IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii.,fochova«r. Telefon 0077. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR) WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Etazalprels 70 Hiltaf (einschließlich Z Heller Porto) 15. Jahrgang Donnerstag, 7. November 1935 Nr. 259 O6NQ886 Kögler in der Außendebatte: Kriegsgefahr- ein Werk des rasclsmus Die Arbeiterschaft geschlossen hinter dem Völkerbund Völler be- des Böller- man dir an «. a. aus; ausnahmslos Friedens be- jüngsten Er» Ter Ablauf dieser ganzen Entwicklung ist auch auf unsere Innenpolitik nicht ohne Einfluß. ES muß die Tatsache hervorgehoben werden, daß nicht alle Politischen Parteien des Staates geschlossen hinter der Außenpolitik der Republik stehen. Tie größte deutsche Wäh- lrrgruppr, die Sudetendeutsche Partei, legt seit mehr als zwei Jahren eine geradezu verdächtige Schweigsamkeit hinsichtlich ihrer außenpolitischen Ziele an den Tag. Zwei Jahre hat die Schweigsamkeit gedauert, da endlich regte sich etwas bei der Kundgebung in Teplitz-Schönau. Aber wer der Meinung gewesen ist, daß es da zu einer Klar st el« l u n g der außenpolitischen Auffassungen der Sudetendeurschen Partei kommen würde, der fand sich tief enttäuscht: Die Sudetendeutsche Partei setzt sich lediglich auf den lahmen Gaul des Antibolschr- wiSmuS, sie richtet da eine Attrappe der Bol- schrwllengrfahr in der Tschechoslowakischen Republik auf und kämpft gegen sie. DaS ist kein klares Bekenntnis, das ist eine Don Quichoterie! Diesen Gaul hat Josef Goebbels schon seit dem Jahre 1933 ohne jeden Erfolg lahmgeritten. Das ist keine Klarstellung außenpolitischer Zieles „Der Krieg ist daS fürchterlichste Vorrecht der über daS Leben der Menschen verfügenden Despotie". Deshalb stehen die Arbeiter'Aller demokratischen Länder hinter dem Völkerbund als demokratischer Organisation zur Erhaltung des Friedens, zur Verhinderung neuer Kriege. Er ist heute das einzige Instrument, das eine Kontrolle dafür zu bieten vermag, daß kriegerische Absichten nicht verwirklicht werden. Und es liegt aus diesem Grunde außerordentlich hohe Bedeutung auf der Erledigung des italienisch- abessinischen Konfliktes als Präzedenzfall. Es muß die Respektierung deS Böllerbundpaktes durchgesetzt, nur in seine m Rahmen, friedlich, müssen die Differenzen der reinigt werden. Wir wünschen dm Bemühungen bundeS den verdienten Erfolg, damit neuen Kriegen interessierten Kräfte in den verschiedenen europäischen Ländern vor den Beweis stellt, daß man den Frieden nicht ungestraft brechen darf Wir erkennen heute Englands Entschlossenheit zu einer tatkräftigen Völkerbundpolitik an, aber wir stellen eben so rückhaltlos fest, daß die Anerkennung der deutschen Aufrüstung d u r ch England erfolgt ist. Dadurch ist der Fastismus in den anderen Ländern ermuntert worden, ähnliche Tatsachen zu setzen, die im Gegensatz zur Friedenspolitik der europäischen Nationen stehen. Wir stellen ebenso rückhaltlos fest, daß d a S Desinteressement Englands an dm Problemen im Donauraum nicht nur zur Niederwerfung der österreichischen Sozialdemokratie, der tapferen Verfechter der demokratischen Republik geführt, sondern auch zu einem nicht ungefährlichen Borsprung dos F a- scismus im Donauraum sehr wesentlich beigetragen hat. Die Wendung in der englischen Politik hat doch wohl zunächst ihre innerpolitischen Beweggründe, die Wahlen. Wr empfinden trotzdem Genugtuung über diesen Wandel auS dem einfachen Grunde, weil die Erhaltung des Friedens in Europa und die Herbeiführung geordneter politischer Verhältnisse im Interesse der Arbeiterflasse ganz Eurppas gelegen ist. Die Arbeiter erwarten mit Sehnsucht eine friedliche Lösung. Die friedlichen Bemühungendes Völkerbundes haben durch den Beitritt der Sowjetunion wesentlich günstigere Aussichten auf«inen positiven Erfolg, der Sowjetunion, zu der die Tsche- choflowakische Republik dank den sozialistischen Parteien in der Koalitionsregierung in einem Verhältnis von gegenseitig Verbündeten steht. mühunsen um unsere Nachbarn, die Fäden nach Warschau und B u d a p e st, politische Jagden, oder etwas ganz Neues in der modernen Politik: politische Hochzeitsreisen im Flugzeug, die über Budapest, Belgrad bis nach Dubrovnik führen auf der anderm Seite aber ein Propaganda-Apparat, der in ganz Europa nicht seineSgleichm findet und der nach unserem Geldwert mit Milliardenbeträgen operiert. Zu dieser Propaganda gehört auch die t e n- denziöse Entstellung derBer- hältnifse in unseren Grenzgebieten, durch Tatarennachrichten über Hungerrevolten, die der reichSdrutsch« Rundfunk nicht einmal, sondern wiederholt verbreitet hat. Ich muß offen gestehen, wir setzen leider diese Art der tendeuziösen Außenpropaganda, diesen Ler- suchen der Vergiftung viel zu wenig Widerstand entgegen. So leisten wir«ns heute noch den LuxuS, die deutsche Grenzbevöllerung in der Republik geradezu ausnahmslos von den Sendern des Dritten Reiches bedienen zu laffm. Unsere Außenpolitik steht auf dem Boden strenger Neutralität gegenüber dem italienisch-abessinischen Konflikt. Der Konflikt ist in einen Krieg ausgemündet. Die Arbeiter aber hassen den Krieg, namentlich wenn es sich um Eroberungen handelt. Für ihn gilt nach wie vor das Wort des großen Franzosen I a u r i S:: SdP und Spionaseprozeste Man kann verstehen, daß der Sudetendeutschen Partei gewisse außenpolitische Fragen außerordentlich peinlich sind. Man kann verstehen, daß man auf die prozeffuelle Lage gewisser Parteianhänger Rücksicht nehmen muß. Man kann verstehen, daß eine Partei, die durch mehrfache Verhaftungen von Parteimitgliedern wegen Beteiligung am Spionagedienst zu Gunsten einer ausländischen Macht kompromittiert wird, dann keinen besonderen Mut an den Tag legt, außenpolitische Probleme aufzuziehen und ihre Fahne herauszustellen. Das werden die Herren(Abg. Dr. Neu- wirth:... daß die Polizei gelogen, hat!) nicht abtun können mit dem einfachen Hinweis darauf, diejenigen ihrer Mitglieder, die sich da in ein Netz von der Auslandsspionage einspinnen ließen, seien Narren oder Verbrecher. Rein, meine Herren, daS geht einmal, aber das glaubt Ihnen auf die Dauer niemand. ES bedeutrt wenig Mut und wenig Konsequenz, wenn die verantwortlichen Fattoren in dem Augenblick, in dem rin paar arme Teufel Opfer ihrer Politik geworden find, von diesen armen Teufeln einfach abrücken. Abg. K u n d t: Es sind lauter Arbeitslose, die jahrelang keine Arbeit haben. Prag. Die Mittwoch-Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte neben der Wahl Malhpeters und der Vorstellung Hodzas eine außerordentlich interessante Aussprache über die Außenpolitik, in der einersrttS die scharsen Angriffe der Llinka-Leute, andererseits die Zustimmung der Kommunisten zur Friedenspolitik des Außenministers und ihre Erklärung, sogar für das Ezposs st i m me n z« wollen, einigermaßen überraschte. Für die Koalition gab Genosse H a m p l eine zustimmende Erklärung zur Außenpolitik ab. Der Sprecher unserer Fraktion war Genosse K ö g le r, dessen erstes Auftreten auf der Parlamentstribüne fich unzweifelhaft zu einem persönliche» Erfolg gestattete. In musterhaft aufgebauten Rede, die durch die klangvolle, klare Sttmme nur noch mehr gewann, erbrachte Kögler de« schlüssigen Nachweis, daß wir die Kriegsgefahr ausschließlich dem Faseis- mns zu danke« haben, der sich zwangläufig zum Friedensstörer entwickeln mutz. Die Nutzanwendung dieser These auf die Znnenpolttik brachte de« Redner bald in Konflikte mit den Henlein-Leuten, deren bezeichnendes Schweigen zu de« Hauptproblemen unserer Außenpolttik er entsprechend inprangerte. Bei der Abfertigung der Zwischenrufer wurde Kögler von unseren Ge- nosien bestens unterstützt. Seine Rede wurde auch von den tschechischen Genoffen lebhaft applaudiert. Genoffe Kögler führte Die Arbeiterklasse Europas ist außerordentlich um dre Erhaltung des sorgt. Sie hält den Frieden durch die eigniffe. den Konflikt