jta ns b't n, n- e- »er er ug us. er: t.g 00 M. Ä- 83 er', ter U; T. 2 t m- in- er. ker. im t- den «lb ein« Sek. eitj lni» itzt« l. t>en in nn» -er Las 'per lese rem ftig 'gar S. I eug, zen» mit nem Hal» und haft isch- soll- ern. thig Seichte nei- be- nur 3iir» eute ben» fge- len" ltzen itn- er- l a. Net- Das igen chcn cotz- ilcn der» «r» des ch» der licht in» nfte die sch-, uns t. a Samstag, 5. Oktober 1935 15. Jahrgang Efaztlprtis 70 Haifa («inichlicBlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiu fochova«r. Telefon non. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER, VERANTWORTLICHER REDAKTEUR■ DR. EMIL STRAUSS. PRAG, Vor der Einnahme Aduas Die Abessinier weichen nach erbittertem Widerstand Am Freitag, dem zweiten Tag der Feindseligkeiten in Abessinien, haben sich erbitterte Kämpfe in der Gegend von Adua abgespielt, auf dessen rasche Einnahme die Italiener schon aus Prestigegründen von vornherein ihre ganzen Operationen angelegt hatten. Angesichts der riesigen technischen Aeberlegenheit konnte der Ausgang dieses ersten, von den Italienern seit Jahresfrist mit aller Sorgfalt vorbereiteten Kampfes nicht zweifelhaft sein. Rach den letzten Meldungen bereiten sich die Abessinier zum Rückzug vor. Die Stadt A d i g r a t ist bereits gefallen, die Einnahme von Adua nur mehr eine Frage von Stunden. Damit wäre das erste Ziel des italienischen Vormarsches, die Linie Aksum—Adua—Adigrat erreicht. Der zweite Kampftag R o m.„Meffaggcro" meldet aus Asmara, daß. italienische Truppen in voller Stärke den Mareb-Fluß überschritten Haven und zwölf Meilen auf abessinischem Gebiet vorgedrungen find, wo ste die starke» Stellungen jenseits des Mareb bezogen haben, die die Hochebene bei Adua beherrschen. Weitere 20 Kilometer trennen sie noch von Adua. Die Straßen sollen sich,in relativ gutem Zustand befinden. Die Truppen folgen meist emrm gut passierbarem Maultierpfad. Die italienischen Flugzeuge bombardierten Donnerstag nachniiitags die Stadt Aksum, südwestlich von Adua. Der Bormarsch der italienischen Truppen wird fortgesetzte Erbitterte Kämpfe Addis Abeba. Rach den letzten Meldungen von der Adua-Front sind dort erbitterte Kämpfe im Gange. Die Abessinier haben sich in Dergstellungen gut verschanzt. Die Italiener versuchen mit alle« Kräften Adua in ihren Besitz zu bekommen, um ihre Stellungen strategisch günstiger zu gestatten. Die Verluste solle« auf beiden Seiten groß sein. * London. Die Blätter melden aus Addis Abeba: Der Kommandant der abessinischen Truppen veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt: Wir können nicht mehr allzulange Adua in dem schweren Feuer der Italiener halten. Die Kundmachung tritt mit, daß die Italiener in dem Kampfe schwereArtillerie, Flug- ze u g e und Angriffswagen verwenden. Die Italiener hätten den Berg Ramab, der der Schlüssel zu der ehemaligen Festung sei, im Sturm genommen. Im Kampf um die Stadt Adua, der Freitag bei Morgengrauen entbrannte, gab es auf beiden Seiten schwere Verluste. Die Abessinier leiden schwer unter dem Flieger-Dombardement. Sie geben zu, daß sie in der Gegend von Ageni und Adigrat eine schwere Niederlage erlitten haben. Man glaubt, daß Ras Seheum, der der Kommandant von Adua ist, genötigt sein wird, hauptsächlich infolge des Fliegerangriffes seine Positionen zuräume«. Ma» hofft aber, daß es ihm möglich sein wird, seine ganzen Truppenkräfte in Sicherheit zu bringen. Die Abessinier erkläre«, daß sie bei Maieari in der Umgebung von Aksum, wo sich eine furchtbare Schlacht entwickelt hat. Widerstand leisten. Addis Abeba. Während Ras Seheum den Italienern bei Adua noch Widerstand leistet, rückt RasAjen« östlich von Adua in nördlicher Richtung gegen Agordatu vor. Seine Truppen zählen 12.000 Mann. Die Vorhut soll bereits die Grenze von Italienisch- Eritrea überschritten und zahlreiche italienische Patrouillen gefangen< nommen haben. Eine große Zahl l« Eingeborenensoldaten in Italienisch- Eritrea und Somaliland sei von den Italienern zu den Abessinier« übergelaufen. Ein italienisches Flugzeug wurde durch abessinisches Feuer gezwungen, bei Adua zu landen. Adigrat besetzt Rom.(Reuter.) Die Stadt Adigrat wurde besetzt und der Fall Aduas wird jeden Augenblick erwartet. Legen die Eisenbahn nach Addis Abeba Aus Diredan» wird gemeldet, daß die Italiener die von Moussa Ali nach Desije führende Straße bombardieren. Wie»Exchange Telegraph" meldet, sind jetzt auch in der Nachbarschaft des Berges M o n s s a A l i, wo die Italiener bereits am Mittwoch einen Borstoß Unternommen haben, Kämpfe ausgebrochen. 50.000 Mann abessinischer Truppen sollen den italienischen Bormarsch in Richtung der Eisenbahnlinie Addis Abeba— Dschibuti aufhalten. Die Italiener verfüge« an dieser Stelle über 96 Tanks und über ein« große Anzahl von Flugzeug««. Genf. Am Abend wurde bekanntgegeben, daß der Dölkerbundrat Samstag vormittags eine vertrauliche Sitzung und nachmittag eine öffentliche Sitzung abhalten wird. Man erwartet, daß die Vö l k e r- bundversammlung auf Mittwoch nächster Woche einberufen werden wird. Wie der Vorsitzende des Dreizehnerausschusses M a d a r i a g a dem britischen Minister Eden erklärt, wird der Bericht, den der Ausschuß am Samstag vorlegen wird, lediglich eine Darlegung der Umstände beinhalten, unter denen der afrikanische Konflikt entstand. Es wird jetzt Sache des Völkerbundes sein, die politische Seite der Angelegenheit durchzuberaten und namentlich über Sanktionen zu entscheiden. Auch im Lüden wird gekämpft Die ersten Zusammenstöße In der Provinz Ogaden An der Front von O g a d e n wurden Donnerstag abends die Feindseligkeiten durch kleinere Geplänkel eröffnet. Depeschen aus Harrar melden Freitag früh bereits sehr heftige Kämpfe in der Provinz Ogaden. Hiebei sollen 2000 Abessinier gefallen und eine große Anzahl verwutrdet worden sein. Italienische Militärflugzeuge bombardierten die zwei etwa 80 Kilometer von N a l U a l entfernten Grenzorte K o r a g e und G e r o- gubi in der Provinz Ogaden. Die Radioeinrichtung wurde beschädigt, doch sind keine Opfer an Menschenleben zu beklagen. Auch der Grenzort I a m a d i a wurde bombardiert. Dort wurden durch das Bombardement sechs Personen getötet und 26 verwundet. Segen wehrlose Fragen und Kinder Wie das Bombardement von Adua vor sich ging Addis Abeba. Das Ministerium d^S Aeußeren telegraphierte dem Völkerbünde weitere Einzelheiten der Bombardierung Aduas. Der erste Anflug wurde mit vier Flugzeugen bei Tagesanbruch vorgenommen. Die er st e Bombe fiel auf ein mit dem Roten Kreuz bezeichnetes Krankenhaus. Der zweite Anflug wurde um 10 Uhr mit zwei Flugzeugen vorgenommen. Während die abessinischen Soldaten während des Lnftbombardements in der Umgebung lagerten, wurden die Frauen und Kinder vieler von ihnen durch Flugzeugbomben getötet. Die italienischen Bombardierungsflugzeuge führten den Anflug aus unbedeutender Höhe durch. In Adua war nicht ein einziges abessinisches Abwehrgeschütz vorhanden. Rom: Nur die Festung bombardiert Rom. In amtlichen Kreisen wird behauptet, daß in Adua lediglich die Festung und keinesfalls die Stadt bombardiert worden sei. Es sei deshalb zu dem Bombardement gekommen, weil die Flugzeugeskader, die nur aufgestiegen sei, um Flugblätter(?) abzuwerfen, von Artillerie beschossen worden sei. Daraufhin entschloß sich die Eskader, die Festung zu bombardieren, während die zweite, zur Hilfeleistung entsandte Eskader, Adigrat bombardierte. Der britische Völkerbundsminister, Eden, traf Freitag früh in Genf ein und nahm mit den anwesenden Delegierten den privaten Meinungsaustausch bezüglich des italienisch-abessinischen 'Konfliktes auf. Ministerpräsident Laval hat sich nach dem Ministerrat sofort nach Genf begeben. Er erließ einen Aufruf an das Land, in dem er auf die Schwere der Verantwortung hinweist, die seiner in Genf harre. Er appelliere daher an alle Fran- zosen. dem Beispiel der Regierung zu folgen und d« Beweis der Einigkeit, der Ruhe und der Kaltblütigkeit zü bieten. Auseinandersetzungen, die in der inneren Politik berechtigt sind, müßten aufhören, wenn die höheren Belange des Landes es erfordern. Er werde in Genf ganz Frankreich vertreten. Je stärker die Einigkeit des Landes sei, desto größer werde seine Autorität sein. Der italienische Delegierte Baron A l o i s i wird in Genf Freitag äbcnds, spätestens aber Samstag früh eintreffen. Entscheidender Tag In Genf Das Heldenstück von Adua Mussolini siegt Uber Frauen und Kinder Als am 1, März 1896 das Heer Meneliks die Italiener bei Adua schlug, war das ein harbarisch grausamer Kampf, aber es war immerhin ein Ringen Mann gegen Mann; es war eine Metzelei in wütendem Nahkampf, aber auf beiden Seiten fochten bewaffnete, ungefähr gleich gut oder schlecht ausgerüstete Männer. Die Revanche, die Mussolini am 3. Oktober 1935 genommen hat, die zweite Schlacht bei Adua, der „Sieg" der Italiener an der Grenze Abessiniens, beweist nur, daß die Wilden wahrhaftig in jedem Punkte die besseren Menschen sind, mindestens solange die weiße Kultur von Fascisten- repräsentiert wird. Dafür, daß sich 1896 die Abessinier als die gewandteren, kräftigeren, tüchtigeren Soldaten, wenn man will, auch als die rabiateren Totschläger, erwiesen haben, revanchiert sich das „zivilisierte" Italien, indem es aus sicheren Flugzeugen Bomben auf Frauen, Kinder und in ein Spital werfen läßt. Seine militärische Ueber- legenheit über die Sieger von 1896 erweist Italien, indem es ein von Truppen entblößtes Gebiet unter Artilleriefeuer nimmt und alle in der Feuerzone zufällig vorhandenen Lebewesen in zuckende Fleischklumpen verwandelt. Frauen, Kinder und Tiere mögen vor allem die Opfer dieser Kanonade geworden sein, die wohl das Widersinnigste an„Krieg" vorstellt, das je ein irrsinniges Gehirn ausdenken konnte, um Andere irrsinnig zu machen. Denn in der P r o p a g an d a M u ss o- l i n i s wird der„Sieg von Adua", die Schlacht ohne Gegner, natürlich von nun' an eine große Rolle spielen und es steht zu erwarten, daß Mussolinis freiwillige und bezahlte Pressejuden in den nächsten Tagen das militärische Genie D e B o- n o s und des Duce, des Grafen C i a n o und der beiden Mussolini-Früchteln mit allem Lorbeer schmücken werden, der sich auf den Tandelmärk- ten von Paris und Prag auftreiben läßt. Herr Schwarzschild in Paris, angeblich ein Antifascist, wird sich begeilen an den Siegen des großen Mussolini und die Weltgeschichte wird um eine Legende reicher sein. Dieser Lüge muß von allem Anfang entgegengetreten werden. Der Sieg Mussolinis bei Adua wurde ohne Gegner erfochten. Die Abessinier wären sehr unklug, wenn sie sich so nahe der Grenze zu einer Schlacht stellten. Ihre militärischen Chancen beginnen frühestens 150 Kilometer einwärts der Grenze, sobald das italienische Heer ernste Nachschubschwierigkesten haben, sehr viele Kräfte auf den Schutz der Etappe wird verwenden müssen und der Kleinkrieg sich aussichtsvoll gestaltet. Waren, wie der Weltkrieg bewiesen hat, selbst in Europa Vormärsche großer Armeen nicht willkürlich lang und weit fortzusetzen, so daß z. B. im Herbst 1914 die berüchtigte russische Dampfwalze nach. 120 Kilometer Vormarsch ohne Zutun der Verbündeten zum Stehen kam, weil der Nachschub in heilloser Unordnung stockte, so ist das Vorrücken einer großen Armee in einem tropischen Lande erst recht ein schwieriges Problem. Der Raum selbst ist ein Verbündeter der Abessinier und sie haben sich mit gutem Grunde zu einer Grenzschlacht nicht gestellt. Mussolini brauchte aber gerade bei Adua eine Schlacht. Er muß die Revanche für die Niederlage von 1896 haben und er will doch um jeden Preis rasche Siege im Anfang des Feldzuges. Daher mußte, damit man siegem könne, auch gekämpft werden. Wie kämpft man, wenn kein Feind da ist? Die italienische Heeresleitung hat dieses Problem spielend gelöst. Sie hat zwei Städte, die nicht besetzt waren, bombardieren, hat Frauen und Kinder töten lassen. Sie hat ferner— nach römischen Berichten— dem Lnfanterievormarsch eine Feuerwalze aus schwerem Geschütz vorgelegt und Tanks eingesetzt. Sie hat den leeren Raum beschossen und, als dann die Infanterie die zerstörte Gegend absuchte, brachte sie zum Erstaunen der fremden Berichterstatter nicht Soldaten als Gefangene, ein, sondern zitternd eWeiber und heulend« Kinder, die