3 I e e t e 11 ST 0 it ne 0 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Onu 200 ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB, CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG, 15. Jahrgang Keine Blockade ohne Amerika London. In seiner Rundfunkwahlrede erklärte Ministerpräsident Baldwin, er werde niemals seine Zustimmung dazu erteilen, daß sich Großbritannien an einer Blockade beteilige, che es sich nicht vorher über den Standpunkt der Vereinigten Staaten informiert habe. Die britische Marine würde vielleicht ebenso wie die übrigen im Falle, daß ein Erfolg verzeichnet werden würde, alle Arten von Schwierigkeiten verspüren; sollte aber die Blockade keinen Erfolg verzeichnen, so würde diese Schwierigkeiten Großbritannien allein zu spüren haben. Schutz der Republik auch in Frankreich aktuell Paris. Auf dem Kongreß der radikalen Partei wurde die von J. Zay vorgeschlagene Tagesordnung einmütig angenommen. Die Resolution fordert die Regierung auf, mit größter Verantwortlichkeit das republitanische Regime zu schützen. Der Kongreß der Radikalen so heißt es in der Nefolution verurteilt die Tätigkeit jener Gruppen, die offen auf den Bürgerkrieg hinarbeiten. Die Radikalen würden sich genötigt sehen, selbst das republikanische Regime zu schützen, wenn die staatlichen Behörden dies nicht tun sollten. Der Kongreß verlangt deshalb, daß die Regierung alle Versammlungen halbmilitärischen Charakters verbiete, auch wenn sie auf individuelle Einladungen hin und auf Privatbesitz erfolgen. Die k. u.k. Tradition Wien. Im Rahmen einer großen Militärparade auf dem Heldenplatz und auf der Ringstraße wurden die Fahnen, Standarten und andere Abzeichen der alten österreichischen Armee, welche nach dem Weltkriege im Militärmuseum hinterlegt worden waren, dem österreichischen Bundesheere übergeben. In dem Tagesbefehl, den aus diesem Anlaß Bundespräsident Miklas ausgab, werden die Soldaten des Bundesheeres aufgefordert, der Tradition der alten Armee die Treue zu wahren. Und kleine Schönheitsfehler: In St. Veit wurde eine nationalsozialistische Bentrale ausgehoben. Die Gendarmerie verhaftete den Inhaber einer Buchdruckerei, Michael Mayrhofer, der illegales Propagandamaterial herstellte, und beschlagnahmte ein größeres Magazin bieses berhaftet. K. u. k. Justiz: Sonntag, 27. Oktober 1935 Einzelpreis 70 Hoffer ( einschließlick 5 Heller Porto) Nr. 251 Staatsfeiertag- Kampftag! Der tschechische Fascismus hindert die Verständigung der Völker der Republik, er hat Hunderttausende deutsche Menschen, die einst zu diesem Staat standen, in den Nazismus getrieben, er liefert täglich die bravsten und treuesten Kämpfer für den demokratischen Gedanken und für die Sache des Staates an den Moloch Krise aus, läßt sie verzweifeln an Hilfe und Verständnis, läßt ihre Opfer finnlos werden. Dieser tschechische Fascismus darf nicht unterschätzt werden, indem er als Partei und zahlenmäßig mechanisch in die Rechnung gestellt wird. Er ist gefährlich vor allem als Ideologie, als Dentart und Stimmung, die lähmend auf dem Leben dieses Landes lastet, es durchdringt und vergiftet. Er zerstört die Verständigungsbereitschaft und rührt mit seiner Wühlarbeit an die Fundamente des Staates. Er ist dafür verantwortlich zu machen, daß die gefährlichen Treibereien des Hitlerismus von weiten Kreisen des tschechischen Volkes ebenso leichtfertig übersehen, wie andererseits die Opfer und Leistungen der deutschen sozialistischen Arbeiter für Staat und Demokratie mißachtet werden. Dieser kurzsichtige, engherzige, bornierte Nationalismus, der die Pflichten und geschichtlichen Aufgaben eines wahren Staatsvolkes nicht erkennt, vergiftet die Atmosphäre, daß in ihr fein freudiger Willen zum Staat aufkommen soll, er hat die Bürokratie angesteckt und stumpft so die Waffe des Staates ab, seinen Apparat, droht ihn untauglich zu machen für die wesentlichsten Aufgaben. Er wird flankiert vom offenen ParteiFascismus, der die Kapitulation vor Hitler predigt, der die Republik erst zu einer Brutstätte der Reaktion machen will, damit sie dann reif sei für die Einverleibung in das ,, Mitteleuropa" Hitlerischer Konzeption. Dem Walten dieser beiden Faktoren ist es zu danken, daß der andere Feind des demokratischen Staates offen und frech zum Schlage rüsten kann, in den Betrieben, im öffentlichen Leben der Randgebiete, der meistgefährdeten Gebiete der Republik, die Republikaner und Demokraten terrorisieren, die deutschen Arbeiter aushungern und vergewaltigen kann. Ohne den tscheDer 28. Oftober 1918 ist in seinem äuße- 1 Kein Staat Europas steht heute so im hischen Fascismus gibt es feiren Verlauf eine friedliche und unblutige Revo- Brennpunkt der Gefahren wie die Tschechoslo- in der Republik, ohne den Geist der Stří Tschechoslo- nen deutschen dieses Ausmaßes lution geweſen. Die Tschechen hätten den eng- wakei. In Warschau und Budapest ſchürt der lischen Begriff der glorreichen und unblutigen kriegslüsterne Revisionismus das Feuer, in Ber- brný und Gajda, der ja über die fascistischen Parteien hinaus vergiftend und zersetzend wirkt. Revolution"( von 1688) annettieren können, um lin harren fanatische Abenteurer des neuen den Wendepunkt ihrer Geschichte zu kennzeichnen. Mythos und nüchterne Rechner des chemisch- bat- gibt es keinen Henlein und keine innere HitlerAber niemand, der in dem Staate lebt, der am teriologischen Krieges der Stunde, da sie aus- gefahr. Wien. Der Oberste Gerichtshof in Wien 28. Oftober 1918 auf den Straßen von Prag holen können zum Griff nach fernen Zielen, zu tober fortzusetzen, um uns für die Behauptung Um den Kampf für das Werk des 28. Offällte in Sachen der Nichtigkeitsbeschwerde im ausgerufen wurde, darf vergessen, daß der 28. denen ihnen der demokratische Staat im Herzen des 28. Oftober zu rüsten, müssen wir diese Gegroßen Prozeß gegen die Führer des aufgelösten Oktober eine sehr lange Vorgeschichte hat und Mitteleuropas den Weg verlegt. Republikanischen Schutzbundes das Urteil. Der fahren erkennen und ihnen beizeiten und mit Eberste Gerichtshof entſprach nur der Nichtig daß diese Vorgeschichte ausgefüllt ist von schweAber die entscheidenden Gefahren allen tauglichen Mitteln begegnen. Vielleicht sind teitsbeschwerde Theodor ren, oft am Rande nationaler Katastrophen ver- für diese Republik steigen nicht von der Spree wir deutschen Sozialdemokra Schuh bauer, des ehemaligen Kommandan- laufenden, sehr blutigen Kämpfen. Die Geschichte und von der Weichsel, nicht von München und ten, die wir innerhalb dieses europäischen Wetten der Gemeindeivache, der zu zehn Jahren Ker- des 28. Oktober, das ist auch die Geschichte des Budapeſt auf, sondern von der Moldau und der terwinkels wieder am stürmischesten Eck die Wacht fers verurteilt worden war. Bei allen übrigen tschechischen Erwachens, der Erhebung von 1848, Eger, aus den Quartieren und Brutstätten des halten, heute die Einzigen, die den ganzen Angeklagten wurde die Nichtigkeitsbeschwerde die Geschichte Havliček Borovskys und anderer, heimischen Fascismus. Eine Nation, die sich umfang der Gefahr und die Punkte zum Teil verworfen, zum Teil wurde das Urteil die im Sterker starben, die Leidensgeschichte der nicht selbst aufgibt, kann der Ansturm äußerer erkennen, an denen der Kampf gegen sie einsetzen bis zur nächsten öffentlichen Verhandlung ver- tschechischen Arbeiterklasse und des tschechischen Feinde nicht hinwegfegen. Sie wird sich zu weh- muß. Wenn wir uns heute aufs neue mit ehrtagt, die Ende November d. J. stattfindet. Sozialismus, die ist die Geschichte des Wahl- ren wissen und sie wird mächtige Freunde finden. licher Ueberzeugung zur demokraitschen tschechodes Angeklagten Das Gericht in Wiener Neustadt verurteilte den rechtskampfes im alten Desterreich, des Ringens Sie stehen in Moskau und Paris bereit, die slowakischen Republik bekennen, zu ihrer VerfajFriedrich Egger, einen Staatsbürger, der schlecht deutsch spricht, der Tschechen um Geltung, Mitbestimmung, Tschechoslowakei gegen die Angriffe der fascisti sung, zum Geiste ihrer Schöpfer, zu ihrer Frieaber ein eifriger Anhänger der Nationalsozialisten nationales Eigenleben. Sie ist die Geschichte der schen Mächte zu schüßen. Einen demokratischen denspolitik und zum Gedanken enger Schicksals. war, zu fünf Jahren schwerem Sterker, weil er im Standgerichte und Galgen, der Kerfer und der Staat, einen Staat, der die attiven Sträfte der verbundenheit der Völfer im böhmisch- mährischen Jänner 1934 Papierböller in Wiener Neustadt ge- Demütigung im Weltkrieg, die Geschichte der Nation zu entfesseln vermag, fann ein fonter- Raum, so wollen wir doch dem tschechischen Volf. Legionen in Europa und Asien. Der 28. Ot- revolutionäres Komplott nicht von der Karte unseren Freunden im tschechischen Volk auch tober war das unblutige Ergeb tilgen. Eine wahre Demokratie zurufen: der glorreiche Sieg nach schwerem Ringen. Daran zu denken, ist heute nötiger als je in den Jahren seit 1918. worfen hatte. Der englische Wahlkampf is fehr blutiger Kämpfe, er war hält stand im stärksten Sturm. Hört unsere Warnung 1 Wir, beginnt Denn nichts, was durch Menschenkraft geschaffen wird, ist anders zu behaupten als durch Die Feinde der Republik stehen die wir auf der äußersten Bastion der Festung im tschechoslowakischen wie im Vorposten gefaßt haben, mahnen Euch, beschwödeutschen Lager. Das eine oder das an- ren Euch, nicht abzulassen vom Kampf für den dere zu übersehen, wäre gefährlicher Leichtsinn. Geist des 28. Oktober. Hütet diesen Geist, erDer tschechische Nationalismus, neuert ihn täglich, treibt seine versteckten und London. Die Auflösung des alten Parlaments hat das Zeichen für die Eröffnung. des Wahlfeldzuges in England gegeben. Für die 615 Barlamentssitze sind bis zum Augenblick etwa stellt worden. Die Regierung verfügt über an- des 28. Oftober, durch Kampfer das Werk des 28. Oftober nicht minder als der Rücken fechten können, immer ergeben der Arbeit 1270 Kandidaten, darunter 750 Frauen, aufge-/ die gleichen Kräfte, die es schufen. Das Wert der tschechische Fascismus bedrohen offenen Feinde zu Paaren, damit wir mit freiem nähernb 600 Kandidaten, während die Arbeiter- rungen, wird nur durch Kampf gefarnte Irredentis mus der deutschen und dem Frieden, stets bereit, Frieden und opposition bisher 530 aufgestellt hat. Arbeit zu verteidigen mit jedem Einsatz! behauptet werden. ¡ Nazi. Seit- 2 Sonntag, 27. Oktober 1935 Nr. 251 Vor der Durchführung der Sanktionen Lavals Vermittlungsaktion bisher ergebnislos London. Die finanziellen Sanktionen Großbritanniens gegen Italien treten am 29. Oktober in Kraft. Die Frist, die auf DrLngen Lavals vor dem Jnkraftsetze» der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Italien noch eingeschaltet wurde, um Lavals Bermitt- lungsaktion nicht zu behindern» läuft zu Beginn der nächsten Woche ab» ohne daß bisher Lavals Bemühmigen auch nur den geringsten greifbaren Erfolg gehabt hätten. An Pariser offiziellen Stellen werden ausdrücklich die Gerüchte dementiert, daß Laval sich für eine weitere Bertagung der Sanktionen einsetzen wolle. Auch von englischer Seite wird es für unwahrscheinlich gehalten» daß die französisch.italienischen Verhandlungen noch vor dem Inkrafttreten der Sanktionen zu irgendeinem Erfolg führen könnten. In London glaubt man, daß für die Mächte in Genf gar keine andere Möglichkeit bestehen wird, alS zu den im Prinzip bereits entschiedenen wirtschaftlichen Sanktio, neu zu greifen. Rach einer Reuter-Meldung hat Laval die britische Regierung über einige aus italienischer Quelle stammende Friedensvorschläg» informiert, doch wird in London betont, daß die FriedenSfragen vom Bölkerbuud diskutiert werden müßte«. Aus der letzten Unterredung Lavals mit de« italienischen Botschafter scheint hervorzugehen, daß Italien zwar grundsätzlich zu Verhandlungen bereit ist, daß aber die italienischen Lorschläge von den englischen Ansichten noch weit entfernt sind. Ueber diese Besprechungen wird absolutes Stillschweigen bewahrt. Im Rom ist man darüber befremde 1» daß noch keine amtliche Mitteilung über eine Zurückziehung englischer Kriegsschiffe auS dem Mittelmeer vorliegt. Keine direkten Friedensverhandlungen Die von einem amerikanischen Nachrichtendienst aus Addis Abeba verbreitete Nachricht Presseberlchtisung Zu dem Artikel„Ein Wort zum Ueberfall auf die Gesandtschaft in Berlin" vom 23. Oktober 1935 sendet Uns Dr. W. Brand folgende Berichtigung: „Es ist unwahr, daß ich der wirkliche Führer der SdP bin und daß ich kürzlich erklärte, der Weg der Verständigung liege nicht auf der Linie Asch—Prag, sondern auf der Linie Berlin— Prag. Wahr ist vielmehr, daß diese Erklärung Herr Abg. Dr. Reuwirth abgegeben hat. Dr. Walter Brand." Was die wahr« Führerschaft betrifft, ist Herr Brand zu bescheiden. Dgtz Herr Reuwirth ans der Linie Berlin—Prag operiert, ist uns nicht neu. Interessant ist nur, daß Brand sich anscheinend von ihr zu distanzieren wünscht, obwohl er in Teplitz erst verriet, daß Asch nahe bei Nürnberg liegt. über die Einleitung direkter Friedensverhandlungen Italiens mit Abessinien wird von amtlicher italienischer Seite als gänzlich unbegründet bezeichnet. Mussolini droht Nom. Ministerpräsident Mussolini erließ zum 13. Jahrestag des Marsches auf Rom einen Befehl an die Schwarzhemden, in dem eS ins besondere heißt: Wenn uns eine wirtschaftliche Blockade drohen wird, welche durch die Geschichte als unsinniges Verbrechen verurteilt werden wird, das nur zur Vermehrung der Unordnung und der Verzweiflung unter den Völkern führt, dann werden alle Italiener, die dieses Namens würdig sind, kämpfen und sich noch fester zur Verteidigung des Vaterlandes organisieren. Sie werden zwischen Freund und Feind unterscheiden und lange an das G^e schehene zurückdenken; diese Erinnerung wird sich von den Vätern auf die Kinder vererben. vis rum letzten Mann... wird der Nexus sein Luid verteidigen P a riS. In einer Rundfunk-Reportage des „Paris S o i r" aus Addis Abeba erklärte der abessinische Kaiser, daß die gegenwärtige Ruhe nach der Offensive vom 3. d. M. nur die Borbe- rritnng für eine neue Offensive fei. Er erwähnte die Kriegsschrccken und verwies darauf, daß die Bevölkerung Frankreichs, die diese Schrecken gut kenne, die Stellung Abessiniens begreifen werde, das seinen Boden bis zum letzten Mann verteidigen werde. Vom Kriegsschauplatz Rom. Nach den hier vorliegenden Nachrichten von der Somali-Front rücken die italienischen Truppen in Ogaden immer weiter vor, und sind nunmehr in das Tal von B u r a i eingedrungen. Die italienischen Tanks stießen hier auf beträchtlichen feindlichen Widerstand, vermochten aber auch hier die Abessinier in die Flucht zu schlagen. