell und der schwedische Prinz Gustav Adolf bei. Im Skautlager' sind folgende Länder vertreten: Armenien, Belgien, die Tschechoslotvakei, Dänemark, Aegypten, Estland, Finnland, Frankreich, Holland, Liechtenstein, Litauen, Lettland, Luxemburg, Ungarn, Norwegen, Polen, Oesterreich, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Großbritannien und seine Kolonien. Deutschland fehlt. Ein Lastzug in Flammen— zehn Schwarzfahrer verbrannt. Im Staate Texas entgleiste ein Lastzug und stürzte die Böschung hinab. Zehn Waggons des Zuges gingen in Flammen auf. In den Flammen kamen zehn Landstreicher ums Leben, die schwarz fuhren. Außerdem wurden 20 Personen verletzt. Auf einem morschen Ast... Der Adjutant des ostpreußischen Stahlhelmführers, Graf Dohna, wurde verhaftet, weil er geäußert haben sollte, die Nationalsozialisten säßen auf einem morschen A st, der bald abbrechen werde. Auf den Barrikaden werde man sich Wiedersehen. Das Land der Katastrophen. Bei der Ueb e rs ch w e mm u ng s k a t astr o p h e in den Kohlenbergwerken von Tschackoschwank in der chinesischen Provinz Hopei wurden zwei weitere Gruben unter Wasser gesetzt,' wobei über hundert Leute ertranken, Flugzeuge unter dem Hammer. Auf dem Pariser Flughafen Le Bourget fand dieser Tage eine ungewöhnliche V e r st e i g e r u n g statt. Bier Flugzeuge, die zur Konkursmasse einer in Bankrott gegangenen Flugzeugfabrik gehörten, wurden für insgesamt 1 0.0 0 0 Franken versteigert. Ein siebensitziges Großflugzeug wurde für ganze 2850 Franken(nicht einmal 4000 XL) losgeschlagen. Das Großflugzeug erwarb ein Pariser Kaufmann, der es als„Wochenendflugzeug" zu benutzen gedenkt. Benedig wackelt. Von 29.000 Häusern Venedigs befinden sich 1618 in einem bedrohlichen Zustand, da die Grundpfähle, auf denen Benedig zum großen Teil ruht, im Laufe der Zeit vermodert sind und der Motorbootverkehr den Verfall beschleunigt. In der letzten Zeit mußten schon mehrere hundert Gebäude geräumt werden. Jetzt wird man 10.000 Menschen umquartieren müssen. Derwische— strengstens«erboten. Nach der 1 Trennung von Staat und Kirche in der TürkeiD sind auch die Mönchsorden verboten worden. Zu«M gleich wurden alle religiösen Geheimbünde euer«« gisch unterdrückt. Dieser Tage wurden in Ankara» etwa 30 Männer, ein halbes Dutzend Frauen und 1 eine Anzahl Kinder eingeliefert, die in einem ana-D tolischen Dorf einen religiösen Geheimbund nach 4 Act der Derwische gebildet hatten. Sie waren bei 1 Tanzzeremonien überrascht worden. Mord an einer Schwachsinnigen. Zwischen I Oberellgoth und Königsberg in Schlesien fanden 1 Spaziergänger die Leiche der 51 Jahre alten,! schwachsinnigen Marie V e l i L k a aus Oberell« z goth. Die Kopfhaare der Toten wiesen B l u t-1 spritzer auf, an der rechten Wange konnten! mehrere Verletzungen festgestellt werden, die l offenbar von Schlägen mit einem stumpfen Ge»a genstand herrühren. Es liegt ganz zweifellos Mord vor. Die Polizei fahndet nach einem| Mann, mit dem die Ermordete Ivenige Tage vor»« her inOüerellgoth gesehen worden ist. Eine V er»! h a f t u n g ist bereits vorgenommen worden. Moskau sucht das beste Theaterstück. Die t Internationale Vereinigung revolutionärer Thea- J ter in Moskau veranstaltet ein internationales j Preisausschreiben um das beste Theater-WD stück. Die Auswahl des Stoffes und der Charakter des Stückes ist durch keinerlei besondere Bcstim» i I wungen begrenzt. Die Stücke können bis zum 1.-1 August 1936 eingesandt werden. Die besten Stücke z werden prämiiert werden. Dir Hitzewelle, die den Mittelwesten der Ver» 3 einigten Staaten heimsuchte, hatte nach den letzten s Meldungen bereits 50 Todesfälle zur Folge, j In den vorhergehenden zwei Wochen betrug die i Zahl der an Hitzschlag Verstorbenen über hundert. I Im Berliner Zoo ist der Gorilla Bobb» I „einer noch unbekannten heimtückischen Krank«» heit erlegen, die ihn vor wenigen Tagen befallen W hatte. Der Tod Bobbys stellt nicht nur für den 1 Berliner Zoo, sondern auch für die ganze Wis«« senschaft einen schweren Verlust dar, weil das i Tier der einzige Gorilla war, der in einem zoolo»! gischen Garten von klein auf bis zu einels solchen Riesengröße und einem Gewicht von« ' 534 Pfund aufgezogen werden konnte."—| Man wird sich nicht wundern dürfen, wenn« Streicher in den nächsten Tagen der 1 Mitwelt verrät, daß der Gorilla Bobby von j jüdischen Giftmördern heimtückisch ermordet 1 wurde. Offensichtlich konnte der jüdische Neid auf 1 deutsche Größe es nicht vertragen, daß sich die 1 Blubo-Theorie an Boby bewährte und daß ein« j zig das Berliner Klima, der preußische 1 Kost und Pflege die Aufzucht eines reiirrassigen Gorilla ermöglichten. Emigranten-Evidenz nach dem neuen Fremden» gesetz. Die Demokratische Flüchtlingsfürsorge, Prag l,. Pkikopy 17, 2. Stiege, 2. Stock, wird für die Flucht«^ singe, die zu ihrer Fürsorge gehören, am Montag,» dem 5. und Dienstag, dem 6. August, die entspre'-e chenden Gesuche in den Amtsstunden von 8 bis 1? 