sich zufällig im Frontbereich der siegreich ins Leere stürmenden italienischen Infanterie befanden. Dieses Vorgehen wäre grotesk-und lächerlich zu nennen, wenn es nicht so Srite 3 Samstag, 5. Oktober 1935 Nr. 232 Her Standpunkt der Tschechoslowakei Kein Eingreifen, aber konsequente Völkerbundpolitik furchtbar tragische Folgen für die armen Teufel hätte, die ihm zum Opfer fielen. Dieses Vorgehen ist nicht nur ein Hohn auf Menschlichkeit und Kultur, es ist auch vom militärischen Gesichtspunkt aus hirnverbrannt und ohne Beispiel in der Geschichte. Mussolini weiß, was er seiner eigenen Großsprecherei schuldig ist. Mussolinis Bestreben seit 13 Jahren ist es, di« Italiener von ihrem nationalen Minderwertigkeitsgefühl zu erlösen. Italien ist zur Großmacht geworden, ohne einen einzigen militärischen Erfolg. Es ist immer geschlagen worden und hat seinen Aufstieg fremden Siegen verdankt. Franzosen und Preußen haben, die italienische Einheit erstritten, Franzosen, Engländer, Amerikaner, Südslawen haben den Sieg im Weltkrieg erfochten, von dem Italien dann Nutzen zog. Darum hat man den„Sieg" von Vittorio Veneto erfunden, der so wenig einer war wie jetzt der von Adua. Damals, im November 1918, haben die Italiener Hundert- Ohne die Bedeutung, die der Wiederaufbau des Exports— eine Forderung, die wir im ersten dieser Artikel vertreten haben— für die Einstellung der Armee der Arbeitslosen in die Produktion insbesondere in unserem Grenzgebiete hat, abschwächen zu wollen, muß doch betont werden, daß auch der Wiederbelebung des inneren Marktes mit großer Zähigkeit und Energie nachgegangen werden mutz. Dabei kommen in erster Linie «roße öffentliche Arbeiten in Betracht, wobei die Beschaffung des notwendigen Kapitals ein« große Rolle spielt. Wir haben bereits darauf hingewiesen, zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Umständen eine größere Inlandsanleihe mit Aussicht auf Erfolg aufgelegt werden könnte. Außerdem gibt es aber noch andere Maßnahmen, durch welche Geld beschafft werden könnte. In einer Broschüre des Genossen Franz R e h w a l d, welche in der Wahlzeit herausgegeben wurde(Verfall oder Aufbau) und in der eine Reihe brauchbarer und sehr konkreter Vorschläge zur Bekämpfung der Krise und Arbeitslosigkeit gemacht wurden, wurde der Plan einer Gesellschaft, für öffentliche Investitionen entwickelt, an der Staat, Selbstverwaltung und Privatkapital beteiligt sein könnten. Sicherlich würden die großen Gesellschaften, die an Investitionen Interesse haben, Kapital beisteuern und es könnte überdies die Beschaffung des Kapitals ähnlich erfolgen, wie dies bei dem Vorschlag für die Obligationszentrale, geschildert wurde: Die Gesellschaft könnte das Recht erhalten, festverzinsliche, vom Staat garantiert« Schuldverschreibungen auszugeben, deren Ertrag zur Finanzierung öffentlicher Arbeiten verwendet würde. Bei der Bewilligung der Kredite könnte in erster Linie auf die Notstandsgebiete Rücksicht genornmen werden. Hier liegt sicher ein Weg, auf dem man erfolgreich fortschreiten könnte. Man muß eben den Mut haben, neu« Einrichtungen zu schassen und nicht immer die alten ausgetretenen Wege zu gehen. Ein wichtiges Kapitel der Ankurbelung unserer träge laufenden Wirtschaftsmaschinerie wäre auch die Errichtung neuer Industrien. Für die neuen Industrien käme in erster Linie die tausende Oesterreicher, die den Waffenstillstand bereits als begonnen betrachteten und nicht mehr schossen, mit Autos überholt und gefangengenommen. Das war der große„Sieg" von Vittorio Veneto. Es scheint, daß die Italiener nur siegen können, wenn der Gegner sich nicht wehrt oder wenn kein Gegner da ist. Bei Adua war keiner da, also siegten sie und, damit die Welt es leichter glaube, wurden über Befehl einer irrsinnigen Clique von Machthabern die Felsen und die Wüste mit schweren Granaten aufgepflügt. Die erste Schlacht bei Adua war ein wirklicher militärischer Sieg der Abessinier, die zwefte ist ein Theatererfolg der Italiener. Mit barbarischem Mord an wehrlosen Zivilisten, mit einer Paradeschlacht gegen den leeren Raum hat Mussolini seinen Krieg begonnen. Er wird weniger leicht siegen, sobald er wird gegen Männer fechten müssen. Und er wird sehr klein werden, wenn ihm nicht arme Neger, sondern die Schiffe der Völkerbundmächte gegenüberstehen sollten I Erzeugung solcher Waren in Betracht, die entweder auf neuen Erfindungen beruhen oder deren Verbrauch voraussichtlich noch weiter zunehmen wird. Für solche Industrien wären in erster Linie billige Kredite zu gewähren und die Fabriken dieser Art wären vor allem in den wirtschaftlich zusammengebrochenen Gebieten zu errichten. Es würde schon dafür stehen, eine eigene Kommission mit dem Studium dieser Frage zu betrauen, die der Regierung einen Plan für die Errichtung neuer Industrien vorzulegen hätte. Wir haben schon in einem vorhergehenden Aufsatz die Notwendigkeit von Zwangssyndikaten für den Export und Import betont. Aber auch für die Binnenwirtschaft wären dies« Syndikate außerordentlich nützlich. An Stelle der Privatkartelle, welche durch hohe Preise die Konsumenten ausbeuten, deren Kaufkraft schwächen und die Konkurrenz unserer Waren für den Export untergraben, würden Syndikate treten, an denen auch Vertreter der Allgemeinheit(des Staates, der Gewerkschaften, der Verbraucher) teilnehmen würden. Solche Zwangssyndikate könnten auch in jenen Industrien eingeführt werden, wo sich wieder die Unternehmer gegenseitig niederkonkurrieren und ganze Industriezweige dem Ruin entgegentreiben. Auf Grund des 8 Id des Kartellgesetzes bzw. durch die mit diesem Gesetz errichteten Kartelltommission könnte die Geschäftsführung dieser Syndikate überprüft und die Preisbildung kontrolliert werden.. Aber nicht nur in der Industrie» sondern auch in der Landwirtschaft könnte ein Teil der Arbeitslosen untergebracht werden, wenn an die planmätzig« Ansiedlung Arbeitsloser geschritten werden, würde. Als Siedler kämen hauptsächlich jene Schichten industrieller Arbeiter in Betracht, die noch irgendeinen Zusammenhang mü der Landwirtschaft haben, sei es. daß sie au» bäuerlichen Familien hervorgegangen sind, sei es, daß sie zur Zeit ihrer Beschäftigung in der In» dustrie eine landwirtschaftliche Nebenbeschäftigung hatten. Die Bodenbeschaffung könnte a) durch Verwendung des noch nicht aufgeteilten, im Zuge der Bodenreform beschlagnahmten Bodens, h) Prag.(Amtlich.) In der Freitag nachmittags abgehaltenen Sitzung des Ministerrates erstattete Außenminister Dr. Benes ein detailliertes Exposk über die internationale Situation im Hinblick auf den abessinischen Konflikt, über alle Verhandlungen in der Session des Völkerbundes, über die Verhandlungen betreffend die neue britisch-französische Zusammenarbeit, über die Geltendmachung des Prinzips der kolleftiven Sicherheit und über alle Folgerungen, die sich daraus für die europäische Politik und namentlich auch für die Stellung der Tschechoslolvakei ergeben. Der Minister legte weiters im einzelnen dar, welchen Standpunkt und welches Borgehen die Tschechoslowakei und die Staaten der Kleinen Entente bisher einhielten und welches Vorgehen in der weiteren Entwicklung notwendig sein wird. Die Tschechoslowakei«reift in de« Konflikt zwischen Italien und Abessinien nickt ein, verfolgt jedoch konsequent, wie schon immer vorher, di« Politik deS Völkerbundes und wünscht, daß der Fried« so schnell wie möglich wieder gefestigt werde. Der Ministerrat sprach seine volle Zustimmung zu dem bisherigen Lorgehen des Außenministers aus, das auch für die weiteren Verhandlungen und die Entwicklung der internationale« Situation eingehaltrn werden wird. Glückwunsch an Dr. BeneS Der Vorsitzende der Regierung brachte hiebei im Namen der Regierung die aufrichtige Freude darüber zum Ausdruck, daß unserem Minister für Auswärtige Angelegenheiten durch die Wahl zum Vorsitzenden der Völkerbundsversammlung in Genf seitens einer so großen Mehrheit der Mitglieder die Anerkennung für dessen ausdauernde und konsequente Arbeit für die internationale Sicherheit und den Frieden zuteil wurde, wozu er ihn beglückwünschte. durch Parzellierung von Staatsdomänen, c) durch Beistellung von Gemeindegründen, d) durch Re- kultwierung der vom Bergbau zerstörten Gebiete, e) durch Umwandlung von Waldbestand in Ackerboden(in der Slowakei und Karpathorußland) und f) durch Erwerbung von zum Verkauf gelangenden landwirtschaftlichen Boden erfolgen. Selbstverständlich dürfte eine solche Kolonisation nicht im Dienste irgendwelcher nationalistischer Bestrebungen erfolgen. Zu all diesen Maßnahmen würden' dünss' nöch jene Vorschläge treten, welche von der Partei und den Gewerkschaften schon mehrere Male gemacht lvurden. Bor allem ist hier die endliche Durchführung der Herabsetzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden hervorzuheben, die Re- organ i sa tion der Arbeitsvermittlung, die gesetzliche Kontrolle der Ra- ti on al i si e r u ng, die Hinaufsetzung des schulpflichtigen Alters, die Vorsorge für die Jugend, die Rechrsverbindlichkeit der Kollektivverträge und schließlich die Forderung nach Minima Höhnen, wobei es sich hier durchaus nicht um eine restlose Aufzählung jener Forderungen handelt, deren Verwirklichung einen bedeutenden Schritt nach vorwärts darstellen würde. Genehmigt wurde der Entwurf der Regierungsverordnung, mit welcher Bezirksämter in Beratm, B i l i n und Rimburg errichtet werden. Gefaßt wurde der entsprechende Beschluß für die Sicherstellung der Auszählung der Bergarbeiterprovisionen im Monate Oktober 1938. Genehmigt wurden die Anträge betreffend die Ergänzung der Kuratorien des allgemeinen Fonds der Geldinstitute und des Sonderfonds für di« Milderung der aus den Kricgsverhältnissen entstandenen Verluste. Festgesetzt wurden die Einkaufspreise für Mais heimischen Ursprungs, die Verlängerung der temporären Herabsetzung der Beitrage für den Milchausgleichsfonds für das Land Böhmen wurde genehmigt. Zur- Kenntnis genommen wurden ferner die Berichte aus den Komitees der politischen und wirtschaftlichen Minister. Schließlich wurde die Tagesordnung der laufenden Verwältungs-, Wirtschaftsund personellen Vorschläge behandelt. Labour-Konferenz beendet Brighton. Die Konferenz der Labour Party wurde am Freitag beendet. In der Schlußsitzung wurde eine Kundgebung angenommen, in der erklärt wird, daß der Nationalrat der Labpur Party sein tiefes Bedauern über den Kriegs in Abessinien ausspreche und sein Entsetzen über die Aktion der italienischen Regierung zum Astsdruck bringe, die die Feindseligkeiten begonnen habe. Die Konferenz nahm eine Resolution an, in der gefordert wird, das Unterhaus sofort einzuberufen,. damft die Regierung Informationen über die Maßnahmen erteilen könne, die. sie getroffen hat und durch Vermittlung des Völkerbundes zu treffen wünscht, damit die Feindseligkeiten beendet werden. Wie man dem bisher Gesagten, das lediglich den Zweck hat, einiges zu dem entscheidenden Problem der sudetendeutschen Bevölkerung beizutragen. entnehmen kann, handelt es sich um eine große Fülle von Maßnahmen, die sowohl den inneren Markt beleben als auch unseren Expdrt steigern sbllen. Diese Maßnahmen betreffen die Landwirtschaft und den Handel, die Industrie und das Kreditwesen. Es kann nicht alles auf einmal gemacht werden, aber es wäre notwendig,. alles stTättt» ä ß 1K'ßü*ÄMltni'."