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht. Srak Vinci auf der Heimreise Der italienische Gesandte in Abessinien Graf Vinci und der Militärattache Oberst Calderini sind am Samstag mit einem Sonderwagen, der an den Zug angeschlossen wurde, aus Addis Abeba abgereist. Auf ihrer Reise werden sie von einer Abteilung der kaiserlichen GaiHe begleitet. Die Bevölkerung verhielt sich ruhig und es kam zu keinerlei Demonstrationen. Der italienische Konsul aus Magalo kommt nach Hadama, wo er die Ankunft des Zuges Erwartet, und alle drei setzen scldann die Reise nach Dschibutti fort. Vie Beschwerden der DNSAP und der Nationalpartei abgewiesen Interessante Begründung der Entscheidungen Prag. Wie bereits berichtet, hatte sich das ObersteVerwaltungsgericht diese Woche mit den Beschwerden der aufgelösten NSDAP, und der eingestellten deutschen Natio- nalpartei zu befassen. Samstag um 11 Uhr verkündete Senatspräsident Hächa die Entscheidung über sämtliche 28 in diesen Angelegenheiten eingebrachten Verwaltungsbeschwerden. Die Beschwerde des Jng. Rudolf Jung wurde, soweit sie in eigenem Namen eingebracht war, wegen Mangels der Legitimation a limine abgewiesen. Dagegen wurde das Beschwerderecht des geflüchteten Jung in seiner Eigenschaft als ehemaligen Parteivorsitzender anerkannt und die Sache verhandelt. Soweit die Beschwerde gegen die Auflö- snng der DRSAP nicht von Hans aus abge- wirsen wurde, wurde sie als unbegründet verworfen. In der Begründung wird ausgeführt, daß nach den ausdrücklichen Bestimmungen des Gesetzes über die Auflösung politischer Parteien die vorher erfolgte freiwillige Auflösung kein Hindernis für die nachträgliche behördliche Auflösung darstelle, so daß die von den Beschwerdeführern behauptete Gesetzwidrigkeit nicht vorliegt. Was den Einwand der B e r- fassungSwidrigkeit des Parteiauf- lösungsgesetzes betrifft, stellt'die Entscheidung fest, daß daS Oberste Verwaltungsgericht(wie alle übrigen Gerichte) im Sinne des Paragraph 80 der Verfassungsurkunde an jedes ordentlich kundgemachte Gesetz gebunden und zur Feststellung einer allfälligen Verfassungswidrigkeit des betreffenden Gesetzes gar nicht berechtigt ist. Eine solche kann nur das V e r- fassungSgericht konstatieren. Insoweit sich aber'die Befchwerde auf Mön- g e l d e S Versa hre n s beruft, müsse festgestellt werden, daß das Vorbringen der Anklage keine wesentlichen Mängel im Sinne des Paragraph 34 der BerwaltungSordnung enthalte. Was insbesondere die Würdigung der Volkssporturteile betrifft, konstatiert di« Entscheidung, daß diese nicht vom Standpunkt der RechtSauSlegung in Betracht gezogen, sondern als bloße Feststellungen gewertet wurden. Sich mit dem Meritum eine« rechtskräftigen Urteils ordentlicher Gerichte zu befassen, Hobe kein europäisches verwaltungSrecht- licheS Tribunal das Recht und die Möglichkeit. Di« 26 nationalparteilichen Beschwerden gegen die behördliche Einstellung der Parteitätigkeit, die von sechs Pa.rteiorganisa- t i o n e n und außerdem von zwanzig nationalparteilichen Selbstverwaltungs-Funktionären eingebracht wurden, verfielen soweit sie im eigenen Namen eingebracht wurden, gleichfalls von vornherein der A b w e i s u n g. Soweit sie verhandelt wurden, wurden die Beschwerden gleichfalls verworfen. Die umfangreiche eingehende Begründung dieser Entscheidung ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zunächst wird festgestellt, daß im Sinne des Paragraph 22, Abs. 2. des ParteiauflösungSgesetzes die Auflösung einerPartei grundsätzlich die gleiche Bedeutung habe, wie die behördliche Einstellung ihrer Tätigkeit. Die Einstellung erfolgt nicht, wie die Beschwerdeführer irrtümlich annehmen, durch den bekannten Regierungsbe- schluß, sondern im Sinne dieses Beschlusses durch die zuständigen Bezirks-, bzw. Polizeiämter nach dem Vereinsgesetz. Der Regierungsbeschluß besitzt lediglich die Bedeutung einer internen Wei- s u n g an die politischen Behörden. Im übrigen sei aber die von den Beschwerden behauptete Ungesetzlichkeit dieses RegierungsbeschluffeS(die Abstimmung „per vollem") durch keine der einschlägigen Bestimmungen nachzuweisen. Ueberdies sei der Beschluß nachträglich durch das Parteiauflösungsgesetz sank-/ tioniert und dadurch der Ueberprüfung durch das Verwaltungsgericht entzogen worden. Davon abgesehen existiere keine gesetzliitz« Bestimmung, nach welcher die politischen Partei«» nicht unter di« Bestimmungen des BerrinSgesetze» gestellt werden dürften. Der Begriff einer parteipolitischen Organisation läßt sich nach Ansicht des Senates ohne Gewaltsamkeit unter die Bestimmungen deS Vereins- gesetzes subsumieren, zumal die im Bereinsgesetz angeführten äußeren Merkmale eines Vereines auch die Parteien aufweisen. In' diesem interessantes Passus der Begründung wird u. a. ausgeführt:-« Durch die Gesetzgebung seien allerdings dH politischen Parteien besondere Rechte verliehen worden.(Wahlordnung, Wahlgericht) demgegenüber besteht aber eine sehr bedenkliche Lücke, da keine N»r>» über Bildung und RechtSbestand einer politische» Partei besteht, so daß nicht zu verwundern ist, da^ man auf der Suche nach einer Norm immer wieder auf das BereinSgesetz stößt. ES könne also nicht vo» einem Verswß gegen gesetzliche Bestimmungen gesprochen werden, wenn die politischen Behörden gegen die beschwerdeführenden Organisationen■'’ fl gleicher Weise einschreiten, wie gegen einen Verein der sich Verstöße gegen daS Dereinsgesetz zuschuld«» kommen läßt. rh. f SS VILLA OASE oder; DIE FALSCHEN BORGER Roman von Eugene Debit Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Blattwerk überwucherte die Mauern, so daß her Garten unermeßlich groß wirkte. Die Insekten summten, der Wind bewegte das leise plätschernde Wasser. Julien schloß die Augen. Er geriet immer mehr ins Träumen. Bald neigte er sich über seine Frau und streichelte sie, bald fuhr er mit ihr im Kahn, und sie sang. Erwachte er, konnte er zunächst nicht fassen, daß er allein war. Er strich mit der Hand über die feuchte Stirn, starrte aufs Wasser und auf die einsamen Wege und seufzte:»Ich werde alt." Seine Augen wurden schwach. Um so feiner wurde sein Gehör. Wenn Solange mst ihren Geschwistern draußen spielte, also im Hause kein Aufpasser war, schlich er sich hinein und trank ein GlaS, um frisch zu werden. So wurde es ihm leichter, den Abend und die Gesellschaft des Vaters Pougette zu erwarten. Eines Sonntags saß er noch im Schlafzimmer, als Solange ihm Besuch meldete. Besuch? Den hatte er lange nicht gehabt. „Ach, ihr serd's", brummte er, als er unten seiner Verwandtschaft gegenüberstand. „Ich dachte schon, du wärest krank", sagte Berthe.„Man hört ja gar nichts mehr von dir." •„Nichts ruft mich nach Paris. Ich bin eben erst«lfgestanden. Ich mopse mich, Kinder." „Uns geht-S nicht besser", gestand Ernest. „Ach, weißt du, Dicker..." Beide waren nahe an sechzig. Ein schönes Alter. Sie hatten ihren Hosenboden auf derselben Schulbank durchgesessen. Das Leben hatte sie getrennt, aber jetzt fanden sie sich wieder zusammen. Julien brüstete sich nicht möhr damit, daß er er," folgreicher gewesen als sein Schwager. Im Gegenteil: er beklagte ihn, daß er sich noch inuner schinden müsse, und teilte seinen politischen Standpunkt. Beim Frühstück sagte er: „Zum Essen trinke ich nicht mehr. Aber ein Gläschen Pernod vor Tisch hat noch keinem Menschen geschadet." Den Kaffee wollten sie im Garten genießen. Sie setzten sich an den Teich und hielten ihre Tasse in der Hand. „Die arme Irma", jammerte Berthe. „Wenn ich bedenke, daß sie hier so elend gestorben ist...'" „Das sage ich mir jeden Tag", erklärte Julien.„Ich kann noch nicht glauben, daß sie nie mehr wiederkommt. Ach, das Leben macht keinen Spaß mehr." „Mußt die Zähne zusammenbeißen." Sie standen auf, um eine Wanderung durch den Garten zu machen, Etienne neben seinem Vater, Julien mit seiner Schwester, die er am Arm führte. An einer Stelle kamen sie nicht weiter. Brombeersträucher versperrten den Weg. Der Gemüsegarten war überwuchert von Quecken. „Voriges Jahr war der Garten schöner", bemerkte Berthe. „Mir gefällt es hier nicht mehr. Ich bin wie du. Die Bäume auf den Boulevards genügen mir. Das Land ist eine Sonntagsangelegenheit." „Oder man muß da geboren sein. Ich könnte mich nie enffchließen, die Stadt zu verlassen, mir könnte einer noch was zuzahlen. Verkauf« doch das HauS." „Das Haus verkaufen? Daran habe ich auch schon gedacht." Die Nähe seiner Schwester hob sein Selbstvertrauen. Es ging ein Lüftchen. Er fühlte sich leichter. Ja, weshalb sollte er die Villa Oase nicht verkisinmeln? Sie sprachen den ganzen Nachmittag von nichts anderem. Julien würde auf Montmartre eine Keine, bescheidene Wohnung mieten— da Irma nicht mehr da war, hatte auch der Größenwahn keine Berechtigung mehr— und Berthe ihm die Wirffchaft führen. Er würde bei ihr essen, sein Leben im Familienkreise beschließen. Gegen Abend brachte er die Verwandten zur Bahn. Als der Zug sich in Bewegung setzte, hob er den Stock und rief:„Auf bald!" Das war ein guter Tag gewesen, der einen erfreulichen Entschluß hatte reifen lassen. Er genoß schon im Geiste die schönen Stunden, die er in der Lorraine und im Cafe des Courses verbringen würde. Vielleicht nahm er bald Papa Adams Stelle ein. Gestrafft und schneller als sonst ging er durch die Haupfftraße. Jemand grüßte ihn. Er sah auf und erkannte Maigret. „Ich glaubte. Sie wären gestorben", redete der Lehrer ihn an. „Mein Gott, man wird nie fertig mit der Arbeit. Wollen wir Paul guten Abend sagen?" Pauhwar hoch erfreut, ebenso der Pfarrer. Auch Julien war glücklich über das Wiedersehen und sagte ausgelassen: „Eine große Neuigkeit, Herrschaften." „Willst du dich etwa wieder verheiraten?" fragte Maigret. „Ich will die Billa Oase verkaufen und nach Paname zurück ziehen. Schluß mtt dem Landleben!" „Glückspilz", sagte Pater Doutre.„Wenn es Ihr Ernst ist, wüßte ich einen Käufer, der bar zahlt. Unter uns wäre das Geschäft einfacher, als wenn Sie einen Bermfttler beauftragten." „Ich möchte die Sache nicht auf die lange Bank schieben. 2m Winter will ich nicht mehr hier sein." Julien verbrachte eine ruhige Nacht. Als er erwachte, hatte er den Kopf voller Pläne. Er wollte den Garten säubern, das Haus in Ordnung bringen, keine Minute verlieren. Denn am Sonntag kam der Pfarrer mit dem Käufer. Er holte eine Sense aus dem Waschhaus und begann zu mähen. Unter jcinM- Streichen sanken Gräser und wilde Blumen und hatten im Vergehen einen berauschenden Duft. Dsi I Sonne brannte ihm auf den Schädel. Zuweile» I hielt er inne, um eine Zigarette zu rauchen, stoÜ sein Werk zu betrachten und einen Gedanken o» Irma, der ihn hartnäckig verfolgte, zu verjaget „Alles in allem hat sie sich über»>w mokiert." Er hatte nie geduldet, daß man ihn zu>»' besten hielt. Wenn je einer den Versuch machte- ihn zu hänseln, hatte er, eins, zwei, die Aerüm aufgekrempelt. Einer Keilerei war er nie aus dei» Wege gegangen. In Transvaal, in Argenttnie» I hatte er sich mehr als einmal seiner Haut gewehrt Auf gute französische Art. „Wenn mir dieser Mfred, dieser ekelhaft I Kerl, je in die Quere kommen sollte..." Sein ganzer Zorn galt jetzt ihm. Irma Z» I betrügen, die von den Dingen nichts verstand war kein Kunststück gewesen... Er versuchte sich die Augenbllcke vorzustelle»- die sie mit ihrem Geliebten zugebracht hatte. um die Erinnerungen zu sammeln, aus kein«? anderen Grunde. Sie entglitten ihm langsam, dir Erinnerungen. Den Klang ihrer Stimme hatte' ft nicht mehr im Ohr. Er sah die Photographien n»- auf denen ihr Gesicht seltsam reiz- und ausdruckS- j los war. Bald würde er nichts mehr von iEu wissen, und wenn er die Billa Oase verließ, hatst er sie vieNeicht in kurzer Zeit ganz vergessen, j| Er aß in guter Stimmung, ruhte und gi»^ gegen drei wieder an die Arbeit. Er mutzte öfü* Pausen machen, um sich Sttrn und Nacken abz»- trocknen. Noch vor zwei Jahren wäre ihm das Gan^ eine Spielerei gewesen. Seine Bewegungen hol-> ten an Sicherheit verloren, und wenn er w»! Spaten und Schubkarren hantierte, war ihm, ol- hielten seine Hände eine schwere Last. Dabei haE er sich äußerlich kaum verändert und wog«o» immer feine zwei Zentner. .(Fortsetzung folgt.)! Nr. Sonntag, 27. Oktober 1935 Seite 3 fudctendeutscfier Zeitspiegel Verschärft nicht die Not und das Elend! Machtvolle Bergarbeiterkundgebung in Teplltz-Schönau ■; Gestern nachmittags versammelten sich auf dem Teplitzcr Marktplatz einige tausend Bergarbeiter, Provisionisten und Witwen zu einer eindrucksvollen Protestversammlung gegen die geplante Verschlechterung der Bergarbeiterversicherung. In ernsten Zügen zogen die Teilnehmer mit Standarten, die ihre Forderungen beinhalteten, aus allen Revieren nach Teplitz. Sie, die in harter Arbeit, umlauert von den ständigen Gefahren ihres Berufes, ein karges Dasein fristen müssen, waren gekommen, um für ihre und die Rechte der Alten und der Invaliden einzutreten. Im. Namen der einberusenden Organisationen der Bergarbeiter begrüßten dir Genoffen Schaffarsch(deutsch) und Cermak(tschechisch) die Waffen und verwiesen auf die ungeheure Wichtigkeit des heutigen Aufmarsches. Dann sprach als erster Redner Genoffe Emil Haase: Die Reform der Bergarbeiterversicherung tritt nunmehr in ein entscheidendes Stadium. Es soll im Interesse der Objektivität zugegeben werden, daß der bon der Fachkommission ausgearbeitete Entwurf gegenüber jenem von 1926 insofern wichtige Aende- rungen aufweist, als die Selbständiges der Bergarbeiterversicherung erhalten bleiben und die niedrigsten Renten erhöht werden sollen. Auf der anderen Seite sind jedoch neben Strafsanktionen gegen die Verwaltungen der Revierbruderladen, Herabsetzung des Einflusses der Versicherten, Abbau.von Renten und Ansprüchen vorgesehen, die die geringen Verbesserungen völlig in den Schatten stellen. Die tägliche Rente eines Bergarbeiters würde nach der beabsichtigten Kürzung betragen: nach 3l>jähriger schwerer Arbeit Xä 7.56, nach 20jähriger schwerer Arbeit XL 5.58 täglich. rv' Die Armseligkeit dieser Renten nach einem lieben harter Arbeit, ständig umgeben von der Gefahr■ des Todes, tritt vor das Auge, wenn man weiß, daß der Staat für die Unterbringung und Erhaltung eines Sträflings täglich 10 bis 15 XL' ausgibt. Die Bergarbeiter.sind am heutigen Stande ihrer Versicherung unschuldig. Ein Abbau' der Renten und Ansprüche bedeutet Verschärfung des heute schon unerträglichen Elends in den Bergarbeitersiedlungen und Senkung des Konsums mit allen seinen Folgen. I»s Weil die vorgeschlagene Kürzung eine K a tast r o p h e wäre, fordern die Bergarbeiter Sanie-- rung ohne Kürzung. Sie.fordern, daß, bor allem' die Unternehmen in erhöhterem Maße beitragen. Sie, die durch Verhinderung rechtzeitiger Reitragsregelung, durch Massenentlassungen, durch Vergabe von Arbeiten an fremde Firmen den Stand der Zahlenden abnormal reduziert und den der Rentner erhöht, also den heutigen Stand der Versicherung mitverschuldet haben. Aber auch die Gewinne, die sie aus der Arbeit der Bergarbeiter ge- iogen haben, verpflichten sie zur erforderlichen Hilfe- teistung an das Institut der von ihnen auSgebeute- t-n Bergarbeiter. <■ Die Pflicht des Staates er- fttbt sich aus den Erträgnissen der Koblensteuer, der bähe der Frachtentarife und anderen Erscheinungen. Schließlich und endlich vermögen die Bergarbeiter, besonders die auf staatlichen Gruben beschäftigten, nicht einzusehen, warum sie in ihren Versorgungs- senüssen schlechter gestellt sein sollen, als die Bedien- sieten der anderen staatlichen Unternehmungen. Es ist Pflicht der Demokratie, einem Zustande borzubeugen, in dem der von den Skorpionen der Armut und des Hungers gepeinigte Mensch sich aus Rot bon den Feinden der Demokratie für ein Linsen gericht kaufen läßt. Die Bergarbeiter, ihre Familien, Witwen und Waisen, deren Los die Oeffent- lichkeit anläßlich der Grubenkatastrophen erschreckt und ihr Mitgefühl hervorgerufen hat, appellieren an diese Oeffentlichkeit, sie im Kampfe gegen Rentenabbau und Verschlechterung ihrer Versicherung zu unterstützen. An die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen und wiederholt von stürmischer Zustimmung begrüßten Ausführungen schloffen sich die Reden der anderen Vertreter, welche sich ebenfalls dem Protest der Union der Bergarbeiter anschloffen und über die Lebenssituation der Grubenproleten berichteten. Es sprachen für den Svaz hornikü Genoffe S o u c e k, für den Jndustrieverband M a l i k, für den tschechischen nationalsozialistischen Bergarbeiterverband Krampera, für die christlichsozialen Bergarbeiter H ü b l und für das Närodnt sdruzeni Posta. Hierauf wurde ein Telegramm an den Präsidenten Masaryk ab- Jm Juli dieses Jahres hat sich das Ministerium für soziale Fürsorge von der Regierung ermächtigen laffen, einen großangelegten Arbeitsplan für die Jugendfürsorge zu schaffen, dessen einzelne Teile inzwischen sehr weit gediehen sind. Diese Initiative wurde von den Trägern der Jugendfürsorge mit Freude und^Anerkennung ausgenommen, die unmittelbar drohende Gefahr, unter deren Druck die jungen Menschen heute stehen, veranlaßt jedoch den Reichsverband für deutsche Jugendfürsorge in Reichenberg, in einem ausführlichen Memorandum den Ministerpräsidenten darauf aufmerksam zu machen, daß zur Rettung der Jugendfürsorge sofortige Maßnahmen notwendig sind, die auch schon bei der Zusammenstellung des Staatsvoranschlages für 1936 berücksichtigt werden müssen. Das Gesuch des Reichsverbandes, um dessen Unterstützung der Ministerpräsident ersucht wird, geht dahin, daß die staatlichen Subventionen wenigstens auf den Stand des Jahres 1931 erhöht werden, damit die dringendsten Bedürfnisse