Hazetprals 70 Htnai (•iMchliaSlick I Mlw MH ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII..FOCHOVA 41 TELEFON SW77. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR) WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 15 Jahrgang Freitag, 27. September 1935 Nr. 226 Ein neuer Dreibund? Deutschland-Polen—Ungarn Wege aus der Krise 1■ Der Wiederaufbau unseres Exports P a r i s. Zu der bereits gemeldeten Berliner Reise des ungarischen Ministerpräsidenten G ö m- d ö s erfährt der Korrespondent der„Jnfornmtion financierc", ihr Zweck feien Verhandlungen über den Anschluß Ungarns an das deutsch-polnische Bündnis» dessen Grundlagen von Göring und Ribbentrop ausgearbeitet wurden, also die Verwirklichung eines deutsch-polnisch-ungarischen Dreibundes. Reichskanzler Hitler, der bisher ein Gegner der Politik des BorkriegS-Allianzsystems war und seine bisherige Politik darauf beschränkte, den Rachbarn Deutschlands, mit Ausnahme von Litauen, Nichtangriffspakte anzubieten, habe unter dem Einfluß der letzten Ereignisse seine Auffassung geändert, insbesondere unter dem Eindruck des aktiven Eintretens Rußlands in die europäische Politik. Es gelte fast als stchrr, daß die Anregung zu diesen Verhandlungen von der polnischen Regierung a» s g i n g, die sich durch die Politik Rußlands und durch die neue Annäherung zwischen Rußland und Rumänien bedroht fühle. * Budapest. Ministerpräsident Gömbös hat sich Donnerstag früh mit seiner Begleitung zu dem angekündigten Besuch nach Deutschland begeben. In Begleitung des Ministerpräsidenten befinden sich der Pressechef des Außenministeriums, der Leiter der politischen Abteilung des Außenministeriums sowie sei« Adjutant. Schon daraus ist ersichtlich, daß es sich nicht mn eine harmlose„Jagd", wie rS gestern hieß, sondern um hochpolitische Konferenzen handelt. Gömbös ist bereits in Nemonien thart an der litauischen Grenze) eingetroffen. Seine Begleitung flog nach einer kurzen Zwischenlandung in Insterburg nach Berlin weiter. -» Es scheint, meldet H a v a s aus Berlin, daß in Nemonien über die Fragen der Spannung zwischen Polen und der Tschechoslowakei verhandelt werden wird oder verhandelt wurde, und ferner Hungerkrawalle im Berliner Arbeiterviertel Berlin. Im Berliner Stadtteil Wedding kam es in der Brunnen- und Ackerstraße zu Hungerkrawallen. Diese begannen damit, daß tue Frauen beim Einkauf von Kartoffeln laut ihrer Empörung über die wachsende Teuerung Ausdruck gaben. ES bildeten sich spontan Demonstrationen, und verschiedene Lebensmittelgeschäfte wurden geplündert. AlS dir Unruhen größeren Umfang annahmen, griffe« Feldpolizei und SS ein. Dabei wurde von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Dir Unruhe erfaßte auch einige dortige Großbetriebe, in deneck dir Vorfälle mit auffälliger Schnelligkeit bekannt wurden. Es wurden massenhaft Verhaftungen vorgenommen. pressederlcktlguns: Zu dem in unserer Folge von Sonntag, den 22. September, gebrachten Artikel„Henlein und das Dritte Reich", der den Bericht über den Prozeß der Sudetendeutschen Partei gegen die„Prager Presse" enthielt, erhielten wir von den beiden Anwälten Dr. Hans Kohl und Dr. Hans Neu- Wirth folgende Berichtigung: ES ist unwahr, daß wir offensichtlich ein großes Interesse daran zeigten, daß eine möglichst lange Frist für die schriftliche Vorlage und, Prüfung der Beweisanträge eingeräumt werde. Wahr ist vielmehr, daß wir verlangten, daß Herr Dr. Boucek seine Beweisanträge unverzüglich zu den Akten bringe. ♦ Durch diese Berichtigung wird der Eindruck, den unser Berichterstatter aus der Haltung der beiden Anwälte empfangen hat, nicht im geringsten abgeschwächt. Die Redaktion. über den Einfluß des Sowjewerbandes auf dem Balkan und schließlich über die sich aus dem italienisch-abessinischen Konflikt ergebenden Probleme. Aufschlußreich ist auch eine Bemerkung der offiziösen„Diplomatischen Korrespondenz", daß diejenigen Staaten, welche durch die von Rußland, der Tschechoslowakei und Rumänien ein- grschlagene Politik betroffen sind, pflichtgemäß Umschau halten müssen. Die Nachrichten der ausländischen Presse von dem bevorstehenden Abschluß eines Luftabkommens zwischen Deutschland, Pole« und Ungarn gewinnt unter diesen Umständen an Wahrs cheinlichkeit. Genf.(Havas.) Infolge des Beschlusses der donnerstägigen Ratssitzung wurde die Prozedur nach Art. 15 des Paktes eingeleitet, doch ruht die Anwendung dieses Artikels, solange der Rat nicht die Schlußresolutionen genehmigt. Damit ist Mussolini eine letzte Frist gegeben, aus der Sackgasse herauszukommen. ♦ Das weitere Verfahren Der Artikel 15 des Völkerbundpaktes betrifft das Schlichtungsverfahren. Der 8 4 lautet: „Kann die Streitfrage nicht geschlichtet werden, so erstattet und veröffentlicht der Rat einen auf einstimmigem Beschluß oder Mehrheitsbeschluß beruhenden Bericht, der die Einzelheiten der Streitfrage und die Vorschläge wiedergibt. die er zur Lösung der Frage als die gerechtesten und geeignetsten empfiehlt." Wenn dieser Bericht vom Rat— abgesehen von den Vertretern der Streitparteien— einstimmig angenommen wird, so verpflichten sich die Bundesmitglieder, gegen keine Streitpartei, die sich den Vorschlägen des Berichtes fügt, zum Kriege zu schreiten.^ Ist dagegen keine Einstimmigkeit erreicht worden, so behalten sich die Bundesmitglieder das Recht vor,„die Schritte zu tun, die sie zur Wahrung von Recht und Gerechtigkeit für nötig erachten". Für den— nicht sehr wahrscheinlichen— Fall der einstimmigen Annahme der Vor- 'chläge des Rates müßte ein kriegerisches Vorgehen Italiens gegen Abessinien dann die Sanktionen nach Artikel 16 zur Folge haben, in dem es heißt: „Schreitet ein Bundesmitglied entgegen den in de« Artikeln 12, 13 und 15 übernommenen Verpflichtungen zum Kriege, so wird es ipso facto so angesehen, als hätte eS eine Kriegs- Handlung gegen alle anderen BundeSmirglie- der begangen. Diese verpflichten sich, unverzüglich alle Handels- und Finanzbeziehungen zu ihm abzubrechen, ihren Staatsangehörige« jeden Verkehr mit den Staatsangehörigen des Vertragsbrüchigen Staates zu untersagen und alle finanziellen, Handels- und persönlichen Verbindungen zwischen den Staatsangehörigen dieses Staates und jedes anderen Staates, gleichviel ob BundeSmft» glied oder nicht, abznschneiden. I» diesem Falle ist der Rat verpflichtet, den verschiedenen beteiligten Regierungen vorznschla- gen, mit welche» Land-, See-»der Luftftreitträf- . Die schwere Arbeitslosigkeit, die seit Jahren über den industriellen Gebieten der Republik lastet, ist im heurigen Jahre nicht geringer geworden. Im Jahre 1934 sind von Ende Feber bis Ende August 271.856, 1935 in derselben Zeit 276.874 Arbeitslose wieder eingestellt worden. Es handelt sich also auch Heuer nur um eine Saisonbelebung der Wirtschaft, nicht aber um eine wirkliche Konjunktur. Jnbesondere die arbeitenden Massen des deutschen Volkes sind von dieser Stagnation der Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Daß die Arbeitslosigkeit die deutschen Gebiete der Republik stärker betroffen hat, wurde schon im Expoff ten jedes Bundesmitglied zu der bewaffneten Macht beizutragrn hat, die den Bundesverpflichtungen Achtung z« verschaffe« bestimmt ist." Weitere Bestimmungen betreffen die gegenseitige Hilfeleistung der Bundesmitglieder bei der Ausführung der zu ergreifenden wirtschaftlichen und finanziellen wie auch militärischen Sankttonen.' Für den Fall, daß die vom Rat vorgeschlagene Lösung nicht einstimmig angenommen wird, gelten für Italien trotzdem die Bestimmungen des Artikels 12, daß es in keinem Falle vor Ablauf von drei Monaten nach dem Spruch der Schiedsrichter oder dem Bericht des Rates zum Kriege schreiten darf. Da dies Italien natürlich nicht befolgen würde, so drohen ihm für die frühere Eröffnung der Feindseligkeiten ebenfalls a ll e im Artikel 16 angedrohten Sanktionen- Eden und Laval einig Heber die Sitzung wird folgender ausführlicher Bericht veröffentlicht: Der RatSvorsitzendr schlug sodann vor, an die Redigirrung eines Schlutzbe» r i ch t e S mit der Empfehlung zu schreiten, daß mit den betreffenden Arbeiten alle RatSmit» g l i e d e r betraut werden. Der Bölkertnndrat schließt di« gegenwärttge Sitzung nicht ab und wird rasch seinen Bericht herstellen. Der Vertreter Englands, Minister Eden, bedauerte, daß da? Schlichtungsverfahren keine Lösung gebracht hat. Die englische Regierung habe bereits zu verstehen gegeben, daß sie es als d' e Pflicht aller betrachte, das Instrument deS Völkerbundes bei der Lösung des afrikanischen Konfliktes nicht autzeracht zu lassen. Tie englische Negierung ist immer noch der gleichen Meinung und glaubt, daß gemäß Artikel 15,§4, unverzüglich ohne weiteren Zeitverlu st, vorgegangen werden müsse, was die Möglichkeit nicht apsschließt, noch im Haufe der Arbeiten des Völkerbundrates eine frieSdliche Lösung des Konfliktes zu versuchen. Eden betonte, daß eine Schlichtungsaktton nurim Rahmen lveSVölkerbund- o altes möglich ist. Am Schluß seiner Ausführungen hob Eüen hervor, daß per Frieden aufrechterhalten werden müsse und daß deshalb nichts unterlassen werden dürfe." Die englische Negierung ist fest entschlossen, an ihrer bisherigen Politik festzuhalten, 1 deren Richtlinien allgemein bekannt sind. Ministerpräsident Laval schilderte in einer kurzen Rede die gegebene Sachlage und wiederholte mehrmals, daß er mit der Ansicht des britischen Ver« .