ÄM wiF orauchen ist eben eine planmäßig dürchdächtc!, systematische Bekämpfung der Krise und Arbeitslosigkeit. Dies kann nur in einem Plan geschehen, der sich auf mehrere Jahre erstrecken müßte. Die Ausarbeitung eines solchen Mehrjahresplanes der Wirtschaft sollte von allen jenen in Angriff genommen werden, in deren Lebensinteresse die Belebung der Wirtschaft und die Eindämmung der Arbeitslosigkeit ist, vor allem von feiten des Staates. Eine gesamtstaatliche Wirtschaftskonferenz könnte durch ihre Organe zur Ausarbeitung eine» solchen Mehrjahrplanes gelangen. D i e Z e i t i st r e i f, nicht zu halben Mitteln, aber zu ganzen Maßnahmen. Wege aus der Krise 3. Arbeitsbeschattung Im Inland a VILLA OASE oder: DIE FALSCHEN BORGER Roman von Eugen« Dablt Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Julien hörte aufmerksam zu. Das war doch etwas anderes als seine Gespräche mit den Landarbeitern. Allmählich gewann er seine frühere Sicherheit wieder. Er bot eine Runde an, schwatzte, hatte für jeden, der ihn„Dicker" nannte, eine passende Antwort und nickte zustimmend mit dem Kopfe, wenn sein aller Freund, an dessen Seite er saß, ein kluges Wort äußerte. Bor seinen Augen wogte ein dicker Rebel. Der Saal erschien ihm wie im Traum. Plötzlich fiel sein Blick auf die Uhr. „Ich muß fort, Jungens. Meine Alle wartet schon." Davon wollten sie nichts wissen. Papa Adam riet ihm, in der Rue Bourquin zu schlafen. Er ftreubte sich nicht. Irma vermutete wahrscheinlich, daß Alfred ihn zum Essen einladen würde. Und wenn nicht, wäre er um eine Ausrede nicht verlegen. Nach dem Essen gingen sie ins Tasino de Paris. Sie wandten kaum einen Blick von den hübschen Tänzerinnen auf der Bühne; höchstens, um mit einer der auf Männerfang ausgehenden Frauen einen Scherz auszutauschen. Julien, der seit langem nicht so gut diniert hatte, machte laute Bemerkungen, lachte vergnügt und wiederholte:„Man amüsiert sich". Vor Schluß der Vorstellung regte er an, den Rest des Abends bei einem Kameraden zu verbringen, der ein öffentliches Haus hielt. Sie nahmen im kleinen Salon Platz. Unbekleidete Mädchen leisteten ihnen Gesellschaft. Eins setzte sich Julien auf die Knie. Er reichte ihm eiye Schale Champagner, trank selbst und stimmte einen Revueschlager an. Er war übermütig wie ein Junger. Aber aufs Zimmer ging er nicht. Sondern er wartete, unablässig Champagner schlürfend, mit Papa Adam, bis Alfred wieder herunterkam. Nach zwei landete er am Arme seines Freundes im Montbert. Man gab ihm ein Zimmer. Er begann, sich auszukleiden. Doch er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten, setzte sich aufs Bett und schimpfte auf das Pariser Nachtleben. Als er erwachte, war es schon spät am Tage. Er lag quer im Bett, in Hose und Stiefeln, hatte einen widerlichen Geschmack im Munde und einen Brummschädel. Ihm fiel ihr Bummel ein. Wo war er denn überhaupt? Ach so, bei Alfred. Und Irma? Es war höchste Zeit, ins Auto zu klettern. Seine Dicke würde ihm einen schönen Marsch blasen. Er seufzte auf, als er die Stadt hinter sich ließ. Von dem vergnügten Abend war nichts mehr übrig, und vom Inhalt seiner Brieftasche auch nichts. Ihm schwante nichts Gutes, und seine Unruhe wuchs, je mehr er sich Chapelle-sur-Seine näherte. Die Billa Oase, die er jetzt erkennen konnte, stand, gottläb, noch am allen Fleck, und die Rue du pettt Beau war verlassen wie gewöhnlich. Solange öffnete ihm die Türe. „Wir dachten schon, es wäre eüvas passiert..." Er eilte die Treppe hinauf. Irma schlief. Er ging ins Bad und war gerade im Begriff, sich fertig zu rasieren, als er hörte, daß sie sich bewegte. Linkisch näherte er sich dem Bett. „Endlich! Wo warst du denn?" „Man hat mich im Cafö des Courses festgehalten, Dicke. Ich wollte telephonieren, aber es war zu spät. Ich habe einen netten Abend verbracht, mit Alfred und Papa Adam. Und du?" „Mich könnte man hier ermorden, das wäre dir egal." Sie hatte, überzeugt» daß er in Paris her« umschwiemelte, bis Mitternacht auf ihn gewartet. Seine Seitensprünge ließen sie kalt, aber sie zitterte bei dem bloßen Gedanken, schuh- und waffenlos, allein mit einem halbwüchsigen Mädchen die Nacht in dieser Einsamkeit zu verbringen. Sie hatte, ehe sie sich hinlegte, überall das Licht eingeschaltet, war aber trotz dieser Vorsicht erst am Morgen eingeschlafen. Einige Tage vergingen. Julien fand einen Vorwand, nach Paris zurückzukehren. Irma wünschte sich einen Hund. Er erzählle von einem Bekannten, der die Absicht hatte, einen echten Seidenspitz zu verkaufen. Eines Abends brachte er ein Hündchen mit krausem, seidigen Fell. Zur Erinnerung an seinen Vorgänger, den ein Mädchen hatte überfahren lassen, gab ihm Irma den Namen Bobby. Er war ein kluges!Tier, ein treuer Hausgenosse, eine Perle von einem Hund. Als der eine Wunsch befriedigt war, hatte Irma neue Bedürfnisse. Heute war es ein Stickrahmen, morgen ein Staubsauger, dann wieder ein Radio. Julien protestierte nie. Denn dies« Launen verschafften ihm die Gelegenheit, nach Paris zu fahren. Er blieb nicht mehr die Nacht über fort, aber er kehrte spät zurück, und fast immer beschwipst. Einmal kam er über Erwarten früh. „Irma", sagte er„ich bringe eine große Neuigkeit. Ich h<ä>e mit Charlier gegessen. Der arme Kerl ist ganz erledigt. Der Arzt hat ihm eine Kur in Nizza verordnet, und er hat mich gefragt, ob ich ihn vertreten wolle. Nicht lange. Höchstens einen Monat. Er will mir einen bestimmten Prozentsatz abgeben." Irma legte zwar nicht besonderen Wert darauf, die Villa Oase zu verlassen, wo sie mit Bobby und der Erinnerung an Helene friedlich lebte, aber der Winter nahm kein Ende, und ein Monat in Paris konnte zur Abwechftung ganz nett sein. Sie würde in die Kaufhäuser gehen, neue Kleider anschaffen, ihre Freundinnen Wiedersehen. Und anzustrengen brauchte sie sich auch nicht.' Die Bäume würden blühen, wenn sie wieder nach Haus käme. Gut, sie war einverstanden. Eines Morgens, nachdem Solange die letzten Weisungen empfangen hatte, fuhren sie ab.., Dritter Teil Julien i. In wenigen Tagen war Julien wieder völlig eingearbeitet. Sein Leben glich auf ein Haar dem, das er im Hotel Monwert geführt hatte. Nur etwas brachte ihn aus der Ruhe: es stiegen fast nur Fremde ab. Er war also gezwungen, die deutschen und englischen Brocken, die er»auf seinen Reisen aufgeschnappt hatte, in die Unterhaltung zu werfen, und wenn die nicht mehr genügten, mußte er sich mit Gesten behelfen. Er bewunderte das„Modern-Hotel", wo jedes Zimmer seine eigene Toilette hatte," fast jedes sein eigenes Bad, und verglich es mit dem Montbert. Im Grunde hatten Charlier und Alfred recht, daß sie ihre Häuser so modernisiert hatten. Zuweilen kam ihm die, Idee» wieder ein Hotel zu übernehmen und es mit dem letzten Komfort auszustatten. Schon am Morgen war er fix und fertig angezogcn. In der„Lorraine" fragten die Bekannten:„Nanu, Julien, wieder aktiv?" Ec machte kein Hehl aus seiner Freude über die neue Ortsberänderung. Er trank, führte angeregte Gespräche und übersah zuweilen, daß es Zeit war, zum Essen nach Haus zu gehen. Abends ging er gemächlich ins Cafe des Courses. Am Boulevard Barbes blieb er stehen, beobachtete die Mädchen, die um die Metrostation strichten, schnupperte ihr Parfüm und fühlte sich glücklich an dieser Ecke, von der«r einmal aus« gezogen war, um Paris zu entdecken. (Fortsetzung folgt.) Nr. 232 EmnStag, 3. Oktober 1833 Sette» Sturm gegen Mussolini _ Antiitalienische Flugblätter BBBI In In den Bundesländern Gleißner kontra Berger-Waldenegg— Hilfsvereine für italienische Deserteure Demarche des italienischen Gesandten „Neben anderen.. Die Methoden der Henlein-Journalisten In T a ch a u waren vor einiger Zeit Gerüchte über die drohende Einstellung der dortigen Tabakfabrik verbreitet. Daraufhin begab sich sofort eine Deputation, bestehend aus dem Bürgermeister S t r i tz l, dem Stadtsekretär und dem Genossen Stadtrat Müller nach Prag, wo sie unter der Führung eines unserer Parlamentarier im Finanzministerium vorsprachen und an massgebender Stelle absolut beruhigende Zusicherungen erhielten. Das für Tachau zufriedenstellende Resultat dieses Einschreitens wurde in der Lokalpresse bekanntgegebcn. Nachdem der gute Ausgang der Aktion schon eine volle Woche bekannt war, schlugen dann die„Sudetendeutschen Pressebriefe" der Henleinpartei einen reichlich verspäteten Alarm. An einer von der„Reichenberger Zeitung" am 1. Oktober abgedruckten Notiz heisst es: „Wie wir erfahren, soll nun auch die Tabakfabrik Tachau ins Innere Böhmens verlegt werden." So wird der Teufel noch einmal an die Wand gemalt, um wenigstens der Henleinpartei nachträglich noch ein Volksretterisches Verdienst zuzuschanzen. Der Bericht schliesst:. „Reben anderen bemühen sich auch di« parlamentarischen Vertreter der S8P, durch Verhandlungen bei den massgebenden Stellen die der Tachauer Bevölkerung drohende Katastrophe abzuwenden." „Neben anderen", die schon lange in Aktion waren, bevor die Herrn Volksgemeinschaftler aufgestanden sind, versuchen sich jetzt die parlamentarischen Vertreter der SdP wichtig zu machen. Die„anderen", die die Arbeit leisten, dürfen in der Schriftleiterpresse gar nicht genannt werden. „Sudetendeutsche" Aournalistik! Prozeß gegen die Brünner Nazifunktionäre Der Prozess gegen die vier ehemaligen Funktionäre der NSDAP Brünn nahm gestern seinen Fortgang, Vormittag wurden die Verlesungen fortgesetzt. Nachmittag wurden dann die Zeugen einvernommen. Zeuge Dostal wusste nur zu sagen, dass der Angeklagte Richter in der Partei nicht'beliebt war., Zeuge Johann N a t t a i erklärte, dass Man Richter einen liberalen Bonzen nannte. Vorsitzender:„Was ist das, ein Bonze? Und warum liberal?" Verteidiger Dr. Branzcik:„Liberal ist das grösste Schimpfwort, über das die nationalsozialistische Partei verfügt." Zeuge Lanzendörfer gibt an, dass mit Richter ihre ganze Tischgesellschaft aus der Partei ausgetreten sei wi-e auch.ieinerzeft. die, Tischgesellschaft korporativ cingetreten ist. Zeugin Rosa Kruge, die 23jährige Schwester des Angeklagten Kruge zeigte sich sehr aufgeregt und muhte vom Vorsitzenden und den Verteidigern beruhigt werden.• Es folgten nun wieder Verlesungen. U. a. kam ein Flugblatt zur Verlesung, in dem als Ziel „Gross-Deutschland" erklärt wird. Ferner ein Bauernflugblatt, in dem es heisst, dass die ESR leicht ihre Heeresausgaben herabsetzen könne, da Deutschland bereits ganz abgerüstet habe. In einem anderen Flugblatt heisst es: dass man auf marxistisch-kommunistischer Basis keine Wirtschaft aufbauen könne, beweist am besten der völlige wirtschaftliche Zusammenbruch in der Sowjetunion.(!) Mit unbrauchbaren Argumenten kämpft das Zentralorgan der christlichsozialen Partei, die „Deutsche Presse", die sich in einem Leitartikel mit der Rede Mussolinis beim Gcneralappell der Schwarzhemden beschäftigt. Mussolini knüpfte bekanntlich an die Julitage des Jahres 1814, also den Beginn des Weltkrieges, an, um eine Parallele zwischen damals und heute zu finden und da die „Deutsche Presse" diese Worte aus der Rede des Duce zitiert, argumentiert sie nun folgendermassen: „Mussolini erinnert allerdings nicht an den 28. Juni 1814, an dem der österreichische Thron- .. folger und seine Gemahlin durch die Kugeln überspannter serbischer Nationalisten getroffen, verbluteten und Oesterreich in gerechter Notwehr zu den Waffen greifen muhte."» Das ist echt christliche Moral. Wenn der andere das Verbrechen des Massenmordes zu verantworten hat, dann findet man die richtigen Worte des Abscheues und der Anklage. Aber das ebenso scheussliche Verbrechen, an dem man selbst einen Teil der Verantwortung zu tragen hat, wird mit dem Hinweis auf„gerechte Notwehr" glorisiziert. Konsequenterweise müsste die„Deutsche Presse" sagen: damals wie heute wurde unter dem Deckmantel der Notwehr ein Schlachten begonnen, das der vollwertige Mensch, aufs tiefste erschüttert, nur mit der Gier nach Gold und vollständiger Bertierung begründen kann. Flugblatt-Propaganda unter den Eingeborenen „Nehmt die italienische Freundschaft an oder sterbet!" heisst es in dem im Tigre-Dialekt abgedruckten Aufruf, den die italienischen Flugzeuge über der Provinz Tigre abwerfen, tvährend der Kampf um die Einnahme von Adua seinen Fortgang nimmt. In dem Aufruf wird did Bevölkerung dieses Kreises aufgcfordert, sich von Abes- finien loszureihen und selbst einen König zu wählen. Wien.(E.-B.) Die unhaltbare aussenpolitische Stellung des Schuschnigg-Regimes— über die wir vor kurzem berichtet haben— führt nun durch den Beginn des offenen Krieges in Afrika zu einer vollkommen aussenpolitischen Än- archieinOe st erreich. Die Loslösung der' Bundesländer vom Wiener Negierungskurs wird von Tag zu Tag deutlicher offenbar. In den gleichen Stunden, da Schuschniggs offizielle„R e i ch s p o st" warme Verteidigungsartikel für Mussolinis Raubkrieg veröffentlicht, nimmt das offizielle Organ der oberösterreichischen Ehristlichsozialen, die von dem näzifreundlichen künftigen Bundeskanzler, Landeshauptmann G l e i tz n e r beeinflusste„Linzer Tages- p o st" offen gegen Italien Stellung. Dieses oberösterrcichische Regierungsblatt schreibt in einer scharfen Polemik gegen Mussolinis Ueberfall ganz unverhohlen, es bedürfe für einen Oesterreicher keiner besonderen Phantasie, sondern bloß echter Menschlichkeit, um sich ansznmalen, welchen seelischen Ovalen unsere Brüder in Südtirol ausgesetzt sind, die jetzt unter der unbeliebten Fahne einer fremden Ration in die afrikanische Wüste geschickt«erden, um dort für ein Ziel zu kämpfen, das dem unterdrückten Volk Südtirols nichts besagt. Wenige Tage vorher erschien in Tirol und Salzburg in hunderttauenden Exemplaren als Flugblatt vertrieben und an Len Wänden plakatiert die erste Seite des christlichsozialen«Tiroler Anzeigers" mit dem Schlagertitel „Lind wir noch ein freies Volk?