Nr. 211 Dienstag, 10. September 1935 15. Jahrgang (•Imchllatlick S Haller Fort®) IENTKALOBGAH DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova«. Telefon atm. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURS WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG. In Erwartung des Angriff$ Addis Abeba.(Reuter.) Die Mittellungen der Regierung über die Bewegung der italienischen Truppen in Erptrüa lassen erkennen, daß die Offensive gegen Abessinien nahe ist. Aus verschiedene» Provinzen Abessiniens einlangende Telegramme besagen, daß italienische Truppen an verschiedenen Stellen der Grenze Erhthräas konzentriert find. Der Gouverneur der Provinz Arusfi erhielt Befehl, mll 25.000 Mann «ach O g a d e« zu marschieren, um dort ans schnellstem Wege Verteidigungsstellungen zu beziehen. Der Marsch der abesfinischen Truppen wird etwa zehn Tage in Anspruch nehmen. Der Korrespondent des Havasbüros meldet, haß fast die Hälfte der abeffinischen Militärabtri- lunge« mobilisiert sei. Es find dies hauptsächlich Nomaden und Krieger von Beruf. Sämtliche strategischen Punkte find von Jnfanterieregimrn- trrn, Kavallerie- und Kamelreiter-Abtrilungen besetzt. Die übrigen bewaffneten Streitkräfte, di« die abessinische Armee noch zur Lerfügung hat, bestehe« aus Bauern und Handelsleuten, denen be- reits mitgeteilt wurde, wie sie im Falle einer Mobilisierung vorzugehen habe«. Gerüchte... Paris..Jntransigeani* Mert einen Bericht d«S Londoner Blattes„Daily Expreß", demzufolge in Rcm Nachrichten verbreitet werden. daß die britische Kriegsflotte beabsichtige, probeweise die Meerenge von Gibraltar zu schließen. Mit unbekanntem Ziel Haifa. Aus England sind hier zwei Torpedobootzerstörer«ingetroffen, die sieben andere Echife ablösen sollen, die mit unbekanntem Ziel abgedampft sind. Auch Frankreich verstärkt Garnisonen In Ostafrika. Paris. Samstag abends hat eine Abteilung des 2. Kolonial-Jnfanterie-Regiments Brest verlassen, um sich, nach Dschibuti in Französisch- Somaliland einzus<5iffen, wo sie die dortige Garnison verstärken soll. Die Aussichten des Guerillakrieges j für die Abessinier Im.Journal des Dsbats"-schreibt der französische General Duval über die Schwierigkeiten, die dem oftafrsianifchen Krieg bevorstehen. Die Panzerwagen seien fast überall unverwendbar. Die Flugzeuge würden zwar in Erythräa eine ausgezeichnete Basis vorfinden, aber keine Objekte zum Bombardement haben. In den Dörfern werde der Schaden kein ernsthafter sein. Der moralische Eindruck werde daher lokalisiert sein und keinen Einfluß auf die abessinische Widerstandskraft haben. Nur die großen Biwaks, die geivöhnlich von den Truppen des NeguS gebildet würden, könnten mit Nutzen angegriffen werden. Die Abessinier seien aber zu Meistern in der Ausnutzung des Terrains geworden. Sie würden es verstehen, sich zu zerstreuen und alle Unebenheiten des Bodens aus- z»nutzen. Die Abessinier wurden auch nicht an- greifen, sondern warten, bis die italienischen Truppen weit genug in ihre Berge vorgedrungen seien und dann ihre Verbindungslinien erschweren. Unter Ausnützung der Zerklüftung des Bodens könnten dann die einzelnen Kolonnen umzingelt und die Italiener in kleinen Gruppen vernichtet werden. In einem solchen Gebirge sei ein an den Krieg gewöhnter und geschickter Gegner nicht zu fassen. Selbst die Größe der italienischen Effektivkräfte werde eine Schwierigkeit für den Angriff bilden. Es sei zweifelhaft, ob in einem solchen Lande 100-biS 150.000 Italiener manövrieren lönnten. Man müsse sich, selbst- wenn die Fehler von 1898 nicht wiederholt würden, daran erinnern, daß 10.000 Packtiere nicht genügten, um die 15.000 Mann des Generals Ba- ratieri zu verpflege». Iwei Niederlagen des Fascismus Schweiz gegen reaktionäre Verfassungreform Bern. Das Volksbegehren um die von den faseistischen Fronten beantragte Totalrevision der schweizerischen Bundesverfassung ist mit rund 510.000 gegen 1SZ.000 Stimmen verworfen worden. Neunzehn Kantone sprachen sich dagegen, nur drei dafür aus. Eine besonders große Stimmenmehrhett für die Verwerfung war namentlich in den Grenzkantone« Zürich, Basel Schaffhausen, Appenzell und Aargau zu beobachten. Für die Annahme des Antrages sprachen sich die katholisch-konservative Partei, ein Test der Bauernpartei, die westschweizerische« Föderalisten und einige Gruppe», darunter die Nationale Front, aus, welche die sogenannte„Erneuerung" des Landes fordern. Gegen de« Entwurf agitierten die Radikale« Demokraten der deutschen Schweiz, die Sozialdemokraten und ei« Großteil der Bauernpartei. Wahlniederlage der polnischen Oberstenclique Warschau. Auf der Grundlage der neuen faseistischen Verfassung, welch« den oppositionellen Parteien jede Bewegungsfreiheit nimmt und ihnen auch das Aufstelle« von eigenen Kandidaten unmöglich machte, fanden am Sonntag in Polen Sejmwahlen statt. Das Ergebnis ist eine sensationelle Niederlage der Regierung. Der Regierungsblock hatte alle Agitationsmöglichkeiten in der Hand und deshalb wiegt sein klägliches Abschneiden um so schwerer. Selbst«ach den provisorische« amtlichen Angaben habe« nur 7,576.681 Wähler von 16,583.000 Wahlberechtigte« Personen ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug also 46,5 Prozent gegenüber einer Wahl- beteiligung von 75 Prozent im Jahre 1930. Selbst dieses kläglich« Dnrchschnitlsresultai ist aber nur dadurch erzielt worden, daß i« Oberschlesien die rechtsstehenden deutschen Wähler auf Geheiß ihrer Parteiinstanzen geschlossen zur Wahl gingen, und daß auch die dem herrschenden Regime alles anders als freundlich gesinnten Ukrainer zur Wahl gingm, weil sie die Möglichkeit hatten, Kandidaten ihrer Stammeszugehörigkeit durchzusrtzen. In Oderschlesien wurden Wahlbeteiligungen bis zu 82 Prozent erzielt, in den ukrainischen Gebieten von 60 Prozent. Um so schlechter Haden natürlich die eigentlich polnischen Wahlkreise abgrschnitten, vor allem die L a n d d e z i r k e, wo nur 26 dis 30 Prozent der Wähler überhaupt zur Urne gingen. Etwas größer war die Wahlbeteiligung in der Hauptstadt mit etwa 40 Prozent. In den polnischen Kerngebielen des Staates hat also die Oberstenrlique» die gegenwärtig Polen beherrscht, nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung überhaupt zur Wahl dringen können. Man kann sich leicht vorstellen, wie dies« Wahlen ausgefallen wären, wenn di« Opposition die Möglichkeit gehabt hätte, eigene Kandidatenlisten aufzustrllen und einen regulären Wahlkampf zu führen! Im ganze« Lande fanden aw Wahltage blutige Zusammenstöße statt, die eine noch geheimgehattene Zahl von Tote» und Verwundeten kosteten. In Bromberg und Brzezniea wurden in die Wahllokale von der Opposition Bomben geworfen. In mehreren Wahlbezirken konnten die Wahlen nicht durchgeführt werden, weil die empörte Bevölkerung die Wahllokale stürmte und demolierte. Dr. Benes Vorsitzender der Völkerbundversammlung Gensi Außenminister Dr. Benes wurde zum Vorsitzenden der 16. Session der Bölkerbundver- sammlung mit 49 Stimmen ohne Opposition gewählt. Die Wahl des Ministers Dr. Benes wurde von der Versammlung mit langan- haltendem Beifall' ausgenommen und die einzelnen Delegierten gratulierten persönlich dem Minister Dr. BcneS. Dr. Benes hielt sodann eine längere Ansprache, in welcher er über daS Werk und die Aufgaben des Völkerbundes berichtete. Dr. Benes, von der ganzen Völkerbundsversammlung akklamiert, betrat nach seiner Wahl die Präsidententribüne und hielt'«ine Ansprache, worin nach er nach einem Dank für die Wahl u. a. erklärte: Der Vorsitzende des Rate? hat Ihnen in feiner Ansprache die ganzen Schwierigkeiten der heutigen Zeit allseitig dargelegt. Sie sind sehr ernst und es wäre ein großer Fehler, die große Gefahr des heutigen Augenblickes sich verbergen zu wollen. Lassen Sie uns also, wie es schon.einigemal unter ähnlichen kritischen Umständen der Fall war, versuchen, der Welt durch die Tätigkeit dieser Versammlung, durch ihre Ruhe und Kaltblütigkeit, durch ihren guten Willen und versöhnlichen Geist, durch ihre Ergebenheit und Treue zu der großen Mission des Völkerbundes nicht nur neue Hoffnung, sondern auch die Sicherheit zu geben, daß wir imstande sind, diese Schwierigkeiten zu überwinden, Zusammenbrüche und Katastrophen zu verhindern und mit Hilfe der Ergebnisse dieser Session neue Wege zur wirklichen Pazifizierung der Nachkriegswelt vorzubereiten. Was mich anlangt, habe ich den festen Glauben, daß dies alles nicht außerhalb der Grenzen unserer Möglichkeit liegt. Denken wir nur daran, welche Schwierigkeiten wir während der vergangenen Jahre durchgemacht haben und wie wir sie trotzdem alle überwunden haben. Geben Sie der Welt Hoffnung, das ist die Hauptaufgabe der gegenwärtigen Versammlung. Dr. Benes fungiert zum erstenmal als Vorsitzender der Völkerbundversammlung, nachdem er bereits mehreremale die Versammlung als Vorsitzender des Bölkerbundratez eröffnet hat. Vorsitzender des Völkerbundrates war Dr. Benes siebenmal.. Z« der heutigen Bölkrrbundsvrrsammlung sind dir Vertreter aller Mitglied«rstaaten in außerordentlich großer Zahl eingetroffen, denn man erwartet, daß sehr wichtige politisch« Fragen beraten werden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß am Schlüsse auch der italienisch-abessinische Konflikt der Bölkerbundsversammlung zur Erledigung vorgelrgt werden wird. Di« fascistische Reaktion hat am Sonntag in Europa im Osten und Westen je eine Schlacht verloren. Die demokratischen Schweizer haben in einer Volksabstimmung mit 510.000 zu 193.000 Stimmen das Verlangen nach einer Totalrevision der Verfassung verworfen. Für diese Revision hatten sich die schweizerischen Fascisten, die sogenannte„Nationale Front" und die klerikale Partei eingesetzt, in deren Reihen die in der päpstlichen Enzyklika verlangte ständische Gliederung propagiert wurde. Dagegen traten auf die Sozialdemokraten, welche die- Führer in dem Kampf gegen alle faseistischen Bestrebungen sind und ein Teil der Bauernschaft. Innerhalb der Bauernschaft selbst ist in den letzten Monaten eine gewisse Scheidung der Geister eingetreten. Gegen die konservative Führung der Partei tritt die demokratische Richtung der sogenannten Jungbauern auf. Während noch vor einigen Wochen zwei dieser jungbäuerlichen Deputierten aus der Nationalratsfraktion der bäuerlichen Partei ausgeschlossen worden sind, hat es sich am Sonntag gezeigt, daß ein großer Teil der Partei dem demokratischen Jungbauernflügel angehört. Aber selbst die Klerikalen waren nicht imstande, ihren ständigen Wählerkader an die Urnen zu schleppen, ein Teil der klerikalen Wähler hat den Parolen der Partei nicht Folge geleistet und gegen die Totalrevision gestimmt. Die Parole von dem Kampfe gegen den Marxismus, welchen die Fascisten, die Klerikalen und der konservative Teil der Bauernpartei verkündet haben, hat nicht gezogen, die demokratische Verfassung der Schweiz ist durch die gewaltige Mehrheit der Gegner einer Totalrevision gesichert, es hat sich insbesondere gezeigt, daß die festeste Stütze der schweizerischen Demokratie die Arbeiterschaft ist, denn gerade die