ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiu fochova er. Telefon«77. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB, CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS. PRAG. ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK Einzelpreis 70 Henn (•ImcNMUch I Heller Porte! 15. Jahrgang Sonntag, 11. August 1935 Nr. 186 Ruhe in Frankreich P a r i s. In allen französischen Kriegshäfen herrschte gestern Ruhe und die Arbeiterorganisationen tragen selbst um die Aufrechterhaltung der Ruhe Sorge. Unter den Verhafteten in Toulon befinden sich zahlreiche Ausländer. Man erwartet, daß heute der Arbeitsbetriei in allen Arsenalen bereits normal sein wird. In Toulon wurden nach dem Verhör 42 Verhaftet« in Haft belaffen, darunter ein Mittelschullehrer. Oppositionelle Präfekten? Ministerpräsident Laval erklärte gestern den nach Paris berufenen Präfekten: Ich hatte einen besonderen Grund, Sie alle auf einmal zu berufen. Es geht um das Schicksal des Regimes und um das Leben des Landes. Sie können unbesorgt um die Intentionen der Regierung, die ihre Pflicht erfüllt, wieder zurückkehren, doch seien Sie selbst auf der Hut, wenn Sie die Erfüllung Urer Pflichten verabsäumen. Laval erklärte den Präfekten weiters, die Regierung werde es nicht hinnehmen, daß die Präfekten künftighin den Ministern Beschwerden überreichen, die in einem beleidigenden Tone redigiert sind. Der Vorsitzende ber Regierung legte den Präfekten nahe, sich zu entpolitisieren, eine größere Aktivität zu entfalten und der Regierung und ihren Anordnungen gegenüber volle Disziplin zu wahren. Hitlers SA-Chef in Danzig Warschau. Wie aus Danzig gemeldet wird, ist dort gestern mittag» der Stabs-Ehef der rcichs- beutschen SU., Lutze, im Flugzeug eingetroffcn. Er wurde auf dem Flugfeld vom Danziger Se- natspräsidenten Greiser, dem deutschen Generalkonsul in Danzig, Radowitz, dem nationalsozialistischen Gauleiter, Förster, und Ehrenabteilungen der Danziger SA. begrüßt. Sozialdemokraten vor Hitlers Gerichten Mißhandlungen der Gefangenen.— Gestapo fälscht Protokolle fc-.' In Hamburg hatte sich eine große Zahl von Sozialdemokraten wegen des Versuches vor Gericht zu verteidigen, die Partei neu zu organisieren und Gelder für die Opfer der Hakenkreuzler zu sammeln. Im Verlaufe der Verhandlungen kamen so unwiderlegbare Beweise für die Gestapo- inethoden zutage, daß selbst der Richter erklären wußte: .„Es wirft kein gutes Licht auf die Staatspoli- . zei, wenn immer und immer wieder gerichtsseitig Fälschung der Vernrhmungsprotokollr frstgestrllt werden müssen." Die Gestapo hat während ihrer sogenannten «erhöre die Verhafteten in grausamster Weise mißhandelt und in jenen Fällen, wo die Gefangenen trotz„Eisenlcgen" und Prügeln nicht so auzsagten, wie man es von ihnen verlangte, ohne weiters auch die Zeugenaussagen geändert und die Protokollunterschriften gefälscht. Das Urteil lautete dementsprechend milder als es der Staatsanwalt beantragt hatte. Sieben Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von zehn Monaten bis zwei Jahren verurteilt. die jugoslawischen Reformen Belgrad.(Avala.) Nach dem amtlichen Kommunique über den Freitag abends stattgcfundenen Ministerrat nahm die Regierung u. a. den Antrag des Ministers für öffentliche Arbeiten, betreffend die Verteilung der Kredite in der Höhe von 54 Millionen Dinar auf die Fonds für öffentliche Arbeiten der einzelnen Banate an. Die Kredite sind insbesondere für Straßenausbcfferun- gcn und-Regulierungen, für die Grabung von Brunnen in wasserarmen Gegenden ufw. bestimmt. Mit den Arbeiten wird sogleich begonnen. Der Äustizminister informierte über die in sein Ressort fallenden'Gesetzentwürfe, namentlich über das Gesetz gegen die Korruption, das Richtergeseh, das Gesetz über die ordentlichen Gerichte und das Hendelsgesetz. Der Innenminister Referierte über den, vorbereiteten Gesetzentwurf betreffend die Autonomie der Banate, der in den nächsten Tagen' fcrtiggcstcllt werden wird. Generalstreikparole Verschärfung des Lohnkampfes der Notstandsarbeiter New Nork. Der Lohnkampf zwischen dem Büro der Arbeitsbeschaffungsbrhörde in New Aork und den Gewerkschaften, die für die Not» standsarbeiter Gewerkschastslöhne verlangen, hat eine weitere Verschärfung erfahren. Bisher haben etwa 2000 Notstandsarbciter der Streikparole Folge geleistet. Während General Johnson die Streikenden ermahnt, am Montag die Arbeit wieder aufzunehmen, hat der Streiksausschutz der Gewerkschaften die Notstandsarbriter aufgefordert, am Montag in den General» st r e i k zu treten. Im Stadtgebiet von New Nork sind gegenwärtig 77 Notstandsprojekte in Angriff in New York genommen, wofür 77 Millionen Dollar bereits bewilligt und 210 Millionen in Aussicht gestellt worden sind. Der Arbeiterrat für Notstandsprojrfte in Philadelphia hat gleichfalls den Streik ausgerufen. Streikposten gehen vor der Marinewerft von Philadrphia mit Plakaten auf und ab, auf denen verkündet wird, der amerikanische Arbeiter sei kein Kuli und arbeite auch nicht für Hungerlöhne. Der Gewerkschaftsrat von Worcester(Massachusetts) hat den für den September angesetzten Streik der dortigen Notstandsarbeiter gutgrhcißcn. Illusion und Wirklichkeit DerVölkerbund rüstet zur Konferenz — Italien zum Krieg! Genf. Das Bölkerbundsrkretariat veröffentlicht die vorläufige Tagesordnung der am 4. September beginnenden 89. Ratstagung, die schon am ersten Tag mit der allgemeinen Erörterung der Beziehungen zwischen Italien und Abessinien beginnen soll. Außerdem steht die Danziger BerfastüngSbeschwerde zur Debatte, schließlich soll di« Angelegenheit der Saarflüchtlinge unter finanziellen Gesichtspunkten erörtert werden. vrelerverhandluns beginnt Freltas London.(UR.) Die Beratungen der britischen, italienischen und französischen Vertreter über die abeffinische Frage werden am Freitag, dem 18. ds., in Paris beginnen» Am Mittwoch werden Vorbesprechungen stattfinden. Der griechische Gesmidte in Paris, P o l i- t i s hat seine Ernennung zum fünften Schiedrich- ter der Schiedskommission, die den Tatbestand der letzten italienisch-abessinischen Zusammenstöße in Ual-Ual prüfen wird, angerlomnren. Sobald der Völkerbundrat anfangs September zusammentritt, werden ihm Berichte über die Pariser Beratungen und über die Arbeiten der Schiedskommission vorgelegt werden(und Italien wird den Krieg beginnen...?). kein definitiver plan Englands London. Die Richtlinien für die Delegierten Großbritanniens bei den Beratungen der drei Großmächte über den italienisch-abessinischen Konflikt wurden bereits vor der Abreise Baldwins zum Urlaubsaufenthalt festgelegt. Wie an maßgebender Stelle betont wird, wäre es unrichtig, diese Richtlinien als einen definitiven Plan für das Vorgehen dieses Delegierten anzusehen. krieg in Sieht— die Schieber sind dal Suez.(Reuter.) Im Hafen von Suez liegen eine Anzahl italienischer Dampfer, die bis an die Reeling mit Tanks, Mulis und Kriegsmaterial aller Art angefüllt und mit Soldaten besetzt sind. Schätzungsweise dürft« Italien in Erythräa und Somaliland bereits an 250.000 Mann Militär versammelt haben. Rach Italien wurden 1500 Mann malariakranker Soldaten zu- rückbcfördert. An Bord des Dampfers„Guiseppe Mazzini" wurden 18 Deserteure verhaftet. Die Häfen von Port Said mid Suez sind zum Dorado der Wucherer und Keten- Händler geworden. Die Preise der lebenswichtigen Bedarfsartikel sind sprunghaft angestie- gen. Die Italiener ziehen in Suez leichte Lastautomobile zusammen und werben Chauffeure und Mechaniker auf fünf Jahre mit Monatseinkommen von 25 Pfund Sterling an. Die Lastwagen und deren Bedienungspersonal werden nach Ery- träa geschafft. Rom. Nunmehr sind auch die ersten italienischen Eingebovenentrupprn aus Tripolis für den ostafrikanischen Krieg mobilisiert worden. An Bord der Dampfer„Cclio",„Pollrnzi" und„Laguna" haben sich 600 Saphis mid ein starkes Kontingent Ascaris von Tripolis aus nach Erythräa einge- schifst.— Von Neapel aus gingen der Personendampfer„Belvedere" mit Offizieren, Mannschaften und tausend Arbeitern sowie das Lazarettschiff „Kalifornia" mit freiwilligen Roten Kreuz- Schwestern nach den ostafrikanischen Kolonien ab. Abessiniens Heer London. Reuter meldet aus Addis Abeba, daß im Falle eines Krieges zwischen Italien und Abessinien sieben abessinische Armeen von insgesamt60 0.0 0 0 Mann aufge- votrn würden. 250.000 Mann seien mit Gewehren und Munition bewaffnet, die von der Regierung geliefert wurden, die anderen sorgten selbst für ihre Bewaffnung. Die Armeen seien: Nordarmee» Befehlshaber Ras Seymin, der Enkel des Kaisers Johannes; Südarmee, Befehlshaber Ras Desto, dcr Schwiegersohn des Kaisers; mittlere O st arme e, Befehlshaber Desjasmatsch Naciwou, ein früherer Gouverneur von Addis Abeba; W e st a r m e e, Befehlshaber Ras Emerou; mittlere We st armer, Befehlshaber Ras Kassa; Ostarm re» Befehlshaber Kronprinz Asta Possen;. und Mittel- und Reservearmee; der Name des Befehlshabers dieser Armee sei noch nicht bekannt. Di« sieben Armeen beständen aus je 30 Regimentern mit re etwa 3000 Mann. Man glaube» daß Abessinien über 3 0 0.0 0 0 b i s 1»0 0 0.0 0 Ö Gewehre» 200 Geschütze und 350 bis 400 Maschinengewehre verfügt sowie über die gleiche Zahl automatischer Schnell- feuergcwehrr. Abessinien hatachtFlugzeugc aber nur sechs von ihnen seien flugfähig. Japan als Vormacht Astens Tokio.(Reuter.) Die japanische Presse meldet, daß Außenminister Hirota Verhandlungen mit China eröffnen wird,.die insbesondere die Anerkennung des Mandschukuostaates durch China und eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China bezlvecken sollen. Japan wird der chinesischen Industrie mid dem Verkehrswesen Unterstützung gewähren. Es wird sich auch um eine Revision der Zölle und um die Schaffung einer Zollkonvention handeln. Die Wirtschaftskonven- tion würde. auf der Grundlage beruhen, daß Japan in China mehr Rohprodukte und China in Japan mehr Industrieprodukte kaufen würde. Einheitsfront Seit jenen unglückseligen, schicksalsschweren Tagen und Monaten der Jahre 1920 und 1921, da die einheitliche deutsche Arbeiterbewegung in diesem Lande gespalten wurde, haben wir deutschen Sozialdemokraten niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß die Wiederzusammenfassung der Kräfte der sude- ten deutschen Arbeiterklasse unser Herzenswunsch und unser« Sehnsucht ist. Wir haben auf dem denkwürdigen Parteitag in Karlsbad im Oktober 1920 alles getan, um die Einheit des sudetendeutschen Sozialismus aufrechtzuerhalten, unser unvergeßlicher Josef Seliger wollte die Entscheidung über die taktischen Gegensätze auf einem proletarischen Gesamtkongreß entscheiden lassen. Trotz aller unserer Bemühungen haben die Kommunisten die deutsche Sozialdemokratie dieses Landes gespalten, sie haben die Spaltung in ganz Europa durchgeführt, den internationalen Sozialismus dadurch zersetzt und geschwächt, der Arbeiterbewegung Europas schwere Wunden geschlagen. Wäre dieses Verbrechen an der ArbeiteÄewegung, am Sozialismus, an der Zukunft der Menschheit nicht begangen worden, wahrlich die Welt sähe anders aus und der Fascismus würde heute nicht große Länder beherrschen, wir wären der Verwirklichung unseres großen Zieles um ein Beträchtliches näher. Wir haben die Wirkungen der Spaltung miterlebt und deswegen daran festgehalren, daß die Vereinigung der Kräfte des proletarischen Sozialismus die Voraussetzung zum neuerlichen Machtanstieg der organisierten Arbeiterklasse ist. Wir waren dieser Auffassung treu, als die Kommunisten in der Spaltung der Arbeiterschaft den sicheren Weg zum Sozialismus sahen, wir sind es jetzt, sa es den Kommunisten beliebt, eine allerdings unvollkommene Aenderung ihrer Taktik zu vollziehen. Schon vor Jahren sind die Kommunisten darauf gekommen, daß ihr Standpunkt, das Proletariat durch die Spaltung zu revolutionieren, falsch gewesen ist. Sie haben dann das Gegenteil der Spaltung, nämlich die Vereinigung der Arbeiter, in Form der„Einheitsfront von unten" versucht, d. h. sie wollten die sozialdemokratischen Arbeiter von ihren freigewählten Vertrauensmännern losreitzen und sie in die kommunistischen Parteien eingliedern. Sie haben das verbrecherische Wort von den„Sozialfascisten" erfunden, haben erklärt, daß die Demokratie sich in nichts von der fascistischen Diktatur unterscheide und so das Verhältnis der beiden proletarischen Parteien vergiftet. Die