“ Der weitere Text strotzt von derben Beschimp- fungendes„RäuberischenJtalien" und des Duce, von Berichten über den fascisti- schen Terror Italiens gegen die Deutschen in Südtirol und enthält überdies eine Aufforderung zum geschloffenen Boykott gegen den„Fascistjschen Raubstaat Mussolini s." Man kann sich leicht vorstcllen, ivelche Auf- xrguyg. dieses. Flugblatt stg„der Wiener.itälieni-. scheu Gesandtschaft zur. Folge hatte. Es erfolgten kurz hintereinander zwei geharnischte Demarchen des italienischen G e- London. Auf dem Kongress der konservativen Partei in Bornemouth hielt Premierminister Baldwin eine Rede, in der er u.«. sagte: Die gesamte Perspektive auf dem europäischen Kontinent hat in dem letzten Jahre oder in den letzten zwei Jahren durch die neue Aufrüstung Deutschlands eine Aenderung erfahren. Ich habe keinen Grund an feindliche Absichten irgendjemandes zu glauben, und ich glaube nicht, dass Deutschland oder irgendein anderes Land unbedingt unser Feind sein müsste. Ich kann jedoch den Tatsachen gegenüber, durch die heute ein anderes grosses Volk, Rom, die Perspektiven Europas ändert, nicht blind sein. In Durchführung der Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund kann ich nicht verheimlichen, daß vielleicht schon in wenigen Tagen die Durchführung dieser Verpflichtungen bedeuten kann,, daß die Völker, die sie verwirklichen werden, dazu berufen sein werden, den Böffrrbundpakt mit bewaff- neterMachtz« wahren. Kabinett einmütig hinter Laval Paris.(Havas.) Der Ministerrat tagte im Palais Elysec von 15 bis 18 Uhr 10. Der Ministrrrat hörte den Bericht des Ministerpräsidenten und Außenministers Laval an und genehmigte den Wortlaut der Antwortnote auf den britischen Fragebogen. Der Ministerrat genehmigte einmütig den Bericht des Ministerpräsidenten Laval über die Stellungnahme Frankreichs zu dem italirnisch-abeffinischen Konflikt und sprach ihm einmütig das volle Vertrauen für sein bisheriges Vorgehen ans. Die französische Antwort wird Samstag im Foreign Office übergeben werden. Aus der näheren Umgebung Edens wird die Befriedigung über die Unterredung Edens mit dem französischen Mimsterpräsidcnten Laval in Paris zum Ausdruck gebracht. Es heisst, dass keine Widersprüche in den Standpunkten Frankreichs und Englands über das Vorgehen in Genf und über die Probleme, mit denen sich die ausgetauschten Noten befassen, bestehen. Laval informierte Eden über den Antwortentwurf auf die letzte englische Anfrage. Frankreich sandten Prezziosi im Bundeskanzleramt. Eine sofortige Untersuchung, die Schuschniggs Pressechef Minister Ludwig anordnete, führte zu dem Ergebnis, daß es sich bei dem Flugblatt tatsächlich um eine echte Rümmer des chriftlichsozialen„Tiroler Anzeigers" handelte, allerdings um die Nummer vom— 3. Juni 1928! Mit tiefen Entschuldigungen wurde dem Pressechef der italienischen Gesandtschaft, Herrn Dr. M o r e a l e, der sich ungeduldig im Bundeskanzleramt nach der Aufklärung des Falles erkundigte, mitgeteilt, daß diese„bedauerliche Neuauflage der Nummer aus dem Jahre 1928 von einer p r’• baten Stelle, die noch nicht ermittelt werden konnte, besorgt wurde". Seit dieser„Aufklärung" fand sedoch bereits eine neuerliche Demarche Prezziosis im Bundeskanzleramt statt. Diese letzte Demarche bezieht sich auf. die zahllosen „Hilfskomitees für italienische Deserteure“ die nicht nur in Ti r o l, sondern auch in S a l z- b u r g und Kärnten aus dem Boden schießen. Herr Schuschnigg hat strengste Massnahmen gegen diese Komitees zugesagt, die Landesregierungen sedoch machen gegen Auftrag, dagegen einzuschreiten, ganz unverhohlen passive Resistenz linier den Augen der lokalen Behörden werden in fast allen Orten Tirols solche Komitees, die sich neben der Hilfe für italienische Deserteure auch dieantiitalienischePropaganda zum Ziel setzen» gegründet. Objektive Beobachter aus den Bundesländern sind der Meinung, dass zumindest in a u ß enpolitischen Fragen der Einfluss der Wiener Regierung auf die Landesregierungen von Tag zu Tag problematischer werde. Schuschniggs Lieblingssport Massenverhaftungen von Marxisten Wie«. Die Wiener Polizei nahm in den letzten Tagen aus unbekannter Ursache unter den Anhängern der aufgelösten sozialdemokratischen und kommunistischen Partei Mass enver- Haftungen vor. An dem Viertel Sandleiten im 16. Bezirk wurden allein 42 Personen verhaftet. Ebenso werden auch auf dem Lande Verhaftungen vorgenommen. nimmt, wie es heisst, die enge französisch-englische Zusammenarbeit im Mittelmeer an und bringt den Wunsch zum Ausdruck, dass diese Zusammenarbeit aufrechterhalten werde, wodurch allen Gefahren entgegengetreten würde, die an irgendwelcher Stelle Europas entstehen könnten. Grand! bei Sir Hoare London. Der italienische Botschafter G r a n d i besuchte am Freitag im Ministerium des Aeußeren Sir Samuel Hoare. Bei Sir Samuel erschien am Nachmittag auch der griechische Gesandte Simopulos. . Das Havas-Büro verzeichnet das Gerücht, daß Grandi dem britischen Außenminister die neuen Gesichtspunkte betreffend die eventuelle Regelung des Konfliktes darlegen wolle. Obwohl diese Information nicht bestätigt wurde, wird sie als wahrscheinlich angesehen. Trotz dem Ausbruche der Feindseligkeiten wird auch in Paris die Möglichkeit einer verhältnismäßig baldigen Beilegung des Konfliktes nicht ganz ausgeschlossen. Ministerpräsident Laval hatte am Freitag eine neuerliche Unterredung mit dem italienischen Botschafter Grandi. Auch die Pariser Presse und die Finanzkreise sind der Ansicht, daß der italienisch-abessinische Konflikt lokalisiert werden wird. Unter dem Eindruck der Nachrichten, daß die Engländer wenigstens vorläufig nicht an die Sperrung des Suezkanals und auch nicht an die systematische Blockade Italiens denken, sind in Paris die Suez-Aktien auf 16.860 gegen 16.590 am Vortage gestiegen. Spanische Häfen als englische Flottenstützpunkte? Paris. Der Londoner Korrespondent des „Echo de Paris" erfährt, daß die englische Regierung bei der spanischen Regierung angefragt hat, ob sie bereit wäre, der englischen Flotte unter bestimmten Umständen die spanischen Häfen und Marine st Ltzpunkte in Spanien und auf den Balearen zur Berfü gui ng zu stellen. Präsident Zamora ist, wie verlautet, von seinem Sommersitz schleunig nach Madrid zurückgrkehrt. Bewaffnetes Einschreiten nach Baldwin keineswegs ausgeschlossen 571.670 Arbeitslose Ende September Gegen 557.566 Ende August Die Zahl der bei den Arbeitsvermittlungsanstalten gemeldeten und nicht untergebrachten Stellenbcwerber hat Ende September 571.670 betragen, was gegen Ende August, da die Zahl der Arbeitslosen sich auf 557.566 belief, eine Zunahme von 14.104 oder 2.5 Prozent bedeutet. Es scheint, daß die Augustziffer die niedrigste Zahl der Arbeitslosen im heurigen Jahr bedeutet hat und daß nun wieder ein Ansteigen der Zahl der Arbeitslosen beginnt, welches im Monate September seine besondere Begründung darin findet, daß Mitte September die Soldaten entlassen wurden, während die neuen Rekruten erst am 1. Oktober einrückten. Ein Vergleich der Entwicklung im September des heurigen Jahres mit'der im vorigen Jahre zeigt, daß iiN September auch des vorigen Jahres die Zahl der Arbeitslosen gestiegen ist, wenn auch. nicht so stark wie Heuer nämlich von 572.428 auf 576.267» Im Winter 1934/35 ist dann die Arbeitslosigkeit weitergestiegen,und hat ihren Höhepunkt im Feber 1935 mit der Zahl von 833.194 erreicht. Da die Ziffern des heurigen Jahres sich ungefähr auf der Höhe der Ziffern des Vorjahres betvegen, ist auch im Winter 1935/36 mit einem Ansteigen der Zahl der Arbeitslosen auf ungefähr 800.000 zu rechnen.. Deutschland soll Italien versorgen für den Fall wirtschaftlicher Sanktionen Paris. Der römische Korrespondent der Agence Havas teilt zu der donnerstägigen Unterredung Mussolinis mit dem dentschen Botschafter von H a s s e l l mit, daß dieselbe Abessinien be- traf. Es sei über die Versorgung Italiens durch Deutschland im Falle der vom Völkerbünde gegen Italien verhängten wirtschaftlichen Sanktionen verhandelt worden. An autorisierten italienischen Stellen ist aber dieses Gerücht nicht bestätigt wordett. * Der römische Berichterstatter des„Temps" erfährt zn der Unterredung, der deutsche Botschafter hätte dem Duce der wohlwollenden Neutralität Deutschlands, wie sie Deuffchland bisher eingehalten habe, versichert. Freiherr von Hassell soll sogar erklärt haben, Italien könne sich auf die wirtschaftliche Hilfe Deutschlands»er« l oif.e n.,. Der geschäftige Herr von Ribbentrop Lanrnt. Botschafter von Ribbentr o p, der vom Grafen Alfred Potocki auf seine Besitzung eingeladen worden war, ist Freitag in Lancut angekommen. Von Ribbentrop wird sich auf den Potockigütern bis Sonntag aufhalten und an einigen Jagden teilnehmen. Wie aus guter Quelle verlautet, wird Herr von Ribbentrop nach seiner Rückkehr nach Berlin Urlaub nehmen, um sich nach Sofia und Belgrad zu begeben. JnJtegeJ London. Einer Meldung des„Daily Telegraph" zufolge hat Italien beschlossen, neutrale Schiffe im Roten Meere l e iner Durchsuchung zu unterziehen. Rom.(AP.) Auch der V a t i k a n plant.die Anlage eines grossen, gassicheren Luftschutzkellers, der die Bewohner des. Vatikans für den Fall eines Luftangriffes aufnehmen soll. New Jork.(AP.) In den Vereinigten Staaten befinden sich eine Reihe italienischer Propagandi sten, deren Aufgabe darin besteht, die amerikanische öffentliche Meinung für Mussolinis Politik günstig zu stimmen. An der Spitze steht Carla Orlando, die Tochter des bekannten italienischen Ministerpräsidenten während des Weltkrieges, der im Gegensatz zu ihr mit Mussolini ausserordentlich schlecht stand. Moskau. Wie die Telegraphenagentur der Sowjet-Union berichtet, hat sich das BinncN- handelskommissariat zu einem Schritt entschlossen» der einen völligen Umschwung gegenüber der bisherigen Binnenhandelspolitik bedeutet. Das Kommissariat ordnete an, daß alle Verkaufsläden für Lebensmittel und Bedarfsartikel des täglichen Gebrauches in Zukunft selb st zubilanzieren haben. Jeder Laden werde zum selbständigen Abschluß von Kaufund Verkaufsverträgen berechtigt sein. Den vorgesetzten Behörden werde er lediglich seine Gewinn- und Berlustrechnung vorzulegen haben. Buenos Aires. Die gegen die Provinz Santa Fe angcdrohte Bnndesintervention wurde durch einen Erlaß der Bundesregierung angeordnet. Die Bevölkerung von Santa Fe beantwortete die Intervention mit einem Generalstreik. Mit Ausnahme der Banken und der Verkehrsmittel sind alle Geschäfte und Betriebe geschlossen. Lebenswichtige Anlagen werden allerdings vorbeugend rpilitärisch bewacht. Die Lage ist gespannt. Sekte 4 Freitag, 4. Okto-er 1935 Nr. 232 Atus und Einheitsfront Herstellung der Einheitsfront Ist möglich Im Zuge der allgemeinen Einheitsfrontaktion der Kommunisten haben sich die kommunistischen Sportler, die vor einigen fahren den Atus spalteten, mit einem Schreiben an den Bundesvorstand des Atus gewandt, um diesen aufzufordern, mit der kommunistischen Sportorganisation eine Einheitsfront herzustellen. Der erweiterte Bundesvorstand hat sich in seiner letzten Sitzung mit diesem Schreiben der Kommunisten beschäftigt und die Antwort auf die Einladung der Kommunisten zur Schaffung einer Einheitsfront der proletarischen Sportler folgendermaßen formuliert: „Werte Genossen! Die Tagung des erweiterten Bundesvorstandes und der Bezirksobmänner hat sich mit eurem Anbot zu einheitlicher Arbeit eingehend beschäftigt und gibt euch folgendes bekannt: Der AtuS hat sich durch sechs bolle Jahre bemüht, die Spaltung der Arbeitersportbewegung zu verhindern und in vielen Konferenzen und Versammlungen, insbesondere in den Oppositionsgebieten, versucht, die