hochindustriellen Bezirke, in denen die Sozialdemokraten starken Einfluß besitzen, haben sich alle mit gewaltiger Mehrheit gegen den Fascismus ausgesprochen. Empfindlich ist auch die Niederlage, welche das herrschende Regime in Polen erlitten hat. Im Juli hat die neue polnische Verfassung Rechtskraft erlangt, in welcher von Demokratie keine Rede mehr ist und in der die beiden Häuser des Parlaments den Namen„Volksvertretungen" nicht mehr verdienen. Für die Wahlen in den Sejm stellen nicht etwa die Parteien Kandidaten auf, sondern in Wahlkreisversammlungen» an denen ein« eng begrenzte Anzahl von Personen, Vertreter der Selbstverwaltung, beruflicher und wirtschaftlicher Organisationen teilnehmen, werden vier Kandidaten bestimmt, unter denen di« Wähler die Auswahl zu treffen haben. Zwei davon, welche'die meisten Stimmen auf sich vereinigen» gelten als gewählt. Noch weniger demokratischen Charakter trägt der Senat, von dem ein Dttttel durch den Präsidenten der Republik ernannt wird und in den nur wahlberechtigt ist, wer eine Auszeichnung besitzt, wer Offizier ist, wer bestimmte Aemter innehat oder wer über eine höhere Schulbildung verfügt. Grotesk geradezu ist an dieser Verfassung die Tatsache, daß der Präsident seinen Nachfolger selbst bestimmt und die „Volksvertretung" nur das Recht der Bestätigung hat. Es ist kein Wunder, daß die oppositionellen Parteien,' darunter die Sozialdemokratie, angesichts einer solchen Verfassung, welche einen Hohn auf die Demokratie darstellt, sich an solchen „Wahlen" nicht beteiligt haben. Trotzdem die Regierung alle Machtmittel in Händen hat, trotzdem sie den stärksten Terror ausübte— in einer Reihe von Orten ist Blut geflossen— hat sich nur ein Drittel der Bevölkerung an den Wahlen beteiligt. Der Prozentsatz wäre noch geringer, wenn nicht in einzelnen Gebieten, wo nationale Minderheiten wohnen(Ukrainer, Weißrussen, Juden) die Wahlbeteiligung dieser Minderheiten größer gewesen ist, weil sie ihre Kandidaten gegen die polnischen Wahlwerber durchzubringen bestrebt waren. Der Ausfall der Wahlen bedeutet eine moralische Ohrfeige, welche die polnische Regierung vor den Augen ganz Europas von der Mehrheit des polnischen Volkes versetzt bekommen hat und es ist anzunehmen, daß sich diese moralische Niederlage der polnischen Regierung über kurz oder lang in eine politische Niederlage verwandeln wird. Seite 2 Dienstag, 10. September 193k Nr. 215 Einen Tag, bevor das schweizerische und polnische Volk gegen den Fascismus eine siegreiche Schlacht geliefert hat, haben die schwedischen Sozialdemokraten neue Siege an ihre ruhmvolle Fahne geheftet, indem bei den Ergänzungwahlen in den schwedischen Senat die Sozialdemokratie und die mit ihr verbündete Landwirtepartei je zwei Mandate gewonnen hat. Wenige Tage vorher hat die Sozialdemokratie Hollands bei den Gemeindewahlen bedeutsame Erfolge errungen, sie hat in Rotterdam alle wichtigen Kommunalämter in ihrer Hand vereinigen können, in Amsterdam die Hälfte der Mandate erobert und sogar im kleinbürgerlichen Haag einen beträchtlichen Erfolg erzielt. Während man vielfach in Europa glaubt, daß die fascistische Flut mit dem Zwang eines Naturgesetzes immer noch im Ansteigen begriffen ist, zeigt es sich, daß in einzelnen Län- dern diese Flut schon fällt und die Demokratie an Boden gewinnt. Daraus müssen wir Lehren ziehen und Hoffnungen schöpfen und müssen alle Kräfte in Bewegung setzen» um auch bei uns, insbesondere im sudetendeutschen Gebiete, den FascismuS niederzuringen und die Fahne der Demokratie, des Sozialismus und der Menschlichkeit vorwärtszutragen. Aufhebung des Bankgeheimnisses In Deutschland? AP. Berlin. Die deutschen Banken sind davon unterrichtet worden, daß demnächst eine Revision ihrer Konten und Depots erfolgt. Die Bestandsaufnahme der Tresors soll in Gegenwart der Kunden vorgenommen werden, die verpflichtet sind, eine genaue Liste aller in ihren SafeS enthaltenen Werte aufzustellen. Der Negus zu Konzessionen Ausländische Berater— Qrenzkorrekturen— StraBenbauten bereit! AddisAbcba. Die ganze Nacht hindurch tagte der Kronrat Abessiniens. Die ausländischen Berater und die Delegierten Abessiniens in Genf haben daraufhin neueAnweisungen erhalten. Der Regus erklärt sich bereit, zur Erhaltung des Friedens dem Völkerbund in der Form Konzessionen zu machen, daß weitere ausländische Berater in dir abessinische Regierung ausgenommen werden, die sowohl Europäer wie auch Amerikaner sein können. Für die vom Völkerbund vorzuschlagenden Kandidaten behält sich der König von Abessinien daS Annahmerrcht vor. Jedes Mandat, daS die Souveränität und dieUn- abhängigkrit Abessiniens verletzen könnte, wird abgelehnt. Um aber auch Italien grwiffe Konzessionen z« gewähren, erklärt sich der Regus bereit, an der O g a d e n-G renze ge wisse Zngeständ- n i s s e zu machen. Außerdem will er Italien den Straßenbau von der Erythräa-Grenze nach Gondar bewilligen. Schließlich soll daS Straßenproblem von Addis Abeba und der Ausbau deS Hafens von Assab, dessentwegen bereits im Jahr« l 928 verhandelt worden war, Gegenstand neuer Beratungen werden. Diese neuen Vorschläge werden, wie mit Nachdruck betont wird, gemacht, um nochmals den Friedenswillen deS Negus zum Ausdrucke zu bringe«. Der Diktator von Louisiana Opfer eines Attentats BattenRouge. Der bekannte„Diktator von Louisiana", der Senator Hurh Lang, der sich mit der Absicht getragen hatte» bei den kommenden amerikanischen PräfldrntschaftSwahlen gegen den Präsidenten Roosevelt zu kandidieren» ist Sonntag das Opfer eines gegen ihn gerichteten Attentates geworden. AlS Senator Huey Long im unterirdischen Gang, welcher den Senat mit der Kammer deS Staates Louisiana verbindet, ein wenig promenierte» gab plötzlich ein Mann gegen ihn zwei Schüsse ab, di« ihn in den Bauch trafen. Zwei Long begleitende Leibwächter erschossen den Attentäter auf der Stelle. Der Mörder, der Arzt Dr. Weiß, ist 80 Jahre alt und der Schwager eines Richters, namens Pavy. Er hatte bereits eine glänzende Karriere hinter sich. Seinerzeit arbeitete er auch in Wien und Paris. Die Untersuchung hat bisher noch nicht erbracht, ob das Attentat im Zusammenhang mit einem Komplott steht, das unlängst vorbereitet worden ist. In einem Hotel in New Orleans fand eine Geheimsitzung statt, deren überraschende Einzelheiten auf einer Grammophonplatte ausgenommen wurden, denn der Bruder des Sekre tärs des Senators hatte im Zimmer, in dem die Verschwörer berieten, ein Mikrophon aufgestellt. Nach Vornahme einer Operation an Long wurde ein Bulletin ausgegeben, welches besagt, daß sein Zustand sehr befriedigend ist. An vielen Stelle wird angenommen, daß da- gegen Long verübte Attentat seine Popularität steigern und ihn als einen Märtyrer hinstellen werde. Deshalb ist.es auch möglich, daß er bei der Präsidentenwahl viele Stimmen erhalten wird. Das offizielle Bulletin über da- Befinden des schwerverletzten Senators Huey Long besagt, daß sich der Zustand des Senators gebessert habe. Aus privaten Quellen verlautet jedoch, daß eine bedeutende Verschlechterung eingetreten sei. Es sei eine zweite Bluttransfusion notwendig gewesen. Die Rcvolverkugel hat nach Durchschlagen des Bauchfells die Gedärme an zwei Stellen durbbohrt. Auf jeden Fall könnten die Aerzte vor Mittwoch keinen genauen Befund geben. Nationalgardcn, die in New Orleans mobilisiert wurden, befinden sich auf dem Wege nach Baton Rouge. Die nächsten Aufgaben der Regierung In einem Leitaufsah schreibt das„Pravo Lidu": Die Landwirtschaft hat schon das Ihre. Die Preise des Getreides und des Fleischest sind Häher als sie vom Standpuntte der Staatspolitik sein sollten, damit die landwirtschaftliche Erzeugung rentabel sei. Die Preise des Getreides und einiger Fleischsorten(Schweinefleisch wäre für den Landwirt bei einem Preise von Kö 6.50 pro Kilo rentabel, der Preis von 7 oder gar 8 XL ist zu hoch) müssen einigermaßen herabgesetzt, aber fest stabilisiert werden, damit der Landwirt eine Kalkulationsgrundlage, eine feste Einnahme bei rentablen Preisen habe. Die tschechoslowa- fische Sozialdemokratie wird den Landwirten stets helfen, damit ihre Arbeft gerecht enllohnt werde und sie wird alles tun, damit die landwirtschaftliche Erzeugung rentabel sei. Wir wollen, daß der Landwirt mit einem festen und anständigen Lohn für seineArbeit rechne, es ist aber nicht möglich» daß bei den landwirtschaftlichen Preisen die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und die Not, die ring- um uns ist, in Betracht gezogen werde. Nun müssen wir uns um Industrie und Handel kümmern. Die Landwirtschaft ist saturiert, ihre Vertreter müssen nun loyal beim Ausweg auS der Krise für unsere Industrie mithelfen. Der Weg aus der Krise, den die skandi- navischen Staaten gewählt haben, hat sich in den letzten drei Jahren am besten bewährt. Schauen wir uns die graphischen Bilder an, welche uns die Indices der industriellen Erzeugung in den Jahren 1929 bis 1935 zeigen. Die Tschechoslowakei hält bei 70 Prozent der Erzeugung aus dem Jahre 1928, Dänemark bei 130, Norwegen bei 125, England bei 111, Schweden bei 115 in der ersten Jahreshälfte, während die Staaten des Goldblocks Frankreich, Belgien, Holland, Polen und auch Oesterreich sich zwischen 70 und 80 Prozent befinden. Der Weltindex der Erzeugung hat zu Jahresbeginn schon 105 überschritten, während er bei uns auf 67 war. Klar ist, daß wir mit unserem Export uns den Weg in die Well bahnen müssen und daß wir es nur so machen können, indem wir uns an den Block der erfolgreichen Staaten anschlietzen, d. h. der Staaten, welche sich von der Goldwährung losgelöst haben. Es ist weiter Kar, daß wir der Produktion billiges und genügend Geld verschaffen müssen» und zwar auf dem gleichen Wege, wie die englische und flandinavische Gruppe, d. h. mittels Operationen auf dem freien Markte. Ole Lage Im Teschener Gebiet Beratungen im Innenministerium Am Montag fand im Ministerium des Innern eine zahlreich beschickte Konferenz von Vertretern des Ministerratspräsidiums und der beteiligten Ministerien unter Teilnahme von Vertretern des Landesamtes in Brünn und der Be- zirkshauptmannschast in Tschechisch-Teschen statt. Die Konferenz verhandelte sehr aufmerksam und eingehend die gegenwärtigen Verhältnisse im Gebiete von Tschechisch-Teschen und alle in diesr Richtung vorgebrachten Anträge. Zwischen den beteiligten Ministerien kam es in allen behandelten Fragen zu einer Vereinbarung über die Maßnahmen, welche eine erfolgreiche Zusammenarbeit sowie die weitere Entwicklung und ersprießliche Tättgkeit der öffentlichen Administrative sichern können.(Amtlich.) ..LI. 20 VILLA OASE Oder: DIE FALSCHEN BORGER Roman von Eugen« Dablt Berechtigte Uebertragung aus, dem Französischen von Bejot i/? Als sie die Augen aufschlug, lag sie im Bett, sah Gesichter, die sich über sie neigten, und hörte leiseS Murmeln. Sie erkannte die Pflegerin, Alfred, ihre Mutter, die, hoch und stattlich, ein leichtes Kleid trug. „Wie geht es jetzt?" fragte Alfred.„Du hast uns eine höllische Angst eingejagt." „Was wolltest du denn in deinem Zimmer?" ftagte Irma.