t r ■ a la r. -t n la 5« er et '« fe in 5U Ha da eS er es n. N; ier 15 kJ td. >er tsa Na e" Sa aSj chtl su! nt-l Perl Mnl TeitJ ag« nftj ich oral en.« lifiaj de« ielal Iler itcn Nelj lach! dem! ockri ßcnl den . zu! >allel irem siotzj mall ooo> > i«! Nuki cfjcnl iNek den" Berel uni 1 oted tiefet- . im egeil An« dir s in ng- 4. 23. ? der wt k. Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Forte) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UNO VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 42. TELEFON SW7. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR, DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 15 Jahrgang Samstag, 12. Oktober 1935 Nr. 238 is ersten Sanktionen Waffenlieferung nach ,tallen werbo‘ en wancnnciGruiiM nach Abessinien erlaubt Genf. Am Freitag wurde der Koordinationsausschuß Konstituiert, der seinerseits ein IKgliedriges engeres Komitee wählte. Minister Eden und ein französischer Experte redigieren nach einem grundsätzlichen Beschluß des Ausschusses eine Resolution, die allen Mitgliedsstaaten die Aufhebung des Embargos, d. h. des Verbotes der Waffenausfuhr nach Abessinien und dafür die Einführung des Embargos auf Waffenlieferungen nach Italien empfiehlt. In der Abendsitzung des Ausschußplenums wurde die Resolution einstimmig angenommen. Lediglich der Vertreter Ungarns enthielt sich der Stimme. Die Resolution hat folgende« Wortlaut: Um den Regierungen der Völkerbundsw.it- glieder die Erfüllung der ihnen auf Grund von Artikel 16 der Satzung obliegenden Verpflichtungen zu erleichtern, ist es angezeigt, schon jetzt folgende Maßnahmen zu ergreifen: 1. Die Regierungen der Bölkerbundsmit- glieder, die gegenwärtig Maßnahmen zum Verbot oder zur Erschwerung der Ausfuhr, der Widerausfuhr oder der Durchfuhr von Waffe«, Munition und Kriegsmaterial nach Abessinien anwenden, werden diese Maßnahmen sofort anfheben. 2 Die Regierungen der Bölkrrbundsmit- glieder werden sofort dir Ausfuhr und Wieder- ausfuhr und die Durchführung nach Ife« lien und feinen Besitzungen von Waffe«, Munition nnd Kriegsmaterial, die in der angeführten Liste sind, verbieten. 3. Die Regierungen der Bölkerbnndsmit- glirder werden die notwendigen Bestimmungen treffen, um zu vermeiden, daß die in der beigeführten Liste aufgezählten Waffen, Munition und Kriegsmaterialien, die in ein a n d e- res Land als Italien exportiert werden, unmittelbar oder mittelbar nach Italien oder in die italienischen Besitzungen wieder ausgefiihrt werden. durch Vermittlung des Grneralssekretariatrs des Völkerbundes die Maßnahmen mitzuteilen, die sie entsprechend den obige» Bestimmungen getrofefn hat. * Der Resolution ist ein Verzeichnis der Waffen und des Kriegsmaterials angeschlossen, auf die sich das Embargo nach Italien bezieht. Dieses Verzeichnis wurde auf Grund des kürzlich von der Regierung der Vereinigten Staaten herausgegebenen Verzeichnisses ausgearbeitet und enthält Waffen aller Art für den Land-, See- und Luftkampf. In der Abendsitzung des Sanktionenausschusses wurden in das Waffen- und Kriegsmaterialverzeichnis auch Pulver- und Explosivstoffe ausgenommen. Die Völkerbundsversammlung trat Freitag mittags zu ihrer Schlußsitzung zusammen. Dr. Benes gab eine Uebersicht über die Behandlung des Konfliktes durch den Völkerbund und erklärte schließlich, der Völkerbund habe seine Session nicht abgeschloffen, sondern bloß vertagt. Dr. Benes werde auch weiterhin mit dem Generalsekretär des Völkerbundes und dem Ratsvorsitzenden in Verbindung bleiben. Die Versammlung sprach zu diesen Entschlüffen ihre Zustim- 4. Die unter Punkt 2 und 3 vorgeschrie- benen Maßnahmen beziehen sich auch auf die in der Erfüllung begriffenen Verträge. 5. Jede Regierung wird aufgefordrrt, in kürzlichster Zeit dem Koordinationsausschuß| mung aus. Versuchter Menschenraub bei Katharinaberg SA-Mann wollte einen abtrünnigen Henlein-Mann nach Deutschland verschleppen Ostrauer Turner besuchen Irredenta-Kurse Im Dritten Reich Ein Gegenstück zu der Ins. Walter Appett-AffMre Mähr.- Ostra«.(Tsch. P.-B.) Im Zusammenhang mit der Einstellung der Tätigkeit der Turngemeinde„I a h n" in Mähr.-Ostrau wurden von der Polizeidirektion in Mähr.-Ostrau der Berrinsvorfitzende, der 47jährige Bergbeamte Wilhelm B u r k e r t, der Turnwart Josef Bruch a und der 33jährige Kaufmann und Schrift- führer Leo Schmidt verhaftet. Es ist erwiesen, daß sie davon wußte«, daß eine Strafhandlung nach 8 2 des Republikschutz- gesetzes begangen wurdr» dies aber den Behörden nicht meldeten, insbesondere, daß sich das Berrins- mitglird Franz Horak in Löwenbrrg in Preußisch- Schlesien aufhielt, wo sich eine bekannte Schul« ,„O berhauS" für politische Irredentisten befindet, und daß sie BereinS- mitgliedrr zur Fahrt nach Löwenberg überredeten. Tie wurden in die Haft des Kreisgerichtes in Mähr.-Ostrau eingeliefert und es wurde die Strafanzeige gegen sie erstattet. Gleichzeitig wurde empfohlen, den Verein aufzulösrn. Arbeiter und Bauernregierung in einem mexikanischen Bundesstaat Mexiko. Im Staate Ducatan stürzten Arbeiterführer die verfassungsmäßige Staatsregie- rung und haben eine Arbeiterregierung und Bauernverwaltung eingesetzt. In einem Tele- .gramm des Arbeitsverbandes an Präsident Car- denas heißt es:„In Ducatan besetzten 20.000 organisierte Stadt- und Landarbeiter das Volkshaus und stürmten die Staatsregierung, weil . sie der ständigen Verfolgung seitens der Staatsbehörden müde waren." ; Das Büro des Präsidenten■ erklärt, daß Cardenas den Konflikt auf der Grundlage der Verfassung lösen werde. Die stark kommunistisch' eingestellte Arbeiterschaft Ducatans gehört zn den Anhänger« Cardenas. Die Frechheit der braunen Hunne« kennt buchstäblich keine Grenzen. Wiederholt schon ist es geschehen, daß Agenten des Dritte« Reiches in die Tschechoslowakei herübergekommen sind, um hier ihnen unbequeme Leute entweder zu killen— man erinnere sich an die Morde an Lessing und F o r m i s—- oder z« entführen, wie wir es im Falle Schwammberger gesehen haben. Jetzt wird«ns aus K a t h a r i n a b e r g, Bezirk Brüx, ein neuer Entführungsversuch bekannt. Ein S. A.- Mann, deffen Name noch nicht festgestellt werden konnte, wollte dort dr« tschechoslowakischen Staatsbürger Rudolf Pflug mit Gewalt über die Grenze schleppe«. Der Plan ist zum Glück gescheitert. Ueber den Vorfall erfahren wir nachstehende Einzelheiten: In Katharinaberg, und zwar in dem Ortsteil, der im Bolksmund„Hradschin" genannt wird, wohnt der Holzdrechsler Rudolf Pflug. Seine Frau ist in, Deutsch-Katharinaberg beschäftigt. Durch sie erhielt Pflug vorgestern die Verständigung, er möge sich am Freitag beim Kaufhaus Rettenbachs Söhne, das knapp an der Grenze liegt, einfinden, dort werde ein Kaufmann auf ihn warten, der eine Bestellung mif einen größeren Posten von Zier-Holzschuhen, die als Anhängsel getragen werden, aufgeben wolle.. Pflug ließ durch seine Frau sagen, daß er nicht über die Grenze gehe, und wenn der Kaufmann etwas von ihm wünsche, dann möge dieser nach Böhm.-Katharinaberg herüberkommen. Es wurde dann vereinbart, daß die Aussprache über den avisierten Auftrag direkt an der Grenze stattfindensoll. Am Freitag früh ging nun Pflug zur Grün- dig-Mühle, wo die Staatsgrenze verläuft, und richtig wartete dort bereits ein Mann auf ihn, der sich als Großkaufmann ausgab und Muster von Zier-Holzschuhen, wie er sie bestellen wollte, bei sich hatte. Es wurde nun wegen des Auftrages eine Weile hin- und herverhandelt, wobei der angebliche Großkaufmann schließlich mit auf tschechoslowakisches Gebiet herüberkam. Der Mann verlangte dann von Pflug, daß dieser die bestellte Ware drüben in Deutschland abliefere. Pflug erklärte, dastueer nicht, sondern der Käuf- jnaxui söge lieber die Ware bei ihm in der Woh nung abholen. Daraufhin erwiderte der Kaufmann, daß er dies aus dem Grunde nicht riskieren könne, weil er bei der S. A. sei. Im nächsten Augenblich zog er aber auch schon einen Revolver aus der Tasche, legte auf den Pflug an und erklärte diesen für verhaftet. Pflug, der von allem Anfang an etwas mißtrauisch war, stürzte sich sofort auf den Mann und es gelang ihm schließlich, dem Nazi die Waffe zu entwinden. Es kam dann zu einem erbitterten Handgemenge, wobei sich der „Kaufmann" eines Schlagringes bediente. Pflug fetzte sich energisch zur Wehr, mit dem Erfolge, daß der Nazi schließlich Reißaus nahm und über die Grenze davoneilte. Bei dem Ringen, das sich, wie die Erhebungen ergaben, auf tschechoslowakischem Boden abspielte, und zwar mehr als 5 Meter von der Grenze entfernt, wurden dem Pflug die Kleidungsstücke vollständig heruntergefetzt und überdies erlitt er dabei ganz erhebliche Kopfverletzungen, die von den Hieben mit dem Schlagring herrührten. Warum Pflug über die Grenze gebracht werden sollte, läßt sich ungefähr vermuten: Pflug war früher Nationalsozialist und ging dann zur Henletnbewegung. In der letzten Zeit soll er mit seinen„Kameraden" von der Volksgemeinschaft Differenzen gehabt haben, die ihn bewogen, sich von der Sndetendentschen Partei wieder zn- rückznzirhen. Das scheint man drüben mitgeteilt zu haben und deshalb wollte sich die S. A. an dem Abtrünnigen rächen. Die Absicht ist, weil Pflng, der wohl etwas geahnt Haden mag, auf der Hui war, gescheitert. Damit darf aber die Angelegenheit nicht erledigt sein. Die Bevölkerung, von Katharinaberg, wo es schon einmal eine ähnliche Geschichte gegeben hat, ist. über den Vorfall aufs äußerste erregt und fordert die streng st e Untersuchung. Dabei wird auszuforschen sein, inwieweit die dortige Ortsgrupe der SdP in die Sache mit verwickelt ist. Den braunen Menschcnräubcrn muß endlich einmal das Handwerk gelegt werd- heal Eine Republik wird gestürzt Der Monardiistenputsdi in Griechenland Die Generale, die in Griechenland schon oft in die Politik eingegriffen haben, haben durch einen Putsch.das Ergebnis des bevorstehenden VoUsentscheides über die Wiedereinführung der Monarchie vorweggenommen. Unter Führung des früheren Republikaners General KondyliS haben sie die Regierung Tsaldaris gestürzt, deren Ministerpräsident immer Monarchist war und auch heute noch Monarchist ist, der sich aber als Ministerpräsident an die demokratische Verfassung des Landes gebunden hielt und es ablehnte, durch einen Verfassungsbruch dem Volksentscheid vorzugreifen. Die demonstrative Ablehnung der Mitverantwortung für diesen Verfassungsbruch durch Tsaldaris, mehr noch aber die starke Gegenströmung, die gegen die Einführung der Monarchie im Volke und auch in der Armee zweifellos vorhanden ist, machen noch weitere ernstere, Auseinandersetzungen in der nahen Zukunft in Griechenland wahrscheinlich. Griechenland wurde zu Anfang 1924 nach heftigsten inneren Kämpfen zur Republik erklärt. Von den fünf Monarchen, die es seit seiner 1831 erfolgten Unabhängigkeitserklärung von der Türkei regiert haben, ist keiner auf natürliche Weise von dem Königsthron geschieden. Der erste, aus dem Lande Bayern importiert, würde nach dreißigjähriger Regierungszeit, die dem griechischen Volke aber noch viel länger erschien, davongejagt. Der nächste, ein dänischer Prinz Wilhelm, sah 80 Jahre auf dem Thron. Als er nach den Balkankriegen 1913 zur Begrüßung des eroberten Saloniki, das seitdem zu Griechenland gehört, in den Sttaßen dieser Stadt erschien, fiel er einem Attentat zum Opfer. Es folgte Konstantin, der 1917 wegen seiner starken Sympathien für Deutschland das Land verlassen mußte, das dann auf Venizelos Drängen an der Seite der Ententemächte in den Krieg eintrat. Der König Alexander kam. Er starb 1920 an den Folgen eines Affenbisies. Darauf kehrte Konstantin noch einmal zurück, um 1922 in einem Feldzug gegen die Türken verspäteten Kriegsruhm ernten zu können. Aber dieser Feldzug, der Teile der Türkei mit Griechenland zu dem ersehnten„größeren Reich" verschmelzen sollte, endete für das Land mit einer furchtbaren Niederlage. Die Enttäuschung und die Empörung des Volkes ließen dem König zum zweiten Male die Flucht geraten erscheinen; doch wurde er schon wenige Wochen darauf ermordet. Und der letzte König, der jetzt wieder mit durchaus nicht, ganz eindeutigen Gefühlen vor de» Toren steht, konnte nur ein paar Monate im Jahre 1923 regieren. Mit einer beispiellosen Geschlossenheit verlangte damals das griechische Volk die demokratische Republik. In einem Plebiszit wurde sie fast einmütig beschlossen. Es gab damals keine Partei, die sich für die Erhaltung der Monarchie eingesetzt hätte. Aber so