Nr. 122. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 wt., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Dte Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungs Preisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. 00 Erscheint fäglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Bocialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Aus England. London, 25. Mai. Hundertjähriger Die Balfoursche Londoner Vestrywahlen. Der neue Gewerkschafts: Vom Kongreß der britischen Genossenschaften. Selbsthilfe und Geburtstagsfeier der Königin: Weltreich und Monarchie. Geburtstag des Dichters des Lied vom Hemde". Reform Londons. bund. Sonntag, den 28. Mai 1899. Für Anschluß Gegent • 14 531 Mitglieder 1 807 " " " Für 3 Pence Beitrag vierteljährlich. 5 584 6 " 7.919 Die Zahl der stimmiberechtigten Mitglieder ist über 80 000, so daß etwa nur der fünfte Teil an der Abstimmung teilgenommen hat. In Liverpool tagt diese Woche der Jahreskongreß der britischen Genossenschaften. Der Bericht des Vorsitzenden konstatierte für das abgelaufene Jahr 1898 einen Fortschritt der Bewegung auf der ganzen Linie. Mitgliederzahl und Anteilskapital stiegen gegen 1897 um zehn Prozent, das angelegte Kapital um acht Prozent. Für eine so starke Bewegung sehr günstige Zahlen. Wachstum der Verkäufe und Gewinne ist weniger bedeutend, was u. a. durch den großen Walliser Bergarbeiterstreit erklärt wird, sonst stiegen die Gewinne im gleichen Verhältnis wie die Profite, die Rate war in beiden Jahren gegen 11 Prozent. Hier die Zahlen Mitgliederzahl 1 646 078. Das Staatshilfe in der Altersversicherungs- Frage. Gestern feierte Königin Victoria ihren achtzigsten Geburtstag, der zu allerhand Loyalitäts- Demonstrationen Anlaß bot. Man ist hier in den letzten Jahren mit Sonderfestlichkeiten zu Ehren der Königin etwas übersättigt worden. Erst kam das Jahr des Regierungs- ,, Rekords",( Ueberschreitung der Regierungsdauer aller früheren Regenten), dann das sechzigste Regierungsjubiläum, und mun zwei Jahre hinterher der achtzigste Geburtstag. In weiser Berücksichtigung des Sprüchworts zuviel Rebhuhn" und vielleicht auch für 1898: in Erinnerung der schlimmen Kehrseite des Jubiläumsjahres es liegt vielen Londoner Geschäftsleuten noch heute in den Knochen hatte die Königin sich die Veranstaltung größerer Festlichkeiten ver beten. Aber die Masse der Engländer hat immer noch etwas für die queen übrig, und so fehlte es nicht an lokalen Festlichkeiten aller Art. Von irgend welcher nennenswerten antimonarchischen Bewegung ist in England ja überhaupt nicht die Nede. Dazu sind Konferenz beziehen sich auf: feine Einrichtungen zu republikanische. Die Masse der Socialisten betrachten die Frage der Regierungsform als untergeordnet, schaftsmitglieder; die andern Parteien aber find allesamt die nationalistischen 2. Bau von Arbeiterhäusern von seiten der GenossenIrländer nicht zum mindesten- monarchisch. Und solange England Weltreich ist und sich sonst politisch progressiv entwickelt, wird daran kaum etwas geändert werden. Brot so teuer ist, 1 Anteilskapital. Angelegtes Kapital. Verkäufe Gewinne " 395 Mill. Mark 234" 1309 143 " " Die bemerkenswertesten der bis jetzt gefaßten Beschlüsse der 1. Errichtung einer Altersversicherung für Genossenfchaften; schaften und ihren Angestellten besteht ein gemischtes Komitee, zu dem Für Schlichtung etwaiger Streitigkeiten zwischen den Genossender Genossenschaftsfongreß und der Gewerkschaftstongreß die gleiche Anzahl Mitglieder stellen. Es ward beschlossen, an diesem ge mischten Komitee festzuhalten, und der Wunsch ausgedrückt, daß nirgends zu einem Ausstand geschritten werde, bevor die streitige Sache dem gemischten Komitee vorgelegt worden. 3. Einholen der Ansicht der Mitglieder über die Notwendigkeit Einen Tag vor dem Geburtstag der Königin war der Parlament: einer wirksamen Vertretung der Genossenschaften im Geburtstag diesmal der hundertjährige des Dichters Thomas Hood, des Sängers des Lied vom Hemde", nossenschaften; 4. Förderung der Fabrikationsthätigkeit der Geder Armenhaus- Uhr", der" Seufzer- Brücke" und anderer, durch 5. Errichtung eines Denkmals für Robert Owen in Freiligrath auch in Deutschland volkstümlich gewordener Gedichte. dessen Vaterstadt New Port. Dieser Beschluß wurde einHood hatte im Leben schwer zu kämpfen, gegen förperliches Leiden stimmig und unter großem Beifall gefaßt und hat bereits ein sowohl wie gegen Sorgen um die Existenz. Nicht seine poetischen Dankestelegramm vom Vorsitzenden des New Porter Gemeinderats Schöpfungen, sondern seine Arbeiten für Wigblätter und als Heraus- zur Folge gehabt. geber des„ Comic Annual" hielten ihn über Wasser. Er war unerschöpflich in Wortwigen und luftigen Einfällen, aber sein Stolz blieb doch das Lied vom Hemde", das er Weihnachten 1843 im Wigblatt Bunch" unterbrachte, nachdem es alle übrigen Journale abgelehnt hatten. Es schlug ein wie der Bliz Bunch" war da mals in seiner besten Periode und Hood, der schon anderthalb Jahre darauf starb, hatte recht gesehen, wenn er bestimmte, daß man auf seinen Grabstein sezen sollte:„ Er sang das Lied vom Hemde". Seine Wige sind heute vom großen Publikum vergessen und bilden nur noch eine einer Altersversicherung für Genossenschaftsmitglieder, ist zu beZu dem Beschluß des Genossenschaftstongresses, betr. Gründung geheime Quelle für umdichtende Bossenfabrikanten. Die Masse seiner merken, daß in der Debatte große Zweifel daran geäußert wurden, poesie und phantasiereichen Humoresten sind ebenfalls in Vergessen- daß aus der jetzt allgemein diskutierten staatlichen Altersheit geraten oder werden jedenfalls unterschätzt. Aber zu den versorgung irgend etwas Ordentliches herauskommen werde. Eine wenigen seiner Schöpfungen, die noch fortleben, gehört an erster ähnliche steptische, wo nicht direkt abweichende Haltung nahm die Stelle das Lied vom Hemde". Es wird in seiner einfachen und Mehrheit der Delegierten der( in Middlesbrough) gleichzeitig mit doch so kräftigen und ergreifend wirkenden Sprache unvergänglich dem Kongreß tagenden Generalversammlung der größten bleiben, auch wenn das, was es schildert, längst der Vergangenheit englischen freien Hilfskaffe, des in Manchester centralisierten Ordens angehört, was heute jedoch bei weitem noch nicht der Fall. Es der Odd Fellows ein. Hier wie dort wurde größerer Wert auf schildert auch heute mehr als fünfzig Jahre seit dem Tode des Verbesserung der Armenpflege gelegt, während man die VerDichters, immer noch Wirklichkeit. Noch gilt für Tausende ficherung derjenigen, die im stande seien, sich selbst zu versichern, und Abertausende das Wort, daß der freien Thätigkeit vorbehalten wissen wollte. Dagegen ward auf der in Birmingham abgehaltenen Generalversammlung des Großen Und so wohlfeil Fleisch und Blut." Ordens der Od Fellows( der aber sehr viel kleiner ist wie Bom Parlament ist wenig zu berichten. Die Balfoursche Vor- der Manchester Bund) eine Resolution angenommen, die unterschiedsTage für die Neu- Ordnung der Londoner Verwaltung hat in der lose Gewährungen einer Alterspension von fünf Schilling die Woche Kommissionsberatung allerhand Abänderungen erfahren, die einen an alle Staatsbürger verlangt, die das 60. Jahr überschritten Teil der gegen sie erhobenen Einwände entkräften, zugleich aber haben. Welchen Vorschlag der gestern von einer Deputation auch ihr jeden principiellen Charakter rauben. Wenn sie Gesez des Ordens aufgesuchte Minister Chamberlain für undiskutier wird, so wird die Verwaltung Londons weder eine einheitlichere bar erklärte. Irgend ein Beweis der Würdigkeit müsse sein als jegt, noch wird sie dem ursprünglichen Plan der erbracht werden, und er, Chamberlain, halte dafür, daß die BeStonservativ- Unionisten auf Aufteilung Londons entsprechen. Die rechtigung zu einer staatlichen Alterspension jedem zugesprochen ganze Henderung wird sein, daß London statt, wie jetzt, werden soll, der eine festzuseßende Mindestzahl von Jahren Mitglied einige vierzig Distrikts- oder Stirchspielverwaltungen in einer eingeschriebenen freien Hilfskasse gewesen sei. dreißig Verivaltungen städtischen Charakters Der Leser hat hier ein Bild von den großen Gegensäßen, die abgeteilt sein wird; wo es früher Pfarrei parish" hieß, wird es hinsichtlich der Regelung dieser Frage in England bestehen. Auf den alsdann Burgfleden borough" heißen und die Verwaltung ersten Blick sollte der Fernstehende meinen, daß der Vorschlag statt Vestry", Council, d. h. Rat mit einem Bürgermeister statt Chamberlains den Beifall der Friendly Societies haben müsse. Das cinem Vorsitzenden an der Spitze. Ob diese Titular: ist aber nicht der Fall. Die meisten derselben widerseßen sich ihm, änderungen aber an dem Geist der Verwaltung irgend weil sie in ihm ein Danaergeschenk erblicken, das in der Folge die Nennenswertes ändern werden, das heißt, ob der Titel„ Gemeinde- Staatseinmischung in den Betrieb und die Sagungen rat" tüchtigere, von stärkerem Gemeinsinn und Verständnis beseelte ihrer Vereine nach sich ziehen müsse. Und nicht mit Unrecht. Leute zum Kandidieren für die betreffenden Körper veranlassen wird, Denn wenn der Staat solche Bestimmung erläßt, dann als der Titel„ Vestrymitglied", ist sehr zweifelhaft. Wo der rechte muß er auch dafür sorgen, daß jedem, der sich ber öffentliche Geist waltet, da kommt's auf den Titel wirklich nicht an, einige sichern will, die Möglichkeit offen steht. Die Friendly der jetzigen Londoner Vestries nehmen es in dieser Hinsicht mit den Societies aber wollen sich das Recht nicht nehmen lassen, meisten städtischen Gemeinderäten auf. Etwas anders ist die Er- jeden zurückzuweisen, der ihnen nicht paßt. Da nun ihr weiterung der Vollmachten dieser Bezirksvertretungen, aber behufs politischer Einfluß ziemlich groß ist, haben sie bisher in dieser ihrer bedurfte es wiederum nicht des großen Aufwandes von Para- Frage vorwiegend fortschrittsfeindlich gewirkt. Das relativ Gute dem Besseren gegenüber. graphen, der die Balfoursche Bill auszeichnet. Anzuerkennen ist da- stand hier Jezt wollen einige gegen, daß sie, wie schon erwähnt, für die neuen Municipalkörper von ihnen es damit gut machen, daß sie sich dem das demokratischere Wahlrecht des 1894er Distriktsvertretungsgefeßes radikalsten der zur Zeit vorliegenden Vorschläge: unterschiedsbeibehält, statt das weniger demokratische der„ Burgflecken" in der lose Staatspension anschließen. Aber der ist in der That bei der Provinz einzuführen, nach deren Muster sonst die Verwaltung ein- heutigen Zusammensetzung des Parlaments aussichtslos. Was bei gerichtet wird. diesem Kampf der Interessen herauskommen wird, ist noch gar nicht Da an dem Zustandekommen des Gesezes nicht zu zweifeln ist, abzusehen. So viel ist aber sicher, daß, wo sich das Interesse der so werden die soeben in London abgehaltenen Vestry- Erfreien Hilfskasse dem Allgemeininteresse hemmend in den Weg stellt, neuerungswahlen die legten ihrer Art gewesen sein. Sie es schließlich auch hier wird nachzugeben haben. Principiell bebrachten im allgemeinen den Progressisten 8uwachs an trachtet, stand Herr Chamberlain gestern auf einer höheren Warte Sigen. Die unabhängig kämpfenden Socialisten segten nur wenige als die Deputation. Kandidaten durch, erzielten aber in einigen Bezirken ansehnlichen Stimmenzuwachs. Unter den gewählten Progressisten befinden sich eine größere Anzahl von Gewerkschaftsvertretern und sonstigen Angehörigen der Arbeiterklasse. Ohne Ausnahmegesetz. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wickelungen der Rechtsbegriff in diesen Zeitläuften der Bureaukratenherrschaft genommen hat. Wir geben die bemerkenswertesten Stellen des Oberverwaltungsgerichts- Urteils wieder: Der Angeschuldigte hat der Frau Palm durch bereitwillige Ueberlassung der Wohnung über die sich ihrem Verbleibe in der Gegend entgegenstellende Schwierigkeit der Wohnungsbeschaffung hinweggeholfen. Er hat dadurch ihren Ver= bleib in der Gegend ermöglicht oder doch erleichtert und auf diese Weise die Fortsetzung der socialdemokratischen Agitation in der dortigen Gegend begünstigt... Wenn sich der Angeschuldigte auf eine Bestimmung des Wietsvertrags beruft, wonach Frau Palm versprochen hat, keine Ver sammlungen in der gemieteten Wohnung abzuhalten, so ist darauf hinzuweisen, daß die Agitation ohne Abhaltung von Versammlungen erfolgen könnte wie ja auch Frau Balm nach dem Zeugnis des Ortsvorstehers Hinge an die bei ihr kaufenden jungen Leute aufreizende Ansprachen gehalten haben soll, und ferner darauf, daß die Versammlungen außerhalb der gemieteten Wohnung stattfinden konnten. So hat auch der Angeschuldigte in der mündlichen Verhandlung erster Instanz zugegeben, er habe erfahren, daß Frau Palm beim Gastwirt Kuckuk in Nahmiz wegen Hergabe seines Lokals zu einer socialdemokratischen Versammlung angefragt habe. Offenbar hat sich der Angeschuldigte auch bei Abschluß des Mietsvertrages über die Neigung der Frau Balm zur Fortsetzung ihrer bisherigen Agitation nicht täuschen tönnen Dem Augeschuldigten war nach seinen vom Arbeiter Schwericke, vom Ortsvorsteher Hinge und Frau Deichmann bezeugten Aeußerungen das Thun und Treiben der Palm gleichgültig. Daher war es ihm auch gleichgültig, ob er der Frau Palm durch Ueberlassung der Wohnung den Verbleib in der Gegend und die Fortsetzung der dortigen Agitation ermöglichte oder erleichterte. Der Angeschuldigte trat aber durch die Hergabe der Wohnung in einen Gegensatz zu den Behörden, die bestrebt waren, Fran Palm aus der Gegend zu entfernen. Wie wenig sich das Verhalten des Angeschuldigten mit dessen Stellung als Gemeindevorsteher vertrug, zeigt die Aeußerung des Gastwirts Merten: So'n Ungeziefer würde ich nicht aufnehmen." Bei der Beurteilung des Verhaltens des Angeschuldigten ist von dem in der Rechtsprechung des Ober- Verwaltungsgerichts festgehaltenen Grundsaße auszugehen, daß Beamte, auch mittelbare, die Pflichten ihres Amts verlegen und sich des Wertrauens, welches ihr Beruf erfordert, unwürdig zeigen, wenn sie die Bestrebungen einer politischen Partei, welche die Grundlagen der bestehenden Rechts- und Staatsordnung grundsäßlich bekämpft, wußt unterstützen oder fördern. Dies gilt nament: lich bon den Bestrebungen der focialdemokratischen Partei, deren Ziel notorisch der Umsturz der bestehenden Rechtsund Staatsordnung ist. Der Angeschuldigte hat deren Bestrebungen durch Ueberlassung einer Wohnung an eine socialdemokratische Agitatorin begünstigt. Zwar ist in der Ueberlassung einer Wohnung an Angehörige der socialdemokratischen Partei eine Begünstigung der Bestrebungen dieser Partei an sich nicht zu erblicken, auch wenn es sich um bekannte socialdemokratische Agitatoren handelt. Aber unter besonderen Umständen, wie sie vorstehend festgestellt sind, liegt darin allerdings eine Begünstigung. Diesen Charakter hatte hier die Hergabe der Wohnung, weil da durch der Frau Palm der Verbleib in der Gegend und damit auch die Fortsetzung ihrer dortigen Agitation ermöglicht oder doch erleichert worden ist. Entzieht sich ein Beamter bei einer Handlung, die eine Begünstigung der socialdemo= fratischen Agitation enthält, durch Gleichgültigkeit gegen deren Gefahren der Erkenntnis der Tragweite feiner Handlung, so ist dies einer bewußten Begünstigung gleich zu achten. Allerdings braucht ein Beamter, der als Hauseigentümer Wohnungen zu vermieten hat, im allgemeinen Sie politische Ansicht der Personen, an welche er vermietet, nicht zu beeitigen; dies verhält sich aber bei der socialdemokratischen Agitator dann anders, wenn der Beamte nach der besondern Lage des Falles weiß oder sich sagen muß, daß er durch das Vermieten der Räume socialdemokratische Agitation ermöglicht oder erleichtert. Das darf einem Beamten nicht gleichgültig sein. Auch ohne ein Ausnahmegesetz zur Bekämpfung der Socialdemokratie folgt für die Beamten aus deren allgemeiner Verpflichtung, zur Aufrechterhaltung der bestehenden Rechts- und Staatsordnung mitzuwirken, die Unzulässigkeit irgend welcher Begünstigung der auf Untergrabung dieser Rechts- und Staatsordnung abzielenden socialdemokratischen Bestrebungen. Was die Abmessung der Strafe betrifft, so kann die vom Kreisausschusse verhängte Dienstentlaffung nur für gerechtfertigt erachtet werden Die fich auf das Land verbreitende socialdemokratische Agitation ist für das Gemeinwohl so gefährlich, daß ein Gemeindevorsteher, der diesen Bestrebungen irgendwie Vorschub feiftet, fich als völlig ungeeignet für eine solche Stellung erweist. Ein Gemeindevorsteher, der einer Persönlichkeit wie die Frau Palm durch Hergabe einer Wohnung die Gelegenheit verschafft, ihre auf Zerstörung des gesellschaftlichen Friedens und Untergrabung des Fa milienlebens gerichteten Bestrebungen fortzuseßen, muß das nötige Vertrauen bei den Behörden und Gemeinde- Angehörigen verlieren und zeigt, daß ihm für die wichtigsten Aufgaben einer obrigkeitlichen Stellung die Einsicht fehlt." : Bisher galt es als oberster Grundsatz der Rechtsprechung, daß der Richter keinerlei Nebentendenzen in die Würdigung des Rechtsfalles einfließen lasse, daß er seine persönlichen Neigungen zurückdränge, daß er vor allem sich nicht zum Werkzeug einer politischen Richtung gebrauchen lasse. Seit Jahresfrist spielt das Maßregelungsverfahren gegen Der im Januar beschlossene Allgemeine Gewerkschaftsbund den freisinnigen Gemeindevorsteher, Biegelei und Gutsist nunmehr Realität geworden. 23 Gewerkschaften mit zusammen besiger Schulze in Nahmiz bei Lehnin, der seines Amtes 235,000 Mitgliedern haben in Urabstimmung ihren Beitritt be entsetzt wurde, weil er an die socialdemokratische Frau schlossen. Zu ihnen gehören die Maschinenbauer, die Spinner, die Balm eine Wohnung vermietet hatte. Der Richter sollte über den Parteien stehen und unKrempelarbeiter, die Eisengießer und die Gasarbeiter. Die Refiel Ober- Verwaltungsgerichts, welches den Gemeinde- beeinflußt von rechts und links allein der Gerechtigkeit nachKefiel- Palm Das Urteil des schmiede und Zimmerer haben den Beitritt abgelehnt und auch an dem Anschluß der Bergarbeiter wird gezweifelt. Bei den vorsteher endgültig aus dem Amte stößt, wird von der Volfs- streben. Und gleicherweise war es Grundsatz und Grundlage Maschinenbauern( d. H. dem großen Amalgamierten Verband) war Zeitung" mitgeteilt. Dies Urteil ist ein klaffisches Dokument des„ Rechtsstaats", daß der Beamte des Staates das Abstimmungsresultat das folgende: vreußischer Reaktion und zeigt, welch wundersame Ent- alle Staatsbürger mit gleichem Rechtsmaẞe messe, " fcnjj ihm, wenn er diese höchste Pflicht brach, der Staat seines Dienstes als unwürdig erklärte. Verschimmelt sind solche Anschauungen. Der Staatsbeamte, der auch nur in seinen privaten Ver-� hältuisseu die Gleichheit im Rechte anerkennt, er wird als Unwürdiger aus dem Staatsdienste entfernt. Allerdings, sagt das Ober-Verwaltungsaericht, bedeutet das Vermieten einer Wohnung au einen Socialdemokraten nicht„au sich" ein Amtsvergehen; es komme auf die„besonderen Umstände" an, die im vorliegenden Falle darin ge- funden werden, dasi die Frau Palm, hätte ihr Sch. nicht Quartier gegeben, aus der Gegend überhaupt hätte fortziehen müssen. Doch diese Einschränkung des Princips der Amtspflicht. Social- demokraten obdachslos zu machen, ist überflüssig. Grund- s ä tz l ich wird diese Verpflichtung ausgesprochen und die „Umstände", unter denen diese Verpflichtung nicht gelten müsse, sind keine anderen als die Fälle, in denen die Austreibung der Socialdemokratie praktisch nicht durchführbar sein würde. Auch ohne Ausnahmegesetz erklärt das höchste Verwaltungsgericht Preußens, sind die Beamten verpflichtet. Socialdemokraten so zu behandeln, als stünden sie unter einem Ausnahmegesetz. Denn die Socialdemokratie wolle den„Umsturz der bestehenden Rechts- und Staatsordnung". Die Socialdemo- kratie ist„für das Gemeinwohl gesährlich"; ihre Bestrebungen sind gerichtet„auf Zerstörung des gesellschaftlichen Friedens und Untergrabung des Familienlebens"— mit dieser Logik, die den Kampforganen der Reaktion und den Reden des Freiherrn v. Stumm verteufelt ähnlich sieht, wird die Socialdemokratie gekennzeichnet und abgethan. Die An- schauungen der Organe, welche die Habsucht ihrer Klassen- interessen als Staatswohl fälschen, gewinnen Macht in den Sprüchen der Richter, denen der Staat ein Staat Aller sein soll. �.. Beamte, die ein armseliges Weib wegen ihrer politischen Thätigkeit von Ort zu Ort jagen, wozu ihnen kein Gesetz ein Recht giebt, sie werden als Vorbilder der Pflichttreue auf- gestellt. Der da nicht mitjagt, der da dem gehetzten Wild eine Zufluchtsstätte giebt, er ist pflichtvergessen. Im Namen des Rechts wird das Ausnahmerecht verkündet! Das Ober-Verwaltungsgericht hat sich ein Verdienst er- warben, denn es hat dem Blinden sichtbar gemacht, daß unser Staatswesen ein Klasse nstaat ist. Nolikifche Mebovftifzk. Verlin, den 27. Mai. § 153- Wie unberechtigt das Geschrei über die angebliche Ver- gewaltigung der � sogenannten Arbeitswilligen durch die um ihr Recht kämpfenden Arbeiter ist, beweist die deutsche Kriminalstatistik. Die soeben erschienene Statistik für 1897 weist ganze 234 Verurteiluiigen auf Grund des K 153 der Gewerbe- Ordnung auf. Selbst für die schwersten Verbrechen, wie Mord und Totschlag, wurden mehr Verurteilungen ausgesprochen! Die Herren Staatsanwälte brachten 463 Arbeiter auf dieAnklagebank wegen Vergehens gegen den fraglichen Paragraphen, aber fast die Hälfte davon, 209, mußten freigesprochen werden. Und nur über zwei der Ver- urteilten wurde die schwerste Strafe, nämlich drei Monate Gefängniß, verhängt; 34 Verurteilte wurden mit einem Monat und darüber bestraft und in allen übrigen Fällen erschien den Gerichten eine Strafe von weniger als einem Monat als ausreichende Sühne. Besonderes Interesse bietet eine Betrachtung der Ver- urteilungen in den verschiedenen Oberlandesgerichts-Bezirken. An erster Stelle marschiert da Hamburg mit 135 Anklagen — es sind die Nachwehen des großen Hafenarbeiter- Streiks vom Ende des Jahres 1896—; aber von diesen 135 An- geklagten mußten über die Hälfte, 75, freigesprochen werden. Von den 66 Verurteilten wurden 15 mit Strafen von einem Monat und darüberbelegt. Nicht minder thätig erwiesen sich die Staatsanwälte im Bezirk des Oberlandesgerichts Berlin. Sie brachten es auf 84 Anklagen, hatten aber damit noch weniger Glück wie die Hamburger; 54 der Angeklagten wurden freigesprochen und von den 36 Verurteilten konnten nur zwei mit einem Monat und darüber bestraft werden; bei 18 Ver- urteilten erschien die That schon mit Strafen von weniger als 8 Tagen gesühnt und 4 wurden sogar mit einem bloßen Ver- weise entlassen. Mehr den Intentionen der Staatsanwälte entsprachen die Urteile der sächsischen Gerichte. Mit 43 Angeklagten marschiert Sachsen an dritter Stelle, aber mit 33 Ver- urteilungen rückt es an die zweite Stelle; nur 16 der An- geklagten entgingen hier ihrem Schicksal. Dresden teilt sich auch mit Hamburg in das Verdienst, einen solchen Ver- brecher zur höchsten Strafe, zu drei Monaten Gefängnis ver- urteilt zu haben. Hier ist auch die Zahl der 8 Tage über- schreitenden Verurteilungen größer wie die darunter bleibenden Strafen. Der Bezirk Naumburg hat bei 36 Angeklagten 17 Verurteilte und 13 Freigesprochene. Auffällig ragt auch der Bezirk Zweibrücken hervor, der bei nur 765 666 Einwohnern 14 Angeklagte und nur eine Freisprechung aufweist; allerdings bleiben 3 der Ver- urteilungen unter 8 Tagen und auch die übrigen 5 erreichen 1 Monat nicht. Das ganze Königreich Württemberg hat nur v Angeklagte und 5 Verurteilte, von denen 8 unter 8 Tagen bleiben. Sehr vorteilhaft zeichnen sich auch die doch stark industriellen Bezirke der Oberlandesgerichte Köln und Hamm, Rheinprovinz und W e st f a l e n aus. Sie hatten trotz ihrer 7V, Millionen Einwohner zusammen nur 36 Anklagen und nur 19 Verurteilte, wovon nur einer mit einem Monat, die andern darunter bestraft werden konnten. Gar keine Anklagen hatten Augsburg, Braunschweig, Kassel, Marienwerder und Oldenburg. Bamberg hatte zwar 2 Anklagen, beide aber führten zur Freisprechung. Gespannt darf man auf die„EntWickelung" des§ 153 in der Kriminalstatistik sein, wie sie das folgende Jahr zeigt. Im ersten Halbjahr 1898 dürfte die Zahl der Verurteilten ungefähr denen des Vorjahres entsprechen. Dann aber wird, ungefähr seit den Tagen von Oeynhausen, die Zahl der Ver- utteilungen steigen. Daß dies auf eine plötzliche Zunahme der Ausschreitungen der Arbeiter zurückzuführen Ware, wird man— ohne an ein Wunder zu glauben— nicht an- nehmen. Wir möchten bei den Bearbeitern der Kriminal statt st ik anregen, ob es sich nicht empfiehlt, für das Jahr 1898 die Ver- sehlungen wider den§153 nach den beiden Halbjahren gesondert zur Darstellung zu bringen. Es würde damit ein sehr wertvoller Beitrag zur Psychologie des Rechtswesens geboten werden. Jedenfalls beweist die verschwindend geringe Zahl der Verurteilungen aus§ 153 und noch mehr die verhältnttzmäßig große Zahl der Freisprechungen, daß auch nicht der mindeste Anlaß vorlag, die große Zuchthausaktion gegen den„Arbeiter- terrorismus" ins Werk zu setzen. Es wird ferner damit be- wiesen, wie unsere Regierung— ohne ein irgend wie zu- längliches Material— rein aus unklaren Stimmungen und allzu großer Rücksichtnahme auf maßlose verblendete Wünsche von einflußreichen Unternehmerkreisen gesetzgeberische Versuche anstellt, die die Wirkung haben müssen, das Volk in den tiefsten Tiefen zn erschüttern.—_ Die Stndcntenbewegnng in Rußland und die mit ihr verknüpfte» Verfolgungen der Studenten seitens der Regierung nehmen ihren Fortgang. Nachdem es der Regierung seit Mitte März nicht gelungen war, in dem größten Teil der Hoch- schulen Rußlands das Abhalten der Vorlesungen gegen den Willen der Studenten durchzusetzen, begannen seit Ende April die Prüfungen. Die Mehrheit der Studenten beschloß jedoch, zum Examen nicht zu gehen und auch die Studenten, welche gewillt sein sollten, sich, entgegen den Beschlüssen ihrer Kommilitonen, den Prüfungen zu unterziehen, daran mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Infolgedessen finden, so berichtet man uns, die Prüfungen der Studenten in den russischen Hochschulen gegenwärtig unter ganz außergewöhnlichen Umständen statt. Ein jeder, der sich zur Prüfung gemeldet. hat eine specielle Einlaßkarte in das Hochschul- Gebäude bekommen und erhält Zutritt erst nachdem er diese Karte einem vor der Hochschule postierten Polizeileutnant vorgezeigt und darauf eine ganze 5kette von Polizisten passiert hat. ES gereicht den Professoren Rußlands nicht zur Ehre, daß von ihnen allen nur ein einziger Professor der Petersburger Universität sich geweigert hat, unter dem Polizeischutz die Prüfungen vorzunehmen— diesen ereilte auch sofort die Entlassung vom Dienste. Trotz dieser Vorsichtsmaßregeln geht es auch beim Abhalten der Prüfungen nicht ohne„Ruhestörungen" ab. So hatten sich in Peters- bürg, als die ersten Prüfungen begannen, vor der Universität 600 Studenten versammelt, um denen, die sich prüfen lassen wollten, den Zutritt ins Universitätsgebäude zu verwehren. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Polizei und 200 Studenten wurden ver- haftet. Da sie lange Zeit keinem Verhör unterzogen wurden, ver- anstalteten sie eine.