(Schluß auf Seite 2) des damaligen Ministers für soziale Fürsorge, Dr. Alfred M e i ß n e r, bewiesen, das dieser am 20. November 1934 im Abgeordnetenhaus« gehalten hat und in welchem er als die am stärkste» von der Arbeitslosigkeit betroffenen Bezirke Graslitz mit 36.1 Prozent, Sternbcq, mit 30, Rumburg mit 29.1, Neudek mit 25.4, Friedland mit 23.4, Freudenthal mit 22.7, Elbogen mit 21^4 und Karlsbad mit 21.3 Prozent Arbeitslosen an führte, durchwegs Bezirke mit deutscher Bevölkerungsmehrheit. Nach einer anderen Statistik waren Ende August von tausend. Einwohnern in Bezirken mit mehr als der Hälfte deutscher Bevölkerung 76.4, in jenen mit mehr als der Hälfte tschechischer Bevölkerung nur 27.7 arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit ist alsoim deutschen Gebietes« st dreimalsogroßalsim tschechischen. Die Frage der Wiedereinstellung der durch Jahre hindurch arbeitslosen Menschen im Gesamtgebiete der Republik, insbesondere aber in den deuffchen Industriegebieten, ist wohl die bedeutsam st e wirtschaftliche und soziale Frage des Staates, die auch ihre große politische Bedeutung hat und der die Aufmerksamkeit aller zugewendet sein muß, welche einen Ausweg aus der Krise suchen. Die Erfahrungen der letzten Jahre lehren uns, daß eine Wiedereinstellung der Arbeiter insbesondere im deuffchen Gebiete, das ist also eine wesentliche stärkere Beschäftigung unserer Arbeiter in der Textil-, Glas- und Porzellanindustrie sowie im Kohlenbergbau, nicht möglich ist ohne einen Wiederaufbau unseres Exports. Die tschechoslowakische Einfuhr hat im.Jahre 1928 über 21 Milliarden betragen, sie ist dann in den folgenden Jahren Jahr für Jahr gesunken, bis sie ihren tiefsten Stand im Jahre 1933 mit 5.853,000.000 XL erreicht hat. 1934 hatte sie einen kleinen Aufftteg zu verzeichnen, die Ausfuhr betrug in diesem Jahre 7.287,000.000 X£, sie belief sich also trotz der geringen Besserung auf nurei-nDrittelunsererAusfuhr während der Hochkonjunktur. Auch im heurigen Jahr ist ein kleiner, aber nicht sehr bedeutender Fortschritt zu verzeichnen. Jrsi ersten Halbjahr 1934 betrug unsere Ausfuhr 3.146,000.000 XL und im ersten Halbjahr 1935 3.278,000.000 XL. Wie sehr die Tschechoslowakei ins Hintertreffen gerät, lehrt die einfache Feststellung der Tatsache, daß, ordnet man die Länder dem Wert des Außenhandels auf 1000 Einwohner nach, dieTschechoslowakische Republik er st an 14. Stelle steht und nicht nur hinter der Schweiz, Belgien, Großbritannien, Frankreich und Schweden, sondern sogar hinter Deutschland, Oesterreich und. Portugal rangiert. Das ist ein unerträglicher Zustand: einen Teil der uns verloren gegangenen Ausfuhr müssen wir wiedergewinnen, wenn die sudetendeutschen Arbeiter leben und wieder arbeiten sollen. » Jede Maßnahme zur Hebung unserer Ausfuhr stößt zunächst auf eine Zersplitterung unserer Außenhandelspropa, garttra.. Eine ganze'Reihe von Behörden, unter ihnen mehrere Ministerien, sind es, welche sich mit dem Außenhandel befassen, so das Außen-, Handelsund Landwirtschaftsministexium(das in der letzten Zeit eine eigene Außenhandelssektion errichtet hat), das Finanzministerium sowie das Devisenamt, das Getreidemonopol, die Handelskammern. Bei dieser Sachlage ist es unmöglich, zweckmäßige Maßnahmen rasch durchzuführen. UnsereUn« terhändler bei Handelsverträ- gen wissend orl au ter borge setzten Behörden nicht, was sie verlangen sollen und welchts der StandpunktderRegierung ist. Es ist schon einigemal bei Handelsverträgen vorgekommen, daß unsere Vertreter die Verhandlungen abbrechen mußten, weil die kompetenten Behörden untereinander nicht einig waren. Den vielen Kompetenzkonflikten, die da entstehen, kann nur abgeholfen werden durch Errichtung eines A u ß n h a n d e l s m i n i st e r i u m S, in dem dir gesamte diesbezügliche Agenda konzena Letzte Frist für gütliche Austragung Verfahren nach Artikel 15 beginnt G e n f. Rach einer kurzen nichtöffentlichen Sitzung verhandelte der Völkerbund am Donnerstag vormittags in öffentlicher Sitzung über den abessinisch-italienischen Konflikt. Der Borfitzende konstatierte, daß die Schlichtungskommiffion de» Fünferausschusses beendet sei und nunmehr die weiteren Bestimmungen des ArttkelS 15 des BölkrrbundpakteS in Betracht kommen. Lord Eden verlangte im Namen Englands die sofortige Anwendung des 8 4 des Artikels 15. Laval schloß sich diesem Verlangen vollinhaltlich an. Seife 2 Freitag, 27. September 1935 Nr. 228 Die Schweiz verzichtet auf Gleichschaltung Offizielle Erklärung Im Nationalrat Bern. Im schweizerischen Nationalrat brachte der Sozialdemokrat C a n o v a eine Interpellation über die Tätigkeit der reichsdeutschen nationalsozialistischen Vereine in der Schweiz und insbesondere des nationalsozialistischen Führer- Wilhelm Gustloff in DavoS ein. Der Chef des eidgenöffischen Justizdepartements, Bundesrat Baumann erteilte eine ausführliche Antwort und schloß seine Ausführungen wie folgt: ES gibt keine Schweizer, die sich als unerlöste Deutsche fühlen oder Angehörige eines anderen Staates sein möchten, und sofern einzelne wenige solcher Wirrköpfe vorhanden friert ist. Ergänzt könnte das dadurch werden, daß die beiden Häuser des Parlaments eigene Außenhandelsausschüsse einsetzen, da sich die gegenwärtigen Handels« und Gewerbeausschüsse meist mit Gewerbefragen befassen. Der Einwand des Finanzministers, den dieser anläßlich seiner letzten Rede in der Prager Messe erhoben hat, daß damit die Zahl der für den Außenhandel kompetenten Behörden nur noch um eine vermehrt werden würde, trifft nicht zu, da den bisher kompetenten Behörden die betreffende Agenda eben entzogen würde. Die Errichtung eines Außenhandelöministeriums wäre so die organisatorische Voraussetzung zu einer einheitlichen, erfolgreichen, dem Staat und der Bevöl- kerung dienenden Außenpolitik. Die Umgestaltung der weltwirtschaftlichen Beziehungen seit dem Beginn der großen Krise verlangt aber auch eine völlige Aenderung unseres Handelsvertrags- systems. Unsere früheren auf der Meistbegün« stigungsklausel beruhenden Handelsverträge sind Überholt. Sie müssen ersetzt werden durch den Abschluß zweiseitiger Handelsverträge auf der Grundlage der Gegenseitigkeit(Reziprozität). Die Handelsverträge werden gegenwärtig abgeschlossen im Sinne des Ausgleichs der tz a n d e l s b i l a n z, d. h. die mit uns Verträge abschließenden Staaten lassen soviel tschechoslowakische Waren ins Land, als wir Waren von ihnen abnehmen. Wennwirnichtein« führen, können wir nicht ausführen. Die Koalitionsparteien müssen sich also über einen Wirtschaftsplan einigen, gemäß welchem bestimmte Waren in einer bestimmten Menge zur Einfuhr freigegeben werden. Wenn insbesondere die Agrarier nicht dazu gebracht werden, ge- wisse Mengen von Nahrungsmitteln ins Land zu lassen, dann kann unser industrieller Export nicht gesteigert und unsere Arbeiter können nicht beschäftigt werden. Legen sich die Agrarier auf eine Politik der Autarkie fest, d. h. wollen sie alle Nahrungsmittel im Lande selbst erzeugen, dann müßten wir darauf verzichten, auszuführen und x müßten uns darauf einstellen ewig Hunderttausende von Arbeitslosen zu haben, und das Lebensniveau der Bevölkerung in den bisherigen Industriegebieten müßte dauernd auf einem Niveau gehalten werden» da? ein Niveau des Hungers, de- Elends, des Niederganges und der Massensterblichkeit wird. Der Abschluß von zweiseitigen auf Grund sein sollten, werden sie dem allgemeinen Gespött preisgegeben sein. Auch mit Bezug auf die Grundlagen unsere- Staatswesens stellt sich das Schweizer Volk in seiner überwältigenden Mehrheit auf den Boden der Demokratie und der Freiheit. Wir verzichten auf Gleichschaltung und sind stolz darauf» daß sich in der jahrhundertealten Geschichte Angehörige verschiedener Bolks- stämme, Sprachen und Konfessionen zu einem untrennbaren Bunde der Eidgenossen znsam- mengefunden haben. Der Interpellant erklärte sich teilweise befriedigt. des Ausgleiches der Handelsbilanz abgeschlossenen Verträgen macht aber auch dringend eine Reform der Außenhandelsstatistik notwendig. Ein gewisser Teil unserer Ausfuhr erscheint nämlich in der Statistik unter.Hamburg" und.Bremen", so daß die wirkliche Ausfuhr verschiedener Länder in die Tschechoslowa- kische Republik größer ist, als in der Statistik sowohl des Auslandes als auch in der unseren ausgewiesen erscheint. Erst unlängst hat man in einem unserer immer wichtiger werdenden Ausfuhrländer, in Britisch-Jndien,, diese Entdeckung gemacht. Die Folge davon ist natürlich, daß die Einführkontingente, die uns von den Uebersee- staaten zugemessen werden, geringer sind als sie uns gebühren würden. Ja es geht so weit, daß Deutschland auf Gr undder zu unseingeführtenWarenAusfuhr- kompensationen erhält. Eine Reform dieser Außenhandelsstatistik sowie Maßnahmen, daß Ueberseeprodukte direkt zu uns gelangen, würde unseren Handelsverkehr mit einer ganzen Reihe von Importländern beleben. Das beste Mittel, um zu diesem direkten Jmportzu gelangen, wäre die Schaffung von Jmportsyndi- taten. Ein außerordentlich wichtiges Mittel ist die Exportpropaganda. In dieser Beziehung ist ein glücklicher Anfang durch die Gründung des Exportinstituts gemacht worden und soweit man sieht, ist daS Exportinstitut auf dem rechten Wege. ES hat sich gezeigt, daß eine Reihe von Ländern durch Einstellung von Wanderausstellungen(es gibt auch für Uebersee schwimmende Ausstellungen, die sogar Pplen veranstaltet, während wir vorläufig noch nichts tun) und die organisierte Beschickung fremder Messen.