Italiens mit Abessinien, für sehr schwer erschüttert und fürchtet Um seinen Bestand. Diese Bedrohung der Friedens kommt aber durchaus nicht überraschend. Sie ist einfach«ud logisch eine Konsequenz der Tatsache, daß rS dem FasciSumS in Europa gelungen ist» über einige Völker seine Herrschaft z« etablieren. Der Friede in Europa ist permanent in Gefahr» seitdem eS einen FasciSmuS gibt, well die auf Gewaltanbetung beruhenden faseisti- schen Shsteme planmäßig auf seine Er schütterung hinarbriten müssen,«efl die Dynamik des FasciSmuS, seine außenpolitische Zielsetzung zwangsläufig den Weg in die Katastrophe führt. . Die bisherige geschichtliche Erfahrung lehrte Wenn sich das fascistische System in einem Lande aller Einrichtungen bemächtigt, wenn es alle Hemm nisse überwunden hat, dann wendet es sich seinen außenpolitischen Zielen zu, dann tritt der Zeit punkt ein, wo es seinen Nachbarn bedroht und den. Frieden in Gefahr bringt. Wir denken jetzt nur an jenes fascistische System, bas sich unter dem Symbol des Hakenkreuzes vor nehmlich dort ausbreitet, wo wir Angehörige der deutschen Natton in Europa haben. Diesem System hat der maßgebendste Führer des Fascismus in dem Buche„M e i n K a m p f" die Richtlinien gegeben, denen heute eine ganz außerordentliche, nicht nur theoretische, sondern vor allem praktische Bedeutung zukommt. Sie find geradezu das Evangelium des deutschenHaken- kreuzfasciSmuS geworden. Als Mittel zur Erreichung seiner Ziele kennt dieser Fascismus nur die Gewalt, denn der Verfasser dieses BucheS sagt selbst: '„In der ewig gleichmäßigen Anwen dung der Gewalt allein liegt die erste Voraussetzung zum Erfolg." Daß diese Gewalt mit kriegerischen Mitteln arbeiten will, beweist ein anderes Bekenntnis: ,Leute werde ich«ur von der nüchternen Erkenntnis geleitet» daß man verlorene Gebiete nicht durch Znngenfertigkett geschlif fener parlamentarischer Mäuler zurückgewinnt, sondern durch ein geschliffenes Schwert z« erobern hat» also durch den blutigen Kampf." So sehen die außenpolittschen Ziele jener Macht aus, die in Europa dem Böllerbund die Ge folgschaft versagt, weil sie der Meinung ist, daß sie losgelöst aus der Gesellschaft der Nattonen ihre, ge fährlichen Ziele besser zu verfolgen vermöge, Ziele, die mit den Friedensverträgen unvereinbar sind.. Der AuStrüt Deutschlands aus dem Völker bund geschah aus Absichten, die unserer friedlichen Außenpolitik entgegenwirken müssen. Die Früchte sehen wir schon. Nicht nur die gewalt same, atemberaubende Aufrüstung allein, die Be- ,, ch Das verdächtige Schweigen der SdP Abg. Katz: Aber Mitglieder Ihrer Pattei. Ihr habt die Leute hineingehetzt. DaS ist eine Feigheit» fie nachträglich abzuleugnen. Dir find Eurer Flüsterpropaganda erlegen!(Widerspruch, Lärm.) Farbe bekennen! Kögler(fortfahrend): Diese Tatsache werden Sie weder durch das bolschewistische Gespenst, das Sie an die Wand malen, noch durch Loyalitätsbeteuerungen aus der Welt schaffen. Hier tut K l a r- h e i t not, nichts anderes I Wie steht die Sudetendeutsche Partei zur Außenpolitik der Tschechoslowakischen Republik» wie zum Völkerbund, wie zu den außenpolittschen Gewaltzielen des europäischen Fascismus? Ihr Schwei« en, meine Herren von der Sudetendeutschen Partei, kann nur negativ gedeutet wer» den!. Wir stehen treu hinter der Völlerbundpolittk des Außenministers, dessen aufrichtige Bemühungen um die Erhaltung des europäischen Friedens die Anerkennung der Welt gefunden haben, der auch wir uns aufrichttg anschließen. Wir sprechen die Hoffnung aus, daß es ihm gelingen möge, den Frieden als das kostbarste Gut der europäischen Nationen zu erhalten. Der Rüstunsswahnsinn Wir brauchen den Frieden auch auS anderen Gründen. Denken Sie nur daran, wie das durch den europäischen FasciSmuS erschütterte Ver. trauen der europäischen Nationen zu einander zu einem immer schärferen Tempo in den Wettrüstungen führt. Nicht weniger als 20 Milliarden Golddollar hat die Rüstung der dem Völlerbund angeschlyssenen Staaten im Jahre 1931 gefordert. Und seither bat ein neüeS unerhörtes Tempo in der Aufrüstung eingesetzt. Das bedeutet, daß ein gewaltiger Teil des Vollsvermögens in Rüstungen investiert wjrd, für Zwecke, die keinesfalls der Ankurbelung der Wirtschaft dienen. Der AuSttitt Deutschlands euS dem Völkerbund und in seinem Gefolge die Einfüh« - rung der allgemeinen Wehrpflicht, das rasende Tempo von Deutschlands Aufrüstung kann nichts an- ’ deres erzeugen als Mißtrauen unter den Staaten.(Dr. Neuwirth: Besonders, wenn die Emigration hetzr.) Sie haben eine eigenarttge Auffassung von der Emigration. Glauben Sie, daß Ihr Emigrant Hans Krebs gegen die deuffchen Rüstungen ist? Es ist selbstverständlich,' daß aus dieser Tatsache der Tschechoslowakischen Republik die Verpflichtung erwachsen muß, den Stand ihrer m l i- tärischen Ausrüstung auf ein solches Mas; zu ergänzen, daß sieallenEventual'tä.en g e w a ch s e n ist, die bei dem kriegerischen Geist des Fascismus geradezu stündlich drohen. Daher ist es wichtig, daß diesem Umstande das notwendige Augenmerk auch in unserem Staate zugewendet wird. Wir bedauern es außerordentlich, daß eS nicht möglich war, in den Bemühungen um die Abrüstung in der Nachkriegszeit postttve Erfolge zu erzieren. Verhindert hat dies aber oer F a s c i S m u S. Wir deutschen Sozialdemokraten stehen hinter den Beschlüssen der Gewerkschaftsinternationale und der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Wir stehen hinter dem Völkerbund. Wir sind der Auffassung. daß es nur eine Meinung geben kann; Fortsetzung der bisherigen auf die kollcftive Organisation des Friedens gerichteten Bemühungen, wie sie Dr. Benes in seinem Expose so einleuchtend darae- stellt hat. Der sozialistischen Arbeiterbewegung Europas dient, wie schon I a u r e s ausgesprochen bat. als Richtschnur für ihre Aktionen die Erhaltung eines ttefen, dauernden, organisierten und endgültigen Friedens. Nur dann wird sich das Wort erfüllen, das Fürsorgeminister N e t a S vor ein paar Tagen gesprochen hat. daß wir, wenn wir den Frieden erhalten. in der Lage sein werden, nicht nur feindliche Kräfte von außen fern zu halten, sondern auch den Hungernden Brot zu schaffen. Sie, meine Herren(zu den Abgeordneten' der SdP gewendet), haben an dieser Erkenntnis keinen Anteil!(Lärm.) Solange in der Sudetendeutschen Partei die Grundsätze gelten, daß die deutsche Mannhaftigkeit erst bei denen beginnt, die die stärkeren Muskeln haben...(Dr. Neuwirth: Das hat niemand behauptet.) Dann lesen Sie gefälligst die Turnzeitung! Solange die Auffassung besteht, daß das Gehirn nicht im Kopf, sondern in den Muskeln sitzt, werden Sie an den Auseinandersetzungen und Vorteilen dieser Politik keinen Anteil haben. Wir hoffen und wünschen die Erhaltung des FttedenS als des bedeutendsten europäischen WetteS. Hinter dittem Bemühen steht die sozialistische Arbeiterbewegung aller europäische» und demokratischen Länder und fie ist berrtt, mit dem' Einsatz ihrer ganzen Kräfte diesen Bemühungen zu einem dauernden Erfolg zu verhelfen!