Parole von der„Einheitsfront von unten", hat nicht gezündet und die Kommunisten haben nun wiederum ihre Taktik umgestellt. Die Ursache, daß der frühere SauluS nun als Paulus erscheinen will, ist die Außenpolitik der Sowjetunion. Sie hat die französischen Kommunisten zu ihrer Annäherung an die französische Linke— nicht nur an die Sozialdemokraten, sondern auch an die Linksradikalen— geführt, sie hat Stalin dazu bewogen, Laval in Moskau zu versprechen, die Kommunisten würden nichts gegen die französische Landesverteidigung unternehmen, sie haben Pieck und Dimitroff auf dem soeben stattfindenden internationalen Kommunistenkongreß Worte in den Mund gegeben, die zu den früheren Auffassungen der Kommunisten in krassem Widerspruch stehen, daß nämlich die Demokratie der Rettungsanker ist, der das Proletariat vor dem Versinken in das Meer des Fascismus bewahrt und daß man den Parlamentarismus im Kampf um seine Erhaltung unterstützen müsse. Die Gleichung: Demokratie— Fascismus ist als falsche Rechnung, als der große Irrtum der Kommunisten erkannt worden und die Freude über diese Erkenntnis der Kommunisten ist nur getrübt durch das fürchterliche Lehrgeld, welches das Proletariat für diesen Unterricht an den Kommunisten hat bezahlen müssen. Während aber sowohl der Referent Dimitroff wie die Debatteredner aus den anderen Ländern (insbesondere der Deutsche Pieck) sich einigermaßen bemüht haben, die neue Ideologie der Kommunisten entsprechend zu vertreten,.fallt die Rede des tschechoslowakischen KÄmnunisten ebenso durch ihren der Sozialdemokratie gegenüber gehässigen Ton als durch ihr geistig niedriges Niveau auf. Wer Gottwald kennt, den hat die Armseligkeit des Referats nicht wundergenommen. Gottwald ist ein unbedeutender Agitator der Kommunisten aus jener Zeit, in der die Versammlungsredner der KPC ihr Repertoire mit Geschimpf auf die Sozialdemokratie erschöpft haben, Gott- Seife 2 Sonntag, Tf. August 1935 s »-.iss Wald war es, der von der Tribüne des Parlaments unter dem Hcchngclächter der Bourgeoisie den Sozialdemokraten das verbrecherische Wort vom „Sozialfascismus" entgcgengeschleudert hat. Wie wenig Gottwald gelernt hat— er gehört eben zu jenen Phrasendreschern, die nichts vergessen und nichts lernen— dafür zeugt der Umstand, daß er in einem Atem»die Volksfront der Arbeit, der Freiheit und des Friedens" fordert und von den „reaktionären Führern der sozialistischen Parteien der Tschechoslowakei" spricht,»die in engster Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie stehen". Wie stellen sich die Kommunisten diese Einheitsfront vor? Sie werden die sozialistischen Vertrauensmänner weiter beschimpfen und zugleich mit ihnen gemeinsame Politik machen? Wenn der Herr Gottwald daS Schimpflexikon, welches das einzige Buch zu sein scheint, aus dem er sich etwas gemerkt hat, nicht aus der Hand geben will, wenn er nicht leben kann, ohne die Sozialdemokratie zu beschimpfen, dann ist er nicht geeignet, jene Aufgabe zu erfüllen, die ihm seine Partei anscheinend gestellt hat. Er, der mit-em Stigma des berufsmäßigen Spalters behaftet ist, wie ein Aussätziger mit seiner Krankheit, er, an dessen Stirn das Brandmal des Menschen klebt, dessen einzige Kunst im Schimpfen auf die Sozialdemokratie besteht, er, der seine Minderwertigkeit durch scharfe Worte ausgleichen will, wird keinen Glauben an den ehrlichen Willen der Kommunisten wecken, an der Zusammenfassung der sozialistischen Kräfte dieses Landes mitzuarbeiten. Da die Kommunisten behaupten, daß unsere gegenwärtige Politik die»engste Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie" bedeutet, können wir nur feststellen, daß sie vomSinn unserer Politik keinen blauen Dun st haben. Abgesehen davon, daß diese Behauptung niedrige Demagogie ist— in Frankreich sind die Kommunisten bereit, in eine Regierung selbst mit den Linksradikalen, also in die»engste Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie" einzutreten— wir nehmen an der Koalitionspolitik teil, weil wir eben die Bourgeoisie nicht allein regieren laffen wollen. Die Regierungskoalition haben wir niemals als„Arbeitsgemeinschaft", sondern als einen Boden aufgefaßt, auf dem wir den Klassenkampf um die Lebensinteressen der Arbeiter führen, auf welchem wir für die leidenden Opfer der Krise kämpfen. Wir nehmen gemeinsam mit unseren tschechischen Genossen an der Regierung teil, weil wir die Macht nicht der Bourgeoisie allein überlassen, w e i l w i r diesen Staat nicht in den Fascis- muS hineinschlittern lassen wol- l e n. Das haben wir den Kommunisten schon oft, zuletzt in dem Antwortschreiben des Brünner Parteitages auf ihr damaliges Einheitsfront-Angebot gesagt. Die Kommunisten anerkennen diesen unseren Standpunkt schon, allerdings verblümt, in, dem sie soqar Gottwald mußte sich unter dem Druck der Moskauer dazu bequemen—>»nicht den Regierungsaustritt als Bedingung der Einheitsfront" stellen. Ihre Erkenntnis ist aber nur eine halbe, denn sonst könnte Gottwald nicht gleichzeitig die Regierungsteilnahme als»reaktionär" und als»engste Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie" bezeichnen. Die Kommunisten müssen also zu Ende denken und zu der Erkenntnis gelangen, daß unsere Politik ein Ergebnis der gegenwärtigen politischen Situation ist, daß wir dadurch die Interessen der Arbeiterschaft schützen und vor allem die Demokratie des Landes, die Freiheit des Proletariats verteidigen. Wir und die tschechischen Genossen haben aus der Spaltung so viel gerettet, um eine sozialdemokratische Arbeiterbewegung aufzubauen, die ein politischer Faktor ist und mit der man rechnet. Was wir aus der Spaltung an politischer Macht gerettet haben, mit dem hasardieren wir nicht. Wir werden Freiheit und Demokratie weiter verteidigen und für unsere Auffassung kämpfen, daß wir so für die Zukunft des Proletariats und für den Sozialismus wirken. Wir streben danach, d i e gesamte Arbeiterklasse imKampf für die Demokratie und gegen den Fascismus zu sammeln und Ein Genosse, der über die Verhältnisse in Pr.-Schlesien gut unterrichtet ist, schreibt uns: Man sollte im Kampf um die Loslösung der Massen von dem Einfluß der Hitler-Regierung nur solche Methoden anwenden, die dem erstrebten Zweck dienen. Auf jeden Fall muß man eine Berichterstattung vermeiden, die geeignet ist Illusionen aufkommen zu laffen über den Reifegrad der deutschen Arbeiterllasse zum Sturze des fasci- stischen Systems. In der»Roten Fahne" vom 7. d. erscheint ein»Eigenbericht" aus Breslau, der jeden ernsthaften Gegner der Hitler-Regierung auf den Plan rufen muß, weil solche Berichte eben nur geeignet sind. Verwirrung in die Reihen der Arbeiterbewegung zu tragen. Es geht dort um die Musterung(Assentierung) der deutschen Rekruten. Daß die Stimmung für den Militarismus nicht so ist, wie ihr die gleichgeschaltete Presse darstellt, ist bekannt. Aber das Rechenexempel, das die»Rote Fahne" bringt, ist zwar sehr sensationell— aber gerad' deshallb ist es eben nur ein Rechenexempel und von der Wirflichkeit— leider— weit entfernt. Daß in einer oberschlesischen Industriestadt am ersten Musterungstage von 140 Musterungspflichtigen nur 35 Mann, in einem niederschlesischen Industrieort von 100 Rekruten nur 11 oder 13 Mann erschienen, das mochte bei Zwangskursen usw. unter Brunning—Papen geschehen sein Wir kennen die deutsche Arbeiterjugend. Wir kennen sie besonders nach der Hitler-Regierungsübernahme aus Arbeitsdienst und von der Land- bilfe. wir wissen auch, welchen Grad von Widerstand sie entwickeln kann. Aber wir haben heute in Deutsckiland eine Terrorregierung, die täglich revolutionäre Arbeiter hinrichten läßt. Ein System, das zum Kriege treibt kann sich solche Kriegsdienstverweigerungen, wie sie der wohlmeinende Berichterstatter anführt, nicht gc- Elne Milliarde Kt Einnahmenmanko gegenüber dem Budgetsoll Schlechter Stand der Staatseinnahmen im ersten Halbjahr 1935 Soeben wird eine Uebersicht über die Staatseinnahmen im ersten Halbjahr 1935 veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß die Steuern, Zölle, Gebühren und Monopole im ersten Halbjahr 1935 insgesamt 2337 Millionen KL einge- aus der bürgerlichen Demokratie heraus eine so--' ziale Demokratie und eine sozialistische Wirtschaft zu gestalten. Wir haben gegen Proletarier, welche eine andereAuffassung von der Taktik des Kampfes um die Befreiung der Arbeiterklasse haben, niemals einen Kampf auf Tod und Leben gepredigt und niemals aus dem Auge verloren, daß die Kampfeinheit der Arbeiterklasse, die Gewinnung des größten Teiles der arbeitenden Menschen für den Sozialismus unsere Aufgabe ist, eine Aufgabe, die sich unsere Väter und Großväter vor fünfzig und mehr Jahren gesetzt haben und der wir dienen werden— immerdar. fallen lassen. Zur Hälfte gibt daS ja der Berichterstatter auch zu, wenn er sagt, daß man überall in der Frühe die Rekruten durch Polizei, Gestapo. Gendarmerie, SS und SA abhole, also praktisch gesprochen verhaftet. Aber angesichts dieses Terrors zu behaupten, daß die Rekruten beim Herannähen der Autos und Kommandos aus den Fenstern springen, und selbst im Musterungs' lokal noch„durch die Latten" gehen, scheint ein' mehr als kühne Schlußfolgerung zu sein. Wohlgemerkt, die„Rote Fahne" schreibt ausdrücklich:„Das ist keine Einzelerscheinung." Also wäre das die Stimmung in Deutsöblandk Man überlege: Die große Mehrheit der Werktätigen aller Schichten weigert sich nach der„R. F.", zur Musterung zu gehen. Nach dem Rechenexempel der„R. F." sind es etwa 75 Prozent, die bewußt den Kriegsdienst verweigern, also keine passive Resistenz, sondern aktiven Widerstand leisten. Da das keine Einzelerscheinung ist, leisten folgerichtig 75 Prozent der deutschen Werktätigen der Hitler-Regierung heute schon aktiven Widerstand. Man darf als Sozialist nicht in den Fehler verfallen, den Gegner zu unterschätzen. Di; Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung«n Jahre 1933 ist eine Warnung. Wir sind weit davon entfernt, schwarz zu malen. Wir wissen, daß sich die deutsche Arbeiterflasse ihre Bewe- gungsfteiheit wieder erkämpfen wird und dazu sich heute schon unter größter Opferbereitschaft dsi Grundlage, die illegale Organisation, schafft. Aber illegaler Kampf, dgs heißt nicht nur di- konfpirativen Regeln beherrschen, sondern dem Gegner ins Auge sehen können, trotz seiner blutigen Fratze. Die Presse aber muß eine Spraibe führen, die der Wirflichkeit entivricht und all: Berichte vermeiden, die einer objektiven Prüfung nicht standzuhalten vermögen: andernfalls schadet sie der revolutionären Sache. bracht haben, das sind um 329 Millionen weniger als im Vorjahre. Da das Budgetsoll des ersten Halbjahres für diese Staatseinnahmen 3176 Millionen bettägt, ergibt sich ein Manko von 839 Millionen oder 26 Prozent. Da auch die Netto-Erträgnisse der Tabakvegie um 151 Millionen hinter dem Voranschlag zurückgeblieben sind, erreicht das Einnahmenmanko 990 Millionen. Zweifellos werden diese Ziffern auf die Gestaltung des Budgets für 1936 nicht ohne Einfluß sein. Armeegeneral Ludwig Krejki, Generalstabschcs der tschechoflowakischen Armee, wird die heurige« Manöver-Schlus-übungen leiten Island marschiert mit Die Politik des sozialistischen Handelsministers Zum erstenmal in der langen parlamentarischen Geschichte Islands nehmen jetzt die Sozialdemokraten an der Regierung teil, die auf einer Koalition beruht. Handelsminister Genosse Hara l d u r Gudmundsson ist augenblicklich in England und hat Mitgliedern der Labour- Party von seiner fernen Heimat berichtet: Die Wahl vor 13 Monaten hat unsere Stimmenzahl verdoppelt. Wir regieren mit der Fortschrittspartei zusammen. Wir haben keine Zeit verloren, um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme vorwärtszutreiben. Entsprechend dem von unserer Partei aufgestellten Vier-Jahr- Plan ist in meinem Ministerium sofort ein- Planwirtschaftskommission mit einer Arbeitermehrheit eingesetzt worden. Seitdem haben wir unsere Hauptprodukte unter zentrale K o n- trolle und Bewirtschaftung gebracht. Das Fischereiamt regelt und überwacht die Herstellung von Salzfisch und wird vielleicht auch de» Export übernehmen. Die Preise von Fleisch und Milch haben wir durch zenttale Regelung gesenkt, trotzdem aber erhalten die Produzenten mehr als früher. Schutzzöllnerei und Sperrmaßnahmen anderer Länder haben, uns gezwungen, uns auf die eigenen