Sonntag, 25. August 1935 Nr. 198 15. Jahrgang Ehtnirtu 70 HiHti (•iMchll.Blich 5 Heller Forte) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xiufochova 62. telefon sott. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS. FRAG« Arbeiter-Revolte im Henlein-Laser „Volksgemeinschaftsklüngel“—„Der größte politische Betrug in der sudetendeutschen Geschichte“— Keine Kampfgemeinschaft mit den Unternehmern Gegen das Filhrerprinzip— Für die Demokratie— Für die Zusammenarbeit mit den tschechischen Arbeitern— Gegen den Rassenwahn Weisungen für den Kriegsfall: Bel Fliegerangriffen in die Wälder flüchten Paris. Der„Motin" bringt eine Mel- stnng, derzufolge man sich in der abessinischen Hauptstadt offenkundig für den Ausbruch von Feindseligkeiten vorbereitet. Der ehemalige türkische General Mehmet Behib Pascha hat sich ans der abessinischen Hauptstadt nach O g a d e n begeben, um dortselvst die mohammedanischen Stämme zu mobilisieren. Eines der wichtigsten Argumente für die Agitation unter den Mohammedanern in Abessinien zugunsten des Staates ist ein Vers aus dem Koran, der der Ausdruck der Dankbarkeit für die Gastfreundschaft ist, die Mohammed vor 1400 Jahren in Abessinien zuteil wurde, als er von den Arabern derfolgt wurde. In Abessinien wurde er so freundschaftlich ausgenommen, daß Mohammed davon im Koran Erwähnung tat. Einer Havasmeldung aus Addis Abeba zufolge sollen sich alle abessinischen Bürger vom 15. bi- znm 80. Jahr bereit halten, unter die Fahnen berufen zu werde«. Durch einen Sonder-Erlaß des Kaisers wurde der Bevölkerung der abessinischen Hauptstadt angeordnet, im Falle eines Fliegerangriffs i« die Wälder zu flüchten. AngriffsplSne gegen Malta? / New I o rk. Die Rew Dörfer Blätter ver- bffenetichen italienische Pressennchrichttn, die mit Einem Angriff auf Malta drohen, und Depeschen aus London, die die Verstärkung der Defeusivpunktc Großbritanniens im Mittelmeer Mkit. Die„New York Herold Tribüne" hält eS für WUvohrfcheinlich, daß sich Mussolini vom EgoiS- wus zu einer Aktion verführe« ließe, die ein« fatale Erschütterung in Italien Hervorrufen würde, wie dies z. B. ein Angriff auf Malta sein würde. Ein solcher Angriff würde Krieg bedeuten. Auf Luftangriffe vorbereitet Malta. Die Regierung hat angeordnet, baß in jedem Bezirk auf der Insel Malta Unterstände zum Schutze gegen Fliegerangriffe errichtet werden. Die Polizei hat Zirkuläre verteilt, in denen der Bevölkerung dargelegt wird, daß dies für den Fall eines Gasangriffes geschehe. Pfalt a.(Reuter.) Amtlich wird die Mel- bung dementiert, daß es zur Verstärkung der bri- sischvn Mittelmeerflotte kommen soll. patriotische Lesebuchseschichten Rom. Die beiden ältesten Söhne Mussolinis, die bamstag an Bord der„Statu rnia" nach Ostafrila Eingerückt sind, gingen mit den Fliegerabteilungen ab, bei denen sie dienen, der eine als Kapitän, der andere als Unterleutnant. Auch Mussolinis Schwic« Ekrsohn Graf Ciano war mit 6000 Schtvarzhemden an Bord. Zum Abschied der abgehenden Truppen hatten sich mehr als 100.000 Zuschauer eingesundcn. Rom.(Stefans) Aus allen Teilen Italiens Zangen massenweise Anmeldungen einzelner und ganzer Gruppen ein, die sich als Freiwillige nach Aist-Afrika anbieten. Unter ihnen befinden sich auch hervorragende Persönlichkeiten. Der für militärisch« Tapferkeit mit der goldenen Medaille dekorierte General Graf Norozzo della Rocca wird in den nächsten Tagen als Kriegsfreiwilliger nach Ostafrika ab- Eeisen, wo er einer Militärformation zugewiesen werden wird, in der seine beiden Söhne dienen, die stch gleichfalls freiwillig gemeldet haben. ’ Tripolis.(Stefan!.) Der Zuzug lydischer Migranten, die während des lhbischen Krieges flüchteten und nunmehr in ihre Heimat önrückkehrten, hält in unvermindertem Matze an. Einzelpersonen, Familien und sogar ganze Stämme kehren mit ihrem gesamten, Hab und Gut über die Grenze zurück und erklären, daß sie sich iu dieser R ü ck k e h r in die italienische Kolonie deshalb entschlossen hätten, weil die Kaufleute, mit denen sie zusammentrafen, ihnen wiederholt erzählten, wieJtalienmitseinen Aolonialuutertart^en korrekt umgehe und welche Hilfe eS den Eingeborenen in Ellen ihren Lebenserfordernissen angedeihen lasse. Am 22. August hat in Aussig eine Konferenz oppositioneller Delegierter des Arbeiterstandes der Sudetendeutschen Partei(Vorsitzender Konrad Henlein) wrter Vorsitz des„Kameraden" Friedrich Kopatschek stattgefunden, in der beschlossen wurde, sich von Henlein zu trennen und eine sudetendeutsche Arbeiterpartei zu gründe«. Wir sind in den Besitz des Referates gelangt, das Kopatschek zur Begründung des Austrittes aus der Sudetendeutschcn Partei hielt und das eine Reihe interessanter Stellen enthält, di« ein Licht darauf werfen, wie die Interessen der Arbeiter in der Sudetendeutschen Partei vernachlässigt werden. Kopatschek begann seine Rede mit der Feststellung, daß es vielfach Arbeiter waren, die dem Rufe Henleins Folge geleistet haben und daß die Ursache des Zustroms der Arbeiterschaft in die Reihen der Sudetendeutschen Partei die Wirtschaftskrise war; die insbesondere auf den sudetendeutschen Arbeitern lastet. Die Arbeiter glaubten,„daß nun endlich, endlich der Aufbruch der sudetendeutschen Nation beginnen würde.... denn Arbeit und Brot, Freiheit und Gleichheit bezeichnete Konrad Henlein als die Grundpfeiler der sudetendeutschen Volksgemeinschaft, jene vorgeblich« Volksgemeinschaft, in welcher sich Arm und Reich, Hoch und Niedrig, Fabrikant und Arbeiter, Kohlenbaron und Kumpel um den Führer Konrad Henlein zusammenscharen"- So war es in den Blütentagen der Sudetendeutschen Volksgemeinschaft. Bald aber stellte sich die Enttäuschung ein. Diese Enttäuschung wird nun folgendermaßen geschildert,: „Drei Monate find seit jenem 19. Mai, an welchem das sudetendeutsche Volk Konrad Henlein einen Blankowechsel ausstellte, verflossen. Was hat Henlein seit diesem denkwürdigen Tage getan, welcher der Beginn des Kampfes um Freiheit und Gleichheit, um Arbeit und Brot werden sollte? Konrad Henleins erste und einzig« Tat bestand darin, daß er an feine Tür ein Schild nagelte: Eintritt verboten! Und an sämtliche Amtswaltertüren: Betteln verboten!" Nun wird in dem Referat auSgeführt, daß die Arbeiteranhänger Henleins gewiß nicht so naiv gewesen sind, von Henlein die Vollendung eines Werkes in Wochen und Monaten zu fordern, da bereits Generationen durch Jahrzehnte darum kämpfen, um dieses Ziel zu erreichen, dazu ist ein langer Kampf notwendig, aber eben diesen Kampf will Konrad Henlein nicht durchsechten: „Und Kameraden, weil wir die Erkenntnis gewonnen haben, daß Henlein niemals als Feldherr zu jener Schlacht blasen wird, die den Sieg auch des arbeitenden Volkes an die Fahne heftet, deshalb sind wir hier zusammengekommcn, um das Tischtuch zu zerschneiden zwischen uns und jenem, der unter dem hohen, hehren Begriff „Volksgemeinschaft" den größten politischen Volksbetrug inszenierte, der beispiellos in der Ges.chichte des sudetendeutsch e n V o l k e S d a st e h t." Es wird nun dargetan, daß es sich den in Aussig zusammengekommenen SHF-Leuten nicht „um eine lokale Palastrevolution" handelt, sondern daß diese„als o rganisierteOppo- s i t i o n in die Oeffentlichkeit treten, daß es nicht einzelne Parteimitglieder find, die seiner Führung das schärfste Mißtrauen aussprechen und entschlossen sind, seiner Partei den Rücken zu kehren— nein— es sind tausende Arbeitskameraden, die Hinte runs stehen und uns beauftragten, alles vorzubereiten". Begründet wird die Schaffung der neuen Partei wie folgt: «Unser aller Leben ist aufs ärgste bedroht, unser aller Dasein der Vernichtung preisgegeben, wenn wir uns weiter von jenem Bolksgrmeinschaftsklüngrl führen lassen. Jenem Klüngel, der mit genialer Tarnkappe, aber dafür um so mehr mit verächtlicher Lüge und Heuchelei, mit den heiligsten Hoffnungen der Acrmsten der Armen, mit der Hoffnung auf Arbeit und Brot an ihren Volksgemeinschaftskarren spannen und damit ihre Interessen zu sichern glauben." Konrad Henlein ist,„wenn er jemals den ehrlichen Willen hatte» dem sudetendeutschen Boll «in ehrlicher Führer zu sein, dve Gefangene jener geworden, di»»hm Geld MüdezN in die Parteökasse schütteten." Mit den schärfsten Worten werden aber die Unterführer Konrad Henleins bedacht: „Während die Söldlinge der Hei- . matfrontgeldgeber als Offiziere ihres Generals Henlein den Sieg bei guter Tat und gutem Trunk befraßen und besoffen, stand der Arbeiter hinter den Stüh- len der Amtswalter als Ehrenwache mit knurrendem Magen und trockener Kehle. Das waren jene Arbeiter, die den Frontkämpfer Henlein während der Wahlschlacht Tag und Nacht beschützen mußten. Jene Arbeiter, die als Agitatoren mit Kleistertopf, Plakaten und Flugzetteln, mit Farbtopf und Pinsel als gemeine Soldaten Henleins den Sieg der Wahlschlacht erringen halfen. Die Brosamen vom Tisch rülpsender und alkoholisierter, vom Dlachtrausch umnebelter Bolksgemeinschaftler zeigten uns Arbeitern, daß der Glaube an Gleichheit aller in der Volksgemeinschaft ein Irrglaube sei. Es zeigte uns Arbeitern, daß die Herren der Volksgemeinschaft sich als solche fühlen und das wir ihre Knechte sind: Ein Glück, daß man mit einer politischen Tollpatschigkeit ohnegleichen den Arbeiter innerhalb der Sudetendeutschen Partei von allen , führenden Funktionen ausschloß, ihn als unmündiges Parteimitglied betrachtete und aller Rechte entkleidete und für den Arbeiter nur un- bczahlte Arbeit, Pflichten und Kadavergehorsam dekretiert. Das ehemals gläubigste Parteimitglied weiß heute. dast es niemals eine Kampfgemeinschaft mit Arbritorn und Unternehmern geben kann, daß der Arbeiter nur als Arbeiter Schulter an Schulter mit den Arbeitern anderer Zunge in der Republik seinen Kam ns um seine wahren Interessen führen kann, daß er Angehöriger der Arbeiterklasse i st. Es weiß heute der Arbeiter in der Sudetendeutschen Partei, daß eine Partei mit dem Führerprinzip, in der alle demokratischen Rechte und Methoden ausgeschaltet sind und die nach der Devise Maulhalten und Durchhalten! regiert wird, niemals ein« Partei des Arbeiters sein kann, denn der Führer werd stets der Feind des Arbeiters und nicht sein Freund sein. Nur dort, wo di« voll kommen st«Demokratie jenem Arbeiter.das Recht seiner Stimme und seines Betos garantiert, ist die Interessen w a h rung gesichert. Der Arbeiter in der Heimatfront weiß heute, daß es den Drahtziehern der SHF von Haus aus darum ging, die Arbeiter völlig unter das Joch des Unternehmertums zu bringen, sie ihrer demokratischen Rechte zu berauben..« Wenn man mit zwei Gesichtern dem sudetendeutschen Volk dienen will, so kann bei aller realpolitischen Beurteilung unserer Staatsstruktur nur das eine erfolgen, datzdassu« detendeutsche Volk nicht nur nichts gewinnt, sonder ndas, was es besitzt, vollends verliert. Wir sudetcndeutschen Arbeiter sind am Spielen mit dem Feuer, daß einen Brand Hervorrufen kann, desinteressiert, weil das einfach unfern Interessen zuwid erläuft, denn die Staatsform unserer Republik entspricht der einzigen von uns erstrebenswerten Form— die Demokratie. Und wir al» sudrtendentsch« Arbeiterpartei! werden diese Demokratie verteidigen gegen wen es immer sei...