- wesentlich zur Belebung des Außenhandels beitragen. Gerade auf der Brüsseler Weltausstellung hat Man gesehen, daß wir döe Gelegenheit, die sich da bietet, Besucher aus fremden Ländern mit unseren Erzeugnissen bekannt zu machen, nicht wahrgenommen haben. Außerordentlich zurück sind wir auch in der Bereisung deS Auslandes durch Handelsdelegationen oder einzelne Personen zwecks Information und Anknüpfung von Geschäftsverbindungen. Während sich in Japan ganze Industrien zusammenschließen, um ,, die Bedürfnisse fremder Länder kennen zu lernen und so die Voraussetzungen zu einem erhöhten Export schaffen, halten wir bei uns noch immer an den alten individuellen Methoden einzelner Firmen fest, die veraltet sind und durch Kollektivarbeit ersetzt werden müßten. Auch im Außenhandel ist nämlich die Zeit des Individualismus vorüber. Es wurde schon gesagt, daß der direkte Import ohne die Vermittlung des ausländischen Händlers am besten durch Einfuhrsyndikate durchzuführen wäre. Aber auch im Exportgeschäft wären Syndikate sehr vonnöten. Es ist oft vorgekommen, daß die Handelskammer oder das Exportinstitut Aufträge an tschechoslowakische Firmen weitergegeben haben und daß diese sich gegenseitig so im Preise unterboten haben, daß der ganze Export zu einem Verlustgeschäft geworden ist. Auch für die Aufteilung von Ausfuhrkontingenten wären Syndikate notwendig, wobei jene Waren bevorzugt werden müßten, in denen ein großer Lohnanteil enthalten ist. Selbstverständlich müßten in diesen Syndikaten auch die Arbeiter und Verbraucher vertreten sein, wie denn überhaupt der Außenhandel aufhören muß ein Monopol der in den Handelskammern organisierten Unternehmer zu sein. Schafft Arbeiterkammern, damit auch die Arbeiter eine öffentlich-rechtliche Institution erhalten, durch welche sie auf den Außenhandel in einem Sinne Einfluß nehmen können, der für Staat und Bevölkerung gleich nützlich wäre. Eine Wiederbelebung des Exportes ist auch nicht möglich, ohne zu einer strengeren Kontrolle der Kartelle zu gelangen als bisher. Immer wieder wurde die Erfahrung gemacht, daß die Ausfuhr bestiimnter Waren erschwert, ja unmöglich gemacht wird durch die hohen Kartellpreise. So ist unsere nordböhmische Blasinstrumentenindustrie nur konkurrenzfähig wegen der hohen Kartellpreise von Blech und es kommt ost vor, daß wir bestimmte Waren nicht exportieren können, weil die Verpackung, sei es Blech oder Papier, zu teuer ist. Hier sieht man, daß die privaten Kartelle die gesamte Wirtschaft schwer schädigen und daß der Staat eingreifen muß, um nicht durch das hemmungslose Profitstreben einzelner Großkapitalisten ganze Exportindustriezweige erschlagen zu lassen. Will man die Frage der Belebung des Exportes lösen, dann darf man an der Kreditfrage nicht vorübergehen. Unsere Exportindustrie braucht Kredite, damit sie Rohstoffe einkaufen und Arbeitslöhne bezahlen kann. Es muß dafür gesorgt werden, daß die Industrie auch das Geld für die Waren erhält, die sie-ins Ausland liefert. Es wäre also nicht unzweckmäßig» eine Zentralisierung des Geldverkehrs der Exportiydustrie durch dke Schaffung einer Exportbank durchzuführen, welche sowohl die Industrie unterstützen könnte durch die Beschaffung des notwendigen Kredits als auch durch die Regelung des Zahlungsverkehrs mit dem Auslande, durch die raschere Abwicklung des Clearings(Zahlungsausgleich) usw. Diese Frage aber führt uns zu der wichtigen Frage der Beschaffung des Kredits überhaupt, sowohl für die Industrie, die für den Export arbeitet, als auch für die Industrie, die für das Inland beschäftigt ist, und schließlich zur Frage des Kredits für den Staat und die Selbstverwaltung. Davon wollen wir in unserem nächsten Auffatz sprechen. Eden und Laval einig (Schluß von Seite 1) treters Eden vollkommenübereinstimme. ES ist notwendig, schloß Laval, größtes Entgegenkommen walten zu lassen. An der Aussprache nahm auch der Sowjetkom- miflär Litwinow teil, der erklärte, daß die Etappe der Reden und Erklärungen beendet sei. Die russische Regierung hat bereits ihren Standpunkt und die Prinzipien, die sich aus diesem Standpunkt ergeben, bekmmtgegeben. Der Standpunkt der russischen Regierung kann keinen Zweifel darüber lassen, wie Rußland di« Schlußanträge auf Beilegung des abessinisch-italienischen Konfliktes aufnehmen wird. Nachdem noch der dänische Außenminister Munch sein Bedauern über das Mißlingen der Schlichtungsaktion bekundet hatte» wurden die Erklärungen des Ratsvorsitzenden einmütig angenommen. Die italienische Delegation hatte an der Ratssitzung nicht teilgenommen. Der neue aus allen Ratsmitgliedern mit Ausnahine des italienischen Delegierten gebildete Ausschuß wird unverzüglich auf Grund des Artikels 15 deS BölkerbundpakteS seine Tätigkeit aufnehmen. Englands Stellung zu Mitteleuropa Die Antwort überreicht London. Donnerstag nachmittags wurde im Außenamte dem französischen Botschafter die Antwort der britischen Regierung auf die französische Frage nach dem Standpunkte» den Großbritannien im Falle eines Angriffes in Europa einnehmen würde, überreicht. Der Text der Antwort wird z» Beginn der nächsten Woche veröffentlicht werden und umfaßt etwa 600 bis 700 Worte. Pumpversuch Schachts in London? London. Es verlautet, daß der Präsident der deutschen Reichsbank und Reichsfinanzminister Dr. S ch a ch t sich für einen Besuch in London vorbereitet, um in den dortigen Finanzkreisen eine neue Anleihe für Deutschland zu erwerben Allgemein hält man dafür, daß allfällige Verhandlungen scheitern werden. Pariser Tagung der Internationale Paris. Gleichzeitig mit den Tagungen des Allgewerkschaftlichen und kommunistischen ArbeitS- vtroandessmoekm Paris eine Tagung des Präsidiums der Allgewerkschaftlichen Internationale statt. Das Präsidium beschloß, den ordenüichen Kongreß der Gewerkschaftsinternationale für Mai oder Juni des nächsten Jahres nach London einzuberufen. Gebilligt wurde auch der Standpunkt des Exe- kutivauSschussrs des Gewerkschaftsmternationale, der gemeinsam mit dem Präsidium der Sozialistischen Arbeiter-Internationale in Angelegenheit des italienisch-abessinischen Konfliktes nach Genf brklmntgegcbcil wird. Am Freitag tritt der gemischte Ausschuß der beiden International«: zusammen» um über die internationale politische Lage zu verhandeln. 35 VILLA OASE oder: Pie FALSCHEN BDROEg Roman von Eugene Dablt Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Er hatte eine Dauernadel gekauft, die auf Saphirspitze lief, unverwüstlich und besonders klangvoll. Solange hatte das Geschirr abgewaschen und durfte eintreten. Irma hörte andächtig zu. Hie und da übte sie Kritik, oder sie summte eine bekannte Melodie mit oder gestand ihre Vorliebe fiir Romanzen. Sie befand sich in gehobener Stimmung. Solange war halbwegs anstellig. Julien aufmerksam, und in Paris war einer, der zuftieden war, dank ihrer Hilfe. Heitere Musik war das beste Mittel, die etwas bedrückende Äbendstille aufzuhellen. Der Sonntag war da. Früh am Morgen fuhr Julien im Auto nach Melun. Er ging gern einkaufen. Es machte ihm Spaß, mit gerissenen Kaufleuten um den Preis zu feilschen und hinterher ein Glas mit ihnen zu trinken. Aber heute kam er schnell zurück. Er fand sein Haus im vollen Betrieb. Die Mutter Pougette war sauber gewaschen, und ihr dürftiger Haarknoten thronte, fest zusammengerollt. auf ihrem gestriegelten Hinterkopf. Sie trug ein Mieder von schwarzem Tuch und einen Falbelrock, der über den Boden streifte. Solange hatte ihren Sonntagsstaat angelegt, dazu eine weiße Schürze mit Spitzen. Irma war noch im Morgenkleid und half bei der Arbeit, Julien rupfte zwei Hühner und gab so lange gute Ratschläge, bis ihn Irma in den Keller schickte, damit er den Wein abzöge. AIS es zehn schlug, tauchte er, angelockt von einem verführerischen Dust, in der Küche wieder auf. Er war gerade fertig mit seinem Anzug, als er die Wagen durch die Rue du Petit Bau tollen hörte. Erst brüllten die Hupen, dann schlug die Klingel an. Hals über Kopf rannte er die Treppe hinunter. Unten standen die Kameraden mit ihren Frauen. Alle reckten die Hälse und schienen die Billa Oase nicht genug bestaunen zu können. Er ging auf Papa Adam zu. »Na, wie gefällt dir die Baracke?" „Ich werde sie daS geschlossene Haus nennen. Warum machst du am hellen Tag die Läden zu?" »Heiliger Papa Adam. Ich habe doch die Fenster an der Straßenseite zumauern lassen, damit man nicht gestört wird. Jetzt find es Wandschränke." Sie traten im Gansemarsch ins Haus. Die Damen trugen duftige Sommerkleider von grellfarbigen Stoffen und Strohhüte mit Fransen oder Bändern, die Herren leichte Lüster- oder Leinenjacken, gestreifte Hemden und schneiend bunte Krawatten. Nur Papa Adam war, wie immer, im schwarzen Jakett mit weißer Weste und Phantasiebeinkleid. In der Hand hatte er seinen korkzieherartig gewundenen Stock, auf den er sich schwer stützte. Vor dem Teich blieben sie zuerst-stehen. Das war ja ein richtiger Sre wie im Walde von Vincennes, Goldfische gehörten hinein und Schwäne. Julien jubelte innerlich. Er zeigte einen seltenem Baum, der aus Japan stammte, und den lauschigen Winkel unter den Fichten, wo man, wenn man wollte, lieben konnte. Und er prahlte mit der ungeheueren Obsternte, die si« haben würden. Mit der gleichen Begeisterung besichtigten sie das Haus. Dann steckten die Frauen ihre Köpfe zusammen, um zu tratschen, und die Männer gingen in den Keller. Zum Aperitif versammelten sich alle im Garten. »Na, sitzt man hier nicht besser, als im Cafe des CourseS?" fragte Julien. Es war ein schöner Julitag. Kein Wunder, daß sie ihre Liebe zum Land entdeckten! Besonders diese Gegend hatte es ihnen angetan. Hier stank es nicht nach Misthaufen, man sah weder Höfe, noch Bauern, und es gab keine Fabriksschornsteine und auch keine Kommunisten. Außerdem war man in fünf Minuten im Walde oder an der Seine, wo man sich in den Gartenlokalen amüsieren konnte. Höchstens im Winter konnte es zuweilen unangehm werden. Es gab viel Regen oder Frost» und um vier wurde es dann dunkel... „DaS alles hat nichts zu sagen", entgegnete Julien.»Einmal mutz man sich zurückziehen. Ich habe keine Sehnsucht nach Paris. Meine Frau auch nicht. Uebrigens könnte ich jeden Tag verkaufen. An Angeboten fehlt es nicht. Ein Haus wie unseres kann man weit und breit suchen." „Es ist historisch", setzte Irma hinzu..Fls- chon hat uns erzählt, Gabriele d'Estrees habe hier gewohnt— es war früher ein Kloster— und später auch ein Minister Napoleons l. Unsere Mauern sind über einen Meter stark." Sie gingen ins Eßzimmer. Irma hatte ihr Silber aufgelegt, das beste Leinen, das schönste Geschirr. Bor jedem Gedeck lag ein Kärtchen. Trotz dieser Vorsicht war es nicht einfach, Platz zu finden. »Wir werden wohl alle unsere hundert Kilo haben, wenn nicht noch ein paar Pfund mehr", bemerkte Julien.