Etotefrrels 70 IWhr (•ImchlMlich I H«R«r Fort») ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii.,fochova a. Telefon sxtt. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. U NT RALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 15. Jahrgang Freitag, 18. Oktober 1835 Nr. 243 Knapp an einem Fey-Putsch vorbei Überraschende Kabinetts- Umbildung in Oesterreich Meldungen siehe Seite 2 Gegen Aegypten Große Vorbereitungen In Libyen Paris. Der Sonderkorrespondent des„Paris Soir" meldet aus Alexandrien, daß sich die italienische« Truppe« in Libyen entlang der Ägyptischen Grenze konzentrieren. In der Wüstengegend hinter der ttalienischen Grenze, würden Tanks, Flugzeuge, Autos und Maschinengewehre sowie Gasbomben und Munition s v o r r ü t e angesammelt. T8g- lich treffe« dort neue Borrüte an Waffe« und Munition aller Art ein. Auf der Sgyptifchen Seite werden Sichernngsmaßnahmen durch- geführt und nach Mersamurah werden namentlich Flugzeuge transportiert. Auch Verstärkungen der ägyptischen Truppe« solle« auf dem Marsche sei«. Massaua wird fieberhaft befestigt Aus Suez meldet Reuter, daß der Hafen von M a s s a u a(in Eritrea) von den Italienern mit großer Schnelligkeit zu einem gewaltigen Flottenstützpunkt ausgrdaut werde. In den nördlich von Maffaua gelegenen Dünen sollen Batterien von 15-Zoll-Geschützen, die eine Reichweite von annähernd 32 Kilometer besitzen, in versteckten Positionen errichtet worden sein. Die Bucht von Maffaua werde von vierzölligen Geschützen bewacht, die es mit Zerstörern und leichten Kreuzern aufnehmen können, und auf den strategisch wichtigen Inseln am Hafeneingang seien weitere Bier- und Sechszollgeschütze aufge- stcllt worden. Infolge dieser Befestigungsmatz- »ahmen sei der italienischen Streitmacht im Roten Meer eine gewaltige Kampfkraft verliehen worden. Ferner seien zur Zeit etwa 500 italienische Flugzeuge und zahlreiche italienische U-Boote in Ostafrika und im Roten Meer versammelt. Negus befiehlt Guerilla-Krieg Addis Abeba. Der NeguS nahm Donnerstag ein« Parade von 50.000 Kriegern ab, welche in den letzten Tagen in die nbesiinische Hauptstadt gekommen waren. Er wird in den nächsten Tagen nach D e s s i e abreisen, wo wahrscheinlich das Hauptquartier der abessinischen Armee eingerichtet werden wird. Der Negus hat als Oberstkommandierender der Armee eine Botschaft an die gesamten abessinischen Truppen erlassen, in der er seinen Soldaten verschiedene Anweisungen erteilt. In der Botschaft heißt es: „Ihr dürft niemals in Scharen beisammen bleiben, nützet vielmehr die Taktik desKleinkriegeS, seid geduldig und zerstreut euch. Beim Herannahen feindlicher Flugzeuge legt die weißen Kleider ab und ersetzt sie durch Khaki-Anzüge, damit ihr nicht leicht sichtbar seid." Berichterstattern gegenüber erklärte der Negus, die abeffinischen Militärabteilungen seien in Adua nicht geschlagen worden, sondern hätten lediglich den Rückzug angetreten. Dieses Zurückweichen vor dem starken italienischen Druck sei geplant gewesen. Die abessinischen Soldaten haben sich jetzt in den Bergen festgesetzt. Offensive, sagte der Negus, widerspricht allen unseren Grundsätzen und dem bereits seit langem ausgearbeiteten Plan. Wir Ivarten die Vorbereitungen Italiens ab, bis sie sich entschließen, den An- griff gegen uns zu entfalten. Seligers fünfzehnter Todestag „... aber eines muß bleiben: diehisto- rische Aufgabe der Sozialdemokratie!", In seiner Schlußrede auf dem Karlsbader Parteitag, nach der großen leidenschaftlichen Debatte zwischen Sozialdemokraten und Kommunibebten Reden hatten sie zu rasender Begeisterung mit fortgerissen. Seligers Kampf hat die Gefahr, die ernste Gefahr abgewendet, daß die Mehrheit der Partei kommunistisch werde. Denn Seliger hatte den Arbeitern mahnend gezeigt, was damals von vielen leicht vergessen worden wäre: die qisto« romantik werden, führte er auf dem Karlsbader I kratie zurückgewonnen. Seine leidenschaftdurch« Parteitag einen so heroischen Kampf gegen den Bolschewismus und für die Erhaltung der Parteieinheit. Einen heroischen Kampf! Denn der Mann, der in jenen heißen Tagen stundenlang am Red- sten, sprach Seliger diese Worte. Selbst wenn eS den Kommunisten gelänge, innerhalb der Partei die Mehrheit zu bekommen, bleibe die Aufgabe der Sozialdemokratie bestehen. Weil er klarer als viele andere, klarer jedenfalls als die dem Bolschewismus Zugeneigten die ganz eigenartigen, besonderen Bedingungen des Arbeiterkampfes im Nationalitätenstaate sah, weil er sehr genau die wirtschaftlichen und politischen Kräfteverhältnisse unseres Landes kannte und weil er in der Seele des Arbeiters lesen konnte wie kaum ein zweiter, sah er das Falsche der bolschewistischen Zielsetzung („das nächste Wort der Geschichte ist der erste Rätekongreß der Tschechoslowakischen Republik I") und das Scheitern der bolschewistischen Methoden voraus. Um die Arbeiter vor schwerstem Unheil zu bewahren, um zu verhindern, dckß sie Opfer der damals so üppig wuchernden Revolutions- Für die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie sehen sich in einer Anfrage an den Nationalverteidigungsminister Machnkk dietschechisch en Sozialdemokraten.ein. Anlaß dazu bietet der Streik bei der Prager Rüstungs- f i r m a IaneLek: In der Anfrage wird der Minister aufgefordert, im Hinblick darauf, daß möglicherweise die Interessen des Staates in Widerspruch geraten zu jenen der Besitzer der Waffenfabriken, Maßnahmen zu treffen, um die Staatsinteressen zu wahren und einen Gesetzent- nerpult stand, war schwer krank, litt an einer Blutvergiftung. Entgegen dem Gebot der Aerzte, die strengste Ruhe des erkrankten Beines gefordert hatten, war Seliger nach Karlsbad gefahren. Er konnte doch die Partei in ihrer Schicksalsstunde nicht verlassen! Ein Schwerkranker schlug sich m heftiger Redeschlacht tagelang mit erbitterten Gegnern herum. Er hat gesiegt. Aber der Sieger konnte nur nach Hause zurückkehren, um zu sterben. Seliger hat im wahrsten Sinne des Wortes der Partei, der Parteieinheit, sein Leben geopfert. Und die Partei wurde drei Monate später doch gespalten! Also war das Opfer seines kostbaren Lebens vergebens gebracht worden? Nein! Denn Seligers Argumentation hatte tausende Arbetter überzeugt, für die Sozialdemowurf vorzubereiten, der die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie möglich machen, würde. Der Minister versprach, in der Sitzung des Wehrausschusses vom 22. d. M. darauf zu antworten. Parlament am 23. Oktober L ck n p. Der Präsident der Republik hat durch Handschreiben vom 17. Oktober die Früh- jahrstagung der Nationalversammlung mit diesem Tage für beendet erklärt und gleichzeitig die beiden Kammern zur Eröffnung der Herbsttagung für M i t t w o ch, d e n 23.O k 1 o b e r, nach Prag einberufrn. rische Aufgabe der Sozialdemokratie! Dafür allein, für seinen Kampf in Karlsbad und für seinen Opfertod, ist ihm die sudetendeutsche Arbeiterklasse zu untilgbarem Dank verpflichtet. Aber Seliger war mehr als Führer im Kampf gegen den Bolschewismus. Er war damals schon seit Jahrzehnten der beste Journalist der sudetendeutschen Arbeiter und ihr feurigster Redner. Er war einer der großen Organisatoren der deutschböhmischen Arbeiter, Gründer der deutschböhmischen Landesorganisation, war den Arbeitern Führer durch das Labyrinth der nationalen Streitfragen, während des Krieges Kämpfer um die Versorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln und nach dem Kriege Führer im Kampfe um das Selbstbestimmungsrecht. Und war, als dieser Kampf verlören war, Gründer und erster Vorsitzender der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik. Und er war— und deshalb liebten ihn die Arbeiter so sehr!— Verkörperung der besten Tugenden, war Verkörperung des Könnens und des Wollens der sudetendeutschen Arbeiter. Sein. Aufstieg vom unbeachteten Textilproleten zum weithinbekannten politischen Führer— das war zugleich der Aufstteg der Arbeiter aus der Oede der Unwissenheit und dem Dunkel der Geschichtslosigkeit zu einer zielklaren, ihrer Aufgabe sich bewußten, mitbestimmend in die Geschichte eingreifenden Klasse. Herrlich offenbarte sich an Seliger die kulturelle Erlüsermission des Sozialismus. Denn der Sozialismus war es, der den jungen Textiler zu den Büchern geführt hatte. Der Sozialismus hatte seinem Leben Inhalt, seinem Tun ein Ziel gegeben. Der Sozialismus hatte in ihm jene Kräfte geweckt, deren bewußte Anwendung der sudetendeutschen Arbeiterklasse so große Dienste leistete. In Seliger, in ihrem Seff sahen die Arbeiter sich selber... Seit anderthalb Jahrzehnten ruht der Leib des größten sudetendeutschen Proletariers auf dem Schönauer Friedhöfe in Teplitz-Schönau. Geblieben ist uns als Vermächtnis des Unvergeßlichen die historische Aufgabe der Sozi a-l d e m o k r a t i e. In einer Rede, die die parlamentarische' Tätigkeit der deutschen Sozial- demokratte im tschechoslowakischen Parlamente eröffnete, hatte Seliger angesichts der Tatsache, daß damals deutsche und tschechische Sozialdemokraten einander noch recht fremd gegenüberstanden, erklärt: In einem sind und bleiben wir doch einig: im festen Willen und Entschluß, die Freiheit der Arbeiterklasse und den Sieg des Sozialismus vorzubereiten!— Die Freiheit der Arbeiterklasse — jenes Maß von Freiheit, das sie innerhalb der demokratischen Republik besitzt, zu verteidigen, indem wir die Demokratie gegen den nachbarlichen und den inländischen Fascismus verteidigen— es ist Erfüllung der historischen Aufgabe der Sozialdemokratie in einer bestimmten politischen Situation. Und das ist auch, soweit das in solcher Situation möglich ist, Vorbereitung des Sozialismus. Erkennen wir das als die historische Aufgabe der Sozialdemokratie in der Tschechoslowa- kei, diesen Staat als letzte demokratische Bastion im fascistisch gewordenen Mitteleuropa zu erhalten, ihn als demokratischen Staat für die Arbeiter zu erhalten bis zur fascistischen Götzendämmerung, dann handeln wir im Sinne des Vermächtnisses Seligers. Dann aber wissen wir auch die Antwort auf die Frage der proletarischen Einheit: Zusammenarbeit mit allen proletarischen Kräften, die sy wie wir die heuttge historische Aufgabe des sozialistischen Proletariats dieses Staates erkannt haben, die so wie wir rückhaltslos bereit sind, die Demokratie zu verteidigen, sie zu verteidigen im Interesse des gesamten europäischen Proletariats. Eine proletarische Einheit ist das, bei der nichts preisgegeben werden darf von den sozialdemokratischen Erkenntnissen und den sozialdemokratischen Grundsätzen. Jene Einheit des Erkennens, des Wollens und des Handelns, für die Josef Seliger vor fünfzehn Jahren die letzte große Schlacht seines Lebens schlug! Seite 3 Freitag, 18. Oktober 1938 Nr. 243 ÄMfreaeaJeltmideii in Wltni Fey wegen Putschdrohungen davongejagt Starhemberg sichert sich alle Macht/ Schuschnigg muß seine Sturmscharen opfern Nun ganz im Schlepptau Mussolinis! Die fett dem Ausbruch des afrikanische« Krieges erwartete KrisedeS „autoritären", will sagen mussolinischen Regimes in Oesterreich findet ihren erste« weithin sichtbare« Ausdruck in einer ganz plötzlich und mit gewissen dramatischen Begleitumstände« erfolgte« Llmbildnng des Kabinetts Schuschnigg. Wie jetzt bekannt wird, ist Wie» am Donnerstag nur sehr knapp an einem neuenFeh-Pirisch vorbeigerutscht. Am Tag vorher gab es auf dem Wiener Rathaus eine Fahnenaffäre, weil bei der Feier der dreijährigen Ministerschaft Fehs auf dem Rathaus nicht die grüne Heimwehrfahne gehißt wurde. Feh glaubte, jetzt mit seiner Wiener Heimwehr, die schon lange in starkem Gegensatz zu der Starhem- berg-Heimwehr stand, durchgreifen und namentlich auch gewisse Posten in der Wiener Stadtverwaltung, die man seinen Leuten bisher vorenthalten hatte, an sich reisten zu können. Er drohte auch, fall- man die Heimwehrfahne nicht sofort zur Staatsfahne mache, werde feine Wiener Heimwehr dies durchsetze». Seine Ministerkollegen benützten jedoch diese Gelegenheit, um Herrn Feh aus der Regierung hinauszuwerfen. Seine Putschabstchten wurden zunichte, als die Regierung