1 Uhr erledigen. Eine horizontal« Uhr. In Leicester wird jetzt! die größte Uhr der Welt zusammengesetzt. Bei den| Versuchen hat das Werk tadellos funktioniert. Diest| Riefenuhr ist für den Flugplatz von Now-Rand in j Südafrika bestimmt. Ein Flieger, der in 1060 I Meter Höhe den Flugplatz überfliegt, kann, leicht von i dieser Uhr die Stunde ahlesen. Das Ziffernblack 1 hat einen Durchmesser von zehn Metern. Der 1 Minutenzeiger ist fünf Meter, der Stundenzeiger un»| gefähr vier Meter lang. Für dieses Monstrum von I Uhr mutzte ein besonderes Fundament gebaut wer«» den. Der Antrieb erfolgt elektrisch. Wahrscheinliches Wetter am Freitag: Fort»« schreitende Besserung, an Stellen mit heiterem Him« 1 mel nachts sehr kühl, strichweise Morgennebel, unter»« tags Erwärmung.— Wetteraussichtenfßr I Samstag: Weiter« Temperaturzunahme. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programms«' l Samstag: Pvag, Sender L.: 6.00—7.30: Gymnastik-V Musik, 10.50: Deutsche Presse, Wetter, 11.00- 1 Militärkonzert, 12.10: Mittagskonzert, 15.00:1 Konzert, 16.00: Wetter, Schallpl.. 18.00: Leicht Musik. 18.20: Deutsche Sendung. 19.00: r Deutsche Presse, Wetter, 19.10: Schallpl.— Sen» 1 der S.: 7.30—8.00 Schallpl., 8.00: FrauengvÄ«^ nastik. 14.10: Deutsche'Sendung, 14.50: i Deutsche Presse.— Brünn: 6.00—7.30: FriÄ« Z sendung. 11.00: Militärkonzert, 15.00: Konzert- s 17.40—18.20: Deutsche Sendung, 18.20-1 Schallpl.. 19.00: Deutsche Presse, Wetter. 21.25:4 Buntes Programm.— Mähr.» Ostrau: 6.00—7.30: l Frühsendung. Schallpl., Frauengymnastik. 11.00: I Schallpl. 12.00: Mittagskonzert. 16.30: Uebertra«> gung aus Karlsbad, 17.40: Wochenereignisse, 19.00: I Deutsche Presse, Wetter, 21.25: Buntes Programm-1 — Bratislava: 6.00—7.30: Frühsendung, 10.10:4 Magyarische Nachrichten, 11.00: Militärkonzert-Z 13.35: Deutsche und magyarische Preffe. 17.40-] Schallpl., 19.00: Deutsche Presse. Wetter, 21.25- I Buntes Programm.— Kascha,,: 6.00—7.30: FrLW sendung. 9.30: Schallpl., 10.00: Militärkonzett-1 12.00: Bericht«, Mittagskonzert. 14.00: Schallpl-- 1 17.40: Karpothorufsische Sendung. 19.15: Presst? 4 Wetter, 21.25: Buntes Programm, 22.15: Konzert t auS Prag. Ein»eurs Rundfunkhaus in Mährisch« Ostrau. Das Radiojournal in Mährisch-Ostrau- das bisher im Gebäude des Feuerwehr-Magazins untergebracht war» das seinen Zwecken nicht ent« spricht, läßt nun in der Hviezdoslavova ein eigens Rundfunkhaus errichten, das ein großes Studio io* Ausmaße von 188 Quadratmeter enthalten wird» Nr. 178 Freitag, 2. August 1938 Seite 5 Rhabarber, Rhabarber! Die„Fränkische Tageszeitung" hat kürz- f. lich vor der Zitrone, dem„geilen Geschöpf", der „artwrdrigen Liebschaft" und„undankbaren h Südländerin" gewarnt und an ihrer Stelle den„deutschen Rhabarber" angepriesen. Leb' wohl, Zitrone, wir brauchen dich nicht, unser deutscher Rhabarber wird dich ersetzen, und der Kohl, den unsere Minister schwätzen, ist sauer genug für das Eintopfgericht. Wir wollen euch geile Geschöpfe nicht mehr, ihr Trauben, Orangen, Feigen, Melonen. Für mulmige Mussolini-Zitronen, da geben wir nicht einen Heller her.- 7 Wir brauchen unsere guten Millionen.-- für unsere Führer und unser Heer, für Thyssen, Schacht und schimmernde Wehr, für Flugzeuge, Giftgase, Tanks und Kanonen. Wir zahlen keinerlei Schulden mehr?— Aus unseren Pfunden, Franken und Kronen, da machen wir blubo-blaue Bohnen, die zahlen wir pünktlich und mit Gewehr! Ihr Völker der Erde, gebt Rohstoffen her! Wir werden euch, wie ihr's verdient, belohnen, ausquetschen werden wir euch wie Zitronen, wenn wir herrschen am Schwarzen und Weißen Meer. Ihr Juden-, Franzosen- und Neger-Nationen, es siegt' unser braunes Rhabarber-Heer, und dann gibt's bestimmt keine Kriege mehr, weil sich unsre Kriege dann gar nicht mehr lohnen. Anders Bechgrimm. Die geile Zitrone und der keusche Rhabarber. Im Dritten Reich verstand man von jeher, aus der Not eine Tugend zu machen. Aus Devisengründen ist die Z i t r 0 n e in Deutschland zu einem raren Artikel geworden. Das veranlaßt die Fränkische Tageszeitung zu einem Erguß, den wir doch teilweise unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es heißt dort u. a.:„Wir Deutsche haben die Bedeutung von Blut und Boden erkannt und wissen, daß unser Volk nur bestehen kann, wenn es sein Vermögen nicht mit ausländischen Geliebten(!) durchbringt(dies schmückende Beiwort gilt der Zitrone!). Nur die Erzeugniffe deutscher Erdscholle schaffen deutsches Blut. Nur durch sie werden jene feinsten Schwingungen aufdasBlut und damit auf Körper und Seele übertragen, die bestimmend für unsere auf der ganzen Welt einzigartige(!) deutsche Art sind. Leb wohl, Zitrone, wir brauchen dich nicht! Unser deutscher R h a ba r b e rwird drch. voll und ganz ersetzen()?). Er ist so unscheinbar, daß wir ihn vor lauter Fremdheitsdusel übersehen haben. Darum heraus mit dir, undankbare Südländerin(I), aus unseren deutschen Häusern! Wir wollen dich geiles Geschöpf(!) nicht mehr sehen. Wir schaffen für artwidrige Liebschaften nicht mehr Millionen ins Ausland. Nach den Leiden, in die uns unsere Spielereien mit dem Fremdgeist(l) hineingeritten haben» wollen wir neue deutsche Menschen schaffen aus den Erzeugnissen unserer deutschen Mutter Erde!" Wer will eine Eisenbahnbrücke kaufen? Die StaatÄahndirektion in Königgrätz verkauft die eiserne Konstruktton einer Fachwerkbrücke, franko Waggon und Station Hostinnö. Angebote bis zum 20. August, 16 Uhr, im Einreichungsprowkoll der Etaatsbahndirektion in Königgrätz. m Moon M dlk MW oor Htm etooMtM Ein für den Prorektor und Lenleinkandidaten Gesemann vernichtendes Urteil des Prager Obergerichtes Am Mittwoch fand vor dem Obergericht in