Einheit des Verbandes zu erhalten. Unsere Bemühungen waren leider vergeblich, weil die politischen Führer der kommunistischen Opposition auftragsgemäß die Spaltung durchführen mußten. Wir haben, trotz Beschimpfungen und vieler Angriffe, unsere Aktion zur Erhaltung der Einheit des Atus bis zum außerordentlichen KreiSturntag in Rtichenberg fortgesetzt. Leider brachte der Beschluß des Kreistages die Spaltung. lieber die in der Zwischenzeit beliebte Taktik der schärfsten Angriffe gegen unseren Verband und seine Funktionäre wollen wir hinwegsehen und wolle« nur sagen, daß eS nach diesen bedauerlichen und schweren Kämpfen nicht so leicht möglich ist, ohne weiteres die Einheit herzustellen. Vor allem find wir aber durch die Beschlüsse unserer Arbeiter-Sport-Internationale gebunden, die den sportlichen Verkehr und Verhandlungen zwischen den RSJ- und SASJ-Sektionen der einzelnen Länder nicht zuläßt. Allerdings hat die letzte Beratung der Delegierten der SASJ und RSJ der wahrscheinlich im November stattfindenden Länderkonferenz der SASJ dtn Vorschlag unterbreitet, unter gewissen Bedingungen den sportlichen Verkehr zwischen Ländersektionen der RSJ und SASJ zuzulassen. Sollte dieser Beschluß gefaßt werden, werden wir selbstverständlich sofort zu der neuen Sachlage Stellung nehmen. Bis dahin müssen wir es allen Unterorganisationen untersagen, Teilverhandlungen über gemeinsame Aktionen oder gemeinsamen Sportverkehr zu führen. Wir sind der Meinung, daß solche kleinliche Versuch«, die Organisationseinheit zu stören, den großen Gedanken der kommenden Einheit des Arbeitersportes nur schädigen können. Wir stehen aber nicht an, zu erklären, daß wir sedem Vereine eurer Gruppe die Möglichkeit geben, in den Atus zurückzukehren, wenn di« bestehenden Beschlüsse beachtet werden und wenn daS Verlangen nach der Demokratie in unserem Verbände nicht neuerding- zu Zellenbildungcn und Sprengungsversuchen benützt wird. Wir stellen also vor allem di« Forderung auf, keine Zellen- und FraktionS- arbeit im Verbände einzurichten. Vorbedingung ist die Einstellung aller Presseangriffe. Die„Rote Sportfront" hat noch im September gegen den AtuS ungerechtfertigte Vorwürfe erhoben, die wir hiemit zurückweisen. Die Herstellung der Einheitsfront im Arbeitersport in der Tschechoslowakischen Republik, deutsche Gebiete, ist also sofort möglich, denn der Eintritt in de« AtuS steht allen Arbeitern, Sportlern und Orga- nisationen frei, die gewillt sind, loyal und diszipliniert an dem Aufbau unserer Arbeitersportorganisa- tion mitzuwirken. Wir fühlen unS auch verpflichtet, mitzuteilen, baß alle von euch ausgehenden Versuche und Aktionen, durch Vereinbarungen mit einzelnen Vereinen öder Mannschaften unsere Arbeit zu stören, in energischer Weise zurückgewiesen werden müssen. An unsere Vereine werden diesbezüglich noch besondere Informationen und Aufträge ergehen. Die Beschlüsse unserer Bundesturntag«, die unsere Stellung zu den politischen Arbeiterparteien in der Tschechofiowakischen Republik festlegen, bleiben selbstverständlich im vollen Umfange aufrecht und kommen auch in unserer sportpolitischen Arbeit jederzeit zur Anwendung. Wir glauben, daß unser Vorschlag, Rückkehr in den AtuS und damit Herstellung der Einheit, für euch Gegenstand ernster Beratungen sein wird, und sehen diesbezüglichen neuen Mitteilungen entgegen. Frei Heil!' Englische Anfrage in Washington Ne« Jork.(Reuter.) Alle gestrigen Abendausgaben bringen auf den ersten Seiten mit großen Ueberschriften den Bericht über die Eröffnung des Krieges in Abessinien.„New Aork Post" sagt im Leitartikel, daß nach einem eingegangenen Telegramm aus Großbritannien im Staatsdepartement in Washington angefragt wurde, ob die Vereinigten Staaten ihre Mitarbeit entweder direkt oder indirekt an den Sanktionen zusagen würden. Das Blatt schreibt weiter, daß die ersten Bestrebungen Amerikas dahin gehen müßten, abseits zu stehen und allem äus- zuweichen, was es in den Konflikt hineinziehen könnte, in dem es alles verlieren, aber nichts ge- zvinnen könne. Flieger-Absprung bei Brandeis aus 8700 Meter Höhe— Eine Hand erfroren Prag. In dem Militärischen Flugstudium« institut wurden die Apparate übernommen, die der Flieger Ludwig Pavlovskh aus Brünn bei seinem donnerstägigen Absprung benützte. Nach der provisorischen Nachmessung wurde der Absprung aus 8770 Meter See-Höhe ausgeführt. Die Barometer werden nunmehr im Beisein einer Sportkommission des Aeroklubs überprüft werden, so daß eine Korrektur möglich ist, deren Spannung aber nicht 100 Meter übersteigen kann. Man kann daher annehmen, daß die definitive Berechnung der Absprunghöhe sich um 8700 Meter bewegen wird. Nach den Messungen der Beobachter des Absprunges, dauerte dieser 26 Minuten. Pavlovskh sprang aus dem Flugzeug im Gebiete Kosteletz-Brandeis a. E., bei starkem südwestlichen Wind ab, von dem er nach Jyngbunzlau abgetrieben wurde. Er wurde in erschöpftem Zu- st a n d e am Boden liegend aufgefunden. Er hatte eine Hand erfroren, da er beim Absprung den Handschuh verlor. In 8000 Meter Höhe betrug die Temperatur minus 37 Grad Celsius. Schlagende Wetter Essen. Auf der Zeche„Mon Cenis* in Herne-Sodingcn hat sich Freitag früh eine örtliche Schlagwetterexplosion ereignet. Bon den dort beschäftigten Bergarbeitern sind vier T o t e und drei Leichtverletzte geborgen. Zwei Mann werden noch vermißt. 38 Stunde« in der Luft Moskau.(Taß.) Bei dem Segel flieger- treffen in Koktebel stellte Suchomlinow einen neuen Weltrekord für den Dauerflug auf. Das Segelflugzeug blieb 38 Stunden 10 Minuten in der Luft. Lyon««ter Waffer Paris. Ueber Lyon und Umgebung ist in der Nacht zum Freitag ein schweres Unwetter niedergegangen, das sieben Stunden tobte und bedeutende Schäden anrichtete. Telephon- und Telegraphenleitungszentralen erlitten durch Wassereinbruch starke Störungen. Die Lagerräume eines großen Kaufhauses im Stadtinnern stehen völlig unter Waffer. In einer Lyoner Straße verursachten die starken Regenfälle einen Erdrutsch. Ein Haus stürzte ein und begrub alle Einwohner unter den Trümmern. Die Bergungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Der Hauseinsturz hat zwei Todesopfer gefordert. Unweit der ersten Unfallstelle mutzte ein weiteres Haus vorsichtshalber geräumt werden. Auch in der Rue St. Clair an den Ufern der Rhone ist ein kleines Haus eingestürzt. Die unter den Trümmern begrabenen zwei Personen konnten jÄoch lebend geborgen werden. Die Gemeinde Saint-Priest(Jsere) wurde durch das Unwetter völlig überschwemmt. Die Bewohner mutzten auf dieDächcr flüchten. Die Feuerwehr von Lyon mußte zur Hilfeleistung und zur Bergung ausrücken. Kriegspsychose in Drooklh« Raufereien zwischen italienischen und Negerkindern Die kriegerischen Ereignisse in Abessinien hoben bereits auf ein« Volksschule im New-Dor- ker Stadtteil Brooklyn übergegriffen, wo es zu stundenlangen Schlägereien zwischen italienischen und Negerkindern kam. Im Verlaufe der Raufereien erschienen auch über 1000 Eltevn der Kinder auf dem Kampfplatz und nahmen heftig gegen einander Partei. Der Polizei gelang es nur mit größter Mühe, die Menge zu zerstreuen. — Angesichts der starken Erregung, die der italienisch-abessinische Krieg bei den New-Aorker Italienern und Regem ausgelöst hat, wird mit lveiteren ähnlichen Zusammenstößen gerechnet. Die Erregung über den tschechoslowakische« Rundfunk macht sich auch in folgender Zuschrift an uns Lust. Am Mittwoch, dem 2. Oktober d. I. sollte das Programm der Prager deutschen Sendung aus folgenden Vorträgen bestehen: 1. Neue Bücher» 2. Arbeitersendung: Die Gewerkschaften als Kulturfaktor. 3. Sozialin- formationen. Der deutsche Arbefter und Gewerkschaftler unserer Republik hatte seinen Radioapparat pünktlich um 18 Uhr 10 eingestellt, um sich zum Demokraten erziehet: zu lassen, so weit er es noch nicht ist. Und was hörte er? Eine begeisterte Masse, die nicht genug brüllen konnte: „Duce! Duce Duce!!.. und Herrn Benito Mussolini, der bestimmt keine demokratische Rede geschwungen hat. Nicht genug damft, daß man den Deutschen die knapp zugemessene Sendczeft genommen hat, hat man ihnen außerdem noch etwas vorgesetzt, was bestimmt nicht geeignet ist, unsere Bevölkerung zur Demokratte zu erziehen. Im sudetendcutschen Gebiete wird von den Bewunderern des Dritten Reiches folgendes Sprüchlein gerne gebraucht:„Diacht's Fenster zu, der Hftler spricht! Die demokratische Republik erlaubt es nicht!" Da ist alles Licbcswcrbcn nm die deutsche Bevölkerung umsonst, wenn in der deutsche» Sendung fascistische Masscnbegcistc- rnng verzapft wird. Da m u ß sich ja der deutsche Hörer sagen:„Wenn ich mir-lascistische Reden anhören muß, dann solche, die ich wenig- stens verstehe." Oder ttöstet sich das Radiojour- nal damft, daß die üalienische Fascistenrede ohnehin die wenigsten verstanden haben? Ein schlechter Trost, fürwahr! Apart bis zum Kotzen, hat das„Prager Tagblatt" am Tage des ersten italienischen Flugzeugüberfalls auf Abessinien, am Tage, da von den Boiwben des Duce Fvauen und Kinder in den Straßen Aduas zerfetzt wurden, an dem Tage, da jeden sauberen Menschen dieser Welt das würgende Enffetzen ob des Anbruches einer „großen Zeit" packelte, folgendes zu berichten: Glückliches Abessinien. So wunderlich es erscheinen mag: ich, ausgesprochener Liebhaber der friedlichen und stillen, angenehmen und bequemen Dinge des Lebens, beneide augenblicklich die Abessinier. Richt um ihre politische Lage, die alles andere als rosig ist; nicht um die Wahr- , scheinlichkeit, daß sie, wenn alle Fünfer», Dreizehner, Achtundzwanziger- und Hundertsechsund- neunzigerausschüffe versagen, vielleicht d o ch n o ch ihre K ö p f e z u m A b s ch i e ß e n u n d ihre Lu n g e n z u.m Vergasen Hinhalten müssen, wofür sie ihrerseits sich apart zu revanchieren gedenken; nicht wegen der notorischen Schönheit ihrer Frauen, von denen die Sage geht, daß sie nach jeder Geburt die Jungftäulichkeit zurückgewönnen, noch ihres notorisch weisen Kaisers wegen, der, was mindestens ebenso unglaubhaft klingen mag, ein urbaner und humaner Herrscher sein soll. Ich beneide die Abessinier, weil... bei ihnen die Regenzeit zu Ende ist, indes sie bei uns erst anfängt und nach den üblichen meteorologischen Erfahrungen, die Eiszeit inbegriffen, nun volle sieben Monat anhalten wird, Schnupfen, Heiserkeit, Rheumatismus, Bronchitis, Grippe und ähnliche Gaben aus reichem Füllhorn streuend. Der Gedanke an Sonne, Palmen, heiße, alle. Erkältungsbakterien ausbrennende Trockenheit hat etwas Bezauberndes, wenn draußen der Herbstregen niedergeht und drinnen die Zentralheizung nicht funktioniert. Dir hoffen, daß sich wenigstens unter den L esern des„Prager Tagblatt"» dessen Redaktion diese Büberei ausgenommen hat, noch Menschen finden werden, die sich dieses Gewächses aus den eben noch immer nicht trockengelegten Pontinischen Sümpfen schämen! Das Radio-Journal kann auch anders! Zu unserer gestrigen Kritik ans Radio-Journal schreibt uns ein Leser: Mittwoch abends erfuhr ich— und mit mir wahrscheinlich viele Rundfunkhörer— eine freudige Ueberraschung. Das Konzert des ausgezeichneten Orchesters unseres I Radio-Journals, das um 21 Uhr 20 Kompositionen von Zich, Jirak und Fidelio Finke zum Vortrag brachte, wurde außer in tschechischer auch in deutscher Sprache angesagt! Es ist mir unbekamft, ob es sich in diesem Falle nur um einen Versuch oder um den Anfang einer seit langem erwarteten Einführung handelt, die in deutschen Hörerkreisen aber auch im Ausland große Befriedigung auslösen würde. Jedenfalls sei aber— ebenso wie der„Sozialdemokrat" der berechttgten Kritik Raum gibt— dieser Fortschritt freudig anerkannt und das Radio-Joubnal ermuntert, auf dem beschrittenen Wege fortzufahren. Es wird dies nur zum Nutzen des Rundfunks und des Staates sein! Bon einem Polizisten erschossen. Der einigemal vorbestrafte und aus Oesterreich ausgewiesene Adolf V e j d a, welcher nach Tabor in der Tschechoslowakei zuständig ist, kehrte in diesen Tagen insgeheim nach Wien zurück und geriet Donnerstag in einem Hause im 20. Bezirke mit einem Polizisten in Konflftt. Bejda wollte dem Polizisten die Waffe entreißen, worauf der Polizist zwei Schüsse abgab. Bejda wurde getroffen und stürzte mit schweren Verletzungen nieder; er ist nach wenigen