Hilfsquelle«' zu besinnen. Wir haben die Zuschüsse zu öffentlichen Arbeiten unter direkter Staatskontrolle um 30 Prozent, bei kommunalen um 100 Prozent erhöht. Häfen und Straßen erstehen und dek Wohnungsbau wird stärker subventioniert als jr zuvor. Nach dänischem und schwedischem Vorbild fördern wir die Sozialreform. Das Strafgesetz wird fortschrittlich umgearbeitet, Geburtenbeschränkung auf ärztliche Anweisung straflos gemalt. Auf Befragen erflärte der Minister noch, daß keine verantwortliche Persönlichkeft die Rechtsstellung Islands gleich einer britischen Dominion zu Dänemark fordere. Sensationslust aut Kosten unserer politischen(Zieltuns 1 Die Legende H von Morus, Agrippa und BK Menahem, dem Sohne Jehudas Von Wladimir Korslenko HB Aus dem Russischen von hon 3**ein VSiaR Die nachstehende Legende des berühmten russischen Dichters erschien in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, unter der zaristischen Zensur, als Antwort auf die Predigt der„Gewaltlosigkeit", die von Tolstoi und seinen Jüngern bettieben wurde. Sie hat durch den Durchbruch des FasciSmus in Mitteleuropa wieder größte Aktualität erlangt. N. S. * Zu jener Zeit herrschte das mächttge Rom über alle Völker, und sein Reich war unermeßlich. In Europa hatten die Römer die Gallier und die mannhaften Germanen besiegt, die Briten, die nicht nur durch den Ozean, sondern auch durch hohe Mauern geschützt waren, und das bergige, meerbegrenzte Spanien. Und auch Griechenland und die Pontischen Stämme und viele andere erkannten die Macht des Adlers an. In Afrika unterwarfen sich Karthago und zahllose Aethiopen der Waffengewalt und verpflichteten sich, die Vorräte zu liefern, von denen das römische Volk acht Monate lebte. In Asien beugten sich fünfzig Städte dem Herrscher Roms, auf die Liktorenbündel blickend, die die Konsuln umgaben. Aegypten und Arabien, die Völker Indiens, sowie die Meder, die Parther und die stolzen Kirmeer, die von den Lakedoniern abstammen, die furchtbaren Syrther, die Mauren und Numidier und viele andere Völker hatten sich ergeben und beugten sich bebend unter das Joch... Sie bebten nicht mehr vor dem Schwert der Eroberer, sondern vor den Ruten der Littorenbündel, die sie stets an ihre schmachvolle Sklaverei denken ließen. Der Widerstand war gebrochen, der Tod hatte die Arme der Kämpfer ttastloS sinken lassen, die Augen, die nach der Freiheit schauten, waren geschloffen, die Stimmen, die mutig zur Verteidigung aufgerufen hatten, waren verstummt... Ueber der angsterfüllten, von Grauen gepackten Welt reckte der römische Adler seine Schwingen, und Roms Herrschaft lastete schwer< auf der unterjochten Erde... ... Und eine Zeitlang herrschte Frieden auf der Welt. Aber er barg nicht das Gute in sich, sondern das Böse. Nicht der Oelbaum gedieh auf den Feldern des Lebens, sondern Dornen und Disteln, denn nicht mit segensreichem Regen wurden die Gefilde des Lebens genährt, sondern mit dem blutigen Schweiße der Sklaverei. Und das Stöhnen der Unterdrückten erfüllte die Welt... So nährte sich das stolze Rom von den Früchten der Sflaverei, wie der aasfressende Adler sich von Aas nährt. Von diesen Früchten wurde bald das ganze Volk vergiftet und als erste vergifteten sich daran die Herrscher. Die ersten Cäsaren, die auf den Widerstand und die Abwehr der Vöfler stießen, welche die Freiheit noch nicht vergessen hatten, besaßen noch meist ein gewisses Maß von Vernunft: mit Güte und Milde suchten sie jene an sich zu fesseln, deren schwertbewehrte Arme noch ihre Freiheit zu verteidigen vermochten. Unter der zarten Hülle der Menschenliebe verbargen sie die Ketten der Sklaverei, um in den stolzen Söhnen der Freiheit nicht den Wunsch zu erwecken, den Tod im Kampf zu suchen. Deshalb verwehrten sie, nach der Eroberung Judäas, es dem Volke nicht, auch weiterhin den alten Sitten und dem alten Glauben anzuhängen und seine eigene Verwaltung zu haben. Und die Schwelle des Tempels zu überschreiten, war ihren Kriegern unter der Sttafe des Todes verboten. Doch immer schwächer, immer stiller wurden die Rufe nach Freiheit, der Widerstand gegen die Eroberer war gebrochen, erschöpft und kraftlos hatte sich die Welt ergeben, die nur hie und da vergeblich an den Ketten rüttelte. So vergingen die Jahre. Die Römer waren gewohnt zu befehlen, die Welt— zu gehorchen. Im Herzen Roms wuchsen Hochmut und Stolz. Es dachte: „Wer wagt es heute, an meine Macht zu tasten?" Und es gab sich die Antwort:„Niemand!" Und in der übrigen Welt wuchsen durch die fllavische Gesinnung immer mehr Angst und Speichelleckerei. Und Rom, in der Totenstille der ringsum herrschenden Sflaverei, brWte gegen das Weltall, wie der mächtige Löwe nachts in der lydischen Wüste. Und das Weltall, wie die Wüste, lauschte angstvoll dem Brüllen des Gewaltigen. Es erinnerte sich an die Leiden der Väter, doch deren kühnen Mut hatte es vergessen. Je mehr in den Völkern die heilige Flamme des Zornes erlosch, um so maßloser wurde Rom in seinem Gebaren. Nach den Cäsaren Julius und Augustus kam der grausame Tiberius auf den Thron. Ihm s-'lgte dex wahnsinnige Gajus. Und schließlich, nach dem schwachsinnigen Claudius, war es der grausamste der Menschen, Nero, der von der Höhe des Cäsarenthrones, im Angesicht der ganzen Welt, die Gesetze Gottes und der Natur mst Füßen ttat.„Auf der Spitze des Berges hatte er das Lager der Unzucht errichtet," er verlachte die Tugendhaftigkeit und ttänkte mit dem Blut Unschuldiger die schaudernde Erde... * In Judäa gab es seit langem nicht mehr den milden Petronius, nicht einmal mehr Pilatus, der einst aus der helligen Stadt die Banner mit dem Abbild des Cäsaren tragen ließ, um die Gefühle des VcilkeS nicht zu verletzen. Nun war Albinus der Gouverneur, ein gieriger und grausamer Mensch, der wie ein Räuber unter den Wehrlosen wütete, so daß es kein Verbreche« gab, das er nicht begangen hätte.„Seine Speerträger, bestimmt zur Aufrechterhaltung der Ordnung, verwundete er, um die friedlichen Einwohner auszuplündern. Es gab keine Freiheit des Wortes, und niemand wagte es, seine Stimme zur Klage oder zur Kritik zu erheben. Es herrschte hingegen völlige Willkür."*) Niemand vermochte zur gerechten Verteidigung das Wort z« ergreifen, doch rauben und plündern konnte ein jeder, der nur die Macht besaß. So wuchsen die Leiden der sich demütig dem Joch Unterwerfenden...'■ So wuchsen die Leiden, aber chren Höhepunkt hatten sie noch nicht erreicht. Florus, der auf Albinus folgte, bewies, daß im Vergleich mit ihm Albinus noch milde' gewest« war. Während Albinus seine Untaten heimlich und verborgen auszuüben bestrebt war, prahltt FloruS damit, sich Nero zum Vorbild nehmend- In Dingen, die Milde erfcirderten, war er grausam und unmenschlich, die schlimmsten Untate« jedoch ließ ex ungestraft, war selber ihr Urheber und Beschützer. So gedieh der Baum der Gewalt auf dem Boden der Schwäche, und der Stolz auf dem Boden der Demut. Und es gab keinen Ausweg- keine Hoffnung für das Volk, denn alle Rechtswege waren verschlossen. Einmal geschah es, daß an einem Feiertagt Cestius Gallus, der Generalgouverneur Syriens, der bei den Römern in hohem Ansehen stand, nach Jerusalem-kam. Eine ungeheure Menge Jude« umringte den Fürsten und beflagte sich mit Tränen und Geschrei über Florus' Untaten. Sie flehten um Schutz und Gerechtigkeit. •) Flovius Josephus:„Der jüdische Krieg.* lRortsehuno kolat.V «r. 186 Sonntag, 11. August 1935 Sette 3 Verbündete der Bürgertums Wie immer, wenn der hinter der„Sozialistischen Aktion" stehende Kreis mit einer öffentlichen Aeußerung hervortritt» wird das, was gegen die deutsche Sozialdemokratie von jenen gesagt wird, die angeblich die Partei auf den richtigen Weg führen wollen, von der bürgerlichen und insbesondere von der fascistischen und Halbfascistischen Presse weidlich auSgeschlachtet. Solange die„Sozialistische Aktion" erschien, wurde jede Nummer von den bürgerlichen Parteien und ihrer Presse zum Kampf gegen die Sozialdemokraten ausgenützt und unvergessen ist es, wie mitten im Wahlkampf die Argumente der„Sozialistischen Aktion" von den Henlein-Leuten geplündert wurden und eine Broschüre der Henlein-Partei nicht weniger als 22 Stellen enthielt, die aus der„Sozialistischen Aktion" zitiert waren und den Zwecken des Fascismus dienten. Die Herrschaften von der„Sozialistischen Aktion" aber wollen ihrer hehren Aufgabe, dem Fascismus zu dienen, weiter treu bleiben. Sie geben zwar nicht mehr ihre Zeitschrift, aber dafür ein hektographiertes Rundschreiben heraus, über das die bürgerlichen Blätter einen von einer Zentralstelle ausgehenden langen Artikel bringen. Darin wird der„Sozialistischen Aktion" von feiten der bürgerlichen Presse hohes Lob erteilt, es wird gesagt, daß es sich um eine„gut geleitete Zeitschrift" handelt und daß die Argumentierung derselben„scharfsinnig und einleuchtend" sei. Dann wird aus dem Rundschreiben eine Reihe von Stellen zitiert, in denen der Bedeutung des Wahlresultates vom 19. Mai gedacht wird, in einem Sinne, der den ärgsten Feinden der sozialistischen Bewegung in den Kram paßt. Wir sind uns wohl bewußt, daß es den Herrschaften von der„Sozialistischen Aktion", die mit ihrer Zeitschrift kläglich Schiffbruch erlitten haben und die sich nunmehr darauf beschränken, in armseligen Rundschreiben die Sozialdemokratie zu beschimpfen, nicht gelingen wird, viel Schaden anzustiften. Die Rolle aber, zu der sie nun herabgesunken sind, ist wohlverdient. Die Aufgabe der Herren von der„Sozialistischen Aktion" ist keine andere mehr, als das Arsenal der bürgerlichen Parteien und des sudetendeutschen FascismuS mit ein paar Pfeilen zu bereichern, die gegen die Sozialdemokratie abgeschossen werden. SHF-Propagandalelter Beamter der Reichsbahn Die»Elbe-Zeitung" berichtet, daß ein Ingenieur Neumann aus Aussig-Kleische einen hohen Posten bei der Deutschen Reichsbahn an- nahm und wahrscheinlich nicht wieder nach Aussig zurückkehren wird. Herr Jng. Neumann, der im politischen Leben der SdP eine wichtige Rolle stielte,—- er war Propagand al« i t« i her Bezirksleitung— war seit einiger Leit plötzlich aus dem Nussiger Stadtbild verschwunden. Die Post wurde bei dem Hausmeister abgegeben und niemand konnte Auskunft geben, b>o sich der Herr Ingenieur aufhalte. Herr Neuwann betrieb ein Baumeistergeschäft in Aussig, das aber in der letzten Zett sehr schlecht ging, so daß Neumann von seinen Gläubigern hart bedrängt wurde. Er mußte sogar den Offenbarungseid leisten. Also der richtige Mann für eine hohe Stelle tnt Deutschland der braunen Volksgemeinschaft! Es müssen gewichtige Gründe sein, daß die Deutsche Reichsbahn diesen Herrn auf einen hohen Posten stellte, obwohl die Reichsbahn schon sett gerdumer Zeit eine Ausländersperre für Neu-Auf- »ahmen verhängt hat.' Der Vorgang, der hier von einer bürgerlichen Zeitung verzeichnet wird, wirft wieder ein grelles Schlaglicht auf die»Legalität" d-r SHF.. Religion Im„kleinen Grenzverkehr" Aus den an Bayern angrenzenden Gebieten her Tschechoslowakischen Republik wird berichtet, aast an jedem Sonntag in den Grenzgemeinden die Kirchen von bayrischen Gläubigen überfüllt sind, hst über die Grenze kommen, um unbehindert und unbeobachtet ihren religiösen Bedürfnissen nach- stwmen zu können. Die jeden Sonntag einsetzende Wanderung zahlreicher Katholiken über die tsche- woslowalisch« Grenze hat schon di« Aufmerksamkeit her Behörden des Dritten Reiches erregt, die befürchten, daß die Bayern jenseits der Grenze ver« ichiedene Neuigkeiten erfahren könnten, die drüben streng verheimlicht werden. Daher konnte am letzten Sonntag beobachtet werden, daß die Grenze stuft zahlreichen SA-Leuten versetzt war, die allen, Welche keinen besttmmten Gruttd für ihren Besuch w der Tschechoslowakei angeben konnten, de» Erenzübertritt verweigerten. San Ricolo verläßt«ns. Schon vor Monaten st'rß es, daß der Professor des römischen Rechtes ws der Prager Deutschen Universität Marian San Nicolo Prag verläßt. Nun ist es Tatsache gewor- ben und Nicolo tritt den ersehnten Weg ins Dritte Ne ich an, er wird Professor in München. Diese Erkennung hat sich Nicolo Wohl verdient, denn er ist w't Jahren der Rückhalt aller Reaktion und So» hwlistenfeindschaft an der Deutschen Universttät Letvesen, er war der unangenehmste Rektor, den Universität seit dem Umsturz gehabt hat und uer böse Geist aller Rektoren, die nach ihm kamen ^ud die er nur allzu ost in