Samstag, 10. August 1935 15. Jahrgang Nr. 185 Einzelpreis 70 Heliei (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii„fochova a. telefon 53077. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR« WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG.' Lavals blutige Sparpolitik Die Aufruhrwelle In den französischen Höfen der Kam- o n den mit mit allen Departe- ist nichts nissen aufgestiegen, an Bord befinde sich alles wohl. Mit diesem Augenblick setzte jede weitere Nachricht aus. Als das Flugzeug zur festgesetzten Stunde nicht in Massaua eintraf, wurden sofort Nachforschungen angestellt. In Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden konnte das Flugzeug Donnerstag nachmittags in der Nähe von Kairo aufgefunden werden. Sämtliche Insassen waren tot. Der italienische General Pellegrini begab sich sofort nach Bekanntgabe der Unglücksnachricht in Rom mit- zahlreichem technischen Personal im Flugzeug nach Kairo, um die bisher völlig rätselhafte Ursache des Unglücks zu untersuchen uno insbesondere festzustellen, ob es sich, wie in verschiedenen nicht nachprüfbaren Gerüchten verlautet, etwa um einen Sabotageakt gehandelt haben konnte. Paris. Während in Brest Donnerstag abend Ruhe herrschte, werden aus Toulon neue Unruhen und blutige Zusammenstöße gemeldet, wo die Straßenschlachten von 16 bis 2 Uhr nachts dauerten. Drei Personen wurden getötet und über 50 verletzt, davon zahlreiche Personen schwer. Unter den Schwerverletzten befindet sich ein Polizeiinspektor, der einen Bauchschuß erhielt. Wie bereits geineldet wurde, legten die Arbeiter des Marinearsenals am Nachmittag als Trauerkundgebung für ihren in Brest getöteten Kamcradm eine Viertelstunde die Arbeit nieder. Nach dem Verlassen des Arsenals sammelten sich die Arbeiter und wollten geschloffen in die Stadt ziehen. Die Polizei wollte sie zerstreuen, die Arbeiter leisteten jedoch Widerstand und griffen die Polizei an. Gegen Abend rotteten sich Fabrikarbeiter zusammen und zogen in die Stadt. Sie stießen auf eine Abteilung berittener Gendarmerie und Gardisten. Dir Manifestanten begannen angeblich die Polizei mit Steinen zu bewerfen und aus Revolvern zu beschießen. Die Gendarmerie antwortete mit Schreckschüssen. Während der Ber- folgung zertrümmerten die Demonstranten die Auslagenfensterscheiben der Geschäfte sowie die elektrischen und die Gasbeleuchtungen, so daß zahlreiche Straßen vollkommen ohne Licht waren. Di« Manifestanten verbarrikadierten sich und schaffen auf die Polizei und das aufgebotene Militär. Aus zahlreichen Häusern bewarfen sie die Polizei mit verschiedenen Gegenständen und schossen auf sie. Ein Teil der Manifestanten ver- Die blutigen Ereignisse in Brest haben, nachdem dort wieder Ruhe eingrtreten war, rin Echo in T o u l o n gefunden. In dem südfranzösischen Krirgshafen scheinen die Demonstrationen sogar größeren Umfang angenommen zu haben als in dem Hafen am Atlantischen Ozean. Wenn man dem amtlichen Bericht glauben darf, der allerdings die Schuld einseitig auf die Demonstranten abwälzt, so war die Polizei samt der Garde mobile in arger Bedrängnis und erst nach Einsatz größerer bewaffneter Anfgebote konnten die Demonstranten umzingelt und entwaffnet werden. In Cherbourg und L o r i e n t kam es zu Manifestationen, die jedoch unblutig verliefen. Es scheint also doch die ungeschickte und vielfach provozierende Haltung der militärischen Kommandanten und der Polizei die Hauptschuld an dem tragischen Verlauf der Manifestationen in Brest und Toulon zu tragen. Es ist ja auch auffällig, daß gerade in den Kriegshäfen und Festungen die Empörung über die Maßnahmen der Negierung Laval zu blutigen Zusammenstößen führte. Es ist nicht anzunehmen, daß die Arbeiter Schuld daran tragen. Gerade die Kommunisten würden sich heute hüten, aus einem doktrinären Antimilitarismus heraus Frankreichs Landesverteidigung zu schädigen und dem Faseis- mus in die Hände zu arbeiten. Die Schuld liegt vielmehr offensichtlich bei den m i l i t ä r i- . An Bord befanden sich außer dem M i n i* er noch dessen Privatsekretär Minaci, ferner der'bekännte Forscher Baron Franchetti und vier Mann Besatzung. ES handelt ich um das Wasserflugzeug„Savoia.-— 81", das regelmäßig den Flugdienst auf der Linie Rom— «smara versieht. Kurz nachdem das Flugzeug Mittwoch abends.Kairo verlassen hatte, sandte der Bordfunker einen Funkspruch nach Asmgra, die Maschine sei unter den besten Witterungsverhält- Schwere Kämpfe in Toulon Drei Tote und 50 Verletzte Rom. In den späten Abendstunden des Don- uerstag wurde in Rom eine amtliche Mitteilung über das schwere Flugzeugunglück bei Kairo her- uusgegeben, bei dem bekanntlich der italienische Minister für öffentliche Arbeiten, Razza, ums ^ben kam. Nach dieser Mitteilung stellen sich die Einzelheiten folgendermaßen dar: schenFuktoren, die der Arbeiterschaft mit Gewalt begegneten und dann allerdings einsehen mußten, daß die französischen Arbeiter sich von einem Hafenkommandanten nicht das Recht auf die Straße rauben laffen. Während in Brest und Toulon nunmehr Ruhe herrschen soll und die meisten Streiks beigelegt scheinen, wird aus O r a n in Algier ein neuer Zusammenstoß gemeldet, bei dem angeblich nur Polizisten, aber keine Demonstranten verwundet wurden. Freitig nachmittags fand in Paris eine B e- sprechungderRegierung 90 Präfekten der französischen ments statt. Ueber das Ergebnis bekannt. Laval benützt die Uneinigkeit mer, die sich aus den Kämpfen ergibt, um von seinen Ermächtigungen einen gefährlich weitgehenden Gebrauch zu machen. Er hat Freitag 83 neue Dekrete herausgegeben«nd zum Teil seit langem in den Kammern liegende Gesetzesanträge nun durch Dekret oktroyiert. Insgesamt hat er bereits über 100 seinerRot- verordnungen erlassen. Diese Politik muß die wirtschaftlichen«ndpo- litischenSpannungen ingefähr- lich er Weise verstärken. Dre'er-Tasuns in Paris Am 15. August Paris. Der Beginn der französisch-englisch-italienischen Beratungen über die abessinische Frage ist auf Donnerstag, den 15. August, festgesetzt worden. An den Beratungen, die in P a r i 3 stattfinden, wird, wie gemeldet, für England Minister Antonh Eden teilnehme«. Abessinien will von Japan Waffen Addis Abeba.(Reuter.) Die abessinische "Gierung entsendet den in seinem Lande sehr angesehenen Dababerru mit einer Sonderbot- ^chaft nach Japan. Es heißt, Dababerru werde in ^opan über den Ankauf einer großen Menge von Gewehren und Munition verhandeln. Außerdem >verde er bestrebt sein, für mindestens 50 Prozent dieser Bestellungen einen Kredit'zu erhalten. Sie glauben selber an einen Sabotage-Skt? Der Todesflus des Italienischen Ministers suchte, in den Bahnhof einzudringen, um die Ab- fahtt der Züge nach Paris zu verhindern, wurde aber auseinandcrgesprengt. Die Straßen- kämpfe dauerte« bis zwei Uhr früüh. Ein Teil der Manifestanten ist im unteren Viertel der Stadt umzingelt. Die Stadt wird von Kolonialtrupp en bewacht. Im ganzen wurden etwa 50 Personen verhaftet, darunter ein kommunistischer Stadtrat und ein Italiener, welcher mit einem Revolver in der Hand ergriffen wurde sowie einige Algerier. Jouhaux bei Laval Mäßigendes Einsreifen der Gewerkschaften Paris. Ministerpräsident /. Laval. empfing Freitag gegen Abend den Generalsekretär des Allgewerkschaftlichen Arbeitsverbandes I o u- h a u x und die Vorstandsmitglieder dieser Organisation und verhandelte mit ihnen über die blutigen Ereignisse in Brest und Toulon. Der Allgewerkschaftliche Arbeitsverband, der bereits Donnerstag Anweisungen zur Einstellung der Agitation gab, erließ Freitag neue Erklärungen in diesem Sinne. Sowohl in B r e st als auch in Toul herrschte bis in die Abendstunden Ruhe. In beiden Städten bewachen Kolonialtruppen Gendarmerie die wichtigen Staatsgebäude, die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, die Bahnhöfe usw. Eine Deputation des Arbeiterverbandes des Touloyer Arsenals wurde von dem Marinepräfekten, Vizeadmiral Berthelot, empfangen, dem sie versicherte, daß der Verband mit den Elementen, die in der gestrigen Nacht die Stadt verwüsteten, nichts zu tun hatte. Sozlallstlsch- kommunlstische Beratung entsendet Delegationen in die Hafenstädte Paris. An der für Freitag nachmittags einberufenen Beratung der Deputierten der Linksklubs nahmen etwa 10 Deputierte, fast durchwegs Sozialisten und Kommunisten, teil. Bon den Radikalen war niemand zugegen. Die Versammlung, die unter dem Vorsitze des Deputierten Leon Blum stattfand, befaßte sich namentlich mit den letzten Ereignissen in Brest und in Toulon und beschloß, in die beiden Städte viergliedrige Delegationen der Abgeordneten der Linken zu entsenden, die dann in der nächsten, für Dienstag nachmittags ejnberufenen Sitzung der Linksklubs Bericht erstatten sollen. „Land der Wilden.. Fremdenkolonie In Abessinien gegen Mussolinis Schimpfereien Addis-Abeda. Kaufleute und andere «»gesehene Mitglieder der Deutschen, armenischen, griechischen, arabische», indischen, portugiesischen, russischen, schweizerischen und türkischen Kolonie in Addis-Abeba haben folgende» Protest unterfertigt: J,„In einem Interview für ein Pariser Tag- ilatt hat Herr Mussolini im Hinblick auf Aethio- pien folgende Wendung gebraucht:„Wird der Völkerbund das Tribunal sei«, vor das die Neger und die r ü ckständigen und wil- d e» Völker der Welt die großen Rationeuschleppeu werden?" sind vorher hat Herr Mussolini in einer Rede erklätt, daß Aethiopien„die Völker anderer Raffe durch Ungerechtigkeit. und Grausamkeit beherrscht. ~Seine Exzellenz Herr Mussolini hat Aethio- Oifn niemals besucht und war also nicht in der Üage, sich ein persönliches Urteil über Regierung«ud Volk von Aethiopien zu bilde»; wir Zollen annehme«, daß er guten Glaubens sei, aber wir müsse« feststellen, daß er schlecht Unterrichtet ist. Die Unterzeichnett«, die srst Jahrzehnte» in diesem christlichen«nd gast- ttenndlichen Lande in voller Freiheit leben, die b>ir hier stets das größte Entgegenkommen fau- ae», ohne jemals in unserer Tätigkeit behindett tu werden, die wir gauz geringfügige Abgaben iu leisten haben»nd uns immer von den Regie- ttnden und vom Volke geachtet sehe«, glauben erklären zu müssen— damit die andere, Völker die Wahrheit erfahre,—, daß eine derartige Qualifikation des äthiopischen Volkes keinerlei Begründung«nd Utit der Wirklichkeit nichts zu tun hat." 25 Millionen warten auf Arbeit Im Frühjahr dieses Jahres hatte man aus den statistischen Ziffern Berechtigung, an eine weitere Entspannung der Weltwirtschaftskrise glauben zu können. Eine Reihe der wichtigsten Industrieländer ließ mit der saisonmäßigen Frühjahrsbelebung Merkmale echter Konjunkturbesserung erkennen, die sich in steigenden Produktionsziffern und konjunktureller Besserung der Arbeitsmarktlage ausdrückten. Insbesondere schien es den Anschein zu haben, als ob die bis dahin vorwiegend auf nationale Gebiete beschränkte Besserung der Wirtschaftsverhältnisse auch international im gesamten Weltraum günstige Folgen haben würde. Diese Hoffnungen müssen jetzt zu Beginn des Herb st es wieder begraben werden. Die Hauptursachen für den offensichtlichen Stillstand in der Aufwärtsbewegung der Weltkonjunktur, die möglicherweise in den nächsten Monaten bereits wieder von einem krisenverschärfenden Rückschlag abgelöst werden wird, liegen auf drei Gebieten: dem Währungsgebiet, dem Gebiet der H a n-. delspolitik und schließlich in der von Anfang an problematischen Natur der sogenannten Binnenkonjunktur, die für die meisten Länder typisch war. Von der Währungsseite her hat die Weltwirtschaft eine Reihe—empfindlicher Schläge und Beunruhigungen erfahren. Der Schwäche des englischen Pfundes bis zum März folgte Ende März die Abwertung des belgischen Franken mit dem Chaos der luxemburgischen Währung im Gefolge. Der Goldblock erhielt einen schweren Stoß, die Unsicherheit über das Schicksal der noch verbleibenden echten Goldwährungen lähmte die Ansätze im erhofften Gesundungspro- zeß der Weltwirtschaft empfindlich. Die Krise des französischen Franken folgte kurz darauf und gab