Stunden im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der zweite Schutz traf den Bruder Vejdas, Anton, welcher leichtverletzt wurde. Sowjet-Journalisten in der TSR. Donnerstag reiste über Einladung des Syndikats tschechoslowakischer Journalisten eine Delegation von sowjetrussischen Journalisten und Schriftstellern nach der Tschechoflowakei ab. Die zwölfgliedrige Delegation steht unter der Leitung Michael Koltzows, der Pressevertretern erklärte, die Reise werde der Bestätigung der dauernd wachsenden fteundschastlichen Beziehungen zwischen der Oef- fentlichkeit der Sowjetunion und der Tschechoslowakei sowie für die breit« Informierung der Sö- ipjetleser über das Leben des ffchechoslowakischen Volles und seines Kampfes um den Frieden dienen. Die sowjet russischen Automobüfabriken erzeugten im September d. I. 10.197 Automobile. Seit Beginn des Jahres lieferten diese Fabriken 69.000 Automobile. Goebbels-Film in Brüssel ausgepfiffeu. Noch den verschiedenen„Kundgebungen" in reichsdeutschen Kinos ist es jetzt auch außerhalb Deutschlands zu einer Kundgebung gegen den Nazi-Film gekommen: der deutsche Propagandafilm„Hände am Werk" ist bei einer Vorführung in Brüssel ausgepfiffen worden. Internationaler Kaffenknack« verhaftet. Die Polizei in UZhorod hielt Donnerstag nachts einen unbekannten Mann fest, der mit auffallendem polni- schenAkzent sprach und bei dem bei der LeibeSvrsi- tierung moderne Einbruchswerkzeuge gefunden wurden. Der Angehaltene gab an, Jan Szwecz zu heißen, 88 Jahre all und aus Lemberg gebürtig zu sein, wo er wegen Kaffeneinbruches zwölf Jahre Kerkers erhielt. Zuletzt büßte er vier Jahre wegen Kaffeneinbruches in Pardubitz ab. Da in der letzten Zeit in UZHorod und Umgebung sowie in Mukakevo eine Reihe von Kassen ausgeraubt worden sind, besteht der Verdacht, daß Szwecz das Mitglied einer Kassenknackerbande ist, die diese Raubzüge durchgeführt hat. Sven Hedins Kosten. Sven Hedin hat in einem Schreiben an die schwedische Regierung die Kosten für die Bearbeitung und Veröffentlichung seiner letzten Forschungsreise mit 750.000 Kronen veranschlagt. Di« Summe soll«. a. auch durch Spenden und Stiftungen aufgebracht werden. Seine letzte Forschungsreise nach dem Fernen Osten, die vom 1. Jänner 1927 bis 81. Dezember 1934 dauerte, hat insgesamt 2.5 Millionen Kronen gekostet. Die Bearbeitung des Forschungsergebnisses dürft« voraussichtlich etwa achtJahre in Anspruch nahmen. Zwei, die sich nicht vertragen können, das ist keine Seltenheit. Man weiß nicht recht, wer die Schuld hat. Denn mit jedem allein kommt man gut aus und kann ihn auch gut gebrauchen. Aber sowie sie zusammenkommen, gibt es Streit. So ähnlich geht er unS mit der bunten und mit der gestärkten Wäsche. Es wird oft behauptet, daß das Waschmittel schuld ist, wenn echt gefärbte Wäsche beim Waschen abfärbt. Aber das stimmt nicht immer. Selbst bei indanthren gefärbter Wäsche besteht unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem bei Verwendung scharfer Waschmittel, die Möglichkeit des Ausgehens und Abfärbens, wenn sie gemeinsam in einem Kessel mit gestärkter Wäsche gekocht wird. Waschen Sie also nie gestärkte Wäsche gemeinsam mit Buntwäsche, auch wenn sie als echffärbig bezeichnet wird. Und Sie können sicher sein: wenn Sie überdies wirklich gute Waschmittel, wie Schicht-Hirschseife, verwenden, dann ist ein Abfärben echffärbiger Wäschestücke ausgeschlossen. Weichen Sie die Wäsche, vor allem aber alle gestärkte Wäsche, immer und gründlich in Frauenlob-Lösung ein. 32b Eine Posfftempelpropagandamarke für den Kindertag der Jugendfürsorge in Böhmen wirb da» Postautt Prag 55(Smichov) vom 6. bis 20. Oktober 1935 durch Abstempelung von Postmarken mit einem besonderen Maschinenstempel mit schwarzer Farbe durchführen(am 13. Okwber mit grüner Farbe). Das Klischee des Stempels wird einen besonderen Text und Bilder enthalten. Zustrom warmer Luft aus dem Süden. Bon der Balkanhalbinsel, wo sich der Himmel wieder ausgeheitert hat und stärkere Erwärmung eintritt, strömt nunmehr warme Luft unseren Gegenden zu. In Jugoslawien wurden Freitag nachmittag» 25 bis 26 Grad verzeichnet und auch bei uns ist die Temperatur im Osten der Republik auf 21 bis 23 Grad gestiegen. In Westftankreich wurden dagegen stellenweise bei unbeständigem Wetter nur 12 Grad verzeichnet. In der Nähe der Wärmegrenze bilden sich Druck st örungen aus, unter deren Einwirkung es namentlich in den südlichen und westlichen Alpen noch immer regnet. Die Schlechtwetterzone hat jedoch ihre Lage seit Freitag morgens nahezu nicht verändert.— Wahrscheinliches Wet« tervonheute: Wetterlage unsicher. Im Westen und Südwesten der Republik Wetterverschlechterung möglich. Im übrigen Gebiet halbheiter und bei Südostwind namentlich tagsüber wärmer.— Wetteraussichten für Sonntag: Im westlichen und mittleren Teil der Republik unbeständig und etwas kühler. Im Osten noch im allgemeinen schön und warm. Vom Rundfunk |ia»l«MMiw«rtu aus d« Programm«» i Sonntag: Prag, Sendckr L: 7.30: Konzert aus Karlsbav, 9.15: Mujiks Salonquartett, 12.20: Buntes Programm, 14.15: Deutscher Landwirtschastsfunt, 14.30: Konzert für Flöte und Cembalo, 17.50: Deuffche Sendung: Beginn der Reihe„Welttheater" Capck: WUR, 18.50: Deuffche Presse, 19.05: Schallplatten: BrahmS, 20.15: Italienische Arien, 21.05: Stimme des Waldes, Rundfunkoper von Martin, 22.25: Deuffcher Rundfunk und Sportbericht. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Direktor Storch: Bürgerkunde als Mittel zur sozialen Erziehung, 14.45: 15 Minuten Spannung„Die Wembeere".— Brünn 11.10: Vormittagskonzert, 17.50: Deutsche Sendung: Die heimliche Ehe, komische Oper von Cima« rosa, 20.15: Gitarrekonzert.— Mährisch-Ostrau 16.40: Schlesische Hochzeit nach altem Brauch.— Preßbnrg 18.10: Herbst in der Hohen Tatra. * Die Pru-er Arbeiterseudung bringt in dieser Woche: Sonntag, den 6. Oktober(14 Uhr 30 bis 14 Uhr 45) Johann Storch-Prag: Die Bürgerkunde als Mittel sozialer Erziehung. Mittwoch, den S. Oktober(18 Uhr 20 bis 18 Uhr 40) Dr. I. W. Brügel-Prag: Nimmt die Kriminalttät zu? Freitag, den 11. Oktober(18 Uhr 35 bis 18 Uhr 45) Aktuelle zehn Minuten. Jbr. 232 Samstag, 5. Oktober 1838 Seite 8 Skuptschina-Neuwahlen nicht aktuell Belgrad. In hiesigen politischen Kreisen hat die im Agramer Tagblatt„Novosti" veröffentlichte Kundgebung des Justizministers Dr. M i s- k u l i n große Aufmerksamkeit hervorgerufen. Der Minister führte aus, daß in der heutigen Situation die Skupschtina schwerlich in Kürze aufgelöst und Neuwahlen ausgeschrieben werden können. Man dürfe nicht vergessen, daß die Ausschreibung von Neuwahlen vor allem mit der Verwirklichung aller politischer Aufgaben zusammenhänge, deren Lösung die Regierung als Voraussetzung für die Durchführung von Neuwahlen beschlossen habe. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die jetzige Skupschtina Wohl arbeitsfähig ist, es wird aber gleichzeitig bemerkt, daß das Haus auch nicht zum 9. Oktober, dem Todestage des Königs Alexanders', einberufen werden wird. In Kreisen der Opposition rechnete man nicht mst baldigen Neuwahlen, und einer der hervorragenden Anhänger Dr. MaLeks, Dr. Vjeko- slav Kukovec, erklärte eben dieser Tage, daß die Ausschreibung von Neuwahlen etwa im Feber nächsten Jahres erwartet werde. Selbst Holland muB auf rüsten Amsterdam. Die holländische Regierung sieht sich durch die Verschärfung der internationalen politischen Lage veranlaßt, das Tempo der Modernisierung des Landheeres wesentlich zu beschleunigen. Insbesondere sollen die Luststreitkräfte durch Anschaffung neuer Flugzeuge ver- stärkt werden. Weiter soll eine größere Anzahl von Luftabwehrgeschützen in Auftrag gegeben werden. Auch Wirtz beabsichtigt, die Vorräte der Munitionsdepots, die jahrelang aus Ersparnisrücksichten sehr niedrig gehalten wurden, auf der ganzen Linie stark zu vergrößern. Gin Gang durch Gibraltar (AP.).' Die militärischen Vorkehrungen bei Gibraltar, dem zuschließbaren Tor auf der Westseite des Mittelmeeres, haben die Aufmerksamkeit der Welt' auf dies Felsennest gelenkt, dessen malerische Reize zwar Mittelmeerreisenden bekannt sind, über das jedoch die breitere Oestentlichkeit wenig weiß. Wer durch die enge Mainstreet mit ihren maurischen, indischen und sonstigen exotischen Läden geht, in denen man wegen der in Gibraltar herrschenden Zollfreiheit so billig einkaufen kann, wie kaum sonst irgendwo, wer die astikanische Blumenpracht des Alameda-Garten bewundert oder vom Europa-Point über die Meerenge hinweg zu den marokkanischen Bergen herüberlugt, wer einen Spaziergang durch die in die Felsen gehauenen Wege über der Stadt macht und einen Blick auf die historischen Plätze und die alten Basteien warf, der ahnt nichts von den modernen Verteidigungsanlagen. Schon vor 230 Jahren, als im Verlaufe der spanischen Erbfolgekrieges die Engländer Gibraltar in Besitz nahmen, wußten sie die militärische Bedeutung dieses Platzes zu schätzen. Selbst in normalen Zeiten liegen hier mehrere tausend Soldaten und eine Anzahl Kriegsschiffe. Jetzt aber hat sich Gibraltar in ein Heerlager verwandelt. In Gibraltar' herrscht Wohlstand. Die britischen Garnisonen bringen Geld ins. Land. Die spanffche Bevölkerung, seit Jahrzehnten vermischt, spricht dementsprechend eine Mischung au» englisch und dem andalusischen Dialekt. Täglich aber kommen Hunderte aus den benachbarten spanischen Dörfern, um in Gibraltar als Hafenarbeiter ihr Geld zu verdienen. Abends verlassen sie die Festung, um durch die neutrale Zone nach La Linea zurückzukehren. Dies spanische Städtchen wird umgekehrt von den englischen Soldaten gerne aufgesucht, wenn sie tanzen gehen wollen. Ueberflüssig zu erwähnen, daß zwischen Gibraltar und La Linea angesichts der Zollsteiheit von Gibraltar und der Preisunterschiede ein lebhafter Schmuggelverkehr besteht. Aus Marokko kommen die Eingeborenen her, um Hühner zu verkaufen. Kurz, es herrscht ein reges Leben und Treiben. Jetzt ist die Idylle steilich zu Ende. Ein Kommando kann genügen, um den Weg vom Mittelmeer in'den Atlantischen Ozean zu sperren. Der DettlerKönis Budapest. Die Budapester Polizei hat einige Beamte beauftragt gehabt, die Organisation deS Bettlertunis auszuforschen. Die Beamten hatten sich selbst als Bettler verkleidet und einige Wochen zwischen Bettlern gelebt, bis man sie in die„Zunft" aufnahm. Es stellt sich heraus, daß sie die Bettler in Budapest hervorragend organisiert sind. An der Spitze steht ein gewisser Maray, der eine fast unumschränkte Macht auSübt, und dessen Befehle und Weisungen aufs Wort befolgt werden. Jeder, der sich gegen den ungeschriebenen Bettler-Ehrenkodex vergeht, wird vom Bettlerkönig auS Budapest verwiesen, und es für ihn dann ganz unmöglich in der ungarischen Hauptstadt zu bleiben. Denn jeder ^Arbeitsplatz" ist genau so eingeteilt, und er könnte ohne die Hilfe der Bettlerzunft nicht einmal ein bescheidenes Leben stiften. Umgekehrt helfen die- Bettler einander in vorbildlicher Weise. Denn einer einmal in Not gerät, so wstd für ihn auskömmlich gesorgt, und die Budapester Hauswirte vermieten Bettlern mit Vorliebe ihre Wohnungen, weil sie genau wissen, daß Maray rückständige Mieten zahlt. Ob er sein Geschäft so betreibt, wie Mr. Peachum auS der„Dreigroschenoper", verschweigt her Polizeibericht leider. SCHÄUM AUCH IN KALTEM WASSER 0 KALT Jetzt wieder die Wollsachen aus dem Schrank fiehmen! Ein Gluck, daß wir Frauen es dieses Jahr leichter haben,, sie gut zu halten. Alles aus Wolle waschen vir ohne Bedenken— kalt im Neuen LUX. Das gibt den Sachen Weichheit, erhöht ihre Schönheit. Zwei Menschenleben um eine Zigarette Gin bluttger Jahrmarkt Prag. Am 25. April d. I. fand in M e l n i k der alljährlich« große Jahrmarkt statt, zu dem sich, wie stets, nebst anderen Marktfahrern, zahlreiche Pferdehändler und Fleischer einfanden. Als der Markt geschloffen war, fand sich eine dreizehnköpfige Gesellschaft solcher Geschäftsleute in der Wohnung des Händlers Friedrich Z u z ä n e k zusammen, um den Geschäftstag mit einem gemütlichen Beisammensein zu beschließen. Dieses gemütliche Beisammensein endete auf furchtbare Weise. Es blieben zwei Tote au' dem Schauplatz dieser kollegialen Unterhaltung. Freitag fand dieses Drama sein Nachspiel vor dem Prager Schwurgericht. Der Verhandlung präsidierre