Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFONI 53077, HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG, 15. Jahrgang 119 Sonntag, 1. September 1935 Ein geschickter Schachzug Der Negus stellt sich unter das Protektorat des internationalen Finanzkapitals Oelkonzessionen an eine ,, amerikanische" Gesellschaft London. Großes Aufsehen erregt die zuerst vom„ Daily Telegraf" in allergrößter Aufmachung veröffentlichte Meldung, daß der abessinische Raiser nach geheim geführten Verhandlungen einer amerikanischen Gesell. schaft ,, African Exploitation and Development Corpo. ration" für die Zeit von 75 Jahren das Recht auf Ausbeutung der Petroleumvorkommen, der Mineralschätze und der sonstigen natürlichen Hilfs. quellen von Nordabessinien eingeräumt hat. Die Gegenleistung der Gesell. schaft soll eine Zahlung von fünf Millionen Dollar jährlich an den abeffini. schen Staat bilden. Italienische Anfrage in London Rom. An zuständiger italienischer Seite wird am Samstag abends erklärt, daß amtliche italienische Kreise vorläufig zu dem Abschluß des Konzeffionsvertrages nicht Stellung nehmen könnten, da bisher nur aus Zeitungsnachrichten etwas darüber bekannt sei. Wie verlautet, hat jedoch die italienische Regierung durch ihre BotDer Bertrag wurde am Freitag vom Kaiser und Erythrea ausbreitet. Ueber die Ber- schaft in London Nachforschungen über den von Abessinien und von dem Vertreter der Ge- handlungen wurde bis zur Unterschrift absolutes wirklichen Tatbestand anstellen laffen. Man hält ſellſchaft namens R id ett unterzeichnet. Nach Stillschweigen bewahrt. Es soll sich um ein Unter- es für unerläßlich notwendig, daß fowohl die engeinem amtlichen Kommuniqué, das in Addis nehmen von großem Umfang handeln, in welches lische wie die amerikanische Regderung baldigst Abeba ausgegeben wurde, beziehen sich die Kon- etwa 10 Millionen Pfund Sterling investiert klar zum Ausdruck bringen, wie sie zu den aufseffionen auf den Landbereich, der sich an der werden sollen. Grenze von Italienisch Somaliland = Ursprünglich vermutete ein Teil der Weltpresse hinter der ganzen myfteriösen Angelegenheit ein englisches Manöver und nahm an, daß englisches Kapital daran führend beteiligt sei. Inzwischen stellte sich her. aus, daß die erwähnte Gesellschaft im Handelsregister des Staates Dela. ware in USA registriert ist. Rickett, der eine Kontrahent des Ber-[ rafter. Man wisse in Addis Abeba nicht, ob oder in sehenerregenden Nachrichten stünden. Falls geltend gemacht werden sollte, daß es sich um eine Abmachung privater Gesellschaften handle, würde diese Begründung nicht für stichhältig angesehen werden können. Eine irgendwie geartete Anerkennung und Achtung der hier als r e ch t 3widrig betrachteten Konzessionen durch Italien wird hier als sehr unwahrscheinlich bezeichnet. Im übrigen könne der Vertrag zwischen den Regus und der anglo- amerikanischen Gesellschaft nach hiesiger Auffassung die von Italien einge schlagenen Wege nicht ändern noch die italienische Regierung irgendwie von ihren Beschlüffen bei der Durchführung des ostafrikanischen Un„ Ein ,, Ein Faustschlag frages, ist in der Londoner City sowie im Iraf, welchem Maße die Konzessionsgesellschaft mit briegypten und Abessinien eine bekannte Beriön- tischem Geld arbeite. The britische Gesandt lichkeit. Er hat auch seinerzeit bei der Sicher- schaft sei über die Angelegenheit nicht auf dem stellung der britischen Delfonzession im Jrak eine Laufenden gehalten worden. bedentende Rolle gespielt. Die Londoner Blätter| Nachdem sich inzwischen der amerika- ternehmens abbringen. erklären dezidiert, daß Rickett weder eine offisielle, noch inoffizielle Unterstüßung durch die nische Ursprung der Konzeffionsgesellschaft britische Regierung erhalten werde, was durch die eindeutig herausgestellt hat, ist man in ameriſpätere Erklärung der britischen Regierung voll kanischen Kreisen beunruhigt, daß dadurch Amerita in den bevorstehenden italienisch abeffinischen bestätigt wird. Der Sonderberichterstatter von Havas mel- Konflict verwickelt werden könnte. Staatssekre= det aus Addis Abeba, in dortigen politischen tär u II erklärte es jedoch Journalisten gegenStreisen versichere man, daß man sich mit der über als ausgeschlossen, daß die Regiedrei Jahren beschäftigte; die ganze An- mit dieser Konzeffion in irgendeiner Weise in tont, die Bozener Erklärung des Duce hätte auslegenheit trage überhaupt keinen politischen Cha- den Konflift hineingezogen werden wird. in den Rücken Italiens" Kommentare der italienischen Presse Die italienische Presse bezichtigt England Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 204 Das Ergebnis von Bled Die Konferenz des Ständigen Rates der Meinen Entente, die nun ihre Beratungen in Bled abgeschlossen hat, hat wohl noch nie in solch entscheidendem Augenblick getagt, wie diesmal. Wie düster der Schatten des in allen Tiefen aufgewühlten Europa über diesen Beratungen lag, beweist die ganz außergewöhnliche Feststellung des Schlußkommuniqués, daß der Rat in den nächsten Tagen in gleichsam in Alarmbereitschaft ständiger Fühlung bleiben und überdies voraussichtlich in der nächsten Woche neuerlich zusams mentreten werde, um sich mit den politischen Vorgängen bei der bevorstehenden Genfer Sizung zu befassen. Und zum ersten Male in der Geschichte des Rates der Kleinen Entente, dessen ruhige und optimistische Auffassungen ja sprichwörtlich wurden, wird in dem amtlichen Schlußbericht der Beratungen ausdrücklich und wörtlich von den Gefahren des gegenwärtigen Augenblickes" und der Möglichkeit eventueller Konflikte in naher Zukunft" gesprochen. Dieser nicht mißzuberstehende Hinweis erhöht noch den Nachdruck, der auf den anderen Beschlüssen des Rates liegt. Ernster als sonst flingt die begrüßenswerte Feststellung, daß die Staaten der Kleinen Entente ,, dem Frieden tief ergeben" sind und ,,, ihre ganze Macht in den Dienst des Friedens stellen" werden: ernster als sonst klingt der Frage - wegen der sichtlichen Aktualität daß die Staaten der Kleinen Ens tente, in voller Einhelligkeit die Restauration der Sabsburger feineswegs für die„ innere Angele genheit" irgend eines Landes halten und eine Rückkehr der Habsburger in Gegenwart und Zufunft ,, unabänderlich" mit allen Mitteln bekämp fen würden. Und in der sehr richtigen Erkenntnis, daß mit der begrüßenswerten Festigkeit des Widerstandes gegen jede Habsburger oder An= schlußlösung allein nichts getan ist, daß es bielmehr einer neuen, haltbaren konstruktiven Lösung im Donauraum bedarf, weisen die Beschlüsse dar= auf hin, daß neben dem Ostpakt der Donaus pakt zu den entscheidenden außenpolitischen Fra gen gehört, die so schnell und so erfolgreich wie Frage der Petroleumkonzessionen bereits seit rung der Vereinigten Staaten in Verbindung eines Doppelspiels.„ Giornale d'Italia" be- irgend möglich" gelöst werden müssen. England weiß von nichts... London. Das britische Außen. Dies alles ist sehr wahr und sehr richtig drücklich versichert, daß das fascistische Italien alle aber es ist nicht alles. In einer Zeit, in der die imperialistischen Interessen Englands achten werde, Zerrissenheit und Planlosigkeit in der Außenpolitik d. h. die bereits bestehenden englischen In- gewisser europäischer Staaten so weit gedichen ist, tereffen. Er habe jedoch keinen Blankowechsel unter- daß die besonnensten Politiker am Bestand des schrieben, wenn von englischer Seite plötzlich be- europäischen Friedens zu zweifeln beginnen, ist An britischen amtlichen Stellen wird wei- hauptet würde, daß Abessinien völlig den englischen mit Hinweisen und Empfehlungen allein nichts ters hervorgehoben, daß die britische Regierung imperialistischen Interessen zu monopoler, wirtschaftgetan. Wenn um ein altes Wort Mussolinis bereits bei verschiedenen Anlässen klar ihrer An- licher, territorialer und politischer Ausnüßung reüber Desterreich zu variieren Europa heute ist schauung Ausdruck verliehen habe, daß fie in serviert bleibe, so werde sich Italien nicht ohne wei- was es iſt, dann kommt dies nicht zuletzt daher, daß in den letzten Jahren die demokratischen Die Tribuna" erklärt, durch diesen Mächte Europas von ihren schönen außenpolitiAbessinien keine anderen wirtschaftlichen Inter- teres zurüdziehen. effen haben, als jene an dem Tana See, MiAcgypten, im Sudan und am Ober- effen und habe gerade in der besonderen Situa Weltkrieg historische Notwendigkeit geworden ministerium hat ein offizielles Kommuniqué ausgegeben, in dem es heißt: „ Die britische Regierung hat bisher keine Bestätigung der Pressemeldun nister Eden habe am 9. Juli im Unterhause er Vertrag werde besonders auch der berühmte Vors fchen Grundsäßen und Plänen i pra chen, wäh gen erhalten, denen zufolge eine Ron- klärt, die britische Regierung habe die abeffinische schlag Edens, den Hafen von 8eila Abessinien zu rend sie es den verantwortungslosesten fascistidession für die Ausbeutung von Naph: Regierung wissen lassen, daß sie es vorziehe, die geben, in ein neues originelles und aufschlußreisschen Regimen überließen zu handeln. Kaum Verhandlungen über die wirtschaftlichen Fragen ches Licht gerückt. Gerade wegen der Finanzinbe- in einer ziveiten Frage kommt dies so unzweideutha und der mineralischen Bodenschätze| zu vertagen, weil sie die gegenwärtige Si- stierung, die Milliarden von Lire betragen werde, tig zum Ausdruck wie in der der Ordnung des Abessiniens erteilt wurde. Trotzdem tuation nicht noch schwieriger gestalten wolle. Die bedeute der Abschluß des Vertrages einen Schlag Donauraumes. Daß die Aufteilung der alten hielt es die britische Regierung für un britische Regierung sei sich ihrer Intereffen in gegen die italienischen Interösterreichisch- ungarischen Monarchie, die nach dem Addis Abeba davon in Kenntnis zu set wolle sie lieber einen gelegeneren Faustschlages in den Rücken Italiens, sowohl von erfordern werde, wenn man politische und wirt. lauf des Nil bewußt; nichtsdestoweniger tion des Augenblicks vollends den Charakter eines war, großzügige Initiative bei der Neuordnung erläßlich, den britischen Gesandten in strittig vorausgehende Beratungen zwi. auf einer Regelung der Frage des Tana- Sees zu Blatt fragt, ob die Regierung in London von den den beteiligten Mächten schon im Augenblick, da sen, daß eine derartige Konzession un 3eitpunkt abwarten, als gegenwärtig feiten des Regus wie von denen Englands. Das bestehen. Es sei deshalb erklärlich, daß die britische Verhandlungen in Kenntnis gesezt war. Darauf diese Aufteilung vorgenommen wurde, flar. In schen der britischen, der französischen Regierung niemals daran dachte, unter den fönne nur eine Antwort gegeben werden: Keine dieser Erkenntnis wurde ja in den Friedensbera und der italienischen Regierung gemäß gegenwärtigen Umständen irgendein Unternehmen wirtschaftliche Konzessionen in einem Lande, das trag ausdrücklich die Bestimmung aufgenommen, dem Wortlaut des Artikels 2 des von von der Art der Rickett- Konzession zu unterbald ein Kriegsschauplab wird, zu verhandeln, wenn es nicht der Unterstützung einer mächtigen Regierung diesen drei Parteien abgeschlossenen Paris. Der„ Matin" meint zu dem Kon- er sei. Zu oft hätten die Petroleumindustriellen in der Vergangenheit sich der diplomatischen und miVertrages vom Jahre 1906 erfordern zefficnsverlauf des Negus, man könne es dem litärischen Stärke Englands bedient, ohne dabei Negus nicht verwehren, daß er sein Land nicht die ganze Regierung mit ins Spiel zu ziehen. Unter diesen Umständen wurde der erst nach einer brutalen Niederlage einem wirtbritische Gesandte in Addis Abeba für schaftlichen Aufstieg entgegenführen wolle. Erst den Fall, daß die Informationen über jest seien die Worte des Negus:" Selbst wenn würde. * Abessinien eines Tages Mandatsgebiet werden USA neutral Washington. Präsident Roosevelt hat wo welche durch fünf Jahre hindurch Präferenzzölle zwischen den Nachfolgestaaten vorsah. Die Gründe aus denen von dieser Bestimmung kein Gebrauch gemacht wurde, sind heute von der Geschichte überholt sicher aber ist, daß die Tatsache, daß man Jahre hindurch zögerte, die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Nachfolgestaaten untereinander zu regeln, zu dem verhängnisvollen Ergebnis geführt hat, daß fascistische Staaten die Initiative ergriffen haben, welche die demokra tischen vermissen ließen, und dadurch den Frieden Es hat keinen Sinn, sich heute verspäteter eine Erteilung der Konzession auf sollte, io wird es nicht Italien Samstag die Neutralitätsvorlage unterzeichnet. Europas in schwerste Gefahr gebracht haben.. Wahrheit beruhen, betraut, den Kaiser sein, das dieſes Mandat ausübt", boll ber Damit hat die ant 20. August des Jahres vom oder 1923 verstieße, denn Abessinien habe diese Staaten im Falle kriegerischer Verwicklungen Tatsachen abzufinden. Es gibt ja kaum eine Erdas die britische Regierung sich ver. Privatvertrag gegen die Abmachungen von 1916 Borlage über die Neutralität der Vereinigten nisvoller aber wäre es, sich mit den vollzogenen von Abessinien dahin zu informieren, ständlich. Man könne nicht sagen, daß dieser ausivärtigen Ausschuß des Senates beschlossene Reue hinzugeben, noch schlimmer und verhängbflichtet fühle, ihn ihrerseits zu raten, zwischen England, Frankreich und Italien ab unter anderen Nationen, die ein Waffen und scheinung im öffentlichen Leben, die nicht gebietes eine solche Konzession vorläufig geschlossenen Verträge nie anerkannt. Der Schlag Munitionsausfuhrverbot nach allen friegführen risch die endliche Lösung dieser Probleme forderte. nicht zu erteilen". für Italien sei hart. den Staaten vorsieht, Gesezeskraft erhalten. Die Folgen der nach 1918 notwendig gewordenen (Seite 3 Sonntag. 