„Alfted hat alle deine Kleider vom Boden aufgelesen." Helene betrachtete das geschminkte, maskenhaft undurchdringliche Gesicht, dann die Iuwe- lenausstellung auf der üppigen Brust und an den Fingern. Irma verzog den Mund zu einem Lächeln und schob den Kopf vor. Doch Helene wandte sich ab und schrie: „Geh, ich will dich nicht sehen... laß mich schlafen." Sie hörte, daß sie sich entfernte, und atmete auf, als sei sie einer Gefahr entronnen. Sie sah sich wieder hinter der Türe und stellte sich ihre Mutter vor, allein mit Alfted... Jetzt war sie wirklich verlassen. Die sie umgaben, flößten ihr nur Angst ein. Juliens Freunde waren nicht um ein Haar besser als Alfred, die dicken, dummen, hochmütigen Weiber erst recht nicht. In diesem Kreise hatte sie sehr bald das Empfinden gehabt, nur ein flüchtiger Gast zu sein. Heute fühlte sie sich fremd und unter Feinden, die alle schuld waren an Maminas, BaterS und ihrem eigenen Elend und frühem Tod. Ach, hätte sie noch die Kraft gehabt, zu fliehen I Wie gern wäre sie nach Italien zurückgegangen, um dort di« kleine Laura wiederzufinben. Am Ende auch einen Allille Demontc? In ihrer Verzweiflung klammerte sie sich an Kindheitserinnerungen. Sie hing an Maminas Schürzenbaud. Lagorio ließ sie auf seinen Knien reiten. Diese Zeit kehrte nie wieder. Und an die Zukunft wagte sie nicht zu denken. Gegen acht kam Julien und drückt« seine nach Alkohol duftenden Lippen auf ihre Stirn. Neben dem Bett standen Alfted und Irma mit gespannten Mienen. »Wie geht es dir?" fragte Julien. „Ich habe mich den ganzen Nachmittag nicht gerührt", erwiderte sie, ihre Mutter beobachtend. „Mir ist wohl." Sie sagte die Wahrheit. Ihr war wirllich Wohler. Als sie zu Boden stürzte, hatte sie das Gefühl, als platze ihr der Kopf. Und beim Erwachen durchströmte sie unfaßliches Wohlbchagen. Die Geräusche summten wie Gesang in ihrem Ohr. Sie spürte nicht mehr das Brennen in ihrer Brust, nicht mehr den Wundschmerz monatelanger Bewegungslosigkeit im Rücken. Nur das Herz tat ihr noch weh. Für dieses Leid gab.eS keine Heilung. Sie verbrachte eine ziemlich ruhige Nacht. Sie hustete, spuckte, drehte sich von einer Seite auf di« andere und sah zum Sternenhimmel aus. Sie atmete unbeschwert und konnte ihren Träumen nachzuhängen. Ihr schien, als gehörten ihre Gedanken, jede einzelne Regung ihres Körpers zwei verschiedenen Wesen an, als wären jetzt zwei Helenen in ihr vereint. Die eine war noch im Banne der Krankheit, die andere war federleicht und bereit, sich davonzumachen. Wie in jeder Nacht hörte sie die Uhr schlagen, hörte sie die tiefen Atemzüge der schlafenden Pflegerin, da» Schnarchen Juliens. Mer bald würde ein neuer Lebensabschnitt beginnen, im Kreise ihrer wahren Freunde, vereint mit Efienne. Sie sah den Morgen dämmern, hörte die ersten Geräusche der Straße. Ein schöner Tag brach an. Sie hätte nicht sagen können, welcher, so ähnlich einander waren bisher di« Tage gewesen. Sie öffnete den Mund, um die Morgen« frische zu atmen, um sie zu schlürfen wie einen Labetrunk. Julien hörte beim Aufftehen ihr Röcheln. Kaum angezogen, stürzte er in ihr Znmmer. Helene lag quer auf der Matratze, der Kopf hing hinunter, die Arme waren steif. Er hob sie auf, legte sie richtig und deckte sie zu. Dann weckt« er die schlafende Pflegerin. „Was machen Sie eigentlich? Warum kümmern sie sich nicht um die Kranke?" Julien wußte nicht, wo er helfen sollte. Er gab ihr zu trinken. Sie nahm nicht». Natürlich hätte sie eine Spritze bekommen müssen. Wer es war ausgeschlossen, daß der Arzt sich so früh herbemühte.- «Türe zu", kommandierte er.„Ich will nicht, daß meine Frau e» hört." Endlich, gegen neun, kam der Arzt und machte eine Einspritzung. Helene stöhnte. Man ließ die Jalousien hinab, und sie kämpfte nun in einem Halbdunkel, daS dem einer Kapelle glich. Julien stand, mit gefurchter Sttrn, mit zusammengepreßten Zähnen, zum Eingreifen berett, am Kopfende des BetteS. Wer es war nichts zu tun. Nur noch zu warten. W und zu beugte er sich äiber di« Kleine und murmelte ihren Name«. Sie drehte den Kopf zur Wand. Sie erkannte niemand mehr. Schlaff, die Sttrn in den Händen, saß Irma in einem Sessel und weint«. Wenn sie den Blick zu ihrer Tochter hin- überzwang, sah sie das Gesicht als gelben Fleck. ES wirkte, auf dem weißen Kiffen, wie eine vertrocknete Blume. Sie sah auch die eckigen Umrisse eine» sich bewegenden Körpers. Sie hörte llagendes Seufzen; jeder Seufzer klang wie eine flehentlich« Bitte. Sie atmete Krankenhauslust und fiebrige Ausdünstungen. Am liebsten wäre Langwierige Prozedur im FiinferausschuB Genf. Der vom Rate mit der Prüfimg de» italienisch.adrssinifchen Konflittes betraute Fün- fer-AuSschuß trat am Montag vormittags und nachmittags zusammen. Er beschloß die Einsetzung eines Unterausschusses, der die Dokumente prüfen soll, die von der abessinischen und von der italienischen Regierung»orgelegt wurden. Außerdem wird mitgrteilt, daß ein juristischer Sonderausschuß die Frage prüfen soll, ob es mit den internationalen Ber- bindlichkeiten und dem Lölkerbundpatt vereinbar fei, daß sich in einem unabhängigen Mitgliedsstaate ein« fremde Arme« befinde. ES scheint, daß sich der Ausschuß den 2 r a k alS Beispiel nehme» wird. Rücktrittsabsichten Lansburys London.(Reuter.) Die Aufmerksamkeit der politischen Oeffentlichkeit konzentriert sich auf die bemerkenswerte Erklärung, di« der Führer der Opposition und Mitglied der Arbeiterpartei, LanSbury, der Presse gegenüber abgab. In seiner Erklärung über die Geltendmachung von Sanktionen im italienisch-abessinischen Streiffall verwies LanSbury darauf, daß seine Stellung auf dem Kongreß der Gewerkschastsorganisationen in der Vorwoche schwierig war. Auf diesem Kongreß nämlich verdolmetschte er die Auffassung der Arbeiterpartei zugunsten der Sanktionen, während er persönlich gegen jedwede Anwendung bewaffneter Macht-— sei eS nun durch den Völkerbund oder durch die einzelnen Staaken — sei. Er erklärte schließlich, daß er bereit sei, von seinem Amt zurückzutreten und ein loyales Mitglied der Arbeiterpartei bleiben zu wollen. UngarbcherGewerkschaftt- kongreß eröffnet Budapest. Sonntag begann in Budapest der diesjährige Kongreß der Ungarischen sozialdemo- kratischcn Gewerkschaften, an dem auch zahlreich« ausländische Delegierte teilnehmen. Der Kongreß wurde durch einen Vortrag des Direktors de- Jnternationalen Gewerkschaftsbundes I o u« h a u x über die gewerkschaftliche Freiheit eröffnet. Als weiterer Redner ergriff der Vizedirektor des Jnternattonalen Arbeitsamtes in Gens Staad das Wort, der die Aufgabe des Arbeitsamtes erörterte. Es sprachen Wetters die Vertreter der ausländischen Gewerkschaften, darunter Wgeordneter Genosse Schäfer für die tschechoflowakischen Gewerkschaften. Jüdische Zeitungen verboten I Berlin. Der Präsident der Reichspressekammer hat das öffentliche Anbieten und den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, die sich ganz oder zum Teil, sei es dem Titel oder dem Inhalte nach an die jüdische Bevöllerung richten, verboten. Diese Anordnung tritt mit 1. Oktober d. I. in Kraft. sie geflohen, doch sie konnte sich nicht rühren. Der Gedanke an den Tob beherrschte sie und machte sie willenlos. Sie tat das einzige, wessen sie noch fähig war: sie schluchzte und sprach den Namen ihrer Tochter unaufhörlich vor sich hin. Es Ningelle. Draußen wurde geflüstert. Im ebenfalls verdunkelten Eßzimmer standen Papa Adam..der große Felix, Alfred und Charlier und wischten sich die Stirn. Von Zeit zu Zeit faßte sich einer das Herz, ins Sterbezimmer zu rieten, doch er ging schnell wieder hinaus, setzte sich und schwieg. Nach langen Stunden, in denen Sttlle und verzweifelte Geschäftigkeit einander ablösten, brach der Abend an. Die Männer aßen ein paar Bissen. Irma verharrt« unbeweglich in der gleichen Haltung und konnte keinen Blick vom Bett abwenden. Als Berthe zur gewohnten Stunde erschien, bat sie Julien: „Bring sie hinaus und zwinge sie, etwas zu essen. Vielleicht hört sie auf dich." „Komm", sagt« Berthe sanft. Sie half Irma aus dem Sessel und führte sie ins Schlafzimmer. Sie setzten sich aufs Bett, und die PortierSftau bediente sie. Irma nahm ein belegtes Brötchen. Sie lauschte, während sie «S verspeist«. Auf jeden Bissen fielen ihre Tränen. Noch hörte man daS Röcheln ihres Kindes. Al» sie aufgegeffen hatte, nahm sie Berthes Hand und rührte sich nicht mehr. Nach einer Weil« angstvollen Wartens öffnete sich die Tür, und eine dunlle Gestalt trat über die Schwelle. „Julien!" Mit einer Stimme, die die Sttlle de» Raums ausfüllte, obwohl er sich bemühte, sie zu dämpfen, sagte er: „Deine Kleine hat ausgeliüen." (Fortsetzung folgt.)' Nr. 211 Dienstag, 10. September 1035 Seite 3 ^udetendeuts^cr Xeifepic^ef einer Diskussion Abstand genommen worden war. In dieser Resolution verlangte die Konferenz Katholischer niarmruf Zwiespältig ist seit jeher die Haltung der Christlichsozialen gegenüber dem Hit» ler-Regim« und der sudetendeutschen Form des Nationalsozialismus, der H e n l e i n-Partei. Mit dem blutigen Terror gegen die Marxisten sympathisieren sie— wo Klerikale die Macht haben, wenden sie ja die gleichen Methoden an. Die Judenverfolgungen lassen sie kalt, sie sind ja auch Antisemiten, wenn sie auch den Rassenunsinn ablehnen. Für den»Ständestaat" haben sie gleichfalls viel übrig. Aber die neuheidnischen Bestrebungen! Und die Katholilenverfolgungen im Dritten Reichl Mit ihnen können die Christlichsozialen natürlich ganz und gar nicht einverstanden sein, aber wollen sie wie bisher gute Nachbarschaft mit der Henlein-Partei haben, dann ist's am besten, über das, was in Deutschland geschieht, nicht viel zu reden und zu tun, als ginge das die sudetendeutschen Christlichsozialen nichts an. Anders aber, wenn zu befürchten ist, daß die Henlein-Partei, die ja doch Fleisch vom Fleisch und »Geist" vom Geiste" des reichsdeutschen Nationalsozialismus ist, ihren Totalitätsanspruch auch auf das religiös-kulturelle Gebiet erstrecken will... Das Jägerndorfer christlichsoziale Tagblatt »Das Volk" hat in der Beuthener»Ostdeutschen Morgenpost" eine Zuschrift aus Dux entdeckt, in der betont wird, daß die Führung des Sudetendeutschtums an einen vom Katholismus übergetretenen Protc st an ten(Henlein) und einen evangelischen Pfarrer(Weh- renpfennig, Obmann des Bundes der Deutschen) übergegangen sei und daß dieLos-von- Rom- Bewegung noch immer im Gange sei. Im Jahre 1934 seien dreitausend Uebertritte in die evangelische Kirche erfolgt. »Das Volk" vermutet ganz mit Recht, daß diese Ausführungen»dem Gedankengute gewisser Kreise und Strömungen derSdPentstam- men, von der man ja weiß, daß sie deshalb bis heute noch nicht mit ihrem kulturellen Programm in die Oeffentlichkeit getreten ist, weil es in ihr eine ganze Reihe von religiös-kulturellen Strö, mungen gibt." Das Blatt meint, die SdP stecke noch tief in den Schlacken des religiösen Liberalismus, aber auch in den Jrrgängen der n a t i o- nalsozialistischen(Rosenberg- schen) Mythos-Lehren. Wenn die Henlein-Partei sich in ihren Leitsätzen eine auf »positiv-christlicher" Grundlage aufgebaute Bewegung nennt, die reichsdeutsche Presse aber im Sinn« einer neuen Los-von-Rom-Bewegung informieren lasse, werde sie durch diese Propagato- ren der Doppelzüngigkeit und U n- aufrichtigkett gestraft. Die Katholiken müßten«ine neue Abfallrbewegung nicht nur scharf bekämpfen, sondern gerade im Interesse des Deutschtums bedauern. Auf jeden Fall zeige der Aufsatz, daß die Katholiken die Augen offen halten müßten und ihre katholische Volksbewegung, die unpolitische ebenso wie die politische, nicht aufgeben dürfen, solange die religiös-kulturellen Fragen in der SdP nicht eindeutig geklärt sind. Recht matt klingt dieser Schluß. Henlein wird gerne bereit sein, die religiös-kulturellen Fragen so zu klären, daß die Katholiken damit zuftieden sein können. Werden sie dann ihre politisch« Bewegung aufgeben? Ach nein, aber sie können, wenn die Versicherungen Henleins befriedigend genug sind, sich weiterhin, nach Hilgenrei« ners Rezept, an die SdP anlehnen. Und die in den Leitsätzen verkündete»positive christliche" Grundlage der SdP wird sie so wenig, wie das mit ähnlichen Worten erklärte Bekenntnis zu einem positiven Christentum im Programm der reichsdeutschen Nationalsozialisten Hitler, an der Entfesselung eines wüsten antikatholischen Kampfes daran hindern, zunächst in der Stille ein wenig Los-von-Rom-Propaganda zu machen. Das weitere wird sich bei Gelegenheit finden. Wir hqben in einem Aussatz am 8. August über die neuheidnischen Strömungen in der Henlein-Partei berichtet, und wer sich klar ist über das Wesen dieser Partei, konnte nie daran zweifeln, daß Rosenbergs,er auch Hauers»Lehren" auch in ihren Reihen viele Anhänger haben. Wenn die Christlichsozialen daS jetzt entdecken und die Katholiken auffordern, die Augen und Ohren offen zu halten, so ist daS ein wenig spät,— es wird aber auch nicht viel nützen, wenn sie glauben, nun erst recht Henlein politische Waffenbrüderschaft halten zu müssen, um an der nationalen Welle mit zu profitieren. ES wird ihnen so wenig nützen wie den Katholiken im Dritten Reich, die sich so lange dem deusschen FascismuS anpaßten, bis dieser die Zeit für gekommen hielt, gegen sie loszuschlagen. MIBbrauch der Exterritorialität Klagenfurt. Vor einigen Tagen wurde hier eine Zentrale für nationalsozialistische Propaganda aufgedeckt. In Verbindung mit dieser Affäre Nwrde eine Sekretärin des reichsdeutschen Konsulats inKla- g e n f u r t verhaftet, die für die Mitglieder der illegalen nationalsozialistischen Organisationen die Verbindung mit Deusschland durch die diplomatischePost besorgte. Es sprachen in Mährisch-Schönberg dieselben Redner wie in Haida, Sandner, Sebekowski und Henlein. Sandner sprach sehr viel davon, wie vor der Sudetendeutschen Partei nun die große Aufgabe der eigentlichen konkreten Leistung liege, und daß Mittel und Wege gefunden Iverden müßten, die der ungeheuren Not der Sudetendeusschen steuern könnten. Das Rezept, das er angab, lautet: Man muß die Regierung zwingen, etwas zu tun. Tas ist in Anbetracht dessen, daß Henlein vor der Wahl verkündete, er habe den Stein der Weisen gefunden, wahrhaftig nicht viel. Sandner hatte die Stirn zu sagen, daß außer der Sudetendeutschen Partei niemand da sei, der die Not in den sudetendeutschen Gebieten zur Kenntnis der Oeffentlichkeit bringe. Er habe ein gewisses Verständnis dafür, daß das nationale Problem heikel und kompliziert ist, das soziale Problem der Su« detcndeutschen sei aber nicht kompliziert und nicht gefährlich. Es liege ganz eindeutig und einfach vor uns. Der politische Herbst, meint« Sandner, müsse jedes einzelne Mitglied der Partei einsatzbereit finden. Im Herbst soll die Regierung gezwungen werden» den Sudetendeusschen endlich jene Zuwendungen angedeihen zu lassen, die sie brauchen. Sodann verteidigte Sandner seine Partei gegen die angeblichen Bemühungen der Gegner, ihr die Arbeiter abtrünnig zu machen. Schließlich sagte er, die Sudetendeutsche Partei habe heute dieselbe eindeutig soziale, ja er mochte sagen„sozialistische" Grundhaltung, wie zur Zeit ihrer.Gründung. Während Sandner sich damit begnügen will, die Regierung zu Zuwendungen an die Sudetendeutschen zu zwingen, sprachen Sebekowski und Henlein dunlle Worte über die grundsätzliche Stellung des sudetendeutschen Problems. Sebekowski forderte nichts weniger als eine Revision der Einstellung aller Tschechen und des Staates zur Sudetendeütschen Partei und eine Systemän- derung. Die soziale und nationale Frage müßten in ihrer Gesamtheit gelöst werden. Sebekowski pochte auf die Zugehörigkeit der Sudetendeusschen zu einer großen stolzen Nation, ohne allerdings den politischen und kulturellen Zusiand, in dem (E. B.) Rot hau. Für den vergangenen Sonntag, hatten die Henlein-Fascisten des GraS- litzer Bezirke-«in Bezirkstressen arrangiert und sich hiefür Rothau ausgesucht, jenen Ort, den kapitalistische Raffgier in eine Ruine verwandelt hat. Zur Begründung wurde angegeben, daß man die Rothauer Kameraden in ihrem schweren Kampf gegen die Sozialdemokraten unterstützen wolle. Bon der Bevölkerung des Ortes wurde die fascistische Invasion mit Recht als schwere Provokation angesehen. Da die Nazis von vornherein mit Teilnehmern aus Rothau nicht sehr rechneten, hatten sie ihre Anhänger bis aus Karlsbad und Asch mobilisiert. So kamen denn auch die reichen Volksgenossen im Auto dahergefahren, während die Proleten stundenweit zu Fuß marschieren dursten. Als sie nach Rothau kamen, stießen sie jedoch auf kühl« Ablehnung. Beseitigung der Exportbeschrinkungen der Braunkohl«. Polnische Kohle ist nur soweit einzuführen, soweit der Import durch Ausfuhr tschechoslowakischer Kohle zur Gänze kompensiert wird; Für die Dauer der Krise das Verbot weiterer Einführung von Maschinen im Bergbau, die die menschliche Arbeitskraft verdrängen; Abstellung der politische» Protektion in einzelnen Betrieben; Erichtung von BrbeitSvermittlungSanstaltrn mit Zwangscharakter; Einbeziehung jener Bergarbeiter in die staat- erung, Sicherstellung der Ernährung und Einbeziehung jeder Bergarbeiter in die staatliche Ernährungsaktion, die weniger al- drei Schichten in der Woche arbeiten. lieber die taktischen Fragen referierte Genosse G ö r l, der auf die Bestrebungen der Sudetendeutschen Partei und die Einheitsfrontangebote der Kommunisten hinwies. Im Anschluß daran berichtete Genosse Zinner über den Beschluß des Unionsvorstandes, die von den Kommunisten angeregte Aussprache abzulehnen. In der darauffolgenden Diskussion wurde dieser Beschluß einhellig gutgeheißen. Ebenso ein, stimmig wurde beschlossen, die Beteiligung an gegnerischen Aufrufen abzulehnen. Genosse Blob schloß hierauf die Konferenz mit einer Aufforderung zu weiterer Aufbauarbeit in der Union der Bergarbeiter. rin-spitze im Handelsverkehr der Tschechoslowakei mit Deutschland abgeschlossen wurde und der vom 1. September 1935 bi- 31. Mär- 1936 in Geltung ist, erleidet die BraunkohlenauSfuhr «inen monatlichen Verlust von 35.000 Tonnen, da- sind mehr al- 20 Prozent! Die Union der Bergarbeiter und die Revierräte Brüx und Falkenau haben alles unternommen, um diese Gefahr abzuwenden. Sie fanden bei den verantwortlichen staatlichen Stellen Verständnis, die Art der Regelung wurde aber von reichsdeutscher Seite hervorgerufen. Di« Verhältnisse im Revier verlangen aber kategorisch, daß Auswege gesucht und gefunden werden. Die vom Referenten ausgeführten Forderungen sind in der Entschließung enthalten, die einstimmig angenommen wurde, nachdem von Neben den schwarz-rot-goldenen Fahnen, die auf Geheiß der SdP-Macher von Geschäftsleuten und Gastwirten ausgesteckt worden waren, leuchteten unzählige rote Fahnen aus den Fenstern der Arbeiterwohnmlgeu, di« damit zeigten, wie die Rothauer Bevölkerung wtrklich denkt. In der Umgebung des Fest- platzeS wehten a»S dem Wald von hohen Bäumen und von den Anhöhen überall rote Fahnen mit dem Dveipfeil-Abzeichrn. Der Festzug der Henleinlente war«in einzige- Spießrutenlaufen. Zu beiden Seiten der Straßen, durch die sich der Festzug bewegte, hatten die Rothauer Arbeiter Aufstellung genommen, die di« Faseisten mit keineswegs ehrenden Zwischenrufen bedachten und ihnen zeigten, daß in Rothau der fascistische Schwindel nicht gilt! Der VerbandSobmann Genosse Zinner stellte in seinem Referat eine ungünstige Entwicklung der Gesamtlage fest. Seit dem Jahre 1929 ist die Belegschaft um mehr als 2000 zurückgegangen, seit 1921 um 8000. Die Zahl der eingelegten Feierschichten steigert sich ins Unerträgliche, einzelne Belegschaften verfahren bloß zwei Schichten in der Woche. Das Lohneinkommen ist infolgedessen bedeutend geringer geworden, obwohl die Arbeitsleistungen weit höher sind als in den früheren Jahren. Die Rationalisierungsmaßnahmen haben wesentlich zur Verschärfung der Krise beigetragen. Zu dieser wirtschaftlichen Krisenlage kommt die Verschärfung durch politischen Protektionismus. Bei Neueinstellungen werden fast nur Henleinleute ausgenommen, bei Entlassungen werden sie geflissentlich übersehen. Der Referent urgierte daher dringendst die Errichtung- von Arbeitsvermittlungsanstalten mit Zwangscharakter. Da wenig Aussicht auf Steigerung de- In» landskonsumS besteht, muß dem Exportmehr Augenmerk zugekehrt werden. Wenn auch der Steinkohlenexport im Jahre 1934 um 8.2 Prozent, der Braunkohlenexport um 11 Prozent und der Export von Koks um 29 Prozent gestiegen ist, ist doch der Export nach Oesterreich gefährdet und der nach Ungarn bald zur Gänze verloren gegangen. Bei verschlechterten sozialen Verhältnissen ist eine Steigerung der/wichtigsten L e- benSmittelpreise zu verzeichnen. Der Redner verwies auf die von der Partei und vom Verband deutscher Wirtschaftsgenossenschaften eingeleiteten Schritte, die von der Union gebilligt und unterstützt werden. Laut und deutlich muß gesagt werden:„I e d e B e r- schlechterung der Lebenshaltung der Bergarbeiter ist untragbar." Durch den neuen KohlenauStauschvertrag mit Deusschland, der über Initiative der reichs» deutsche» Stellen mit Rücksicht auf di« lllea- Fiasko Henleins in Mähr.-Schönberg Statt 40.000 kommen nur 6000/ Dunkle Drohunsen der Redner Am vergangenen Sonntag veranstaltete die Sudetendeussche Partei in Mährisch-Schönberg eine Kundgebung, die zu einem wahren Fiasko wurde. 