befriedigt und das Programm des Fürsorgeministeriums dnrchgeführt werden kann. Das Memorandum verweist darauf, daß die Mittel, welche dem Fürsorge- und dem Gesundheitsministerium derzeit zur Verfügung stehen, zur Erfüllung dieser Aufgaben nicht ausreichen. Der Jugendfürsorge wird vielfach entgegengehalten, daß die ihr zugewiesenen Subventionen auf keinem gesetzlichen Titel beruhen und gegenüber Leistungen, zu welchen Staat, Land und niedere Selbswerwaltungskörper verpflichtet sind, zurückstehen müssen. Diese Auffassung kann heute nicht mehr aufrechterhalten werden, da— wie in dem Memorandum richtig gesägt wird— außerordentliche Notstände auch außerordentliche Hilfsmaßnahmen erfordern und der Staat, der bisher wenigstens zwei Drittel der notwendigen Mittel von der freiwilligen Fürsorge aufbrin- gesandt und eine Resolution, die wir noch veröffentlichen werden, einstimmig angenommen. Im Schlußwort beschäftigte sich Genoffe Schaffarsch mit der vor einigen Tagen in Teplitz abgchaltenen SdP-Kundgebung und stellte unter dem stürmischen Beifall der Versammelten fest, daß es sich hier um eine Demonstration zur Befriedigung des Ehrgeizes politischer Aben- teuerer gehandelt habe, die keine Erwähnung taten, daß die Not der 22.000 Bergarbeiter, der 13.000 Invaliden und Altrentner, der 6000 Witwen und der 2000 Waisen, die diesen Wahlkreis bevölkern, groß ist und einer Abhilfe bedarf., Die Kundgebung verlief ruhig und eindrucksvoll. * Auch im Falkenauer Revier fanden Bergarbeiterkundgebungen gegen die geplante Verschlechterung der Bruderladenversicherung statt. Auf dem Marktplatz in Falkenau waren 2800 Menschen versammelt; es sprach dort der Obmann der Union Genosse Z i n n e r. Auch in E l b o g e n, wo Bergarbeitersekretär Blob sprach, waren rund 1000 Bergarbeiter versammelt,. gen ließ,, nicht übersehen darf, daß die private Wohltätigkeit infolge der Krisenverhältniffe immer mehr zurückgeht und zurückgehen muß. Trotzdem wurden in den letzten Jahren die Zuwendungen des Staates gekürzt, die guten Absichten der Länder, Bezirke und Gemeinden von den Vorgesetzten Verwaltungsstellen verhindert oder gehemmt. Besorgniserregend steigt wieder die Kindersterblichkeit an, welcher die Fürsorge heute nicht genügend entgegenwirken kann. Die Jugendfürsorge verlangt daher die finanzielle Sicherstellung der Mütterberatungsstellen und der Säuglingsfürsorge, deren Weiterführung unter den heutigen Verhältnissen ernstlich bedroht ist. Nicht weniger dringend ist die Fürsorge für die schulentlassene Jugend, welche zu einem erschreckend großen Teil der Arbeitslosigkeit anheimfällt, Der Appell der Jugendfürsorge— auch' die tschechische ist in einer bedrängten Lage— verdient die Unterstützung der gesamten Oeffentlichkeit, denn es geht um nicht weniger als um die Rettung der ganzen nächsten Generation. Das ist eine Aufgabe, zu deren Bewältigung mit Recht auch die Hilfe der höchsten Repräsentanten der Staatsgewalt angerufen werden muß. Ein bürgerlicher Demokrat Nur als Kuriosum verdient jener Herr Stadtrat M a n d l i k aus Teplitz-Schönau noch' einmal erwähnt zu werden, der Henlein bei der Teplitzer SdP-Kundgebung in der denkbar servilsten Weise angestrudelt hat. Besagter Herr Mandlik, Mandatar der DAWG und sozusagen ein deutschbürgerlicher Demokrat, gibt sich nicht mit der Blamage zufrieden, daß der Teplitzer Stadtrat von ihm abgerückt ist und sein eigen- Die Jugendfürsorge appelliert an den Ministerpräsidenten Henlein«Sekretär verhaftet! Böhm.-Leip a. In Hirsch» berg am See wurde der Sekretär der Henleinpartei, S t e i n i H, wegen Aebertretung des Schuhgesetzes verhaftet und dem Kreisgericht in Böhm.-Leipa eingeliefert. Eine Fahndungskommission ist nun in Hirschberg mit der näheren Untersuchung der Umstände beschäftigt. mächtiges Handeln damit verurteilt hat. Er schreibt noch der„Zeit" in einem Brief: .-.Wenn ich Konrad Henlein den Ewiger des sudetendeutschen Volkes genannt habe, so entspricht dies der Wahrheit; nur der engstirnige Parteimann kann diese meine Worte als politische Demonstration werten." Weiter meint Herr Mandlik, die Verlautbarung des Teplitzer Stadtrates stehe im Gegensatz zum Volkswillen und darum einer„wahren und echten Demokratie". Bekanntlich geben auch die, reichsdeutschen Nazis ihr Blut- und Denkerregime als veredelte Demokratie aus und der Teplitzer Bettgenosse der Deutschdemokraten scheint schon auf dem besten Wege zu dieser Erkenntnis zu sein. Dazu bemerkt noch die„Zeit", daß die„gesamte Teplitzcr Bevölkerung" das Vorgehen des Stadtrates ablehne. Es entspricht ganz der Mentalität dieser Patentdemokraten, z. B. die Teplitzer Sozialdemokraten, Kommunisten und Tschechen nicht mehr zur Bevölkerung zu zählen. Wer nicht auf Henlein schwört, hat nach der fasci frischen Logik dieser Herren keine Bürgerrechte mehr. Sie sind einander würdig, der „demokratische" Henleinmann Mandlik und seine Abgötter von der SdP.~ Erfolgreiche Betriebsausschußwahl Die Betriebsausschußwahlen in der Hutfabrik Firma Br. Böhm in Neutitschei n haben den Freien Gewerkschaften einen schönen Erfolg gebracht. Von den sieben Wahlgruppen, die sich um die zu besetzenden elf Mandate bewarben, schnitt deutscherseits die„Deutsche Arber- tergewerk schäft Gablonz"(sie erhielt nur ein Restmandak), am schlechtesten ab, Während der Bekleidungsarbeiter- verband Reichenberg einen erheblichen Stimmzuwachs buchen konnte. Die Christlichsozialen. haben.auf Kosten der Curik-Gruppe gewonnen. Das genaue Ergebnis der Wahl stellt sich also dar: 1935 1933 M. Brklridungsarbeiterverband Rcichcnberg....... 229 190 2 Tschech. Hutarbeiterverband Prag(freie Gewerkschaft) 371 268 4 Deutsche Christlichsoziale. >A28 180 2 Tschechisch-Christlichsoziale (Schramel).... 134 101 2 Tschechisch-Christlichsoziale (Curik- Gruppe)... 29 76 Deutsche Arbcitergewerkschaft Gablonz..... 87 88 1 Tschech. Nationalsozialisten (Nächod)..... 62 Hoffen wir, daß sich nun überall erweisen wird, daß die Arbeiter, so wie die in Neu- titschein, in immer größerer Zahl aus dem politischen Wahlergebnis vom 19. Mai lernen. „Wir Sachen ein land“ Emigrantenschicksal In der Dichtung Das Wort Emigrant ist seit 1933 aus unserem Wortschatz kaum mehr wegzudenken. Was bis dahin Historie oder fernes, nur in letzten Ausstrahlungen an uns rührendes Schicksal fremder Völker war, sst jetzt unmittelbares Problem des täglichen Lebens geworden. Emigranten— von Haß und leidenschaftlicher Sympathie für und gegen ihre Sache-umwittert, verflucht und verhöhnt von den Gegnern, bemitleidet von den Freunden— bleiben sie den meisten doch ein politischer Begriff. Aber hinter dem Wort steckt doch mehr. Emigranten sind Menschen wie wir und manche sind nur deshalb Emigranten geworden, weil sie einfach Mensche» Karen, ohne jeden politischen Anlaß, ohne politisches Ziel. (■. Emigranten sind Menschen ohne Heimat, Menschen, die eine Heimat suchen, ein Land... So schildert sie Robert Grötzsch, selbst ein Emigrant, in dem Roman„Wir s u ch e n ein Land", der im Eugen Prager Ver- lag, Bratislava, eben erschienen ist. Grötzsch, ein feiner, unseren Lesern nicht unbekann- str Erzähler, sieht das Schicksal der Heimatlosen und Flüchtigen in seinem nackten menschlichen Wesen, ohne das Kleid der Politik. Selbswerständlich sind seine Emigranten, die Bewohner der„Spinne", einer verfallenen Fabrik an der tschechisch-deutschen Sprachgrenze, die Mitglieder der„Kolonne Herk- ner", auch politisch tätig gewesen, selbstverständlich diskutieren sie über politische Fragen und haben sie politische Ziele. Aber das Primäre ist für sie dieses übermächtige Schicksal,- das sie eines Tages traf,, ihnen Brot und Heimat und den Sinn des Lebens nahm, sie in der Fremde zu einem Dasein verur-^ teilt, dem sie. selbst erst wieder einen Sinn geben müssen. Sie erobern sie fremde Erde, bauen eine verstaubte Villa um, daß sie wieder schmuck wird, roden einen Weinberg, setzen eine Fabrik wieder in Stand. Und immer, wenn sie mit ihrer Hände Arbeit etwas geschaffen» Verfallendes zu neuem Leben erweckt haben, wenn ein Stück Heimat neu erstanden ist, dann müssen sie heraus und müsse» weiterziehn, ein Land zu suchen, ein.Stück Land, auf dem- sie wohnen und arbeiten können. Eine Frau ist unter ihnen, die hat ihr Kind draüben im Reich und verströmt ihre heiße Mütterlichkeit in der Sorge um die großen Kinder der Kolonne Herkner, in der ungewohnten Arbeit für die ewig hungrigen, nicht immer zufriedenen MäNner, denen ihr Schicksal schwer in den Knochen liegt, würgend in der Kehle sitzt. Geistige Menschen und primitwe Naturkinder, junge Burschen und reife Männer hat das Schicksal zusammengewürfelt. Wir sehen sie inrmer nur als die Glieder einer Organisation, als Genossen einer Partei, fragen nach ihrer Funktion und ihrer Vergangenheit. Grötzsch läßt; sie als Menschen vor uns erstehen, mit allen Konflikten, allen Problemen, die das neue Leben erzeugt, das zugleich die Schwachen zu zerbrechen droht, die Starken stählern hart macht, den wahren Führer erprobt, den Phrasenmacher entlarvt. Mit einer stellenweise großartig zu nennenden Objektivität, e r h e b t sich der Erzähler über den Stoff und gestaltet ihn, so daß ein Stück Zeitgeschichte vor uns liegt wie ein abgeschlossenes vergangenes Kapitel unseres Lebens. Das macht dieses Buch so lesenswert, daß hier keine überflüssigen Werte verschwendet werden, daß es keine Phrasen und Predigten enthält, sondern zu jedem Menschen spricht, indem es ihm von Menschen erzählt. Wenn die roten Emigranten, hie über tzeg Bal kan ziehen, jenseits des Meeres, in Palästina ihr Land zu suchen lund der eine von ihnen muß am Meere umkehren, ohne eS gefunden zu haben), in Mazedonien plötzlich deutsche Laute hören und staunend mit braunen Emigranten aus Oesterreich ins Gespräch konunen, wird die ganze Ueberparteilich- keit des Problems, das eines dieser zerrissenen, unglückseligen Zeit ist, mit einem Male offenbar. In die Erzählung, die an Moldau und Elbe spielt, in böhmischem Land und an der sächsischen Grenze, in die, mit dankbarer Feder gezeichnet, unsere Menschen, deutschböhmi- sche Genossen eintreten und Tschechen als Helfer, Gastfreunde, Brüder der Heimatlosen, wirkt Grötzsch noch die romantische Fahrt eines Mädchen, das für die Kolonne Herker ein aufwühlendes Erlebnis wird, und das selbst weiterwandert, in Albanien das Land suchend, wo es Arbeit gibt und eine Aufgabe. Es ist ein trauriges, sehnsuchtsschweres Buch und doch keine Lamentation. Tas Leben dieser Menschen ist nicht nur traurig, so wenig es nur politisch ist. Es ist wie alles wirkliche, nicht papierene Leben erdrückend in seiner Schwere, gelöst in Stunden dec Heiterkeit und des Vergessens. Man liest dieses Buch mit dem Gefühl; daß es auch jenen, die vom Emigrantendasein nur das Wort kennen und das Wort nur in seiner politischen Klangfarbe, eine verschloß sene Welt zeigen wird, eine Welt, die sssiter uns und neben uns erwächst, verblüht, wiederersteht und die doch ihre eigenen Gesetze hat.'. Der Roman, der in Ganzleinen gebunden Xö 36.—, kartoniert Xc 28.— kostet, ist für Organisationen und Organisierte durch die Zentralstelle für das B i l d u n g s w e s e n mit den üblichen Organisationsrabatten zu beziehen. In ein Bekenntnis der Emigranten klingt auch Fritz Brügels„Februarballade" aus(Verlag Der K a m p f„ P r a g), die dem Wiener Aufstand von 1934 dichterische Gestalt geben will. Brügel, formgewandt und literaturbeivan, dert, hat die anspruchsvolle Strophenform von Oscar Wildes„Zuchthausballade" übernommen, ohne di« Ansprüche an den Gehalt, den ein so kostbares Gefäß stellt, immer erfüllen zu können. Wildes Ballade lebt von der tiefen religiösen Ueberzeugung, der Demut und Inbrunst eines Menschen, der durch dir Pein des Zuchthauses gegangen ist und dem das Erlebnis zur Wortgestalt wurde. Fritz Brügels Ballade ist viel mehr Literatur als Erlebnis, ein Beweis dafür, daß für den Dichter das unmittelbare realistische Erleben einer Situation nicht daS Entscheidende ist. Denn obwohl Brügel aus der Welt des Wiener Februar kommt, hat sein Pathos etwas kühl Papierenes an sich. Neben zweifellos packenden Versen und schärfen Geitzelhieben nach dem Feind auf der andern Seite der Barrikade findet man Strophen, in denen die Aufgabe des Dichters, der eine Revolution gestalten will, peinlich mißverstanden wird. Kasernenhofdetails, Technisches und Aeußerliches werden betont, wo der Dichter doch nicht über das Oelen und Laden von Maschinengewehren, nicht über. Montage und Montur, sondern über das seelische Erlebnis berichten soll. Oft muten Brügels Strophen wie Merkreime aus militärischen Jnstruktionsstun- den an, und das Abschießen von Menschen-, eine bitterernste Sache, auch wo sie nötig ist, klappt wie am Schnürl, auf dem einfach Reime und Berseinheiten aufgereiht werden. So bleibt der Eindruck, daß Brügel Unausgereiftes, noch lange nicht zur Gestalt Verdichtetes, preisgegeben hat. E. F._ Sette 4 Sonntag, 27. Oktober 1935 Nr. 251 17 Jahre tschechoslowakische Schule Ergebnisse, und Forderungen In Zeiten der Wirtschaftskrise kann auch die bestgemeinte Schulpolitik keine großen Erfolge erzielen und dennoch muß der Kamps um eine ziel» bewußte Schulpolitik ernsthaft geführt werden. Der 17, Geburtstag der Republik sei Anlaß zu einer Untersuchung über die bisherigen Fortschritte in unserem Schulwesen. Die Wurzeln der tschechoslowakischen Schul» refonn reichen bis in die Vorkriegszeit. Mit der Gründung der Republik erstarkte die Schulreformbewegung. Entsprechend der Staatsverfassung beruht unsere Schulreform auf dem Prinzip der Demokratie^ Die Folge dieser Einstellung ist,-aß sich unsere Schulreform nur langsam auswirkt. Und so finden wir denn, daß die verschiedenen Neuerungen auf dem Gebiete des Schulwesens.und des Lehrerrechtes nicht radikal dürchgeführt wurden, sondern nach und nach Wirklichkeit erlangten. Bemerkenswert aber ist folgende Tatsache..Fast alle Neuerungen auf dem Gebiete des Schulwesens, die als Fortschritt bezeichnet, werden können, wurden von Regierungen dürchgeführt, in denen sozialistische Minister säßen. Der Einfluß des Klerus auf die Schule wurde zurückgedrängt. Der Zwang zum Besuche des Religionsunterrichtes und. der religiösen Hebungen würbe durch den Schulminister Haberman beseitigt. Wit Beginn vom 1. November 1918 wurde die gehaltliche und rechtliche Gleichstellung der Lehrer mit den. Staatsbeamten geschaffen, welche der Lehrerschaft im alten Oesterreich von den Vätern unserer heutigen nationalen Erneuerer durch Jahrzehnte vorenthalten wurde. Haberman hob auch im Jahre 1919 die religiöse Beschränkung bei Besetzung von Lehr- und Leiterstellen auf. Es'wurde das automatische Definitibum eingeführt. Bei der Stellenbesetzung entscheidet bis zum 85. Dienstjahre ausschließlich tzas Dienstalter,. In keinem anderen Staate hat die Lehrerschaft eist solches ÄnstellüNgsrecht. Im nationalsozialistischen Deutschland und' im-christlichen Oesterreich wird' der Lehrer eingestellt, der den Herr- schendest zu Gesicht steht und entlassen, wer irgend einem Ortsgewaitigen nicht paßt. Im Jahre 19K8 wurde die Dienftpragmatik der staatlichen Lehrer auf die Volks- und Bürgerschullehrer ausgedehnt und Disziplinär- und Oualifika- tionsfommissionen geschaffen- Bis zur Schaffung dieser Einrichtungen herrschte freies Ermessen. Das Kleine Schulgesetz brachte eine Bereicherung der Lehrpläne durch Einführung der Bürgerkunde und der Knabenhqndarbeiten. Leider unterließ man es, die Lehrerschaft' rechtzeitig in die Methodik dieser Unterrichtsgegenstände einzuführen. Für-vir VolkS- Und Bürgerschulen wurden die Schülerzahlen" auf 60, für einklassige Schulen auf 50 herabgesetzt. Alle diese Reformen von 1918 bis 1926 änderten mehr den Rahmen unserer Schule oder waren bedeutende Verbesserungen des LehrrechteS. Auf 1926 folgten dann mehrere Jahre schulpolitischen Stillstandes. Mit dem Jahre 1929 setzten unter dem Schulminister Dr, Derer die Schulrefarmbestrebungen wieder ein. DieSmpl. mit dem ausschließlichen Ziel der inneren Umgestaltung der Schule nach den gesellschaftlichen Notwendigkeiten. . Als. der rekormbedürftiessie. Schuliypus gut seit Jährest die Mittelschule. Mit Rücksicht