wiederum den Anlaß zu der verschärften Defla- tiönspolitik, die durch die Notverordnungen des Kabinetts Laval eingeleitet worden ist und kaum Hoffnungen gibt, daß die französische Wirtschaft in gesündere Verhältnisse kommen wird. Ziemlich gleichzeitig setzte dann mit der Kabinettskrise in Holland eine, wenn auch zunächst nicht weiter folgenschwere, Krise des holländischen Guldens ein, die mit der Schwäche des italienischen Lire parallel lief/ die zur Aufhebung der Golddeckungsvorschriften in Italien führte. Frühjahr und Sommer 1935 waren also gekennzeichnet durch eine neue Welle nationaler Währungskrisen, deren Rückwirkungen und Lähmungser-' scheinuntzen im internationalen Raum unausbleiblich waren. Kaum günstiger gestalteten»sich die Verhältnisse auf dem Gebiet der Handelspolitik, die an erster Stelle von Währungsstörungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Verschärft wurden die Störungen von der Währungsseite her durch neuerliche Restriktionsmatznahme n und das weitere Umsichgreifen der K o n t i n- g e n t i e r it n g s p olitik verschiedener Länder. Neben Deutschland, das seine Äutdrkiepolitik noch verschärfte, haben die handelspolitischen Maßnahmen Italiens und Rumäniens neue Hemmnisse im internationalen Warenaustausch geschaffen. Die Außenhandelspolitik aller dieser eben genannten Staaten, zeigte zudem mehr oder minder offen eine unverkennbare Tendenz zur Dumping- Politik, die bestenfalls wiederum neue Störungen und Rückschläge zur Folge haben muß. Es ist also nicht verwunderlich, daß der Welthandel quantitativ nicht höher liegt als im Jahresdurchschnitt 1934. Berücksichtigt man. zudem die Sonderkonjunktur der Rüstungsindustrie, die ihrer Natur nach immer ein internationales Handelsgeschäft gewesen ist, so wird man feststellen müssen, daß von einer echten B e sserung im Welthandel kaum, die Rede sein kann. Entscheidend ist jedcch die veränderte binnen- 1 konjunkturelle Situation in den. einzelnen Ländern. Großbritannien und Schweden scheinen die. einzigen Länder zu sein, die ihren echten konjunkturellen Hochstand erhalten haben oder sogar nocb etwas verbessern konnten. Besonders beachtlich ist 9h. 185 Seite 2 TamStaa, io. August 1931 dabei insbesondere die Tatsache, daß in England zum ersten Male seit"fünf Jahren wieder die Zweimillionen-Grenze der Arbeitslosigkeit erreicht wurde. Englands industrieller Beschäftigungsgrad lag im ersten Quartal 1935 indexmäßig auf 111.1 gegenüber 104.8 im Vorjahre und 104.7 im Jahresdurchschnitt 1934. Für Schweden zeigte der Index im Mai 115.4 gegenüber 106.7 im Vorjahre. Wesentlich anders sind die fascistischen Länder zu' beurteilen» die eine auf kreditinflationistische Maßnahmen aufgebaute künstliche Konjunktur geschaffen hatten, deren Bestand und Dauer immer problematischer wird. Sowohl in Deutschland als besonders in letzter Zeit in I t a l i e n, das die zusätzlichen Kosten eines vorbereiteten Kolonialkrieges zu tragen hat, machen sich Anzeichen geltend, daß die Kreditmittel trotz aller rigorosen Maßnahmen erschöpft sind und die Zerrüttung der Staatsfinanzen der künstlichen Scheinkonjunktur zwangsläufig das Lebenslicht ausbläst. Beide Länder sind gekennzeichnet durch einen katastrophalen Rückgang der Massenkaufkraft, ohne die keine echte Konjunktur einsetzen kann— beide Länder sind in ihrer wirtschaftlichen und produktionsmäßigen Struktur charakterisiert durch die Tatsache, daß der Staat als Auftraggeber die fehlende private Initiative ersetzt hat, ohne echte Initiative zur Entfachung zu bringen. Im Augenblick, wo die finanzielle Schwäche oder gar der Zusammenbruch der Staatsfinanzen offenbar wird, muß in beiden Ländern ein Rückschlag einsetzen, der auf dem gewaltig gesenkten Lebensniveau doppelt katastrophale Wirkungen zur Folge haben muß. Frankreichs Aussichten, aus der Krise herauszukommen, von der es erst eigentlich in der ganzen Schwere erfaßt wurde, als die mei- steU anderen Länder ihren Tiefstand bereits überwunden hatten, sind durch die notverordnete De- flätionspolitik nicht besser geworden. Die Aus- balanzierüng der Staatsfinanzen, die man mit Gehalts- und Ausgaben-Reöuktionen in Milliardenumfang zu erzielen hofft, vernichtet weit mehr Kaufkraft, als die gleichzeitig dekretierten Preissenkungen auszugleichen vermögen. In Belgien hat die Frankenabwertung ebenfalls nicht den erhofften Erwartungen entsprochen, wenn auch die Wirtschaftslage sich leicht gebessert hat. Besonders fragwürdig ist aber nach den gegen Roosevelts New Deal ergangenen Gerichtsentscheidungen die weitere Entwicklung in Amerika geworden. Zur Jahresmitte war der allgemeine industrielle Produktionsstand des Vorjahres bereits unterschritten, im Mai stand der Index auf 76.6 gegenüber 77.5 im Vorjahre. Wenn man nicht außer Acht läßt, daß in Amerika— ähnlich wie in Deutschland— viel„Staatskonjunktur" geschaffen worden ist, so muß man auch bezüglich Amerika zu dem Ergebnis kommen, daß die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage entscheidend von der Lage der Staatsfinanzen abhängt und zweifellos einen empfindlichen Stoß- bekommen wird, wenn die Siaatsausträge im Umfange vieler Dollar-Millionen aufhüren- oder eingeschränkt werden müssen. Die Lage der Staatsfinanzen ist aber keineswegs erfteulich: das Defizit betrug im abgelaufenen Etatjahr 3.5 Milliarden Dollar und die Staatsschuld war auf-fast 29 Milliarden Dollar weiter angewachsen 1 Das Gesamtbild ist also alles andere als besonders hoffnungsvoll, zumal nicht vergessen werden darf, daß sich die meisten ausgesprochenen Agrarländer noch immer in der Depression befinden und nur geringfügige Besserungserscheinungen gegenüber dein Krisentief aufweisen, andererseits in vielen Industriestaaten die nicht ewig währende RüstungS-Sonderkonjunktur eine nicht unwesentliche Rolle spieltl Noch immer warten 22 bis 25 Millionen Arbeitslose auf Arbeit l 91 komm VON Emil t—1 Deotsch von Anna Aurednltek „Abgeavbeitet?" flüsterte Beinsteller. Finden Sie nicht, daß ich lange Finger habe? Schauen Sie sie nur gut an; das ist doch keine Männerhand, Das ist ein Händchen für eine Hebamme— das kommt von der früheren Beschäftigung, Herr Malina!" „Führen Sie vor mir keine solchen Reden, Herr Beinsteller", sagte Malina jetzt mit- Nachdruck.„Ich bürge für Sie mit allem, was mir gehört. Sie sind der anständigste Mensch hier am Poric, Herr Beinsteller, und wenn Ihr Sohn diese Eigenschaft nach Ihnen erbt, kann er sich nur gratulieren." Beinsteller schwebte in höchster Seligkeit. Gleich darauf aber wurde er wieder traurig: „Wir reden hier, wie mein Sohn sein wird, und die Frau ringt vielleicht mit dem Tod. Ich halt's nicht mehr aus, Herr Malina, ich sperr das Geschäft und lauf' nach Hause." In demselben Augenblick stürzte der Lehrbub vom Nachbarn, dem Elektrotechniker, herein Und schrie:„Herr Beinsteller, Herr Beinsteller, man hat socken telephoniert, daß es schon da ist!" „Du, mein Heiland!" flüsterte Beinsteller. „Ich bin vor Freude so erschrocken, daß ich sterbe. Jetzt sag noch. Junge, daß es ein Bwb ist." „Ich muß es sagen, weil man's telephoniert hat." Die strategisch geographische Lage Abessinien! Abessinien, das mit einem Flächeninhalt von 1,120.000 Quadratkilometer mehr als dreieinhalbmal so groß ist wie Italien, liegt in der Mitte Ostafrikas. Als letztes selbständiges Negerreich ist es umschlossen von Kolonien europäischer Staaten. Von diesen sind ftalienisch Eritrea im Norden des Landes und I t a l i e- nisch-Somalilandim Südosten. Diese beiden Kolonien sind die Aufmarschgebiete Italiens gegen Abessinien. Nach der bisherigen Kräfteverteilung zu schließen, scheint Italien den Hauptstoß von Norden her führen zu wollen. Denn die überwiegende Mehrzahl feiner Truppen- und Material-Trans-^ Porte wird m M a s s a u ä, dem Häüpthafen von Eritrea, ausgeladen.(Dies erklärt sich aus der Wegersparnis von 2,800 Kilometer, um die die Strecke nach dem wichtigsten Hafen von Jtalie- nisch-Somaliland, Mogadis ch o, länger ist.) Von Maffaua aus werden die meisten Truppen mit der einzigen Eisenbahn, über die Erftrea verfügt, ins Innere nach Asmara gebracht, dessen Hochlandsklima für Europäer weniger beschwerlich ist als das Küstenklima am Roten Meere. Wenn die Italiener von Eritrea aus in Abessinien einmarschieren, so kommen sie bald auf das Schlachtfeld von Ad u a, wo ihre Väter im Jahre 1896 eine vernichtende Niederlage von den Truppen des Kaisers Menelik erlitten. Das weitere Ziel eines italienischen Vormarsches wäre der Tan a-S e e, der als Ouellgckiet des Blau e n Nils von allergrößter Bedeutung für die Be- Beinsteller sank in Malinas Arme und küßte ihn herzhaft und Malina küßte Beinsteller. Gott weiß, wie lange sie damit fortgefahren wären, wenn der Junge nicht gerufen hätte:„Wenn Sie etwas Näheres wissen wollen, sollen Sie an§ Telephon kommen." „Jetzt werde ich's hören", schrie Beinsteller. „Ich bitte Sie, Herr Malina, warten Sie eine Weile hier im Geschäft, passen Sie auf, bis ich zurückkomme. Wenn ich lache» hat das Kind keine Eigenschaften von mir geerbt, mach ich aber ein trauriges Gesicht, dann hat es eine mitgekriegt. Komm ich aber bis zum Abend nicht zurück— dann— hat es beide." Nach einer Minute war Beinsteller wieder da. „Denken Sie nur, es wiegt sechseinhalb Kilo!" Herr Malina war aber gerade emsig und recht hoffnungslos dmnit beschäftigt, ein Päckchen gewöhnlichen Tabaks zu suchen. „Ich hab's Ihnen ja gesagt, daß Sie sich unnötigerweise ängstigen. Jetzt sagen Sie mir lieber, wo der Pfeifentabak steckt." „Ich bediene schon selbst, Herr Malina", sagte Beinsteller und sprang wie der Jüngste über das Pult.„Sie wollen ein Päckchen Pfeifentabak?" „Ja." „Da haben Sie ein ganzes Rad davon", sagte Beinsteller,„starren Sie mich nicht so an und nehmen Sie's ruhig. Falls Sie noch mehr wollen.../hier... hier sind fünfundzwanzig Kurze und da... da fünfundzwanzig Virginia für die Feiertage, und wenn Sie sie rauchen, denken Sie:„Jetzt rauch ich aufs Wrchl des kleinen Beinsteller, der schon sechseinhalb Kilo wiegt!" Ende. Wässerung des englischen Sudans und Aegyptens ist. Dies ist einer der Gründe, aus denen England wie Aegypten das Vorhaben Italiens mit stärkstem Mißbehagen betrachten. Neben dem von Norden zu erwartenden Hauptswß wird gleichzeitig auch Abessiniens Südostgrenze angegriffen werden— weniger aus strategischen Beweggründen als vielmehr aus dem Bestreben, gegnerische Kräfte zu binden. Demgegenüber sollen die Abessinier die Absicht haben, die Flüsse S ch e b e l i und Web aufzustauen und in die Wüste zu leiten, um den italienischen Trugen die Möglichkeit zu nehmen, die User, dieser Flüsse als Vormarschstraßen ins-Innere-, des Landes zu benützen, dieser Plan soll den Abessi- niern von ihren belgischen Jnstruktionsoffizieren nahegelegt worden sein, die aus dem Weltkriege — von den Kämpfen in Flandern— praktische Erfahrung im Aufstauen von Flüssen und im Ueberfluten von Land besitzen sollen. Jedoch werden sich'derartige Pläne wohl kaum durchführen lassen, da es auf der Hand liegt, daß die im engen Raume Flanderns gegebenen Verhältnisse sich nicht ohne weiteres auf die riesigen Weiten Afrikas übertragen lassen. In dieser Weite der afrikanischen Landschaft, die Zentren irgendwelcher Art kaum kennt, bietet sich der italienischen Flie- gerwafie, abgesehen von der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba nur ein Ziel: Die einzige Eisenbahn des Landes, die die Hauptstadt mit dem Hafen D j i b u t i in Französisch- Somaliland am Golf von Aden verbindet. Nach französischen Blättermeldungen soll die erste italienische Armee, aus fünf Marschkolon- Jm Leitartikel des„Neuen Wiener Tagblatt" vom 9. ds. schreibt der römische Korrespondent des Blattes C. L. M.