Situationen hinein- Metzt hat, aus denen der Ausweg nur durch Erschütterung des Ansehens der Deutschen Universi- wt gefunden werden konnte. Alle demokratisch ge- ftnnten Menschen werden erfreut sein zu hören. Mst- die Univerittät von diesem Erzreaktionär er- M wird. Judctendcutedicr Zciispicgcf Ein„Erfolg“ der Henleins Bedrohter deutscher Arbeitsplatz und anderes mehr Henlein und seine Trabanten haben mit voller Absicht den gedankenlosen Nationa- l i s m u s des Großteils, der Sudetendeutschen aufs höchste aufgepeitscht. Die geschloffene„Volksfront" sollte den widerhaarigen Tschechen die„Belange" des sudetendeutschen Volkes abzwingen. Sofern man nicht vom Anschluß an Hitlerdeutschland flüsterte, hoffte man zumindestens auf die„Reinigung" des deutschen Sprachgebietes von tschechischen Elementen in den Staatsämtern und Betrieben, sowie Privatunternehmungen. Was jeder erfahrene Politiker, der die Verhältnisse in der Tschechoslowakischen Republik kennt, angesichts der aufgestachelten nationalen Leidenschaften durch die Henleins voraussah, ist nun eingetreten: auf tschechischer Seite antwortet der Chauvinismus mit einer großangelegten, für die Sudetendeutschen sehr gefährlichen Gegenoffensive. Bereits ist ein neuer„Kolonisationsfonds" zur Erwerbung deutschen Bodens geschaffen worden, schon werden seitens der nationalistischen Kampforganisationen Erobe- rungspläne für das Grenzgebiet zur Verdrängung des deutschen Clements ausgearbeitet und ein starker Druck auf das tschechische Kapital ausgeübt, damit es in seinen i n d u st r i e l- l e n Unternehmungen„Ordnung" mache, d. h. die deutschen Arbeiter und Beamten hcrauswerfe. Die„SträZ näroda" veröffentlichte in der Nummer vom 10. Juni d. I. eine Liste von Unternehmungen, an denen die Z i v n o st e n s k ä b a n k a beteiligt ist, und verlangte, daß die bei diesen Unternehmungen angestellten deutschen Beamten möglichst rasch durch tschechische ersetzt werden sollen. Es besinden sich darunter Berg- und Hütten-A.-G., die Böhmische Handelsgesellschaft in Auffig, die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, Paris.»Temps" führt die Römer Berichte darüber, daß den interessierten Staaten der vorläufige italienisch-französische Plan des Donaupaktes mitgeteitt wurde, auf das richtige Maß zurück. Es handle sich nicht darum, sagt das Blatt, einen genauen französisch-italienischen Plan auszuarbeiten, über den sich die künftige Konferenz definitiv äußern soU, sondern es handle sich nur um die Vorbereitung des Arbeitsprogrammes, das die Verhandlungen der Konferenz erleichtern soll. Es sei selbstverständlich, daß alle an dieser Konferenz teilnehmenden Staaten absolute Verhandlungsfteiheit und Freiheit in der Formulierung ihrer eigenen Vorschläge haben werden. „Temps" bedauert, daß es bei der gegenwärtigen Situation nicht möglich sei, dir „einfachste und gleichzeitig sicherste Formel" des in Vorbereitung befindlichen mitteleuropäischen Paktes, d. i. die gegenseitige Hilf« im Falle eines nicht provozierten Angriftrs zu verwirklichen. Die Blätter verhehlen sich nicht, daß die Verhandlungen der künftigen Konferenz mit Rücksicht auf die Politik Deutschlands schwierig sein werden. Sie sehen Schwierigkeiten auch seitens Ungarns sowie auch in dem Stand- punkt der Kleinen Entente. Die Kleine Entente stellt Bedingungen An anderer Stelle druckt„Temps" eine Depesche seines Belgrader Berichterstatters ab, in der die Antwort des in ftanzösischer Sprache erscheinenden»Echo de Belgrade" auf einen kürzlichen Artikel des„Temps" zitiert wird. Das Belgrader Blatt erklärt, es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß der Absatz in dem Donaupakt über die Nichteinmischung bedeute, daß die Kleine Entente nicht weiterhin Interesse an einer eventuellen Inthronisierung der Habsburger haben würde und fügt hinzu: Die künftige Konferenz der Kleinen Entente in Bled werde sicherlich die Bedingungen präzisieren, unter denen die Regierungen von Prag, Belgrad und Bukarest eventuell ihre Zustünmung zum Donaupakt geben würden, keinesfalls eine Lösung der mitteleuropäischen Frage Rom. Der Korrespondent des„M a t i n" erfährt, daß das gemeinsame französisch-italienische Donaupaktprojekt._ das soeben den intereffierten Staaten(der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien, Oesterreich, Ungarn, Polen und Deutschland) vorgelegt wurde, sechs Artikel enthält. In dem ersten Artikel verpflichten sich die Unterzeich- 1 nersiaaten. miteinander treundkebaktl'ckv und ver- das Blechwalzwerk Karlshütte, die Prager Eisen- A.-G. mit ihrer Fabrik in Eger, die Mannesmannwerke in Komotau, das böhm.-mähr. Kol- ben-Danök-Unternehmen, von dem besonders angeführt wird, daß es im deutschen Grenzgebiete in Elektrizitätswerken über eine halbe Milliarde KL an Werten investiert hat, die Kunstseidenfabrik in Lobositz, das„Solo"-Zünder-Unternehmen, der sogenannte Mautner-Konzern, das Westböhmische Kaolinwerk, die bekannten Thonet-MunduS- Werke, der Verein der böhmischen Zuckerfabriken, die Schoellerschen Zuckerfabriken und die Tonwarenerzeugung in Schattau. Noch viel deutlicher ist der tschechische Erobe- rungswille bei den Kohlenbergbauunternehmungen. Hier wird, wie die „Landpost" hervorhebt, nicht nur die Entlassung der namentlich angeführten deutschen Beamten und Ingenieure gefordert, sondern es wird auch die Enteignung der Schächte und di« Vereinigung aller Bruderladen verlangt. Weiters werden die maßgebenden Staatsbeamten im Ministerium für öffentliche Arbeiten aufgefordert, sie sollen mit aller Entschiedenheit trachten, daß ausnahmslos tschechische Arbeitslose neu eingestellt werden und daß die durch die Bergbaue verwüsteten Gebiete mit tschechischen Ansiedlern rekultiviert werden. Unter den angeführten Gruben befinden sich insbesondere die Zeche„Brttannia" in Königswart, die Grube der Haberspirker Kohlengesellschaft in Zieditz, die Schächte der Vereinigten Braunkohlenwerke in Seestadt!, die Gruben der Brücher Kohlenlvcrke, darunter der Marienschacht in Ratschitz; Wetters der Mathildenschacht in Tschausch, der Ludwigsschacht in Chluderitz, der Columbusschacht s n Zalusch, die Schächte„Ella" in Seestadt!,„Un'on" in Krizanau,„Alexander" in Herrlich,„Nelson" und„Franz" in Ladowitz, trauenSvolle Beziehungen zu unterhalten. Arttkel 2 setzt die gegenseitige Nichtangriffsverpflichtung, Artikel 3 die Verpflichtung der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der übrigen Staaten sowie auch die Verpflichtung fest, sich jedlveder Propaganda oder Agitation gegen das politische und soziale Regime in den anderen Staaten zu enthalten. Im Artikel 4 verpflichten sich die Staaten, im Falle einer Verletzung des Paktes untereinander zu beraten und dem Angreifer keinen Beistand zu leisten. Die Artikel 5 und 6 setzen das Vorgehen bei einer Berufung an den Völkerbundrat fest, durch welchen sich sämtliche Signatarstaaten gleichzeitig verpflichten, die Bestimmungen des Völkerbundpaktes zu respektieren. Man erwartet, daß Deutschland gerade im Hinblick auf diese letzte Verpflichtung die Teilnahme an dem Donaupakt ablehnen werde. Auch von seiten Ungarns werden Vorbehalte erwartet, in welchen namentlich die sogenannte friedliche Revision der Verträge und der Beziehungen zu den nationalen Minderheiten gefordert werden wird. „Journal" dringt namentlich darauf, daß Italien sein Verhältnis zu Jugoslawien bessern möge. „Milada II" in Karbitz,„Gustav" in Warwa- schau,„Gabriel" in Judendorf und noch mehrere andere. Wer nur halbwegs einen Einblick hat, wie« viele Unternehmungen im deutschen Sprachgebiet heute von tschechischen Banken(außer der Zivno) abhängen, kann die ungeheure Gefahr für den deutschen Arbeitsplatz ermessen, wenn die dunklen Pläne der tschechischen Chauvinisten verwirklicht würden. Die demokratische Regierung muh hier mit aller Entschiedenheit a b b r e in s e n, um zu verhüten, daß die von Henleins Mannen heraufbeschworenen nationalistischen Geister nicht namenloses Unheil für das arbettende Volk anrichten. Wieder einmal ist zum Schaden des gesamten Deutschtums festgestellt, das man den nationalistischen Teufel nicht mit dem ebenso nationalistischen Beelzebub austreiben kann. Nur eine auf gegenseitige Verständigung aufgebaute, den Staat und die Demokratie bejahende Politik, wie sie von den deutschen Sozialdemokraten betrieben wird, wahrt die Interessen des deutschen Volkes, nicht aber die dumme nationalistische Kraftmeierei der Henleins. Die Frau In der Henlelnpartel Unter diesem Titel schreiben die„L i d o v e n o v i n h": Die, der Stimmenzahl nach größte und der Mandatszahl nach zweitstärkste Partei hat nicht einen einzigen weiblichen Abgeordneten oder Senator. Es ist auch nicht bekannt, daß die Partei Konrad Henleins eine der wichtigsten Parteifunktionen einer Frau anvertraut hätte. Auch in der deutschen Presse, auf die die Henleinpartei und deren Partei-Pressekorrespondenz Einfluß hat, lesen wir nichts darüber, was auch nur von einer kleinen Teilnahme der Frauen an dem Parteileben zeugen würde. In der Henlein-Partei sieht alles so aus, als ob das öffentliche, das politische Leben nur eine Sache der Männer wäre. Die Frau gehört— der Ansicht dieser Bewegung nach — in die Küche. Sie soll Mutter sein. Um das öffentliche Leben soll sie sich nicht kümmern. Tas ist Männersache. Diese Ansicht wird nicht nur in der Sudetendeutschen Partei geäußert; sie äußert sich auch in verschiedenen, sogenannten unpolitischen Organisationen; sie äußert sich auch in der Mutterbewegung Konrad Henleins, in der Turnerbewegung, die— insoweit es sich um die Arbeit der Einzelnen handelt—- streng zwischen Mann und Frau unterscheidet. Di« Frau kann nur Gattin und Mutter sein. Alles andere ist Sache des Mannes, der dem Führer gehorchen, ein guter Kamerad sein und durch Kraft und Furchtlosigkeit hervorstechen muß. Die Sudetendeutsche Partei Konrad Henleins hat nicht die Macht, dort auf die Entwicklung der Dinge Einfluß zu haben, wo es sich um die Stellung der Frau im wirtschaftlichen und politischen Leben handelt. Aber die Sudetendeutsche Partei strebt die Beherrschung des Arbeitsmarktes unserer Deuffchen an und wird in dieser Sache kaum auch die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Männer und Frauen anerkennen. Das könnte schließlich und endlich eine interne Angelegenheit der Sudetendeutschen Partei sein. Wesentlich ift> daß dieHenleinpartei auch imVer- hältnis zur Frau an der gleichen Stelle steht, wie Hitler- d e u t s ch l a n d. Das Verhältnis, das die von der Henleinagitation beherrschten Deutschen zur Frau und deren öffentlichen Funktion haben, unterscheidet sich durch nichts von den Ansichten des Dritten Reiches. Der nächste Schritt des Herrn Schacht Die von Hakenkreuzlern regierte deutsche Zur Stärkung der deutsch-polnischen Freundschaft wird die Reichsmark vom Reichs-Zloty ersetzt Donaupakt— vorläufig ein Luftschloss Uebertriebene Meldungen Italiens— Keine Einigung in Sicht Sette 4 Tonntag, 11. August 1935 5fr. 188 Von der Internationalen Falkenrepublik in Frankreich Die große Friedensfeier auf dem„Platz der Republik** Ein Troppauer Stadtvertreter erschossen! Der Troppauer Rauchfangkehrermeister und Stadtvertreter Otto Hellwig ist am Donnerstag nachmittag das Opfer eines eigenartigen Unfalles geworden. Hellwig befand sich in einer Gesellschaft, die in den Wäldern des Deutschordens bei Ludwigsthal zu einer Jagd eingeladen war. Als die Jagdgäste eben ihre Autos verließen, hantierte angeblich der zufällig anwesende Baumeister Vater aus Freudenthal, der allerdings nicht zur Jagdgesellschaft gehörte, mit einem Jagdgewehr; plötzlich entlud sich die Waffe und die volle Schrotladung drang Hellwig in den Unterleib, so daß ihm der Bauch buchstäblich zerrissen wurde. Hellwig, der erst 38 Jahre alt war, wurde in das Würbenthaler Krankenhaus gebracht, ist aber dort seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Witwe und ein kleines Töchterchen. Die Gendarmerie nahm am Unfallsort die Erhebungen auf. Unlöschbarer Waldbrand auf dem Schwarzen Berg Rcichenberg. Auf dem sogenannten Schwarzen Berg« beim Jeschken brach anscheinend infolge Unvorsichtigkeit eines Rauchers ein Waldbrand aus, von dem etwa 700 Quadratmeter Waldbestand ergriffen wurden. Infolge der anhaltenden Dürre ist der vertorfte Waldboden gänzlich ausgetrocknet, und da infolge Wassermangels an eine Löschung nicht gedacht werden kann, wurde um das von Flammen erfaßte Gebiet ein Graben gezogen. Man wartet nunmehr ab, bis ein ausgiebiger Regen den Brand löscht oder dieser von selbst erlischt. Eine Stadt in Flammen Warschau. Das kleine Städtchen Szczercow bei Lodz ist in der verflossenen Nacht von einem schweren Brand heimgesucht worden, der 96 Wohnhäuser gänzlich einäscherte und über 2000 Einwohner der Stadt obdachlos machte. Der Materialschaden übersteigt 1 Million Zloiy. Riesenbrand in Griechenland Im Zentrum von Sparta ist ein Brand ausgebrochen, der mit rasender Geschwindigkeit um sich griff. In kurzer Zeit stand ein ganzes Stadt- viertel in Flammen. Zahlreiche Häuser wurden von der Feuerwehr niedergeriffen, um den Flammen Einhalt zu tun. Die Gefahr' einer werteren Ausdehnung hes Brandes ist noch nicht gebannt. Expreßzug rast in eine Menschenmenge Fukufu auf Korea ereignete sich Freitag abends ein furchtbares Eisenbahnunglück. Ein Zug raste in voller Fahrt in eine Menge von etwa hundert Koreanern, die in der Dunkelheit auf dem Bahndamm nach heruntergefallenen Kohlen suchten. 