Mittwoch mittags alle öffentlichen Gebäude in Wien durch Polizei und Bundestruppen besetzen liest. Starhemberg, der jetzt die Oberhand hatte, erledigte bei dieser Gelegenheit auch noch seine übrigen Gegner in der Regierung und bellest nur noch den Bu ndeskanzler mit seinen letzten Getreuen, dem Handelsminister Stockinger, und dem portefeuillelosen B u r e s ch in der Regierung. Für die Ausgeschiedenen wurden lauter getreue Starhemberg-Kämpen eingesetzt. Nebenbei mußte Schuschnigg auch noch einer Vereinheitlichung der Heimwehre« unter Starhembergs Kommando-»stimmen, und so seineeigenen Sturmscharen Preis, gebe«. Das neue Kabinett ist also ausgesprochen im Fahrwasser Starhembergs, d. h. gleichzeitig auch Mussolinis. Das ist gleichzeitig die Antwort auf eine Demarche der Westmächte, welche vor wenigen Tagen wegen der verweigerten Beteiligung Oesterreichs an den Sanktionen mit wirtschaftliche« Re« Pressalien drohte«. Oesterreich ist damit zu einer hundertprozentige« Kolonie Italiens herabgesunken, was angesichts der weltpolitischen Situation den Keim zu neue« schwere« Komplikationen in sich birgt. Das neue Kabinett Das neue Kabinett hat folgende Zusammensetzung: Schuschnigg: Bundeskanzler, Landesverteidigung und Unterricht Starhemberg: Vizekanzler Berger-Waldrnegg: Auswärtige Angelegenheiten Baar-Bar«nfeld: Innere ver- waltnng«nd Sichrrheitswesen Prof. Dr. Dobretsbrrger: Soziale Verwaltung D r a r l r r: Finanzen Stockinger: Handel und Verkehr Generalprokurator Dr. Wintersteiu: Justiz Jng. Strobl: Landwirtschaft Dr. B u r e f ch, ohne Portefeuille, betraut mit dem Vorsitz des wirtschaftlichen Ministerkomitees. * Zu Staatssekretären wurden bestellt: Sektionschef Hans Prrtner für Unterricht General der Infanterie Wilhelm Zehner für Landesverteidigung Sniderich, bisher Obmann der(gleichgeschatteten) Metallarbeitergewerkschaft, für gewerblichen Schutz der Arbeiter und Angestellten. Oekonornierat Kraft für Land» und Forsttvirtschäst, insbesondere für Vergbaufragen. DaS Generalstaatskommiffariat für austerordentlich« Maßnahmen zur Bekämpfung staatS« und regierungsfeindlicher Bestrebungen in der Privatwirtschaft wird vom Minister Baar- Barenfeld geführt werden. Di« Mltgli«d«r der neuen Regierung leisteten noch im Lauf« des Donnrrstag-AbendS den Eid in die Hände d«S Bundespräsidenten. Der neue Innen- und SichrrheitSminister Baar-BaarenfelS, bisher niederöster- reichischer Landeshauptmann, gehört d e m e n g» st en Starhem brrg-Kreife an. Auch der neue Finanzminister Dr. Draxler ist Starhemberg ergeben. Er ist schon seit langem sein Rrchtsfreund, aber auch der juristische Vertreter der Habsburger. Die ganze Rekonstruktion des österreichischen Kabinetts bedeutet eine großrStärkungder Heimwehrrichtung Starhembergs. Vie Ausgeschifften Das Kabinett verlassen die Minister, bezw. Staatssekretär Fey» Reustädter-Stür- mer, Karwinsky und Grossauer, also durchwegS Angehörige der Heimwehr aus der Wiener Gruppe. WeiterS tritt der Demokrat Reither, der Führer der niederösterreichischen Bauern, aus der Regierung aus. Er übernimmt wieder die biSher von Baar-Baarenfrls suppliertr Stelle des Landeshauptmannes von Riedrröster- reich. Helmwehr„vereinheitlicht“ Zugleich mit der Rekonstruktion der Regierung wurde auch die„Bereinheitlichung der Wehrverbände" durchgeführt. Der gemeinsame Wehrverband führt die Bezeichnung „Freiwilligen-Miliz, östrrrri- Ferner wird auch die Vereinheitlichung der in einer Arbeitsgemeinschaft bereits erfaßten Jugendorganisationen als„S t a a t s j u- g e n d" unter vollkommener Wahrung bestehender Rechte einzelner Verbände, insbesondere unter Berücksichtigung der im Konkordate vereinbarten Grundsätze durchgeführt. » tz» Der Regierungsumbildung sind in den letzten Tagen heftige Kämpfe im Innern deS Regi- me» vorangrgangen, Jntriguen, die an die erbit- terten Sliquenkämpfr vor dem 25. Juli erinnerten. Es ging ja feit langem um die A u f r e ch t- erhaltung oder Berwässerun, d e S rein italienischen Kurses, eS ging um Schuschnigg oder Starhemberg, integrale Heimwehrdiktatur mit Starhemberg als ReichSverweser oder Monarchie, Versöhnung oder Feindschaft mit den Nazis, und endlich immer wieder um die Person deS Herrn Emil Feo, die seit dem 25. Juli 1934 in einem so merkwürdigen Zwielicht steht. Zuletzt hieß es, daß Starhemberg unterlegen sei, vor allem, weil seine Beziehungen zu der Frau des Hauptgeldgeters der Heimwehren diesen veranlaßt hätten, die Grldznwendungen einzu- schränken. Wieweit da« richtt, ist, läßt sich nicht überprüfen» sicher ist nur, daß die österreichische Politik seit langen durch die Alkohol- und Sexual- exzesse dr» Fürsten«nd Vizekanzlers Starhem- berg entscheidend beeinflußt wurde. Als Anwärter auf die Führung des Hrimwehrflügels gatt Fey. Run scheint Fey Mittwoch einen nuvorfich- ttgen Vorstoß in der Richtung auf eine rasche Ent- scheidung unternommen zu haben. Schon einmal hatte er Heuer da» Rathaus besetzen kaffen. Mittwoch hatte vor dem RathauS eine Feier für Fey auS Anlaß feiner dreijährigen Ministerschatt — stattgefunden«nd hiebei wurde neuerlich die Hiffung der Hrimwehrfahne sowie die Rekonstruktion des Kabinetts gefordert. Der Ministerrat am Donnerstag trug diesen Wünschen Rechnung, nur in anderer Weise, als Fey gehofft hatte. Während der Ministerratssitzung wurden in Erinnerung an den 25. Juli die ö f f e n t l i ch n Gebäude,«. a. die Ravag, von der Polizei besetzt. Schuschnigg bot MiklaS die Demission des Kabinetts an. Miklas nahm an, betraute aber Schuschnigg mit der Bildung einer neuen Regierung. I« ihr sehlen die Helden de» 25. Juli, Fey und Karwinsky, aber auch R e i t h e r. Bon Schuschniggs Gefolgschaft ist allerdings auch nur noch Stockinger als verläßlich anzufehen. Starhemberg, der wohl als eigentlicher Arrangeur der Regierungsumbildung gelten kann, ist anscheinend dem Fey zuvorgekommen und hat das Kabinett auf eine st r e n g italienfreundliche Linie festgelegt. Die am 25. Juli des Paktierens mit den Nazi» verdächtigen Minister«nd Reither, der auch als Versöhnler gegenüber dr« Braunen galt, scheiden aus. Daneben scheint die T e n d e n z vorzuhrrr- schen, eine möglichst„breite B a f i s" der Regierung vorzutäuschen. Italiens Donaukolonie Wien. Die Verhandlungen betreffend di« italienische Teilnahme an der DonaudampfschifsahrtSge- sellschaft wurden soeben beendet. Die italienische Finanzgruppe übernimmt für zehn Millionen Schilling Vorzugsaktien, deren Gegenwert sie in vier JahreSzahlungen erlegen wird. Die öster- I reichisch« Gruppe wird nur eine schwach« Majorität, d. ü etwa 68.000 St. Aktien, in'Händen behalten, während die italienische Gruppe 50.000 Stück besitzt.- Der Reingewinn wird vor allem auf die Bor« ! zugSaktien und dann erst auf die übrigen Kategorien aufgeteilt werden. Der Fürstentitel für den Verräter Rom. General de Beno telegraphiert aus A d r i g a t, daß er Ras Gugsa im Namen des König» den Titel eine» FürstenvonTigre verliehen habe. Diese Kundmachung sei von den Stammesführern und der gesamten Bevölkerung mit Kundgebungen der Begeisterung ausgenommen worden. chrscherHermatschutz"«nd wird der einzige Träger der freiwilligen Wchrbewegung in Oesterreich sein. ES wird für eine enge«nd stetige Fühlungnahme zwischen Wehrmacht und Miliz vorgesorgt fein. Schuschnigg hat dem Führer der Wehrfront, Starhemberg, alle diesbezüglichen notwendigen Vollmachten eingrräumt. Der Skandal der Geldverschwendungen der Minister für private Zwecke, den der Oberste Rechnungshof dieser Tage aufdeckte, mag zur Beschleunigung der Lösung beigetragen haben. Natürlich ist diese Lösung nur eine vorläufige und ein Notausgang. Der Druck der Nazi auf das Kabinett wird sich verstärken, di« Unzufriedenheit der Volksmaffen mit dem fasristischrn«nd italienfreundlichen Kurs wird sehr schnell weiterwachsen. Wie alle», was in Oesterreich seit 1929 geschah, ist auch diese Rekonstruktion ei« Provisorium, mit dem man fortwurstelt biSzum— nächsten Putsch! VILLA OASE oder: DIE FALSCHEN BORGER Roman von Eugene Debit Berechtigte Uebertragung bub dem Französischen von Bejot ’ Sie suchte von neuem. DaS Papier war unauffindbar. Dabei war sie sicher, daß Alfred e» zurückgelcgt hatte. Oder... Sie mußte sich setzen. Ein Gedanke fuhr ihr durch den Kopf. Wenn Alfred das Papier in seine Tasche gesteckt hätte? Richtig. Er hatte Schritte zu hören geglaubt, den Deckel eiligst zugeschlagen und sie gebeten, die Kaffette schnell zu verbergen und Julien kein Wort zu verraten. Dir Sache erschien ihr dunkel. Alfred hatte abgelehnt, zum Essen zu bleiben und war, obwohl er es fest versprochen hatte, seitdem nicht wiedergekommen. Der Gedanke, so furchtbar er war, entsprach der Wahrheit. Sie hatte Beweise. Nie hätte sie geglaubt, daß Alfred einer solchen Tat fähig wäre. Ob er den Kopf verloren hatte? Nein, nein... Er überlegte jeden Schritt, bedachte jedes Wort. Da er sich sagen mußte, daß Julien daS Verschwinden des Papiers schließlich bemerken würde, gab es nur eine Erklärung für seinen Streich: er liebte sie nicht mehr. Diese Erkenntnis bereitete ihr einen viel tieferen Schmerz als der Diebstahl selbst. Alfred» Zärtlichkeiten, seine Ratschläge, seine Küffe: alles hatte einen Zweck gehabt. Wenn er ihr von Liebe sprach, spielte er Komödie. Auch er also hatte nur für ihr Geld Jntereffe. Nicht um sie war es ihm zu tun gewesen, sondern das Hotel wollte er in seine Hand bekommen. Seitdem er es hatte, sah man ihn nur noch, wenn er etwas brauchte. Oh, er war nicht ein Haar besser als die anderen. Ihre Erlebnisse, ihre Erinnerungen, ihr Glück an seiner Seite: alles Lug und Trug. Was mochte wohl det wahre Grund dieser wunderbaren Fahrt durch dir Bretagne gewesen sein? Jetzt sah sie ihn, wie er wirklich war. Als heuchlerischen Schmeichler, als Schürzenjäger, als gewissenlosen Menschen. Auch Rose gegenüber. Um ihres Geldes willen hatte er sie geheiratet, und was hatte er aus ihr gemacht? Ein Dienstmädchen. Dieser Emporkömmling! Jeder, der ihn zum ersten Male sah, bedauerte ihn, weil ihm ein Arm fehlte. Viele glaubten an eine Kriegsverstümmlung. AuS allem wußte er Vorteil zu ziehen. Aber auf sie sollte er nun nicht mehr rechnen. Wäre er jetzt da gewesen, hätte sie ihm di« Wahrheit inS Gesicht gesagt. So mußte sie sie ihm schreiben. Sie setzt« sich an den kleinen Tisch, nahm einen Briefbogen, malte mit Mühe die Worte hin, war unfähig, in Fluß zu kommen. Nach einer Weile mußte sie erschöpft abbrechen, den Brief in die Schretbmappe legen. Sie würde ihn später vollenden. »Bring mir das Essen hinauf. Solange. Ich Pfühle mich nicht wohl." Sie aß wenig, jeder Bissen macht« ihr Mühe. Nichts schmeckte ihr. Sie trank zwei Glas Wein, rauchte und grübelte. Weshalb nur hatte Alfred so schlecht an ihr gehandelt? Ihre Liebe hätte ihr erlaubt, ihm zu helfen, sellbst hinter Juliens Rücken. Hatte er sie für so dumm gehalten? Aus, aus war es zwischen ihnen. Ringsum nur Trümmer. Von Helene blieb ihr nichts als ein trauriges Andenken, Julien liebte sie nicht mehr, und Alfred, der ihr ein Trost sein sollte, verließ sie. Den Kampf gegen Mutlosigkeit, Alter und Krankheit hatte sie nun allein zu führen. Der Tag würde kommen, an dem Julien nicht mehr da, sie endgültig vereinsamt wäre in dem großen Hause, beneidet von der Familie, die ihren Tod herbeiwünschte, belauert von den Dorfbewohnern und von bösen, zu jeder Schand tat bereiten Menschen. Man würde ihr nicht mehr gestatten, das sauer verdiente Geld in Ruhe zu verzehren. Vielleicht brach eine Revolution aus, die sie ruinierte und in die Zwangslage versetzte, wieder von unten anzufangen und sich alles zu versagen? Ihre Zukunft erschien ihr aussichtslos. Sie zog den Kovf in die, Schultern und überließ sich, mit lose hängenden Armen und kraftlos einknickenden Beinen, dem Gefühl der Schwäche. DaS alles war vom Schicksal so bestimmt. Niemand konnte ihr neuen Mut geben. Julien kam vielleicht erst spät am Abend, vielleicht auch erst morgen, voller Wut auf Alfred. Was sollte sie ihm antworten? Ihm etwa den Diebstahl verraten, dessen Opfer sie geworden waren? Sie mußte