— übrigens ein Italiener und selbstverständlich das SprachrohrMusso« l i n i s— unter dem Titel„Italiens Aktionsplan unverrückbar"», a. folgendes über die Genfei Beschlüsse: Die Genfer Tagung hat nur eine Rotlösung gezeitigt. Am nicht die Ohnmacht des Völkerbundes offen einzugestehen und Europa wenigstens noch durch vier Wochen die Illusion zu lassen, daß Genf der Friedenshort sei und bleibe. Diese vier Wochen Passen ganz in das Konzept Mussolinis. Die Wiederaufnahme der Arbeiten durch die Schlichtungskommission, deren Kompetenz genau nach den Wünschen Mussolinis vom 28. Juli abgesteckt ist, und die in Genf begonnene Fortsetzung der Aussprache zu dritt, nun auf Grund des Vertrages vom Jahre 1906, stören den von Mussolini fe st gelegten Aktionsplan im italienisch• abessinische» Konflikt in keinerWeise. Mussolini war nichts daran gelegen, den Ablauf der Geschehnisse zu überstürzen. nen(Divisionen?) bestehend, vom Somaliland aus vockrechen. Der natürliche Weg, den sie nehmen hätte, wäre der Marsch von M o g a d'» s ch o entlang der Flüsse auf die Bahn Addis' Abeba—*■ Dirredaua. Der Marsch durch Oga' den ist ein Umweg und durch Wasserarmut Provinz weit beschwerlicher. Doch ist es möglÄ' daß die Italiener über Ogaden vorgehen, aus Angst, sonst umzingelt zu werden. Zwei Kolon» nen sollen von Norden, drei von Osten aus En» trea vorstoßen. Die ersten Kämpfe würden vcr» mutlich wieder in der Nähe von A d u a stattfin» den, wo die Italiener sich bereits im Hochland be» fiiMn',"MShälö'die Ab^ssiilH/rssehr'daran interes» fiert wären, gerade diesen Weg zu sperren. Stra» tegisch haben die Abessinier den Vorteil der„in» neren Linie". Das heißt, sie können bei entspre» chender Kühnheit der Führung und Beweglichst» ihrer Armeen die auf der„äußeren Linie" ope» rierenden und in diesem Falle 1000 bis 170® Kilometer voneinander entfernten Italiener ein» zeln angreifen und mtt versammelter Macht.-» schlagen versuchen. Da die Italiener zu dein Marsch von Südosten sehr lange brauchen werden, würde sich für Abessinien, selbst wenn die Iw» liener in Eritrea mit dem Angriff warten, bi? ihre Südarmee weiter vorgedrungen ist, der An» griff auf die nördlichen Korps der Italiener empföhlen. Für Abessinien hängt viel davon ab, ob man in dem primitiven und an Verkehrswege» armen Land einen brauchbaren beweglichen Train aufftellen und überhaupt Armeen von 100.000 Mann und mehr in raschen Märschen bewege» und gesammelt einsetzen kann. Der Auftakt der für unvermeidlich öf haltenen militärischen Operationen i» Ostafrika soll in den Herbst fallen. Es liegt geradezu im Interesse Italiens,'die Zwischenzeit durch ei» leerlaufende$ diplomatisches Hir»undhe< auszufiillen. Daß Italien auä> nach Genf, trotz dem Versuch Englands, für die Dauer des«och laufende» Schlichtungsverfahrens von Italien die Sistierung weiterer Verstärkungen fei' ner Streitkräfte in Ostafrika zu erzwirr' gen, seine« Aktionspla« in Ostafrib» Etappe für Etappe unbeirrbar weiterverfolgt, beweist die neu» Mobilisierungsorder für drei Divisi^ ne» und die Aufstellung der Ersatzdivi» sionen in der Heimat. Es ist d i e A n t» Wort auf Edens Radiored- i n G e n f. Diese Meinung haben wir und alle nüchtern denkenden und die Wahrheit nicht scheuenden Blät» ter vom ersten Augenblick an vertreten. Es ist>»* teressant, daß sie in einem Mussolini nahestehen» den Blatt von einem seiner Gehilfen b e st ä t i g wird. — IHMIHM»I- Genfer Lösung— ein Liebesdienst für Mussolini I Nr. 185 SamStag, 10. August 1935 Sette B gehört Ceres! Im Sommer, wenn wir unter der Hitze zu leiden haben, ist es wichtig, daß unsere Kost leicht verdaulich ist. Darum sollten wir gerade jetzt stets Ceres verwenden, das alle Speisen so schmackhaft und leicht verdaulich macht. eres Nur echt mit dem Namenszug 'fudetendeutsdier Zeitepiegel Fölsen des Musikfest-Skandals Eine Reihe tschechischer Blätter halten dem sozusagen im Mutterleib erwürgten Musitfest be- grciflicherweise nicht schr freundliche, aber den Fall weit überschätzende Nekrologe mit übertriebenen und fehlerhaften Schlußfolgerungen. Wir würden aber trotzdem in die Debatte nicht neuerlich eingreifen— da Gegenstand und Diskussion doch fernab von den wirklichen Interessen der arbeitenden Menschen liegen— wenn der Fall nicht Gefahr liefe, ein Politikum zu werden und wenn nicht auch unser Bruderblatt„Prävo Lidu" uns in einigen Punkten zu irren schiene. Vor allem wird völlig übersehen, daß die Karlsbader Stadtvertretung, deren Verhalten in dieser Angelegenheit man auf hitlerisch-henleini- stische Motive zurückführt, doch durchaus nicht nur aus SHF-Leutcn besteht und daß vielmehr auch etliche deutsche Sozialdemokraten diese Gemeinde mitverwalten, dort unter anderem auch einen Vizebürgermcister stellen. Wenn die tschechische Presse sich dieser Tatsache erinnert und wenn sie sich weiter darüber informiert hätte, daß unsere Karlsbader Genossen die Karlsbader Beschlüsse, mitverantworten, dann tvären die Journalisten, die sich jetzt von dem Aerger über das Scheitern des Musikfestes erst in Karlsbad und jetzt in Prag zu weit gegen die deutsche Stadt hinreißen lassen, von selbst daraufgekommen, daß die Karlsbader aus s a ch l i ch e n Gründen das Musikfest absagten, wenn auch— was wir immer wieder befontn— nicht sehr geschickt, nicht mit aller nötigen taktischen Voraussicht. Aber gerade in diesem Punkte, in dem man Vorwürfe verständlich finden kann, müssen sich die Karlsbader „post festum" einigermaßen entlastet fühlen, da ja die Veranstaltung nun in Prag auch nicht zustandegekommen ist.■ Wir stellen nochmals fest, daß der Programm-Plan für das Karlsbader Musikfest sich zuletzt so sehr verkleinert(und damit verschlechtert) hatte, daß nicht mehr viel Aufhebens mit der Veranstaltung zu machen gewesen wäre, nachdem beispielsweise die erwarteten Opernvorstellungen überhaupt ausfallen sollten. Für ein paar Konzerte, die höchstens eine Handvoll Menschen nach Karlsbad gebracht und außer den Berufsmusikern kaum jemanden sonderlich interessiert hätten, wollten-und konnten die Karlsbader, angesichts einer schlechten Saison, die steigenden Aufwendungen nicht leisten. Es erscheint uns als völlig falsch, die Karlsbader mit soviel Schuld belasten zu wollen, nachdem auch auf anderer Seite Fehler geschehen sind. So wird uns mitgeteilt, daß die tschechoslowakische Sektion versäumte, bekanntzugeben, daß zur geplanten Zeit des Karlsbader Musikfcstes in Salzburg, anschließend an die Festspiele dort, eine ähnliche. Veranstaltung stattfipdet. Weiter wird uns berichtet, daß die verschiedenen Veranstalter mit immer mehr Forderungen an Karlsbad herantraten, die es im Hinblick auf seine finanzielle Lage nicht erfüllen konnte. Unter anderem hat man verlangt, daß Karlsbad während des Musftfestes 36 Prager,Gä st e auf Ko st en der Stadt verköstigen und bequar- tieren sollte. Und dazu sagen die Karlsbader Sozialdemokraten(nicht die Henlein- leute), daß man angesichts der Arbeitslosigkeit von tausenden Menschen in Stadt und Bezirk solche Auslagen für Musikfestivanten wirklich nicht machen wollte. Wir sind aber auch der Meinung, daß gerade die Erfahrung, die man jetzt mit der Prager Absage gemacht hat, lehren sollte, nicht unter allen Umständen hinter sachlichen Gründen politische zu suchen. Und wir zweifeln auch nicht daran, daß vor allem unsere tschechischen Freunde don diesem Gesichtspunkt aus die im Uebereifer und infolge unzureichender Information aufgeworfenen Forderungen nach einem Strafgericht für Karlsbad keineswegs stützen werden. Man wird doch nicht alle Verantwortlichen Menschen in Karlsbad mit Herr Johst vergleichen wollen, der seinen Revolver entsichert, wenn er das Wort Kultur hört! Gar so immens viel Kultur war in den Programmen und möglichen Ausstrahlungen des geplanten Musikfestes wirklich nicht zu spüren. Und insbesondere der a r b e i t e n d e n Bevölkerung ist beispielsweise die Erhaltung ein e s Theaters, sei es eines deutschen oder eines tschechischen, weit wichtiger als die Musiklvallfahrt von ein paar Dutzend Menschen, mögen sie auch aus ihrem Gebiete zweifellos das Beste wollen. Man lasse sich also weder von jener Presse, bei der persönliche Gekränktheiten eine Rolle spie- len dürften, noch von jener anderen, denen solche Affären jederzeit gelegen kommen, irreführen. Es genügt, wenn man aus den organisatorischen Fehlern, die um Karlsbad und dann ebenso um Prag geschehen sind, lernt, so daß man künftighin den Städten und dem Staat eine Blamage erspare, für die unseres Erachtens in erster Linie die ver- anstaltendcn Organisationen verantwortlich bleiben. Wegen Hochverrats verurteilt Linz.(Tsch. P. B.) Vor dem nach'den neuen Bestimmungen gebildeten Militärschwurgerichtshof. ins Wels hatten sich der Regimentsmusiker Viktor Gelcz und der Alpenjäger Oskar Neuhauser wegen Hochverrates zu verantworten. Die Verhandlung wurde geheim durchgeführt. Beide Angeklagten wurden schuldig erkannt und zu je drei Jahren schweren K'.ckers und zur Ausstoßung aus dem Heeresv.rband« verurteilt. klne Heerschau der sozialdemokratischen Arbeiter des Kreises Trautenau wird sich Samstag, den 10. und Sonntag, den 11. August in Braunau vollziehen. Die Partei, Atus und sozialdemokratische Jugend sind die Veranstalter des Roten Aufbruches in Braunau, wie die Kundgebung offiziell heißt. Selbswerständlich beteiligen sich auch die übrigen Kulturorganisationen, die Gewerkschaften und Genossenschaften an dem offenbar machwollen Aufmarsch der Sozialdemokraten in Ostböhmen. Trotz der fett Jahren alle Gebiete des Kreises Trautenau erfassenden Wirtschaftskrise und der von Jahr zu Jahr immer größer werdenden Not unter der Arbeiterschaft und der geographisch nicht günstig gelegenen Veranstaltungsstadt von den anderen Zentren unserer Bewegung in Ostböhmen, erwartet man auf Grund der Anmeldungen für die Quarttere und des Kartenvorverkaufes an die 80Qp bis 10.000 Teilnehmer der Kundgebung.' Das Programm der Veranstaltung sieht für Samstag die Wettkämpfe und Vorführungen unserer Kulturorganisationen vor, abends einen Fak- kelzug mit anschließender Gedenkfeier für die proletarischen Helden und Sonntag vormittags ein großes Meeting auf dem Ringplatz der Stadt Braunau. Sonntag nachmittags findet auf einem geeigneten Platze in Braunau ein Fest mit dem üblichen Programm statt. Alles, was mit der Veranstaltung zusammenhängt, wird in Eigenregie durchgeführt. Die Verköstigung für zirka 6000 Personen, Uebernachtung von 3000, Festwirtschaft für 10.000 Menschew. Eine große Organi- sation für die Bewälttgung dieses Betriebes wurde geschaffen und es zeugt von Fähigkei und Mut, daß sich unsere Braunauer Genossen an die gewiß verantwortungsvolle Aufgabe heranmachten. Aber Opfer und Mühe werden sich lohnen. Die Tagung in Braunau wird der Arbeiterbewegung neuen Impuls geben und dem Gegner, der für Ostböhmen in Braunau— soweit die Haken- kreuzler in Frage kommen,— seinen Hauptsitz hat, und den Fascisten eine Stunde weiter entfernt hinter den Grenzpfählen zeigen, daß die Sozialdemokratie auch nach einer Wahlniederlage noch Aktionsfähig ist und Massen hinter sich hat. lind darum geht es beim„Tag des Roten Aufbruches" in Braunau; die kaum aus dem-Kampfe gekommene Masse zu mobilisieren, ihre Schlagfertigkeit zu überprüfen, ihren Geist zu stärken und ihre Geschlossenheit dem fascistischen Gegner vor Augen zu führen. Braunau wird, dav o n sind wir überzeugt, ein Ehren- undKampftagerster Ordnung in der Geschichte her o st böhmisch en Arbeiterbewegung sein. SdP wird nicht für das Budget stimmen Von tschechischer Seite ist in der jüngsten Zeit wiederhoü erklärt worden, die Oppositionsparteien würden bei der Abstimmung über das Budget Gelegenheit haben, sich als regierungsreife und staatserhaltsnde Parteien zu erweisen. Man forderte von der Opposition, daß sie das Budget wenigstens zum Teil annehme. Darauf antwortete nun Henleins„Rundschau": Eine solche Methode ist zu mechanisch um richtig zu sein. Das Budget ist alles andere als ein Prüfstein, ist alles andere als eine wertbeständige Größe, die man als Bewertungs maßstab für eine verantwortliche Polttik erachten könnte. Das Budget ist die Arbeit einer Regierung, die sich in unserem Falle beretts selbst— direkt oder indirekt— außerstande erklärt hat, ihre Aufgaben zu erfüllen. Das Budget wird deshalb wahrscheinlich das Spiegelbild aller Kräfte und Gegenkräfte sein, die innerhalb der Regie- rungÄoalition nicht auf eine dauerhafte Generallinie gebracht werden konnten lweshalb ja auch eine Regierungsumbildung angekündigt werden mußte). Von Oppositionsparteien zu verlangen, das Werk einer Regierungskoalition rostlos anzuerkennen, die eingestandenermaßen in sich nicht genügend gefestigt ist, um die Lage meistern zu können, einsolchesVerlangen ist fachlich lind politisch höchst unberechtigt. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß die sudetendeutschen Schüler ihre Taktik ebenso ändern, wie die reichsdeutschen Meister sie in ähnlichen Fällen so oft geändert haben. Um so mehr verdient die Aussage der„Rundschau" gewissenhaft registriert zu werden. Noch immer nicht im Dritten Keich Ein enttäuschter Henlein-Vorsteher In der südböhmischen Gemeinde R e p e- s ch i n kündigte der Henlein-Vorsteher Hansl seinen Mieter, den Invaliden Sch., weil dieser „die Schande der sozialdemokratischen Plakate" in den Ort gebracht hatte. Das Bezirksgericht Prachatih ließ aber den politischen Terror des Hausherrn nicht als ausreichenden Kündigungsgrund gelten, weshalb er bei der Verhandlung am 28. Juli den Kürzeren zog. In seinem gekränkten Herrenswlz tat der Henleinbauer Hansi sodann den klassischen Ausspruch: „Ja, was wird denn der Gemeinderat dazu sagen, denn dieser will den Mieter unter allen Umständen schnellstens aus der Gemeinde haben." Im Dritten Reich wäre dieser fromme Wunsch der Vollsgemeinschafter totsicher schon erfüllt. In der demokratischen Republik müssen aber die Henleinbauern zu ihrem Leidwesen noch immer den Anblick andersgesinnter Mitbürger ertragen. Bemerkenswert ist, daß in Repeschin erst unter dem Druck des Henleknterrors eine sozial- demokratis che Lokalorganisation gegründet worden tff. Denn Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Vorn Krankenlager der deutschen C iristlichsozlalen Der Auflösungsprozeß der Partei Hilgenrei- ners macht bedenkliche Forffchritte: die krampfartigen Symptome, in denen sich die„Deutsche Presse" windet, geben zu den schwersten Befürchtungen Anlaß. Auch in ihrer Freitag-Nummer muß sie wieder einen großen Teil der aussichtslosen Abwehr der Entlarvungen widmen, die von allen Seiten einsetzen. In einer verborgenen Polemik gegen den agrarischen„Benko v", der darauf hingewiesen hatte, daß die deutschen Christlichsozialen durch die Ernennung des päpstlichen Nuntius in eine höchst unangenehme Lage gekommen sind, da sie sich's weder mi. dem Vatikan noch mit Hitler verderben wollen, erklärt die „Deutsche Presse" mit erfrischender Offenheit: „Es ist uns unverständlich, wie„Venkov" gerade die Deutschen(gemeint sind natürlich die deut- Polen schluckt Danzig Hitler opfert die Grenzdeutschen Uebereinstimmende Berichte azis Berlin und Warschau besagen, daß die Beilegung des Zollstreites zwischen Danzig und Polen ausschließlich auf Koste'n Danzigs erfolgt ist. Die Konzession, daß. die Zollabgaben in Danzig in Zloty bezahlt werden können, soll nur der Anfang der völligen Einbeziehung der freien Stadt in das polnischeWäh- rungs- und Wirtschaftsgebiet sein. Darob herrscht in Warschau großer Jubel. Hitler opfert eine Gruppe der Grenzdeutschen nach der anderen, ohne daß Deutschlands Positton wirklich verbessert würde. New Vorher Notstandsarbeiter streiken Nelv Aork. Die bei den Notstandsarbeiten in New Uork beschäftigten Arbeiter haben für Freitag den Generalstreik angekündigt, und zwar als Protest gegen den von der Regierung festgesetzten Monatslohn von 93.50 Dollars. Etwa 100.000 Arbeiter werden hievon erfaßt. Die Vertreter der meisten Bauarbeitergewerffchaften in New Uork haben sich mit den Notstandsarbeitern solidarisch erklärt und beschlossen, den Streik zu unterstützen. Auf Grund dieser Tatsachen hat noch am Donnerstag der Leiter des New Uorker Büros der Arbeitsbeschaffungsbehörde, General John- ston, sich im Rundfunk in einer Ansprache an die organisierte Arbeiterschaft gewendet, um den Streik zu verhüten. schen Christlichsozialen Red.) einer negativen Einstellung bezichtigen konnte". Wir glauben dem Hilgenreiner gern, daß ihm Entlarvungen überhaupt unevfwulich sind. In einem anderen Aufsatz wird der unterhaltsame Familienzwist mit dem tschechischen Bruderblatt, den„Lidove Listy" fortgesetzt. Die „Deutsche Presse" hat nämlich auf ihre zähe Verteidigung des Dritten Reiches, gegen die Fesfftellung der„Lidove Listy", daß dort anstelle der Oberammergauer Paffionsspiele nun ein. antisemitisches Hetzstück aufgeführt werde, eine zweite saftige Abfuhr bekommen, die sie gestern mit der etwas naiven Frage quittiert:„Was haben„Lidove Listy" für ein Interesse, auf der Unwahrheit zu beharren". Weit aufschlußreicher wäre es freilich gewesen, hätte die„Deutsche Presse" die interessantere Frage beantwortet, was sie für ein Interesse daran hat, das Dritte Reich zu verteidigen. Oder meint das Blatt Hilgen- reiners, daß sich diese Antwort erübrigt, weil sie ohnehin in den weitesten Kreisen schon allzubekannt ist...? Die Jugendbeiräte vor neuer Tätigkeit Der Reichsbeirat für die arbeitende Jugend wurde Freitag in das Ministerium für soziale Fürsorge einberufen, um über seine zukünftige Arbeit zu beraten. Die Sitzung wurde vom Minister Genossen Jng. R e ä a s mit einer kurzen Begrüßung eingeleitet, in welcher er der Tätigkeit seiner Vorgänger, des Genossen Dr. C z e ch, welcher die Institution der Jugendbeiräte geschaffen hat, und des Genossen Dr. Meißner gedachte und erklärte, die Arbeit der Sprengelbeiräte imd des Reichsbeirats nach Möglichkeit unterstützen zu wollen. Der zuständige Referent des Fürsorgeministeriums Jng. P i l m a n gab dann eine Uebersicht über den Ausbau der Gewerbeinspek- t üo n durch Vermehrung der Zahl der Inspektorate, der Beamtenschaft und hauptsächlich durch Einführung von Inspektoren aus den Kreisen der Arbeiterschaft. Diese Fortschritte auf dem Gebiete der Gewerbeinspektton kommen nicht in letzter Linie der arbeitenden Jugend zugute und werden auch» die Tätigkeit der Mitglieder der Jugendbeiräte erleichtern, da die Inspektorate Anregungen und Beschwerden jetzt werden eher nachgehen können. Von allen deuffchen und tschechischen Vertretern im Reichsbeirat wurden die bisherigen Bemühungen des Ministeriums ohne Einschränkung anerkannt. Die Wiederbelebung der Arbeit in den Beiräten wurde allgemein als sehr notwendig begrüßt. Es wurde dann eine Reihe von Fragen der Arbeiterjugend besprochen, wobei Genosse Paul die Forderung nach Einbeziehung der noch nicht in die Ernährungsaktton einbezogenen jugendlichen Arbeitslosen erneuerte. Ihm schloß sich der Vertreter der christlichen Jugend, Schubert, an. Im Laufe der nächsten vier Wochen soll der Reichsbeirat wiederum zusammentreten, um die einzelnen Fragen ausführlich zu behandeln. Grundsätzlich wurde im Einvernehmen mit Minister Genossen NeLas beschlossen, daß die Beiräte» und zwar sowohl der zentrale als auch die Beiräte in den Sprengeln, viermal jährlich zusammentreten, wobei es nach der Geschäftsordnung drei Mitgliedern des engeren Beirats immer möglich ist, durch einen Antrag eine sofortig« Sitzung herbeizuführen. Seife l SamStag, 10. August 1935 Nr. 185 Entsetzliche Ziffern N a n k»i n g. Der Reuterkorrespondent gibt die Gesamtziffer der Naturkatastrophen in China bekannt, deren Höhe geradezu unglaublich ist. Die Gesamtzahl der Toten wird in diese» Nachricht auf 1 0 0.0 00 Personen geschätzt, obdachlos sind 14 Millionen Menschen, nnd über 1 00.000 Quadratkilome- t e r Boden wurden überflutet. Der Gesamtschaden wird mit über 500 Millionen Dollar beziffert. * New Aork. Die Ueberschwcmmungskata strophe, von der seit mehreren Tagen verschiedene Dtaaten in Nordamerika heimgesucht werden, nimmt im Staate Ohio einen immer bedrohlicheren Charakter an. Die Wassermassen haben vor allem im Muskingum-Flußtal furchtbar gewütet. Die Ueberschwemmungen in diesem Teile des Staates Ohio werden als die folgenschwersten innerhalb der letzten 22 Jahre bezeichnet. Der durch die Katastrophe hier angerichtete Sachschaden wird auf ungefähr drei Millionen Dollars geschätzt. Bisher sind dreiTodesfälle gemeldet worden. Großfeuer in Tacha« Drei Häuser niedergebrannt In der Nacht von Montag auf Dienstag meldete der Dachauer Türmer Feuer. Gleich nachher gaben auch die Sirenen der Tckbakfabrik und des städtischen Elektrizitätswerkes Feueralarm. Als die ersten Bclvohner auf dem Brandplatze am Sand eintrafen, brannten die Häuser Nr. 218 und 219 bereits lichterloh. Das Feuer griff rasch auf das Haus Nr. 540 und die Nebengebäude dieser Häuser über. Die Inwohner des Hauses Nr. 218 konnten nur in den straßenseitigen Wohnungen einige Einrichtungsgegenstände retten, während in der rückwärtigen Wohnung, sowie im Bodenraum olles ein Raub der Flammen wurde., Das Feuer ging aus bisher unaufgeklärter Ursache im Hause Nr. 218 auf. Der Schaden, den die betroffenen Familien erleiden, ist sehr groß und nur zu sehr geringem Teile dureh Versicherung gedeckt. Die Geschädigten sind durchwegs Arbeiterfamilien, welche seit Eintritt der Krise wirtschaftlich schwer leiden, so daß der Wiederaufbau der Objekte in Frage gestellt ist. Dem raschen Einschreiten der beiden lokalen Feuerwehren ist es zu danken, daß der Brandherd eingedäinmt wurde. erklärt mit pathetischer Anspielung auf den amerikanischen Sezessionskrieg: „Denn ich kann nicht vergeffen, Latz Ihre Ahnen nicht zögerten, einen langen und blutigen Bürgerkrieg zur Abschaffung der Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent zu fuhren.-." Daß aber der amerikanische Sklavenkrieg eben ein Bürgerkrieg im eigenen Lande zur Abschaffung der Sklaverei und Sicherung der Freiheit war und kein Eroberungsfeldzug zum Zweck der Einführung härterer Sklaverei als je zuvor, scheint dem fascistischen Dichter nicht ausgefallen zu sein. Herr Pirandello täte aber überhaupt gut, von„blutigen Bürgerkriegen zum Zwecke der Abschaffung der Sklaverei" nicht gar so offen im Zusammenhang mit Italien zu reden. Es könnte richtig aufgefaßt werden... Wenn der Dichter Mussolinis aber zum Schluß gar noch mit erstaunlichem Freimut den sittlichen Grundsatz verkündet ,,datz jeder moderne Staat das Recht habe, ein barbarisches Land zu zivilisieren..." überschreitet er doch wohl seine propagandistischen Befugnisse. Hat Pirandello auch bedacht, wohin es führte, wenn die Einhaltung dieser Maxime üblich würde? Es könnte erstaunliche Folgen haben, Folgen, die vielleicht nebst anderen auch seinen Auftraggebern höchst peinlich wären. Auf die Frage, ob ein italienischer Einfall in Abessinien einen europäischen Krieg zur Folge haben werde, antwortete Pirandello nichts. Mit Recht...» Schule der Demokratie Allskandinavischer Lehrerkongreß Neber.6000 Lehrer aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und Finnland, Unterrichtsminister dieser Länder, auch offizielle Abordnungen aus Estland und dem fascisierten Lettland, bilden den augenblicklich in Stockholm tagenden Kongreß. Genosse E n g b e r g, schwedischer Unterrichtsminister, führte unter begeistertem Beifall aus:„Das Ziel der Erziehung in Skandinavien ist die F e st i g u n g der Persönlichkeit, aber■■ nicht die Züchtung von Staatshörigen. Die Autorität des Staates muß aufrechterhalten werden, aber nicht durch Opferung der Bürgerrechte, denn der Mensch ist nicht für den Staat da, sondern der Staat zum Wohl der Menschen. Mißglücket Schwimmrekord Kopenhagen. Die junge Dänin Else Kragh hat am Donnerstag versucht, den Großen Bell zum erstenmal an dessen schmälster Stelle zwischen Halskov Riff auf Seeland und Knudshoved auf Fuenen(15 Kilometer) zu durchschwimmen. Einige hundert Meter vom Lande entfernt mußte sie jedoch nach 17 Stunden wegen Kälte und starker Beinkrämpfe ihr Vorhaben aufgeben. Die Schwimmerin hat, wenn man die Strecke der Abtrift infolge der Strömung mit- eittrechnet, über 30 Kilometer zurückgelegt. Mussolinis Dichter gibt Auskunft. Herr Pirandello, nebst d'Annunzio, der Paradedichter des italienischen Fascismus, hat