Prag eine interessante Berufungsverhandlung statt. Diese Verhandlung richtete sich formell gegen den verant- wirtlichen Redakteur des Gablonzer Lokalblattes, „Gablonzer Tagblatt", leinen gewissen Dr, Hermann Scholze. Es saß jedoch nicht nur der Redakteur des Gablonzer Blattes auf der Anklagebank, sondern der vorjährige Rektor der Deutschen Universität und nachmalige Parlamentskandidat de» Herrn Henlein, Dr. Gesemann. Die Verhandlung hat folgende Vorgeschichte: Aus Anlaß der Wiederwahl des Präsidenten Masarhk im Mai 1934 wurde ein Hul« digungszug der studentischen Jugend veranstaltet. Die Leitung der Freien Bereinigung sozialistischer Akademiker forderte ihre Mitglieder auf, sich geschlossen an der Huldigung für T. G. Masarhk zu beteiligen. Die Freie Vereinigung sozialistisch«: Akademiker suchte beim Rektorat der Deutschen Universität darum an, diese Aufforderung an die Studentenschaft in ihren Aushängekästen in den UniversitätSgebäuden anschlagen zu dürfen. Hierauf geschah das Unglaubliche: Die akademischen Behörden, die ohne weiteres Anschläge zur Beteiligung an einer SsgttatwnSver» sammlung deS Herrn Goebbels in Prag vidiert habe«, die akademischen Behörden, die einige Tage vorher den Anschlag einer anderen Beranstalttmg selbst der Freien Bereinigung sozialistischer Akademiker mit der GenehmignngSAausel versehen haben, lehnten die Bidiermrg der Aufforderung, an einer Kundgebung für Masarhk teilzunchmcn, ab. Die demokratische Oeffentlichkeit beider Natto- nen war nicht einen Augenblick darüber im Zweifel, daß es sich hier um einen geradezu unglaublichen Affront des Rektorates der Deutschen Universität gegen den Präsidenten der demokrattschen Republik gehandelt hat. Da? Rektorat sah an dem Entrüstungssturm der denuckratischen Blätter, daß es sich doch etwas zu weit borgewagt hatte, selbst etwas weiter, als sich für einen nachmaligen^»itzenkandidaten der Sudetendeutschen Heimatfront geziemt, und trat den Rückzug an. Der Rektor schrieb an die Kanzlei des Präsidenten der Republik einen Entschuldigungsbrief, in welchem sich das Rektorat geradezu herbeiließ zu erklären, daß der Herr Präsident von ihm hoch verehrt werde. Zu seiner Exkulpation führte das Rektorat aber in seiner bedrängten Lage noch an, daß die Frei« Bereinigung sozialistischer Akademiker den Namen des Präsidenten der Republik dazu mißbrauche, um die Universität ins Unrecht zu fetzen. Damit ließ es aber das Rekwrat nicht genug sein, sondern versandte au die Presse der Henleinpartei, selbstverständlich einschließlich der„Bohemia^, eine Information, in welcher gleichfalls versucht wurde, von der unzulässigen Demonstration des Rektorats gegen den Präsidenten der Republik dadurch abzulenken, daß man die Behauptung von dem Mißbrauch des Namens des Präsidenten der Republik durch dte Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker wiederholte. Die„Bohemia" und die übrigen Henleinblätter haben die Mitteilung des Rekwrates ohne Quellen- angabe auch tatsächlich veröffentlicht. Die Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker ließ durch Dr. Schwelb gegen sämtliche Blätter, welche die Information deS Rektorats weiter verbreitet haben, dte Presseklage überreichen. Die„B 0 hemia" wählte der Tapferkeit besseren Teil, Kappte schon vor der Haupwerhandlung zusammen, gab der Freien Vereinigung eine umfassende Ehrenerklärung ab, in welcher das Rektorat desavouiert worden ist und bezahlte die Prozeßkosten. Der Herr Scholze aus Gablonz fühlte sich jedoch berufen, für di« Ehre der Universität weiter zu fechten, lehnte die Leiswng einer Genugtuung an die Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker ab und ließ sich in den Prozeß ein. Allerdings bewegte sich seine Verteidigung hauptsächlich in der Richwng, daß sich die beleidigende Aeußerung über den Mißbrauch des Namens des Präsidenten der Republik nicht auf die Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker beziehe, sondern auf die tschechische und deutsche demokratische Presse. Es berief sich darauf, daß er in öffentlichem Interesse gehandelt habe und in ent» Der Komintern tagt Der Vorstand des Weltkongresses während der Tagung mit S t a l i n an der Spitze. Moral Ln der Kunst Bon Will Schab« Wenn einmal di«. Geschichtsschreibung späterer Tage das Wesen dieser unserer Zeit ju bestimmen unternahmen wird, so dürfte als eines der charak- ieristischten Phänoenene auf dem Gebiete des Schrifttums die.Reportage" zu vermerken sein: die Kategorie des Berichtes, des Stenogramm- der Tatsachen, das im aktuellen wie im historischen Ge- tvande die Lesermillionen gegen die Mitte des 20. Jahrhunderts fasziniert. Nahezu die gesamten literarischen Interessen unserer Mitwelt werden durch diese Abbreviaturen heutiger oder vergangener Wirklichkeit in Anspruch genommen. ES sei uns ferne, etwa di« Leistung jenes»rasenden Reporters" schmälern zu wollen, dessen Verdienste man unlängst wieder aus besonderem Anlaß gerühmt und gefeiert hat; wie denn überhaupt der gesamten Gat» tung hoch anzurechnen ist, daß sie uns die Bekanntschaft mit fernen Welten vermittelt, den Sinn für soziale Zusammenhänge schärft, die fiebrig-wechselvollen Evoluttonen in allen Konttnenten tteu skizziert und damit auf die notwendige Weltsolidarität hinlenkt. Aber die Gefahren dieser konjunkturgesegneten Form sind allzu