„Nur das Mädchen ist dürr. Die Familie hat nichts zu fteffen." Die Unterhaltung wandte sich den Armen zu, die im allgemeinen selbst schuld an ihrem Elend waren. Jeder wußte ein Beispiel von ihrer schlechten Wirtschaft und von ihrer Undankbarkeit gegenüber ihren Arbeitgebern anzuführen. „Und das will die Welt auf den Kopf stellen!" „Man ist ja auch einmal Arbeiter gewesen und weiß Bescheid." „Sie mögen uns nur unsere Tage in Ruhe beschließen lassen. Aber mit ihrer Revolution hat es wohl auch keine Eile." Die Schüsseln gingen von Hand zu Hand, die Teller füllten, die Gläser leerten sich. Es war so warnt, daß die Männer Jacke und Kragen ablegten, die Frauen ihr schweißglänzendes Gefickt vergebens puderten. Jeder suchte eine bequeme Stellung. Der Tisch war zu klein für alle die Bäuche und Brüste, die sich vorwölbten, und die Stühle krachten unter der Masse der Schenkel. Sie saßen Arm an Arm, fteuten sich ihres Lebens und ihres sicheren Besitzes, erzählten mit Genugtuung von ihren Geschäften und Projekten und warfen triumphierend mit den Ziffern ihrer Einkünfte um sich. Plötzlich erschollen fröhliche, an Jahrmarktlärm erinnernde Ausrufe: Solange brachte einen neuen Gang. Nach dem Essen traten sie wieder in den Garten. Die Männer rauchten Zigarren, die Frauen englische Zigaretten. Ein kreischendes Geräusch zerriß die Stille. Julien hafte das Grammophon aufgezogen, und sie hörten, zurückgelehnt in ihre Rohrsessel, mit kleinen Schlucken ihren Motta oder chren Likör trinkend, die neuesten Modeschlager. Sie rührten sich nicht, öffneten nur den Mund, um besser atmen zu können und legten stöhnend die Hand auf den Magen. Julien schlug vor, sich ins Gras zu strecken, aber die Frauen fürchteten sich vor »Tieren", und die Männer hatten Angst um ihre Hosen. Außerdem gab ihnen der Teich etwas Mhlung. »Schön, so fahren wir, wenn wir verdaut hichen, an die Seine", meinte er. Punft vier Uhr reckten sie ihre Glieder und ttetterten in ihre Wagen. Der Delage fuhr wie ein Präsidentencoupee an der Spitze, ihm folgten knatternd Charliers offenes Auto und der anscheinend schlecht geölte Viersitzer von Langlois. -(Fortsetzung folgt.) Nr. 226 Freitag, 27. Sevtember 1935 Seite 3 tfudetendcutsdie r Zeifepie^el 1. 2. 3. Ausfuhr von Jndustrieerzeugnissen gefördert werden. Wenn bei den in der Tschechoslowakischen Republik herrschenden Lohnverhältnissen jetzt noch viele Waren und Erzeugnisse des täglichen Bedarfes teuerer werden, dann ist nicht auszudenken, was daraus in den kommenden Monates entstehen soll. Die Gewerkschaften verlangen aber auch, daß in allen handelspolitischen Einrichtungen den wirtschaftliche« Organisationen der Arbeiterklasse ein entsprechender Einfluß ein geräumt wird sich die Vertreter der Verbände des Deutschen Ge- werkschaftsbundeS und die Leiter der Kreisgewerkschaftskommissionen mit den augenblicklichen Aufgaben der Gewerkschaftsbewegung, mit den in der öffentlichen Diskussion stehenden Fragen der Wirtschaftspolitik, mit der Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten und mit Angelegenheiten der Sozialpolitik, insbesondere mit der Einführung der 40-Stundenwoche. Ferner mit der Bekämpfung der Teuerung und mit den dringlichsten Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Konferenz tagte am 23. und 24. September in Reichenberg. Sie war von allen Verbänden beschickt und zwar nahmen an ihr von jedem Verbandsvorstande mehrere Vertreter teil, außerdem waren Vertreter von sämtlichen Kreis- gewerkschastskommissionen anwesend. Am ersten Verhandlungstage standen die wirtschaftliche Lage, die nächsten sozialpolitischen Ziele und Wirtschaftsfragen zu Beratung; am zweiten Tage wurde über die bevorstehende Novellierung des Gesetzes über den Staatszuschuß zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung und über alle damit zusammenhängenden Fragen verhandelt. Den Vorsitz führte Abg. Gen. Schäfer. Der Abg. Genosse Macoun berichtete dann über die wirtschaftliche Lage, über die im Rahmen der Arbeiterbewegung in Aussicht genommene Fürsorgeaktion, über die Arbeitsvermittlung und die 40-Stundenwoche. Ausgehend von der Tatsache, daß sich in dem wirtschaftlichen Krisenzustande der Tschechoslowakischen Republik seit der letzten größeren Konferenz im Rahmen des Deutschen GewerkschastSbundes nicht viel zum Besseren gewendet hat, verwies er auf die drohenden Gefahren, vor denen die Arbeiterklasse steht. Im Jnlande ist die Arbeitslosigkeit nur um weniges zurückgegangen. Die Not in den Massen der Werktätigen Bevölkerung wird von der Ersatzpartei für die verbotene Bewegung der Hakenkreuz- lcr demagogisch auSgenützt. Es ist deshalb notwendig, daß unsere Verbinde und die KreisgewerkschaftSkommissionen dem Treiben der Henleinpartri ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Eine Schwächung der gewerkschaftlichen Organisation, wie sie die Sudetendeutsche Heimatfront mit aller Kraft anstrebt, ist ein Ziel, für das sich viele deutsche Industrielle jederzeit begeistert haben. Der Redner beschäftigte sich nun eingehend damit, wie die sudetendeutsche fascistische Partei die gewerkschaftliche Frage behandelt. Durch einen gesamtstaatlichen Arbeiterausschuß der Sudetendeutschen Partei soll nun Abhilfe geschaffen werden. Zunächst aber sollen die Honleinanhänger unter den Arbeitern in den fteien Gewerkschaften verbleiben, dort aber henleinpolitisch zu wirken. Was die Arbeiter von der Henleinpartei zu erwarten haben, das zeigen ihre sozialpolitischen Auslassungen. Der Ruf nach der Abschaffung des Genter Systems und die Arbeitsbeschaffungspläne der sudetendeutschen Fascisten sind durchaus nicht darnach angetan, innerhalb der Arbeiter und Angestellten Zustimmung zu finden. Zu den kommunistischen Angeboten auf Herstellung der Einheitsfront Bildungsarbeit Aktion zur Massenschulung Die Zentralstelle für das Bildungswesen hat eine durchgreifende Aktion zur Massenschulung eingeleitet. Es handelt sich dabei um ein Mindestprogramm, dessen Durchführung allen Organisationen zur Pflicht gemacht wurde. Dieses Programm sieht vor, daß in jeder Lokalorganisation unserer Partei im Laufe der ersten Winterhälfte drei Vorträge abgehalten werden sollen. Als Themen wurden vorgeschrieben: Vom utopischen zum wissenschaftlichen Sozialismus. Marx und der Marxismus. Vom kapitalistischen Wirtschaftschaos zur sozialistischen Planwirtschaft. Die Aufgabe dieser Schulungsakiion, zu der nicht nur die Mitglieder» der Partei, sondern auch jene der Gewerkschaften sowie die der Erziehungsund Kulturorganisationen eingeladen werden sollen, ist es, die geistigen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus in die Hirne und Herzen der arbeitenden Menschen zu verpflanzen und ihnen das geistige Rüstzeug für den Kampf mit den fascistischen Phrasen zu geben. Dem Pseudosozialismus setzen wir das Gedankengut des wissenschaftlichen Sozialismus entgegen. Die Zentralstelle für das Bildungswesen stellt allen. Referenten r die VortragsanMtuya§m Bei: Zum Thema„Vom utopischen zum wissenschaftlichen Sozialismus" ist bereits die Vor- tragSanleitung sowie eine billige Broschüre erschienen. Die Materialien für die anderen Vorträge werden in kurzer Zeit herauskommen. Erfolge unserer Bildungsarbeit Wie außerordentlich stark daS Bildungsbedürfnis unserer Arbeiterschaft auch in der gegenwärtigen chaotischen Zeit ist, geht auS der Tatsache hervor, daß die Vorträge des bekannten Arbeiterbildners Dr. Josef Luitpold Stern überall überfüllt sind. Dies gilt besonders für die Vortragsreihe„Das Antlitz der Weltwirtschaft", die vom Genossen Stern unter Benützung von Schallplatten und Lichtbildern bereits in einer Reihe von Bezirken veranstaltet wurde. Wir zitieren aus Beweis hiefür einen Bericht über die Vortragsreihe, die soeben in Böhm.-Kam- n i tz abgeschlossen wurde: „Der erste Abend begann mit 250 Be- Eine Konferenz unserer Gewerkschaften Dringliche sozialpolitische Maßnahmen, 40-Stundenwoche und Wirtschaftsfrasen In zweitägigen Verhandlungen beschäftigten I industrie und deren Leistungsfähigkeit muß die und daß sie ebenso bei handelspolitischen Maßnahmen gehört werden wie die Unternehmer der einzelnen Industrien. Zu den beiden Berichten sprachen die Genossen Neumann(Ve-band der Glas- und Ke- ramarbeiter), Bergmann(Allgemeiner An- gestellten-Berband), Schiller(Verband der Bekleidungsarbeiter), L a d i g(Internationaler Metallarbeiter-Verband), Dinnebier(Fabrikarbeiter-Verband), R e h w a l d(Union der Textilarbeiter), Nitschmann(K.G.K. Neu- Titschein), Mayer(K. G. K. Reichenberg), Denk(K. G. K. Böhm.-Krumau), Kirchhof(Zentralgewerkschaftskommission), Ma- xant(Verband der Holz- und Landarbeiter), Schmidt(Union der Textilarbeiter), Weigel(Zentralgewerkschaftskommission), Sch e j WI (Bühnenbund), W a n i e k(Graphische Union). (Schluß folgt.) suchern. Wir hatten^Tische und Stühle im Saale ausgestellt und es war der Saal des Arbeiterheimes gut gefüllt. Am zweiten Abend mutzten wir die Tische hinausräumen und nur Stuhlreihen stellen und der Saal war wieder voll. Der dritte Abend hatte bereits eine Besucherzahl von 350 Personen. Der vierte Vortrag über Afrika ergab ein überfülltes Haus mit 400 Personen. Und was wir gestern erlebten, ist noch nicht dagewesen. Fünfviertel Stunden vor Beginn des Vortrages begann der Zustrom der Besucher^ Schon lange vor Beginn, war kein freier Stuhl Mehr vorhanden. Nach der Vorführung der Lichtbilder mutzten wir den Lichtbilderapparat hinauSgeben und jedes freie Fleckchen wurde besetzt. Die Galerie war gesteckt voll. Die Fenster mußten wir wegen zu großer Wärme öffnen und vor den Fenstern standeN Leute. 