Mittwoch, 11. Dezember 1935 15. Zahrgang Einzelpreis 70 Heller (•huchll.filich S Heller Forte) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xiu fochova a. Telefon sott. HERAUSGEBER SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICH» REDAKTEUR■ DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Flottenkonferenz— eine Totgeburt! Die Kommentare zu den ersten beide« Sihungstagen der Marinekonfe- renz in fast allen beteiligten Ländern sind denkbar ungünstig. Man glaubt in der starren Forderung Japans nach gleicher Flottenstürke wie sie die ÜSA und Großbritannien haben, ein unüberwindliches Hindernis einer Einigung zu sehen«nd bezeichnet ganz allgemein die Konferenz als jetzt schon gescheitert. Flugzettel verteilt— fünf Jahre Kerkert Klagenfurt.(Tsch. P.-B.) DaS hie- f>ge Gericht hat den 21jährigen Niemergehilfen Adolf Großenegger, einen ehemaligen Angehörigen deS Republikanische» Schutzbundes«nd gegenwärtigen Kommunisten, wegen Hochverrates zu fünf Jahre» s chweren Kerkers verurteilt, weil er kommunistische Flugzrttel verbreitete und einen größeren Geldbetrag verbarg. Der Angeklagte weigerte sich hartnäckig mitzuteilen, von wem er die Flugzettel«nd das Geld erhalten habe. Wieder„siegen“ beide Parteien Rom.(Amtlicher Bericht Nr. 67.) Marschall Badoglio telegraphiert: An der eritreischen Front stießen unsere Abteilungen in der Nähe von Takazze im Gebiete südöstlich von Addi Ancato mit einer starken bewaffneten abessinischen Gruppe zusammen. Der Feind unternahm einen Bajonettangriff, wurde aber in die Flucht ge- schllrgen und ließ auf dem Kampfplatze 15 Tot? zurück. Auf unserer Seite wurden zwei eritreische Unteroffiziere und fünf askarische Soldaten getötet. I Addis Abeba.(DNB.) Nach Meldungen von der Nordfront' haben Abteilungen des Ras Seyum ein italienisches Lager bei Kalhabile an- kegriffen. Die Italiener ließen vier weiße Soldaten zurück. Eine andere Abteilung überraschte bei einem Nachtangriff die italienischen Posten bei Menagar. Die Italiener ließen fünf Tote zurück. Die Abessinier hatten einen Toten und zwei Verletzte zu verzeichnen. In hiesigen militärischen Kreisen weist man darauf hin, daß die abwartende Haltung der abessinischen Regierung darauf zurückzuführen sei, daß man die Verhandlungen zwischen Laval und Hoare abwarten wolle. Man wünsche nicht Unnötig Soldaten zu opfern, solange noch die geringste Aussicht auf eine friedliche Lösung des Konflikts bestehe. Negus an den Völkerbund Genf. Beim Generalsekretär des Völkerbundes ist folgendes Telegramm des Kaisers von Abessinien vom 6. Dezember eingegangen: Seit Beginn der Feindseligkeiten ist uns klar gewesen, daß die italienische Regierung die Taktik anwendet, unser Volk nicht durch ihre eigenen Truppen, sondern einzig durch die Anwendung mechanischer Mittel und durch Emgeborenentruppen aus den italienischen Kolonien zu vernichten. Sie kann sich Wohl für berechtigt halten, uns zu bombardieren. Wenn wir ausziehen, um die Leiden unserer Soldaten zu teilen und um unseren Boden zu verteidigen, aber das Bombardieren offener Städte" wie Dabat und Gondar und zahlreicher Dörfer mit friedlicher Bauernbevölkerung und ohne Truppen und Verteidigungsmittel sowie das Töten von Frauen und Kin- bern und das Bombardieren von Lazaretten des Boten Kreuzes sind unbestreitbar Verletzungen des internationalen Rechtes. Die Beschießung eines Lazaretts ist heute in Deffie erfolgt und von vier Aerzten, den Doktoren DassiuS, Loeb, Schuppler und Bellot, und von den Korrespondenten von Assoaciated Preß,„Times", Reuter„Chicoga Tribüne" und ..Daily Expreß" festgestellt worden. Wir haben selbst den Tod einer Frau und zweier Kinder festgestellt. Das amerikanische Lazarett in Dessie, das mit M- vehmigung die Abzeichen des Roten Kreuzes* trug, rst stark beschädigt worden., Obwohl Italien niemals seine gegenüber Abessinien übernommenen Verpflichtungen eingehalten hat, glauben wir. Sie bitten zu sollen, den Mitgliederstaaten diese neue Verletzungen der internationalen Gesetze und Gebräuche durch Italien mitteilen zu lassen." Heftige Opposition