groß und gewichtig, als daß man an ihnen vorübergehen dürfte. Ist nicht di« Reportage im Begriff«, die Stelle der Dichtung zu ersetzen, ja sich für die Dichtung schlechthin auSzu- geben? Nur allzu leicht fallen große Teile des Publikums dieser Ursurpation anheim und nehmen für Produktion, was doch in Wirklichkeit nur Repro» duktion(wenngleich oft überaus edle Reproduktion) ist; sie nehmen das Abbild für die Urschöpfung, die Fläche für das Relief. Doch kann auf die Dauer dieser Irrtum nicht verborgen bleiben, denn das Deskriptive der Reportage kann den Hunger nach der künstlerischen Vision nicht still.n. Die Reportage ist statisch, Kunst aber dynamisch; die Reportage zeichnet eine Gegenwart, echte Kunst aber will di« Zukunft, will alles Sein aus, der Beharrung lösen und zu neuen, größeren und reineren Formen führen. Reportage ist passiv, Kunst aber im höchsten Sinn« aktiv und aktivierend(erst recht da, wo sie sich kühnen Träumen verschrieben hat: denn der Traum ist eines der stärksten Krastreservoire des wachen Willens). Wie unheilvoll die Verwechslung und Vermischung der beiden Sphären ist, darauf hat kürzlich der französische Dichter Andre Gide auf dem „Internationalen Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur" hingewiesen. Er erwähnte den Ausspruch eines räterusstschen Arbeiter-, der den in Moskau versammelten Räteschriftstellern zugerufen hatte, diese mögen nur die Arbeiter abkonterfeien, dann werde ohne weiteres«ine neue Form der Dichtung entstehen. Dazu bemerkte Gide, es könne keinesfalls di«, Aufgabe des Dichter- sein, sich mit der Darstellung des Bestehenden zu begnügen; immer müsse vielmehr der Realität vorauSeilen, er müsse die Realität von morgen, den Menschen kommender Epochen mitbestimmen und mitformen helfen. In diesen Worten ist das Sehertmn der Dichtung! ihre produktive, unmittelbare lebensspendende Funktion umschrieben;«S kommt darin zum Ausdruck, was wir als die Forderung nach der Moral der Kunst bezeichnen möchten. Der Terminus „Moral" steht hier freilich in einem ganz anderen Sinn als dem der bürgerlichen Moral. Kunst ist kein Surrogat für pastorale Traktate, sie ist kein Kanzel-, kein Hochschul-, kein VersammlungS- tribünen-Ersah, sie ist, kurz gesagt, keine didaktische Kategorie. Und doch ist sie berufen, den Menschen M erfassen, zu bilden, auf- ttefste zu wandeln und mnzuschmelzen in den gewaltigen Tiegeln ihrer Glut... Welches aber sind di« spezifischen Wir kungsformen des Moralischen in der Kunst? ES war eine schwerwiegende Täuschung, der Schiller unterlag, als er in seiner Abhandlung über die „Schaubühne als moralische Anstalt" das Wesen der Kunst in einer Art ethischer Kinderfibel finden zu können glaubte, und die Fehlkonstruktionen schon in seinen„Räubern" sind«in deutliches Zeugnis für dieses Mißverständnis. Der primittve Schwarz« weiß-DualiSmuS der Figuren, der Will«, unter allen Umständen lehrhaft zu wirken, da-„Gute" auf den Schild zu erheben und das„Böse" zu verdammen, der Wille im eingeschränkten bürgerlichen Sinne „moralisch" zu sein, führt zwangsläufig zur Unmoral d«S Künstlerischen: Gestalten wie Franz Moor, Wurm, Geßler entbehren der lebendigen Fülle und inneren Wahrheit;«S sind Schemen, Gespenster, papierne Bösewicht«, aber keine Menschen aus Fleisch und Mut. Wieviel anders wirken die großen Unmoralischen Shakespeare-, von Macbeth bis zu Richard Hl.— ihnen allen widerfährt die minutiöseste künstlerische Gerechtigkeit, Zug um Zug ihres Charakters ist grandios menschlich gesehen, und ohne daß ihr Handeln gebilligt würde, wird eS doch erhellt, verständlich gemacht, in seiner dialektischen Notwendigkeit aufgezeigt. Ecce homo! Die Szene ist kein Tribunal, die Kunst hat freizusprechen, wo das bürgerliche Gericht zu verurteilen hätte. Ihre Moral muß sich auf indirekte Wirkungen beschränken. Zeigt sie unS al fresco die schuldhaft« Verstrickung deS handelnden Menschen, lenkt sie unfern Mick auf die Ursachen der Katastrophe, so läutert sie damit unseren Sinn, dem die objektiven und subjektiven Ursachen bewußt werden. Gerechtigkeit gegenüber dem Leben zu üben— und zwar gegenüber dem Leben in seiner ganzen Breite und Tiefe— ist die oberste Verpflichtung künstlerischer Moral. Man wird mithin alle Kunstwerke als„moralisch" bezeichnen dürfen, die uneinschuldbarem Irrtum war. Herr Gesemann eilt« ihm— jedoch vergeblich— als Zeuge zu Hilfe.. Das Reichenberger Kreisgericht- hat im April 1986 dlchin entschieden, daß dem Angeklagten Dr. Scholze der Wahrheitsbeweis nicht gelungen ist, daß aber trotzdem eine Bestrafung nicht ausgesprochen wird, da er im guten Glauben und im entschuldbaren Irrtum gehandelt habe. Die Kosten des Verfahrens wurden gegenseitig aufgehoben. Die Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker überreichte gegen diese- ihr nur teilweise rechtgebcnde Urteil di« Berufung an da- Obergrricht in Prag. Diese- hat nun bei der am Mittwoch abgehaltenen Berufungsverhandlung der Be r u f u n g vollinhaltlich statt gegeben, den Redakteur Dr. Scholze zu 6 0 0 Kö Geldstrafe, im Nichteinbringungsfalle zu fünf Tagen Arrest, zum MÄruck der Entscheidung im„Gablonzer Tagblatt" und im.Reichenberger Tage-boten" und zum Ersatz der Kosten der ersten und zwetten Instanz verurteilt. Ferner hat das Obergericht ausgesprochen, daß die Wahrheit der vom