guf die. psychologische Tatsache, daß vor der Pubertät'nur geringe Unterschiede in der Veranlagung' der Kinder zu beobachten sind, wurde für die Mittelschule ein einheitlicher Unterbau geschaffen, der für 1>ie beiden ersten Klaffen gleich ist und in.den beiden weiteren Klassen das Latein der'Gymnasialtypen durch eine lehende Sprache des RealthpuS ersetzt ist. Aber auch der Uebertritt der Bürgerschule in die Untermittelschule wurde wesentlich erleichtert. Anschließend daran erfuhren die Lehrpläne für Mittelschulen eine Neugestaltung. Das Ziel dieser UnterrichtS-Reform ist/die Jugend zur Arbeitsfähigkeit zu erziehen, sie mit den Denkwegen vertraut zu machen und durch Verstandes- und Gefühlsbildung das sittliche Wollen zu beeinflußen. ' Die Volks- und Bürgerschulen erhielten ebenfalls neue Lehrpläne. In ihnen kommt der Grundsatz zum Ausdruck, daß in der Schule die ganze Persönlichkeit des Kindes ausgebildet werden muß. Die grundlegenden Ideen im Unterrichtlichen ist der Gedanke der Arbeit, im Erzieherischen die Gemeinschaft. Ohne Ueberhebung kann gesagt werden, daß diese Lehrpläne zu den besten Leistungen unserer Reformarbeit gehören und auch außerhalb unseres Staates die gebührende Anerkennung fanden. Die Fachschulen erhielten ebenfalls neue Lehrpläne. Der Anstoß hiezu kam aus dem praktischen Leben sselbst, mit dem ja diese Schulen in ständiger Verbindung stehen. .. Von größter Wichtigkeit, in unserem Schulsystem ist die Reihenfolge: Volks-, Bürger-, Fort- bildungsschule. Von der Reform der Volks- und Bürgerschule wurde bereits berichtet. Es ist selbstverständlich, daß auch die Fortbildungsschule eine Untgestaltung erfahren mußte. Um diese Schulart leistungsfähig zu machen, wurden die Schüler zunächst bezirksweise zusammengefaßt, dann wurden die einzelnen Schulen versachlicht und daraus folgend der Lehrplan einer einschneidenden Umänderung unterzogen. Versucht wurde weiter, die Lehrerbildung zu verbessern, Allgemein ist die Auffassung, daß die Lehrerbildungsanstalten den Anforderungen unserer Zeit nicht mehr entsprechen. Die Lehrerschaft fördert ihre Ausbildung an der Hochschule. Entsprechend dieser Forderung wurden Pädagogische Akademien geschaffen. Doch kann ihr heutiger Zustand nicht als befriedigende Lösung des Problems der Neuregelung der Lehrerbildung betrachtet werden. Pädagogik, Jugendpsychologie und Jugendkunde sind umfangreiche wissenschaftliche Gebiete geworden. Zu ihrer Bearbeitung gehören wissenschaftliche Methoden und die können nur an einer Hochschule vermittelt werden. Dem stehen erhebliche Schwierigkeiten entgegen, auf ihre Durchführung kann aber unmöglich verzichtet werden. Zum Schluffe sei noch die Schaffung der Elternvereinigungen genannt. Ihre Berechtigung wurde bei der Errichtung sehr umstritten. Durch die Tat haben sie aber bewiesen, daß durch ihre Arbeit in tausenden Fällen die Not der Jugend gemildert wurde. Damit ist in großen Zügen die Entwicklung der Schule in den vergangenen 17 Jahren umschrieben worden. MS Ganzes genommen, stellt sie ein beträchtliches Mtivum dar. DaS soll aber nicht heißen, daß wir dabei stehen bleiben müssen. Nur im eng begrenzten Rahmen haben, wir unsere Schule betrachtet. Von der Einheitsschule, die eine grundlegende organisatorische Idee der Demokratie darstellt, ist die tschechoslowakische Schule noch weit entfernt. Damit ist gleich eine Aufgabe genannt, die unsere Schulpolitik zu lösen hat. . Eine weitere sehr dringliche Forderung ist die Neuregelung der allgemeinen Schulpflicht. Für- forgeminister N e C a 8 hat erst vor wenigen Wochen im sozialpolitischen Ausschuß des Parlamentes der Jugendnöt in beredten Worten Ausdruck verliehen und auf das ständig nachrückende Heer verwiesen, das aus unseren Schulen zu den Arbeitslosen stößt. Schon einigemale wurde die Forderung nach der 9jährigen Schulpflicht erhoben. Diese Forderung ist aber heute längst überholt, nicht die vjährige, sondern die 10jährige Schulpflicht muß heute eingesührt werden, wenn die. Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen wirkungsvoll bekämpft wer den soll. Gleichzeitig damit soll auch die Fortbildugs- schulpflicht bis zum 18. Lebensjahre ausgesprochen werden. Das ist keine sozialdemokratische Forderung, sie entstammt dem demokratischen Schulprogramm des kämpfenden Bürgertums aus dem vorigen Jahrhundert. Sie ist aber heute zeitgemäßer denn je. Es könnte natürlich eine lange Reihe von Forderungen aufgestellt werdens beginnend mit der Unentgeltlichkeit des Unterrichtes, der Lehr- und Lernmittel, der Einführung der Schulspeisung und Wirtschaftsbeihilfen, der unentgeltlichen gesundheitlichen Fürsorge usw. Das hieße aber Schulpolitik im luftleeren Raume machen. Die Schulpolitik ist ein Stück der allgemeinen Politik, die von den Machtverhält- niffen bestimmt wird. In der gegenwärtigen Zeit müssen die schulpolitischen Forderungen immer in ihrer wirtschaftlichen Auswirkung gesehen werden. Die Neuregelung der Schulpflicht und die Verstaatlichung aller Schul- und Erziehungseinrichtungen find die augenblicklich zentralen schulpolitischen Forderungen. Beide Forderungen entspringen den unbedingten Notwendigkeiten, die eine der materiellen, die andere der geistigen Not unserer Zeit. Die wichtigste Forderung aber ist, die Jugend vor der Ideologie der Gewalt zu bewahren. Das ist ein schwerer Kämpf, aber er muß ausgefochten wer-, den, denn von ihm hängt das Schicksal der Demokratie ab. Hier muß ein Krieg gegen zahlreiche, den verantwortlichen Stellen scheinbar unbekannte Miterzieher geführt werden, die planmäßig und sehr erfolgreich den Grundsätzen unserer Schule entgegen wirken. Den Schulbehörden ist hier eine große und wahrhaft nationale Aufgabe gestellt. Josef Hudl An unsere Leser und Kolporteure! Da anläßlich des Staatsfeiertages am Montag, dem 28. Oktober, in den Druckereien nicht gearbeitet wird, entfallt die Diens« tagansgabe vom 29.Oktober unseres Blattes. Die Verwaltung. Für Beilegung des Konfliktes mit Polen. Die Rektoren der tschechischen Hochschulen haben an alle polnischen Hochschulen ein Schreiben gerichtet, in denen sie auf den unerfreulichen Stand der tschechoslowakisch-polnischen Beziehungen hin- weisen und sie einladen, aus ihrer Mitte eine Mission in die Tschechoslowakei zu entsenden, der von tschechoslowakischer Seite alles zur Wissenschaft-- lichen Prüfung der Fakten, um welche es in dein Konflikt der beiden Nationen geht, notwendig,- Material zur Verfügung gestellt werden wird. Dü .Kommission werde an Ort und Stelle sowie aus dem Dokumentenmaterial ersehen, wie die Angelegenheit steht, und werde ihr Urteil fällen können.„Begehen wir die Fehler," heißt es in dem Schreiben,„werden sich sicherlich Wege zur Korrektur finden, begehen wir keine Fehler, dann werden Sie den Weg finden, damit diese Ueberzeugung zur Kenntnis Ihrer Nation gelangt." Rettet zwölf Menschen vor dem Todesurteil! Die Anklage Im Berliner„Rlchardstraße-Prozeß" durch Prager Gegenprozeß erschüttert Bor dem Schwurgericht in Berlin-Moabit läuft seit Anfang September ein Prozeß gegen 25 Arbeiter. Dieser sogenannte Richardstraße- Prozeß soll, wie aus dem„Völkischen Beobachter" und anderen Presseerklärungen, hervorgeht, zugleich den Prozeß gegen den Vorsitzenden der KPD Thälmann vorbereiten. Da aus dem bisherigen Verlauf der Berliner Verhandlungen ersichtlich ist, d a ß 10 o d e r 12 Todesurteile aus rein politischen Gründen gefällt werden sollen, veranlaßte der vorbereitende Ausschuß der„Union"für Recht und'Freiheit" ein Kollegium von Prager Rechtsanwältern, über die im Jahre 1931 erfolgte Erschießung des Gastwirts B ö w e aus der Richardstraße 35, Berlin-Neuköln, die den 25 Angeklagten zur Last gelegt wird, eigene Erhebungen anzustellen. Die Protokollierung und Unterzeichnung der Zeugenaussagen erfolgte in Anwesenheit von 35 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter der Herren Univ.-Prof. Dr. Hromädka, Univ.- Prof. Dr. N e j e d l h, Univ.-Prof. Dr. Oskar Fischer, Ober-Regisseur D o st ä l, einiger Mit. glieder der Prager deutschen Kulturorganisationen und zweier reichsdeutscher Juristen am 25. Oktober im Palais Metro. Das Verhör, daß durch 10 Prager Juristen unter Leitung von Dr. Rud. R a b l durchgeführt wurde, ergab eine re st lose Wider- legung der Berliner Anklage. Die Protokolle sind mit Gutachten dem Berliner Gericht übersandt worden. Bei den Verhandlungen vor der Prager Kommission stellte sich heraus, daß nur zwei der Angeklagten, Schulz und Zimmermann„Geständnisse" abgelegt und zwei weitere Angeklagte gewisse Dinge zugegeben haben, während die übrigen Angeklagten es kategorisch a b l eh ne», irgend etwas mit der Tat zu tun zu haben. Die Anklage stützt sich lediglich auf die Aussagen-,, vo» Schulz und Z i m m e r m a n n, die durch einige Angaben der Angeklagten Jagella und Tanger ergänzt werden. Sowohl Schulz wie Zimmermatt» sind s ch w e r e kriminelle Element« und vielfach vorbestraft. Ihre Aussagen und Geständnisse müssen daher als sehr unglaubwürdig angesehen werden Aus Aussagen deS Tatzeugen R u e ck e l s ergibt sich, daß— von Schulz und Zimmermann-n- nächst abgesehen, unter den zehn anderen Angeklagten höchstens einer gewesen sein kann, der wirklich Täter ist. Schon im ersten Prozeß im Jahre 1932 wurde festgestellt, daß die insgesamt Schüsse nur aus vier Waffen abgefeueo wurden. Nach Rückels waren diese Schützen er selbst, dann einer, der sich im Gefängnis das Leben genommen haben soll, und ein dritter, den RückeA kennt, aber nicht angeben will, weil er Vicht astgeklagt ist. Nur den vierten Schützen will Rueckeff nicht gekannt haben. Die Behauptung der Angeklagten Zimmermsvst und Schulz, daß die Tat in einer Sitzung der W- terbezirksleitung der KPD Neukölln beschlossen^ worden sei, charakterisiert sich als eine Erfindung".: ist vielmehr der Schluß naheliegend, daß Schulz die Tatals eilt e P r o v o k a t i o n gegendie KPD organisiert hat und er der eigentliche Initiator und Organisator der Tat ist. Zimmermann hoi wahrscheinlich von ihr gewußt und bei der Dukeführung geholfen, ohne direkt beteiligt gewesen sein Die Bäuerin vom Bershof Wer weiß, von wo dir vielen Steine hergekommen? Die Steine, die seit Generationen gleich Wällen um die armseligen Felder und Wiesen,geschichtet werden?.. Im Grenzland hinten weih es kein Mensch und die Wissenschaft mit ihren Büchern dringt nicht ein in den unmenschlich ausgefüllten Alltag der Grenzbauern. Die schichten wie die Ahnen immer weiter, immer höher.- Schaffen unbewußt ein Gelände, das an den blutigen Karst gemahnt, wo von Steinriegel zu Steinriegel die grausigen Nah- käinpfe tobten.*»'- Margarete Sfadler wollte nicht auf den Berghof heiraten. Nicht wegen der harten Arbeit, die sie. dort erwartete, denn auch Vaters Grund und Boden war nicht, besser, sondern wegen Pes Mannes, der- als grober Klotz im ganzen Kirchsprengel und weit darüber hinaus verschrien war.' .-Jedoch die Herzen, der Bäuernblchen. und Bauernmädchen haben dis hestte dort hinten nichts zu, sagen. Da heiyttendie Vernunft ddr Väter, das HektakauSmäß der Höfe, der Brautwagen und die Sparhücher.,.•, 4 Auch Margarete Stadler ist. dieser Vernunft zum Opfer gefallen. Einigemal hatte sie versucht, den Väter umzustimmen, doch das war vergebens. - Sa schritt sitz einmal' an einem klaren Märzmorgen'mit Thomas Städler den, Kirchenberg hinan und wurde dort oben sein Weib. War die Arbeit auf Vaters Hofe hart, am eigenen Hofe wars noch schlimmer. Thomas lohnfuhrwerkte Langholz jahraus, jahrein mit einem kräftigen Ochsengespann vom Grenzwald in die Bezirksstadt. Seine Leistung war, gemessen an der seiner Bäuerin Margarete, minimal. Die stand im Frühjahr hinter dem Pflug.-Schwere Stiefel an, schritt sie wie ein Bauer über die frische Erde. Wenn die Pflugschar manchmal etwas zu tief griff, ging ein schmerzender Ruck durch den Körper der Bäuerin; das Eisen war an einen gewaltigen Stein gerannt, den Thomas und schon dessen Vater und Großvater genau kannten und von dem sie wußten, wo und wie tief er liegt. Ja, die wußten im sechzehn Hektar großen Flurbesitz jeden Stein. Steine— groß wie die Heuwagen. Wären sie geringer gewesen, so hätte man sie längst auf der Markung mit aufgeschichtet... 7. Margarete Stadler stand in der Ernte beim Mähen, beim Drusch wie ein Mann. Und Margarete Stadler hat trotz aller Liebeleere ihres Lehens doch drei Kinder geboren... 'Dann hat in der Familie des Berghofbauern der Krach begonnen. Biele behaupteten, es wäre gleich nach dem Hochzeitstage losgegangen. Sie sägten, Thomas Stadler hätte sich nutz etwas Zurückhaltung auferlsgt wegen der Nachbarn. Aber durch das stets verschlossene alte Hoftör seien doch schon lange und oft gar bitterböse Worte gekommen. Mit den Jahren ist der Zwist der Ehepartner immer mehr hinaus ist die Oeffentlichkeit ge- ' wandert. .. Im dämmernden Frühmorgen hat Viar- garete Stadler schon geweint. Und im prallen Sonnenlicht» wenn Margarete, nur mit einem grobgewirkten Hemd und einem noch gröberen einzigen Rock bekleidet, mit dem schwerhörigen Schwiegervater scharwerkte,— wenn sie vom Männe Ohrfeigen erhalten, daß das helle Tageslicht wie Sprühfeuer vor ihren Augen tanzte. Warum? Der Thomas war geizig, unersättlich. WoUte aus seinen Steinfeldern mehr herausholen, als die Natur geben konnte. Was diese verweigerte, büßte seine Margarete. Wenn sich hinten in der Steinheimat die Nachbarn die Sache nicht mehr ansehen können, jene so hart vom Leben angefaßten Menschen, denen Sentimentalität fremd ist, dann muß es auf dem Berghof der Margarete Stadler hochhergegangen sein... Vom Grenzwald herab pfiff ein garstiger Wind. Die Höfe und Häuser am Walde schienen in sich selbst zu horchen, sich vor dem grauen Tag zu verkriechen. Den steinigen Weg herab klapperten Schulkinder mit ihren Holzpantoffeln^ Sie lärmten sorglos.— Da schrie vom Berghof herüber die Bäuerin, schrie, daß die Kinder entsetzt wieder nach Hause eilten. Erst sind es zwei Männer, dann vier, dann sechs gewesen, dann folgten Weiber und Kinder, und dann rammelten die sechs Nachbarn das morsche Hostor des BerghofeS ein» und rissen Thomas Stadler von einer Wahnsinnstat zurück. Die Bäuerin Margarete Stadler bringt kein Wort hervor. Armselig ungepflegtes Gesträhn fällt wirr um ihr Angesicht. Ihre Augen sind voll Angst und Entsetzen, starren auf die schwere Hacke, die.die Sechse Thomas Stadler abgenommen. Und der Zufall will, daß den Einödweg herauf ein Gendarm kommt. Die Kinder zupfe" an Vaters Rock, an Mutters Kittelzeug. In heiligem Rechtsempfinden machen sie aufmerksw" auf den Mann mit Gewehr und Säbel.— ta Da kriegen sie„Eine" über die Wange geschlagen.»»Kusch, ihr Fratzen I" und das Rechtsempfinden im Kinderherzen ist erstickt,...- Margarete Stadler ertrug diese Ehe nick' mehr lange. Ihr großer kräfttger Körper versieg Uebrig blieb ein Knochengerüst, das mehr utt" mehr in sich zusammensank. Sie war kaum vierzig Jahre, als sie sang- und klanglos von diese" schweren Erde mtt ihren vielen Steinest und dei" bösen Thomas ging. Ihr Grabhügel war gar' bald verwahrlost- ihr Name auf dem Holzkreuz verwaschen, da^ Kreuz abgefault und zur Seite gefallen. Auf den Berghof kam eine Neue. Die. jff der Margarete Stadler ihre Arbeit überhaui" nicht gekannt. Brauchte sie nicht-zu kennen. Die hat ihre Weiblichkeit tropfenweise litt" nur gegen Konzession an Thomas Stadtler gegeben. Was Margarete Stadler mit Schweiß. Arbeit nicht gewann, hat sich die Neue mit heB Bewußtsein ihrer Ebenbürtigkeit a^P Fräst vo" dem groben Thomas mit Leichtigkeit, errungen.