sehr die gerade zu jener Zeit durch die kommunistische Spaltung stark geschwächte Sozialistische Partei im Interesse der armen Bauern und des noch schwachen industriellen Proletariats die Errichtung der Republik und die Einführung des parlamentarischen Regimes Vorwärtstrieb, so sehr hatte die in der großen liberalen Partei Venizelos ausschlaggebende Schicht des Bank- und Industriekapitals bei ihrem Eintreten für die Demo- kraüe ihre besonderen Interessen im Auge. In dem wirtschaftlich noch lange nicht erschlossenen Land blieb das Funktionieren der parlamentarischen Demokratie, das Maffenparteien mit programmatischer Grundlage zur Voraussetzung hat, stark gehe m m t. Die A r m e e, der einzige fest organisierte Körper im Staat, erhielt einen überragenden Einfluß und hat ihn, ttoh gelegentlicher Versuche, ihn zurückzudrängen, bis auf den heutigen Tag behalten. So hat in Grie- chenland lange Jahre hindurch' die Partei Venizelos, richtiger: die dünne Schicht der Bank- und Jndustriekapitalisten und eine Handvoll Generale geherrscht, ohne daß den verelendeten Bauern und den mit schwerer Not ringenden Arbeitern Hilfe zuteil geworden wäre. Bei den vorletzten Parla- mentswahlLn ging die Mehrheit-er Venizelos- Seite 2 SamStag, 12. CftoBer 1935 Nr. 238 Partei verloren. Die Partei aber, die zur Trä- gcrin der siegreichen Demokratie berufen ist, die Sozialisten, kann sich infolge der wirtschaftlichen Zurückgebliebenheit Griechenlands nur sehr langsam entwickeln. Doch, selbst diese langsame Entwicklung der sozialistischen Belvegung, vor allem aber die gelegentlichen gewerkschaftlichen Aktionen der Arbeiter» scheinen die Aktivität der Monarchisten mit zu beeinflussen. Es geht nämlich bei dem Bolksentscheid, der nach den Erklärungen des neuen Ministerpräsidenten Kondylis am 3. November stattfindcn soll, nicht nur um die Monarchie, sondern noch mehr darum, ob die er st noch zU wirklichemLeben zu erwek- kende parlamentarische Demokratie beseitigt und durch ein m ehr oder weniger»autoritäres Reff i m e", odergar durch eine Generalsdiktatur ersetzt werden soll. Und es überrascht nach der Entwicklung in anderen Ländern nicht mehr» daß gerade diejenigen Kreise, die die fanatischsten Hasser jeder wirklichen Demokratie sind und ihr immer wieder Steine in ihre Räder werfen, mit den Korruptionserschei- nffngen, die sie selbst großgezogen haben, eine Aenderung des Regimewechsels begründen! Das geschieht freilich nicht immer ganz offen; wie ja , auch vor einem halben Jahre bei dem Aufstandsversuch Benizelos bestritten wurde, daß die Wie- dcrcinführung der Monarchie beabsichtigt sei, um sie dann nach der Niederschlagung des Aufstandes .umso hitziger zu betreiben. Tatsache ist, daß die jetzt gestürzte Regierung Tsaldaris, die, da sich die.Oppositionan den letzten Wahlen im Inur 1 9 8 8 nicht beteiligte, im Parlament über eine sichere Mehrheit verfügte, erst kürzlich zwei Gesetze dürchpeit« scheu ließ, die den Arbeitern nach fascistischem Borbild das Streikrecht rauben, die Gewerkschaftsfreiheit gefährden und die Mitwirkung an der Verwaltung der Sozialversicherung illusorisch machen. Welche innerpolitischen Ursachen und Folgen immer jedoch der monarchistische Putsch hat und haben wird, im Augenblick sind für Europa vor allem die außenpolitischen Zusammenhänge interessant. Nicht nur in der Sanktionsfront gegen Italien, sondern in erster Linie für den Fall eines Krieges im Mittelmeer ist Griechenland von größter Bedeutung für Italien wie für England. Die Venizelisten sind für ein Zusammengehen mit Italien. Deshalb fördert England die m anarchistische Bewegung, als deren Kandidat zeitweise sogar der Herzog von Kent genannt wurde. Da die Konflikte im Mittelmeer großen Entscheidungen entgegenreifen, hatten es Großbritannien und seine griechische Partei anscheinend eilig, sich gegen Musso- liniinAthenzu sichern. Da auch die T ü r- k e i in der englischen Front und dmnit seit 100 Jahren zum erstenmal in der gleichen Linie mit Griechenland steht, hat England jetzt im östlichen Mittelmeer eine sehr starke Position. Eine andere Frage bleibt, ob sich die griechische Monarchie gegen die innerpolitische Opposition wird halten können. „Weil ich das Fascisfenregime hasse" Der Schutzbündler Friemel vor den Geschworenen Wien.(Eigenbericht.) Mittwoch stand in Wien der Schutzbündler Rudolf Friemel vor den Geschworenen. Die Einzelheiten über diesen Prozeß, in dem Genosse Friemel wegen der E r- -schicßung eines Wachmannes während der Feberkämpfe angeklagt und zu dreieinhalb Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde, sind in der gleichgeschalteten österreichischen Presse selbstverständlich unterdrückt worden. In der Anklageschrift wurde erklärt. Friemel sei am 12. Feber, während er sich mit seiner Schutzbundkompanie auf dem Marsch zum Quellenhof in Favoriten befand, einer Poljzeipatrouille aus drei Mann begegnet. Da die Wachleute sich auf Zuruf der Schutzbündler nicht ergaben, eröffneten diese das Feuer. Die Wachleute zogen sich in ein Friseurgeschäft zurück. Friemel gab nun den Auftrag, den Ausgang des Geschäftes unter Feuer zu halten. Er selbst schlich währenddessen an der Mauer entlang zu diesem Eingang hin. Um die Wachleute zu entwaffnen. Als er plötzlich vor der Türe auftauchte und die Wachleute nochmals aufforderte sich zu ergeben, gaben diese wiedereinige Schüsse gegen ihn ab, worauf Friemel zurückschoß und den Rayonsinspektor Franz Schuster tödlich, einen anderen Polizisten schwer verletzte. Ein tragisches Schicksal hätte es gewollt, daß der tödliche Schuß gerade Schuster traf, der s e l b st ehemals Mitglied derso z i a l- demokratischcnPartei gewesen war. Nach dem Zusammenbruch der Kämpfe war Friemel in die Tschechoslowakei geflüchtet. Aber Ende Juli 1834 kehrte eraus der Emi gration wieder nach Oesterreich zurück, um dort an der illegalen Arbeit teilzunehmen. Er wurde aber in der Wohnung seiner Schwester von den Polizeispitzeln aufgestöbert und verhaftet. In der Verhandlung nahm Genosse Friemel eine so prachtvolle Haltung ein, daß selbst die Schuschniggrichter sich diesem Eindruck nicht entziehen konnten. Auf die Frage des Richters erklärte er laut„Ich st ehe im vollen Ausmaß für die Handlung ein, die ichbegangenhabe." Auf die weitere Frage, ob er die Tat bereue, erklärte er:„Ich habe erst später erfahren, daß ich Schuster erschossen habe und mir ging dies furchtbar nahe, weil Schuster Mitglied unserer Partei war. Daß ich aber überhaupt gekämpft habe, werde ich nie bereuen. Ich habe gekämpft, weil ich ein Sozialist bin und das Fascistenregime hasse." Später sagte er noch auf die Frage eines Geschworenen, daß er von Anfang an nicht die Absicht gehabt habe jemanden zu töten. Er habe die Wachleute wiederholt aufgefordert, sich zu ergeben. Leider sind die Polizisten diesem Befehl nicht gefolgt; ihm wäre es viel lieber gewesen, wenn der Zusammenstoß unblutig abgegangen wäre. Der Staatsanwalt, Herr Dr. Schreiber, fand, daß dreieinhalb Jahre schweren Kerkers für diesen mannhaften Kämpfer des Sozialismus zu „milde" seien und hat die Berufung wegen zu geringer Bestrafung angemeldet. Neue Offensive der Italiener? Widersprechende Nachrichten aus beiden Lagern Paris.(Tsch. P. B) Die Nachrichten vom abessinischen Kriegsschauplatz widersprechen einander noch immer. Sie bestätigen nur die Gerüchte von einer neuen Schlacht bei Ad ua. Die aus Rom oder Asmara kommenden italienischen Meldungen besagen» daß südlich.von Adua eine neue Schlacht im Gange sei und daß sich zwei abessinische Häuptlinge der Provinz Tigre mit einigen tausend Mann der italienischen Souveränität unterworfen haben. Die Italiener bemächtigten sich auch des Dorfes Daga Manut, einige Kilometer südlich von Adigrat, das von strategischer Wichtigkeit ist. Der Hauptkauepf werde im Sakazr-Tale geführt, durch das der Weg nach Mittrlabessinien führt. Die italienischen Truppen hätten bereits große Verstärkungen sowie Waffen» und Munitionsvorräte bekommen und beabsichtigten eine große Offensive. Italienische Flieger meldeten, daß sich 20.000 bewaffnete Abessinier unweit Ungahanu konzentriere». An der Nordwestfront, an der Sudangrenze, überfallen Banden abessinischer Eingeborener andauernd italienische Truppen, ohne daß irgendwelche tatsächlichen Kämpfe geführt werden. Auch an der Ostfront, bei der Grenze von Französisch-Somaliland, wurden derartige kleinere abessinische Angriffe durchgeführt. Aus italienischer Quelle wird amtlich mitgeteilt, daß der mächtige Ras Haile Selassie Gugsa, der im Kreise Makale von der Grenze Eritreas bis nach Antbaalagi herrscht, mit 12.000 Mann, 12.000 Gewehren und 100 Maschinengewehren zu den Italienern übergegangen ist. • Demgegenüber besagen abessinische Nachrichten, daß Ras Sejum in der Umgebung von Adua Erfolge erzielt hat und daß es ihm Donnerstag abend gelungen sei, die italienischen Stellungen um Adua zu umzingeln. Die Italiener befänden sich ständig in Adua und könnten nicht heraus, weil die Abessinier alle umliegenden Höhen beherrschen. Jede Nacht dringen, wie es heißt, die Abessinier bis in die Vorstadt ein, wo Scharmützel stattfänden. Rach einer Meldung auS Addis Ababa hätten die Abessinier bei Adua zwar Verluste erlitten, dafür aber italienische Stellungen erobert, italienische Soldaten gefangen genommen und Geschütze, Gewehre und Munition erbeutet. 50 eritreische Eingeborene seien zu Abessiniern übergegangen. Von der Düdfront wird ein Borrücken der italienischen Truppen gemeldet. Das Hauptziel der italienischen Offensive an der Südfront ist Addis Abeba» das vorläufige Ziel die Stadt Harrar, unweit der Eisenbahnlinie. Die Abessinier werden» wie es heißt, diese Eisenbahnstrecke aus allen Kräften verteidigen. Der Komniandeur der abessinischen Südarmee' DedjaSniatsch Nassibu hat mitgeteilt, daß Patrouillen und Ueberläufer große Zusammenziehungen italienischer Sturmtruppen melden. Die Truppen seien durch Tanks,. Artillerie und Flieger verstärkt. Die bisher unbestätigten Nachrichten über einen großangelegtcn Angriff der Italiener von Dolo aus dürsten demnach zutreffend sein. Aus abessinischer Quelle verlautet aus Di->i rcdava, daß abessinische Militärabteilungen Ual« I Ual und Uardairu eingenommen haben. v Nächtlicher Ueberfall auf Adua? Addis Abeba.(Reuter.) Den heute I bekannt gewordenen Nachrichten zufolge, welche] sich in der abessinischen Hauptstadt rasch verbrei- I teten» haben Abteilungen des Ras Seyum Don- I nrrstag gegen 20 Uhr auf Adua einen Gegenan- 1 griff unternommen. Die abessinischen Abtcilun- I gen kreisten dir Stadt rin» metzelten etwa 2500 J Verteidiger derselben nieder und eroberten eine. große Anzahl von Gewehren, Maschinengewehren| sowie Ausrüstungsgegenständen für leichte Artil-| lcrie und Geschossen. Auch die Angreifer haben I schwere Verluste davongetragen. Ein italienischer 1 Gegenangriff wird erwartet. Reuter meldet, daß Adua wie ausgestorben 1 sei, da keine der kriegführenden Parteien die I Stadt bei Tage besetzen will. Die Stadt sei näm- J lich eine überaus günstige Zielscheibe für Ar-M ttllerie. Eine der Umgebung des Kaisers nahe- I stehende Persönlichkeit erklärte dem Reuter- M berichterstatter, daß die abessinischen Truppen in t der Umgebung von Adua 2500 Italiener nieder- 1 gemetzelt hätten. Auch der Sprecher der abesfi- 1 nischen Regierung erklärte dem Reutrrbericht- 1 erstatter» daß die Wahrheit dieser Nachricht be- I reits bestätigt sei. » AddisAbeba, In neutralen diploma- tischen Kreisen der abessinischen Hauptstadt wird erklärt, daß südlich von Adua tatsächlich eine I große Schlacht im Gange ist. Die Armee des I Ras Seyum und desRasKafiw nrh- 4 men an diesen Schlachten teil. Die Italiener sollen in Wolkait, Tigre und Agame mit Artilleriefeuex und Flie- i gerangriffen abessinische Stellungen, die stark I verschanzt sind, sturmreif machen. Auch in der I rechten Flanke beim Berge Mussa Ali soll er- höhte Kampstätigkeit eingesetzt haben. Ein« Bc- 1 stätignng dieser Gerüchte war nicht zu erhalten, i da die Telrphonleitung Adua— Addis Abeba I zerstört ist. Aksum wird geschont? Rom.