Angeklagten gegen die Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker erhobenen Beschuldigung nicht erwiesen worden ist und daß für die Geldsttafe und für die Kosten des Strafverfahrens Herausgeber und Eigentümer der von ihm verantwortlich geletteten Zeitungen solidarisch haften« In den mündlich bekanntgegebenen Urteil-grün» den hat der Vorsitzende des Berufungssenates ausgeführt, daß dem Angeklagten der Wahrheitsbeweis und der Beweis des entschuldbaren Irrtums nicht gelungen ist. Es ist nicht wahr, heißt es in dem Nr. teil, daß der Angeklagte bei Veröffentlichung dr» Artikels im öffentlichen Interesse gehandelt hat. Im Gegenteil, er hat aus partripolttischrr Gehässigkeit dir Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker des- wegen angegriffen, well diese in loyaler Weise die deutsche Studentenschaft anfgrfordert hatte, an der Huldigung für dm Präsidenten der Republik teilzu- nrhmm. AuS diesem Urteil der obersten Instanz ergibt sich also folgendes, für Herrn Gesemann niederschmetternd^ Ergebnis: 1. Di« Mitteilung, welche das Rektorat der Kanzlei des Präsidenten der Republik gemacht hat und in welcher die Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker deS MitzbrauchS des Namen»*e» Präsidenten beschuldigt worden war, war nicht nur unwahr, sondern stellt den Tatbestand einer strafbaren Handlung, nämlich einer üblen Nachrede dar. 2. Die vom Rektorat der Deutschen Universität stammenden, in der Henleinpresie und in der„Bo- hemia" veröffentlichten Notizen über den Zwischenfall waren nicht im öffentlichen Interesse geschrieben, sondern entstammen parteipolitischer Gehässigkeit. 8. Das Rektorat der Deutschen Universität hat di« Kanzlei des Präsidenten und di« Oeffentlichkeit durch.ihre Enunzigtionen. irregeführt und ein» Stu« ' dentenvercinigunq grundlos dadurch geschmäht, weil diese zur Huldigung für da- Staatsoberhaupt nu(gefordert hat. All dies geht aus dem rechtskräftigen Urteil des Obergerichtes in Prag vom 81. Juli l. I. hervor. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Guter AnmeldungSeinlanf bei der Prager Messe. Nach einer Meldung der Prager Messe nahm auch im Juli der Einlauf von Anmeldungen zur Beteiligung an der kommenden Herbstmesse einen günstigen Verlauf. Den stärksten Zuzug verzeichnen die Exportbranchen de» MessepalasteS, wobei von besonderem Inter« esse ist, daß sich die Firmen kontraktlich auf mehrere Messen im voraus verpflichten. geschränkt und liebevoll dem Leben dienen und diese» wider all seine Feinde und Zerstörer zu verteidigen wissen.„Unmoralisch" ist also nicht der wackere alt« AristophaneS, der in seiner„Lysiftrata" erotische Dinge herzhaft beim Namen nennt,«S sind im Gegentcll jene,- die da» Geschlechtliche mit muckerischer Heuchelei behandeln.- Eben so sicher ist es, daß die Moral der Kunst in d«r Bejahung deS Lebens und in seiner Ermunterung zu feineren, edleren und bewußteren Organisationsformen liegen muß, ebenso gewiß darf dies« Lehre nicht„lehrhaft" vorgetragen werden. Eie muß durch die indirekteren Mittel der Kunst auSge« drückt werden, Mtttel, die eben, weil sie indirekt sind, unendlich stärker wirken als(beispielsweise)^ «ine direkte, aber dünne Rhewrik. Wieviel sprechende Grazie kann von einer schön geformten Plastik ausgehen, wieviel Leben kann sie verbreiten— kennt man nicht di« Ueberlieferung, daß die alten Griechen Werke der bildenden Kunst in ihren Schlafzimmern aufhängten, ha sie glaubten, diese Schönheit werde sich auf ihre Kinder übertragen? Wieviel moralische Kraft liegt in der Musst: Tiefste» und Unsagbarstes wird hier gesagt. Aber auch die Dichtung erzielt ihr« umfassendsten Wirkungen weniger durch das direkt Ausgesprochene als durch die geheimen Beiklänge und Mitklänge.„Höhere Maximen" hat Goethe einmal gesagt, möge man nur in bestimmten Fällen direkt aussprechen;„andere sollen wir bei uns behalten, aber sie mögen und werden auf das, was wir tun, wie der mlld« Schein einer verborgenen Sonne ihren Glanz breiten". Und diese„verborgen« Sonne" hat nicht nur Iphigenie und viele andere Geschöpf« Goethe- wundersam erleuchtet; sie ist gleichsam das zentral« Gestirn aller großen Kunst, der Ursprung der künstlerischen Moral, die die Moral vervielfachten uno wie in einem Brennpunkt gesammelten Leben» ist, Seite 6 Sozialdemokrat" Freitag, 2. August 1935. Nr. 178 Trager Mtmra Die Zahl der deutschsprachigen Filme hat sich dabei kaum vermindert, denn zu ihnen gehören außer den österreichischen Filmen auch noch die deutschen Versionen amerikanischer Filme, deren Einfuhr in die deutschen Gebiete der Republik in der abgelaufenen Spielzeit bereits begonnen hat.. Einstürzendes Gerüst begräbt einen Arbeiter Schwerer Unfall auf dem Wenzelsplatz Bei den Umbauten in der Passage der„Nä- rodni Politika" auf dem Wenzelsplatz stürzte gestern um halb 10 Uhr vormittags das Gerüst, durch, welches ein Teil des bereits hergerichteten Plafonds gestützt wurde, ein und fiel auf den darunter stehenden 47jährigen Werkführer Karl P a d e v e d. Die an die Unglücksstelle gerufene Feuerwehr entfernte den restlichen Teil des Gerüstes. Der Werkführer Padeved wurde-auf die Klinik des Prof. Dr. Schlaffer gebracht, wo festgestellt wurde, daß er einen Bruch der beiden Schenkelknochen erlitten hat. Die Verletzung ist eine sehr schwere. Schöne Exportwerbung