sich— gehorsam dem Wunsch seines Duce auf einem italienischen Schiff— nach Amerika begeben, um dort für dm geplanten Raubkrieg gkgm Abessinien Stimmung zu machen. Wie das gemacht wird, erfährt man aus einem Interview, das Piran- dello bei seiner Ankunft in New Uork den„New Vork Times" gegeben hat. Dort erklärt der Dich, terfürst des fascistischen Italien: „Alle friedlichen Bemühungen Italiens zur Zkvilisierung Aethiopiens wurden durch die ständigen Feindseligkeiten abessinischer Häuptlinge zunichte gemacht, welche nur ihre Herrschaft über das äthiopische Volk unter Anweisung brutalster Gewalt und durch fürchterliche Sklaverei fortsctzen wollen..." Sollte der Dichter des Landes Matteottis und des Rhizinusöls nicht Gelegenheit gehabt haben, viel näherliegende Beispiele von Häuptlingen kennen zu lernen, die die Herrschaft über ihr Volk durch Anwendung brutalster Gewalt und durch fürchterliche Sklaverei fortsetzen wollen? Dann versucht Pirandello, den Ameri- kanern die Berechtigung des italienischen Sm> penalismus durch ein recht hinkendes Beispiel aus ihrer eigenen Geschichte klarzumachen und Kampf-auf der Lokomotive. Während der Fahrt des Eisenbahnzuges Rr. 1924, der nach Nymburg fährt, gerieten Lokomotiv- führer und Heizer in Streit. Der Lokomotivführer kam in solche Erregung, daß er sich auf den Heizer stürzte und ihn zu würgen begann. Der Heizer rief gellend um Hilfe. Während die beiden iwch miteinander rangen, lies der Zug in Nymburg ein. Als das dichtgedrängt auf dem Bahnsteig wartende Publikum die beiden Männer auf dem Lokomotivführerstand in erbittertem Ringen sah, brach eine Panik aus. Gegen den Lokomotivführer ist Strafanzeige erstattet worden. Um eine Gans...! Die 49jährige Arbeiterfrau Anna D o b r y trieb auf der Bezirksstraße zwischen Saluschen und Tkemoschna Gänse von der Weide nach Hause. Plötzlich hörte sie das Hupen eines Lastautomobils hinter sich. Sie trieb die Gänse in den Straßengraben, eine Gcms opponierte jedoch und blieb auf dem Fahrdamm stehen. Um sie zu retten, lief Frau Dobry auf den Damm, geriet unter die schweren Wagenräder und wurde völlig zermalmt. Der Chauffeur des Autobus, den übrigens keine Schuld trifft, verließ nach dem Unglück sein Auto- Militärflieger-Tod P r o ß n i tz, Am Freitag, dem 9. d.,«m 11 Uhr wollte der Zugsführer-Feldpilot O l d t i ch Stkp an vom Jagdfliegerkurs der Militärflug- Übungsstätte auf dem Jagdeindrcker 132 C während eines Uebnngsfluges unweit von Proßnitz in der Höhe von 1000 Metern eine« Schraubenflug ausführen. Der Pilot verlor wahrscheinlich die Herrschaft über seins Maschine nnd stürzte topf- iibcr auf ein Stoppelfeld ab, wo stch der Kopf der Maschine einen Meter tief in den Boden rinbohrtr und daS Flugzeug vollkommen zerschellte. Im letz, ten Augenblick wollte der Zugsführer den Fallschirm benutzen, den er auch öffnete, doch führte rr seine Absicht nicht auS. Der Zugsführer-Pilot wurde aus den Trümmern des Flugzeuges tot hervorgezogen und in die Totenkammer des Ortsfriedhofes geschafft. An der Unglücksstrllr fand sich sogleich eine militärflugtechnische Kommission unter Führung des Majors Divis von der Militärflugübungsstätte in Proßnitz ein, dir den wahren Grund der Havarie untersucht. Mord? Proßnitz. Am Freitag früh wurde in einer Ausflüglerrestauration in der Nähe von Proßnitz die 65jährige Re st auraten» rin Marie Abraham tot aufgefunden. Die Polizei arretierte einen Mann, der zeitlich früh Zutritt zur Restauration verlangte und di« Eingangstür derselben gewaltsam gesprengt hatte. Der Verhaftete war eigentlich der erste, der dir mobil und lief schreiend in den benachbarten Wald. Er hatte einen schweren Nervenchock erlitten. Eine rühmliche Polizei. Die Verwaltungskommission in Böhmisch-Leipa hat ein Disziplinarverfahren gegen zwei Organe der städtischen Sicherheitswache eingeleitet, die sich in der Angelegenheit der Grabschändungen auf dem israelitischen Friedhof in Böhmisch-Leipa durch demonstrative Passivität„ausgezeichnet" hatten. Es wurde heftigste Kritik an dem Verhalten der städtischen Sicherheitswache geübt, die trotz der eingcbrachten Anzeige die Affäre ignorierte und sich gänzlich passiv verhielt. Bestien. Zu furchtbaren Ausschreitungen betrunkenerZigeune rinnen kam es in einem Zigeunerlager bei T u r c Sv. Martin. Die Zigeunerinnen überfielen andere Frauen, rissen ihnen die Haare aus und übergossen einen Mann, der den fast Skalpierten zu Hilfe eilen wollte, mit einem Kessel voll siedenden W a s s e r s. Ihre siebzigjährige Mutter, die sie zur Ruhe mahnen wollte, schlugen sie mit einem Beil nieder und warfen die schwerverletzte Frau in ein b r e n- nendesLagerfeuer. Die Gendarmerie fand die Unglückliche nur noch verkohlt auf. Die Mörderinnen sind flüchtig. Das Kind ohne Schlaf. Der fünfjährige Sohn des Ehepaares Zikmund in Groß- Au j e z d gibt den Aerzten ein medizinisches Rätsel auf. Der Junge hat die e r st e n zwei a h r e seines Lebens überhaupt nicht geschlafen. In den letzten zwei Jahren gelang es den Aerzten, wenigstens zweimal in der Woche zwei bis drei Stunden Schlaf zu erzielen. Es steht zu befürchten, daß diese in einem solchen Alter einzigartige Schlaflosigkeit das Kind zugrunde richten wird. Die Suche nach dem Erdöl. Dieser Tage fand beim Pilsner Revierbergamt eine Beratung von Fachleuten statt, die sich mit den geologischen Ergebnissen der bisherigen Bohrungen befaßte, wobei mitgeteilt wurde, daß die große Salzhaltigkeit des Wassers in der P r e st i tz e r Gegend auf die Möglichkeit des Erdölvorkommens hindeute. Auf Grund dieses Ergebnisses soll jetzt um die Erlaubnis zu weiteren Bohrungen nachgesucht werden. Neben dem Sachverständigen der staatlichen Naphtha-Quellen in Gbele soll auch ein ausländischer Fachmann herangezogen werden, der vor Aufnahme der Arbeiten nochmal die theoretischen und praktischen Untersuchungen vornehmen soll. Feuerwehr ohne Wasser. In Lalova bei Mun- kacs ereignete sich ein riesigesSchaden- feuer, daS den ganzen Ort in Gefahr brachte. Sech-Wohnhäuser und acht Stroh- schöber brannten ab. Die Feuerwehr konnte nichts auSrichten, da sie an katastrophalem Wa f- sermangel litt. Ein Feuerwehrmann wurde von brennenden Holzsparren getroffen und sehr schwer verletzt. Tod einer Kindesmörderin. Die 41jährige Gisela Käßey in Preßburg, die am Dienstag den vierjährigen Sohn ihres Bruders in bestialischer Weise erwürgt hatte und dann einen Selbstmordversuch machte, ist im Preßburger Universitätsspital an den Folgen ihrer Verletzungen g e» st o r b e n. „Ringkdmpf" mit Gehirnerschütterung... Auf dem Warnsdorfer Schützenmarkt kam es in einer Ringkämpferbude zu einem großen Skandal. Der»Ringmeister", ein Schluckenauer Steinarbeiter, warf seinen Gegner so heftig zu Boden, daß er mit einer Gehirnerschütterung bewußtlos liegen blieb. Nun mischte sich das Publikum ein, so daß schließlich der„Ringkampf" Leiche entdeckte. Es steht nicht fest, ob es sich um Selbstmord oder Mord handelt. Selbstmord? Während die Gendarmerie den Fall untersuchte, wurde von einer Frau die Anzeige erstattet, daß untveit der Fundstelle des Leichnams der Abraham an einem Baume ein männlicher Leichnam hänge. Die Gendarmerie stellte fest, daß es sich hej dem Erhängten nm den 2 8 j it h• eigen Chauffeur Josef Melk aus Proßnitz hlmdclt, dessen Tod ebenfalls ungeklärt ist, da sich bei ihm kein Bries vorfand und er auch zu niemandem über Selbstmordabsichten gesprochen hatte. An der Unglücksstelle fand sich eine Ge- richtskommission ein. Die Untersuchung wird von der Gerichtsfahndungsstellr und Aerzten geführt. Anglück Gleichzeitig ereignete sich in dem Sokol- Schwimmstadion in Proßnitz ein Unglück. Der elfjährige Sohn des Privaten Bl. Smid wollte von dem obere« Sprungturm ins Wasser springen. Er kam aber besin Sprung schlecht ab und schlug mit demKoPf gegen die Betoneinfassung des Schwimmbassins, wodurch rr sich sieben Zähne herausschlug, die er verschluckte. Der Knabe, der das Bewußtsein verlor, wurde sogleich ins Krankenhaus übergeführt. Es gelang, die verschluckten Zähne mit der Magenpumpe zu entfernen, doch wnrde weiterhin ein Bruchdes Schädels»md der Eintritt innerer Blutungen festgestellt. Der Zustand des verunglückten Knaben ist äußerst kritisch. Mitteilungen aus dem Publikum. Eine frohe Botschaft für alle Mütter. Wie nähre ich meine Kinder richtig?— Das ist die bange Frage so mancher Mutter. Gerade bei Kindern ist e? schwer: ununterbrochen sind sie in Bewegung, ohne Pause tollen sie umher und verbrauchen damit täglich, ja stündlich wichtige Energien. Aber es gilt nicht nur die Lebenskräfte, die täglich verbrcmcht werden, zu erneuern. Das Problem der richtigen Kinderernährung ist viel schwieriger. Denn Kinder sollen wachsen— sie brauchen also nicht nur Kraft für die Lebens e r h a l t u n g, sie brauchen darüber hinaus Kraft für den Aufbau, für das Wachstum. Besonders wichtig für die Kinderkost ist das Fett. Wir wissen, daß Fette nur in geschmolzenem Zustande verdaut werden können. Und da es unsere Körperwärme ist, die das Fett zum Schmelzen bringt, sind alle jene Fette schwer verdaulich, deren Schmelzpunkt über unserer Körpertemperatur liegt. Es ist nun interessant zu hören, daß die Schmelzpunkte aller Pflanzenfette, die zur Erzeugung von Speisefetten dienen, durchwegs unter der Durchschnittstemperatur des Menschen liegen. Für Mütter, denen die richtige Ernährung ihrer Kinder am Herzen liegt, ist es wirklich eine frohe Botschaft: Pflanzenfette, z. B. das lOOYiige Ceres, sind leichtverdaulich. 2724 in eine allgemeine Schlägerei auszuarten drohte. Polizei räumte die Ringlämpser- bude. Aufnahme des Telephonverkehrb mit Island. Im Einvernehmen mit der britischen Poswerwal- tung wird mit sofortiger Gültigkeit der Telephonverkehr zwischen der Tschechoflowakei und Island eröffnet. Eine Ausstellung„Städtebau", die in Pardubitz vom 22. September bis 13. Oktober geöffnet sein wird, wird die Fortschritte im Baue von Städten, Kommunikationen, im Wafferwerkswesea und in der Hygiene der Städte veranschaulichen. Die Ausstellung wird vom Städtischen Gewerbemuseum und der Zweigstelle des Vereines der Ingenieure und Architekten in Pardubitz veranstaltet. Sie wird im ehemaligen Autopavillon der Ausstellung für Körpererziehung und Sport im Jahre 1931 untergebracht sein. Lokomotive und Lastzug. In der Station Timis auf der Strecke Bukarest- Kronstadt stieß ein« Berschublokomotive mit einem Lastzug zusammen. Bei dem Zusammenstoß geriet ein Zisternenwaggon mit Petroleum in Brand. Im Augenblick standen mehrere Waggons in Flammen. Doch konnte das Feuer bald lokalisiert werden- Opfer an Menschenleben sind nicht zu verzeichnen. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten. Wahrscheinliches Wetter am Samstag. Im Westteil der Republik: Verstärkte Bewölkung, strichweise Gewitter oder Gewitterregen, untertags bereits kühler. Im Karpathengebiet: Zunächst im ganzen schön und warm, später einzelne Lokalgewitter.— Wetteraussichten für Sonntag: Wechselnde, im Westen des Staates stellenweise wieder abnehmende Bewölkung: auch im Osten etwas kühler. Der große Kanalbau in Rußland Der gegenwärtig im Bau befindliche Kanal Wolga—Moskwa ist nach den Ausmaßen der Bauarbeiten der z w e i t g r ö ß t e Kanal der Welt(nach dem Panamakanal) und gleichzeitig der größte aller Flußkanäle. 149 Millionen Kubikmeter Erdarbeiten müssen für den Bau des Kanals bewältigt werden. 3,100.000 Kubikmeter Beton und Eisenbeton wird der Kanal erfordern. Die Bauarbeiten sind mit allen erdenklichen mechanischen Vorrichtungen reich versehen. 133 Bagger und eine große Anzahl verschiedener anderer Maschinen sind in Betrieb. Die Bauarbeiten wickeln sich überall erfolgreich ab. Bis zum 1. August sind bereits 69 Millionen Kubikmeter Erdarbeiten und 800.000 Kubikmeter Betonarbeiten ausgeführt worden. Jeden Tag werden jetzt 300.000 Kubikmeter Erde auSgehoben und 7000 Kubikmeter Beton gelegt. Bis zum Jahrestag der Stober-Revolution— 7. Novem« b«r— werden 70 verschiedene Anlagen(Stau' dämme. Schleusen und Kanalabschnitte) fertigge- stcllt sein. Das Tempo uni) die vorzügliche Aus' führung der Arbeiten bietet die vollste Gewähr, daß der Kanal zum sestgelegten Termin— zum Beginn der SchifiahrtSsaison 1937— vollendet sein wird. Vom Rundfunk tapWitMiwertai aus den Programmaal Sonntag Prag, Sender L.: 7.00: Konzert aus Karlsbad. 