Einzelheiten liefern, lügen, neue Zusammenhänge erfinden, und bei ihrer grenzenlosen Schwäche lief sie Gefahr, sich bloßzustellen. Julien war fähig, sie zu töten. „Ich sage ihm nicht», sondern ich warte, bis er es selbst entdeckt." Unter dem Druck dieser Drohung, in Erwartung dieser Stunde würde sie von jetzt ab leben. Vielleicht kam Julien schon heut« auf den Einfall, nach dem Schuldschein zu suchen, und dann... Nein, daran wollte sie nicht denken. Sie sah wieder aus dem Fenster. Ihr Garten! Wie gern pflückte sie die ersten Frühlingsblumen. Wie gern hatt« sie noch im erften Jahre am Teich gesessen, war, an warmen Nachmittagen, über ihrem Roman eingenickt, von Julien behütet, der ihr die Wespen fernhielt... Jetzt war der Garten kahl, die Zweige glichen Skelettarmen. Im Hintergründe lag das Seinetal, in dem sie schon lange nicht gewesen. In der Rue du petit Bau war kein Mensch zu sehen, die Villa Oase erschien wie verloren in der weiten Landschaft, auf die sich jetzt die Dämmerung senkte. Auch im Hause selbst kein Laut. Monate würden vergehen, ehe Licht und Freude wiederkehrten, ehe sie Alfred» Tat vergessen konnte. Dann, wenn nicht inzwischen Krieg oder Revolution auSbräche, konnte sie vielleicht wieder glücklich sein. Ach, wenn ihr doch bis zum Tod« in Ruhe zu leben vergönnt wäre. Hinterher mochte der Umsturz kommen. Aber sie wollte ihn nicht sehen. Die Tage, die hinter ihr lagen, erschienen ihr plötzlich gesegnet, obwohl sie mit ihren Hirngespinsten sie sich selbst verdorben hatte. Sogar der gestrige Tag war noch gut verlaufen. Sie hatte gestickt und davon geträumt, daß Alfred ihr« Arbeit bewundern würde. Und von gestern auf heute hatte sich eine Kluft geöffnet wie die, die da» Leben vom Tode trennt. Genau so war ihr um» Herz gewesen, als Julien zu ihr gekommen war, um ihr zu sagen, daß Helene gestorben sei... Sie raffte sich auf und rief nach Solange. Da die Kleine nicht kam, fragte sie sich ärgerlich, wo die Herumtreiberin wohl wieder stecken mochte. Sie hätte viel darum gegeben, ein menschliches Gesicht zu sehen, den Klang einer menschlichen Stimme zu hören. Sie streckte die Hand au» und ging tastend durchs Zimmer. Bald stieß sie gegen ein Möbelstück, bald mußte sie stehenblci- ben, um zu atmen. Sie wandte den Kopf. Draußen war Nacht. Mit dem nächsten Zuge fuhr sie nach Paris, um Julien zu suchen. Sie würde bei Rose absteigen. Vielleicht traf sie Alfred? Sie würde ihm alles verzeihen, wen» er ihr verspräche, sie nie zu verlassen. Mit einer entschlossenen Geste nahm sie ihren Mantel. Sie stteg die Treppe hinab, ging durch die Küche, fand aber die Ausgangtür verschlossen. Wie ein Automat nahm sie den Weg durch» Eßzimmer. In der Mitte sah sie die Krone wie einen großen Bogel, ringsum die Möbel wie drohende Gestalten und davor einen Lichtfleck, den sie nicht mehr auS den Augen ließ. Draußen würde sie ihre Ruhe finden und freier atmen können, wenn sie nicht mehr die Stille im Ohr summen körte- (Forffetzung folgt.)' Nr. 243 Freitag, 18. Oktober 1835 Seite 3 tfudetcndeutsdicr Zeitspieget Die Jugend fordert Ihr Recht Sofortige und ausreichende Hilfe mu8 kommen— Gemeinsame Aktionen der beiden sozialistischen Jugendverbände Im ganzen Staat Zweihundrrttausend junge Menschen im Alter von 14 bi- 24 Jahren sind dem furchtbare« Schicksal der Arbeitslosigkeit überantwortet. Hinter dieser Feststellung verbirgt sich ein ungeahntes Maß von Rot und Entbehrung und dauernder gesundheitlicher Schädigung tausender junger Menschen. Aber noch ärger alS dir physischen Leiden der arbeitslosen Jugend ist ihre seelische Not. Die Jugend muß müßig bleiben, wo alles in ihr zur Betätigung drängt, sie lernt einen Beruf, um ihn nach der Auslehrr wieder zu vergessen, sie studiert und kann dann mit ihren Kenntnissen nichts anfangen. Sie mutz sich, je länger die erzwungene Untätigkeit andaucrt, um so mehr um alle ihre Hoffnungen betrogen fühlen. Enttäuschung und Verzweiflung treffen sich in ihr fest und das Vertrauen in die eigene Kraft schwindet mit jedem Tage der Arbeitslosigkeit immer mehr. Die verantwortlichen Stellen im Staate haben das Problem der arbeitslosen Jugend in seiner ganzen Tragweite als Lebensfrage der gesamten Gesellschaft erkannt und Ministerpräsident Malhpetr hat in seiner begrüßenswerten Erklärung vor der Nationalversammlung besondere Maßnahmen der Staates für die arbeitslose Jugend in Aussicht gestellt. Es muß aber festgestellt werden, daß die bis heute getroffenen Vorkehrungen keineswegs eine derartige Auswirkung haben, daß sich in ihnen die Fürsorge des Staates erschöpfen könnte. Die Regierung steht daher immer noch vor der Aufgabe, ihr der Nationalversammlung und der Bevölkerung gegebenes Wort einzulösen.. Die sozialistischen Jugendverbände» welche schon bei dm bisherige« Fürsorgraktionm die Initiative hatten, sind auch in diesem Augenblick »ls erste ausgetreten, um die gesamte Jugend, dir arbeitende und die arbeitslos«, zum Kampfe um ihr Recht aufzurufen. I« einer Reihe von Snndgebun- grn, welche Mittwoch Mit einer Massenversammlung der deutsche« und tschechischen sozialdemokratischest Jugend in Prag eröffnet wurden, melden ste ihre Forderungen an. Als dringendste strllm ste jene voran, die notwmdig find, um die arbeitslose Jugend im bevorstehenden Winter zu schützen: 1. Endlich« Einreihung aller arbeitslose» Jugendlichen in die staatliche Ernährnngsaktion durch die Beseitigung des Erfordernisses eines dreimonat- j lichen Arbeitsnachweises. Diese Maßnahme wird insbesondere auch für di« Heuer vom aktiven Militärdienst Heimgekehrten Verlangt. 2. Erweiterung der Heimstättenaktion durch dir Erhöhung der Zahl der Heimstätten und durch Heraufsetzung der Altersgrenze. 3. Durchführung einer B r k l e i- dungsaltion für die arbeitslose Jugend, zumindest in den ausgesprochenen Notstandsgebieten des Staates. 4. Organisierung einer Ausspei- sungsaktion und Errichtung von Wärme- stuben in größeren Orten. Aber auch die restlose Erfüllung dieser Forderungen enthebt die Regierung nicht der Verpflichtung, nach den in Aussicht gestellten besonderen Maßnahmen zu suchen, welche die Jugend in die Arbeit bringen würden. Die sozialistischen Ju- gendverbände erneuern daher ihre alle Forderung nach Organisierung der staatlichen Ar- deit-hilfe unter Einhaltung aller sozialen Garantien, die seinerzeit von der sozialistischen Jugend Umrissen und mit Erfolg bei den staatlichen Versuchs-Arbeitslagern und den diesjährigen Arbeitsgemeinschaften berücksichtigt wurden. Die sozialistische Jugend verweist darauf, daß die staatliche Ar- beitShilfe der Rekultivierung der devastierten Bergbaugebiete und der inneren Kolonisation dienstbar gemacht werden könnte, wodurch ihr eine außerordentlich produktive Bedeutung zukäme. Di« sozialistischen Jugendverbände lassen aber durchaus keinen Zweifel darüber bestehm, daß eine wirkliche Krisenlösung nur darin bestehen kann, datz der Jugend nicht nur Sonderbares Spiel der „Deutschen Presse** Wie das christlichsoziale Hauptorgan die Oeffentlichkeit täuscht. Die„Deutsche Presse" bringt in ihrer Folge vom 17. Oktober eine ausführliche Wiedergabe eines, wie sie selbst schreibt,„hochinteressanten Artikels ihres Prager Korrespondenten", welcher sich Vor allem mit der Frage des Verhältnisses der Tschechoslowakei zu Rußland sowie der Stellung der kommunistischen Partei beschäftigt. Es wird da erzählt, daß man mit der Möglichkeit eines Eintrittes der Kcenmunisten in die Regierung rechnet, die ihr« Kmlitionsfä-Higkeit dadurch erweisen wollen, daß sie für das Kapitel Bertcitn- gungsministerimn d«S Budgets stimmen werden. Dann werden verschiedene Kombinationen in bezug auf den Staatspräsidenten wiedergegeben. Um diese Auslassungen der.Reichspost", bzw. deren Wiedergabe durch die„Deutsche Presse" bewerten zu können, muß man wissen, daß der Korrespondent der„Reichspost" niemand anderer ist als— als Chefredakteur der„Deutschen Presse" Herr Dr. Albrecht. Er traut sich nicht, dies« Dinge in der„Deutschen Presse" zu sagen und deswegen wählt er den Umweg über die„Reichspost", um sich dann in seinem eigenen Blatt als der„hochinteressante" Prager Korrespondent deS Wiener Regierungsblattes vorzustellen. Notbeschäftigung, sondern eine ordentliche Arbeit gesichert wird. Deshalb stellt sich dir Jugend voll hinter die Forderungen der sozialistischen Parteien und Gewerkschaften. Sie verlangt: Verkürzung der Arbeitszeit, gesetzliche Regelung des Arbeitsmarktes und insbesondere Verwirklichung der obligatorischen Arbeitsvermittlung in einer Form, die auch die Beschäftigung der Jugendlichen in ihrem Berufe und bei qualifizierten Arbeiten sichert. Ferner Ausbau der Berufsberatung und Umschulung, Ber- Italiens Währung Die Lire steht bombensicher... Unter dem Titel einer Friedenövermittlnng, die in Wahrheit eben den Versuch darstrllt, Mussolini vor den Sanktionen des Völkerbundes zu schützen und ihm einen großen Teil Abessinien» als Prämie für den Friedensbruch zuzuschanzen, versucht Laval sein Spiel zwischen Rom, Genf und London fortzusetzen. England drängt auf Klarstellung und fordert von Frankreich immer energischer eine Antwort auf die Frage, wie sich Frankreich bei einem Angriff auf die englische Flotte verhallen würde. Laval hat die Antwort wieder hinausgeschoben. Die französische Rechts- und Zentrumspresse setzt ihre Stimmungsmache für Italien und gegen England beharrlich fort. Sie erfolgt unter der Devise, es falle niemanden ein, für den Regus zu sterben. Frankreichs öffentliche Meinung verkennt, datz es sich nicht um den NeguS, sondern um dir Prinzipien handelt, auf denen Frankreichs Sicherheit nnd der europäisch« Frieden beruhen. Die Weigerung, dem Regus zu helfen, kann leicht dem Entschlutz zum Selbstmord Frankreichs gleichkommen. In Genf stehen die verschiedenen Ausschüsse in der Sanktionenfrage vor großen Schwierigkeiten, die von Frankreich absichtlich überbetont werden. England drängt darauf, h i s Samstag die Rohstoffsanktionen zum Beschluß zu erheben. Rcnrrdings soll der B a t i k a n sich um eine friedliche Lösung bemühen, doch liegen darüber keine bestimmten Meldnngen vor, lediglich die wiederholten Ausdrücke des Bedauerns, die der Römische Stuhl für den bewaffneten Konflikt gefunden hat. bot der Beschäftigung von Pensionisten, deren Ruhegenüsse die Existenz des Betreffenden und seiner Familie sichern, Pensionierung der sogenannten Ausgedienten, Herabsetzung der Altersgrenze für den Anfall der Altersrente, Verlängerung der Schulzeit um ein Jahr, Behaltspflicht der Lehrlinge auf die Dauer eines Jahres nach der AuSlehre und AnÄgichung des Verhältnisses zwischen Lehrlingen und'AuSgelernten. Die Durchsetzung dieser Forderungen liegt in der Hand der Jugend. Sie wird ihr Ziel um so früher erreichen, je fester ffie sich im Sozialistischen Jugendverband'und in der Gewerkschaftsjugend zusammenschließt. In der Prager Kundgebung, die Mittwoch im BolkrhauS stattfand, wurden die Forderungen der beiden Jugendverbände von vielen Hunderten Jugendlichen einhellig gutgeheißen. Mit häufigem und starkem Beifall nahmen die Anwesenden die Referate der Redner aus Prag und aus der Provinz auf, die daS Elend der Jugend schilderten und sofortig« Hilfe verlangten. ES sprachen die tschechischen Genossen Pitlik(Pilsen) und Vesely (Prag) und für den Sozialistischen Jugendverband die Genossen Wanka(Pilsen) und Philipp (Haida). Der Minister für soziale Fürsorge, Genosse R e k a S, welcher der Einladung der Jugend gefolgt war und stürmisch begrüßt wurde, hörte di- AuSführungen aller Redner mit größtem Interesse an. englische Wahlen schon am 14. November? Paris. Havas meldet aus London, datz die allgemeinen Wahlen in England beschleunigt werden und schon am 14. November, statt, wir bisber gemeldet wurde, am 20. November, statt- fiuden sollen. Internationale Beratungen der Privatangestellten In Paris Der Internationale Verband der Privatangestellten mit dem Sitze in Amsterdam berief für den 15. bis 18. Oktober statutengemäß eine Konferenz der Fachgruppen ein, die sich mit den aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Problemen