13 Personen wurden getötet, 26 wurden verletzt. Der Marxismus und der Wei«. In der „Frankfurter Zeitung" lesen wir folgende Notiz: Der Gauwirtschaftsberater des Gaues Koblenz-Trier erläßt«inen Aufruf, in dem es heißt, der Weinbau in der Westmark sei in eine große Notlage geraten. Deshalb werbe der Weinausschuß des Gauwirtschaftsbeirates bei dem deutschen Arbeiter, daß er sich von der immer noch nachwirkenden marxistischen Auffassung, Wein sei ein Bonzengetränk, abkehre; bei den Beamten und Festangestellten mittleren und höheren Einkommens, daß sie wieder an die Errichtung eines kleinen Privatkellers dächten. Ach sa, nur diese falsche Auffassung vom Wein ist schuld daran, daß keiner getrunken wird. Eine' finanzielle Frage ist das selbswerständlich nicht, denn Geld spielt ja gar keine Rolle mehr in Deutschland, seit die Volksgemeinschaft so wunderbar verwirklicht ist. Wer es mag dennoch sein, daß es heute schon viele Arbeiter gibt, die es vorziehen, alkoholfrei zu leben, weil ein Glas Wein eine lose Zunge machen, und dann allerlei folgen kann. Aber Wein kann ja doch wohl auch unvergoren genossen werden, auch getrocknet wird er von vielen Kindern begehrt, warum wird denn der Wein nicht einmal in dieser Form verkauft? Ist es vielleicht auch eine„marxistische Auffassung", daß frischer Wein lediglich Bonzenfutter ist? Der Gauwirtschaftsberater verwechselt hiebei die F e st st e l l u n g der Marxisten, daß der Wein heute lediglich für die Bonzen erschwinglich ist, mit einer nicht vorhandenen Auffassung, wonach der Wein an sich Bonzengetränk oder Bonzetifutter sei. So schlagen die Herren mehrere Fliegen mit einer Klappe: dem notleidenden Weinbau sagt man: ihr leidet Not, weil die marxistische Auffassung das Weintrinken verabscheut, und den Arbeitern sagt man: schadet euch gar nichts, daß ihr keinen Wein zu genießen kriegt, warum stellt ihr solche schlechten Theorien auf. Ein typischer.Gaunertrick., Genosse Jng. Necas, der Minister für soziale Fürsorge, wird vom 13. bis 81. August auf Urlaub weilen. In dieser Zeit wird seine Privatkorrespon- denz nicht erledigt werden. Internationaler Physiologenkongreß in Leningrad. Freitag wurde in Leningrad der 15. internationale Physiologenkongreß in Anwesenheit von Regierungsmitgliedern, zahlreichen Gästen sowie 1500 Delegierten, darunter 900 ausländischer aus 37 Staaten, eröffnet. Der Vertreter der Regierung, der Sekretär des Zentralvollzugsausschusses Akulow hielt eine Ansprache, in der er auf die Entfaltung der Sowjetwirtschaft und-Wissenschaft hinwies. Er erklärte, daß alle Errungenschaften der Wissenschaft und Technik, die in Rußland erreicht wurden, der kulturellen Hebung der Nation und der Sicherung des Weltfriedens dienten. Bombenanschlag gegen einen Eisenbahnzug. Eine Lokomotive und fünf Frachtwagen wurden Freitag auf freier Strecke drei Meilen außerhalb der Stadt Springfield(Illinois) durch einen Bombenanschlag aus dem Geleise geworfen. Die Schienen beider Geleise wurden durch die Explosion so stark beschädigt, daß der Verkehr unterbrochen werden mußte. Zwei Mann des Zugspersonals wurden schwer und verschiedene andere leicht verletzt. Selbstmord eines Karlsbad« Kurgastes. Gestern abends erschoß sich in einem Kurhaus in der Parkstraße der 1888 geborene reichsdeutsche Kurgast Oskar Braendlein aus Augsburg. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. Brandstifter bei Bodenbach. In Peterswald bei Bodenbach brach in der Nacht zum Freitag in der zur Wirtschaft des Anton Schneider gehörenden Scheune ein Brand aus, der, durch den herrschenden Wind begünstigt, schnell um sich griff i und das Wohnhaus, sowie auch die beiden Nachbarhäuser einäscherte. Die Entstehungsursache ist unbekannt, doch wird Brandstiftung vermutet. Die Arbeiten der Feuerwehren wurden durch den herrschenden Wassermangel erheblich erschwert. Preisausschreiben beim Erfinder-Schutzverband. Es war wiederum eine schwere Aufgabe, unter den vielen, beim Wettbewerb vorliegenden Erfindungen die Entscheidung zu treffen, so. mußte der 2. und 3. Preis geteilt, beziehungsweise verdoppelt werden. Der 1. Preis wurde Herrn Richard Priebsch, Gablonz, für neuartige Glaserzeugniffe, eine gute Wärmeisolierung und eine Truckluftanlage zuerkannt.— Die finanziellen Vorteile dieser Preiszuerkennung wurden auf Wunsch des Preisträgers einem mittellosen Erfinder zugewendet.— Den 2. Preis erhielt Fräulein Walburga Zenker-Weigend, Leitmeritz, für einen Kühlschrank und Herr Jovan Lazarevic, Sabac, für eine Jnsektenschutzscheibe. Der 3. Preis wurde Herrn Bendel, Weißbach, für eine Straßendecke und Herrn I. Reichert, Mastig, für einen Skiständer zugewiesen. Belobende Anerkennungen wurden ausgesprochen für ein Tankschloß, einen Backofen, eine Einfädelvorrichtung für Nähmaschinen, einen Kunstdüngerstreuer, eine Dengelvorrichtung, einen Spielzeughalter, eine Kippmulde für Dezimallvaagen, eine Büttenrand- schere, einen Papicrhalter. Stalins Vertrauter gestorben. In Moskau ist gestern Ivan T o w st u ch a an Tuberkulose gestorben. Er war einer der nächsten Vertrauten Stalins. Bevor.er stellvertretender Leiter des Lenin-Marx-EngelsJnstitutes wurde, war er Leiter der„Geheimabteilung" des Zentralexekutivkomitees der kommunistischen Partei. Bergunglück in Kärnten. Drei Touristen aus Niederösterreich, der Advokat Dr. Otto Stadler, der Prokurist Herbert Fürnkranz aus Aspern und der Müller Hans Hofer aus Lichtenwerth, unternahmen' in Begleitung des Bergführers Johann Baumgartner aus Mauthen einen Ausflug auf den Cellon(Kärntner Alpen). Beim Klettern über die Felsen stürzte der Führer Baumgartner 100 Meter tief ab und blieb am Grunde einer Schlucht mit zerschmetterten Gliedern liegen, während die des Terrains unkundigen Touristen in dem gefährlichen Felsenlabyrinth des Cellon hilflos stecken blieben und weder vor noch zurück konnten. Erst nach einigen Stunden konnten die Touristen Hilfe errufen. Sie wurden von der entsandten Rettungsexpedition in vollkommen erschöpften Zustand ausgefunden. Die Leiche Baumgartners wurde aus der Schlucht geborgen. Die Staatsbahndirektion Olmiitz vergibt für den Zeitraum vom 15. November 1935 bis 15. November 1936 für den gesamten Bereich dder CSR. die Lieferung von 1. Werkftättenschnittholz 1. Klasse (Fichte, Kiefer, Eiche, Pappel, Erle, Esche, Weißbuche, Linde, Buche, Mme und Lärke). 2. Brennholz(weiches Holz, Buchenholz, Bundholz). Offertformulare ad 1. zu XL 18.—, ad 2. zu Kö 7.50 sind bei der Direksionskaffa erhältlich. Versiegelte Offerte sind bis 12 Uhr, den 15. September d. I., der Staatsbahndirektion einzüsenden, wo sie ad 1. um 9 Uhr, ad 2. um 12 Uhr, den 16. September l. I., geöffnet werden. Nähere Kundmachung siehe im„Amtsblatt der CSR." und„Äksktilk pro^elez- nice a plavbu". Steuertermm. Am 12. August 1935 endet die Frist zur Bezahlung der Umsatz, und der Luxus st euer für das zweite Vierteljahr 1934 (ansonsten Erhöhung und 5%, Zinsen von der erhöhten Quote ab 1. Juli 1935 und exekutive Eintreibung.) Wahrscheinliches Wetter heute: Vom Westen her erneut Ausheiterung. In Böhmen stellenweise Morgennebel in den Tälern. Tagsüber ziemlich warm, im Osten jedoch etwas kühler. Ruhig.— Wetteraussichten für Montag: Im allgemeinen schön und relativ warm Neues Interesse für unseren Fremdenverkehr (R. F.) In der letzten Zeit mehren sich die Anzeichen dafür, daß den Problemen unseres Fremdenverkehrs mehr Beachtung als bisher zugewendet wird. Daß die heutigen Zustände dringend einer Besserung bedürfen, wird von keiner Seite bestritten, dafür aber um so entschiedner Krisik geübt. So wurde im„P r a v o L i d u" vor kurzem erzählt, wie ein Engländer, der die Londoner„Cedok"-Filiale aufsuchte, ganz erstaunt war, als ihm nachher mitgeteilt wurde, daß diese das tschechoslowakische Fremdenbüro sei. Nach dem dort vorhandenen Material habe er geglaubt, in einem deutschen oder österrei- ch f f 25 t rt Werbebüro gewesen za sein! Jtl anderen Blättern werden Parallelen zwischen den Wecbemethoden underer Länder und den unsrigen gezogen, die bei der gegebenen Lage der Dinge für die Tschechoslowakei sehr ungünstig ausfallen« mußten. Vor kurzem haben die tschechoslowakischen. Handelskammern dem Handelsministerium ein Memorandum vorgelegt, worin si« als Hauptpunkte die Schaffung eines Bädergesetzes, die Ausbreitung des Netzes der klimatologischen und bäderwissenschastlichen Forschungsstationen, ein neues Verkehrsgesetz, Maßnahmen für die Sanierung verschuldeter Hotelbetriebe und Steuererleichterungen für ausländische Automobile(sind zum Teil bereits eingeführt worden) verlangen. Solche Maßnahmen können gewiß unseren Fremdenverkehr günstig beeinflussen. Es will uns jedoch scheinen, daß sie viel zu einseitig auf die Interessen der großen Kurorte und die Wer- ! bung unter den Luxusressenden zugeschnitten sind. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, die kleinen Sommerfrischen, Ausflugsorte, Sportplätze usw. wieder zu beleben. Hier ist die Not am größten und namentlich in Nord- und Westböhmen spitzt' sich die Lage immer katastrophaler zu. Abhilfe kann hier nur dadurch geschaffen,- werden, indem diese kleinen Fremdenverkehrsorte, sich(eveneuell mit Staatshilfe) zu regionalen Jnteress engemeins chaften zusammenschließen, die unter den mittel- ständischen Schichten des Auslandes ein« Propaganda entfalten, bei der neben den Naturschönheiten unseres Landes auch die für h o ch- valutarische Länder bestehende Billigkeit unserer Lebensverhältnisse in die Waagschale geworfen werden soll. Dabei iwrd die Arrangierung von Pauschalreis en, gegebenenfalls pauschalierten Rundreisen eine sehr große Förderung sein. Da sich die in Betracht kommenden Gegenden zum großen Teil sowohl für Sommer-, als auch für Winteraufenthalte eignen, wird ein solcher Propagandafeldzug bei richtiger Durchfüh-, rung auch verhältnismäßig hohe Anfangskosten decken. Zieht man noch in Betracht, daß auf diesem Wege auch die H e i m a r b e i t, das Baugewerbe und andere Erwerbszweige wesentliche Vorteile erlangen könnten, so möchte man dringend wünschen, daß das endlich erwachte Interesse an unserem Fremdenverkehr auch in dieser Hinsicht zn positiven Ergebnissen führen werde. Vom Rundfunk tapWiltMwarlu aus den ProgranaMi Montag Prag, Sender L.: 6.00: Gymnastik. 12.10: Leichte Musik. 12.20: Jazzorchester-Konzert. 16.30: Nachmittagskonzert, 17.50: Chöre auf Schallplatte^ 18.05: Opern-Arien. 18.20: Deutsche Sendung: Klouöek: Graupen, die alte Bergstabk 18.35: Aus dem Manustript: Klima spielt eia en« Klavierkompositionen. 19.00: Deussche Presse. 21.85: Konzert des Prager Quartetts. 22.45: Deutsch* Nachrichten: Erich Vogt: Die Prager Messe.— Sender S.: 7.30: Salonorchester spielt. 14.20: Deutsch* Sendung: Schallplatte» am laufenden Band. t-* Brünn: 13.25: Arbeitsmarkt und Sozialinformatio-> nen. 15.00: Jazzorchester. 17.40: Deutsche Sendung^ Dr. Bank: Biologische Grundlagen der Bevölkerung^? bewegung. 18.20: Schallplatten: Mozart.— Mäbr.' Ostrau: 17.50: Opern-Arien. 18.20: Deutsche Ar- beitersendung: Maler: Verkürzung der Arbeitszeit' 22.30: Tanzmusik. Dienstag* j Prag, Sender L.: 10.05: Deussche Prell«- 12.10: Chansons auf Schallplatten. 13.40: Mexiko' nische Lieder. 15.00: Nachmittagskonzert. 18.00! Woskobec und Werich auf Schallplatte». 