500 Besucher, das ist nicht überschätzt, haben am letzten Borttag teilgenommen Es waren auch Kommunisten unter ihnen, aber auch bürgerliche Leute haben einmal den Weg inS Arbeiterheim gefunden." Wir freuen uns über diesen außerordentlichen Erfolg der sozialistischen Bildungsarbeit und veröffentlichen diesen Bericht als Ermunterung für andere Bezirke. Keine Neiden lieber die Flucht Jungs und Schuberts schreibt an leitender Stelle dtt„B«nkov": Die Flucht Jungs und Schuberts hat dem Lager unser radikalen Deutschen nichts genützt. Die Jugend, welche sich von ihnen führen ließ, und wegtss ihrer Unüberlegtheit, ihrer Unreise und ihres hohlen Idealismus die Faust des Gesetzes verspürt hat, wird kaum Helden in Führern sehen, welche der Sicherheit den Vorzug gaben vor dem Mut. Kein Volk kann dauernd und aus lange Zeit eine Katastrophenpolitik betreiben. Seien wir ehrlich, nicht einmal die tschechische Delegation vor dem Kriege hat eine solche gemacht bzw. es machte sie nur eine Nein« Gruppe... Die Anhänger einer katastrophalen Politik unter den Deutschen können ihre Hoffnungen nur und ausschließlich auf einen Machtkonflikt, auf eine Lösung mit Waffen stützen. Jede Befriedung, jede Beruhigung der Verhältnisse in Europa wird auch ihr Echo haben in bezug auf die Lage unserer Minderheiten, welche erkennen müssen. führte Genosse Macoun aus, daß darin gar nichts anderes zu sehen ist, als ein neues Manöver in dem Bestreben, die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratie zu schwächen. Bon einer gründlichen Umstellung in der kommunistischen Politik kann nicht gesprochen werden. Die Geschlossenheit der Arbeiter im Kampf gegen den Fascismus ist notwendig. Diese kann aber nicht erreicht werden durch die Methoden, die bei den Kommunisten in ihrer Einheitsfront-Taktik Anwendung finden. In Sachen der Fürsorgeaktion verweist Genosse Macoun darauf, daß eine Abordnung der freien Gewerkschaften und der Partei schon am Anfang des heurigen Jahres der Regierung vorgeschlagen habe, eine große staatliche Fürsorgeaktion durchzuführen. So wie im vorigen Jahre leitet auch in diesem Jahre für den kommenden Winter der Verband der„Arbeiterfürsorge" eine Hilfsaktion für die Arbeitslosen und deren Familien ein, die von den Gewerkschaften nach Möglichkeit unterstützt und gefördert werden soll. In Sachen der 40-Stundenwoche ist leider kein Fortschritt zu vermerken. Z« den wirtschaftliche« Frage« und zur Teuerung berichtete Genosse Abg. Schäfer. Die wirtschaftliche Lage der Tschechoflowakischen Republik macht ein rasches Handeln notwendig. Insbesondere in den Grenzbezirken der Republik ist ein Eingreifen des Staates zur Linderung der Massennot dringlich. An erster Stelle der jetzigen Aufgabe des Staates steht die Arbeitsbeschaffung. Da sind die notwendigen Beträge für Jnoestitionen von der Staatsverwaltung bereitzustellen. Die sozialistischen Regierungsparteien verlangen die Auflegung einer entsprechenden Inlandsanleihe. Mit Rücksicht auf den Umfang unserer Export- Budapester Eindrücke Von Wenzel Jaksch Die ungarische Hauptstadt hat, wie jede andere Großstadt, zwei Gesichter. Hat man ihre Arbeiterviertel zum erstenmal im fahlen Zwielicht ! froststrenger Jännertage gesehen und nun ihre Prunkgebäude am Donauquai im strahlenden Glanz der Septembersonne, dann fallen Kontraste auf wie zwischen Nacht und Tag. Budapest ist zweifellos eine der schönsten Metropolen des Kontinents. Es ist etwas eigenes an den zwei großen Stromstädten in der mittleren Donau. In Wien wie in Budapest erzeugt der Widerstreit der bewegten Stromlandschaft mit der kraftvollen Beharrung^ ihrer historischen Baudenkmäler ein beschwingtes, ewig rhythmisches Lebensgefühl der Bewohnerschaft, das auch von der Ungunst der Zeitläufte nicht ausgelöscht werden kann. Blickt man schärfer in die Gesichter der Menschen, dann will es scheinen, datz auch Budapest neben Wien einer der großen Druckpunkte der mitteleuropäi- i schen Verelendung ist. Sie sind im Durchschnitt schlechter gekleidet und genährt als etwa in Prag, was aber durchaus nicht besagt, datz das schleichende Elend unserer Notstandsgebiete irgendwie übertroffen wird. Die zusätzliche Industrialisierung in Restungarn nach dem Kriege scheint im Gegenteil eine Entspannung zumindestens auf ! dem industriellen Arbeitsmarkt gebracht zu haben. Die Zahl von 40.000 Arbeitslosen erscheint bei der die Million überschreitenden Einwohnerschaft Budapests nicht gerade katastrophal, wenn auch zu bedenken ist, daß keine staatliche Arbeitslosenfürsorge existiert. Die hauptstädtische Gemeindeverwaltung Hilst sporadisch in der Form von Natu- ralspenden und Ausspeisungen, die aber über die privaten Charitas-Organisationen geleitet werden« • Budapest verzeichnet in diesem Jahr eine sehr gute Fremdensaison. Viel Reichsdeutsche, aber auch Engländer, Franzosen, Oesterreicher und Bürger anderer Westländer sind auf Schritt und Tritt anzutreffen, besonders von den reizenden Auslug-Winkeln auf der Ofner Königsburg, der Residenz des Reichsverwesers Horthy, in den stromumrauschten Parkanlagen der Margarethen- Insel und auf dem stadtbeherrschenden, zinnengekrönten St. Gellerthügel, von wo aus, wie erzählt wird, der erste christliche Apostel von den damals noch heidnischen Magyaren in einem innen mtt Nägel-Spitzen gespickten Fatz in die Donau gerollt worden ist. Sehr sympathisch berührt die durchgängige Freundlichkeit der Einheimischen den fremden Gästen gegenüber. Auf die höfliche Frage, ob der betreffende Passant oder Stratzenbahnschaffner deutsch spreche, erhielt ich stets eine höfliche Antwort. Dem ersten Kondukteur schickte ich vor dem Straßennamen unseres Parteihauses noch ein ungarisches Teszek(Bitte) voraus, aber er sagte gemütlich:„Ich werde Dir schon sagen, wo aussteigen." Ein anderer Schaffner, der sprachlich weniger auf der Höhe war, requirierte im Wagen einen deutschsprechenden Fahrgast, der noch dazu das gleiche Reiseziel hatte und mich fürsorglich bei der Margarethen-Insel absetzte. Auch in dem der Stadwerwaltung gehörigen St. Gellert-Bad wird mit fremden Aufschriften nicht gekargt, wobei nach dem Verhältnis der ausländischen Besucherzahlen die deutsche keineswegs hinter der französischen oder englischen versteckt wird. Das.Geheimnis pes gehobenen daß es für sie keinen Weg ins Ausland gibt und daß jeder Eingriff von außen ein Eingriff gegen sie selbst ist. Sozialpolitische Resolution vom Subkomitee fertigsestellt Prag. Donnerstag vormittags fand die letzte Sitzung des vom sozialpolittschen Ausschuß eingesetzten Subkomitees statt. Das Subkomilee arbeitete für das Ausschußplenum» das am nächsten Dienstag zusammentreten soll, eine Resolution aus, die im wesentlichen eine Modifizierung des seinerzeitigen Antrages der sozialistischen Parteien zur Frage der Arbeitslosigkeit und der Teuerung darstellt. Den Bericht über diese Resolution erstattete Abgeordneter T u L- n Y. Die Resolution selbst wird erst am Freitag der Presse zugestellt und dann veröffentlicht werden. Henlein beim Innenminister? Prag. DaS„Prävo Lidu" erfährt aus gut informierter Quelle, daß Herr Henlein am Donnerstag vom Innenminister Dr. E e r n Y empfangen worden sei. Das„Prävo Lidu" spricht mit vollem Recht seine äußerste Verwunderung darüber aus, datz der Führer einer Partei, der sich von schweren Beschuldigungen, die gegen ihn und seine Partei vor dem ordentlichen Gericht erhoben wurden, bisher nicht reingewaschen hat, es wagt, den Innenminister um eine Audienz zu bitten., ,, Wenn Henlein glaube, datz, falls er wieder irgendeine schriftliche Loyalitätserklärung abgibt, die nichtagrarischen Parteien hinsichtlich seiner staatSgefährlchen Tätigkeit die Augen zudrücke» würden, so irre er stark. Nicht weniger befremdend sei es allerdings, datz der Innenminister, der über die wahre Tätigkeit der Henleinpartei sehr gut informiert sei und der gewiß auch den eben begonnenen großen Prozeß verfolge, Henlein in Audienz empfangen habe. Justizminister' inspiziert Gefängnisse. Justizminister Dr. Ivan D ö r e r nahm in den Tagen vom 10. bis 25. Sep^mber eine Inspizierung der Strafanstalten vonM a r t h a u s und B o r u vor. Hiebei besichtigte er gleichzeitig die Kerker und Gebäude der Kreisgerichte in Licin und Pilsen und informierte sich über den Stand der Richter und des Kanzleipersonals. Fremdenverkehrs in den Donaustädten scheint also die nicht nur von beamteten Steflen, sondern auch vom Publikum ohne Ausnahme an den Tag gelegte Höflichkeit gegenüber' den ausländischen Besuchern zu sein. Von einer feindlichen Atmosphäre gegen eine andere Sprache, wie-sie sudetendeutsche Provinzgäste leider oft genug in Prag unliebsam verspüren, ist in Budapest absolut nichts zu bemerken. Das mutz ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten offen ausgesprochen tverden. Solche flüchtige Beobachtung sagt natürlich garnichts aus über die Lage der nationalen Minderheiten im heutigen Ungarn. In diesem Punkt scheint die offizielle Budapester Politik nach dem Umstürze am wenigsten gelernt zu haben. Sie will absolut nicht begreifen, datz jede Klage über die Situation der ungarischen Minderheiten in den Nachbarstaaten zur Blasphemie wird, solange mehr als eine halbe Million Deutscher in Restungarn nicht einmal eine Bürgerschule^ Mittelschule oder Lehrerbildungsanstalt hat. Di« sogenannten Minderheitsschulen, etwa 450 an der Zahl, bestehen in der Mehrheit aus dem berüchtigten C-Typ, wo die Kinder ausgerechnet eine Stunde pro Woche in ihrer Muttersprache lesen und schreiben lernen. Nur der westungarischen Grenze entlang gibt es rund 40 Minder- hettsschulen des sogenannten A-TypS mit vorwiegend deutschem Unterricht. Der Rest sind utraquistische Schulen. Den Slowaken im Gebiet von Bskeszaba geht es womöglich noch schlechter. Dieser Stand der Dinge läßt sich vor der Welt nicht verbergen und verschlechtert die ungarische Position vor jedem Forum des internationale« Rechts. ,(Fortsetzung folgt) Sekte l Freitag, 27. September 1935 Nr. 22» Ein rveiter Volkssportprozeß in Brünn Ehemalige Funktionäre der nationalsozialistischen Partei vor Gericht Montag beginnt vor dem Brünner Kreis- Strafgericht ein Prozeß, der, allerdings in kleinerem Maßstabe, ein zweiter Volkssportprozeß werden dürfte. Angeklagt sind ehemalige Funktionäre der aufgelösten nationalsozialistischen Partei wegen Verbrechens der Vorbereitung von Anschlägen gegen die Republik nach 8 2 des Schutzgesetzes. Die Angeklagten sind der ehemalige Sekretär der DNSAP in Brünn Richard Wicker aus Neutitschein, der ehemalige Vorsitzende der Kreisleitung und Landesvertreter Erwin Gröger aus Brünn, der Obersekretär Johann Richter, der. Beamte und ehemalige Stadtrat Oskar Judex und der Privatbeamte Karl Klug, alle drei aus Brünn. Der Prozeß wird einige Tage lang dauern. Den Vorsitz führt O. G. R. Dr. Hagel, die Klage vertritt Staatsanwalt Dr. M e d e k. Die Angeklagten werden von Dr. Branczik, Dr. Schwabe und Dr. K r e i ß l verteidigt. Besserung in 6er Lase der Krankenkassen Nach sieben Jahren ständiger Abgänge, so schreibt„Ceske Slovo" an leitender Stelle, welche im Jahre 1933 eine solche Höhe erreichten, daß sie die gesamte Konstruktion