(Lebhafter Beifall.) Seite 3 Donnerstag, 7. November 1935 Nr. 259 Hodza stellt sich vor Fortsetzung der Politik Malypetrs Prag. Um halb 12 Uhr mittags stellte sich der neue Ministerpräsident H o d j a mit der gesamten Negierung dem säst vollzählig versam- melten Abgeordnetenhaus vor, das zu diesem Zwecke die bereits begonnene außenpolitische Debatte unterbrochen hatte. Der Borsitzende Marko v i i verlas die diesbezügliche Zuschrift der Regierung. Die Koalition begrüßte den neuen Ministerpräsidenten mit lautem Beifall. Hodja gab, nachdem die Wahl des Präsidiums durchge- führt worden war, folgende Erklärung ab: Durch die Entscheidung des Herrn Präsidenten der Republik vom 5. November an die Spitze der Regierung gestellt, trete ich vor Sie, meine Damen und Herren, im Namen der Regierung und im eigenen Namen, mit der Bitte nm ihre Unterstützung, die dir verfaffungsmäßige Grundlage und Quelle der BollzugSgewalt des demokratischen Staates ist. Mit Rücksicht darauf, daß die Regierung nicht die Demission gegeben 219 Stimmen für Bekenntnis xur Bei der definitiven Wahl drS Präsidiums wurde der bisherige Ministerpräsident Jan M a- l y p e t r mit 219 von 264 Stimme« zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gewählt. Die übrigen Stimmzettel waren bis auf einen ungültigen leer. Malypetr erklärte unter dem starken Beifall der Koalition, die Wahl anzunehmen, legt» die vorgefchriebene Angelobung ab und über- «ahin die Leitung der Sitzung. In einer Ansprache, in der er zunächst für das bewiesene Vertrauen dankte, erklärte Malypetr u. a., daß die heutige Zeit uns allen in erhöhtem Maste die Pflicht auferlege, mit allen Mitteln für die Erhaltung und Festigung der sichersten Grundlage der Freiheit, des Rechtes und der Gerechtigkeit— der Demokratie, sowohl im eigenen wie im internationalen Bereich, zu sorgen. Man dürfe dabei die Tatsache nicht übersehen, dast die parlamentarische Demokratie um so komplizierter sei, je kon- seguenter sie den Grundsatz durchführt, dast dar Volk die einzige Quelle der Macht im Staate ist. Geschieht dies wie bei uns im Rahmen des Verhältniswahlrechtes. so ist es natürlich, dast die Zusammenarbeit einer größeren Zahl von Parteien und Gruppen zur Bildung einer parlamentarischen Mehrheit und Regierung erforderlich ist. Natürlich ist unter diesen Umständen die Arbeit sowohl der gesetzgebenden Körperschaften wie der Regierung komplizierter und schwieriger und man must daher der guten Organisierung dieser Arbeit sorgfältige Aufmerksamkeit widmen und sie ständig" vervollkommnen. Demgegenüber besteht kein Zweifel, dast dieser Zustand leicht die Möglichkeit zur Kritik oder auch zur Verurteilung der Demokratie als eines für Staat und hat und ihre inner« Kontinuität»«dauert, ist es selbstverständlich,„daß sie auch nnter dem neuen Borsitzenden in der Durchführung drS Programmes fortfahren will und wird, das in der Regierungserklärung vom 18. Juni d. I. enthalten ist, und zwar in voller Uebereinstimmung mit den bisherigen bewährten Grundsätzen unserer Innen- und Außenpolitik. Zu den kommenden Aufgaben unserer Gesetzgebung und unserer Staatsverwaltung werden wir rin Aktionsprogramm der Regierung in Form einer ausführlichen Erklärung in der Debatte über den StaatS- vvranfchlag vortragen. Wir kenne« unsere Probleme und fürchten sie nicht, wir fühlen«nS genug einig und stark, um in ihrer Lösung in völliger Uebereinstimmung und mit dem festen Borsatz fortzufahrrn, die politische und wirtschaftlich« Konsolidierung im Jnnern zu vollenden und die Position der Tschechoslowakei unter den Böllern z« verteidigen.(Starker Beifall.) Malypetr parlamentarischen Demokratie Bevölkerung ungeeigneten Systems bietet. Wenn dies mit Demagogie geschieht, die kein« Mittel scheut, so must dies dazu führen, das Volk auf Abwege zu leiten, auf denen es schließlich zum Verlust seiner demokratischen Hoheitsrechte gelangen müßte. Alle wirklichen Demokraten müssen gegen die Demagogie als den gefährlichsten Schädling der Demokratie kämpfen. Redner dvvelliert an die Mitarbeit der P r r s s e und spricht dir Urbrrze«. gnng a«S, daß die wirksamste und nie versagend« Waffe gegen die Demagogie die Wahrheit ist, die zur richtigen Beurteilung und Wertung der Tatsachen nnd zu der Erkenntnis führt, daß wir im Leien einer ans den anderen angewiesen sind. Wir müssen uns daher nicht nur um die Interessen des Volkes, sondern auch um die Gesamtheit dieser Interessen, um unseren demokratischen Staat, kümmern, in Zusammenarbeit mit der Regierung und mit dem obersten Repräsentanten der staatlichen Souveränität, dem Präsidenten der Republik, dem wir wünschen, daß er sich so lange als nur möglich seiner Aufgabe— des höchsten und in Wahrheit väterlichen Schützers der Republik— widmen könne. as Spital nach Wiener Neustadt gebracht. Der Täter wurde verhaftet. Der Kran als elektrischer Stuhl. In Povoa de Santaria(Portugal) wurden neun Arbeiter, die in der Kabine eines Krans arbeiteten durch den elektrischen Strom getötet. Der Kran war bei einer Wendung an das Kabel einer elektrischen Hochspannungsleitung angestoßen. Explosion. In einem Hause in Chessy les Mines explodierten 20 Kilogramm Schießpulver. Das Haus wurde vollständig vernichtet. In seinen Trümmern fanden drei Personen den Tod. Mißtrauen gegen die französische Staatslotterie. Aus Paris wird gemeldet: Die Staatslotterie, die auf einen zweijährigen Bestand in Frankreich zurückblicken kann und soeben die zehnte Ziehung in diesem Jahre vornahm, verlor viel von ihrer anfänglichen Popularität. Die Bevölkerung kauft nicht mehr Hundert-FrancS-Lose wie zu Anfang, sondern nurmehr Zehntel- und Zwanzigstel Lose, die von verschiedenen Banken und Trafikanten verkauft werden. Wenn ein größerer Gewinn gezogen wird, kommt es vor, daß die klei- neren Bankiere oder Trafikanten mit dem Gelde durchgehen. Diesmal waren es zwei Pariser Bankiers, die mit einem Gewinn von 1% Million Franken durchgingen, welchen Betrag sie auf Rechnung von 250 Personen, denen sie Zehntellose verkauft hatten, einkassierten. Außerdem mehren sich die Beschwerden betreffs des s ch l e ch- ten Funktionierens der Losziehungen. In einer sechsstelligen Zahl, auf die ein Gewinn von 3 Millionen entfiel, wiederholten sich viermal dieselben Ziffern und in den üinigen Ziehungen einige Male eine zwei- bis dreistellige Gruppe von Zahlen der gleichen Ziffern. Die erfolglose Blutprobe. Vor dem Landgericht in Königsberg wurde ein sehr interessanter Prozeß verhandelt. Vor Gericht stand eine Arierin, deren beide erstgeborenen Kinder einen Juden zum Vater haben. Als Erzeuger des dritten Kindes bezeichnete sie einen Arier, der aber die Vaterschaft leugnete, und auf den Vater der beiden ersten Kinder, den Juden, schob. Das Gericht ordnete eine Blutprobe an, die das merkwürdige Ergebnis brachte, daß beide, Jude und Arier, der gleichen Blutgruppe angehören und daß deshalb die Feststellung, wer Vater des dritten Kindes ist, nicht möglich war. Jetzt soll eine erbbiologische Diagnose zum Ziele führen. Der Prozeß mußte pertagt werden. . Der„Schwarze Adler" wird ohnmächtig., Der amerikanische Negerpilot Oberst Julian, der im amerikanischen Flugwesen diente und unter dem Namen„Schwarzer Adler" bekannt ist, wurde Mittwoch im Ratssaale des Kaiserlichen Palais in Addis Abeba, wo er auf eine Audienz beim Negus wartete, ohnmächtig. Als er in das Palais kam: wurde ihm«n Schreiben des Kaisers überreicht, deffen Inhalt ihn offensichtlich sehr erregte. Oberst Julian begann aufgeregt im Saal, herumzugehen und lebhaft zu gestikulieren. Plötzlich stürzte er ohnmächtig zusammen. Ms er zu sich kam, rief er:„Was habe ich doch für Feinde". Qualitätsschau der Milcherzeugniffe böhmischer Molkereien. Mittwoch fand in Prag eine Schau der Milch-, Butter- und Käseproduktion der böhmischen Molkereien statt, die vom Verband der Mol- kerei-Genoffenschaften veranstaltet wurde. Die Produkte beurteilten vier Jurys aus Haudelskreisen und Milchsachverständigen. Diese Ausstellungen werden in ungleichen Zeiträumen veranstaltet und die Mostereien, müssen sofort nach der Aufforderung, die Schau zu beschicken, Muster einsenden, so daß die Luftschutz in Addis Abeba Der Bau der Luftschutzräume wird in Addis Abeba mit großer Energie betrieben. Zum Teil werden sie in Form von Stolle» errichtet. Wintersport— fertig zum Start Die Vorarbeiten für das Bundeswintersportfest, welches am 1. und 2.