1. September 1935 ttr. 204 Eine Million unter Waffen Kriegerische Rede Mussolinis beim Abschluß der Manöver Gasschuttvorkehrungen auf Malta London. Reuter meldet au- Malta: Dir Behörden haben am Freitag an die Bevölkerung ein neues Flugblatt mit Weisungen über da» Verhalten bei Luftangriffen und über Maßnahmen gegen Gift« gas auSgegeben. In mehreren staatlichen Schulen werden gassichere Räume gebaut. ES wird belanntgegeben, daß das Warnungssignal beim Nahen feindlicher Flieger aus Böllerschüssen be« steht. DaS Ende der Gefahr soll durch daS Läuten der Kirchenglockcn verkündet werden. Die Regierung von Malta hat den Bau bombensicherer Unterstände in allen Bezirken der Insel angeordnet. Die Polizei erhält Unterricht in Maßnahmen zur Giftgas- Abwehr. Auflösung des Wirtschaftsgebietes der alten Monarchie sind noch heute lebendig. Wir müssen den Widersinn täglich aufs neue verspüren, daß gewaltige Sektoren der Industrie unserer Republik — einst dazu bestimmt ein ungeheueres Wirtschaftsgebiet zu versorgen— heute bcachliegen, daß hunderttausende Arbeiter aus diesen Industrien brotlos wurden, während gleichzeitig die Preise wichtiger Nahrungsmittel, wie etwa des Fleisches, bedenklich in die Höhe gehen, weil diese Waren in unserem Staat nicht in der nötigen, Menge produziert werden können. Gewiß sind solche Nöte zum großen Teil auf Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zurückzuführen, aber viele von ihnen ließen sich dennoch lindern, wenn ein konstruktiver Donauplan kompensatorische Wirtschaftsverträge möglich machte, nach denen rein agrarische Donaustaaten unsere Jndustrieprodukte abnähmen und dafür den Ueberschuß etwa ihrer Viehproduktion an uns lieferten. Freilich bleiben all diese Pläne fromme Wünsche, solange diesen wirtschaftlichen Notwendigkeiten der solide politische Unterbau fehlt. Und Voraussetzung dieses politischen Unterbaues jeder Donaulösung ist, daß die Donaustaaten einander als wirklich— nicht bloß dem Worte nach— unabhängige Partner einander gegenübertreten. Solmrge einer der wichtigsten dieser Donaustaaten— Oesterreich— eine Provinz des italienischen FasciSmuS ist und in ständiger Gefahr schwebt eine Provinz deS deutschen zu werden; solange in Budapest die offiziellen und inoffiziellen Delegierten Hitlers und Mussolinis mit Re- gierungSmitgliedern um die Macht schachern, solange muß jeder Donaupakt ein Spiel mit Worten bleiben. Man muß sich endlich darüber klar werden, daß jede Lösung im Donauraum— und eine solche Lösung wird von Tag zu Tag politisch und wirtschaftlich dringender— ein Spiel mit Worten bleibt, solange ein Teil dieses Tonaurau- mes SpielMrtz fascistischer Kolonialkämpfe ist. Unter der fascistischen Devise: der Donauraum der Kriegsschauplatz des autoritären Imperialismus! ist im Herzen Europas dessen gefährlichster Brandherd entstanden. Unter der Devise:„Fasci- stischer Imperialismus, hinaus aus dem Donauraum! Die Nachfolgestaaten den freien und unabhängigen Völkern der Nachfolgestaaten!" kann dieser Brandherd gelöscht und an seiner Statt ein konstruktives, demokratisches Wirtschaftsgebilde errichtet werden. Vielleicht sind der Tage, in denen die Demokraten noch Gelegenheit zu solcher Lösung haben werden, nicht mehr viele. Es ist entscheidend wichtig, keinen einzigen zu verlieren. Bozen. In Gegenwart des Königs erklärte Mussolini bei der die Manöver abschließenden Truppenschau, in anderen Zeiten seien die einberufenen Reservisten nach den Manövern entlassen worden. Doch das geschehe in diesem Jahre nicht. Im September würden noch 200.000 Mann eingezogen, so daß die italienische Wehrmacht die vorgesehene Zahl von einer Million Mann«nter den Waffen haben werde. Die Welt soll wissen, daß, wenn weiterhin in törichter und provokatorischer Weise von Sanktionen gesprochen«erde, Italien auf keine« Soldaten, keinen Matrosen und keinen Flieger verzichte, sondern seine Streitmacht auf die höchste Effektivstärke dringen werde. Die hohe Moral und die Widerstandskraft der Truppen hätten gezeigt, daß sie auch die härtesten Anforderungen biszuEnde erfüllen werden, wenn daS Vaterland sie rufe. Hlinkas Politik Die Leitung der slowakischen Volkspartei (Hlinka) hat dieser Tage in Preßburg eine Sitzung«-gehalten, in der diese Partei eine Ent-, schließuftg faßte, wonach sie an ihrer oppositionellen Haltung weiter festhalte, daß ihre Presse weiter oppositionell schreiben und daß die politische Erziehung ihrer Anhänger in diesem Sinne erfolgen werde. Angesichts der Tatsache, daß man seinerzeit bei der Bildung der Regierung nach den Wahlen im Mai daran dachte, die Hlinka-Leute in die Koalition hineinzunehmen und man dann, als dieser Versuch mißlang, davon sprach, daß dies vielleicht im Herbst möglich sein werde, wird dieser jüngste Beschluß der slowaki« schen Vollspartei von der tschechischen Presse mit Interesse ausgenommen und verschieden kommentiert. DaS Blatt der Tschechischllerikalen, die„Li- dovö Listy" bedauern, daß es noch nicht gelungen ist, die größte slowakische Partei für die Zusammenarbeit in der Koalition zu gewinnen, um s» mehr, als sich schwierige Zeiten für den Staat ergeben können. Allerdings braucht man die Hoffnung nicht aufzugeben, daß die slowakische Vollspartei ihre Ansicht ändern werde. Es wäre ein staatspolitischer Akt von hoher Bedeutung, wenn es gelänge, die slowakische Vollspartei in die Regierung zu bringen!„Auch wenn die Hoffnung darauf nach den Beratungen in Preßburg eine geringe ist, ist die Hoffnung doch vorhanden." „Erste Slovo" wieder hebt hervor, daß es sich den Slowakisch-Klerikalen um nichts anderes gehandelt hat, al- um die Betonung ihres bisherigen oppositionellen Vorgehens, da sich ja in den Parlamentsferien nichts ereignet hat, wozu hätte konkret Stellung genommen werden können. Die Slowakisch-Klerikalen hätten nur die Oeßfentkichkett daran erinnert, daß sie noch in Opposition seien. Was die Bemerkung in der Entschließung der flowakischen Volksparteiler betrifft, daß ihre Presse weiter oppositionell schreiben werde, sei dies nicht weiter verwunderlich, weil ja diese Presse auch zu einer Zeit oppositionell geschrieben habe, da die Hlinka-Partet in der Regierung war. Auch die„Lidovö Noviny" betonen, daß der Beschluß in Pretzburg nicht überrascht habe. Die Tatsache, daß die Verhandlungen der siowakischen Bollspartei mit Malypetr seinerzeit ergebnislos ausgefallen sind, hat Hlinka sehr erregt und ihn in seiner oppositionellen Haltung versteift. Der Beschluß sei nur ein Manöver. Vor der Oeffentlichkeit soll die oppositionelle Haltung der Partei weiter betont werden, während man sich für die Verhandlungen mit den Regierungsparteien eine Grundlage schaffen will. In der Sitzung wurde, wie andere Blätter melden, auch über die sogenannte Broschüren- Affäre viel gesprochen. Vor kurzer Zeit ist nämlich zweifellos aus der Feder eines führenden Politikers der slowakischen Bolkspartei eine Broschüre erschienen, welche sich gegen die Politik der Partei und insbesondere gegen den Chefredakteur deS„Sloväk", den Abgeordneten Sidor, wendet, der angeblich Ministerkandidat der Partei ist und jetzt wegen einiger Artikel, die er geschrieben hat, zu drei Wochen Arrest verurteilt wurde. In de Sitzung soll nun der Senator Dr. Viktor R a v a s erklärt haben, daß er die Broschüre zwar nicht verfaßt habe, mit ihrem Inhalt aber über« emstimme und auch Material geliefert habe. Gegen diesen Senator soll nun vorgegangen werden. 400.000 Abessinier im Norden konzentriert Munition nur für drei QroBkampftage? AddisAbeba. Die kriegerischen Bor- bereitnngen in Abessinien schreite« in beschleunigtem Tempo fort. Im Nordteil des Lande- wurden an 400.000 Mann konzentriert und eS«erden hier Steinmauern gegen die Angriffe derTankS errichtet. In Oga- den wurden 18 kleine Festungen gebaut, in welchen die Truppe« zusammengezogen werden. Die Besatzungen in den Städten Dschi- dschiga, Gerlogubi und Dagabur« wurden verstärkt. Im Süden verläßt sich Abessinien auf die Eisenbahn und auf daS Klima, welche- für Europäer vollständig unerträglich ist. Auch dort werden bereit- alle Dorkehrungen für eine allgemeine Mobilisierung getroffen. Die amtlichen Stellen, vertrauen auf da- alessinische Militär, doch wird dem HavaSbericht- erstatter zufolge der Mangel an Muniton, die angeblich höchstens für drei Tage eine- moderne» Krieges au-reicht, schwerlich durch die ausgezeichnete Disziplin»nd Tapferkeit deS abessinischen Soldaten wettgemacht werden. Abessinien verläßt sich darauf, daß es gleich nach Eröffnung der Kämpfe Waffm-»nd Munitionslieferungen erhalte» werde; es werde sie aber schwer bezahlen können, wenn in Betracht gezogen wird, daß daS abessinische Jahresbudget 30 Millionen Theresientaler beträgt. Die Bevöttenmg Abessiniens läßt sich schwer davon überzeugen, daß es zweckmäßiger sei, Verhandlungen zu pflegen alS Krieg zu führen. Der Generalstai wird seinen Sitz in Addi- Abeba haben und mit seinen Truppen mittelsieben Radio-Stationen in Fühlung sein. Der Aufruf an die Bevölkerung, sich für die Beoteidigung gegen Fliegerangriffe vorzubereite«, bat im Laude große Unruhe hervorge- rufen. Biele Greise, Frauen und Kinder haben bereit- die Hauptstadt verlassen und find i n die Berge geflüchtet, welche volle Sicherheit bieten. Im königliche« Palast werden zur Zeit bombensichere Uaterstände gebaut. Freiwillige dankend abgelehnt London. Die abessinische Gesandschaft in London veröffentlichte eine Erklärung, in der sie zwar die Sympathien der Europäer, die sich für den abessinischen Militärdienst melden, anerkennt, zugleich aber konstatiert, daß die abessinische Regierung derartige Anerbieten schon wegen der Verschiedenartigkeit der Sprache nicht anzunehmen vermag. Es verlautet, daß allein bei der abessinischen Gesandtschaft in London gegen 2800 derartige Meldungen eingelangt sind. Der türkische Außenminister in Bled B l e d. In Bled ist Samstag vormittags auf seiner Reise nach dtr türkische Außen«" Minister Dr. R« s ch d i Ara-«ngetroffm. Er hatte hier mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinovii eine Zusammenkunft. Stoja-inovi! hatte am Vormittag" mit Ruschdi Aras und dem rumänischen Außenminister Titulescu eine Beratung, die nach dem Mittagessen in Anwesenheit des griechischen Gesandten in Belgrad Mela-, der den griechischen Außenminister vertrat, fortgesetzt wurde. Diese Besprechung war also eine Konferenz der Staaten des Balkanpaktes. Bei der Konferenz wurden sämtliche Fragen behan- delt, die den Balkanpakt berühren. Stojadinovik informierte den türkischen Außenminister Wer da- Ergebnis der Tagung de- Ständigen Rates der Kleinen Entente. Die Repräsentanten der Staaten des Balkanpaktes gelangten zu einer vollen Einigung über ihr künftige- Borgehen, in-bespndere was,dje Arbeiten und dar Berhal- teri m Ä e ft f betrifft. Australien gegen Sanktionen? London. Di« Pressemeldungen, wonach die australische Regierung ihren Oberkommissär B r u c e in London angewiesen haben sollte, sich der Anwendung von Sanktion en zu widersetzen, haben zu einer Erklärung des australischen Ministerpräsidenten Lyon- geführt. Nach Abschluß eine- Kabinettsrates sagte er, diese Meldungen seien„unautorisiert und irreführend".