gegen den„Friedensplan“ Kapitulation des Völkerbundes ♦ Belohnung des Angreifen Der französisch-britische Bermittlungsvorschlag, dessen Einzelheiten noch immer verschwiegen werden, ist ins Kreuzfeuer einer von vielen Seiten einsetzenden Opposition geraten und es scheint ausgeschlossen, daß er in der ersten Fassung nach Rom gelangen wird. Gegen den Vorschlag der Sachverständigen stellt sich ein TeildesLondonrr Kabinetts, vor allem Lord Eden. Bon dieser Seite her sollen Abänderungsvorschläge gemacht worden sein. Der größere Teil der englischen Presse, aber auch einzelne französische Blätter, in erster Linie aber natürlich die Labour-Opposition sind gegen den Vorschlag» der als„Verrat am Völkerbund", als britische„Kapitulation", als«Bankrotterklärung und Belohnung des Angreifers" auf Kosten des zu schützenden Opfers bezeichnet wird. Es wird behauptet, daß in England«nd Amerika auch die öffentliche Meinung, wie sie aus Gesprächen auf der Straße erkennbar wird, gegen den angeblichen„Friedensplan" rebelliert. Ferner soll sich eine Opposition im Völkerbund vorbereiten. Die kleinen Staaten haben nicht das Opfer der Sanktionen auf sich genommen, um dann die Grundsätze vergewaltigt zu sehen, für die sie eintreten, und es z« erleben» daß die Verletzung des Gebietes und der Staatshoheit des Ueberfallenen noch vom Völkerbund geheiligt wird. Endlich erwartet man heftigen Widerstand beim NeguS, der aber vielleicht unter dem Druck der Mächte nachgeben würde. Dagegen soll bezeichnenderweise Mussolini geneigt sein, den Plan als DiskussionSbasiS anzunehmen, freilich in der Absicht, noch mehr zu fordern, als ihm geboten wird. Donnerstag tritt der AchtzehnrrausschußK mit Laval«nd Eden zusammen. Es erscheint aber fraglich, ob er vor einer klaren Situation stehen und verhandeln können wird. London. Reuter bestätigt Dienstag abends, daß über die Friedensbedingungen endgültig eine Einigung zwischen der britischen !uud der französischen Regierung erzielt worden ist. Der Wortlaut der Vorschläge soll in der ! Nacht auf Mittwoch nach Rom«nd Addis Abeba übermittelt und den beiden Regierungen zur Begutachtung unterbreitet werden. Das britische amtliche Radio meldet dagegen, daß die Beratungen über die einzelnen Punkte der P r o z e d u r, die einen wesentlichen Faktor des vorgeschlagenrn Planes bilden, zwischen den Regierungen von London und Rom weiter fortgesetzt werden. Die ganze Angelegenheit werde voraussichtlich Mittwoch bei der üblichen Kabinettsitzung neuerlich durchbesprochen werden. Abessinien lehnt ab? Der Reuterkorrespondent in Addis Abeba telegraphiert, es sei sehr wenig wahrscheinlich, daß die abessinische Regierung zu Friedensverhandlungen bereit sein werde, solange auch nur ein einziger italienischer Soldat auf abessinischem Boden stehe. Die Meldung, daß die Pariser Friedensvorschläge auch die Abtretung der Provinz O g a d e n an Italien vorsehen, wird in abessinischen pffiziellen Kreisen mit unverhohlenem Höhn ausgenommen. Die abessinischen Rcgie- rungskreise erklären, daß die Italiener seit Beginn deS Krieges kaum einige wenige Schritte vorgedrungen seien und daß eine derartige Friedensbedingung daher als g a n z l ä ch e r l i ch bezeichnet werden müsse. Badoglio holt zum entscheidenden Schlag aus? London. An der Front in der Provinz Tigre nimmt der Guerillakrieg seinen Fortgang, während Marschall Badoglio, der neue Oberkommandant der italienischen Expeditionsarmee, eine Inspektionsreise an alle ostafrikanischen Fronten unternommen hat. Der Marschall beendet gerade die letzten Vorbereitungen zu einer großen Offensive, durch welche er dem schwarzen Kaiserreich den letzten Schlag zu versetzen hofft. Neue Morddrohung Rosenzweig genügt ihnen nicht! Die.Volksmacht"(Sternberg) schreibt , an leitender Stelle: Am 1. Dezember hat die Freudenthaler Arbeiterschaft von dem ermordeten Sozialdemokraten Walter Rofenzweig Abschied genommen. Wie wenig Eindruck dir verruchte Mordtat auf die völkisch eingestellten Kreise gemacht hat, konnte ! man schon bei den Feierlichkeiten in Freudenthal i sehen: unverhohlene