< Feber 1936 in St. Joachimsthal stattfindet, sind nunmehr bis zur Festlegung der genauen Laufstrecken fertiggestellt. Die Sitzung der technischen Festleitung hat am Sonntag an Hand der gezeichneten Skizzen die 80-, 15-, 6- und 4-Kilometerstrecke festgelegt. Die 30-Kilometerstrecke wird vom Volkshaus(zirka 700 Meter Seehöhe) nach 7 Kilometer Aufstieg bis zu 900 Meter steigen, dann Wer Reustadt-Ziegenhütte und Spitzberg auf rund 1000 Meter hoch führen und nach einer fünf Kilometer langen Schleife Wer Gottesgab-Elbecken Wer den Rennberg beim Bosts- hauS enden. Die 15-Kilometerstrecke führt in dec Spur der 30-Kilometerftrecke bis Ziegenhütte(10 Kilometer) und endet nach weiteren 5 Kilometern Abfahrt in der Rennbergschleife der 30-Kilometer- strecke. Die kleinen Strecken laufen alle vom Volkshaus Joachimsthal bis zu 800 bis 900 Meter in leichteren Terrain. Der Abfahrtslauf wird in zirka 1200 Meter Höhe beim Keilberggipfel beginnen und nach scharfer Abfahrt am Steilhang neben den Edelleutstollen enden. Die Strecken werden in kürzester Zeit mit der Wettkampfausschreibung verschickt werden, weiters wird eine Werfichtliche Skizze in der Zeitung Wer die Steigung und den Verlauf der Abfahrten Aufllärung schaffen. Vor der Sitzung der technischen Festleitung fand eine Zusammenkunft der Vertrauensleute der Joachimsthaler Organisationen statt, in welcher die Organisationsarbeit fiir da? Bundeswintersportfest beraten wurde. Die Quartierwerber sind bereits an die Arbeit gegangen, auch der Finanzausschuß bereitet seine nicht leichte Arbeit vor. Voraussichtlich wird ein eigenes Festabzeichen angefertigt. Für den Fe st abend ist der gxoße Schuhmannsaal gewonnen, welcher mit einer großen Bühne einen erstklasstgen Festabend erwarten läßt. Die Herausgabe einer Werbebroschüre für das Bundeswintersportfest ist ebenfalls gesichert, daS Büchlein wird neben der technischen Ausschreibung flitechnische Fragen und Führungen durch das winterliche Erzgebirge enthalten. geprüften Waren aus der laufenden Produktion stammen. Geprüft wird nach dem dänischen Punkt« system. Die Ergebniffe der heurigen Schau waren sehr befriedigend: von 67 Butter-Mustern wurden 94 Prozent als ausgezeichnet, von 80 Hartkäse- Mustern erhielten 81.8 Prozent die Qualifikation ausgezeichnet, von 83 Weichkäse-Mustern 73 Prozent. Wiewohl die heurige Trockenheit und der Milchmangel einen ungünstigen Einfluß auf die Käseerzeugung ausgeübt haben, erhält sich ihre Qualität auf vorzüglichem Niveau. Unterstützungen für Kriegsopfer. Die Verwaltung des Invaliden-, Waisen- und Witwen-FondS des Genieregiments 1 in Terezin(des ehemaligen Sappeur-Baons 9 in Aussig) und späteren Genie« Baons 2 in Terezin) verteilt an Invaliden, Witwen und Waisen nach seihen Mitgliedern, die im Weltkrieg und im Jahre 1919 Kriegsbeschädigungen erlitten haben, Unterstützungen für daS Jahr 1985 in der Gesamthöhe von 4000 Kö. Bewerber haben bis zum 15. Dezember ungestempelte Gesuche mit den Belegen darüber, daß der Gesuchfteller(Gatte, Vater der Waisen) beim ehemaligen Sappeur« Baön 9 oder beim Genie-Baon 2 gedient haben, und einest» Mittellosigkeitszeugnis sowie einem isöohlver- halfimgszeugnis und schließlich— soweit die Gesuchsteller Invaliden find— der Abschrift der Superarbitrierungsbefundes Wer den Invaliditätsgrad vorzulegen. DaS Wetter. Aus Westeuropa wurde gestern imseren Gegenden wärmere Lust zugeführt. In Frankreich wurde nachmittags stellenweise 15 Grad verzeichnet und auch in Südwestböhmen stieg die Temperatur auf 8—10 Grad an. Im Ostteil des Binnenlandes ist es dagegen relafiv kühl. Die Druckstörung, welche gestern morgens Wer Ungarn lag, füllt sich nunmehr aus und die Niederschläge hören infolgedeffen wieder allmählich auf. Eine durchgreifende Besserung des Wetters ist jedoch für die nächsten Tage nicht zu erwarten. Vom Rundfunk Impfehlenswertes aus den Programme*! Freitag: Prag, Sender L: 10.05: Deutsche Preffe. 11t Schallplatten, 12.10: Caruso singt(Schallplatten), 18.80: Arbeitsnmrkt, 17.05: Kompositionen von Brahms, 18.45: Deutsche Sendung: Sportvor« schau, 18.15: Erfreuliche Augenblicke im Leben eines Chirurgen, Univ.-Prof. Schlaffer, 18.85: Arbei« tersendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Preffe, 22.15: Ruffische Musik. Sender S: 7.30: Salonorchester, 14.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 14.30: Leichte Musik, 14.50: Deutsche Presse, 18.20: Konzert für Violin und Harfe. — Brünn: 16.10: Populäre Musik. 17.40: Deutsche Sendung, 19.10: Sowjetrußland arbeitet, Hörfolge.— Mähr.-Ostrau: 15: Orchesterkonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Weffelsky: Die moderne Zeitmessung, 20.40: Unterhaltungskonzert, Nr. 259 Donnerstag, 7. November 1935 Sette 5 Das Edikt von Nantes«nd der Totalstaat des Sonnenkönigs Von Fritz Tejeffy Es war einmal... ein großes Reich, in dem viele Millionen Menschen so gut oder so schlecht lebten, wie es eben die ererbte Drangsal des täglichen Lebens mit sich bringt. Es gab Arme und Reiche. Hohe und Niedere, Friedliche und Unfriedliche, aber die Männer an der Spitze dieses Reiches bemühten sich doch immer wieder, den Spuren eines großen Königs folgend, zwischen den widerstrebenden Interessen der Bürger einen Ausgleich zu finden, den Wohlstand der Schaffenden zu mehren und seden nach seiner Art selig werden zu lassen. Nicht immer gelang es ihnen, es floß oft und viel Blut, es gab Bürgerkrieg und Metzeleien zwischen den Fanatikern, die nur allein ihre Meinung gellen lassen wollten, aber schließlich waren ihre Bemühungen doch nicht ohne Erfolg und die Duldsamkeit im Geiste wuchs zwischen den Menschen. Das ging so viele, viele Jahre, bis ein neuer König den Thron bestieg und eitel und selbstherrlich neben sich keine andere Meinung gelten lassen wollte als seine eigene. Die treuen Männer, die seinem Vater gedient hatten, entließ er und umgab sich mit Kreaturen, die bereit waren, ihre Fähigkeiten widerspruchslos dem königlichen Willen zur Verfügung zu stellen. Vor allem mußten tüchtige Generale, die ihr Handwerk gut verstanden, für ein schlagkräftiges Heer sorgen, an den Grenzen wurden uneinnehmbare Festungen errichtet, vorzügliche Straßen wurden gebaut, um nicht nur die Hauptstadt mit allen Teilen des Reiches zu verbinden, sondern um auch schnelle Truppenverschiebungen zu ermöglichen; Handel und Gewerbe wurden mit dem Ziel geleitet, möglichst alles im eigenen Lande zu erzeugen, wenig ein- und viel auszuführen und dadurch die königliche Schatzkammer zu füllen; ein Finanzminister hatte die Aufgabe, aus dem Volle die höchsten Steuern herauszupressen, um nicht nur das teuere Heer und die Verschwendung des königlichen Hofes zu bezahlen, sondern um auch die Mittel für die Prunkbauten zu schaffen, die den Namen des Königs in künftige Jahrhunderte ttagen sollten. Denn der König baute gern... nie war solche Pracht- und Machtenttaltung gesehen worden, weder diesseits noch jenseits der Grenzen dei Reiches, und überall in aller Welt bemühten sich die kleineren Könige, selbst wenn sie sonst dem großen König feindlich gesinnt waren, dieses Beispiel nachzuahmen. Und das Voll bezahlte, ob es wollte oder nicht, die Rechnungen. Großes Heer, Generale und Soldaten, wollen nicht nur Paraden abhalten, sondern auch Kriege führen. Schlachten schlagen, Beute machen. Da sich .die Nachbarn fürchteten, wichen sie jedem Streit aus, der zu einem Kriege hätte führen können. ES half ihnen nichts. Ohne Grund oder mit fadenscheinigen Gründen, ohne Recht, höchstens mit dem Schein des Rechte? wurden sie überfallen, ihre Länder verheert und kostbarer Provinzen beraubt. Bals wagte keiner mehr, dem mächtigen Könige Widerstand zu leisten, fie alle lebten von seiner Gnade oder seinem Geld«, und daß er ste überhaupt leben ließ, lag weniger an seinem guten Willen als an der Unmöglichkeit, die Grenzen des eigenen Reiches noch weiter hinauSzuschieben. War solcher Art deS König- Reich daS größte und mächtigste geworden und jenseits der Grenzen nichts mehr zu bekriegen, ging er daran, im Innern zu vollenden, was er mü dem ersten Tage seiner Regierung begonnen hatte: alle Untertanen unter einen Hut, unter seinen Hut zu bringen, ob eS ihnen paßte oder nicht. Er wollte auch für die Millionen, die in feinem Reiche wohnten, denken und jeden mit Feuer und Schwert vertilgen, der der falschen