— Die australische Regierung könne und dürfe ihre Haltung gegenüber einer Lage, die noch gar nicht entstanden sei, nicht näher darlegen. VILLA OASE oder; DIE FALSCHEN BORGER Roman von Eugene Debit Berechtigt« Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Nur wenn der Name ihrer Eftern fiel, oder wenn man sie nach ihrem Befinden fragte, trübte sich ihr Glück. Ach, und wenn eS zehn wurde, mußte sie gehen. Etienne begleitete sie. In den dunklen, einsamen Straßen, gingen sie langsam wie inmitten eine- Waldes. DaS Licht der Laternen schuf von Zeit zu Zeit Helligkeiten, die Sonnenflecken glichen. Helene sah sich in einem Spiegel. Ihre Wangen glühten, ihre Augen glitzerten. Sie war gar nicht müde, so sehr belebte sie dir Nähe ihrer BetterS. Sie versprach ihm, sich zu pflegen. Nur, damit er zufrieden wäre. Denn sie selbst glaubte noch immer nicht, daß sie wirklich krank sei.„Sonst läge ich wohl jetzt längst im Bett", sagte sie lachend. An einer bestimmten Ecke fragte Etienne leis«:„Sieht man sich bald?" Am liebsten hätte sie geantwortet:„Morgen." Sie überquerte die Plaee Blanche. Die leuchtenden Flügel von Moulin-Rougc, die durch die Nacht pflügten, blendeten, verdächtige Pärchen beunruhigten sie. Sie war froh, al- sie in der Rue Bourquin war. Glücklich ging sie zu Bett. Plötzlich schien sich ein Abgrund vor ihr aufzutun. Sie hustet«. E» begann mit einem Kribbeln im Hals, dem ein kurzes» trockenes Bellen, dann ein Röcheln, fast wie ein ErstickungSkrampf, folgte. Sir mutzte sich aufrichten. Sie suchte ihr Taschentuch, doch sie mochte spucken, soviel sie wollte: diese- entsetzliche Würgegefühl verließ sie nicht. Etienne hatte sie ganz zuversichtlich verlassen. Nun, sie hafte ihn ebenso belogen, wie sie ihre Eltern und sich selbst belog. Sie sah Mamina stöhnend im Bett liegen und bekam Angst. Wen sollte sie rufen? ES hörte sie ja doch niemand. Sie stand auf, um die Furcht zu überwinden. Bleich und gebrechlich wandelte sie in ihrem langen Nachthemd durch die Wohnung, blieb vor Irma- Bildni- stehen, setzte sich an den Ofen, kehrte in ihr Zimmer zurück und wurde wieder von der gleichen Angst befallen. Sie warf sich vor, daß sie in falscher Scham die Wahrheit verheimlicht hatte. Sir hatte gelogen, um ihre Mutter nicht zu beunruhigen und Julien seinen Entschluß nicht bereuen zu lassen. Doch länger würde sie sich nicht verstellen können; eS wurde ihr mit jedem Tage schwerer. Jetzt wäre sie ihrer Mutter um den Hal- gefallen, um ihr alle- zu gestehen. Ja. aber Irma fand nie Zett, zu ihr zu kommen. Und würde Julien Verständnis für sie haben? Man ließ sie allein. DaS Glück, reich zu fein. daS sie früher ersehnt hatte, bedeutete ihr schon nicht- mehr. Sie zählte die Tage. Wenn ihre Mutter kommen würde, sollte sie alle- erfahren. Sie würde mit ihr zum Arzt gehen, und im Frühling würden sie Paris verlassen. Einmal fragie sie Julien:„Ob Luftveränderung mir gut täte?" Er sagte weder ja noch nein. Auf dem Lande würde sie besttmmt zunehmen. Nur der Gedanke, auf Etiennes Gesellschaft verzichten zu müssen, stimmte sie traurig. Eines abends eröffnete ihr Julien: „In zwei Tagen sind wir wieder zu Hause." Sie umarmte ihn, als habe er sie aus der Gefangenschaft befreit. Jetzt winkte ihr Erlösung von ihrer Mutlosigkeit und Langweile. Sie würde mit ihrer Mutter ins Kino und in die Läden gehen. Am Tage der Heimkehr machte sie sich schön. Immerzu sah sie nach der Uhr. Die Zeiger schienen stillzu stehen. Dieser Tag war ein Markstein in ihrem Leben wie der Tag der Abfahrt von Lausanne. Endlich! Ein Schlüssel drehte sich im Schloß. Sie lief hinaus. „Mama!" „Guten Tag, Liebling. Na, laß mich mal erst hinein." Als sie im Sessel saß, ihre Tochter auf den Knien,, fragte sie: „Und was macht die Gesundheit?" ,,E» geht mir gut. Nur gelangweilt habe ich mich, nicht zum Aushalten. Ich wollte dich schon besuchen, doch Onkel hat es verboten. Jetzt bleibst du da?" Ein starker Hustenanfall unterbrach sie. Sie fürchtete, Irma würde peinliche Fragen an sie richten. Aber Julien, der durch- Eßzimmer fuhrwertte, schrie: .Was hast du denn gemacht, Helene? Hier ist ja alle- in Unordnung." «Hör nicht hin. Er ist ein ekelhafter Pedant. Zunächst will ich mich einmal gründlich ausschlafen. Ich bin ganz erledigt. Einen Monat keine Nacht Ruhe, das spürt man!" „Später vertrete ich dich", flüsterte Helene. Onkel schimpfte, Mutter war müde. Wieder war sie allein, aber diese Art von Einsamkett schmerzte noch mehr. Nein, nie würde sie den Mut finden, sich ihren Eltern anzuverttauen und sie zu stören. Lieber log sie weiter. Sie ging ins Eßzimmer und fragte bescheiden: „Darf ich Ihnen helfen, Onkel?" „Damit ich auch noch über dich stolpre? Danke, mir genügt der Dreck, den du angerichtet hast. Alles hast du auf den Kopf gestellt. Wohin ich trete, liegt ein Taschentuch von dir. Und obendrein wird mir Irma, kaum daß sie im Kahn liegt, auch noch eine Szene machen. Dasehe ich voraus. Ich hätte mich nicht um dich gekümmert und sie beschwindelt. Aber daS hört nun auf! Ob du krank bist oder nicht: noch heute bringe ich dich zu Papa Adam» Freund." Helene saß zwischen Irma und Julien und stopfte sich da- Essen in den Mund. Sie bestürmten sie mtt Fragen über alles, wa» sie in dem Monat erlebt hatte, und sie antwortete mit neuen Lügen. Sie war noch nie beim Arzt gewesen und zitterte vor Furcht und Hoftnung. Kaum waren sie vom Tisch aufgeftanden, kommandierte Julien: „Zieh den Mantel an, Helene. Und du, Dicke, mach dir keine Sorgen." Irma warf sich in einen Sessel und nahm die Zeitung zur Hand. Aber sie konnte die Rub-' nicht genießen. Leicht gesagt: sich keine Sorgen machen. Da kam sie nun, nachdem sie einen Monat geschiftet hatte, nach Hau- und hofft', wie Julien e- ihr beteuert hatte, ihr Mädel wohl zu finden, und nun statt dessen begrüßte sie eine zur Unkenntlichkeit abgemagerte Helene. Mann hatte nichts gemerft. Der ließ sich jeden Bären aufbinden. Sie hatte geglaubt, sich eint Lebensgefährtin für ihre alten Tage zu sichern, und hatte sich eine Kranke auf den Hals geladen, ein Mädchen, dem, mochte eS sich jetzt auch im Wohlstand befinden, immer ein Armeleutegeruch anhasten würde. Sie dachte lange nach. Diese Geschichte durchkreuzte ihre Plane, richtete ein Hindernis vor ihrem Ehrgeiz auf. Julien und Helene kamen spät zurück. „Nur eine leichte Bronchitis, Mama. Der Arzt meint..." „Er hat dir jede Aufregung verboten", unterbrach sie Julien.„Geh in dein Zimmer und leg dich hin." Als sie draußen war, fetzte er sich, schnaufte, verzog sein Gesicht, rang die Hände. „Du siehst ja aus wie ein Leichenbitter," sagte Irma.„Was ist denn los?" „Was los ist? Tuberkulös ist sie." (Fortsetzung folgt.). Nr. 204 Sanntsge 1. Geptember 1935 Sette 3 fudetcndeutsdier Zeitspieget Sudetendeutsche Metallkrise Uener 40 Prozent der Mitglieder des Komotauer Metallarbeiterverbandes arbeitslos swie das vierte H gelautet hat, weif; jeder) poli- tische Geschäfte zu machen versucht haben. Nachdem es aber allein drei Kompagnons schlecht geht, scheinen die Christlichsozialen auf Geschäfte dieser Art in Zukunft verzichten zu wollen. Der„Internationale Metallarbeiter"'(Ko- motau) enthält in seiner letzten Folge einen Bericht über die Tätigkeit des Internationalen Metallarbeiterverbandes, in dessen Einleitung eine Darstellung der Berhällnisse in der sudetendeutschen Metallindustrie gegeben wird. Danach ist in der Blecherzeugung eine wesentliche Aenderung gegenüber dem Vorjahre nicht eingetreten und auch die Draht» und Schraubenindustrie war schlecht beschäftigt. Eine Besserung war in der Rohrerzeugung zu verzeichnen, in den Manne»- mannwerken war die Beschäftigung der Arbeiter besser als 1933. Desgleichen war auch in der Poldi-Hütte der Geschäftsgang bester als im Vorjahre, eS wurden dort Arbeiteraufnahmen vorgenommen. Die Stahlwaren» und Messing» Industrie liegt jedoch noch immer darnieder. In der Emailindustrie ist eine wesentliche Befferung in der zweiten Jahreshälfte eingetreten, in dem Emailwerk in Neschwitz stieg die Zahl der Beschäftigten von 780 auf 1390. Das Kupferwerk in Pömmerle war Wohl etwas bester beschäftigt, doch ist es dort nur zur Einstellung von jugendlichen Hilfskräften bis zu 16 Jahren gekommen. In der Fahrradinduftrie ist im Sommer eine starke Belebung zu verzeichnen gewesen, in den Premierwerken zum Beispiel wurden um 80 Prozent mehr Fahrräder erzeugt und verkauft »Volksaktivismus“ versagt Einkehr bei den Christlich sozialen f Unser Vruderblatt, die Troppauer„Volks- Presse", befasst sich in ihrer Freitagausgabe nochmals mit dem Anschlag aus das deutsche Schulwesen in Troppau. worüber wir bereits berichtet haben. Die„VolkSpresse" wiederholt ihren Standpunkt,.wonach sich unsere Troppauer Genosten mit aller Entschiedenheit gegen die Bestrebungen der Entnationalisierung deutscher Kinder wenden, aber auch zeigen, das; dieser Angriff auf das deutsche Schulwesen Troppaus eine unmittelbare Auswirkung des HnÜeinsiegeS ist. Dies« letztere Auffassung vertritt auch das Blatt der schlesischen Christlichsozialen, das„Volk", in welchem über die Angelegenheit u. a. folgendes geschrieben wird; „Vielfach kann man sich drS Eindrucks nicht ■ erwehren, daß zur Verschärfung der Situation wesentlich die Wahlergebnisse vom 19., tezw. 26. Mai d. I. ieigetragen habe». Tatsächlich ist die palttische Situation d«S SudrtekldeutfchtumS durch di« Wahlen kaum vorwärts getragen wor- den.,. Die Sudetendcutsche Partei Henlein« aber ist, soweit ssr nicht selbst durch ihre Agtta- tionSmethoden dir Situation verschärfte, erst recht nicht in der Lage, irgend etwas zn erreichen. Dir Zahl der 44 Abgeordneten, die unter anderen Umständen rin ganz besonderes politisches Gewicht auSweffen mähten, ist derzett wohl dauernd i« politischen Zahlen« und Kräfteverhältnis eine Zahl, über deren Existenz wohl allerhand Kopf« zerbrechen herrschen mag, die aber link« liegen bleibt, wir«an sagt."... Der sogenannte„Volk». akttviSmus" hat bis nun nicht« Gleichwertige« an, die Stelle de« Aftivi«mu« der anderen politischen Gruppen setzen können, er hat bi» jetzt weder positive politische Erfolge bringen können, noch drohende Verluste aus den verschiedensten Gebieten des nationalen Befitzstonde« hindern können." Es ist schön, dass das die Christlichsozialen .insehen und wir hoffen, dass diese Erkenntnis, die als im besten Geschäftsjahr 1929. Dagegen ist die Knopfindustrie fast völlig lahmgelegt unb auch in der Musikinstrumentenindustrie sind die Verhältnisse noch schlechter geworden. Hier wirft sich die japanische Konkurrenz besonder» aus. Betriebe, die früher mit einigen hundert Arbeitern gearbeitet haben, beschäftigen heute 20 bi» 80 Leute. Schwer leidet auch die Maschinenindustrie, im Jahre 1934 wurde eine Reihe von Betrieben ganz eingestellt, der andere Teil arbeitet nur kurz. Immer macht sich die Verdrängung der kleineren Betriebe bemerkbar, die von den größeren Betrieben aufgesaugt werden, da sie deren Konkurrenz nicht aushalten. Die Folgen dieser Verhältnisse sind, daß zwar die Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern des MetallarbeiterverbandeSe ein wenig zurück- gegangen, aber noch immer sehr hoch ist. Zu Beginn des Jahres 1934 gab es unter den Mitgliedern des Verbände» 14.297, am Ende de» Jahres 12.746 Mterstützte Arbeitslose. Insgesamt wurden an Arbeitslosenunterstützung 27,894.110 XL zur Auszahlung gebracht. Welch furchtbare Verhältnisse in der Metallindustrie noch immer herrschen, wird am besten dadurch charakterisiert, daß im Jahresdurchschnitt 40.7 Prozent der Mitglieder des Verbandes arbeitslos waren und 27.6 Prozent in Kurzarbeit standen. unter den Christlichsozialen in der Provinz verbreitet ist, ihren Weg auch in die Spatten der „Deutschen Presse" finden wird. Es ist noch gar nicht lange her, wo die Herren Christlichsozialen in der Kompaniefirma Henlein-Hacker-Hilgenreine». Vir helfen Luch Innerhalb 44 Minuten... Da» ist nur di« SdP imstande. Morgen kommen nämlich, nach allerhöchster Verlautbarung, einige Mandatare der SdP, welche sich auf einer„Informationsreise" befinden, nach Graupen. Die Herrschaften treffen um 8 Uhr 82 Minuten in Graupen ein und fahren um 9 Uhr 36 Minuten wieder weg. In der Zwischenzeit können alle Arbeitslosen ihre Wünsche und Beschwerden vortragen, die Herren werden st.' gnädigst zur Kenntnis nehmen und selbstverständlich fü Abhilfe sorgen. So wird da» Volk betrogen! 