• Und wir sind des festen Glaubens, daß der tschechische und slowakisch« Arbeiter mehr Verständnis für uns hat in der vollen Anerkennung des Selbstbestim- m u ngsrechtes unserer Nation alsderKapitalistinbeiden Lagern." Von Interesse ist auch die Art, wie sich der Referent gegen das Führerprinzip wendet und wie er seinen Standpunkt begründet. »Ich sagte eingangs, daß wir uns gegen das Führerprinzip wenden müssen, denn wir können es mit unserer freien Willensbestimmung und mit unseren anerkannten Rechten als Staatsbürger nicht in Einklang bringen, daß wir unser Schicksal auf Gedeih und Verderb in die Hand eines einzigen Menschen legen, der Anfechtungen, Irrtümern und Täuschungen unterworfen ist, wie jeder Mensch. Unsere Erfahrung mit Henlein hat gezeigt, daß ein mit solcher ungeheuerer Autorität ausgestatteter Fühler dem menschlich verständlichen Wahn zum Opfer fallen muß, ein Gott geworden zu sein. Wir wissen m i t w e l- cher majestätischen Unnahbarkeit sich Henlein umgeben hat, die Blüten zeitigt, die leider nicht lächelnd als menschliche Schwäche abgetan werden können, weil sie zu tief unsere Existenz bedrohen. In unterem Zeitalter des goldenen Kalbes wird der Führer und mit ihm seine gesamte Unterführung von der goldenen Strivpe geleitet. Er ist eine Marionette in der Hand jener, die zum Nachteil des arbeitenden Volkes Herren des Goldes sind. DaS Führerprinzip ist eine Erfindung der Kapita- l i st e n, die auf Mittel und Wege sannen, di« Arbeiterschaft waffenlos und kampfunfähig zu machen. Von diesem Prinzip rücken wir ab um unserer selbst willen, aber auch aus Pflichtgefühl gegenüber unserem Kameraden anderer politischer Anschauung, weil wir die gesamt« Arbeiterschaft schädigen, wenn wir eS dulden, daß auch nur ein Teil, durch kapitalistisch« Versklavung der geschloffenen Arbeitsfront entgegentritt." Bemerkenswert ist schließlich die versöhnliche Haltung, die der Referent den übrigen politischen Anschauungen innerhalb der Arbeiterschaft entgegenbringt. Er sagt da: „Unsere Gegensätze zu anderen politischen Anschauungen der Arbeiterschaft sind im Seite 2 Komi tag, 25. August 1835 Nr. ISP „Anhaltende Schwierigkeiten im Export“ Wirtschaftsbericht der Natlonalbank Manöver am Brenner eröffnet Bozen. Im Rahmen der großen italienischen Manöver in-er Gegend von Bozen werden die »Feindseligkeiten" in-er Nacht zum Sonntag um Mitternacht eröffnet. Der König von Italien befindet sich auf dem Wege nach Bozen, um den Manöver» beizuwohnen. wesentlichen taktischer Natur, die nicht unüber« brückbar sind und zu deren Bereinigung weder Biergläser noch ein Stuhlbeinkrieg erforderlich ist. Ich halte ei für unwürdig, daß Arbeitsmenschen, die alle gleich unter Ausbeutung und Elend leiden, gegeneinander auch nur die Jaust erheben. Ich werde einer der ersten sein, welcher die Hand bietet zur Schaffung der einigen geschloffenen Arbeitsfront." Aus denselben Gründen verwirft der Referent den Religions- und Rassenkampf: »Religions- und Raffenfragen wurden wohl immer zu Ablenkungsmanövern gerade der Arbeiterschaft gegenüber er- niedrigt und zwar von denjenigen, denen ihre Geschäftsprinzipien und Praktiken kein Hindernis bedeutet Profite zu jagen, gleichgültig ob mit christlicher oder jüdischer Profitpartnerschaft." Das sind die wichtigsten Stellen aus dem Referat des genannten Kapatschek vor den oppositionellen Astbeitervertretern der Sudetendeutschen Heimatfront. Daß die Arbeiter, die in der Henleinpartei find, e- aus die Dauer nicht ertragen werden, mit den Volksgemeinschaftsphrasen gefüttert zu werden, war zu erwarten. Daß aber die Absplitte, rung der Arbeiter von. der Sudetendeutschen Partei so rasch beginnt, zeigt, daß die SHF nicht einmal gewillt ist, die Proletarier mit jener Demagogie an sich zu ziehen, wie es die Partei der Jung und Krebs getan hat. Die Arbeiter, die— wie das Referat des„Kameraden" Kapatschek zeigt— nun erkennen, daß Henleins Partei keinen anderen Zweck hat, als den Kapitalisten zu dienen und die Macht des Sozialismus zu schwächen, die Arbeiter hätten sich di« Enttäuschungen erspar!«« können, wenn sie auf die Warnungen der Sozialdemokratie gehört hätten. di« da-, was sie über Henlein sagen, schon früher erkannt hat. Jenen, welche sich jetzt als Enttäuschte zu Worte melden, muß gesagt werden, daß sie selber mitschuldig sind an der Schädigung der Arbeitersache, wie sie durch den Ausgang der Wahlen vom Ist. Mai, erfolgt ist. Im Uebrigen werden wir sehr aufmerksam darüber wachen, ob das, waS in Nussig geschehen ist, wirklich ein ernster Versuch der Loslösung der Arbeiter von der kapitalistischen Führung in der Heimatfront oder ein sektiererischer Versuch weiterer Zersplitterung deS sudetendeutschen Proletariats ist, dem durch das Entstehen einer dritten Arbeiterpartei nicht geholfen wird. Immerhin ist die Kritik von Arbeitern, welche selbst in der Henleinpavtei gewesen und deshalb einwandfreie Zeugen der Verhältnisse im sudetendeutschen Hitlerlager sind, von hohem Interesse und eine BestÄigUng der Stellung, welche die Sozialdemokratie seit eh und je zur Henleinfront eingenommen hat. Der Bankrat der Tschechoslowakischen Rationalbank hielt am 24. August l. I. seine ordentliche Monatssitzung unter Vorsitz de- Gouverneur- Dr. Karel E n g l i ö ab. Dem vorgebrachten Geschäftsberichte für den verflossenen Zeitabschnitt entnehmen wir folgende-: Das charakteristische Merkmal der allgemeinen Auslandssituation war in den letzten Wochen sichtliche Unruhe und politssche wie auch wirtschaftliche Unsicherheit; deshalb wurde die Lösung zahlreicher internationaler politischer und wirtschaftlicher Probleme aufgeschoben. Zur wirtschaftlichen Unsicherheit kam auch noch die Währungsunsicherheit, namentlich in den Goldblockländern. Im Welthandel nehmen die Bestrebungen nach wirtschaftlicher Autarkie nicht ab, wodurch sich ständig der Umfang der Welt-Kooperation reduziert. Im ganzen war die Entwicklung nicht in allen Staaten einheitlich; eine Besserung äußerte sich hauptsächlich in Ländern, deren Produktivität durch breite inländische Absatzmärkte gesichert ist. Auch die Entwicklung des Exportes der Tschechoslowakei wurde durch diese Tendenzen beeinflußt; die Gesamtlage aber war resistent und in einigen Branchen, die sich auf den In« landsmarft stützen, wurde stellenweise eine Saisonbelebung beobachtet. Im Index der empfindlichen Preise spiegelte sich in den letzten Wochen eine unbedeutende Abschwächung der internationalen Rohswffmärtte wider. Der Index der Kleinhandelspreise ist zu Mitte Juli infolge der Entwicklung der Preise für animalische Nahrungsmittel mäßig gestiegen. Der Großhandelsindex ist dann später per 1. August in der Nahrungsmittelgruppe nach erfolg« (AP.) Zur Zeit ist sowcchl von nationalsozialistischer wie von gegnerischer Seite so viel von der Opposttion die Rede, daß eine Begriffsbestimmung, vonnöten ist, um irrtümliche Auffassungen zu vermeiden. Härt man die Äeden von Goebbels oder Rosenberg, Streicher oder Kube, dann wird alles wahllos in einem Atemzuge als Opposttion bezeichnet: Katholiken und Juden, Freimaurer und Bekenntnischristen, Marxisten und bayrische Partikularisten, Stahlhelmer und Monarchisten, hündische Jugend und Schwarze Front. Liest man wiederum andere Publikationen, so taucht der Begriff der nationalsozialistischen Opposttion auf. In die- begriffliche EhaoS gilt e- etwa- Ordnung zu bringen. Vergegenwärtigen wir un- zunächst, daß am 30. Jänner 1933 die Regierung von Nationalsozialisten und Deutschnationalen einschließlich ter Preisregelung, für Getreide«euer Ernt« gesunken. Di« Getreideernte wurde auch in den naturgemäß verspäteten Distrikten mit Beschleunigung beendet. Eine Uebersicht über die Ernteergebnisse ist heuer sehr schwierig. Die Weizen- und Roggenernte wird al- mittel bis gut bezeichnet; unter der Trockenheit während der Reifezeit litt hauptsächlich Gerste und Hafer. Die Unterschiede im Ertrag bei sämtlichen Getreidesorten sind aber sehr bedeutend, nicht nur in einzelnen Gegenden, sondern auch in einzelnen Ortschaften. Die Trockenheit, die den glatten Verlauf der Eatte« arbeiten förderte, bedrohte überall den Ertrag der Hackfrüchte«nd Futtermittel und macht die rechtzeitige Herbstvorberettung des Bodens unmöglich. In der Jndustriebeschästigung klagen die Unternehmungen über anhaltende Schwierigkeiten im Export, der gegenwärttg überall desorienttert ist. Auf dem Jnlandsmarkte wurden bloß kleinere, eher saisonmäßige Veränderungen im Absatz und in der Beschäftigung verzeichnet, Wobei in der B»a ubewegung, hauptsächlich bei Jnvestitionsarbei« t e n, die von der öffentlichen Hand unternommen wurden, di« Beschäftigung mäßig steigt. Die Anzähl d«r nicht untergebrachten Arbeitsuchenden sank Ende Juli unter da- Niveau vom Vorjahre. Der tschechoslowakische Außenhandel behauptete im Juli 1935 das vorherig« Entwicklungsniveau; der Wert der Fertigwarenausfuhr näherte sich fast den vorjährigen Ergebnissen. Die Monatsbilanz weist wieder ein bedeutendes Akti- vum auf, welches auch vom Standpunkte des tatsächlichen Dcviseninkassos günstig verteilt ist. Die Kursentwicklung der KC auf den Ausland sbörsen war im ganzen ruhig ohne bedeutendere Veränderungen. des Stahlhelm und der Papen-Gruppe(Papen kam bekanntlich ursprünglich vom Zentrum her) gebildet wurde, und rufen wir uns ins Gedächtnis zurück, daß mit Ausnahme der Sozialdemokratischen und Kommunistischen Partei, die verboten wurden, alle Parteien sich selbst auflösten und gleichschalteten, sowohl die Deutsche Vcllkspartei wie die Wirtschaftspartei, die Demokraten, das Zentrum, die Bayerische Bolkspartei und schließlich zuletzt auch die Deutschnationalen. Wir übergehen hier, daß die Begeisterung bei dieser Gleichschaltung graduell verschieden war, daß durch die erzwungene Totalität die Opposition also schon früh in die eigenen Reihen verpflanzt wurde, wenn sie sich auch nicht nach außen manifestierte, und daß schließlich die Anhängerschaft oft durchaus anders dachte. Wir wollen hier überhaupt diejenigen Gruppen, die von vornherein in Opposition standen, wie alles, was vor dem 30. Jänner Zur Begriffsbestimmung der deutschen Opposition VILLA OASE oder: DIE FALSCHEN BÜRGER Roman von lugen« Dabit Berechtigt« Uebertragung au« dem Franzbclschen von Bejot „Anfangs erdrückt einen der Luxus. Aber man gewöhnt sich so dran, daß man ihn bald nicht mehr missen möchte." Helene ging, kaum waren sie in der Wohnung, in ihr Zimmer und warf sich aufS Bett. Endlich. Jetzt brauchte sie sich nicht mehr zu schleppen, war nicht mehr gezwungen, zu reden und eine lächelnde Miene zu zeigen. Sie war erlöst vom Banne des Blendwerkes, von der Marter des hundertfältigen Lärms. Jetzt konnte sie sich gehen lassen und versuchen, die neuen Eindrücke, deren Fülle sie überwältigte, zu ordnen. Vor allem sehnte sie sich nach Ruhe. Sie schloß die Augen. Plötzlich hörte sie ihre Mutter rufen. Sie stand auf. Irma saß im Eßzimmer. Sie las die Abendzeitung. „Setz dich zu mir, mein Kind. Willst du eine Sette abhaben? Ich lese nur den Roman und da« Berinischte. Die Politik überlasse ich Julien." Helene hätte lieber geschwatzt wie am Morgen auf Irmas Bett. Alles um sie war Sttlle, Geborgenheit, Harmonie. Sie würde viele solche Abende genießen und auch Tage wie den heutigen, die di« Gewohnheit nicht so beschwerlich, dafür um so schöner gestalten würde. In einer Aufwallung von Zärtlichkeit schmiegte sie sich an Irma. „Wo Julien nur wieder bleiben mag?" „Er hat wohl viel zu tun?" „Er kann sich nicht abgewöhnen, einen Aperitif zu trinken. Ich werde die Suppe kochen müssen." Helene überflog die Seite mit den Illustrationen, als die Klingel anschlug. Sie eilte hinaus und sah Julien, der vergnügt seinen Schlüsselbund schwenkte. Neben ihm stand ein dicker, roter Mann mit blatternarbiger Stupsnase, neugierigen Augen und wulstigen, von einem ergrauenden Schnurrbart halb verdeckten Lippen. Er war noch breiter in den Schultern als Julien und noch massiger. „Hier stelle ich dir meinen besten Freund vor, den Papa Adam. Noch ein Onkel, Kleine." Die beiden Männer nahmen Helene in die Mitte und küßten sie» einer nach dem anderen. Irma kam aus der Küche. „Du bringst Gäste mit, Julien?" „Papa Adam wollte deine Erbin sehen." „Ihnen wie aus den Augen geschnitten," bemerkte Papa Adam mit seinem Säuferbaß. „Schmuser. Die zwanzig habe ich hinter mir. Aber soll ich Ihnen verraten, daß eS fast Nichts zu essen gibt? Sie und mein Mann: immer pumpt ihr euch voll mit Alkohol." Julien beugte sich zu Irma und kniff sie in die Hüfte. „Nicht schimpfen. Alles fürs Geschäft. So, und jetzt wollen wir zunächst mal einen Absinth genehmigen, um uns von den Mühen des Tages zu erholen. Und die Damen? Ein Gläschen Portwein?" Er stellte Gläser und zwei Flaschen auf den Tisch. „Hier, bitte, echter Pernod. Ich habe noch drei Liter. Noch auS Saint-Dizier." Helene wartete, bis die Männer angefangen