} Margarete Stadler war die Erste nicht, so gekommen und so gelebt und so gegange"- Margarete Stadler war die Letzte nicht. Nur& Namen der Schwestern im steinbeschwerte" Grenzland mit steinbeschwerten Herzen wechsel"- Jojes Egerer» Nr. 251 Sonntag, 27. Oktober 1935 Seite 5 Erholungsheim Hirsch berg am See Ein vorvttbttthes Wer« der„Arvetterfürforge" Drei Jahre Ein Sontmer ist wieder zu Ende, und für einige Zeit wird das Erholungsheim des Vereines „Arbeiterfürsorge" seine gastlichen Pforten schließen.. Drei Jahre sind um; es kann nun schon von Erfahrungen gesprochen werden. Von guten Erfahrungen, über die sich alle freuen dürfen: Schöpfer, Leiter und Verwalter des Heims, die Funktionäre der„Arbeiterfürsorge", die ihr Werk zu gutem Gedeihen sich entwickeln sehen, vor allem aber die Kinder und Jugendlichen, denen es eine Stätte wohltätiger Erholung gewesen ist, und mit ihnen deren Eltern und Betreuer. Das weiße Haus am See Im Oktober 1932 konnte mit dem Bau des Heimes auf dem erworbenen Grund begonnen werden. Ein. schönerer Platz ist kaum denkbar. Am waldigen Seeufer, zwischen den sonnigen Strandbädern von Hirschberg und Thammühl, von beiden je eine Viertelstunde Gehzeit entfernt, liegt das Heim in friedsamer Stille, der Morgensonne zugewendet. Weitz leuchtet es über den See, zum jenseitigen Waldufer hinüber, wo der Waldkamm des Kummergebirges, die Pyramide der BornaybergeS, der Jnselklotz des„Mäuse- schlosses" sich im wellig zitternden Wasser spiegeln. Im Juni 1933 konnte das Heim die ersten Gäste aufnehmen. Nun hat es schon drei Sommer Imtg seiner Bestimmung gedient, und seine mit allem Vorbedacht getroffene Einrichtung hat sich ausgezeichnet bewährt. Im Untergeschoh, das sich breit gedeckt nach der Seeterrasse öffnet, sind außer der Wäscherei, der Warmwasserheizanlage, der Hausmeisterwohnung und den Schlafräumen für das Wirtschaftspersonal auch die Waschräume untergebracht, in denen nach dem Spiel am Strand und nach Ausflügen Badezeug, Ueberkleider, Schuhwerk gereinigt, getrocknet und in eisernen Schränken abgelegt und Fuß- und Duschbäder genommen werden; mit schmutzigem Schuhwerk darf das Heim selbst nicht betreten werden. Im Erdgeschoß liegen die Zimmer für die Verwaltung und die Küche mit den Vorrats- unj>| Wirtschaftsräumen. Ueber die ganze Seefront des Heimes aber erstreckt sich der große Speisesaal, der zugleich als Tagesaufenthaltsraum dient. Seine lange, helle Fensterreihe blickt zwischen Bäumen hindurch nach dem See. Und aus dem Saale tritt man auf eine ebenso lange, breite Terrasse mit Tischen und Stühlen in strahlender Vormittagssonne, in kühlem Schatten von den heißen Stunden an bis zum Abend. Im ersten und zweiten Geschoß und in zwei Turmzimmern befinden sich die Wohn- und Schlafräume für die Fnsaffen, freundliche zwei- bettige Zimmer, in denen man gleich wohnen möchte, und mehrbettige Räume, alle hell, durchflutet von Lust und Sonne, in zarten, lichten Farben gehalten, ausgestattet mit Weißen Betten, Weißen Schränken und Tischen, mit fließendem Kalt- und Warmwasser in allen Räumen. „Wie Prinzessinnen.. .„Wie Prinzessinnen schlafen wir— in weißen Betten!" schrieb ein kleines Mädchen begeistert nachhause. Und daß die Wasch- und Bade- kaume in jedem Geschoß mit Wandspiegeln auS- gestattet sind, erregt die Freude besonders der fleinen Hilden uyd Truden und Marien— Evas allesamt. Die Jungen aber stagen:„Ist auch ein Fußball da?" Ja, Fußbälle und Handbälle und Spielplätze, einer für die Ballspieler und einer für alle am Strand, und Wasierschaukeln und Ruderboote. Auch Zimmerspiele, Schach, Dame, Halma.—- alles ist vorhanden. Wer aber dem Heim noch Spiele und Spielgerät schenken will— bitte, Bedarf und dankbare Benützer sind da. Und ihr gebt es für eure Jugend. Auch die nach der Seeseite gelegenen Schlafräume des ersten Geschosses öffnen sich nach einer Terrasse mit freiem, Blick über den See, den man sogar vom Bett aus genießen kann. Natürlich sind die Ziinmer mit dem Seeblick die begehrtesten. Aber auch die rückwärts gelegenen Schlafräume sind schön. Die großen weißen Fenster sind erfüllt von sonnigem Kieferngrün mit goldbraunem Geäst, in dem die Eichkätzchen turnen und Meisen wispern. Neben den Turmzimmern führt eine Tür nach der sonnigen, mit Lattenrosten gedeckten Liegeterrasse auf dem Dache, von der man den freiesten Blick über den ganzen See hat, von Thammühl bis zum blauen Doppelgipfel der Bösig über den Wäldern um Hirschberg. Kinder als Feriengaste Gedacht war daS Heim als Erholungsstätte für erwerbstätige Jugendliche, die von den Bezirksvereinen der„Arbeiterfürsorge" im Einvernehmen mit den zuständigen Krankenvcrsiche- rungsanstalten hergeschickt werden. Es gah bisher kein derartiges Erholungsheim, und daß es die Arbeiterschaft gewesen ist, die das erste Jugenderholungsheim in der Republik geschasten hat, darf sie mit Stolz erfüllen und muß ihr die Anerkennung aller an sozialer Fürsorgearbeit interessierten Körperschaften sichern. Natürlich gibt es auch Gegner, die mit verstecktem Neid das schöne Heim im Besitz der Arbeiterschaft sehen. Aber auch das ist schließlich eine Anerkennung. Leider hat die Krise mit ihren bösen Folgen das Vorhaben der Schöpfer dieses Heimes geschmälert. Es fehlt allerorteman Mitteln, um das Heim während des ganzen Sommers mit erholungsbedürftigen Jugendlichen zu belegen, obwohl gerade infolge der Krise die Zahl der Erholungsbedürftigen nur noch größer geworden ist. Um das Heim trotzdem voll auszunühen, wurden schon von 1933 ab während der Schulferien auch Kinder dort untergebracht, die nach den Vorschlägen der Schulärzte ebenfalls von den Bezirksvereinen der„Arbeiterfürsorge" entsendet werden. Auch im Heim werden sie ärztlich untersucht und überwacht, aber ärztliche Behandlung kann nicht gewährt werden. Kranke Kinder können im Heim keine Aufnahme finden, und in Erkrankungsfällen ist nur die lleberweisung an eine Krankenanstalt möglich, denn das Heim ist ein Erholungsheim und kein Krankenhaus. Dank dieser Vorsicht ist bisher die Einschleppung von Krankheiten verhindert worden. Geprüfte Schulfchwestern betreuen die Kinder während der ganzen Dauer der Ferienaktionen, so daß für die Wohlfahrt. und pädagogische Beaufsichtigung der Kinder bestens gesorgt ist. Blutarmut, Körperschwache, Unterernährung In fast allen Fällen, sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen lauten die ärztlichen Befunde auf allgemeine Körperschwäche(Asthenie), nervöse Schwäche, Blutarmut(Anämie) und Unterernährung. Unterernährung— ein bitteres Wort. Es ist das Signum industrieller Notstandsgebiete, Die ärztlichen Befundbogen sind Dokumente sozialen Elends. Hinter den sachlichen Angaben verbergen sich oft erschütternde Verhältnisse. Da ist zum Beispiel ein junger M<»nn, 22 Jahre alt, mit alle.» Merkmalen körperlicher und geistiger Schwäche, gezeichnet, bleich, schwächlich, schmal, mit einem, knöchernen Kopf auf dünnem Hals. Er wiegt bei 154 Zentimeter Körpergröße nur 43 Kilogramm.„Unterernährt, blutarm, allgemeine Körperschwäche" hat der Arzt auf den Befundbogen geschrieben. Dieser junge Mann mit dem gebeugten Rücken eines Greises und der dünnen Stimme eines Kindes arbeitet' in einer Glasfabrik. Dort trägt er die noch glühend heißen Flaschen vom Glasbläser zum Kühlofen. Alle zehn Minuten muß er für Augenblicke an die frische Lust gehen, sonst hält er es bei seiner Schäche nicht aus. Es ist eine Arbeit in zehrender Hitze, bei der viel getrunken wird. Siebzig KL verdient er in der Woche. Davon ernährt er seine Mutter und einen dreizehn- jährigen Bruder.„Unterernährt..." Dankbar nimmt er das Geborgensein im Heim hin.„Ja, Herr". Das ist seine leise, ,be- scheidende Antwort auf alle Fragen.„Ja, Herr, es ist sehr gesund hier; und schön." Mit arglosen Kinderaugen blickt er auf den blanken See. Bei den Mahlzeiten nimmt er gern, was andere übrig lassen. Semmeln nimmt er. mit hinauf.„Aber,. mahnt die Verwalterin, „nicht etwa im Schranks verkommen'lassen!" Still, schaut er auf.«Kein,' Frau'", beteuert er leise.■■■■■. Immer hat er ein Buch chei sich..Uyd.immer, ist es ein Märchenbuchs ein Bilderbuch'für Kinder. Mit Hingabe holt er diese. Lektüre nach, zu der ihm eine trübe Kindheit, nicht Zeit Ifeß und die jetzt seiner geistigen Aufnahmefähigkeit entspricht,„Was lesen Sie denn da Schönes:?" „Till Eulenspiegel, Herr", sagt er freudig. Niemand tut ihm etwas zuleide; von allen wird er freundlich und hilfsbereit betreut— das ist erfreulich festqustellen.„Schau, er bekommt rote Backey I" konstatiert väterlich ein Fünf- ^kminhriger. Einige Jugendliche, aber erboten M'ogar, zwei, drei Tage früher: nach Hause zu Zähren, damit für die an ihnen ersparten Kosten Her arme Kerl noch einige Tage länger im Heim bleiben könne/ Ein neues Sommerheim Während der Ferienmonat« 1934 wgren 170 Kinder und. während der übrigen Zeit 287 Jugendliche im Heim untergebracht. Die Etfah- rungen, die mit den Kinderaktionen gemacht wurden, ermutigten zur Erweiterung. Aber es fehlte an Raum. Also galt es zu bauen. Im Frühjahr 1935 wurde mit. der Errichtung eines neuen Unterkunftshauses begonnen. Von Ostern ab wurde ein Jugendarbeitslager im Heim eingerichtet, dessen Teilnehmer kn vier Abteilungen, dreimal je zwei Wochen und einmal drei Wochen, zusammen also neun Wochen lang mit den erforderlichen Planierungsarbeiten, und mit der Herrichtung der Spielplätze beschäftigt waren. Es waren arbeitslose Jugendliche, die vom Sozialistischen Jugendverband dem Lager zugeteilt wurden. Fünf Stunden täglich arbeiteten sie; die übrige Zeit stand für Kurse und für freie Beschäftigung zur Verfügung. Di« Kosten deS Arbeitslagers im Betrage von 45.000 KL hat der Verband„Arbeiterfürsorge" übernommen. . Im Mai war der an einen Unternehmer vergebene Bau des Sommerheims fertig. Mit der gesamten Einrichtung, hat.er 130.000 KL .gekostet.,.... v--. Umrahmt von Grün, in die sonnige Lichtung dicht a: See gestellt, leuchtet es mit seinen gelb lasierten. Holzwänden, mit weiß und rot gestrichenen Fenstern und grünen Fensterläden freundlich und einladend. Innen, im hellen Mit« telvaum hinter Glastüren und in den beiden Schlafräumen rechts und links ist alles weiß, die Betten und die mit Ultratex-Platten verkleideten Wände. Durch den Bau des Sommerheims hat nun das Heim 52 Betten mehr zur Verfügung, so daß jetzt im äußersten Falle 142 Betten belegt werden können. Im Juni dieses Jahres beherbergte das Heim 85 Bergarbeiterkinder aus dem Trautenau» Schatzlarer Bergrevier, die von. den Schulärzten als besonders erholungsbedürftig befunden und schon vor den Ferien für eisten> Monat länger vom Schulbesuch■ befreit wurden. Nach dieser Sonderastion fanden dann, in den'Ferienmonaten Juli und August 270 Kinder aus den Nötstandststbieten des deutschen Bereiches, in zwei Abteilungen zu je 135 Kindern für je einen Monat Aufnahme im-Heim. Trotz der Erweiterung hat es sich aber immer noch als zu klein erwiesen. West über 500 Anmeldungen lagen vor— so groß ist die Not; aber, leider nur die Hälfte konnte bedacht werden. (Fortsetzungfolgt.) „Man ißt an kleinen Tischen.. >"' Das neue Sommerheim Das weiße Hans am See Seite 8 Sonntag, 27. Oktober 1938 Nr. 251 Jcigmeiuflfedtm Die Staatspreise für das Jahr 1935 ; Das Ministerium für Schulwesen und Volks- aufklärung hat zum 28. Oktober die folgenden Staatspreise verliehen: A) Den Staatspreis für Literatur: Zdenek N k m eie k für den Roman„Na zcipad od Pan- nonie"(Nach dem Westen Pannoniens); Jan He rben für sein literarisches Lebenswerk unter besonderer Berücksichtigung seiner„Kniha vzpo- minek"(Buch der Erinnerungen) und Janko I e s e n s k y für sein literarisches Lebenswerk unter Berücksichtigung seines Romans„Demokrat'^(Demokraten). B) Den Staatspreis für dramatische, Schauspiel- und Regisseur-Kunst: Olga B o r o- däkovä-Orszäghovä, für dramatische Leistungen auf dem slowakischen Nationaltheater in Preßburg und Ada Nordenovä für dramatische Leistungen in tschechischen Opern unter der Aera des verstorbenen Opernchefs des Natio- naltheaters Otakar Ostrkil. E) Den Staatspreis für Musikkunst: Vitez- slav Novä! für„Podzimni symfonie"(Herbstsymphonie) und Bohuflav M a r t i n u für die Oper„Hry o Marie"(Spiele um Marie). D) StaatspreiS für Werke und Leistungen in deutscher Sprache: EmilPirchanfiir seine künstlerische Tätigkeit auf dem Gebiet der Opern- AuSktattung„Boris Gndunow" und des Schauspiels„Xenodoxus" im Deutschen Theater in Prag und„Mgaros Hochzeit" im Deutschen Theater in Brünn. Muttermörder— Selbstmörder Budapest. In der Stadt N Y k ö r ö s spielte-sich eine blutige Familientragödie ab, welcher zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Die Grundbesitzerin Jakabhazy wurde im Hofe ihres Anwesens mit durchschnitte- ner Kehle tot aufgefunden. Die herbeigerufene Gendarmerie fand alsbald im Brunnen des Hofes auch eine zweite Leiche, nämlich wie des 44jährigen Sohnes der Grundbesitzerin, Alexander Jakabhazy. Die Untersuchung ergab, daß der Sohn im Laufe eines Familienzwistes seine Mutter erschlug, um sich dann an den Rand des Brunnens zu.begeben, wo er sich die K e h l e dÜrchsch n i t t und■ dann leblos i n den Br unnen st irrzke. Der Mordzeuge als Mörder entlarvt Paris. In Caen in der Normandie fand Freitag eine Schwurgerichtsverhandlung gegen einen ehemaligen Gendarmen statt, der angeklagt ist, seüie Frau mit Hilfe seiner Geliebten vergiftet zu haben. Beim Zeugenverhör kam es zu einer überraschenden Wendung.'..Der Angeklagte beschuldigte in einem dem Gerichtsvorsitzenden übergebenen Brief den Zeugens einen Gendarme r i e- K a p i t ä n, des Mordes.-Die Verhandlung wurde unterbrochen Und nach einer Be- ratung des Schwurgerichtssenats wurde die Verhaftung des Gendarmerie-Kapitäns angtord- nek, da die Angaben des Briefes, wie es scheint, ihn v o l l k o m m e n ü b e r f ü h r e n. Ziehung der Klassenlotterle .Unverbindlich. Prag. Bei der Samstag-Ziehung der Klassenlotterle wurden nachfolgende Gewinne gezogen: 20.000 KZ: 550018 11683 99110 66317. 10.000 K«: 45635 40583 18772 5403. 5000 K«: 92265 5909 77245 54107 101056 105283 83592 23224 31071 46069 9032 40528 15783 87tz21 103093 33166 41523 13423 38306 67788 95379 66661 104587 15764 69068 16557 38104 2154 44350 103914 52323 35819 33115. 2000 Kd: 277 24380 81887 86647 42613 78320 38052 63124 98432 107478 65726 6824 42675 82877 22598 64679 60445 57218 3291 69807 21003 45082 3182 9ß467 98002 801 102414 97667 56607 14366 29141 86790 10959 100973 27981 5960 95386 75395 77572 42620 97145 17825 83819 34354 52763 16701 93878 76494 29823 1338 26752 16642 85283 84541 25017 4100 95110 62732 51051 48440 78254 18855 46407 58498 30738 43759 90688 91253 3932 14374 64494 71783 69817 100630 21349 68641 38156 40043. 1.200 Mr 109369, 6090, 70114, 61477, 85151, 34283, 14689, 35770, 80151, 39044, 103510, 83948, 1861, 80368, 3805, 20663,17008, 82532, 39531, 358, 57639, 69019, 104334, 100978, 41819, 21962, 100961, 84894, 2405, 32858, 71582, 31270, 6689, 84601, 85652, 27395, 92456, 15706 43606, 49885, 26231, 31309, 90545, 93702, 46757, 82986, 38239, 87584; 36715, 90646, 27783,«2660, 52456, 95015, 55110, 102207, 63499, 79121, 98415, 76249, 35052, 9517, 11086, 20864, 10711, 69492, 74139, 8458, 94243, 80314, 21035, 76812, 75890, 76998, 73118, 103628, 17508, 4132, 109483, 80572, 48111, 10269, 60325, 54763, 8553, 54071, 732, 61757, 45987, 5633, 99194, 47910, 90939, 105961. 