9.20: Konzert des MuZik-Salonquartettes. 10.09: Liederkonzert. 13.48: Opern-Arien. 13.46: Deutsch« landwirtschaftliche Arbeiten. 18.00: Deutsch« Sendung: Anast um iÄelyn. Hörspiel. 19.09: Deutsche Presse. 20.40: Konzert des Präger Funkorchesters. 22.40: Deutsche Sportnachrichten. 22.45: Schrammelkonzert.— Sender S.: 14.80: Deutsch« Sendung: Arbeiterfunk: Dr. Löwe: Sozialistischer Humanismus. 14.45: Jesdin- skh liest Erzählungen: Schwedengrab.— Brünn: 17.80: Negcrbariton Robeson singt Lieder von Bur- leigh.— Mährisch-Ostra«: 18.00: Deutsche Sendung: Magdalene Thaunerin. Schauspiel.— Kascha«: 17.30: Volkslieder. Ci« schwarzer Tag 1« Proßnitz -k. 18L Samstag, 10. August 1935 Sette 5 Eine lehrreiche Statistik LonVou.(AR.) Da» britische BerkehrSmini- sterium veröffentlicht eine Statistik der Verkehrsun- iälle, in der alle 1500 tödlichen Unglücksfälle, die sich in der ersten Hälfte des heurigen Jahres in Großbritannien ereignet haben, einer Analyse unterzogen werden. Diese Analyse baut sich, ebenso wie ein vor zwei Jahren erschienener Bericht, auf die ausführlichen Polizeirapporte auf, jedoch wurden diesmal die Fälle über ausdrücklichen Wunsch des Ministeriums viel eingehender und sörgfältiger ermittelt.- Die einzigen oder Hauptschuldigen bei tödlichen Verkehrsunsällen waren in 26.1 Prozent der Fälle Lenker von Kraftfahrzeugen; Rad f,ah r« r verschuldeten 15.9 Prozent, Fußgänger 49.1 Prozent, Pferdefuhrwerke und Kutscher 3.7 Prozent, der schlechte Zustand- der Straßen oder deren Unübersichtlichkeit 0.5 Prozent und verschiedene Tiere 1 Prozent der Unfälle. 4.7 Prozent sind auf andere Ursache zurückzuführen. Von tödlich verunglückten Fußgängern kamen 85.1 Prozent entweder ausschließlich oder zum überwiegenden Teil durch eigene Schuld ums Leben. Die Opfer der Unglücksfälli waren zu 65.9 Prozent F u ß g ä.n g e r, zu 20.2 Prozent Radfahrer, zu 12.9 Prozent M o t o r r a d f a h r e r, zu 6.2 Insassen von Kraftfahrzeugen und zu 4.8 Prozent Kmftwagenführer. Bon den getöteten Fußgängern standen 30.2 Prozent im Alter unter 15 Jahren und 49,4 Prozent im Alter über 55 I a h r e«. Die Ueberschreitungen der zulässigen Fahrtgeschwindigkeit hatte mehr als die Hälfte aller durch Aagenlenker verursachten Unglücksfälle zur Folge. Mehr als 66 von 100 Unfällen der Fußgänger wurden- durch unvorsichtigesUeber- schreiten der Straßen verursacht. Von den. er- mittelten Unglücksfällen ereigneten sich 30.4 Prozent an Straßenkreuzungen oder abzweigenden Straßen und 61.2 Prozent auf geraden Straßen oder in ziemlich übersichtlichen Kurven. Die meisten Unfälle ereigneten sich am A b e n d zwischen 17 und lS Uhr. Saure-Gurken-Zeit Heiß brütet die Sonne über der armen Erde. Die Telegraphendrähte werden zu warm und befördern die Nachrichten schlechter. Was die Menschen das ganze Jahr interessiert hat, interessiert sie nun durchaus nicht mehr. Mit einem Wort» es ist Saure-Gurken-Zeit. Dumpf brüten Gehirne in Redaktionen um die schlafenden Leser aus dem Sommernachtstraum zu reißen. Seriöse Zeitungen werden unseriös. Die Wissenschaft drückt die Augen zu und aus den Spalten der Zeitung Hüpfen fröhliche Kinder, die aber im Wiesenbächlein ihren Durst gelöscht und nun ernstlich Heranwachsende, laut quäkende Frösche im Bauche haben. Oder die schon etwas altmodischeren Zeitungen lassen aus Pietät noch einmal die liebe alte Seeschlange aus dem Sack. Nicht alle Zeitungen brüten natürlich solche sensationellen Meldungen in ihren eigenen Redaktionsräumen aus. Manche, die über einen ausgezeichneten Nachrichtendienst verfügen, lassen sich solche Dinge aus den fernen Ländern melden. Ta es dann Nachrichten und nicht etwa Märchen für Erwachsene sind, darf man sie• kostenlos nachdrucken. So meldet der„Brünner Tagesbote" aus Bordeaux: Ja Bordeaux und Umgebung kann man jetzt farbige Hühnereier kaufen, bei denen die Färbung nicht von Menschenhand besorgt worden ist. Ein Geflügelzüchter hat nach langwierigen Versuchen die Chemikalien gefunden, die, dem Hühnerfutter beigemengt, die Kaltschale der Eier in jeder gewünschten Farbe färben. Schon jetzt hat in Paris eine starke Nachfrage nach den farbigen Eiern von Bordeaux eingesetzt. Besonders beliebt sind die goldenen und silbernen Hühnereier. Am nächsten Tage meldet der„Brünner Tagesbote" aus Philadelphia: Ein Ingenieur aus Philadelphia hat ein Verfahren erfunden, Metallplatten derart dünn zu schleifen, daß sie vollkommen durchsichtig wie Glas werden. Gegenüber Glas weisen die Metallplatten aber den Vorzug auf, daß sie elastffch sind und nicht splittern können. Wider Erwarten können sie auch einen starken Druck aushalten, ohne zu zerbrechen, so daß es sich lohnen würde, Fenster aus Metall zu haben. Der Nachteil liegt darin, daß die Metallscheiben»och unverhältnismäßig teuer sind. Pianist als Züchter. Der Pianist Hermann Schuppler in Hochstein bei Hohenstadt, der eine Arzneikräuterfarm betreibt, hat nach mühevollen Versuchen eine besondere Art von Pfefferminze mit einem großen Gehalt an ätherischen Oelen gezüchtet, die sich vorzüglich zur Erzeugung von Mental eignet. Schuppler gelang auch die Anpflanzung mehrerer Heilpflanzen, die bisher nur im Auslande wuchsen. Praktischer Sozialismus für England Dr. Hugh Dalton, Mitglied der National-Exekutive der Labour Party und Unterstaatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten in der zweiten Arbeiterregierung ist der Verfasser eines Buches„Praktischer Sozialismus für Britannien"*, das, obwohl nicht parteioffiziell und besonders in seinem finanzpolitischen Teil von den persönlichen Ansichten des Autors gefärbt, eine gute Darstellung der ideologischen Plattform ist, auf der sich die Labour Party nach einer zweijährigen Programm-Diskussion befindet. Es ist auch für den kontinentalen Sozialisten sehr interessant, zu sehen, welchen Gebrauch die englischen Sozialisten von der Macht, wenn sie ihnen wieder zufallen wird, zu machen gedenken. „Die Hauptaufgabe der nächsten Labour- regierung muß es sein, eine bedeutende und schnelle Verringerung der Arbeitslosigkeit herbeizuführen. Die Verringerung muß auf fünf Wegen zugleich bewirkt werden:. Verlangsamung des Eintrittes der Jungen, Beschleunigung des Austritts der Alten aus der Beschäftigung; Ar- beitszeitverkürzung; Planung und Beschleunigung des nationalen Aufbaus: Planung und Belebung des internationalen Handels". Tempo und Planung sind die zwei Punkte, um die sich heute in England die sozialistische Diskussion bewegt. Auch. Dalton will auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens schnelle Vorstöße machen und noch zu Lebenszeit des ersten Parlaments, das eine sozialistische Mehrheit hat, die Grundlagen zur Sozialisierung und Planwirtschaft legen, die nicht mehr beseitigt werden können. Dr. Dalton macht detaillierte Sozialisierungsvorschläge für die Elektriztäts- und Koh- lenwirtschast, das Transportwesen, die Landwirtschaft und andere wichtige Wirtschaftszweige. Allerdings würde sich die englische Organisationsform von der der Sowjetunion oder der deutscher Sozialffierungsvorschläge nicht unwesentlich unterscheiden. Die Abhängigkeit von Regierung und Parlament wäre weniger eng und direkt. *) Huab Dalton: Practica! Socialis« kor Britain. Landon. Routledge 4 Sons IX» 401 S. Man hält in England die„Public Corporation", eine Art gemeinwirtschaftliches Unternehmen, die bereits auf einigen Gebieten eingeführt wurde, für wirtschaftlicher und elastischer. Die Leitung eines sozialisierten Industriezweiges hätte.ein Direktorum von fest Angestellten an Hand des Industrie- und nationalen Planes zu. besorgen. Privatbeteiligung ist im sozialisierten Sektor ausgeschlossen. Es ist selbstverständlich,, daß im sozialisierten, wie im privaten Wirtschaftssektor, die Arbeiter ein Mitbestimmungsrecht erhalten, das für die Leitung der Industrie und der einzelnen Werke gilt. Dalton beschäftigt sich dann mit den Bedingungen, unter denen die Uebergabe der bisher privatkapitalistisch-geleiteten Industriezweige erfolgen soll. Die Labour Party hat sich wiederholt, zuletzt auf der Konferenz in Southport, gegen eine entschädigungslose Enteignung, eine Konfiskation gewendet, weil das nach ihrer Meinung den reibungslosen und schnellen Uebergang zum Sozialismus erschweren müßte. Es ist unnötig, zu sagen, daß die kontinentalen Sozialisten in diesem Punkte anderer Meinung sind. Die Kompensation, die die früheren Eigentümer erhalten, soll sich nach den Erträgnissen der letzten Jahre richten und in Form von Annuitäten oder einer runden' Summe erfolgen. Die Annuitäten müssen zeitlich begrenzt sein, um nicht eine Rentierklaffe zu schaffen. Es ist selbstverständlich, daß die derartig Abgefundencn keinen weiteren Einfluß aus die Leitung der sozialisierten Unternehmungen hätten. Erst die Sozialisierung der Schlüsselindustrien wird eine Planwirtschaft ermöglichen. Sozialistische Planwirtschaft ist etwas ganz anderes als die sogenannte kapitalistische Planwirtschaft, die nur in der von Kartellen bewirkten Produktionsbeschränkung und Preiserhöhung besteht. Die sozialistische Planwirtschaft wird von Vertretern der Gemeinschaft im sozialen, nicht im privaten Interesse getrieben. Dalton zeichnet dann die Umrisse einer Planungsmaschinerie^ lehnt es aber ab, sich in Einzelheiten einzulassen, weil sie vom Zeitpunkt und den Erfahrungen der Sozialisierung abhängen. „Schwarze" Gewerkschaften Löhne, Arbkitsverhültniffe und gewerkschaftliche Arbeit in Südafrika. Südaftika hat, wie die meisten Bestandteile des britischen Empire, nach der Pfund-Abwertung 1932 eine beachtliche Belebung der Wirtschaft erfahren, so insbesondere im Goldbe^bau, im Baugewerbe, in der Textil- und Ledenndustrie. Allerdings verharrt die sehr bedeutungsvolle Landwirtschaft noch ünmer in der Depression^ Trotz der Belebung auf industriellem Gebiet, die bereits dazu geführt hat, daß Facharbeitermangel eingetreten ist und insbesondere die Bergwerke eingeborene Arbeitskräfte aus den Nachbarländern heranziehen, zeigen Berichte, daß die Lohnftage und das Farbigenproblem Zustände aufweisen, die man in Europa nur schwer verstehen kann. So wurden kürzlich schwarz« Arbeiter in der Eisen- und Stahlindustrie gerichtlich zu einer Strafe von 5 Schilling, bzw. 4 Tagen harter Arbeit verurteilt, weil sie eine Zulage von 6 Pence zu ihrem Lohn von nur 2% Schilling für die 8-Stunden-Schicht gefordert hatten. Esl wurde.ihnen bedeutet, daß sie gehen könnten, wenn sie nicht zum alten Lohn weiterarbeiten wollen. Wegen des Verlassens der Arbeitsstelle — was einem Aufruhr gleichgesetzt wurde— erfolgte ihre Verurteilung und der Richter sagte: „Wenn Ihr denkt, Ihr könnt den Weißen in der Stahlindustrie diktieren, so irrt Ihr Euch!" Dieses Urteil hat naturgemäß unter den Gegnern der„colour line" Entrüstung hervorgerufen, besonders deshalb, weil in unzähligen Fällen die Schwarzen trotz gleichwertiger Arbeit wesentlich niedriger bezahlt werden als weiße Arbeiter, und der Lohn der schwarzen Arbeiter kaum noch als .Lohn" angesprochen werden kann. Aehnlich liegen die Verhältnisse jn Transvaal und Nafal. Tie Folge ist, daß unter den gewerkschaftlichen Organisationen der Schwarzen eine immer stärkere Aktivität einsetzt und in letzter Zeit insbesondere von Johannisburg und Prä- toria aus Agitationsreisen vorgenommen wurden. Obwohl die Gewerkschaftsarbeit offiziell gestattet ist, wird sie jedoch mit allen Kräften zu unterbinden versucht. Versammlungen und Agitationsreisen werden als„Auftuhr" angesehen, die Funktionäre und Agitatoren der schwarzen Gewerkschaften verhaftet und bestraft. Trotzdem mehren sich die aktiven Kräfte, die Mitglieder der Interessante Feststellungen I von Autoritäten über die Qualität der seidenfeinen, höchst verläßlichen Weltmarke SEXUAL ARZT: Vollkommen hygienisch, nicht spürbar, kein Versager, idealer Schutz. Empfiehlt und verwendet selbst seit Jahren„Primei os“. B SACHVERSTÄNDIGE: Weit mehr als 5 Jahre I lager- und gebrauchsfähig, künstliche Alterung er- B gibt 22 Jahre Lagerfähigkeit,erstklassig. Fabrikat B KONSUMENT: Wunderv. Feinheit, nicht spür- M bar, absolut verläßlich, Unterschied bei Verwen- i düng anderer Marken sofort festgestellt, nimmt niemals etwas anderes RESULTAT: Der Umsatz der„Primeros"- Fabrik ist größer als aller inserierenden Marken zusammengenommen. In Apotheken, Drogerien und Fachgeschäften ausdrücklich fordern! 