GR. Dr. Svambera, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Svoboda. Der 27jährige Fleischer Jaroslav G o l d« s m i d, elfmal vorbestraft(meist wegen Gewalt- tättgkeitSdelikten), stand vor den Geschworenen unter Anklage deszweifachenVerbrechens des Mordes. Da eine große Anzahl von Zeugen aufgeboten worden war, nahm die Verhandlung einen langwierigen Verlauf und dauerte bis in di« Abendstunden. Was diesen Prozeß besonders charakterisiert, ist die Tatsache, daß aus nichtigstem Aula- zwei Menschenleben vernichtet wurden. Diesem Angeklagten sitzt das Messer so locker, daß eine verweigerteZigarette hinreichte, denMordimpuls bei ihm auszulösen. Dieser Prozeß spielt keineswegs in den„Tiefen der Gesellschaft". Die. Leute, die sich an dem blutig beendeten Beisammensein beteiligten, trugen schwer gespickte Brieftaschen bei sich. Auch Goldsmid hatte 1200 KL in seiner Brieftasche. Um so krasser wirkt die Nichtigkeit des Anlasses, die die Bluttat auslöste, um so grauenhafter die tierische Brutalität, die hier in Erscheinung Witt. .Die Gesellschaft saß in der Wohnung ZuzänekS beisammen, trank Bier und Tee mit Rum, aber in so mäßiger Weise, daß Trunkenheit nicht in Frage kommt. Dem Angeklagten Jaroftav Goldsprid verlangte eS plötzlich nach einer Zigarette, aber keiner der Anwesenden gab ihm eine. Da der Angeklagte bemerkt hatte, daß sich sein.Kollege Filinger kurz vorher für fünf Kronen Zigaretten holen ließ, war er schwer- aufgebracht und versetzte einem gewissen Wenzel S t r u p l, der dem Filinger die Zigaretten besorgt hatte, ohne jeden Grund eine wuchtigeOhrfeige. Hier legte sich ein gewisser Josef Langmajer ins Mittel:„Jarda, warum schlägst du ihn?!' Nun lebte der Angeklagte mit Josef Langmajer und dessen gleichfalls anwesenden Bruder Franz Langmajer nicht im besten Einvernehmen und die harmlose Bemerkung deS Ersteren genügte, um ihn in ein wildes Tier zu verwandeln. Er riß sein Taschenmesser heraus und stürzte sich auf Josef Langmajer, dem er zwei schwere 5 t ich Verletzungen in Brust und Rücken beibrachte. Der Verwundete brach zusammen und starb kurz nachher an innerer Verblutung. Dann wendete sich der Rasende gegen F r a nz Langmajer, der mit einem schnell aufgerafften BlechkWel die Sttche zu parieren suchte. DaS starke Eisenblech deS Kübels wurde von den wütenden Messerstichen in der Breite von vier Zentimetern glatt durchstoßen— seinem blindwütigen Angriff eine Beule auf dem Kopf davongetragen hatte. Er wurde natürlich, ungeachtet seiner Simulattonen aus dem Spital weg verhaftet. Als corpus delicti lag dem Gericht u. a. das mörd eris che Taschenmesser vor, ein gefährliches Werkzeug mit zwölf Zentimeter langer, starker Klinge und scharf geschliffener Schneide. Bezeichnend für das Milieu, in dem dieser Fall spielt, ist, daß einer der Zeugen wegen eines Gewalttätigkeitsdeliktes in Untersuchungshaft sitzt und dem Gericht im SträflingS- kostüm vorgeführt wurde. Gegen einen anderen läuft ein Verfahren wegen Anstiftung zur falschen Zeugenaussage zugunsten des Angeklagten Gold- Smid. Am allerbezeichnendsten aber ist wohl die Taffache, daß ein Chauffeur, der die Verwundeten ins Spital fahren sollte, zunächst ablehnte mit der Begründung, daß er mit dem Gastgeber Z u z ä« n e k nichts zu tun haben wolle, weil das zu riskant sei. Zuzanek ist nämlich dreizehnmal vorbestraft. Der Schwurgerichtshof legte den Geschworenen nebst der Hauptfrage auf Mord noch die E v e n- tualfrageäuf Totschlag vor, indem er e^ ihrer Beurteilung überließ, ob eS sich um beabsichtigte oder nicht beabsichttgte Tötung handle. Die Geschworenen bejahte« die Schuldfrage auf Mord mit elf Stimmen. Es folgte die gemeinsame Beratung des Gerichtshofes und der Geschworenenbank über das Strafausmaß, wie sie.bei Delikten, auf die nach dem Sttafgesetz die Todessttafe steht, vorgeschrieben ist. DaS Urteil lautete auf 20 Jahre schwere« und verschärften KerkerS. Der Verurteilte blieb ruhig und lächelte. Sein Verteidiger meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an, desgleichen auch der Staatsanwalt Dr. Svoboda, und zwar wegen Richtverhängung der Todesstrafe. rb. WeißeZähne machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Zur Erlangung schöner, weißer Zähne putze man früh una abends die Zähne mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste. Schon nach kurzem Gebrauch erhalten die Zähne einen wundervollen Elfenbeinglanz. Tube Kä 4*-. Dreieinhalb Milliarden Kronen Warenschulden des Auslandes Die sich aus dem Warenexport ergebenden tschechoslowakischen Forderungen an das Ausland haben im Laufe dieses Jahres eine wettere Erhöhung erfahren. Nach den Angaben der Nationalbank hatte die Tschechoslowakei am 30. Juni 1935 zu fordern: Insgesamt betragen die tschechoslowakischen Auslandsforderungen 3408 Millionen XL. Bon den 2323 Millionen Xö, die auf die Clearing- staaten entfallen, muß ein erheblicher Teil als auf längere Zeit eingefroren betrachtet werden. Bom freien Ausland! 80. Nuni 31. M«rß 1935.' Millionen England mit Kolonien, Indien und 180 165 Palästina...■« . 1 a« 21 24 Länder des Goldblocks (Frankreich, Holland, Schweiz)■ ■ a 286 300 Skandinavische Länder, ■■ 46 62,5 28 42 Polen a■ ■ a 193 207 87 54 Spanien,,,,» a■ ■■ 80 28 Bereinigte Staaten,« ■■ ■ a 78 90 China...... W a • a 43 31 Clearingstaate n: Deutschland,,,, ■■ 605 608 Oesterreich,,,, ■ a ■■ 386 370 Rumänien a■ ■■ 382 480 Jugoslawien,,,, ■■ ■■ 262 240 Italien ■■ 8■ 101 90 füllet.•>■■■■ ■■ ■ a 155 135 Griechenland,,,. ■ a ■• 73 70 Bulgarien,,,, ■ a ■• 30 43 Argentinien,,,, ■ a a• 35 40 Brasilien.,,., ■■ ■• 42 54 Mittelamerikanische Länder, ■ a 9 6 Steigende Sparkasseneinlasen Am 31. Juli 1935 betrugen die Einlagen bei sämtlichen tschechoslowakischen Sparkassen 21.068,286.691 Kronen. Am 1. Jänner war der Stand 20.613,694.093 Kronen. Mit dem Einlagestand von über 21 Milliarden kommen die tschechoslowakischen Sparkassen ihrem höchsten Einlagenstand vom Jahre 1933 mit fast 22 Milliarden wieder sehr nahe. . Os^iam- ein Beweis für die furchtbare Wucht, mit der die Stiche geführt wären. Trotz seiner Abwehrversuche trug auch Franz Langmajer einen Stich in die Brust davon. Er starb fünf Tage später an Herzschwäche. Sein von Natur schwacher Organismus konnte die Folgen der Verletzung nicht überwinden. Der Angeklagte machte sich seine Verteidigung bequem. Er behauptete, von nichts mehr zu wrs- ’en, da er damals vollkommen betrunken gewesen sei. Diese Verantwortung kann freilich nicht ernst genommen werben. Durch Zeugen ist 'estgestellt, daß er sich nach der Tat über den zu- ammengesunkenen und langsam verblutenden Joes Langmajer neigte und ihm zurief:„Sieh st >u,Pepi, das hast du d a v o n!" Später versuchte er sich, freilich als vollkommen betrunken auszugeben und ließ sich außerdem noch als„dritten Verletzten" im Spital behandeln, weil er bei dann OS RAM-01-l.ampen geben, je nach Type, bis 20% mehr Licht für ein Watt qi&t Wucht{äh Wenig Qe£d Seite 0 „Sozialdemokrat" SamStag, 5. Oktober 1935. Nr. 232 Iraqer Mtunq Wohnungseinbrrcher verhaftet. Dieser Tage ge- lang eS, den 20jährigen beschäftigungslosen Arbeiter Emil SameZ aus Zizkov und den- 26jährigen arbeitslosen Maurer Jaroslav Perina festzunehmen, die in der lebten Zeit eine Reihe von Wohnungsein- briichen verübt hatten, von denen ihnen vorläufig zehn, meist in Bubentsch. Holleschowitz und Lieben, nächgewiesen werden konnten. Die erbeuteten Gegenstände hatten sie verschiedenen Prager Hehlern verkauft, bei denen ein Teil davon bereits beschlagnahmt und den Geschädigteen zurückgestellt werden konnte. Der Gesamtschaden beträgt etwa 80.000 KC. Bor den fahrenden Zug geworfen hat sich gestern um 1 Uhr mittags unterhalb der Malerakademie in Bubentsch der 41jährige städtische Oberaufseher Anton Matöjovskü. Heibei wurde ihm das rechte Bein abgetrcnnt und am Kopfe eine tödliche Verletzung zugefügt. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtsärztliche Medizin gebracht. Das Motiv der Tat sind häusliche Zwistigkeiten. Brand im Pathologischen. Institut. Vorgestern abends wurde die Feuerwehr ins Pathologische Institut beim Karlsplab gerufen, wo im Laboratiorium >— in der sogenannten Jnstitutsküche— ein Brand ausgebrochen war. Es gelang zwar, in kurzer Zeit denselben zu löschen, aber die Einrichtungen des Laboratoriums war bereits verbrannt und einzelne wertvollere Gefäße beschädigt.' Das Feuer ist durch Kurzschluß entstanden. Kind überfahren. Vorgestern abends lies das Töchterchen eines Maurers'aus Koschirsch, die neunjährige Schülerin Jaroslava Zeman, in der Plzeüskä in Koschirsch über- die Fahrbahn,-als sie von einem Personenauto, das der 42jährige Anton Pacov- skh aus Horowitz.lenkte, überfahren und etwa zwölf Schritte weit geschleift wurde. Das Mädchen wurde mit schweren innerlichen Verletzungen ins Kinderspital gebracht.' Schmuckdiebstohl beim Oberkellner. Mittwoch wurde bei einem Oberkellner in Wrschowitz ein Einbruch verübt, bei dem Kleider und Schmuck im Werte von 15.000 KC gestohlen wurden. Donnerstag gelang es, die Täter, in der Person der Brüder Oldrich und Franz Sanderg aus. Prag-Weinberge, bzw. Karolinenthal, festzunehmen. Der größte Teil der Beute, Boutons,' Uhren und' ein Photoapparat wurden bei ihnen gefunden. Prager Telephon-Teilnehmerverzeichnis. Im Monate Feber'nächsten Jahres' wird eine Neuauflage des Prager Tdlephon-Teilnehmer-Verzeichniffes für das Jahr 1936-erscheinen.-Die Teilnehmer der Telephonstationen- werden aufmerksam gemacht, daß der Redaktionsschluß.für diese Ausgabe mit dem 81. Oktober l. I. endet. Spätestens bis zu diesem Termin wollen sämtliche Veränderungen in der Bezeichnung der Telephonftationen an die Adresse: Re- ditelstvi post a trlegrafu v Praze XII., Tr. mars. Fache" mitgeteilt werden. Der Austausch der alten Verzeichnisse gegen neue wird seitens der Teilnehmer ebenso dürchgeführt werden wie bisher, und zwar bei demjenigen Postamte, das auf der erhaltenen Aufforderung angeführt ist. Jeder Teilnehmer hat Anspruch auf ein Exemplar für jede Telephon-Hauptstation. Weitere Exemplare sind schriftlich beim Postamte Prag 1, Jindkisska ul., zu bestellen. Verkaufspreis eines ExemplareS 20 KC. JCuftst wut Mssen Die Afrikanerin Das Verdienst, sich in der letzten Zeit G i a- romo Meyerbeers und seiner Opernkunst angenommen zu haben, ist einer der wenigen Aktivposten in der Opernbilanz der Direktionsära Eger des Prager DeutschenTheaters. Den neuinszenierten„Hugenotten" Meyerbeers in der vorigen Spielzeit folgte vorgestern eine Neueinstudierung der Oper„Die Afrikanerin" des Meisters. Ohne Zweifel ist gerade diese Oper besonderer Beachtung wert. Nicht vielleicht deswegen, weil sie Meyerbeers letzte Opernschöpfung ist, von der sich der Komponist selbst viel versprach, die er mit dem ganzen Reichtum seiner speziellen Opernkunst des Farben- und Melodienreichtums,. des melodischen Schwunges, der klangvollen Harmonik und des vielfältigsten Rhythmus ausstattete, sondern deswegen, weil gerade in der„Afrikanerin" eine Menge wertvollster Musikstücke stehen, die sich durch Genialität der Konzeption, Wahrheit des Ausdrucks und echte Gefühlswärme auszeichnen, also durch Eigenschaften, die man leider bei Meyerbeer so ost vermissen muß; die„Ballade" unter anderen, das„Schlummerlied", vor allem aber die große Schlußszene der Titelheldin Selica. In der„Afrikanerin", deren Textbuch der routinierte Eugene Scribe allen Wünschen Meyerbeers nach szenischer Vielseitigkeit und Wirksamkeit zurecht machte, werden ähnlich wie in Verdis späterer„Aida" die Lebens- und LiebeS- schicksale einer Astikanerin behandelt, die als Sklavin ihr. Herz an den weißen Feldherrn verliert und an dieser Liebe zugrundegeht; Aida gemeinsam mit dem Geliebten, Selica, sich für ihn opfernd, um sein und seiner weißen Braut Glück nicht zu zerstören. — Ter Wiederaufführung der„Afrikanerin" im heurigen Jahre kommt übrigens auch' festliche Bedeutung zu; denn heuer waren es im April 70 Jahre, seit das Werk an der Großen Oper in Paris seine Uraufführung erlebte. Meyerbeer-hat diese seine letzte Oper nicht mehr gehört; er starb im Jahre vor ihrer Nraufführung. Die vorgestern durch Opernchef Prof. Georg S z k l l bewirkte musikalische Neueinstudierung der „Afrikanerin" war ziemlich eindruckslos— trotz technischer