hatten. Ms Papa Adam sein Glas an die Lippen setzte, goß sie den Portwein in einem Zug hinunter. Sie hörte Julien brummen:„Die Sorte scheint dein Mädel nicht zu verachten."' Die anderen tranken nur schluckweise. Sie wurde rot aus Scham über ihre Gier und ihre Unerzogenhett, Beim Essen bediente sie. Julien schwatzte unaufhörlich mit seinem Freund«. Er schwieg nur, wenn er eine Flasche öffnete, die Gläser füllte und trank. Dann ging die Unterhaltung weiter. Die beiden hatten schon eine schwere Zunge, und wenn sie lachten, wackelten ihre Schultern und ihre dicken Bäuche. Sie sprachen vom Geschäft und vom Pferderennen. Helen« bemühte sich, der Unterhaltung zu folgen, doch diese Sprache mit ihren Kraftworten und Fachausdrücken war ihr fremd. Sie verstand nur, daß sie von Geld redeten und von Gewinnen, und sah, daß ihre Augen dabei funkelten. Auf eine Frage an Irma hatte sie die Antwort bekommen:„Das verstehst du noch nicht." Ihre Mutter, die sie für mundfaul gehalten, geriet auch allmählich in Schwung. Julien fuchtelte mit den Händen und strahlte übers ganze Gesicht. Das war eine andere Sache als das Mittagessen. Allerdings war Papa Adam da, ein alter Freund. Onkel behandelte ihn respektvoll, hörte aufmerksam auf seine Rede und nickte zustimmend mit dem Kopfe. Irma lachte über Papa Adams Geschichten. Ost wandte er sich unmittelbar an sie, und sprach dann wie ein alter Biedermann. Helene ließ ihn nicht auS den Augen. Er hatte den Stuhl zurückgeschoben, reckte den Bauch vor, hielt die unförmigen Hände auf den gespreizten Schenkeln und rauchte eine Zigarre. Er trug ein weites, schwarzes Jackett, eine weiße Weste, auf der eine grotzgliedrige goldene Kette baumelte, ein« gestreifte Hose, einen steifen Kragen und eine knallrote Krawatte. Er beugte sich vor, pustete, rückte auf seinem Stuhle hin und her, bis er krachte, führte eine mit Ringen beladene Hand zum Munde und zog an seiner Zigarre. Mit fetter Stimme sagte er:„Hör zu, Alter..." Er war, alle» in allem, ein vergröberter, brutalerer Doppelgänger Onkel Juliens. Sein Anblick erweckte in Helene eine ferne Erinnerung. Eines Tages hatte ihr Mamina„Onkel Toms Hütte" zu lesen gegeben. Unter den Illustrationen 1933 nicht nationalsozialistisch war oder«S nur künstlich wurde, beiseite lassen. Wir sprechen auch nicht von den Unterschieden zwischen der grundsätzlichen Opposition und denen, die entweder nur in Teilfragen Opposttion machen, wie die Bekenntnischristen, unter denen sich ja auch Nationalsozialisten befinden, oder denen, die, wie die Katholiken, nach anfänglicher Verständigungsbereitschaft(Konkordat), förmlich erst in die Opposition getrieben» zur Opposttion gestempelt wurden(wobei eS dort alle Nuancen gibt: solche, die zum Bündnis mit der Linken bcrstt sind— man denke an den Saarkampf—, solche, die den Kampf allein führen wollen, solche, die nur in Teilfragen opponieren, und solche, die immer noch auf Verständigung hoffen). Man sieht schon hieraus: die Opposition bietet ein buntes Bild. Sie ist nicht nur in der Zielsetzung uneinheitlich, sondern auch in der Einstellung zum Regime. Aber nicht nur bei Katholiken und Bekenntnischristen haben wir die verschiedensten Formen, das Regime schafft sich gewissermaßen selbst seine Opposition. Denn niemand kann im Ernst die Juden als Opposttion im Sinne eines handelnden Faktoransprechen. Als Verfolgte, als Prügelknaben, al» Opfer des Regimes wären sie dazu gar nicht imstande. Auch diejenigen, die innerlich das Regime ablehnen und nicht zu den hitlerfreundlichea Naumann-Juden gehören, könnten das nicht. Diese„Opposttion" hat also mit den anderen Oppositionellen nur— die Verfolgungen gemeinsam. Wir kommen jetzt zu den Nationalsozialisten selbst und zu den ehemaligen Deutschnationalen. Gewiß gibt es b«i den konservatwen Kreisen heute schon eine grundsätzliche Opposition, die vom Drtt« ten Reich in jeder Form nichts mehr erwartet, sei es, daß sie monarchistisch ist«Her einer anderen Lösung zustrebt. Gewiß gibt es bei den Na- tionalsozialisten ebenfalls eine grundsätzliche Opposttion— die steigende Zahl von Flüchtlingen zeigt es in beiden Fällen—, die keine Hoffnungen mehr auf die Partei setzt, keinen„Linkskurs" von Hitler mehr erwartet, Goebbels keinen Glauben schenkt, Röhm und Heines rächen will, aus der Erfüllung des Programms beharrt und entweder nach links schaut oder zur Schwarzen Front stößt. Die übrigen radikalen und die übrigen konservativen Kräfte aber bezichtigen sich lediglich gegenseitig der Opposition, ohne sich subjektiv als Opposition zu empfinden. Das ist gerade charakteristisch für da? Chaos in Deutschland, für da» Beginnen des anarchischen Zustandes, das Dahinschwinden der Autorität, das Anwachsen gleich starker, sich gegenseitig aufhebendtt und mit wechselndem Kriegsglück gegeneinander kämpfender Kräfte, für die Schwächung der Mitte und die Erstarkung der Flügel. Die Radikalen, soweit sie noch immer Hiller zu gewinnen, dal Ruder nach links herumzuwerfen hoffen, bezeichnen die Stahlhelmer als Opposttion, die sich ja doch auch hinter Regierungskreiscn verschanzen können(Reichswehr), und nennen sie eben in einem Atem mit den anderen Opposttionellen, um dies zu bekräftigen. Sie selbst empfinden sich, da sie noch nicht desillusioniert sind, keineswegs al» Opposttion höchstens gegen Schacht, nicht gegen das Regime. Die Gegenseite tut das gleiche. Nur drückt sie sich vorsichtiger aus und spricht von den„gefährlichen Freunden". Die Radikalen haben dabei den Vorzug der Parteizugehörigkeit, der sie erst recht veranlaßt, die anderen als Oppositton zu stempeln. war der Kopf eines Sklavenhändlers, der zwar lusttg, aber dabei grausam aussah... „Geh schlafen", sagte Irma unvermittelt. „Ich bin nicht müde, Mama, ich wasche erst ab." „DaS ist Sache der Aufwartefrau", bestimmte Julien.„In deinem Alter braucht man Schlaf. Außerdem haben wir allerhand zu besprechen." Helene hatte sich dorgenommen, folgsam zu sein. Sie umarmte ihre Mutter und Julien und ging auf Papa Adam zu, der Papiere aus seiner Brieftasche nahm. „Gute Nacht", sagte er, ohne den Kopf zu heben. Sie ging rückwärts zur Türe und sah, daß Julien sich zu seinem Freunde neigte, und Irma sich eine Zigarette anbrannte. Als sie hinter sich zugeschloflen hatte, hielt sie erst das Auge, dann das Ohr ans Schlüsselloch. Papa Adam und Juliens Ausrufe und Irmas Lachen verlängerten ihr die festliche Stimmung des Abends. Sie legte sich ins Bett und faltete, wie gestern, die Hände auf der Brust. Sie war mehr erschöpft von den Erlebnissen des Tages als von einer weiten Reise, aber doch sehr glücklich über ihre Entdeckungen. Jetzt ordnejen sich die Eindrücke. Sie ging ohne Hast und Zagen über die Straßen, blieb vor den Läden stehen, wagte sogar die ihren Blicken dargebotenen Herrlichkeiten zu berühren. Der Lärm gewann einen helleren, freudigaren Klang, alle Formen wurden reizvoller, alle Gesichter neu und angenehmer. Ob ihr wohl jeder Tag solche Fülle schenken würde? Früher glich ein Monat, ein Jahr dem anderen, und was sie ihr brachten, war immer neue Traurigkeit. Nur einige Stunden hatten genügt, ihr das Vorhandensein einer anderen Welt zu zeigen und sie auf eine schöne Zukunft hoffen zu lassen. Sie träumte nicht. Vielleicht aber waren Irma und Julien zwei gute Geister? (Fortsetzuna wlatV Kr. 198 Sonntag, 25. August 1935 «tkt« S' Sudetendeutscher Zeitspiegel Die Gärung in der Henleinpartel Ein KartensruB aus Schlesien Die Redaktion des.Sozialdemokrat" erhielt Samstag eine offene Postkarte mit dem Poststempel Jägerndorf. 23. VIII. 35, die außer dem folgenden keinen weiteren Text enthielt: Bonzen im Speck Volk Im Dreck Henlein: Weg Wo? Schweiz, England, Schweden, Das Dritte Reid) so ganz daneben Wer tuts bezahlen? Die dummen»Kameraden« So löst Herr Henlein schön und fein Die Arbeitslosigkeit für sich allein. Heill Ortsgruppe Troppau der Sudetendeutsdien Partei Vorsitzender Konrad Henlein. Die Form der Pers« läßt viel zu wünschen übrig. Gemeint ist es aber ohne Zweifel aufrichtig und der Inhalt entspricht der Wahrheit wie bisher kein« einzige Verlautbarung-er SHF. Wenn diese Stimmung, die vor allem in Schlesien bereit- die herrschende in der Henleinpartei zu sein scheint, weiter so um sich greift, dann wird die Herrlichkeit der Totalität bald durch einen totalen Bankrott abgelöst werden. Ueberstundenarbelt Im Dull 1935 Nach den vorläufigen Daten de- Statistischen Staat-amtes wurden im Juli 17(im Juli des Vorjahres 49) Bewilligungen an 17(48) Betrieben mit 2629(14.974) Arbeitnehmern erteilt, von denen sich 278(3066) an der bewilligten Ueberstundenarbeit beteiligten. Diese Ueberstundenarbeit wurde für die Zeit von 53 XI49) Wochen in einer Gesamtdauer von 10.088 (113.316) Stunden, d. s. 1261(14.165) Arbeitstage, bewilligt. Bon der Gesamtzahl der im Juli bewilligten Stunden wurden in demselben Monat 6656 verwendet und der Rest von 3432 entfällt auf die folgenden Monate. Bon der Gesamtzahl der e r t e i l t e n B«» Willigungen entfallen auf das Geldwesen 58.8 Prozent, von den übrigen Klassen erreichten Russisches Lob für unsere Armee Moskau.(Taß.) Der Führer der Delegation der Roten Armee bei den tschechoslowakischen Manöver», General Schaposchnikew. erklärte in einem Telephongespräch mit dem Vertreter der„Prawda", daß der Delegation seitens der Militärkreise und der Zivilbevölkerung der Tschechoslowakei ein sehr herzlicher Empfang be- reitet wurde. Di« Manöver bewiesen die Diszipliniertheit, die Ausbauer und die gute taktische Schulung der tschechoslowakischen Arme«. Insbesondere sei die Ordnung hervorzuheben, die während der ganzen Dauer der Manöver trotz der Verwendung starker Truppeneinheiten auf den Straßen, im Hinterland« und an der Front herrschte. Das Flugwesen bewies bei den Dtanö» dern seine gute Organisation in der Zusammenarbeit mit den übrigen Truppenkörpern. Die Flieger besitzen eine gute Kampfschulung. Insbesondere sind die Errungenschaften de- photographischen Dienste- und die Arbeit der Stäbe hervor- zubeben. die größte Zahl von Bewilligungen die Maschinenerzeugung mit 17.6 Prozent und die Textilindustrie mit 11.8 Prozent. Die Arbeitslosigkeit In der CSR Im tschechischen Gebiet 28.54, im deutschen 76.50 Promille Die Mitteilungen des Deutschen Hauptverbandes der Industrie in der Tschechoflowaki» scheu Republik vom 22. August 1935 teilen mit: In der ganzen Republik waren zu Ende Juli l. I. von 1000 Einwohnern 38.46, von 1000 Einwohnern in den deutschen Gebieten 76.50, von 1000 Einwohnern in den tschechischen Gebieten 28.54 arbeitslos, wobei als deutsche London.(Tsch. P.