2822 B Verbände nehmen zu und die Gewerkschaftsbewegung unter den Farbigen macht zusehends Fortschritte. Ihr Kampf gilt nicht nur besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen, sondern gleichzeitig der Beseitigung der unterschiedlichen Behandlung von Schwarzen und Weihen, an der das Unternehmertum aus verständlichen Gründen und— wie das Beispiel zeigt— mit nicht gerade fairen Mttteln festzuhalten wünscht. Gilt Erfolg für die Hatdaer Glasindustrie? Durch die Verschärfung der Kontingentsbestimmungen für die Einfuhr von Erzeugnissen der Glasindustrie durch Frankreich wurde vor einiger Zeit die Haidaer Glasindustrie ernstlich geschädigt. Nach eingehenden Verhandlungen von Vertretern der Glasindustrie in Paris ist es gelungen, von Frankreich beachtenswerte Zugeständnisse zu erhalten, durch die die drohenden weitestgehenden Betriebseinschränkungen abgewend:! werden sollen. "■■■■in———T—"" Wachsende Verschuldung Italiens Eine Milliarde Lire bisherige Kriegskosten in Abessinien Der italienische Haushalt schließt am 30. Juni mit einem Defizit von 2428 Millionen Lire ab, das ohne die.-.besonderen Erfordernisse für die afrikanischen Kolonien" rund 1.5 Milliarden Lire betragen hätte. Daß es sich bei diesen„besonderen Erfordernissen" um die Kriegsvorbereitungen gegen Abessinien handelt, ist unschwer zu erkennen: zweifelhaft ist lediglich, ob sich die Kosten dieser Kriegsvorbereitung auf die etatmäßig ausgewiesene eine Milliarde Lire beschränken. Gleichzettig wird die öffentliche Schuld des fascistifchen Italien mit der beachtlichen Summe von 105.244 Millionen Lire ausgewiesen, die je^ doch nur scheinbar die Gesamtschulden des Staates darstellt. Es sei daran erinnert, daß die englische Wirtschaftszeiffchrift„Economist" im Frühjahr dieses Jahres auf Grund von Berechnungen aus offiziellen italienischen Quellen die Staatsschulden bereits für Anfang 1935 auf 152—154 Milliarden Lire geschätzt und eine 50prozentige Vermehrung der Staatsschuld seit der Machtergreifung Mussolinis festgestellt hat! Die Aufhebung der bisher gesetzlich vorgeschriebenen Golddeckung von 40 Prozent für die umlaufenden Banknoten ist ein'deutlicher Beweis für die finanziellen Schwierigkeiten des Regimes, das einer machtpolitischen Prestigeftage halber den Ruin der Wirtschaft des Landes mit erhöhtem Tempo herbeiführt. Der Weg - zum Verbreche« - Der Bürger fragt nicht leicht danach, wie der Mensch zum Verbrecher wird. Ihm genügt das Faktum, daß einer so weit gesunken ist, und er verläßt sich dann darauf, daß die staatliche Polizei und die private charitative Fürsorge eini- 8er weniger Vereine das übrige übernehmen. Gerade in dieser Denkungsart scheint ein Teil des Geheimnisses verborgen zu liegen, daß wir eine große Besserung in der Häufigkeit der Verbrechen nicht erwarten können. Die, die mithelfen könn- ien, daß es besser werde, wenden sich ab. Die gute Hälfte aller Strafgefangenen sind Menschen, die in ihrem bisherigen Leben immer Schatten gestanden haben,"immer von der Meinung beseelt, sie könnten zu nichts mehr ver- ivendct werden, sie hätten im normalen Fort- 8ang des Lebens nichts mehr zu erwarten. Schon alr^Kind haben sie mit Reid und Eifersucht unv schon sehr bald darauf mit Haß und Feindseligkeit auf andere geblickt, die es besser hatten. Eines Tages wurden sie straffällig. Das drückte sie endgültig in den Schatten. Sie werden immer tvieder rückfällig, verbleiben in monotoner Weise immer wieder bei der einmal gewählten Verbrechensart. Sie haben ein inneres Bewegungs gesetz in sich ausgestaltet, das denen, die ihnen Wärme und Zugehörigkeit vorenthalten haben, den Kampf ansagt. Die Tatsache, daß sich unter den Verbrechern sehr viel auffallend häßliche Menschen, auch verkrüppelte, mit Degenerationszeichen behaftete befinden, hat Lombroso zu seiner Theorie vom »geborenen Verbrecher" verleitet. Der Zusam- menhang ist aber sicher ein anderer. Diese Menschen haben eben ein schwierigeres Leben vor sich als die„schönen" Kinder. Die von der Natur schlechtbedachten stehen im Hintergrund. Das besagt sehr viel in der kindlichen Entwicklung. Wer im Hintergrund steht, will in den Vordergrund und schreckt nicht vor krassen Mitteln zurück, um zu Beachtung zu kommen. Aber auch„schöne" Kinder sind bedroht, wenn sie zu stark verwöhnt werden. Sie bekommen dadurch ein überspanntes Gefühl ihres großen Eigenwertes. Die reale Welt anerkennt ihn nicht. Wenn die Wärme- spenderin, die Mutter, beim Heranwachsen der Kindes in den Hintergrund treten muß, so stehen diese Kinder dann allein da. Ueberempfindlichkeit, Ungeduld zeichnet sie aus. Wenn ihnen das Leben nicht gibt, was sie erwarten, so neigen sie zu Affekten.. Affektverbrecher sind oft verzärtelte Kinder gewesen. Wie gestaltet sich das Bewegungsgesetz des Verbrechers? Er findet meist bis zu seinem dritten oder vierten Lebensjahr noch Minen Anschluß an seine Familie. Die Seinen behandeln ihn nicht gut. In der Schule ist er unter den Letzten. Seine Suche, hervorzutreten, verleitet ihn zu ersten Jugendsünden. Bald gilt er als der gestempelte Missetäter. Alles drückt ihn. Jn dieser Situation ist er reif geworden, ein Opfer der halbwüchsigen und jugendlichen Brr- brecherbanden zu werden, die ihren Nachwuchs aus den zu kurz gekommenen Kleinsten rekrutieren. Dort in der Bande findet er, der sonst Gescholtene, Geschlagen«, Verachtete plötzlich wieder Anerkennung, er spielt.wieder eine Rolle. Der Kampf gegen die Gesellschaft wird ihm zum Bestandteil eines ungeschriebenen Ehrenkodex. Jn diesem Kampf will er siegen. Gerade seine Vorfreude und sein Triumphgefühl im Hinblick auf den zu erwartenden Sieg verraten seinen großen Ehrgeiz, den er in der Sach« investiert. Bleibt ihm der Erfolg aus, so kommt seine versteckte Eitelkeit zum Vorschein. Er war dann„nur diesmal noch nicht schlau genug". Wenn er sein Taschenmesser nicht vergessen hätte, so hätte die„Polente" ihn nicht erwischen können. Dieses„wenn" korrigiert sein Mißgeschick-. Er bleibt noch immer der Held, der er sein wollte. Nur der, der ihm in seinem Denken seinen Ehrgeiz aufdecken könnte, könnte sein Bewegungsgesetz und ihn ändern. Zu seiner Tatausführung bedarf der Verbrecher eines künstlichen Antriebs. Er putscht sich selbst auf, damit er den Rest seines Gemeinschaftsgefühls überwinden kann. Dostojewski schildert im„Roskolnikow" mit' künstlerischer Kraft, wie Raskolnikow, lange bevor er die alte Wucherin erschlägt, zu Hause im Bett über seine Absicht grübelt. Da legt er sich die Frage vor: „Bin ich Napoleon oder bin ich eine Laus?" Und so gelingt es ihm, sich soweit aufzuputschen, daß er, der Napoleon, schließlich die grausige Tat vollführt. Wir hätten eine kleine Chance, die Berufswahl des Verbrechertums zu erschweren. Könnten wir vorerst einmal nur dafür sorgen, daß kein Kind die Volksschule mtt Mißerfolg verläßt (indem die Erfolgsbewertung erst im weiteren Schulfortgang einsetzen würde)— könnten wir es erreichen, daß nicht e i n Kind die Schule verläßt, ohne daß es dort Mut, Selbstverttauen und Scgialgefühl erworben hätte, so würde die Werbekräst der halbwüchsigen Verführer, die für die Fortpflanzung der Verbrechen die nächtigst: Rolle spielen, um Wesentliches herabgemindert werden. Mindestens die Hälfte aller E r muti- gung wird aber schon dadurch erzielt,. daß man jede Art von Ent mutigung— unterläßt. Paul Fischl. «»!<« A „Sozialdemokrat". SamStag, 10. August 1935. Nr. 185 Eingesendet. Wege zur Umsatzbelebuug. Die XVI. Reichenberger Messe. 18. bis 25. August. Sonntag bis inkl. Sonntag. Trotz der andauernden ungünstigen internationalen Wirtschaftsverhältckisse konnte die Reichenberger Messe ihren besonderen Ruf als eine bewährte Einrichtung. für die Belebung des Waren- verkehreS erhalten. Dies beweist vor- allem, die in gleichem Umfang des Vorjahres erfolgte gute Beschickung der diesjährigen Reichenberger Messe. Die mannigfache Warenschau ist in 18 Warengruppen gegliedert und wieder in 11 grossen Messehäusern untergebracht. - Das bereits festzustellende lebhafte Interesse, welches aus Kaufmanns-, Handels- und Gewerbekreisen bekundet wird, sowie die Abhaltung zahlreicher Tagungen und angekündigter Gemeinschafts- bcsuche,-gibt schon jetzt die Gewähr eines lebhaften Einkäuferbesuches, welcher sicherlich eine Steigerung des Warenabsatzes nach dem In- und Auslande erhoffen lässt. ■ Die Allgemeine Mustermesse umfasst die Gruppen: Glas-, Galanterie-, Leder-, Holz- und Spielwaren, sowie kunstgewerbliche Artikel. Die Textil- messe bildet wie immer eine spezielle Hauptgruppe der Reichenberger Messe. Die Technische Messe bringt ein vielseitiges Angebot zahlreicher technischer Erzeugnisse, welche für die Industrie und das Gewerbe von besonderem Interesse sein wird, wie Textilmaschinen und Textilgeräte, Holzbearbei- nmgsmaschinen, Metallbearbeitungsmaschinen und Werkzeugmaschinen, Bäckerei- und Fleischereimaschinen, Hotelbedarf. Die Gruppe Landwirtschaftlich« Maschinen«nd Geräte ist heuer besonders durch zahlreiche Firmen vertreten. Elektrizität«nd Gas im Haushalt, sowie die durch zahlreiche Markenartikelfirmen vertretene Nahrungs- und Genussmittelbranche wird nicht nur die gewerblichen Branchen, sondern auch die Hausfrau lebhaft interessieren. Die bekannte Möbelindustrie ist mit ihren vielseitigen Erzeugnissen wieder stärkstens vertreten und auch die Radiomeffe ist für jeden Rundfunkinteressenten der beste Führer durch die zahlreichen bekannten Markenfirmen. Auch die Ausstellung der .'chsl. Tabakregie wird wie im Vorjahre einen be- ionderen Anziehungspunkt des Messepublikums bilden. Aeusserst lehrreich und sehenswert wird die im Rahmen der diesjährigen Messe stattfindende Svnderausstellung„Die Fra« in der Hauswirtschaft" sein, welche unter Mitarbeit der staatlichen Lehranstalt für Hausindustrie, sowie deutscher und tschechischer Lehranstalten für hauswirtschaftliche Berufsausbildung, des Hygiene-Museums in Dresden und in- und ausländischer Frauenorganisationen geschaffen wurde. Eine 33%iae, bzw. 50%ige Fahrpreisermässigung auf den Bahnen der Tschechoslowakei, sowie 25 bis 33% Ermässigungen aus den Bahnen fast aller mitteleuropäischer Staaten erleichtern den Einkäufern den Besuch der Reichenberger Messe. 