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Emil Strautz' WirtschasilicheS Relief. 18.30: Kinderlieber Tänze. 19.00: Deutsche Presse. 21.00: Violinkonzert 22.30: Tanzmusik.— Sender S.: 7.30: Leicht* Musik. 14.15: Deussche Sendung: Dr. Glaser: Pra* und die Wiener Kunst. 14.35: Leichte Musik. Brünn: 11.00: Schallplatte». 17.40: Arbeitersen' düng: Soziale Informationen. Wellan: Sozial* Aufgaben der Gemeinde. 18.40: Lieder von Kricka- — Mährisch-Ostrau: 12.30: Orchesterkonzert. 18.20: Deutsche Sendung: Landwirtschaft. Szenen aus Wa«' ner-Opern. 21.25: Funkorchesterkonzert.— Prelp bürg: 18.00: Klavierkonzert.— Kaschaur 21.00* Rumänische Volkslieder. Frankreichs Kriegshafen Toulon in dem in den letzt« Tagen blutig gekämpft wurde 9tr. 186 Sonntag, 11. Angust 1935 Seite 5 Aus der Geschichte des Suezkanals (AP.) Die hitzige Diskussion über die Frage, ob die Sperrung des Suezkanals berechtigt sei oder nicht, hat in der Weltpresse viele Einzelheiten über die historische Entstehung des Suez- kanals zutage gefördert. Der Gedanke, die Sperre zwischen Mittelmeer und Rotem Meer zu durchstechen, ist alt. Schon im 11. Jahrhundert v. Chr. ist er nachweisbar. Die Pharaonen haben bereits Projekte ausgearbeitet, wie die Schiffahrt erleichtert werden könnte. Sie kamen aber nicht zustande, bis auf einen kleinen Kanalbau des Königs Nccho, an dessen Erweiterung auch Darius und Ptolemäus II. arbeiteten. Doch nahm man später davon wieder Abstand. Der römische Kaiser Trajan griff die Pläne wieder auf, hatte aber auch nicht mehr Glück. Dann folgten die Einfälle barbarischer Stämme, so daß an die weitere Betreibung der Angelegenheit nicht zu denken war. Erst dieBenezianer machten sich 1517, erneut ans Werk. Venedig, das den Portugiesen die Vormachtstellung im Handel mit dem Orient streitig zu.machen suchte, schlug dem Sultan ein Projekt zum Durchstich des Isthmus vor, doch der Sultan lehnte ab. Frankreich griff ebenfalls unter Ludwig XVI. und später unter Napoleon das Vorhaben auf, aber auch Privatinteressenten studierten eifrig diese Frage. Nach Vorarbeiten des Genuesers Ghendini um 1820 arbeitete der Oesterreicher Negrelli einen Plan aus, der einen Kanal von 169 Kilometer Länge vorsah (1855). Der Tod entriß diesen genialen Techniker seinen Studien. Die eigentlichen Entwürfe stammen dann, wie allgemein bekannt, von dem jungen französischen Konsul in Kairo, Ferdinand L e s s e p s, eineni Verwandten der Kaiserin Eugeme. Er gründete dann auch die Gesellschaft des Suezkanals, deren Aktien von Frankreich und vom ägyptischen Vizekönig, zum Teil aber auch von Triest, Genua und Venedig erworben wurden. England hielt sich vollständig fern. Die Konzession wurde vom ägyptischen Khedive 1856 erteilt. 15 Jahre später war das Werk vollendet. Damals vollzog sich gerade die Umwandlung vom Segel- zum Dampfschiff. 1880 betrug das Tonnengewicht der Schiffe, die den Kanal durchquerten, 3 Millionen. Im letzten Jahre waren es 31,750.000 Tonnen. In den italienischen Blättern verweist man jetzt angesichts der englischen Drohungen dckrauf, daß an der Seite von Lesseps nicht wenige Italiener an leitender Stelle standen, daß die ersten Pläne von Italienern stammten, daß Frankreich die Durchführung finanziell ermöglichte und daß England erst nach dem Abschluß dem Khedive von' Aegypten die Aktien abkaufte, die ihm die Oberaufsicht und Verwaltung sicherten.. Ferner betont die^alieiü-, schePressc, welch ungeheurenAnteil der italienische Handel und Schiffsverkehr im Suezkanal habe —• 1935 stand Italien hinter England bereits an Zweiter Stelle— und erklärt, Suez und Gibraltar seien die beiden Lungenflügel, die Italien unbedingt zur Atmung notwendig habe. Neuartiges Luftschiff. Auf dem Flughafen von Touffus-la-Noble(Frankreich) wurde ein neuartiges halbstarres Luftschiff ausprobiert, das die besondere Eigenschaft hat, vertikal starten und landen zu können. Die Führergondel ist mit einem Zugpropeller versehen, der von einem Motor betrieben wird. Ein 12 PS-Motor mit Bor- und Rückwärtsgang betreibt einen zweiten Propeller, der unter der Gondel angebracht ist. Mit Hilfe dieses Propellers kann lms Luftschiff senkrecht starten und landen. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 75 Stundenkilometer. Maschinenflug— Menschenflug Es ist uns allen gar nicht so recht bewußt, daß wir gerade im Zeitalter der übersteigerten Teistungen des Menschen auf allen Gebieten, auch auf dem des Sportes, einen uralten Menschheitstraum, dessen Lösung zugleich alle menschliche Kraft der Muskeln und des Gehirnes verlangt, im Stich gelassen haben. ." In allen Richtungen durchschneiden heute Aeroplane das Lustmeer um den Erdball. Maschinen fliegen, nicht der Mensch! Gerade in den letzten Monaten sucht der Mensch mit aller Anstrengung, selbst den Beweis zu führen, wie unnötig er auf diesen Flugmaschinen ist. In allen Ländern werden Flugzeuge gebaut, die automatisch als Robotenmaschinen, ohne die lenkende Hand eines Mannes am Steuerrad ihren Weg durch den Luftraum nehmen können. So wurde dem Publikum in London bei einem Fest der »Königlichen Luftmacht" am 29. Juni dieses Jahres ein Flugzeug ohne Bemannung vorgeführt. Dieses Flugzeug wurde von einem Radiosender von der Erde auS gesteuert, es führte alle Flug- wanöver wie ein gewöhnlicher Apparat aus, genau so, als wenn ein Mensch in ihm sitzen würde. Wir haben das Ideal der fliegenden Maschine erreicht. Der uralte Traum des geistig erwachten Menschen war es, sich selbst mit eigener Kraft wie rin Adler in die Luft heben zu können^ Also d e r fliegende Mensch, nicht die fliegende Maschine. Was wir heute tun, sich mit fremder Kraft in die Luft heben, das muß sein Gleichnis weit zurück in der Menschheitsgeschichte suchen. Die Tonzhlinder Babylons zeigen uns Etana, der Praktischer Sozialismus für England (Schluß.) Geplante Wirtschaftsentwicklung ist auch die einzige Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit, den Fluch des Kapitalismus, zu bekämpfen. Wichtig ist die Rolle, die öffentliche.Arbeiten spielen müssen. D. wendet sich gegen die orthodoxe Meinung, die öffentliche Arbeiten nur verwenden will,„um die Schwankungen in der Nachfrage nach Arbeitern auszubügeln". Oeffentliche Arbeiten müssen mehr sein als ein Ergänzung privater Initiative und der Entwicklung sozial wichtiger, bisher vernachlässigter Zweige dienen. Die Mittel würden durch Anleihen und eine geeignete Kreditpolitik beschafft werden. Es ist natürlich, daß in England auch von den Sozialisten die währungs- und kreditpolitischen Fragen mit besonderer Gründlichkeit untersucht werden. Englands Macht ist zum großen Teile Finanzmacht. Ihre innen- und außenpolitischen Ausstrahlungen sind ebenso wichtig wie unbekannt. Die Labour Party würde, wenn sie an die Macht käme, die Bank of England, die eine Privatbank ist, und die anderen wichtigen Banken verstaatlichen. Die Labour Party ist eine Gegnerin des Goldstandards, der„goldenen Kette", und zieht einen auf wichtige Waren gegründeten Standard vor. Das Preisniveau muß möglichst stabil gehalten werden, was die Zentralbank über die Diskontrate, die Notenpresse und durch Operationen auf dem offenen Markt bewirken kann.' Bisher war für Investitionen das Gewinninteresse, nicht der soziale Vorteil maßgebend. Darum schlägt die Labour Party einen Nationalen Jnvestitionsrat vor, der dienotwendigen finanziellen Mittel aufbringen und an die geeigneten Stellen leiten würde. Die Anleihen an ausländische Staaten sollen eingeschränkt werden, weil sie häufig zu politischen Die Geliebte erdrosselt. In Nova Ves in der Slowakei erdrosselte der 28jährige Karl L o w a s seine 24jährige Geliebte Julie Polak. Lowas beging die Tat aus Zorn darüber, daß seine Geliebte Bekannten mitgeteilt hatte, daß sie sich Mutter fühle. Der Mörder wurde verhaftet. Ein Mord nach einem Monat entdeckt. In einem Wald in der Nähe von Holleschau wurde die Leiche eines seit einem Monat vermißten Mannes aus P r i l e p gefunden. Der Körper lag unter Reisig und Blättern vergraben. Die Gendarmerie stellte fest, daß es sich um einen Mi0 r- d handelt. Rekordjahr der Flugkatastrophen in Japan. In der letzten Zeit häuften sich in I a P a n die Zahl von Flugunfällen und Opfern an Menschenleben, welche diese Katastrophen erfordern. In diesem Jahre beziffert sich bisher die Zahl der Menschenopfer von 31 Flugkatastrophen auf 46 Personen, darunter 22 Matrosen, 20 Soldaten und vier Zivilisten. Reue Hitzewelle über USA. Die Hitzewelle, die seit mehreren Tagen den Südwesten der Vereinigten Staaten heimsucht, hat wieder 15 Todesopfer gefordert. Auf einer Zuchthausfarm in Louisiana sind allein drei Neger st räflinge infolge der dort herrschenden Gluthitze g e st o r b e n. Die Temperaturen bewegen sich in den Gebieten, die von der Hitzewelle betroffen sind, zwischen 35 und 50 Grad Celsius. Verwicklungen führen. Die Regelung und Planung der Investitionstätigkeit ist eine der Schlüsselpositionen, von denen aus der Angriff gegen die Arbeitslosigkeit geführt werden kann. Es ist nicht möglich, sich hier mit dem außenpolitischen Programm eingehend auseinanderzusetzen, schon Weil es an dieser Stelle vor kurzem anläßlich der Besprechung des Buches Arthur Hendersons geschah. Dr. Dalton, der zur Zeit der zweiten Arbeiterregierung für die englische Außenpolitik mitverantwortlich war, sieht im Prinzip der kollektiven Sicherheit des Völkerbundes die stärkste Friedensgarantie. Die Kolonialpolitik der nächsten Labourregierung faßt er in zwei Worten zusammen: Sozialisierung und Selbstverwaltung, Unerläßlich für den Frieden der Welt ist eine Abrüstungskonvention, die Schaffung einer internationalen Polizei, die Nationalisierung der Rüstungsindustrie und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Völker. Den Wunsch nach Grenz- r e v i s i o n hält Dalton für vielfach unbegründet. Es ist nicht die Aufgabe von Sozialisten, Grenzen zu revidieren, sondern sie zu beseitigen. Dr. Daltons Buch ist ein gründlicher und wichtiger Beitrag zu der schon ansehnlichen Literatur über Programm und Taktik der Labour Party. Der Autor, der von seiner diesjährigen Studien- und Bortragsreise durch die Tschechoslowakei auch bei uns bekannt ist, hat in seinem Buche seine Erfahrung als Finanzwissenschastler und praktischer Politiker verwertet und besonders in der Kommentierung und gedanklichen Weiterbildung des offiziellen Programms der Labour Party sehr Beachtliches geleistet. Es ist eine der Stärken der englischen Arbeiterbewegung, daß für sie die Zeit der Machtlosigkeit, die der Niederlage folgte, nicht eine des Defaitismus und der Zersplitterung ist, sondern eine des geistigen und programmatischen Aufbaus. O. F. Der Automobilverkehr auf der Großglockner- Straße ist seit der Eröffnung der Straße ungewöhnlich stark. Die Straße wird täglich von 600 bis 800 Automobilen befahren. Mit 80 Frauen verheiratet. In Belgrad wurde der frühere Millionär Konstantin M a n e a wegen Betruges, Diebstahls, Polygam i e und acht anderen Delikten in Hast genommen. Manea, der erst 28 I a h r e alt ist, hat einen Rekord aufgestellt; er hat 8 0 Frauen regulär geheiratet! Wie es gemacht wird. Die elenden Machenschaften der Nazi gegen jüdische Volksgenossen illustriert ein Flugzettel, der uns von. einem Reichsangehörigen zur Verfügung gestellt wurde. Er hat folgenden Text: Jüdische Frechheit Der Jude Hoffmann, Blumenstraße 62/63 Milch- und Kolonialwarengeschäft, erlaubte sich am Sonntag, 8.30 Uhr, einen Parteigenossen zu belästigen. Deutsche Volksgenossen, kauft nicht bei Juden! Dieser Boykottzettel wird seine Wirkung nicht verfehlen. Tas Mindeste ist, daß der jüdische Geschäftsinhaber geschäftlich ruiniert wird, wenn ihm nichts Schlimmeres droht. Und hierzulande gibt es Menschen und eine gewisse Presse, die sich an der Volksgemeinschaft Hitler-Deutschlands nicht genug berauschen können, aber in einem Atem auch für die„R e ch t e d e r Minderheiten" kämpfen möchten, die man im Hitler- Paradies täglich mit Füßen tritt! Jn Xütxc D Nom(AP.) Das Sondergericht von Asmara (Erythräa) hat sechs Arbeiter wegen Rebellion zürn Tode verurteilt.— Jn Neapel kamen in einer der letzten Nächte zwei neue Transporte mit Hunderten von erkrankten Soldaten an.— 3laä) Meldungen aus Mailand wurde der Sekretär des Fascios von Pescacosta, Francecso Tallis. einer der Faseisten der ersten Stunde und Teilnehmer des Marsches auf Rom, von einem 23jährigen Reserveoffizier erschossen. Simla.