„Hungerrevolte", d. h. sie beschlossen, keine Nahrung zu sich zu nehmen, bis eine Entscheidung in ihrer Sache getroffen wird. Das hat auf die Behörden gewirkt und die Sttldenten wurden aus dem Gefängnis entlassen. In Odessa drangen ain 11. Mai 25 Studenten in die Universität, um mit Gewalt das Stattfindeu der Prüfungen zu verhindern. Die Tintenfässer auf den Examinationstischen wurden umgeworfen. Ein Professor fiel dabei in Ohnmacht. Die in die Universität ein- gedrungenen, wie auch noch weitere 25 Studenten und 10 Personen aus dem Publikum, welche sich vor der Universität angesanimelt hatten und trotz der Aufforderung der Polizei nicht auseinander- gingen, wurden verhastet. Die 10 Nichtstudenten sind vom Odessaer Stadthauptnrann auf Grund der„Bestimmungen über den Sicherheits- zustand" verurteilt worden: vier Fräuleins zu 20 Tagen und sechs Herren zu 2 Monaten Polizeiarreft; das Urteil über die verhafteten Studenten ist noch nicht gefällt. In Odessa sind übrigens schon am Tage vor dem gewaltsamen Eindringen der Studenten in die Universität 36 Studenten verhastet ivorden; insgesamt befinden sich in den Odessaer Gefängnissen zur Zeit gegen 200 Studenten sdie Gesamtzahl der Studenten der Odcssaer Universität beträgt nicht mehr als 500). Die Studenten Verhaftungen dauern auch in den anderen Universitätsstädten fort. Der größte Teil der Ende April in Kiew verhafteten 200 Personen sind Studenten. In Moskau haben im Mai zahlreiche Sttldentenverhastnngen statt- gefunden— ans dieser Stadt sind gegen 200 Studenten aus- gewiesen worden! Trotz dieser Verfolgungen findet zwischen den Studenten der verschiedenen Universitätsstädte ein reger Meinungs- austausch statt über die Maßnahmen, welche zu treffen sind, damit im August nach Schluß der Sommerferien lwelche jetzt bald beginnen werden) es der Regierung wieder unmöglich gemacht wird, den Unterricht in den Hochschulen weiterführen zu lassen— bis die Förderungen der russischen Studentenschaft bewilligt werden.-- Deutsches gleich. Herr Professor Sombart macht in der„Frankfurter Zeitting" den Versuch, das Verhalten des internationalen Komitees für Arbeiter- schütz(Berlepsch- Gruppe), das zur Ablehnung einer Mitwirkung seitens der socialdemokratischen Reichstagsfraktion geführt hat. zu rechtfertigen. Er erklärt die Darstellung des„Vorwärts" in NlMtmer III und der„Müncheiier Post"— wiedergegeben im„Vorwärts" Nr. 113— für unrichtig und will,„um Mythen- bildungen im Keime zu ersticken, eine richtige Darstellung des That- bestandcs geben". Professor Sombart sagt, daß unsere Parteigenossen, mit denen er verhandelt habe,„einig waren in dem Äusdnick des»mein- geschränkten Vertrauens in' die Loyalität unserer Absichten, d. h. in den aufrichtig guten Willen der Komiteemitgliedcr, beziehungsweise ihres Mandatars, ein Zusammenarbeiten mit der Socialdemokratie herbeizuführen".„Sollte, sagt Herr Sombart weiter, nach- träglich einer der Teilnehmer eine andere Auffassung bekonime» haben, so müßte ich ihn schon bitten, daß er diese Sinnesänderung offen mit Namensnennung mir gegenüber vertritt. Gegen Pfeile, die aus dem Hinterhalt geschossen werden, ist der ehrliche Fechter machtlos." Diesen Zumutungen des Herrn Professor Sombart gegen- über haben wir nur festzustellen, daß an der Entsendung der„Vorwärts"- Pfeile keiner von den Herren, mit denen er im Reichstag verhandelt hat, beteiligt war. Die Notiz des„Vorwärts" giebt die Ansicht wieder, welche die Redaktion sich auf Grund ihrer Kenntnis von den Fraktions- Verhandlungen gebildet hatte. Die Anzüglichkeit des„Hinterhalts" hätte also Herr Sombart unterlassen dürfen. Er hätte dies um so mehr thun sollen, als zwischen unseren Bemerkungen und den. Ein- druck der Frakttonsmitglieder von der Loyalität des Herrn Sombart überhaupt kein Gegensatz besteht. Auch wir zweifelten nicht an der guten Absicht des Herrn Sombart. Wir erblickten jedoch in der Form der Einladung die Absicht, die Mitarbeit der Socialdemokratie über eine rein dekorative Wirkung nicht hinauskommen zu lassen. Zudem erschien uns der von Herrn Sombart selbst zugegebene Vorbehalt, daß das Berlepsch-Komitee die endgültige Entscheidung über die von unserer Seite vorzuschlagenden Personen treffen wollte, als durchaus unannehmbar. . Herr Sonübart glaubt sich weiter auf einen Brief unseres Parteigenossen Bebel berufen zu dürfen, um unsere Darstellung der Ablehnungsgründe als unrichtig zu erweisen. Bebel schrieb an Herrn Sombart unterm 11. Mai: «Die Frattion hat mit großer Mehrheit beschlossen, bei den, ersten Beschlüsse stehen zu bleiben. Ich machte den Versuch zu erlangen, daß die Fraktion die Beteiligung frei gebe, sodaß also eine nicht offizielle Beteiligung möglich war. Ich fand mit diesem Antrag aber so viel Widerstand, daß ich den Antrag, weil gänzlich aussichtslos, nicht stellte. Für eine offizielle Beteiligung trat nur ein Redner ein. Nach längerer Verhandlung wurde wie gemeldet beschlossen. Durchschlagend war, daß man sich ein gedeihliche? und erfolg- reiches Wirken mit den heterogensten Elementen nicht versprechen konnte, man sei gezwungen, so viel Konzessionen zu machen, daß die Partei dafür'nicht eintreten könne usw. Nebenbei spielte auch die Einladung eine Rolle, die die Fraktton auf gewisse Mitglieder verpflichte, ihre also keine Freiheit gebe." Dieser Brief widerspricht unserer Darstellung keineswegs, wie ?ierr Sombart meint. Auch Bebel spricht ausdrücklich von der Rolle, ie die ungeeignete und bedenkliche Art der Einladung gespielt habe. Das aber, was Bebel als Hauptgrund der Ablehnung er- 'cheint, ist auch von uns bemerkt worden in den Worten: „abgesehen davon, daß man sich bei der Zusammensetzung des Komitees keinen sonderlichen Erfolg von der Sache versprach..." Der etwaige Unterschied zwischen dem Inhalt de» Beberschen Briefes und unserer Ausführung besteht also nur darin, daß aus den Gründen, die von den einzelnen Rednern der Fraktion vorgebracht wurden, ihm die Betonung der Erfolglosigkeit der Verhand- lungen mit dem Berlepsch-Komitee besonders hervortrat, während wir die Bedenken gegen die Form der Einladung, welche den Hauptteil der rednerischen Ausführungen in jener Fraktionssitzung ausmachten, als ausschlaggebend für den ohne Widerspruch erfolgten Fraktionsbeschluß hielten. Der Vorwurf des Herrn Sombart, als ob wir uns hinter Schein- gründen versteckten, ist um so hinfälliger, da unsere Partei wiederholt bereit gewesen ist, mit bürgerlichen Socialpolitikern zusammenzuarbeiten, sofern dies für die Interessen der Arbeiterklasse fördernd erschien. Wir erinnern nur an den internationalen Kongreß in Zürich, dem sich freilich die Herren Berlepsch. Sombart zc. entzogen. Auch jetzt wieder beteiligten sich Parteigenossen bereitwillig an dem Tuberkulose- Kongreß. Im übrigen scheint es mit der so eifrig zur Schau getragenen Freudigkeit der bürgerlichen Kreise, mit der Socialdemokratie zu- samnienzuarbeiten, nicht so weit her zu sein. Wird uns doch mittler- iveile bekannt, daß verschiedene der Eingeladenen, als sie von den erneuten Verhandlungen mit der Socialdemokratte hörten, schleunigst ihre Mitwirkung zurückzogen.— Den„Vorwärts-Dicben" widmet die„Post" kein Zeilchen mehr. Sie schweigt zu unserer gestrigen Entlarvung ihrer Schwindel- manöver. Hat sie die Sprache verloren, weil Herr v. Stumm einen Wagen-Unfall erlitten hat? Die„Volks-Zeitung" bemerkt zu dem gegen den „Vorwärts" eingeleiteten Majestätsprozeß:„Es handelt sich hier um eine völlig neue Erscheinung aus dem Gebiete des Preß- Wesens. Im ersten Augenblick wundert man sich, daß in diesem Falle das„Mädchen für alles", der grobe Unfugparagraph, nicht in Aktivität versetzt worden ist, mit dem doch sonst schon die erstaun- lichste» Erfolge erzielt worden sind. Aber es scheint, der Paragraph solle endlich an seinem Prestige einbüßen, was wir für einen großen Fortschritt in der Rechtsprechung halten würden." Ueber das Arbeitsprogramm des Reichstags— soweit die Wünsche der Regierung in Betracht kommen— berichtet die offiziöse „Münchener Allgem. Ztg.": „Die verbündeten Regierungen haben den dringenden Wunsch, daß der Reichstag nach den Pfingstferien folgende Vorlagen zur Er- ledigung bringt: das Jnvaliditätsgesetz, die Gewerbe- Novelle, das P o st g e s e tz. das Flaggenrecht der Kauffahrtei- schiffe, die Verlängernng der Vollmachten über die Erhebung der Gebühren ans dem Kaiser- Wilhelmskanal, das deutsch- englische Handelsprovisorium.' Wir fürchten nur, daß der Reichstag den„dringenden Wunsch' haben wird, sich vor Erledigung dieses weitschichtigen Programms zu vertagen.— Reichstagsivahl im Kreise Straubing. Das„Regensburger Morgenblatt" meldet: Bei der Reichstags-Nachwahl im Wahlkreise Sttaubing erhielten E ch I i n g e r(C.) 547S Stimmen, Wieland (Bauernbund) 5331 Stimmen. Das Resultat von zwei Orten steht noch äus.— Einer blühenden und bilderreichen Sprache befleißigt sich die„Deutsche Agrarkorrespondenz", wenn sie von der Not der Land- Wirtschaft und der Schlechtigkeit der Minister lamentiert: Je öfter die neudeutsche Gesetzgebung die Siebenmeilenstiefeln neu besohlt, in denen die Industrie der Landwirtschaft voraneilt, desto lächerlicher erscheinen die Pflästerchen und weißen Salben, die mau den totwunden Füße» der nachhinkenden Landwirtschaft gelegentlich anzuschmieren verspricht, wenn in den Parlamenten die schaumschlagenden Ministerreden dahinfließen. Undank ist eben der Welt Lohn. Oede Redensarten und schäum« schlagende Miuisterreden? Und Grenzsperre und Fleischbeschau-Gesetz sind Pflästerchen und weiße Salben?— Familienverhältnisse der Innungen. Ein Malermeister in Wolfenbüttel hat von seiner Innung die folgende Zuschrift erhalten: „Geehrter Herr Kollege! Da Sie zu der am 30. April d. I., nachmittags 4 Uhr, im hiesigen Kaffeehause stattgefundenen General« Versammlung, zu welcher Sie vorschriftsmäßig eingeladen waren, unentschuldigt fehlten, so wird Ihnen hiernnt aufgegeben, die laut § 10/22 verivirtte Strafe von 75 Pf. nebst einer Zusatzstrafe von 2,25 M., insgesammt 3 M., an unseren Kassierer, Herrn August Dramm, bis spätestens zur nächsten im Juli stattfindenden Generalversammlung einzuzahlen. Die Strafe ist de?« wegen von uns erhöht, weil es von wenig kollegialem Sinne zeigt, wenn Sie im Kaffeehause anwesend find und Sie sich nicht zur Versammlung einfinden, sondern sich mit Billardspielen usw. vergnügen, was unter den Kollegen all« gemeine Verwunderung und Erregung hervorgerufen hat. Wolfenbüttel, den 11. Mai 1833. Der Borstand der Maler» innung.' Man muß sagen, daß die Innungen im Terrorismus ihrer Mit- glieder nicht blöde sind. In dem vorliegenden Falle will allerdings der betreffende Malermeister nicht gutwillig zahlen, da niemand ihn zwingen kann, am Sonntag eine Junuiigsversammlung zu besuchen. Uebrigens wirft es ein trübes Licht ans die Anziehungskraft der Innungen, ivenn sie ihre Mitglieder durch solche Gewaltmittel heran- ziehen'müssen.— Zu dci« Jcneuscr Ttndcntcn-Vxccsscn berichtet man uns noch, daß der Wirt des Deuffchen Hauses 1800 M. Schadenersatz verlangt— ein Beweis, wie vandalffch die jungen Herren gehaust haben. Ein Arbeiter schreibt uns, die Vertreter germanischer Bildung hätten sich so gemeiner Ausdrücke bedient, daß sie nicht wiederzugeben seien. Uebrigens haben auch zivei Arbeiter Sttafantrag gestellt, da ihre Kleider' durch ein heruntcrgeworfeneS Nachtgeschirr besudelt worden sind.—_ Geborstene Ordnnngsstüve! Dresden. 27. Mai.(Eig. Ber.) Der Kommerzienrat Hopse, der die Unterscblagung beim Alvertverein begangen hat, war eine sehr illustre Persönlichkeit. Seine Brust ist geschmückt mit dem AlbrechtSorden 1. Klasse und anderen Orden. Erst kürzlich wurde er von: Kaiser mit der Medaille vom roten Kreuz ausgezeichnet! Die Unterschlagungen sollen teilweise in den interessierten j Kreisen schon längst bekannt sein. Man suchte die Sache aber zu vertuschen, um den nunmehr unaus- bleibliche» Skandal zu vennciden, und weil man glaubte. H. werde Deckung leisten, daran ist aber, wie einem hiesigen Blatte mitgeteilt wird, wahrscheinlich gar nicht zu denken, umsoiveuiger, als die unter« schlagene Summe viel höher sein dürfte, als jetzt offiziell angegeben. Hopse wurde gestern verhaftet._ ('vangclisch-socialcr Kongreß. In der letzten Sitzung sprach Professor Dr. P a u l s e n- Berlin über„Wandlungen des Bildungs- ideals in ihrem Zusammenhange mit der socialen Entwickclung". Redner hat eine Reihe Leitsätze' unterbreitet. In denselben ist aus- gesprochen, daß das Bildungsideal einer Zeit abhängig sei von der jeweiligen Konstitution der Gesellschaft. In seinen Ausführungen wendet Redner sich u. a. gegen das Verbot der schleswig- scheu Regierung, die dänische Sprache als Unterrichtssprache m den schleswigschen Schulen zu gebrauchen. Er anerkennt den großen Bildungsdrang der unteren Volksklassen, dem mehr entgegen- gekommen werden müsse.«Ich muß offen gestehen: Ich habe das Vorkommnis, daß den Rednern im Reichstag, die eine Herabdrückung des Unterrichts mit der Begründung befürworteten, daß dadurch die Ansprüche des Volkes sich steigern würden, Beifall gespendet wurde, mit Beschämung gelesen.(Bravo.) Und wer waren diese Be« kämpfer der Volksbildung? Die privilegierten Stände, die Großgrundbesitzer, die Großindustriellen und als Anhängsel die Klerikalen. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß die gesteigerten Ansprüche des Volkes eine volle Berechtigung haben, ja im Interesse des Kulturfortschrittes mit Freuden zu begrüßen sind.(Lebhaftes Bravo.) Im Interesse der privilegierten Stände liegt die Zurückdrängung der Volks« bildung. Der Staat hat aber«in entgegengesetztes Interesse." Fast alle Redner erklärten sich niit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Dem Geheimen Regierungsrat D r. Wagner blieb es vorbehalten, gegen die all zu. große Bildung zu eifern, vor den„Gefahren der Halbbildung" zu warnen. DaS Wissen der Socialdeinokraten sei in den meisten Fällen nicht wirkliches Wissen, sondern nur„dogmatisches Glauben". Würde der Herr Professor mehr Gelegenheit haben, den Wissens« durst der Arbeiter und ihr Verständnis für socialpolitische Fragen kennen zu lernen, er würde sich so nicht ausgesprochen haben. Möge der Herr Professor sich mit uns bemühen, unsere Schulen so zu g'e- stalten, das; die Halbbildung sich zur vollen Bildung entfalte. Die Tagesordnung war damit erledigt sund wurde der Kongreß ge- schlössen, nachdem man im allgemeinen den Leitsätzen Dr. Paulse ns zugestimmt hatte. Viel Bedeutung ist den Beschlüssen dieser kleinen Sekte ja keines- falls beizumessen; es sind ein Häufchen Offiziere, ohne Soldaten und darum ohne Einfluß.- �' 0*_ Friedenskonferenz. Die erste K o m Mission der Konferenz, deren Aufgabe ist, über die Einschränkung der Rüstungen und der militärischen Ausgaben zu beraten, trat am Freitag- vormittag unter dem Vorsitze Beernaert's zusammen, welcher eine Ucbersicht über die Punkte gab, welche der Kommission zur Be- arbeitnng vorliegen. Hierauf hielten die beiden Sektionen der Konimission getrennt Sitzungen ab und begannen mit der Prüfung der ihnen zugeteilten Fragen.— Die dritte Kommission trat um 2 Uhr nachmittags unter dem Vorsitze Bourgeois zusammen, welcher darlegte, in welcher Reihenfolge die Fragen der V e r m i t t e l u n g und des Schiedsspruches von der Kommission erörtert werden könnten und zugleich den Grundsatz entwickelte, daß es wünschenswerter sei, auf friedliche Mittel zurück- «greifen, um Streitigkeilen zwischen den Völkern zu schlichten, als eren Lösung auf dein Wege der Gewalt vorzunehmen. Hierauf gab Bourgeois einen lieberblick über die von Rußland ge- nl a ck> t e n Vorschläge. Der englische Bevollmächtigte Pauncefote beantragte, die Kommission möge unverzüglich die Frage der Errichtung eines permanenten Schiedsgerichtshofes beraten. Die Kommission war jedoch der Meinung, daß die vom Vorsitzenden vorgeschlagene Reihenfolge in der Besprechung der ver- schiedenen Fragen innezuhalten sei. Hierauf zog Pauncefote seinen Antrag zurück. Die Konimission wählte sodann eine Unterkommission von acht Mitgliedern, um die einzelnen Dokumente zu prüfen, mit welchen die Kommission sich zu befassen hat. Ausland. Die Revision des Dreyfnö-ProzesseS, die am Montag vor dem Kassationshofe beginnt, absorbiert in Frankreich nunmehr das gesammte öffentliche Interesse. Dem Gencralprokurator am Kassationshofe Manau ist am Sonnabend- vormittag der Bericht des Referenten über die Dreyfus-Angelegenheit, Ballot-Beaupro, zugegangen. Der Bericht schließt mit dem A n- trage auf Revision des Dreyfusprozesses mit Verweisung der Sache vor ein neues Kriegs« g e r i ch t. Der Kriegsministcr hat bestimmte Weisungen erlassen dahin- gehend, daß während des Revisionsprozesses vor dem Kassaffonshofe in der nächsten Woche kein Offizier, weder in Civil noch in Uniform, mit Ausnahme derjeiiigen, welche als Zeugen zu er- scheinen haben, in der Umgebung des Justizpalastes sich aushalten dürfe. Wie tief die rebisionsfreundliche Stimmung nun auch in die Regierungskreise hineinreicht, dafür erzählt der„Figaro" ein Bei- spiel. Ein nationalistischer Deputierter habe sich danach gestern zum Justizminister begeben und denselben in großer Aufregung gefragt, ob es wahr sei, daß der Kassationshof sich für die Revision aus- sprechen werde; er könne sich nicht an den Gedanken gewöhnen. Der Minister habe erwidert:„Nun denn l Sie haben acht Tage Zeit dazu."_ Ein Tagebuch deö Kapitäns Dreyfus. Paris, 27. Mai. Der„Figaro" veröffentlicht heute Auf- zcichnungen von Dreyfus, die dieser im Gefängnis, während , seiner Untersuchungshaft im November und Dezember 1894 geschneben , hat. Dreyfus erzählt darin, wie er nach dem Kriegsministcrium berufen wurde, wie du Path de Clam ihn durch die bekannten Diktate zu überführen suchte und wie er verhaftet wurde. Nach der Verhaftung sei er dann von dem die Untersuchung führenden Offizier mehrfach verhört worden, der sich häufig iii Belei- d i g un g e n gegen ihn ergangen. Dreyfus schreibt wörtlich:„Ich verlangte immer Beweise für die gegen mich erhobene Anklage, doch weigerte man sich stets, mir sie zu zeigen, indem man behauptete, daß das Beweisstück für mein angebliches Verbrechen ein Brief sei. Der die Untersuchung führende Offizier und der Gerichtsschreibcr ließen mich alles sagen, was sie wollten, ich erkannte mich schließlich selbst nicht mehr." Drehfus erzählt dann eine Reihe von Einzel- heilen.„Eines Tages," so schreibt er,„machte ich geltend, daß ich Elsässer sei und deshalb kein Verräter sein könne. Man antlvortete mir hierauf, daß ich gerade dadurch mein angebliches Spiel besser verbergen könne. An einem anderen Tage sagte mir der die Unter- suchung führende Offizier:„Man ist Ihren Mitschuldigen auf der Spur, es stehen weitere Verhaftungen bevor, Ihre Verhaftung wird geHeini gehalten I"—„Ich wollte mich ent- leiben, schreibt Dreyfus weiter, ich war wie irrsinnig, in einem Fieberanfall nahm ich mein Betttuch, um mich am Fenster zu erhängen. Ich sagte mir jedoch, daß, wenn ich sterbe, alle Welt glauben würde, daß ich schuldig sei, und daß ich leben müsse, um meine Un- schuld beteuern zu können." In einer anderen Aiifzeichnnng bekundet Dreyfus sein Erstaunen über seine Verhaftung und Entehrung, weil ein Sachverständiger erklärte, daß seine Schrift mit der eines Schurken Äehnlichkeit habe. Während der ganzen Dauer der Untersuchung habe man ihm gesagt, daß er verloren sei und daß nichts ihn retten könne. Schließlich teilte ihm der Regierungskomniissar mit, daß er vor das Kriegsgericht vcriviesen worden, da der Verdacht geiiügend begründet sei. Dreyfus bemerkt in seinen Anfzeichmmgen weiter, er habe in den Belastungsmomenten nichts als Vermutungen gesehen. Man habe ihm gegenüber eine ungeheure Infamie und unsagbare Feigheit begangen; er habe es nicht mit Untersuchungsrichtern, sondern mit Hentern zu thun gehabt. Oestreich- Ungarn. DäS baldige Ende des Kabinetts Thun wird in den czechischen Kreisen als sicher angenommen. Man glaubt, ein Beamten- Ministerium werde zur Durchführung deS Ausgleichs gebildet werden. welches nach Erledigung des Ausgleichs von einem Ministerium der Rechten abgelöst werden soll. An unterrichteter Stelle wird bisher bestritten, daß Graf Thun seine Demission gegeben habe. In öst- reichischen politischen Kreisen ist man hinsichtlich des Ergebnisses der Verständigungsvcriuche sehr skeptisch und glaubt, daß in nächster Woche beide Regierungen dem Kaiser ihre Demission anbieten werden.— Schweiz. Bern, 24. Mai. sEig. Ber.) Für die am B. Juni beginnende Sommersessio» der Bnudesvcrsammlnng sieht das Geschäfts- Verzeichnis nicht weniger als 61 Nnnimeni vor. Davon betreffen mehrere u. a. die Gcwerbezählung und Gewerbe-En guete, Sicheruugs- arbeiten am Sasso Rosso lbei Airolo), Erleichterung der Ausübung des Stimmrechts. Bankgesetz, Lohn- und Anstellungsverhältnisse der cidgenössischeii Arbeiter, Arbeitszeit beim Betriebe der Transport- anstalteu. Erhöhung der Besoldungen der Bundesräte, Kriegs- malerialanschaffungenfür das Jahr 1900 usw. Die Vorlagen be- treffend die Kranken« und Unfallversicherung stehen nicht auf der Geschäftsliste.„Wer darüber unglücklich ist", bemerk dazu boshaft das„Volksrecht", der mag sich trösten mit dem Bewußtsein, daß dafür die dringliche Frage > der Erhöhung der Bundesratsgehälter auf der Traktandenliste nicht vergessen ist." Erwähnenswert ist noch, daß auch ein halbes Dutzend Eiienbahnfon Zessionen verzeichnet ist, deren Häufung schon im Vorjahr Bedenken erregte. So wurden im Jahre 1898 die Bau- arbeiten für nicht weniger als 29 neue Linien mit einer Gesamt- länge von 237 Kilometer und einer Baukostensnmme von 164 Millionen Franken in Angriff genommen, wobei aber der Simplontunnel nicht inbegriffen ist Die Gründungsthätigkeit im Eisenbahnwesen ist dem- nach in der Schweiz fortwährend lebhaft und bedeutend, so daß bereits von„Eisenbahnfieber" und möglichem„Krach" gesprochen wurde. Die socialdemokratische Fraktion des Berner Kantonrates hat in dieser Behörde die Motion gestellt auf Prüfung der Frage durch die Regierung, wie mittels der kantonalen Sypothekenkasse die hypothekariischen Schulden auf Rechnung der emeinden amortisiert und dieser Amorttsaiion entsprechend dann für den betreffenden Grundbesitz der Schuldenabzug für die Gemeindesteuer gewährt werden kann. Der Neuenburger Kantonsrat hat eine von social- demokratischer Seite gestellte Motion, daß bei Vergebung von Staats- arbeiten die Ansehung eines Minimallohnes inS Pflichtenheft aufgenommen werden soll, erheblich erklärt. St. Gallen, 26. Mai.(Eig. Ber.) Die jahrelang betriebene Obstruktion und Oppositton der Kapitalisten gegen den gesetzlich festgesetzten MaximalzinSfnst von 4 Prozent für Hypothekar- schulden hat nun endlich den gewünschten Erfolg gehabt, indem der Kantonsrat dessen Erhöhung auf 4>/e Proz. beschlossen hat. Bereits im vorigen Herbste debattierte darüber der Kantonsrat, wobei der Demokrat Scherrer-Füllemann mit Recht ausführte, daß der gegen« wältige hohe Zinsfuß nicht von Dauer sein werde, seien doch in- und ausländische StaatSpapiere zu 3 und 3'/s Proz. keineswegs im Kurse gefallen und habe erst in allersiingsterZeit ein Konsortium von Kantonal- banken den Simplon zu 3Vs Proz. finanziert; außerdem dürfe man den schwankenden Wcchseldiskonto nicht auf gleiche Linie stellen mit dem Zinsfuß für feste Anlagen. Achnlich äußerte sich Fürsprech Heinrich Scherrer, der frühere Centralpräsident des Grütlivereins, der zu- treffend darlegte, daß es ihm immer etwas eigentümlich vorkomme, wenn Titelbesitzer die Interessen der Schuldenbauern vertreten wollen, wie dies verschiedene Vertreter des Kapitals zu thun beliebten. Der damalige Beschluß des KantonrateS ging gahin, nur dann eine Ab- änderung des Hypothekargesetzes vorzunehmen, wenn die gegenwärtigen Geldverhältnisse noch länger andauern. Da dies der Fall, Machte die Re- gierung einen bezügl.Gesctzentivnrf ein, dermit einigen Verschlechterungen vom Kantoiisrate angenommen wurde. Der Regierung ist die Befugnis erteilt worden, selbst den Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Bestimmungen festzusetzen. Die Kapitalisten werden sich vergnügt die Hände reiben, daß sie noch etwas mehr Schweiß des Schulden- bäuerleins als bisher in Gestalt goldglänzender Hypothekarzinsen in ihre bodenlosen Taschen stecken können. Indes haben die modernen Raubritter die ersehnte Beute noch nicht in Händen; der Bauern- bund Altstätten hat beschloffen, das Referendum zu ergreifen, für das er ohne Schwierigkeit die erforderlichen 4000 Unterschriften zusammenbringen wird. In der nachfolgenden Volksabstimmung dürften die Hypothekemvucherer eine glänzende Niederlage erleiden. England. Ter Streit um China, In einem Artikel, der sich mit Ge- rächten über russische Finanzoperationen beschäftigt, sagen die„Times": Es möchte scheinen, daß Rußland so sehr auf unsere Gutmütigkeit pocht, daß es glaubt, für seine Zwecke britisches Kapital erlangen zu können, an dessen Verwendung in China es iiils hindert. Es darf angenommen werden, daß britische Kapitalisten sich mehr als einmal oder zweimal bedenken, ehe sie ihr Kapital zu einem Zwecke hergeben, der sich gegen sie selbst richtet. Wenn wir keine Schritte zur sofortigen kommerziellen Besitznahme jener Gegenden Chinas thun, die uns noch offen stehen, so ist es sicher, daß kein auf dem Papier stehender Vertrag verhindern wird, daß wir, wenn die Zeit da ist, aus dem ganzen Lande hinausgeschoben werden.— Frankreich. Aus de» französischen Kolonien. Paris, 27. Mai. Nach einem Telegramm von der Insel Madagaskar befindet sich der Stamm der Tatalas in der Nähe von Jkougo im A u f st a n d. Ein Beamter und ein Sergeant sind von den Aufständischen getötet worden. lieber eine militärische Klage gegen die„Petite Repnbliqne", die mit der Freisprechung unseres Partei- blattcs geendcr hat. wird uns aus Paris unterm 26. Mai be- richtet. Es handelte sich um einen Artikel, worin die gransame Behandlung von Soldaten bei den vorjährigen Manövern mit ver- dienter Schärfe gebrandmarkt wurde. Oberstleutnant Dnfau, der Urheber der schneidigen Manöver, wurde zwar mit 10 Tagen „strengem Arrest" bestrast— so offenkundig war seine Schuld. Das hat aber die Militärgewalt nicht gehindert. die „Petite Republique" nebst dem Lokalblatt von Cahors, dem Schauplatz der Manöver, vor dein Schwurgericht verfolgen zu lassen. Der Prozeß hat der„Armee-Ehre" nichts Gutes gebracht. Der Wahrheitsbeweis konnte mit Leichtigkeit erbracht iverden. Waren doch die Einwohner von CahorS Augenzeugen der Rückkehr der gemarterten Soldaten, unter denen'mehrere vom Sonnenstich gettoffen ivaren. Die Bourgeois-Geschworenen von Cahors sprachen die beiden Zeitungen frei, ohne sich an die „patriotischen" Ermahnungen des Staatsanwalts zu lehren. Der Oberleutnant Dusau wurde darauf als Civilpartci in die Gerichts- kosten verurteilt. Das Urteil wurde vom Publikum mit Beifall und Hochrufen auf die freigesprochenen Blätter aufgenommen.— Spanien. Madrid, 27. Mai. Das Begräbnis CastelarS findet, wie im Ministerrat beschlossen wurde, am M o n t a g statt. Das diplomatische Korps ist dazu eingeladen; die Regierung wird ia corpore der Feier beiwohnen.