44 Minuten hat man für den„Volksgenossen" Zeit! Alle 10 Sekunden ein Arbeitsloser! Dar ist eine Partei; sie hat nie etwa» versprochen, aber was sie versprach, das hielt sie auch... Starke Opposition in der BrUxer SHF? . Von Freitag auf Samstag wurden die Plakate der Henleinpartei in Brüx zu ihrem Karne- radschaftStrcffen mit Streifen überklebt, die folgenden Text führten: „SHF- Kameraden ohne Brot, Henlein auf Reisen kennt keine Rot, es lebe die Oppofitton". Samstag vormittag gingen SHF-Leute herum und schnitten diesen Text wieder von den Plakaten. In der Bevölkerung von Brüx herrscht über diese sinnvolle Ergänzung große Heiterkeit. Otto und Zita Otto ChI Mutti» dieser Fleck ruiniert meinen ganzen Hermelin Der PQhrerkampf seht weiter Schacht wirbt schriftlich— Streicher mündlich— Goebbels wartet ab Die Vorgänge im Dritten Reich, wo zum Kampf gegen Juden und Katholiken jetzt der Kampf um die Weiterfinanzierung der Arbeitsbeschaffung und Aufrüstung getreten ist, werden von der englischen und französischen Presse mit großer Spannung verfolgt. Besonderes Interesse verdient der Bericht des Londoner„Daily Telegraph" aus Berlin. Danach habe der Reichsbankpräsident Dr. Schacht seine Königsberger Rede an alle Banken und großen Geschäfte in Deutsch- land geschickt, und ztvar unter Beibehaltung aller Stellen, deren Nachdruck der deutschen Presse vom Propagandaministerium untersagt worden war. Die Empfänger der Schacht'schen Sendung haben so zum ersten Male den vollständigen Wortlaut der Rede kennen gelernt. Während so Schacht die einflußreichen Finanz- und Wirtschaftskreise auf seine Seite zu bringen sucht, zieht Streicher weiter agitierend m Lande umher. Wie der„Daily Telegraph" berichtet, hat der„Frankensührer" eine ähnliche Rede, wie er sie in Berlin hielt, ein paar Tage darauf auch in Dkagdcburg gehalten. Aber während über Streichers Auftreten in Berlin von allen deutschen Zeitungen ausführlich berichtet wurde, ist die Magdeburger Rede in der deutschen Presse mit Stillschweigen übergangen worden. Vie Bankbeamten zur Teuerung Gemeinsame Erklärung aller Verbände Dir Bereinigung der GeldinstitutSbeamtcn (Sdrujenk peniZntho ükednictva, Verband der Bank» und Sparkassenbeamten, Zentralverband der Vor» sicherungsangestellten und Verband der Skontistenj. haben über die Entivicklung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in unseren! Staate Beratungen abgehalten und einmütig die tieferstehende gemeinsam« Erklärung beschlössest: „Durch die Wirtschaftskrise wurde das sozial« und wirtschaftliche Niveau der Angestellten im Geld- und Versicherungswesen auf ein sehr tiefes Maß hcrabgedrückt. Während der ganzen Dauer der Krise waren die Gewerkschaften dieser Ange- stelltengmppen zur unausgesetzten Abwehr von Angriffen auf die Existenzen und Gehalte der Angesteltenschaft genötigt, Biele Hunderte Angestellte fielen den Abbau- und Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer und überdies erfuhren die Dienstbezüge der Angestelltenschaft in den Geldinstituten! und Versicherungsanstalten einen weitgehenden Abbau, der trotz der ständigen Bemühungen der Gewerkschaften nicht wieder gutgemacht wurde. In dieser kritischen Situation steigen wider alles Erwarten die Preise der wichtigsten Bedarfsartikel, sodaß die Existenzbedingungen der Angestelltenschaft noch weiter verschlechtert werden, während viele dringliche Angestelltenforderungen unerfüllt geblieben sind. Die Gelverkschasten lehnen die Verantwortung für diese Entwicklung ab und fördern die Regierung sowie die gesetzgebenden Körperschaften eindringlich auf, im Bewußffein des Ernste» der entstehenden Sachlage energisch einzugreifen und auf diese Weise neue soziale Kämpfe hintanzuhalten, zu denen e» sonst unweigerlich kommen müßte." Zum Andenken an Genossen Dr. Winter Wirch der Zentralverband der Krankenkassen, dessen Mitbegründer und langjähriger Obmannstellvertreter der Verstorbene bis zuletzt war, einen Dr. Lev Winter-Fonds in der Höhe von 100.000 flö stiften, welcher der Unterstützung der Behandlung von Stoffwechselkrankheiten dienen soll. Ein entsprechender Antrag wird einer außerordentlichen Sitzung des Vorstandes vorgelegt welchen. Cacali Von M. Djavachischvili. „Chatuta, erzähle dem Gast ein Märchen..." Chatuta schien darauf gewartet zu haben. Sie setzte sich zu meinen Füßen, stützte die Ellbogen auf die Knie, vergrub das Kinn in die Hände, starrte mit ihren kohlschwarzen Augen in die meinen und begann, sich hin und her wiegend, mich einzuschläfern. Chatuta- reglos haftender Blick, ihr Lächeln und ihre Sttmme, gleichmäßig und tönend wie das Plätschern eines Bächleins, verschlossen meine Lider mit Schlummer und hüllten alles in eine undurchsichtige Wolke. Die Augen fielen mir zu und ich wiegte mich wie Chatuta hin und her. Plötzlich unterbrach sie die Erzählung und änderte den Rhythmus. Ich öffnete mühsam da» «ine Auge. Djurcha lächelte Chatuta zu und bat sie flüsternd:„Es ist doch mein Bruder... Schäme dich nicht..." Aber Chatuta war verlegen. Sie verdeckte das Gesicht mit den Händen und wehrte sich leise:„Ich kann nicht... Nein ... ich schäme mich, Djurcha... Ich schäme mich..." „Mädchen", rief Djurcha,„welche Ikon zürnt dir heute?" Da sprang Chatuta auf und griff nach dem Saiteninstrument. Dann setzte sie sich wieder zu Mein«» Füßen und begann zu singen: Seit der Kindhett künden mir die Sterne Ueber den heimatlichen Bergen deine Ankunft, Für dich hab ich mein Zicklein geweidet. Damit ich„Cacali" erfüllen kann. Ich unterbrach das Lied:„Chatuta, was bedeutet»Cacali'?" Im dunkeln Winkel brach Mzekale in Lachen aus. Nach ihm Jamze. Aus Djurcha gurgelte da» Lachen wie eine Fontane. Das Mädchen sprang völlig verwirrt auf und lief davon. „Djurcha, was ist da».Cacali'?" Abermals Gekicher und Verlegenheit. „Ich sag dir» dann, Vadjiko. Wenn du schlafen geben willst, so..." „Ach, lieber Djurcha, freilich will ich schlafen gehen." „Nun, dann komm, ich bette dir auG dem Dach auf. Fürchtest du nicht die Kälte?" „Nein, ich habe doch di« Burka." Djurcha geleitete mich die innere Treppe auf da» flache Dach hinauf, lachte noch eine Weile und stieg wieder hinunter. Noch einmal steckte er den Kopf durch die Dachöffnung und rief mir zu: „Nur keine Angst, Vadjiko!" Was soll das heißen? Wovor soll ich Angst haben? Worauf bereüet er mich da vor? dacht« ich, während ich die Kleider ablegte, die ich drei Tage nicht vom Leib bekommen hatte. Das Lager erwartete mich: zuunterst ein Bärenfell, statt der Decke ein Schafpelz und al» Kissen drei zusammengerollte Häute. Ich legte mich hin und schloß gleich die 1 Augen. Da schien e» mir, al» stiege jemand behut sam wie ein Schleichender zum Dach herauf. Ich öffnete die Augen... Dunkle, stilleNacht. Unweit von hier ragten unbeweglich die Berge wie schwarze Riesen empor. Und in der Ferne die kaukasischen Gipfel in weißen Burkas, als stünden sie Wache. Am tiefblauen Himmel glänzten unzählige Sterne. Plötzlich fällt ein Schatten auf mein Lager. Ich hebe den.Kopf und sehe: Jemand beugt sich über mich.„Chatuta!"„Pst... still!" Das Mädchen ist nackt unter der Burla. Trübe blitzt die Klinge de» Kindschal auf. Ein Augenblick— und Chatuta schlüpft zu mir unter den Pelz. „Chatuta! Meine Chatuta!" „Still, sag ich! Schweig!" Sie krümmt sich und zittert und ihre Zähne schlagen wie im Fieber aufeinander. „Bist du e», Chatuta? Warum hast du den Kindschal mit?" „Rühr mich nicht an! Ich bin gekommen, um das-Cacali' zu erfüllen. Ich komme zu dir, du mit Djurche aus einem Silberbecher getrunken und einen brüderlichen Schwur geschworen hast." Ich nähert« mich ihr und spürte den— blanken Kindschal. Er lag zwischen uns und in seinem harten Schweigen war etwa» Furchtbare». Jetzt begriff ich alle». Ich erinnerte mich Chatuta» Geflüster und ihre» verschämten LiedcS, Djurcha» Warnung und jener merkwürdigen Chewsuren-Sitte, von der ich einmal erzählen gehört habe— jener grausamen.Cacali': ein| zartes, aber tödlich strenges, nationales Gebot — der höchste Ausdruck brüderlicher Liebe für den willkommenen Gast. Bis heute weiß ich nicht, ob es nur ein barbarischer Brauch oder etwa» UebermenschlicheS ist? Etwa» Göttliches oder Satanisches' Der Chewsure schickt dem Gast seines Stammes oder dem, mit dem er sich verbrüdert hat, nachts ein ihm nahverwandtes Mädchen aufs Lager. Aber beim Morgengrauen muß sich dieses Mädchen unschuldig, unberührt erheben. Der Kindschal ist die schreckliche Mahnung, die Grenze, die nicht überschritten werden darf. Ich erkannte jetzt auch ohne Erklärung den qualvollen Brauch und wagte cs nicht, Chatuta zu berühren. Beim Morgengrauen erhob sie sich unberührt, doch... vermochte sie kaum aufzustehen. Wir hatten das große Kreuz quälender Lust auf uns genommen und einander völlig entkräftet. Als sie sich anschickte fortzugehen, streckte ich die Hand nach ihr aus:„Bleib, Chatutel Warte... Zeig dich..." Die Burka fiel wieder auf mich. Der Mond stand schon tiefer am Himmel. Neugierig blickten uns die Sterne an und ich flüsterte auf den Knien wie im Gebet:„Geh nicht fort» Chatuta!" „ES ist kalt, Vadjiko, kalt..." Und sich i» die Burka hüllend, versengte sie mich noch einmal mit ihren müden Lippen und eilte fort. Deutsch vpn Julius Mader. Seite i Sonntag, 1. September 1935 Nr. 204 Alois Scharnowell— 80 Jahre Montag feierte Genosse Mois Scharnowell in Freudenthal seinen 80. Geburtstag. Ohne Usbertreibung kann gesagt werden, daß 62 Jahre Scharnowell ein beispielgebender Vertrauensmann der Arbeiterschaft Schlesiens und Nordmährens gewesen ist. Als Mitbegründer der Partei in Freudenthal im Jahve 1873 stand er so recht bei jeder Phase der Entwicklung der Arbeiterbewegung an der Spitze und es gibt keinen Zweig der Arbeiterbewegung, den unser Jubilar nicht betreut hätte. Daß es natürlich in ganz besonderem Maße die Genossenschaftsbewegung war, welche unter seiner Leitung in Freudenthal zu einem wirtschaftlichen Machtfaktor der Arbeiterklasse geworden, ist, versteht sich von selbst, denn dieser Zweig der Arbeiterbewegung war. ja durch Jahrzehnte auch sein Beruf. Scharnowell ist die verkörperte alte Garde, di« bereits in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Ideale des sozialistischen Gedankens in sich ausgenommen und mit einem ungeheueren Idealismus und mit felsenfester Ueberzeugung in allen Situationen standgehalten hat. In unzähligen Versammlungen hat Genosse Scharnowell zu der Arbeiterschaft gesprochen, in vielen Zeitungsartikeln hat das scharfe Wort sich mit den Feinden der Arbeiterschaft auseinandergesetzt. Die großen Schwierigkeiten der ersten Wahlkämpfe der Arbeiterschaft in der früheren Monarchie hat der Jubilar'mit zu überwinden geholfen und immer wieder wurde sein Rat eingeholt. Lange Jahre war er der Helfer der Armen in der Freudentha- ler Gemeindestube und fast dreißig Jahre hat er auch seiner Heimatstadt als Funktionär gedient. Das Ehrenbürgerrecht, di« höchste Auszeichnung der Stadt Freudenthal, ist wohl die größte Anerkennung für seine Leistungen. Die Leistungen Schamowells für die Konsumgenossenschaft werden weit über den Rahmen der engeren Heimat des Jubilars erkannt und richtig gewertet. Wenn heute Scharnolvell nicht mehr aktiv mitwirken kann, so finden wir doch bei ihm noch immer das regste Interesse an den Vorgängen in der Arbeiterbewegung und der Zusammenhang ist nicht abgerissen, sondern er besteht immer weiter. Wir erinnern uns bei dieser Gelegenheit wieder eines