(Reuter.) Im Staate Lahore(Indien) kam rs zu Ausschreitungen gegen die Agrarreformen.-Die Polizei machte von der Schußwaffe Gebrauch, wobei drei Personen getötet und 47 verwundet wurden. Singapur.(Reuter.) Wie aus Bangkok gemeldet wird, sind in Siam Unruhen ausgebrochen. 15 Unteroffiziere wurden verhaftet urw werden wegen Aufforderung zum Ungehorsam in der Armee abgeurteilt werden. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Ein Konsumentenamt in den Vereinigten Staate» In einer Pressekonferenz kündigte Roosevelt die Schaffung des Amtes für Konsumentenprobleme an, das Walter Hamilton Gill übernehmen soll. Dieser Berater hat sich vor allem mit den Fragen der Preisgestaltung im Lebensmitteldetailhandel und mit den durch den Zwischenhandel hergerufenen Preiserhöhungen zu befassen. Ein„Fünfjahrplan" in Großbritannien Da Lloyd George's Plan vorläufig inaktuell geworden ist, wird nun ein neuer Plan in England verbreitet, unter dessen Verfassern sich der Schriftsteller H. G. W e l I s, der Gewerkschafter Arthur Pugh, Professor Gilbert Murray u. a. befinden. Der Plan heißt»Die nächsten fünf Jahre" und tritt für die Schaffung einer Reihe von Planungsstellen ein, so eines staatlichen Planungskomttees, eines wirtschaftlichen Generalstabes, einer Stelle für Wirtschaftsentfaltung regionaler Planungsausschüsse, eines Wirtschaftsbeirates usw. Ein interessantes Arbeitszeit- Experiment In einem Referat auf dem Kongreß der englischen Glasindustriellen hat der Fabrikant Pilkington von einem interessanten Experiment mit der Verkürzung her Arbeitszeit Mitteilung gemacht. In Anbetracht der fortschreitenden Mechanisierung dieses Produktionszweiges sei er zur Ansicht gelangt, daß man in gleichem Maße die Arbeitszeit vermindern müsse. Im August 1933 sei in seinen Betrieben eine Arbeitszeit von 42 Stunden«ingeführt worden, wobei die Arbeiter im allgemeinen den gleichen Lohn innerhalb 14. Tagen erhalten wie früher für eine um vier bis sechs Stunden längere Arbeitszeit; allerdings wurden die Ueberstundenzahlungen eingeschräntt. Das Ergebnis sei: Bei einer Senkung der Arbeitszeit um 10 Prozent eine Produktionssteigerung um 15 Prozent, eine Zunahme der Beschäftigungszahl um 8.4 Prozent und eine Produktivitätssteigerung vro Arbeiter um 11.4 Prozent. Der Gewinn sei durchschnittlich gleichgeblieben. Der Referent sprach die Ansicht aus, daß analoge Maßnahmen in anderen Produktionszweigen erst recht erfolgreich sein müßten. sich von der Kraft eines mächtigen Adlers in die Lüfte tragen ließ. Sinnbilder wahrhaft höchster menschlicher Sehnsucht aber sind die Sagen von Wieland dem Schmied, von DäidaluS und Ikarus. Die germanische Edda singt von dem kunstreichen Goldschmied Wieland, der die Federn der Wildgänse zu mächtigen Flügeln aneinanderfügte. Durch zerschnittene Fersensrhnen gefesselt, wirft er sich mit der Kraft seiner Arme mit mächtigem Flügelschlag in den Wind und erhebt sich gleich den Adlern. Auch in der griechischen Sage befreit sich Dädalus von den Fesseln irdischer Gefangenschaft, indem er aus Schwanenschwingen und Wachs sich Flügel baut. Nur sein Söhn Ikarus stürzt ins Meer, weil er zu übermütig sich der Sonne entgegenwarf. Immer wieder versuchte der Mensch, diesen Traumwunsch in die Wirklichkeit zu tragen. Doch die meisten bezahlten es mit ihrem Leben. Nach dem Jahre tausend sprang der Benediktinermönch Oliver von Malmesburg mit Flügeln von einem Turm. Er stürzte jäh zur Erde, brach sich beide Beine und starb. Wieder zweihundert Jahre später versuchte ein Sarazene die Fliegende Kunst vor Kaiser Manuel Comnenos in Konstantinopel zu zeigen. Diesen ttieb die Ungeduld der Zuschauer in den Tod. Sie höhnten den Sarazenen, als sich kein Wind zeigte und er wartet«. Da sprang er doch und zerschmetterte. Im Mittelalter waren es Mönche, die immer wieder versuchten, das Geheimnis des fliegenden Menschen zu finden. Aber sie stürzten immer, brachen sich Arme, Beine, Genick. Berühmt durch den Ingenieur-Schriftsteller Max Eyth ist der fliegende Schneider von Ulm, Albrecht Berblinger, geworden. Vom Münster will er mit seinen Leinenflügeln über die Donau fliegen. Er fällt hinein und wird von den Fischerknechten, elend verhöhnt, derausgezogen. Viel Zeit verging und keinem gelang es, das Problem zu lösen. Um das Jahr 1808 baute sich in Wien der Uhrmacher Degen ein paar mächtige Flügel von sieben Meter Spannweite aus gefir« nistem Papier. Hochsteigen konnte er mit seinen Flügeln erst, als er über sich einen kleinen Ballon anbrachte. Diese sonderbare Maschine führte er dann dem Volke im Wiener Prater vor. Kühn geworden, ging er nach Paris, um seine Kunst zu zeigen. Aber dort wählte er einen zu kleinen Ballonaustrieb. So sehr er- mit den Flügeln schlug, er kam nicht^bom Boden hoch und die wütenden Pariser verdroschen ihn elendiglich. Einen ähnlichen Weg ging siebzig Jahre später de Groof. Er ließ sich mtt seinen Flügeln von einem Ballon an einem Seil etwa dreißig Meter hochheben und dann abschneiden. Es zeigte sich, daß Degen in Paris trotz seiner Prügel noch besser fuhr als de Groof hier in London. Dieser fiel, abgeschnitten, wie ein Stein zu Boden und zerschellte. Von dieser Zeit an hatte man den Glauben an den Muskellraftflug des Menschen verleben und begann sich mehr auf die Maschine zu verlassen. Mit welchem Erfolg, das wird anschaulich der nächste Krieg zeigen. Inzwischen hat es aber immer wieder Menschen gegeben, die neue Versuche machten, mit Flügeln und eigener Muskelkraft zu fliegen. Besonders in neuerer Zeit sind diese Experimente wieder häufiger geworden. Wir wollen dabei nicht von den Segelfliegern sprechen, jener Abart der Aeroplane, die sich von günstigen Winden tragen lassen und die ohne jeden Motor soviel Erfolge für sich buchen konnten. Eine neue Art des Muskelkraftfluges spuckt seit Erfindung des Fahrrades in den Köpfen vieler Menschen. Jeder, der in seinem Leben viel mit Schlossern, Mechanikern und Monteuren zusammenkommt, hat schon einen getroffen, der das fliegende Fahrrad erfunden haben wollte. Seltener sind die, die es auch zu bauen versucht haben. Nun hat dieser Tage auf dem Moskauer Flugplatz ein Erfinder ein neues Modell eines solchen fliegenden Fahrrades vorgeführt. Es ist ihm auch gelungen» durch heftiges Treten der Pedale neunzehn Sekunden über der Erde zu fliegen. Eine neue Abart des fliegenden Menschen zeigte der kühne amerikanische Fallschirmab- springer Clem. Mit einem Fluganzug aus Aluminiumstreben und leichtem Tuch sprang er aus einem Flugzeug. Dann führ er wie eine Schwalbe durch die Luft. An der Erde wäre er aber trotzdem wie ein Stein zerschellt, wenn er nicht vorher den mitgeführten Fallschirm geöffnet hätte. Durch diesen Vogelanzug erhält aber jedenfalls der Fallschirmabspringer eine Manövrierfähigkeit.. Er kann seinen Absprung nach einem Punkt hin dirigieren und das ist auch der praktische Sinn dieses Vogelanzuges, den in einem neuen Modell auch der russische Fallschirmabspringer Georg Schmidt über dem Moskauer Zentralflughafen vorgeführt hat. Schmidt sprang in einer Höhe von eintausendzweihundert Metern aus dem Flugzeug. Er kreiste mtt einer Fluggeschwindigkeit von zwanzig Metern in der Sekunde über dem Platz. Jn einer Höhe von sechshundert Metern öffnete er dann den Fallschirm. In diesen Julitagen des Jahres 1935 hat auch die Donau wieder ihren neuen Albrecht Berblinger in ihre kühlen Fluten ausgenommen. Der junge Erfinder Stephan Kiraly sprang mit angeschnallten Flügeln von einer Eisenbahnbrücke bei Budapest. Er landete nach einigen Schlägen seiner Flügel in der Donau. Seinen Rettern eicklärte er, daß er die Versuche solange fortsetzen werde, bis er das Problem des Fluges mit MenschenmuSkel- krast gelöst hätte. D. Seite 8 „Sozialdemokrat* Sonntag, 11. August 1935. Nr. 186 Robert Montgomery und Madge Evans in dem MGM-Film„U-Boot A.L. 14" Spwt-Spiel-JCiirpapffcflfc Kunst und Wissen Abonnements- Bestellschein Johnny Weißmüller und Manvren O'Snllivan in dem Film„Tarzan, der Sohn der Wildnis Wasch mir den Pelz... Die bekannte norwegische Eislanfknnstlerin Sonsa Henle wurde von ihrem Verband wegen Verletzung der Amateurbestimmungen mit einer— Rüge„bestraft" l Sparta trug am Samstag mit der CAFC ein Freimdschaftsspiel aus und gewann 8:1(4:1). fert und mit einer als Sturmtrupp organisierten Elefantenherde und aus Leibeskräften tobenden Wilden die Grundlage für Lücherfolge geschaffen. Auch die geraubte Dame(die Maurern O'Snllivan spielt) wirkt oft heiterer als ihr Schicksal.-eis- Nm eine Bulldogge. Gestern mittags fuhr der 46jährige Jarosiav Novotny, Inhaber einer Schlosserwerkstatt in Straschnitz mit seinem Auto ß—30615 durch die Premyslstraße von Branik nach Prag, als ihm beim Hause Nr. 16, gegenüber der Säge, eine große Bulldogge direkt in die Fahrbahn lief. Da er nicht mehr bremsen konnte, riß Novotny, um den Hund nicht zu überfahren, das Auto scharf nach links, wobei er auf den Gehsteig fuhr, bei der Haltestelle der Elektrischen eine elektrische Leitungssäule umwarf und zwei Passanten, einen Mann und eine Frau, die auf die Tramway warteten, zu Boden stieß. Der eben vorbeifahrende K" Ros aus Kosik erbot sich, sie in seinem Auto ins Krankenhaus mitzunehmen. Dort, auf der Klinik Jiräsek, wurde festgestellt, daß der Mann, der 34- jährige Arbeiter Franz Krejci aus Dejwitz,«ine Quetschung des linken Fußes und die Frau, die 25- jährige Rüzena Svetnicka aus Podol, einen Bruch der rechten Hand und ebenfalls eine Quetschung des linken Fußes erlitten hat. Beide blieben im Krankenhaus. Drei Selbstmordkandidaten. Der 23jährige Sohn des Gefangenenaufsehers Franz B. aus Leit- merrtz, der zu Besuch bei seinem Vater in Prag weilte, sprang gestern nachmittags aus dem 4. Stock der väterlichen Wohnung in der Korngasse und erlag seiner Verletzung— einem Schädelbruch— auf dem Wege ins Krankenhaus. Nach der Aussage des Vaters kann das Motiv der Tat— er hatte seinen Sohn, der in der letzten Zeit an einer Nervenkrankheit litt, eben aus Leitmerih abgeholt— nur eine momentane Geistesverwirrung sein.— Gestern nachmittags wurde die 43jährige Beamtensgattm Augusta Opletal von ihrem Gatten in der gemeinsamen Wohnung in der Podskalskä bewußtlos aufgefunden. Auf der Klinik Hynek wurde eine Vergiftung mit einem unbekannten Gift festgestellt. Das Motiv der Tat vermochte weder der Gatte, noch die Kranke selbst, die aus ihrer Ohnmacht noch nicht erwacht ist, anzugeben.— Eine hartnäckige Selbstmordkandidatin ist eine Frau Langweil aus Branik, die gestern um 3 Uhr nachmittags in der Gerstengasse von Paffanten dreimal hintereinander zurück- geriffen wurde, als sie versuchte, sich vor ein Auto zu werfen. Sie^atte ein 14 Monate altes Kind bei sich. Da sie auf der Polizeiwachstube auf Fragen keine Antwort gab, und gerade nur ihren Namen nannte, konnte das Motiv der Tat nicht festgestellt werden. Es dürfte sich aber um eine'Schwachsinnige handeln. Zum hundertjährigen Jubiläum der böhmischen Georgienzucht wird vom 18. August bis 25. August im Nyslbek-Päbillon in Prag kitte Geor"- aienausstelung veranstaltet werden, die sämtliche in- und ausländischen Arten von Georgien umfassen wird. Die Ausstellung wird den Fortschritt der Georgienzucht im Verlauf von 100 Jahren veranschaulichen. Bauerntheater in der Kleinen Bühne Das ist einmal eine recht liebenswürdige Ab- wechslung und überdies auf jeden Fall theatermä- ßiger als die vordem besorgten Zwischensaison-Gastspiele Griinbaums oder Bergs. Das Theater der „Löwinger" hat jetzt bald ein Jahrhundert auf sei» nein breiten Buckel und ist wohl, ähnlich den bayrischen Tegernseern oder Schlierseern, als die beste wandernde Bauernbühne eines österreichischen Gebietsteiles(des nieder- und oberösterrei- chischen) anzusehen, freilich ohne die große Kraft und auch die hervorragenden darstellerischen Persönlichkeiten der erstgenannten Truppen loder etwa der Exl-Bühne) zu erreichen. Paul Löwinger, der die dritte Generation repräsentiert, ist zwar ein urkomischer Schauspieler und ein tüchtiger Autor; aber sein„Jogl vom Wegscheidhof" ist doch ein bis- serl zu sehr nach dem Schema gemacht. Doch lustige Einfälle, manch handfeste schauspielerische Leistung (wie etwa die der Hansi Zeilinger) unterstützen wirksam den allgemeinen Reiz, der vom Milieu und vom Dialekt ausgeht und an