49.000 Teilnehmer waren gemeldet, aber nur 6090 kamen. Eine kleine Verschlechterung des WetterS hat die Begeisterung der Henlein- Leute derart abgekühlt, daß sie es vorzogen, zu Hause zu bleiben. Man vergleiche damit die immer wieder zu bemerkende Oferwilligkeit der sozialistischen Arbeiter, di« sich weder durch Re-en noch sonst abhaltcn lassen, für ihre Partei zu marschieren! sich der größte Teil dieser Nation heute befindet, auch nur mit einem Wort zu würdigen. Er wiederholte zwar nicht die Lüge von Haida, daß die Marxisten die Aberkennung der Henleinmandate fordern und sie selbst besetzen wollen, aber auch er behauptete, daß die deutschen Regierungsparteien nicht das geringste tun, um die Regierung über den Zustand in den sudetendeutschen Gebieten zu unterrichten. Darum habe von der Sudetendeutschen Partei die JnformationSfahrt unter Teilnahme ausländischer Journalisten veranstaltet werden müssen. Wiederum meinre Sebekowski, seine Partei habe nichts zu revidieren, wohl aber müsse sich das System ändern. Als letzter Redner sprach Henlein. Seine Darlegungen waren ein Gemisch glattester, unverbindlicher Phrasen von Kameradschaft und Volksgemeinschaft, die durch Gottes Segen bereits geworden sei. Wiederum betonte er die Sauberkeit und die Treue jener, welch« die Träger der Bewegung sind, und sprach ebenfalls davon, daß das sudetendeutsche Problem von der grundsätzlichen Seite aufgerollt werden müsse. Mit keinem Wort verriet er. was er sich darunter vorstellt. Hingegen meinte er, daß die unter den Fahnen seiner Partei erfolgte Sammlung des Sudetendeutschtums mehr wert sei, als die angeblich kleinen Teilerfolge, die von den Parteien der Vergangenheit errungen worden seien. Als er die deutschen Minister erwähnte, setzten in der Menge heftige Pfui-Rufe ein. Auf Augenblickserfolge lege di« Sudetendeutsche Partei keinen Wert; ihr seien die großen Ideen wichtig, die für die Zukunft schaffend und gestaltend seien. Ueber den Inhalt dieser Ideen schwieg er sich aus. Aber dieses Schweigen war sehr beredt: Es gebe für die Sudetendeutsche Partei kein Zurück mehr. Seine Hohlheiten schloß er damit, daß er sagte, er kenne die Herren„seines" Volles. Der Durchmarsch durch die Stadt war verboten worden, nichtsdestoweniger wurden die Teilnehmer doch zu einem militärischen Aufmarsch verhalten, der' allerdings angesichts der schwachen Beteiligung in sehr gedrückter Stimmung verlief, Die Kundgebung war für das ganze nordmährische und schlesische Gebiet gedacht gewesen. Notschrei der Falkenauer Bergarbeiter 500 Bergarbeiter Im Falkenauer Revier gefährdet Die Forderungen der Union SamSta- fanden sich die Vertrauensmänner der Union der B«r-ar-eiter im Falkenau« Elio» -en-Karl-bader Revier im Fallenauer Bergarboiterheim ein, um über die Gefahr neuerlicher Entlassungen zu beraten, welche durch da- neue Kohlenabkommen mit Deutschland entstanden ist. Roter Tas in Wallern Die Sozialdemokratie des Böhmerwaldes in neuem Angriff Die sozialistischen Aufmärsche in Dux, Bodenbach, Reichenberg, Bensen, Braunau haben auch unsere roten Vorposten in Südböhmen ermuntert, nach dem Triumph des Henleinfascismus am 19. Mai der gegnerischen und befreundeten Oeffentlichkeit einen Beweis ihrer ungebrochenen Kraft zu liefern. Die proletarischen Minderheiten in den Holzhauerdörfern und in den wenigen verstreuten Jndustriestedlungen können bei den schwierigen Verkehrsverhältnissen allerdings nicht mit den Aufmarschzahlen der nordböhmischen Industriezentren konkurrieren, aber an Treue zur Partei und zur Idee wollen sie ihnen nicht nachstehen. So stand daS idyllische Böhmerwaldstädtchen Walle r n, eines der Zentren des südböhmischen Henleinfascismus, am Sonntag im Zeichen eines roten Aufmarsches. An dem Festzug, der sich nachmittags durch die engen Gassen mit ihren altertümlichen steinbeschwerten Holzhäusern bewegte, beteiligten sich(500 Personen, meist Holzhauer "und Kleinbauern, Wer auch die allzeit getreuen Glasmacher von Ernstbrunn und E l e o• norenhain hatten stramme RW- und Jugendgruppen entsendet. Ueberhaupt war die Anteilnahme der sozialistischen Jugend, die ihre Bewegung trotz der Ungunst der Zeit auch in Südböhmen systematisch ausbaut, erfreulich gut zu nennen. An der Kundgebung auf dem Marktplatz beteiligten sich über 1000 Personen. Auch die tschechischen Genossen von Strakonitz waren durch eine Abteilung ihrer Turnerschaft vertreten. Auf dem Meeting sprachen nach Begrü- hungsworten des Genossen K u p l e n t-Winter- berg die Genossen Haje k-Strakonitz und S e d- l a k-Krumau für die tschechische Bruderpartei, sodann Genosse Geißler für die sozialistischeJu- gend und zum Abschluß Genosst I a k s ch. Bei der Brandmarkung des grandiosen.Volksbetruges der Henleinpartei und der fascistischen Kriegstreibereien fanden die Redner den stärksten Beifall. Während der Kundgebung traf auch der Abgeordnete der tschechischen Bruderpartei, Genoss« D l o u h i-Prachatih als Gast ein. Zum Abschluß intonierte die Musillapelle die Internationale, die von den Versammelten mit entblößten Häuptern angehört wurde. Rote Sturmfahnen fiatterten im kühlen Herbstwind, Freiheitsgrüße dröhnten durch die sonst so sssllen Gassen, ein Zeichen, daß unsere Vorhuten Im südlichen Böhmerwalde unverzagt zu neuen Kämpfen antreten. Durch gelungen« Darbietungen der Turner, Sänger und der roten Jugend in dem Lberfülllten Saal des VollsheimeS fand der Tag des roten Aufbruches in Wallern einen allseits befriedigenden Abschluß. —— Fascistisches Spießrutenlaufen in Rothau Seite l DienStag, 16. LcptcmLer 1338 Nr. 211 Meierhöfen VundeSrnetfter 4:3«ach Derlaugerung Karlstad.(E.-B.) Sonntag hat auf dem KFK-Platzc in Karlstad unter Leitung des Schiedsrichters Genossen Strohdach aus Böhmisch- Leipa der Endkampf um die Bundrsmeistcrschast im Arbeiter-Fußball stattgrfunden. Es standen sich der Kreismeister des 6. Kreises ASB M e i erst ö f e n und der Kreismeister des 5. Kreises ASK Aussig-Kleische gegenüber. Meierhöfen gewann nach einer kurzen Ber- löngerung mit 4: 3. Nach der ersten Halbzeit Hitler neuerdings in ärztlicher Behandlung AP. Haag. Die„H a a g s ch e P o st" fragt, warum erst jetzt die Stimmbanderkrankung Hitlers offiziell mitgeteilt werde. Sei das geschehen, um die Aufmerksamkeit von der Tatsache abzulenken, daß sich Hitler heute bereits wiederum in ärztlicher Behandlung befinde, jedoch nicht bei einem Kehlkopf-Spezialisten, sondern bei einer Berühmtheit, die für gewöhnlich wegen der Nerven zu Rate gezogen werde? Wie die Gestapo Anweisungen ins Ausland schmuggelt AP. Neuerdings schickt die Gestapo ihre Spitzel-Anweisungen durch— S t ummfilme ins Ausland. Man ist in der Wilhelmstraße 32 auf den Gedanken gekommen, sich bei der geheimen Nachrichtenübermittlung die Fortschritte der Kino- technik zunutze zu machen. Alte stumme Filme werden neu kopiert und synchronisiert, mit Titeln und Aufschriften versehen und per Flugpost an die einzelnen Filmverleihstellen im Ausland gesandt. Sie erregen selbst bei dem gewiegtesten Zollbeamten keinen Verdacht, zumal er, falls es sich um einen Tonfilm handelt, nicht in der Lage ist, diese Filme an der Grenze abzuhören, da er über keine Apparate dazu verfügt. Der Text dieser Filme bildet Jnformationsmaterial. Wenn man bedenkt, wieviel man auf einem 80 Meter langen Filmstreifen sprechen kann, wie billig dabei dieses Verfahren im Vergleich zu den vielen Unkosten und Gefahren der Kuriere ist, so wird man sehen, daß die Gestapo, sich hier eine neue gefährliche Waffe geschaffen hat. Natürlich wird diese Methode nicht von langer Dauer sein, denn bald werden die Behörden auf diese Filme Jagd machen. Aber diese Jagd wird schwierig sein, denn es ist ja niemandem bekannt, unter welchem Titel so ein synchronisierter Film über die Grenze kommt, und fast unmöglich, alle Filme, die täglich per Flugzeug von einem Land ins andere wandern, abzurollen und abzuhören. Fememord oder Sexualverbrechen? Wie«. Die Polizei beschäftigt sich mit einem sensationellen Kriminalfall. In dem Stundenhotel„Urania" im dritten Bezirke wurde Sonntag die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der erwürgt worden war. Seine Hände waren unter der Decke gefesselt und auf dem Polster war ein Hakenkreuz und in Balkenschrift aufgeschrieben:„Rache für den Verrat". Diese Anzeichen sprechen für einen Fememord, doch ist es auch möglich, daß den Mord ein Homosexueller verübt hat, der durch dieses Borgehen die Spur verdecken wollte. In den Abendstunden des Sonntag ist es der Wiener Polizei gelungen, an Hand der im Rocke des Mannes eingenähten Firma des Schneiders, welcher den Anzug des Ermordeten genäht hatte, festzustellen, wer das Opfer dieses geheimnisvollen Mordes geworden ist. Es handelt sich bei dem Toten um den 54 Jahre alten Karl Rebhold, einen Molkerriarbei- 1er aus dem dritten Wiener Gemeindrbezirk. Seine Leiche wurde dem Wiener Anatomischen Institut übergeben. Karl Rebhold war weder auf der Liste der politisch Verdächtigten, noch war er Vertrauensmann der Wiener Polizei.* Eine technische Hochleistung Telephon auf dem Ebrus— 5600 Meter hoch Moskau. Wie aus Naltschik gemeldet wird, ist auf dem höchsten Gipfel in Europa, auf dem Elbrus, ein Telephonapparat aufgestellt. Vom Fuße bis zum Berggipfel haben die Monteure 168 Kilometer zurückgelegt und eine 110 Meter lange Linie(2000 Telegraphenstangen, 250 Kilometer Draht) gebaut. 15 Telcphonapparate verbinden nun die auf dem Gipfel verstreuten Lager und Schutzhütten. Der Bau der Telephonleitung auf dem Elbrus war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Menschen haben eine heldenhafte Leistung vollbvächt. Im Sturm, Schnee, Nebel und Frost haben die Monteurkolonnen wiederholt den Gipfel erklommen und hiebei oft ihr Leben riskiert. Wenn die Maulesel nicht mehr weiter konnten, dann griffen die Monteure selbst zu, luden sich die Masten auf die Schultern und stie- Len auf. Der höchste Telephonapparat wurde in stand das Spiel 3 r 0 für Mrierhöfen, m der zweiten Spielhälste holte Aussig jedoch auf und glich aus. Das Spiel mußte verlängert werden; in der dritten Minute fiel dann der rntscheidende Treffer. Das Spiel hatte einen Besuch von 2000 Zuschauern aufzuweifen. Es bot einen guten Spott und bewies, daß die Arbeitcrsportler zumindest gleich gute Leistungen aufbringen wir die Bürgerlichen. 5597 Meter Höhe ausgestellt. Es wird geplant, die gewonnene Erfahrung auszunutzen und auch auf anderen hohen Bergen, z. B. dem Kasbek und Pamir Telephonleitungen zu bauen. Ein Flugzeug des tschechischen Hochschulsports abgestürzt Bride Insassen tot Prag. Sonntag nachmittags havariettr um dreivirrtel 17 Uhr am Flugplatz Kbely ein Flugzeug des tschechischen Hochschulsportes, dessen Besatzung» die Flieger der 27jährige Jng. Fr. Mrckz und der 21jährige Studierende Josef Ku- Lera, beide aus Prag, bildeten. DaS Flugzeug stürzte ab und beide Flieger wurden schwer verletzte. Die beiden Verletzten wurden in das Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Auf dem Wege dahin erlag jedoch Kuärra seinen Verletzungen. Jng. Mräz erlitt sehr schwere Verletzungen» insbesondere einen Bruch des Schädelknochens und starb gegen 11 Uhr nachts im Krankenhaus, ohne das Bewußtsein wiedererlangt z« haben. Prag—lljhorod: zwei Stunden Uzhorod. Das neue viersitzige Flugzeug der tschechoslowakischen Aerolinie»OK—Da 1", das mit Walter-Motoren ausgerüstet ist, startete Montag um 5 Uhr auf dem Prager Flugplatz. Es landete auf dem Uzhoroder Flugplatz präzis um 7 Uhr. Es legte bei dem 120 Minuten dauernden Fluge eine Durchschnittgeschwindigkeit von 315 Kilonieter per Stunde zurück, was auf dieser Strcke einen neuen Schnelligkeitsrekord bedeutet. Das Flugzeug lenkte der Chefpilot Brabenec, welcher vom Radiotelegra-' phisten Soukup begleitet war. An Bord des Flugzeuges befinden sich der Obevdirektox der tschecho- slowakischen Aerolinie Jng. Stokes und der Werkführer Eadsky. Am Nachmittag landete das Flugzeug bei seinem weiteren Fluge in Czernowitz in Rumänien, wo es Betriebsstoff'zum Weiterflug nach Kiew einnahm. Das Ziel des Fluges ist Moskau. Lepejs Komplice überfällt einen Heger VZHorod, Sonntag vormittags traf im Landesgendarmeriekommando in uzhorod die kurze telephonische Nachricht aus Volovs ein, daß bei der Gemeinde Sojmy der Komplice des berüchtigten Räubers JÜo Lepej, G. Klevee, einen Heger erschossen habe. Einzelheiten über diese neuerliche Untat des Räubers fehlen noch. K l e- v e c, der im Jahre 1907 geboren wurde, hat bereits einmal einen Mordversuch verübt» und zwar schoß er im Frühjahr dieses Jahres in der Gemeinde Repinne auf einen seiner Nachbarn, der ihm wegen Diebstahls angezeigt hatte. Zur Verfolgung Kleve c' sind sofort beide Bereitschaften der Gendarmerieabteilung von Berehovo und Uzhorod aufgebrochen. Englische Todesstrahlen London.