der Prager Messe. Die Prager Messe hat diesmal ihre Werbung mit> besonderer Sorgfalt durchgeführt, wie das eben zur Verschickung kommende Material beweist. Die für die Glas- und Porzellanindustrie, die Industrie der Haus- und Küchengeräte, der Spielwarenbranche, des Schuh-, Lederwaren- und Handschuhfaches nach der graphischen Aufmachung von Arch. Ionas herausgegebenen Prospekte und Werbekarten haben Niveau und stellen für diese wichtigen tschechoslowakischen Exportindustrien eine Kollektivwerbung dar, wie sie wohl in der Tschechoslowakei noch nicht in die Wege geleitet wurde. Da die Verteilung des Werbematerials in großer Auflage an sorgfältig ausgewählte Anschriften bedeutender Jmporthäuser der ganzen Welt erfolgte, dürfte diese anerkennenswerte Aktion der Prager Messe sicher von Erfolg begleitet sein und ihrer nächsten Veranstaltung zahlreiche ausländische Interessenten zuführen. Auch das Plakat der kommenden Prager Herbstmesse ist sehr gut ausgefallen. (Entwurf von Cardos.) Ziehung der Prager Messelotterie: unwiderruflich am 12. Septemrber. Die Ziehung der 9. Sachlotterie der Prager Messe, deren Spielplan erweitert wurde, findet unwiderruflich am 12. September statt. Die Ambulatorien der Ersten Prager Kranken- verficherungsanstalt der Handels- und Privatange» stellten übersiedeln aus den gegenwärtigen Lokalen in Prag I., ul. u Prasne brany Nr. 1, in das Gebäude der Krankenversicherungsanstalt in Prag II., Jungmannova 29. Aus diesem Grunde entfällt die Ordination am Samstag, dem,3. August l. I., und beginnt in den neuen Räumen am Montag, dem 8. August l. I., zur gewohnten Stunde. 2928 Herickitssaat Drei schwere Zungen vor strengen Richtern 1. Bedrohung der Geliebten— ein Jahr schweren Kerkers Prag. Der Zufall wollte es, daß vor dem Strafsenat des GR. Novotny in drei aufeinanderfolgenden Verhandlungen drei reichlich „ausgebackene" Kunden auf die Anklagebank zu sitzen kamen. Den Reigen eröffnete der 35jährige ehemalige Fleischergehilfe Josef Valsa. Seine Strafkarte weist fünfzehn Vorstrafen aus. Diesmal betraf die Anklage das Verbrechender gefährlichen Drohung, begangen an seiner Braut M a r i e V. Valsa hatte die Bekanntschaft dieses Mädchens im Feber d. I. gemacht und versprach ihr die Ehe. Es kam zu einer regelrechten Verlobung und Josef Balsa zog zu seinen künftigen Schwiegereltern und lebte zwei Monate bei der Familie seiner Braut und ließ es sich gutgehen. Schon in dieser Zeit machte er freilich der Marie V. das Leben schwer. Es gab fortwährend Auftritte. Gewalttätigkeiten und Drohungen aus ganz nichtigen Ursachen, wobei sich der gewalttätig« und brutale Charakter des Angeklagten offenbarte. Eines Tages im April d. I. mußte Marie V. vernehmen, daß ihr„Bräutigam" verheiratet und Oberhaupt einer mehrköpfigen Familie war. Darauf gab sie ihm den Abschied und wies ihn aus dem Hause. Josef Valsa war aber nicht gesonnen, sich so ohne weiteres mit seiner Verabschiedung abzufinden. Fast tagtäglich suchte er die Marie V. auf und versuchte sie zur Wiederaufnahme der Be- zishungen zu bewegen. Um seine Familie kümmerte er sich nicht im mindesten. Desto mehr aber bestürmte er seine gewesene„Braut" mit allerhand Drohungen. Das kleine Kind einer Nachbarin, das einer solchen Szene beiwohnte, kam entsetzt zu feiner Mutter gelaufen und erzählte, daß der Angeklagte heftig mit der Marie V. gestritten und dabei ein „F l i n t ch e u" in der Hand gehalten habe. Das „Flintchen" war offenbar ein geladener Revolver. Als die Eltern des bedrohten Mädels schließlich Anzeige erstatteten, kamen weitere verfängliche Dinge zutage. Der Angeklagte hat sich mehrfach vor Zeugen geäußert, er werde die Marie V.„so verunstalten, daß sie niemals mehr werde unter Leute gehen können". Der Mutter des Mädels hat er in Aussicht gestellt, er werde„ihre Tochter auf den Friedhof befördern" u. a. m. Bezeichnend ist, daß die Marie V., als sie erfuhr, daß ihre Eltern Strafanzeige gegen den„Bräutigam" erstattet hatten, inOhnmacht fiel. und zwar— wie die Anklage hervorhebt— aus Angst vor ihrem ehemaligen Geliebten, dessen Brutalität sie vielfach kennengelernt Hatte. So unsympathisch dieser Angeklagte auch wirken mochte, so war man doch überrascht, als man doch überrascht, als man das Urteil vernahm, durch welches Valsa zueinemJahr schweren und verschärften Kerkers verurteilt wurde. 2. Damenhöschen im Weizenfeld Der gleiche Strafsenat hatte den 28jährigen ehem. Maurergehilfen Franz Kaspar abzuurteilen, der des Einbruchdiebstahls angeklagt war. Auch Kaspar ist vielfach vorbestraft. In der Nacht vom 5. Juli d. I. brach er im Konfektionsgeschäft der Marie Rudys in Klenovic« ein und entwendete Stoffe und Wäsche im Werte von 9777 XL. Der Feldhüter S u ch h sah am nächsten Vormittag in einem Weizenfelde lachsfarbige Damen- Höschen liegen.»Zunächst hab' ich mir gedacht: Das muß eine sehr feine Dame gewesen sein. berichtete dieser Zeuge treuherzig vor Gericht. Dann aber bemerkte er, daß an das Höschen noch der Preiszettel angeheftet war und witterte Unrat. Seine Vermutung, daß Diebe ihre Beute im Feld versteckt hätten, erwies sich als richtig. Gegen mittag näherten sich zwei Männer, vorsichtig umherspähend, der Stelle. Die inzwischen alarmierte Gendarmerie hatte sich aber in Hinterhalt gelegt und erwischte auch glücklich Franz Kaspar. Dem Komplizen gelang es zu entkommen. Bei der Hauptverhandlung war Kaspar geständig und bemühte sich lediglich, die Höhe des Schadens zu bestreiten. Er habe angeblich die Preiszettel der gestohlenen Waren genau studiert und festgestellt, daß der Wert der geswhlenen Waren nur 1850 XL betrogen habe. Als erfahrener Kriminalist wußte er natürlich, daß Dickstähle unter 2000 XL nur als UeVertretung gestraft werden. Der Gerichtshof schenkte ihm keinen Glauben und verurteilte den Angeklagten zu fünfzehn Monaten schweren Kerkers. 