der Krankenversicherung bedrohten, ist in der Wirtschaft der Krankenkaffen eine wesentliche Besserung eingetrten. Die beiden größten Verbände dieser Anstalten, das ist der Ustiedni svaz nemocenskhch pojiskoven und dasÜstkedi nemocenskhch pojistoven geben bekannt, daß die Wirtschaft ihrer Mitgliedsanstalten im Jahre 1931 mit einem Ueberschuß abschließen. Von 45 im Üstredi vereinigten Krankenkaffen haben im Jahre 1932 34 Anstalten, im Jahre 1j>33 noch 24 und 1934 nur noch fünf Anstalten ein Defizit ausgewiesen. Die Paffiven von 34 Mitgliedsanstalten haben im Jahre 1932 rund 11.5 Millionen XL betragen. Die Anzahl der paffiven Anstalten sank jedoch im Jahre 1934 auf fünf, ihre Fehlbeträge machten keine ganzen 400.000 XL aus. Die Aktivität der übrigen Anstalten dieser Zentrale sind von ungefähr 2.5 Millionen XL im Jahre 1932 auf fast 10.5 Millionen XL gestiegen. Desgleichen hat sich der Stand der Reservefonds verbessert, welche im Jahre 1927 mehr als eine Biertelmilliarde betrugen und bis zum Jahre 1933 auf nicht ganze 130 Millionen gesunken sind. Im Jahre 1934 begann jedoch eine Wandlung auch bei diesen Anstalten, von denen 73 ein Wachstum der Reservefonds im Gesamtbetrag« von 16.6 Millionen und bloß 16 Anstalten einen Rückgang von nicht ganz einer Million XL aufweisen. Abschaffung der Lebensmittelkarten In der USSR» Lebensmittelpreise werden herabgesetzt Moskau. Das Zentralkomitee der kommunistischen Partei und der Rat der Volkskommissäre veröffentlichen eine Verordnung über die Senkung der Kleinhandelspreise für Brot, MehjMmd Graupen, über die Abschaffung de Äi ebensmittel- karten-Systems sowie über die Einführung staatlicher Kleinhandels- Einheitspreise für Fleisch, Fisch, Zulker, Fette und Kartoffeln. Die Verordnung, welche die Unterschrift Stalins und Molotows trägt, weist darauf hin, daß die Abschaffung des Kartensystems und die Einführung von Einheitspreisen auch die letzten Reste der Spekulation beseitigt, den Warenumsatz gebessert und den Wohlstand der Massen gehoben haben. In Moskau beträgt die Preissenkung für Brot 15 Prozent, für Fleisch und Fische über 36 Prozent, für Butter und Margarine 30 Prozent und für Kartoffeln 14 Prozent. Otzzen«en? Wiest. Wie vor einigen Wochen gemeldet wurde, errichtet Österreich eine Donaustrom- ,,P o l i z e i". Die Werften in Korneuburg lieferten dieser Tage die ersten neun Motorboote für je sechs Mann Besatzung mit kompletter Ausrüstung. Die Boote sind mit Mas chinenge- wehren ausgerüstet und haben Panzerdecks. In Wien und in Niederösterreich werden zwei dieser Motorboote in Verwendung stehen, die übrigen werden an den Grenzen Dienst versehen. Sie werden ihren Dienst in den allernächsten Tagen aufnehmen. In der zweiten Oktoberhälfte wird die Wiener Polizei neue Schn ellüberfallau to- mobile mit einer Besatzung von je acht Mann mit modernster Ausrüstung, mit Maschinengewehren, Gasabwehrapparaten und einer eigenen Empfangsstation in jedem Wagen einführen. Die neuen Wagen sind nach amerikanischem Muster für den Sicherheitsdien- hergestellt. Im Falle von Unruhen können sie jedoch der Polizei eine wirksame Waffe für schnelle Kampfaktionen bilden. FurchtbaresBerbrecheu bei Eger Ein grau s i g e- Verbrechen Hai den ganzen Egerer Bezirk in hellste Aufregung versetzt. In der Nähe von'Eger, unweit des „Nonnenhofes", wurde von Spaziergängern die Leiche einer Frau gesundem die als die Prostituierte Anna Rohm aus Eger festgestellt wurde. Die Leiche bot einen fürchterlichen Anblick. Der Mörder hatte- aus den zerrissenen Bein k l e i d e r n der Rohm den Strick gedreht, mit dem er dann sein Opfer erwürgt hat. Die Polizei, die fieberhaft auf der Suche nach dem Täter ist, hat bisher noch keinerlei Anhaltspunkte gefunden. Sieben Jahre Kerker für Militärverrat Pilsen. Das Divisionsgericht in Pilsen verurteilte den Soldaten eines südböhmischen Regiments Hugo Gü t tl e r aus Niederheidisch bei Grulich wegen Militärverrates, Desertion und einiger anderer Delikte zu 7 Jahren schweren Kerkers. Güttler war in Verbindung mit dem reichsdeutschen Mitglied des Kommandostabes der nationalsozialistischen SA Schalowsky und übermittelte ihm während der Zeit seines Militärdienstes zahlreiche wichtige Informationen über den Stand der tschechoslowakischen Armee. Die Kinder der Hebamme Fuchs... Ein Vater, der von nichts etwas weiß Die Hebamme Marie Fu ch s aus Unter- lohnä bei Franzensbad verdiente vor allem an den K i n d e r n, die sie n i ch t zur Welt bringen half. Seit Jahr und Tag hatte sie dem Egerer Bezirkskrankenhaus gefälschte Geburtsscheine vorgelegt und sich damit in den Besitz der Unterstützungsbeiträge und der Entbindungsgelder für die nicht vorhandenen Wöchnerinnen gesetzt. Viele tausend XL hatte die schlaue Fuchsin bereits eingenommen, als schließlich der im en gros aufgezogene Schwindel aufflog. Als eines Tages in der Egerer Krankenkasse ein Mann erschien, der Krankengeld abholen wollte, versuchte man ihm die „Stillprämie" für seine Frau aufzunötigen. Der aus allen Wolken gefallene„Vater" hatte von dem Naturereignis nichts gemerkt— das .Kind" war natürlich, wie so viele andere auch, ein P h a n t asieproduk 1 der Hebamme Fuchs. Die kinderreiche Hebamme wurde jetzt bedingt zu vier Monaten schweren Kerkers verurteilt. Antisemitischer Exzeß in Paris Paris.(Havas.) Etwa 100 Mitglieder der Vereinigung„SolidaritL Francaise" fanden sich Mittwoch abends nach einer Versammlung vor einem Kaffeehaus ein, in dem sich zahlreiche Juden befanden. Sie zertrümmerten die Fenster des Cafes mit Steinen. Außerdem fielen aus ihren Reihen zwei Schüsse. Die jüdischen Gäste liefen aus dem Kaffeehaus und wehrten den Angriff mit Spazierstöcken ab.. Zwei der A st- g r e i f e r wurden v e r l e tzt. Bevor die Polizei erschien, hatten sich die Angreifer zerstreut» doch gelang es dieser, zwölf der Exzedenten festzunehmen. Bei dreien von ihnen wyrden verbotene Waffen gefunden. Das Riesenfeuer im Londoner Hafen konnte auch am Donnerstag vormittags) 20 Stunden nach seinem Ausbruch noch nicht gelöscht werden. 41m 11 Uhr 30 sprang der Brand, auf ein benachbartes Lagerhaus über, in dem ebenfalls beträchtliche Teemengen aufgespeichert sind. Wenige Stunden vorher waren die drei obersten Stockwerke des siebenstöckigen Speichers, wo sich der Herd des Feuers befand, zusammengebrochen. Das gesamte Mauerwerk stürzte nach der Stadtseite hin auf die Straße. Zwei Lastkähne, die unmittelbar vor der Brandstätte vor Anker lagen, sind fast bis zur Wasserlinie ausgebrannt. Insgesamt befanden sich 40.000 Kisten Gummi in dem brennenden Gebäude. Als die Feuerwehr feststellen mußte, daß dem Brand mit Wasser allein nicht beizukommen sei, wurden Hunderte von Schaumfeuerlöschern und ähnlichen der Feuerbekämpfung dienenden Mitteln herangeschafft. Bei den Löscharbeiten sind einige Feuerwehrleute verletzt worden. Infolge einer Explosion innerhalb des Speichers sind in den in der Nachbarschaft gelegenen Häusern zahlreiche Fensterscheiben zersprungen. In der Umgebung der Brandstelle herrscht zur Zeit stärkster Mangel an Trinkwasser, da die Feuerwehr alle verfügbaren Wasserleitungen mit Beschlag belegt hat. Nach den bisherigen Schätzungen soll sich der angkrichtete Brandschaden auf 160 Millionen XL belaufen. Donnerstag, spät abends hüllte eine Wolke beißenden schwarzen Rauches das ganze Lon- dcner Viertel Wapping ein und die Feuertvehr- leute setzten ihren Kampf gegen die Flammen fort, die bereits an Intensität verlieren. Bisher hat der Brand keine Opfer an Menschenleben gefördert. Sturm über Holland Amsterdam. An der holländischen Nordseeküste tobte am Mittwoch ein schwerer Nordwest- Sturm, der acht Todesopfer kostete, große Verheerungen anrichtete und in vielen Städten Ver» kehrsstockungen verursacht«. Im Hafen von- Rotterdam rissen sich zahlreiche Schiffe los. Im Flugverkehr traten starke Verspätungen ein. Auf dem Zuidersee fielen dem Sturm mehrere Fischkutter zum Opfer, wobei vier Menschen ertränkend In Amsterdam wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Eine Frau wurde durch einen schweren Baumast tödlich getroffen, mehrere andere Personen erlitten Kopfverletzungen.— An- drei Orten wurden Radfahrer durch den heftigen Sturm unter di« Räder von Autos geschleudert und überfahren. Die Eroberung der Stratosphäre London. Der Presse zufolge hoffen die Konstrukteure des Stratosphärenflugzeuges, das im Auftrag des Luftfahrtministeriums in Bristol gebaut wird, daß die Maschine eine Höhe von mindestens 15.000 Meter und eine Schnelligkeit von über 500 K i lerne te rin der Stunde erreichen wird. O weiser, o gerechter Richters Wir meinen nicht jenen Richter, von dem Lessings„Nathan der Weise" spricht, sondern einen etwas jüngeren Amtsbruder des llassisch Apostrophierten. Nämlich einen Richter in Tschechisch-Teschen, anno 1935. Dieser gewiß weise Mann hat jetzt— aus einen Bericht der„Pkitomnost" darf man sich wohl verlassen— die Klage gegen einen Mann verhandelt, der beschuldigt wird, ein Verräter zu sein, weil er— bitte wir berichten ganz ernsthaft— seinerzeit beim Plebiszit in Teschen für' die ESR gestimmt habe. Der weise Richter hat diese Klage verhandelt und hat den Versuch des Beweises für diese klägerische Behauptung zuge- lassen. Wir nehmen an, daß es unseren Lesern jetzt gehen wird, wie es uns bei der Lektüre die- ser Mär, die aber keine ist, gegangen ist: sie werden ein paar Sekunden aus dem Kopfschüt- teln nicht herauskommen. Und dann werden sie selber diese einzigartige Geschichte zu deuten versuchen. Wir wetten, daß ihnen dabei zu Bewußtsein kommen wird, wie schwer es die Demokratie hat, wo immer sie auf die Bürokraten angewiesen ist. Und weil wir wissen, daß unsere Leser auch sonst sich ungefähr die gleichen Gedanken mächen werden wie wir selbst, glauben wir, sonst nichts weiter bemerken zu müssen. Aber wenn wir ein entsprechendes Pantheon hätten— dem Richter in Teschen müßte schon heute dort ein Platz gesichert werden. Denn er hat sich um das Vaterland verdient gemacht... ' Der Prozeß gegen die Stawkfktz-Frtiuüderltt. Der neosozialistische Abgeordnete Läfönt, der