der Privatangestellten unter internationalem Gesichtswinkel zu befassen haben. Dieser internationale Verband vereinigt 480.000 Privatangestellte und ist die größte Privatangestelltenorganisation der Welt. Am Dienstag, dem 15. Oktober, tagt« die Konferenz der Bank« und VersicherungSange- stellten. Die Tschechoslowakei war durch eine starke Delegation vertreten. Am ersten Tage beriet die Konferenz über die internationale Regelung der Arbeitsverträge, über di» Kürzung der Arbeitszeit in Verbindung mit dem Problem der Arbeitslosigkeit und über die Stellung der Angestellten in den Banken»nd Versicherungsanstalten Die Delegierten sämtlicher Staaten betonten in ihren Kundgebungen die Notwendigkeit der Wirt- kchaftSvlanung. Bei den Wahlen ins Präsidium der Fachgruppe wurde für die Tschechoslowakei der Vertreter der Bankbeamten Meller gewählt London. Das amtliche britische Radio meldet aus Paris, daß der dortige britische Botschafter,(Sied, Mittwoch abends eine längere Unterredung mit Laval hatte, in der er ihm die Antwort der britischen Negierung auf seine früher gestellte Frage überbrachte, ob England bereit sei, aus dem Mittelmecr diejenigen Seestreitkräfte abzuberufen, welche den Normalstand übersteigen. Der Inhalt der britischen Antwort wird nicht veröffentlicht, doch betont das amtliche Radio ausdrücklich, daß die Hauptvoraussetzungen, welche Großbritannien zur Verstärkung der Mittelmeerflotte veranlaßten, sich n i ch t geändert haben. Die Verstärkungen wurden mit Rücksicht auf den englandfeindlichen Ton der italienischen Bresse als Schutzmaßnahme ins Mittelmeer entsendet. Der Ton der italienischen Presse habe seither sich n i ch t geändert. Wie verlautet, wiederholte Botschafter Clerk das Ersuchen, daß Frankreich in vollem Umfange die Verpflichtungen nach Artikel 16, Absatz 3, deS Paktes übernehme. Dieser Artikel sieht die gegenseitige Hilfeleistung aller Völkerbundmitglieder vor, um den besonderen Maßnahmen zu begegnen, welche ein Vertragsbrüchiger Staat gegen eines von ihnen treffen würde. Konkret handelt es sich um den Beistand der französischen Flotte für den Fall eines italienischen Angriffes gegen die englische Mittelmeerflotte. Laval antwortete dem britischen Botschafter» daß er in ein oder zwei Tagen die difinitive Antwort erteilen werde, daß er diese Frag« jedoch leichter zu beantworten vermöchte, wenn Großbritannien seine Mittclmeerflottc auf den normalen Stand reduzieren könnte. FürFrankreich naht die Entscheidung Laval verschleppt Sanktionen und Klarstellung des BUndnlsfalles Von der Deutschen Landbank. letschen Bei der seit dem Jahre 1938 im Moratorium befindlichen Deutschen Landbank, Sih Tetschen, sind die Jahresbilanzen seit dem Jahre 1982 den Genossenschaftern nicht mehr vergelcgt worden und konnten daher auch nicht satzungsgenmh genehmigt werden, weil seither keine Generalversammlung einberufen wurde. Aus diesem Grunde wurde auch bisher dem Vorstande für seine Geschäftsführung keine satzungsgemäße Entlastung erteilt. Inzwischen ist aber gegen einzelne Mitglieder deS Vorstandes, Aufsichtsrates und Funktionäre der Anstalt beim Kereisgericht in Leitmeritz auf Grund mehrfacher Strafanzeigen ein Strafverfahren anhängig geworden. Eine im Zuge dieses Verfahrens durch den Untersuchungsrichter angeordnete amtliche Revision der Geschäftsführung der Anstalt hat ein« Reih« bedeutender Verfehlungen einzelner Funktionäre festgestellt und es sind auch gegen di« Anstalt eine Anzahl Zivilftritte bei mehreren Gerichten anhängig, deren Ausgang von großer finanzieller Rückwirkung auf den Status der Anstalt sein wird. Um von ihren satzungsgemäße» Rechten der Stellungnahme zur Geschäftsführung des Vorstandes Gebrauch machen zu können, Rechenschaft zu fordern und Schadenersatzansprüche gegen die verantwortlichen Funktionäre geltend machen zu können, haben einige Genossenschafter, hinter denen ein Gläubigerkonsortium, d. i. eine große Anzahl Einleger der Anstalt steht, nachdem ihre außergerichtlichen Bemühungen und Einschreiten an dem Widerstand der AnftaltSleitung scheiterten, jetzt gerichtliche Hilfe angerusen und di« Einberufung einer Vollversammlung auf Grund eines Gerichtsbeschlusses gefordert. Vom Leitmeritzer Kreis- als Registergericht wurde uunmehr diesen Anträgen stattgege- b e n und ein Beschluß erlassen, nach welchem vom Registergericht Leitmeritz dem Aufsichtsrate der Deutschen Landbank der Auftrag erteilt wurde, binnen 14 Tagen eine außerordentliche Vollversammlung mit nachstehender Tagesordnung einzuberufen: 1. Entfernung der Mitglieder des derzeitigen Vorstandes und Neuwahl des Vorstandes der Deutschen Landbank, 2. Beschlußfassung über die Heranziehung deS schuldtragenden Vorstandes der Deutschen- Landbank zur Schadensersatzleistung im Sinne des 8 28 des Genossenschaftsgesetzes. Diesen Beschluß begründet da- Gericht damit, daß auS dem amtlichen RevifionSbefunde hervorgehe, daß durch statutenwidrige Kredügewährung und unvorsichtige Realitätengeschäfte ein Gesamtverlust von 46,867.454 Ke 90 Heller entstanden sei, während jedoch in der letzten Hauptversammlung im Jahre 1932 ein Gewinn von>10.878 K£ 58 Heller ausgewiesen ist. Da überdies gegen sämtliche Vorstandsmitglieder und eine Anzahl leitender Beamten der deutschen Landbank ein Strafverfahren wegen des Verbrechen- der Veruntreuung und der betrügerischen Krida und deS Vergehen- der fahrlässigen Krida in mehrfacher Richtung anhängig ist, erscheint der Beweis erbracht, daß Mängel der Verwaltung und Verstöße gegen grundlegende Vorschriften der Satzungen der Anstalt und deS Genossenschaftsgesetzes vorliegen, die die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung mit obiger Tagesordnung im Interesse der Genossenschaft unter Strafsanktionen rechtfertigen. Dieser Beschluß deS Leitmeritzer KreiSgerichteS ist für die Mitglieder der Genossenschaft und für die Einleger und Gläubiger der Anstalt von weitgehender Tragweite, da bekanntlich Bestrebungen und Verhandlungen im Zuge sind, welch« sich auf eine außergerichtliche Liquidierung der Anstalt richten, zu denen aber bisher die Einleger und Mitglieder mit Rücksicht auf die Unterlassung der Einberufung einer Vollversammlung keine Stellung nehmen und auf den Gang der bezüglichen Verhandlungen auch keinen Einfluß nehmen konnten. Die Allgemeine PensionSanstalt hatte zum 1. Oktober 1985 820.012 Pflichtmitglieder gegenüber 808.721 vor einem Jahr. Einschließlich der freiwillig weiterbersicherten und der den Anerkennungsbeitrag zahlenden Mitglieder beläuft sich der Mitgliedsstand auf 846.889(gegen 884.022) Personen. An Versicherungsprämien wurden für das erste Halbjahr 1935 282,106.129 gegenüber 228,793.476 Xi im vorau-gegangenen- zweiten Halbjahr 1934 vorgeschrieben. An Leistungen der Pensionsanstalt einschließlich der einmaligen Betrage wurden im ersten Halbjahr 1935 188,048.875 K5 auSbezahlt, außerdem noch an Rentenerhöhungen nach dem Gesetz über die nichtversicherte Dienstzeit 84,395.888 XL, Seite k Freitag, 18. Oktober 1935 Nr. 243 Hunderte Wissenschaftler appellieren an die Staatsmänner gegen die Gefahr der Massenpsychose„Krieg" An 350 der bekanntesten Psychologen and Psychiater aus allen Ländern der Welt baten rin Memorandum unterfertigt, in dem sie sich an alle Staatsmänner wenden, um die Stimme und Seele der Wissenschaft gegen die Gefahr der Weltverseuchung durch Kriegsgedanken und Krieg zu mobilisieren. Wir geben im Folgenden das Wesentliche aus diesem Appell wieder, der nicht nur um seiner selbst willen innig begrüßenswert» sondern auch eines der wenigen Zeichen dafür ist, daß inmitten einer vom Barbbrismus bedrohten Welt doch auch Fortschritt zu verzeichnen ist. In diesem Falle Fortschritt auch gegenüber dem Zustand von 1914» jener„großen Zett", der neben vielem anderen auch solcher Appell fehlte. Der Bahnwächter verhütet eine Zugskatastrophe Wie wir erst jetzt erfahren, wurde Sonntag, den 13. d. M„ auf der Strecke Bodenbach—Prag knapp vor der Station Pömmerle durch die Geistesgegenwart eines Bahnwächters eine furchtbare Katastrophe verhütet. Vor dem um 17.53 Uhr von Bodenbach abgehenden Schnellzug Prag—Bodenbach fuhr ein Lastzug, d-r in der Station Pömmerle hält und den Schnellzug vorfahren läßt. Kurz vor Pömmerle ritz an dem Lastzug eine Koppelung und einige Waggons blieben auf der Strecke stehen. Mittlerweile hatte aber der Schnellzug schon die Station Topkowitz und die Haltestelle Rougstock passiert und näherte sich mit rasender Schnelligkeit der versperrten Strecke. Der in jenem Abschnitt diensttuende Bahnwächter Novotny, der sofort die Gefahr begriff, lief im kritischen Augenblick dein Schnellzug entgegen und gab dem Lokomotivführer Lichtsignale, autzerdem legte er auch Signalpatronen. Dadurch aufmerksam gemacht, brachte der Lokomotivführer den Schnellzug wenige Schritte vor den das Geleise sperrenden La st Waggons zum Stehen. Die Lastwagen wurden dann in die Station Pömmerle abgeschleppt und der Schnellzug konnte die Fahrt mit einiger Verspätung fortsehen. Dem geistesgegenwärtigen Bahnwächter gebührt das große Verdienst, eine furchtbare Katastrophe verhindert zu haben. Die Erdbeben in Tadschikistan Moskau. Im Towildöraer Bezirk in Tadschikistan ereignete sich am 15. Okwber ein neues Erdbeben, durch welches zwei Dörfer teilweise zerstört wurden. Aus den Bergen ist ein neuer Fluß hervorgebrochen. Insgesamt sind im Erdbebengebiet seit dem 3. Okwber 112 Leichen aufgefunden und beerdigt worden. 407 Menschen konnten als verletzt ermittelt werden. Zwölf Dörfer sind dem Erdboden gleichgemacht worden. Zur Hilfeleistung für die betroffenen Gebiete sind auch Flieger eingesetzt worden, die unter schwierigen Bedingungen häufige Fahrten in das Gebiet der Kata> strophe unternahmen. Zwei Wasserflugzeuge abgestürzt Rom. Zwei Wafferfluggeuge, die für Erkun- dungsflüge verwendet wurden und zu einer Nachtübung aufstiegen, sind nicht zu dem Flugplätze in Livorno zurückgekehrt. Bei den Nachforschungen wurde sichergestellt, daß zwischen Tülamone und der Insel Elba auf der Meeresfläche Trümmer beobachtet wurden. Es ist daher anzunehmen, daß die beiden Flugzeuge und ihre fünfglie- drigeB es atzung als verloren angesehen werden müssen. Das Geld der Jude««immt ei« Nazi gern! Nach den neuen Judengesetzen des Dritten Rei- .ches durste man annehmen, daß die Nationalsozialisten bestrebt sein würden, auf a l l e n Gebieten eine strenge Trennung vom„internationalen Judentum" durchzuführen. Aber weit gefehlt! Von zuständiger Stelle wird jetzt offiziell mitgeteilt,„es bestehe kein Grund, auf Kredite jüdischer Bankhäuser an deutsche Firmen zu verzichten. Der Einwand, datz sich ein deutsches Unternehmen dadurch in Kapitalknechtschast begebe, sei nicht durchschlagend. Deshalb müsse es auch als unbedenklich bezeichnet werden, wenn eine öffentliche Bank einem jüdischen Bankhaus über eine deutsche Firma Auskunst erteile."