• Rußland. Verhaftungen. I n K i e>u sind am 12. Mai sam Vorabend des e r st e n M a i nach dem russischen Kalender) zwei Versammlungen russischer Arbeiter von je ungefähr 40 Mann von der Polizei verhaftet worden. In einer von diesen Versammlungen be- schlagnahmte die Polizei eine rote Fahne. Die verhafteten Arbeiter wurden zuerst in gemeinsamen Zellen mit Studenten und anderen „Intelligenten" untergebracht. Als aber die Gefängnisdirektion sah, daß die„intelligenten" Gefangenen den Arbeitern Vorträge über sociale Wissenschaft zu halten begannen, wurden die Arbeiter von den anderen Inhaftierten getrennt. Die Rnssifizierung Finnlands. Wie uns aus Finnland geschrieben wird, hat der Generalgouverneur das Verbot von fünf weiteren Tageszeiiungen angeordnet. Zu gleicher Zeit erließ der Vertreter der russischen Regierung zwei Cirkulare an die Kommission des finnischen Landtages und die Presse, deren eines eine Aufklärung über Inhalt und Wesen des Manifestes vom 3. Februar enthält, das andere das Bedauern des Generalgouverneurs ausspricht, gegen die finnländische Presse in gewaltsamer Weise vor- gehen zu müssen, da sie fortgesetzt das Manifest„falsch deute" und den„aufrührerischen Separatisten" ihre Unterstützung leihe. Das Cirkular schließt mit der Drohung, gegebenenfalls die Sistierung der gesamten finnländischen Presse zu veranlassen. Das erstere Cirkular ist von der Kommission des finnischen Landtages einfach abgelehnt worden, da das Manifest alS„nicht gemäß einer der Landesverfassung entsprechenden Ordnung und Form verfaßt"— für Finnland nicht die Bedeutung eines Gesetzes haben könne.— Asien. AuS China. Die Diamantgruben im Bezirk Jffchau in der Provinz Schanwng, die bisher chinesisches Eigentum waren, sind von einer deutschen Firma angekauft worden. Die Gruben find insofern wichttg, als sie Diamanten für die Glaser und Schleifer m ganz China liefern. Italienische Kammerskandale. In der Somtabeud-Sitzuitg der Deputiertenkammer giebt der Ministerpräsident P e I l o u y, dem offiziösen Bericht zufolge, seinem lebhaften Bedauern Ausdruck darüber, daß der Präsident sich gcstcrii gezwungen sah, die Sitzung aufzuheben infolge der Beleidigungen. welche von einigen Deputierten gegen das Heer geschleudert wurden, das dasjenige sei, was dem Lande das teuer sie und heilig sie.(Lebhafter, langanhaltender Beifall; Hoch- rufe von allen Seiten auf das Heer.)(Mit dem Satz, daß das Heer das teuerste sei, dürfte der Minister bei dem durch den Militarismus ausgepowerten italienischen Volke auf keinerlei Widerspruch stoßen. R. d. V.) Mehrere Deputierte von der äußersten Linken stoßen leidenschaftliche Protestrufe aus; die ganze übrigeKammer drückt ihren heftigen Unwillen hierüber aus. Unter allgemeiner lebhafter Bewegung suspendiert der Präsident die Sitzung, ohne daß er bedauert hätte, daß Crispi am Freitag dem Socialdemokraten Ferri Schmähungen wie„Narr",„Bandit" ins Gesicht schleuderte � Crispi der Zuchthausreife einem Ehrenmann I Nach einer Viertelstunde wird die Sitzung wieder aufgenommen. Der Präsident richtet an das Haus die dringende Ermahnung, die Redefreiheit in jedem Falle zu achten.(Lebhafte Zustimmung.) Pelloux ergreift abermals das Wort und spricht sein Be- daueni aus, daß er gestern nicht, wie er es heute gethan, habe aus- sprechen können, daß das Vaterland das ganze Heer bewundere und ihm dankbar sei.(Lebhafter allgemeiner Beifall. Rufe:„Es lebe das Heer I"; die äußerste Linke verhält sich schweigend.) Pelloux fordert den Kriegsminister auf, dem Heere sofort von dieser Kund- gebung der Kammer Mitteilung zu machen.(Lebhafter, lang- anhaltender Beifall.) Der Deputierte U n g a r o schließt sich den Ausführungen des Ministerpräsidenten Pelloux an.(Sehr gut.) Ferri erklärt, er habe gestern das Heer nicht beleidigen wollen, sondern nur eine geschichr- liche Thatsache konstatiert(Lärm.) hinsichtlich des Verhaltens eines gewissen Generals, von Offizieren und Soldaten in Afrika.(Lärm; Unterbrechungen.) Seine Ausführungen hätten dem- nach nicht dem ganzen Heere gegolten, sondern nur demjenigen. Teile, Ivelchcr sich demselben unwürdig gezeigt habe.(Beifall auf der Linken.) Der Präsident erklärt, er fasse die heutigen Worte Ferrffs als eine Korrektur seiner gestrigen auf; damit sei der Zwischenfall erledigt.(Lebhafter Beifall.) Die Kammer geht darauf zur Erörterung der hinsichtlich der Tagesordnung eingebrachten Anfragen über. Ferri setzt hierbei seine gestern unterbrochenen, gegen das Ministerium gerichteten Ausführungen fort.(Die Rechte, das rechte und linke Centrum ver- lassen den Sitzungssaal und betreten denselben erst wieder, als Venturi das Wort ergreist.) Venturi richtet ebenfalls Angriffe gegen das Ministeriuin. Im weiteren Verlauf der Sitzung mißbilligt Pinchia das Schweigen der Regierung bezüglich der wirtschaftlichen Maßnahmen sowie ihre Erklärungen über die Kolonialpolitik. Chiappero fordert die Regierung auf, von jeder Besetzung chinesischen Gebietes abzusehen. Die Beratung wird sodann geschlossen. �nvkei�mJzvirizteiu An die socialdcmokr ischcn Schriftsteller und Journalisten Deutschlands! Eine Konferenz der auf dem Stuttgarter Parteitage antvesenden parteigenössischen Redacteure, Schriftsteller und Journalisten beschloß, der schon früher angeregten Gründung eines Verbandes deutscher socialdemokrarischer Benffsgenossen nochmals näher zu treten. Der Unterzeichnete wurde mit Erledigung der Vorarbeiten betraut. Dieselben sind nunmehr soweit gediehen, daß den Redaktionen sämtlicher Parteiblätter ein Fragebogen zugesendet worden ist. An die nicht in den Redaktionen der Parteiblätter festangestellten Partei- genössisch en Schriftsteller und Journalisten ergeht hierdurch das Er- suchen, binnen acht Tagen die Antworten auf folgende Fragen an mich gelangen zu lassen: 1. Jst'Einiender für die angeregte Gründung eines Verbandes deutscher Berufsgenossen? 2. Ist Einsender damit einverstanden, daß die Verbandsthätigkeit sich erstreckt: a) auf Sicherstellung der Mitglieder bei Krankheit und Tod? b) auf Sicherslelluna der Mitglieder bei Invalidität? 3. Welche weiteren Aufgaben wünscht Einsender dem Verbände zugewiesen zu sehen? 4. Ist Einsender für Abhaltung einer Konferenz, die sich(eine entsprechende Zahl von Veitrittswilligen vorausgesetzt) später mit der Starutenfesttcgnng usw. zu befafien haben würde? Die rechtzeitig eingegangenen Antworten werden von mir sofort bearbeitet werden und das Ergebnis wird den Antwortgebern kurz nach Mitte Juni zugehen. Halle a. S.. den 26. Mai 1899. Ad. Thiele. Red. d.„Volksbl.". Die Parteiblätter werden um Nachdruck des Aufrufs ersucht.- „Der Jüdische Arbeiter" Nr. K, ein 64 Seiten starkes Heft, liegt uns vor. In Erfüllung des Beschlusses der zweiten Konferenz des „Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbnndes" hat diese Zeitschrift den Charakter einer populär- wissenschaftlichen Revue angenommen, jedoch hat er außer dem populär-wissenschaftlichen Teil einen Zwesten Teil mit einem Kampfescharatter, in welchem Tagesfragen behandelt werden. Der ziemlich reichhaltige erste populär-wissenichaftliche Teil enthält unter anderem einen Artikel über die gegen die deutsche Arbeiterschaft geplante Ausnahme- Gesetzgebung, über die Bernstein- diskusston, über den Zionismus und Socialismus(in welchem der Zionismus als eine Bewegung des jüdischen Kleinbürgertums charakterisiert wird), die Stellungnahme der Socialdcmokratie zur Friedenskonferenz, die Bauernemancipation in Rußland und Litauen(in diesem Artikel wird auseinandergesetzt. welche Wirkung die Bauernemancipation auf die EntWickelung der Klassengegensätze unter dem russischen Judentum ausgeübt hat. Im zweiten Teil sind ganze sieben Spalten gefüllt mit dem Auf- zählen der Verhaftungen und Verurteilungen in den letzten Monaten. Diese Aufzählung giebt der Redaktton Anlaß zu den folgenden Be- ttachtnngen:„Verurteilungen und Verhaftungen, solche Nachrichten erhalten wir jede Woche, ja beinahe jeden Tag. Die bevorstehende Arbeiterbewegung, die häufigen Streiks, die Verbreittmg einer großen Menge Litterawr in verschiedenen Sprachen, die Bildung inimer neuer Arbeiterorganisattonen hat der Regierung einen solchen Schrecken ein- gejagt, daß sie die Bewegung mit den grausamsten Mitteln zu unterdrücken sucht. Sie verhaftet Schuldige und Unschuldige, Alt und Jimg, Frauen und Männer, Arbeiter und Intelligente. Hunderte von Arbeitern, deren Verbrechen ivar, eine Erhöhung der Löhne um einige Kopeken oder die Verkürzung des Arbeits- tages um eine Stunde zu fordern, schmachten in Gefängnissen, viele Hunderte werden nach Sibirien verbannt; aber wie es keine Macht giebt, das Rotteren der Erdkugel aufzuhallen, so giebt es aucki keine. Macht, welche im stände wäre, die Arbeiterbewegung aufzu- halten. Man verfolgt die Streikenden, aber die Zahl der Streiten- den wächst, man konfisziert unsere Druckereien, wir haben neue.— man wirft unsere Agitatoren in die Gesängnisse, aber unsere Aasta- tton dauert ungeschwächt fort... Wir werden siegen I Der russische Absolutismus muß fallen!" Außer dem«Jüdischen Arbeiter" erscheinen, wie wir aus dieser Zeitschrift erfahren, noch die folgenden Arbeiterorgane im jüdischen Jargon: Die. Arbeiterstimine", der„Klassenkampf" und der„Wecker". Im Laufe des letzten Jahres sind vom Bunde 15 Broschüren für Arbeiter herausgegeben worden(darunter Lassalles Rede über das Verfasiungswesen). Internationaler Arbeiterkongreß zu Tohn( 35-40 f.) auch bei fürzerer Arbeitszeit und Winterszeit nicht Minimallohn und haben sich schriftlich verpflichtet, diesen StundenParis 1900. Unternehmer- Verbände. 1 herabzufezen". Bemerkt sei, daß die Streifenden die Hand zur Trustgründung und Anti Trnstgesehe in den Vereinigten heruntergegangen waren. Wo indeffen 40 Pf. schon gezahlt wurden, der Südstaaten der Union planen ein gemeinsames Vorgehen gegen Einigung geboten haben und auf 35 Pf. pro Stunde Minimallohn Staaten. Aus New York wird uns berichtet: Die Staatsregierungen wird dieser Lohn, wie durch obige Verpflichtung der Meister die von Tag zu Tag immer mehr überhand nehmende Gründung dokumentiert, beibehalten. Der Verband der Gesellen hat um von Trusts aller Art. In Arkansas und in Teras will man ein 200 Personen zugenommen. Die sämtlichen Ausständigen sind wieder wahres Kesseltreiben auf die Trusts ins Wert segen. In einer in ihren alten Stellen, soweit sie nicht abgereist sind. Brüssel, 27. Mai 1899.( Privattelegramm des„ Vorwärts".) Die vorbereitende Konferenz ist besucht von Belgien, Dänemark, England, Deutschland, Holland, Frank reich, Destreich, Rußland, Polen, Amerika. Das Londoner Kongreßbureau übergiebt das Mandat für die Organisation des Kongresses an das Pariser Komitee, bor- Nach Cöthen ist der Zuzug von Maurern fernzuhalten. behaltlich dessen Zustimmung zu der hier festgesezten Einladungsform. Nach dem Londoner Kongreßbeschluß find als Tagesordnung höhung des Stundenlohnes von 34 auf 38 Pf. erreicht. Die Zimmerer in Erfurt haben in allen Geschäften die Ervorgeschlagen 11 Punkte; als Zeitpunkt für die Tagung ist Juni oder September vorgesehen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Vertrauensmann der nichtgewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen aller Branchen hat, da er nach außerhalb gezogen ist, fein Amt aufgegeben. Briefe und Anfragen sind fünftig an Fräulein Trode, Eisenbahnstr. 32, zu richten. Verlorengegangene Agitationswar. Beratung der Gouverneure und Generalanwälte sollen einheitliche Gesezesmaßnahmen zur Bekämpfung der Trusts vorbereitet werden. Inzwischen erlebt man in andern Staaten, besonders im Norden des Landes, täglich eine weitere gewaltige Auflage von Trusts. Hier( in New York) haben sich jüngst die Gasgesellschaften unter Die Maurer in Dresden haben in einer von über 2000 Bes dem Namen„ Kern Incandeszent Gaslight Co." mit einem nominellen rufsangehörigen besuchten Versammlung beschlossen, am Dienstag, Aktienkapital von 12 Millionen Dollar zu einem Trust zusammenden 30. d. M., in den Streit einzutreten, wenn nicht bis dahin eine gethan. Die Gesellschaft beabsichtigt, einen verbesserten Gasvon zu fabrizieren, dent in letzter Zeit viel zufriedenstellende Antwort auf ihre Forderungen von den Unterbrenner nehmern eingelaufen ist. aus Chicago Weit schlimmer Klingt die Die Arbeiter verlangen 50 Pf. Mindest die Rede lohn pro Stunde, für Ueberstunden 10 Pf., für Nacht- und kommende Nachricht, daß der große Mehl- Trust, an welchen man Sonntagsarbeit 20 Pf. und für Wasserarbeit 30 Pf. pro noch immer nicht glauben wollte, bereits im Betrieb ist. Die MahlStunde mehr. In der Zeit vom 1. März bis 30. September mühlen an den großen Seen, in Buffalo, New York und Syracusa soll die Arbeitszeit auf 10 Stunden festgesezt werden. Außerdem haben sich definitiv dem über ein Kapital von 40 Millionen Dollar wird die Errichtung der Baubuden und Aborte verlangt, fowie die verfügenden Truſt angeschlossen, der in New York seinen Siz hat Beseitigung der Accordarbeit gefordert, soweit Mauern und Wölben und unter dem Namen„ U. S. Flour Milling Co." bekannt werden in Betracht kommt. Die Hauptforderungen sind den Unternehmern wird. Die Produktion dieses Trusts foll 35 000 Barrels( Tonnen) Zur Lohnbewegung der Berliner Steinseher ist mitzuteilen, bereits im Januar d. I. unterbreitet worden, worauf die höhnische täglich betragen. Die meisten Mühlenbefizer haben einfach an den daß die Firma H. Hein die Forderungen der Steinfeger am Antwort einlief, nicht von Lohnzulage, sondern von Lohnabzug könne Trust ausverkauft, audere find Aktionäre desselben geworden. Donnerstag bewilligt hat, so daß die Arbeit mittags schon wieder die Rede sein. Es wird sich mithin in den nächsten Wochen in Trust- Gründung anderer Art wird aus dem Süden signalisiert. In aufgenommen wurde. Desgleichen hat der Steinfegermeister Berretti Dresden ein hartnädiger Kampf abspielen, weshalb die Maurer Charlotte, Nord- Carolina, soll demnächst die„ Southern Cotton in Steglitz zu bewilligen sich bereit erklärt. Bei den Firmen allerorts ersucht werden, den Zuzug fernzuhalten. Spinners Association" tagen, zu welcher die meisten Kattunfabriken 2. Schier, R. Schönwetter, Straßenbau- Gesellvon Nord- Carolina, Süd- Carolina, Georgia und Alabama gehören. schaft göller, Wolffers, Dröge und H. Schlind dauert Der Konvent soll dazu dienen, einen Trust für bedruckte Waren der Ausstand fort und ist deshalb Zuzug fernzuhalten. Es streiken noch ca. 80 Mann. Sheetings( Bettleinwand) Plaids, Ginghams usw. ins Leben zu rufen. In New York soll ein Agent stationiert werden, der die gesamten Waren zu Preisen, welche der Trust diktieren wird, verfaufen soll. Schwierigkeiten befürchtet man nur wegen der AntiTrust- Geseze in New- York und den Neu- England- Staaten. Der bons werden durch neue ersetzt. Ausland. Der Streik der Brünner Textilarbeiter dauert unverändert fort. Die Ausständigen treffen sich täglich im„ Arbeiterheim" ein Lokal, das den Arbeitern gehört und einen großen Garten aufweist, in dem 12 000 Personen haben. Hier werden die Streit Unterstützungen Eine Wie nachträglich mitgeteilt wird, fand auf Veranlassung der von ein dem Ausstande betroffenen Firmen am 26. d. M. eine Versammlung geräumigen sämtlicher Steinjetmeister statt. Natürlich werden die Beschlüsse Blaz derselben streng geheim gehalten, wenn jedoch nicht alle Anzeichen verteilt, bestehend in Brot, Hülsenfrüchten und Geldbeträgen, und Erporthandel der südlichen Kattunfabriten, speciell nach China, Japan, trügen, so wollen die Herren eine Kraftprobe provozieren. Wie ver- so entwickelt sich hier während des ganzen Tages ein reges Treiben. Kuba und Porto Rico ist in letzter Zeit so schwunghaft und lukrativ lautet, haben diefelben beschlossen, falls die Gesellen bis Mittwoch, Go mäßig auch die Unterstützung bei den 12 000 Ausständigen, die geworden, daß der Truſt den Auslandshandel ganz besonders anDen 31. Mai, die Arbeit nicht aufnehmen, eine allgemeine mit ihren Familienangehörigen 50 000 Personen ausmachen, aus gelegentlich kultivieren will. In Chicago haben 17 Pflugfabrikanten Aussperrung aller Steinfeger in Scene zu setzen. Eine solche fällt, so ist dennoch einmütig die Stimmung für Fortsetzung des Trust der Farbenfabrikanten mit 20 Millionen Kapital iſt die Rede. einen Truſt mit 40 Millionen Kapital gebildet. Auch von einem Maßregel würde sonderbar berühren, zumal wenn man in Erwägung Kampfes. zicht, daß jezt bereits 7 Firmen die Forderungen der Arbeiter be In Pittsburg haben die Fabrikanten der Gebläse- Hochöfen einen willigt haben. Verband mit eisernem Kontraktverhältnis zur Regulierung von Preisen" gegründet. Wie üblich, wird dieser Schritt als„ notwendig" bezeichnet, weil die Konkurrenz ruinös geworden sei. am Der Kongreß der Krankenkassen Deutschlands Die Aussperrung der dänischen Arbeiter wird vielfach von Kurz vor Schluß der Redaktion geht uns die Nachricht zu, daß der bürgerlichen Presse in Dänemart abfällig beurteilt. Man ist sich die allgemeine Aussperrung zur vollendeten Thatsache geworden darüber klar, daß die Arbeiter alles gethan haben, um den Konflikt ist. Die Steinsetzer werden deshalb ersucht, am Montagabend zu beseitigen. Nur zwei den Unternehmerinteressen dienende Organe 8 Uhr bei Nümann, Brunnen st r. 188, vollzählig zu er- Mehrere Gewerkschaftsverbände haben beschlossen, gegen die verteidigen mit Fanatismus das Vorgehen des Arbeitgebervereins. scheinen. Unternehmer wegen Kontraktbruchs vorzugehen. Sowohl der Verband der Zimmerer als der der Maschinenbauer hat seiner Beit feste kontraktliche Vereinbarungen abgeschlossen, die nicht ohne weiteres gelöst werden können. Einige Unternehmerverbände haben hielt am Sonnabendabend in den Arminhallen seine fondie Aussperrung abgelehnt, während andere mit großer Entschieden- ftitutionelle Vorversammlung ab. Simanowski- Berlin erklärte heit diese Maßnahme durchführen. Die außerhalb der Organisation den Kongreß für eröffnet und begrüßte die Delegierten namens der stehenden Unternehmer in der Provinz werden die Arbeit so lange Centralfommission und der Verwaltungsbeamten fortsetzen, bis das Material ausgeht. Der Ausschuß zur Förderung der Berliner Krantentasien. Für die Leitung des Kongresses wurden gewählt: Sima der socialen Aufklärung, dem angesehene Professoren und Geistliche nowski Berlin, Blume Hamburg und Reit- München als angehören, hat einen Aufruf erlassen, in dem das Vorgehen gleichberechtigte Vorsitzende; Fräßdorf- Dresden, Goebeldes Arbeitgebervereins bedauert und zur moralischen und Mainz, Goldammer- Erfurt, Deisinger- Hamburg, Sust materiellen Unterstügung der Ausgesperrten aufgefordert wird. Die Chemnitz und கு. Günther Berlin = als Schriftführer. Gewerkschaften haben sich jetzt an den ständigen Ausschuß zur Ent- Außerdem wird eine Redaktions Kommission für die An scheidung von Arbeitskonflikten gewandt, um sein Urteil über die träge gewählt. Der Vertrauensarzt der Berliner Krankenkassen, Aussperrung zu provozieren. Der Ausschuß tritt unter dem Vorsiz 223 Kassen mit 270 Delegierten und zwar 158 auswärtige OrtsKrankenkassen mit 177 Delegierten, 37 Berliner Ortskrankenkassen mit 53 Delegierten, 4 Betriebskrankenkassen mit 10 Delegierten, 3 Innungskrankenkassen mit 4 Delegierten, 15 Eingeschriebene Hilfstassen mit 12 Delegierten und 6 Korporationen( ArbeitervertreterVereine) mit 14 Delegierten. Mit der Direktion des Weimannschen ,, Volksgarten"( Gesundbrunnen) haben seitens des Vorstandes des Verbandes Deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Berlin) mit hinzu ziehung des Vertrauensmannes der Gastwirtsgehilfen Berlins betreffs des kostenlosen Arbeitsnachweiſes für Gastwirtsangestellte in letter Woche zweimal Verhandlungen stattgefunden. Leider waren dieselben erfolglos. Herr Direttor Schreyer hat heutigen Tage( Sonntag) Aushilfstellner vom Kommissionär ente nommen und erklärte, dieses vorläufig auch im Princip beibehalten zu wollen. Herr Direttor Schreyer erklärte ferner ausdrücklich, mit den durch den Arbeitsnachweis unserer Organisation zu gewiefenen Arbeitern generell stets zufrieden gestellt worden zu fein, sowie er auch deren Lohntarif anerkenne, daß ihn jedoch gewisse Motive zu seinem Vorgehen zwingen. Aufmerksam auf den Umstand gemacht, daß ein gedeihliches Zufammenarbeiten zwischen organisierten und indifferenten Arbeitern aussichtslos erscheine, gab Herr Schreyer- trotz der ihm zustehenden Kündigungsfrist von 14 Tagen sein Einverständnis dazu, daß die organisierten Kellner ohne Behinderung sein Haus bereits am Montag, den 29. d. M. verlassen dürfen und er sich zu jeder Zeit bereit finden lassen werde, über diese seine Maßnahme den in Betracht kommenden Faktoren Aufschluß zu geben. Wir erwarten, daß, so lange die Differenzen mit Herrn Direktor Schreyer schweben, unsere organisierten Kollegen in Weimanns „ Volksgarten" nicht in Arbeit treten. Der Vertrauensmann der Berliner Gastwirtsgehilfen. Deutsches Reich. des Professors Deunger am Montag zusammen. % Dr. Friedeberg, gehört mit zum Bureau. Vertreten find Die schwedischen Brauereiarbeiter haben durch Verhandlung des Brauereiarbeiterverbandes mit den Arbeitgebern eine Lohnerhöhung erzielt. Der neue Tarif tritt am 1. Juni in Kraft und gilt für 3 Jahre. Die Mininallöhne sind von 75 auf 80 und von 85 auf 90 kr. pro Monat erhöht. Diejenigen, die mehr als den Minimallohn erhalten, Als definitive Tagesordnung wird festgesetzt: I. 8wed, Ziel und bekommen 10 Kr. Zulage. Im Krankheitsfall erhalten verheiratete Organisationsform der deutschen Krankenkassenbewegung. Referent Arbeiter 2/3, unverheiratete/ des Lohnes bis zu einem Jahr und Dr. Friedeberg. II. Stellung der Krankenkassen zum neuen freie Strantenpflege; auch freien Arzt und Medizin für Frau und Invaliditätsgesetz und zu den notwendigen Aenderungen des KrankenKinder. Gegen Ünfälle wird jeder Arbeiter mit 2000 r. versichert, versicherungs- Gesetzes. Referent Reichstags- Abgeordneter und erhält bei unverschuldetem Unfall während der Krankheit vollen Wurm. III. Stellung der Krankenkassen zum UnfallversicherungsLohn. Ueberstunden werden mit 35 Deren bezahlt. Es liegt hier Gesez. IV. Die Beschlüsse des 27. Deutschen Aerztetages: Die Ziegelei- Arbeiter in Ueckermünde sezen ihren Streit ein Fall seltenen Entgegenkommens der Arbeitgeber vor. Referent Dr. C. Freudenberg. V. Bentralisation der mit zäher Ausdauer fort. Bisher hat nur eine Firma den Lohn Krankenkassen. Referent Daehne Berlin. VI. Ergebnisse des pro tausend Steine von 1 M. auf 1,10 M. erhöht, während sich die Der internationale Bergarbeiter- Kongreß in Brüffel be- Tuberkulose- Kongresses. Die Redezeit der Referenten wird auf 30, übrigen durchaus ablehnend verhalten. Jede Verhandlung mit den schäftigte sich in der Sizung am Freitag mit der Bergwerksinspektion. die der Diskussionsredner auf 10 Minuten festgesetzt. Die AbArbeitern wurde zurückgewiesen, da die Unternehmer sich der Hoff- Cordier- Frankreich schilderte die Zustände in Frankreich und forderte ſtimmungen sollen nach Stöpfen erfolgen. Damit schließt die Vormung hingaben, nach Pfingsten würden die Ausständigen zurück- gesetzliche Vorschriften für die Inspektion. Fantieau- Belgien versammlung. tehren. Das geschah aber nicht, vielmehr gingen viele von den bemerkt, die Inspektoren sind heute gewählt von den Unternehmern, wir Streitbrechern während der Feiertage in ihre Heimat zurück verlangen Zuspektoren, die ohne Bevormundung der Arbeiter von diesen und kehrten nicht wieder. Eine sonderbare Stellung nehmen selbst gewählt werden. Plescher- Oestreich bezeichnet die Inhier wiederum die Anhänger der Hirsch- Dunderſchen Gewerk- spettoren als Kreaturen der Regierung, die bei den Unfällen in Lehte Nachrichten und Depelthen. schaften ein, deren Vertreter, Herr Goldschmidt, die Aufnahme Böhmen nie den Mut fanden, die Ursache der Unglücksfälle festder Arbeit empfahl. Die Arbeiter sind gesonnen, den Kampf fort- zustellen. Schröder Deutschland: In Deutschland ernennt die zusetzen, aber sie bedürfen der Unterstützung. Die Organisation der Regierung die Inspektoren. Wir verlangen die Zulassung von Stolp, 27. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird bekannt gemacht: Töpfer hat sich bisher der 350 Ausständigen angenommen, jedoch Arbeiterdelegierten zur Grubeninspektion. Die Regierung hat diese Auf der Strecke Rheda- Pußig ist infolge starten Regens kann sie auf die Dauer in dem hohen Maße den Ausständigen die Forderung abgelehnt, trozdem in lezter Zeit zahlreiche schwere das Gleis an mehreren Stellen unterspült und daher der Betrieb Hilfe nicht angedeihen lassen, weshalb sich die Ausständigen an die Unglücksfälle eintraten, teilweise eine mangel eingestellt, die Wiederaufnahme des Betriebes erfolgt voraussichtlich übrige Arbeiterschaft um Unterstützung wenden. hafte Inspektion beweisen.. Die zu diesem Punkte ge nach 48 Stunden. Sendungen sind an Wilhelm Mülling, wohnhoft in gestellte Resolution fand einstimmige Annahme. Dem Antrag, Uedermünde, lockenberg, zu richten. welcher die Verstaatlichung der Bergwerke forderte, stimmen die Breslau, 27. Mai.( W. T. B.) Infolge des Regens der letzten Delegierten ohne Ausnahme zu. Es wurde sodann beschlossen, daß Tage sind der obere Lauf der Oder und verschiedene Nebenflüsse im Ueber den Ausstand der Stettiner Seeleute wird gemeldet: die internationalen Komitees im Jahre viermal ihre Berichte einzu- Anschwellen begriffen. Nach den bei der Oberstrom- Bauverwaltung In der Sache des Streits der hiesigen Seeleute fand heute mittag fenden haben. Der östreichische Delegierte verlangt, daß der nächste vorliegenden Telegrammen sind die kohe, die Beile, die Kazim Bureau der„ Neuen Dampfer- Compagnie" eine Besprechung Songreß in zwei Jahren abgehalten wird. Der Antrag wurde ab- bach, die Queis und die Laufizer Neisse teilweise auszwischen den Reedern und Mitgliedern der Streitfommission statt. gelehnt und findet der nächste Kongres 1900 in Baris statt. Hierauf geufert. Die Reeder bewilligten eine Erhöhung der Monatsheuer um 8 M.; wurde der Kongreß mit einem trefflichen Schlußwort des Vorsitzenden fie jagten ferner zu, im Falle die kontraktbrüchigen Seeleute sofort geschlossen. an Bord gehen würden, von der Stellung weiterer Strafanträge Abstand nehmen zu wollen, dagegen sollen die bereits eingeleiteten Strafverfahren ihren Gang gehen. Die Ausständigen wollen in einer Versammlung Stellung zu dem Anerbieten nehmen. die auch Sociales. Ueberschwemmungen. Kassel, 27. Mai.( B. H.) Bei dem engeren Wettbewerb ist dem Kölner Männergesangverein der Kaiserpreis zugefallen. Die weiteren Preise erhielten: II. Bremer Lehrergesangverein. III. Konkordia- Aachen. IV. Berliner Lehrergesangverein. Wohnungsverhältnisse in Bern. Nach der soeben in einem V. Stonkordia- Essen. VI. Hannoverscher Männergesangverein. Die Steinjeher und Berufsgenossen in Altona sind am Buche von über 700 Drudseiten mit 280 Tabellen veröffentlichten VII. Liederhalle- Karlsruhe. VIII. Essener Männergesangverein. 26. Mai ebenfalls in den partiellen Streit getreten, und zwar sind Darstellung der Berner Wohnungsverhältnisse nach den Enqueten Darmstadt, 27. Mai.( B. H.) Der Redacteur der ,, Frankf. 