Meinung war, er könnte sein Haupt auch noch zu etwas anderen haben, als eS vor der königlichen Majestät zu neigen. Es bliesen die Trompeten und die Soldaten ritten gegen den inneren Feind... Hunderttausende hatten noch immer geglaubt, daß ihnen zu denken erlaubt sei? wenn sie nur rechtzeittg das Haupt neigten. Es war ein schwerer Irrtum! Es nützte ihnen nichts, daß st« seit Jahrhunderten in diesem Lande lebten, daß sie ihr Blut in vielen Schlachten für dieses Reich vergossen, daß Väter ihre Söhne, Frauen ihre Gatten auf dem Altar des Vaterlandes geopfert hatten, sie waren plötzlich der Feind, gegen den sich die entfesselte Gier einer wilden Soldateska richtete. Sie wurden von Haus und Hof verttieben und durften doch daS Reich nicht verlassen; Aerzten und Rechtsanwälten wurde, jede weitere Tättgkeit untersagt. Handwerkern der Meisterbrief unterzogen, Beamt-, verloren ihre Stellung. Jeder Verkehr mit ihnen war verpönt. Sie dursten kein Gesinde halten, u.n dessen geistige Unschuld nicht zu gefährden; Eheschließungen mit ihnen wurden nicht zugelaffen, die Kinder wurden ihnen geraubt, um die Unmündigen gedankenlos zu erziehen. Und Tausende und aber Tausende wurden in die Gefängnisse geworfen und mit Schwerverbrechern zusammengekettet, bis sie der Tod von dieser Qual befteite. Viele aber sanken schon vorher unter den Martern ihrer Peiniger zusammen oder verloren das Leben auf dem Richtplatz, nachdem man ihnen aus irgendeinem borgeschützten Grunde den Prozeß gemacht hatte. Damals verließen viele in höchster Not die Fahne des Geistes, unterwarfen sich dem herrschsüchtigen König und versprachen, nie mehr anders zu denken als Seine Majestät. Andere aber, und es waren die Tapfersten, flohen trotz der Todesstrafe, die jedem drohte, der an. der Grenze des Reiches aufgegriffen würde. Hunderttausende, manche mit Geld, die meisten mittellos und nur mit Fetzen befleidet, erreichten auf den abenteuerlichsten Wegen die schützenden Nachbarländer und wurden dort brüderlich ausgenommen. Man gab ihnen Geld und Land, Bürgerrecht und Steuerfteiheit und fie haben eS ihrer neuen Heimat gelohnt. Als der königliche Despot nach langer Regierung in seinem Schlosse, das das herrlichste auf Erden war, starb, hinterließ er das mächtigste Reich der Erde. Von den Nachbarn wurde es gefürchter wie die Pest und im Innern war es ohne Widerspruch. Nur daS Voll war verarmt, eS hatte zwar Töpfe, aber kein Huhn darin. Und die gedankenlosen Menschen neigten sich in Verehrung vor dem Andenken dieses großen Königs, bis... Bis eines Tages die schuldlos Gemordeten auS den Gräbern stiegen und das ausgeplunderte, gepeinigte Voll den Nachfolger dieses, herrlichen Königs auf daS Schafott schleppte. Die Toten reiten schnell! Dieses Märchen ist kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte, die in ihrem Kern in diesen Tagen 280 Jahre alt geworden ist. Ende Oktober 1686 hob der„allerchristlichste König, erster Sohn der Kirche, Ludwig XlV., der Sonnenkönig, das Edikt von Nantes auf, durch das 160 Jahre früher sein weiser Anherr Heinrich IV. den Anhängern der reformierten Kirche in Frankreich, den Hugenotten,„unwideruflich" Religionsfreiheit gewährt hatte. Unsagbare Greuel, eine Bartholomäusnacht ohne Ende, ergossen sich über Hunderttausende von Menschen, die nichts verbrochen hatten, als sich dem geistigen Totalitätsanspruch des gekrönten Tyrannen zu widersehen. Keine der Einzelheiten, die hier erwähnt worden sind, hat dem Vergleich zuliebe reichsdeutsche Färbung erhalten, eS war ein echtblütiger Bourbone, kein Streicher oder Anstreicher, der damals Mischehen verbot und sich um das Seelenheil der Knechte und Mägde kümmerte, die in hugenottischen Diensten standen, der Aerzte und Anwälte, Kaufleute und Gewerbetreibende an Alis der Arbeltcr-lnrn- und Sportbewegung Fußball im 5. Atus-Kreis Sportergebnisse: Gruppe II: UllgerSdorf gegen Kleische 8:2, Aussig-Nord gegen Wannow 5:0. Das Spiel wurde wegen Undisziplin des Vereines Wannow abgebrochen. Gruppe IV: Weiskirchlitz gegen Pihanken 2:0, Graupen gegen Prosetih 8:2, Dux gegen Klein- augezd 2:0, Ladowitz gegen Langugest 4:3. Gruppe V: Wohontsch gegen Sobrusan 2:1, Wisterschan gegen Novy Dvory 0:1. Gruppe VI: Sporitz gegen Atus Saaz 3:1. Sport am Sonntag, dem 10. November 1935: Gruppe II: Nestersitz gegen Ullgersdorf. Gruppe VI: Weipert gegen AtuS Saaz, Ko- motau II gegen Neudorf, Trupschih gegen Saaz Semmering, Tschern gegen Komotau I. Spielfrei: Sporitz. Bereiussperrr: Der Verein Wannow des I. Bezirkes wurde bis auf weiteres gesperrt. Die Vereine und Bezirke deS AtuS-Verbandes werden aufmerksam gemacht, keine Spiele bis zur Regelung der Angelegenheit zu vereinbaren. Der Bezirksspielleitung und Schiedsrichtervereinigung zur Kenntnis. Spielersperren: Verein Kleische: Spieler Mcr- witz, Paß Nr. 81, 8 Tage Sperre; Verein Schönpriesen: Spielführer Holub, die Sperre wurde um 8 Tage verlängert betreffs Sportgrußes beim Spiel in Nestersitz. Die Sperren treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Die Kreisspielleitung. Die Brüsseler Weltausstellung geschlossen. Die Brüsseler Weltausstellung hat am 3. November ihre Pforten geschlossen. Sie hat einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen gehabt: in sechs Monaten zählt»man 19 Millionen Besucher! Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 35 Millionen Franks. Wie groß der Reingewinn ist, kann noch nicht entschieden werden. Jedenfalls aber hat die Ausstellung zweifellos zur Belebung der allgemeinen Geschäfte beigetragen, nicht zuletzt die über anderthalb Millionen Fremde, die zu ihrem Besuch nach Belgien kamen. Die größten Ausstellungsgebäude bleiben erhalten und sollen das Zentrum eines neuen Prachtviertels der Stadt Brüssel bilden. Die Verhandlungen über die Bebauung des Areals mit Wohnhäusern sind bereits im Gange. Australien-Flug. AuS London wird gemcl- det: Der Flieger Sir Charles Kingsford Smith siartete gestern um 6 Uhr 28 Minuten vom Flug- platze Limpne nach Australien. Um 7 Uhr 30 Miauten wurde er über dem Flugplätze Le Bourget gemeldet. Er hofft, Athen ohne Zwischenlandung öu erreichen. Ein Kerl wie von der SA! In dem Orte Torna Koslij verübte der Landwirt Radomir Brankovik eine furchtbare Greueltat. Um sich an feiner Frau dafür zu rächen, daß sie ihn bei den Behörden wegen schlechter Behandlung angezeigt hatte, band sie Brankovik an den Sattel feines Pferdes, von dem sie in vollem Galopp auf der Trde geschleift wurde. Sodann kehrte Brankovik wit seiner Frau nach Hause zurück, wo er sie in Gegenwart seiner Mutter folterte und schließlich auf einem Haufen Stroh verbrannte. Die„Lufitania" entdeckt. Ein in der vergangenen Woche von dem Bergungsdampfer„Orphir" an der irischen Küste entdeckte- Schiffswrack ist nun» wehr endgülttg als das Wrack der während des Krieges torpedierten„Lufitania" festgestellt worben. Die„Orphir" hat den ganzen Sommer über nach diesem Dampfer gesucht und bei dieser Arbeit wehrere andere Wracks aus der KriegSzeit gefunden. Gin vergessener König Griechenlands übergangener Kronprätendent Am vergangenen Sonntag ist in Griechenland die Volksabstimmung über die Frage„Re- Publll oder Monarchie?" abgehalten worden. Das .Ergebnis war angesichts der von den monarchistischen Kreisen inszenierten Einschüchterungskampagne kaum zweifelhaft: das Land der Griechen wird seinen vertriebenen, von England Abhängigen Herrscher zurückbekommen und damit einen wichttgen Stein im poliüschen Schachbrett des MittelmeereS darstellen. Damit ist auch eine Kandidatur erledigt, die heute noch in Griechenland selbst viele monarchistisch, aber nicht„georgisch" eingestellte Anhänger besitzt— die des einzigen wirklichen Hellenen, der, einem griechischen Königsgeschlecht entstammend, auf den Athener Thron aspirierte: Eugenios Lascaris,-. Zt. Saragossa. Saragossa— man hüte sich, diesen klangvol- wn Namen mit allzu romantischen Vorstellungen ku verbinden. Es