-B.) Nachträglich wird bekannt, daß an der freitägigen Ministerbesprechung, die unter dem Vorsitz Macdonalds stattsand, auch die Stabschefs der britischen Land-, See- und Luftstreitkräfte teilgenommen haben, darunter auch der Chef des Reich-- generalstabes. Diejenigen Minister, die ihren durch die Kabinettssitzung unterbrochenen Urlaub nicht wieder angetreten haben, gehören fast sämüich dem britischen Reichsverteidignngsausschuß an. Der Londoner Korrespondent des „Matin" meldet, daß die britische Armee alle ihre Garnisonen an den strategischen Punkten des britischen Imperiums verstärkt, so auf Malta, in Hongkong, im malai- schen Archipel und inSingapore. Das Pariser,L o u r n a l" meldet aus Kairo,daß eine Flotille englischer Torpedozerstörer, welche sich nach dem Roten Meere begibt, gleich kleineren britischen Schiffen den Suez-Kanal durchfahren. englisches Bombengeschwader nach dem Sudan London. Au- einer Athener Reutermel- dung wird indirekt bekannt, daß England auch feine Flugzeuggeschwader im Suda» verstärkt. Die britische Gesandtschaft hat nämlich die griechische Regierung ersucht, einem Geschwader der britischen Bombenflugzeuge, da- für den Sudan bestimmt ist, die Erlaubnis zum Landen und zur Einnahme von Brennstoff in Griechenland zu geben. Finanzieller Druck London. Die„FinaneinlRewS" schreibt, rin Beschluß der Londoner Clearingbanken» dir tiSher italienischen Banken gewährten Krediterleichterungen nicht zu erneuern, werde dazu führen, daß sich die Kredite in den nächsten drei Monaten immer mehr vermindern und nach ihrem Ablauf gänzlichaufhören würden. Die Londoner Banken hätten ihren Beschluß nur widerwillig gefaßt. Die italienischen Lanken seien stets ausgezeichnete Kunde» ge- Gebiete nur jene gezählt wurden, deren Einwohnerschaft nach der letzten Volkszählung zu mehr als 50 Prozent aus Deutschen besteht. Hinein in die Eiterbeule! Der Henlein- Abgeordnete N i ck e r l aus Wildstein, ein besonderer Fachmann in der„Arbeiterabteilung" der SHF, hat nach dem Bericht der nationalistischen Karlsbader„Deutschen Tageszeitung" ein« Rede gehalten, in der er die Arbeiter auffor» derte, die Gablonzer Gewerkschaft als die ihre aufzufasien und in sie e i n j u« treten. Das ist recht interessant, wenn man daneben eine AeußerungSandners über die gleiche nationale Gewerkschaft hält. Sandner hat die Gablonzer Gewerkschaft, in die nach Nickerl die SHF-Leute eintreten sollen, eine „stinkende Eiterbeule" genannt. Da wissen die Gefolgsleute Henleins ausnahmsweise einmal von vornherein und aus der authentischen Quelle, was sie an ihrer neuen Organisation haben. wesen, aber es herrsch« die begreifliche Sorge, daß der abessinische Streit zu einer verschlech. terungder italienischenFinanz- l a g e führen werde. Einfall ohne Krlesserklüruns? Nur„PollzelmaBnahmen" nach Japanischem Muster Paris. Die Pariser Blätter befassen sich mit Mutmaßungen und den Möglichkeiten der weiteren Entwicklung des italienisch-abessinischen Konfliktes.„Echo d e P a r i S" schreibt: Die italienische Regierung wird überhaupt ihren Gesandten auS Addis Abeba nicht abberufen, gleichwie dieS Japan getan hat und wird auch nicht den Krieg erklären. Es wird fein bewaffnetes Einschreiten als eine rein polizeilich» Maßnahme bezeichnen. England sei schon einige Male in Afghani-, stan in gleicher Weise vorgrgangen und auch Frankreich habe in seinen Kolonien denselben Vorgang beobachtet. In London wird eS einer Information des„Echo de Paris" zufolge für wahrscheinlich erachtet, daß Italien folgende Ziele verfolgt: Militärische Besetzung von ganz Abessinien, Anschluß einiger Ebenen an Italien und Protektorat über die Hochebenen. Abessiniens Verbündete Landschaft und Klima Rom.(AP.) Wie Sachkenner mitteilen, werden die Italiener bei einem Borrücken von ASmara(Erythräa) au» auf ein schwieriges Hindernis stoßen, nämlich eine 2500 Fuß tiefe Schlucht, die erst durch Brücken- und Straßenbauten passierbar gemacht werden müßte. Die Schwierigkeiten bei einem Borrücken von Somaliland aus sind ungeheuerlich. Die Flüsse füllen gewaltige, fieberverseuchte Sümpfe. Weite Gebiete sind von Dornendickicht und dschungelartigem Busch bewachsen, die motorisierten Abteilungen große Hindernisse bereiten würden. Di« wenigen, dort vorhandenen Brunnen sind gefährlich, da sie teils mineralhaltiges Wasser besitzen, das starke abführende Wirkung hat, teils von Kamelen und Schafen verschmutzt sind und obendrein noch Schwefelwasserstoff führen. Man glaubt, daß die Italiener eine Eisenbahn bis in die Gegend von Shala würden legen müssen. Aber selbst unter günstigen Bedingungen würde ein solche- Unternehmen zwei Jahre in Anspruch nehmen. Militärische Sicherungen Englands Verstärkung der strategisch wichtigen Garnisonen „Das Rennen der eisernen Pferde“ Bon ErnstMachek. Im letzten Monat des heurigen Jahre» werben wir Gelegenheit finden, die ganz ansehnliche Reihe der diesjährigen Gedenktagfeste mit einer besonder- würdigen Veranstaltung zu-beschließen: mit der Feier de- hundertsten Jahrestages der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie auf dem europäischen Kontinent. Es wäre unschön, zu versuchen, den sich aus diese Feier vorbereitenden Festrednern zuvorzukommen, doch da bereit- da und dort auf. da- be» dorstehende Jubiläum hingewiesen wurde, möchte ich— um immerhin möglichen Irrtümern vorzubeugen— rechtzeitig darauf aufmerksam machen, baß wir eS bei dieser Feier wohl mit einem in ber Geschichte der Eisenbahn besonder- vermerkten Tag zu tun haben werden, nicht aber mit dem eigentlichen„Wiegenfest" dieses hochwichtigen Verkehrsmittels. Die erste brauchbare Lokomotive erblickt« schon im Jahre 1813 da- Licht der Welt(ihr Vater war ein gewisser Hedley), und bereits 1825 (also ein volle- Dezennium vor der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie auf dem Festland) wurde in England auf der Strecke Stockton— Darlington eine richtiggehende Eisenbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben. Indes kaum das Jahr 1813 oder das Jahr 1325 auf die Ehre, als„Geburtsjahr" der Eisenbahn angctsprochen zu werdet», ebenso wenig Anspruch erheben wie das bloß für die Geschichte der Eisenbahn unsere- KontinentS bedeutsame Jahr 1835, da- zu feiern wir uns anschicken. Als„Geburtstag" der Eisenbahn gilt einzig und allein der 7. Oktober 1829,— der Tag der berühmten„Lokomotivenschlacht bei Rainhili". George Stephenson, der Mann, der sich vom Kuhhirt zum Techniker, zum Erfinder und schließlich zum berühmten Maschinenbauer und Schöpfer der ersten Lokomotivfabrik der Welt emporgearbeitet hatte, hatte e- dank einer unermüdlichen Agitation erreicht, daß das Parlament sich der von ihm verfochtenen Sache annahm und die Regierung nach langem Zögern den Beschluß faßte, die Lokomotive auf Herz und Nieren zu prüfen, um festzustellen, ob sie tatsächlich geeignet sei, hinsichtlich Betriebssicherheit, Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit mit der Postkutsche in ernsthaften Wettbewerb zu treten. Der Gedanke, die Leistungsfähigkeit eines„eisernen Pferdes" mit der eine- solchen von Fleisch und Blut messen zu wollen, würde heutigentags schallende Heiterkeit erregen, doch wenn man e- genau nimmt, war der Effekt zu jener Zett eigentlich ganz der gleiche; oder ist es etwa nicht als Heiterkeitsausbruch zu werten, daß ein führendes englisches Fachblatt, die„Quarterly Re> jview", über StephensonS Plan wortwörtlich schrieb:„Was könnte wohl größerer Unsinn, was alberner und lächerlicher sein al- die Idee, ein» Lokomotive zu bauen, die die doppelte Geschwindigkeit der Postkutsche haben soll?I" Nun, das Rennen zu Rainhill(bei Liverpool) erbrachte trotz aller Skepsis der damaligen — vielfach von den eine Konkurrenz fürchtenden Schiffahrtsgesellschaften bezahlten— Zeitgenossen den Beweis, daß ein„Gebild' von Menschenhand" mitunter doch eine brauchbare Sache sein kann. Die vier Lokomotiven(John Ericson- „Novelty", Hackworths„SanSpareil", BurstallS „Perseverance" und StephensonS„Rocket"), di» an jenem 7. Oktober zum Start antraten, waren zwar— nach heutigen Begriffen— monströse Ungeheuer, die sich vornehmlich durch Rauchentwicklung, Gestank und Getöse auszeichneten, schließlich aber doch.allerhand Fähigkeiten verrieten, mit denen sie die Masse der die Gleise flankierenden Neugierigen in Staunen und Helle Begeisterung versetzten. Und e- war ein Jubel ohnegleichen, al- schließlich die„Rocket" im 22«Mei» len-Tempo, mit einer Geschwindigkeit, wie sie Menschen bei einem Räderfahrzeug bislang nicht erlebt hatten, schnaubend und pfauchend al- Siegerin durchs Ziel ging. Diese- Ereignis war für die weitere Entwicklung der Eisenbahn von entscheideiwer Bedeutung. Weshalb der Tag der„Lokomotivenschlacht zu Rainhill" mit Recht al- der eigentliche „Geburtstag der Eisenbahn" bezeichnet wird. Wo ist Otto Habsburs? Dementierte Gerüchte Wien.(Tsch. P.-B) Am Freitag und Samstag kursierten in Wien Gerüchte, dir auch in die ausländische Presse drang»», daß Otto Habsburg insgeheim nach Wien gekommen sei. An kompetenten Stellen wird versichert» daß diese- Gerücht jeder Grundlage entbehrt. Oesterrelchisches Wiener Legitimisten trugen im Wiener Rathaus da- Ersuchen vor, Otto Habsburg zum Ehrenbürger zu ernennen. * Klagenfurt.(Dsch. P.»B.) In Klagenfurt ist dieser Tage der Notariatsgehilfe Dr. Rainer unter dem Verdachte verhaftet worden, daß er in einer illegalen nationalsozialistischen Organisation arbeite. Im Verlaufe der weiteren Untersuchungen sind zwei Führer dieser illegalen Organisation geflüchtet, während vier andere verhaftet werden konnten. Man fand bei ihnen eine Menge Propagandamaterial, Mitgliederverzeichnisse der nationalsozialistischen Organisation und namhafte Geldbeträge. Die Polizei glaubt, daß sie die Mitglieder der illegalen nationalsozialistischen Landesleitung von Kärnten au-geho» beu hat. Lik Hinrichtungen in Albanien Tirana.(Albag.) Alle elf Gendarmen, die an dem Aufstand in Fksri teiljzonommen hatten und vom politischen Gerichtstribunal zum Tode verurteilt worden waren, sind verchts er- schossen worden. Der Prozeß wird fortgesetzt werden. Lteriiisierungsgegner niedergestimmt Barlin. Die Samstag von dem.internationalen Strafrechts- und GefängniskoNgreh in der Frage der Sterilisation angenommene Entschließung besagt in ihrem Schlußabsatz: „Die nationalen Gesetzgebungen werden unter allen Gesichtspunkten garantier en müssen, baß dir zwangsweise Kastration und Sterilisation»ar mit äußerster Borsicht vor- genommen wird und gemäß einem ordentliche« Verfahren, welche-«ine gründliche Prüfung del Falle- durch ein Kollegium von Juristen uni Medizinern vorjieht" Sowohl die offiziellen Berichte"Äs auch die Berichte der Berliner Presse über den 11. internationalen Strafrrchtekongreß verraten mit keinem Worte, daß die Debatten auf dem Kongreß teilweise in einer gewitterschwülen Atmosphäre sich abspielten und die neuen strafrechllichen Theorien der Nationalsozialisten keineswegs auf dasselbe Berständnlt bei den Ausländern stießen, wie dies die deutschen Blätter ihren Lesern schildern. Allerdings waren die deutschen Delegierten, deren Zahl etwa 600 au-- machte, in allen Sitzungen in großer Mehrheit, so daß eS den: deutschen Präsidenten möglich war, eine Anzahl von Entschließungen durchzubringen, auch gegen die Ansichten der ausländischen Delegierten. Daß die nationalsozialistischen Thesen über Sterilisation und Kastration außerdem zum-Teil lebhaft bestritten wurden, war begreiflich. Besonder» der brasilianische Delegierte lehnte diesen Gedanken au» religiösen Gründen unbedingt ab. Er verlangte vergeblich, daß Wer diese Frage nach Staaten abg«stimmt werden solle. Er konnte nicht durchdringen, da die deutschen Delegierten zahlenmäßig im Uebergewicht waren. Gefängnis für„religiöse Kampflieder 1* Berlin. DaS Schöffengericht in Landau verurteilte den laplan Gerald» aus Neunkirchen an der Saar zu 20 Tagen Gefängnis und zwei katholische Schukschwestern aus Herxheim zu einer Geldstrafe von je 25 Mark. Der Kaplan hatte 180 Teilnehmerinnen an einer Wallfahrt dazu veranlaßt, nach der Rückkehr in Herxheim in geschlossenem Zuge„religiöse Kampfliede r" zu singen und zum katholischen Schwester- hauS zu marschieren. Er selbst hatte daS erste Lied angestimmt. In der Urteilsbegründung heißt eS, daß in diesem Vorgehen eine bewußte Demonstration gegen die politische Leitung in Herxheim zu erblicken sei. „Zwang zur Denunziation Berlin. Die Geheime Staatspolizei hat in Frankfurt a. O. einen dortigen Gastwirt in Schutzhaft genommen, weil er in seinem Lokale „staatsfeindliche" Aeußerungen einiger Gäste geduldet hatte, ohne gegen sie einzuschreiten oder«ine Meldung zu erstatten. Aus Anlaß diese» FalleS werden gleichzeitig Gastwirte und Friseure darauf aufmerksam gemacht, daß ihnen ihre Festnahme und die sofortige Schließung ihrer Geschäftsräume sowie die Entziehung der Konzession droht, falls sie daS Treiben politischer„Hetzer" in ihren Geschäftsräumen dulden, ohne die Geheime Staatspolizei unverzüglich auf die Vorgänge aufmerksam zu machen. (Seife 4 (Jöttnfag, 25. August 1935 Nr. 198 KaschauerArbeiter gräbt einen Schatz aus 2796 Goldmünzen und eine goldene Kette Kaschau. Samstag mittags wurde hier ein Goldschatz gefunden. Der Arbeiter Stako, der bei dem Umbau des Gebäudes der Finanzdirektion in Kaschau beschäftigt ist, ist der Finder. Di- Firma Jng Noväk, die den Umbau durchführt, übergab den Behörden den Fund. Diese stellten fest' daß der Goldschatz aus einer goldenen Kette im Gewichte von 59 Dekagramm und 