auch nach seiner Ernennung zum Gesundheitsminister — zuerst inr Uebergangskabinett Bourffon und dann in der jetzigen Regierung Laval— Hauptberichterstatter der parlamentarischen Untersuchungskommission über die Stawisky-Skandale geblieben ist, hat mitgeteilt, daß er soeben seinen Schlußbericht in Druck gegeben habe. Im Laufe des Herbstes wird also die Untersuchung über die Verantwortlichkeit von Parlamentsmitgliedern und Staatsbeamten beendet sein-und es werden die Gerichtsverhandlungen gegen die verhafteten Personen stattfinden, die, Beziehungen zu Stawisky hatten. Das Streicher-Pendel. Die Blätter des Dritten Reiches berichten völlig ernsthaft über die„Erfindung" eines Augsburger Ingenieurs Walter S ch m i tz, die aus einem Pendel besteht, durch dessen Schwingungen—- a r isches Bl u l Don nichtarischem unterschieden werden soll! Das Pendel reagiere^ so versichert dieser Mann, auf arisches Blut genau wie auf Edelmetalle, Gold oder Platin, auf nichtarisches Blut dagegen wie auf die unedlen Metalle, Zinn und Blei... Total verrückt I" Die Pilzvergiftungen in Valence haben inzwischen z w e i w e i t e re To d e sop f er gefordert, so daß sich die Zähl der Toten auf acht erhöht. Bei einigen Vergifteten besteht noch immer L e b e n s g e f a h r._, Volkszählung— 24 Stunden Hausarrest für alle Türken. Sonntag, den 20. Oktober, wird in der ganzen Tür k e i eine V o l k s z ä h- l u n g stattfinden. An demselben Tage wird auch eine Zählung aller türkischen Staatsangehörigen» die sich im Auslande, aufhalten, durchgeführt werden. Am Tage der Volkszählung wird die Bevölkerung 24 Stunden lang ihre W o h- nun g e n n i ch.t ver l a s s x n dürfen. Das Ende der Volkszählung wird durch einen Ka nonensalut bekanntgegeben werden. Eine Million Analphabeten in Polen. Die „Gazeta Polska" verbreitet einen Marmruf, in dem sie darauf hinweist, daß das Analphabetentum in Polennicht nur nicht abnehme, sondern a n st e i g e. Der Etat des Unterrichtsministeriums ist.so verkürzt, daß im letzten.Schuljahr 650.000 Kinder, d. h. 12 Prozent der schulpflichtigen Kinder, o h n e U n t e r r i ch i waren. Man hat errechnet, daß es in Kürze bereits eine Million sein werden, die dem Analphabetentum preisgegeben sind. DaS Landes-Arbeitsamt,(bisher Prag HI.» Tomässkä ul. Nr. 4) ist in seine neuen Räumlichkeiten nach Prag HL, Malostranske nüm. Nr. 30(im Gebäude des Cafö-HauseS) übersiedelt. Die neue Telephonnummer,lautet 476-77.' Küüttschutzmonak ö Klobers not fordert Spfev> der deutschen Iuyendfiwsorge Der Hauptausschuß der Deutschen Lan- d e s k o m mi s s i o n für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen wendet sich im Verband« mit den Zweigvereinen aller deutschen Bezirke a n die deutsche Oeffentlichkeit mit der dringenden Bitte» die Zersplitterung der deutschen Jugendfürsorgearbeit nichtzu fördern, sondern sich zur Bekämpfung der Kindernot und zur Erziehung einer geordneten allgemeinen Jugendfürsorge vertrauensvoll der Deutschen Landeskommission und ihren Zweigvereinen— der Deutschen Bezirksjugendfürsorgen— zu bedienen. Die Deutsche Landeskommission erbittet d i e Mithilfe der ganzen deutschen Oe f- fentlichkeit besonders im Kinderschutzmonate Oktober. Di« Sammelergebnisse sind im'Vorjahre um 500.000 XL(um die Hälfte des früheren Ertrages) zurückgeblieben. Das bedeutet, daß 250 Kinder wenigerem ganzjährige Fürsorge und Erziehung übernommen werden konnten. Alle deutschen Verbände mögen den Monat Oktober als Kinderschntz- monat respektieren und keine anderen Sammlungen durchfüren. Besseres Wetter kommt i In der Nacht auf Donnerstag ist ganz Mitteleuropa von kalter Luft überschwemmt worden, welche hinter einer tiefen Störung über der südlichen Ostsee aus höheren Breiten vorgedrungen ist. Auf den Berghängen der böhmischen Länder fiel zeitweise etwas Schnee. In den Niederungen erreichte die Temperatur meist nicht einmal 15 Grad. Vom Südwesten her nähert sich aber ein Hochdruckgebiet, das eine Wetterbesserung erwarten läßt. Die Nächte dürften anfangs noch sehr kalt sein.. Später wird voraussichtlich Erwärmung eintreten, da sich der Wind nach Süden drehen dürfte.— Wahrscheinliches Wetter von h e u t e: Allmähliches Abflauen des Windes und Abnahme Per Bewölkung.- Nachts sehr kühl, iuk Fallt von Aus- heiterung auch in den Niederungen- leichte Morgenfröste. Untertags bereits etwas wärmer.— Wetteraussichten für Samstag: Im ganzen schön, Morgennebel, untertags allmähliche Erwärmung. Vom Rundfunk ■ap(aM«uw«rtu au*«tau Prosramaraai Samstag: Prag: Sender L: 7: Uebertragung aus Karlsbad, 12.20: Mittagskonzert, 13.45: Opernarien. 18: Deutsche Sendung: Kompositionen von Finke, 19: Deutsche Presse, 19.15: Schallplatten: Smetana, 20.50: Ueberttagpng ins Ausland: Die CSR. im Liede, 22.35: Deutsche Presse. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung: Herbst und Vollendung, Hörfolge.— Brün«: 18: Deutsche Sendung: aus französischen Opern.— Preßburg: 14.15: Nachmittagskonzert. 18.10: Orchesterkonzert. Aufstieg in England Vom 30. September bis 4. Oktober dieses Jahres tagt in Brighton der ordentliche Jahreskongreß der britischen Labour Party. Der Bericht des Parteivorstandes verzeichnet die Zahl von 381.259 Einzelmitgliedern, welche Zahl bisher noch nie erreicht worden war. Davon sind a 222.777 Männer und 158.482 Frauen. Die korporativ durch ihre Gewerkschaften angeschlossenen Mitglieder erreichen die Zahl von 1,897.231. Seit dem Beginn des Werbefeldzuges sind 373 neue Ortsgruppen per Labour Party errichtet worden. Es bestehen 16.000 Frauensettionen. In den Wahlen der Provinzialvertretungen hat die Partei 308 Sitze gewonnen, in 30 dieser Körperschaften die Mehrheit behalten und sie in weiteren neun gewonnen. In den Dezirksvertretun- gen Groß-Londons sitzen 472 Labour-Leute, in, 49 haben sie die Mehrheit. Die stärkste Wahlkreis-Organisation ist in Romford mit 5434- Mitgliedern. Zu den Parteiausgaben haben die Gewerkschaften nicht weniger als 37.900 Pfund(3.7 Millionen XL) beigetragen. Die von jeher kleinen sozialistischen Organisationen außerhalb der Gewerkschaften steuerten allerdings nur 74 Pfund bei, dagegen die Wahlkreisorganisationen 6560 Pfund. Det Bericht hebt hervor, wie sehr der „Daily Herald" durch seinen enormen und stetig steigenden Einfluß der Arbeiterbewegung hilft. Der Bericht der Unterhausfraktion ist gezeichnet vom Vorsitzenden George Lansbury, dem„Haupteinpeitscher" Sir Charles Edwards und dem Sekretär H. Scott Lind- say. Nr. 226 Freitag, 27. September 1935 Seite 5 ,Westböhmisä;e Kreditgenossenschaft" — Kapital IIS Kc 30 h Pilsen. Das Kreisgericht in Pilsen verurteilte Donnerstag unter dem Vorsitz des OberrateS E l e d den öljährigen Tischlermeister auS Pilsen Ludwig Ancineczuacht Monaten, den 3Sjähri- gen Handelsvertreter Alois Hanke aus Bischoftei- nitz zu z w e i Jahren, den 85jährigen Drex- lermeister Wilhelm Soukup ans Pilsen zu z w e i Jahren, den 41jährigen Handelsvertreter Johann P i t t n e r auS Blisova zu einem Jahr und den 50jährigen Agenten Wenzel von sich selbst angeekelt und geht nach Hause. Mit dem festen Vorsatz, nie wieder dem Anfall zu unterliegen. Dann ist er wieder der vorbildliche Familienvater, der äußerst befähigte Beamte und der stille, nüchterne und solide Mensch— bis zum nächsten „Quartal". Daß er seine Stellung noch nicht verloren hat. dankt er seinen großen Fähigkeiten, daß sein Familienleben noch nicht gescheitert ist, dankt er der Einsicht und Nachsicht seiner Frau. Man duldet ihn. Man wird ihm auch diese Affäre noch nachsehen. Wer aber garantiert dafür, daß er das nächstem«! nicht unter einer Anklage erscheint, die seine Existenz und sein Familienleben ein für allemal zerstört? rb.. Der Dim- Die Kinderlose Noch zu Lebzeiten des kürzlich verstorbenen tschechischen Erzählers Jgnät Herrmann ist dieser Film begonnen worden, der seine Novelle „Bezdetnä" zur Vorlage hat. Daß Herrmann selbst an dem Gelingen des Unternehmens zweifelte, geht aus einem Gespräch mit dem greisen Schriftsteller hervor, das vor Beginn des Films auf der Leinwand gezeigt wurde, und es ist anzunehmen, daß ihm das Ergebnis der Verfilmung, wenn er es noch zu Gesicht bekommen hätte, nicht befriedigt haben würde,— obwohl dieser Film innerhalb der heimischen Produktion zu den besseren.zählt. Schon bei der Verfilmung des Romans„Zum aufgegessenen Laden" machte sich bemerkbar, wie wenig Herrmanns beschauliche, mit schwermütiger Heiterkeit von unerheblichen Menschen und Dingen erzählende Art sich für den Film eignet. Dabei handelte es sich damals um eines der gelungensten Werke Herrmanns, während die.Kinderlose" zu seinen Nebenwerken gehört: ein Versuch, aus der Welt der Kleinbürger ins Milieu der sogenannten„Gesellschaft" bprzudringen, wo die fanstliären. Konflikte gewaltsamer und auch unglaubwürdiger wirken als im kleinbürgerlichen Kreise. Die Fabrikantentochter. die ihr Kind verheimlicht, als sie zwecks Sanierung des väterlichen Betriebs einen Bankdirektor heiratet, woraufhin der Vater des Kindes zum Erpresser wird und die Sekretärin den Herrn Direktor seiner Frau abspenstig machen will,— daraus würde in der „Gesellschaft" eine Skandalaffäre werden, während es in diesem Jgnät- Herrmann- Film nur eine von Skandalen bedrohte Idylle geworden ist: ein« äußerlich aufgeregte, aber ganz undramatische Geschichte, deren Wirkung durch allzu primitive Dialoge noch vermindert wird. Dennoch ist eS, wie schon gesagt, einer der besseren tschechischen Filme, was vor allem dem Regisseur Krüansküzu danken ist der mit dem Kameramann Otto Helfer vorzügliche Bilder zu- standegebracht hat(darunter schöne Freilichtaufnahmen und Bilder aus einer Glasfabrik) und der im übrigen dafür gesorgt hat, daß in der Darstellung Uebertreibungen und Geschmacklosigkeiten nach Möglichkeit vermieden wurden. Die Hauptdarsteller Oto- mar Korbe l^a r und Natasa G o l l o v ä füllen ihre Gestalten zwar nicht vollkommen aus, aber sie spielen vornehm, sympathisch und mit ehrlichem Be- müben. In den Nebenrollen sieht man eine ganze Reihe bekannter heimischer Schauspieler, die im Film bisher mit Vorliebe sehr dick aufgetragen haben und hier erfreulich zurückhaltend wirken, was besonders bei Ljuba Herrmannovä vermerkt zu werden verdient.Von der„tschechischen Sbirley Temple", einer Sechsjährigen namens Alenka Pospisilöbä läßt sich hingegen nicht mehr sagen, als daß sie sehr angelernt wirkt und eine bedauernswert wehleidige Rolle spielen muß, in der auch ein Wunderkind keine Wunder verrichten könnte.