ist eine spanische Kleinstadt auf halbem Weg zwischen Barcelona und Madrid, mit Einigen palmenumsäumten Avenuen und vielen Wiethäuserblocks. In einem davon— 47, Calle de nndependencia— wohnt der merkwürdigste Mann, den Saragossa zu seinen Bürgern zählen darf. Eugenios Lascaris ist„Abogado" mit einer Gutgehenden Anwaltpraris. Aber wenn er vor den Gerichtsschranken sein Plädoyer beginnt, wenn der arme Sünder vor ihm aus der Anklagebank rein- llewaschen werden soll, dann wird es mäuschenstill un Saal, und aller Augen hängen an dem Leinen, grauhaarigen, bebrillten Herrn am Berteidigerpult. Seine Rednergabe, seine juristffche Geschicklichkeit ist es nicht, die so sehr an ihm interessiert— als vielmehr die Tatsache, daß Rechtsanwalt Dr. Lascaris kein geringeres Lebensziel hat als die Eroberung des griechischen Königsthrones.. Ein Monomane? Ein mehr oder weniger harmloser Querulant? Durchaus nicht. Oder jedenfalls nicht mehr als andere Könige und Thronanwärter auch. Wir besuchen ihn in seiner Wohnung, die eher einem Mittelding zwsschen Museum, Schloß und Propagandazentrale gleicht als einer Anwaltsbehausung. In einem teils mit bombastischen Prunkstücken, teils mit bedrucktem Papier in jeder Form überladenen Arbeitszimmer, in dem uns der kleine grauhaarige Herr empfängt, steht eine Napoleonbüste auf dem Schreibtisch, während sich hinter ihm die altgriechische Königsflagge, an einem Aktenregal befestigt, entfaltet. Er ist gerade dabei, seine tägliche Post, höchst eigenhändig auf der Schreibmaschine tippend, zu erledigen: Briefe aus Griechenland und von Griechen in aller Welt, die in ihm ihren allein echten, angestammten König sehen und ihn anfeuern, den Kampf um den Thron nicht aufzugeben. Dr. Lascaris führt uns zu seiner Dokumententruhe, um uns in Kürze die Berechtigung seines Anspruchs zu beweisen. Er enffaltet seinen Stammbaum, der bis zum Jahr 1204 zurück- reicht— dem Jahr, in dem Theodor Lascaris in der Hagia Sophia zu Byzanz zum„basileus tön hrllenöü" gewählt wurde. Die Dynastie Lascaris regierte nicht länger als 150 Jahre, bis zur Ermordung des Königs Juan Lascaris IV. Dann flüchteten die Mstglieder der Familie Lascaris ins Exil, in dem sie bis heute blieben, chne jemals den Anspruch auf den griechischen Thron aufzugeben. Sie wanderten im Laufe der Jahrhunderte durch die Türkei, Sibirien, Polen bis nach Spanien, wo heute Eugenios Lascaris mit seiner Frau und seinen seö^ Kindern das Dasein eines dynastischen Emigranten führt. Ein seltsamer Emigrant! Er hat seine Heimat Griechenland niemals gesehen, deren Krone er fordert. Er ist in Saragossa geboren und ausgewachsen. Aber zahlreiche Fäden spinnen sich von hier nach Athen. Lascaris zeigt uns den Brief eines Rektor- der Universität Athen:«Griechenland will einen König seiner eigenen Rasse, keinen Dänen wie Georg II. Sie sind der letzte Anwärter aus rein hellenischem Königsgeschlecht— wir stellen uns Ihnen zur Verfügung." Aber auch von Saragossa nach Athen hat die Post eine Menge Pakete und Briefe zu befördern. Hunderttausende von Postkarten des Prätendenten und seiner Familie, auf geprägtem und mit dem bunten königlichen Wappen versehenen Karton, sind in Griechen- land verteilt worden, neben Manifesten, Flugzetteln, einer eigenen Zeitung der Lascaristen und Schreiben an bedeutende Athener Persönlichkeiten, geschmückt mit den Siegelmarken der Dynastie, auf denen die alte byzantinische Krone zu sehen ist. Wir dürfen eine königliche Visitenkarte einstecken, überreicht mit der Grandezza eines bereits gekrönten Hauptes, und ein unsichtbarer Hermelin scheint den Leinen Herrn Rechtsanwalt zu umwallen. Eugenios hat die letzten Ereignisse in Griechenland mit nicht weniger Spannung verfolgt als sein Konkurrent Georg. Der Tag der Volksab-1 den Bettelstab brachte, der die Gequätten zwang, ihr Hab'und Gut zu verschleudern, damit sich seine Anhänger bereichern, der Friedhöfe und Gefängnisse füllte und vor keiner Schandtat zurückschreckte, um feinen Willen durchzusetzen. Wie aktuell ist heute die Geschichte Ludwigs IV., dem eine Legende, die wahrhafter ist als alle Wirklichkeit, das freche Wort„Der Staat bin ich!" in den Mund legte! Wir stehen ihr viel näher als die protestantischen deutschen Geschichtsschreiber, die 1885 anläßlich der zweihundertjährigen Wiederkehr der Aufhebung des Ediktes in ihren Gedenkartikeln schrieben:„Mitten in der modernen Geschichte hatte sich in der Aufhebung des Ediktes von Nantes ein Stück Mittelalter abgespielt." Die braven L-ute konnten nicht ahnen, daß«S 50 Jahre späirr in Deuffchland, nicht in Frankreich eine SA und SS geben würde, die ähnlich gestiefelt wie einst die Dragoner Ludwigs XIV. mit dem Sttefelabsatz Bc- kehrungsderfuche unternehmen würden. Den Verbrechen des Sonnenkönigs folgte 100 Jahre später die Befreiung durch die. große französische Revolution, die von der Abwehrpropaganda des Dritten Reiches wegen ihres Menetekels Tag für Tag begeiferte Empörung des unterdrückten Volkes. Hundert Jahre sind eine lange Zeit. Doch damals rollte noch die Postkutsche über die Landstraßen, heute reiten auch die Toten im Hundertkilometertempo! Fabel« Der Henker. ,Lihr könnt mir glauben, unserem« hat auch Gefühl. Umsonst täte ich'S nicht!" Moral der Raubtiere. „Es gibt nur zwei Arten von Lebewesen: Feinde und Nebenbuhler." Die Löwenschule. „Wenn du dich anftessen gehst, nennt man eS das Recht des Stärkeren oder die Frage der Löwenehre." Der Führer. „Alle mir nach und ich führe euch auS dem November in den Dezember." Der Diktator. „Ich habe meinem Volke den Glauben gegeben. Den Glauben an die Fahne." Die Ameise. „Ich führe nicht Krieg, sondern der Ameisenhaufen." Die lraune Ameise. „Freiheit den Ameisen! Die ganze Welt den Ameifenl Allerdings dürfen eS keine schwarzen sein." Der Spatz«nd die Weltlage. „Nirgends ein Rvßapfel-7'^-Wohin treibt nur diese Welt?!" Die Fliege. „Ach ja, schlechte Zeiten! Aber während des Krieges, da gab's schöne Leichen!" Die Hyäne. „Kusch! Wir Löwen kennen keine Sentimentalitäten-" Der Arbeitgeber. „Achtstündige Arbeitszeit, wieso? Glaubt ihr denn, ich gebe täglich bloß acht Stunden Geld aus?" Reid. „Ach Gott, hier duftet eS so nach Würstchen und ich habe einen Kapaun zum Abendessen." Deuffch von Julius Mader.) Verlanget überall Volkszünder stimmung war auch sein großer Tag. Vielleicht glaubt er an ein Wunder. Vielleicht hofft er, Millionen von Griechen— er nimmt natürlich an, sie seien alle wirklich monarchisch gesinnt, und glaubt nicht an di« Zugkraft eines republikanischen Regimes— würden wie ein Mann eines schönen Tags aufstehen und gebieterisch ihren König Eugenios I. verlangen. Er träumt von triumphaler Heimkehr, einem Ehren-Panzerkreuzer für die Fahrt durchs Mittelmeer, einem Blumenteppich quer durch die jubelnde Hauptstadt Athen... Inzwischen aber geht er mit uns in Saragossa spazieren, zeigt uns dir Stadt und photographiert— seine Lieblingsbeschäftigung, wenn ihm die Anwalts- und Regierungsgeschäfte Zeit, lassen. Er ist kein Freund der hohen internationalen Politik, er verrät mit keiner Silbe die Kenntnis von den wahren Zusammenhängen des griechischen Problems mit der Weltpolitik, mit dem zähen Kampf Englands und Italiens um das Mittelmeer und damit Asien und Afrika Er geht mit uns ein Eis essen, eS ist immer noch recht beiß hier unten, und damit holen wir den Thronfolger Theodoros von der Schule ab. Ein hübscher, aufgeweckter Junge, dem man die Zwangsjacke der Prinzenerziehung nicht wünscht. Er begrüßt seinen Vater unzeremoniell und legt dann, als gebe es kein Plebifztt und keine Thronkandidatur auf der Welt,' temperamentvoll los:„Diga, was sagst Du, Papa— Sevilla hat gegen Valladolid vier zu null gewonnen...!"— Er wird die Enttäuschung deS NebergangenseinS nicht spüren, er wird sie nicht fühlen wie sein Vater, der wohl in diesen Tagen- die'Idee seines Lebens zu Grabe tragen wird.' - Ela, Seite 6 /.Sozialdemokrat" Donnerstag. 