— Ja, ja: Ein echter Nazi mag keinen Juden leiden, doch seine Gelder nimmt er gern. Und die ,,unumstößliche Lehre von der Brechung der Zinsknechtschaft" ist längst in Vergessenheit geraten! Auch Pferdefleisch-Teuerung! Für das Fortschreiten der sozialen Verelendung der Bevölkerung sprechen die steigenden Ziffern des Konsums von Pferdefleisch. Der Verbrauch, von P f e r d e f l e i s ch ist in der Hauptstadt Prag, aber auch in anderen Gegenden unseres Landes in der letzten Zeit ganzerheblich gestiegen. Die höhen Preise für andere Fleischsorten zwingen die ärmsten Bevülkerungsschichten, wenn sie auf Fleisch überhaupt nicht völlig verzichten wollen, zu Pferdefleisch Zuflucht zu nehmen. Die starke Nachfrage hat nun dazu geführt, daß auch die Pferdefleischpreise stark in die Höhe gegangen sind und sich autzerdem ein Mangel an Pferdefleisch bemerkbar macht. Konnte vor kurzem ein Schlachtpferd für 1000 bis 1500 XL erstanden werden, so müssen dafür jetzt 3000 XL und noch mehr bezahlt werden. Zur Abstellung der ungesunden Erscheinung auf dem Pferdefleischmarkt hat sich die Prager Stadtgemeinde an die Regierung gewandt, um die Einfuhr von Schlachtpferden au? Polen zu erreichen. Darüber hinaus sollte dies- Entwicklung allen verantwortlichen Stellen Anlatz sein, eine Korrektur der Fleischprrise nach unten vorzunehmen. Ehetragödie. Gestern vormittags wurden im Walde bei Doksy, in der Nähe von K l a d n o, die Leichen der Eheleute Josef und Anna BL« z e k aus Doksy gefunden. Es wurde festgestellt, daß Büzek zuerst seine Frau und dann sich selbst erschoß. Die Gründe der Verzweiflungstat, die Die Gelehrten, Professoren* und Doktoren schreiben u. a.: Unsere Berufung als Aerzte, die insbesondere damit betraut sind, die normalen und krankhaften Aeutzerungen des menschlichen Geisteslebens zu studieren, wird, Herr Minister, in Ihren Augen die Dringlichkeit der Adresse rechtfertigen, die wir hier an Sie richten. Ueberall herrscht derzeit ein Geisteszustand, der die Sicherheit der Völker schwer bedroht und der von heute auf morgen in eine neue Kriegsmassenpsychose ausarten könnte. Der Krieg entfesselt alle zerstörerischen Mächte der Menschheit und führt zur Vernichtung des Menschen durch die Technik, die sein Genie schuf. Wie in allem, was das menschliche Leben berührt, spielt der psychologische Faktor eine Hauptrolle auch in dem Problem des Krieges und des Friedens. Wenn man neuem Kriege zuvorkommen will, müssen die Völker und müssen diejenigen, die deren Geschickt zu lenken haben, kaltblütig ihre Stellung beziehen. Es gibt im menschlichen Wesen geheime oder uneingestandene Wünsche, im Ruhm die Möglichkeit zu erblicke», den primitiven Instinkten freien Lauf zu lassen und diese Neigung trägt sehr viel zur Erhaltung des kriegerischen Geistes beii Dagegen müssen wir immer von neuem betonen, daß rinzig und allein Geist und Wille diese brutalen Instinkte meistern können. Die Gleichgiltigkeit und der Fatalismus der Völker im Hinblick auf den Krieg ist beunruhigend, auch im Hinblick auf die Jntriguen und den Zynismus der R ü- stungsfabrikanten. Es ist unerträglich, daß einige Einzelmenschen skrupellos aus der Hinschlachtung von Millionen menschlichen Wesen ihren Nutzen ziehen. Die Reden gewisser Staatsmänner beweisen uns, daß sie sich oftmals sich wahrscheinlich bereits am Mittwoch abends abspielte, sind nicht bekannt. Das Ehepaar hinterläßt zwei Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren. Die Angelegenheit wird behördlich untersucht. 1000 Kilogramm Zinn verschwunden. Seit einem halben Jahr sind aus den Neudeker Eisenwerken 1000 Kilogramm Zinn kilogrammweise verschwunden. Man kam auf die Unterschleife, als der Firma ein Schreiben zukam, in welchem behauptet wurde, daß bei einem Unternehmen Zinn zu weit tieferen Preisen als üblich angeboten wird. Die Nachforschungen sind im Gange und dürften weite Kreise ziehen. Eine Spur führt auch nach Karlsbad. Der Wert des entwendeten Zinns beträgt mehr als 30.000 XL. Ein Kurort auf— Spitzbergen. Der bekannte englische Arktis-Forscher Dabingham setzt sich für die Anlage eines großen Kurortes auf Spitzbergen ein. Er ist der Meinung, daß das arktische Klima in den Sommermonaten Juni bis August besonders heilkräftig ist. Sein, Plan dürfte in absehbarer Zukunft verwirklicht werden, denn es hat sich bereits eine Finanzgruppe zusammengefunden, die die notwendigen Anlagen schaffen will. Es wird nicht mehr lange dauern und es werden die Engländer ebenso selbswerständlich nach Spitzbergen fahren, wie heute nach Vichy, St. Moritz oder Karlsbad. Armer Künstler! In einer Baracke des ehemaligen Spitalbarackenlagers in Grinzing bei Wien wurde der 34jährige russische Bildhauer Wasilj Cerkunow tot aufgefunden. Er hat wahrscheinlich wegen Not und Hunger seinem Leben ein Ende bereitet. Erdölbohrungen in Oesterreich. Die zwei großen österreichischen Petroleumgesellschaften, die Shell-Floridsdorfer und die Vacuum Oil Company, haben eine Gesellschaft gegründet, die ausschließlich die Bestimmung hat, Erdölbohrungen in Oesterreich vorzunehmen. Die Arbeiten werden in großem Umfange vorgenommen werden. Der neuen Gesellschaft wurde ein Kapital von drei Millionen Schilling zur Verfügung gestellt. Eden als Wahlkandidat, Die englischen Konservativen machen in dem Wahlkreis Mr. Anthony Edens große Anstrengungen, seine kampflose Wiederwahl zu erreichen. Sie arbeiten mit dem Argument. die großen außenpolitischen Erfolge müßten jeden Wähler dazu bestimmen, ihm seine Stimme zu geben. Die Anhänger der Arbeiterpartei sind aber durchaus nicht dieser Meinung und verweisen die Konservativen daraus, daß sie bei der vorigen Wahl Männer wie ArthurHender- son, Philip Noel Baker trotz deren Verdiensten um Frieden und Völkerbund rücksichtslos bekämpft haben. Arthur Henderson mutzte einem vom Krieg fast so simple Vorstellungen machen wie gewisse Kleinbürger. Sie tragen damit dazu bei, den kriegerischen Geist der Massen, an die sie sich wenden, aufzustacheln. Die suggesttbe Gewalt solcher Reden von Staatsmännern ist also sehr bedeutsam, denn die kämpferischen Sehnsüchte, einmal aufgestachelt, lassen sich dann nicht mehr leicht befrieden. Der Appell schließt damit, datz«S die Aufgabe der medizinischen Wissenschaft ist, tiefer in die verderblichen Motive derer einzudtingen, die im Trüben fischen wollen, und stellt fest, datz die Geschichte alle jene aburteilen wird, die ihre Völker militarisieren, während sie dem Frieden zu dienen behaupten. Nach der Meinung der Unterzeichner dieses Aufrufes ist es gerade die Aufgabe der Staatsmänner, den Kampf gegen jeden Krieg zu führen und sie rufen sie dazu auf, der Organisation des Friedens ebenso viel Mühe und Geld zu widmen, wie der Aufrüstung der Völker geopfert wird. Wir beugen uns, bewegt und voll Bewunderung vor jenen Staatsmännern, die, getragen von wahrer Kultur und Moral, ihren Völkern den Weg zum Frieden weisen." * Der Aufruf ist— wir nennen nur die bedeutendsten Namen— u. a. gezeichnet von den Professoren Kappers- Amsterdam, Bleuler- Zürich, Hetz- Wien, Meige- Paris, Muskeens- Amsterdam, Pal- Wien, P a r h o n- Bukarest, Puusepp- Estland, Tandler- Wien, Vermeylen- Belgien. An bekannten Namen aus der Tschechoslowakei finden sich unter dem Auftuf: Prof. Dr. O. Fischer- Prag, Prof. Dr. L. Haskovec- Prag, Dozent Dr. G. Herrmann- Prag, Dr. O. L a m p l- Prag, Prof. Dr. M. L ö w y- Marienbad, Prof. Dr. O. Sittig« Prag, Primarius Dr. Jar. Stucklick- Kaschau. konservativen Admiral Weichen, der sich selbst gerühmt hatte, von Politik nichts zu verstehen. Leichte Zunahme der englischen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit Englands nahm im September um rund 1 0.0 00 Personen zu und erreicht damit einen Gesamtstand von 1,958.810. Im Vergleiche zum Vorjahre bedeutet diese Ziffer eine Besserung um 123.377 Personen. Der sowjctrussiche Plan der Getreidebeschaffung wurde zum 10. Oktober, also einen Monat früher als im Jahre 1934, vollständig erfüllt. In Nanking ist die Amerikanerin Suzanne W a d d e l am hellichten Tage in der Nähe der Universität aus unbekannten Gründen ermordet worden. Suzanne Waddel, die mit einem Chinesen verheiratet war, war durch ihre Lehrtätigkeit an der Zentraluniversität und an dem Landeskrankenhaus bekannt. Di« Boykottbewegung. 300 Londoner Angestellte von Hotels und Lieferfirmen demonstrierten in den Hauptstraßen gegen die Beschäftigung von Italienern. Mitgeführte Tafeln forderten zum Boykott italie- nisch geleiteter Hotels auf und wiesen darauf hin, daß einheimische Angestellte arbeitslos sind, während Italiener beschäftigt werden. Die Demonsttanten erklärten, ihre 8000 Londoner Kollegen zu vettreten. Um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erwecken, trugen sie«in Plakat voran mit den Worten:.Fkrieg an der Sohofront". Soho ist ein« bekannte Londoner Stadtgegend. Flucht im Flugzeug. Der Wiener Advokat Dr. Stephan Ausländer, der eine ganze Reihe großer Betrügereien in der Gesamchöhe von 100.000 Schilling verübt hat, ist mit seiner Frau im Flugzeug aus Wien geflohen. Da Dr. Ausländer falsche Pässe besitzt, find die Nachforschungen der Polizei erheblich erschwert. Einige Personen, die mit dem betrügerischen Advokaten arbeiteten, wurden verhaftet. Die Vertraute Marthe Hanaus als Ladendiebin. Vor einigen Tagen wurde iu Paris eine junge Frau bei dem Versuch, in einem Warenhaus zwei Hüte zu stehlen, verhaftet. Auf dem Polizeikommissariat bekannte sie sich ohne weiteres schuldig und befragt, ob sie schon öfters solche Diebstähle verübt habe, erklärte sie schon gleichgültig, daß sie wohl schon zwanzigmal wegen des gleichen Deliktes im Gefängnis gesessen habe. Der überraschte Kommissar ftagte nach ihrem Namen: sie heißt Marcelle Myriam und ist niemand anders als die Verttaute und Mitgefangene der berühmten Finanzspekulanttn Marthe Hanau, die ihr seinerzeit daS Veronal, mit dem sich Marthe Hanau vergiftet hatte, i n s Gefängnis geschmuggelt hatte. Marcelle Myriam ist eine tatsächlich zwanzigmal vorbestrafte Gewohnheitsdiebin, die nunmehr zum ein- undzwanzigsten Male inst Gefängnis wandert. Zum 15. Todestag: Josef Seliger, ein Lebern bild von Josef Hofbauer und Emil Strauß» 244 Seiten, Ganzleinen, mit vielen Bilden 25.— Kronen. Wer sich mit der Geschichte unserer Partei und mit dein Leben des großen Führers der sude- tendcutschen Arbeiterschaft vertraut machen will, mutz dieses Buch lesen. Zu beziehen durch die Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag XII., Slezflä 13. Schlangengift als Heilmittel Wie aus Pott Elisabeth gemeldet wird, solle» dem dottigen Arzt Dr. Fritz Simons Heilungen von Krebs mit Schlangengift gelungen sein. Das Gitt als Heilmittel zu verwenden, hat ihn eine zufällige Beobachtung veranlaßt: er sah, daß ein e p i l e p t i- s ch e r Eingeborener nach einem Schlangenbiß gesund wurde. In jahrelangen Versuchen an Tieren und an Eingeborenen hat Dr. Fritz Simons die Heilwirkung des Giftes zunächst an einigen Nervenkrankheiten versucht. Gemeinsam mit einem amerikanischen Arzt gingen die Forscher an die Krebsbehandlung. Die Ergebnisse sollen außerordentlich günsttg sein. Kostenlose Fleischverteilung In einem Arbeiterviertel von Paris, in der Avenue Jean JaurLs, Ecke Boulevard Magenta, stauten sich vor einigen Tagen die Leute vor einem Fleischerladen, wo kostenlos Fleisch verteilt wurde. Es handelte sich aber nicht um eine Armenspeisung oder um irgendeine andere Wohltätigkeit. Vielmehr hatte der Fleischermeister Henri eineinhalb MillionenFrankenim französischen Sweep« stäke gewonnen. Er hatte vorher jedem, der es hören wollte, versprochen, daß er einen Tag lang seine Waten kostenlos abgeben würde, wenn sein Los herauÄäme. Er hielt Wort und von 7 Uhr früh bis zum späten Abend bekam jeder ein Beafiteak oder ein Kotelett, und der glückliche Millionär sorgte sogar dafür, daß die„Kunden" sehr schnell bedient wurden. Staatsprüfungen für Mittelschnl-Zeichenlehrer, gemäß der Prüfungsordnung vom Jahre 1920, werden ab 4. November stattfinden. Neue Anmeldungen auf amtlichen Anmeldeformularen nimmt bis 26. Oki ober d. I. Dr. Kadekävek in Vertrttung des Kommissionsvorsitzenden im Institut in Prag II, Karlov« näm. 14, entgegen. Dort sind auch Kandidaten anzumelden, die bereit» begonnene Prüfungen ergän- zen wollen. Anmeldeformulare werden' unentgeltlich abgegeben. Von der Deutschen StaatSprüfungSkommissiea für daS Lehramt der Stenographie in Prag. Nächster Prüfungstermin: 11. November 1935. Vorschriftsmäßig gestempelte und belegte Gesuche bis 31. Oktober an den Direktor der Prüfungskommission E. Weiß, Gymnasialdirektor in Prag III., Zborovskä 7. Ziehung der B. d. K.