Ausspruches des Jubilars, der vor allem der jüngeren Generation ins Gedächtnis gerufen werden muß:»Nun sehe ich erst recht, daß unsere Arbeit nicht umsonst war und daß ich und alle anderen die Opfer nicht umsonst gebracht haben I" Jawohl, dieses Samenkorn hat Früchte getragen, und wir haben im Sinne dieser Sämänner weiterzuarbeiten l Wir dürfen aber bei diesem Anlässe auch nicht auf die Frau unseres Genossen Scharnowell vergessen, welche in treuer Kameradschaft durch länger als 50 Jahre in Freud und Leid an seiner Seite steht. Beiden sagen wir aus dem Anlasse des 80. Geburtsfestes innigen Dank mit der Versicherung, daß wir ihr Lebenswerk weiter hochhallen wollen. Wir verdolmetschen nur die Gedanken tausender Proleten, wenn wir sagen: „Auch für den weiteren Lebensabend wünschen wir das beste Wohlergehen, Gesundheit und geistige Frische, nach diesem langen Kampfe wünschen wir die wohlverdiente Ruhe!" Dem Jubilar «in herzliches„Freundschaft" l rod in den Flammen Einen schrecklichen Tod fand der Maurer Julius P e t r ä k aus einem Orte bei Davle in der Nähe von Prag. Nach einem Zechgelage im Gasthause vcin Skochovice ersuchte er den Gastwirt, in der Schankstube übernachten zu dürfen, weil er sonst seine Wohnung nicht erreicht hätte. Als der Gastwirt dies ablehnte, nahm sich des Maurers der Trafikant Stastnh an, der ihm Unterkunft in seiner Verkaufsbude anbot. In der Befürchtung» daß Peträk früh verschwinden und die Bude auSgeraubt werden könnte, schloß er den Mann ein. Mitten in. der Nacht wurde der Ort durch Feueralarm geweckt. Die Trafikantenbude stand in Flammen. Bevor Hilfe kam, war das Holzhäuschen niedergebrannt und Peträk in den Flammen umgekommen. Er hat wahrscheinlich den Brand durch seine Unvorsichtigkeit verursacht, als er eine Zigarette anzünden wollte. Raubüberfall in Wegstädtl Frau Olga Janota aus Radäun bei Wegstädtl ging Freitag abends zwischen%11 und 11 Uhr vom Bahnhof in Wegstädtl gegen Ra- daun. Ihr folgte ein ungefähr 25 bis 30 Jahre alter Mann, der sie vor Radaun. plötzlich aus offener Landstraße überfiel und sie beraubte. Dem Räuber fielen ein Geldbetrag von 145 Kö, ein Geldtäschchen sowie eine Handtasche mit verschiedenem Inhalt in die Hände. Die Gendarmerie folgte den Spuren des Täters, der barfuß war, von der Villa„Lug ins Land" in Wegstädtl bis-zum Tatorte und zurück bis zur Einschicht Gasthaus„Baracke". Der bisher unbekannte Räuber trug eine lichte Höse, eine Kappe, einen dunklen Rock und ein Halstuch. Man nimmt an, daß es sich um einen Landstreicher oder einen der vielen Zigeuner handelt, die hier bei manchem Bauer als Hopfenpflücker Beschäftigung gefunden haben. Das Anglücksauto im Vierwaldstätter-See Ein Bild von dem Unglück, daS das belgische Königspaor bettoffen hat. Man.sieht hier dm Wagm im Schilf des Vierwaldstätter Sees, mit dem die Königin tödlich verunglückte. Präsident Masaryk Ehrenbürger der Stadt Lobositz , Der Staatspräsident wurde bereits anläßlich der letzten Festsitzung der Stadwerttetung zum Ehrenbürger der Stadt Lobositz ernannt. Der Beschluß- wurde jedoch von der vorgesetzten Behörde, nicht anerkannt, weil die Wahl nicht mit Stimmzetteln erfolgt wär. Dies wurde nun nachgeholt und von 32 abgegebtzmm Stimmzetteln enthielten 31„Ja" und ein Stinunzettel wurde leer abgegeben. In der gleichen Sitzung der Stadwerttetung wurde der Schulpark in„Masa- rykpark" und die Hauptstraße in„Masaryk« Straße" umbenannt. Seine Gnaden der Herzog Paris. Die Pariser Polizei verhaftete einen weitläufigen Verwandten des vormaligen Königs von Spanien, Don Louis de Sevilla, Herzog von Mendez, wegen. Ausgabe eines ungedeckten Schecks über.15.000 Francs. Der. Festgenommene protestierte energisch gegen die ihm zur Last gelegte.Beschuldigung. Er erklärte, jemand anderer müsse mit seinem Namen Mißbrauch getrieben haben. Er wurde trotzdem in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Unruhen in Griechenland Wie die Athener Blätter mttteilen, hat der Aufstand der peloponnesischen Weinbauer Ausmaße angencmmen, die hinter denen des kürzlichen Aufstandes auf Kreta kaum zurückstehen. Die Regierung hat beschlossen, über Messenien das Standrecht zu verhängen. Trotzdem haben jedoch die Aufrührer in der Stadt Garga« lianos alle staatlichen Aemter besetzt und sind mtt schwarzen Fahnen nach der Stadt Kolamata gezogen. Auch in der Stadt Filiatra wurden von den Aufrührern die Post und andere Staatsgebäude besetzt und das Militär entwaffnet. Die Regierung hat sich entschlossen, aus Nauplia eine Division Truppen sowie auch eine starke Abteilung aus Pattras zu entsenden, um die Ruhe wiederherzustellen. Die verfügbaren Automobile, wurden zum Truppentransport requiriert. In Gargalianos versuchten die Aufrührer das Haus des.Innenministers Rhalis in Brand zu stecken, den sie für ihre unerfreulichen Wirtschaftsver- hältniffe verantwortlich machen, und sie wollten sich auch seiner Schwester bemächtigen. Die Regierung beschloß, einige der Forderungen der Aufständischen, welche u. a. die Demission des Ministers Rhadis verlangen, zu erfüllen. Zusammenstoß im Kanal Britischer Kreuzer und Lloyddampfer. London. Der britische Kreuzer„R a m i- raillies" ist am Samstag im Kanal, ungefähr 9 Meilen von Dover entfernt, mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd„Eisen- b a ch" zusammengestoßen. An der Unfallsstelle befinden sich einige Schiffe.- Der Kreuzer„Ra- miraillkes" wurde nur unbedeutend beschädigt und legte sich dicht an die Wand des Dampfers „Erfenbach", in den Wasser einzudringen begann. Die„Eisenach" wurde am Samstag von zwei Schleppern mit dem Heck nach vorn in den Hafen vrn Dover gebracht. Der Bug des Schiffes lag tief im Wasser. Das Geheimnis des Spions Maximus Rivosh. Schanghai. Vier in Schanghai ansässige Aus», länder, zwei Amerikaner, ein Russe und ein angeblicher Engländer, sind in Hankau verhaftet worden. Sie stehen im Verdacht, versucht zu haben« Chinas geheimnisvollen kommunistischen Spion, Dr. Maximus Rivosh, aus dem Gefängnis von Wutschang zu befreien. Rivosh, der im Mai zusammen mit neun chinesischen Helfern verhaftet worden war, wurde in der vergangenen Woche wegen Spionage unter der gegen die Kommunisten kämpfenden Armee zugunsten der röten Organisation zu 15 Jähren Gefängnis verurteilt. Er behauptet, W a l d e n zu heißen und französischer Staatsangehöriger zu sein. Diese Behauptung wurde aber von den französischen Behörden, als falsch festgestellt. Frau Rivosh verschwand nach der Verhaftung ihre? Mgnnes unter Mitnahme wichtiger Dokumente aus Shanghai. Für die Befreiung von Rivosh sollen von unbekannter Seite angeblich 25.000 Dollars als Belohnung ausgesetzt worden sein. Lobositz bekommt eine neue Wasserleitung. Schon seit ungefähr 3 Jahren bemüht sich ein Teil der Bevölkerung von Lobositz vergebens um eine Wasserleitung. Nun ist man bereits so weit gelangt, daß bei Pistian auf dem rechtsseitigen Elbeuser ein Bohrloch geschaffen wurde, das 'gutes Wasser in genügender Menge-äüfweistt Lobositz wird nun«ine eigene Wasserleitung errich» ten und auch an die Nachbargemeinden Wasser abtxeten. In der letzten Sitzung der Stadtvertre- tung wurde bereits die Ausarbeitung eines Detailprojektes an eine Aussiger Firma vergeben. Bon der polnischen Grenzwache erschossen. Am Freitag, dem 23. August, vormittags wurde, wie ekst jetzt offiziell bekanntgegeben wird, aus polnischem Staatsgebiet in einer Entfernung von rund 200 Schritten von der tschechofiowakischen Grenze der tschechoflowakische Staatsbürger Andreas S a u L i n, ein 25jähriger Landwirt aus der Gemeinde Vysnk Roztoka, von der polnischen Grenzwache erschossen. Sauöin hatte die polnische Grenze zusammen mit dem Bauern Michal Virvan aus der gleichen Gemeinde illegal überschritten. Di«> beiden hatten angeblich zwei verirrte Schafe gesucht. Bei ihrer Rückkehr wurden sie von einem polnischen Finanzwachmann angehalten, der sie für Schmuggler hielt. Er forderte sie auf, stdhen zu bleiben, und als Sauäin die Flucht ergriff, gab der Finanzer einen Schreckschutz^rb. Als Sauöin auch daraufhin nicht stehen blieb, sandte ihm der Finanzer «inen zweiten schavstn Schuß Mach, der SauäiN in die Lende traf. SauLin sank zu Böden und war, als der polnische Finanzer zu ihm kam, bereits tot. Die polnisch« Gerichtskommission lieferte den Lekchn-am Saucins nach durchgeführter Untersuchung der Witwe Sauäins aus. Der Bischof von Leitmeritz schwer erkrankt. Der Bischof von Leitmeritz Dr. Anton Weber erkrankte ernstlich an einer Lungenentzündung und wurde am Freitag in daS Aussiger Masarhk-Kran« kenhaus überführt. Die Erkrankung hat sich seither einigermaßen gebessert, doch ist der Zustand des Bischofs immer noch ernst. Hungerstreik der Mazedonier. Cyril Dran- gow, der ehemalige Führer des Sofioter Sektors der aufgelösten mazedonischen revolutionären Organisation Michajlows und dexen Ausschußmit- glied Jordan Tschkatrow, die vor einem Jahre arretiert und vorerst in dem Donauhgfen Lom interniert und vor einigen Monaten nach Sofia überführt wurden, sind zum Zeichen des Protestes gegen die bisher nicht erfolgte gerichtliche Behandlung ihres Falles in den Hungerstreik getreten. Verhaftung eines bulgarischen Journalisten. Der Chefredakteur des Organs der ehemaligen agrarischen Opposition„Pladne" G Wlkow wurde dieser Tage in dem nordbulgarischen Städtchen Lukowit bei Plewen verhaftet und von dort nach Sofia gebracht, wo er nach mehrtägiger Hast wieder freigelaffen wurde, nachdem er nachgewiesen hatte, daß er in dem genannten Städtchen nicht gegen die Regierung agstierte. Tod in der Grube Pari-. In den Kohlenbergwerke« von Bruay in Rordfrankreich sind in der Nacht zum SamStag sechs Bergarbeiter durch Sauerstost» mangel umS Leben gekommen. In Südfrankreich wurden in den Bergwerken von Molieres-sur- Ceze zwei Bergarbetter durch eine« Strinblock, der sich plötzlich loslöste, zermalmt. Wölfe profitieren von der Konttrrrvolutio«. Die Suche nach Waffen und deren Beschlagnahme nach der vorjährigen Lktoberrevolutton in Spanien hat in der Gebirgsgegend von Leon ein überraschendes Resultat gezeitigt. Da den Bürgern sämtliche Waffen beschlagnahmt wurden, haben sich in der dortigen Gegend die Wölfe so stark vermehrt, daß sie bei hellichtem Tage die Herden überfallen. Tie Bewohner haben die Behörden aufgefordert, ihnen den Besitz von Waffen wieder zu gestatten, da sie sonst dem Ileber- handnehmen der Raubtiere nicht steuern könnten. Keltische Bolksbräuche. In diesen Wochen finden, wie alljährlich, in Quimperle an der Südküste der Bretagne, in einer wildromantischen Felsenlandschaft unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung Feste statt, durch die alte volkstümliche Bräuche der Kelten mit direkt heidnischem Charakter am Leben erhalten werden. Es sind die keltischen Druidenfeste des Gorsedd Digor. Der erste Tag gilt den alten Barden. In feierlichem Zuge gehen die Musikanten, vor allem Dudelsackpfeifer, durch die Stadt, dann folgen die Boy-SooutS der Bretagne, darauf die Flaggen von Wales, Irland, Schottland und der Bretagne, also den Gebieten mit keltischer Bevölkerung, schließlich junge Mädchen mit Misteln, die den Archidruiden der Gallier dargebracht werden sollen Die Kostüme find von bizarrer Altertümlichkeü, weiße, blaue und grüne Togen. Im Stadion von Kerisole ist ein sogenannter„Dolmen" errichtet.. Dort finden die alten druidischen Zeremonien statt, und dort wird der„Gorsedd"' abgehalten. Di« Druiden steigen auf den Dolmen, bringen dann das. Schwert der Bretagne auf die andere Seite der See lSchottland, Irland, Waler) und leisten den Eid, den Frieden zwischen den Kelten zu wahren. Darnach wird den Archidruiden die Mistel dargebrachk Die Sprache ist das Bretonische. Dann werden die neuen Barden eingesetzt, die jeder ein selbstverfaßtes Lied in altkeltischer Sprache zum Vortrage zu bringen haben. Zum Abschluß werden von der Meng« brewnisch-keltische Chöre gesungen, die keineswegs einstudiert find. Diese Bräuche sind also, wie man sicht, ttef im Volk verwurzelt. Weitere Feiern find der Wettgesang der Barden und ein kelttsches Turnier. Zum Abschluß wttd ein Kranz dem Meer übergeben, ein Ritus, der—- als Symbol der Vermählung mit dem Meer— übrigens auch in Venedig bekannt ist. Weitere Erwärmung. Nach der sehr kühlen Nacht auf. Samstag, in der die Temperatur in de« Randgebieten Böhmen- vielfach unter plus 5 Grad Celsius sank, hat eS sich am Samstag vom Südwesten her sehr rasch erwärmt. Um 14 Uhr hatte» Spisskä Nova Des und Chust bloß 19 Grad, aber Prag und Pilsen bereits wieder 23 und Budweis 26 Grad. Im Staatsgebiete ist eS vorwiegend heiter unter der Wirkung eines Hochdruckgebietes, das sich von Spanien bis zu den Karpathen erstreckt. Auch Sonntag dürfte das Wetter noch vorwiegend schön und ttocken bleibe«. Der Randeinfluß einer zerfallenden Störung über den Britischen Insel» dürfte noch nicht stärker zur Geltung, kommen.