33359, 57787, 25005, 77493, 42994, 97651, 43695, 39138, 80549, 58479, 50531 7447, 93746, 46569, 109743, 24519, 88765, 79670, 81677, 54289, 35507, 4149, 66278, 57043, 39267, 73973, 43049, 105427, 380, 95069, 81652, 61083; 5925, 45341, Ein böser Jungenstreich Am 25. Oktober entgleiste um 13 Uhr 33 am Bahnübergang eines Feldes zwichen Koste- l e c nad Orlici und Doludleby nad Orlici die Lokomotive des Lastzuges Nr. 886. Der Unfall wurde in verbrecherischer Weise durch den 1 6jährigen Bäckergehilfen F. Kastner aus Vyhnanov(im politischen Bezirk Rych- nov n. Kn.) verursacht, der gewaltsam einen Granit st ein von der Größe eines Kindskopfes zwischen die Geleise am Bahnübergang hineinstieß. Die Strecke war zwei Stunden lang verbarrikadiert. Der Sachschaden ist im ganzen unbedeutend. Verletzt wurde niemand. Nachruf ans den Vierer. Der„Neue Vor- wärts" wartet mit folgendem ergötzlichen Ge- schichtchen auf: Als das Dritte Reich ausbrach, gab es in Deutschland eine Kupfermünze, die den neuen Herren zum ständigen Aergernis gereichte: die Vierpfennig-Minze. Sie war so überlebensgroß, daß die Witzeleien über den „größten Vierer(lies Führer) von Deutschland" nicht abrissen, bis die um ihre Würde besorgten Diktatoren das Geldstück kurz entschlossen aus dem Verkehr zogen. Eigentlich hätte es bis zum 30. September 1936 Gültigkeit behalten sollen, aber es war schon seit zweieinhalb Jahren vergessen, und kein Mensch hätte von dem denkwürdigen Datum Notiz genommen, wenn ... ja, wenn die„Deutsche Allgemeine Zeit- tung" dem„größten Vierer" nicht einen Nachruf gewidmet hätte, der seither im Dritten Reich von unter der Hand zu unter der Hand geht und mit verständnisinnigen Grinsen quittiert wird. Wir geben das Dokument im Wortlaut wieder: „Vielleicht wird er(der Vierer) nach seinem Tode mehr Freunde haben als zu seinen Lebzeiten, als er vergeblich die Sympathie der Bevölkerung zu gewinnen suchte. In dem Augenblick, wo der Vierer, der im öffentlichen Leben schon seit geraumer Zeit keine Rolle mehr spielte, unwiderruflich verschwindet, dürfte es angebracht sein, sich über die Frage Rechenschaft abzulegen, warum der „falsche Sechser"(so wurde die Münze von der Berliner Bevölkerung genannt) in der Geschäftswelt immer wieder auf Ablehnung stieß und sich auch den kleinen Mann auf der Straße nicht zum Freunde machen konnte. Der Grund liegt einfach darin: Man traute dem Vierer nicht. Er war ein Fremdkörper in der Welt, der uns liebgewordenen Münzen. Wozu dieses ungewöhnliche Maß? Konnte er sich nicht den Verhältnissen anpaffen und durch sein Acußeres zu erkennen geben, wie grab sein innerer Wert oder seine Kaufkraft ist? D«S Format entsprach nicht der Bedeutung s was wunder,- daß der kleine Mann, der ihn in den Händen hielt, den Größenwahn belächelte und mü dem Vierer nichts zu tun haben wollt». Damit ist in Wahrheit das Wesentliche gesagt, und künftige Nachrufer des größten Vierers werden an der kleinen, aber mustergültigen Vorlage ihre Freude haben. Die Haupttagnng des Einheitsverbandes der Privatangestellten findet in Prag vom 1. bis 3. November statt. In dem schon vorliegenden, vom Generalsekretär, Abg. Klein, gegebenen Tätigkeitsbericht wird auf sozialpolitischem Gebiet die Arbgitslosenfürsorge als die Frage aller Fragen bezeichnet; sie müsse, koste es, was es koste, befriedigend durchgeführt werden. Der Bericht kündigt ein energisches Vorgehen des Verbandes gegen die Teuerung an. Ferner werden u. a. die Durchführung der 40-Stunden- Woche(ohne Lohnsenkung), die ganzstaatliche Regelung der Sonntagsruhe, die Verstärkung der Wirksamkeit der Gewerbeinspektion im Handel, die Verwirklichung der geplanten Geschäftsreisenden- und Lehrlingsgesehe, die Eingliederung der Krankenversicherung für Privatangestellte in die Allgemeine Pensionsanstalt und eine Steuerreform als Ziele der nächsten Bestrebungen des Verbandes genannt. Der Bericht läßt keinen Zweifel daran, daß der Verband mit dem Kurs, der in der teilweisen Gewerbesperre und in dem Vorgehen gegen die Filialsystemgeschäfte seinen Ausdruck fand, nicht übereinstimmt. Der Schutz des Kleingewerbes dürfe nicht' auf Kosten der Privatangestellten gehen. Sehr lebhaft setzt sich Abg. Klein für den weiteren Ausbau des Systems der Kollektivberträge ein; es habe sich vollkommen bewährt. Schließlich kündigt der'Bericht eine groß angelegte Aktion des Verbandes zur weitestgehenden Hebung der allgemeinen und fachlichen Ausbildung der Privatangestellten an.— Im Zusammenhang mit der Haupttagung wird das neue Verwaltungsgebäude, das sich der Verband in Prag, Na Zbokenci 18,^richtete, offiziell seinem Zweck übergeben werden.— Der Verband zählt heute rund 6 0.0 0 0 Mitglieder. Die Freie Schule für politische Wissenschaften weist im achten Jahre ihres Bestandes beim Abschlüsse der Einschreibungen für das neue Schuljahr die h ö ch st e Za h l der Hörer auf. Es sind eingeschrieben im ganzen 203 Studierende, darunter etwa 0 Prozent Ausländer(namentlich Jugosiawen), ferner Bulgaren, Ukrainer, ein Reichsdeutscher, eine Französin und ein Türke.) Unter den tschechoslowakischen Hörern ist der Prozentsatz der Slowaken in erheblicher Weise gestiegen, aber auch die Zahl der tschechoslowakischen Staatsangehörigen deutscher Nationalität ist die höchste der verflossenen Jahre(42). Das Ergebnis der Einschreibungen zeugt von dem tatsäch- ab, so daß trotz sofortiger Rettungsversuche zwei! gangenen Monats neuangemeldeten Hörer 76®* der Frauen verbrannten und die übrigen außer-1 so daß es in der ganzen Republik jetzt 758.6- ordentlich schwere Verbrennungen erlitten. I Konzessionäre gibt, davon in Prag allein 412.72- Konzessionäre gibt, davon in Prag allein 412.72" 7500 Hörer Nach der Statistik deS Radiojüurnals betret am 30. September die Zahl der im Laufe des Wj* Vom Rundfunk ImplahlMewwlM aus den ProgramaM* 1 Montag Prag: Sender L.: 3.00 Tschechische Lieder 11.25 Uebertragung vom Wcnzelsplatz. 15- J Chöre. 16.00 Grüße der verschiedenen Städte. 17.®® Aus dem Studio: Huldigung dem Präsidenten sset Republik. 18.00 Deutsche Sendung: Deutsche Klängt zum tschechosiowakischen StaatSfeiertag. 19.00 DevC sch« Presse. 19.30 Aus dem Nationaltheater: ,L>' busa" von Smetana. 23.10 Deutsche Presse.—'seil' der St: 14.30 Deutsche Sendung: Vorschau auf da' Musikprogramm der tschechoslowakischen Sendet 14.40 Liebeslieder sudetendeutscher Komponisten. Mähr.-Ostrau: 12.25 Orchesterkonzert— Preß' bürg: 10.45 Orchesterkonzert. DienStag Prag: Sender L,: 10.05 Deutsche Presse. Schallplatten: Smetana. 12.35 MittagSkonzert d«' Mujik-SalonquartettS. 13.40 Unterhaltungsmusik 17.20 Klavierkonzert. 17.50 Schallplatten:««' Smetanas Opern. 18.10 Deutsche Sendung: Da Engländer: Ist Geld ein Wertmesser? 18.20 Liesse- von Veidl. 18.45 Deutsche Presse. 18.55 Aus „Verkauften Braut". 21.30 Streichquartett. 22.-’ Tanzmusik.—■ Sender St.: 7.30 Leichte Muss- 14.00 Schallplatten: Smetana. 14.15 Deuts" Sendung: Frauenstunde— Hörspiel„Die Hebel' siedlung".— Brünn: 17.00 Jugendstunde. 17 4“ Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Tr.■ Br» gel: Der Arbeiter und fein Buch. 21.10 Funkkoii" die.— Preßburg: 21.80 Unterhaltungsmusik. Kascha«: 21,00 Militärkonzert. Politische Spielhölle. Havas meldet aus Uck^weaen'dea^ bcn t? d)’ ten Tagen neuerlich">.egen des Strauß-Skandals zu einer R e gt e r u n g ä I r t f. e kommen w-rde. Strauß wollte nämlich in San Sebastian einen Spielsaal mit einer„w i s s e n- ''l l t l i ch e n Roulette" einrichten und b e st a ch einflußreiche Per- 1 o n e n, darunter den Neffen und andere Verwandte des Außenministers L e r r o u x. um die Zustimmung der entscheidenden Faktoren zu erreichen. Lerroux erklärte in der Kammer, daß er mit der Angelegenheit nichts zu tun habe, aber den Kampf aufnehmen werde, falls dies die Opposition wünsche. Der katastrophale Waldbrand in Kalifornien, der bereits als erloschen galt, brach neuerdings aus und bedroht an die Hundert von Luxusvillen, in welchen bekannte Filmschauspieler wohnen. Der Brand ist diesmal noch intensiver, als im Augenblick seines Ausbruches. Der bis Freitag angerichtete Schaden wurde bereits auf 8.5 Millionen Dollar geschätzt. Schwere Ostsee-Stürme. An der Küste bei Stettin wütet ein schwerer Sturm. Im Stetttner Hafengebiet ergab sich wegen der dichten Regenfälle am Freitag abends Hochwassergefahr, so daß die Siedler in verschiedenen Bezirken ihre Häuser räumen mußten und auf höher gelegenes Gelände flüchteten. Hausgeräte und Vieh wurden durch Hilfsmannschaften gerettet. In U s e d o m richtete der schwere Sturm vor allem an der Steilküste bei Koserow und Zempin große Verheerungen an. Bis an die Brust im Wasser stehend, versuchten die Fischer aus ihren überschwemmten Booten wenigstens die Motoren zu retten, was aber nicht gelang. Auch hier mußten Hilfsmannschaften eingesetzt werden. Von der Rügen- Küste werden ebenfalls schwere Sturmschäden gemeldet. Eine ganze Reihe von Motorbooten sind von den anstürmenden Wogen vollkommen zerschmettert worden. Ein Schuster gewerbsmäßiger Fruchtabtrei- ber. In Hartberg(Steiermark) forschten die Behörden in der Wohnung des erwerbslosen Schuhmachergehilfen Willibald K l o m e r eine„Klinik für Fruchtabtreibung" aus. Einige Jahre hindurch hatte Klomer unerlaubte Operattonen und Eingriffe an Frauen und Mädchen durchgeführt, wobei ihm seine Lebensgefährtin und deren Mutter halfen. Ein vor wenigen Tagen von Klomer„operiertes" Mädchen aus einer benachbarten Gemeinde ist gestorben und die nach der Todesursache forschenden Behörden kamen so auf die primitiv eingerichtete und von Schmutz st rotzende Klinik. Kromer wurde verhaftet Zwei Bäuerinnen verbrannt In einem Dorfe des Wilnaer Kreises entstand in einem Ar- beitsraum, in dem 13 Bauernfrauen mit der Hanfaufbereitung beschäfttgt waren, ein Feuer. Die Flammen schnitten den Frauen den Ausgang Das Recht znm Sterben. Unter dem Vorsitz deS englischen Chirurgen Lord Kmoynihcm ist in E n g l a n d ein Verein gegründet worden, der es sich zur Aufgabe macht, ein Gesetz zu erwirken, das den Aerzten gestattet, Anträgen von unheilbar kranken Personen auf Befreiung von ihrem Leidenstattzugeben. Der neugegründeten Gesellschaft, die unter dem Schlagwort,„Das Recht zum Sterben" vor die Oeffentlichkeit tritt, ist bereits eine Reihe namhafter Aerzte und Politiker beigetreten. Motorsegler gesunken. Seit längerer Zett ist der Hamburger Motorsegler„Else K u e h l k e" verschollen. An Bord befanden sich außer dem Schiffseigner seine beiden Söhne, ein Motortvärter und zwei Schiffsjungen. Zwei Leichen, die bei Terschelling angeschwemmt wurden, sind als Besatzungsmitglieder der„Else Kuehlke" wiedererkannt worden. Von der übrigen Mannschaft fehlt jede Spur. Ausgerottet. Zu dem Gangsterüber- fall auf die Bande des berüchtigten Gangster D u t ch Schultz ist ergänzend zu melden, daß nunmehr auch das letzte Mitglied der Bande, das mit schweren Schußverletzungen ins Polizeikrankenhaus gebracht worden war, g e st o r b e n ist Damit ist die gesamte Dutch-Schultz-Bande ausgerottet. Die New Docker Polizei sucht nunmehr in der Unterwelt die sechsköpfige Bande, die den Ueberfall auf Dutch Schultz ausführte. Erbärmlicher Vandalismus. Auf dem Israelitischen Friedhöfe im 18. Wiener Bezirk wurden Freitag elf Gräber von unbekannten Tätern verwüstet. Da die Täter auf die Gräber Hakenkreuze geworfen hatten, hält man dafür, daß es sich um eine Tat von Nationalsozialisten handelt. Ertrunken. Ein vollbesetztes Auto stülpte uw Mitternacht in den Hafen von Bristol. Die fünf Insassen ertranken. Jngvnieure-Reserveoffrziere gesucht. Die Mist' tärverwaltung übernimmt in den weiteren freiwrl- ligen Aktivdienst nach den Artikeln 355 und 423 deS Verordnungsblattes vom Jahre 1934 einige Unterleutnants und Leutnants, die Ingenieure und Ab- sowenten einer technischen Hochschule des konftruk- ttven und Berkehrsfache. sind, weiter Geometev unss Absolventen einer höheren Gewerbeschule mit Matura. Ansuchen sind im Dienstweg« an das Mim- sterium für Nationawerteidigung, Abteilung lV/4, zu senden. Abnehmende Niederschlagsneigung. Die Wetterlage ändert sich allmählich. Ueber dem ganzen Binnenlande nimmt der Luftdruck zu und die Nie- derschlagSneigung ab. Der Himmel ist jedoch notvorwiegend umzogen und die Temperatur liegt uni einige Grad' unter dem Normalwert für diese Iah' reSzeit. In den Niederungen Mitteleuropas erreicht sie nachmittags nirgends mehr 10 Grad und in d«n höheren Lagen herrscht allgemein Frost. Zu einet weiteren Abkühlung dürfte eS jedoch.nicht messt kommen, außer im Falle nächtlicher Aufheiterung Die kalte Lust über dem Binnenlande dürfte nunmehr langsam von einer wärmeren Westströmuni zurückgedrängt werden, welche sich über die britischen Inseln auSbreitet. Für den Beginn der nächsten Woche ist daher allmähliche Erwärmung zu erwarten.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Im allgemeinen noch unbeständig,, relativ kühl, vereinzelt Schauer,«ul strichweise aufheiternd, Nebelbildung in den Niederungen.— Wetteraussichten für Mo«' tag: Winddrehung gegen Südwesten, allmählich wärmer werdend. Ä»« d--Au. i nalismus und ist der beste S° ur' EX* wurden, die der Verein äus 8„7m«°^igt für die Galerie der Gesellslbatt„ Kunstfreunde im Laufe der Zett ana-km Zu der Eröffnungsfeier war sitzende des Kunstvereines Minister Dr' m a r, die Rektoren der Lockisckn.s-».l. 5. zahlreiches Publikum erWenem C uni e,n Arbeitslosendrama. JnKloft.«- °°-- b->«> vom PraZnh most. Unfallschronik. Gestern um 3 Uhr nachmittags stieß das Personenauto des 42jährigen Geschäftsmannes Alfred Reichler aus Prag-Karolinental, das in der Richtung zum Pulverturm fuhr, auf dem Graben mit einem andern Personenauto zusammen. In diesem saß der 52jährige Steuererekutor Rudolf Slehofer aus Wrschowitz. Er wurde aufs Pflaster geschleudert und blieb bewußtlos liegen; auf der Klinik Schlaffer wurde ein Bruch der Schädelbasis, eine schwere Gehirnerschütterung und Rißwunden im Gesicht festgestellt. Slehofer erlag diesen Verletzungen um 5 Uhr nachmittags. Reichel wurde verhaftet, sein Führerschein beschlagnahmt.— Gestern mittags lief vor dem Palais Phönix auf dem Wenzelsplatz die 39jährige arbeits- und wohnungslose Köchin Moisa Trunkat über die Fahrbahn, wobei sie vom Auto E—68.650 des Ingenieurs Eugen Proschek aus Prag-Hqllejchowitz zu Boden geworfen wurde. Mit einer schweren Gehirnerschütterung, einer tiefen Rißwunde am Kopf. einem Bruch der linken Hand und inneren Verletzungen wurde sie auf die Klinik Schlaffer gebracht. Die Verletzungen sind wahrscheinlich tödlich. Das Verfahren wurde eingeleitet. Brokatmäntel aus der Kapelle gestohlen. Gestern wurde der arbeits- und wohnungslose Gärtner Franz KoÄk unter dem dringenden Verdacht v°rhaftet, in der Nacht auf den 11. Oktober in die offenstehende Kapelle des Elisabethinerinnenspitals in Prag II. Na Slupi, eingedrungen zu sein und dort zwei wertvolle Brokatmäntel von zwei Altarbildern entwendet zu haben. Hiebei hatte er in der Kapelle allerhand Vandalismus verübt, den Altar beschädigt, zwei Heiligenbilder und einen gläsernen Reliquienschrein zerschlagen. Er wurde nach Pankrab eingeliefert. Zehn Mäntel täglich. Die Polizei macht auf das verstärkte Treiben der Kaffeehausmarder aufmerksam. da täglich acht bis zehn Anzeigen wegen in Kaffeehäusern gestohlener Mäntel einlaufen. Die Diebe pflegen meist ohne Hut und Mantel ins Kaffeehaus zu kommen, um dann ganz unauffällig mit einem fremden Hstt und Mantel wegzugehen. Es wird geraten, die Kleider lieber in der Garderobe abzulegen./ Mit Benzin ringeheizt. In der Ofenfabrik Wachtel in Prag VH brach gestern vormittags em Brand aus. der allerdings durch die Feuerwehr bald gelöscht werden konnte. Als seine Ursache wurde festgestellt. daß der 23jährige Arbeiter Josef Baloun beim Feuermachen Benzin verwendet hatte. Baloun selbst hatte durch die emporschlagenden Stichflammen Brandwunden ersten und zweiten Grades rm Gesicht erlitten. 1- \ N 's Jetzt fängt s das\ X s häss-kalte-Wetter . s an...\ X s 'V A AS Schützen Sie Ihre Haut rechtzeitig mit NIVEA-CREME X X Es gibt keine andere Hautcreme, die Eucerit enthält, deswegen ist NIVEA-Creme auch nicht zu ersetzen. NIVEA- Creme In Dosen und Tuben.. Kc 3-» 13.- N I V E A• Oel Kc 6.-- 22.