-Lotterie. Im überfüllten Saale des Reichenberger HofeS fand am 16. Oktober 1935 die öffentliche Ziehung der 5. Effekten- Lotterie des Bundes der Kriegsverletzten, Witwen und Waisen, Sih Reichenberg, unter Leitung eines Notars und Aufficht eines Finanzbeamten statt., Haupttreffer enffielen auf das Los Nr. 076.473 im Werte von 100.000 XL, auf das Los Nr. 194.673 im Wette von 20.000 XL und auf das Los Nr. 136.604 im Wette von 10.000 XL. Die Ziehungsliste erscheint Samstag, den 19. Oktober l. I. Unter der Einwirkung einer ziemlich ttefen Störung, die sich nunmehr in der Nähe der norwegi- schen Küste befindet," herrschte Donnerstag in der Umgebung der Nordsee sehr unbeständiges und windiges Wetter mit raschen Temperaturänderungen.! Dagegen hat das mitteleuropäische Binnenland, wel- ches noch immer in einem Hochdruckstreifen liegt, ruhiges Herbstwetter mit erheblichen lokalen Unterschieden. In der Südostflowakei überschritt die Temperatur Donnerstag nachmittags bei heiterem Him-j mel plus 20 Grad Celsius, in Nordostböhmen wurde« bei trübem Wetter nur 11 bi» 12 Grad verzeichnet. Eine durchgreifende Aenderung des gesamten Wet- tercharakters kann bei uns noch nicht erwartet werden.— Wahrscheinliches Wetter v o» heute: In der Westhälfte des Staates: Ziemlich bewölkt und strichweise nebelig. Milde, schwacher Westwind. Im Karpathengebiete: Wechselnd bewölkt,» strichweise Ibis auf Morgennebel in den Tälern ziemlich heiter und stärkere nächtliche Abkühlung, unter? tag» mäßig warm, ruhig.— WetterauSsich- ten für Samstag: Fortdauer des ziemlich ruhigen und mäßig warmen Herbstwetters. Vom Rundfunk bnpf«hlaniwertes«ms den Programmen 1 Samstag: Prag, Sender L: 10.05: Deuffche Presse, 11'1 Schallplatte». 12.10: Opernatten, 16.50: Rundfunk I für die Jugend, 17.55: Deutsche Sendung: 80<>| Jahre Klaviermusik, Vortrag Schließner, am Kla-| vier Prof. Langer, 18.25: Der Fang, ein Hörspiel.« 18.45: Deuffche Presse, 22.15: Caruso singt a»! I Schallplatte«. Sender S: 14.10: Deuffche S«n-1 düng: Domenico Scarlatti, zur Wiederkehr seines« Geburtstages, 14.50: Deuffche Presse.— Brün»! 17.40: Deuffche Sendung: Dr. Reuter: Der vet-1 schwundene Erdteil AtlanttS.— Mährisch.Ostra« 17.15: Tanzlieder.— Kascha« 15: Orchesterkonzett-H Nr. 243 Freitag, 18. Oktober 1935 Seite 5 Slam* müssende sagen, gibt Wcf{ü)t Wenig Qelcl be- daß ihnen t r e i k- trat der dann erhalten Sie eine Lampe, die weißeres Licht und, je nach Type, bis 20% mehr Licht für ein Watt gibt. Verlangen Sie aber ausdrücklich OSRAM Q mit der aufgestempelten Licht* leistung in Dekalumen(DLm) und dem Wattverbrauch-Attest. schreckte, als ihm 1898 bei Faschoda französische Truppen entgegentraten. Nach dem Weltkriege sicherte es sich mit dem Mandat über Palästina das nördliche Vargelände des so wichtigen Kanal-, der auch zwischen 1914 und 1918 däs Ziel heftiger, aber vergeblicher deutsch-türkischer Angriffe gewesen war. östlichen Mittelmeer hat Großbritannien keine Seefestung auSgebaut und so ankern heute die englischen Panzer vor Alexandrien. Ein Detachement liegt'vor Haifa und bewacht und sichert die Rohrleitung, die das als Betriebsstoff wichtig« Mossulöl an die Küste führt. Malta, das einst so wichtige, ist im Vergleich zu Nelson vor Alexandrien, bei A b u k i r, die französische Flotte und der Alexandertraum Napoleons war damit ausgeträumt. Er mußte sich unter feiger Preisgabe seines ganzen Heeres bei Nacht und Nebel nach Frankreich flüchten. Zwei Jahre später besetzten die Engländer Malta und gaben es nie wieder heraus. Der Wiener Kongreß sprach es ihnen endgültig zu und von da an bis zum Weltkriege wurde diese im Mittelpunkt des Mittelmeeres gelegene Inselgruppe, 100 Kilometer von Sizilien, 800 Kilometer von Afrika entfernt, mit Schwimmdocks, Reparatur- >Werkstätten, Magazinen, Werften für kleinere Kriegsschiffe, Kasernen, Hospitälern und natürlich einer entsprechenden Garnison und Bestückung zum wichtigsten englischen Flottenstützpunkt im Mittelmeer ausgebaut. Malta konnte jeder westlichen Macht, gemeint war damals natürlich Frankreich, den Zugang zum östlichen Mittelmeer sperren. Von Nalien als Seemacht war im 19. Jahrhundert noch nicht die Rede. Es konnte 1866 nicht einmal der schwachen Flotte Oesterreichs widerstehen. Das 19. Jahrhundert änderte die britischen Interessen im Mittelmeer grundlegend, denn es wurde wieder Durchgangsstraße. Selbst noch vor der Erbauung des Suezkanals wurde es lohnend, die neuen Dampfschiffe in Port Said zu entladen und die Waren mit Karawanen über die \ Wüstenstrecke zum Roten Meer zu schaffen und i dort wieder an Bord von Schiffen bringen zu blassen, denn die Fahrt um Afrika herum war 12.000 Km. länger» also doch noch teurer. Mit dem Durchstich der Landenge wurde die Strecke Gibraltar— Indischer Ozean erst recht die nach der Nordatlantikpassage belebteste SchiffahrtS- -siraße der Welt. Um diesen kürzesten Weg nach schusses wegen seines mannhaften Eintretens für seine Arbeitskameraden aufs Pflaster warf. Die Arbeiterschaft nahm den Kampf auf... Seit vier Wochen steht der Stadtbezirk Nusle-Pankraz im Zeichen dieses Kampfes. Der Herr Fabrikant JaneLek hatte zwar erklärt, er werde sich keiner Streikbrecher bedienen. Aber hinter den Kulissen regte es sich schon gleich zu Beginn. Die geschlossene Front der solidarisch vorgehenden freien und nationalsozialistischen Gewerkschaften wurde zu spalten versucht, indem sich eine„G e w e r k s ch a f t" a g r a r i- s ch e r Art mit zweideutigen Kundgebungen einmischte, wobei komischerweise diese„Gewerkschaft" im Betrieb JaneLek ein einziges Mitglied zählt, das sich aber gleichfalls der sozialistischen Einheitsfront anschloß. Das agrarische Abendblatt„V e c e r"(redigiert von dem sattsam bekannten Dr. K a h ä n e k) griff mit allerlei entstellten Notizen ein, die darauf rechnet waren, die Arbeiter zu entmutigen. Diese Manöver scheiterten an dem Kampfwillen der sozialistischen Arbeiterschaft, die den Kampf nicht leichtsinnig ausgenommen hat, aher auch fest entschlossen ist, ihn durchzufechten. Die Werkleitung sah sich also genötigt, S b r e ch e r aufzutreiben und damit Kampf in ein neues Stadium. Die Herren, die gehofft hatten, das grenzenlose Elend der Zeit Streikbrecher zutreiben würde, sahen sich getäuscht. Die gesamte Metallarbeiterschaft hatte in herrlicher Soldari- tät die Sache der 800 kämpfenden Janeöek-Arbei- ter zu der ihrigen gemacht. Die Firma, die auf «s«ö v qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen ist, konnte nur einige zwanzig Subjekte unbestimmten Berufes in die Maschinensäle lok- ken. Unter ihnen ist kein einziger Hassende wußterqualifizierter Arbeiter! Seither steht Pankraz im Zeichen ständiger Pölizeüeveitschaft. Die streikbrecherischen Pfuscher werden alltäglich im Autobus unter starker Polizeibedeckung zur„Arbeit" gefahren und unter gleichen Vorsichtsmaßregeln abgeholt. Begreiflicherweise versammln sich stets Massen der streikenden Arbeiter vor dem Fabrikstor, um sich dje^St^ilbttcher.auzusehen. Die Polizei nahm >das. zipn..Anlaß,..gegen di«^stveikach«,Arbeiter» schaft ohne hinreichend«» Grund im einer Weise vorzugehen, für die die Verantwortlichen Faktoren wohl noch Rechenschaft abzulegen haben werden. Die Arbeiterschaft bewies gegenüber den Brutalitäten, durch die sich namentlich jüngere Polizisten vor ihren übereifrigen Vorgesetzten auszuzeichnen suchten, bewunderswerte Disziplin. Nach Einschreiten des Gen. Senator D u n d r beim Polizeipräsidenten befleißigt sich die Polizei eines Halbwegs korrekten Benehmens. Gerechterweise muß betont werden, daß ältere und erfahrene Polizeiorgane die auffällige„Schneidigkeit" gewisser Herren aufs schärfste verurteilen, lieber diese Dinge wird wohl vor einem anderen Forum noch gesprochen werde«. Die Janeäek-Arbeiter sind entschlossen durchzuhalten. Donnerstag fand im Garten des Nusler Bräuhauses«ine öffentliche Versammlung, die di« absolute Einmütigkeit und Entschlossenheit der streikenden Arbeiterschaft in eindrucksvolller Art hekundete, gleichzeitig aber auch die Solidarität der gesamten Metallarbeiterschaft und der Arbeiterschaft überhaupt. Und nicht nur der Arbeiterschaft! Die breitesten Schichten der Bevölkerung, selbst solche die eher nach rechts als nach links neigen, machen kein Hehl aus ihrer Sympathie für die Janeöek« Arbeiter. Das„Thl"-Theater in Nusle hat den Ertrag einer Vorstellung den Streikenden gewidmet. Ein Künstlerabepd zugunsten der kämpfenden Arbeiter unter Mitwirkung erster Kunstkräfte wird am 19. Oktober im„Lucernasaal" stattfinden. Von allen Seiten gehen bett Janeäek-Arbeitern Sympathiekundgebungen und Spenden zu. Der Abwehrkampf der Janeäek-Arbeiter hat weitere Kreise gezogen. Im Wehrausschuß des Abgeordnetenhauses wurde von sozialistischen Abgeordneten eine Interpellation an den Mini st er für Landesverteidigung eingebracht, in der auf das B o r- gehen d e r W a f f e n f a b r i k I a n e- L e k(eines Unternehmens, da» größtenteils von staatlichen Aufträgen lebt und staatliche Subventionen genießt) hingewiesen wird. Die Interpellation fragt, ob geduldet werden könne, daß eine Fabrik, die Material zur Landesverteidigung herstellt, ihre Arbeiter böswillig provozieren dürfe und ob darüber hinaus die Ergänzung minderwertigen Kriegsmaterials durch pfuscherische Streikbrecher zu dulden sei. Der Minister wird aufgefordert, im Hinblick auf diesen und andere mögliche Fäll« solcher Art, in denen die Interessen desFabriksbesitzerS mit denStäatsinteressen i n W i d erst r e i t g e r a t e n, die erforderlichen Schritte zur Sequeftierung der Waffensabriken und Verstaatlichung der Waffen- und sonstigen Kriegsindustrie einzuleiten. rb. Gibraltar und der Umgebung des SuczkanalS von Flotteustreitkräften fast entblößt. ES liegt zu nahe an den sizialianischen Flugplätzen, von denen ein bloß halbstündiger Spazierflug genügt, um über La Valetta zu kreuzen. Der englische Admiralstab disponiert, wie er es schon 1929 angekündigt hatte. Der gesicherte kürzeste Seeweg nach Ostindien ist für Großbritannien durch die Entwicklung der Luftwaffe heute schon verloren. Italien beherrscht von Sizilien aus die Straße von Pantelleria und schneidet das Mittelmeer in zwei Teile. Im Kriegsfälle mühte sich England den direkten Seelveg nach Aegypten erst erkämpfen. ,W,üü>e^WessmM, militärische-Viewall. Italiens geraten, kölmke hier eiste^tali^bnche Seemacht auSgebaut werden, die, äuf- die reichen Hilfskräfte des Landes gestützt, die südliche Einfahrt in das Rcte Meer blockieren und so überhaupt jede Seeverbindung zwischen Großbritannien und Aegypten sperren könnte. Aegypten und der Sudan sind aber heute neben Indien die wichtigsten britischen Interessensphären, der Sudan ist der größte britisch« Baumwollproduzent. Großbritannien sieht heute mit Recht die höchste Sicherheit für seine Besitzungen in aller Welt im kollektiven Sicherheitssystem und verteidigt daher dessen Ideologie. Wenn nach dem schwächlichen Schwanken der britischen Politik unter SimonS auch jetzt Zweifel an der Entschiedenheit des englischen Willens auftauchen, entspringen sie einer Verkennung der gefährdeten britischen Interessen. Metallarbeiter im Abmehrkampf Bier Woche« Streik i« der Waffenfabrik Ianeeek Britanniens Stützpunkte im Mittelmeer Von Fritz Tejeffy Gibraltar und das 1800 besetzte Malta nicht mehr aus. 1839 legte England seine schwere Hand auf Aden, 1857 im Anschluß an den Krimkrieg auf ' die Insel P e r i m, die das Rote Meer im Sü- den blockieren, erwarb 1878 auf dem Berliner «nwTCT. r- Kongsß^ZJPvim und machte sich schließlich? nach- Meeckehervschende Albion ausgewirkt hat. Nichf^ dem 1869 gegen seinen Widerspruch der Suez- nur, daß Großbritannien den Zweimächtestandard känal eröffnet worden war, zutn Hevrn von der Vorkriegszeit, denzufolge die britische Flotte! Aegypten und d«m Sudan, wobei es auch vor der stets so groß wie die zwei mächtigsten Flotten sein Kriegsdrohung gegen Frankreich nicht zurückmußte, schon auf der Flottenkonferenz von Wa-*“*“""“-■*■**■'' shingtou 1922 aufgeben und sich mit dem Ein mächtestandard, also der Gleichheit mit der stärk sten Flotte, begnügen mußte, es wird durch die Luftwaffe mit Binnenmeeren, wie zum Beispiel dem Mittelmeer in seiner Secgeltung unmittel bar bedroht. Englands Weg zur ersten Seemacht säumen die Trümmer venezianischer, genuesischer, spanischer, holländischer und französischer Galhkren und Fregatten. Als die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien um die Südspitze Afrikas das Mittel meer als Durchgangsbecken entwertet«, blieb es doch noch eines der wichtigsten Handelszentrrn, um das die europäischen Mächte einschließlich der Türkei blutige Schlachten schlugen. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts erstrebt England die Beherrschung der Meerenge von Gibraltar, denn sie bedeutet den Schlüssel zum Mittelmeer. Kein Mittelmeerschiff würde den Atlantischen Ozean erreichen, wenn es London nicht wünsche; die Holländer, Jahrzehnte lang die gefährlichsten Rivalen Englands, würden mit ihrem Mittel meerhandel von ihrer Gnade abhängig sein, wenn es Gibraltar besäße; Frankreich, Jahrhun derte lange in Kriege mit England verwickelt, müßte zwei Flotten halten, denn im Kriegsfall könnte kein Schiff aus Toulon die atlantische Küste gegen britische Schiffe verteidigen... So sprach Oliver Cromwell schon vor dreihundert Jahren und bezeichnete den Besitz des 425 Meter hohen Steilberges auf fünf Quadratkilometer Gvindfläche als das wichtig st eZiel der englischen Politik. Doch erst 1702, fast zwei Menschenalter später, als Cromwells Gebeine längst auf den Schindanger geworfen worden wä rest, hißten englische Matrosen im Verlaufe des Spanischen Erbfolgekrieges die englische Flagge über Berg und Stadt und erst weitere 25 Jahre später erfolgte die endgültige Abtretung an Eng land. Alle Versuch«, die von Spanien und Frankreich seither unternommen wurden, diesen nach Osten senkrecht zum Meer, nach Norden schroff gegen eine schmale»Landzunge abfallen den Felsblock zurückzugewinnen, waren erfolglos. äDie uneinnehmbare Festung" wird er genannt, seiter während deS Nordamerikanischen Befrei ungskrieges, in dem sich Engländer und Franzo sen feindlich gegenüberstanden, während dieser Jahre, von 1779 bis 1782, einer spanisch-fran zösischen Macht von 40.000 Mann und 47 Li nienschiffen siegreich widerstand. Seither hat kein Gegner gewagt, diese brandungumtosten Kalkfel- sey zu berennen. Fast ein Jahrhundert lang reichten die Ka-_... Konen von Gibraltar für die Beherrschung des zieren, indem sie den Obmann des Betriebsaus- Es ist bereits vier Wochen her, daß die 800- köpfige Belegschaft der Waffenfabrik I a n e L e k im Prager Außenbezirk Nusle-Pankraz in den Streik trat. Die Streikparole wurde ausgegeben, als die Werkleitung der seit längerer Zeit systematisch durchgeführten Schikanierung der Arbeiterschaft dadurch die Krone aufsetzte, daß sie den Vorsitzenden des BetriebSauS- schusses kurzerhand entließ, als dieser pflichtgemäß gegen die unerträglich gewordenen Schikanen energisch einschritt. Diesen Aki ärgsten Betriebsterrors beantworteten die Arbeiter in absoluter Einmütigkeit und Geschloffen« > heit mit der Niederlegung der Arbeit. Die Werkleitung hatte unter dem Vorwand, daß Diebstähle vorgefallen seien, die Arbeiter und ! Arbeiterinnen alltäglich Leibesvisiten ; und Kontrollen unterworfen, die nicht nur > schonungslos und entwürdigend durchgeführt wurden, sondern auch zu materiellen Schädigungen der Arbeiterschaft führten. Wie unS ein ! Arbeiter erzählte, dehnten sich derartige Kontrollen ost über eine Stunde aus und zahlreiche auswärtige Arbeiter versäumten deshalb ihre Züge und kamen erst spät in der Nacht heim. Nicht zu vergessen ist, daß die Janecek- Arbeiter, wie fast alle Metallarbeiter bei schwer ! gedrückten Lohnsätzen arbeiteten und am Samstag Löhne heimtrugen, die kaum zum dürftigsten Lebensunterhalt ihrer Familien ausreichten. In dieser Atmosphäre hatte die Werkleitung, als deren böser Geist ganz allgemein der Be- I triebSleiter Jng. Vilinskh angesehen wird, den traurigen Mut, die Arbeiterschaft zu provo- i westlichen Mittelmeeres auS. Im Osten kaperte fröhlich der Türke. Doch er war ein kranker Mann und als Napoleon in seinem Kampf auf Leben und Tod gegen die Engländer beschloß, ein zweiter Alexander,, zu Lande nach Indien zu ziehen, waren die Janitscharensäbel, die noch hun- 'Jeder Tag bringt neue Nachrichten über Ver-. dert Jahre früher bedrohlich vor Wien geblinkt stärkungen der britischen Machtmittel im Mittel- hatten, schon rostblind. Von Toulon ging die meer und die Santtionsdrohung Großbritanniens Fahrt des Korsen unentdeckt mitten durch die bri- gegen Mussolinis Italien wird immer deutlicher, tische Mittelmeerflotte, aus dem Wege wurde Nur ein politisches Kind kann heute noch glauben, sogar mit imperialer Geste Malta besetzt, auf daß sich London mit unwirksamen oder wenig' dem seit Jahrhunderten der Johanniterorden wirksamen Sanltionen zufrieden geben könnte, daß dahinsiechte, und unter den Pyramiden von Gi- die Ansammlung der größten britischen Flotten- j zeh wurde das Expeditionskorps gemustert, das macht zwischen Gibraltar uiw Port Said, di« das Indien erobern sollte. Doch inzwischen vernichtete Mittelmeer je gesehen hat, bloß eine ideologische i““ arr"* 1” Demonstration für den Völkerbundgedanken sein könnte, hinter der kein in Jahrhunderten erprob ter Machtwille stehe. Großbritannien will Mussolinis Abessinien- Abenteuer durchkreuzen und wird es durchkreuzen. England setzt eine Jahrhunderte alte Politik sorr■ und dies um so entschiedener, als eS weiß, daß> diese Fortsetzung um so schwieriger werden würde, je länger es wartet und je mächttger eS Mussolini werden läßt. Der italienische Diktator scheint sich dieser nach dem Zögern Englands Hitler gegen über unerwarteten Konsequenz des Marsches nach Adua klar zu sein und bremst, wo er noch kann. JtÄien scheint in der Mausefalle zu sein. Gewaltige brittsche Flotteneinheiten warten im Schatten des Felsens von Gibraltar und an der Mündung des Nils auf Befehle, vorgeschobene Torpedoboote und Zerstörer geistern vor Malta und in den griechischen Häfen. Der Tonnage nach ist hie Union Jack in diesem Gebiet heute schon stärker als die grünweißrote Kriegsflagge des ge einten Italiens, das in seiner noch nicht hundert jährigen Geschichte mit allen Möglichkeiten eher rechnete, als seine offenen, langgedehnten Küsten gegen englische Streitkräfte verteidigen zu müssen. Wenn die Aussichten eines englisch-italienischen Waffenganges trotzdem dem italienischen Talmi- räsar, falls es zu diesec verzweifelten Ausein andersetzung kommen und kein den Wünschen Lon dons entsprechendes Kompromiß gefunden werden! sollte, nicht völlig hoffnungslos erscheinen, liegt! da» weniger daran, daß die italienisch« Flotte heute aus modernen Einheiten besteht als die bri tische, sondern an den durch die Luftwaffe veränderten Kriegsverhältnissen, die völlig uner- pröbt find und daher die Vorstellung zulaffen, daß;._ sich die hervorragenden, hochaufgerüsteten italie«! Indien zu sichern, reichten das 1702 erworbene Nischen Luftstreitkräste gegenüber der britischen' Flotte und den viel schwächeren britischen Lust- stwitkrästen behorchten könnten. Allein die Tatsache, daß solche Erwägungen heut« möglich sind, beweist, wie ungünsttg sich die Enüvicklung d«r. yrpderyest KgyHsMttel Mx^dsis Seife 6 „Sozialdemokrat" Freitag, 18. Oktober 1835. Nr. 243 Trager fettutm Revision der ständigen Wählerverzeichnisse In diesen Tagen werden in Grotz-Prag Auszüge aus den ständigen Wählerverzeichnissen in allen Häusern aufgelegt, um Aenderungen im vergangenen Halbjahr festzustellen. Nach den revidierten Auszügen werden dann die ständigen Wählerlisten zusammengestellt. Alle Wahlberechtigten werden aufgefordert, sich zu überzeugen, ob sie in den Verzeichnissen eingetragen und insbesondere auch, ob alle Daten richtig angeführt sind. Bei den letzten Wahlen wurde festgestellt, daß viele Wähler und Wählerinnen infolge früherer Versäumnisse ihr Wahlrecht nicht ausüben konnten. Umso notwendiger ist es, daß sie die Verzeichnisse in Zukunft genau kontrollieren. Lastautotötet dreizehnjährigen Schüler. Gestern vormittags fuhr der Chauffeur Franz Dyrrhon aus Kobhlis mit seinem schweren Lastauto P—15.571 durch die Mlohorska in Vrevnov nach Prag, als ihm der 13jährige Schüler Josef Beran aus Reph auf seinem Rad entgegen kam. Der Zusammenstoß- an der Ecke Belohorstä—Mährische Gasse war so heftig, daß Beran vom Rade stürzte und mit einem Schädelbruch bewußtlos auf der Fahrbahn liegen blieb. Der Arzt der Rettungsstation Dr. Svoboda ließ ihn auf die Klinik Schloffer bringen, wo er gegen 5 Uhr nachmittags seinen Verletzungen erlag. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Obzwar Zeugen aussagen, daß der Knabe mit großer Schnelligkeit gefahren sei, wurde dem Chauffeur der Führerschein entzogen und das Strafverfahren eingeleitet. Die verhängnisvollen Kanalgitter. Gestern nachmittags fuhr der 42jährige Postbeamte Franz Just aus Wrschowitz auf seinem Rade durch die Ja- blonskygasse. Als er an der Ecke Jablonskhgaffe— HavliLekgasse ein Kanalgitter passierte, blieb sein Rad hängen und Jtist, der mit dem Kopf gegen das Pflaster stürzte, blieb bewußtlos liegen. Der zufällig vorbeigehende Arzt Dr. Novotny leistete ihm die erste Hilfe und ließ ihn auf die Klinik Schloffer bringen. Es ist dies seit drei Tagen der vierte Unfall, in dem ein Kanalgitter, gleichsam als fatales Requisit, eine Rolle spielt. B«S dem fahrenden Auto geschleudert. Der 27jährige Chauffeur Franz Zita aus Whsotschan fuhr gestern vormittags in seinem Lastauto P—13.303 Lehm zu einem Neubau in Wrschowitz. Im Auto stand der 31jährige Josef Svaiik aus Nimburg. Auf dem Wege geriet das Auto ins Schleudern, wobei Sbarik auf die Straße geworfen wurde und mit schweren inneren Verletzungen und einer Gehirnerschütterung auf die Klinik Schloffer eingeliefert wurde. Nachmittags erlag Svatik seinen Verletzungen. Lebende Fackel. Gestern morgens um 6 Uhr goß die 57jährige Private Milada Susta Petroleum in ihren Petroleumkocher, wobei sie ein brennendes Zündholz zum Anzünden bereit in der Hand hielt. Hiebei fing ihr der Spiritus unter der Hand Feuer, worauf sie im ersten Schrecken die Flasche und das Zündholz fallen ließ, so daß der Spiritus sich über den Boden ergoß und sofort entzündete. Während die Susta versuchte, selbst das Feuer zu löschen, fingen ihre Kleider zu brennen an; sie erlitt Brandwunden ersten und zweiten Grades im Gesicht und auf den Beinen, außerdem wurden ihr die Haare versengt. Nun wurde die Feuerwehr alarmiert, doch konnten die Hausbewohner das Feuer vor deren Eintreffen löschen. Die Susta wurde angewiesen, ins allgemeine Krankenhaus zu kommen, fand sich jedoch nicht ein. Die Gefahren kranker Zähne. Es ist noch wenig bekannt, daß kranke Zähne häufig die Ursache so mancher Allgemeinerkrankungen sind. Durch die Verbindung der Zähne mit der Blutbahn gelangen nägi- lich sehr leicht Krankheitskeime in andere lebenswichtige Organe, und führen so, um nür einige Beispiele zu nennen, zu Erkrankungen der Nieren und Gelenke. Deshalb gilt auch hier der Satz: Vorbeugen ist besser als heilen. Durch tägliche Pflege Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald in den Hauptrollen des Films„Die lustige Witwe" der Zähne mit einer Qualitäts-Zahnpasta, wie das jahrzehntelang bewährte Chlorodont, lasten sich die Zähne dauernd gesund erhalten, und dadurch läßt sich auch so manche Krankheit von vornherein vermeiden. Ein praktischer Kurs der tschechische« Sprache findet an der Karls-Universität unentgeltlich statt, für Anfänger jeden Dienstag, für Vorgeschrittene jeden Freitag von 5 bis 7 Uhr abends im Hörsaal Nr. 201 und 200 am Smetanovo näm. 3. Stock.— Lektor Jos. Skrbinsek. fyntfitssaal Schwerer Amtsmißbrauch eines Beamten der Zentral- sozialversicherungsanstalt Angeklagter geständig— Schwurgericht spricht ihn frei! Prag. Der 23jährige Wenzel B o b r war Beamter in der Approbationsabteilung der Zentral- j ozialversiche rungsanstalt und hat keine schlechte Karriere gemacht. Er bezog 1500 XL monatlich und hatte trotz seiner Jugend einen verantwortungsvollen Posten inne, der bewies, daß ihm seine Borgesetzten Vertrauen schenkten. Eines Tages flog nun aber eine Sache auf, die Anlaß zu einer Disziplinarunter- suchung und Revision gab, in der üble Dinge zum Vorschein kamen. Es stellte sich heraus, daß der tüchtige, junge Mann seine Amtsfunktion zu raffinierten Gaunereien mißbraucht hatte. Ihm oblag die abschließende Revision der Renten- bemessung und nach seiner Weisung führte die Liquidatur die Rentenzahlungen durch. Da er sich seiner Selbständigkeit bewußt war und wußte, daß keine Kontrolle über ihm stand, schrieb /er verschiedenen soziawersicherten Personen unter Fälschung der Belege Renten aus, die ihnen nicht gebührten, oder führte ebenso unberechtigte Erhöhungen laufender Renten durch. Freilich nicht aus Nächstenliebe und Mitgefühl für die Rentenbezieheri Wenn diese zu ihrer freudigen Ueber- raschung die unerwartete Rente bzw. Rentenerhöhung in Empfang genommen hatten, schickte er ihnen nach einigen Tagen einen Brief zu, daß irrtümlicherweise eine Ueberzählung stattgefunden habe und forderte im Einzelfall Beträge von 1000 bis 2000 XL wieder zurück. Die Rentner waren froh, ihre Rente(nach ihrer Meinung) sichergestellt zu wissen und leisteten anstandslos die „Rückzahlung", die Bobr dann in seine Tasche fließen ließ.'