7. November 1835. Nr. 259 Es beginnen zu erscheinen: Die hundert Hefte Bon Josef Luitpold DaS Gedicht eine- LebenS. Jedes Heft 32 Seiten stark. UL 2—. Bisher liegen vor: Lyrischer Kompaß— Der schmale Weg— Campanellr- Madrigale— DaS mahnende Bild— Blut der Märtyrer. Bestellungen an die Zentralstelle für daS Bildungswesen, Prag XII., Slezskä 13. Die Tschechoslowakei und die Sanktionen Die Tschechoslowakei hat in Genf ohne Vorbehalte den Sanktionsbeschlüssen des Völkerbundes gegen Italien zugestimmt. Am Sonnabend ist durch eine amtliche Kundmachung des Handelsministeriums die Durchführung des Waffen» und Munitionsausfuhrverbot es nach Italien geregelt worden. Die gleichfalls vom Völkerbund beschlossene Kreditsperre macht besondere Anordnungen von sei- ten der Tschechoslowakei überflüssig, da unser Staat weder als Kreditgeber noch als Kreditnehmer zu Italien in irgendwelchem Verhältnis steht. Auch der Besitz von italienischen Wertpapieren in tschechoslowakischen Händen soll sehr gering sein, da die Nationalbank bei der seinerzeitigen Konskription des Auslandwrrtbesitzes den Inhabern italienischer Effekten und anderer Wertpapiere wegen der Unsicherheit der Lira.den Verkauf empfohlen hatte. Bon England wird nun ein weiterer Ausbau der wirtschaftlichen Sanktionen angestrebt. So sollen die Regierungen der Mitgliedstaaten des Völkerbundes die Einfuhr aller Waren aus Italien verbieten, mit Ausnahme der Gold- und Silberbarren und der Geldstücke. Diese Massnahme müsste das Anwachsen der wirtschaftlichen, sozialen und der währungspolitischen Schwierigkeiten in-Italien ganz ausserordentlich beschleunigen. Die durch den Völkerbund verhinderte Ausfuhr italienischer Waren würde ganze Gruppen der Bevölkerung ihrer Einnahmen berauben und der Regierung ausserdem die Devisen vorenthalten, die sie zur Bezahlung der unentbehrlichen Rohmaterialien wie Erze, Kohle, Oel, Baumwolle u. a. dringend braucht. Aber es werden gegen die Durchführung dieser und ähnlicher Wirtschafts-Sanktionen doch in manchen Staaten Bedenken geäussert, weil sie sich nicht nur gegen Italien, sondern auch gegen diejenigen Länder ungünstig auswirken könnten, die sie zur Anwendung bringen. Es wird mit italienischen Abwehrmahnahmen gerechnet, mit einer Zurückweisung der Einfuhr aus Sanktionsländern und davon ein erneutes Zusammenschrumpfen der Ausfuhr befürchtet, deren Erweiterung mit allem Nachdruck gefördert wird. Nimmt man zu diesem Bedenken vom S t a n d p u n k t der tschechoslowakischen Wirtschaft ausStellung, so ist zu sagen, dass sie für sie nur in ganz g e r in g e rrU m fa ng anzuerkeynen sind, Der Gesamtäussenhändelher TsHe- choslowakei mit Italien nimmt in unserer Auhenhandelsstatistik die zehnte Stelle ein. Der perzentuale Anteil unserer Ausfuhr nach Italien an der Gesamtausfuhr betrug: 1838: 3,8, 1831: 3,4, 1832: 3,4, 1833: 8,2, 1934: 3,1. DaS Verhältnis der E i n f u h r aus Italien zur tschechoslowakischen Gesamteinfuhr ist fast das gleiche. In den letzten Jahren war ausserdem im Verkehr mit Italien die tschechoslowakische Handelsbilanz passiv. Infolge der von Italien in diesem Jahre fieberhaft betriebenen Aufrüstung ergibt sich in den ersten neun Monaten für die Tschechoslowakei eine Steigerung der Ausfuhr und ein Aktivum von beinahe 18 Millionen XL. Unter dm Waren, die die Tschechoslowakei bisher aus Italien eingeführt hat, stehen Südfrüchte, Obst, Gemüse an erster Stelle; dann folgen Seide und Marmor. Die Waren der ersteren Gruppe kann die Tschechoslowakei ohne jede Schwierigkeit aus anderen Staaten(Spanien, Jugoslawien oder aus den Bereinigten Staaten) beziehen. Auch für Seide und Marmor ist— soweit sie überhaupt weiter in nennenswertem Umfang benötigt werden— die Umstellung leicht. Insofern ergeben sich also für bte' tschechoslowakische Wirtschaft gar keine Komplikationen. Antwortet I t a l i e n die Befolgung der Völkerbundsatzung durch die Tschechoslowakei mit einem Einfuhrverbot tschechoslowakischer Waren, so würde zwar, wie aus den obigen Ziffern hervorgeht, unsere Gesamtausfuhr nicht eben schwer betroffen, aber für einzelne Zweige unserer Exportindustrie würde es doch spürbar sein. So gingen 1834 6,2 Prozent unserer Glasausfuhr, 7 Prozent der Gesamtausfuhr von Ton- und Porzellanwaren und etwa 8,6 Prozent der Ausfuhr von Papier- und Papierlvaren nach Italien. Nun^braucht aber eine eventuelle Ausfuhrminderung nach Italien nicht zu einer Abnahme der Gesamtausfuhr der einzelnen Waren zu führen. Wenn die Tschechoslowakei statt aus Italien aus anderen Ländern mehr Waren bezieht, so erhöht sie damit auch die Absatzchancenfür ihre eigenen Waren, so dass die Ausgleichung des italienischen Absatzverlustes nicht unmöglich erscheint. Mit der vorbehaltlosen, Durchführung der in Genf beschlossenen Sanktionen hat die Tsche» Die Staatsbahndirektion in Prag veranstaltet folgende Exkursionen: Vom 6. bis 8. Dezember ds. I. zur Nikolo-Feier nach der Sokol-Baude ins Riesengebirge und nach Jahannisbad zum Preise von 170 XL.— Zu Weihnachten in die Hohe Tatra in den Tagen vom 21. bis 27. Dezember ds. I. für 418 XL.— In den Tagen vom 21. Dezember bis 1. Jänner zum Preise von 690 Xk.— Anmeldungen mit einer Angabe nimmt das AusflugSzugsreferat neben dem Wilsonbahnhof entgegen. Eine schöne Wanderfreundin suchen Sie? Wandern Sie mit Diana-Schokolade. Sie ist zum— Anbeissen. 3116 Kuftsl und Mrsen Nächste Arbeitervorstellung„Die verkaufte Braut" von Smetana am Sonntag, dem 17. November, um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten ab heute täglich l8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr) bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna. Das neue Abonnement. Ausgabe nur noch bis Samstag, den 9. November. Abgelaufene Vorstellungen werden bis zu diesem Termin erseht! Strmdbergs„Kameraden", Dienstag neuinszeniert. Regie: Gellner. 3. Ariritervorstrllung, Sonntag, den 17. November 1935:„Dieverkaufte Braut". Oper von B. Smetana. Der allgemeine Barverkauf beginnt Donnerstag, den 7. November 1935, bei Optiker Deutsch. Graben, Koruna. Sptelplan des Neuen Deutschen Theater». Donnerstag halb 8: R i8 g 11 f t<>. E 1,— Freitag 8: K i n d Ü m K ,. m p f, D 2.—Samstag halb 8: Schiller-Feier: MariaStuart, neuinszeniert, B 2.— Spirlplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 8 Uhr: Gastspiel Breflart Ritterliche A f f a i r e.— Freitag 8 Uhr: Ich h a b'S getan.— Samstag halb 8: T e d d y contra Teddy. Der Dkm Nur ein Komödiant Kündet sich im deutschen Film langsam eine Wendung an? Es gibt seit kurzem immerhin ein paar Anzeichen dafür, dass die fortgesetzte Produktion von verrohenden und verblödenden Schundfilmen, die lvor allem in Deutschland selbst) vom Publikum boykottiert wurden, zu einem Bankrott geführt zu haben scheint, der es ratsam erscheinen lässt, trotz aller Zensur-Gefahren Themen zu suchen, die das von Willkür, Schande und Not gequälte Volk in seinen Gefühlen treffen können. Dass man kürzlich ein Stück von Bernard Shaw (und wenn es auch nur der„Pygmalion" und auch der noch verstümmelt war) verfilmt hat, dass sogar die Ufa sich am„Zigeunerbaron" vergriffen hat, der einen„Emigranten" und.Fiaffeschänder" verherrlicht(wenn es auch nur ein Operettentext ist), — das war schon bemerkenswert. Und nun wagt sich dieser Wiener Komödianten-Film, der äusserlich durchaus gleichgeschaltet ist, noch einen Schritt weiter. Denn seine Handlung ist, vom kitschigen Lie- choslowakei anderen Staaten ein Beispiel gegeben. Wenn alle Mitgliedstaaten des Völkerbundes ihren übernommenen Verpflichtungen für die Wahrung des Friedens und die Achtung der Völkerbundsatzungen nachkommen, dann werden die Sanktionen um so eher ihren Zweck erreichen. Zwei Drittel der gesamte« italienischen Ausfuhr gehen in Sanktionsländer— wenn ihr mit einem Male die Grenzen gesperrt werde»/ so können auch die Außenseiter wie Österreich, Ungarn, Deutschland und Amerika die italienische Regierung