—eis— Sport- Spiet- Der neudeutsche Schlachtruf V Die Sportführer des Dritten Reiches haben jetzt eine Menge Sorgen, die zu einem nicht geringen Teil tstit der nächstjährigen Olympiade zusammenhängen. Nicht nur daß das Rätselraten über die Teilnc'ime oder richtiger Nichtteilnahme der verschiedensten Länder und Einzelsportler kein Ende nehmen will, müssen die Vorbereitungen im eigenen Lande weiter vorwärts getrieben werden. Man hat die verschiedensten Leute auf Reisen geschickt, damit sie etwas lernen, um dann das Gelernte für den eigenen Betrieb und dessen siegreiches Abschneiden verwerten zu können. Zu diesen Errungenschaften zählen auch die diversen Schlachtrufe, die in den verschiedensten Ländern so beliebt und dort der manchmal recht temperamentvolle Ausdruck des Volksempfindens bei Sportfesten sind. Wer einmal das„He! he! he!" Tausender begeisterter Zuschauermassen gehört bat, mit dem die kämpfenden Sportler, di« eigenen Leute, angefeuert werden, der wird-das so leicht nicht vergessen. Das klingt noch lange in den Ohren. Nun hat jedes Land seine bestimmten Eigenarten, die einen rufen„He! he! hel", die anderen„Ra! ra! ra!" oder sonst etwas, was sich im Laufe der Zeit herausgebildet hat und angenommen wurde. Im Dritten Reich ist man letzt mit gewohnter Gründlichkeit auf der Suche nach einem Schlachtruf, da ein solcher„hierorts" noch nicht vorhanden ist.'Ind man will doch schon in Garmisch bei den Wintersportkämpfen nicht zurückstehen. Wie das aber nun gemacht wird,"st bezeichnend für die neudeutsche Ausdrucksweise und zeigt, wie man sich auch vorbeientwickeln kann. Von den deutschen Zeitungen ist das„Stuttgarter Tageblatt" am eifrigsten auf der Suche nach einem „nationalen Schlachtruf" für die Olympiade gegangen, mit dem die Sportler angefeuert werden sollen, und veröffentlicht über die bisherigen Resultate einen ungewollt herzerfrischenden Bericht. Der Vorschlag,„HauruM-haurum-trum-tum- tum" zp brüllen, erhält das im Dritten Reich hoch in Kurs stehende Prädikat:„Landsknechtsart". Vorgeschlagen ist auch, als Abkürzung von„Hitlers Land",„Hit-La-Hit-La" zu wählen. Der Vorschlag stammt, wie man richtig errät, von einem nationalsozialistischen Professor. Der gleiche Professor macht gleich einen zweiten Vorschlag:„Teuto-Hüo", und gibt dazu die folgende gelahrte Definition:„Die Betonung soll auf dem zweiten Wort, und zwar auf dem„ü", liegen. Teuto empfindet jeder als die Einzelform des Wortes„Teutonen", des Namens der ersten Germanen, die in der Geschichtsschreibung Vorkommen. Die germanische Namengebung liebt Worte mit der Endung ,o", z. B. Fisko, Otto, Anno, Hatto usw. Das„T"-des Anlautes wirkt kräftig, vergl.„Teutsch-Pilsener".„Hüo!" reimt sich mit„Teuto". Das„H" des Anlautes ist charakteristisch für das germanische Element, da sämtliche Romanen kein„H" sprechen."— Und das Ganze ist charakteristisch für das neugermanische sogenannte Geistesleben. f Neue AtuS- Bestleistungen im Gewichtheben. Auf dem Atus-Sportplatz in Tetschen traten auch die Schwerathleten in Aktion und fanden mit ihren Leistmrgen im Ringen und Gewichtheben starke Beachtung. Im Gewichtheben erzielte H. Hettfleich (Franzenthal) im Bantam gewicht drei neue Atus-Bestleistungen, und zwar: Stoßen links mit 52 Kg.(früher: 50 Kg.), Stoßen beid- strrmig mit 82 Kg.(80 Kg.) und Reißen beidarmig mit 65.80 Kg.(60 Kg.). Im Federgewicht(bis 62 Kg.) erreichte Fritz Tröster(Politz a. E.) im Reißen beidarmig mit 65 Kg. die bestehende Atus- Bestleistung. Mannschaftswettkämpfe um die BezirkSmeister- schaften des Prager* DTJ-Kreises gelangten vergangenen Sonntag zur Austragung. Auf dem Zizkover DTJ-Platz wurden die Meisterschaften für Sechser- Mannschaften im Siebenkampf ausgetragen und blieb Lkven mit 2599.66 Punkten vor Vysocany mit 2541.97 und ZiZkov I mit 2525,92 Punkten siegreich Die besten EinzelLrtzevstiffe wären:' 60 Meter: Brzieky(L) 7.2 Sek.; Hochsprung: TLSitel(L) 1.65 Meter; Weitsprung: Nittinger(Z) 6.15 Meter; 6X100 Meter: Libeii 1:18 Min. Liben errang durch seine ausgeglichene Mannschaftsleistung die Meisterschaft des 14. Bezirkes.— Auf dem DTJ- Sportplatz in Nnsle fanden die Mehrkämpfe für Fünfer-Mannschaften um die Meisterschaft des 1. Bezirkes statt. Außerdem wurden jene für Frauen (Dreier-Team) ausgetragen. Bei den Männern gewann Nusle mit 1579.79 vor Pankrac mit 1393.55 Punkten. Den Frauenkampf holte sich Weinberge Mit 526.98 Punkten und den Dreikampf der weiblichen Jugend gewann Eubova(Podol) mit 219.80 Punkten. Tie besten Einzelergebnisse: Hochsprung: Satrap« 1.65 Meter, Kugel: Saitz 12.15 Meter; bei den Frauen: Weitsprung: Strejökova 4.17 und Eubova im Kugelstoßen und Schleuderballwerfen mit 8.92 bzw. 33.25 Meter. Französische Arbeiter-Tennisspieler in Zürich. Ein Pariser Auswahlteam des französischen Arbeitersportverbandes(FSGT) spielte in Zürich gegen die„Freien Sportler Zürich" und gewann in allen Konkurrenzen bis auf das gemischte Doppel mit insgesamt 13:1 Punkten. Juuisi und Wte&en Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute Freitag, halb 8 Uhr:„W U R", D 2.'— Samstag, halb 8: Der Bettelstudent, CI. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag, 8 Uhr abends: DerKönig mit dem Regenschirm.— SamStag, halb 8: Attentat, Uraufführung. Verein&nacfiricfiUn Rep. Wehr-Fahrt. Samstag, den 28. September, um 5 Uhr früh, Näm. Republiky. Nähere Informationen Freitag von 6 bis 9 Uhr im Parteiheim. © Ortsgruppe Prag. Treffpunkt, Samstag, den 28. September, 7 Uhr früh, Smichower Bahnhof. Fahrt nach Eernosice. Wanderung von EernoSice 1 zur Hütte, am zweiten Tag« von der) Hütte über Jince-äenkov nach Dobris. Führer: Lauer. Arbeiterverein Kinderfreunde, Freitag, den 27. September 1935 um 20 Uhr im Hotel„Monopol" gegenüber dem Masarykbahnhof Vortragsabend des Genossen Prof. Gustav Schweitzer- Brünn über das Thema„P litische Erziehung bei Kindern". Im Anschluß an diesen Vortrag wird di« Generalversammlung stattfinden. US Jeanette MarDonald in der Rolle der Prinzessin Sonja in dem musikalischen Lubitsch-Film„Die lustige Witwe".. © Deutsche Bolkssinggemeindr. Die Proben beginnen am Dienstag, dem 1. Oktober. Die Probe des Frauenchorö beginnt um 7 Uhr abends, die Probe des Männerchores um 8 Uhr. Mitteilungen aus dem Publikum. Zur Wiederbelebung der von der Arbeit ermatteten Nerven, zur Beseitigung der Muskelgifte, die den Blutkreislauf hemmen, erweisen sich Einreibungen mit Menthol-Franzbranntwein Alpa als ganz wunderbar. Flugpropaganda in den Zliner Schulen. 50 Schüler der Zliner Bürgerschule in Flugzeugen. Bakas Flugplatz in Batov mußte am letzten Samstag eine Belastungsprobe bestehen. Im Laufe deS Vormittags landeten und starteten 50 Flugzeuge, die sich am Nationalflug der Tschechoslowakei beteiligten. Nach ihnen trafen verschiedene Bakaflugzeuge von kürzeren und längeren Reisen ein, andere flogen wieder ab. Nachmittags starteten 6 Transportflugzeuge nach Prag, um Fußballenthusiasten zum Finale des Mitteleuropacup oder Freunde des Flugwesens zu den Endkämpfen deS Flugmeetings in Prag, wo sie die Leistungen der vier Zliner Flugzeuge bewundern konnten, zu bringen. Gleich nach diesen traf am Flugplatz ein Autobus mit 50 Schülern und Schülerinnen der Zliner Bürgerschule ein, die mit ihren Lehrern dar Fliegen aus eigener Erfahrung kennenlernen wollten. Nach Besichtigung der Hangare und Flugzeuge konnte ihrem Musische willfahrt werden. Auch die übrigen Zliner Schiller wissen sehr viel vom Flugwesen. Vor den Ferien gaben sie eine eigene Flugnummer ihrer Schulzeitschrift heraus und auf ihren Aushängetafeln, auf denen täglich Bilder über Neuigkeiten in der ganzen Welt ausgcwechselt werden, findet das Flugwesen seine ständige Beachtung. Ein aussterbender Zndianerstamm (AP) Immer kleiner wird die Zahl der Indianer, die in verschiedenen Reservationen, vornehmlich in Oklahoma und Arizona, untergebracht find. Von besonderem Interesse ist eine ganz winzige Reservation auf Lang Island, nämlich die der Shimte- cocks. Sie umfaßt nur 200 Personen, von denen nur ein Dutzend reinblütige Indianer sind. Die anderen haben die Merkmale ihrer Raffe nahezu verloren. Tie Hautfarbe ist trotz schwacher Spuren dunkel oder grau wie die der Negermischlinge geworden. Die Haare sind kraus, die Lippen wulstig, die Nase plattgedrückt. Sie hausen in elenden Baracken ohne Wasser und ohne Licht und vegetieren tröst- und hoffnungslos dahin. Die Regierung har zwar auf diesem äußersten Ostzipfcl von Lang Island jeder Familie einen Hektar Land zugewiescn, aber Gras und Unkraut überlvuchern die Felder, die Bäume werden nicht gepflegt und gehen ein. Dabei waren die Shinnecocks ein Seitenzweig des bekannten Stammes der Mohikaner. Heute liegt über, diesen degenerierten, dahinstumpfenden Geschöpfen der Hauch des Todes. Ihre Hütten sind mit geteerten Holzbrettern verschalt. Das Innere erinnert an Spelunken im New Norker Negerviertel Haarleni, kein Zufall, denn diese Indianer haben sich auch mit Negern vermischt. Das Ganze ist ein Bild des Grauens und des Jammers. Stoisch erwarten die Shinnecocks ihr Ende. Urania-Kino, Klimentskä 4. Fernsprecher 61623. „Der Held einer Hacht“ Lustspiel mit Vlasta Burian, Else Lord, Warnhol- u. a. Deutsche Premiere. Verlanget überall Volkszünder Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hans oder der Bezug durch die Pott monatlich KL 16.—. vierteliährig KL 48.—, halbjährig KL 96.— ganz;ährig KL 192—— Inserate werben laut, Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt.mir bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde vor» der Post- und Tcle- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1S30 bewilligt.— Druckerei:„QrliS". Druck-. Verlags« und ZeitungS-A.-G.. Prag.