„People" zufolge wurde seitens eines englischen Erfinders der englischen Regierung ein Apparat für die Herstellung von„Todesstrählen" angeboten. Das Blatt fügt hinzu, der Erfinder habe wahrscheinlich auf der gleichen Grundlage gearbeitet wie ein anderer Erfinder, dessen Werk heimlich in Italien überprüft worden sein soll. Die„Todesstrahlen" können dem Blatte zufolge in den feindlichen Städten der- -artige atmosphärische(?) Verhältnisse bewirken, daß die Bevölkerung an ihnen zugrunde geht. Prag. Amtlich wird gemeldet: Montag um 6 Uhr morgens wurde dem Kommando des Prager Flugplatzes ein reichsdeutscher Ballon gemeldet. Der ausgesandte Leutnant des Flugwesens R o v ä k zwang sodann diesen Ballon im Raume Bkejany—Libok—Lkrouhlo zur Landung. Es handelt sich um den reichsdrutschen Ballon ,,H a n- n o v e r", an dessen Bord sich eine dreigliedrige Besatzung befand.» Kurz darauf wurde« zwei weitere Waldbrand enthüllt geheime- Munitionslager Belgrad. In den Buchenwäldern bei Däbre Polse, unweit her griechischen Grenze, ist Feuer ausgebrochen, das zirka zehn Hektar Wald ergriffen hat. Es wurde jede mögliche Hilfe mobil gemacht, um das Feuer zu lokalisieren. Aus den Flammen waren Explosionen und Schußdetonationen hörbar, woraus man schließt, daß sich im Walde geheime Munition?- und Sprengstofslager befanden. Die Explosionen der Granaten war so stark, daß abgettffene Aeste weit umherflogen. Die Sprengstücke der Granaten bedrohten die arbeitenden Rettungsmannschaften. Einige Sprengstücke fielen unweit der griechischen Grenzwache nieder, die gleichfalls zur Hilfe herbeieilte, als sie von dem Brande erfuhr. Er weiß es noch nicht? Athen. Ministerpräsident T s a l d a r i s, der in Athen eintraf, erklärte»- daß er beim Volks- enffchoid im Oktober wahrscheinlich persönlich für die Monarchie eintreten werde. Ein gefährlicher Wahrheitsbeweis und ei« gefälliger Staatsanwatt Madrid. Vor dem Gerichtshof in Oviedo hat sich ein interessanter Zwischenfall ereignet. Ein Advokat verteidigte seinen Klienten, der wegen unerlaubten Waffentragens angeklagt war. Der Advokat wollte den Freisruch feines Klienten dadurch erreichen, indem er zu beweisen versuchte, daß die Waffe überhaupt nicht zum Schießen geeignet war. Er wandte sich gegen den Staatsanwalt mit dem Ersuchen, die Waffe zu laden, auf ihn zu zielen und loszudrückcn. Ter Staatsanwalt entsprach diesem Ersuchen, lud, zielte und schoß auf den Advokaten. Zum allgemeinen Entsetzen ging der Schuß los, traf aber den Advokaten zum Glück nicht. Der Gerichtshof verurteilte hierauf den Angeklagten zu einer Geldsttafe. 20. Jahrhundert! Darmstadt. Der Gemeinderat von Schotten beschloß, daß I u d e n in den städtischen Krankenhäusern keine Aufnahme finden dürfen. Fascistischer Gruß und anderes. Bei der Eröffnung des 6. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen, der in der Zeit vom 1. bis 6. September in Prag stattfand, kam es— wie uns von Teilnehmern berichtet wird— zu einer bezeichnenden, nicht unbemerkt gebliebenen^Episode. Den Vorsitz dieses Kongresses, an dem üngeführ 600 Mitglieder m»s 26 Staaten teilnahmen, führte dessen Ehrenvorsitzender, Prof. Dr. Hodäc. Als nun im Laufe der zahlreichen Begrüßungsansprachen auch der Vertreter Italiens, Univ.- Prof. Dr. Castellino, zu Worte kam, begrüßte er, zum Rednerpult schreitend, den Vorsitzenden Dr. Hodac mit dem fascistischen Gruß, den dieser in der gleichen Weise erwiderte. Man kann vielleicht verschiedener Meinung darüber sein, ob es taktvoll ist, wenn der Vertreter eines fremden Staates, der in einem, auf den Grund- sätzen der Demokratie beruhenden Staate als Gast weilt, bei einer offiziellen Gelegenheit eine Geste macht, die allgemein als Symbol eines demokrafiefeindlichen Systems aufgefaßt wird, und dies zudem auch noch im Sitzungssaal deSParlaments. Kein Zweifel aber kann darüber bestehen, daß die Art und Weise, wie Herr Dr. HodäL auf diesen Gruß reagierte, einen groben Verstoß gegen die Pflichten darstellt, die ihm aus seinem Amt als Vorsitzender des Kongresses erwuchsen. An die tschechoslowakische Sektton der Internationalen Gesellschaft aber muß man die Frage richten, was sie bewogei. hat, eine Polstisch so stark kompromittierte Persönlichkest mit dem Ehrenvorsitz zu betrauen. Als den Kongreßteilnehmern die Uebersetzungen vorgelegt wurden, fehlte— gewiß ein reiner Zufall!— die Ansprache Dr. HodaL. Wie hätten die nationalen Deutschen gezetert, wenn dies bei einer andern Gelegenheit geschehen wäre! So aber saßen sie, Hakenkreuz!» aus dem Dritten Reich und Henleinleute aus der Tschechoflowakei, ruhig da und sagten kein Wort. Hodaö, der ffchechische Fascist, kann sich auf die deutschen Fascisten verlassen. Ballons gemeldet, die, vom Norden kommend, das Militärlager Milowitz überflogen. Es wurden zwei Flugzeuge ausgcsandt, die die Besatzungen beider Ballons zwischen Rymburk und Podö- brad zur Landung zwangen. Es handelt sich ebenfalls um zwei reichsdeutsche Ballons mit dem Zeichen rotes„D" mit weißem Hakenkreuz im roten Feld« und den Auffchriften„D int' mark" und„O st m a r k". Die Ballons führten reichsdeutsche Flagge» mst. Aus-er Arbcttcr-Tnm- und Sportbewegung Sitzung der„Kreisarbeitsgemeinschaft" Samstag, den 7. September, fand die zweite Sitzung der Kreisarbeitsgemeinschaft der Kreise 1 und 2 des Aruk und des 5. Atuskreises statt. Nach Eröffnung durch Vorsitzenden Genossen Ed, Erlacher gibt Genosse Kunig einen Bericht über den Erfolg der ersten Aktion, welche die Arbeitsgemeinschaften der Vereine betraf. Ebenso gibt Genosse Kunig einen Bettcht über das durchgeführte KreiS- turnfest und schließt sich daran eine rege Debatte an. Schließlich werden einige Anregungen für den Zusammenschluß beider Organisationen formuliett, welche den beiden Berbandsvorständen weiterzuleiten sind. Ein Beschluß wird gefaßt, für die Zusam- menschlußaktion einen eigenen Werbefeldzug durch- zuführen und werden in der nächsten Zeit alle Vereine diesbezügliches Matettal zugestellt erhalten. An der Sitzung nahmen teil: Genosse Franz, Moses und Hudecek vom Aruk. Genosse Erlacher und Kunig vom Atus. Einladung zum Mitfahren mit dem Tode bezahlt. Montag um 18 Uhr fuhr der 27jährige Elektrotechniker Boh. Hurdälek mst seinem Mctorrad mit Beiwagen auf der Straße von Na- chod nach Bcloves. Untettvegs lud er den 52- jährigen Fabriksarbeiter Franz Doubic ein, mit- zufahren. Knapp hinter der Stadt lief ein vierjähriges Mädchen, dessen Identität bisher noch nicht sichergestellt wurde, dem Motorrad über den Weg. Hurdälek, der einen Zusammenstoß vermeiden wollte, fuhr auf die rechte Straßenseite und stieß dort gegen einen Telegraphenmast. Hurdälek flog in weitem Bogen in den tiefen Straßengraben, während Doubic mit dem Kopf an den Telegraphenmast geschleudert wurde und auf der Stelle tot war. Hurdälek blieb vollkommen unverletzt. Doubic ist russischer Legionär und Vater eines Kindes. Hurdälek hatte das Motorrad erst Montag früh gekauft und befand sich auf seiner er st en Ausfahrt. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß Hurdälek noch keine Prüfung wbgelegt hat und daher keinen Führerschein hatte. Das stark beschädigte Motorrad wurde beschlagnahmt und Hurdälek in Sicherungshaft genommen. Tie Verlosung der Gewinste der IV. Klasse der 33. tschechoflowakische« Klaffenloüerie wird am 18. September 1935 um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direttion der Staatslotterien, Prag I., Kozt ul. 4, beginnen und wird am 19. September 1935 um 8 Uhr fortgesetzt werden. ES wird regnen. AuS dem nordeuropäischcn Druckhoch wird dem Binnenland andauernd kühle Lust zugeführt. Kleine Druckstörungen, welche mit dieser Luftströmung Vordringen, veranlassen heute in Teurschland sehr veränderliches Wetter, wo zahl-, reiche Regenschäuer/^vcreinzclt in Gelvitterbeglci-' tung, auftreten. Die Zone ziemlich heiteren Wetters über den Alpenländern und Jugoslawien zieht sich wieder allmählich gegen Südweften zurück. Die Donauniederung ausgenommen, wo eS noch halbheiter war, betrug sonst die Temperatur in unseren Gegenden am Nachmittag durchschnittlich nur 15 Grad C. Auf der Schneekoppe schneit es bei Null Grad.— Wahrscheinlicher Wetter morgen: Noch unbeständig, vorwiegend bis wechselnd bewölkt, namentlich im Nordosten der Republik Schauer, ziemlich kühl, mäßiger Rordwestwind.— Wetteraussichten für übermorgen: Fortdauer der kühlen Witterung, strichweise wieder etwas aufklärend. Vom Rundfunk iMpfthluuwvtu«ua de Programmen' Mittwoch: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Presse, 11: Schallplatten, 12.10: Mexikanische Lieder, 13.40: Deutscher Arbeitsmarkt, 18.20: Deutsche Sendung: Dr. Maras: Aus dem tschechoslowakischen Kulturleben, 18.35: Arbeitersendung: Köller: Die geisttge Gestalt deS modernen Jndustttearbeiters und der Nation, 18.55: Sozialinformattonen, 19: Deutsche Presse, 19.40: Populäres Konzert des Pr. Rundfunkorchesters, 22.35: Tanzmusik. Sender S: 7.30: Solanorchesterkonzert, 14: Walzer auf Schallplal« ten, 14.15: Deutsche Sendung: Kinderstündchen.— Brünn 15: Orchesterkonzert 17.40: Deutsche Sendung: Ausflug nach Eisgrub, 18.05: Volkslieder, 18.20: Südflaw. Quattett.