Freude darüber, daß die Mordkugel einen Sozialdemokraten niedrrgestrrckt hat, spiegelte sich in den Gesichtern gewisser Leute. Zwei Tage später, am 3. Dezember, wurde e in neuer Mord angekündigt. Der sozialdemokratische Vizebürgermeister Freudenthals, Franz Fischer, erhielt einen in Freudenthal aufgegebenen, mit verstellter Handschrift geschriebenen und absichtlich mit orthographischen Fehlern versehenen Brief folgenden Wortlauts: „Deine Stunden sind gezählt! Wirr Genossen haben Dich durchschaut Juden Hundvertreter deutscher Arbeiterhätzer sind wier nicht, auch Menschen. Du geh nur heute ja nicht ins Kaffeehaus sonst hat dein letztes Stündchen geschlagen. Deine Genossen". Daß dieser Brief nicht von Sozialdemokraten geschrieben wurde, liegt auf der Hand. Und daß Drohungen dieser Art nicht als bloßer Scherz gemeint, sind, dürfte nach dem Mord an Walter Rosenzweig jedem klar sein, der den Mord an Sozialdemokraten nicht als völkisch! Pflicht und als gutes Werk betrachtet. Völkische Jugend, die der Meinung ist, daß das Töten politischer Gegner als verdienstvol^gilt, gibt es genüg. Es gibt auch Zeitungen, die das Wirken der Mordhetzer begünstigen, indem sie z. B. den Mord an Walter Rosenzweig zu e r k l ä r e n oder zu entschuldigen versuchen. Blätter dieser Art erscheinen in unserer engsten Heimat; sie bezeichnen sich sogar als Kulturträger. Und wenn sie auch den Mord nicht offen billigten, haben sie doch kein Wort der Verurteilung für die feige Tat gefunden. Wir warnen die Behörden, wir warnen die Oeffentlichkeitl Ein Opfer ist gefallen. Die Arbeiterschaft hat es den zuständigen Behörden überlassen, die Mordtat zu sühnen. Aber die geistigen Urheber des Mordes laufen frei umher, sie dürfen ungestraft das Denken der Jugend vergiften, ungestraft dürfen die journalistischen Helfershelfer der Mörder ihr Werk verrichten! Die Geduld der Arbeiterschaft ist nicht grenzenlos! Sollte zugelassen werden, daß das F a u st re ch t gilt, so wollen wir sehen, wer den Kürzeren zieht. Das Mordgesindel mag im Dritten, Reich geehrt werden; bei uns darf kein Platz'für politische Meuchelmörder«»d ihre Helfer sein! Absdiwädiung der WirtsdiaftsKrlsc? In der tschechoslowakischen Wirtschaft kann man noch schwer von einer Milderung der Krise sprechen. Wie steht es nun um die wirtschaftliche Entwicklung in den anderen Ländern? Es sind Staaten festzustellen, die mit ihrem wirtschaftlichen Aufschwung, besonders Mit der Entwicklung der industriellen Produktion, die Tschechoslo- wakei überholt haben, während andere noch um ein Geringes hinter ihr zurückbleiben. In der zuerst genannten Ländergruppe sind England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika führend. Die englische Wirtschaft befindet sich noch immer im Zustand einer guten Konjunktur, der durch die in letzter Zeit erteilten und in naher Zukunft noch stärker zu erwartenden Rüstungsaufträge verlängert werden dürfte. Der industrielle• Produktionsaufschwung in England erhielt während einer längeren Periode seinen Antrieb von einer sehr intensiven Belebung des Baumarktes, die aber inzwischen nachgelassen hat. Bei einem Vergleich der englischen Produktions- und Wirtschaftsziffern des laufenden Jahres mit denen aus dem Hochkonjunkturjahre 1929 muß allerdings berücksichtigt werden, daß damals die wirtschaftliche Entwicklung in England nicht jenen Höhepunkt erreichte, wie in zahlreichen anderen Ländern.' Schließlich zeigen auch die mehr als 1,900.000 Arbeitslose an, daß trotz des Aufschwunges das kapitalistische System die Wirrschaft noch immer daran hindert, die VorHandipen Menschen zu beschäftigen. Aer Außenhandel England? hat in diesem Jahre eine bedeutende Erhöhung erfahrene Das Land mit der technisch am weitesten fortgeschrittenen kapitalistischen Produktion, die V e r e i n i g t.e n S t a a t e n von Nordamerika, sieht die Hauptzweige seiner industriellen Produktion seit mehreren Monaten in einer Hochkonjunktur. Die Roheisen- und Rohstahlerzeugung steigt an, die Automobilproduktion strebt den bisher erreichten Rekordziffern zu und auch die