Sauberkeit im instrumentalen und chori- schen Sinne, trotz starker Betonung der dynamischen Gegensätze. Man vermißte allzusehr die gefühlsmäßige Einstellung zur Musik Meyerbeers, deren sie ebenso bedarf wie jede andere inhaltsbestimmte Musik. Mangel an innerer Gefühlsäußerung ist auch der Sängerin der Titelpartie, Frau Rose Pauly, zum Vorwurfe zu machen. Diese persönlichkeitsstarke Sängerin ist— darstellerisch und gesanglich— nur in dramatischen Momenten überzeugend; und ihre Stimme klingt oft bedenklich scharf, unruhig und unrein, was dem kantablen und lyrischen Gesang nicht eben förderlich ist. Ganz ähnliches gilt von dem Nelusco Herrn S ch e i d l s. Sehr schön sang diesmal dagegen Kurt Baum(Basco de Gama); mit kultivierter, steier Entfaltung seiner schönen, reichen und echt lyrischen Tenorstimme; in der. Darstellung könnte er noch ritterlicher und männlich entschlossener sein. In der kleineren Rolle der Ines bewährte sich Fr. Rose Book. Dagegen waren alle übrigen Nebenrollen mehr oder weniger unzureichend besetzt. Renato M o r d o s Neuinszenierung der Oper wär mehr auf den Effekt der Szene als auf deren Stilschönheit eingestellt. E. I. Lustspiel in der Klein«« Bühne. In Abessinien krepieren italienische Bomben, in der Kleinen Bühne serviert man Zuckerln angeblich italienischer Herkunft. Herr Aldo de Benedetti. ein mit der Gabe der Verachtung alles Zwangs zur Wahrscheinlichkeit „Gesegneter"(und vielleicht mit Kaffeehaus- Donauwasser Gewaschener). bringt das Kunststück fertig, eine totale Unmöglichkeit drei Mte lang, geschickt auszuwalzen und das Publikum mit einer völlig verlogenen Situationskomik dennoch sehr gut zu unterhalten. Unterstützt wird er von einem zweifellos. routiniertenRegisseur(Martin Costa) und von güten Schauspielern, unter denen diesmal Herr Schmerzenreich an erster Stelle.zu nennen ist. Schmerzenreich mischt ganz ausgezeichnet diskrete Komik, sanftes Gefühl und Gescheitheit und pointiert übrigens so geschickt, daß er immer wieder herzlich« Lacher findet. Frau Lotte Stein handhabt mit Verve eine Art sympathischer Vitriolspritze und Leo Siedler findet sich mit der Wurzen einer hilflosen Gattin anständig ab. Dagegen ist Fräulein Lisl Macheiner, trotz aller Natürlichkeit und Liebenswürdigkeit, der mondänen Aufgabe, die. ihr gestellt ist, kaum gewachsen. Das Stück wurde recht freundlich ausgenommen. l. a. Arbeitervorstellung„Der Beitelstudent", Operette, neuinszeniert, am Sonntag, dem 13. Oktober, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten zu 4 bis 16 KC, Logen bis 65 KC, täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch,.Graben, Koruna. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 7:Tristanund Js olde, Gastft>iel Anni Konetzni, D 1.«— Sonntag halb 3 Uhr: DieheiligeJohanna, volkstüml. Vorstellung, halb 8: Die spanische Fliege, Abonnement aufgehoben.— Montag halb 8: Ser- vuSI Servusl volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben. Dienstag halb 8:DieAfri- kanertn, AI.— Mittwoch halb 8: A r t i- st en, Erstaufführung, BI.— Donnerstag halb 8: W U R, erste Vorstell, d. neuen Abonn. CI.— Freitag halb 8: A r t i st e n, D 2.— Samstag 7 Uhr: Tannhäuser, B 2.— Clark Gable und Joan Crawford in dem MGM-Film„Die tanzende Venus", Mittellungen aus dem Publikum. Eine neue Hochleistungs-Glühlampe. Je vollkommener die zugeführte elektrische Energie in Licht umgewandelt wird, je höher die Lichtausbeute einer Glühlampe ist, desto wirtschaftlicher und billiger ist sie im Gebrauch. Wie auf allen Gebieten technischen Schaffens ein höherer Wirkungsgrad erstrebt wird, so ist man in der Glühlampentechnik darauf bedacht, die Lichtausbeute der Lampen zu steigern. Hervorragende Wissenschaftler haben neue Methoden erforscht, die zusammen mit techmschen Fortschritten und Verbesserungen in den Herstcllungsliierfahren die Schäftung einer neuen Osram-Hochleistungs-Glüh- lampe ermöglicht haben. Diese neuen Osram- Lampen, die unter dem Namen„Osram-D-Lampen" in den Handel gebracht werden, geben gegenüber den bisherigen Osram-Lampen bis zu 20% mehr Licht für ein Watt. Wer seine Beleuchtungskosten wesentlich herabsetzen will, verwende nur noch OSram- Lampen. 30—68a Wochenspielplim der Klemen Bühne. Samstag 8 Uhr: I ch k e nn eDich nichtmehr.— Sonntag 3 Uhr: Kiki, 8: Attentat.— Montag 8: I ch h a b s g e t a n, volkstümliche Vorstellung.— Dienstag 8 Uhr: Ich kenne Dich n i ch t mehr.— Mittwoch 8: Attentat.— Donnerstag 8%: Ein Querschnitt.— Freitag halb 8: Mar. ia Magdalena, Theatergemeinde des Kulturverbandes und steier Verkauf.— Samstag 8: I ch kenne Dich nicht mehr.— $pwt■ Sput-Aörperpskege Rassenkampf Bor kurzem hat es in Amerika wieder einmal einen der„sensationellen" Boxkämpfe gegeben. Der Neger Louis schlug den Juden Baer k. o. Auch wir haben. diese Tatsache verzeichnet. Weil Baer ein Jude ist und bei dem Boxkampf gegrinst hat, kam er in einem Bericht des Deutschen Nachrichten-Büros nicht gerade gut weg. Allgemein wird aber festgestellt, daß dieser Kampf als eine Art Vorentscheidung für die kommenden Weltmeisterschastskämpfe zu werten ist. ES waren also nach den augenblicklich in Deutschland herrschenden Grundsätzen zwei Angehörige artstemder Raffen, die ihr Blut für die schönen Dollars vergossen. Wo blieben da die Arier? Sollten sie nicht fähig sein, einen Mann zu stellen, der eS entweder dem Juden oder dem Neger gewichtig geben kann? Sollte die arische Raffe schon so degeneriert sein, daß sie keinen Mann in den Ring stellen kann, der, um im Boxerjargon zu sprechen, mehr im Handschuh hat als der Reger oder der Jude?. Und wie werden die Dinge sich dann wohl weiter entwickeln? Jetzt ist doch Max Schmeling dran. In den gleichgeschalteten Zeitungen des Dritten Reiches wird geradezu die Forderung nach einem Kampf Schmeling—Louis erhoben. Austragungsort soll sogar Berlin sein. Wie wird man da die Ariergrundsätze zu berücksichtigen haben. Ein Neger ist kein Arier, das steht doch fest. Soll Negerblut über deutschen Boden laufen oder soll, gar nicht auszudenken, ein Neger einen Arier mit einem Faustschlag zu Boden strecken? Uns scheint, der Sorgen sind genug. Aber Unsere Sorge soll es ja nicht sein. Wer den Arierparagraphen geschaffen hat, soll auch sehen, wie er mit ihm zu Rande kommt. Wir werten den Boxkampf vor und nach der Schaffung des Arierparagraphen nach wie vor als das, was er in Wirklichkeit ist: ein schönes Geschäft für alle Beteiligten.- Das beste Atter für Sportler Der englische Arzt Dr. W y n n machte sich die Arbeit, festzustellen, in welchem Alter der Sportler am Höhepunkte seiner Leistungsfähigkeit ist. Aus seinen Ausführungen, welche er auf dem Kongreß der British Association vortrug, resultiert diese interessante Statistik: LeichtathletischeRekorde werden erzielt' iM Durchschnittsalter von 23 Jahren m den Kurzstrecken, 24 in den Mittelstrecken, 25 in den Langstrecken, 23 im Weitsprung, 24 im Hochsprung, 25 im Stabhochsprung, 24 im Speerwerfen, 25 im Kugelstoßers 26 im Diskuswerfen und 31 im Hammerwerfen. 1 Die Hürdenläufer sind am erfolgreichsten im 24. Jahr. In den übrigen Sportarten wird der beste Erfolg erreicht im folgenden Alter: Boxen 21, Ringkampf 22, Fußball 23, Rudern 26, Hockey 26, Tennis 28, Cricket 30, Golf 31. Im Pferdesport kann ein Sportler auch noch mit 50 Jahren auf der Höhe seines Könnens sein. Club der Partei Handarbeitskurs der Frauenerganisation. Jeden Dienstag um 4 Uhr im Parteiheim, Prag II., Ra- rodni tr. 4, 3. Stock. Sonntag, den 6. Oftober: Wanderung. Zusammenkunft um 8 Uhr bei der Endstation der 1er und 22er, Hvözda. Restfalken«nd Jungfalken. Heimnachmittag Samstag um 4 Uhr im Letnaheim, Prag VII., Kamenicka 1. 'üeceinsftacfcckfiteft © Bolkssinggemeinde. Frauenchor: Probe am D i e n s t a g um 7 Uhr abends im Vereinslokal.— Männerchor: Alle Sangesgenoffen werden dringend ersucht, an der D i e n s« tag-Probe vollzählig teilzunehmen, da neue Chöre einstudiert werden sollen als Vorbereitung zur Mitwirkung bei der großen Akademie am Staatsfeiertag, 28. Oktober. Ein Negerromani Joe Conway: Schwarz und Rot «240 Seiten. In Leinen ged. XL 14.—, broschiert KC 12.—., Zu beziehen durch dir Zentralstelle für daS Bildungswesen, Prag XU., Dlrzska 13. FÜR DICH UND SIE Die Ballade vom siderischen Pendel DaS ist die Wahrheit«nd wirklich kein Witz: I« Augsburg hat ein gewiffer Herr Schmitz ei«„siderischeS Pendel" erfunden, mit dem man eindeutig festslellen könne, dei wem vorhanden fei richtiges„arisches" Blut, »nd entsprechend jüdische Bastardbrut. Derselbe Herr Schmitz behauptete schon «nd bewies angeblich, die Edelmetalle Gold, Silber und Platin ergäben alle die gleiche„arische" Reaktion. Während das Kupfer und Blei dagegen das Pendel wie jüdischos Blei bewegen. Dem Bernehmen nach wurde Herr Schmitz nach Berlin vor das Reichskulturamt befohlen zum Beweis seiner glaubhaften Theorien, «nd man ließ ihn im Fl«gze«g holen. Man scheut, damit wahre Wissenschaft blühe, im Dritte« Reich weder Kosten noch Mühe. Im Prüfungssaal sah man die Spitzen der Nazi- Regierung als Zuschauer sitze«. Als Erster kam Goebbels an die Maschine. Er hielt eine längere Rede dabei, wie weit schon die deutsche Technik sei. Er furchte die Stirn mit bedeutender Miene, «nd neben ihm stand daS Mikrophon. Er sprach eine halbe Stunde schon, da zeigte sich endlich die Reaktion: Bon Geist, doch fast„jüdischem", zwar keine Spur, von jüdischem Blut ein klein wenig nnr, »nd„Reden ist Silber" stand an der Uhr. Der Hitler hat beinah nicht mehr gewollt. Dann sagte er:„Heil mir!"«nd hustete heiser. Der Zeiger pendelte leise»nd leiser— der Hitler hat schon mit den Augen gerollt— Da zeichnete endlich der Pendelweiser langsam»nd deutlich:„Schweigen ist Gold." Dtr Aböls ächzte:„Tarüm fünfzehn Aahre der Schmach?" und kratzte die schwarzblonde» Haara Herr Schmitz hat sich sodann bereit erklärt, die Gegenprobe auch durchzuführen. Diesmal hat der Pendel sich glänzend bewährt: ES war da ein Mann, reserviert zum Kastriere«, man schleppte ihn als Bersuchsperson, eS war der katholische Siegfried Cohn. (Er biß einen deutschen Schäferhund «nd war wohl auch sonst nicht so ganz gesund). Da zeigte der Zeiger am Pendel„Blei"— Die Reaktion war ganz einwandfrei. DaS war gar kein Wunder, der freche Patron trug versteckt i« der Hüfte seit Jahren schon dem FiskuS gehörende Munition: eine Kugel vom Krieg, und außerdem zwei im rechten Bein, von der Staatspolizei. Anders Bechgrimm. filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Die Nacht der Liebe". A. G. Moore. — Alfa:„Drei bengalische Reiter". A. Cooper.— Avion:„Cleopatra". A.— Beranek:„Neues Leben". A. AnnaSten.— Fenix:„Die lusti, e Witwe". A. Chevalier, MacDonald.— Flora: „Neues Leben". A. Nach Tolstoj.— Gaumont: „Susi". A. Lilian Harvey.— Hollywood:„Susi". A.— Hvezda:„Der verhängnisvolle Augenblick". Tsch.-— Julis:„Schwarze Augen". Fr. Harry Baur.— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen. Halb 2 bis— Koruna:„Das Gesetz der Dschungel". A.— Kotva:„Der Vetter von Dingsda". D.— Lacerna:„Die lustige Witwe". A. Ernst Lubitsch.— Metro:„Die Heilige und ihr Narr". D.-— Passage:„Ich liebe alle Frauen". D. Jan Kiepura.— Praha:„Charlie Chan in London" A.— Radio:„Die Katz im Sack". D.— Svctozor: „Ich lieb alle Frauen". D. Jan Kiepura.— Alma: „Mata Hari". A. Greta Garbo.— Bajkal: „Die gefährliche Blonde". A. I. Harlow.— Belvedere:„Mata Hari". A. Greta Garbo.— Beseda:„Die Karnevalsnacht". D.— Carlton: „Mata Hari". A.— Illusion:„Späte Liebe". Tsch. — Kapitol:„Entführung". D.— Lido II:„Unser tägliches Brot". A. Regie King Vidor.— Louvre:„Der Kosak und die Nachtigall". D.— Maceska:„Mata Hari". A.— Roxy:„Neues Leben". A. AnnaSten.— Sport:„Der weiße Adler". A.— Baldek:„Der Kosak und die Nachtigall". D.— Bio Beletrhy:„Der Kosak und die Nachtigall". D. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy -" 1"- 1— Bezugsbedingungen: Bei Zustellung tnS Saus oder bei Bezug durch die Poft monatlich KC 16.—. vierteljährig KC 48.—, halbjährig KC 86.—. ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manustrivten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde vor der Post- und Tele- graphendirektio» mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1SU bewilligt.— Druckerei:^Orbis'. Druck-, Verlags« und ZeitnngS-A.-G„ Prag.