einigen Stellen gelingt es den Leuten wirklich, zu innerst zu ergreifen. Kommt dazu lustiges und kunstgerechtes steirisches Jodeln und ein Zither-Duett, das allen Frohsinn, alle Tiefgründigkeit der österreichischen Landschaft, alle Illlfreudigkeit und manche sonstig« Eigenart der Aelpler in den Raum zaubert. Dafür nimmt man ohne Murren manches allzu Dilxttan- Waldsanatorium Dr. SchweinburS ZUCKMANTEL, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- und Stoffwechsel-Krankheit# 1 Mäßige Pauschalkuren sor> Mährer(DFL Vraa> kickt de« Ball ins Publikum Und die Folgen Am 17. September 1933 fand in Teplih ein Fußballwettspiel DFE P'ag gegen TFK statt. Im Verlause des Spieles beging Mährer(DFC) ein« Regelwidrigkeit, die der Schiedsrichter mit einem Freistoß für den TFK bestraft«. Mährer, deffen Svielwoise bei den Zuschauern wenig Gefallen fand, kickte dann mit dem Ruf:„Wartet, ich werde es euch schon zeigen!" den Ball gegen die Zuschauer und traf den in der ersten Reihe fitzenden Anton Donath(Aussig) im Gesicht. Donath siel in Ohnmacht, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und außerdem eine leichte Verletzung des rechten Unterkiefers. Mährer hatte sich deshalb vor dem Tep- litzer Bezirksgericht wegen. Uebertretung der körperlichen Sicherheit zu verantworten. Er wurde trotz seiner Verantwortung, daß ihm keine absichtliche Schädigung des Privatbeteiligten, der einen Schadenersatzanspruch von 3100 K5 geltend machte, zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Kö verurteilt. Mährer legte gegen die Verurteilung Berufung ein, über welche dieser Tage beim Kreisgericht in Leit» meritz verbandelt wurde und eine Bestätigung der vom Erstrichter in Tevlitz verhängten Strafe brachte. Mährer, welcher fich bei seiner gerichtlichen Einvernahme in Vraa entsvrechend seiner Geburtsdoku- mente als Tscheche bekannte, gab fich in Teplitz als Deutscher und in Leitmeritz war er schon ein Angehöriger der jüdischen Nation. tische in Kauf und die Hoffnung mit auf den Weg, daß der gesunde Sinn des österreichischen Volks es auch auf der Bühne der Welt bald wieder werde anders erscheinen lassen als ehe» jetzt. L. G. Tarzan, der Sohn'der Wildnis Der nach den Vorbildern Karl May, Edgar Wallace und Rudyard Kipling für ein keineswegs kritisches Lesepublikum hergestellte Roman vom Dschungelmenschen Tarzan ist— des großen Erfolges wegen— seinerzeit in Serien erschienen, und so ist es unvermeidlich, daß auch die Tarzan-Verfilmungen in immer neuen Variationen ihr Thema wiederholen. Sie wiederholen übrigens nicht nur. das Thema, sie wiederholen sich beinahe in allen Einzelheiten: es ist immer wieder die Liebesgeschichte des Urwaldmenschen und der in sein Reich geratenen jungen Dame, die erst von ihm geraubt, erschreckt und ein wenig mißhandelt und dann von ihm gerührt, gerettet und erobert wird.Was wechselt,ist die Besetzung und der Regie-Aufwand. Während wir früher mehrmals den Meisterschwimmer Buster Crabbe als Tarzan genießen konnten, sehen wir 'jetzt den noch bekannteren Meisterschwimmer Jonny Weißmüller, der jodelt, wo Grabbe brüllte, und statt mit ein oder zwei Löwen gleich mit einem Dutzend diverser Raubtiere Ringkämpfe und Wettschwimmen veranstaltet. Ansonsten springt auch er von Ast zu Ast, hält mit Affen seltsame Zwiesprache, trägt nichts als einen Lendenschurz(und im Notfall ein Messer)— und seine Dame trägt er auf starken Armen durch Gestrüpp, Geäst und Gewässer. Der Regisseur Van Dyke hat dazu noch eine Art I Völkerschau und einen zoologischen Garten gelie- Das Recht auf Glück Von den vielen verfilmten Frauenromanen aus Hollywood ist dieser einer der schwächsten, denn er wirkt weder glaubwürdig noch typisch, noch interessant. Was die Hauptperson um ihres Kindes willen (dessen Vater bei einem Flugzeugunfall ums Leben kam) erleidet und erlistet, ist lediglich durch krasse Zufälle bedingt, und die drei Männer, die ihren Lebensweg kreuzen, erscheinen und verschwinden wie aufs Stichwort. Am Ende scheint es(obwohl es nicht ganz sicher ist). einen Austausch zu geben, bei dem die Mutter des Kindes den Adoptiv- Vater nimmt, während die in Aussicht genommene Adoptsv-Mutter an den singenden italienischen Grafen abgetreten wird, der sich zuvor heftig um die echte Mutter bewarb. Der edelste der drei Männer, der die unglückliche Mutter einst vor dem Selbstmord bewahrte, geht leer aus— aber mit il,m auch der Zuschauer, der nicht einsehen kann, was ihn an all diesen Schicksalsverkettungen interessieren soll, die man durch die am Ende aufgestellte Behauptung, daß eine Frau ihrem Manne(und ihrem Kinde) die Vergangenheit verschweigen solle, vergeblich zu einem Problemstück erheben wollte. Auch Regie und Darstellung erheben sich nirgends über den Durchschnitt. Der Spielleiter Gregory La Cava hat nichts als einen monotonen Szenen-Ablauf zustandegebracht. Und die beiden Hauptdarsteller Elice Brook und Ann Harding machen anständiges Theater, ohne die Unwahrschein- lichkeit und Belanglosigkeit des Dargestellten über» , winden zu können.-eis- VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER&Cie., Pilsen 4« sind die allerbestenl Abonniere ab 1935 das täglich erscheinende Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei „<5o3tal&emofrot" Verwaltung Prag XU., Fochova ti. 82, zum Preise von 18 Kö monatlich, und sende diesen Betrag nach Erhalt des Erlagscheines ein. Name: Genaue Adresse:»«»«,,»,, Letzte Post:..».»»»»»».» Unterschrift:»»...» Sommerspielplan in der Kleinen Bühne.(Leitung Dr. A. Hohenberg.) Gastspiel des Bauern- cheaters Cilli Löwinger. Sonntag, den 11. ds.. nachmittag 3 Uhr zu Preisen"von 4 bis 26 Kd„Der Jogl vom Wegscherdhof". Sonntag abend 8 Uhr Erstauf- führung„Amor im Paradies".— Montag, den 12. ds.,„Amor im Paradies". Dienstag, den 13. ds.. Erstaufführung'„Peterls Brautfahrt".— Mittwoch, den 14. ds.,„Peterls Brautfahrt".— Donnerstag, den 15. ds., 3 Uhr nachmittags, zu Preisen von 4 bis 26 Xä„Peterls Brautfahrt".— Donnerstag abend 8 Uhr Abschiedsvorstellung„Die Tugendbrille".— Beginn der Abendvorstellungen: 8 Uhr. Preise 8 bis 35 Ki. Vorverkauf: Deutsches Haus, Neues Deutsches Theater, M. Truhlär. Olympiade in Berlin 1936 Das Dritte Reich hat wieder einen Propa ganda-Coup gelandet. Am vergangenen Sonntag sandte er von Berlin aus über alle Radiostationen der Welt eine Riesenreklame für die Olympiade, die das Hitlerregime im Sommer des Jahres 1936 in der Reichshauptstadt abhalten zu können glaubt. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch ein« Rede des famosen Herrn Lewald in französischer Sprache. Herr Lewald, ein Enkel der Jüdin Fanny Lewald, der zu den charakterlosesten Elementen der deutschen Beamtenschaft unter dem Kaiserreich und der Republik gehört hat und jetzt zu den prominentesten Gleichschaltern gehört, wird— weil er als Kommissar früherer internationaler Ausstellungen über alte Beziehungen im Ausland verfügt— von Herrn Goebbels als propagandistischer Lockartikel für die Außenwelt benutzt. An zweiter Stelle ließ der Berliner Sender die Plattenaufnahme einer Rede hören, in der der französische Begründer der Institution der Olvmpia den, der jetzt zurückgezogen in Lausanne lebt, aus führlich die Ideale auseinandersetzte, die ihn eins bei der Anregung leiteten, die Spiele der alts Griechen durch ein alle Böller umfassendes Turniei aller Sportarten nachzuahmen. Und endlich hörte man den Generalsekretär der Berliner Olympiade, den allen Sportredakteur des„Berliner Lokalanzei- gers", Herrn Dr. Diem. Auch von einem der großen französischen Sender wurde die Propaganda des Dr. Goebbels verbreitet. Allerdings brach die Uebertragung plötzlich nach der Wiedergabe der Platte des französischen Sportenthusiasten und Vaters der Olympia-Spiele ab. Ob bei der Leitung der französischen Rundfunkstation Skrupel entstanden waren, nachdem Herr Dr. Lewald einen großen Teil seiner Rede einer widerlichen Lobhudelei für„seinen" Führer Adolf Hitler gewidmet hatte, oder was sonst die Station darauf verzichten ließ, noch weiter dem deutschen Propagandaministerium den Weg zu den französischen Hörern zu eröffnen, vermögen wir nicht zu sagen. Aber eins wissen wir: Für das Hitlerregime ist die Veranstaltung der nächstjährigen Olympiade in Berlin eine Prestige-Angelegenheit von außerordentlichem Rang und höchster politischer Bedeu- tnng. Es ist allen Nationen der Welt bekannt, daß bis jetzt schon die jüdischen Sporwrganisationen von der Mitwirkung an der Olympiade ausgeschlossen sind. Nach den neuesten Ereignissen ist es aber auch sehr wahrscheinlich, daß die katholischen Organisationen gleichfalls nicht in der Lage sein werden, an dem inttrnattonalen Sportwettbewerb mitzuwirken. Es liegt also hier eine Verletzung der bindenden internationalen Regeln vor, die von den Schöpfern der Veranstaltung aufgestellt sind. Wenn in vollel Kenntnis dieser Regelwidrigkeit(von den menschlichen. Grausamkeiten, die damit verbunden find, ganz abgesehen) i die Völker sich trotzdem m der Berliner Olympiade beteiligen, so müssen sie sich darüber klar sein, daß das Hitlerregime daraus den Schluß ziehen wird, fein sittliches und vertragswidriges Berhalten errege nirgends in der Welt Anstoß, sandern werde im Gegenteil gebilligt. Ob die Völler eine solche Auswertung ihrer Olympiafahrt nach Berlin wünschen oder nicht, ist ganz gleichgültig. Herr Goebbels wird auf ihre Wünsche keine Rücksicht nehmen. Allerdings ist es noch keineswegs sicher, daß anderersetts das Schicksal die Wünsche des Herrn GoÄBels zu berücksichtigen beabsichtigt. In dem einen Jahr bis zum nächsten Olympia-Aufmarsch kann noch vieles geschehen. G. Bernhard im„Pariser Tageblatt". Ausschreibung Bei der Bezirkskrankenversicherungsanstalt Kaplitz gelangt die Stelle eines 9tayonsar)tes für Kaplitz mit dem Sitze in Kaplitz unter folgende» Bedingungen zur Besetzung: 1. Tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. 2. Alter von mindestens 32 Jahren. 3. Die Forderung einer mindestens zweijährü gen Krankenhaus- oder klinischen Praxis nach dec Promotion. 4. Den Nachweis einer einjährigen Praxis all Kaffenarzt, der Besuch der Vorlesungen über sozial« Medizin. Absolventen eines sozialärztlichen Kurses haben den Vorzug vor anderen Bewerbern gleicher Qualifikatton. 5. Der Bewerber muß die Staatssprache und die Amtssprache der Anstalt(deutsch) in Wort und Schrift beherrschen. 6. Gehalt ist ein Pauschale nach Mitglieder' zahl und Jahr. 7. Die Krankenversicherungsanstalt behält siä die Auswahl sowie die Abweisung der einlangende« Ansuchen ohne Angabe von Gründen vor und ist a« die eingebrachten Ansuchen nicht gebunden. 8. Einreichungsschluß der ordnungsgemäß bc< legten Gesuche ist der 15. September 1935 und$ die Stelle spätestens am 1. Oktober 1935 anzv' treten. Für die Bezirkskrankenversicherungsanstalt J in Kaplitz: Der Obmann: Der Direktor: Hans Lepschi. Wmdhager. 3068 Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Legong."— Avion:„Letzte Liebe" (D.— Michiko Meinl.)— Beranek:„Akadeloa Claudets Sünde."(A.)— Fenix: ,Tarzan, der Sohn der Wildnis."(A.)— Flora:.Madelon Claudets Sünde."(A.—Helen Hayes.)— Ga«> mimt:„Vater Karafiat."(Tsch.— Pistill.)—• Hollywood:„Letzte Liebe."(D.)—Hvezda:„Das Recht auf Glück."(A.)— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.(^H2—ValO.)— Koruna: „Vor Sonnenaufgang."(A.)— Kotva:„So ein Hundeleben."(Tsch.— Hugo Haas.)— Lucenra: „Tarzan, der Sohn der Wildnis."(A.)— Metro: „Die gefährliche Blonde."(A.— Harlow.)•— Praha:„Der Held der Arena,"„Bei Kerzenlicht." (A.)— Radio:„Die Schule der Liebe."(A.)—’ Staut:„Der Fall des Kommissärs Colt."(A)—" Svetozor:„Eva."(D.)— Alma:„Die Schule der Liebe."(A.)— Carlton:„Der Himmel aui Erden."(D.)— Louvre:„Madelon Claudets Sünde."(A.)— Sport:„Katharina die Große." (Engl.— Elisabeth Bergner.)— Bio Beletrdl (vormals Favorit):„ Der Himmel auf Erden."(D.) «ShWWWMWWWEWM^W^WWWWMWWW^MWWW HATFI III llP FRE|WALp Aü IIV I L L J U Iw U gegenüber dem Bahnh^ Altbürgerl. Fremde^ heim. Speisen und Getränke in bekannter Güte. 30'* Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KS 18.—, vierteljährig Kd 48.—, halbjährig Kd 98—, ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitunftsfrankatur wurde von der Post« und Lelo- ' graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/V 11/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags« und Zeitungs-A.-G.. Prag.