— Mährisch-Ostrau 16.30: Orchesterkonzett, 18.30: Wandervogellieder. — Kascha» 12.30: Orchesterkonzert. •• Störschutz in Oesterreich. Jeder Rundfunkteilnehmer, der sich in Oesterreich in seinem Radioempfang durch austretende Störgeräusche beeinträchtigt fühlt, die nicht auf eine mangelhafte Konstruktton seines Empfangsapparates zurückzuführen sind, kann bei der Telegraphendirektion eine diesbezügliche Anzeige machen. Sie ist auf eigenen Formularen durchzuführen, die bei den Postämtern um den Preis von zehn Groschen erhältlich sind. Eine Kommission von Fachleuten und eventuell auch Technikern des Elektrizitätswerke- wird dann den Fall untersuche« und angeben, wie di« Störung beseittgt werden kann. Die Durchführung der eigentlichen EntstörungS- arbeit bleibt einem Fachelekttiker Vorbehalten. Die Kosten hat, je nach den Umständen, der Besitzer der störenden Maschine oder der Besitzer des Radioapparates zu tragen, mitunter werden sie aufzuteilen sein. Radi» Pari- PTT sendet seit einigen Tagen versuchsweise regelmäßig nach 19 Uhr. Der Sender arbeitet vorläufig mit 70 kW, doch soll diese j.Energie demnächst auf 100 kW erhöht werden, M NW Mons W MW WWen lleber dem Militärlager von Milowitz 9k. 211 Dienstag, 10. September 1935 -- Stile 5 Airtikrirgstclcgrammc verboten! Der Pariser„Populaice" veröffentlichte sieben einen Geheimbefehl des Innenministers, der den Beamten des Haupttelegraphenamtes Paris verbietet, Telegramme zu befördern, di« einen Protest gegen den italienischen Angriffskrieg wider Abessinien betreffen. Infolgedessen sind auch Protefttelegramme solcher Art an das Sekretariat des Völkerbundes und an Mitglieder des Rates nicht an die Adressaten gelangt. Der Selbstabschreiber. Wie bekannt, hat Gabriele d'Annunzio, der zeitlebens lächerliche Pathetiker, eine 233 Seiten lange Botschaft an Frankreich Erlassen, die der fasci« Nische Botschafter Cerutti dem Präsidenten Lebrun übergeben soll. Darin wird Frankreich er, mahnt, dem italienischen Rauhzug gegen Abessinien»lateinische Solidarität" zu halten. Das Pariser„O u v r e" stellt dazu fest, daß Gabriele sich nicht in geistige Unkosten bei der Verfertigung dieses Riesenschriebs gestürzt hat. Er hat nämlich ganz einfach sein am 29. März 1919 verfaßtes Memorandum abschreiben lassen, worin er Frankreich aufforderte, in der Friedenskonferenz das ftalienische Verlangen nach Dalmatien gegen Jugoslawien durchzusetzen. Autostraße um die halbe Welt? In Budapest treten heute bereits Vertreter der Automobilklubs aus den meisten Ländern zusammen, um ein phantastisches Projekt zu beraten. Es handelt sich um nichts weniger als die Errichtung einer ganz modernen, mit allen Finessen ausgestatteten Autobusstraße, die von London nach Hinterindien einerseits, nach der Südspitze Afrikas andererseits führen soll. Nach dem gegenwärtigen Projekte soll diese internationale Autoverbindung durch folgende Orte gehen: London, Dover, Brüssel, Köln, Frankfurt a. M., Würzburg, Regensburg, Linz, Wien, B u d a p e st, Belgrad, Sofia, Philippopel, Istanbul, weiter über Aleppo(Syrien), D a- m a s k u s, Bagdag, Quetta(in Belu- d s ch i st a n), Lahore und Delhi nach Kalkutta mit eventuell späterer Verlängerung der Straße nach Indochina—Rangoon, Singapor« und Batavia. Die Straße läßt die Tschechoslowakei abseits liegen. Weiters wird«ine Abzweigung geplant, die in Damaskus ihren Anfang nehmen und über Jerusalem, Kairo, Chartum, Nairobi, Dedon, Abercorn, Liwing- stone, Johannesburg nach Kapstadt(Südafrika) führen würde. Der Plan ist fertig. Ob es auch die Straße werden wird, ist angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise höchst fraglich, selbst dann, wenn nicht ein kleiner Weltkrieg die Vertagung des schönen Projektes erzwingt. Alte Schallplatte» im Schleichhandel. In ganz Deutschland hat sich ein schwunghafter Schleichhandel mit Schallplatten aus der sogenannten Systemzeit entwickelt, und zwar großenteils von Kabarett-Schlagern mit einem leicht politischen Inhalt. Für bestimmte Platten werden Schleichhandelspreise von 60 bis 70 3Warf bezahlt. Lier chinesisch« Räuber Überfielen im Hauptpostamte in der Internationalen Niederlassung einen Geldtransport von etwa 100.000 Dollars, der von einem Postkuli und einem Postbeamten unter dem Schutz von zwei Wachposten auSgeführt wurde. Sie erschossen den Kuli, verletzten die beiden Wachposten schwer und entkamen mit der Beute in einem bereitgehaltenen Auto. Ei« Palast Alexanders des Großen? BW« termeldungen zufolge hat der bekannte jugoslawische Archäologe Vutic Avuliö in der Umgebung von Nisch die Grundmauern des Palastes Alexanders des Großen entdeckt. Der russisch« Flieger Jewsejew erreichte auf einem gewöhnlichen Jagdflugzeuge die Hohe von 12.020 Metern. Immer noch Alkoholschmnggel. Mehrere Küstenwachtschiffe haben heute noch ein englisches und drei amerikanische Motorschiffe anhalten können, die insgesamt Alkohol im Werte von rund 200.000 Dollars geladen hatten. 20 Mann wurden verhaftet. ES ist dies die größte Schmuggelaffäre, die sich seit der Aufhebung der Prohibition ereignet hat. Die Einwohnerzahl von Tokio-Stadt beträgt nach dem Ergebnis der Volkszählung 5.7 Millionen und die von Groß-Tokio 6.2 Millionen. Die Einwohnerzahl von ganz Japan und Korea wird nach dem vorläufigen Ergebnis mit rund hundert Millionen angegeben. Wörterbuch nach 50 Jahre» abgeschloffen. Die Französische Akademie hat ihre Arbeiten an dem Wörterbuch beendet, die vor 50 Jahren am 5. November 1888 begonnen wurden. DaS letzte Stichwort, mit welchem diese Ausgabe des Wörterbuches •— die achte seit der ersten Auflage'vom Jahre 189s — schließt, lautet„zhgomatique". Die Akademie hat die traditionelle Anordnung beibehalten, doch finden sich in der neuen Ausgabe zahlreiche Neuerungen, insbesondere in der Terminologie. Die Akademie hat den geläufigen Sprachgebrauch berücksichtigt. Zahlreiche neue Worte find, obwohl sie von der Akademie ursprünglich abgelehnt wurden, in dar Wörterbuch doch ausgenommen worden. Die Zahl der neuen Termini ist also bedeutend, und die» ist ein beredtes Zeichen dafür, daß fich in den letzten Jahren das Leben in den verschiedensten Formen rasch geändert hat. Wolkenkratzer nicht mehr rentabel AP. Die Krise hat auf die Bautätigkeit einen hemmenden Einfluß auSgeübt. Heute werden in Amerika nicht einmal die JnstandhaltungSkosten her Riesengebäude durch die Mieten aufgebracht. Bedeutet das nun ein Ende der Aera der Wolkenkratzer? Keineswegs, man weiß sich zu helfen. Die alte Form der Wolkenkratzer scheint zwar überlebt zu sein, aber es ist sicher, daß eine neue Form aufkommen wird. Zwar wird man nicht, wie viele glauben, etwa nur noch in Glas bauen. Wer man will den Bau von Wolkenkratzern stark verbilligen und gleichzeitig ungeheuer beschleunigen. Man rechnet nämlich ernsthaft damit, in einigen Jahren Wolkenkratzer bauen zu können, die in 80 Tagenfertig sein sollen. Dafür braucht ihre Lebensdauer auch nicht mehr auf ein halbes Jahrhundert berechnet zu werden. Man will sie vielmehr nach 20 Jahren wieder abreißen. Die Baukosten würden sich dadurch auf ein Drittel ermäßigen. Die Inneneinrichtung würde so hergestellt werden, daß ma» sie wieder verwenden kann. Die Wände sollen nach außen emailliert und wärmetechnisch isoliert werden, aber die Dicke von 10 Zentimetern nicht überschreiten. Fenster will man durch künstliches Licht ersetzen(I), und Luftschächte, die auf dem Dach enden und deren Lust durch verschiedene Reinigungskammern geht, sollen den Räumen ständig frische Luft zuführen. Hippodrom als Statte der Unzucht Mißbrauchte Kinder— Lier angstlagte Familienväter— Widerliche Kuppelei Prag. In der sogenannten„BergnügungSecke" auf dem Belvedere, gegenüber dem Wasserturm, betrieb u. a. auch daS Ehepaar Franz und Marie B e- z o u j k a ein Unternehmen, dar sich als„H i p p o« d r o m" bezeichnete, zu deutsch Reitbahn. DaS Vergnügen, das den Besuchern geboten wird, besteht darin, daß sie auf alten ausrangierten Gäulen einigemal rundum reiten dürfen. Begreiflichertveise gehörten zu den Stammgästen dieses Unternehmens vor allem Kinder, denen eS ein königliches Vergnügen bereitete, sich einmal als richtige Reiter zu fühlen. Wer das.Hippodrom" hatte auch andere Besucher... Die vom Staatsanwalt Dr. B r t n i k vertretene Anklage beschuldigt vier Männer, sich an minderjährigen Mädchen in diesem famosen VergnügungSunternehmen in sträflicher Weise vergangen zu haben. Da war zunächst ein Herr Edmund Schönfeld, der eine Reihe von Mädchen zwischen zwölf und vierzehn Jahren bei diesen„Reitübungen" in einer Weise betastete, daß damit der Tatbestand des Schändungsparagraph e n erfüllt erscheint. Dieser Herr wurde allerdings durch das Gutachten der ärztlichen Sachverständigen, die ihn für absolut unzurech- nurrgsfähig erklärten, dem Zugriff der Justiz entzogen und erscheint daher nicht auf der Lifte der- Angeflagten. Aber er fand' rin« Reihe würdiger Nachfolger, die fich auf diesen Schuldau-schließungS- grund nicht berufen konnten und deshalb auf der Anflagebank Platz nehmen mußten. Der älteste dieser Angeflagten zahlt 82 Lebensjahre, der jüngste 89. Die Einzelheiten dieser, natürlich geheimen Verhandlung entziehen fich der Berichterstattung. Nach der öffentlich verlesenen Anflage sind deS Verbrechens der Schändung einet Minderjährigen angellagt: der 88jährig« Kutscher Wenzel Pknkava, der sljährige Schuhmacher Josef Jehlikka, der 46jährig« Kaufmann Jaroslav Dvotak und der 62jährige Heizer tenlt Müller des unmittelbar begangenen Verbrechens und ferner die Inhaber des„Hippodroms", der 43« jährige Franz und die S9jShrige Marie Be- zouska der Mittäterschaft. Als Hauptzeuginnen bei dieser Verhandlung figurierten fünf Mädchen zwischen zwölf und vierzehn Jahren, die den Angeflagten zur Befriedigung ihrer unnatürlichen Gelüste gedient haben. WaS das Ehepaar Dezoußka betrifft, so wird diesem von der Anklage zur Last gelegt, von diesen in ihrem Unternehmen begangenen Sittlichkeitsverbrechen nicht nur gewußt, sondern diese gefördert und sogar arrangiert zu haben. Für diese Annahme bestehen mehrere gute Gründe. Bor allem die Art, in welcher der ganze Skandal aufflog. Die MarieBezouska hatte eines der geschälten Kinder des Diebstahls von sechzig Kronen bezichtigt, während die Kleine beim Polizeiverhör dieses Geld als ihr„ehrlich erworbenes Eigentum" reklamierte. Das Kind haste den Betrag von einem der„Kavaliere" als Entgelt für die sträflichen Handlungen erhalten. Die Anklage vertrist also di« Meinung, daß der angeflagten Mitinhaberin d«S Hippodroms hauptsächlich daran gelegen war, daß die Kinder möglichst viel Geld in die Hand bekomme» sollte«, um eS am Bufett zu vernaschen, weshalb sie im Auftrag der perserven Männer die Kupplerin spielte. Nebenbei erwähnt— diese Männer find durchwegs verheiratet und durchswegS Väter mehrerer Kinder. Vermutlich war eS demnach auch nur kurzsichtige Habsucht, die die Kupplerin bewog, daS betreffende Kind zur Herausgabe der„ehrlich erworbenen" 60 fiö zu nötigen, was letzten Endes zu ihrer Entlarvung führte. Ein noch grelleres Licht wirft auf die Methoden deS angeflagten Ehepaares BezouSka die Feststellung der Anflage, daß im Fall des unzurechnungsfähigen Schönfeld, der schlecht tschechisch sprach, die Maste BezouSka den zum Mißbrauch vorbereiteten Kindern die deutschen Worte rindrillte, mit bene« sie Geld verlangen sollten. Der vor dem Senat P e r n t verhandelte Prozeß wurde im Laufe de» Nachmittag» für vertagt erkläst, da sich die Rotwendigkstt der Vorladung neuer Zeuge» ergeben hatte. rb. AMERIKA...! Schenectady, Pittsburgh und noch eine große Reihe Obersee- Stationen hören Sie beilag und Nacht mit dem neuen Superhet Philips„Sirius" auf Kurzwellen fast in derselben Qualität wie die Europasenderi 9 Wellenbereich«» 16—30 m, 200—570 m, 750—2000 m. Auswechselbare GroOsicht« skala mit 91 Stationen, Hochfrequenz-Schutz* stufe, 3 H.-F.-Krei*e, 4 Z.-F.-Kreiie. Ausgestaltet mit allen technischen Neuerungen. Anschluß an alle Wechseistromspannungen. Preis KL 2850.