2796 Stück goldenen Münzen im Gewichte von 10 Kilogramm 64 Dekagramm besteht, also ein Gesamtgewicht von 11,23 Kilogramm hat. Der Schatz wurde in einer luftdicht verschlossenen, kupfernen Truhe unter dem Fußboden des SigegneuigMteii Monatsrente von 25 Dollar für gutgläubige Wähler Ottawa. In der kanadischen Provinz Alberta finden W a h l e n in die gesetzgebende Provinzialversammlung statt. Bei den Wahlen trat eine neue Partei auf, welche sich ,,B e w e g u n g für densozialenKredit" nennt und ein Programm verkündet, in welchem jedem Bürger 25 Dollar monatlich versprochen werden. Die Partei weist bei den Wahlen einen gewaltigen Erfolg auf und hat, wiewohl die Wahlen bisher noch nicht beendet sind, bereits die Mehrheit erlangt. Von 63 Mandaten erlangte die neue Partei bereits 37, während von den Liberalen bisher nur zwei und von den Konservativen einer gewählt wurde. Es ist wahrscheinlich, daß die neue Partei auch bei den restlichen Mandaten eine große Mehrheit erlangen werde. Täglicher Flugdienst in der Arktis Moskau. Die Zentralverwaltung des nördlichen Seeweges wird im Jahre 1936 auf der Strecke Krasnojarsk—Igarka—-Dudinka eine neue Fluglinie errichten, auf der der Flugverkehr während des ganzen Jahres täglich aufrechterhalten werden wird. Weiters wird eine Fluglinie errichtet werden, die das Festland mit der Wränge l- Insel Verbinder» wird; auf dieser Strecke wird ein regelmäßiger Flugdienst in. Intervallen, von. zehn. Tagen bestehen. Menschen in dieser Zeit! In der Nähe von Auscha wurde der Arbeitslose Häring völlig entkräftet in einem Walde aufgefunden. Häring hatte seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen gehabt. Man brachte den Arbeitslosen zur Polizei nach Auscha, wo ihm sofort Nahrung eingeflötzt wurde. Es war jedoch bereits zu spät. Häring, der völlig unterernährt war, starb noch in derselben Nacht. Reichenberger Messe Am 6. Messetag hat sich der Messcbesuch gegenüber den Vortagen erheblich verstärkt. Das Ausland ist durch Deutschland, Frankreich, Holland, Jugoslawien, Oesterreich, Rumänien, Schweden und Ungarn vertreten. Die gebesserte Geschäftslage auf der Textilmesse hält an. Nach einzelnen Artikeln herrschte recht rege Nachfrage. Es wurden Strick- und Wirkwaren, Garne, Gardinen- und Vorhangstoffe sowie Hemden, Korsetts und Lederhandschuhe verkauft. Auch Kleiderstoffe waren gesuchter. Für die letzten Messetage erwartet man Käufer aus der Slowakei. Patent- und Stahlmöbel haben beträchtliche Absätze zu verzeichnen. Auf der technischen Messe wurden wieder verkauft: Holzbearbeitungsmaschinen, Vervielfältigungsapparate. In der Gruppe Haushaltungsmaschinen und Küchengeräte konnten Herde, Oefen, Waschmaschinen, Bügeleisen, Kochtöpfe, Staubsauger, Wannen etc. gut abgesetzt werden. Besonders gute Abschlüsse konnte eine Firma in Wäschemangeln erzielen. Die Ausstellung„Die Frau in der Hauswirtschaft" ist wie immer der stärkste Anziehungspunkt für die Frauen. Gestüt Deutschland. Erich Kästner hat sich als Prophet erwiesen als er vor Jahren in einem seiner Gedichte schrieb„die Frauen müs. sen Kinder werfen, ein Kind im Jahre oder Haft....". Heute sind wir so weit in Deutsch, land. Mit allen Mitteln soll die Geburtenziffer des deutschen Volkes gehoben werden, nur nicht mit dem einzig vernünftigen: der Aufbesserung der Lebenshaltung der Massen.— In Fällen, in denen der Mann dein Sterilisierungsgesetz zum Opfer fällt, die Frau aber erbgesund ist, fordert der Präsident des thüringischen Landes- amtes für Rassewesen Professor Astel in der „Medizinischen Welt" vom 8. Jänner 35 einen „Zeugungshelfer". '„Luther empfiehlt in solchen Fällen den Zeugungshelser...'er fühlt und denkt hier wie unsere gesunden germanischen Vorjahren, bei Kellers in einer Tiefe von 1.40 Metern«nd zirka 3 Meter unterhalb des Straßenniveaus gefunden. Der Arbeiter Stako machte den Fund ganz zufällig an einer Stelle der Grube, die zum Bau der Grundmauern für das neue Gebäude ausgehoben wurde. Der Goldschatzt wird vorläufigen Schätzungen zufolge auf einige Hunderttausend Kronen geschätzt, da es sich durchwegs um reines Gold handelt. Die Münzen stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und es scheint» daß es sich um eine seltene Sammlung und nicht um bloße Zahlungsmittel handelt. Einige Münzen stammen aus dem 15. Jahrhundert. denen die Inanspruchnahme des Zeugungshelfers rechtlich und sittlich begründet war." Ein anderer Rassenforscher geht noch weiter, und fordert die Wiedereinführung des mittelalter- lichen jus primae noctis, des grundherrlichen Rechtes auf die erste Nacht. Der erste Beischlaf bestimme dm Wert aller Kinder, die in der Folge von einer Frau geboren würden, und sei deshalb nicht vom Ehemann— wenn dieser nicht dm Nachweis qualifiziertm Ariertums erbringt—, sondern von einem dazu besonders ausersehenm Arier zu vollziehen. Zur Zeit des alten Fritz wurde die Staatsführung wesmtlich von Neigungsgefährtm Röhms bestimmt, die man damals„Pütsdamistm" nannte. Im Gegensatz zu der bevölkerungspolitischen Pflichtvergessenheit feiner Staatslmker verlangte das in- dieser Beziehung pflichteifrige friderizia- nische Offizierskorps die gesetzlich sanktionierte Bigamie. Vielleicht wäre auch heute das Offi- zierskorps der SA und SS als Zeugungshelfer zur Betätigung seiner Rassepflicht heranzu- ziehen. Es scheint sich nun im Dritten Reich so etwas wie der Jdealtyp einer gebärqualifizier- ten Walküre herauSzubilden. Unlängst las man in dm„Münchener Neuesten Nachrichten", Nummer 169, folgende Heiratsannonce: „SLjährigcr rein arischer Arzt, Tannenbergkämpfer mit Siedlungsabsicht, wünscht männliche Nachkommenschaft durch standesamtliche Ehe mit gesundem, altarisch jungfräulich jungem, anspruchslosem, auch für grobe Arbeit geeignetem, wirtschaftlichem Weibe mit breiten Absätzen, ohne Ohrringe, möglichst ohne Vermögen." Dieses Annoncengefasel eines arterimderkalkten Patmtgermanm gehörte überhaupt nicht ins politische, sondern ins pathologische Gebiet, wenn es nicht so bezeichnend wäre für die Rolle der Frau im Dritten Reich. In einer kleinen Wohnung in Pankraz wurden Freitag früh zwei Mädchen tot aufgefunden. Sie hatten mit Leuchtgas ihrem Leben ein Ende bereitet. Die Tragödie, die mit diesem Doppelselbstmord endete, hatte eine seltsame Vorgeschichte. Der Oberpolizist Oulehla aus Pankraz hatte vor einiger Zeit in dem Gasthaus, in dem er zu essen pflegte, die 19jährige Kellnerin Veronika Dedourek kennen gelernt. Zwischen den beiden entspann sich bald ein Liebesverhältnis und das Mädchen rechnete fest damit, daß in der nächsten Zeit die Hochzeit stattfinden werde. Vor kurzem aber glaubte sie zu merken, daß die Liebe Oulehlas zu ihr zu erkalten beginne. Sie forschte der Ursache nach und kam bald dahinter, daß er noch eine zweite Beziehung mit einem Mädchen unterhielt, und zwar mit ihrer eng st en Freundin und Zimmer g e n o s s i n, der 23jährigen B o j e n a Freitag Prager Mrffebegimi. Zum Unterschied von den bisherigen Prager Wessen wird die kommende Veranstaltung um zwei Tage früher beginnen. Dieser frühere Anfang bezieht sich allerdings nur auf die Exportgruppen im Messepalaste, die vor allem auf Auslandsbesuch rechnen. Nach dem Einlauf der Anmeldungen ist der Ausstellerstand in den Exportbranchen für eine Herbstmesse außerordentlich gut. ES konnte nicht nur die Ausstellerzahl auf der gleichen Höhe wie zur Frühjahrsmesse erhalten werden, sondern in einigen Branchen wurde sogar eine bessere Beschickung erzielt. So kann z. B. die Spielzeug-Gruppe und die Abteilung der Lederwaren einen weiteren Auftrieb verzeichnen. In der Glas-, Porzellan-, Galanterie-, Textil- und Bijouteriebranche ist die Zahl der Aussteller unverändert geblieben. Daß es gelang, die Exportbeschickung der Messe aufrechtzuerhalten, kann als ein Erfolg gewertet werden, zumal die Vormessezeit diesmal durch politische ungünstige Verhältnisse mit Nervosität durchsetzt war. Bezüglich des Interesse? des Auslandes kann angenommen werden, daß die Aussteller in ihren Erwartungen nicht enttäuscht werden. Starkes Interesse besteht für die Herbstmesse in Holland, England, Belgien, Palästina, Polen, Britisch-Jndien und der Schweiz. Versprechend ist auch der Umstand, daß wieder Einkäufer großer Import» und Warenhäuser die Herbstmesse besuchen werden. Unter diesen Voraussetzungen hat daher die diesjährige Prager Messe im Exportgeschäft trotz der Ungunst der Zeit recht günstige Aussichten. Ai Montag billig zur Prager Messe. Die zur diesjährigen Prager Herbstmesse(30. August bis 8. September) gewährte Fahrpreisermäßigung von 33 Prozent tritt Montag, den 26. August, in Kraft. Diese verbilligte Bahnfahrt gilt für die Reise nach Prag bis zum 8. Sevtember, für die Rückreise vom 30. August bis 12. September einschließlich. Der tschechoslowakische Esperantistenkongreß wird heuer vom 27. bis 29. September in Brünn abgehalten., ES wird die Frage der einheitlichen, staatlichen Organisation behandelt werden. 15.837 Tschechoslowaken in Berlin. Nach den Feststellungen deS Berliner Polizeipräsidiums waren im Ortspolizeibericht Berlin am 31. Dezember 1934 im ganzen 99.966 Ausländer in Privatwohnungen gemeldet. Im Jahre vorher wohnten 107.762 Ausländer in Berlin, so daß fte sich in einem Jahre um 7.2 Prozent verringert haben. An der Spitze der Ausländer stehen die Polen mit 23.111 oder 23.1 Prozent. Dann kommen die Tschechoslowaken mit 18.837 oder 15.8 Prozent. Während die Anzahl der Ausländer im allgemeinen zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der Tschechoslowaken im abge- laufenen Fahre um 578 vermehrt. Degelflugzeng abgcstürzt. Bei S z o l n o k ist ein. Segelflugzeug, auf dem sich der? StaatS- bahnmechaniker Lovas, ein bekannter ungarischer Segelflieger, befand, aus 20 Meter Höhe abgestürzt. Lovas starb nach einigen Stunden im Krankenhaus. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. P r u s a, die in einer nahegelegenen Molkerei angestellt war. Beide Mädchen liebten Oulehla, aber keine hatte eine Ahnung davon gehabt, daß sie die Rivalin ihrer Freundin sei. Die Entdeckung des unbewußten Dreiecks, in dem sie bisher gelebt hatten, die Erkenntnis, daß ihre beider Liebe getäuscht worden war, schmetterte sie nieder. Donnerstag nachmittags sagten sie ihrer Quarticrgeberin, sie würden Selbstmord begehen und verließen darauf die Wohnung. Die Vermieterin hielt diese Ankündigung für einen Scherz, die beiden Mädchen aber gingen wirklich gemeinsam in die Wobnung ibres Geliebten, zu der sie ja beide den Schlüssel hatten. Dort legten sie sich gemeinsam ins Bett, drehten den Gashahn auf und fanden Seite an Seite den Tod, den sie gesucht hatten. Oulehla selbst ist nicht in Prag: er befindet sich auf llrlaub bei seinem Töchterchen. Der Kriegsschauplatz von morgen? Einer der wenigen artesischen Änmen in dem unwegsamen und wasserlosen Wüstengebiet Abessiniens. Wenn Mussolini seine« Raubzug unternimmt, werden diese Brunnen, als unentbehrliche Wasserversorgungsstellen, die wichtigsten strategischen Punkte des afrikanischen Kriegsschauplatzes sein. Tragödie um ei«„Dreieck" Zwei Rivalinnen gehen miteinander in den Tod F. Chopin Am 4. September wird in Karlsbad eine Gedenktafel für den Komponisten Chopin enthüllt. Bahnperkrhr zwischen Rußland«nd Rumänien wird ausgenommen. Die Eisenbahnverbindung Sowjetrußlands mit Rumänien wird voraussichtlich am 15. September nach Prüfung der renovierten Eisenbahnbrücke über den Dnjester wieder ausgenommen werden. Bom Propeller geköpft. In der Nähe von Kösseg m Ungarn wurde ein Mann durch einen wohl einzigartig dastehenden Unfall getötet. Als er auf der Landstraße spazieren ging, wurde er vom Propeller eines notlandenden Flugzeuges erfaßt, das ihn köpfte. Zufammengestoßen. Bei Töppels auf der Straße Karlsbad^—Marienbad stieß das Auto des Düsseldorfer Fabrikanten Forckardt mit einem Auto des Hotels„Radium-Palace" in Joachims- thal zusammen. Forckardt wurde schwer verletzt ins Karlsbader Krankenhaus transportiert, seine Gattin kam mik leichteren Verletzungen davon. Beide Wagen wurden schwer beschädigt. Bon einer Kuh zerfleischt. Bei Freistadtl hütete ein vierzehnjähriger Junge aus Freistadtl Kühe. Eines der Tiere wurde plötzlich scheu und stürzte sich auf den Hüter. Als man den Jungen aus der Gewalt des rasenden Tieres befreien konnte, war ihm der Bauch völlig aufgeschlitzt. Er starb auf dem Wege ins Krankenhaus. Immer neu« Hochwasserkatastrophen i« Japan. Riesige Nebetschwemmungen haben in dem Gebiete von Aomori in Nordjapan unermeßliche Schäden verursacht. 