(Reuter.) Die Italiener beabsichti-H gen, wie verlautet, nicht, Aksum zu bombardieren-1 da es" mist geheiligte Stadt sei. Sie wollen lieber i abwarten, bis ihnen nach geglückten Operativ-1 nen an anderen Sektoren die Stadt in die Hände I fallen wird. Amtliche Kreise stellen kategorisch die Meldung in Abrede, daß Adua neuerlich von I den Abessiniern erobert worden sei. Rach einer weiteren Reutrrmeldung waren die militärischen Operationen den ganzen Tag hindurch bloß auf die Befestigung der eroberten I Positionen beschränkt. Rur im Rordabschnitt er- i folgte ein mäßiges Vorgehen der! italienischen Abteilungen südlich! von Adigrat in der Richtung gegen Makale und im Südabfchnitt ein mäßiges Borrücken der italienischen Kolonne westlich von Dolo. VILLA OASE oder: DIE FALSCHEN BORGER Roman von lugen« Dabit Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Schon als Kind hatte er die Trauerzüge durch die Avenue Michelet pilgern sehen.' Er hatte sie nie begrüßt, da ihm Respekt vor dem Tode ein unbekannter Begriff war. Jetzt lägen seine Eltern und sein« alte Tante im Massengrab, und sie und seine beiden Frauen hasten ihm nie ein Zeichen gegeben. Er dachte an Irma und sah sich nach ihr um. Sie hing an Roses Arm. Es war, als könne sie kaum Schritt halten, obwohl der Zug sich nur langsam fortbewegte. Sie war gar nicht mehr auf dem Posten. Eines Morgens konnte auch sie dahingegangen sein. Er ließ die Schultern hängen und schleppte sich weiter. Die Sonne brannte immer unbarmherziger. Als die Trauerfeier beendet war, gingen sie Noch an Charliers und an Helenes Grab. Irma war seit Allerheiligen nicht mehr da gewesen. Sie weinte nicht. Und Julien wurde den Gedanken nicht los, daß früher oder später diese kleine Stelle sein Heim sein würde, wie es jetzt die Villa Oase war. Alfred nahm sie ins Montbert mit und ließ ein gutes Essen auftragen. Julien redete viel und laut. Die traurigen Anwandlungen ließen nach. Er brannte eine Zigarre an und stand auf, um einen Rundgang durch sein früheres Reich zu machen. „Ich komme in den nächsten Tagen nach Chapelle-sur-Seine, Irma", sagte Alsted, sobald Julien draußen war.„Ich muß mit dir sprechen." Als die beiden die Heimfahrt antraten, war Gewitterschwüle. Julien steuerte in Hemdsärmeln. Er litt unter der Hitze, und die Müdigkeit lag ihm in den Gliedern. Er kämpfte gegen den Schlaf. Irma war bereits eingenickt. Er dachte an die Freunde. Seltsam, daß sie nur noch bei solchen Gelegenheiten zusammentrafen. Jeder lebte für sich, jeder vertraute seiner bürgerlichen Wohlgeborgenheit... und dann kam eines Tages eine Todesnachricht. Die Erinnerungen wirbelten ihm im Kopf herum. In Chapelle-sur-Seine fühlte er plötzlich, daß auch sein Leben zur Neige ging. Papa Adam- Bild erschien ihm. Als er ihn zum letzten Male im Cafe des Courses gesehen hatte, hatte der Alte schon nichts mehr gesagt, aber er war doch wenigstens noch da gewesen, hatte in seinem ewigen schwarzen Jackett leibhaftig auf dem Sofa gesessen. Seitdem waren vierzehn Tage vergangen, und ein Abgrund hatte sich aufgetan. „Reich oder arm, alle gehen denselben Weg", dachte er. Er schloß die Augen. Ein Geheul ließ ihn sie wieder aufschlagen. Er sah einen Radfahrer unter seinen Wagen stürzen. Das Steuer nach rechts gedreht... mit aller Kraft gebremst... zu spät. Ein Aufprall, dann das Krachen splitternden Glases. Irma stieß einen lauten Schrei aus. „Es war nichts", sagte er, sich umwendend, „ich bin nur gegen eine Mauer gerannt." Er sprang ab. Ein Mann in Arbeiterkleidung rappelte sich zwischen den Rädern hoch. „Sie find nicht rechts gefahren", schrie Julien ihn an. Der Radfahrer ballte die Faust. „Kannst wohl nicht gucken, oller Mastbulle?" Sie schimpften hin und her, während sich Zuschauer um sie versammelten. Julien zeigte einem Polizisten seine Papiere. Dann untersuchte er den Wagen. Die Kühlerhaube war eingedrückt, ein Rack» zerbrochen, alle Scheiben waren gesprungen. Irma saß auf der Böschung und klapperst mit den Zähnen. Sie hatte gerade noch Zeit gehabt, ihr Gesicht in den Armen zu verbergen, dann war sie, mit dem Gefühl, der Wagen überschlage sich, hinauSgerollt. „Wir müssen die Karre hier zürücklassen und zu Fuß nach Melun gehen", sagte Julien. Der Unfall war in einer Vorstadtstraße geschehen. Der Weg bis zur Garage erschien ihnen endlos. Julien mietete einen anderen Wagen. Obwohl sie in langsamem Tempo fuhren, beschwor Irma den Chauffeur, er solle nicht so rasen. '„Einer wie der andere", sagte sie.„Ihr habt alle den Geschwindigkeitsfimmel." „Ich hatte gar nicht so viele Kilometer drauf", versicherte Julien. „Ich fahre jedenfalls nie wieder Auto." Als sie ankamen, stand die Türe weit offen. Solange war nicht da. Erst eine Viertelstunde später sah sie Julien ins Haus schlüpfen. „Woher kommst du?" fragte er sie.„Man kann uns das Haus auSräumen, das interessiert dich nicht." Ein schöner Tag! Die Kameraden konnten verrecken, er ginge nicht mehr zu ihrer Beerdigung. Er war dem nicht mehr gewachsen. Vorhin, im Auto, wußte er wirklich nicht mehr, was er tat. Irma hatte recht, ihn anzuschnauzen. Aber es sttnnnte nicht, daß er betrunken war. Rur in Gedanken war er gewesen. Am nächsten Tage blieb Irma im Bett. Sie litt, wie sie sagte, an einem innerlichen Schmerz. Sie wiederholte sich, der Teck» liege immer auf der Lauer, wenn man reiste. Es wäre besser, sich nie hinauszuwagen und still und friedlich in Chapelle-sur-Seine zu leben. Nur zwei Schatten fielen noch auf ihre künftigen Tage. Vor der Veranda lag noch immer der Teich, in den man stürzen konnte. Sie bat Julien vergebens, ihn mit einem Geländer sichern zu lassen. ES würde, nach seinem Tode, das erste sein, was sie unternähme. Dann war die Erinnerung an Helene. Vrn ihr hoffte sie sich im Lauf der Jahre zu befreien. Vorläufig mußte sie das Bild noch immer ansehen. Von Monat zu Monat verblaßte das Rosa des Gesichts, bleichten die Haare wie die einer Lebenden. Es kam ihr der Gedanke, daß ihre Tochter eines Tages in diesem Bett gelegen wäre und das Bild ihrer Mutter betrachtet hätte. Statt dessen war Helene tot, und sie lebte. Sie klopfte an das Holz des Nachttisches. Sie hatte das Glück gehabt, erst Alfred zu begegnen, dann ihren Mann zu finden. Er war gewiß nicht fehlerfrei, aber es gab schlimmere. Hatte sie nicht auch Glück gehabt, als der Unfall so glimpflich ausgegangen war? Immerhin: der Tod hatte sie aufs Korn genommen. In Italien, als sie noch Kind war, hatte der Geistliche den tugendhaften Leuten das ewige Leben versprochen. Sie klammerte sich an diese Hoffnung. Aber hatte sie auch entsprechend gelebt? Sie hatte ihren Freundinnen geholfen, ihre Tochter aus dem Elend befreit.„Ja", dachte sie, „wenn es ein Paradies gibt, habe ich es mir verdient." Als Protestantin ging sie nie in die Kirche. Einmal hatte sie dem Pater Dcattre Geld gegeben für das geweihte Prot. Bei der Gelegenheit hatte sie ihn ausgefragt, aber nicht die Stärkung gefunden, auf die sie gehofft hatte. Ein Trinker war«r, ein Mädchenjäger wie alle anderen Männer. Für Julien und seine Bande bedeutete ein lebendiger Hund mehr als ein toter Mensch.„Man muß das Leben genießen!" war Papa Adams Devise gewesen. Und danach hatte er gehandelt. Und jetzt? Jetzt war er tot. „Habe ich mein Dasein ausgenützt?" fragt« sie sich. Gewiß, sie besaß alles, was sich eine Fratz nur wünschen konnte. Aber sie zog sich nicht mehr an, ließ ihren Schmuck im Kasten liegen, und ihr Haus kannte sie zur Genüge. Uich wie hatte sie sich schinden müssen» um mit-wanzigtausend Franken von Boenos Aires zurückzukommen und sich die Situation zu erobern, die sst nun innehatte! .^Fortsetzung folgt.), Nr. 238 SamStag, 12. Oktober 1935 Seite 3 tfudetendeuisdier Zcitspicget Geschichtslehrbuches für die niederen Klassen der Mittelschule. Unter allgemeiner Heiterkeit beantragte er einen Lokalaugenschein vor dem Kasten einer hiesigen tschechischen Zeitung, der unter 25 Bildern 18 von Hitler zeigt. In der Nachmittagsverhandlung kam es zu einem bezeichnenden Vorfall, als der Vorsitzende seiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß die aus der CSR geflüchteten Nationalsozialisten in Deutschland, das doch unter der Arbeitslosigkeit auch schwer leidet, untergebracht werden können. Dr. Schwabe geriet in Paroxismus und betrieb nun förmlich Deutschland-Propaganda, in dem er behauptete, in Deutschland gäbe es keine Arbeitslosigkeit(I). 15 seiner Bundesbrüder hätten, in Deutschland sofort Arbeit erhalten.(damit hat Dr. Schwabe aber nicht bewiesen, daß es in Deutschland keine Arbeitslosigkeit gibt, sondern höchstens etwas anderes, die Red). Er beantragte als Beweis für seine Behauptungen den Generaldirektor Preis; von der Zivno-Bank einzuvernehmen. Dr. Schwabe aber fand mit seinem Preis-Lied auf Deutschland bei Gericht keinen Anklang. Der Vorsitzende betonte, daß die Leute, dort wohl Arbeit erhalten, jedoch vornehmlich in Arbeitslagern. * Die Anklage gegen Jung und Schubert wird in nicht öffentlicher Verhandlung verlesen. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung verkündete der Vorsitzende den. Senatsbeschluß Wer die von der Verteidigung an den letzten Verhandlungstagen gestellten Gegenbeweisanträge gegen das neue Polizeimaterial. Der Großteil der Anträge wurde abgelehnt, Wer die von der Verteidigung bestrittenen Verbindung Judex' mit dem Volkssport werden Zeugen zugelassen. Zur Verlesung der Anklageschrift gegen Schubert und Jung wurde sodann die Oef- fentlichkeit ausgeschlossen. Am Schluß der heutigen Vormittagsverhandlung fand noch die von der Verteidigung ge- fiihrte Zeugeneinvernahme statt, die bekunden sollte, daß keiner der Angeklagten im Volkssport eine Tätigkeit entfaltet hatte. Als im Verlaufe des Verhöres einer der Zeugen verneinte, daß die Organisation Fahnen besessen HWe(im Gegensatz zu den Mitteilungen der Polizei) erflärte der Staatsanwalt, sich die Strafverfolgung vorzube- halten. Morgen wird noch ein Zeuge einvernommen, sodann folgen die Plädoyers, womit der Prozeß beendet erscheint. Das Urteil dürfte jedoch erst am Mittwoch gefällt werden. Verhaftung sudetendeutscher Handballer in Chemnitz. Sonntag, den 22. September sollte in Chemnitz ein Handballspiel gegen eine sudetendeutsche Mannschaft stattfinden. Als die sudetendeutsche Mannschaft mit dem Autobus die Grenze passierte, wurde sie von SA empfangen und sofort in Haft genommen. Noch am Sonntag wurde sie nach dem Polizeipräsidium Chemnitz gebracht, mitsamt dem Autobus. Erst am Montag wurde die Mannschaft wieder freigelaffen. Ueber die Gründe dieses sellsamen Vorgehens der Nazis war bislang nichts zu erfahren. Das Ereignis wurde auch von der Goebbelspresse kommentiert. Man höre und staune Wer, in welchem Sinne: Die Chemnitzer Zeitungen brachten nämlich die Nachricht, daß das Handballspiel nicht stattfinden konnte, weil die Tschechen die„sudetendeutschen Brüder" an der Grenze fest- gehalten hätten. „keichsdiirser" in derTschechoslowakei? Worüber sich Henlelnleute beklagen ■ In dem tschechisch-nationalsozialistischen Grenz- lerblatt„Obrana Näroda" wird gegen die Nachkriegsdemokratie mit ungefähr den gleichen Worten zu Felde gezogen, die Hitler und seine sudetendeutschen Nachbeter gegen das demokratische Regierungssystem vorzubringen haben. Das Blatt schimpft über die„Parteienwirtschaft" und sagt dann: „Diese Parteiobligarchie hat, befangen von den Begriffen einer Nachkriegsdemokratie, über den Weg der Parteistimmzettel dem herrschenden tschechoslowakischen Volk die gleichen Rechte gegeben wie den Kolonisten, die bei uns die fremdsprachigen Minderheiten ausmachen..." Aus dieser Ungerechtigkeit folgert das ckau- dinistische Blatt, daß es anders werden müsse. Das will nilbts anderes besagen, als daß die„K o l o- n i st e n", nämlich die nationalen Minderheiten, entrechtet werden sollen. Das schönste an diesem chauvinistischen Exzeß aber ist, daß sich die—^Sudetendeutsche Partei über ihn aufregt. Sie hat durch ihre Totalitätspropaganda den tchechischen Totalität- lern Wasser auf die Mühlen getrieben. Und auch heute will sie nicht erkennen, daß die Verwirk- lichung des Totalitätsgedankens in der Tschechoflowakischen Republik die Entrechtung der Deutschen bedeutete. Was die„Obrana Näroda" im wesentlichen will, ist eine verfassungsmäßige Vorzugsstellung der Tschechoslowaken, wie sie etwa durch das auf dem Nürnberger Parteitag verkündete Gesetz über die Reichsbürgerschaft für die Mitglieder der Hitlcrpartei erreicht wird. Die ses Reichsbürgergesetz sieht allerdings die Vorzugsstellung einer Minderheit gegenüber einer Mehrheit vor und von diesem Standpunkt hat sogar die Forderung der„Obrana Näroda" noch mehr Berechtigung als die gesetzliche Verankerung der hitlerischen Parteidiktatur durch das Reichsbürgergesetz; die Angehörigen der tschechoslowakischen Nation haben in unserer Republik immerhin die