- (inkl. Radioröhren- u. pauschal.Umsatzsteuer.) DER VOLLKOMMENSTE KURZWELLENEMPFÄNGER I Ein Hochleistungs-Superhet, bei dem der Kurzwellenteil auf eine bisher unerreichte Vollkommenheit gebracht wurdet Überseeische Sender erklingen im Lautsprecher, wie man sie bisher noch nicht empfangen konnte. Diese erstaunliche Leistung des Superhet„Sirius" wurde durch das„Multi-Inauctance"-Prinzip erreicht, eine Neukonstruktion der Philips- Werke. Ein Empfänger, den Sie unbedingt gehört haben müssen, bevor Sie sich ein Radiogerät anschaffen I Soeben erschienen: PHILIPS MESSE-REVUE mit ausführlicher Schilderung aller Philips-Neuheiten und hochinteressantem Inhalt. Gratis erhältlich bei jedem Philips-Radiohänater oder direkt von der Philips A.-G., Prag II., Karlovo ndm. 8.•’>o-.-w v.,.vM-tp WSft-: Die h eilige I o h a n n a, D 1. Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Heute Dienstag 8 Uhr: K i k i. Mittwoch halb 8: D e r Geizige, neuinszeniert.— Donnerstag 8: Mädchen für alles, volkstümliche Vorstellung.— Freitag halb 8: Der Stärkere, Erstaufführung.— Samstag 8 Uhr: Kiki. äpoti-Hriek-Itörpeepskege Frauenwettkämpfe der DTIä nm das Hnmmelhanfovä Memorial In Königgrätz fanden am Sonntag die Frauenwettkämpfe der DTJC um das Hummelhansovä Memorial statt. Die Frauen trugen einen Fünfkampf aus, die Mädchen einen Dreikampf. Ueber- raschend war die starke Teilnahme der Mädchen im Gegensatz zu den Frauen. Die Wettkämpfe nahmen einen schönen Verlauf und wurden auch von einer großen Zuschauermenge mit Interesse verfolgt. Leider herrschten ein starker Wind und kaltes Wetter, welche beffere Ergebnisse verhinderten. Im Dreikampf der Mädchen siegte Helena Cerna(Königgrätz) mit 225*14 Punkten vor Mazurovä(Pilsen) 206.52 und Cubovä(Prag) 201.23 Punkten. Die Einzelergebnisse der Siegerin: 60 Meter: 8.0 Sek., Weitsprung: 4.49 Meter, Schleuderball: 82.60 Meter. Den Fünfkampf der Frauen gewann Razkovä(Königgrätz) mit 401.43 Punkten vor Patrmanovä(Prerau) 380.20 und Hrubä(Prag) 356.18 Punkten. Die Siegerin erzielte folgende Ergebnisse: 60 Meter: 8.1 Sek., Weitsprung: 4.33 Meter, Schleuderball: 25.80 Meter, Hochsprung: 1.29 Meter, Kugel: 9.42 Meter. Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein« 4X60 Meter-Stafett« der Mädchen durchgeführt, welche Königgrätz in 33 Sek. vor Prag 37.3 Sek- und Schatzlar getvann. Vor dem Mitropacup-Finale Sparta verliert gegen FerencvaroS nur 1:2(.0:2) In Budapest fand am Sonntag das erste Schlußspiel im Mitropacup zwischen Sparta Prag und FerencvaroS statt. Die Prager, die bestrebt waren, möglichst wenig Tore, zu erhalten, gehen nun mit den besten Aussichten am kommenden Sonntag in das eigentliche Endspiel. Die Ungarn hatten in der ersten Hälfte mit dem Wind im Rücken fast alles vom Spiel und als sie schon 2:0 führten, glaubte man an eine Hobe Niederlage der Prager. Doch die anfängliche Unsicherheit der Sparta legte sich und ein gleichwertiges Spiel begann. Es ging mitunter hart aus hart und beide Parteien hatten Verletzte aufzuweiscn. Die Budapester schossen zwar noch ein drittes Tor, das aber wegen Abseits keine Anerkennung fand. Die Prager erzielten ihr einziges Tor aus einem Freistoß von der Strafraumgrenze durch Braine. Mo-Kau gegen Prag 3:3(2:1) Das zweite Match des Prager bürgerlichen Fußballtcams in der SSSR fand am Sonntag in Moskau vor 70.000 Zuschauern statt, unter denen sich u. a. die Volkskommissare Woroschilow und Molotow sowie der Vorsitzende des Zentralvollzugsausschusses Petrowski befanden. Das Match, das so viel offizielles Gepräge aufwies, wurde in einem überaus schnellen Tempo durchgeführt und war reich an spannenden Augenblicken. Das erste Tor schossen die Prager durch Silny. Die«Moskauer glichen durch Smirnow aus und gingen durch Jlin in FLH- rung. Nach der Paus« brachte der Prager Spieler Mraz für seine Farben den Ausgleich und die Führung. Knapp vor Schluß gelang den Moskauern durch Smirnow wiederum der Ausgleich. Tie Prager hatten ihren besten Mann in dem Torhüter Tichy, welcher viele gute Chancen der Russen zunichte machte.■ Njpest in Preßburg geschlagen! Dem CSK Vreßburg gelang es am Sonntag, den in kompletter Aufstellung antretenden ungarischen Meister Ujpest mit 4:2(0:2) zu besiegen. Belgrad gegen Brünn 2:0(1:0). Das in Belgrad ausgetragen« Städtespiel endete mit dem sicheren Siege der Belgrader. Nach der Pause wurde ein Brünner' ausgeschlossen. DSB Saaz neuerlich geschlagen. Mit dem gleichen Ergebnis, mit dem der SK Pilsen in Saaz das Ligaspiel gegen die Saazer verloren bat— 4:2 — gewann er daheim das Freundschaftsspiel.■ Divisionsspiele DFB: Die Neberraschung bildete die hohe Niederlage der SpVg Bodenbach in Karlsbad gegen KFK mit 1:5(1:2). Der BSK Gablonz gewann gegen den Reichenberger FK 6:0(3:0) und der Warnsdorfer FK schlug den VfB Teplih 7:2(4:1). In der mäbrischen Gruppe siegte DSB Trovpau gegen SK Mähr.-Schönberg 4:2(3:0) und DSK Teschen blieb mit 5:1(3:1) über SK Jägerndorf erfolgreich. Mittelböhmen: Viktoria Ziikov gegen Liffa 6:1, Slavoj VIH gegen Meteor VIII 4:1, SK Nusle gegen Ruselsky SK 3:2, Rapid gegen CAFC 2:1, Union Zizkov gegen Viktoria Nusle 6:3, Sparta Kladno gegen Sparta Kosik 4:0. Böhmen-Land: AFK Pardubitz gegen B.-Bud- weis 5:3(I), Rakonitz gegen Königgrätz 1:0, Pola- ban Rimburg gegen Kopisty 4:0, SK Pardubitz gegen Königinhof 4:3, Jungbunzlauer SK gegen Petkin 2:0, Slavia Karlsbad gegen Snöhari Taus 0:0. Mähren-Schlesien: Polonia Karwin gegen Morabia Brünn 2:1, Schief.-Ostrau gegen Han. Slavia 7:1, Prerau gegen Slovan M.-Oftrau 3:1, Kral. Pole gegen Slavia M.-Oftrau 3:3, Baka Zlin gegen CSK Freistadt 9:0. Sonstige Fußballergeiniffe. Kladno: Slavia Prag gegen SK Kladno komb. 2:0(1:0).— Brüx: DFK Komotau gegen DSK 7:3(2:2).—• Weipert: DSK gegen Schwalbe Brüx 3:2(1:1). — Haida: DSK gegen DSB Trautenau 2:1 (2:1).— Reichenberg: SK Rochlitz gegen DSB B.-Leipa 4:6(2:4).— Brünn: Zidenic« komb. gegen DSB Zwittau 7:1(3:1).— Ig la u: DFC gegen Sportbrüder Prag 6:2(4:1).— Budapest: Kispeft gegen Phöbus 3:3, Törekves gegen Attila 8:1, Budafok gegen Bocskai 0:0.— W i e n: Rapid gegen Sportklub 3:1, Austria gegen Flor. AC 3:2, Admira gegen Wacker 5:0, FC Wien gegen Hakoah 4:2.— Helsinki: Norwegen gegen Finnland 5:1(1:1). Tschechoslowakische Leichtathleten in Wien. Auf dem WAC-Sportplatz fand ein internationales Meeting statt, bei welchem Rosicky(Tsch.) über 809 Meter als Zweiter in 1:54.6 Min. den tschechoslowakischen Rekord verbesserte und die Prager Sportlerin Pckarovä den Dreikampf mit 214 Punkten gewann. Im Rahmen dieses Meeting wurde ein Klubkampf WAC gegen CSK Preßburg, ausgetragen, den die Wiener mit 33.5:17.5 Punkten gewannen. Ter Schwimmländerkampf Tschechoslowakei— Italien, der in Mailand auSgetragen wurde, endete mit einer knappen Niederlage der Tschechoslowakei von 74:76 Punkten. Vier neue tschechoslowakisch« Rekorde wurden dabei erzielt, und zwar: 100 Meter Rücken: Heiling 1:14.8 Min„ 200 Meter Brust: Abeles 2:54.6 Min., 200 Meter Brust(Frauen): Würfel 3:14.4 Min., 200 Meter Freistil(Frauen): Schramek 2:24.7 Min. Das Wasserballspiel verlor die Tschechosiowakei mit 0:2. Das 4. Große Flachbahnrenne« für Motorräder wurde am Sonntag im P r a« ger Masaryk-Stadion vor ungefähr 60.000 Zuschauern durchgeführt. In sportlicher Hinsicht war die Veranstaltung nicht vorbildlich und besonders der Prager.Liebling". Juban nahm sich viele Freiheiten heraus, die dann zu seiner Disqualifikation und Bestrafung führten. Es gab auch einige Stürz«, die jedoch ziemlich glimpflich verliefen. Die einzelnen Sieger fuhren zumeist mit Maschinen der heimischen Fabrikmarke.Jawa". In den Pausen führte der Wiener Panek mif einer Jawa-Maschine Kunstfahren vor, das reichlichen Beifall fand, obwohl es ihm zuerst stark verübelt wurde, daß er seine Kunststücke mehr vor der Tribüne Und dem schwach besetzten ersten Platz absolvierte und dem zweiten Platz vieles vorenthielt, was er auf der.besseren" Seit« zeigte. Jedenfalls haben aber diejenigen Zuschauer, welche das größere Kontingent an den Einnahmen ausmachten, bewiesen, daß sie nicht gewillt sind, sich so brüskieren zu lassen. Das Verfolgungsrennen(250 und 350 ccm) gewann im ersten Lauf Kosina(Jawa) in 2:27.7 Min., den zweiten Lauf Edlund(Schweden)" in 2:27.8 und den dritten Juhan(Jawa), in. 2:29 Min.— Im Rennen für 500 ccm siegte im ersten und zweiten Lauf Gunzenhauser(Drittes Reich) in 2:26 bzw. 2:39.9 und im dritten Lauf Hansen (Dänemark) in 2:22.5 Min.-— Das Verfolgung»? rennen der Junioren(175 und 250 ccm) gewann im ersten und zweiten Lauf Stanislav(Jawa) in 2:47.1 bzw. 2:42 Min. Ein Verfolgungsrennen der drei Besten der Kategorien 175, 250, 35.0 und 500 ccm gewann Stanislav in 2:35.1 Min. Das Trostrennen holte sich Killmeher(Oesterreich) in der besten Zeit des Tages 2:20.1 Min. Juhan und Bardas, die heimischen Spitzenfahrer, trugen ein Herausforderungsrennen aus, do? letzterer gewann, da Juhan knapp vor dem Ziel .aufsteckte". Das Beiwagen-Rennen(über 10 Runden) begann recht verheißungsvoll. Von den acht Maschinen blieben am.Schluß aber nur zwei übrig. Die Hauptrennen gingen über fünf Runden zu je 700 Meter. Vereinsnactuicitten- Atus Prag Mittwoch, den 11. August, halb 8 Uhr abends, im Parteiheim wichtige Ausschußsitzung. Erscheinen aller Funktionäre Pflicht Mitteilungen aus dem Publikum. Die„unsichtbare QualitätSkomponente" ist ein ganz neuer Begriff, welchen Philips bei seinen neuen Radiogeräten anführt. Was verstehen wir darunter? Die neuen Philips-Geräte find durch eine Reihe von Eigenschaften gekennzeichnet: Klangreinheit, Trennschärfe, auswechselbare Stationsnamen-Skala, Kurzwellenteil, Betriebssicherheit, neue, elegante Form usw. Außer diesen Eigenschaften umgibt jedoch die Philips-Empfänger noch der„Nimbus" des Qualitätserzeugnisses einer Weltfirma von internationalem Ruf und internationaler Verbreitung. Darin liegt jenes gewisse..Etwas", das die Philips- Empfänger gegenüber allen anderen Empfängern auSzeichnet und das wir als unsichtbar« Qualität-skomponente bezeichnen können. Man kann diese unsichtbare Qualitätskomponente de» Philips-Empfänger,, die eher gefühlsmäßig zu erfassen ist, als mit Worten zu beschreiben, am besten durch ein Symbol zum Ausdruck bringen: Durch das Wellen- und Sternen-Enblem — die bekannte Philips-Schutzmarke. Dieses Enblem wird somit zum sichtbaren Ausdruck der unsichtbaren Eigenschaften: Für das umfassende Wissen der PhilipS-Laboratorien, für die Konstruk» tionserfahrungen der größten Radiofabriken der Welt, für die langjährigen Forschungen auf elektro- akustischem Gebiet! DaS PhilipS-Wellenenblem kennzeichnet also schon äußerlich den„Mehrwert" der Philips-Empfänger und steurpelt sie dadurch zu Geräten einer höheren Klasse." 30—68 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins SauS oder bei Bezug durch die Post monatlich AS 16.—, vierteljährig AS 48.—, halbjährig Ai 96.—ganzjährig AL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungssrankatur wurde von der Poft« und Tele- araphendirektion mit Erlab Nr. 13.800/VII/1S30 bewilligt.— Druckerei:.Qrkis". Druck-. DerlagS- und ZeitungS-A.-G„ Prag.