10.000 Häuser sind vom Hochwasser bedroht. Bisher werden neun Tote und 35 Vermißte gemeldet. Die angerichteten Schäden haben einen riesigen Um» fang. Der Verkehr wurde unterbrochen. Die Reis» ernte wurde vernichtet. Vom Rundfunk empfehlenswert«» au*«len Programme«! Montag Prag, Sender L.: 6.00: Gymnastik. 10.05: Deutsche Presse. 13.25: Arbeitsmarkt. 17.50: Schallplatten. 18.20: DeutscheSendung: Dr. Nadler: Di« sudetendeutsche Sängerbewegung. 18.35: Aus dem Manuskript. Komvoiitionen von Rudolf Schubert. 19.15: Uebertragung von den Salzburger Festspielen: Falstaff von Verdi. 22.30: Tanzmusik. 22.45: Deutsche Nachrichten.— Sender S.: 7.30: Konzert des Musiksalonguartetts. 14.00: Violinkonzert. 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Swoboda: Kompositionen von zwei Seiten ge- sehen.— Brünn: 13.25: Arbeitsmarkt und Sozialinformationen. 17.40: Deutsche Sendung: Schulz: Die Berberstadt Konstantin«. 18.00: Konecny: Der Motor auf der Erde und in der Luft.— Mährisch Ostrau: 16.30: Nachmittaaskonzert 17.50: Schallvlatten: Schubert. 18.20: Deutsche Arbeitersendung: Berner: Bon unserem Zinsfuß. 22.30: Tanzmusik.— Kaschau: 12.30: Orchesterkonzert. Dienstag Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Presse. 12.10: Schallplatten. 12.30: Schrammeikonzert. 15.00: Schallplattenkonzert. 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Franfl: Faustfantasie. Hörfolge mit Musik. 19.00: Deutsche Presse. 20.20: Orchesterkonzert. 21.30: Konzert des Aim-Gesangsguartett?. 22.30: Tanzmusik.— Sender S.: 7.30: Unterhal- tungsmusik. 8.00: Frauenghmnastik. 14.15: Deutsche Sendung: Zur 300. Wiederkehr des Todestages von Lope de VegaS. 14.40: Tonfilme auf Schallvlatten. — Brünn: 11.05: Salonorchesterkonzert. 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Soziale Informationen. Matnschka: Grundfragen der Arbeiterbildung. 18.20: Russische Lieder. 19.25: Militär» konzert.— Mährisch Ostrau: 18.05: Overnmusik auf Schallplatten. 18.20: Deutsche Sendung: Keilich: Die Ausgaben der Landfrau, Tanzschlager.— Prrßhurg: 18.00: Klavierkonzert.— Kaschau: 16.30: Orchesterkonzert. 747.224 Radiohörer Der Juli hat, im Gegerisatz zu anderen Ländern, bei uns eine weitere Steigerung der Rundfunkhörerzahl gebracht, wenn es sich auch nur um 871 neue Konzessionen handelt. Die. Gesamtzahl betrug 747.224. Dabei muß berücksichtigt werden, daß viele Hörer ihre Apparate während der beiden Sommermonate abmelden, obwohl die jo gewonnene Ersparnis minimal ist« Nr. 198 Sonntag, 25. August 1935 / Seite 5 Schnellzug Berlin-Bukarest entgleist. In der Nacht auf SamStag entgleiste kurz nach Mitternacht im Lemberger Bahnhofe Zimna Woda der S ch n ellzugBerli n-B u k a- r e st. Die Lokomotive und fünf Waggons spran« gen aus dem Gleis. Zwei Dienstwagen, ein Waggon dritter und je ein Waggon der ersten und zweiten Klaffe stürzten um. Der Zug war zum Glück nur schwach besetzt, so daß bloß drei Personen leicht verletzt wurden. Eine Sekunde Erdbeben in der Slowakei. Donnerstag um 3 Uhr 10 Minuten nachts wurde in dem Orte Drahovee im Bezirke vonChust eine starke, eine Sekunde währende Erder- schütterun g verspürt, die die Bevölkerung au» dem Schlafe scheuchte. Der Großteil der verängstigten Bevölkerung verbrachte die Nacht unter freiem Himmel. Es ist dies seit dem Umsturz dar dritte in der Gemeinde beobachtete Erdbeben und zwar das st ä r k st e. Schäden wurden bisher nicht gemeldet. Leichenräuber verüben Erprrffungen. An Santiago de Kuba wurde eine neue Art von Erpreffungsversuchen aufgedeckt. Eine Bande grub auf den Friedhöfen Leichen aus und verbarg sie, um von den Anverwandten Lösegeld zu erpreffen. Der Superintendent und 27 Angestellte des Nationalfriedhofes wurden unter der Beschuldigung verhaftet, die Leiche eines reichen Spanier- namens Jost Arrata Santoz beraubt zu haben. Mr die Herausgabe einer Leiche wurde von den Familien 1000 Peso» verlangt. Kinderspiel legt drei Ansiedlungen in Asche. In dem Orte N e l i p i n o(Slowakei) im Bezirke von Svalava steckte der siebenjährige Sohn des Ignatz L j a v i n e c beim Spiel mit seinem Kameraden, dem neunjährigen Ivan Dankanic, einen Strohschober in Brand, der auf dem Hofe stand. Innerhalb zehn Minuten ergriff der Brand die Wohngebäude und weitere drei Ansiedlungen, die niederbrannten. Schlafkrankheit in Japan. Die japanischen Gesundheitsämter sind durch di« sich immer mehr derbreitende Schlafkrankheit sehr beun» ruhigt. In Tokio wurden bereits 75 Fälle gemeldet, von denen der größte Teil einen tödlichen Ausgang nahm. Die Gesamtzahl der Erkrankungen in ganz Japan beläuft sich auf 500 Fälle. Er wird bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß im Jahre 1904 6125, im Jahre 1929 1946 Fälle von Schlafkrankheit gemeldet wurden. 8m Borjahre dagegen war kein einziger derartiger Fall zur Anzeige gebracht worden. Zum Ausbruch der Epidemie hat der rasche Uebergang don der kühlen zur heißen Jahreszeit beigetragen. Schlechte- Wetter in Aussicht. Die sekundäre Depression über Westeuropa dringt mit ihrem Einfluß nur langsam ostwärts durch, obwohl in ganz Mitteleuropa der Luftdruck allgemein zu sinken beginnt. In Bayern stieg die Temperatur Samstag um 14 Uhr auf plus 27 bi» 30 Grad Celsius, in Frankreich waren sie um 10 Grad niedriger. Diese kühlere Lust dürfte Sonntag nach unseren Gegenden noch nicht durchdringen.— Wahrscheinliches Wet- t e r von heute: Zunächst noch schön, erst später dom Südwesten her allmähliche Verschlechterung. — W e t t« r a u- s i ch t e n für Montag: 8m Westen de» Staate» weitere Zunahme der Bewölkung und Niederschlagsneigung, Tempera turabnahme, im Osten des Staates noch schön und warm. Heldenmütige Retter. Der englische König verlieh dem Direktor Rowland Bennett und dem Bergarbeiter Albert Malev für die hel- denmütige Rettung. eines bei der Grubenkatastrophe in Hanley geretteten Bergmannes die Eduard-Medaille. Der gerettete Bergmann wurde von einer Kohlenschicht verschüttet und die Kameraden arbeiteten in einem beengten Raum unter der ständigen Gefahr, selbst verschüttet zu werden, volle sechs Stunden, indem sie mit den Händen die Kohlen von dem Verschütteten wegräumten, bi» sie ihn au» seiner lebensgefährlichen Lage befreit hatten. Riosenerfolg der Londoner Radiomeffe. Samstag abends wurde in der Londoner Olympia die erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte der Radioindustrie beendet. Während der zehntägigen Dauer wurden 1,800.000 Empfangsapparate verkauft und ein Umsatz von 30 Millionen Pfund erreicht. Es ist dabei intereffant, daß sich nach Kristall em psängern abermals eine große Nachfrage geltend machte. Der Kampf um den Arbeitsplatz Jede Woche bringt neue Meldungen von dem verzweifelten Kampf, den in allen Gegenden in unserer Republik die noch beschäftigten Arbeiter um die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes führen. Sie müssen ihn verteidigen gegen Unternehmer, die, wenn ihnen die Produktion nicht die gewohnten Profite abwirft, sich oft sehr schnell zur Einstellung des Betriebes entschließen. Sie müssen ihn weiter verteidigen gege neine Kartellpolitik, die rücksichtslos die Jntereffen der Arbeiter ausschaltet und zur Betriebsstillegung führt, wenn es die Wahrung der Kartellrente erfordert. Ein neues Beispiel für die Schädlichkeit dieser Kartellpolitik ist die O st böhmische Leinen« i n d u st r e- A.-G. in A d e r S b a ch. Der Betrieb ist von dem Kartell aufgekauft und soll nun stillgelegt werden. 277 Arbeiter verlieren den Erwerb. Das bedeutet, daß weit über 1000 Menschen einem ungewiffen Schicksal ausgeliefert werden, das nur insofern gewiß ist, als es über di« Familien eine größere Not und wachsendes Elend bringt. Die Arbeiterschaft wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Vernichtung ihrer Existenz. In K L n i g s f e l d bei Brünn soll die M a s ch i n e n- u n d W ä g g o n f ä b r i k, die in vergangenen Jahren den Aktionären sehr reichliche Dividende gebracht hat, stillgelegt werden. Es sind jetzt noch ca. 680 Arbeiter in dem Unternehmen beschäftigt. Der Betrieb scheint das Opfer einer Vereinbarung zu sein, die unter den kapitalistischen Unternehmern dieser Branche zustande gekommen ist. Es müßte auch der Einfluß der das Unternehmen beherrschenden Bank klargestellt werden. Der Arbeiter-BetriebSauSschuß hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diese Betriebsvernichtung zu verhindern. Die Rossitzer Eisenwerke kündigen ebenfalls die Stillegung an. Wird sie durchgeführt, so verlieren 325 Arbeiter und Beamte ihre Beschäftigung. Die Maßnahme trifft daS Roffitz-Oslawaner Industriegebiet umso schwerer, als schon vorher die Glasfabriken und die Eibenschitzer Gerbereien die Arbeit eingestellt haben. Auch in diesem Falle sind die Arbeiter mit Unterstützung der Gewerkschaften an der Arbeit, um die schlimmsten Folgen von der Arbeiterschaft abzuwenden. Die Glasfabrik der Firma Schreibe ru. Neffen in Reitendorf bei Mährisch-Schönberg hatte die Wiederaufnahme ihres seit Dezember 1934 geschloffenen Betriebes angekündigt und äm 12. August waren die Oefen angeheizt worden. Obwohl die Löhne der Glasarbeiter schon vor der Stillegung mehr« -fach geküitzt^r worden waren" und einen tiefen Stand erreicht haben, erklärte sich die Arbeiterschaft bereit, um die Wiederaufnahme des Betriebes nicht scheitern zu laffen, eine vierzehnprozentige Lohnreduktion hinzunehmen. Dieses große Opfer scheint den Inhabern noch ungenügend. Sie ließen die Oefen wieder loschen und gaben bekannt, daß die Wiederaufnahme der Arbeit jetzt nicht erfolgen könne. Die betroffenen Arbeiter waren Wer die Willkür sehr erregt, besetzten die Fabrik und hielten die Heizung in Gang. Zur Zeit wird mit den Vertretern der Behörden und der Regierung verhandelt, um die Wiederaufnahme der Arbeit zu erreichen. Volhswlrtsdiatt und sozlalpolMlK Zer FMeMlW hi her WWUmir Das Jahr 1934 erbrachte ein Aktiv«« von 252 Millionen Kronen Die Einnahmen und Ausgaben aus dem Fremdenverkehr sind in der tschechoslowakischen Zahlungsbilanz kein unbedeutender Posten. Bei neun Milliarden 500 Millionen KL Gesamteinnahmen und neun Milliarden 352 Millionen KL Gesamtausgaben der Zahlungsbilanz für das Jahr 1934 figuriert der Fremdenverkehr mit 475 Millionen KL Einnahmen und 223 Millionen KL Ausgaben. Es verbleibt dennoch ein Ueberschuß von 252 Millionen KL; während die Gesamtzahlung-» bilanz nur mit einem Ueberschuß von 148 Millionen KL abschliesit. Diese für den Staat günstige Entwicklung der Fremdenverkehrsbilanz ist dadurch zustande- gekommen, daß im Jahre 1934 der Rückgang des Ausländerbesuches unserer Badeorte zum Still- stand gekommen ist. Die Zahl der Kurgäste au» dem Ausland ist gegenWer dem Vorjahre um 24 Prozent, die Zahl dec Uebemachtungen um 21 Prozent gestiegen. Der Geldverbrauch der ausländischen Kurgäste ist von 141 Millionen KL auf 176 Millionen KL gestiegen. Dagegen ist die Zahl der Touristen und der übrigen Besucher aus dem Fremdenverkehr zurückgegangen; auch ihr Geldverbrauch liegt mit 98 Millionen KL niedriger als im Jahre 1933. Daneben gibt es noch Reisende im Grenzverkehr, durchfahrende Reisende und Besucher von Verwandten und Bekannten, die nicht von der FremdenverkehrSstatistik erfaßt werden. Ihr Geldverbrauch in unserem Lande 1934 ist auf etwa 150 Millionen KL veranschlagt. Die Auslandsreisen von Staatsbürgern der Tschechoslowakei haben nach den Erhebungen des Vrenzverkehrs in den Sommermonaten Mai bis August eine ausfallende Zunahme' erfahren." Die Zahl der tschechoslowakischen Touristen, die im Sommer 1934 längere Auslandsreisen machten, wird mit etwas Wer 140.000 angegeben.. Ihr Geldverbrauch beträgt rund 178 Millionen KL, während bei Ausflügen und kurzen Reisen mit nur wenigen Tagen Aufenthalt im Ausland rund 45 Millionen KL über die Grenze getragen wurden. Dieser Betrag von 223 Millionen KL entspricht im groben auch den Devisenbewilligungen der Nationalbank. GegenWer 1933 ist der Geldverbrauch tschechoslowakischer Staatsbürger im Ausland um 56 Millionen KL höher gewesen Tatsächlich dürfte aber die Erhöhung trotz der Kronenabwertung doch wesentlich geringer sein, denn im vorigen Jahre sind die an der Grenze selbst vorgenommenen Erhebungen nicht berücksichtigt worden. Obgleich aber der Geldverbrauch unserer Staatsbürger im Ausland zugenommen hat, er« gibt sich für unseren Staat doch ein Ueberschuh von 252 Millionen KL. Ein Aktivum von solcher Höhe hat di« tschochoslowakisch« Frrmdenverkehrsbilanz bisher »och nicht anSweistn können. In den letzten zehn Jahren sieht ihre Ent- Wicklung so aus: Einnahmen Ausgaben -s-Ueberschuß —Fehlbetrag in Millionen KL 1934 475 228 +252 1933 288 167 +121 1932 420 420 ..