8tg." 62 Mann, sämtlich organisiert, daran beteiligt. Die Steinjeßer von 1897 wurden von 3511 bewohnten Häusern 3394 untersucht, die Alexander Giesen wurde heute abend aus der Haft wieber fordern Erhöhung des Stundenlohnes von 50 auf 55 Pf., die durchschnittlich 3,2 Wohnungen, 13,7 Wohnräume und 15,2 Bewohner entlassen. Rammer von 44 auf 50 Pf. Verschiedene Firmen, die ungefähr die Hälfte sämtlicher Arbeiter beschäftigen, haben die geforderten Löhne schon gezahlt. Ein Unternehmer hat sich bereits zur Bewilligung bereit erklärt. Das Anerbieten der betreffenden Firmen, 2 Pf. pro Stunde zuzulegen, haben die Arbeiter abgelehnt. Zuzug von Steinsegern und Rammern ist fernzuhalten. aufwiesen. Die durchschnittliche Zahl der Zimmer pro Wohnung beträgt Wien, 27. Mai.( B. H.) Der deutsche Student Biberle, 3,3 und die durchschnittliche Zahl der Bewohner pro Zimmer 1,4, auf deren jeden 31 Kubikmeter Luftraum ohne die Küchen entfallen. Von je der vom Prager Landesgericht wegen Ueberschreitung 100 Wohnungen sind 18,2 Proz. von der oberen socialen Schicht, der Notwehr zu drei Monaten Kerker verurteilt worden war, 30,8 Proz. von der mittleren socialen Schicht und 51,5 Proz. von wurde vom obersten Gerichtshof, unter Aufhebung des landesder unteren socialen Schicht befezt. Die Zahl der Haushaltungs- gerichtlichen Urteils, freigesprochen. mitglieder betrug 49 786, deren durchschnittlich 4,7 auf eine Wohming Paris, 27. Mai.( W. T. B.) Dem„ Temps" zufolge lauten Die Lohnbewegung der Textilarbeiter in Viersen. Kaum entfallen. In 2203 Wohnungen mit je 1 Zimmer wohnen 6326 die Schlußanträge des Oberstaatsanwalts Manau gleich denen des ist der Kampf der Sammetweber am Niederrhein zum Vorteile der Personen, durchschnittlich 2,9 in 1 gimmer; in 2803 Wohnungen Berichterstatters Ballot Beaupré und des Verteidigers Mor Arbeiter beendet, so entstehen neue Konfitte in der Textilbranche. mit je 2 Zimmern wohnen 12 041 Personen, pro Zimmer 2,1 Be- nard auf Revision des Dreyfus Prozesses mit VerDie Arbeiter der Aktienspinnerei in Viersen bei Krefeld, welche wohner. 543 Wohnungen haben teine Küche, 570 Häuser feinen weisung der Sache vor ein neues Kriegsgericht. bisher einen Lohn von 1,80-2,20 m. pro Tag erhielten, bei den Abort. Der durchschnittliche Preis einer Wohnung ist 478 Fr., eines Frauen und Mädchen beträgt der Stundenlohn 11/ 2-16 Pf., haben Wohnraumes 128 Fr.( Luzern 105 Fr., Lausanne 121 Fr.), eines eine Lohnerhöhung von 20 Proz. gefordert. Diese Forderung ist Zimmers 172 Fr. Die Darstellung bestätigt aufs neue die alte Er von der Aktiengesellschaft rundweg abgeschlagen, worauf fämtfahrung, daß der relative Mietpreis einer Wohnung um so höher, je liche Arbeiter und Arbeiterinnen, circa 1000, ungünstiger die Wohnungsverhältnisse sind. Das Wohnungsangebot die Kündigung eingereicht haben. Diese Kündigung ist war im Jahre 1897 ein außerordentlich kleines, indem es nur am 2. Juni abgelaufen und bitten wir die Arbeiter allerorts um 1,3 Broz. unbefezte Wohnungen gab; soweit Vergleichsmaterial Unterstützung in dem uns bevorstehenden Kampfe. mit anderen Städten vorlag, das geringste Angebot in der ganzen Alle Sendungen find an Heinr. Büchen, Viersen bei Krefeld, Schweiz. Resumee: außergewöhnliche Wohnungsdichtigkeit, sehr hohe Kleine Baruchstr. 28, zu richten. Mietpreise und starter Wohnungsmangel. Lyon, 27. Mai.( W. T. B.) Die Zeitschrift ,, Les Missions catholiques" meldet aus Groß- Baſſa, daß zwei Miſſionare und eine Klosterschwester am gelben Fieber gestorben sind. Das Missionshaus wurde verbrannt. Madrid, 27. Mai.( W. T. B.) Die Zeitungen veröffentlichen einen Abriß des Gesezentwurfes über die Heeresreformen. Hier nach soll der Militärdienst fünftig obligatorisch sein. Ferner sollen die Armeekorps reorganisiert und in den Regimentern dritte Bataillone geschaffen werden. Durch diese Reform würde sich die Friedenspräsenzstärke des Heeres auf 250 000 bis 300 000 Soldaten stellen. Der Streik der Dekorationsmaler und Anstreicher in Düsseldorf ist beendet. Die Meister zahlen den geforderten Berantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin. Sierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Ir. 122. 16. Jabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose. Berlin, den 27, Mai. Letter Tag. Vor Eintritt in die Tagesordnung unterbreitet Professor Dieb reich- Berlin dem Kongreß einen Antrag der Balneologischen Gesellschaft, dem verstorbenen Dr. Brehmer- Görbersdorf cin Dentmal zu errichten. Es soll ein Aufruf erlassen werden. an dessen Spize das Komitee für den Tuberkulose- Kongreß treten soll. Der Kongreß stimmt dem Antrage der Balneologischen Gesellschaft einmütig zu. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Heilstätten Bewegung. = Sonntag, 28. Mai 1899. fremden, daß die Arbeiterschaft mich beauftragt hat, hier auch Not etwas zurückzulegen. Daraus ergiebt sich ein flaffender 15re Anschauungen zum Ausdruck zu bringen. I erkläre, Widerspruch. Diejenigen, welche in die Heilstätten hineingehören, daß die Arbeiterschaft Deutschlands erst bon das sind eigentlich noch arbeitsfähige Leute, die noch nicht einer auf der Basis unbeschränktester Koalitions. bis zu längerer Erwerbsunfähigkeit heruntergekommen sind. Wenn freiheit sich aufbauenben Erringung beijerer fie schon soweit sind, gehören sie nicht mehr in die Heilstätten, jie Lebens und Arbeitsverhältnije, con einer sind meist schon verloren und es muß in anderer Weise für sie gesorgt durchgreifenden Werderung ihrer gangen Existenz werden. Aber diejenigen, bei denen der Keim der Krankheit sich bedingungen ii eine völlige und endgültige zeigt, die gehören in die Heilstätten; doch taum einer von ihnen ueberwindung der Tuberkulof beriprechen wird wohl jo egoistisch sein, auf Monate hinaus die Arbeit auffann.( Rebhafter Beifall.) Nichtsdestoweniger erfennen wir an, zugeben und die Familie dem Elend zu überlassen, während er oft was bisher schon zur Ueberwindung dieser Volksseuche ge- noch weiter für sie sorgen tönnte. Deshalb muß vor allem auch schehen ist, und was die Regierung in dieser Beziehung gethan hat. für die Familie gesorgt werden. Die Krankenvervor allem auch die Wirksamkeit des deutschen Centralkomitees, das sicherung darf durch das Eingreifen der Invaliditäts- und Altersdiesen in der Geschichte der Kulturwelt einzig dastehenden Kongres versicherungs- Anstalten in keiner Weise berührt werden. Es ist auch gar Herr Gäbel, der Präsident des Reichs- Versicherungsamis, über gefchaffen hat. Die zahlreiche Beteiligung an diesem Kongreß gerade tein Grund einzusehen, weshalb der in zweifacher Weise Versicherte, nimmt den Vorsiz und weist in einer Ansprache auf die besondere aus den Kreisen der Arbeiterschaft wird Ihnen ein Beweis dafür wenn er die Vorteile der einen Versicherung genießt, die der anderen einbüßen soll. Wenn man schon die Versicherungsgesetzgebung ausBedeutung der heutigen Tagesordnung hin. Es gelte die Lösung sein, daß wir hierbei mit Ihnen zusammenarbeiten wollen. der Frage, wie ist die Bekämpfung der Tuberkulose in die Praxis Interesse einzugreifen. Die Statistik beweist, daß in feiner Schicht erlassen hat, dann joll nun auch jede Versicherung In erster Reihe sind die Krankentassen berufen, hier in ihrem einandergezerrt hat und nicht ein einheitliches Arbeiterschutz- Gesetz das zu übersezen. Der Kongreß hehandle die Tuberkulose als Volksfrankheit, damit solle gewiß gesagt sein, daß das ganze Wolf unter der Bevölkerung die Tuberkulose so wütet wie gerade bei der in den leisten, was ihr zukommt. Daher sollen die Invaliditätsder schrecklichen Seuche zu leiden habe, aber da sich heute der des Reichs- Gesundheitsamtes haben gezeigt, daß etwa 331/3 Proz. der er- Kosten des Heilverfahrens einschließlich der nach Aufhören der Kranfenfaffen versicherten Industriearbeiterschaft. Die Veröffentlichungen anstalten ohne Einforderung der Krankenkassenbezüge die gesammten Kongreß mit der Wolfsheilstättenbewegung beschäftigen solle, so sei werbsthätigen Bevölkerung an der Schwindsucht zu Grunde gehen. Be- Krankenversicherung in Höhe des bisherigen Krankengeldes zu es klar, daß heute die Interessen der breiten Schichten sonders ungünstig liegen die Verhältnisse in den Großstädten. Wo eine zahlenden Familienunterstüßung selbst übernehmen, während die klar, daß heute die Interessen der breiten Schichten des Volkes, des arbeitenden Volkes, in den Vordergrund treten müssen. Er begrüße es es deshalb mit starfe industrielle Bevölkerung vorhanden ist, schnellt die Sterblichkeit Krankenkassen die ganzen ihnen statutarisch obliegenbesonderer Freude, daß sich die Vertreter der versicherungspflichtigen Arbeiter an Lungenschwindsucht hinauf bis zu 40, ja 50 Broz.; man kann den Leistungen, solange der im Heilverfahren Befindliche der am Rongreß beteiligt haben und wünsche, daß sie auch in die Dis- sagen, daß in den Großstädten durchschnittlich jeder zweite Ar- Kaffe zugehört, diesem und seiner Familie zukommen beiter an der Schwindsucht stirbt. Bedenken Sie ferner, daß lassen. Das ganze Krankengeld muß als Familienunterstützung kussionen eingreifen möchten.( Beifall.) Das werde hoffentlich dazu die Schwindsucht nicht mit milder Hand den Arbeiter nach gewährt werden, nicht nur die Hälfte desselben, wie die neue Inbeitragen, manchen Gegensatz zu überbrücken. Bei der veränderten einem langen arbeitsreichen Leben erlöst, sondern daß sie ihn in der validitätsnovelle es vorsieht. Physiognomie des heutigen Tages sei anzunehmen, daß die Geister Blüte der Jahre im kraftvollsten Lebensalter von 20-40 Jahren lebhafter als sonst aufeinander plazen würden; er sichere aber jedem, soweit er fachliche Ausführungen zu machen habe, vollste nach langem Siechtum dahinrafft. Die Zahlen, die für Berlin fest Redefreiheit zu( Beifall), umso mehr aber hege er das Vertrauen, gestellt sind, ergeben Sterbefälle an Lungentuberkulose bei den daß niemand die Form verlegen oder Aeußerungen machen werde, Orts- Krankenkasse 43 Proz., den Gastwirten 45 pCt., den BuchMaurern 35 Proz., bei den Zimmerern 41 Proz., der allgemeinen die bei anderen Kongreß- Teilnehmern Mißvergnügen(!?) erregen Druckern 47 Proz., den Posamentierern 60 Proz., den Vergoldern tönnten. = 85 Proz haben Ueberhaupt ist das Krankengeld viel zu niedrig. Gin franker Mensch braucht mehr wie ein gesunder und nicht weniger; nach dem Gesez aber soll der Kranke höchstens 2/3 des Krankenkassen bestehen, soll gar nur die Hälfte des ortsüblichen sonstigen Arbeitsverdienstes bekommen. Auf dem Lande, wo feine Tagelohnes gezahlt werden. Davon fann feine Familie leben. " Geh. Rat v. Leyden hielt hierauf einen einleitenden Vortrag Dabei ist zu berücksichtigen, daß eine ganze Reihe von Ich führie schon aus, daß es die noch arbeitsfähigen Leute über die Heilstätten- Entwidelung. Er streifte kurz die Bewegung Schwindsuchtsfällen nach der Angabe der Totenscheine nicht hinzu- find, welche in die Heilstätten hineingehören. Deshalb ist bei der im Ausland, gedachte dabei rühmend Englands, das die Initiative gerechnet sind. Jeder Anatom wird Ihnen bestätigen, daß eine Reihe ganzen Heilstättenfürsorge die verständnisvolle Mitwirkung der in dieser Frage ergriffen habe und noch heute an der Spize marichiere, und gab dann interessante Darlegungen über die Entwicklung von Rippenfell- Entzündungen sicherlich tuberkuloser Art sind, des- Krankenkassen- Aerzte umentbehrlich, welche die geeigneten Fälle der des Heilstättenbaues bei uns in Deutschland. Seit dem Jahre 1895 gleichen die chronischen Bronchialfatarrhe. Auch andere Statistiken Heilstättenbehandlung rechtzeitig zuzuführen haben. Dabei darf ist unter dem Vorsitz des Grafen v. Posadowsky das Centralkomitee Dr. Sommerfeld 53 Proz. als Durchschnitt der Schwindsuchts nicht so ausgelegt werden, daß darunter lediglich die physische Ungenau dasselbe Resultat ergeben. So berichtet Herr der Begriff der Erwerbsunfähigkeit zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke in Berlin thätig sterblichkeit für die Berliner Krankenkassen- Bevölkerung. Ebenso möglichkeit zur Weiterarbeit oder ein der Gesundheit des Erkrankten und stellt in der ganzen Bewegung die Centralstelle dar. Der Redner haben wir Statistiken über 11, 15, 18 Jahre sich erstreckend, die zu unmittelbar drohender wesentlicher Nachteil zu verstehen ist, es muß vielwies schließlich darauf hin, daß der ganze Kongreß eigentlich zu dem demselben Ergebnis kommen, ein Beweis dafür, daß es sich nicht mehr der Fall der Heilstättenfürsorge auch dann als vorliegend anerkannt Zwecke einberufen worden sei, die Heilstätten- Bewegung in noch stärkeren Fluß zu bringen. Diese Aufgabe werde auch hoffentlich handelt. Die Krankenkassen werden nun schon aus rein humanen Arbeitsfähigkeit in absehbarer Zeit zu befürchten ist, dem eben durch um Ausnahme- Erscheinungen eines besonders ungünstigen Jahres werden, wenn von dem Weiterarbeiten Beeinträchtigung oder Verlust der gelöst werden, denn der glänzende Verlauf des Kongresses Rüdsichten im Interesse ihrer Mitglieder die Schwindsucht be- die rechtzeitige Einleitung des Heilverfahrens vorgebeugt werden haben der ganzen Angelegenheit start aufklärend gewirkt, das Publikum sei über die medizinische und praktische Seite der fämpfen, andererseits ist aber auch ihre materielle Belastung infolge soll. Das ist der volkswirtschaftlich wichtigste Grundsay, an dem Tuberkulose- Bekämpfung in weitgehendster Weise informiert worden, darüber aufgenommen, die beweisen, daß bei der bisherigen Art der halten werden. der vielen Krankheitsfälle eine ungeheuere. Wir haben Zahlen festzuhalten ist; dem Volle muß die Arbeitskraft erund es sei zu erwarten, daß dadurch das Interesse an der Heilstätten- Schwindsuchtsbehandlung, bevor das hygienisch- diätetische Heilbewegung bei allen beteiligten Faktoren einen erfreulichen Aufschwung verfahren zur Anwendung gelangte, für den einzelnen Schwindfuchtsfall nehmen werde.( Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende der Versicherungsanstalt der Provinz Branden- Ausgaben von 700, 800, 1200 bis 2400 M. entstanden sind, ohne daß die burg, Landesrat Meyer, sprach hierauf über: wirtschaftliche Lage des Betreffenden irgend wie geändert wäre und ohne daß er dadurch dem Verhängnis hätte entzogen werden können. Die Thatsache, daß eine fleine Berliner Krankenkasse, die der Goldschmiede, für 26 Schwindsüchtige mehr als 30 000 m. in wenigen Jahren ausgegeben hat, beweist zur Genüge die Belastung der Krankenkassen. Finanzielle und rechtliche Träger der Heilstätten. Unternehmungen. ferner die Aufklärung der Bevölkerung und die Erziehung derselben Ein wichtiger Faftor im Kampfe gegen die Schwindsucht ist zu hygienischer Dentweise und gesundheitsgemäßer Lebensführung. Es soll nicht geleugnet werden, daß in dieser Beziehung große Mißstände bestehen, wir wollen nichts entschuldigen und verstecken, aber umsomehr müssen Gelegenheiten geschaffen werden, um die Mittel zur Besserung zur Verfügung zu stellen. Es muß den Krankenkassen erlaubt sein, aufklärende Schriften in der Bevölkerung zu verbreiten, überall, wo viele Personen in Betrieben sich zusammenfinden, müssen leicht verständliche hygienische Vorschriften aushängen, es müssen Vorträge von Krantentussen- Aerzten in Krankenkassenversammlungen gehalten werden.( Sehr richtig!) Hier in Berlin haben sich bereits über hundert Aerzte dazu bereit erklärt. ( Bravo!) und es sind auch eine ganze Reihe von solchen Versammlungen abgehalten worden. Auch die Heilstätten müssen für die Aufklärung des Volkes mugbar gemacht werden. Die Leute, die sich dort 3, 4 und mehr Monate aufhalten, müssen die Zeit benußen um sich aufzuklären und dann ihre Kenntnis später weiter zu verbreiten. Die Heilstätte soll so ein großes Erziehungsinstitut des deutschen Volles sein.( Beifall.) Ferner ist durchaus zu verlangen die Ermöglichung unentgeltlicher Sputumuntersuchungen in Staatsinstituten, Universitätslaboratorien usw. Der vielbeschäftigte Sassenarzt tann solche Untersuchungen nicht ausführen, er muß aber seine Patienten wenigstens informieren, wo solche Untersuchungen vorgenommen werden. Ich bin am Ende meiner Ausführungen und will nur noch darauf hinweisen, daß von den Vertretern der Krankenkassen das Facit der Verhandlungen des Tuberkulose- Kongresses gezogen werden soll in einer Konferenz, die morgen vormittag stattfindet. Jeder von Ihnen, der sich dafür interessiert, ist dazu eingeladen. Die Krankenkassen sind bereit, alles was in ihren Kräften steht, dafür einzusetzen, daß die Seuche der Schwindsucht überwunden wird. Von Ihnen verlangen wir, daß auch Sie jeder nach seinen Kräften dazu beitrage. Wir wollen nicht so bescheiden sein wie Herr Geheimrat Köhler und dem nächsten Jahrhundert die Ueberwindung der Tuberkulose überlassen, nein, wir wollen jetzt schon die kraftvollen Wurzeln dazu einpflanzen und hoffen, daß es dem nächsten Jahrhundert vorbehalten bleibt. nur die Früchte unseres Thuns zu eruten. Was uns auch im übrigen trennen mag, dafür wollen wir alle gemeinsam eintreten. ( Lebhafter Beifall.) Er berechnete, daß etwa 50 000 Personen jährlich für die Auf nahme in die Heilstätten in Frage fämen, für die bei einer durch schnittlichen Heildauer von 6 Monaten 25 000 Betten erforderlich Daraus könnte ja nun für die Krankenkassen die Aufgabe folgen, feien. Die Kosten eines Bettes( Bauplak, Gebäude, Verwaltung) seien möglichst unter sich die Bekämpfung der Schwindsucht in die Hand mit 4000 M. zu beziffern, sodaß eine e inmalige Ausgabe von zu nehmen; dem aber steht entgegen, daß thatsächlich die Kranken100 Millionen Mark erforderlich wäre, wenn man für alle faffen heutzutage finanziell zu schwach sind, um diese Aufgabe allein Tuberkulösen sofort sorgen wollte, die in Heilstätten unterzubringen durchzuführen. Dazu tragen verschiedene Umstände bei, einmal die seien. Die laufenden Kosten berechnete der Referent auf 4 M. pro Bersplitterung des gauzen Krankenkassenwesens, wodurch die VerTag und Kranten, sodaß jährlich rund 37 Millionen Mart waltungskosten ganz ungeheuré werden( sehr richtig!), und ferner erforderlich wären. Doch könnte und müßte man sich mit erheblich die Belastung derselben mit Aufgaben, die ihnen an und für sich fern weniger begnügen, zumal es an genügend vorgebildetem Arzt und liegen und deren Erfüllung eigentlich den Berufsgenossenschaften zu Pflegepersonal für so viel auf einmal errichtete Heilstätten fehlen fiele.( Sehr richtig!) Nun. die Krankenkassen sind bereit, das ihrige im würde. Auch sei anzunehmen, daß mit Hilfe der Heilstätten die Kampfe gegen die Schwindsucht zu thun. Sowohl die Berliner wie jährlichen Neuerkrankungen sich immer mehr verringern würden. auch die in Weimar im vorigen Jahre versammelten Krankenkassen Jedenfalls ist das Bedürfnis nach Lungenheilstätten in einem Deutschlands haben sich dafür erklärt und haben dort eine Reihe von solchen Umfange vorhanden, daß die Lösung der großen Auf- Verpflichtungen für die Krankenkassen beschlossen: Für die Dauer des gabe nicht dem aufopferungsvollen Bemühen Heilverfahrens soll an Mitglieder das volle Krankengeld gezahlt einzelner und der Liebesthätigteit freier werden. Die Krankenkassen- Vorstände und Verwaltungsbeamten sollen Bereinigungen überlassen bleiben kann. Gegen nach erfolgter Mitteilung des Arztes die für ein Heilverfahren geeignet wärtig sind in Deutschland 21 heilanstalten mit 1486 Betten Erscheinenden zur Stellung eines bezügl.Antrages veranlassen. Es soll von vorhanden, deren Zahl sich bis zum Jahre 1901 allerdings erheblich seiten der Krankenkasien eine Statistik über die Lungenvermehren wird. Es ist daher dringend erforderlich, plänmäßig und tuberkulose aufgenommen werden. Alljährlich sollen Mitgliedermit finanzieller Unterstützung der staatlichen und behördlichen zur versammlungen mit einem Cyklus Strankenfürsorge verpflichteten Organe unter gleichzeitiger Benutzung hygienischer Vorträge, für deren Bekanntgabe und Veranstaltung die der Organisationen der Socialgesetzgebung den den Kampf zu Krankenkassen zu sorgen haben. Die Krankenkassen sollen enge führen. Kommt doch auch die Fürsorge für die be: Fühlung mit den Gewerbe- Inspektoren nehmen. dürftigen Familien der Heilstättenpfleglinge in Betracht. Die Die Krankenkassen sind aber nicht im stande, allein die Be erforderlichen finanziellen und rechtlichen Träger der Heilstätten fämpfung der Schwindsucht durchzuführen, sondern es ist dazu absolut find latent bereits vorhanden; es bedarf nur ihrer Organisation und notwendig die Nuzbarmachung. Das gesunde und berechtigte Eigeninteresse der Unternehmer ist es, sich geschickte uud tüchtige Arbeitskräfte zu erMitwirkung der Invaliditäts- und Altersversicherungs: Anstalten. halten. Das Eigeninteresse gebietet den Krankenkassen, sich durch die Abwehr wiederholter und langdauernder Krankheiten zu entlasten. Diese sind im stande, finanziell weit träftiger einzugreifen als irgend Drittens müssen die Invaliditätsanstalten und Berufsgenossen- eine andere socialpolitische Institution. Es ist eine Thatsache, daß schaften darauf bedacht sein, daß die Krankheit nicht zu dauernder überall da, wo die Schwindsucht häufig auftritt, die Altersrente auf Invalidität und damit zur Rentenzahlung führt. Ein weiteres Intereffe ein Minimum hinabfintt, weil die Schwindsucht alles hinwegrafft Schmieden Berlin und Stabsarzt Dr. Schulzen- Berlin. Nahe verwandte Themata erörterten hierauf die Herren Baurat haben die Kommunen daran, den Erkrankten die Arbeitsfähigkeit und niemand das 70. Lebensjahr erreicht.( Sehr wahr!) Von mehr zu erhalten, vor allem aber der Staat als größter Arbeitgeber, zur als 40 000 Arbeitern in der Feinmechanik z. B. haben nach einer Herr Schmieden ist der Erbauer der Heilstätte Grabowsee und sprach Erhaltung der Kriegstüchtigkeit des Volkes und in Anbetracht des statistischen Aufnahme nur 28 das 70. Lebensjahr erreicht. Diese schäftigte sich mit der Frage der Einrichtung und den Betrieb von über die bauliche Herstellung von Heilstätten. Dr. Schulzen be Invalidenrenten- Zuschusses von 50 M., den er zu leisten hat. Preußen Thatsachen sprechen dafür, daß die Hauptaufgabe der Anstalten sein Seilstätten. Beide Herren sprachen fich für völlige Trennung der wird sich sicherlich dieser Verpflichtung nicht entziehen, nachdem Baden, muß, die Invalidität zu verhüten. Es ist fein richtiger Württemberg und Heffen darin vorangegangen sind. Auch sollte der volkswirtschaftlicher Grundsaß, das Geld nachzuwerfen, wenn die Geschlechter aus. Staat ermäßigte Eisenbahntarife für den Zu- und Abgang zu den Invalidität eingetreten ist.( Sehr richtig.) Zu verhüten, daß das Heilstätten bewilligen.( Zustimmung.) Auch die Lebensversicherungs- Proletariat dem Siechtum anheimfällt, dafür müssen die Mittel Anstalten werden aufgefordert, sich an den Kosten mitzubeteiligen. bereit gestellt werden, das ist im edelsten Sinne die Aufgabe der ( Bustimmung.) Alle Mitarbeiter find willkommen. Der Wohlthätig- Invaliditätsanstalten.( Lebhafter Beifall.) Wir leugnen nicht, daß feit Privater bleibt es überlassen. Freibetten für Angehörige des in dieser Hinsicht besonders in den letzten Jahren viel gethan worden Der Referent erklärte sich im wesentlichen ganz mit den Ausärmeren Mittelstandes zu stiften, den Familien der Erkrankten diskret ist, aber es muß noch viel mehr geschehen, und zwar auf gefeß- führungen Dr. Friedebergs einverstanden. Die monatelange Unterund feinfühlig Unterſtüßungen zu vermitteln und den Entlassenen lichem Wege. Der§ 12 des Gesetzes giebt ja den Invaliditätsanstalten bringung von Kranken müsse andere Maßregeln zur Folge haben. Dr. geeignete Arbeit zu verschaffen. Redner schließt seine Ausführungen bereits die Befugnis, ein Heilverfahren einzuleiten, bevor der Be- Friedeberg habe ganz recht gehabt in der Schilderung des Dilemmas, in mit den Worten: Der Staat wird allen anderen überlegen sein, treffende aus der Krankenversicherung heraus ist, aber von dieser das ein seine Familie allein ernährender Arbeiter komme, wenn ihm der sich die gesundeste und leistungsfähigste Bevölkerung erhält. Befugnis ist seitens der einzelnen Anstalten nur in geringem Maße der Arzt fage:" Du mußt jezt auf Monate in die Heilstätte." ( Lebhafter Beifall.) Gebrauch gemacht worden. Einen wirklichen Erfolg wird diese Be- Es sei gar nicht zu leugnen, daß der Beginn der Kur oft durch die Der nächste Redner. der Vertrauensarzt der Centralfommission stimmung erst haben, wenn ein gefeßlicher Zwang zur fo- materiellen Grivägungen hinausgeschoben wird und daß ein wirklich der Krankenkassen Berlins. Dr. Friedeberg, wurde mit lebhaftem fortigen Einleitung des Heilverfahrens besteht. Das verlangt frühzeitiger Beginn der Kur vom Arbeiter nur verlangt werden Beifall begrüßt. Sein Thema lautete: das Volk mit Recht, wir wollen nicht, daß eine diskretionäre Voll- tann, wenn seine Familie während des notwendig gewordenen macht darüber zu entscheiden habe, ob jemand seiner Familie zu Anstalts- Aufenthaltes sicher gestellt wird. Altmeister Dettweiler Die Mitwirkung der Krankenkassen und Krankenkassen Aerzte erhalten ist, ob er sein höchstes und teuerstes Gut, seine Arbeits- habe ebenso wie Dr. Schulzen den Wert der physischen Hygiene bei der Heilstätten Fürsorge. fraft, schüßen fann oder nicht. Die Anstalten sollen es selbst in der hervorgehoben. Das beruhigende Gefühl, daß für seine Familie Die Thatsachen, die sich bis jetzt schon als unwiderlegbar Hand haben, durch ihre Vertrauensärzte zu prüfen, wer geeignet ist. gesorgt ist, müsse der Arbeiter haben. Dr. Friedeberg habe seine aus den Verhandlungen des Kongresses ergeben haben, sind st der Betreffende aber für geeignet befunden, so muß das Heil- Ansprüche an die gefeßgebenden Faktoren dargelegt. Er stimme ihm einmal, daß die Lungentuberkulose heilbar ist, und zweitens, verfahren eingeleitet eingeleitet werden und zwar soll diese Ver- auch hierin zu, wenn er auch glaube, daß die Gesetzgebung allein hier daß die Lungentuberkulose im fundamentalsten Sinne fundamentalsten Sinne des pflichtung der Anstalten unmittelbar angeschlossen werden unmittelbar angeschlossen werden an nicht helfen könne, und auch nicht helfen solle. Der Trieb der Wortes eine Proletarierkrankheit ist, die durch sociale die gesetzliche Mindestleistung der Krankenkassen, während die Be- Nächstenliebe solle und brauche nicht unterbunden zu werden. und Ursachen des Berufs herbeigeführt wird. Herr Dir. Gebhard fugnis, das Heilverfahren zu übernehmen, wie bisher an teine Zeit- An die Arbeitgeber müsse ein Appell gerichtet werden, heilbedürftigen hat dies schon aus der Einkommensteuer- Statistik nachgewiesen, und grenze zu binden ist, es darf kein Vacuum, keine Lücke mehr ein- Arbeitern ihre Stellen offen zu halten. Wichtig sei auch die Frage, gezeigt, wie die Erkrankungen an Lungentuberkulose sich ins un- treten zwischen der Fürsorge der Krankenkassen und dem Eintreten ob man nicht in den Anstalten für die Arbeiter einen Berufswechsel geheure vermehren bei den Einkommen unter 900 M. Ferner haben der Invaliditätsfürsorge. Die Folge dieser Lücke ist bekanntlich, vorbereiten könne. Am nächsten liegt es, sie der Landwirtschaft zudies bewiesen die wuchtigen von der Kraft der Wahrheit getragenen daß der Betreffende der Armenverwaltung zur Last fällt, mit der zuführen, aber er verhehle sich nicht die dabei obwaltenden SchwierigAusführungen des Herrn Prof. Rubner, der besonders auf den daraus resultierenden Niederdrückung des Selbstbewußtseins, mit keiten. Immerhin sei es vielleicht angebracht, von den Heilstätten Einfluß der Fabrik-, Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse auf die dem Verlust der staatlichen und bürgerlichen Ehrenrechte. Die getrennte Nachturanstalten mit landwirtschaftlichem Betrieb zu er Erkrankung an Schwindsucht hinwies. Es wird Sie daher nicht be- Arbeiter sind heutzutage meist nicht in der Lage, für die Zeiten der richten. wit, der Generalsekretär des Kongresses, über die Das letzte der größeren Referate hielt Stabsarzt Dr. Panne wit, der Generalsekretär des Kongresses, über die Fürsorge für die Familien der Kranken und die aus Heilstätten Entlaffenen. Tamit schließt die Vormittags- Sigung. Nachmittags kommen zunächst Kleinere Disfuffionsvorträge an die Reihe. Herr F. Rufenacht- Walters London berichtet über die Sanatorien und die hygienisch- diätetische Behandlung der Lungentuberkulose in Großbritannien. Herr Halbach- Barmen berichtete sodann über die Thätigkeit des Bergischen Vereins für Gemeinwohl, dessen Vorsitzender er ist, in Sachen der Tuberkulosenbekämpfung; es wurde von ihm besonders hervorgehoben, daß den Familien der Lungenkranken, die der Verein in Heilstätten schicke, das Krankengeld vollständig überLassen werde. Arme. gemacht würden, die es angehe.