— Wahrscheinliches Wetter von h e u t e:. Fm ganzen schön, heiter bis halbheiter. In den böhmischen Länder« wettere Erwärmung bei südwestlichem Winde. Im Osten des Staates nachts noch sehr kühl.—' Wetteraussichten für Montag: Vom Westen her allmähliche Zunahme der Gewitterneigung. Vom Rundfunk UvhhlMiwartu mm«ton PnflraMMal Montag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, TI: Schallplatten: Mendelssohn, 11.05: Sälonorchcster- konzert, 17: Schallplatten: Liszt, 17.20: Violinkonzert/ 17.50: Italien. Chansons, 19: Deutsche Press«, 19.25: Blasorchesterkonzert, 20: Uebertragung andern Smetanasaal: Konzert de- 13. Festivals der in- ternationen Gesellschaft für zeitgenössische Musik, 22.30: Berühmte Sopranistinnen auf Schallplatten, 23: Deutsche Nachrichten: Dr. MaraS: Demokratie und Wissenschaft. Sender S: 7.30: Salonorchesterkonzert, 14: Klavierkonzert, 14.20: Deutsche Sendung: Sommerreise für Minderbemittelte.— Brün« 13.25: Arbeitsmarkt und Sozialinformationen, 15: Nachmittagskonzert, 18: Lieder und Chansons.— Mährisch-Ostrau 18.20: Deutsche Arbeitersendung: Kolbe: Liederkonzert.— Kascha« 18.20: Deutsche Sendung: Prof. Lpitak: Die Stadt Kezmarok von einst und jetzt.— DienStag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 11: Schallplatten: Smetana, 11.05: Eröffnung del deutschen Schulfunks, 12.10: Schallplatten, 16.55: Orgelkonzert, 17.45: Schallplatten: Verdi, 18: Operetten auf Schallplatte«, 19: Deutsche Sendung: Pädagogischer Funk, 18.85: Aus dem Manuflript, 19: Deutsche Presse 20.10: Schrammelkonzert, 22.30: Aus amerikanischen Tonfilmen. Sender S: 7.80: Leichte Musik, 14.14: Deutsche Sendung: Dr. Kinsky: moderne isländische Literatur, 14.25: Lieder.— Brünn 17.15: Salonorchester, 18.20: Deutsche Sendung: Soziale Jnformattonen, 17.45: Ar- beiterfunk: Dr. Brügel: DaS KollekttvvertragSwestn in der Tschechoslowakischen Republik.— Preßbnr» 18.05: Klavierkonzert.— Kascha« 20.10: Leichte Musik. Rr. 204 Der stumme Protest der Rechtlosen Die kontrollierte Auszählung und die Bes lannigabe der ungefälschten Ergebnisse der im April stattgefundenen Vertrauensratswahlen ist. bon den Nationalsozialisten verhindert worden. Das Propagandaministerium behauptete zwar einige Zeit nach dem Abschluß der Wahlen, daß über 90 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die aufgestellten Listen entfallen seien. An zahl reichen Betriebseinzelergebnissen fonnte jedoch nachgewiesen werden, daß diese Behauptungen auf gefälschten Unterlagen beruhen. Tatsächlich gab es eine große Anzahl von Betrieben, deren Belegschaftsmehrheit die von den Nazis repräsens tierten Kandidaten nicht gewählt hat. Das wird jezt in einem Artikel im na ticnalsozialistischen Organ der Bankbeamten Bant und Versicherung" vom 15. August bestä tigt. Darin heißt es: Sonntag, 1. September 1935 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Gutes Börsenwetter Die Ursachen der Hausse an der Prager Wertpapierbörse Weil breite Schichten des Volkes vollstän-, bei weitem günstiger liegt, als das vorher im dig besiglos sind, haben sie zu den Börsen, die ein allgemeinen angenommen wurde. Selbst in folwichtiges Hilfsinstrument der privatfapitalisti chen Fällen, in denen eine Erhöhung der Divis schen Wirtschaft sind, feinerlei Beziehungen. Die dende nicht vorgenommen worden ist, ergibt sich Börsenvorgänge interessieren fie faum. Die bes oft eine außerordentliche Steigerung des Gesondere Technik des Handels mit den Waren an winns, der aber nicht voll zur Dividendenaus den Börsen, z. B. des Handels mit Industries schüttung verwendet, sondern durch zahlreiche attien und öffentlichen Anleihepapieren, und die Bilanzmanipulationen unsichtbar gemacht wird. besondere Börsensprache, die bem uneinge veih Bei der weitgehenden Verschachtelung in unserer ten ein Buch mit sieben Siegen ist, ermöglichen Wirtschaft sind diese Manipulationen heute in es auch demjenigen nur sehr schwer, sich über einem ungeahnten Ausmaß möglich. Aus steuerpie Vorgänge an der Börse zu orientieren, der lichen Befürchtungen, und um die Klagen über jonit den wirtschaftlichen Fragen nicht uninter die Notlage der tapitalistischen Streise nicht uns wirksam zu machen, wird gerade in der gegen Bei den im April d. J. durchgeführten Beressiert gegenübersteht. So ist bas, wärtigen Zeit die Gewinnverschleierung fehr oft trauensmännerwahlen haben wir die bemerkensangewandt. Haben die Geldbejizer aber erst ein werte Feststellung gemacht, daß in einzelnen jüdi mal den wirklichen Stand des Unternehmens fchen Bankbetrieben die( nationalsozialistischen. D. Verf.) Betriebszellenobmänner herausgefunden, dann reißen sie sich um dessen auf Grund des Abstimmung 3Den kapitalistischen Kreisen, die sich der Aktien in der Hoffnung, in den kommenden Jahergebniffes nicht die erforder Börse bedienen, kann es nur recht sein. Denn da ren von den erzielten Gewinnen ihren Teil zu liche Mehrheit erhielten, durch werden bestimmte Erscheinungen in der erhalten. Als zweiter und wichtiger Grund kommi dem Vertrauensrat angehöret zu fönnen. Das geschah nicht nur in solchen Wirtschaft einem großen Teil des Voltes erst viel später bekannt. Eine scharfe Beobach. das Bemühen in Betracht, für das in Fülle vorFällen, in denen der Betriebszellenobmann zum tung der Börse würde manchmahandene flüssige Geld" erstenmal zur Wahl stand, sondern auch dann, wenn diefer als National. gewig wirtschaftliche Vorgäng fozialist im Vertrauensrat früher aufbellen und dem nichtkapitades Betriebes bereits feit listischen Teil die Notwendigkeit bestimmter Abeinem Jahre feine Pflicht unb wehrmaßnahmen eher erkennen lassen. Schuldigkeit getan hatte." 1#t was sich an den Börsen vollzieht, für die große Masse in allen Ländern bisher mit dem Schleier des Geheimnisses verhüllt gewesen. In der legten Zeit ist ant der Prager Wertpapierbörse wieder ein Ansteigen der Sturse für Industrieattien und teilweise auch für andere Anlagewerte in einem Tempo zu beobachten, das felbst in manchen Wirtschaftskreisen Erstaunen herbeffese Anlagemöglichkeiten laut über Geld- und Kreditmangel geflagt wird. zu finden. Es ist eine Tatsache, daß, obwohl so auf dem Geldmarkt sich große Beträge flüssigen Geldes angesammelt haben. Das wird durch die Ausweise der Banken und burch die Girokonten bestätigt. Seit einiger Zeit wird ernsthaft eine Senkung der Zinsen für Geldeinlagen diskutiert Den Folgen der Zinssenkung wollen die Geldbefiber dadurch rechtzeitig entgehen, daß sie erhebliche Beträge ihrer Gelder, die sie nicht in lang. fristige Stredite anlegen wollen, in Aftien oder in Anleihepapieren festlegen, von denen sie hof werfen. Außerdem hat Scite- 5 Rat und Belehrung finden unsere Gemeindevertreter in reichem Maße in der ,, Freien Gemeinde" Redattion und Verwaltung. Brag XII., Fochova 62/ V. Erhöhung der im Umlauf befindlichen Waren. menge, also ohne entsprechende Produktionsite. gerung, müßte Preiserhöhungen in einem star ten Ausmaße zur Folge haben, die dann wieder im Interesse der Ausfuhr durch eine neue Deval, vation forrigiert werden müßten. Schon die Dis fussion genügt den Kapitalbejißern, um sich rechtzeitig in die Sachwerte zu flüchten. Die Entwicklung an der Börse, der Werks zuwachs der Papiere, der für ihre Besizer ents steht, müßte in einer Zeit, in der der Staat sich in schweren finanziellen Sorgen befindet, beson bers die Aufmerksamkeit des Finanzministers und auch aller übrigen in Betracht kommenden öffentlichen Faktoren finden. Wir glauben auch, daß das Steigen der Aftien einzelner industrieller Unternehmungen auch Hinweise für schärfére steuerliche Erfassungen gibt, ohne daß die bestehenden Steuergeseße eine Aenderung erfahren müssen. Schlichtung von Arbeitskonflikten in Schweden Das Problem der Schlichtung von Arbeitsfonflikten steht in Schweden seit Jahren im Vors dergrund des Interesses und hat zur Unterbreis tung zahlreicher Vorschläge im Parlament ge führt. Auch in diesem Jahr hatte sich das Parlas ment mit einem Gefeßentwurf über alle Formen wirtschaftlicher Aftion" zu befassen. Das Barlament hat das Gefeß mit einer großen Mehrheit abgelehnt. Hingegen gelangten drei Beſtimmungen zur Annahme, die der Aufrechterhal tung des Wirtschaftsfriedens dienen sollen. Die Wenn die schon seit einem Jahr als Vertrauensrat tätigen Betriebszellenobmänner bei den letzten Wahlen durchgefallen sind, so müssen diese für die Nationalsozialisten diesmal schlech ler ausgefallen fein, als 1934. Es ist natürlich nicht richtig, daß diese Feststellung nur in jüdischen Bankbetrieben" gemacht werden kann. Man fann wirklich sagen, daß eine regelrechte In Wirklichkeit trifft nicht nur für eine große Jagd nach bestimmten Industriepapieren einge zahlreiche Betriebe der Industrie und des Hans lebt hat. Industriepapiere werden aber nur ge- fen, daß sie ihnen eine größere Verzinsung ab wichtigste dieser Bestimmungen lautet wie folgt: dels das gleiche au. Aber die deutschen Arbeiter wären nicht die vorruft. burch erreicht, daß z. B. auf die Aktien am bas Kriegsverbrechen Italiens, tatur, die sie wirklich sind, wenn ihr stummer gezahlt wird. Steigen nun die Aktienkurse und Entwicklung der Kurse in der letzten Zeit seinen sieben. Tage vor dem für die Arbeitseinstellung Bevor die Arbeit eingestellt wird und solange fein gültiger Einwand vorliegt, muß der Gegen partei und dem Schlichtungskommissar davon Schlusse des Geschäftsjahres eine Dividende aus als dessen Opfer bessinien ausersehen ist, an der Kenntnis gegeben werden, und zwar wenigstens soll der zum Erwerb der Aktien angelegte Geld Anteil gehabt. Ganz deutlich kommt das beson- festgelegten Datum. Wenn durch die ArbeitseinProtest gegen das fascistische Terrorregime fie betrag dennoch gute Zinjen bringen, forbers in den Kurssteigerungen der ausgesproches stellung auch nicht organisierte Arbeiter betroffen bon den Unternehmerknechten im Vertrauensrat denden rechnen. Unsere Industrie hat viele Jahre Während die Welt das Aufliegen der Bariser schlag am Arbeitsplak davon in Kenntnis gesetzt tifel weiter: aber bas war im bohe Gewinne abgeworfen Konferenz bedauerte, schöpften die Kapitalisten werden. In dieser Mitteilung müssen die Gründe " In diesen Fällen legten die in den Ber- allgemeinen frauensrat eingerückten stellvertretenden Vertrauensmänner aus der Erwägung, daß füh. eine nicht geringe Anzahl von großen industriel aus dem Fiasto neue Hoffnungen für größere der Arbeitseinstellung genau motiviert werden. rende Parteigenossen vom Amt des Vertrauenslen Unternehmungen, die bisher die Krise finan. Profite. Jede Verschärfung des Konflikts, jeder er sich gegen die letztere Bestimmung vergeht, rates nicht ausgeschaltet sein dürfen, ihr Amt siell gut überstanden haben. Ein anderer Teil Dag, der neue Gewißheit bringt, daß das Verfanie im Mayimum mit 300 Kronen bestraft befreit hätte. Und so heißt es denn in dem Ar- Die Aftienfäufer im Vorhinein mit hohen Divinen Rüstungsaktien zum Ausdruck werden, so müssen diese durch öffentlichen An= nieder. Der Treuhänder hat dann aus der gleichen hat allerdings die Dividende fürgen müſſen und unten ausgeführt wird, läßt die Gloda- Attien werten Erwägung die abgelehnten Parteigenoffen ein- die Klagen bes tapitalistischen Unternehmertums und auch andere steigen. über die Unrentabilität der Produktion sind gegefeßt." Dazu kommt, daß von agrarischer Seite vor Als ein Beweis dafür, daß erstens ein rade in den Tezten Jahren immer lauter gefurgem mit besonderem Nachdruck eine