— 19Y1 580 760 —-180 1930 795 700 + 95 1929 810 710 +100 1928 770 700 + 70 1927 710 640 + 70 1926 561 800 —239 1925 570 850 —280 Das bisher höchste Aktivum der Fremdenverkehrsbilanz im Jahre 1933 hat sich demnach 1934 mehr als verdoppelt. In den Jahren guter Wirtschaftskonjunktur war es bedeutend niedriger; oder es schloß gar die Fremdenverkehrsbilanz mit einem hohen Passiv,im ab. - 4, Diese.Ueberficht läßt auch erkennen, in welchem stärken Umfang die Reisen aus dev Tscheche- sowakei inS Ausland zurückgegangen sind. 1925 wurden dafür 850 Millionen KL ausgegeben, 1931 760 und 1933 nur 167 Millionen KL. Der Rückgang der Einnahmen aus dem Ausländerbesuch ist ebenfalls beträchtlich, doch nicht so stark wie die Ausgaben tschechoslowakischer Staatsbürger im Ausland. Die angesichts der schweren Wirtschaftskrise günstige Entwicklung der Fremdenverkehrsbilanz besonder- deS Ausländerbesuches ist hauptsächlich der großen Anziehungskraft der tschechoflowakischen Heilbäder zu danken. Zwischen Nil und Euphrat Notizen des Orientreporters Di« Prophezeiung des Scheichs. .»Wenn Sie herzleidend find, so lesen Sie diesen Artikel nicht"— mit diesen ermunternden «orten leitet eine ägyptische Zeitung des Re- lümee der Voraussagen ein, die der im ganzen «orderen Orient für seine Prophezeiungen bekannte Astrologe Aly Saleh el Assiouti dieser Tage gemacht hat. Wiederholen wir das Wichtigste: Der abessinische Krieg wiÄ zunächst infolge der Intervention der Großmächte verhindert. Die alutigen Grenzzwischenfälle setzen sich jedoch in Maße fort, daß Italien zwischen dem 15. September und dem 15. Oktober ohne offizielle Kriegserklärung in Abessinien einfallen wird, "ach anfänglichen Siegen erleiden die Italiener rine Niederlage. Der nächste Krieg wird ein russisch-japanischer; auch China wird hereingezogen; schließlich einigen sich aber ihre Kräfte in einer anti- turopäischen Front. Endlich sieht der Scheich vom März 1936 ii» zum Feber 1937 den grcißen Weltkrieg voraus; und wie im Jahre 1914 soll sich in Jugo- nawien das Pulverfaß entzünden. Eine Reihe don Naturkatastrophen machen das Maß des Un- S boll. Nach dem Wüten des großen Welt- ist die Erde um 40 Millionen Menschen ärmer— so verkündet der Scheich. Der Häftling von Tourah Ii Kairo verhaftete man den Zuchthäusler Hassan ein Ahmed Haffanein, der bei einem Aufstand im Gefängnis Toura im Jahre 1919 entwischt war, nachdem er seine Nummer auf die 8acke eines bei jener Revolte erschaffenen Kameraden geheftet hatte, so daß die Wächter glaub« tn, Hassanein sei der Tot«. Der freilich war nach dem Hodschas entkommen, das damals vom alten König Huffein regiert wurde. Haffanein begann seine Karriere als Gepäckträger und endete sie als Leutnant in des Königs Armee— gegen die tägliche Löhnung von einer halben Okia Fleisch und Gemüse. Als König Ibn Soud ans Ruder kam, war» mit der Herrlichkeit aus: Haffanein quittierte den Dienst, um sein Glück in der Türkei zu versuchen. Als er den Suczkanal passierte, kam der Passagier, der der ägyptischen Polizei etwas spanisch vor und sie wcüte ihn festnehmen: da bewies er ihr, daß er die hedschische Staatsangehörigkeit besaß. In der Türkei übt« Haffanein verschiedene Berufe aus, unter anderem auch den eines Käsefabrikanten. Bis das Heimweh Wer- mächtig wurde: Haffanein fuhr nach Aegypten zurück und lebte hier zwei Jahre unentdeckt. Plötzlich erfuhr er, daß sein Vater noch lebte. Er fand ihn, Wer der Alte fand nicht, daß sein Sohn sein Sohn sei. Als der sich nun bemühte, seine Identität nachguweisen, war er allzu eiftig. Di« Leffentlichkeii wurde auf ihn aufmerksam, die Polizei griff ein; nun muß er zurück ins Zuchthaus. Er wurde vier Jahre, zu früh entdeckt: sonst wäre seine Schuld verjährt. Nur ein Gnadenakt kann ihn erlösen. Skandal l« Velbeis Belbeis ist ein Nest in der ägyptischen Provinz. Und eine AegyPterin diese» Städtchen» war so kühn, unverschleiert durch seine Straßen zu wandeln— was die Belbeiser um so mehr aufregte, als gerade Belbeis— wie ein arabisches Blatt schrieb—»ein Zentrum der Tugend und der Keuschheft" ist. Di« höchsten muselmanischen Würdenträger des Distriktes redeten der Sünderin ins Gewissen— umsonst. Der Skandal wurde immer größer; die Frau ohne Schleier mußte den Ort verlaffen. Die arabische Presse meldet solche Fälle jetzt öfter» und kommentiert sie. Die Emanzipation der Aegypterin ist ein ewig aktuelles Problem der Zeitungen. Sie sind zwar für«ine Evolution, aber doch für eine sehr, sehr maßvolle. So wandte sich zum Beispiel kürzlich der„Balagh" gegen die Absicht des Arbeitsdepartements der Regierung, Klub» für Arbeiterinnen zu errichten: neunzig Prozent der ägyptischen Arbefterinnen seien Muselmaninnen und daher nach der Tra- ■ dition verpflichtet, nach der Arbeit sofort nach Hause zu gehen und nicht in einen Klub.„Unsere Arbeiterinnen haben Brot nötiger als Zerstreuung. Ihr wichtigstes Ziel ist, angemeffen bezahlt zu werden. Gerechten Lohn zuerst!..." Land ohne Krise Nicht von Palästina soll die Rede sein, sondern vom HedschaS. Sprecher sei(in einem Interview, das er einem Redakteur des„Kawkab" gab) sein Finanzminister:„Die Wahabiten bescheiden.sich mit wenigen. Dwse Bedürfnislosigkeit ist die Basis des Reichtums. Trotz der Weltkrise ist unsere finanziell^ Situation ausgezeichnet. Der Grund dafür ist, daß man alles Notwendige bei uns in einer Fülle findet, die nur diejenigen ermessen können, die unser Land besucht haben. Da bei uns aber das Lebenswichtige vorhanden ist, macht, uns der Luxus, die die westliche Zivilisation dem Orient anbietet, wenig aus. Wir sind dagegen gefeit dank der Bescheidenheit und Enthaltsamkeit unserer treuen Wahabiten." Nicht viel schlechter scheint die finanzielle Lage im Demen zu sein. Der Imam Dehia vom Demen soll Wer grciße Goldschätze verfügen; und nur wenige Eingeweihte wissen, wo die Koffer» di« er mit ihnen angefüllt hat, versteckt sind. ES ist wie in einem Märchen auS Tauscnrundeiner Nacht. Weniger märchenhaft ist, daß der Imam für einen Teil des Goldes jetzt Waffen, gekauft und seine Armee damit ausgerüstet hat, denn er las in den Zeitungen, daß wichtige Länder jetzt vom Goldstandard obgerückt sind. Außerdem will, da alle- rüstet, der Imam allein nicht fehlen. Die arabisch« Kindersterblichkeit In Palästina ist die Kindersterblichkeit bei den Arabern ungefähr zehnmal so groß, al- bei der jüdischen Bevölkerung. Mögen auch die jüdi« schein Kleinkinder, insbesondere auf dem Lande, im allgemeinen unter besseren Allgemeinbedin» gungen aufwachsen, so ist die ungeheuere Differenz damit allein noch nicht erklärt. Dar arabische Arzt Dr. Rushdi Tamini hat nunmehr die Theorie ausgestellt, daß die große arabische Kindersterblichkeit damit zu erklären sei, daß bei der arabischen Bevölkerung Neugeborene nach einer alten Tradition in don ersten»fünfzig Tagen ihres Lebens nicht gebadet werden. Im Irak herrscht hingegen Trauer und Unruhe, weil sehr viel kleine Kinder an Skorpionhissen zugrunde gingen. Das Gesundheitsdepartement der Regierung hat«ine größere Anzahl vop Aerzten mit Arbeiten beauftragt, von denen man hofft, daß sie die Entdeckung eines Anti-Skcrpion-Sevums zum Resultat haben werden. Ein energisches Volk Ein energische- Volk scheinen die Syrer zu sein. Die streikenden Arbeiterinnen einer Ziga« rettenfabrft in Beirut besetzten eines Tages die besten Tische der besten Restaurants, ließen nach Herzenslust zu essen austragen und erklärten, al- es an» Bezahlen ging, die Rechnung sei ihrem Chef zuzustellen... Auch ein Schuster hatte die Ehre, in die Lokalchronik eines Beiruter Blattes zu kommen: Als er eines Tages eine Kundin Wer die Straße mit Schuhen wandeln sah, die noch nicht bezcchlt waren, packte er erst die Dame, die er Wer di« Straße in seine Werkstatt trug, und dann die Schütze, di« er ihr von den Füßen zog, um dann die Kundin unbeschuht heimhumpeln zu laffen— eine Straft, die der zornige Schuster bei der Gelegenheit allen seinen Gläubigern androhte... Und die Bewohner von Sidon endlich haben sich eine Zett hindurch mit Gaslampen und Petroleumfunzeln beholfen und auf diese Weise eine Herabsetzung der Lichtpreis« erzielt. Erich Gottgetreu. Seite 6 '„Sozialdemokrat^ Sonukag, 25. August 1938. Nr. 198 Paveuropa El» französisches Projekt vor 300 Jahre» Der Gedanke, einen europäischen Staatenbund mit wirtschaftlicher Geschliffenheit zu schaffen, ist wickevholt von Frankreich ausgegangen. In der napoleonischen Aera war Frankreich nahe daran, diesen Gedanken zu verwirklichen. England wäre damals freilich ausgeschloffen gewesen und war durch die Kontinentalsperre an den wirtschaftlichen Ruin gebracht werden. Nur Rußland widerstrebte noch. Deshalb der Zug Napoleons mit der»Großen Armee" nach Moskau. Aus den Eisfeldern Rußlands ist dann freilich der großzügige Plan gescheitert und der Grund zum Sturze der napoleonischen Macht gelegt worden. Aber schon im Anfänge des siebzehnten Jahrhunderts ging von Frankreich der Gedanke aus, ein mächsiges Paneuropa unter französischer Hegemonie zu schaffen. Die ökonomischen Voraussetzungen waren diesem Plane damals äußerst günstig. Kn Mittelalter waren die Hohenstaufen in ihrem Kampf« wn die europäische Herrschaft an dem Papsttum, das ihnen diese Herrschaft streitig machte, gescheitert. Noch einmal im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance schien es, als ob unter der Weltherrschaft Karl V. Europa unter Habsburgs Führung geeint werden solle. Die Herrschaft Karl V. wurde hauptsächlich durch Frankreich im Bunde mit den Türken, sodann Äer durch die Wirren der Reformation und wirtschaftlichen Aufstände der Bauern und Ritter in Deutschland erschüttert und endete schließlich mit der Teilung des Habsburgerreiches in eine deutsche und eine spanische Herrschaft. Diese Teilung gab Frankreich ein Uckergewicht in Europa. Zu Beginn des sickzcknten Jahrhunderts hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse Europas wesentlich geändert. Der Welthandel war vor der Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Indien auf den Landweg nach dem Orient angewiesen gewesen. Die Straßen führten durch das Deutsche Reich, es war die Glanzzeit der städtischen Republiken, der- deutschen freien Städte, der Handelshäuser der Fugger und Welser gewesen. Nunmehr aber waren es die seefahrenden Nationen, die sich des Welthandels bemächtigten. Die Republiken Venedig und Genua traten mit den Spaniern und Portugiesen das Ecke an, England trat erst später auf den Plan. Die französische Bourgeoisie erkannt« die gegckene Lage und versuchte in erfolgreiche Konkurrenz zu treten. In Deutschland gründeten damals dif katholischen Fürsten die Liga» die protestantischen die Union und standen sich, zum Kriege entschlossen, feindlich gegenüber. Der Dreißigjährige Krieg warf bereits seine Schatten voraus. Die deutsche Bourgeoisie in den freien Städten war durch die wirtschaftliche Umwälzung, die die Entdeckung des Seeweges nach Indien gckvacht