Mehrheit. Wo aber ist eine Aeußerung der Sudetendeutschen Partei, die gegen das Reichsbürgergesetz Hitlers gerichtet wäre, gegen das Gesetz, das sich offensichtlich die tschechischen Chauvinisten zum Vorbild nehmen? Die Presse der Sudetendeutschen Partei hat die ganze Nürnberger Veranstaltung zustimmend kommentiert und sowohl die Judengesetze, wie auch das Gesetz Wer die Reichsbürgerschaft mit Genugtuung begrüßt. So wird wieder einmal offenbar, wie der deutsche Chauvinismus dem tschechischen die Stichworte liefert und wie die Sudetendeutschen um so weniger gegen die Bestrebungen des tschechischen Chauvinismus ankämpfen können, je feiger und gesinnungsloser sie sich gegenüber den Entrechungsmaßnahmen verhalten, die die Hitlerpartei gegen die Mehrheit der eigenen Staatsbürger und gegen die„rassische" Minderheit ergreift. Wer das hitlerische Beispiel gutheißt, kann keinen Anspruch darauf erheben, daß seine Kritik an andersnationalen Nachahmern Hitlers ernst genommen wird! Schläge gegen die Sudetendeutschen In den Hakenkreuzzeitungen des Dritten Reiches wird der Tschechoslowakei seit einiger Zeit eine auffällige Aufmerksamkeit gewidmet. In langen Schilderungen werden die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zustände in unserem Lande in den schwärzesten Farben dargestellt. So bekommt das deutsche Voll, das von den wahren ZustäWen in seinem Lande durch die Zeitungen nicht unterrichtet werden darf, von dem Leben bei uns ein völlig falsches Bild. Daß die Arbeiterschaft in dem sudetendeutschen Industriegebiet durch die Wirtschaftskrise besonders hart betroffen wird, das ist längst kein Geheimnis mehr. Die staatlichen Stellen haben, gedrängt von der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften, der ernsten Notlage durch verschißene Hilfsaktionen zu steuern versucht. Hier sind die Unterstützungssätze nicht in einem solchen Maße Wgebaut worden, wie das in den letzten Jahren, und besonders unter nationalsozialistischer Herrschaft, in Deutschland geschehen ist. Wenn aber die Nationalsozialisten die Schwarzmalerei in der Absicht treiben, damit die sudetendeutsche arbeitende Bevöllerung für ihre politischen Pläne einzufangen, so muß doch mit allem Nachdruck auf die Schuld hingewiesen werden, die das fascistische Regime durch seine Wirtschaftspolitik an der Vernichtung unserer Industrie und an der Verschärfung der sozialen Not unserer arbeitenden Bevölkerung hat. Man weiß, daß das Gastwirts- und Fremdenverkehrsgewerbe durch die Devisenpolitik der Reichsregierung fast zum Ruin gebracht worden ist. Auch das Exportdumping, das in den letzten Monaten stark ausgebaut worden ist, hat den unserer Industrie noch Unternehmungen zurückziehen, weil sie nicht Opfer der deutschen Betrüger werden wollen. Die Folgen sind Betriebseinschränkungen, Steigen der Arbeitslosigkeit und des Elends der betroffenen Opfer. Noch ein anderes Beispiel: Bisher konnte unsere Grenzbevölkerung in den deutschen Grenzorten noch billige Margarine einkaufen, die bis zu einem Pfund zollfrei war. Jetzt hat die deutsche Regierung die Belieferung der sächsisch-böhmischen Grenzorte mit dieser Margarine untersagt und damit mit einem Schlage vielen kleinen Kaufleuten, vor allem aber der ärmeren Grenzbevölkerung, das billige Fett geraubt. Von diesen Schlägen_ der reichsdeutschen Wirtschaftspolitik gegen die sudetendeutsche Bevölkerung ist weder in der Hakenkreuzpresse des Dritten Reiches noch in der Henloinpreffe ein Wort zu lesen. Der Brünner Naziprozeß Dr. Schwabe macht Deutschland- Propaganda Brünn. 12. Oktober. In der gestrigen Verhandlung gegen die Brünner Nazi-Funktionäre stellten die Verteidiger eine Reihe von Beweisanträgen gegen die Berichte der Polizei. In einem der Polizeiberichte heißt es u. a., daß Judek Vorträge Wer militärische Dinge, z. B. über Luther, Bismarck und Hitler gehalten habe. Dr. Schwabe beantragte die Beweisdurchführung, daß Luther kein General, Bismarck Staatsmann und Hitler ehemaliger Gefreiter gewesen sei. Bezüglich der beiden ersteren verlangte er die Verlesung eines Schuschniggs Einheitsgewerkschaft stellt fest: Unruhe in den österreichischen Betrieben Proteststreiks In Wien und In der Provinz Erregung über die steigenden Lebensmittelpreise verbleibenden Ausfuhrrest schwer gdtroffen. Die Klagen aus den verschiedensten Zweigen der tschechoslowakischen Exportindustrie über die Gefährdung durch Deutschland sind täglich vernehmbar. So wird von derSteinnuß-Knopfindu- st r i e, die ihren Sitz in Nordböhmen hat, berichtet, daß das deutsche Geschäft, das bis 1934 noch recht bedeutend war, infolge des von der deutschen Regierung zugebilligten sehr geringen Kontingents jetzt fast ganz aufgehört hat. Durch die von Deutschland nur schwer zu erlangenden Einfuhrbewilligungen ist der Export von Knöpfe- und Modeartikeln nach Deutschland so gut wie unmöglich gemacht. Unter einem raffinierten Betrug, der von reichsdeutschen Unternehmungen organisiert wird, hat die Handschuhindustrie in Abertham und Umgebung schwer zu leiden. Reichsdeutsche Firmen, die Ivegen des von einigen Ländern verhängten Warenboykotts ihre Erzeugnisse nicht ausfiihren können, exportieren nahezu fertige Handschuhe nach der Tschechoslowakei, wo die endgültige Veredelung vorgenommen wird. Es handelt sich Wer dWei um eine derart geringfügige Arbeit, daß sie bei Handschuhen im Werte von 200 KL nur 2 KL darstellt. Aber die Handschuhe werden dann hier mit der Marke«Made in Cechoslovakia" in die Welt versandt. Auf diese Art schwindeln die reichsdeutschen Firmen dem Ausland ihre Erzeugnisse auf und schädigen dWei die tschechoslowakische Handschuhindustrie.- Außer den direkten Verlusten, die unser Handschuhexport erleidet, entstehen auch noch Schädigungen dadurch, daß ausländische Käufer, die von diesem Trick Kenntnis erhallen haben, bereits erteilte Aufträge. an tschechoslowakische Wien.(Eigenbericht.) Die steigende Lebensmittelknappheit und das Anwachsen der Preise in Oesterreich lösen in der Bevölkerung große Erregung aus. In den letzten Tagen veröffentlichen die Blätter amtliche Pflichtartikel, in welchen vor Angstkäufen gewarnt wird und der Bevölkerung Maßnahmen der Regierung gegen die besorgniserregende Teuerung versprochen werden. Gleichzeitig steigen aber die Preise, insbesondere die Fett- und Fleischpreise unvermindert an. In zahlreichen Wiener Lebensmittelgeschäften sieht man die Hausfrauen wieder Schlange stehen, da infolge der Angstkäufe- die Geschäfte meist in wenigen Stunden ausverkauft sind. Besonders stark ist die Erregungin den Betrieben. In der Maschinenfabrik Warchalowskiin Wien organisierte die illegale Gewerkschaft vergangenen Samstag einen einstündigen Prote st streik gegen die Teuerung, unWhängig davon fanden Proteststreiks— so weit es bisher bekannt ist— in Wiener Neu st ad t, Gloggnitz und St. Pölten.statt. Die Erregung unter den Arbeitern ist so groß, daß sich nun auch die fascistische„Einheitsgewerkschaft" Schuschniggs zum Eingreifen ge zwungen sah. Donnerstag sprach eine Abordnung des„Gewerkschaftsbundes"-unter Führung des Präsidenten des Gewerkschaftsbundes S t a u d bei Herrn Schuschnigg vor,-um ihn auf die Beunruhigung in den Betrieben aufmerksam zu machen. Herr Stand wies-ziemlich unverblümt darauf hin, daß es unmöglich sei die Unruhe unter den Arbeitern heizulegen, wenn nicht sofort geeignete Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittelpreise und Behebung der Lebensmittelknappheit ergriffen würden. Schuschnigg begnügte sich damit, die offiziellen Erklärungen zu wiederholen, daß die Regierung tun werde was in ihrer Macht liegt. Graf Vlnzi abgereist Addis Abeba. Der italienische Gesandte Vinci wird samt dem ganzen Gesandtschafts-- und Konsularpersonal mit Ausnahme des italienischen Konsuls Magalo, der bisher noch nicht einge- ttoffen ist, Samstag um 8 Uhr früh mit dem Zuge nach Dschibuti abreisen. Der ttalienische Gesandte ersuchte vor seiner Abreise vom Negus in Audienz empfangen zu werden. Der Negus hat dieses Ersuchen, abgelehnt. Dompteur Mussolini Britischer Rundfunk läßt keine Italienische Propaganda zu London. Die„Time s" melden aus Genf, England habe bereits die erste„Sühnemaßnah- me" gegen Italien angewandt, indem die britische Postdirektion sich geweigert habe, einen Rundfunkvortrag Baron Aloisis über die Behandlung des italienisch-abessinischen Konfliktes durch den Völkerbund nach Amerika zu übermitteln. De« Vortrag sollte in Form eines Interviews mit einem amerikanischen Journalisten stattfinden und Wer den amtlichen englischen Sender in Rugby nach Amerika übermittelt werden. Wenige Minuten vor dem Vortrage sei der amerikanische Korrespondent höflich unterrichtet worden, daß keine Erklärungen Aloisis oder irgend eines anderen italienischen Sprechers mehr Wey britische Linien übertragen werden können. Aloisi fährt nach Rom Der italienische Delegierte Baron Aloisi, welcher noch den Verhandlungen des Verbindungsausschusses beigewohnt hatte, hat Genf am Freitag um 13 Uhr verlassen, um sich nach Rom zu begeben. Auch der Generalstabschef nach Ostafrika Neapel. Generalstabschef Marschall Bado g l i o und der Unterstaatssekretär für die Kolonien Lessona HWen sich an Bord des Dampfers„Biancamano" nach Ostafrika eingeschifft. Einstimmigkeit In der Athener Nationalversammlung Tsaldaris und seine Freunde absentieren sich Athen, Die Nationalversammlung beschloß, daß die Verfassung von 1911 bis zur Abstimmung über die neue Verfassung vorläufig wieder in Kraft gesetzt werde. Sie nahm ferner einstimmig eine Resolution an, die die.Aufhebung des republikanischen Regimes in Griechenland, die Wiedererrichtung der Monarchie, die Veranstaltung einer Volksabstimmung am 3. November und die Ernennung Kondylis zum Vorsitzenden der Regierung mit der Funktion eines einstweiligen Regenten empfiehlt. Der ehemalige Mnisterpräsideitt Tsaldaris gab vorher die Erklärung ab, daß er das gegenwärtig eingeschlagene Verfahren nicht billige. Darauf verließ er, gefolgt von einigen Freunden die Kammer. Parlament am 24. Oktober Prag. In der Präsidialsitzung des Abgeordnetenhauses am Freitag teilte der Vorsitzende Dr. Markoviö nach vorausgegangenen Verhandlungen mit dem Borsitzendm der Regierung mit, daß die erste Sitzung der Herbstsession wahrscheinlich für den 24. Oktober anberaumt werden wird. Bis zu dieser Zeit sollen die im Gefolge der Veränderungen in den Klubs nötig gewordenen baulichen Adaptterungen fertiggestellt sein. Ihr verspäteter Beginn wurde, wie ausdrücklich festgestellt wurde, nicht durch Funkttonäre des Parlamentes, sondern durch die verspätete Freigabe der nötigen finanziellen Mittel verursacht. Dr. Markoviö erstattete auch einen Bericht über den Gesundheitszustand des Parlamentspräsidenten B r a d a k, wobei die Hoffnung auf einen günstigen Verlauf seiner Krankheit ausgesprochen wurde. Es wurde beschlossen, dem erkrankten Vorsitzenden den Wunsch nach seiner vollen Gesundung und seiner baldigen Rückkehr zur parlamentarischen Tätigkeit auszusprechen. » Wie Wir erfahren, steht die Tagesordnung der ersten Sitzungen noch nicht fest. Sie wird möglicherweise von dem Gang der außenpolitischen Ereignisse abhängig sein, falls sich Herausstellen sollte, daß die Durchführung der vom Völkerbund beschlossenen Sanktionen ein eigmes Gesetz erforderlich machen sollte. Es sind auch Bestrebungen im Zuge, im Anschluß an ein Exposee eine Wirtschastsdebatte im Plenum ab- , zuführen. Seite 4 Samstag, 12. Oktober 1838 Mr. 238 Lansbury vom Vorsitz der Arbeiter- Partei zurückgetreten Die oppositionelle englische Arbeiterpartei beschloß, Sanktionsmaßnahmen gegen Italien zu fordern. Der Führer der Arbeiterpartei, George Lansbury, der gegen Sanktionen war, ist daraufhin von seinem Vorsitz zurückgetreten. Unglück im Mähr.