( Beifall.) 4 D Theater„ Der Revisor" gegeben, desgleichen im Friedrich- Wilhelm-| Kammergericht. Sämtliche Wagen blieben plöglich auf dieser Strecke städtischen Theater für die 3. Abteilung Hauptmanns Ein- stehen. Erst nach einer Stunde zeigte sich wieder Strom, sodaß der jame Menschen". Die Vorstellungen folgen am 4., 11. und 18. Juni. Betrieb wieder aufgenommen werden fonnte. Die Störung wird Die Mitglieder der Zahlstelle 22( Baate) werden auf eine plögliche Stockung im Betrieb der Berliner Elektricitätsdringend gebeten, ihre Mitgliedskarten behufs Kontrolle mit dem werke, die den Strom liefern, zurüdgeführt. Bahlstellenbuch sofort nach der letzten Vorstellung( Einsame Menschen) in der Zahlstelle abzugeben. Auch die übrigen Mitglieder bitten wir in ihren Zahlstellen die alten Mitgliedskarten mit einer Erklärung der weiteren Mitgliedschaft nach Schluß der Vorstellungen mög ich st bis 20. Juni abzugeben. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. Bunde der Landwirte, ist gestern, 46 Jahr alt, an einer LungenDr. Richard Gebel, der frühere Leiter des Preßbureaus beim entzündung gestorben. In den letzten vier Jahren war er am Lokal- Anzeiger beschäftigt. Ungehörige Geldsammlungen zur Beseitigung der angeblichen Herrn v. Bodelschwingh u. a. in der 170. Gemeindeschule in Kirchennot in Ostafrika werden auf Veranlassung des bekannten Ser Stalizerstraße vorgenommen. Die Bolts- 8tg.", der wir diese Nachricht entnehmen, erwartet mit Recht, daß solchem Unfug ein zurückerstattet werde. Ende gemacht und das etwa eingezahlte Geld den Kindern wieder Eine aufregende Scene gab es Freitag in dem Hause Potsdamerstraße 113a. Hier wohnte seit einem halben Jahre eine Herr Rechtsanwalt Dr. Maher aus Frankenthal( Pfalz) sprach en Sie wunderliche Alte. Die Frau hatte zwei Zimmer an Herren verAuf ein Stück sociales Elend weist der Magistrat in einem 64 Jahre alte Witwe Pauline Fischer, geb. Meister, eine etwas über die Aufgaben der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und an die Stadtverordneten- Versammlung gerichteten Bericht hin, der mietet, ihre eigenen Räume theilte sie mit zwei Hunden, einer Kaze Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten im Kampfe gegen die sich über die Anstellung der Schulärzte ausläßt. Nachdem der und einem Papagei. Da sie die Miete nicht beschaffen konnte, so Tuberkulose. Er verlangte Buschüsse vom Reich und den Einzel- Magistrat sich darüber geäußert hat, daß der Schularzt in solchen fündigte sie selbst zum 1. April. Als sie aber dann ziehen sollte, staaten für diesen Stampf und wies aus seiner Erfahrung als Fällen zu entscheiden hätte, wo Eltern wegen Schwächlichkeit ihrer Borsigender einer Orts- Krankenkaffe auf die große Belastung hin, Kimber in Dispens bott Schulbefuch infomen, meint er: Biel gab es ein großes Wehklagen. Der Wirt, der über die Räume schon welche gerade die an Tuberkulose Kranten den Kassen auferlegen. häufiger ist der umgekehrte Fall, in welchen der Water sein sondern bot ihr noch eine Beihilfe von 35 M. zum Umzug an. Aber anderweitig verfügt hatte, schenkte ihr nicht nur die schuldige Miete, Schließlich beantragte er, das Verlangen nach einem Reichszuschuß Kind tro 3 der verhandenen Schwächlichkeit in die Schule die Frau wollte nun durchaus die Wohnung nicht verlassen und ver oder Staatszuschuß formell in einer Kongreß Resolution bringen will. auszusprechen.( Lebhafter Beifall.) Das Kind, welches in der Häuslichkeit seine AbDer Vorsitzende, Herr Gäbel, erwidert, daß die Kongreß- Kindergarten benugen. Das geschieht dann beiden Teilen zum Vor Gericht schon war die Frau so aufgeregt, daß ihr der Richter wartung nicht findet, soll dann die Schule gewissermaßen als langte eine höhere Abstandssumme. Unter diesen Umständen blieb dem Hauswirte nichts anders übrig, als die Räumungsklage anzustrengen. leitung beschlossen habe, Refolutionen und Beschlußfaffung über An- Nachteil; dem Kinde, weil die Anforderungen der Schule über seine einen Verweis erteilen und mit haft drohen mußte. Freitag nun träge nicht zuzulaffen und bei der wechselnden Busammensetzung des Kräfte hinausgehen und daher seine Entwickelung hindern, statt sie tam der Gerichtsvollzieher mit seinen Gehilfen, um die Räumung Kongresses fei das wohl auch richtig gewesen. Das hindere aber zu fördern, der Schule aber, weil die zu frühzeitig angestrengten, gänglich nicht, daß die Wünsche des Vorredners den Stellen zu- noch nicht genügend mit Körperkräften ausgerüsteten Stinder die zu vollſtrecken. Nun begann das Wehklagen von neuem. Die Frau Herr Dr. José Juan Domine Valencia berichtet ungekräftigten Kinder birgt die Gefahr, daß es nach längerem Aufgrößten Aufregung lief sie hin und her, nahm schließlich ihre Tiere Klaffe wollte nicht dulden, daß die Möbel hinausgetragen wurden. In der deutscher Sprache über die hygienischen Einrichtungen und die Anlage enthalt in der untersten Stlaffe nicht für eine höhere, sondern für Weile schimpfend da, bis sie plöglich verstummte und hintenüber sank. an sich und setzte sich mit ihnen auf das Bett. So faß sie eine des National Sanatoriums von Porta Coeli für schwindsüchtige eine Unterklasse geeignet wird. Wenn nun auf Grund ärztlicher Die Leute sprangen ihr bei und der Hauswirt ließ sofort zwei Aerzte Profeffor Ewald Berlin sprach sodann über die Kinder- Heilichoben wird, wenn wir generell von der Aufsichtsbehörde die Er bem Leben der Alten jäh ein Ende gemacht hatte. Der Tiere nahm Untersuchung für manche Kinder die Aufnahme für die Schule ver- holen. Diese konnten jedoch nur feststellen, daß ein Herzschlag Er wies auf die zahlreich an Strofulose erkrankten Kinder hin, bei wird damit nicht wie solche Befürchtung einmal ausgesprochen fich der Tierschußverein an. denen sich dann meist Tuberkulose entwickelt und legte den Wert der ist das Kind bedrängter Familien zeitweise hilflos gelassen; die See- Heilstätten für diese Kleinen überzeugend dar. Im Anschluß hieran berichtete Sanitätsrat Mag Salomon- tigt werden, sind die Stellen, durch welche ihm Hilfe zugeführt Kindergärten, welche von der Stadtgemeinde nach Bedürfnis unter Verlin über die Organisation der Seehospize des Vereins für werden kann. Kinder- Heilstätten an den deutschen Seeküsten, während Professor A. Baginsky Berlin über die Bisher hat die Stadtverwaltung in Fällen, wo das Kind in Kinder Heilstätten" sprach. Für tuberkulös franke Kinder Standpunkt der absoluten Gleichgültigkeit gestellt. Die socialdemo" Einrichtungen von der Häuslichkeit seine Abwartung nicht findet", sich immer auf den sei die Einrichtung besonderer Heilstätten notwendig. Da die fratischen Anträge, die auf Gewährung von Frühstück in der Schule Kindertuberkulose heilbar sei, ist bei der Behandlung tuberkulöser hinausgingen, find mit eiserner Konsequenz abgelehnt worden. Ob nächtlicher Einbruchsdiebstahl verübt worden. Den unheimlichen Be In der Universitäts- Bibliothek ist, wie wir erfahren, ein Kinder nicht auf Wiederherstellung einer gewissen momentanen die Schulärzte willens und im stande sein werden, den Kommunal- fuchern war es nicht um Befriedigung irgend welcher Wißbegierde, Leistungsfähigkeit, sondern auf möglichst vollkommene Heilung Liberalismus hier allmählich zum Bewußtsein seiner socialen Pflichten sondern lediglich um Geld zu thun, da sie alle Kataloge und Bücher Bedacht zu nehmen. Der Aufenthalt der Kinder in Heilstätten muß sich daher auf längere Zeit ausdehnen, als dies für zu bringen? unversehrt ließen. Im ganzen sind den Verbrechern etwa 15 Mark Erwachsene üblich ist und für Schulunterricht in den Heil- Ach, man will auch hier schon wieder nicht so wie die in die Hände gefallen. Die Echreibtische im Beamtenzimmer waren stätten sollte gesorgt werden. Vor einer Reihe von Jahren habe Geistlichkeit! Nach dem Sinne dieses Refrains erhoben vorgestern sämtlich erbrochen, so daß der Materialschaden nicht unerheblich ist. ein Berliner Arzt ein Terrain im Grunewald an einer Stelle, wo die evangelischen Bastoren ein Wehtlagen, soweit sie in den Kreis- Nach dem rohen Zerstörungswerk zu urteilen, scheint es sich um jezt jeder Quadratfuß mit Gold aufgewogen werde, als Geschent fynoden Berlin- Köln- Land I und II versammelt waren. In Gelegenheitsverbrecher oder um Anfänger im Diebeshandwerk zu zur Errichtung eines Heims für tuberkulöse Kinder angeboten, die einem Berichte, den die Staatsbürger Beitung" aus einer der Ver- handeln. gleichzeitig dort unterrichtet werden sollten. Man habe das Geschent sammlungen bringt, heißt es:" Besonders bitter wird die damals mit der Motivierung abgelehnt, daß man doch nicht eine firchliche Entfremdung der Heranwachsenden Jugend empfunden, die unser Mitglied Wilhelm Schultta verstorben ist. Die Beerdigung Den Mitgliedern des Tischlervereins zur Nachricht, daß Schule in den Wald legen könne.( Heiterkeit.) zum Teil von falschem Bildungsstolz erfüllt, fich Herr Dr. Weider aus Görbersdorf trug eine Statistit über einem gesteigerten Wohlleben dahingegeben hat und findet statt am Montag, nachmittags 4½ Uhr, von der Leichendas Schicksal der ſeit 1894 aus seinem Bolts Sanatorium gegen alle menschliche und irdische Autorität verhet ist. In halle des Emmausfriedhofes in Briz aus. Rege Beteiligung erwartet Krankenheim" entlassenen Tuberkulösen bor und forderte vielen Gemeinden giebt es nur ein kleines Häuflein erweckter Christen, im Anschluß eine einheitliche, vom Reichs Versicherungsamt die andern sind gleichgültig oder radikal ablehnend. lleber Das Opfer einer Blutvergiftung ist ein sehr bekannter Arzt, organisierte Statistik über die Erfolge der Heilstätten. Herr Mangel an Ehrerbietung gegen die Kirche und das Pfarr- der Oberstabsarzt a. D. Dr. W. Steinrück aus der Luisenstr. 3, ¡ geDr. Predohl aus Hamburg gab eine Darstellung der Ge- amt wird nicht geklagt, im Gegenteil in einem Bericht lo bend worden. Dr. Steinrück stieß sich vor einigen Tagen eine Feder unter fichtspunkte, die bei der Auswahl und Nachbesichtigung der in hervorgehoben, daß der Pfarrer im Talar un behelligt durch die einen Fingernagel, verlegte sich aber dabei nur so unbedeutend, daß Heilstätten behandelten Lungenkranken im Bezirke der Massen der heimkehrenden Fabrikarbeiter gehen kann. Die Sonntagsruhe er gar nicht weiter darauf achtete. Bald darauf verunglückte vor hanseatischen Versicherungs- Anstalt maßgebend find, während ist besser durchgeführt, der Kirchenbesuch hat sich aber nicht gesteigert. dem Hause Luisenstr. 64 der Laufbursche Mahnke, indem er von Herr Dr. Reiche aus Hamburg über die Kurerfolge dieses Bezirks Dagegen hat die Vergnügungssucht zugenommen. Die neugewonnene einem Prächtelschen Möbelwagen, dessen Pferde scheuten, herabfiel berichtet. freie Zeit wird mit Sportübungen, Vereinssizungen, öffentlichen Ber- und überfahren wurde. Dr. Steinrück brachte dem jungen Mann, Professor Brouard el aus Paris behandelte die Therapie in sammlungen und sonstigen Vergnügungen ausgefüllt, besonders in der seinen Verlegungen nach kurzer Zeit erlag, die erste ärztliche den Sanatorien und bezeichnete es als besondere Grausamkeit, den von Berlinern durchfluteten Vororten." Hilfe. Bei dieser Hilfeleistung muß etwas Schmug in die nicht berKranke deshalb abzuweisen, weil sie noch nicht frant genug seien. Mithin tonstatierte der Bericht ein gesteigertes Bildungs- bundene kleine Fingerwunde gelangt sein. Es stellte sich eine BlutDer große Gelehrte wurde vom Kongreß mit besonderem Beifall und Erholungsbedürfnis der Bevölkerung, zwei Gr- vergiftung ein, die, obwohl Professor Hildebrand noch eine Operation ausgezeichnet. scheinungen von unschätzbarem kulturellem Wert, die wesentlich der vornahm, in der vergangenen Nacht zum Tode führte. Als OberDr. Muhamed Bey( Kairo) sprach über seine Erfahrungen bei socialdemokratischen Agitation zu danken sind. Daß stabsarzt aus dem Staatsdienst ausgeschieden, widmete Dr. St. fich der Krankenbehandlung. Er habe sein Leben der Behandlung von die Pfarrer ,, unbehelligt" durch die Reihen der Fabrikarbeiter gehen in den letzten Jahren ganz seiner ausgedehnten Privatpraxis, in der Tuberkulösen gewidmet, und sie müsse ausgerottet werden, müssen, ist nun einmal ein Umstand, der sich gleichfalls aus er namentlich als Freund der Armen im stillen viel gutes gewirkt so lange er noch lebe.( Große Heiterkeit.) Er habe den Plan, der zunehmenden Erkenntnis der Bevölkerung erklären läßt. haben soll. ein großes internationales Spital in Aegypten zu bauen, wo In manchen Gegenden ist es freilich immer noch Brauch, daß alle Schwerkranken interniert werden können.( Lachen.) Meine Herren, Alt und Jung den Geistlichen durch Händeküssen„ behelligt", wenn Sie lachen! Ich habe aber das Geld dazu.( Große Heiterfeit.) er sich auf der Straße sehen läßt. Meine Familie ist sehr reich und meines Cousins Familie noch reicher Es giebt aber für die Kirche troß der zunehmenden Gleich ( Heiterkeit), sie befigt 50 Millionen ägyptische Pfund, ein Pfund find gültigkeit der ärmeren Bevölkerung immer noch sehr viel zu thun. 11 Gulden in Gold.( Heiterkeit.) Sie wird mich bei der Ausführung Das beweist folgende Stelle im Bericht: In den ländlichen meines Planes unterstüßen, ich erwarte aber auch Unterstützung von Gemeinden halten die Besizer streng auf Sonntagsruhe, geben allen Regierungen der civilisierten Welt.( Heiterfeit.) oft aber den Arbeitern teine Zeit für Besorgung Dr. Mugdan- Berlin weist darauf hin, daß den Krankenkassen ihrer eigenen Geschäfte." vielfach Aerzte, die Milch- und Stärkungsmittel verordneten, nicht Die ländlichen Befizer sind bekanntlich fast alle sehr kirchen- so schwer verleßt, daß sie bald darauf in der nahe gelegenen genehm wären und sich häufig in ihrer Verwaltung fistalische Inter- fromm. Wie wäre es, wenn die Geistlichkeit bei diesen Herren, Wohnung eines Arztes starb. essen bemerkbar gemacht hätten. Hoffentlich hielten die Kassen im auf die sie doch noch Einfluß haben sollte, recht energisch für eine Kampf gegen die Tuberkulose, was heut morgen versprochen worden sich einigermaßen in den Grenzen der Menschlichkeit haltende sei. Redner polemisiert gegen die Kurpfuscherei und schließt mit der Ausnutzung der Arbeiter agitierte? Hoffnung, daß die gefeßgebenden Faktoren die Armee, die die Aerzte N M Der Vorstand. werden vom Polizeipräsidenten für den 30. Mai angekündigt. An Im Zeichen des Verkehrs. Umfassende Straßensperrungen diesem Tage findet nämlich auf dem Tempelhofer Felbe die Frühjahrsparade statt. Ueberfahren. Vor dem Hause Reichenbergerstr. 6 lief Freitag nachmittags die siebenjährige Tochter des Arbeiters August Hahn gegen einen mit Mauersteinen beladenen Arbeitswagen, geriet, ehe der Kutscher die Pferde anhalten konnte, unter die Räder und wurde beamte Paul Meyer zum Opfer. Vor dem Hause Schönhauser Seiner Verwegenheit fiel in der verflossenen Nacht der Bureau Allee 178 sprang er nämlich, wie der Polizeibericht melbet, von Eine eigenartige Schule ist im April dieses Jahres im Kur einem in der Fahrt befindlichen Wagen der elettrischen Straßenbahn im Kampf gegen die Tuberkulose stellten, in Zukunft besser stellen hause staltberge Rüdersdorf eröffnet worden. Ihr Be- nach der linken Seite ab und wurde durch einen auf dem anderen würden als bisher.( Lebhafter Beifall.) Das Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses Redacteur gründer und Leiter. Fer Arzt Dr. Krisonsli, will bis zum Geleise herankommenden Wagen überfahren. Mit einem Schädel Goldschmidt( fr. Bp.) spricht der Leitung des Kongresses den 9. Lebensjahre nur schauungsunterricht und Spiel treiben lassen. bruch wurde er in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Dank der Teilnehmer aus. Darin bestehe bei allen Delegierten und erst mit 9 Jahren beginnt der Schreib- und Lese- Unterricht, erst mit Es erscheint uns unbegreiflich, wie es dem M. möglich war, von Mitgliedern Uebereinstimmung, daß die Hebung der socialen und 13 Jahren eigene schriftstellerische Arbeiten unter Klausur, erst mit dem elektrischen Wagen nach der linken Seite hin abzuspringen, da Mitgliedern Uebereinstimmung, daß die Hebung der socialen und 14 Jahren im legten Jahre der Unterstufe- schriftliche häus- diese Seite der Wagen bekanntlich durch Gitter streng abgesperrt wirtschaftlichen Lage der Arbeiter und Kleingewerbetreibenden als liche Arbeiten. Es wird erwartet, daß die 8öglinge dieser Schule sein soll. eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Tuberkuloje zu den Unterrichtsstoff der achtklassigen höheren Bürgerschule spielend gelten habe. Aber die Tuberkulose dürfe nicht, wie Herr Dr. Friede- in fünf Jahren bewältigen werden. Wie sich Dr. Krisonsti dann alarmierte vorgestern, Freitag, Abend die Bewohner des Hauses Ein roher Bursche. Eine schwere Mißhandlung einer Frau berg es gethan habe, mit dem er sachlich sonst übereinstimme, als die Fortsetzung der Ausbildung vorstellt, ist außerordentlich Proletarierkrankheit bezeichnet werden; damit diene man der Sache interessant. Wendingerstr. 23. Hier wohnt feit zwei Jahren der Kaufmann nicht. Gegen die Tuberkulose, die eine Volkskrankheit sei, müßten Schülern stellt nach Entlassung Eine Beratung zwischen Lehrern, Eltern und Gnarisco, der früher ein Droguengeschäft besaß, mit seiner Frau und aus der obersten Klasse der Paris. erwiderte. ituierter Leute zugänglich und auch von diesen nur solchen, erlitten hat, liegt im Krankenhause schwer barnieder. einen schweren Bruch und starte Quetschungen am ganzen Körper die durch Kräntlichkeit oder erbliche Belastung er gejeglichen Schulpflicht entzogen sind. sich alle Volksfreise vereinigen, wie ja der Kongreß zeige.( Beifall). Unterstufe fest, wozu der Junge am meisten Lust und Geschick zwei kleinen Kindern. Der Mann trinkt häufig, und häuslicher Streit Damit schließt die Diskussion. Der Herzog von Ratibor teilt mit, daß man von einer Gr- hat. Je nach dem Botum kommt er in eine der drei parallelen Ab- und Mizhandlungen der Frau sind die Folgen. Hausgenossen haben Tebigung der rückständigen Vorträge aus Abteilung III der borteilungen der höheren Stufe, deren eine auf die humanistischen, die schon wiederholt die heftigsten Auftritte gehört. Am Freitag Übend Tedigung der rückständigen Vorträge aus Abteilung III der vor zweite auf die realwissenschaftlichen, die dritte auf die technischen einer Weise, die jeder Beschreibung spottet. Die Hausgenossen unter in der zehnten Stunde aber mißhandelte Gnarisco seine Frau in gerückten Zeit wegen Abstand genommen habe und konstatirt, daß und kaufmännischen Studien vorbereitet. Hier erst beginnt der der kongreß somit am Ende seiner Arbeiten angelangt ist. In fremdsprachliche Unterricht. In 5 Jahren der Oberstufe soll das und neben der Gnariscoschen Wohnung vernahmen ein furchtbares feiner Schlußrede hebt er hervor, daß das Resultat des Kongresses, Bensum des Gymnasiums oder des Realgymnasiums oder der Ober- Lärmen, Poltern und Stampfen. Nach einem Band was Sie brau wie man ohne Ueberhebung sagen dürfe, ein glänzendes sei und realschule erledigt werden. Das Unternehmen ist, wie mitgeteilt ichleifte seine Frau, nachdem er sie erst zu Boden geworfen und mit Plötzlich flog die Wohnungsthür auf und Gnarisco jeder Teilnehmer zufrieden auf den Verlauf des Kongresses zurück wird, teine Spekulation. Der Begründer dieser„ Kurschule" verblicken könne. Im Namen der Kaiserin sprach Kammerherr von der Knesebec, zichtet auf jede Entlohnung für seine Thätigkeit als Lehrer und Füßen getreten hatte, an den Haaren heraus und ließ sie auf dem im Namen der ausländischen Delegierten Professor Brouardel Arzt, ebenso die Oberin und die Pflegerin. Der ganze Reingewinn Sie bewußtlos geworden war, an und brachten sie mit einer Droschke Treppenflur liegen. Hausgenossen nahmen sich der Mißhandelten, soll den Reliftenkassen des deutschen Aerzte- und Lehrer- Verbandes Geh. Nat v. Leyden stattete dem Präsidenten Herzog v. Natibor zufallen. Die Schule ist aber nur den Kindern wohl in ein Krankenhaus. Die Frau, die durch die Fußtritte und Schläge den Dant für seine Mühewaltung ab und brachte ein Soch auf ihn aus, das dieser mit Dantesworten an Geh. Nat v. Leyden Urania. Einen interessanten Vergleich zwischen der GletscherUm 5 Uhr waren die Verhandlungen zu Ende, ein um 7 Uhr Der Centralausschuß für das Berliner Nettungswesen bildung in den Alpen und in Skandinavien ermöglichen die gegen wärtig miteinander abwechselnden Darstellungen des Matterhorns" stattfindendes Diner bildete den Abschluß der Kongreß- Beranstaltung. hat sich nunmehr konstituiert. Nach dem Regulativ ist die Aufgabe und des Landes der Fjorde" in der Urania. Während in den des Centralausschusses die Herstellung eines Einvernehmens unter den drei dem Berliner Rettungswesen dienenden Einrichtungen bei Alpen die Gletscher vorwiegend in den höchsten Regionen zu Hause der Durchführung ihrer Aufgabe. Meinungsverschiedenheiten, welche sind und sich nur bis zu einer Höhe von 1000 Meter über dem sich unter den genannten drei Vereinigungen bei der Durchführung Meere thalwärts fenfen, ist es bekanntlich in Norwegen nichts Der socialdemokratische Wahlverein für den zweiten ihrer Aufgabe ergeben, sollen ihre Erledigung im Centralausschus außergewöhnliches, daß die Eisfluten sich durch eine Thalmulde faft unmittelbar in die Fjorde ergießen. Die hochgelegenen Berliner Reichstags- Wahlkreis hält am Dienstag eine öffent- unter Vermeidung jeder öffentlichen Polemik finden. Die Einrichtung Gegenden bieten deshalb hier nicht wie in den Alpert liche Versammlung ab, in der Genosse Victor Fräntl von neuen Wachen oder Stationen foll in Zukunft planmäßig, dem eine Mannigfaltigkeit wilder Gebirgsscenerien und gletscher über den socialen Charakter des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches Bedürfnis der Bevölkerung entsprechend und nur unter Zustimmung umflammerter Felsberge bar; vielmehr herricht in dem Oberlande einen Vortrag hält. Näheres in der heutigen Anzeige. Bahlreicher des Centralausschusses erfolgen. Im übrigen fönnen im Central- Skandinaviens auf den weiten Fjelden eine melancholische Ruhe und Besuch wird erwartet. ausschuß alle Angelegenheiten, welche das Berliner Rettungswesen Gleichförmigkeit. So weit das Auge reicht, erblidt es eine öde Arbeiter Bildungsschule. Der nächste Vortragsabend in betreffen, zur Erörterung fommen. Winterlandschaft, ein graues Steinmeer, ein Reich, in dem der BaumNationalötonomie findet morgen, Montag, den 29. Mai, Eine allgemeine Betriebsstörung von längerer Dauer ent- wuchs geendet hat, wo mur niedrige Wachholderbüsche, die kriechende statt. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. stand gestern früh um 9 Uhr auf der elektrischen Straßenbahn von Polarweide, nordische Beerenkräuter und Renntiermoos den Boden Achtung, Mitglieder der Freien Volksbühne. Für die Siemens u. Halste Treptow- Behrenstraße durch Versagen des bedecken, so weit nicht der Schnee seine Herrschaft entfaltet. Da 6. Abteilung wird heute Nachmittag 28/4 Uhr im Lessing- Stroms in der unterirdischen Leitung zwischen Behrenstraße und zwischen erstrecken sich weite Moore, Sümpfe und Hochgebirgsseen, Tokales. stattfinden können. Die Vorstellungen finden wie bisher um 5, um 7 und um 9 Uhr statt. bie selbst im Sommer völlig zugefroren sind. Und doch ist gerade Eine ganze Zigeunerbande, fünfzehn Köpfe start, ist im bee| von 5 M. Der Vorsitzende führte aus: Das Kammer. diese Gegend eine willkommene Sommerfrische für den Norweger, nachbarten Brig verhaftet worden. Die Bande tam von Tempelhof, gericht fei jegt im Gegensatz zu früher der Meinung, in die er sich gern zurückzieht, wenn der Schwarm Touristen aus wo sie sich schon sehr unliebsam bemerkbar gemacht hatte. In Briz daß Kinder von Dissidenten unbedingt am Religionsunterricht in der dem Süden in seine grünen Thäler eindringt. verübten die Zigeuner allerlei Unfug und belästigten die Orts Schule theilzunehmen hätten und daß Kinder hiervon nur dann Herr Hagenbeck veranstaltet zu seiner Ausstellung von Polartieren im einwohner in arger Weise. Die braunen Gesellen trieben es schließ- ferngehalten werden könnten, wenn ihnen ein besonderer Dispens Garten der Brauerei Friedrichshain Schülervorstellungen. Schul- lich so toll, daß drei Gendarmen und Gemeindediener sich gezwungen erteilt werde, was im vorliegenden Falle nicht geschehen sei. Die finder zahlen, sobald sie klaffenweise vormittags zwischen 11-12 Uhr erfahen, die ganze Bande festzunehmen und sie nach dem Rigdorfer Gründe des Kammergerichts, besonders im Falle Kräcker, seien so scheinen, nur 10 Pf. pro Kind, während die begleitenden Lehrer und Amtsgefängnis transportierten. überzeugend, daß sich ihnen das Landgericht voll und ganz anLehrerinnen nichts zu zahlen haben. Mit Rücksicht auf das ungünstige Better sind Vorkehrungen getroffen, daß die Vorstellungen auch bei Regen 81/2 Uhr auf der Oberspree gegenüber dem Restaurant" Zum unerheblich, denn ein früher für richtig gehaltenes Urteil könne durch Ein eigenartiger Unfall ereignete sich Freitagabend gegen schließe. Daß das Stammergericht früher anders entschieden habe, sei Storchnest". Ein Mitglied der Rudergesellschaft Viktoria", der ein richtigeres ersetzt werden. Die vielen Verfehlungen H's seien Der Ruderklub ,, Vorwärts" hat sich gegenüber der Abtei" Junior- Stuller Herr W. Keiner, wurde bei seiner abendlichen als eine fortgesette Handlung mit 5 M. gefühnt. Was im Deutschen Reiche alles strafbar ift! Wegen Lotteriecin Bootshaus errichtet, das nunmehr in seiner Vollendung Trainingsfahrt im Stiff von einem Vierer eines anderen Ruderklubs einen stattlichen Anblick gewährt. Nicht minder ansprechend ist das derartig angefahren, daß die Spitze des Vierers Herrn K. in die vergehens hatte sich gestern der Handelsmann Otto Preuß aus Innere des Hauses. Es birgt außer den 22 aus bestem Material selbe innerhalb weniger Sekunden sant. Trotz seiner Verlegung geworten. Dem Angeklagten wurde eine Strafthat zur Last gelegt, Seite drang und zugleich das Stiff total zertrümmerte, sodaß das Berlin vor der ersten Straffammer am Landgericht II zu verant hergestellten Booten, unter denen sich zwei Achter befinden, eine Stegelbahn, sowie verschiedene Lauben und macht durch die Billigkeit lang es Herrn K., sich am Vorderteil des Vierers festzuhalten, worauf die in Berlin und Umgebung tagtäglich in vielen Hunderten von der Speisen und Getränke in seiner Kantine den Aufenthalt für die er von den Insassen dieses Bootes aufgenommen und nach dem nahe Fällen begangen wird. Die Händler mit Apfelsinen und ähnlichen Mitglieder und deren Familien besonders angenehm. Am Donners gelegenen Bootshaus des Ruderklubs" Hellas" gebracht wurde. Früchten, welche mit ihrer Ware die Restaurants aufsuchen, pflegen tag hält Herr Mar Thiele im Klubhause zu Stralau einen Vortrag Nachdem fich Herr K. dort etwas erholt hatte, wurde er von dem meist einen Würfelbecher bei sich zu führen, mit dessen Hilfe über das Rudern, zu welchem Damen und Herren willkommen sind. Trainingsdampfer des„ Hellas" nach dem Viktoria- Bootshaus trans- fie ihre Ware„ austrudeln" lassen. Für 10 Pf. giebt es 3 bis 4 portiert und hier von dem inzwischen telephonisch aus Berlin Wurf und je nach vorheriger Bestimmung gewinnt der In Erstickungsgefahr schwebten 22 Pferde bei einem Brande, herbeigerufenen Arzt mit einem Verband versehen. Herr K., welcher Wurf über 12" oder unter 9". Es ist dies ein sehr harmloses und der Sonnabendnachmittag 5 Uhr Pantstraße 45 auf dem Grundstück einige Rippenbrüche davongetragen hat, kann nunmehr an der darum vielbeliebtes Spiel, aber niemand denkt daran, daß dies ein des Fuhrherrn M. Bölcke zum Ausbruch fam. Die erst vor einigen diesjährigen Grünauer Regatta, für die er gemeldet hatte, nicht gewerbsmäßiges Glüdsspiel" ist, welches unter das Jahren erbauten Gebäude sind noch nicht versichert, da ihnen noch teilnehmen. Strafgesetz fällt. Der Angeklagte hat sich dieses Vergehens in der äußere Puz fehlt, weshalb bisher alle Versicherungsgesuche ab= gelehnt wurden. Der ziemlich lange zweiſtödige Seitenflügel dient Im Chemiesaal der Realschule in Steglik brach Freitag Stegliz schuldig gemacht und zivar- weil die Strafbarkeit der Handfogar unter den Augen eines unifor im Erdgeschoß zu Stallungen für etwa 60 Pferde, während die nachmittag nach Schluß des Unterrichts Feuer aus, das auf eine lung ihm unbekannt war darüber befindlichen Räume zum Lagern der Futtervorräte dienen. Explosion zurückgeführt wird, aber wahrscheinlich dadurch entstanden mierten Gendarmen, der ihn darauf zur Anzeige brachte. Augenblicklich befanden sich dort Hunderte von Centnern Heu, ist, daß während eines Vortrages über Schwefeläther unbemerkt Gerichtshof nahm an, daß es sich bei diesem Spiel lediglich um den Mais, Häcksel und Stroh. Wie nun das Feuer entstand, ist noch Funken zwischen Steinkohlen fielen und diese entzündeten. Die Bufall handele. Damit sei der Begriff des Glücksspiels gegeben nicht genügend aufgeklärt, doch steht ein junger Mann im Verdacht, Flammen brachten dann den Schwefeläther und andere im Saale und demgemäß sei auf 60 Mart Geldstrafe erkannt worden. der kurz vorher Hädsel auf den Boden trug. Er wurde nach der aufbewahrte Chemikalien zur Entflammung, wobei die Einrichtung Bertha Beilstein freigesprochen. Ueber den Prozeß Beilstein Brandstelle geholt und dort einem scharfen polizeilichen Verhör unter des Saales, der in kurzer Zeit vollständig in Flammen stand, zer- wird aus Pittsburg berichtet: Die Geschworenen haben heute zogen. Als die Flammen zum Dache des Heubodens hinausschlugen, be- tört wurde. Eine weitere Ausdehnung des Brandes verhütete die Bertha Beilstein, welche ihre Mutter ermordet hat, frei fanden sich verschiedene Nachtkutscher in der im Vorderhause befindlichen freiwillige Ortsfeuerwehr. gesprochen und zwar mit dem Wahrspruche Nicht schuldig, weil Restauration. Die erste Sorge galt den im Stalle befindlichen 22 Pferden, Ueber den Eisenbahnunfall bei Gransee liegt folgender wahnsinnig." doch war deren Rettung mit Schwierigkeiten verknüpft, da die Stallungen amtliche Bericht vor: Der am 25. Mai von Warnemünde abends bereits vollständig verqualmt waren und die Tiere sich wie rasend 8 Uhr in Granjee eintreffende Schnellzug 12 fuhr infolge falscher geberdeten. Zum Ueberfluß war auch noch jedes Pferd doppelt an- Stellung der nördlichen Einfahrtsweiche auf das mit Reservewagen gelegt, was ihre Befreiung erschwerte. Es blieb nichts anderes besetzte Nebengeleis. Durch den Anprall wurden mehrere Personenübrig, als die Halftern zu durchschneiden und die Tiere aufs Gerate- wagen der letteren sowie die Zugmaschine mehr oder weniger er wohl aus den Ställen zu treiben, was auch glücklich gelang, bevor heblich beschädigt. Im Zuge selbst entgleisten ein Personenwagen die Feuerwehr antam. Das Feuer konnte auf den obersten Stock sowie der Bahnpostwagen mit je einer Achse. Personen find nicht beschränkt werden, doch sind sämtliche nicht versicherte Futtervorräte verlegt worden. Der Schnellzug 12 wurde mit 57 Mimiten Verstellung zweier Kassierer für die Hausarbeiter in der Lederwarenverloren, so daß der Besizer hart betroffen wird. spätung nach Berlin weiter befördert. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein zu Rigdorf hält am Donnerstag bei Peters in der Knesebeckstraße seine monatliche Versammlung ab. Die Mitglieder werden ersucht, rege für den Besuch derselben zu agitieren. Näheres am Mittwoch durch Annonce. " Gerichts- Beifung. " " Derlammlungen. Der Der Verband der in Buchbindereien 2c. beschäftigten Arbeiter hörte in seiner Mitgliederversammlung am 17. Mai einen Vortrag des Herrn May Schütte über„ Robespierre". Sodam wurde über einen Antrag der Ortsverwaltung beraten, der die AnBranche empfiehlt. Dieselben sollen am bestimmten Tage in der Woche einige Stunden zum Kassieren der Beiträge, sowie zur Agitation für den Verband verwenden. Als Entschädigung soll pro Stunde 45 Pf. gezahlt werden. Nach lebhafter Diskussion wird der Antrag angenommen und für den Norden das Mitglied Beyer, für Rigdorf einte einstimmig gewählt. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Zinkgießer und Stürzer nahm in seiner Sizung am 16. Mai den Kassenbericht entgegen. Danach betrugen die Einnahmen im letzten Quartal thätigkeit) des menschlichen Körpers. Gäste willkommen. Neue Mitglieder en 29. Mai, abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Fortjeßung des Vortrages über: Anatomie, Physiologie( Bau und Lebens werden aufgenommen. Vermischtes. Aus den Nachbarorten. Nieder- Schönhausen. Der nächste Lese- und Diskutier- Abend des Socialdemokratischen Arbeiter- Vereins findet am Dienstagabend 9 Uhr im Lokal von Settekorn, Lindenstr. 1, statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Socialpolitische Kenntnisse schwach. Dies Urteil, so berichtet man uns aus Weißensee, muß jeder unbefangene Zuhörer der Gewissenszwang gegen Diffidentenkinder. Der Parteigenosse 56,30 M., die Ausgaben 29,65 M.; mit einem alten Bestand beläuft Debatten über den Antrag auf Errichtung eines Gewerbegerichts, Adolf Hoffmann, der seit vielen Jahren aus der Landeskirche sich das Vereinsvermögen auf 577,13 M. Die Mitgliederzahl be der in der letzten Gemeindevertreter- Sigung zur Sprache stand, als ausgeschieden ist, erhält seit dem vorigen Jahre Strafmandate, weil beträgt 45. Bei der Vorstandswahl wurden Schwanta und zutreffend bezeichnen. Der Antrag war von einer öffentlichen Ver- er seinen dreizehnjährigen Sohn nicht an dem Seligions- Languidel zu Borfizenden, Purschke und Preißer zu fammlung gestellt und dem Gemeindevorsteher zugestellt unterricht in der Schule teilnehmen läßt. Er soll dadurch gegen Kassierern, Ihricke und Markmann zu Schriftführern und worden. Letterer erklärte, daß er früher bei gleichen Anlässen stets das Gesetz vom 23. April 1883 und gegen die Verordnung des Rüst er, Jünger und Hellwig zu Revisoren gewählt. Die eifriger Befürworter einer derartigen Einrichtung gewesen, jetzt jedoch Provinzial- Schulkollegiums vom 6. April 1897 verstoßen haben. Arbeitsvermittelung wurde dem Mitgliede Jünger, Manteuffelanderer Ansicht geworden sei. In 95 von 100 Fällen fänden heute beantragte richterliche Entscheidung und wurde auch vom straße 47, übertragen. schon Streitigkeiten durch Verhandlungen auf dem Amtsbureau ihre Schöffengericht im Februar freigesprochen. Das Schöffen Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Zahltag: Ackerstraße 123 Erledigung; die Zahl der anhängig gemachten Klagen sei eine gericht hielt eine Entscheidung des Kammergerichts vom 26. März bei Diete und Oranienstr. 185 bei Buckow, nachmittags von 3-6 Uhr. so minimale, daß man sagen fönne, ein Gewerbegericht fei 1890 für maßgebend, auf Grund dessen Hoffmann in einem gleich Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, nicht vonnöten. Genosse Gerstenberger entgegnete dem artigen Strafverfahren 1890 freigesprochen worden ist. Das Kammer- den 29. Mai, abends 8 Uhr, in den" Arminhallen", Kommandantenstr. 20, Gemeindevorsteher bei der näheren Begründung des An- gericht hatte in dem angezogenen Urteil u. a. ausgeführt: Vortrag des Herrn Dr. Benzig über:" Die Strafe in der Erziehung". Gäste trages, daß gerade die geringe Zahl anhängig gemachter Klagen Schon das Allgemeine Landrecht spricht im§ 11 II 12 ben willkommen. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen. Die Vereins beweise, daß bei gewerblichen Streitigkeiten der civilgerichtliche Weg, Grundsatz aus, daß schulpflichtige Kinder zur Teilnahme an dem versammlungen finden von nun an jeden Freitag nach dem 15. im Monat, namentlich für die Arbeiterschaft, viel zu kostspielig und zeitraubend Religionsunterricht in einer Konfession, welcher die Kinder oder ihre abends 8 Uhr bei Mörschel, Jüdenstr. 35/36, statt. Der Vorstand. fei. Aus diesem Grunde würden zum allergrößten Teil Klagen Eltern nicht angehören, überhaupt nicht angehalten werden dürfen. Achtung! Handels, Transport und Verkehrsarbeiter Berlins! überhaupt nicht erhoben. Die Furcht, daß eine derartige Institution In Ausführung dieses Grundsazes, der noch zu Recht besteht, hat nun wir machen auf die heute abend im Englischen Garten stattfindende Ver wie das Gewerbegericht nur zur Stärkung der Socialdemokratie bei der Minister der geistlichen Angelegenheiten durch Erlasse von sammlung, obigen Berufes noch besonders aufmerksam und ersuchen die trage, erkläre in den meisten Fällen das ablehnende Verhalten. Man 1872, 1875 und 1877 bestimmt, daß Schüler, die in einer Kollegen in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung zahlreich und müsse durch Annahme dieses Antrages zeigen, daß die Erkenntnis Religion beziehungsweise Konfession erzogen werden sollen, pünktlich zu erscheinen. Siehe auch Inserat. Die Vertrauensleute. Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, der socialpolitischen Aufgaben einer Gemeindeverwaltung auch hier für welche im allgemeinen Lehrplan der betreffenden Anstalt fortige Annahme des Antrages für unmöglich; zwar sei es und bedenkenlos von dem Religionsunterricht in der Schule zu diszu dämmern beginne. Gemeindeverordneter Rothe hielt eine so- Unterricht nicht angesezt ist, auf den Antrag der Eltern ohne weiteres eine gute Sache, doch müsse man erst wissen, welche Ausgaben er- pensieren sind, und daß dies insbesondere auch für die Kinder von wüchsen. Nach längerem Hin und Herdebattieren, wobei die übergroße Dissidenten, welche in gültiger Form aus der Landeskirche ausMehrzahl der bürgerlichen Vertreter es peinlich zu vermeiden wußte, getreten sind, gelten soll. Zu diesen Erlassen war der Minister principiell zu dieser Frage Stellung zu nehmen, wurde dem Antrag befugt." Der Antsanwalt focht Der Anitsanwalt focht indessen das Schöffen insoweit entsprochen, als dem Gemeindevorsteher aufgegeben wurde, gerichts- Urteil vom März 1899 durch die Berufung an innerhalb 3 Monaten der Gemeindevertretung machte geltend, daß das Kammergericht seit dem Jahre 1893 den eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten. in dem citierten Erkenntniß von 1890 vertretenen Standpunkt auf Die von den Hausbefizern bis jetzt an die Gemeinde zu zahlende gegeben habe. Nach der neuen Praxis, die das Schöffengericht nicht Wassermessermiete soll auf Beschluß fünftig nicht mehr er- beachtet habe, müßten in allen Fällen schulpflichtige Kinder in einer hoben werden. Der im Juni 1896 mit der Stadt Berlin betreffend Religion des Staates erzogen werden, ohne Rücksicht Lieferung des Waffers abgeschlossene Vertrag ist dahin abgeändert, darauf, ob die Eltern der Kirche angehören oder nicht. Dies gelte Sonnabend ein Eisenbahnzug. Der Unfall wurde dadurch baß nach Berliner Beispiel der Preis für das Wasser auch in selbst für den Fall, daß die Kinder erst nach dem Austritt der Weißensee statt 14 nur 12 Pf. pro Subikmeter beträgt. Eltern aus der Kirche geboren sein sollten. Gestern hatte sich herbeigeführt, daß die dortige Brücke geöffnet war, obwohl das Die Vermehrung des Lehrerpersonals an der katholischen nun die achte Straftammer des Landgerichts I mit der Sache zu be- Signal" freie Fahrt" zeigte. Der Eisenbahnverkehr ist erheblich Sule wurde als unbedingte Notwendigkeit anerkannt und beschäftigen. Genosse Hoffmann vertrat sich selbst. Er verwies darauf, gestört; die internationalen Büge nüffen über Haag und Haarlem schlossen, eine Lehrerſtelle zum 1. Oftober 1899 auszuschreiben. daß er fünfzehn Jahre lang seine Kinder vom Religionsunterricht und umgekehrt geleitet werden. Personen sind bei dem Unfall nicht verunglückt. Die Zahl der Schüler einzelner Klassen überschreite so berichtete ferngehalten habe, die legten acht Jahre sogar mit Rücksicht auf eine der Gemeindevorsteher schon jetzt zu einem Teil das Maximum Entscheidung des Kammergerichts. Echon wegen dieses letzteren Zwei Explosionsfälle werden aus Frankreich gemeldet. ( 80) der zulässigen Klassenfrequenz. Schuld an dem plöglichen Umstandes Seine freizusprechen. Freisprechung In der Touloner., Ecole pyrotechnique" explodierte eine Bombe, Emporschnellen der Schülerzahl trage zum guten Teil der von müßte aber besonders deshalb erfolgen, weil das All- wobei der Werkmeister getötet und mehrere Soldaten verwundet Herrn Pfarrer Stephan mit Verständnis inscenierte Zuzug von gemeine Landrecht im Teil 1 Titel 11 die völlige wurden. Ju Lagoubran, wo erst fürzlich eine Explosion Polladen"! Gewissensfreiheit garantiere. Niemand könne danach zu eines Pulverturmes stattfand, ereignete sich gestern wiederum eine Die Leiter der hiesigen Schulen sollten, nach einem früher an- einem Bekenntnisse gezwungen werden. Wenn ein Kind aber lernen Granatenexplosion, bei der zwei Personen getötet, 12 andere verlegt genommenen Antrage des Genossen Karow, über die ihnen von müsse:" Ich glaube 2c."," dann sei das ein Bekenntniszwang. Als wurden, darunter zwei lebensgefährlich. der Gemeinde zur Verwendung für Anschaffung der Schulbedürfnisse allein richtig fönnten nur das Urteil des Kammergerichts vom Aus New York wird gemeldet: Freitag morgen entstand in gewährte Pauschalsumme specifizierte Rechnung ablegen. Die vor- März 1890 und verschiedene andere im gleichen Corney Jeland, dem beliebten Badeort und Vergnügungsplatz der liegende Specifitation stimmte mit der Pauschalsumme genau über- Sinne ausgefallene Urteile desselben Gerichtes Einwohner von New Yort, ein großes Feuer, durch das 200 Häuser ein. Um losen Zungen teinen Vorwand zu üblen Nachreden zu gelten. Das Landgericht hob die Vorentscheidung auf zerstört wurden. Der angerichtete Schaden wird auf mehrere verurteilte den Angeklagten geben, wurde beschlossen, daß fünftighin Beläge beigebracht werden und einer Geldstrafe Millionen Dollars geschäßt. zu müssen. Montag 29. Ingwelde ( Hofoper aus Schwerin) Auf der Sonnenseite. Hamlet. Die beiden nenen Stadtbahnhöfe in Rummelsburg werden nach dem System der Ringbahnstationen als offene Hallen mit Schutzdach gebaut. Beide Bahnhöfe werden je 150 Meter lang. Der Ringbahnhof wird in der Höhe des alten Bahnhofes Stralau Rummelsburg zu liegen kommen und zwei Zugänge erhalten. Die eine Treppe vermittelt den Verkehr nach der Straße, die zweite Treppe den Verkehr nach der Stadtbahn. Der Stadtbahnhof wird mit dem neuen Ringbahnhof und den beiden alten Stationen( StadtRing und Vorort) ein Viereck bilden. Er erhält drei Zugänge, von denen der eine nach der Straße, die beiden anderen nach dem neuen resp. alten Ringbahnhof führen. Die beiden neuen Bahnhöfe erhalten massive Stationsgebäude und ebensolche Wartehallen. Repertoire. Königl. Opernhaus Königl. Schauspielh. Deutsches Theater wäre er Sonntag 28. Lohengrin. Post festum. Der verwunschene Pring. Cyrano von Bergerac. Schiller: 8wei glückliche Theater Tage. Leffing Theater Berliner Theater Theater Die Heimat. Margarete. ( Prevosti.) Liebesheirat. Othello. Cavall. rustic. Dir wie mir. Pas de deux. Sofgunft. des Westens Neues Theater Satisfattion. und 31. Ueberschwemmungsgefahr. Die Wasserbau Inspektion th Dresden meldet: Nach einer von der t. t. hydrographischen Landesabteilung Prag in Böhmen hier eingegangenen Voraussagung beträgt der Wasserstand bei Dresden am Sonntag 150 Centimeter über Null, langsam steigend. In Nieuwerkerk, in der Nähe von Rotterdam, entgleiste Dienstag Mittwoch 30. Regina. Ingwelde. Donnerstag Freitag 1. Sonnabend Sonntag 2. 3. 4. Tannhäuser. Die Afrikanerin. Der fliegende Holländer. Post festum. Julius Cäsar. Das fünfte Rad. Der verwunschene Pring. Die Jüdin von Toledo. Die Gefährtin. Grüner Kakadu. Paracelsus. Satisfattion. Hans. Vorher: Mutterherz. Frau vom Meere. Satisfattion. Die Badesaison. Therese Raquin. Therese Raquin. Therese Naquin. Die Badesaison. Die Badesaison. La Traviata. ( Prevosti.) Hofgunst. Eichelbergsches Ronfervatorium. Hofgunft. Hofgunft. Goldfische. Die Gefährtin. Grüner Kakadu. Paracelsus. Der Herrgott schnitzer von Ammergau. Hofgunst. Bajazzi. Cavaller.rustic. Der Traum ein Die Jungfrau Leben. von Orleans. Gefährtin, Grüne Kakadu 2c. Nm.: Die Weber. D. Frau v. Meere. Nachmi.: Der Widerspenst. 8äh. Cyrano von Bergerac. 8wei glückliche Tage. Hofgunst. Aus Friedrichsfelde wird uns berichtet: Bei der letzten Volksbersammlung versuchte unsere Ortsbehörde eine weitere Ausdehnung des Vereinsgefezes, indem der Aufenthalt der Frauen während eines politischen Vortrags in der Versammlung untersagt wurde. Der Vertrauensmann machte den Beamten auf das ungesetzliche erhielt aber nur die Antdieser Bestimmung aufmerksam, erhielt wort, daß der überwachende Gendarm die Versammlung beim Zuwiderhandeln auflösen würde. Als nun die Verfammlung zu tagen anjing, die Frauen aber den Saal nicht ver- Ständiges Repertoire. Residenz Theater: Einsiedler, Schlafwagen- Controleur.- Metropol Theater: Specialitäten- Vorstellung. ließen, auch gar nicht vom Vorstande dazu aufgefordert wurden, Central Theater: Die Puppe. Von Mittwoch ab: Waldmeister. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Opern blickten sich die Gendarmen erstaunt an. Einer derselben verschwand vorstellung: Des großen Königs Rekrut. Von Dienstag ab: Nachtomnibus Controleur. Alexanderplat Theater: Um auf furze Zeit, um sich wohl neue Instruktionen zu holen, doch die ein Weib. Ostend Theater: Die rote Mühle. Belle Alliance Theater:( Thomas Gastspiel.) Der Aktienbudiker. Versammlung tagte ruhig zu Ende. Neues Königl. Opern Theater( Kroll). Fledermaus. Dienstag und Donnerstag: Geschlossen. Nachmittags. Vorstellungen. Sonntag, 28. Mat. Deutsches Theater: Nora. Residenz Theater: Heilige Nacht.( Vorstellung des Dramatischen Vereins".) Neues Theater: Tartuffe. Schiller Theater: Theater bes Westens: Waffenschmied. Was Ihr wollt. Der von der Gemeinde Brit mit der Firma Karl Frande in Bremen abgeschlossene Bertrag, betreffend Errichtung einer Gasauftalt in Brig, hat die Genehmigung des Kreisausschusses erhalten. Central Theater: Klebermaus.- Quisen Theater: Graf Effer. V *) Weizen D.- Ctr. *) Roggen " 1 *) Futter- Gerste " Marktpreise von Berlin am 26. Mai 1899 nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. 16,25 14,90 Schweinefleisch 15,25 14,- Kalbfleisch 13,25 12,70 Sammelfleisch 1 kg 1,60 1,80 " " 1,60 Hafer gut 15,60 15,10 Butter " " mittel gering " 15, 14,50 Gier 60 Stüd " Richtstroh Heu " 14,40 14, Sarpfen 1 kg 4, 3,50 Aale " " Produktenmarkt vom 27. Mat. Brotfrüchte gaben um 1 M. nach, der Umsatz war ziemlich unbedeutend. Safer stärker angeboten und preislich etwas nachgebend. Mais schwächer, Rüböl leblos und 10 Pf. 1,10 nachgebend, da für spätere Sichten Abgabelust vorherrschte. 1- Spiritusmarkt machte sich anfänglich des Geschäfts schwache Tendenz 0,90 bemerkbar, dieselbe befestigte sich jedoch später, als hiesige Spritfabrikanten 2,60 2,- als Käufer für Locoware hervortraten. Angeboten waren 85 000 Liter 3,60 2,70er Ware, die zu gestriger Notiz gehandelt wurden. Termine anfänglich 2,-1,20 schwankend, konnten sich gleichfalls am Schluß auf gestrigem Stand be: 2,80 1,40 haupten. Witterungsübersicht vom 27. Mai 1899, morgens 8 Uhr. Am Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind rigtung Windstärke Wetter Temp. n.. 15° C.° R. 6,90 4,20 Bander " " †) Erbsen " 40,- 25,- Hechte " †) Speisebohnen 50, 25, Barsche " " *) Linsen 70, 17 Sartoffeln, neue 6, 30, 4, Schleie Bleie " " Swinemde. 757 NNW 6 wolkig Hamburg 2,60 1,- Städtischer Schlachtviehmarkt. Es standen zum Verkauf: 4214 Rinder, Berlin 2,20 1,20 1495 Kälber, 9478 Schafe, 8566 Schweine. Das Rindergeschäft wickelte sich Wiesbaden 762 SW 1,60 0,80 glatt ab; es wird ziemlich ausverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich München 2,80 1,20 glatt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang glatt: es wurde ausver Wien 1,20 0,80 fauft. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wurde ziemlich geräumt. per Schod 12, 2,50 Schwere fette Ware erzielte die notierten Preise nicht. 9 Haparanda 767 NO 2 heiter 762 759 NM 764 760 23 2616.bed. 10 Petersburg 758 774 NO 3 bedeckt 9 Cort 10 Aberdeen 772 3 bedeckt 766 5 heiter 9 Paris 4wolfent 10 1 bedeckt 10 2 heiter 11 1geiter 2516.beb. 11 8 do. Bauch 1,20 n Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 Strebse *) Ermittelt pro Tonne von der Centralfielle der Preuß. Landwirt: schaftskammer Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centner. †) Kleinhandelspreise. -O Wetter Prognose für Sonntag, den 28. Mai 1899. Nachts noch fühl, am Tage etwas wärmer, vielfach heiter, zeitweise woltig bei mäßigen nördlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Kleine Anzeigen. Vielfachen Wünschen aus dem Kreise unserer Leser und Inserenten entsprechend, werden wir vom 1. Juni ab eine neue Inseraten- Rubrik„ Kleine Anzeigen" eröffnen. Unter dieser Rubrik werden die Inserate nach Worten berechnet, so daß es jedem Inserenten möglich ist, mit Leichtigkeit den Preis einer von ihm aufzugebenden Anzeige zu bestimmen. Wir berechnen jedes Wort( auch abgekürzt) und jede Zahl mit 5 Pfennig; Worte über 15 Buch staben werden für zwei Worte gezählt. Das erste Wort wird ohne Extraberechnung fett gedruckt. Die Hervorhebung anderer Worte durch Fett: oder Sperrdrud ist unzulässig. Die Inserate betr. Schlafstellen, möblierte Zimmer u. dgl., sowie Stellengesuche und Angebote( Arbeitsmarkt) werden vom 1. Juni ab gleichfalls unter den„ Kleinen Anzeigen" veröffe ficht und entsprechend berechnet. Arbeitsmarkt- Anzeigen, in denen einzelne Zeilen oder Worte durch fette oder größere Schrift hervorgehoben werden sollen, fosten pro Zeile 40 Pf. Die„ Kleinen Anzeigen" werden in der Hauptexpedition, Beuthstraße 3, in unseren Annahmestellen, die wir in der nächsten Nummer veröffentlichen, und von sämtlichen Zeitungsspediteuren 2c. angenommen. Die Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 3. Arbeiter- Sängerbund Berlins Achtung! und Umgegend. Der Brandenburger Männer- Gefangverein feiert am 15. und 16. Juli sein 25 jähriges Stiftungsfest verbunden Ich habe mich als Rechtsanwalt hier niedergelassen. Berlin, im Mai 1899. Dr. Karl Liebknecht. Briefkasten der Redaktion. E. B. 76. Gehen Sie entweder zu einer der städtischen Fortbildungsschulen Buttbuserstr. 23 oder Ravenéstr. 4, in welchen Zeichnen gegen den halbjährlichen Beitrag von 4 M. gelehrt wird oder wenden Sie sich an die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbe- Museums, Prinz Albrechtstr. 7. Sprech stunde des Direktors von 3-4 Uhr. Arbeiter- Sekretariat. Für das in Halle a. S. zu er richtende Arbeiter Sekretariat gelangt hierdurch die mit einem Anfangsgehalt von 1800-2000 m. verbundene Stel: lung eines Sekretärs zur Aus: 19429* Bewerbungen sind bis 14. Juni zu richten an Schlafft. f. H.. sep., b. Curth, Wall2456 straße 21/22, Quergeb. Möbl. 