- wegen des guten Kaffees, den sie kochen. Jede hat irgend ein anderes kleines Geheimnis bei der Zubereitung. Aber eines haben allo gemeinsam: Nicht zu wenig AECHT FRANCK nehmen, damit er seine Kraft entwickeln kann und den Kaffee wohlschmeckend und schön goldbraun macht. Aechflroncltisz Zu jedem Kaffee /I Aerlcktssaat Der letzte Schrourgerichtstag Bilanz der vierten Schwurgerichtsperiode: 184 Jahre und vier Monate schweren Kerkers Prag. Der letzte Fall, den das Prager Schwurgericht in seiner vierten Session erledigte, war der kürzeste und unkomplizierteste der ganzen Schwut- gerichtsperiode. Der 21jährige Wenzel Stöckl war. angeklagt, daß er einem 14jährigen Schuljungen auf offener Landstraße dessen Rad habe unter Gewaltanwendung entreißen wollen. Ms der Junge sein Fahrrad nicht hergeben wollt«, schlug er i^n mit der Faust und dann mit einem Stein über Kopf und Hand. Der Ueberfall mißlang, da rechtzeitig Leute dazukamen. Die Anklage lautete auf Raub und der Angeklagte gab gleichgültig zu, er habe dem Jungen das Rad Wegnehmen wollen. Der Schwurgerichtshof des GR. Dr. Sykora verurteilte Stöckl nach dem einstimmigen Schuldspruch der Geschworenen zu drei Jahren schwerem Kerker. * Mit diesem Prozeß endete nach vierwöchiger Dauer die vierte Schwurgerichtsperiode, die die schwersten und aufsehenerregendsten Prozesse dieses Jahres zur Verhandlung brachte. Es wurden sechs Mord Prozesse verhandelt, darunter zwei mit je dreitägiger Dauer. Von den insgesamt 20 Angeklagten wurden nur drei freigesprochen. Die über die 17 Verurteiltenwerhängten Strafen machen zusammen 184JahreundvierMonate aus. Auch diese Session bestätigte, daß die Todesstrafe von den Volksrichtern abgelehnt wird. Seit die Geschworenen zur Beratung über die Straf« bei Halsprozessen mit herangezogen. werden(seit Juni 1934), ist in Prag keist einziges Todesurteil mehr gefällt worden. rb. Der Dim Die Geheimnisse von Paris Für eine vergangene Generation war der'fran- zösische Romanschreiber Eugene Sue Wohl der Gipfel der Lasterhaftigkeit in der Literatur, weil er Erzählungen von der Pariser Unterwelt schrieb, die uns Hcuttgen aber nur noch als effekthascherisch« Kolportage-Romane erscheinen. Auch in den„Geheimnissen von Paris" geht es reichlich phantastisch und gewollt infernalisch zu, und in der Verfilmung kommt das alles noch viel plumper heraus. Man muß fragen, warum unsere Verleiher sich nicht lieber für eine Neu-Verfilmung der„Miserables" von Victor Hugo interessiert haben— und warum sie überhaupt die bedeutenderen französischen Film« dauernd unbeachtet lassen. Noch immer haben wir, um nur Beispiele zu nymen, weder Renoit- Lcvvs „Jtto" noch Duviviers„Marie Chapdelaine", weder Eehders„Pension Mimosas" noch den Pariser Dostojewski-Film" Schuld und Sühne" gesehen. —eis— Der Eroberer Indiens Daß die amerikanischen Filmproduzenten sich neuerdings für das englische Weltreich als Filmstoff interessieren, haben uns schon die„bengalischen Reiter" gezeigt. Dieser andere Film aus der Geschichte der englischen Herrschaft in Indien verherrlicht eine außerhalb Englands wenig bekannte Figur: den Lord Clive, der anfangs ein Kontorist bei der Ostindischen Kompanie war und— wenigstens hier im Film— als Kriegsfreiwilliger die französische Konkurrenz aus dem Felde" schlug, den mächtigsten Fürsten Nordindiens mit Hilfe seines Rivalen in der Schlacht bei Plassey besiegte und dann, nach England heimgekehrt,(ähnlich wie der bekanntere Warren Hastings) in einen Korruptions- flandal verwickelt wurde. Da der Film diesen Kolonialabenteurer mit lauter edlen Zügen ausstattet, erscheint er ebenso unglaubwürdig wie uninteressant. Die großen Kriegsereignjsse rollen im Sttl einer patriotischen Märchenerzälilung ab, und die rührseligen Familienszenen bleiben eindruckslos. Der Regisseur Boleslawski hat einen erheblichen Aufwand(an Stattsten, Elefanten und Bauten) an eine wertlose Sache vertan. Und auch die anständige Schauspielkunst Ronald Colmans(dessen Partnerin die auf interessante Art naive L o r e t t a N o u n g ist) kann uns nicht für eine Abenteuergestalt begeistern, deren höchste Ideale Kriegsruhm und rascher Reichtum find.—eis— Der Kampf mit dem Drachen. Welche Schlüsse daraus zu ziehen sind, daß die alte A d e l e Sand rock, die früher im deutschen Fllm ein komische Episodenfigur war, neuerdings zur Hauvt darstellerin grotesker mannweiblicher Diktatoren geworden ist, braucht, hier nicht untersucht zu werden Seite 8 Elmur in diefen Packungen: Sidol bester Metall- Putz MERKE TEPLITA EINHEIMISCHES ERZEUGNIS Sirax Scheuerpulver macht alles verbluffend schnel Blitzblank FÜR METALLE MUR: SEDOT MERKE Sidal Herdputzmittel Jumbo Cumm Sonntag, 27. Oktober 1935 beränderten gegenwärtigen Bedingungen weiter den. Es ist nötig, eine Beteiligung der Nr. 251 seiner Aufgabe treu bleiben und die Zusammen- Sokolschaft an der Berliner Olympiade Verlässlichkeit garantiert Marke + SILBERSEIDE COLLA" + Gum..? arbeit tschechischer und deutscher Künstler und gründlich zu überlegen. Es ist nicht Kunstfreunde, die von Anfang an zu seinen Grund- nötig, durch ein Massenauftreten der Sokolschaft sägen gehörte, auch weiterhin fördern werde. für die Erhöhung des Glanzes der Berliner Olym Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der vielen, piade zu sorgen. Aber nicht einmal aus wirt im Besitz des Vereins befindlichen Gemälde, Aqua- fchaftlichen Gründen kann die Beteiligung gutrelle und Zeinungen, die früher im Rudolfinum geheißen werden, denn Deutschland wird bestimmt hingen und nun seit Jahren der Oeffentlichkeit nicht den Ertrag der Olympischen Spiele zu Zwecken vermehr zugänglich waren. Unter diesen Werken des wenden, welche dem Sinne der Spiele hohnsprechen vorigen Jahrhunderts ragen ein schönes Porträt von Die Wege der deutschen Propaganda sind bekannt Lenbach, zwei liebenswürdige Gemälde von Die Olympischen Spiele in Berlin sind der größte Spinweg, ein Seestück von Achenbach und, heute Irrtum und der größte Schlag gegen das Auch laufen zahlreiche Briefe an den Klub ein, schon sehr historisch anmutend, ein Gemälde De- Ideal der Verbrüderung aller Menschen die diesem den Boykott feiner weiteren freggers hervor, zu denen sich beachtliche Bilder auf dem Gebiete der förperlichen Erziehung, der Spiele sowie die Verweigerung der tschechischer Maler wie Jaroslav Cermat und Kultur und Menschlichkeit. Die Olympischen Spiele resseretlame androhen, falls den Deutschen Der Klub„ Hotspur" Bubat gesellen. Kulturhistorisch interessant ist tatten nie einen schlechteren Rahmen, als dies näch der Platz überlassen würde. die Ausstellung der alten Prämien, die der Kunst- stes Jahr in Berlin der Fall sein wird. Deutschberein regelmäßig seinen Mitgliedern stiftete, zu- land und sein heutiges Regime sollen nicht unter meist graphische Reproduktionen von Werken zeit- st üßt, sondern von jedem demokratisch genössischer Meister, vor allem Angehöriger der denkenden Menschen übergangen werHistorienmalerei des vorigen Jahrhunderts, also Matarts, Pilotys und ihrer Epigonen. ―eisWochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag halb 3 Uhr: Artisten, halb 8 1hr: Kind im Kampf, C1, Erstaufführung.- Montag halb 3: Servus! Servus! halb 8: Die verkaufte Braut, B 1. Dienstag halb 8: Der Bettel student, A 1. Bewährte einheimische Qualitätserzeugnisse! balb 8: sind im Kampf, B 1. In diesem Film spielt sie zur Abwechslung eine polternde Brauereibesizerin, deren Konkurrentin die muntere Lucie Englisch ist. Der Humor des Mittwoch Donners hat diese Briefe an den englischen Fußballverband, der dieses Länderspiel veranstaltet, weitergeleitet. Die Leichtathletik in Sowjetrußland. Die besten Ergebnisse der sowjetrussischen Leichtathletik, welche in der diesjährigen Saison erzielt wurden, sind: 100 Meter: Kornienfo 10.7 Set., 200 Meter: Ljulfo Fucabohnen 21.8 Gef., 400 Meter: julto 48.6 Sef.( 1), 800 und Fuca- Tee tag halb 8: Aida, Gastspiel Maria Müller, macht schlank 2. Freitag halb 3: Kind im Kampf. - Samstag halb 8: Verkaufte Braut, 1. und' s tut nicht weh halb 8: Pelléas und Melisande, A 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag Erhältlich in allen Apotheken oder W Meter: Denisow 1:56 Min., 1500 Meter: S. Znas mensfi 3: 59.9 Min.( neue Bestleistung), 5000 Meter: 3namensfi 14:56 Min., Hochsprung: Ljulko 1.91 Meter, Weitsprung: Ljulfo 7.24 Meter, Stabhoch: Ozolin 4.10 Meter, Kugel: Rjafow 14.59 Meter, Diskus: Riatow 47.27 Meter, Speer: Ruscetnifom 63.05 Meter, Hammer: Rjafow 48.71 meter. Films bewegt fich( von der Diftatur- Broteste abge- on bone rebel- Montag 3: Atten dem Denot: Adler- Anotheke, Teplitz Vereinsnachrichten schen) vorwiegend auf alkoholischem Gebiet. Kunst und Wissen Die nächsten Novitäten und Neueinstudierungen des Deutschen Theaters " " sind in der Oper: Be II é as und Meli sande" ,,, Martha", Macbeth" ,,,& rei schütz", Meistersinge r". Hiezu kommt in der Kleinen Bühne ,, Don Pasquale"; ferner ein moderner Opernabend Geschichte bom Soldaten" von Strawinsky und ,, Boby in der Bar" von Groß. Die Opernnovitäten dieser Spielzeit sind„ Lady Macbeth" von Schostakowitsch; ,, ansens Königreich" von Ostrčil und Die Jakobsfahrt" von Finke. In der Operette wird demnächst ,, Venus in Seide" aufgeführt; es folgen Die tanzende Stadt" von May; ,, Djaina" von Abraham; Der heilige Antoniu 3" von Beneš und Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß. Im Schauspiel wird nach ,, Kind im Stampf" zum Schillertag Maria Stuart" gegeben. Es folgt das Jesuitenstück von Lavery Die erste Legion"; ,, Der lächerli che Sir Anthony" von Tennyson Holme; Mühlbergers Drama Wa II en stein" und Lonsdales Komödie ,, Die Kaze läßt das Mausen ni ch t". In der Kleinen Bühne wer= den Strindbergs Kamera de n"; Raynald ,, Napoleon Unique", die Komödie ,, Giu lietta fauft sich ein sin d" von Homorio Maura und Martinez Sierra und wir wer den beobachte t" von Hans Adler und Paul Frant gegeben werden. Jubiläumsausstellung des Kunstvereins Gestern nachmittags eröffnete der Kunstverein für Böhmen die Jubiläumsausstellung zur Feier seines hundertjährigen Bestehens. Schulminister Dr. Krčmař wies in seiner Ansprache auf die großen Verdienste hin, die sich der Kunstverein in der Vergangenheit um die Förderung böhmischer Kunst und um das Verständnis für das ausländische Kunstschaffen erworben hat, auf seine Bedeutung als Mäcen und als Auftraggeber für große Arbeiten( wie die Fresten im Schloß Belvedere und die Ausmalung der Kirche in Karlin). In deutscher Sprache gab sodann Dr. Wolf 8defauer der tat. 3 Uhr: Ich kenne dich nicht mehr, 8: Im 8: 3m Londoner Nebel.- Diens tag 8: Ich kenne dich nicht mehr. Mittwoch 8: Im Londoner Nebel. Donnerstag halb 8: Teddy contra Teddy. Freitag 3: Im Londoner Nebel, 8: Jch fenn dich nicht mehr, Theater= gemeinde des Kulturverbandes. Sonntag 8 Uhr: Teddy contra Teddy. Sport- Spiel- Körperpflege Nach Berlin? In dem Mitteilungsblatt des Sokolgaues „ Budečska"( Kladno), Nr. 8-9, finden wir unter obigem Titel eine interessante Stellung nahme bezüglich der Nichtteilnahmede: Sokoln an der Hitler- Olympiade, worin u. a. ausgeführt wird: Im nächsten Jahre werden in der Hauptstadt Deutschlands, Berlin, die Olympischen Spiele abge= halten, wo auch die Sotolschaft auftreten soll. Es fehlt nicht an Stimmen dafür, aber auch nicht an bielen dagegen. Es war ein Fehler, daß Deutschland gerade in der Zeit seiner fieberhaften Rüstung die Olympischen Spiele nach Berlin zuge= sprochen wurden. Wie rasch bergißt die Welt! Sechzehn Jahre nach Beendigung des wütens des Krieges, in welchem Deutschland eine grauenhafte Rolle spielte und wieder ist es jenes aggressive Deutschland, welchem die Spiele zugeteilt werden. Die Veranstaltung der Spiele ist eine Auszeichnung für den veranstaltenden Staat, und deshalb sollten diese nur demokratischen, fortschrittlichen Ländern anvertraut werden, welche die Freiheit des Gedankens und des Wortes respektieren, welche eine Garantie des Friedens sind, und welche die primitivsten Menschenrechte nicht mit Füßen treten. Es kann ruhig gesagt werden, daß durch die Zuteilung der Olympischen Spiele an Deutschland deren hehrer Gedante, d. i. Brüderlichfeit, Frieden und Verständigung aller Kulturmen schen, vollkommen diskreditiert wurde. Die Veranstaltung der Spiele in einem Staate, dessen nationale Philosophie die Militärwissenschaft ist, dessen gesamte Bevölkerung systematisch auf einen Angriffsfrieg vorbereitet wird, ist ein unverzeihlicher Fehler. In einem solchen Milieu kommt es also zu den Olympischen Spielen. Man muß sich bergegenwärtigen, daß Olympische Spiele in diesem ausge= sprochen reaktionären Staate, in welchem förperliche Erziehung und Sport nur die Vorbereitung den. Auf ihre sämtlichen Versprechen und Lockungen gibt es keine bessere Antwort als das bekannte: Glaubet ihnen nichts, gebet ihnen nichts." " So muß es gemacht werden! Boykott über das Länderspiel England- Deutschland In der nächsten Zeit soll in London ein Fußball- Länderspiel England- Deutschland stattfinden. Es ist aber mehr als fraglich, ob die Austragung dieses Match zustandekommt, denn in England wie Londoner Berichte melden ist eine Aktion im Gange, die sich gegen die Abhaltung richtet. Der Londoner Fußballklub Hotspur" wird bestürmt, seinen Blaß nicht für einen der= artigen Länderkampf zur Verfügung zu stellen. Ronald Colman FTK Freie Vereinigung fozialistischer Akademifer. Dienstag, 29. Oftober, 19 Uhr, wichtige Ausschußfizung im Parteiheim. DAS Volksinggemeinde. Dienstag, den 29. Ottober, Proben: für Frauen um 7 Uhr abends, für Männer um 48 Uhr abends. Da wir gemischte Chöre einstudieren, werden alle ausübenden Mitglieder ersucht, bei allen Proben vollzählig zu erscheinen. ATUS PRAG Mittwoch, den 30. Ok tober, findet um 8 Uhr abends im Wintergarten des Hotel Monopol" die ordent liche Generalversamm Iung mit der üblichen Tagess ordnung statt. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania: Der Himmel auf Erden. Die Nacht der Liebe. A. G. Moore. Folies Bergeres. A. Fata Morgana. A. Studentenmutter. Tsch. Wallace Beerh. Tsch. M. Chevalter. Eddie Cantor. Adria: Alja: Avion: Beranet: Fenix: Viva Villa. A.Flora: Der erste Kuß. Gaumont: Der Kampf mit dem Drachen. D. Sandrock. Hollywood: Pygmalion. D. Hvězda: Abessinien 1935. D. Julis: Ein ganzer Kerl. D. Kinema: Journale, Grotesken, Repor tagen( halb 2 bis 17 Uhr). Koruna: Die Ges heimnisse von Paris. Fr. Kotva: Menschen in Weiß. A. Lucerna: Viva Villa. A. Wallace Metro: Gebrochene Herzen. A.-K. Olympic: Die Heilige und ihr Narr. D. Bassage: Pygmalion. D. Praha: BombayExpreß. A. Radio: Studentenmutter. Tich. Stant: Drei bengalische Reiter. A. Beery. Hepburn. Světozor: Der Eroberer Indiens. A. Ronald Colman. Alma: Liebling. A. Shirley Temple. Bajkal: Laurel u. Herdy. Belvedere: Fra Diavolo. A. Drei bengalische Reiter. A. meine Lieder. D. Beseda: Leise flehen Carlton: Studentenmutter. Tich. Illusion: Drei bengalische Reiter. A. Lido II.: Charlie Chan in London. A. Warner Oland. Louvre: Die lustige Witwe. A. Chevalier. Maceška: Die lustige Witwe. A. Ernst Lubitsch. -tenmutter. Tich. Sport: Jana. Lich. Rory Studen U VejBurian. Bio Veletrhy: vodu: Der Adjutant Seiner Hoheit. Tsch. Baldek: Der erste Kuß. Tsch. Hoffnung Ausdruck, daß der Verein auch unter den zum Kriege bilden, ein Pasquill bedeuten wer- in der Titelrolle des Films„ Der Eroberer Indiens" Studentenmutter. Tich. ni da ru au Li Ite Ke At ni de ni B1 na re eig be be Die Direktion der Hypoteční banka Česká gibt die traurige Nachricht, daß am 22. Oktober 1935 auf der Insel Lopud in Dalmatien Herr VÁCLAV REJMON, OBERDIREKTOR DER HYPOTEČNÍ BANKA ČESKÁ im 59. Lebensjahre verschieden ist. Unsere Anstalt wird des Verewigten stets in Liebe und Dankbarkeit gedenken. Die sterblichen Ueberreste des Verblichenen werden nach Prag übergeführt. Ort und Stunde des Leichenbegängnisses werden bekanntgegeben. 3145 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bet Begun durch die Poft monatlich Kč 16.- vierteljährig Kè 48.-, halbjährig Kč 96.- ganzjährig Ke 192. Müditellung von Manuffripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Breisnachlaz. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- und Tele Interate werden laut graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Eruderei: Orbis". Druds. Berlags- und Beitungs-.- G., Prag. Mr. 251 Sonntag, 27. Oftober 1935 Seite 9 Hubertus u. Trenchcoats für Regenwetter, in allen Größen Wintermäntel für die Jugend Herren- Wintermäntel Spezialhaus für Bekleidung der Jugend Ferd. Hirsch Prag I., Zelezná 14 Teplitz- Sch., JO- GA, Masarykstr. 6 Schutzmarke Mitteilungen aus dem Publikum. Im Büro und im Haushalt passiert es oft ge= nug, befonders im Herbst und Winter, daß plötzlich das elektrische Licht versagt. Irgendwo ist eine Siche rung durchgebrannt oder ein Automat umgefallen. Solche unangenehme Zwischenfälle stellen sich aber auch gewöhnlich dann ein, wenn man unbedingt Licht haben muß. Wie peinlich! Die Arbeit darf nicht liegen bleiben und das Abendessen, das schon am Tisch stand, wird wieder kalt. Da leistet eine ApolloKerze, die vorsichtige Leute stets zur Hand haben, wertvolle Dienste. Sie wird zum Retter in der Not. Apollo- Kerzen tropfen nicht, riechen nicht und flackern nicht. 