nicht retten. Wohl sind die Wirtschafts-Sanktionen ein Instrument zur Erreichung eines politischen Zieles, aber wenn sie mit Erfolg angewendet werden, so wird damit eine der wesentlichsten Voraussetzung für den Wiederaufstieg der Wirtschaft geschaffen: Die Beruhigung Europas und der Welt. besroman zwischen Herzogin und Wanderschauspieler abgesehen, ein Plagiat an Schillers lim Dritten Reich vielfach verbotener)„Kabale und Liebe", eine Erinnerung an die Willkür der absoluten deutschen Fürsten des 18. Jahrhunderts, die ihre Landeskinder für den Kolonialkrieg verschacherten und das Volk verelendeten, um auf seine Kosten Prunk zu entfalten. Die Parallele zu den fascistischen Diktatoren von heute ist gar nicht undeutlich,— und sie wird in diesem Film noch deutlicher dadurch, dass Hamlet-Worte von der Willkür der Mächtigen und der Stolzen Misshandlung zitiert werden und dass der herzogliche Minister die Unzuftiedenheit des Volkes mit der Bemerkung abtut:„Wenn heute abends das Feuerwerk abbrennt, werden sie schon wieder begeistert sein". Als Symptome sind also manche Stellen dieses Films bemerkenswert. Aber ein sehenswerter Film ist es nicht. Denn er ist künstlich kläglich, und es sieht fast so aus, als hätten die Mitwirkenden aus Angst vor der eigenen Courage sich auf ein besonders tiefes Niveau herabgestimmt. Die Regie Erich Engels, der doch einst. ein Könner war, wirkt hier dilettantisch und noch hölzerner als beim „Pygmalion". Der Hauptdarsteller Rudolf Forst e r, der früher zu den intereffantesten deutschen Schauspielern gehörte, hat als Herzog und Komödiant eine unmögliche Doppelrolle, die ihm die Lust genommen zu haben scheint, mehr als ein paar nobel pathetische Momente zu schäften. Der alte Paul Wegener zeigt nur noch einen Widerhall seiner einstigen Kraft, und der früher so komische Hans Moser ist mit der Zeit langweilig geworden. Die weibliche Hauptrolle hat man einer Dame namens Mardttzn anvertraut, die sich im Film offenbar noch nicht zyrechtfindet. Kein guter Film mithin,— aber ein merkwürdiger.—eis— Geyen die Mitwirkung deS Heere» im Film. Im Wehrausschuh deS Abgeordnetenhauses wurde der Antrag der Tschechosiowakischen Film-Union zur Sprache gebracht, der sich nach französischem Muster gegen eine Heranziehung des Heeres bei Filmaufnahmen richtet, da dadurch die Arbeitslosigkeit unter den Statisten merklich erhöht wird. Der Wehrausschuss fasste den Beschluss, dem Minister für nationale Verteidigung ans Herz zu legen, in Zukunft die Bewilligung zur Heranziehung des Heeres zu Filmzwecken nur für spezielle militärische Filme oder nach Gutheissung der Fachorganisation(Tschsl. Film- Union) zu geben. Die Sowjetjugrnd repräsentiert sich. In Kürze gelangt in Prag ein dokumentarischer Film von der sportlichen Ertüchtigung der Sowjetjugend zur Vorführung. Dieser Film, der den Titel„Glückliche Jugend" trägt, zeigt die erstaunlichen Leistungen der jungen Sportler auf allen Gebieten und erreicht seinen Höhepunkt in einer mächtigen Kundgebung auf dem Roten Platz in Moskau. Ueceinaftatfedcftten Kinderfreundc Prag. Heute 8 Uhr abends im Parteiheim. Närodni tk. 4. wichtige Aus- schusssitzung. MiriamHopkinS in dem ersten Dreifarben-Film„Markt der Eitelkeiten". Trager Leitung Republikanische Wehr Freitag, den 8. November 1935 Bortrag des Genoffen Wanka Beginn pünktlich 8 Uhr abrndS. Pflichtbrtri» lignng. Sonntag, den 10. November 1935,«« 10 Uhr vormittags Funktionäraussprache Freitag, den 15. November, 8 Uhr abend» Konstituierende Bersammlnng der Ortsgruppe Prag Alle Beranstaltungen finden im Parteiheim statt. Zport-äpiek-Ipörperpfkegr Belgiens Länderspiel mit England Die Arbeiterfußballer Belgiens trugen am 1. November in M o u s c r o n bei schönem Wetter und einer zahlreichen Zuschauermenge das Länderspiel mit England aus. Diese Begegnung endet», mit dem Siege der Belgier von 2:0(1:0).' Die Engländer spielten im Angriff nach dem bekannten W-System, waren aber zu langsam, um dem ElaN der Belgier standhalten zu können, welche in der 17. Minute das erste Tor erzielten. Nach der Pause zeigten sich die Engländer überlegen, jedoch versagten sie vor dem Tore. Die Belgier schaffen in der 22. Minute ihren zweiten Treffer. Die Zuschauer waren von diesem Match begeistert. Am darauffolgenden Tag besuchten die englischen Genoffen unter Fühnmg der Genoffen Elvin und Nobels die Schlachtfelder von Apern. Am Sonntag, dem 3. November, trugen die Engländer in L e tz n i e s ein Propagandaspiel gegen die Auswahlmannschaft der Provinz H a i n a u t, welches 4:5 für die letzteren endete. Erst gegen Schluss des Spieles konnte Hainaut den Vorsprung von einem Tor erzielen. Die Engländer waren durch die schlechte Beschaffenheit des Platzes im Nachteil.! Beide Spiele waren eine ausgezeichnete Propaganda für den belgischen Arbeitersport. DaS Provinzentnruier im belgischen Arbeiter» fnßball. Seit 1923 wird tragen die Auswahlmannschaften der Provinzen in Belgien ein nationale» Turnier aus. Bisher ist es Antwerpen gewesen, welches am öftesten diese Konkurrenz gewonnen hat. Nachstehend die Ergebnisse der ersten Runde: Lüttich gegen Brabant 2:6. Leichter Sieg der Brabanter, welche die Meistermannschaft Avemr, Verstärkt durch drei Spieler, gestellt haben. Hainaut gegen Flandern3:4. Ein sehr umkämpf- tes Match, welches den erzielten Forffchritt der jungen Spieler der Provinz Hainaut kennzeichnet.— Die zweite Runde wird am 29. Dezember 1935 stattfinden. Der Saisonabschlnß in der finnischen Arbeiter» leichtathlettk brachte mit der letzten Veranstaltung in Helsinki noch einige gute Ergebnisse. Im Hür- denlaufen siegte über 110 Meter Lethinen in 16.1 und über 400 Meter Hyrhläinen in 58.9 Sek. Di» 10.000 Meter gewann Saarinen in 32:14.1 vor Tikkanen in 82:14.6 und Lainoranta in 32:21.3 Min. Im Hochsprung kam Lethinen auf 1.82 und im Weitsprung vollbrachte Salonen mit 14.23 Meter eine schöne Leistung. Eine neue Tul-Bestleistung erzielte Rautavaara im Speerwerfen mit 63.81 Meter. Heino warf den Hammer 41.43 Meter, Das Kugelstossen brachte Franzen mit 14.68 Meter an sich, gefolgt von Lindsfors mit 14.39, Elo und Thilman mit je 14.07, Meter. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:„Menschen im Hotel"(Deuffche Fas», sung, Greta Garbo).— Adria:„M. R. Stefanik". Tsch.— Alfa:„Folies Bergere". A.— Avion: „Fata Morgana". A. Eddie Cantor.— Beranek: „Die bengalischen Reiter". A.— Fenix:„Viva Billa". A.— Flora:„Die Nacht der Liebe" A. — Gaumont:„Leutnant Bobby". D.— Hollywood:„Leutnant Bobby". D.— Hvkzda:„M. R- Stefanik". Tsch.— Julis:„Zigeunerbaron". D.— Kinema: Journale, Groteske, Reportagen(halb 2 bis%7).— Koruna:„Die Geheimnisse von Paris"- Fr.— Kotva:„Tränen der Liebe". A.— Lucrrna: „Viva Billa". A.— Metro:„Gebrochene Herzen". A.— Olympic:„Die Nacht der Liebe". A.— Passage:„Zigeuneibaron". D.— Praha:„Bombay-Erpress", A.— Radio:„Drei bengalische Reiter". A.— Skaut:„Drei bengalische Reiter". A.— Svktozor:„Tränen der Liebe". A.— Alma:„Charlie Chan in London". A Warner Oland.— Bajkal: „Die blonde Carmen". D.— Belvedere:„Diel u- stige Witwe". A.— Illusion:„Die Nacht der Liebe". A.— Lido II:„Die lustige Witwe". A.— Marrska:„Pygmalion". D.— Roxy:„Der erste Kuss". Tsch.— Sport:„Weib und Hampelmann". A. Marlene Dietrich.— N Bejvodu: Peer Gynt". D.— Baldek:„Die Nacht der Liebe". Ä- Grace Moore.— Bi» Beletrhy:„Pygmalion". D. Mitteilungen aus dem Publikum Stuhlverftopfung. Spezialärzte für Verdauungskrankheiten erklären, dass das natürlich« „Franz-J»srf"-Bitterwaffer als ein sehr zweckdien- jliches Hausmittel warm zu empfehlen sei. 3148/d Bezugsbedingungen: Bei Zustellung WS Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48—, halbjährig Xi 96 ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungskrankatur wurde vor der Post» und Tele- graphendirektlon mit Erlass Nr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orlis". Druck-, Verlags- und ZeüungS-A.-G.. Prag.