.' w Diesen Schwindel betrieb er systematisch. ES sind acht derartiger Fälle festgestellt und der Schaden beträgt an die 15.000 XL. Wäre Bobr nun Angestellter einer Privatfirma i gewesen, so wäre er wegen Bet tu ges vor einen Strafsenat gekommen und nichts hätte ihn vor einer empfindlichen Kerkerstrafe beioahrt.. Nun ist aber die Zentralsozialversicherungsanstalt eine Institution öffentlichen Rechtes und ihre Organe sind öffentlichen Organen gleichgestellt, also„Amtspersonen" im Sinne des Gesetzes. Dadurch wurden die Malversationen Bobrs zu einem schweren Delikt, nämlich zum Verbrechen der mißbrauchten Amtsgewalt, für welches das Strafgesetz eine Strafe von über fünf Jahren schweren Kerkers vorsieht und das also vor dem Schwurgericht zu verhandeln ist. Kurios zu sägen— diese schwere Qualifikation seiner Verfehlungen rettete den Angeklagten vor einer sicher nicht unverdienten schweren Kerkerstrafe. Bobr war voll geständig und verantwortete sich lediglich mit„N o t". Die Anklage stellt dieser Verteidigung nicht nur seine für einen jungen Menschen sehr beträchtlichen Einkünfte gegenüber, sondern verwies u. a auch darauf, daß Bobr sich ein Auto gekauft hat und sein behaupteter Geldmangel vermutlich auf die Belastung seines Einkommens durch die Abzahlungen dieses Wagens verursacht wurde. Der Angeklagte behauptete, er habe das Auto für seinen Vater gelaust, der eine Karosseriewerkstatt einrichten wollte. Bobr erläuterte weiter vor den Geschworenen seinen mühsamen Bildungsgang. Er hat sich als Sohn eines armen Wagners durch allerlei Konditionen durch das Mittelschulstudium gefrettet und unter gleichen Schwierigkeiten die versicherungsmathematische Abteilung der Technik absolviert. Dabei habe ihn sein Bruder unterstützt, dem er später habe zurückzahlen muffen. Im Jahre 1027 fand er dann Anstellung bei der ZentralsozialverficherungS- anftalt, wo er in. der geschilderten Art avancierte, um schließlich auf der Anklagebank des Schwurgerichtes seine Karriere zu beenden. An dem Faktum, daß der Angeklagte als Organ einer sozialen Institution sich schwerster Verfehlungen schuldig gemacht hat, ist freilich nicht zu rütteln. Die Ge'hworcnen sind nicht verpflichtet, ihren Wahrspruch zu begründen. Sie entscheiden, wie es in der Gelöbnisformel heißt,„nach bestem Wiffen und Gewiffen" über Schuld oder Nichtschuld, ohne an den Tatbestand gebunden zu sein, dem der Be- rufSrichter unterworfen ist. Die Geschworenen bejahte« dir Schuldfragen nur mit sechs Stimmen, so daß die zur Verurteilung erforderliche Achtstimmenmehrheit nicht erreicht wurde. Der Schwurgerichtshof mußte daher einen Freispruch fällen. Der Staatsanwalt meldete Nichtigkeitsbeschwerde an. Interessant ist, daß dieser Herr Döbr derzeit Mitarbeiter des agrarischen„B ei er" ist, in welchem der edle Herr Dr. Kahanek(seinerzeu Chefredakteur der Stkibrny-Preffe) das Regiment führt. Dieses Blatt, das bekanntlich gegen dre gegenwärtige. Regierungskoalition und somit gegen den offiziellen Kurs der eigenen Partei, vertreten durch Ministerpräsidenten Malypetr, in unglaublicher Art frondiert, hat also einen neuen Zuwachs seines Redaktionsstabes zu verzeichnen. Der Zufall will es, daß gegen den Stiefbruder und Redaktionskollegen des Herrn Bobr ein Verfahren wegen Veruntreuung anhängig ist, das dieser Tage verhandelt, aber vertagt wurde,(Dieser Redakteur Jezek stammt gleichfalls aus der redaktionellen Garde des Herrn Stribrnh.) Weiter ist der alte Kriminalbruder N o v ä k, bisher Redakteur der Stkibrny-Preffe, in die Redaktion des trefflichen. V e k e r" eingegangen, nachdem ihn Herr Stkibrny fristlos entlaffen mußte, als sein journalistischer Leibknappe(vorbestraft mit drei Jahren Kerkers) im Zuge einer Erpressungsaktion irrtümlicherweise an einem Mäzen der „Nationalen Einigung" geriet. Bobr ist also nicht der erste, der von der Anklagebank weg am Redaktionstisch des„Beker" Platz nimmt, rb. Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 21. Oktober 1935, abends 8 Uhr im Parteiheim, Prag II., Närodni 4, Dis- kussionsabend. Thema: Die Krise des Kapitalismus und die Marxistische Theorie. Referent: Genosse Werner Cohn. Z« diesem Abend sind alle unsere Mitglieder eingeladen. Die Bezirksvertretung. Juuisi attd Wkz&en Die Bekehrung Mr. Rowlinsons. Mit dieser Komödie V. Kaverins brachte das W e i n b e r« 0 e r St adttheater einen neuen russischen mn? 010** t auf die tschechische Bühne, der in sechs Endern eine einfache Geschichte von eigennützigen, m't Moral der kapitalistischen Staaten durchdrungenen, englischen Jndustrieexperten im Aufbau der Sowjetrepubliken— ohne allzu auffällige Tendenz “ Oeratbettet hat. Seine russischen Ingenieure und Konstrukteure sind einfache, wortungeübte Menschen, die hier nicht als Verfechter einer neuen Idee und Welt gelten können, sie stechen, mehr humoristisch aufgefaßt, zu primitiv ab von der selbstbewußten auglosächsischen Ueberlegenheit. Seine Engländer hat er in zwei Lager geteilt: die Mr. Pqrridoödles und Mortons, die in der neuen sozialistischen Welt Rußlands die kapitalistischen Interessen zu sichern trachten und ihre Raubzüge mit nationalen Phrasen, geheuchelter Moral und Frömmelei decken wollen; und in Leute vom Schlage des Chemikers Rowlinsons, der mit seiner Erfindung und seiner weiteren Arbeit der neuen Wirtschaftsidee»Rußland dienen will. Es wird hier nicht um Ideen gestritten; diese jungen russischen Menschen haben einen Heißhunger nach Belehrung, aber keinen Wunsch, agitatorische Leistungen zu vollbringen. Der Autor hat nicht umsonst die Sprache und das Leben der Völker im Osten Rußlands studiert, denn die verschmitzte Weisheit des kosakischen Atamans, der die Gesetze des neuen Regimes gutheißt, aber die eigenen, weil sie die eigenen sind, durchführt, sowie das wilde Kosakenmädchen Almagul geben dem Stücke die farbige originelle Note. Mr. Rowlinson braucht nicht erst bekehrt zu werden durch die Schurkerei seines Schwagers und des zukünftigen Schwiegersohnes, er verläßt Familie und opfert den Swlz des britischen Bürgers bereits in seinem Abschiedsbriefe, (der in der beißenden Ironie an B. Shaw erinnert), als ein gläubiger Bürger der Sowjetrepublik. Die Ausstattung wollte die im Stück selbst wenig berührte gigantische Arbeit des Aufbaues, die gegen die eigennützigen fremden Schädlinge geschützt werden müffe, veranschaulichen; das Spiel selbst näberte sich zeitweise einer Karikatur, kleine Striche hätten ber Aufführung mehr Tempo gegeben. m. i. Talich vorläufig Opernchef deS Nationaltheaters. Der Schulminister betraute den bekannten Dirigenten und Professor der Meisterschule am Konservatorium in Prag, Väclav Talich, mit ber vorläufigen Leitung der Oper des NattonaltheaterS bis zur endgültigen Ernennung eines Opernchefs. DaS neue Abonnement. Gute Galerieplähe ab XL 6.60, gute Parkettplätze ab XL 15.70. Gespielte Vorstellungen werden ersetzt(bis zum 1. November). Morgen zum ersten Male Bons in der Kleinen Bühne. Bortragsmatinee Lilli Freud-Marle Sonntag, halb 12 Uhr in der Kleinen Bühne. Vollständig neues Programm I Preise: XL 6.— dis 25.—. SamStag Erstaufführung„Im Londoner Nebel" von Gaetano Fazio. 50proz. Bons für B 1, B 2, C 1. Einen Damenaushilfschor für große Opern bildet das Deutsche Theater. Anmeldung kunstfreudiger Bewerberinnen bei der Chordirektion, Deutsches Theater. Spielplan deS Renen Deutschen TheaterS. Freitag halb 8: D er B e t t e l st u d e n t, D 1.— Samstag halb 8: Der Feldherrnhügel. Erstaufführung, A 2.— Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8 Uhr: Mädchen füralleS, volkstümliche Vorstellung.— Samstag halb 8:JmLondoner Nebel, Erstaufführung. Willy Fritsch und Käthe Gold in dem Film„Die Götter amüsieren sich" Die Deutsche Hochschulgewerkschaft veranstaltet am Montag, dem 21. Oktober, um 20 Uhr im Hörsaal für Experimentalphysik im Naturwissenschaftlichen Institut einen Vortrag über„Hochschulreform". Es spricht Priv.-Doz. Dr. Blüh. Hollands Arbeiterhandballer verliere» in der Schweiz In Zürich wurde vergangenen Sonntag der Handball-Länderwettkampf Holland gegen die Schweiz(Satus) ausgetragen. Es fiel für die Holländer nicht gut aus, denn sie verloren den Kampf mit 6:12. Eine Niederlage, die nicht erwartet wurde. Das Spiel war in der ersten Hälfte auf beiden Seiten ungewöhnlich schnell und schön. Dir Schweizer schaffen in der 12. Minute das erste Tor, die Holländer glichen darauf aus, aber die Gastgeber sind glücklicher und gehen wieder in Führung. Ein Strafwurf bringt für Holland den Ausgleich. Dan« erringt bis zur Pause die Schweiz eine 4^-Führung. Nach dem Wechsel führen die Schweizer nach einem Reigen von Toren mit 10:2. Den Holländern gelingt es wohl, durch vier Tore das Ergebnis zu verringern, aber zwei weitere Tore der Schweizer stellen das Endergebnis her. Bei der Schweizer Verbandsmannschaft war der Tormann ausgezeichnet und auch der Angriff zeigte sich nach der Pause sehr schußfreudig, da die Holländer infolge Uebermüdung nicht mehr jenen Widerstand entgegensetzen konnten wie in der ersten Spielhälfte. Am Vortag trugen die Holländer in Bern einen Stadtewettkampf aus, der ebenfalls mit einer Niederlage endete. Die Kreisspielleitung für Fnßball des 5. Kreiset hält Sonntag, 20. Oktober, vormittags 9 llhr, in Aussig, Volkshaus, die fällige Kreisspielausschußsitzung ab. Die Genossen Funktionäre werden ersucht, vollzählig und zeitgerecht z« erscheinen, da reichhaltiges Material der Erledigung zugeführt werden muß. Die leichtathletischen Kreismeifterschasten der Arbeitersportler Ungarns brachten einige gute Resultate, und zwar: 110 Meter Hürden: Bencsik 17.3 Sek.(Bestleistung), 400 Meter Hürden: Söti 60.1 Sek., 800 Meter: Väraljai 2:04.8 Min., 8000 Meter: NLmeth 8:54.6 Min., 10 Kilometer: Nkmetb 32:44 Min., 4X1000 Meter: MTE Budapest 11:04.8 Min.— Frauen: 60 Meter: DLak 8.8 Sek., 80 Meter Hürden: Loväsc 14.6 Sek., Weitsprung: Deak 4.85 Meter, 4X100 Meter: MTlt Budapest 56 Sek. Die ungarischen Arbeitersportler haben bisher keine eigenen Sportplätze, sie müssen auf den bürgerliche« Plätzen üben. Erft jetzt bekommen sie in der N ö b e von Bu d ap e.st eine Fläche, wo der erste Arbeitersportplatz erbaut wird. Mitteilungen aus dem Publikum. Es regnet Schnupfen! Tatsächlich: die feuchte Kälte im Herbst zieht„durch Mark und Bein" und ist glücklich, wenn sie ein„Augriffsobjekt", eine nicht ganz widerstandsfähige Körperstelle findet.— Wappnen Sie sich! Regelmäßige Einreibungen' mit dem Alpa-Franzbranntwein bekämpfen diese Angriffs höchst wirksam; das sagt sicher auch Ihr Arzt! Urania-Kino, Klimentshä 4. Fernsprecher 61628. Ende sdiledit alles gut Mit Sfilt Ssalalt in der Hauptrolle. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung mS Hau» oder bei Bezug durch die Poft monatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48.—, halbjährig XL 96.—. ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Laris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rewurmarken.— Die ZeitungSsrankatur wurde von der Pott- und Lele« qraphendlrektion mit Erlaß Nr. 1S.800/VII/1S80 bewilligt.— Druckerei:„Ork-iS" Druck- BerlagS- und ZeitungS-A.-G. Prag. f b hi f« L h> S« * di Y, «i bi l( Sc te fo. Iq ih> rtl Se fiö iio, E< »u siv Y>i h>e Y>c tu. Sc Wo b, fa »e ky siö tze tii uh h Mi fei