Diskussion Jetzt müssen Sie unbedingt breiter passiver Widerstand sich bei ,, Reflation" Wie ist nun das Steigen der Kurse für In- then worden, die unter dem Schlagwort der den Vertrauensratswahlen in ber Ablehnung bespuitricaftien sonders der nationalsozialistischen Betriebszellen- bustricattien und teilweise auch für öffentliche der nationalsozialistischen obmänner bemerkbar machte, und zweitens dafür, Anlagewerte zu erklären? Es seien im folgenden für eine starke Vermehrung des Geldumlaufs daß vielfach die Treuhänder gegen den illen der starten Mehrheit der vier Gründe angeführt, die unseres Grachtens dabei eine entscheidende Rolle spielen. So ist es er stens nach dem letzten Jah großer Unternehmungen flar Betriebsbelegschaften diese Kreaturen doch in den| nationalsozialistische Eingeständnis festgehalten geworden, daß die zu werden. Läuse, richtige Läuse.. Von Hans Tombrod. Meine Mutter sagte mir einmal: Junge, dern Tag." gefchäftliche und finanzielle Lage jagte:„ Obdachlos melden? jest um 1 Uhr in der Nacht...?" Dabei schüttelte er ganz verwundert den Stopf und blinzelte mich schivei gend an. Na," sagte ich,„ ich dachte...", ja, Stimmung zu machen versuchte. Die Folge diefer propagierten Eingriffe würde zwar nicht die erhoffte allgemeine Befferung der Wirtschaftslage, wohl aber nach einiger Zeit eine neue Abwertung der Krone jein. Denn eine erhebliche Vermehrung des Geldumlaufs ohne gleichzeitige so eine Laus wohl hat und wie der Rüssel wohl, aussieht? Rüssel ist gut, dachte ich. Irgendwo, da ganggang weit, wenn man diese Straße bis zu Ende denkt, liegt Afrika. Ja und da gibt es wohl Elefanten mit Rüffeln. Lächerlich, daß Läuse Und die Nacht war lang. Meter für Meter Bis sechs Uhr frühwarte mal, das find.. das sind rund 250.000 Sekunden und Schritte. Eine gewaltige Zahl ist das. Und alle paar Sekunden so einen Läusestich und dazu die Juckerei. Die Nacht wird einmal zu Ende gehen, denn irgendwo ist der Morgen. Im Often geht ich sie auf, die Sonne, die liebe. YangIhre Blumen mit Blumen- Zauberdung begleßen, wenn sie schön blühen sollen 1 Paket Kč 5'60 durch die Verwaltung Frauenwelt", Prag XII., Fochova tř. 62, und bei allen Kolporteuren erhältlich Ja," sagte ich und muß wohl ein recht blödes Gesicht gemacht haben, denn die beiden schauten sich lächelnd an und nichten sich vielfagend zu. Dann meinte die Frau: ,, Möchten Sie denn nicht lieber zwei haben, guter Mann?" Da habe ich fast vor Verwunderung den Beitstanz bekommen vor so viel Naivität und gerne zwei Hemden haben, wie Sie beispielsweise zwei Autos haben möchten, wenn das eine, in dem Sie jetzt ſizen, so ramponiert wäre, daß es bei jeder Achsenumdrehung ächzte und rumpelte. und Sie durcheinander würfe, daß die Knochen 66 trommelten und der Rappelfasten alle 50 Mes ter bockte und stehen bliebe, wie ein roßschlachtreifer Droschtengaul von 30 Jahren. Da schaus wenn du von einem Hund träumst, der dich beißt, wenn die Herren Landläufer schon anfangen zu Rüssel haben sollen. du von Läufen träumst, je mehr es find, je beffer Obdachlose aufgenommen, nicht eine Minute ließ ich hinter mir. Jeder Schritt war eine Ges Weltfremdheit und gesagt: Ich möchte genau so Junge, Junge, das bedeutet Unglüd. Aber wenn denken... nein, mein Werter, bis 9 Uhr werden| it das, denn das bedeutet Glück und Geld ant an- später. Das ist Vorschrift und Ordnung! Was, funde. Bis sechs Uhr früh wo fämen wir sonst wohl hin, Sie?" Ja, aber," meinte ich,.. Herr Wachtmeister, Meine Mutter ist alteingesessene Westfalin so genau kann man den Weg doch nicht abs und die Leute bort haben in diesen offulten Din- fchäßen und ich bin soo müde, Herr Polizei und außerdem ich size boller cen irgendeinen Riecher. Ich selbst habe viel von dem abergläubischen Kram in mir. Wenn mir Räuse, ich muß ausgebrannt werden beispielsweise mein linkes Auge juckt( linkes Weiter kam ich nicht. Der Mann am Schreib- sam grau und blau und darnach hell. Ich sah ten die beiden sich wieder an und der Mann Auge, blinkes Auge), dann bekomme ich in den nächsten 24 Stunden so sicher, wie das Amen in tisch schob ein paar Aften fort, legte beide Fäuste schon in der Ferne Gießen liegen und schwenkte mir und sagte: ,, Bitte, liebwerter Mann, das ist der Kirche, Geld. Bei einem Male niefen gibt vor sich hin, zog den Kopf ein und ich dachte: in den Straßengraben hinein, 8og mein Hemd ein Honorar für Ihre Kluge, freche Antwort." Dann stand er da, flein und kniffig und aus, legte mir die Jacke über und suchte nach Da nahm ich eine Zeichnung aus meiner Mappe beamter muß.. Und so wurde es wirklich langsam Läusen. Ueber mir trillerte eine Lerche der Seine Stimme hatte einen Tag würde schön werden. Kein Wöltchen stand am Austausch für Ihre Liebenswürdigkeit." und erwiderte: ,, Nehmen Sie das, bitte, als Und als das Auto schon so weit fort war, es Freude und wenn mir eine schwarze Nag über der hat ja einen Buckel, der Polizist. den Weg läuft, begegnet mir eine Unannehmlich leit am nächsten Steg. Man könnte diese Bor starrte mich an. wir ja im aufgeklärtesten Zeitalter des Rund- Sie... und glauben Sie etwa, diese Polizei armen Blutsaugern so einen Massenmord anzus daß ich es eben- eben noch sehen konnte, dachte zeichen rebeliebig fortführen, aber schließlich leben Teicht militärischen Beitlang, als er sagte: ,, Mann Firmament. Da tat es mir fast leid, unter den funts und außerdem handelt es sich hier um wache sei eine Entlausungsanstalt? Glauben Sie richten. Aber ich dachte an die letzten Tage, an ich ärgerlich: Die konnten dich doch gut ein etwa " wenn Sie nicht Stunden. Und wurde mitleidslos. Und knackte na, so eine Frechheit ist mir denn nun die vergangene Nacht und an die kommenden Läuse. Um richtige, lebendige Läuſe. Ich tippelte im Jahre 1927 und fam des doch noch nicht passiert. Siie Abends spät, hungrig und hundemühe in M. an. sofort den Raum verlassen... Meine zerfranfte Zeichenmappe lag voller Bilder, Snad tnick quitsch. quetsch! Quas Stüdchen mitnehmen." In dem Augenblic fiel mein Blick auf eine Laus: Nee, nee, dann Da schob ich denn los, in die falte April. wie besessen darauf los. Groß und Klein verspris hätten sich diese Biester ja in dem wunderbaren im Rudsad staten ein Peter- Hiller- Reclam- Buch, Nacht hinein. Es regnete und stürmte nicht. Stein ten sie ihr paradiesisches Leben. mehrere Liebesbriefe, verschiedene Manuffripte Stäuschenschrei durchdrang die Dunkelheit, nirs gemischten Inhaltes und eine schwarze Hose, die gends halten sich pechschwarze Wolfen zusammen qua! Ein Auto hielt neben mir. Ein schnittiger befledten Hand lagen zivei ziemlich neue mir ein Pastor am Abend vorher geschenkt hatte. und kein Mond tauchte am Firmament auf, um Wagen Aber Geld hatte ich nicht einen Pfennig. So dem verlauften Wanderer den Weg zu weisen. So zivei Menschen darin. Ein Mann und eine Frau. geisterter als vorher zu trillern. blau lackiert, mit vier Sißen und 198 ich zur Polizeiwache und bat den Wachtmeister unromantisch war alles, daß ich beinahe ange- Die schauten mich an. Die Frau schüttelte sich Es ist schon besser so. Und in meiner blut10 Markscheine. Die Lerche über mir schien auch be= Da warf ich das Hemd in die junge Saat möge sich von um ein Obdach für die Nacht. Der Beamte gudte fangen hätte, das Lied von dem wilden Gesellen, aber daran konnte die Frühfrische schuld sein. Jch den Läusen retten, wer es kann, denn mir hatten mich an, so von unten nach oben, über die Brille von den Fürsten in Lumpen und Loden, zu singen.| weiß es nicht. Der Mann fragte mich, was ich da sie ja Glück gebracht, die winzigen Quälgeister. hinweg, die von dem unteren Nasensattel vor Aber die Läuse ließen mir keine Ruhe. Sie wuß mache. " ,, Was suchen Sie?" -லை Lieber wäre es mir gewesen, wenn ich von den Tierchen nur geträumt und doch das Geld be,, Na, Bienen tommen hätte. Aber man kann sich das Glück nicht nach ,, Ah, ja, lieber Mann und sagen Sie Belieben aussuchen. Es sucht den Glücklichen ' selbst auf. Meine Herren, bachte ich, wenn das nur in Sie saugten an meinem Fell herum, tranten sich| Ordnung geht. Der Wachtmeister rüdte fein fatt von meinem Blute und gingen auf meinem Läuse!" breio schon fleinen, wässerigen Aeuglein zu und herum, diese fleinen Quälgeister. Wieviel Füße uns, habe:: Sie denn nur ein Hemb?" Sehinstrument an den rechten Plas, Iniff die so- Körper spazieren. Frech und dreift frochen fie Seit« 6 „Sozialdemokrat" Tonnta«, 1. Setztember 1935. Rr. 204 Militärauto rammt Straßenlaterne. Der 27jäb- rige- Soldat Zdenek Hubäöek fuhr gestern nachmittags mit einem schweren Lastauto vom KarlSplatz aufwärts durch die Gerstengasse und wollte vor dem Hause Rr. 41 ein Milchfuhrwerk überholen, wobei er sich so ungeschickt benahm, daß er über die für Fahrgäste der Elektrischen bestimmte kleine Insel aufs Pflaster fuhr und einen Laternenpfahl umwarf. Hiebei wurde die 28jährige Privatbeamte Elisabeth Fiala verletzt und muhte ins allgemeine Krankenhaus gebracht werden. Der Vorfall wird untersucht. Aut» gegen Motorrad. Um 2 Uhr nachmittags stieh gestern an der Ecke Rumänische und Legergasse das von Dr. Romuald Stefka-Dania aus Pilsen gelenkte Personenauto 2—80.599 mit dem Motorrad 2.458—P zusammen, auf dem Jaroslav Vozka aus Zijkov fuhr. Vozka wurde hiebei vom Motorrad geworfen und dieses zertrümmert. Vozka erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, sowie Rih- wunden und Hautabschürfungen am Kopf und wurde von einem vorbeifahrenden Auto auf die Klinik Schloffer gebracht. Dr. Stefka-Dania wurde der Führerschein entzogen. Das Verfahren ist eingeleitet. Zwei Selbstmorde. Gestern nachmittags wurde dem Holleschowitzer Poliz.ikommiffariat gemeldet, dah der Oberstleutnant Viktor P r ch a l aus Prag VH., OkruZni 43, bereits längere Zeit seine Wohnung nicht verlassen habe. Die eindringende Wache fand die Gattin de? Oberstleutnants, Anna Prchal, erschossen auf dem Bett liegen; der Offizier selbst hatte sich an der Klinke der Schlafzimmertür erhängt und autzerdem eine Kugel in die Brust gejagt. Wie aus den hinterlassenen Briefen hervorgeht, sind häusliche Streitigkeiten die Ursache des Doppelselbstmordes. Die beiden Leichen wurden ins Divisionsspital gebracht, die Wohnung versiegelt.— Vorgestern stürzte sich der Akquisiteur des Bankhauses Simek, Vinzenz L e h e i k a, ans dem Fenster seiner Wohnung in Prag IL, Kouriska und blieb tot liegen. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Vom Nilpferd gebissen. Gestern um 3 Uhr nachmittags wurde ins allgemeine Krankenhaus der Tierwärter und Beamte des Zoologischen Gartens in Troja. Bohumil Krinert, wohnhaft ebendort, eingeliefert. Er war vor einigen Stunden vom Direktor des Zoologischen Gartens damit beauftragt worden, das Maul des Nilpferdes zu öffnen, dem einige Zähne zugefeilt werden sollten. Er näherte sich also mit einem Pfahl dem Tier, das jedoch beim Anblick der Filmapparatur— der Vorgang sollte nämlich auch gefilmt werden— erschrak, wütend wurde und den Wärter bist. Krinert hat jedoch nur leichte Verletzungen an der Hand und am Fuß erlitten. JUDr. Herbert Poläkek hat seine Tätigkeit als Advokat und Verteidiger in Prag ll., Vodikkova 34 (Noväkpalais) ausgenommen. 3069 XumI und Msren. Vorschau auf die Spielzeit 1935-36 des Prager Deutschen Theaters: Der Spielplan soll aus folgenden Werken gestaltet werden: Schauspiel: Aristophanes: Lystrata■ oder der Wciberkrieg (in neuer Bearbeitung)'. Shakespeare: Matz für Matz.— Richard der Dritte.— Goethe: Iphigenie auf Tauris(mit Helene Thimig a. G.).— Schiller: Die Räuber(Zum Schiller-Tag).— Malier«: Der Geizige.— Hebbel: Maria Magdalena.— Grillparzer: Bruderzwist im Hause Habsburg.— Raimund: Alpenkönig und Menschenfeind.— Hamsun: Vom Teufel geholt.— Claudela: Der Tausch. -— Tolstoi» Der lebende Leichnam(Zum 100. Geburtstag).— Multerer: Stimmen in und um uns.— O. Reill: Kaiser Jones.-— Hauptmann: Elga.— Shaw: Die heilige Jo- hcmna.— Capek: WllR.— Strindberg: Königin Christine.— Kameraden.— Wedekind: Frühlings Erwachen.— Ibsen: Der Volksfeind.— Mühlberger: Wallenstein.— Sormin: Attentat.— Kennedy: Verlatz mich nie l■— Lavery: Die erste Legion (Ein Jesuitenstück).— Srämek: Der Mond über dem Flutz.