-Schönberger Bahnhof Ei« Toter, mehrere Verletzte freies Ziel den Bomben! Nichts geringeres als dieses verlangt Mussolini. Der italienische Unterstaatssekretär im Außenministerium, S u v i ch, hat nämlich an den Generalsekretär des Völkerbundes folgendes Protesttelegramm gerichtet: „In Fortsetzung eines Telegrammes vom 4. Oktober 1935 und um die in ihm enthaltenen Angaben zu ergänzen, habe ich die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die abessinische Regierung unter Verletzung des Artikels 28 der Genfer Konvention vom 27. Juli 1929 seit den ersten Tagen des Monats September große Rote Kreuze auf zahlreichen Gebäuden anbrinqen 'läßt, um diese als Spitäler und Heilanstalten aus- j zugeben. So wurden in Adua auf 30 Häuser, inbegriffen auf das Ghebi des Ras der Ortschaft, rote Kreuze gemalt. In Harrar wurde das auf der Residenz des Gouverneurs angebrachte rote Kreuz erst infolge der von einem ausländischen Konsularagenten bei dem betreffenden Gouverneur gemachten Vorstellungen entfernt und durch ein weißes Kreuz ersetzt." Olmiitz. Bei der Ausfahrt aus Mährisch- Schönberg stieß am 10. Oktober der Zug Nummer 6060 mit einem Lastauto zusammen, das mit Langholz beladen war. Der Chauffeur des Autos wurde verletzt, ein Mitreisender getötet. Beim Lastzug entgleiste die Maschine und stürzte um, wobei vier weitere Wagen mitgerissen wurden. Ein Zugsbegleiter wurde schwerverletzt, zwei weitere erlitten leichtere Verwundungen. Durch den Unfall wurde die Strecke versperrt und der Verkehr mußte durch Umsteigen aufrechterhalten werden. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. * Paris.„Echo de Paris" und„Daily Expreß" melden aus Warschau,'daß der Leiter der Moskauer GPU, Vladimir Jäkovlev, bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Das Auto ging in Flam men auf und Jakiwlev verbrannte. Der Chauffeur, welcher betrunken war, wurde verhaftet. OSl». Auf der sogenannten„Randfjord-Bahn", zwischen Geithus und Amot, entgleisten die Lokomotive und der Gepäckwagen eines Zuges und stürzten den Abhang hinunter. Der Lokomotivführer war sofort tot. Der Heizer erhielt schwere Brandwunden und starb unmittelbar nach dem Unglück. Mehrere Passagiere wurden schwer verletzt. Das Unglück ist darauf zurück- zuführen, daß die außerordentlich stacken Regengüsse der letzten Tage den Oberbau der Eisenbahn unterspült hatten. Buenos Aires. Bei Naon in der Provinz Aires wurde ein Ueberlandsautobus von einem Eisenbahnzug erfaßt und 500 Meter weit mitgeschleift. Alle zehn Insassen des Kraftwagens wurden getötet. Daß dieses Telegramm, Gipfel heuchlerischsten Zynismus in der modernen politischen Geschichte, Zeichen unerreichter Blödmachung und Verhöhnung jeglichen Völkerrechts, Beweis der doch nicht erfolgten Ausheilung der Urheber des Telegrammes durch Wagner-Jauregg, Wirklichkeit werden konnte, wird einst dem Historiker und Tragüdienschreiber skuriller erscheinen, als das unnennbare Verbrechen des Einfalls talienischer Horden in die bis dahin friedlichen Gefilde Abessiniens. Der Straßenränder beschwert sich bei der Poltzei, daß sein Opfer nicht links gegangen ist. Und er hat Recht. Linksgehen ist Verkehrsvorschrift; wers nicht tut, bricht eine solche. Italien hat zwar laut Urteil der ganzen zivilisierten Welt den Frieden gebrochen und Bomben über Frauen und Kinder abgeworfen. Das, berechtigt diese aber noch lange nicht, Artikel 28 der Genfer Konvention vom 27. Juli 1929 zu verletzen, indem sie ihr armes Leben vor den Grün- und Gelbkreuzgranaten der Italiener durch rote Kreuze auf ihren Dächern zu retten trachten. Sie haben schön ruhig zu halten und die großen Bomber mit den Söhnen und dem Schwiegersohn des Pseudoimperators am Steuer nicht zu beschwindeln. Diese können sich bei der Hitze nicht noch den Kopf zerbrechen, welche Objekte sie nicht bombardieren dürfen, weil sie Lazarette sind und welche sie bloß nach dem Wunsche der menschlichen Kreatur nicht bombardieren sollen, weil die lehen will, und zwar nicht erst dann, wenn sie zerschossen in einem jener Lazarette liegt, die nach der Konvention eben nicht bombardiert werden dürfen. Der Völkerbund soll also nach Suvich feststellen, daß abessinische Frauen und.Kinder durchaus nicht berechtigt sind, sich durch falsche rote Kreuze dem Bombentod zu entziehen. Wo kämen wir denn auch hin, wenn die Bomben auf diese Weise aller ihrer Ziele verlustig gingen! Und daß sie das Anbringen dieser irreführenden roten Kreuze daher gefälligst zu unterlassen haben. Dies Nach dem strengen Recht der Völker, das zwar, in seiner Genfer Form bis heute keinen einzigen Krieg, sondern nur seine Erklärung verhindert hat, das aber um keinen Preis der Welt — und wärs das Leben sämtlicher abessinischer Frauen und Kinder— duldet, daß auch nur ein einziger Mensch unrechtmäßiger Weise mit dem Leben davonkomme. I. E. Italiens Erdölmangel (AP.) Trotz intensivster Bemühungen und in den letzten Jahren noch gesteigerter Oelsuche kann Italien noch nicht 1 Prozent seines Oel- bcdarfs decken. DaS führte zu einer Abhängigkeit vom Ausland, aus der herauszukommen Italien seit langer Zeit, besonders seit der 1926 erfolgten Gründung der italienischen Petroleumgesellschaft „Azicnda Generale Jtaliana Petrolei", kurz Agip genannt, die größten Anstrengungen macht. Dazu gehört 1. die Erdölsuche in A l b a n i e n, die aber keine großen Ergebnisse gezeitigt hat; 2. wurden Beteiligungen an zwei rumänischen Gesellschaften erworben, der Produk- tionsgesellschast„Prahova" und der Raffinationsgesellschaft„Petrolul Bukurasti". Die erstere konnte ihre Förderung von 1926—1934 von 49.000 auf 600.000 Tonnen erhöhen, also ver- zwölffachen. Bor kurzem wurden beide Gesellschaften zusammengelegt; 3. ist die genannte Agip an einer. Gesellschaft beteiligt, die im Irak als Konkurrent der britisch-holländisch-amerikanischen Jraq Petroleum Co. auftritt. Wie groß aber dennoch die Abhängigkeit vom Ausland geblieben ist, kann man daraus ersehen, daß Rumänien im vorigen Jahre 733.000 Tonnen, die YSSR 403.000, Persien 221.000, die USA 182.000 und Venezuela 152.000 Tonnen lieferten. Dann folgen in weiterem Abstande als sonstige Importeure Frankreich, Kolumbien und Niederländisch- Jndien. In diesem Jahre sind die Erdölkäufe auS Rumänien ungeheuer gesteigert worden, was zu einer Preissteigerung auf dem rumänischen Mackte führte, wie man sie seit Jahren nicht gekannt hat. Jedenfalls bleibt die Erdölversorgung nach wie vor eines der kritischsten Probleme Italiens. Verweigerte Krlegslleferung Amsterdam.(AP.) Eine Schuhfabrik in Nijm- wegen bat einen italienischen Auftrag über 500.000 Paar Schuhe für die italienische Armee zurückge- Wiesen. Londoner Bankbeamte geben den Faseisten eine Lektion! London. Bor der Effektenbörse kam es Donnerstag zu einem Zusammenstoß zwischen uniformierten englischen Faseisten und einigen hundert Bankangestellten. Die Faseisten, die ihre Parteizeitungen verkauften, wurden von der Menge angegriffen, worauf sich ein Handgemenge entwickelte, bei dem einige Personen verletzt wurden. Die fasristischen Zeitungen wurden mit Geschrei auf einen Haufen getürmt und i n Brand gesetzt. Mehre?» Schutzleute wurden angegriffen und ihnen die Helme vom Kopf geschlagen. Erst als starke Polizeiverstörkungen eingriffen, konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Folgenschwere Explosion in einer französische« Schiffswerft Auf der größten französischen Schiffswerft Penhoet in St.-Razaire ereignete sich am Freitag in der großen Kesselschmiede eine folgenschwere Explosion, durch die drei Arbeiter getötet und elf so schwer verletzt wuroen, daß man bei sieben von ihnen jede Hoffnung aufgegeben hat, sie am Leben zu erhalten. Etwa 200 Arbeiter waren am Freitag morgens mit dem Schweißen der Kesselnähte für das Linienschiff.„Straßbourg" und den Panzerkreuzer„Georges Leygues" beschäftigt, als aus bisher noch nicht festgestellter Ursache eine der großen Sauerstofflaschen explodierte. Sämtliche Fensterscheiben der Werkstätte gingen in Trümmer und unter den Arbeitern entstand eine Panik. Nach den bisherigen Untersuchungen vermutet man, daß der Gummischlauch, der die Sauerstofflasche mit dem Schweißapparat verbindet, aus bisher unbekannter Ursache Feuer gefangen hat und dieses Feuer das Hauptventil der Flasche erreichte, worauf dann die Explosion erfolgte. Der Stand des zivilen Flugwesens (R. F.) Die Zahl der vorhandenen Zivilflugzeuge ist nicht nur vom verkehrspolitischen, sondern ebenfalls wieder vom militärischen Standpunkt aus bedeutsam, da in diesen Flugzeugen(und den dazu gehörigen Piloten) ein wichtiges Element des„potentiel de guerre" liegt. Die folgende Tabelle führt jene Länder an, deren flugtechnische Ausrüstung(abgesehen von der militärischen Luftwaffe) am meisten fortgeschritten ist. Im 2. Quartal 1935 besaßen: davon Zivilflugzeuge Verkehrsflugzeuge Frankreich... 1933 186 Deutschland. d 1578 225(1) Großbritannien 1297 187 Italien... 443 64 Polen... g 197 42 Belgien.. 180 35 Tschechoslowakei 150 34 5778 773 Der Rest des europäischen Flugzeugbestan des(außer Rußland) beträgt 536 und verteilt sich auf die übrigen europäischen Länder. Im zweiten Quartal 1935 hat die Zahl der Zivilflugzeuge in dem von dieser Statistik erfaßten Gebiet um 4st9 zugenommen. Zunr Schluß sei noch crivähnt, daß die Vereinigten Staaten allein 518 Verkehr sflugzeuge besitzen, also mehr als Frankreich und Deutschland zusammengenommen. Herbst-Hitzewelle i« Bulgarien In Süd-Bulgarien und in den mazedonischen Gegenden, wo vor einem Monat der erste Schnee fiel, wurde dieser Tage eine ungewöhnlich hohe Temperatur, 31 bis 34 Grad Celsius im Schatten verzeichnet. Ein so warmes I Herbstwetter in Bulgarien wurde schon seit 50 Jahren nicht beobachtet. Schwere Bluttat in Leitmeritz In den zu Leitmeritz gehörigen Stadtteil Eisendörfel ereignete sich ein aufsehenerregender Vorfall. Der 42jährige I. Valentin geriet mit H. Zavtel in Streit, in dessen Verlauf Valentin ein Beil ergriff und damit seinen Gegner zu Boden schlug. Zavrel wurde in schwerverletztem Zustand dem Krankenhaus zugeführt, Valentin verhaftet und dem Gericht überstellt. Schande im Schaufenster. In einem Spielwarengeschäft am Pokic in Prag ist seit einigen Tagen die große Neuigkeit ausgestellt: Abessinier und Italiener als Spielsoldaten. Da stehen sie im Schaufenster kerzengerade in Reih und Glied und in gleicher Stärke einander gegenüber,— jede der beiden Truppen hat ihren berittenen Kommandanten und ihren exotisch bemalten Eingeborenentroß; und die Knaben, die der Lockung nicht widerstehen können, mtt diesen Figuren den abessinischen Krieg zu spielen, werden die berittenen Führer gegeneinander spren- gen und die gleichstarken Heere einander Mann für Mann im sportlichen Zweikampf zu Boden strecken lassen. Di« spielenden Knaben wissen nicht, wie anders di« Wirklichkeit ist: daß eS sich da nicht um gleich starke Heere handelt, sondern um die hochgerüstete Armee eines 40-Millionen- Staates, die das schlechtgerüstete Heer eines 15- MMonm-Landes angefällen hat— und daß eS sich nicht um den„sportlichen" Kampf zweier Gegner handelt, die einander herausgefordert haben, sondern um den mörderischen Ueberfall eines Völkerbundstaates auf den anderen. Und auch das werden die spielenden Knaben nicht wis- sen: daß die schmucken Italiener, die. sie da aufmarschieren lassen, in Wirklichkeit die Sklaven eines Tyrannen sind, der sein Land bis an den Rand des Ruins regiert hat und jetzt die Söhne des Landes in den afrikanffchen Krieg hetzt, um sich zu entlasten. Die Knaben wissen es nicht und könnten es wohl auch dann nicht begreifen, wenn man es ihnen erklären würde. Aber die Erwachsenen müßten es wissen: die Erwachsenen, die sich nicht schämen, solches Spielzeug herzu- stellen und auszustellen— und di« Eltern, die ihr Erziehungsrecht derart mißbrauchen, daß sie ihren Kindern Abessinier und Italiener zum Spielen geben. Lindbergh plant Urberquerung des Stille« Ozeans.„Paris Soir" meldet aus New Dork, daß Kapitän Musick in Baltimore den ersten erfolgreichen Flug mit dem Großflugzeug absolviert hat, mit welchem OberstLindbergh demnächst die Ueberquerung des Sfillen Ozeans unternehmen will. Das Flugzeug besitzt vier Motoren mtt einer Stärke von 3250 HP und kann mtt einer Besatzung von 38 Passagieren, d. i. einer Nutzlast von 11 Tonnen 4000 Kilo- meter fliegen ohne Betriebsstoff aufnehmen zu müssen. Holländische Spende für Abessinien. Prinzessin Juliana hat in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des niederländischen Roten Kreuzes den Betrag von 1000 Gulden zugunsten der Errichtung eines holländsschen Feldlazaretts in Abessinien gestiftet. Banarheiter-Mfik». Bei einem orkanartigen Sturm wurde auf einem Neubau in Rautheim in der Nähe von Braunschweig von einem Hundeck Meter langen Gebäude eine Hälfte des Daches vollkommen abgedeckt und gegen ein benachbartes Gebäude geworfen. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Sechs Arbeiter mußten sofort mtt schwerenBerletzunge» dem Krankenhaus zugefijhrt werden. Die Normung von Turngerit und die Fürsorge für die Verwaltung von Spiel- und Turnplätzen wurde in einer Sitzung der zuständige« Subkom- miffionen der Technischen Kommission des Beratungskollegiums für körperliche Ertüchtigung im Ministerium für Oeffentliches Gesundheitswesen am 11. Oktober durchberaten. Die Normungsvorschrif- ten einiger Turngeräte wurden bereits beendet und sie werden in den nächsten Tagen dem Unterrichtsministerium, den Turnverbände« und den Geräte erzeugern zur Begutachtung zugesandt. Die Verwaltung für die Planierung von Spiel- und Turnplätzen wird sie vorerst vom Standpunkte der Regulierungspläne der Städte und Gemünden durchberaten. AIS ein typischer Beispiel wird von der Kommission der Plan der Stadt Beraun bearbeitet. Daneben wurden de« Subkommissionen Gutachten über Pläne von Bauten einzelner Spiel- und Turn-' Plätze unterbreitet, wodurch man den Bedürfnissen der Schulen, Turn- und Sportorganisationen entgegenkommt, über deren Pläne die Subkommission des Beratungskollegium kostenlose Gutachten erteilt. 11.000 Kilometer auf einem Kamel. In Toulouse traf, von seiner dritten Sahara-Expedition, der Naturforscher und Archäologe Lote ein. Die Expedition hat fast zwei Jahre gedaueck und der jung« Gelehrte hat während dieser Zeit den größten Teil der Sahara durchmessen. Insgesamt hat er 14.000 Kilometer zurückgelegt, von 11.000 auf dem Rücken eines Kamels. Reben vorgeschichtlichen Funden, die beweisen, daß die heutige Wüste ehemals eine reiche Fauna gehabt haben muß, hat Lote außergewöhnlich interessante Aufnahmen von Fels« Zeichnungen und anderen Kunftdenkmälern mitgebracht, die aus einem Gebiete stammen, in dem man niemals eine relativ hochentwickelte Kultur vermutü hätte. ES ist«och keine HauSftau vom Himmel gefallen. Da zerbricht sich die Hausfrau oft den Kopf: Woher kommt es nur, daß meine Wäsche oft dunkle Linien und Streifen ausweist, obwohl ich mir die größte Mühe mit dem Waschen gegeben habe? Zweierlei kann die Ursache sein: oft liegt es daran, daß im Waschkessel die großen, schweren Wäschestücke aus die kleinen, leichten zu liegen kommen. Dadurch werden die kleinen Wäschestücke eng zusammen-, gedrückt, es bilden sich Falten— und in diesen Falten bleibt der Schmutz zurück.— Eine zweite Ursache liegt darin, daß man zu wenig oder ganz billig«, gefüllte Seife genommen hat, die den Schmutz dann nicht genügend löst. Achten Sie also stets darauf: immer die schwere Wäsche unten ins Waschgefäß legen und inuner genügend gute Seife nehmen. Am besten: Man weicht mit Frauenlob ein und wäscht mit Schicht-Hirschseife aus. Dann wird die Wäsche wirklich blendend weiß.— Rat und Auskunft in allen Waschangelegenheiten erteilt gerne, die Georg Schicht A. G., Aussig. 32c Keine wesentliche Wetteränderung. Unsere Ge- genden liegen auf der Grenze zwischen schönem und für die Herbstzeit sehr warmem Wetter in Süd-' osteuropa, welches sich bei uns namentlich in der' Slowakei geltend macht, und schlechtem Wetter in Nordweft- und hauptsächlich in Nord-Europa, wo eine ttef« Depression vorherrscht. Das Zenttum dieser Depression schreitet ständig längs der norwegischen Küste nordostwärts fort und in ihrem Gebiet herrschen andauernd Stürme. Bei der Luftzufuhr vom Westen her ist eine wesentliche Aendcrung für j die nächste Zeit n i ch t zu erwacken. Erst später wird voraussichtlich eine weitere Abkühlung eintreten.—* Wahrscheinliches Wetter von heute:- Im Westen des Staates zeitwüse ziemlich bewölkt,- größtenteils jedoch trocken, Temperatur ohne große Aenderung, im«Osten schön, tagsüber warm.— J Wettersussichten für Sonntag: Im Westen Wetterverschlechterung und Abkühlung, im Osten noch schön. Vom Rundfunk ImMlMiwwtai aus 4m ProgramMal Sonntag: Prag, Sender L: 7.30: Uebertragung aus Karlsbad, 8.30: Schallplatte«, 8.55: Konzert des MuZiksalonguartetts, 11: Kammermusik-Konzert, 13.45: Gesangskonzert, 18.50: Deutsche Sendung: Orchestrrkonzert aus Mähr.-Ostrau, 23: Deutsche Presse. Sender S: 14.30: Deutsche Arbeitersen« düng: Haberzettel: Die Frau des Mittelstandes, 14.45: Hörspiele im Dialekt.— Brün« 10: DuoS für Violine und Viola, 19.50: Blasmusik.— Preß- bürg 19.10: Slowakische Lieder.— Kascha« 17.30: Volkslieder zur Gitarre, Är. 23g TamSkag, 12.©Woher 1935 «eite 5 Italienische Vorbereitungen im Dodekanes Die Athener Presse widmet den italienischen militärischen Vorbereitungen im Dodekanes im südliche» Teile des Aegäischen Meeres, welcher überwiegend von griechischer Bevölkerung bewohnt ist, große Aufmerksamkeit. Im Zusammenhang mit dem Kriege in Abessinien und im Hinblick auf einen möglichen Konflikt im östlichen Miitelmeer haben die Italiener bisher die Inseln Leros, Rhodos, Kos, Ghali, PaeroS, Arkius, GaiduronisoS und Astypalea befestigt und aus der Insel Kastellorizo wollen die Italiener ein„Verdun des Dodekanes" schaffen. Die Garnisonen auf diesen Inseln wurden in den letzten Tagen verstärkt und es wurde überall schwere Artillerie installiert. Auf dem Berge St. Elias auf der Insel Patmos wurde ein« drahtlose Telegraphenstation errichtet, Fachmänner suchen «inen geeigneten Platz für die Schaffung eines großen Flugplatzes auf dieser Insel. Die Insel Leros wurde mit Minen und Ketten umgeben, aus Furcht vor fremden U-Booten. Sieben Torpedobootzerstörer, sechs U-Boote und etwa 15 Erkundungsflugzeuge sowie Hhdroavione kreuzen bei Tag und Nacht um die einzelnen Inseln, welche in der Nacht durch starke Reflektoren beleuchtet sind. Ueberall werden auch Straßen gebaut. In Leros trafen in diesen Tagen ein großer italienischer Kreuzer und das Uebungsschiff„Colombo" ein. Ist der Pullover vom letzten Herbst noch modern? Dann können wir ihn sicher wieder tragen. Denn da wir ihn voriges Jahr im Neuen LUX kalt gewaschen haben, wird er diesen Winter bestimmt noch halten und wunderbar schmiegsam sein! Das neue LUX SCHÄUMT AUCH IN KALTEM WASSER ? KALT Strafvollzug durch öffentliche Prügel an jungem Mädchen Von Martin Chr. Sander. Im Pariser Rundfunk berichtete kürzlich Berthold Jacob, den die Gestapo gewaltsam aus der Schweiz entführt hatte, auf Drängen der Schweizer Regierung aber wieder freilassen mutzte, wie er im Columbiahaus in Berlin, wo er Monate lang als Gefangener saß, eines Nachmittags in seiner Zelle Zeuge einer entsetzlichen Prügelzsene wurde. „.... Was ich an jenem Tage mitangehört habe, das werde ich in meivem ganzen Lebe» picht vergessen. Am Frühnachmittag erschien eine Abteilung SS, diese besondere Truppe der Hitler- miliz in ihrer schwarzen Uniform, und bildete im Gefängnishof Karree. Ja meiner Zelle konnte ich die Konunandorufe und Anordnungen der Offiziere genau verstehen und unterscheiden. Nachdem das Karree gebildet war, wurden die Gefangenen des Columbiahauscs— ich allerdings war nicht unter ihnen— in langer Reihe in den Hof geführt und dort aufgestellt. Als alle richtig formiert waren, erschien der Hauskonunandant. Im Beisein der Truppe und der Gefangenen hielt er eine kurze Ansprache, deren Sinn ich nicht behalten habe. Ich habe nur verstanden, daß er die Gefangenen für die Zukunst mit noch schärferen Strafen bedrohte. Tann trat sein Adjutant, ein Württemberger, vor und verlas in seinem heimatlichen Dialekt einige Urteile. Ich hörte deutlich, nachdem das erste Urteil verlesen war, die Worte:„An die Mauer I"— Im gleichen Augenblick schrillte eine helle Stimme durch die Luft:„Mama, Mama.,. Gnade, Gnade!... Ich bin doch noch so jung..." Diese Stimme, obwohl sie vor Angst zitterte und fast unkenntlich heiser klang, war die eines jungen Mädchens. Ich glaubte in diesem Augenblick, nichts anderes als das Krachen der Gewehre eines Exe- kustonSpelotons würde folgen Mir war grauenhaft elend zu Mute... Statt dessen kam dagräßliche Geräusch von Schlägen auf«inen Menschenrücken. Eine tiefe Stimme zählte langsam und deutlich 1...2...8...4 und so weiter bis 15.— Ich habe bei der Verlesung des Urteils nicht verstanden, weshalb dieses junge Mädchen zur Prügelstrafe vor den Augen so vieler Männer verurteilt worden ist. Es folgte ein zweites Urteil: ein Mann, dessen Namen ich nicht verstanden habe, erhielt zehn Schläge, weil er„ein Tagebuch geführt" haste. Bei diesem Urteil wurde die Unterschrift des Hauskommandanten, eines gewissen Moder oder so ähnlich mitberlesen und die des Inspekteurs sämtlicher Konzentrationslager, des Ober- Gruppenführers Eicke. DaS dritte Urteil verfügte 15 Schläge, weil der Delinquent seinen Zellengenoffrn nicht am Selbstmord gehindert habe. Bei den nächsten Urteilen, di« alle sofort vollstreckt wurden, habe ich weder das Delift noch die Namen verstanden, „DaS sechste und letzte Urtell betraf eint» gewissen Joseph Schenk aus Breslau, geboren 1884. Er bekam wegen Beleidigung des Führers 15 Hiebe, die er ohne die geringste Schmerzäußerung über sich ergehen ließ.. Solche Berichte wie der oben geschilderte werden von der deutschen Regierung gewohnheitsmäßig als„Greuelberichte", das heißt als erfunden und erlogen bezeichnet. In diesem Fall« dürft« dies Verfahren allerdings nicht ganz einfach sein. Wir sind in der Lage, eine Bestätigung der Tatsache, daß im Berliner''Columbiahaus offiziell wehrlose Gefangen« geprügelt werden, zu geben, und zwar durch einen SS-Mann, der lange Zeit im Columbiähaus Dienst getan hat und ebenso wie der von Jacob erwähnte Adjutant ein Württemberger ist. Die von. Jacob mitangehörte Szene fand statt am Freitag, dem 29. März. Ende April erschien in Prag der SS-Mann Hans Bächl«, der aus dem Columbiahaus zwei SA-Führer, die seit derü berüchtigten 3Ü. Juni 1934 dort saßen, befreit haste und mit ihnen gemeinsam geflüchtet Ivar. Dieser junge Mann erzählte gern von seinen Erlebnissen. Gefragt, ob die Gefangenen des Columbiahauses auch geprügelt würden, meinte er treuherzig:„Ja, natürlich, das schon. Aber nur nach ordentlicher Verurteilung."—.„Verurteilung? Durch wen?"—„Na, durch den Hauskommandanten oder sonst einen Vorgesetzten."— So erzählte damals der aus dem Co- lumbiahäus entlafene SS-Mann, und so hat es Berthold Jacob gehört: Schläge nach Urteilsverlesung. Derselbe SS-Mann, der übrigens von der Prager Polizei zusammen mit seinen beiden besteiten Offizierest.sehr schnell abgeschoben wurde, hat auch geschildert, wie das Prügeln vor sich geht. Eine lange hölzerne Bank, darauf liegend der„Verurteilte". Zwei Mann halten ihn vorn, zwei a« den Beinen. Zwei Mann schlagen Prag. Dor 22jährige Maschinenschlosser. Jaroslav Oulicky ist, trotz seines jugendlichen Alters, bereits eine kriminelle Existenz. Im Vorjahr erhielt er vor dem hiesigen Kreisgericht wegen Dieb- stahls eines Autos s i e b e n M ö n a t«. Da der Gerichtshof auf das jugendliche Alter und die bis-, herige Unbescholtenheit des Verurteilten Rücksicht nahm, wurde diesem eine dreijährige Bewährungsfrist zuerkannt und er auf freien Fuß gesetzt. Jaroslav Oulickä bewährte sich nicht. Er hat sich offenbar bereits ganz auf eine der riskantesten Branchen des Diebsgewerbes eingestellt: auf den Diebstahl von Automobilen. Am 30. Jänner sah er in der Plattnergaffe vor einem Geschäft einen Walterwageu stehen. Er stieg«in und fuhr davon.'Den gestohlc- neu Wagen lenkte er.in eine Werkstätte, wo er einen Taxameter auf montieren ließ. Dann übermalt« er das Erkennungszeichen mit einer neuen Nummer und betrieb nun in aller Seelenruhe d u r ch v o l l e vierzehn Tage das Mietautogewerbe mir dem gestohlenen Wagen. Wer weiß, wie lang er dieses Geschäft noch hätte betreiben können, wenn nicht der Z u f a l l, der in dieser Sache überhaupt eine große Rolle spielt, eingegriffen hätte. Dieser Skodawagen gehört« einer hiesigen Fabrik, die einen ihrer Beamten beauftragt hatte, den Wagen unter der Hand zu Verkäufern Begreiflich, daß der Beamte diefen Wagen sehr genau kannte. Vierzehn Tage nachdem ihm ein unbekannter Dieb das Auto, entführt hatte, hatte nun dieser Beamte bei der Zentralsozialversicherungsanstalt in Smichow zu tun. Als er das Gebäude betreten wollt«, blieb er wie vom Blitz getroffen stehen, denn vor dem Portal stand ein leeres T a x i, in welchem er trotz der geänderten Nummer mit Sicherheit den gestohlenen Wagen erkannt«. Er' rief einen Polizisten. Dieser zuckte aber di« Achseln und meinte, er könne nichts tun, ehe dessen Besitzer nicht zur Stelle sei. Der Beamte hatte eine unaufschiebbare Konferenz und konnte nicht warten. Als er nach einiger Zeit zurückkehrte/ war das Auto verschwunden und der Polizist-gleichfalls. Und wieder griff der Zufall«in. Der Beamte wurde plötzlich von einem heftigen Fieber befallen und konnte der Sache nicht nachgehen. Et erfuhr also auch nicht, was inzwischen