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Generalversammlung des Verbandes der Porzellan- und Gewerkschaftstongreß stattfindet, soll Winteimann den Verein wieder verwandten Arbeiter. Rudolstadt, 26. Mai 1899. abführt. Wenn bis zur nächsten Generalversammlung wieder ein vertreten. Zum Ort der nächsten Generalversammlung wird Braunschweig bestimmt. Der Gewerkverein der Faßbinder östreichischer Alpenländer( Siz Vor einigen Monaten teilte der Direktor der Midland Eisenbahn- In der heutigen Sigung wurde die Statutenberatung fortgesetzt. in Graz) hat ein Schreiben an die Generalversammlung gerichtet, Gesellschaft in einer Generalversammlung den Aktionären mit, daß Es handelte sich fast nur um interne Verbandsangelegenheiten. worin angeregt ist, daß vom Ausland zugereifte Mitglieder gleicher er genötigt gewesen sei, einige Aufträge auf Lieferung von Unter anderem beschloß die Generalversammlung: Der Vorstand Verbände gegenseitig Reise- Unterstützung erhalten und von der EinLokomotiven an amerikanische Firmen zu vergeben. Nicht der möge ein Streifreglement ausarbeiten, worin die Bedingungen, unter trittsgebühr frei sein sollen. Der Vorstand wird zum Abschluß eines billigere Preis habe ihn dazu veranlaßt, sezte er hinzu, sondern die denen Streits stattfinden dürfen, sowie die Formalitäten, welche zu Bertrages ermächtigt. Ferner wünscht der Gewerkverein, im Anschluß an kürzere Lieferungsfrist: keine englische Firma habe es übernehmen erfüllen sind, um die Bewilligung des Vorstandes zu erlangen, ent- die nächste Generalversammlung des Centralvereins der Böttcher wollen, vor Ablauf von 15 Monaten die Lieferung auszuführen, die halten sind. Mit Rücksicht darauf, daß manche Streiks, die wegen möge ein internationaler Böttchertongreß stattfinden. Amerikaner aber verlangten nur zehn Wochen bezw. vier Monate ihrer langen Dauer der Verbandstasse erhebliche Summen kosten, Winkelmann schlägt vor, von einem internationalen Kongreß Lieferungsfrist. und doch keinen Erfolg haben, empfahl die Generalversammlung dem abzusehen, jedoch zur nächsten Generalversammlung die ausländischen Vorstand, Streiks, welche nach einer gewissen Dauer aussichtslos er- Berufsgenossen einzuladen und als besonderen Punkt„ Die interscheinen, für beendet zu erklären. nationalen Beziehungen" auf die Tagesordnung zu setzen. Die Angelegenheit wird dem Vorstand überwiesen. Die Mitteilung machte allgemeines Aufsehen und rief einen ganzen Beitungstrieg hervor; die widersprechendsten Ansichten über Thatsache, Umfang und Ursache der geringeren Leistungsfähigkeit der englischen Eisenindustrie wurden laut. Einige fachkundige Leute machten die Schwerfälligkeit der englischen Fabrikanten und die unzweckmäßige Art der Organisation der Industrie dafür verantwort lich, andere Leute waren schnell bei der Hand, die Schuld den englischen Arbeitern bezw. den Gewerkschaften in die Schuhe zu schieben. Ihnen antwortete jüngst G. Barnes, der Sekretär der großen Maschinenbauergewerkschaft, in einem interessanten Cirkular. Da die erwähnte Anklage auch in Deutschland ihr Echo gefunden hat, werden einige Auszüge aus dem Schrifftück willkommen sein. Barnes teilt zunächst eine Reihe von Zahlen mit, die darthun, daß die englische Lokomotiven- Industrie sich in nichts weniger als gedrückter Lage befindet. Sie beschäftigt mehr Arbeiter als seit Jahren, läßt Doppelschicht und Ueberzeit arbeiten, um nur alle Aufträge ausführen zu können, und weist, wie überhaupt die englische Maschinenindustrie, steigende Ausfuhrziffern auf. In den acht größten Lokomotivfabriken Englands waren beschäftigt: 1893 Jahr: Personen: 7420 1894 6 600 1895 6 220 1899 10 356 1897 Der Wert der Ausfuhr von Lokomotiven betrug: Jahr: 1893 1894 1895 1896 1898 Tausende Pfd. Sterl.: 843 750 798 1078 1.006 1 483 In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Lokomotiven In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Lokomotiven ausgeführt für 341 361 Pfd. Sterl. gegen: Jahr: 1895 1896 1897 1898 Taufende Pfd. Sterl.: 198 236 383 203 Kurz, die englische Industrie sei vollauf beschäftigt, und wenn die Fabrikanten Aufträge auf schnelle Lieferung ablehnen müßten, so deshalb, weil sie schon so viele Aufträge vorgebucht hätten, daß es für sie einfach eine physische Unmöglichkeit sei, solche zu übernehmen. Die britische Arbeit ist so voll beschäftigt, die ganze Welt von China bis Peru zu versorgen, daß ihr keine Zeit verbleibt, die Midlandgesellschaft auch noch zu befriedigen. " Eine längere Debatte entstand über einen Antrag: Das Verbandsorgan„ Die Ameise" zu vergrößern, den Inhalt desselben auszugestalten, und zu diesem Zweck den Organbeitrag um 5 Pf. zu erhöhen. Zum besseren Verständnis sei bemerkt, daß der Verband für die Lieferung der„ Ameise" einen besonderen Beitrag von den Mitgliedern im Betrage von 25 Pf. vierteljährlich erhebt. Bon diesen Beiträgen können natürlich die Kosten des Organs bei weitem nicht gedeckt werden, es ist also ein erheblicher Zuschuß aus der Verbandskasse erforderlich. Mehrere Delegierte aus fleinen Orten und entlegenen Gegenden widersprachen dem Antrage auf Vergrößerung des Organs, weil sie meinten, sie könnten die Erhöhung des Beitrages um 5 Pf. vierteljährlich vor ihren Mandatgebern nicht verantworten, und diese legten auch keinen großen Wert auf das Organ. Damit sind die Arbeiten der Generalversammlung zu Ende. lper hält eine anfeuernde Schlußrede, worin er unter begeiſtertem Beifall gegenüber der Zuchthausvorlage fagt: Sollte das an gedrohte Gesez kommen, dann wollen wir erst recht zusammenhalten, fo fest, wie wir es unter dem Socialistengeses gethan haben! Mit einem Hoch auf den Centralverein und auf die internationale Arbeiterbewegung schloß JIpert die Generalversammlung. Gerichts- Beitung. K. Es Hochzeitsfeier und öffentliche Tanzluftbarkeit im Polizeistaat. Im Lokale des Gastwirts Komaret war eine Hochzeit ge= Demgegenüber vertraten andere Delegierte, namentlich auch der feiert worden, an der sich über 100 Personen beteiligt hatten, Verbandsvorsitzende Wollmann, der Redacteur Jahn und der Natürlich hatte man fleißig getanzt. Die Polizei nahm an, daß aus Vertreter der Generalkommission Sabbath den Standpunkt, daß der Feier ein öffentliches Tanzvergnügen geworden sei und bedachte das Preßorgan eines der vorzüglichsten Mittel im Kampfe. mit einem Strafmandat, weil er hierzu nicht die polizeia St. beantragte richterliche für die Intereffen der Gewerkschaft, sowie zur geistigen liche Erlaubnis nachgesucht habe. Hebung der Mitglieder und zur Agitation in rückständigen Gegenden Entscheidung. Das Schöffengericht stellte fest, daß an den Tanz sei. Wollmann sagte unter anderem, es scheine, als ob ein sich auch Leute beteiligt hatten, die nicht ausdrücklich zu der Hochzeit Theil der Mitglieder in dem Verbande nichts weiter als einen geladen waren; gleich der Polizei nahm es deshalb an, daß bei St. Unterſtügungsverein erblicke. Tagelang habe man sich hier mit eine öffentliche Tanzluftbarkeit stattgefunden habe. Das Schöffen versammlungen anderer Gewerkschaften solche Anträge im Vorder- gericht bestätigte diese Entscheidung. führte noch aus, Unterſtügungsfragen beschäftigt, wogegen auf den General- gericht verurteilte S. zu einer Geldstrafe von 15 M. und das Lands grund ständen, welche sich mit Fragen der Agitation, Organisation, habe gewußt, daß viele Personen kommen und daß auch, fowie überhaupt des gewerkschaftlichen Kampfes beschäftigen. Es wie üblich, nicht besonders geladene Leute an dem Tanz sei dringend zu wünschen, daß auch die Mitglieder des Porzellan- teilnehmen würden; er hätte darum die Erlaubnis einholen oder arbeiter- Berbandes mehr Interesse für diese Hauptaufgaben aber Vorkehrungen treffen müssen, durch die die Teilnahme der Nichtgeladenen verhindert wurde. K. legte nunmehr die Revision der gewerkschaftlichen Bewegung an den Tag legen. ein und machte geltend, daß die Oeffentlichkeit des Vergnügens nur dann anzunehmen wäre, wenn daran jeder Beliebige hätte teilnehmen dürfen. Im übrigen wäre doch nicht er, sondern der Festgeber verantwortlich. Das Kammergericht hob dann auch das landgerichtliche Urteil auf und verwies die Sache nochmal an die Vorinstanz. Zur Begründung wurde ausgeführt: Wenn der Hochzeitgeber Leuten den Zutritt ges statte, die vorher nicht eingeladen waren, dann seien es dennoch seine Gäste und die Oeffentlichkeit werde durch ihre Teil nahme nicht hergestellt. Etwas anderes würde es jedoch sein, wenn der Gastgeber sich nicht um die Zulassung solcher Leute kümmerte und wenn der Wirt durch sein Verhalten ihre Teilnahme an dem Feste ermöglichte. In diesem Falle wäre die Hochzeitsfeier thatfächlich zu einer öffentlichen Tanzluftbarkeit geworden und der Gasts wirt hätte die Verantwortung zu übernehmen. Nach dieser Richtung hin müsse das Landgericht den Thatbestand nachprüfen. Der Antrag auf Vergrößerung des Organs wurde schließlich in namentlicher Abstimmung mit 37 gegen 4 Stimmen beschlossen, die Erhöhung des besonderen Organbeitrages aber abgelehnt und die Mehrkosten der Vergrößerung der Verbandskasse auferlegt. Ein Antrag: Die neunstündige Arbeitszeit soll in allen Fabriken gefordert, eventuell der Versuch gemacht werden, diefelbe mit allen gesetzlichen Mitteln durchzudrücken", wurde dem neu zu wählenden Vorstand zur Erwägung überwiesen. Neunte Generalversammlung des Centralvereins der deutschen Böttcher. Köln, 25. Mai 1899. Man fährt in der Beratung über 2ohntarife und Streits fort. Bergmann- Mülheim a. Rh. ist von der Lohnbewegung in Rheinland und Westfalen nicht befriedigt. Sie sei vor der Beit beendet worden. Zwar sei der Sieg auf Seiten der Arbeiter, aber man habe nicht verstanden, die entsprechenden Vorteile daraus Dies die eine Seite der Frage. Die andere ist, daß in der That die Lokomotivenausfuhr der Vereinigten Staaten verhältnis: mäßig schneller wächst als die Englands. Ohne sich mit den„ nie Zufriedenen" zu identifizieren, die immer noch glauben, daß England die Werkstätte der Welt zu sein habe", geht Barnes auch auf diese Frage ein. Er bestreitet nicht, daß die amerikanischen Fabrikanten im derzeitigen individualistischen Geist der Arbeiter Ameritas einen gewissen Vorteil vor den englischen Fabrikanten voraus haben. Dieser Geist, ein Erbstück aus der Zeit, wo jeder es zu ökonomischer Unabhängigkeit bringen konnte, werde notgedrungen vor den neuen Verhältnissen verschwinden und der Gewerkschaftsgeist auch die amerikanischen Arbeiter erfüllen. Heute aber herrschten in der amerikanischen Industrie Verhältnisse wie anfangs des Jahrhunderts in England, der Fabrikant thue, was er wolle, er rackere die Arbeiter bis zu völliger Erschöpfung ab. In der Lokomotivenfabrik von Baldwin Brothers in Philadelphia schafften die Arbeiter, die zu ziehen. Nachtschicht hätten, 13 Stunden mit nur 20 Minuten Eßpause. Ilper meint demgegenüber, es sei doch als guter Erfolg zu Solche Arbeitszeit aber fei unvereinbar mit gebührender Erfüllung bezeichnen, daß der Arbeitgeber- Verband schriftlich das Versprechen der Pflichten gegen Familie und Gesellschaft und Erhaltung der gegeben habe, daß am 1. Juli 1899 in Rheinland und Westfalen Leistungsfähigkeit auf längere Zeit. Und heißt es wörtlich die 91/2 stündige Arbeitszeit eingeführt werde. Der einheitliche Tarif für die 91/2 stündige Arbeitszeit eingeführt werde. Der einheitliche Tarif für während wir die Notwendigkeit, möglichst auf der Höhe der Zeit zu ganz Deutschland werde stets ein frommer Wunsch bleiben. Bei den bleiben, voll anerkennen, nehmen wir feinen Anstand zu erklären, Buchdrudern, die überall die gleiche Arbeit haben, jei er durchführ daß der britische Maschinenbauer sich auf diese lange Arbeitszeit nicht bar, bei den Böttchern aber wegen der Vielgestaltigkeit unmöglich. einlassen wird, mag das Gefchäft gehen, wohin es Man möge auf die neuneinhalb- oder neunstündige Arbeitszeit hinwill." Es gebe aber noch andere Mittel, das Geschäft im Lande wirken und zu allererst einmal sorgen, daß in ganz Deutschland die zu halten, und diese lägen mehr in der Hand der Fabrikanten, als zehnstündige Höchstarbeitszeit und ein Minimallohn erreicht werde. der Arbeiter. Infolge der anstrengenden Arbeit sei das Accordsystem gerade im von und verwüstender Wirkung Böttcherberuf die Arbeitskraft. man Darum müsse es AnDas erste Mittel sei: vollste Ausnutzung des Ma schinenwesens. Arbeiter und Fabrikanten thäten gut, hierauf früh ihr Augenmerk zu richten und die Arbeitszeit so zu regeln, daß die Konkurrenz- Arbeiten der Arbeiter unter sich beseitigen, das Ordnungsparteiliches. Aus Halle a. S. schreibt man una Unterbrechung für das erste Frühstück wegfallen und die Arbeitszeit die Unternehmer immer im ganzen verkürzt werden könne. des " Der Reichs Militärfiskus war auch für die Wohnungen der Offiziere in der Kadettenanstalt zu Groß- Lichterfelde zur Gemeinde- Grundsteuer herangezogen worden. Der Bezirksausschus stellte ihn jedoch hinsichtlich der betreffenden Wohnungen frei und das Ober Verwaltungsgericht bestätigte diese Entscheidung aus folgenden Gründen: Wenn auch§ 24, Abfah II des Kommunale Abgabengesetzes die Befreiung der Dienstwohnungen und Dienst. grundstüde der Beamten von der Gemeindegrundsteuer aufhebe, fo gelte dies noch nicht ohne weiteres für die Dienstwohnungen der Offiziere. Offiziere. Dienstwohnungen und Dienstgrundstücke der Offiziere seien dann zur Gemeindegrundsteuer nicht heranzuziehen, wenn die Grundstücke oder Wohnungen unmittelbar zum öffentlichen Dienste oder Gebrauch bestimmt sind. Dies wäre der Fall, wenn die Grundstücke oder Wohnungen den Offizieren überwiesen seien, weil deren dauernde Anwesenheit in den betreffenden militärischen stalten im Dienstintereffe erforderlich sei, nicht aber, wenn die Offiziere lediglich dort wohnen sollten. Ersteres treffe nun vernichte bei der Kadetten- Anstalt zu Groß- Lichterfelde unzweifelhaft zu, die das häßliche Freistellung sei somit gerechtfertigt. und immer wieder zur Kürzung vom 26. Mai. Heute wurde vor dem Schöffengericht die PrivatMan müsse sich in den Werkstätten der Accordsäße veranlasse. Thiele gegen den Vertreter Bundes der Landwirte, Das zweite Mittel sei: Centralisation der Industrie. einigen, wie hoch der einzelne in seinem Verdienst bei Accordarbeit flage des Besizers der konservativen Halleschen Zeitung" Otto Was auch die zeitweilige Rüdwirkung der amerikanischen Syndikate gehen dürfe. Baginewsti Dresden: In Sachsen haben wir Dr. Streubel verhandelt. Dr. Kreubel verhandelt. Dr. Kreubel hat den Thiele in einer ( Kartelle, Trusts) auf die Position der Arbeiter ist, sie haben ganz die Maschinenarbeit. Es giebt dort Fabriken, die wöchentlich 500 Versammlung des konservativen Vereins im Goldnen Schiffchen sicher zu größerer Dekonomie in der Arbeit geführt." Ihr Resultat bis 600 Gefäße liefern, aber nicht einen gelernten Küfer beschäftigen. Zump genannt und Thiele hat den Dr. Kreubel als unanständigen fei die Verbilligung der Produktion als Frucht der Fabrikation Winkelmann: Wenn man Lohnforderungen aufstellt, so darf Menschen bezeichnet und ihm vorgeworfen, er habe Hausknechtsauf großem Maßstabe. Unnüßes Personal sei ausgemerzt, die Arbeit deren Berechtigung nicht ausschlaggebend sein, vielmehr muß aud) manieren an sich. Es handelt sich um den Vorgang, worüber wir schon einmal berichtet haben. specialisiert und damit ihre Leistungsfähigkeit erhöht worden. Be- die Erreichbarteit geprüft werden. Heute tam 11. a. in stimmte Maschinen wurden ausschließlich für bestimmte Arbeiten ver- Nachdem noch mehrere Redner sich besonders mit dem Streik in der sehr interessanten Verhandlung zur Sprache, daß sich wendet. In der vorerwähnten Fabrik von Baldwin würden nahezu Rheinland und Westfalen beschäftigt hatten, wird eine Resolution an- im Vorstande des konservativen Vereins ein Herr Haupt 18 000 Mann beschäftigt, mehr als( von Eisenbahn- Werkstätten ab- genommen, worin die Generalversammlung erklärt, daß der Ein mann a. D. Liebermann befindet, dem vom Kaiser das Recht gesehen) in allen Lokomotivfabriken Englands zusammengenommen. führung einheitlicher Lohntarife für den Böttcherberuf in Deutschland zum Tragen der Uniform ab erkannt worden ist. Weiter wurde Sie würden fast ausschließlich zur Anfertigung eines beſtimmten durch die Mannigfaltigkeit der Betriebsarten unüberwindliche erklärt, daß der Landrat v. Werder gelegentlich der letzten Reichstags. Typs( Modells) von Lokomotiven beschäftigt, welche Specialisierung Schwierigkeiten entgegenstehen; ferner, daß die Accordarbeit nach zu neuen Ersparnissen geführt habe. Kurz Centralisation und Möglichkeit beseitigt und ein Minimallohn von 24 Mark und eine wahl im konservativen Verein einmal gesagt habe: Stäme es zwischen dem Freisinnigen Schmidt und dem Sozialdemokraten Kunert zur Auf Grund des Specialisation geben den amerikanischen Produzenten einen enormen Verkürzung der Arbeitszeit erstrebt werden muß. Stichwahl, dann würde ich lieber meine Stimme Vorsprung, und insoweit, als sie auf der Linie des Fortschritts neuangenommenen§ 2 des Streikreglements beſchließt die General- tunert, als dem Schmidt geben. Das Resultat der ziem liegen, würden wir sie hier willkommen heißen. Und, was vielleicht versammlung, daß grundsäglich bei allen Angriffsstreiks, bei denen fich vier Stunden dauernden Verhandlung war, daß Dr. Kreuber ebenso wichtig ist, es muß zwischen Unternehmern und Angestellten die Ortsverwaltungen die in§ 2 niedergelegten Bestimmungen nicht und auch Buchdruckereibesizer Thiele wegen Beleidigung in je zwei nach Recht und Billigkeit gehandelt werden. Beide sind bis zu einem erfüllt haben, ebenso bei vom Hauptvorstand nicht genehmigten Fällen zu 40 M. Geldstrafe ev. 4 Tagen Gefängnis verurteilt wurden. gewissen Grade durch eingewurzelte Gewohnheiten und sociale Be- Streiks, die Unterstützung zu versagen ist und die betreffenden Filialen bingungen gehemmt und gebunden. Aber es ist der Beweis schon sich selber überlassen bleiben. geliefert worden, daß selbst innerhalb dieser allgemeinen Be- Beim elften Puntt: Organisation und Agitation bingungen ein weiter Spielraum gelaffen ist für die erfolgreiche ist beantragt, die Agitationskomitees aufzuheben. Mehrere Redner Befolgung dessen, was man nicht unzutreffend die Politik des ein- sagen, der durch die Komitees erreichte Nußen sei unbedeutend; es jichtsvollen Interesse genannt hat." Beweis: die Hills, Mather, sei besser, wenn der Hauptvorstand die Agitation regele. Die fächfiAllan, auf deren Werken die Verbindung von Intelligenz mit der schen Delegierten treten für das Bestehen der Komitees ein. Folgende törperlichen Arbeit ermuntert werde, ohne zu ungebührlicher Aus- beiden Anträge werden angenommen: Die Agitationskomitees sind Seutung zu führen. In der von ihnen eingeschlagenen Richtung liege aufzuheben. Die Agitation ist von dem Hauptvorstand gemeinsam mit dem Ausschuß zu regeln. Der Fortschritt. So das Rundschreiben, das vornehmlich darum bemerkens- Bisher war der Vorsitzende des Vereins zugleich der Kassierer. vert ist, daß es unumwundener als irgend ein früheres Von Hamburg ist beantragt, die beiden Aemter zu trennen. Das bei Köln ein Geschäft unter dem Namen seiner Frau begründete, Zum Vorsitzenden wird Winkelmann, zum offizielles Aftenstück des Maschinenbauer Vereins das Hohe wird abgelehnt. modernsten Betriebsformen der man Redacteur Holtmann und zum Schriftführer Knusi wiederia, wie ieht, des Trusts singt. Ebenso gemäßigt im Ten wie es ent- gewählt. Ferner werden drei Meisiger bestimmt. Die Mevisoren ichieden in der Sache ist, zeigt es den Umschwung it der Denkweise sollen in Bremen, dem Siz des Vorstandes, gewählt werden. ant, der sich seit einigen Jahren in dieser großartigen Organisation Winkelmann erklärt, mit dem bisherigen Gehalt von 1600 M., Jollzieht und durch den erfolglosen Kampf von 1897/98 die größte angesichts der großen Verantwortlichkeit des Kassiereramtes, der geringen Bei jenem Kampf mischten sich noch Diäten, nicht auskommen zu können. Ein Antrag auf Erhöhung von Förderung erfahren hat. noderne und rückständige Bestrebungen: Versuche, die Ein- 200 m. jährlich wird mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt. Beschlossen führung arbeitsparender Maschinen zu erschweren, mit Forde wird, das Gehalt des Vorsitzenden und des Redacteurs um je 100 m. cungen, welche steigende Oekonomie in der Produktion voraus zu erhöhen. Es liegt ein Antrag vor, das Verhältnis zur Generalfommission des Kampfes jezzen, dieser zwieschlächtige Charakter war eine der Hauptursachen seines ungünstigen Ausganges. Von der deutschen Gewerkschaften zu lösen. Holtmann befürwortet 26. Mai, Auskunft wegen Gründung einer Zuschußtaffe für Photo: ihm ist in diesem Rundschreiben nichts zu mierten. Was es hinsicht ihn; man habe nicht den geringsten Vorteil durch die Kommission graphen erbeten hat, wird ersucht, am Dienstag, der nächsten Sprechstunde, lich der Vorteile der Specialisierung in der amerikanischen Lokomo- gehabt. Winkelmann spricht dagegen. Der Antrag wird nach noch einmal vorzusprechen. tivenindustrie sagt, stimmt mit den Feststellungen der Fachpresse einer längeren Beratung gegen mehrere Stimmen abgelehnt. Weiter P. P. 75. Ein ganzes Los der preußischen Klaffenlotterie kostet inkl. überein. Die Amerikaner banen bestimmte Typen sozusagen auf erklärt sich die Versammlung damit einverstanden, daß der Steuern und Schreibgebühren für jede Klasse 44 M. Bei einem Gewinn Lager", die Engländer sind gewohnt, sehr detaillierte Bestellungen Verein den auf ihn entfallenden Teil an dem in Frankfurt für die von 220 Mt. haben Sie für netto 5,79 M. zu beanspruchen. Brünner Textilarbeiter bewilligten Betrag an die Generalfommission Franz. Uns ist von einer Verhandlung noch nichts bekannt geworden zu erhalten, deren Anfriz allein längere Zeit in Anspruch nimmt. lied und U In Konstanz begann am Donnerstag vor der Straffammer der Prozeß gegen den Kaufmann Hermann Ern aus Leichlingen, welcher angeflagt ist, von London und Manchester aus eine Reihe deutscher und schweizerischer Firmen durch betrügerisch Waren bestellungen und Wechselgeschäfte um Tausende von Mark gebracht zu haben. Es stehen acht Fälle aus den Jahren 1892 bis 1897 zur Verhandlung. Außer zwei Schreibsachverständigen ist als Zeuge Direttor Stanislaus Neuschel aus London geladen, welcher sich um die Aufdeckung des Betruges der Londoner Schlittenfahrer verdient gemacht hat. Ern, der im Jahre 1898 England verlassen und in Ohligs wurde im September desselben Jahres verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die gestrige Sigung wurde durch das Verhör des Angeklagten und die Vernehmung eines Teils der Zengen ausgefüllt. Das Urteil wird wahrscheinlich erst heute gefällt werden. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7/2 bis 8 1hr abgehalten. Der Fragesteller, der in der juristischen Sprechstunde am Freitag, den Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung, Theater. Sonntag, den 28. Mai. Freie Bolfsbühne.@effinge Theater: 6. Abteilung ( arline Starten): Der Revifor Anf. 2 Uhr. 8. Abteilung ( graue Karten), FriedrichWilhelmstädt. Theater: Einfame Menschen. Anf. 28/4 Uhr. Opernhaus. Lohengrin. Anf. 7 Uhr. Montag: Ingwelde Schauspielhaus. Post festum. Der verwunschene Brinz, Anfang 71/2 Uhr. Montag: Auf der Sonnenseite. Neue Oper( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 7 Uhr. Montag: Die Fledermaus. Deutsches, Cyrano von Bergerac. Anfang 7 Uhr. Nachm. 2½ Uhr: Nora. Montag: Hamlet. Leifing. Heimat. Anfang 7% Uhr. Montag: Therese Naquin. Berliner. Die Badesaison. Anfang 712 Uhr. Montag: Othello. Residenz. Der Schlafwagen- ConM troleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Mittags 12 Uhr: Matnee: Heilige Nacht. Montag: Der Schlafwagen- Controleur. Vorher: Zum Einsiedler. Schiller. Zwei glückliche Tage, Au fang 8 1hr. Nachm. 3 Uhr: Was ihr wollt. Montag: Satisfattion. Nenes, Eine Liebesheirat. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Tartuffe. Montag: Hofgunft. Urania Tanbenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: Central Theater Direttion: José Ferenczy. Nachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die Fledermaus. Operette in 3 aften von Joh. Strauß. Abends 71/2 Uhr zum 141. Male: Das Land der Fjorde. Die Puppe( La Poupée). Montag: Dasselbe. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Berliner Aquarium Unter den Linden 68 a, Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 25 Pf. Reichhaltigste Sammlung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 86/15 Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit. 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Achtung! Volks- Versammlung Montag, den 29. Mai 1899, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Keller, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Die Ausbeutung des Proletariats durch die Krantenzuschußkassen. Referent: Genoffe R. Hübner. 2. Distuffton. 3. Verschiedenes. Die Vorstände der Krankenzuschußtaffen, Allgemeine Volkskrantentaffe ( E. H. Nr. 126), Voltswohl( Nr. 127) usw. find hierzu besonders eingeladen. 260b] Der Einberufer. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 29. Mai, abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20: 55/7 Vortrag des Herrn Dr. Penzig über: ,, Die Strafe in der Erziehung". Gäste willkommen. Der Vorstand. im Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 4. Juni, vormittags präcise 10 Uhr, Nebensaale der Brauerei Friedrichshain: Ausldjuhlihung. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Besprechung über das Sängerfest. 3. Verschiedenes. Die Sigung wird pünktlich eröffnet, sämtliche Vereine müssen vertreten sein. Im großen Sale, präcise 12 Uhr: Beginn der ebungskunde. 16/8 Folgende Lieder werden geübt: Freiheit"," Völkerfrühlingslied" und Liedeslust". Sämtliche Vereine Berlins und naher Umgegend find verpflichtet, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Bundesmitgliedstarte Legitimiert. Der Vorstand. NB. Ausgabe von 2 neuen Liedern. Beiträge werden entgegengenommen. Alhambra, D. D. Wallner- TheaterStrasse 15. Deutscher Holzarbeiter- Verband. gerant Branche der Korbmacher. Jeden Sonntag großer Ball. Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. inkl. Tanz und Entree. 2496 A. Zameitat. Montag, den 29. Mai, abends 8 Uhr, Andreasstr. 26: ägt. v. morgens 8 bis abends 11 Uhr Versammlung. 8 Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zur Zwangsinnung der Korbmacher. 2. Branchen: angelegenheit. 3. Verschiedenes. Branchen Versammlung der Musikinstrumenten Arbeiter N Mittwoch, den 31. Mai, abends 8%, 1hr, im Lokal Süd- Ost, Waldemarstraße 75. Tages Ordnung: 1. Arbeitslosen- Unterſtügung. Disfuffion. 2. Fragebogen. 3. Wertftatt: Die Vertrauensmänner sind verpflichtet, für die Versammlung zu agitieren. angelegenheit und Verschiedenes. Parkettbodenleger! Montag, den 29. Mai 1899, abends 8 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106: Centralverband der Handels-, Transport- und Dersammlung. Verkehrsarbeiter. Bureau; Bischofstraße 13. Sonntag, den 28. Mai, abends 7 1hr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Große Mitglieder- Versammlung mit Frauen. 1 Tages Ordnung: 1. Bericht des Kollegen Schumann über:„ Der Gewertschaftskongre in Frankfurt a. M.". 2. Die Bedeutung der Astronomie für den Verkehr. Referent: Direktor F. S. Archenhold von der Sternwarte in Treptow. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten 67/5 Nachdem: Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr gern gesehen. Die Ortsverwaltung. Musikinstrumenten- Arbeiter! Montag, den 29. Mai, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstr. 27: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Fortsegung der Diskussion über Einführung eines Streiffonds. 2. Wahl eines Stellvertreters des Vertrauensiannes. 3. Gewerkschaftliches. 141/19 Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet zahlreichen Besuch Der Vertrauensmann Arendt. Händler und Händlerinnen! Freitag, den 2. Juni, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27e: Große öffentliche Versammlung. い Tages Ordnung: 1. Der Krieg gegen ben Straßenhandel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Bericht der Agitations- Kommission und Neuwahl derselben. 5. Bericht der Revisoren und Wahl derselben. Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Die Agitations- Kommission. 88/2 J. A.: Müller, Weinstr. 23. Achtung! Former. Achtung! Montag, den 29. b. M., abends 8½ Uhr: Gr. öffentliche Versammlung der Former und Berufsgenossen im ,, Kolberger Salon", Kolbergerstrasse 23. Tages Ordnung: 1. Die Lage der streitenden Former und Berufsgenossen in Deutschland. 2. Sind die Berliner Kollegen gewillt, Streifarbeit anzufertigen oder nicht? 3. Verschiedenes. 61/10 Kollegen und Mitarbeiter! In Anbetracht, daß es für Berlin unbedingt nötig ist, Gure Ansicht über diese Frage zu hören, müßt Ihr Mann für Mann am Plage sein. Referenten zum 1. und 2. Punkt sind: August Plath und Otto Naether. Kollegen! Denkt au 1897. Der Einberufer. Jebe Wertstelle muß vertreten sein, damit feinen ein Borwurf trift Ruder- Verein Vorwärts, Berlin. Zu der jetzt beginnenden Ruderiaison erlaubt sich genannter Verein, alle Freunde und Gönner des Rudersports darauf aufmerksam zu machen, daß jetzt die günstigste Gelegenheit ist, dem Verein beizutreten. Der Ruber- Verein Vorwärts bezweckt, der weniger bemittelten Klaffe, unter Vermeidung zu großer Ausgaben, den schönen und gefunden Rudersport zu ermöglichen, und sind deshalb die nachfolgenden Bedingungen fo mäßig festgesetzt, daß auch der Unbemitteltfte in der Lage ist, dem Vereine beizutreten. Männliche Mitglieder zahlen pro Woche 50 Pf. Beitrag und 3 Mart Einschreibegebühr; weibliche Mitglieder 30 Pf. pro Woche Beitrag und 2 Mart Einschreibegebühr. Sigungen finden jeden Donnerstag, abends 9 Uhr, im eigenen Klubhause in Stralau, Berläng. Dorfstraße, statt. Gäfte willkommen. Nächste Bereiusversammlung Donnerstag, den 1. Juni, verbunden mit Vortrag des Herrn M. Thiele über:" Das Rudern". Damen und Herren willkommen, Gintritt frei.