3. Fünfzehn Vorstrafen— dreizehn Monate Kerker Gleich nach dieser Verhandlung wurden dem gleichen Senat Mei Angeklagte vorgefuhrt, die beschuldigt waren, aus dem Magazin eines Herrn Pi- v o n k a nach und nach 200 Zentner Hafer ge- stohlen zu haben. Beide Angeklagten find Kutt'cher. Jarostav Siebert, 35 Jahre alt, hat zwei Vor« strafen, der Mitangeklagte Wenzel M a s e k deren fünfzehn. Der letztere erhielt durch das Urteil des Gerichtshofes dreizehn Monate schweren Kerkers zudiktiert. während Siebert mit sechs Monaten davonkam. Masck soll nach Ver- büßung der Strafe der Zwangsarbeitsanstalt überstellt werden. rb. Der Mnr Bilanz der Filmspielzeit Berliner Film weicht dem amerikanisch«« Während in den tschechoslowakischen Kinos bis zum Beginn dieses Jahres mehr als ein Drittel aller vorgeführten Filme reichsdeutschen Ursprungs waren, hat sich durch die Beendigung des amerikanischen Filmbohkotts das Bild erheblich geändert. Obgleich die Wiedereinfuhr der amerikanischen Filme erst in der Mitte der abgelaufenen Spielzeit eingesetzt hat, hat die Zahl der bei uns seit Ende Juni 1934 eingeführten amerikanischen Filme die Zahl der in der gesamten Spielzeit bis Ende August 1935 eingeführten reichsdeutschen Filme beinahe schon erreicht. Von den 236 Filmen, die während der letzten Spielzeit neu in der Tschechoslowakei erschienen, waren 66 reichsdeutscher, 60 amerikanischer, 39 tschechoslowakischer, 21 englischer, 18 französischer, 15 österreichischer und fünf russischer Herkunft. Der Anteil der Filme aus dem Dritten Reich ist also in der Gesamtbilanz der abgelaufenen Spielzeit schon fast auf ein Viertel zurückgegangen. Tatsächlich ist er seit Ende Jänner dieses Jähre? noch geringer, weil die 60 amerikanischen Filme zum allergrößten Teil erst seit dieser Zeit hier erschienen sind. ÜUL dec Hartes Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die tschechische und die deutsche Sozialdemokratische Organifatton in Liboch hat unsere Genossen zu einem Arbetterfest welches am Sonntag, dem 4. August 1935, statifindet, eingeladen. Das Fest soll zu einer großen politischen Kundgckung ausgestattet werden gegen den nationalen Chauvinismus, welcher besonders im Sprach-Grenzgebiet hervortritt. Bei der Kundgckung werden ein tschechischer und ein deutscher Sozialdemokrat sprechen. Genossen und Genossinnen! Es sst für uns eine Pflicht, die Genossen in Liboch durch eine starke Teilnahme zu unterstützen und wir fordern alle unsere Mitglicker, welche dazu Gelegenhett haben, auf, mit-nach Liboch zu fahren. Unsere RW und der Atus werden aktiv mitwirken. Bei genügender Teilnahme Fahrt mit Separatautobus; Fahrtkosten 12 bis 14 XL. Abfahrt Sonntag ftüh, Rückfahrt abends. Anmeldungen sofort bei Genossen Fritz Mittenhuber, Prag II., Fügnerovo näm. 4(Telephon,51351—5). Der Bezirksvertrauensmann. §pocs-§piek-X»cpecpfstge Unverständnis für nationalsozialistisches Gedankengut Sportlicher Sieg annulliert. Eine Berliner Meldung: »Die Leitung des Reichsbundgaues in Leipzig hat die T e n n i s m a n n s ch a f t von Blau- Weiß D r e s d e n, die in den Verbandsspielen gesiegt hatte, ihres Sieges für verlustig erklärt. Diese Maßnahme wird mit dem wenig befriedigenden Verlauf der völkischen Aussprache begründet, die der Gauwart(Sportkommiffar) Stolze im Anschluß an die Kämpfe mit den Tennisspielern hatte. Der Tennismannschaft von Blau-Weiß, Dresden, wird Unverständnis für das nationalsozialistische Gedankengut zum Vorwurf gemacht. Sieger im sportlichen Wettkampf könne im Dritten Reich in Zukunft nur sein, wer auch das nationalsozialistische Gedankengut beherrscht und zu erkennen gibt, daß er nicht nur im Wetttampf, sondern auch im vistkischen Lcken seinen Mann stellen will." Wahrscheinlich haben die siegreichen Sportler gemeckert, obwohl, wie so oft behauptet wird, das ganze Volk hinter der nationalsozialistischen Weltanschauung stehen soll. Di« Dresdener Tennisspieler haben sich also umsonst angestrengt. Sie haben gewonnen und doch wieder nicht. Sie können sich ihres Sieges nicht freuen, denn sie sind keine guten Nationalsozialisten, sie haben das nationalsozialistische Gedankengut noch nicht kapiert. Dafür können sie aber Tennis spielen. Für viel« Sportler wird aber diese Annullierung des Sieges ein Signal sein. Sie werden jetzt neben dem svortlichen Können auch nachweisen müssen, das.Gedankengut" verstanden und ausgenommen zu haben. Wahrscheinlich werden sich zwei Gruppen bilden. Die«inen werden wohl nur so viel Sport treiben wie es ihnen Spaß macht und auf Sieg und Ehre, auch wenn sie dadurch ihrem Volk dienen können, verzichten, und die anderen werden nationalsozialistische Weltanschauung zu zeigen sich bemühen. Es ergibt sich auch die Frage, ob die Nachwei- stmg des nationalsozialistischen Gedankengutes auch für