geschehen war und auch die Polizei wurde auf dies« Weise um Informationen gebracht, die dem Treiben des Angeklagten ein rasches Ende bereitet hätten. Der Polizist hatte nämlich den„Eigentümer" des Wagens tatsächlich abgewartet und auf das Kommissariat gefahren, wo man ihn berhöpt«. Oulickü war entrüstet und legte treffliche Dokumente vor, die sein Eigentum an dem Wagen nachwiesen. Führerschein und Typenzeugnis waren in bester Ordnung wobei der Polizei merkwürdigerweise entging, dass die Dokumente ans eine» Skodawagen lau- mit zirka einen Meter langen Rohrstöcken. Auf jeder Seite einen, der nach dem Kommando eines dritten, der mit der Uhr in der Hand zählt, abwechselnd mit seinem Kameraden so kräftig wie möglich zuschlägt ,.. Zu denken, daß diese Prozedur an einem jungen Mädchen vorgenommen wird, während ein ganzer SS-Sturm grinsend zuschaut I Berthold Jacob, eben erst den Händen der Gestapo entronnen, hat mit ftischem Mute den Kainpf. gegen die Barbarei des Dritten Reiches wieder, ausgenommen. Am Schluß seines Berichtes im Radio Cite Paris richtet er die Frage an die deutsche Regierung, ob ihr bekannt ist, daß in den von ihr eingerichteten Konzentrationslagern, zu denen das Columbiahaus in Berlin gehört, Menschen geschlagen werden aufgrund von sogenannten Urteilen der Lagerkommandantur, und daß für diese Exekutionen hohe Funk- tionäre und Chefs der Hitlermiliz verantwortlich sind. Die zivilisierte Well wird auf die Beantwortung dieser Frage warten müssen. Aber die geschilderten Tatsachen sind diesmal nicht einfach abzüleugnen. Die Erzählung des biederen SS- Mannes Hans Bächle im Apxil 1935 haben rund ein Dutzend Zeugen mitangehört. trte«, während dns in Frage stehend« Aut» em Wagen der Firma„W älter" wär, Di« Polizei entdeckte auch nicht, daß die Photographie des„Autobefitzers" bereits das Verbrecheralbum zierte und dieser wegen Autodiebstahls zu sieben Monaten verurteill worden war. Nur aus einer rein formellen Ursache wurde der Wagen dem dreisten Dich nicht zurückgegeben, sondern unter Beschlagnahme gestellt, nämlich deshalb, weil der„Besitzer" Oulickh nicht die vorgeschriebene Haftpflichwersicherungspolizze vorlegen konnte. So kam es, daß der Gauner nicht gleich bei dieser Gelegenhett hinter Schloß und Riegel gesetzt wurde, sondern in Freiheft blieb und Gelegenheit zu weiteren und noch schweren Straftaten fand- Wie sicher sich der Bursche fühlte, beweist die groteske Tatsache, daß er noch dreimal.bei der Polizei erschien und die Freigabe„seines" Wagens urgierte. Da er aber natürlich die notwendige Versicherungspolizz« nicht vorlegen konnte, blieb der Wagen beschlagnahmt und konnte schließlich seinem richtigen Eigentümer ausgefolgt werden— allerdings erst nach langwierigen Formalitäten. Der Dieb Oulickh hielt er nach seiner dritten vergeblichen Intervention denn doch für angezeigt, sich nicht mehr in die Höhle des Löwens zu begeben und blieb seither verschwunden. Aber untätig blieb er nicht. Am 17. Feber, um 4 Uhr früh kam ein unbekannter Mann zu dem Taxi des JohaNn Hude c e k, der seinen Standplatz in der Nationalstraße hat und trug ihm auf, in die Pension „S ä r k a" in D e j v i e e zu fahren. Der Chauffeur war über einen unverhofften„Ritt" in der vierten Morgenstunde erfteut, als sich aber der Fahrgast in auffälliger Weise über seine Tageslosung erkundigte, schöpfte er Verdacht und beschloß, sich in acht zu nehmen. Kurz vor dem Ziel setzte sich der Passagier aus der linken plötzlich in die recht« Ecke hinter den Chauffeur und gleich darauf dieser eine« k»lte« und harten Gegenstand an seinem Ohr «nd gleichzeitig hörte er ei« scharfes schnappende- Geräusch, wie es entsteht, wenn der Hahn einer Schußwaffe entschnappt. Der Schuß ging aber nicht los. Der Chauffeur versetzte mit der freien linken Hand dem Angreifer einen Fausthieb und dieser sprang aus dtm fahren Wagen und verschwand in einem nahen Wald. Der Chauffeur bemerkte, daß der Attentäter noch mehrmals die Hand hob, als wenn er schießen wolle, doch versagte hie Waffe j wieder. Der Chauffeur feuert« seinerseits viermal j nach dem Flüchtling, ohne ihn aber zu treffen. Auf dem Tatort blieb lediglich die M ü tz e des gefährlichen Fahrgastes zurück, der einstweilen verschwunden blieb. Und nun kam zum dritten Male der Zufall zu Hilf«. Jaroflav O n l i c k y betrieb auch an-' derweitig Gaunereien. Er blieb seiner QuartierMStkNM AkMlkW kim'WkMkll MW» Dieb urgiert bei der Polizei die Herausgabe des gestohlenen Autos frau die Miete schuldig und verschwand schließlich, nachdem er vorher die Wohnung ausgeraubt hatte, wobei er u. a. dem Sohn seiner Miet- f r a u einen Winterröck und Schuhe entwendete. Einige Tage später begegnete ihm der Beraubte auf der Straße und ließ ihn festnehmen. Und'nun wurden Schritt für. Schritt die übrigen Unternehmungen Oulickhs festhestellt. Was den Autodiebstahl betrifft, so ist die Sache absolut klar. Den Raubüberfall leugnete er, doch die am Tatort aufgefundene Mütze ist als die seinige festgestellt. So stand er nun Freitag unter Anklage des Raube s/des mehrfachen Die b st a h l s und B e t r u g es nebst Uebertretung des W a f f en- patentes vor dem Schwurgericht. Den Vorsitz führte GR Dr. M a r e c e k, die Auflage vertrat Staatsanwalt Dr. K o p t a. In den späten Nachmittagsstundcn verkündete der Obmann des Geschworenenkollegiums.das Verdikt, nach welchem Jaroflav Oulickh in allen Punkten mit Einstimmigkeit schuldiger- kännt wurde. Das Urteil lautete auf fünf Jahre schweren und verschärften Kerkers. rb. ttnttH mH Sozialpolitik Laufende Handelsvertrags verhandlungen Wie die„Prager Presse" berichtet, haben die tschechoslowakischen Delegierten in London die ! Verhandlungen über den Handelsvertrag mit A u st r a l i e n abgeschlossen, der ab 1. Jänner ! 1936 in Kraft treten soll. Es wurden Zollersmäßigungen für ettva 25 tschechoslowakische Warengattungen erreicht. Außerdem wurde mit Frankreich ein Abkommen getroffen, durch welches der tschechoslowakische Export nach diesem Lande um etiva 40 Millionen Kc jährlich erhöht werden soll. Was die Verhandlungen mit Österreich betrifft, sollen diese in den nächsten Tagen wieder ausgenommen werden. Auch mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika werden Verhandlungen beginnen, wobei die 6-2R eine Reihe von Tarifermäßigungen verlangen wird.- Außerdem sind Verhandlungen mit Spanien, Dänemark» Holland und Finnland über Zahlungsmodalitäten und Bewilligungsverfahren im Zuge und die Revision des Abkommens mit Deutschland soll spätestens Anfang November erfolgen. Gin polnischer„Plan der Arbeit" Der gewesene Senator der polnischen sozialdemokratischen Partei Dr. Daniel Groß hat einen sozialistischen Plan für die Beseitigung der Wirtschaftskrise in Verbindung mit dem sozialistischen Umbau der" Wirtschaftsordnung auSge- arbeitet, der den Gegenstand mehrmonatlicher Beratungen der polnischen sozialistischen Partei mit Gewerkschaften und Genossenschaften gebildet hat und der auch auf dem- kommenden Parteitage der polnischen Sozialdemokratie zur Sprache gelangen wird. Groß sieht als die entscheidenden Stellen, wo der Hebel zur Sozialisierung der Wirtschaft angesetzt werden kann, das Kreditsystem und den Außenhandel an. Der Außenhandel muß verstaatlicht und der Ueberschuß an erzeugten Waren im Kompensationswege zur Erlangung der notwendigen Rohstoffe oder Jndü- strieerzeugniffe, die zur Einfuhr gelangen, verwendet werden. Anstelle des kapitalistischen Austausches der Wgren zwischen den einzelnen Unternehmern des In- und Auslandes tritt das sozialistische Austauschsystem zwischen den Staaten als den Wirtschaftseinheiten. In der Kredit- und Währungsfrage tritt Groß für die Verstaatlichung der Nationalbanken und die Ersetzung des Geldes durch Anweisungen auf Waren ein. Groß glaubt, daß es keine Rückkehr mehr zum Wirtschaftslibc- ralismus und zum Weltmarkt gibt. Erst der gesperrte Jnlandmarkt ermöglicht die Bcrwirk- lichung der Planwirtschaft, die Harmonie der Produktion und des Konsums. Eine zeitgemäße Anekdote Im„Daily Expreß" las man dieser Tage folgende aktuelle Fabel: Ein Wolf, der aus einem Bach Wasser trank, erblickte ein Lamm, das ein Stück Weges stromabwärts stand. Das wäre ein netter Bissen für mich, sagte er, und sofort suchte er nach einem Schlagwort, das ihn entschuldigen konnte, wenn er das Lamm in Stücke riß.„Du Verbrecher", sprach er zu. dem Lamm,„wie kannst du cs wagen, das Wasser zu verunreinigen, das ich trinken will."—„Aber mein Herr", antwortete das Lamm schüchtern,„der Bach fließt doch von ihnen zu mir; nie könnt« ich also das tun, was Sie mir vorwerfen."—„Na gut, aber vor einem Jahr hast du mir häßliche Schimpgworte nachgerufen."—-„Nein, ganz gewiß nicht", rief das arme Lamm aus,„ich bin ja noch gar kein Jahr alt."—„Einerlei", antwortete der Wolf,„wenn du es nicht gewesen bist, dann war es eben dein Vater. Und überhaupt, um dieser Diskussion ein Ende zu bereiten: Ich kann mich doch nicht um mein Nachtmahl bringen lassen!" sprachs und verschlang das Lamm. Wer mit dtm Wolf und wer mit dem Lamm gemeint ist, braucht nicht näher ausgcführt zu werden. Seite 6 „Sozialdemokrat" EamStag, 12. Oktober 1935. Nr. 238 Kreditanstalt der Deutschen r. G. m. b. H., Prag. Durchführung aller Geldgeschäft«. Verwaltungs-Kapital 830 Millionen Kö. Haftungs-Kapital 82 Millionen K& 81 Niederlassungen. — Ihre Briefe sehen heut besser aus.‘ — Ich habe eine neue Lampe. — Natürlich eine stärkere?* — Nein.4 Eine Tungsram„D" Doppel’ spirallampe. — Brennt die besser? — Ja, sie gibt mehr Licht und verbraucht dabei nicht mehr Strom. Der Zähler zeigt es. — Tatsache? — Tatsache! Aaqee Leitung Ei« Herder Verlust. Nun ist es so weit. Die deutsche llniverfität ist um ihren Lehrer des römischen Rechtes, Marion San Nicolo, ärmer geworden. Er jst in ein besseres Jenseits der Grenze, nämlich nach München geschieden, wo er hoffentlich seinen Idealen unter weniger böswilliger Kritik frönen kann.. Lagen seine Leistungen auch nicht so sehr auf dem Gebiete des römischen Rechts, so muh doch anerkannt werden, dah er in anderer Hinsicht Wesentliches geleistet hat. Obwohl für ihn„der deutsche Sprak, ein schwerer Sprak" blieb, konnte er sich doch so tief in artgemätzes und heldisches Bolksempfinden emlebcn, daß er den Bolkssportlern in Pänkrac ein willkommener Gast war. Oder war das nur Sorge Um die Studenten als solche? Nun, vielleicht tun wir ihm unrecht und erfahren bald, dah er sozialistische Studenten in Dachau besucht und geprüft hat. Aber auch seine juristischen Leistungen waren bemerkenswert. Jst auch sein Lehrbuch nur eine lleine Umformung des Buches von Czyhlarz, so bleibt bedeutend, was er in bezug auf das Problem des akademischen Bodens geleistet und geschaffen hat. und wir müssen nur bedauern, dah er nicht ganz Prag für seine völkischen Ideale gewonnen hat, indem er es einfach zum akademischen Boden ernannte. Reklamemann«mgevlasen. Vorgestern nachmittags trug der 26jährige Arbeiter Anton Hroch aus Tejwitz eine zwei Meter hohe Reklame in Gestalt eines Würfels, in dem er stak, durch die Dejwiher Straße in Bubentsch. An einer Straßenecke blies ihm plötzlich ein so heftiger Wind entgegen, dah Hroch .mitsamt der Reklame umgeblasen wurde. Er wurde von der Rettungsstation auf die Klinik Jiräsek gebracht. wo festgestellt wurde, dah er beim Sturz eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Knie erlitten hatte.