— Düren: Ter Stärkere.—Duver- noiS: Jeanne.— Bernstein: Hoffnung.— Molnar: Grohe Liebe.— Knudsen: Nordland.— Matters und Hopkins: Artisten.— Hecht: Reporter.— Zilahy: Di« letzte Rolle.— Lonsdale: Tie Katze läht das Mausen nicht.— Holme: Der lächerliche Sir Anthony.— Huxleh: Teddy gegen Teddy.— Benedetti: Ich kenne dich nicht mehr.— Adler und Frank: Wir werden beobachtet.— Lothar: Die Dame mit den Türkisen.— Picard: Kiki.— Fazio: Im Londoner Nebel.— Hunyady: Ritterliche Affäre.— Moser: Ihr erster Mann. Oper: Mozart: Cosi fan tutte,— Die Zauberflöte. Monteverdi-Respighi: Orfeo.•— Meyerbeer: Die Afrikanerin.— Auber: Fra Diavolo.— Finke: Ti« Jakobsfahrt.— Weber: Der Freischütz.— Debussy: Pelleas und Melisande.— Verdi: Macbeth.— Ostrkil: Hansens Königreich.— Flotow: Martha.— Puccini: Das Mädchen aus dem goldenen Westen.— Karel: Gevatter Tod.— Wagner: Tristan und Isolde.—Der Ring des Nibe- lnngen(neu inszeniert).— Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk.— Berg: Lulu. Operette: Benatzky: Der König mit dem Regenschirm. .— FarkaS-Grotz: Skandal im Konzerthaus.— Rötzler-Fall: Der Feldherrnhügel.— Kalman: Der TeuielSreiter.— Abraham: Dschainah.— Benes: Zum heiligen Antonius.— Millöcker: Der Bettelstudent.— Job. Strautz: Eine Nacht in Venedig.— Supp«: Boccaccio.— Offenbach: Orpheus in der Unterwelt. Das Ensemble Schauspiel: Reengagiert: Die Damen Carpentier, Meller. Moncasi, Stein, Warnholtz, Wünsche. Die Herren Dudek, Dörner, Götz. Klippel, Marl«. Padlesak, Richter, Schmerzenreich, Siedler, Stadler, Taub, Trabauer, Valk, Volker. Neuengagiert: Die Damen LieSl Macheiner, Evi Panzner, Lux Rodenberg'. Die Herren Wolfgang Birk, Hermann Brix, Martin Costa, Willy Wickerhauser. Oper und Operette: Reengagiert: Die Damen Book, Kindermann, Konetzni, Medak, Pauly, Rahn, Wanka. Di« Herren Andersen, Dörner, Fischer. Fuchs, Gutmann, Göllnitz, Hagen, Hey, Libal, Preger, Scheidl. Neuengagiert: Die Damen Anny Coty, Harriet HenderS. Di« Herren Kurt Baum, Georg Sta- neScu, Jesef Schwarz. Vorstände: Regisseure: Dir. Li«bl, Oberregisseur Gellner, Oberregisseur Mordo, Marl«, Götz, Taub, Costa. Stadler. Kepellmeister: Prof. Szell, Zweig, Rieger, Schick. Ballettmeister: Alois Bisom. Bühnenbildner: Prof. Pirchan, Arch. Schulte-, Maschineriedirektor Kotulan. Die Gäste der neuen Spielzeit: Beniamino Gigli, Toti dall Monte. Kerstin Thorborg Maria Müller, Mariano Stabile, Mafalda Favero, Alessandro Ziliani, Emanuel List, Willy Domgraf-Fatzbänder, Anny Konetzni, Dera Schwarz, Richard Tauber, Charles .Knllmann, Harald Kreutzberg.— Helene Thimig, Albert Bassermann, Ernst Deutsch, H«inz Rüh- manir. Felix Bressart, Otto Wallburg, Max Hansen. — Margarethe Wallmann(Staatsoper. Wien) wurde für die Einstudierung einiger Ballette verpflichtet. Sommcrspiclzeit Kleine Bühne. Heute letzt« Vorstellung der„Pfesfermühle". Erika Mann und ihr Ensemble verabschiedet sich in der heutigen Abendvorstellung vom Prager Publikum. 15.30 Uhr nachmittags Vorstellung zu volkstümlichen Preisen (Ki 4.-^- bis 25.—). Beginn der Abendvorstellung: 8 Uhr. Preise: Ki 5.— bis 45.—. Warum wurden Kleinaugezd und Zuckmantel aus der Kreisserie ausgeschieden? Diese Frage beschäftigt weite SporÜreise und gibt Anlatz zu verschiedenartigen Kritiken, die teils der Wahrheit nicht entsprechen, anderenteils darin gipfeln, die verantworüiche Sportbehörde, in diesem Falle die Kreisspielleituna.. ungerechtfertigt anzugreisen.— ES mutz einwandfrei festgestellt werden, datz die alleinige Schuld, an dem Ausschluss aus der Serie beide,Vereine selbst trifft. Kleinaugezd trat zu dem Vorrundenspiel'in Komotau mit einem unberechtigten Spieler an. Derselbe hatte weder an der Serie mitgewirkt, noch konnte er eine neunmonatliche ununterbrochene Mitgliedschaft nachweisen. Die Erhebungen über diesen Fall waren aber bi» zu dem Ausscheidungsspiel in Pihanken noch nicht einwandfrei abgeschlosscn. so datz da- Spiel Kleinaugezd gegen Zuckmantel als Meisterschaftsspiel angesetzt werden mutzte. Nach den Satzungen und Bestimmungen über Meisterschaftsspiele dürfen nur Spieler mitwirken, die hiezu berechtigt find. Der Verein Zuckmantel hatte zwar erhoben, datz der Spieler von Kleinaugezd nicht die Spielberechtigung hatte, den Kreis aber hievon nicht verständigt, sie verlangten vor dem Spiel auf Grund ihrer Feststellung die Absetzung des Meisterschaftsspieles und die Austragung eines Freundschaftsspieles^ Ein Verlangen, das nicht zu Recht besteht, da jedem Verein die Gelegenheit geboten ist, gegen Unzukömmlichkeiten das Spiel unter Protest zu stellen. Von einigen führenden Funktionären, die vor allem Interesse daran hatten, einen Vertreter der 2. Bezirkes in dem Endkamvt um die Kreismeisterschaft zu sehen, wurde Zuckmantel aufmerksam gemacht, aus die Mitwirkung unberechtigter Spieler zu verzichten und den für sie sicheren Weg des Protestes zu gehen. Die verantwortlichen Funktionäre von Zuckmantel sahen auch ein. datz die» der einzige Weg ist, ohne Rücksicht auf das Resultat, dem Verein Zuckmantel die weitere Teilnahme an der Kreisserie zu sichern. Nur der Spielführer der Mannschaft setzte es durch, datz entgegen allen vernünftigen Vorschlägen satzungskundiger Funktionäre der unberechtigte Spieler zum Spiele antrat. In diesem Moment hatte sich auch Zuckmantel die weitere Teilnahme an der Kreisserie verwirkt. Wäre Zuckmantel mst 10 spielberechtigten Spielern angetreten und hätte vor dem Spiel einen Protest gegen den Verein Kleinaugezd eingelegt, so änden sie heute — auch wenn Kleinaugezd das Spiel gewonnen hätte — noch berechtigt in der Kreisserie. Es ist gewitz bedauerlich, so leichtfertig und rechthaberisch, wie es der Spielführer der Mannschaft durchsetzte, einen ganzen Verein um die Früchte einer jahrelangen Arbeit zu bringen. Es trägt also der Kreis keine Schuld, seine Entscheidung ist in beiden Fällen vollkommen korrekt. Schuld find beide Vereine selbst. Wieso kommen andere Vereine dazu, Ordnung zu halten, während einige glauben, machen zu können, was sie wollen. Gerade der 2. Bezirk mützte schon genügend Erfahrungen, in dieser Hinficht gesammelt haben, denn es ist nicht das erstemal, datz wegen' solcher Vergehen Vereine aus der Serie ausgeschlossen wurden. Diese kurze Aufklärung ist für jene Kreise bestimmt, die gern Kritik führen, aber von dem eigentlichen Sachverhalt nicht viel wissen oder, wie auch festgestellt werden mutz, nicht viel verstehen. Bufa. Die sozialistische Jugend veranstaltrt Mittwoch, den 4. September, um 8 Nhr abends im kleinen Saal des Handwerkerver- eines in Prag II., SmeLky,«int Lagerfeier, zu welcher Gäste herzlichst willkommen sind. Eintritt frei. Dee Mm, kleidung für Knaben bis zn 13 Jabren Einheitspreis K6 Farbige Sport-Anzüge 35." Blaue Anzüge 52.- ManchesterAnzügeS55.- HubeilUSSe(auch für Mädchen) 50.“ Knie-Hosen, Lederimitation 9." Bessere Knaben- und Jünglings- Kleidung bis zu den feinsten Qualitäten in greller Auswahl Postversand gegen Nachnahme STRANSKY- Hybernskä Gegründet im Jahre 1888 Das elfte Gebot Aus einem Lustspiel Ferdinand Samberks ist hier ein tschechischer Film entstanden, der ein paar komische Situationen(die so alt sind, wie eine Sil- besterfeier in der Mod« von 1900 und eine gestörte Hochzeitsnacht) bedenklich in die Länge zieht und sich bei dem Schwank-Einfall eines jungen Ehemänner, der seine Frau für seine Tochter auSgibt, ungebührlich lange aufhält,— weil er sonst keine Handlung hat. DaS elfte Gebot heitzt angeblich: man soll seine Frau nicht verleugnen. Als zwölfte? Gebot möchte der Kritiker den Herstellern dieses FilmS diktieren: man soll sein Talent nicht verleugnen. Denn der Spielleiter Mac Frii, der Filme wie den.„Revisor" und„Hei Rup" schuf, hat mehr Mgabüng, als er in diesem nicht nur äusserlich altmodischen Film auch nur andeuten känn.— und der sympathisch witzig« Hugo Haas, die drollige Trude Grosslicht und der komische Theodor PiSlek haben bei weitem mehr zu zeigen, als ihnen in den kärglichen Rollen dieses mit gleichgültigen Personen überladenen Filmschwanks möglich ist. Die tschechischen Filmpröduzenten verwahren sich immer wieder gegen„unfruchbare" Kritik. Aber sie selbst find iä dafiir verantwortlich,. datz die Kritik keine Früchte trägt. Sie haben die modernsten technischen Hilfsmittel, sie haben gut« Kameraleute, ein paar begabte Regisseure und eine ganze Reibe beliebter und brauchbarer Darsteller. Sie haben Gelegenheit genug, ihre Filme mit denen aus Amerika, England und Rutzland zu vergleichen. Und sie haben von der Kritik oft genug aehört, dah sie bisher auf falschem Wege waren. Wer also bindert sie, neu« Wege zu suchen? Die Kritik gewitz nicht.—ei8— dua dec Hartes Deutsche sozialdemokratisch« Bezirksorganisation Präg: Exekutive. Montag, den 2. September, findet um halb 7 Uhr eine Sitzung der Exekutiv« in der Redaktion des„Sozialdemokrat" statt. 'üeceiftsitocfickftten. Mit Montag, dem 2. September 1935, nehmen wir>en Turnbetrieb in unserer Turnhalle, im Deutschen Realgymnasium: in der Stöpanskä 28. wieder auf. Die Einteilung des UebungsbetriebeS ist folgende: Montag von 7 bis 9 Uhr Turnerinnen. Dienstag von 7 bis 9 Uhr Turner, Mittwoch von halb 5 bis 6 Uhr Kinder. Mittwoch von halb 7 bis 8 Uhr Frauen, Donnerstag von 7 bis 9 Uhr Turnerinnen, Freitag von 7 bis 9 Uhr Turner.— Neben dem Hallenturnen bleiben die Trainingsstunden für Leichtathletik jeden Mittwoch und SamStag auf der Hetzinsel bis auf weiteres aufrecht. Wir machen besonders auf das Frauenturnen aufmerksam, das wir heuer in unserem UebungSbetrieb aufnehmrn. Wir laden alle Frauen herzlichst ein, die Turnstunden zu besuchen. Desgleichen laden wir alle älteren Genoffen zum Besuch unserer UebungSstunden ein. Eine eigene Altersriege ermöglicht jedem di« Teilnahme. An die Eltern richten wir die Bitte, ihre Kinder auSschliehlich an den Turnstunden d«S Atus teilnehmen zu lassen. Allgemeiner Angestellten-Pcrdond(All-a-vrr), Ortsgruppe Prag II, Fügnerov» näm. 4. Stellen vermittlung, Rechtsschutz, Auskünfte.— Monat S- versammlung am 4. September, Mittwoch, 8 Uhr abends im Handwerker, Smeckq(nicht Per?« tynl).— Anmeldungen zu den Kursen jeden Mittwoch in der Kanzlei. filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Roberta". Ausstattungskomödie. A.—• Alfa:„Der erste Kutz". Regie: Slavinskh. Tsch. Avion: King Bidor:„Unser tägliches Brot". A. Farbige Disney-GroteSke:„Die Porzellanprinzessin".— Beränek:„Casta Diva".(Bezaubernd« Augen). D.— Fenix:„Mata Hari". A.— Flora: „Karussell auf dem Ozean". A.— Gaumont: „Strahlende Augen". Amer. Foxfilm.— Hollywood:„Strahlende Augen". A.— Hvkzda:„Poli« zeiwagcn 99". Sensations-Detektiv-Film. A.— Radio:„Die gefährliche Blonde". A.— Skaut: „Casta Diva".(Bezaubernde Augen). D-— Sv«» tozor:„Das 11. Gebot". Lustspiel. Tsch.— Alma: „Die gefährliche Blonde". A.— Baikal:„Cacorka"- Ausgezeichnetes Lustspiel. Tsch.— Belvedere i„Nonette und ihre Verehrer". D.— Beseda:„Vater sein dagegen sehr..." D.— Carlton:„Der moderne Robinson".— Illusion:„Die blonde BenuS". A.— Lido-Bio ll-, Havlikkovä 5(Hybernskä 7): Eröffnung mit dem Film„Liebling". A.— Louvre:„Moskauer Nächte". Fr.— MaceSka: „Casta Diva".(Bezaubernde Augen). D.— Roxy: „Der Schlafwagenkontrollor". Nur bis 2. September.— Sport-Dmichov:„Cäcorka". Heimische» Lustspiel.— U Bejvodü:„Warum lügt Fräulein Käthe?" D.— Baldrk:„Die grosse Chance". D.—* Urania Kino:„Bürgermeisters Töchterlein". D.*. Klavierunterricht für Fortgeschrittene und Anfänger erteilt Maria Konhäuser staatlich geprüfte Klavierlehrerin, Schülerin der Meisterklasse Lamond-Berlin Auskunft erteilt die Verwaltung des Blattes VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des KonsumVereines SELCHWAREN der Firma HEGNER* Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER ACie.,Pilsen <45 sind dl« allerbestenl Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kd 16.—. vierteljährig K« 48.—, halbjährig K4 96.—. ganzjährig K« 192.—.— Inserate werden laut Tarik billigst berechnet Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeituna-krankatur wurde von der Post- und Tcle- graphendirektion mit Erl atz Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis", Druck-, Verlags« und ZeitungS-A.-G„ Prag.