3Q60, Das Christentum in Abessinien (AP.) Die Mehrzahl der Bevölkerung Abessiniens bekennt sich zur christlichen, koptisch-orientalischen Kirche. Diese stammt aus dem 5. Jahrhundert und trennte sich 451 auf dem Konzil von Chalkedon von der katholischen Kirche. Sie"bekennt sich zur Lehre der Monophysiten, d. h. zu dem Dogma, dass Christus nur eine Natur hatte, nicht eine doppelte, menschliche und göttliche. Der koptische Patriarch nennt sich gleichwohl„Katholikos". Sein Sitz befindet sich in Kairo. Die Keptenpriester kennen nicht das Zölibat. Doch gibt es Mönche und Nonnen. Die Anfänge der koptischen Kirche gehen bis auf die Einführung des Christentums in Aegypten unter Nero zurück. Sie berufen sich auf den Apostel Markus, während die abessinischen Kopten ihr Christentum von. hem Kammerdiener der Mohrenkönigin herleiten, von dem die Apostelgeschichte berichtet. Die abessinischen Herrscher wiederum behaupten, dass, sie von König Salomon und der(Königin von Saba abstammen. Es mischen sich überhaupt in seltsamer Weise in Abessinien die christlichen u. jüdischen Traditionen. In Abessinien gibt es auch Neger, die sich zur jüdischen Religion bekennen. Es hat nicht an Versuchen des Vatikans gefehlt, die Abesfinier zur röm- katholischen Kirche zurückzuführen. Der Negus Se- lassie, besuchte seinerzeit noch als Kronprinz Ras Taf- fari Papst Pius XI., doch kam die Union nicht zustande. Aber es gibt in Abessinien eingeborene Katholiken, die seit 1885 ihren eigenen Patriarchen haben. Dieser wird vom Papst bestätigt. Auch er sitzt in Aegypten, und zwar in Alexandrien. Die Zahl dieser Katholiken beträgt jedoch in'Aegypten und Abessinien zusammen nur 25.000, davon 3000 in Äthiopien. Für diese katholischen Kopten wurde von Benedikt XV. ein Kolleg in Rom errichtet. Fremdsprachige Zeitungen in USA. Vor kurzem ist eine Statistik über die fremdsprachigen Zeitungen in USA, die ein anschauliches Bild über das Völkergemisch in den Vereinigten' Staaten gibt, her- aüsgekommen. Insgesamt erscheinen in USA 1073 fremdsprachige Zeitungen und Zeitschriften, darunter 201 deutsche, 130 italienische, 74 polnische, 71 spanische, 59 ungarische, 57 tschechische, 42 schwedische, 41, französische, 39 slowakische, 36 norwegische, 36 jiddische, 31 litauische, 29 finnische, 24 portugiesische, 23 griechische, 21 ukrainische, 14 holländische, 13 slowenische, 10 chinesische, 8 serbische, 5 bulgarische, 7 arabische, 4 rumänische, 2 esthnische, 2 flämische,- 1 lettische, 1 albanische usw. fraget Rettung Die Prager Arbeitsbataillone Das Zentral-Sozialamt der Hauptstadt Prag teilt mit: In der freitägigen Sitzung des Prager Stadtrates wurde der Antrag des Sozialreferenten Dr. Zenkl, 700 jugendliche Arbeitslose, die in die Arbeitsbataillone der Hauptstadt Prag eingereiht sind, in das ordentliche Arbeitsverhältnis zu überführen, angenommen.. Dieser Beschluss wurde durch das Ministerium für soziäleFür- sorge ermöglicht, das in den Sommermonaten aus den für die produktive. Arbeitslosenfürsorge bestimmten Mitteln* den Gemeinden Staatsbeiträge für die Errichtung sogenannter Ar- beitsgemeistschäften zu bewilligen begann. Der Gemeinde Prag wurde der Staatsbeitrag für 700 Personen bis zum 30. November d. I. bewilligt. Die Entlohnung der Teilnehmer der Arbeitsbataillone wird bei 40 Arbeitsstunden pro Woche aus der ganztägigen Verpflegung für die Dauer'von 6 Tagen, der leihweise« Ueberlassung des Arbeitsgewandes und der Beschuhung sowie aus einem Bargeldlohn in Höhe von 30 XL, wie dies bisher der Fall war, jedoch mit dem Unterschied bestehen, dass für den Krankheits-, Jnvaliditäts- und Altersfall die Versicherung aller Teilnehmer im Sinne des Gesetzes erfolgen wird, wobei sämtliche Versicherungsgebühren von der Gemeinde Prag getragen werden. Die bisherigen Richtlinien über die Aufnahme von Teilnehmern zu den Arbeitsbataillonen und ihre allmähliche Uebernahme sowie über die Verpflichtung, IN» W vis tiefgehende Schlamm- 111 C| II H H• wärme heilt d. Erkrankungen rill V Fl II äss Gehapparates(Ischias) | 1|>| V U||« völlig. Tarife: Pistyanbiiro. Praha I., Prikopy(Cedok) vier Stunden wöchentlich an einem Bildungs- und Erholungsprogramm teilzunehmen, ferner die Verpflichtung, die freiwillige Disziplin und Arbeitsordnung einzuhalten, wurden in Geltung belassen. Unverändert bleibt auch die Teilnahme der Organi- tionen für körperliche Erziehung bei der Leitung der Arbeitsbataillone. Für die Teilnehmer der Arbeitsbataillone wurde ein Erholungslager in Starä Huk bei Dobkks errichtet, in welchem stets 56 Teilnehmer der Arbeitsbataillone einen 14tägigen Erholungsurlaub verbringen werden. Bei diesem Erholungsurlaub haben sich bereits drei Schichten abgewechselt. Die Urlaube werden fortgesetzt, bis alle Teilnehmer, die sich zur Teilnahme daran gemeldet haben, an die Reihe gekommen-sind. Im Arbeitsbataillon auf dem Strahov befinden sich 631 junge Männer. Jp der Arbeitsgemeinschaft in Ricany befinden sich 80 Knaben. Die arbeitslosen jungen Mädchen sind in einer Mädchengruppe untergebracht, der 12 Mädchen angehören; sie sind derzeit in Pterov in einem Lager der UMTA untergebracht. Sich selbst angezündrt. Gestern nachmittags unternahm die 24jährige Gerta Hübner in ihrer Wohnung in Neu-Bhsocan, Sklonena 1, einen Selbstmordversuch, indem sie ihre Kleider mit Petroleum begoss und sich dann anzündete. Der Arzt der Rettungsgesellschaft Dr. Kypes brachte sie auf die Klinik Kreibich, wo Verbrennungen zweiten und dritten Grades festgestellt wurden. Als Motiv gab sie Gram darüber an, dass ihr Geliebter sie nach einem Streit habe verlassen wollen. Schwachsinnige schläft auf den' Schienen. Gestern morgens fand ein Bahnbeamter unterhalb des Vitkov eine unbekannte Frau schlafend auf den Schienen liegen. Er weckte sie— gerade noch rechtzeitig, da kurz darauf der Zug Wer die Stelle fuhr Die Unbekannte riss sich jedoch los und wollte sich vor den Zug werfen. Die herbeigerufene Wache brachte sie auf die Pölizeiwachstube, wo der Polizeiarzt sie für schwachsinnig erklärte und ihre Ueber- führung in die Irrenanstalt in Prag II. veranlasste. eaeasBci g sasaecs Internationale Kundgebung der Eisenbahner in Bodenbach am 10. und 11. August Die deutschen und tschechischen Eisenbahnerverbände veranstalten Samstag, den 10.«nd Sonntag, den 11. d. M., in Bodenbach eine große antifascistische internationale Kundgebung, an welcher ssch auch die Parteiorganisationen, die freien Gewerkschaften, die Kultur-, Sport-«nd Wehrorganisationen beteiligen. Diese Manifestation, welche die Freundschaft zwischen den deutschen«nd den tschechischen Sozialdemokraten weiter festigen wird, wird eine der eindruckvollsten Aufmärsche der Arbeiterschaft gegen den Fascismus und für die Demokratie sein. Alle Mitglieder der Prager deutschen proletarischen Organisationen, welche die Möglichkeit dazu haben, werden in Bodenbach gemeinsam mit den nordböhmischen Arbeitern für diese Parolen aufmarschieren. Die Prager Teilnehmer benützen die Züge Samstag um 16 Uhr«nd Sonntag um 6 Uhr. §parf§piek-Xörperpstege Moskauer Jagd nach bürgerlichen Fußball-Prominenten Nach Spartg-Slavia— auch Rapid Wien nicht nach Sowjetrußland Wie wir vor kurzem schon berichtet haben, hat der sowjetrussische Fussballverband nach Prag die Einladung zu drei Spielen ergehen lassen und um die Entsendung einer Mannschaft von Slavia- und Sparta-Spielern ersucht. Die beiden Prager Profivereine konnten sich dazu aus verschiedenen Gründen nicht entschliessen, so dass der tschechischbürgerliche Mittelgau den Russen eine Kombination Bohemians—Cechie Karlin anbot. Statt der von den Russen gebotenen 180.000 Kö für die drei Spiele gab sich der Gau mit bloss 100.000 KC zufrieden. Die Antwort wurde für Mittwoch erwartet und einige tschechische Zeitungen wussten schon zu berichten, wann die Abfahrt der Ruhlandfahrer erfolgen werde. Doch was nicht eintraf, war die zusagende Antwort aus Moskau. Erst am Donnerstag wurde dem Präger Mittelgau von feiten der Russen mitgeteilt, dass man auf den.Ersatz" keinen Wert legte, nochmals die Kombination Sparta— Slavia urgierte und gleichzeitig die geldliche Entschädigung auf 220.000 XL erhöhte sowie den Beginn der Tournee um eine Woche verschob. Aber die Absage der beiden Prager Spitzen- klWs erfuhr keine Aenderung. Der internationale SekretärWes sowjetrusfischen Verbandes P ö l a k ersuchte sodann um die Entsendung der Sparta im -nächsten Jahre, und zwar für Mai oder Juni. Nach der Absage des Prager Gaues wandten sich die Russen pach— Wien, um Rapid für diese Tournee zu gewinnen. Di« Wiener sagten zu, falls die Spiele in der Zeit vom 18. bis 26. August stattfinden können. Der österreichische Fussballverband tat sein Wriges und verlegte sämtliche Ligaspiele Rapids auf den September, so dass der Reise eigentlich nichts mehr im Wege stand— als der Johnny Weißmüller, der Weltmeister im Schwimmen, und Maureen O'Sullivan in dem MGM- Film „Tarzan, der Sohn der Wildnis" Reue Erzeugnisse• Neue Modelle• Neue Ideen sowie vorteilhaften und günstigen Einkauf vermittelt die XVI. REICHENBERGER MUSTERMESSE 18.-25. August 1935 Sonntag bts inkl. Sonntag I Allgemeine Mustermesse- 18 Waren-, gruppen- Textilmesse- Techn. Messe Landwirtsch. Maschinen- Technik im Gewerbe- Elektrotechnik- Radiomesse Büromaschinen- Möbel-u. Klaviermesse Nahrungs- und Genußmittel- Markenartikel- Erfindungen und N euheiten usw. GROSSE SONDERAUSSTELLUNG: »Die Frau in der Hauswirtschaft« 33% Fahrpreisermäßigung:- Legitimationen erhältlich In den Verschleissteilen und im Messeamt Reichenberg 3060 Oberste Sportführer Starhemberg dann stik .Nein" verkündete, obwohl seine ihm nahejtehen» den Zeitungen dieser Tournee freudig zustimmte» und die bürgerliche Futzball-Jnternationale(Fifaf die Bewilligung erteilt hatte. Dass die Spiele mit Rapid Wien in Russland nun auch nicht zustande kommen, das ist nicht die Schuld der Russen. Es ändert aber nicht das Ge- ringste an der ganzen Angelegenheit, denn die Ein» ladung erging doch von russischer Seite. Der PeV treter eines von christlichen Fascisten beherrschten Staates, der kaltblütig die Arbeiterschaft im Namen Gottes die Freiheit beraubte. Frauen und Kinder durch Maschinengewehre und Kanonen beschiessen liess, sollte in Moskau, noch dazu bei einem Sport» fest der Arbeiterschaft, den„Glanzpunkt" bildens Fürwahr, man ist versucht, hell aufzulachenI Eine solche Profanierung des Arbeiter« sp o xt s ift n och n i ch t d a g e w esenll t Man stelle sich doch mal vor,_ der..Anis würde auf seinem Bundesfest eine bürgerliche, nock dazu aus einem fasciftischen Staate stammende Fuss« Hallmannschaft als Hauptnummer seiner Veranstalt tung einladen I Die hiesigen, immer alles besset wissenden kommunistischen Schreiberlinge würde» sich die Finger wundichreiben ob des neuesten„Ver> rates" der.reformistischen und sozialfascistijche» Führer". Die Schrift, die diese„Tat" in rhretz Zeitungen in die Welt hinauszuschreien hättt, müsste erst erzeugt werden. Aber wenn so etwas i* Sowjetrussland geschieht, ja, Bauer, das ist dock was ganz anderes, das geschieht im Interesse— d«f Weltrevolution, nicht? Da ist und darf keine Krim geübt werden— da ist nur ein gläichigeS Staune* und Nachdenken, wie weit die„richtige Linie" wie* der nach rechts abgeschwenkt ist, und ob man dar' über noch viel Worte verlieren soll und darf. Den« die hiesige kommunistische Presse hat diesbezügM noch nicht di« Sprache wiedergefunden und schweigt, weil sie schweigen muss, wenn man in Sowjet» russland mit Sportlern aus einem fasciftischen Staat Verhrüderung feiern Willi Zu bedauern aber sia» jene, die noch immer glauben, das Gold, das voa Moskau blirckt, sei echt... E. Veremsnacssrickteir Leichtathletik. Samstag, den 10- August, findet auf unsere«! Sportplatz auf der Hetzinsel eia Ausscheidungswettkampf in folgenden Disziplinen statt: 1500 Meter, 200 Meter, Speer, Kugel und Weitsprung. Begin» 5 Uhr nachmittags. Wir er warten Beteiligung aller Genossen. Bei genügen' der Beteiligung findet am gleichen Tage ein Aus' scheidungskampf der Sportlerinnen statt: 60 Mel«N Hochsprung und Kugel.— Technischer Ausschuss Montag, den 12. August, im Parteiheim, Prag Hi Narodni tr. 4, 2. Stock, technische Ausschusssitzun^ Beteiligung aller technischen Funktionäre unbedin« notwendig— Sonntag, den 11, August, Bade-Aus' flug nach Kunratice. Treffpunkt um 8 Uhr frft» an der Endstation der 14er Linie in Kaöerov. Gästt willkommen. Ortsgruppe, Prag: Sonntag, de» 11. August, um halb 7 Uhr Trefft punkt am Bahnhof in Branik. Führer: S t r n a d. Fahrt nach Skochowi^ Wanderung nach Vsenor. PIt\G Reich und schön blühen auch Ihre Blumen, wenn Sie zu ihrer Pflege Blumen-Zauberdung verwenden. 1 Paket KL 5-60, durch die Verwaltung der„Frauenwelt", Prag XII., Fochova ti. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich. OPTIK u. FOTO DEUTSCH Prikopy| Bezugsbedingungen: Bei Zustellung mS Haus oder bet Bezug durch die Pott monatlich KL 16.—, vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 96.—. ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Vost»«nd Tele- graphendirektion mit Erlass Rr. 13.800/Vi 171930 bewilligt.— Druckerei:„Ork-iS" Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.