die im nächsten Jahre fälligen olympischen Spiele die bekanntlich in Berlin stattfinden, gelten soll. An diesen olympischen Spielen werden auch jüdische Sportler teilnehmen, denn der deutsche Reichssportführer hat das ausdrücklich zugesichert— wenigstens Gustav Fröhlich und Rose Stradner in dem Sensationsfilm„Die Nacht der Verwandlung". war daS im vergangenen Jahre so—, als Amerika seine Teilnahme davon abhängig macht«, daß bei der Olympiade keine Zurücksetzung aus weltanschaulichen? und rassischen Gesichtspunkten. erfolgen darf. In der Zwischenzeit hat sich viel geändert. Die antisemitischen Vorgänge in Berlin haben das Problem; der Teilnahme Amerikas an den olympischen Spie-. len wieder akut werden lassen. Man wixft die Frage auf, ob die Amerikaner unter diesen Umstäist den kommen werden. Jedenfalls kann man nicht annehmen, daß ausgerechnet den jüdischen Sportlern in Deutschland nach den Vorgängen in Berlin dec Nachweis glücken wird, das.nationalsozialistisch« Gedankengut" in sich ausgenommen zu haben. Utrecht— holländischer Arbeiter- Handballmeister 500 Sportler iei einem Distrikfeft In Amersfoort fand ein Distrikt-Sport- und Spieltag des holländischen Arbeitersportbundcs vor zahlreichen Zuschauern statt, an welchem ru»i> 500 Sportler und Sportlerinnen teilnahmen. Tur-, nen, Leichtathletik, Fußball-, Hand- und Korbball' spiele bildeten daS Programm, dessen Durchführung sehr gut organisiert war und einen reibungslose» Verlaus nahm. Die Ergebnisse in der Leichtathletik waren durch einen starken Wind sehr behindert nnt ferner, muß gesagt werden, daß diese in dies«» Distrikt noch in den Kinderschuhen steckt. Große! Interesse fanden di« Ballspiele, vorweg natürlich das Endspiel um die B u n d e s m e i st e r s ch a i*’ im Handball zwischen Utrecht und Deventer. Die Utrechter gewannen nach einem überlegenen und torreichen Spiel wohlverdient den Meister« titel. Die sportlichen Ergebnisse waren u. a.:. Leichtathletik. Sportler: 100 Meter: Bals (Utrecht) 12.6 Sek.— 3000 Meter: I. v. d. Broker(Baarn) 11:16.4 Min.— 4X100 Meter: Deventer 50.9 Sek.— Hochsprung: A. v. d. Hazel (Weesp) 1.45 Meter.— Speer: W. Verboom(Hilversum) 36.41 Meter.— Sportlerinnen^ 100 Meter: M. Timmerman(Utrecht) 13.6 Sek.— 4X 100 Meter: Utrecht I 1:05 Min.— Hochsprungss A. Bergh(Weesp) 1.20 Meter.— Ballweitwerfeaft C. Geritten(Utrecht) 25.62 Meter. Handball. Männer: Utrecht gegen Deventer 14.1(Bundesmeisterschaft), Hilversum komb. gegen Amersfoort komb. 10:8, Zeist gegen Oostzaan 3:8. Amersfoort gegen Arnhem 8:2.— Frauen: Hilversum gegen Amersfoort 7:2, Arnhem gegen Brösum komb. 1:1, Amersfoort gegen Oostzaan komb- 3:0, Utrecht gegen Hilversum 11:0. Korbball: Utrecht gegen Amsterdam 1:0. Fußball: Zeist gegen Bussum 2:2, Volhaar- ding—Weefp gegen Amersfoort 0:2. SK Rachod in S«az nicht angetreten. An> I Donnerstag sollte in Saaz bekanntlich das neu angefetzte Spiel DSV Saaz—SK Nachod stattfinden. Wer nicht da war— Nachod. Der Schiedsrichter und die Saazer Mannschaft warteten 20 Minmen. dann pfiff der Schiedsrichter das.Spiel" ab. D>'- Saazer hatten aber schon einen Ersatzpartner Eechie Lärm, die mit 6:2(2:0) geschlagen wurde- — Nun wird man abwarten müssen, wie sich di« CMF zu dieser Frotzelei von seiten der Nachoder stellen wird... Nazi-Sport versagt. Am Mittwoch wurde i» Brüssel ein internationales Wasserballturnier beendet. Die ungarsschen Wasserballer waren natürlich nicht zu schlagen und blieber wieder Sieger. Eine Ueberraschung bildet es aber, daß Belgien folge eines besseren Gesamttorverhältniffes die Nazivertreter auf den dritten Platz verweisen konnte. Die Nazis und ihre gleichgeschalteten Zeitungen Dritten Reich wie im Auslande haben für diese Niederlage auch den.Sündenbock" gesunden: Nicht daabsteigende Können ttägt die Schuld, sondern die Schiedsrichter! Und diese waren seinerzeit Magdeburg um keinen Deut besser. Doch dakür ha> man im Dritten Reichwein gar zu kurzes Gedächtnis- Wir beteiligen uns aktiv an dein Arbeiterfest in Liboch.— Anmeldungen sofort telephonisch bei Tg. Ernst Ullmann(51351) wegen Platz im Autobus. Sa mstag. den 3..August, prAr nachmittags Probe auf dem " Turnplatz. Erscheinen aller Mit fahrer unbedingt notwendig. Ortsgruppe Prag. S o n n t a g, den 4. August: Treffpunkt um halb 1 Uhr, Bräniker Bahnhof. Führer: Scharfer. Mitteilungen aus dem Publikum. Wenn die Zunge am Gaumen klebt, jedes Kleidungsstück zu schwer ist und die Füße bleiern müde sind, dann zeigt sich erst ganz besonders, welche Wohltat der Franzbranntwein Atta eigentlich ist! Sie nehmen ein paar Tropfen Alpa in, die hohle Hand, benetzen damit Stirn und Schläfen(wenns geht, lieber den ganzen Körper!) und in wenige« Minuten sind Sie wie neugeboren! So erfrischt „Alpa"! Schon der bloße„Alpa"-Geruch bringt köstliche Erfrischung! Ihre Blumen dürste» nach dem gutem Blumen-Zauberdung 1 Paket mit Postzusendung Kö 5*60 durch Berwaltmig.Frauenwelt-. Prag XU. Fochovo«2 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus ode» bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährig XL 48.—, halbjährig XL 96.—, ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungssrankatm wurde von der Post- und Tele« graphendirektto» mit Erlaß Nr. 13.800/V1I/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-. Verlags« und ZeitungS-A.-G.. Prag,