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Es gibt nicht stellung erwerbsloser Arbeitskräfte maßgebend ist. wenige Länder, die noch im Jahre 1933 unter dem blieb gering. Neueinstellungen von Arbeitskräften Druck der Weltwirtschaftskrise standen, sich von haben nur in unbefriedigendem Ausmaße stattge ihrem Schlage aber inzivischen verhältnismäßig funden. Darüber darf man sich auch durch die gut erholt haben und günstige Anzeichen für einen Entwicklung der Arbeitslosigkeit nicht täuschen las sen, die, wie selbst wiederholt von amtlicher Seite fonjunkturellen Wiederaufstieg aufweisen. zugegeben wurde, kein richtiges Bild der Lage des Arbeitsmarktes bietet. Zu diesen Ländern gehört vor allem Groß britannien, das mit seinem Erport weniger auf die europäischen Industrieländer angewiesen ist sondern durch die starke Ausfuhr nach der Uebersee von der langsamen Erholung der Kauffraf in den Rohstoffländern erheblich profitierte. Der bedeutende Anstieg der Wirtschaftsfonjunktur Großbritanniens tam aber auch den Ländern des Sterlingblocks zugute, die durch ihre aupaffungsfähige Währungspolitik einerseits ihre Kontur renzfähigkeit gegenüber den Ländern mit stavile Währung erhöhten und andererseits die stärkere Aufnahmsfähigkeit des britischen Binnenmarktes auszunüßen verstanden. Dabei darf nicht über sehen werden, daß die Wirtschaftspolitik Großbritanniens, das ziemlich rasch den Uebergang vom Freihandel zur Hochschutzvolitik in einzelnen Zweigen seiner Wirtschaft vollzog, den Erholungsprozeß dieses Landes und infolge der engeren Zusam menarbeit mit den Kolonien, auch jenen des gesam ten britischen Weltreiches wesentlich begünstigte. Die bisher mangelnde Initiative der staatlichen Wirtschaftspolitik ist aus der umstrittenen Einstellung maßgebender Faktoren zu erklären, daß die Tichechoslowakei später in die Krise eingetreten ist und von der einsetzenden konjunktureilen Erholung der Weltwirtschaft auch später erfaẞ werden dürfte. Die Richtigkeit dieser Auffassung ist start zu bezweifeln. Zunächst handelt es sic bei dem langsamen Wiederaufstieg der Wirtschaft des Auslandes häufig um eine ausgesprochene Binnenkonjunktur oder, wie bei den Ländern des Sterlingblocks, um eine Erholung, die sich im Rahmen der Sterlingsgruppe vollzieht und auf sie vorläufig beschränkt bleibt. Ohne aktive Konjunt turpolitik, vor allem ohne großzügige Exportförderung, ist es wahrscheinlich, daß die tschechoslowafische Wirtschaft auf dem Weltmarkt ins Hintertreffen gerät. Die Erstarrung unserer Wirtschaftspolitit Dadurch sind freilich jene Länder, aus denen wurde erst in der letzten Zeit durch einen energiGroßbritannien früher die nunmehr mit Hochschen und wirkungsvollen Vorstoß der sozialistischen schutzöllen belegten Waren bezog, schwer geschä- Regierungsparteien durchbrochen. Die Maßnahdigt worden. Die wirtschaftliche Isolierung die- men, die die sozialistischen Parteien in den sozialser Staaten durch die hochschutzöllnerische Han politischen Ausschüssen der beiden Kammern vordelspolitik und die in ihrem Dienste stehende Wäh- schlugen, stellen in der Tat ein Programm der rungspolitik Großbritanniens und der Länder des Ankurbelung unserer Wirtschaft, vor allem unferes Sterlingsblocks hat erheblich zugenommen. Dar Exportes dar, von dessen Ausführung allerauf ist es vor allem zurückzuführen, daß sich di: dings der wirkliche Erfolg abhängen wird. Die Krise immer mehr auf die Länder des Goldblocks, berlangte Verbilligung des Kredits, die angesichts die an der Stabilität ihrer Währungen festhalten der Flüssigkeit unseres Geldmarktes möglich ist und auf jene Staaten beschränkt, die die veraltete und die industriellen Produktionskosten senken und Deflationspolitik noch immer verfolgen. Diese damit die Erportfähigkeit unserer Industrie iteiDeflationspolitik, die die Kaufkraft auf dem Ingern würde, ist eine unerläßlich notwendige Maßlandsmarkt untergräbt, ohne daß der Export ge- nahme, deren Verwirklichung raschestens in Anfördert und die Konkurrenzfähigkeit gesteigert griff genommen werden muß. Die im sozialpoli wird, hindert diese Länder daran, den Anschlustischen Ausschuß angenommene Entschließung ents an die langsam aufsteigende Wirtschaftsentwick- hält auch eine Reihe von Vorschlägen auf dem lung in den Ländern des Sterlingsblocks und in den Staaten mit aktiver Konjunkturpolitik zu vollziehen. Gebiete der direkten Erportförderung und der Gesundung des Binnenmarktes, deren praktischer Verwirklichung keine unüberwindlichen Schwierigkeiten im Wege stehen und die geeignet sind, unsere Wirtschaft aus der Umklammerung der Krise zu befreien. Zu diesen ausgesprochenen Krisenländern, für die also die Gefahr besteht, daß bei ihnen die Krise länger dauert als auf Grund der weltwirtschaftlichen Entwicklung notwendig wäre, gehört Die Initiative des sozialpolitischen Aus auch die Tschechoslowakei. Obwohl zu Beginn des schusses, die selbst das Ergebnis eines initiativer Jahres 1934 durch die Devalvation der Kč die Vorstoßes der drei sozialistischen Parteien ist, weist Fortsetzung der Deflationspolitik unterbunden den Weg zur Krisenbekämpfung. Aber die Durchwurde, ist man bei dieser Maßnahme stehen gebli führung dieser Maßnahmen muß von der Regieben und hat den zweiten notwendigen Schritt, drung beschlossen und von den zuständigen Minih. den Uebergang zur positiven Krisenbekämpfungsterien vollzogen werden. Darin liegt das weitere nur ganz unzureichend eingeleitet. Die Wirt und sehr wichtige Problem, das darin besteht, das schaftspolitik unseres Staates hat bis jetzt nicht die Arbeitstempo in diefen heute leider vielfach büroKonsequenzen gezogen, die aus den Anfangserfol-| fratisch verwalteten Einrichtungen so zu beschleu gen der Devalvation zu ziehen waren. Ein großzügiger handelspolitischer Einsatz und die För derung des Exportes durch eine Ausgestaltung des Exportinstitutes, durch Intensivierung der Ervortprovaganda sowie durch Gewährung billiger Exportkredite und Ueberbrückung der Schwierig feiten beim Clearingverkehr hätte die nüßlicher Wirkungen der Devalvation in viel stärkerem Um fange zur Geltung gebracht, als dies tatsächlich der Fall war. Gewiß ist gerade im letzten Jahr unser Erport gestiegen. Er hat wert- und men genmäßig zugenommen, aber in den BeschäftiDas Herz lacht bei einer Fahrt auf 66 FK2" aus den Fahrradwerken FUCHS& KOMP. ZUCKMANTEL SCHLESIEN Der Fahrradhändler in Ihrem Ort beschafft es Ihnen nigen, daß das Krisenprogramm des sozialpoliti schen Ausschusses nicht auf dem Papiere bleibt. fondern eine lebendige Kraft im Kampfe geger Krife und Wirtschaftsnot wird. Das ist die zweit aroße Aufgabe der sozialistischen Parteien, die an der Spitze dieses Kampfes stehen. Wenn sie mi derfelben Entschlossenheit, mit der sie ihre For. derungen im fozialpolitischen Ausschuß verhoten. auch an der Durchführung diees Programmes feft halten, werden die nächsten Monate im Reichen einer aktiven Konjunkturpolitik und des wirtschaft. lichen Wiederaufstieaes unseres Landes stehen. 2852 D Herren" 125Raglans. 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Oktober 1935 Seite 11 Unsere Zucker-Industrie als Exportfaktor. Wir haben kürzlich in diesem Blatte berichtet, I baß unsere heimische Zuckerindustrie, nach einer in S den letzten Jahren ständig rückläufigen Bewegung, in der Kampagne 1934/35 erstmalig wieder eine 190% der Steigerung aufweist, die sich allerdings nur in Erzeugung und Export auswirkt, während der Inlandskonsum auch in dieser Zeitspanne zurückgegangen ist. Die wechselvolle Geschichte dieses für unsere Volkswirtschaft so überaus wichtigen Industriezweiges scheint also in ein neues Stadium zu treten, wenngleich selbst in Fachkreisen die statistischen Ergebnisse nicht mit allzu großem Optimismus begrüßt werden. Ich habe bereits bei einer ftüheren Gelegenheit auf die Anfänge und die historische Entwicklung Unserer Zucker-Industrie hingewiesen. Roch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mußten neun Zehntel des Zuckerbedarfes eingeführt werden, aber schon in den sechziger Jahren wird eine Exportziffer von ca. vierzigtausend Meterzentnern gemeldet, die eine besondere Steigerung in den neunziger Jahren bis zu drei Millionen Meterzentnern verzeichnet und schließlich in der Vorkriegszeit in der Kampagne 1912/13 mit elf Millionen Meterzentnern ihren Höhepunkt erreicht. Bis zu diesem Zeitpunft konnte auch in der Weft-Zucker-Jndustrie der Rübenzucker das im Laufe der Jahre erreichte lieber« gewicht gegenüber der Rohrzucker-Produttion behaupten, denn die Rübenzucker-Erzeugung betrug damals 53% der Weltproduftion, jene von Rohrzucker 47%. Welche weitere Entwicklung der Kampf -wischen Rübe und Rohr genommen hat, mögen nachstehende Ziffern veranschaulichen: Weltzuckererzeugung in 1000 metrischen Tonnen: Rohr Rübe Summe 1913/14 11.094(55%) 9.015(45%) 20.109 1934/35 16.193(62%) 9.969(38%) 26.062 Die starke Rachftage während des Krieges und in den NachkriegSjahren, verbunden mit der Blockade,- der die Rübenzuckerländer während des Krieges unterworfen waren, bedingten wohl in erster Linie den gewaltigen Borsprung der Rohrzucker-Industrie, welcher allerdings in der weiteren Folge zu jener Planlosen lleberproduktion führte, die die Hauptursache der Weltzuckerkrise in den letzten Jahren war. Fast schien es, als ob der Zuckerexport unseres taates von diesen Verhältniffen nicht berührt werden sollte. Die Tschechoslowakei, welche mehr als Zucker-Industrie des ehemaligen Oesterreich-Ungarn übernommen hatte, war auf den Export angewiesen und vermochte denselben nicht nur ge-, waltig zu- steigern, sondern auch ihren volkswirtschaftlich und währungspolitischen Zwecken dienstbar zu machen. Die Zuckerindustrie hatte in den ersten Nachkriegsjahren staatserhaltende Bedeutung. Dem gesteigerten Zuckerexport verdankte der junge Staat nicht nur Devisen, sondern auch Werwolle Rohstoffe, die als Kompensationsobjekt gegen den damals stark begehrten tschechoslowakischen Zucker gefordert und auch gewährt wurden. Die Bedeutung des Zuckerexports fiir unsere Handelsbilanz ist umso größer, als der Ausfuhr keine Einfuhr gegenübersteht, so daß diese Exportziffer eine reine Aktivpost darstellt. Die schon bei einer früheren Gelegenheit erwähnte Tatsache, daß Zucker zur Gänze, also vom Urproduft der Rübe bis zum Endprodukt, dem Konsumzucker im Inland aus inländischen Rohstoffen und mit inländischen Arbeitskräften erzeugt wird, hebt diese Aktivität noch mehr hervor. Im Jahre 1920 partizipiert unser Zuckerexport mit 12.3% an unserer Gesamtausfuhr, im Jahre 1924 sogar mit 14.9%. Wie sich dieses Verhältnis in der weiteren Folge entwickelt hat, möge nachstehende Gegenüberstellung zeigen: Iah« Wert dec SesaintauSsubr in Millionen ja Wert des auSaeführten ÄuaerS in Millionen Li Perzentueller ilnteil an der SefaintauSfuhr in Prozent 1920 27.569 8.405 12.3 1921 27.811 3,748 13.7 1922 18.086 1.400 7.7 1923 12.573 1.884 14.9 1924 ' 17.035 2.432 14.2 1925 18.821 2.322 12.3 1926 17.856 2.172 12.16 1927 20.135 1.454 7.22 1928 21.224 1-532 7.22 1929 20.498 1.034 5.04 1930 17.471 802 4.59 1931 13.118 529 4.03 1932 7.198 866 5.08 1933 5.854 180 8.07 1934 7.279 137 1.88 Die vorstehenden Ziffern zeigen zwar den fortgesetzten Exportrückgang, sie geben aber nur ein unklares Bild über die tatsächliche Mengenausfuhr, weil die Angaben des Geldwertes durch die stark schwankenden Exportpreise beeinflußt sind. Während noch in der Kampagne 1923/24 der statistisch errechnete Durchschnittspreis für ein Kg. exportierten Zuckers flä 3.99 betrug, senkte sich dieser Wert» meffer schon im darauffolgenden Jahre auf flä 3.02,. um im Verlaufe der weiteren Jahre bis auf KL 0.70 und zeitweise sogar noch tiefer herunterzugehen. Ich glaube, mit diesen Ziffern auch kurz die Situation auf dem Weltmarkt charakterisiert zu haben, auf welchem unsere Zuckerindustrie ihre Position im freien, durch»kein Kartell geschützten Wettbewerb zu verteidigen hatte. Gegen die übermächtige Konkurrenz der überseeischen Zuckerindustrie vermochte sich aber selbst die Exportpolitik„um jeden Preis", d. h. der Verkauf unter dem Gestehungspreis nicht zu behaupten. Der einst so große Auslandsmarkt war für unsere Industrie auf die Dauer nicht zu halten, um so mehr, als wir eine ganze Reihe ehemaliger Zuckerabnehmer auch durch die in allen Ländern auftretenden Autarkiebestrebungen verloren haben. Oesterreich, die Türkei, Aegypten, Irland, Jugo- flawien, Persien sind heute Selbstversorger geworden. Von anderen AuslandSmärften, wie Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Uruguay, Indien hat unS die Konkurrenz Javas, Polens, Rußlands, Amerikas und Englands(einst selbst Hauptabnehmer unseres Zuckers) verdrängt. Internationale Vereinbarungen, wie di« Brüffeler Zuckerkonvention vom Jahre 1902 und der Chadboürne-Plan vom Fahre 1931 vermochten nicht, die Konkurrenz zwischen den allen Rivalen„Rübe" und„Rohr" zu mildern. Der Chadbourneplan, welcher auf 5 Jahre abgeschlossen war, besten Bestanddauer also Heuer abgelaufen ist, hatte den Zweck, Produktion mit Bedarf in Einklang zu bringen und vor allem die großen Vorräte dem Weltmarft fernzuhalten, um einen weiteren Preisrückgang zu vermeiden. Anbaufläche, Produktion und Export der Vertragsländer sollten kontingentiert werden, um ein weiteres Anwachsen der Vorräte hintanzuhalten. Bon welchem problematischen Wert all diese Bemühungen, welche besonders von Java vielfach sabotiert wurden, sind, be weist der Umstand, daß die Tschechoslowakei während der ganzen Dauer des Chadbourne-PlaneS nie in die Lage gekommen ist, das. ihr zugewiesene. Kontingent voll auszunützen— selbst nicht« in der letzten Kampagne, trotz der eingangs- erwähnten Exportsteigerung. i; In nachstehender Tabelle will ich noch versuchen, mengenmäßig daS Verhältnis unseres Zuekerexportes zu unserer Zuckererzeügung und unserem inländischen Zuckerverbrauch zu v«rastschaülichen7.-' i.) in Waggons zu 10.000 Aa. Kampagne Erzeugung Jnländskonsum ! ErVort 1918/19 64.240 81.001■ ■ 16.060 1925/26 151.023 40 885 108.0.47 1929/30 103.529 40.474 M5&? 1980/31 114-278 40.081 57.011 1981/32 81.451 89482 50.516 1932/3.8 63.403 87.024- i'27.Ö55 1933/34 51.749 87.102- ■'16.613 1984/85 63.617 , 36.582.' LL196 . DaS Verhältnis Mischen Zu BE- BE«. 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Allgemeiner Angestellten- Verband Reichenberg, Turnerstraße 27 Geschäftsstellen in Karlsbad, Teplitz- Schönau, Bodenbach, Reichenberg, Trautenau, Jägerndorf, Brünn, M.- Ostrau 3079 Freie Gewerkschaft für alle Privatangestellten im Gebiete des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reichenberg VerUnser Export könnte gehoben und gefördert werden, wenn durch Flüssigmachung notwendiger Kredite den einzelnen Unternehmungen die Möglichkeit der Produktion gegeben würde. Der Export an Leder, Schuh, Handschuhund Huterzeugnissen spielt, wie schon einleitend hervorgehoben wurde, in der Gesamtproduktion der Industrieerzeugnisse in unserer Republik feine univeſentliche Rolle. Viele zehntausende Arbeiterexistenzen hängen mit der Hebung des Exportes dieser Waren eng zusammen. Aus diesem Grunde ist es Pflicht der Regierung, dafür zu sorgen, daß alles getan wird, was in ihrer Macht steht, damit alle Hindernisse und Mängel, die unseren Export hindern, erschweren oder gar unmöglich machen, beseitigt werden. Hier ist rasches Handeln ein Gebot der Stunde, sollen nicht die erfreulichen Voraussetzungen einer Neubelebung der einzelnen Branchen weiteren schweren Schaden leiden. J. Sch. METEO MORAVIA, Marienthal 3134 Nr. 251 1935 ist nicht Anno 1875 Wer heute Erfolg haben will, muss geschmackvoll- schnell leserlich mit Durchschlägen schreiben kurz so, wie man nur auf einer Maschine schreiben kann. CORONA 5 Modelle in verschiedener Preislage entsprechend Ihren Bedürfnissen sämtlich in hochwertiger Ausführung. Senden Sie uns den Kupon AM BESTEN SOFORT. GIBIAN& CO., PRAG II., Štěpánská 32. Senden Sie mir unverbindliche Aufklärungen über die CORONA und Ihre vorteilhaften Zahlungsbedingungen. Name: Adresse: Wilhelm Lösegeld We Schuhfabrik 3115 Prostějov i. M. Rauft nur bei unseren Inserenten! DAUERBRANDÖFEN DOLUX METEOR MORA MORETTA UNÜBERTROFFEN In jeder größeren Eisenhandlung erhältlich Arbeiter- Konsumverein Bodenbach reg. G. m. b. H. Eigene Dampfbäckerei, Kanzlei u. 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