[ 267/4] Der Vorstand. Verschiedenes. Tages: Ordnung: Bortrag über„ Alters- und Invalidenversicherung". Disfuffion Um zahlreichen Beſuch ersucht Die Kommission. Tapezierer! und 81/5 Dienstag, den 30. Mai, abends 9 Uhr: Versammlung beider Filialen Filiale Nord: Brunnenstr. 188. Hiesiges helles Lagerbier. Warme URATION Mittags ZUM Küche. GOLDENE Tisch. Dresdener Münchener Bürger- Bräu. F. Felgentre, vane 33. Neues Rohtabak- Lager bietet Fabrikanten befondere Vorteile in guten Qualitäten zu billigsten Preifen. En gros. En detail. A. 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Die Haftsumme der Genossen hat sich vermehrt um 240 0.256b Genossenschafts- Tischlerei Oftenb. ( Gingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Achtung! Achtung! Danzigerstr. 93. Allen Freunden und Bekannten Bier- Lokal. Zwei Vereinszimmer sind zu vergeben. empfehle mein Weiß und Bayrisch241b Emil Rieb, Shantwirth. Borstenbergersche Sterbefasse Nr. 31. Gegründet zu Berlin 1845. Aufnahme neuer Mitglieder an jedem eriten Sonntag im Monat nachmittags on 4-7 hr bei Kummer. Aderstraße 13; Männer wie Frauen, welche gefund sind und das 45. Lebensjahr Sitten haben, tönnen ber überschritten Staffe beitreten. 2436 Beitrag jährlich 3,20 m. Sterbegeld 45 90 M. C. Wünsche, N., Aderftr. 65. Bessere Stellung höheres Gehalt erlangen Sie durch[ 16792* brieflichen Unterricht in Größte Auswahl! Billigte Breife! Buch führung Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wuscheck über Guter Brand! Borzügliche Qualität! Konsumgenossenschaften. 2. Distuffion. 3. Bericht der Arbeitsnachweis: Kommission und bes Bibliothetars. Filiale Süd: Lindenstr. 106 bei Zubeil. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Arbeitsnachweis Kommission. 2. Bericht des Bibliothekars. 3. Fortsetzung der Diskussion über" Inter: nationale Gewertschaftsbewegung". 177/14 Arbeiter und Arbeiterinnen Charlottenburgs! Montag, den 29. Mai 1899, abends 8 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Ballfir. 94: Gr. öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: VM 1. Die übermäßige Ausbeutung der Arbeiter in der chemischen Industrie, fanitäre Mißstände, speciell in der chemischen Fabrit auf Aftien vorm Schering. Referent: H. Faber, 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 64/10 Sämtliche Fabrikations- Utensilien. ( Neue Formen, fehr ge. Ausw. à 1.40 M.) Man verlange Breis: Verzeichnis. 17109* Heinrich Fraud, Nr. Schönschreiben, Mundschrift, Rechtschreiben, Stenographie, Englisch, Französisch oder durch mündlichen Unterricht einige Wtonate im Institute. Prospekte und Probebrief gratis. C. Janes, Dortmund. 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Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Besuch der Sternwarte findet am Sonntag, den 4. Junt, nachmittags 4 Uhr, statt. Billets a 75 Pf. find noch im Bureau zu haben. Achtung! Rabitzputzer. Der Einberufer. Neu! Richard Lanzky, Neu! Berlin O., Langeitr. 38, am Schlesischen Bahnhof,[ 19529* empfiehlt fein ganz neu eröffnetes Weiß und Bayrischbier- Lokal zur Achtung! gefälligen Benusung. Für gute Speiſen und Getränke ist bestens gesorgt. ( Mittwoch, den 31. d. M., abends& the, Lindenstr. 106: Außerordentliche Mitglieder Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. E 254/17 Der Bevollmächtigte: G, Gollert. Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen( Mitgliedschaft Berlin). Dienstag, den 30. Mai, abends 8% Uhr, Dresdenerstraße Nr. 45; Mitglieder- Versammlung. Tages: Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl: Welchen Standpunkt nimmt die Gesundheitspflege zur sogenannten englischen Tischzeit ein?" 2. Diskussion. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte fiets willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Vereinsbrauerei- Ausschank Rixdorf Serrlicher Garten und große Säle. Mittwochs und Sonntags: Gr. Frei- Konzert. Oeconomie: Martin 17219*] Pankow. Berndt Borzügliche Küche, Wurstpavillon, Schießstand, Kegelbahnen u sonstige diverse Belustigungen. Raffeetiche von 2 Uhr ab geöffnet. Pferdebahn vom Morigplatz für 10 Pf. bis zur Brauerei Schweizerhaus. Kaiser Friedrich Straße 12. 3. Bericht vom Arbeitsnachweis. 4. Bercinsangelegenheiten und Ber Beden Sonntag: Große Theater- u. Specialitäten- Borstellung fchiedenes. 70/20 Die Ortsverwaltung, Achtung! Vereine! Hoffmanns Volksgarten, Westend, nahe am Bahnhof, Kastanien Allee 1, am Spandauerberg. empfiehlt den geehrten Vereinen seine 6000 personen faffenden Vokalitäten nuit Tanzsaal und großer Kaffeeküche zu Sommerfesten 2c. Jeden Sonntag: Frei- Konzert.g Carl Hoffmann, Alexanderstr. 27c( Englischer Garten). 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. 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Da mittels eines Inserats: Feinstes Pichelsdorfer Lagerbier für Berlin für 17 M. per To. frei Haus ohne Berechnung von Spund: geld von Pfaff& Voigt in Charlottenburg angeboten wurde, so fehen wir uns veranlaßt, öffentlich bekannt zu geben, dass die Firma Pfaff& Voigt in feinerlei Geschäftsbeziehung zu uns steht. Dieselbe handelt im Auftrage der Malzfirma Franz Gericke in Riesa, die, um uns zu einem auch thatsächlich zu stande gekommenen Antauf von Malz zu bestimmen, ein fleines Quantum Bier von uns getauft hat, allerdings zu einem Preis, der sogar bei bedungener unfrantierter Lieferung ab Pichelsdorf erheblich höher ist, wie der, zu welchem dieselbe das Bier in Berlin und dazu frei ins Haus anbietet. Die Firma Franz Gericke in Riesa, die biefes Inserat veranlaßt hat, hat alfo ihren Zweck bezüglich der Malzlieferung erreicht, während sie ihrerseits bei Abschluß des Malz- und Bierlieferungs- Vertrages unerwähnt ließ, daß sie für das gekaufte Bier gar feine Verwendung be figt; uns nun zu veranlassen, auf die Bierlieferungen zu verzichten, ist der offenbare Zweck des vorstehend erörterten Inserats, dessen Ber anlaffer nicht im Zweifel darüber sein kann, daß uns dasselbe zahlreiche Korrespondenzen zwischen unserer Kundschaft verursachen wird. Es ist nicht nötig, über ein solches Verfahren der Firma Geride in Riesa ein Wort zu verlieren; da dasselbe selbstverständlich seinen Zweck nicht erreichen wird, so wird das Inserat der Firma Pfaff& Voigt noch einige Zeit weiter erscheinen und behalten wir uns vor, in diesem Falle von Zeit zu Zeit zur Aufklärung diese Bekanntmachung zu wiederholen. A. Stolzenburg. 10 Minuten vom Bahnhof Nixdorf, nahe der Gasanstalt. 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Vom Eisen-| Das sind Verkehrszahlen, die alle Erwartungen der russischen| hinaus den von den Eisenwerken mit dem Ankauf der Zechen verund Kohlenmarkt.- Entwickelung der ruffifchen Eisen: Wirtschaftspolitiker weit hinter sich lassen. Thatsächlich hat man folgten Zweck verhindern würde. industrie. Chinas Außenhandel im Jahre 1898. denn auch, wie schon erwähnt wurde, die Zahl der nach Für manche der größeren Eisenwerke ist bei der heutigen Ge Englands Baumwollenhandel mit Ostasien. jeder Richtung verkehrenden Züge auf sieben und acht er schäftslage die rechtzeitige und ausreichende Kohlenzufuhr eine schr Betriebsresultate der sibirischen Eisenbahn. höhen müssen. Troßdem vermag die Bahn die ihr zugeführten wichtige Sache geworden, und es ist deshalb von ihrem Standpunkt Im zweiten und dritten Heft des„ Archivs für Eisenbahnwesen" Güter kaum zu befördern und zeitweise sollen in Tscheljabinsk sich aus recht begreiflich, wenn sie sich von dem Belieben des Kohlenbespricht Mertens, der auch in früheren Jahren Auch der Georg- Mariens über große Gütermengen anstauen, da die dort auslaufenden europäischen syndikats frei zu machen suchen. das russische Eisenbahnsystem referiert hat, den neuesten Linien kaum fähig sind, die eingelaufenen Güter ihren Bestimmungs- Bergwerks- und Hüttenverein teilt jetzt in einer Denkschrift amtlichen Bericht über die russischen Eisenbahnen im Jahre orten im Innern Rußlands oder den baltischen Häfen zuzuführen. mit, daß er ein Steinkohlen- Bergwerk in Westfalen zu errichten ge 1896. Eine eingehende Darstellung finden in diesem Referat Um den Abfluß der landwirtschaftlichen Produkte Sibiriens zu er- denft, um nicht länger auf fremde Bezugsquellen angewiesen zu die Betriebsverhältnisse der„ Westsibirischen Eisenbahn", d. h. jenes leichtern, hat man deshalb neuerdings die Uralbahn Tjumen- sein, besonders da eine bedeutende Erweiterung der Eisen- und 1332 Werst langen Teils der großen sibirischen Eisenbahn, der von Jekaterinenburg- Perm über Perm hinaus bis Kotlas an der Dwina Stahlproduktion beabsichtigt sei. Der Verein will zur Deckung der Ticheljabinsk bis zum Ob reicht. Die technischen Einzelheiten, die verlängert, von wo aus der Wasserweg über Archangelsk zur Ver- erforderlichen Stapitalien seine Reservefonds- Rücklagen und AbMertens nach dem amtlichen Bericht mitteilt, bestätigen, was schon fügung steht. Und jetzt ist beschlossen, eine weitere Anschlußlinie schreibungen in Anspruch nehmen und außerdem das Aktienkapital seit vorigeni Frühjahr von deutschen und englischen Reisen- von Petersburg aus über Tscherepowez, Wologda, Galisch nach um die Hälfte des bisherigen Bestandes, also um 5 350 000 M. er den gemeldet wurde, nämlich, daß nicht nur die baulichen jatka zu bauen, wo sie mit der Perin- Kotlas- Bahn zusammen höhen. Eine Bank, welche die Aktien zum Kurse von 130 überAnlagen, die verwendeten Materialien, die ganze Betriebs- stößt. Die Linie soll spätestens in drei Jahren fertig sein. nehmen will, soll bereits gefunden sein. weise kaum den billigſten Ansprüchen genügen, sondern daß wirtschaftliche und industrielle Entwickelung Sibiriens steht also fest; interne kapitalistische Angelegenheit; sie hat eine allgemeinere, volts. Die wirtschaftliche Bedeutung der sibirischen Bahn für die land- Die Fusionsbewegung, die hier hervortritt, ist nicht nur eine auch die technischen Kommissionen, welche die Vorarbeiten lieferten, mit einer Oberflächlichkeit gearbeitet haben, die selbst für eine andere Frage ist selbstverständlich, ob späterhin nach dem wirtschaftliche Bedeutung. Sie bedeutet einen weiteren Fortschritt russische Verhältnisse ungewöhnlich ist. Auf der ganzen beinahe 190 Ausbau der transbaikalischen und der ostsibirischen Linien und der zum Riesen Großbetrieb, der, wenn er auch vorerst sich nicht in deutsche Meilen langen Strede befinden sich nur 10 Personen- Bahn- an sie anschließenden Bahn Tientsin- Ningjuan- Mukden- Kirin sich jedem einzelnen Falle als eine Betriebskonzentration darstellt, doch hofsgebäude, davon nur ein Gebäude zweiter und drei dritter Klasse. auf der großen sibirischen Eisenbahn ein stärkerer Waren später bei schlechterem Geschäftsgang in dieser Richtung wirkt, indem Die übrigen sonst noch vorhandenen 21 Haltestellen haben keine Durchgangsverkehr zwischen Westeuropa und China entwickeln die vermehrte Leistungsfähigkeit dieser Riefenunternehmungen die Bahnhofsgebäude und dienen dort die Wohngebäude der Beamten wird. Hierfür sind unter den jetzigen Bedingungen wenig Aus- Mitkonkurrenz der kleineren Werke zurückdrängt. zugleich als Diensträume. Ein anderer Uebelstand, der auf die Absichten vorhanden; denn selbst angenommen, daß Rußland, um schäzung des Verkehrsbedürfnisses seitens der russischen„ Sachverstän- den Verkehr über seine Bahnen zu leiten, sich zu besonderen Tarifdigen" ein seltsames Licht wirft, ist die weite Entfernung mancher der Sta- ermäßigungen versteht, so wird doch immerhin die Fracht von Tientsin tionen von einander. Dadurch konnten bei der geringen Geschwindigkeit nach Riga oder Libau sich kaum viel niedriger als auf 20 Rubel An der allgemeinen Entwickelung der Eisen- und Stahlfabrikation der russischen Züge, die für Güterzüge 12,8 Kilometer pro Stunde, pro Centner stellen können. Einen Aufschlag für Fracht von 40 bis hat auch Rußland seinen Anteil. Besonders haben die Eisenbahnfür gemischte Züge 21,3 Kilometer pro Stunde beträgt, anfangs auf 50 Pf. pro Pfund können aber natürlich nur besonders teure und bauten der letzten Jahre günstig auf die russische Eiſenindustrie einder eingeleisigen Bahn nur drei Züge am Tage nach jeder Richtung wertvolle Waren tragen, die vielleicht überdies noch durch den See- gewirkt, wird doch der Verbrauch Rußlands an Eisen für Eisenabgehen. Höher hatte eine hochwohlweise technische Kommission den transport leiden, wie z. B. ausnahmsweise feine Theesorten und bahnen und mit diesen zusammenhängende Bauten im Jahre 1898 Verkehrsbedarf nicht eingeschäßt. Die Erfahrungen haben schon im Seidenwaren. Für die große Menge der billigen Waren auf mehr als eine Million Tons geschätzt. Nach der offiziellen Jahre 1896 diese Schäzung als völlig verfehlt erwiesen. Man hat stellt sich die Eisenbahnfracht zu hoch. Allerdings ist, wie die Dinge Statistit, die leider nur bis 1896 reicht, wurden an Eisenerz ge sich genötigt gesehen, durch Anlegung von Ausweichestellen inmitten in China liegen, dieser Punkt nicht allein maßgebend. Es sind ja wonnen: der zwischen den Stationen liegenden Strecken einen Verkehr von politische Veränderungen in China dentbar, die Rußland später gefieben Bügen nach jeder Richtung zu ermöglichen, und jetzt ſtatten können, durch zoll- und verkehrspolitische Maßnahmen die foll, wie berlautet, die Bahn überall auf auf einen Ber- Differenz zwischen der See- und der Bahnfracht teilweise auszutehr von mindestens 8. Paar Zügen eingerichtet werden, gleichen. und zwar gleich auch für die ganze inzwischen dem Betrieb übergebene centralfibirische Linie vom Ob bis Jetuts( 1723, Werst). Selbst diese Zahl der Züge wird sich voraussichtlich bald als unzureichend herausstellen. Daran, daß die sibirische Bahn in den ersten Jahren nach ihrer Fertigstellung irgend welche Ueberschüsse abwirft, ist unter den geschilderten Umständen gar nicht zu denken. Die technischen Mängel find derartige, daß die Bahnverwaltung in den nächsten Jahrzehnten aus fortwährenden größeren Neuanlagen, Umbauten und Reparaturen nicht herauskommen wird. Soll die Bahn nur halbwegs den zu er wartenden Verkehrsanforderungen entsprechen, muß sie nach und nach stückweise nochmals von neuem gebaut werden. * * Entwidelung der russischen Eisenindustrie. 1596 000 Tons, 2 = " 1894 2 447 000 Tons 1895= 2879 000 1896 =: 3 268 400 " " " 1891= 1928 400 Tons 1892= 2012 700 1893 2160 400 Also innerhalb sechs Jahren eine Zunahme von beinahe 70 Proz Ensprechend dieser Steigerung der Erzförderung weist auch die Roheisen- Produktion von Jahr zu Jahr höhere Erträge auf. Im Nicht weniger schlecht bestellt ist es um die zahlreichen BrückenJahre 1894 betrug fie mur 1312 000 Tons, 1896 dagegen schon 1897 1 837 000 Tons und im letzten Jahr bauten. Von den 262 Brücken der westsibirischer Bahn haben nur 193 750 Tons. Die Gesamtzahl der heute in der russischen Eisenvier eisernen Oberbau. Die übrigen find gleich den Unterkunftsund Stahlproduktion beschäftigten Arbeiter dürfte mit 300 000 nicht bauten für die Bahnangestellten aus Holz hergestellt. Und nun zu hoch geschätzt sein, für 1896 wird bereits die Zahl 243 000 an gar erst die Qualität des Schienenmaterials, das schon heute zum gegeben. Teil völlig abgenugt: eine Sache, die Mertens, der sich an den Vom Eisen und Kohlenmarkt. Der Einfluß, den vor Die größten der russischen Eisenwerke befinden sich im Ural und amtlichen Bericht hält, ganz mit Stillschweigen übergeht. Die Schuld furzem die Streiknachrichten aus Belgien und dem Saarrevier in Südrußland. Meist sind sie mit ausländischem Kapital be= an diesem schwersten aller Mängel trifft allerdings nur zum Teil die vorübergehend auf das Steigen der Montanwerte ausübten, hat sich gründet. Vorläufig gilt die russische Fertigwave gegenüber Sachverständigen". Zum andern Teil ist er durch das falsche als recht wenig nachhaltig erwiesen. Auch in den letzten beiden der deutschen, englischen oder amerikanischen noch als minder ruffische Sparsamkeitssystem und durch die Schnelligkeit veranlaßt, Wochen waren wieder an den Börsen Montanattien sehr begehrt und wertig. Es fehlt an einem geschulten älteren Arbeiterstanim und mit der aus politischen Gründen der Bahnbau betrieben wurde. Die Aufwärtsbewegung dieser Papiere hält noch immer an, da fortlaufend zudem entsprechen vielfach die technischen Einrichtungen, speciell im Zudem gedachte man die Herstellung der Bahn zugleich zur Hebung die Marktberichte außerordentlich günstig lauten. Die Nachfrage Üral, nicht den modernen Anforderungen. Vom Ausland ist Rußder russischen Eiſenindustrie benutzen zu können. So hat man denn, nach Kohlen auf dem rheinisch- westfälischen Markt ist so bedeutend, land trotz dieses Wachsens seiner Eigenproduktion nicht unabhängiger trotz der bedeutend höheren Preise der russischen Fabrikate, die daß an der Ruhrfrachten Börse die Schiffsmieten für Kohlen- geworden, da stärker noch als die Produktion die Konsumtion ge= Schienen, Lokomotiven, Eisenteile usw. russischen Werken in ladungen nach den Oberrhein- und Mainhäfen sich bisher im ganzen stiegen ist. Der Import weist vielmehr für die letzten Jahre regelAuftrag gegeben. Bald genug hat sich jedoch herausgestellt, daß noch immer auf der gleichen Höhe halten, wie seit Wochen, obgleich mäßig eine Zunahme auf. Auf Roheisen reduziert, stellte sich die die bon den russischen Hüttenwerken gelieferten Schienen die Lage des Rotterdamer Schiffsfrachten- Marktes sich weiter ver- Einfuhr 1894 auf ca. 612 500 Tons, 1897 auf 825 000 Tons. nicht nur für den Verkehr zu leicht, sondern auch, was ihre Qualität schlechtert hat, und diese sonst gewöhnlich stark auf den Ruhrfrachtenanbelangt, durchaus minderwertig sind. Es ist deshalb jetzt beschlossen, Markt zurückwirkt. Auch auf dem rheinisch- westfälischen Eisendie russischen 18 Pfund Schienen( 18 russische Pfund ungefähr martt scheint der Höhepunkt des Aufstiegs noch nicht erreicht zu 7,3 Kilogramm) durch solche im Gewicht von 21,6 englischen Pfund sein. Chinas Außenhandel im Jahre 1898. Die englischUngeachtet vorgenommener Vergrößerungen des Be ( 9,8 Kilogramm) pro Fuß( 30 Centimeter) zu ersetzen und sie meist triebes find viele Werke kaum im stande, chinesische Zollverwaltung hat ihren Bericht über die Ein- und Ausfuhr den gestellten im Auslande, besonders Nordamerika zu bestellen, das trotz besserer Ansprüchen nachzukommen und bereits macht sich ein weiteres Andes himmlischen Reichs" im vergangenen Jahr veröffentlicht, der unsere in Nr. 101 des„ Vorwärts" gegebene Darstellung des chinesischen Qualität zu niedrigeren Preisen liefert. ziehen der Preise bemerkbar, so z. B. für Walzdrahtmaterial. Ebenso Das sind nur einige Beispiele zur Kennzeichnung der Plan- ist in Schlesien die Marktlage eine durchaus gute. Der Kaffaturs Handels in mehreren Punkten ergänzt. Wie dort schon auf Grund losigkeit und des völligen Mangels an Kenntnis der wirtschaft der Laurahütte- Aktien stand an der Berliner Börse am 9. Mai auf vorläufiger Zusammenstellungen vorausgesagt wurde, ist auch im lichen Verhältnisse, mit der das Unternehmen begonnen ist: eine 248,75, am 10. Mai 250,73, am 19. Mai 255,80, ant 20, Mai 261,25 Jahre 1898 die Einfuhr wieder gestiegen, und zwar uin ungefähr Unfähigkeit, die allerdings nicht allein auf Seiten der technischen und am 23. Mai 264,75. Dazu kommit, daß trotz der bedeutenden 64 Millionen Haiti. Taels( fiber 20 Millionen Mart). Hingegen Leitung liegt und die wenigstens zum Teil ihre Erklärung in allerlei Abnahme der Umfäße auf dem Glasgower Roheisenmarkt sich auch ist der Export von 163 501 000 Haitw. Ts. in 1897 auf 159 037 000 politischen Verhältnissen findet. Man kann deshalb recht wohl ver- dort die Preise halten, während zugleich die Berichte aus den Haiku. Ts. in 1898 zurückgegangen. Im ganzen zeigt das Jahr 1898 ſtehen, wie Mertens trotz seiner Zurückhaltung S. 349 zu dem Urteil Vereinigten Staaten wieder ein weiteres Anziehen der Preise melden. dieselbe Signatur, wie das Vorjahr. Wie in diesem, so hat auch tommt: Troy allen Respekts vor dem großen Unternehmen und letzten Jahre die Einfuhr von Petroleum, Roh- Baum Wesentlich beeinflußt wurde die Haltung der Börse durch allerlei wolle Kaffee, zugenommen, Zucker wieder während die der Opferwilligkeit, mit der das Werk unternommen worden ist, und Gerüchte über neugeplante Fusionen, die in letzter Woche cirkulierten trok der nicht zu unterschätzenden Bedeutung der Bahn für das neu und von deren Zustandekommen ein weiteres Steigen einzelner ist. Dem chinesischen Thee entsteht in dem indischen und ceylonischen Ausfuhr von Thee und Seide noch weiter zurückgegangen erschlossene Gebiet kann doch ein gewisses Bedauern über das Un- Bapiere erwartet wird. Zu den für sicher zu haltenden Fusionen vollkommene, die Halbheit der technischen Seite der großen Aufgabe, gehört die Vereinigung der Zeche Pluto mit dem Schalter Gruben- ein gefährlicher Konkurrent. die hier zu lösen war, nicht unterdrückt werden." verein. Die Sache ist vom Schaffhausenschen Bankverein und der Diskontogesellschaft eingeleitet und wird unter deren Aegide weitergeführt. Außerdem spricht man jetzt wieder bestimmter von Fusionen wie der vorgenannte Bericht der chinesischen Zollverwaltung zeigt, Englands Baumwollenhandel mit Ostasien des Harpener Bergwerts und des Bergwerks Court, sowie der Dorst- nimmt die Einfuhr englischer Baumwollenwaren in China immer felder Zeche mit dem Hörder Bergwerksverein. " maßen. Es wurden befördert: Güter V im * Wie niedrig man indeß auch die Leistung der russischen Verwaltung einschäzen mag, so darf doch darüber nicht übersehen werden daß die wirtschaftliche Bedeutung der Bahn sich als viel größer herausstellt, als selbst von einseitigen Beurteilern der sibirischen Wirtschaftsverhältnisse vorausgesagt wurde. Man hat auf ein der- Auch neue Vereinigungen zwischen Eisenwerken und Zechen sind mehr ab. In den besseren Artikeln gewinnen die amerikanischen artiges Erwachen des wirtschaftlichen Lebens in den von der Bahn geplant, finden aber an der Haltung des Kohlen- und des Coats- Fabrikate stetig an Absatz, während die ordinären Sorten von burchquerten Gebieten, wie es thatsächlich eingetreten ist, nicht ent- ynditats ein Hindernis. Das Scheitern des beabsichtigten Berlaufs Japan und neuerdings auch von den einheimischen chinesischen Fabriken Rückganges Bersonenverkehrs in den dem Betrieb geöffneten Teilen der großen dingen soll in der Hauptsache auf den Widerspruch des Kohlen- amerikanischen genannt, und sicherlich liegt hierin, wenn auch nicht Berſonenverters in Sen becht auf die Ergebniſſe les Güter und der Zeche Dannenbaum an das lugembergische Eisenwerk Differ- die öhe der englischen Schiffsfrachten im Vergleich zu ge sibirischen Bahn nicht ein; es ist daher nötig, sein Referat durch syndikats zurückzuführen sein, doch hat jedenfalls zu diesem Ausgang der einzige, so doch ein sehr wesentlicher Grund der Konkurrenzeinige neueren vorläufigen Busammenstellungen der legtjährigen nicht minder die Uneinigkeit beigetragen, die zwischen den am Projekt unfähigkeit der englischen Baumwollenwaren auf dem oftastatischen Betriebsresultate zu ergänzen. Nach diesen Mitteilungen stellte sich beteiligten Banken bestand. Gegen die kürzlich zu stande gekommene unfähigkeit der englischen Baumwollenwaren auf dem oftastatischen Markt. Die enorme Höhe der Liverpooler Frachtfäße für die nach Markt. Die enorme Höhe der Liverpooler Frachtfäße für die nach der Verkehr auf der Gesamtstrecke der sibirischen Bahn bisher folgender- Fusion der Zeche Westfalia mit dem Eisenwerk Hösch will das Ostasien bestimmten sogenannten Cotton- Goods bildet den Gegen Kohlensyndikat nötigenfalls sogar gerichtlich einschreiten. plubiziert ein juristisches Gutachten," demzufolge die Westfalia- stand einer ständigen Klage der Manchester Exporteure. Einem unter, dem Titel„ Shipping rings and the Manchester Cotton Trade" Zeche gezwungen ist, bis zum Ablauf ihres Vertrages erschienenen Vortrag eines Herrn Galloway vor der Sektion für mit dem Syndikat, also bis zum Jahre 1905, ihre Gesamtförderung an das Syndikat abzuführen. Der Antauf von Oconomic Science and Statistics" ter British Association" in Bechen seitens der großen Eisenwerte wird nämlich von letteren als Bristol entnehmen wir darüber folgende vergleichende Zahlen: Es beträgt die Nettofracht für Baumwollengüter pro Tonne Mittel betrachtet, um sich von den lästigen Abnahmebedingungen nach Hongkong oder Shanghai und Preisnotierungen der Kohlen- und Coatssyndikate unabhängig Entfernung nach Hongkong zu machen. Die angekauften Zechen sollen zunächst den Bedarf der 9 799 Seemeilen Eisenwerke, in deren Besitz sie übergehen, decken und nur der 10 281 hierüber hinausgehende Ueberschuß der Produktion foll fernerhin den Syndikaten unter bisherigen Bedingungen überwiesen werden. Damit sind natürlich das Kohlen- und Bemerkt sei noch, daß die dem Schiffahrtsring angehörenden das Coatssyndikat, die sich ihre Profite nicht schmälern den Verkehr vermittelnden Dampferlinien, die" Peninsular and laffen wollen, nicht einverstanden. Sie berufen sich auf ihre Oriental Company" und die Orient Steam Navigation Company" Syndikatsverträge und verlangen Ablieferung der Gesamtproduktion, von England bedeutende Subsidien beziehen, die erstgenannte Linie wie bisher: eine Forderung, deren Durchsetzung noch auf Jahre alljährlich 330 000 Pfd. Sterl. 1896 = Paffagiere 174 700 Personen 185 690 Tons 428 770 661 290 " 1897= 413 000 1898 650 000 " Bum guten Teil erklärt sich diese Zunahme natürlich aus der mit jedem Jahr gestiegenen Länge des Schienenweges, doch hat sich feineswegs der Verkehr nur entsprechend der Länge der Bahnstrecke entwickelt. Weit stärker als die Ausdehnung des befahrbaren Schienen weges ist die Intensität des Verkehrs gestiegen, wie fich fofort zeigt, wenn man den schon längere Zeit im Betrieb befindlichen Teil der Bahn, die westsibirische Linie, für sich betrachtet. Es wurden auf dieser Linie befördert: Pafiagiere Güter 1896= 160 000 Personen 169 355 Tons 1897= 236 000 341 774 1898 350 000 " " 483 870 " den ab Liverpool 52 sh. 3 d. ab Hamburg 25 sh. ab New York 25 sh. Carl Zobel, Berlin SO., Köpnickerstrasse 121, Ecke Michaelkirch- Strasse. • 12 847 " C. Herren- und Knaben Garderoben in reicher Auswahl und in allen Größen. Die Preise sind streng fest und an jedem Gegenstand deutlich in Zahlen vermerkt. 17008* Ich verpflichte mich, jeden Artikel in besserer Ausführung und bedeutend billiger zu liefern, als die sogen. Ansverkäufe und Reklamegeschäfte. Anerkannt nur gute Arbeit, eigene Fabrikation, elegante Façon, tadelloser Sitz. Für Bestellungen nach Mass reichhaltigste Auswahl der neuesten und besten Stoffe aus dem In- und Ausland. Jeder Auftrag wird in kürzester Zeit erledigt. Werkstatt im Hause. Der langjährige gute Ruf meiner Firma bürgt für billige und gewissenhafte Bedienung. 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