* Arbeitsunfall. Gestern um halb 6 Uhr nachmittags arbeitete den 27jährige Maurer Josef Perl aus LovLitz bei einem Neubau in Dejwitz, als sich ein Teil des Mauerwerks löste und auf ihn fiel. Er wurde mit einem Bruch des linken Fhhes auf die Klinik Jiräsek gebracht. Xunst luul Wissen, Maria Magdalena ' Friedrich Hebbel, der grohe deutsche Dramatiker der vorigen Jahrhundertmitte, ist auf unserem Theater schon so lange nicht zu Worte gekommen, dah man schon deswegen den literarischen Versuch der Kleinen Bühne mit des Dichters erstem bedeutenden Wurf, seiner„Maria Magdalena", herzlichst begrüht. Freilich konnte man sich ein wenig bange fragen, ob die Problemstellung dieses nun fast, hundert Jahre alten„bürgerlichen Trauerspiels" noch heute genug interessieren könnte, um die Wirkung des dichterischen, des allgemeinen menschlichen, des zeitlosen Gehalts genügend zu unterstützen, obwohl„Maria Diagdalena" sogar als Lesedrama nichts von der erschütternden Gewalt dec Konflikte eingebüht haben dürfte. Geblieben ist jedenfalls das Ergreifende der Zwangsläufigkeit, die die Heldin und„Gefallene" unter dem Druck einer konventionellen Moral, einer spießbürgerlichen Häuslichkeit und UnUvelt. in kindlicher Liebe zum Vater, in den Tod treibt; gültig geblieben ist die tragische Wurzel in diesem Vater, den die Lauterkeit eines stahlharten Wesens zur Vergottung auch des aufrechtzuerhaltenden.Scheins früherer Ehrenhaftigkeit treibt, gültig geblieben der Konflikt zivischen den Generationen, zwischen dem Konservativismus des Pedanten und Haustyrannen Meister Anton und der Freiheitsliebe der. Jugend, wie sie vor allem der Sohn Karl Vertritt. Und fühlbar wird nach wie vor die Reinheit her Gestalt und des Gestaltens des Dichters selbst, die protestantische Einfachheit seiner Zeichnung, die Schwermut des„Unabwendbaren", der Idealismus seiner Gedankenwelt, die sich in einer prachtvoll klaren Sprache enthüllt. Und kaum mehr als vor Jahrzehnten wird all dies durch das Wachwerden der Erinnerungen an den großen Friedrich, an Schiller, beeinträchtigt, ohne dessen Ethik und Aesthetik Lrnedrich Heövel nicht denkbar ist, wie ja auch seinem Meister Anton ein Musicus Miller,. seinem Leonhard ein Wurm vorangehen muhte. Die Aufführung(unter Lieb l) hat Niveau und beweist, was des Beweises wert war: dah eine gut» ftilsichere Regie, die noch Zusammenhang mit jener Zeit hat, in der Hebbel schon und noch selbstverständlich war, ibn heute wieder wirksam machen kann, sofern vollgültige. Darsteller mit Persönlich- keitSwert zur Verfügung stehen. Darum gelang ver Beweis vollständig mit Herrn V a l k, dessen Meister Anton durchaus aus dem einen Guh ist, den die Gestalt verlangt. In Valk wurde'jede Linie, auch die verstaubtesre, nicht nur prachwolles Theater, sondern wirkliches Leben; kunstvollste Gliederung machte sogar die langatmige Erzählung im ersten Akt zu einem starken Erlebnis, ohne die heute so gefährlichen Klippen solchen Monologs sichtbar werden zu lassen. Marion Wünsche meistert alle Schwernmt, alle Schmerzgebundenheit, alle Hilflosigkeit der Klara und wird so dem reinen Dichter Hebbel gerecht, freilich ohne dem Dramatiker zu geben, was des Dramatikers ist: denn sonst hätte man einmal wenigstens diese gequälte Kreatur aufschreien hören müssen! Dem Leonhard Siedlers (und hier wohl besonders auch der Regie) ist nachzurühmen,-dah die Anlage dieser schwierigen Rolle und. etliche Nuancierung den fast pechschwarzen Theaterböseivicht einigermaßen glaubhaft, verständlich. menschlich machte. Aber fast gab es da ein Zuviel: auch hier hätte man einmal den bösen Kerl, der Leonhard doch eben ist, so aus sich herausgehen sehen müssen, dah man auf den Grund seiner erbärmlichen Seele schauen konnte. Die Herren Tra- bauer(Karl) und Brix(Sekretär) sollen, da bei beiden anscheinend Talent vorhanden, nicht entmutigt werden; noch aber sind sie nicht Herren ihrer Aufgabe und deshalb wurde gerade in den Szenen, die sie tragen, so stark durchsichtig, was eben an Hebbel heute doch schon schütter erscheinen mag! Dagegen Herr Volke r! Sein Adam ist d i e gutgespielte Charge,- und Herr Costa(Wolfram) die tadellose eine Szenel Sport- Spiet- JCerpirpffcge Der Aruk zur Einheltsfrase Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer b u n d(Aruk) hielt im Turner Bundeshause eine Tagung des Bundesvorstandes mit den Kreisobmännern ab, welche u. a. auf das Angebot der„Opposition der Arbeiter-Radfahrer, Sitz Reichenberg"(Kommunisten), folgenden Aufruf an die Mitglieder dieses Verbandes beschlossen hat: „An die oppositionellen kommunistischen Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer! Der Grundgedanke des„Offenen Briefes" der Funktionäre der roten Sportler an die Leitung und Mitglieder des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes CTR, Sitz Turn-Teplitz, entspricht dem von uns seit jeher angestrebten Ziele, das ist Einheit der Arbeitersportbewegung. . Zu den konkret aufgestellten Forderungen bemerken wir, dah einem Grohteil derselben unser Kampf schon seit Jahren gilt. Zu der ausgesprochenen Bereitwilligkeit des Wiedereintrittes in den Aruk stellen wir fest, dah die Mitgliedschaft im Aruk jedem freisteht, der den ehrlichen Willen zur Mitarbeit und Aufbauarbeit im Sinne der Beschlüsse und Satzungen des Bundes, die auf den demokratisch geleiteten Bundestagen beschlossen wurden, hat. Voraussetzung ist die volle Anerkennung der Satzungen des Bundes, welche Zellenoder Fraktionsbildnng und jede Arbeit in dieser Richtung innerhalb deS Aruk nicht zulaffen. In Anlehnung an die Ausführungen Dimitrows am 7. Kongreh der Komintern:„Unsere Organisatfonsarbeit über alles! Sie wie einen Augapfel zu behüten, das ist das erste und oberste Gesetz!" erklären auch wir, dah uns die Ein- Das Publikum, das diese„Maria Magdalena" fand, war am ersten Abend nicht eben groh. Aber sie verdiente starke Beachtung. Der Beifall zeigte schon gestern, daß es doch noch genug Menschen gibt, die wirkliche Dichtkunst und gutes Theater zu schätzen wissen! Man möge es nur mehr in den-Mittelpunkt des Spielplanes rücken. Vielleicht würden dann die „Artisten" von selber an die Wand gedrückt. L. G- Das neue Abonnement. Gute Plätze aller Kategorien noch vorhanden! Ein Galeriesitz ab KL 6.60, ein Parkettsitz ab KL 18.17. Der fünfprozentige Nachlah bei Barzahlung gilt nur bis 16. Oktober! Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag 7:Tannhäus er, B 2.— Sonntag halb 3: Der Bettelstudent, Arbeitervorstellung, halb 8:Die Afrikanerin, D 1.— Montag 7: Der B a r b i'e r vonSevilla, Theatergemeinde der Jugend, gemeinsam mit Urania, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: A r t i st e n, C 2.— Freitag halb 8: Der Bettelstudent, Dl.— Samstag halb 8: Der Feldherrnhügel, Erstaufführung, A 2.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: I ch k e n n e D i ch n i ch t mehr.— Sonntag 3%: Schule für Steuerzahler, 8 Uhr: Ich kenne Dich nichtmehr. — Montag 8: A t t e n t a t, Bankbeamte I.— Dienstag 8 Uhr: JchkenneDichnicht mehr.— Mittwoch 8: Attentat, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Attentat, Theatergemeinde des Kulturverbandes 1934/35 und freier Verkauf. Freitag 8:Mädchen für alles, volkstümliche Vorstellung.'— Samstag 7^:JmLondonerNebel, Erstaufführung. heit- unserer Organisation über alles geht. Ueber Wiederaufnahmen entscheidet der Bundesvorstand nach Anhören seiner bestehenden Unterinstanzen." Eine transkaukasische Fußballmannschaft aus Tiflis-Baku spielte in Helsinki gegen den Tul-Meister V e s a unentschieden 1:1. Das Spiel war trotz dem sehr schlechten Wetter lebhaft und spannend. Die Meisterschaften der ungarischen Arbeiter- Ringkämpser fanden in Miskolcz statt und wiesen 45 Teilnehmer aus sechs Städten auf. Die Sieger kämpften ausgezeichnet und bewiesen damit, daß diese Sportart im ungarischen Arbeitersport in der letzten Zeit schöne Fortschritte gemacht hat. Die neuen Meister: Fliegengewicht: Klein(Miskolcz), Federgewicht: Fecske(Budapest), Leichtgewicht: Kertesz (Budapest), Kleinmittelgewicht: Piroska(Debre- czin), Mittelgewicht: Rüthati(Budapest), Halbschwergewicht: Maräczi(Pesterzsebet). Schwergewicht: Hülbig(Budapest). Der Dinr Film-Beratungsstelle.(PFK.) In der verflossenen Woche wurden fönende Filme zur Einfuhr in die Tschechoslowakei freigegeben: ein ungarischer Film-„Viereinhalb Musketiere"(Beda Heller- Film.), ein russischer Film„Der neue Gulliver" (Prag-Paris-Film) und fünf amerikanische Filme: „Ein hoher Einsatz"(Fox-Film).„Männer in Weiß"(MGM-Fiün),.„Wege.zur Liebe",.'„Verdächtige Vergangenheit" und„Der Mitternachtsklub" (Paramount-Filme) sowie mehrere Kurzsilme verschiedener Herkunft. „Der neue Gulliver" van der Zensur verboten? (PFK.) Der Sowjet-Film„Der neue Gulliver", dessen technische Vollkommenheit in der ganzen Welt Die deutsche und die tschechische sozialistische Jugend berufen für Mittwoch, den 16. OK ober, 26 Ahr abends, in den Steiner» Saal im Volkshaus(Hhbernskä 7) eine gemeinsame Kundgebung mit der Tagesordnung: „Die sozialen Forderungen der Jugend" ein. Es sprechen für den deutschen Sozialistischen Zugendverband die Genossen Wank a-Pilsen und Philip p-Aussig, für den tschechischen sozialisti» schen Zugendverband die Genossen P h t l i k-PUsen und D e s e l h-Prag. Freie Vereinigunfl sozialistischer Akademiker Ordentliche Generalversammlung am Donnerstag, dem 17. Oktober 1835, um $£20 lUjt im Klubzimmer des GewerkschaftShansrs, Prag I., PerSttzn 11, I. Stock. Am 15. d. M. beteiligen wir nns alle an der Parteiversammlung im Gewerkschaftshaus. Erstaunen hervorruft, wurde von der Prager Zensur verboten. Das Verbot dieses russischen Films erscheint uns ganz eigenartig und es ist zu hoffen, daß das letzte Wort darüber noch nicht gesprochen ist. l^einsnacstncstten Volkssinggemeinde. Frauenchor: Probe am Dienstag um 7 Uhr abends im Vereinslokal.—- Mä n- nerchor: Alle Sangesgenossen werden dringend ersucht, an der Dienstag-Probe vollzählig teilzuneh men, da neue Chöre einstudiert werden sollen als Vorbereitung zur Mitwirkung bei der großen Akademie am Staatsfeiertag,-28. Oktober. Sonntag, den 13. Oktober, um halb 10 Uhr vormittags A u s- schußsitzung im Parteiheim. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht.— Atus-Leicht- athletik- Stafettenlanf. Sonn- t a g, müssen alle Genossen, die für die zwei Staffeln quer durch halb 10 Uhr auf der Hetzinsel gestellt sein. Samstag, 12. Oktober, 6 Uhr, Ligaheim. Aufteilung der Flugblattaktion. 7 Uhr DTJ-Heim, Prag VII., Vele- trzni beim Letenske näm. Roter Klubabend. Kameradschaftliches Beisammensein, bringt Freunde mit!— Sonntag, den 13. Oktober, Wander u n g 8 Uhr Endstation der Sechser Baumgarten. Ortsgruppe Prag. Samstag, den 12. Oktober, Zusammenkunft um halb 5 Uhr beim Autobuß beim Cafe Westend in Smichov. Fahrt nach Mnisek. Wanderung zur Hütte. Dek- ken bereits in der Hütte vorhanden. Am Sonntag Wanderung von der Hütte in's Sazavatal. Führer: Schal. PK AO Prag starten, um Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:..Vielleicht bist du das große Glück."— Adria:„Die Nacht der Liebe"(A.).— Alfa:„Die Frau und der Hampelmann"(M. Dietrich— A.)— Avion:„Kleopatra"(A.)— Berg- «rk:„Jana"— Ftnix:„Dielustige Witwe" (Chevalier— A.)— Flora:„Kleine Mutti" (Franziska Gaal— D.)-— Gaumont:„Die Götter amüsieren sich"(D.)— Hollywood:„Susi" (Harvcft— A.)— Hvrzda:„Der verhängnisvolle Augenblick"— Julis:„Schwarze Augen"(H. Baur — Fr.)— Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Reportage. Ab>/r2 bis%7.— Koruna:„Der große Käfig"(A.)— Kotva:„Das Land der Ver-' heißung"(Aus dem heutigen Palästina)— Lu- eerna:„Die lustige Witwe"(Chevalier—i A.)— Ntetror JahrhundertinFlammen" — Olymp«:„Tschapajeff"(Ruff.)— Passage:„Die Götter amüsieren sich"(D.).— Praha: „Charlie Chan in London"(A.)— Radio:„Jana" — Staut:„Jana"— Svetozor:„Sie Hoch- zeitsnacht"(A. Sten. G. Cooper.— A.)—J Alma:„Die tanzende Beüus"(A.)— Baikal: „Jana"— Belvedere:„Die tanzende Venus"(A.) — Beseda:„Kleine Mutti"(Franziska Gaal, D.) — Earlton:„Die tanzende Venus"(A.)'—■ Illu sion:„Die blonde Carmen"(D.)— Lid» II:„Die tanzende Venus"(A.)— Louvre:„Die blonde Carmen"(D.)— Maceska:„Die blonde Carmen" (D.)— Roxy:„Kleine Mutti"(Franziska Gaal — D.)— Sport-Smichov:„Mata Hari"(Greta Garbo— A.)— Baldek:„Kleine Mutti"(Fran-l ziska Gaal— D.)— Bio Brletrhy:„Kleine Mutti" (Franziska Gaal— D.) Mitteilungen aus dem Publikum. Tauschen Sie Ihre veralteten Glühlampen gegen ■ne modernen gasgefüllten Tungsram„D" Doppels spirallampen mit Dekalumenstempelung um. Die Mehrbeleuchtung dieser Lampen erreicht infolge der Anwendung von Doppelspiralglühfäden bis 20%.- ihr Stromverbrauch dagegen wurde bei wichtigen Typen wesentlich reduziert. Sie erhalten daher mehr! Licht für weniger Geld. Die erhöhte Wirtschaftlichkeil wird schon beim Einkauf durch die vereinigte Deka«! lumen- und Wattbezeichnung gezeigt. Durch die Stromersparnis kann sich der Kaufpreis der neuen TungSram-Lampe mehrfach bezahlt machen. 23— OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy Verlanget überall Volkszünder Bezugsbedingungen: Bei Zustellung mS HauS oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—. vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 96.—. ganzjährig KL 192.—.— Inserate werben laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitunaSfrankatur wurde von der Poft- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/V11/1930 bewilligt.— Druckerei:.Orbis". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.