hatte, verarmt und ohne jcke Bedeutung. Anders in Frankreich. Auch hier hatten die religiösen Kämpfe getobt, waren aber bald in den Hintergrrknd getreten, insbesondere als Hein- lich IV. zur Herrschaft gelangte. Heinrich IV., 1553 geboren, wurde bereits 1552 König von Navarra und durch Heirat im Jahre 1580 König von Frankreich. Ursprünglich protestantisch, trat er zum Katholizusmus über, da ihm das zweckmäßig schien, blick aber zeitlckens religiös indifferent. Die Religionswirren in Frankreich beendete er durch das Edikt von Nantes, das den Eine unsinnige Mode Seit einigen Monaten ist in England die Mode der Tätowierung im Aufblühen begriffen. Man sieht Damen der englischen Gesellschaft mit einem Monogramm, einer Fliege oder irgendeinem seltsamen Zeichen auf dem Rücken oder auf der Wade. Spezialisten haben sich dieser neuen„Kunst" zugewandt. Bon England kam diese neueste Modetorheit bald nach dem Kontinent. Es wird berichtet, daß sie besonders in den Hafenstädten, wie Rotterdam, Antwerpen, Le Havre, Marseille und Genua grassiert. Dort haben die Meister der Tätowierkunst alle Hände voll zu tun. Sie taten sich mit Künstlern zusammen, die ihnen ständig neue Motive entwerfen müssen. Man ließ sogar Japaner nach Europa kommen, denn diese gelten als Meister auf diesem Gckiet. Gibt es doch in Japan Leute, die vom Nacken bis zur Fußspitze mit den seltsamsten Bemalungen bedeckt sind, die nie mehr aus der Haut entfernt werden können. Fast gleichzeitig stellt« man dies« neueste Krankheit an der Westküste Amerikas fest. Dorthin war sie aus Polynesien von Seeleuten verpflanzt worden. Dementsprechend sind di« Motive: Götterbilder der Südse«, geschweifte Boote, ja sogar ganze Wohnhäuser. Alles kann man auf sein Fell gemalt bekommen. Die Fortschritte der Chirurgie vermochten zwar die Schmerzhaftigkeit der Tätowierung zu lindern, doch ist die Bearbeitung der Haut mit Farbstoffen nicht ungefährlich. Da jeder Farbpunkt sorgsam mit einer Nadel ausgesteckt werden muß, bildet sich«ine Hautentzündung, deren Werlaus man erst abwarten muß, ehe man di« Arbeit fortsetzen kann. Wer sich den Rücken bemalen lassen will, muß also monatelang Zeit haben, denn der „Meister" darf täglich nur wenige Quadratzentimeter bearbeiten. Die Krieger der Urzeit bemalten Xuint und Wissen Oskar Köhler Heinrich Mann, Vorwort Prof. Ramon Novanro und Greta Garbo in dem MGM-Film„Mata Hari" sich, um ihre Feinde abzuschrecken. Das dürste heute freilich kaum das Motiv sein. DerVorstand des Internationalen Metallarbeiter Verbandes gibt in tiefster Trauer bekannt, daß Genosse Bezirksvertretung Prag. Monte» g, den 23. ds., findet im Parteiheim in der Närodni«in« w i ch- tige Sitzung der Bezirksvertretung statt. Anwesenheit aller Mitglieder notwendig! europäischen Staaienbunid bilden. Keine europäische Dynastie, außer der französischen, sollte bestehen bleiben. Dadurch sollte der europäische Friede begründet Wecken. Rußland rechnete man damals noch nicht zu Europa und es blieb deshalb bei diesen Plänen außerhalb der Berechnung. Heinrich zog eine große Armee zusammen und schloß Bündnisse mit Savoyen und der„Union" in Deutschland. Der Krieg sollte 1610 zu gleicher Zeit am Rhein, an den Pyrenäen und in Italien beginnen. Der Untergang der Habsburger schien besiegelt, als ein Ereignis eintrat, das der Weltgeschichte andere Wege wies. Am 17. Mai 1610 reiste Heinrich IV. im offenen Wagen von Paris ab, um sich zur Hauptarme« nach Chalons zu begeben. Ncch in Paris wucke Heinrich von dem Mönch Francois Ravaillac erdolcht. Allgemein beschuldigte man die Jesuüen der Tat; der Möcker selbst verweigerte trotz all der furchtbarsten Martern jcke Auskunft und endete mit der Ruhe eines Fanatikers auf dem Schaffst. Mit dem Tcke Heinrichs war der Machttraum der französischen Bourgeoisie zu Ende. Adel und Geistlichkeit errangen Wicker die Macht über das französische Königtum. Europa war zwar zunächst vor dem Kriege bewahrt geblieben, um freilich wenige Jahre später in den Dreißigjährigen Krieg hineinzuschliddern, durch den es von einer Einigung weiter denn je entfernt wucke Briefkasten der Redaktion. R. R. 7. 36. Teilen Sie uns Ihre Briefadresse mit, damit wir Ihr Schreiben eingehend beant Worten können. Da» Gastspiel der„Pfeffermühle" wucke bis einschließlich 31. August prolongiert. Täglich 8 Uhr. Preise Kd 5.— bis Kc 45.—. Um den weitesten Kreisen des Publikums den Besuch deS Gastspiels zu ermöglichen, wurde für S o n n t a g, den 25. August, 15.30 Uhr, ein« Vorstellung zu besonder» stark«rmäßigten Preisen (KC 4.— bis KC 25.—) angesetzt. Vorverkauf: Deutsches Haus, Neues Deutsches Theater. M. Truhlckk. im Alter von 62 Jahren verschieden ist. Der Verblichene war ein pflichteifriger Beamte, der stets allen Verbandsmitgliedern uneigennützig mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Einäscherung findet Dienstag, den 27. August, unj 4 Uhr nachmittags im Reichenberger Krematorium statt. Komotau, im August 1933. Waldsanatorium Dr. Schweinburg ZUCKMANTEL, Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- und Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren Mv Geltung kommen kann. Es sind durchwegs sehr reißerische Szenen: der nächtliche Besuch bei dem schon in seiner Liebe enttäuschten Fliegerleutnant, auf dessen Schreibtisch die chiffrierte Eilpost liegt, und dann der Besuch im Lazarett bei dem erblindeten Geliebten(denn die Spionin hat sich selbstverständlich in ihr Opfer verliebt, und ihr Auftraggeber schickt deshalb einen Mörder hinter ihr her). Der Höhepunkt ist die Schlußszene: der Abschied vom ahnungslosen blinden Leutnant vor der Hinrichtung, — eine Szene, bei der Schillers„Maria Stuart" und Zuckmayers„Schinderhannes" Pate gestanden haben und in der die Garbo, wie man so sagt, alle Register ihrer— gerade hier sehr beherrschten— Kunst ziehen kann. Laut Programm wirken in diesem Film so schätzenswerte Schauspieler wie Lckvis Stone und Lionel Barrymore und die männliche Schönheit Roman Novarro mit. Aber im Schatten der Garbo fällt keiner von ihnen auf.—eis—. Roberta Eigentlich ist das mehr eine amerikanische Revue al» ein amerikanischer Film, und die Handlung, die den New Dorier Neffen einer Pariser Modistin umständlich, aber unaufhaltsam in die Arme einer einstigen russischen Fürstin führt, ist nur ein Borwand, um Modeschau und russische Aristokraten zu zeigen und um schwermütige und lustige Mewdien ertönen zu lassen. Es besteht somit kein Anlaß, von den künstlerischen Werten des Films zu reden, und wen Modevorführungen nicht interessieren und die Zarenhymne nicht begeistert, der wird den Film auch nicht restlos unterhaltsam finden können. Aber bei alledem hat er doch viel munteren Witz, eine flotte Regie, eine ausgezeichnete, ansteckend rhythmische Jazzband— und vor allem einen sehenswerten Darsteller, den Tanzkomiker Fred Astaire(den wir schon einmal in dem Film„Cariocca" sahen), einen hinreißend beweglichen, akrobatisch vollendeten und auch schauspielerisch unwiderstehlichen Mann, der interessanter und vergnüglicher ist als die schönen Liebhaber in diesem und in anderen Filmen. Die weibliche Hauptrolle spielt die schon aus dem„Back Street"-Film bekannte Irene Dünn, eine sehr feine — und für diese Revue deshalb nicht sehr geeignete — Schauspielerin, die hier auch als Sängerin Eindruck macht.—ei»—. Mata Hari Hit Pariser Tänzerin Mata Hari, die im Weltkrieg als deutsche Spionin erschossen und neben der englischen Krankenschwester Miß Cavell das berühmteste unter den Millionen Opfern des großen Mordens wurde, zeigt dieser Hollywood-Film als wildromantische Tragödienfigur, die man als blühenden Kitsch bezeichnen möchte, wenn sie nicht in Gestalt derGretaGarbo erscheinen würde. Die Gacko kann zwar die angehäuften Unwahrscheinlichkeiten dieser Spionage-Affäre nicht wegzaubern, sie kann auch die fehlende Motivierung des ganzen Schicksals nicht ersetzen, aber die Unwiderstehlichkeit der gefährlichen Frau, für die alte Generäle zu Verrätern und junge Leutnants zu Narren werden, kann sie glaubhaft machen— auf ihre(gar nicht exotische) Art, die Herbheit und Leidenschaft, Pose und Natur, Müdigkeit und Glanz seltsam vereint. ES handelt sich also weniger um einen Mata- Hari-Film al» um einen Greta-Gacko-Film, einen Star-Film, der bedenkenlos Szenen und Wendungen erfindet, in denen die Hauptakteurin groß zur I Protestanten, in Frankreich Hugenotten genannt, volle Gleichberechtigung mit den Katholiken gab. In seinen fortwährenden Kämpfen mit dem Adel und der hohen Geistlichkeit stützte Heinrich sein« Macht auf die Bourgeosie, die in ihm den Vollstrecker ihrer wirtschaftlichen Interessen sah. Sein Minister, der Herzog von Sully, war ein ausgezeichneter Finanzpolitiker, der die Reorganisa- fion Frankreichs energisch durchführte. Durch die Aufhckung der Zunftbestimmungen konnten Gewerbe und Industrie sich entfalten. Das französische Kaufmannskapital trat erfolgreich in Konkurrenz mit den feefahrenden Nationen. In Kanada enfftand die erste französische Kolonie. Die Bourgeoisie unterstützte Heinrich, als er ein ganz absolutes Königtum einführte, die Generalstände vollständig ausschaltete und die Kirche ftreng an die Kandare nahm. Die Nickerhaltung des Adels und der Gefftlichkeit lag im Interesse der Bourgeoisie und damals wurde der Grund zur Macht des Dritten Standes in Frankreich gelegt. Heinrichs und Sullys Pläne zielten auf eine europäische Herrschaft unter Frankreichs Führung hin. Die Ohnmacht des polifisch und religiös zerrütteten Deutschlands, der Nickergang Spaniens seit der Zerstörung seiner„Armada" durch England begünstigte diese Pläne. Europa sollte nach Niederwerfung der Habsburger in Deutschland und in Spanien in sechzehn möglichst gleichgroße Staaten aufgeteift wecken und einen Literarische- I« Enropa-Berlag, Zürich, erscheine« demnächst: Konrad Heiden,„Adolf Hitler". daSLeben einesDiktators. Eine Biographie aus der Feder des früheren Mitackeiters der„Frankfurer Zeitung" in München. HeinzLiepmann,..wirdmitdem Tode bestraft." Eine Chronik aus Deutsch land. AdolfSaager,„Giuseppe Maz zini", dieTragödie eineSJdealisten. Di« Biographie des großen Italieners. GerhartSeger,„Reis etagebuch eines deutschen Emigranten". Die Erlebnisse deS früheren Reichstagsabgeordneten nach seiner Flucht aus dem Konzentrationslager. Im Verlag Oprecht, Zürich, erscheine«: Eduard Behrens,„AusD e uts ch- land ausgewiesen". Berichte aus dem Dritten Reich von dem früheren Deutschlandreporter der„Basier Nationalzeitung". DichterHelfen— Novellen. Mit Beiträgen von: Martin Andersen Nexö, Schalom Asch, Bernard Brentano, Georges Duhamel, Leo Ferrero, Ernst Glaefer, Josef Kastein. Selma Lagerlöf, Emil Ludwig, Andrk Malraux,~ Thomas Mann, AndrC Maurois, Alfred Polgar. Jgnazio Silone, Upton Sinclair.""‘ SB. E. Rappard. Zugunsten des Comite International pour le Placement des intellectuels refugies in Genf. R. I. Humm„Die Inseln", Roman. Zürich. Die Stadt Zürich in W o r t u n d B i l d. 64 Bildseiten in Kupfertiefdruck. 16 Textseiten. Photos von Gotthard Schuh, Text von Gotthard Jedlicka. VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER ft Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Fügen sind dl« allerbesten! Filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Roberta." A.— Alfa:„Der erst« Kutz."— Avion:„Ein junges Mädel— ein junge« Mann." D.— Beränek:„Der Schlafwagenkontrollor." 7).— Finix:„Mata Hari." Greta Garbo. R. Novarro. A.— Flora:„Letzte Liebe." M. Meinl. A. Bassermann. D.— Gaumont:„Di« Katz' im Sack." Schneider. Retty. D.— Hollywood: „Der Kosak und die Nachtigall." Novotna.— Hvizda:„Polizeiwagen 99," Detektiv-Film. A.—> Julis:„DaS Töchterchen des Herrn Bürgermeisters." D.— Koruna:„Der weihe Adler." Buck JoneS. A.— Kotva:„Tarzan, der Sohn der Wildnis." Weißmüller.— Lucerna:„Mata Hari," Greta Garbo. Novarro. A.— Metro:„U-Boot A. L. 14."— Olympic:„Back Street— Seitengasse." I. Boles. A.— Passage:„Die Katz' im Sack." Schneider, Retty. D.— Praha:„Pique- Atz." Bob Steele. 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