Ein- und Ausfuhr ist gestiegen. Wenn die von der Aufhebung der Niragesetze befürchteten ungünstigen Rückwirkungen auf die Wirtschaft nur in ganz geringem Umfang eingetreten find, so ist darin wenigstens zum Teil auch ein Erfolg der Gewerkschaften zu sehen, die ihren Kräftigungsprozeß im Jahre 1935 fortsetzen konnten. Sie sind der Arbeiterschaft in ihrer entschlossenen Äbwehrbereitschaft gegen,die geplanten Lohnkür- zungen und Arbeitszeitverlängerungen ein festes Rückgrat gewesen. Die Klärung und Sammlung unter der amerikanischen Arbeiterschaft hält an. Wenn sie zur Zeit auch noch nicht weithin sichtbar ist, so ist sie doch für den Fortgang des Befreiungskampfes in den Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung. Die 10 Millionen Arbeitslosen, die in diesem Jahre den Beginn des Aufbaues einer großzügigen staatlichen Sozialgesetzgebung erzwungen haben, sind eine eindringliche Mahnung, daß die gesellschaftliche Entwicklung weiter getragen werden muß, wenn nicht Wirtschaft und Gesellschaft erstarren sollen. * Als eine glückliche Insel im Strom der europäischen Wirtschaft erscheinen die S k a n d i- navi scheu Länder. In Schweden, Dänemark und Norwegen befindet sich die Wirtschaft infolge der Maßnahmen der sozialdemokratischen oder sozialdemokratisch-links- bürgerlichcn Koalitionsregierungen und infolge günstiger Rückwirkungen weltwirtschaftlicher Vorgänge in einem fortdauernden Befferungsprozeß. Die industrielle Produktion steigt, die Arbeits-, losigkeit geht zurück und die kleinbäuerliche Bevölkerung kann unter der Bündnispolttik mit den Arbeitern ihre soziale Lage verbessern. Einfuhr und Ausfuhr der nordischen Staaten haben im laufenden Jahre eine bedeutende Zunahme erfahren. Die belgische Wirtschaft hat weseitzsverwandte Züge mit der tschechoslowakischen. Es gibt.ganze Industriezweige, die vorwiegend für den Export arbeiten. Sie mußten, je .länger die Weltwirtschaftskrise andauerte, umso stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Abwertung der Währung sollte Erleichterung, vor allem durch eine Steigerung der Ausfuhr auch eine Verminderung der Arbeitslosiakeit brinaen. Durch die Maßnahmen der unter Mitwirkung der Arbeiterpartei zustande gekommenen Koalitions- regierung hat sich die Arbeitslosenzahl um bei- Seite 2 Mittwochs 11 Dezember 1935 Nr. 288 19 Reden an einem Tag nahe 150.000 vermindert, aber niedrige Löhne und Gehälter erschweren einen stärkeren und anhaltenden Produktionsaufschwung noch immer. In Frankreich, da- als Führer des Goldländerblockes gilt, konnte die Wirtschaftskrise zum Beginn dieses Jahres zunächst noch weiter Vordringen. Der Rückschlag in der industriellen Produktion ist hier aber im ganzen geringer gewesen als in anderen Staaten. In den letzten Monaten ist wieder eine Aufwärtsentwicklung zu beobachten. Die Ausfuhr Frankreichs wat gegenüber dem Borjahre stark rückgängig, so daß die Cinfuhrkontingentierung verschärft wurde, wobei auch die Tfchechoftowakei ungünstige Rückwirkungen in Kauf nehmen mutzte. ES sind von französischer Seite wiederholt Vorschläge für eine Neuorientierung der internationalen Handelspolitik gemacht tvordtn. Um die französische Währungspolitik wurden und werden heftige Kämpfe geführt und es scheint, als pb die Befürworter einer Frankabwertung Zuwachs bekommen haben. In den porwiegend agrarischen Staaten des europäischen Ostens und S ü d o st e n S hat die wirtschaftliche Lage keine entscheidende Wendung erfahren. Wohl hat die industrielle Produftion-— als Auswirkung der Autarkiebestrebungen— zum Teil beträchtliche Fortschritte gemacht. Aber von einem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung kann deshalb nicht gesprochen werden, weil trotz erhöh, ter Preise für die AgrarSrjeugniffe die Lage der Bauernmassen in diesen Ländern sich kaum geändert hat. Das nationalsozialistische Deutschland und daS fascistische Italien haben ihre Wirtschaft mit umfassenden Rüstungsaufträgen aufgepulvert. In beiden Ländern ist die gesamte industrielle und agrarische Produktion völlig auf den Kriegsbedarf eingestellt. In Deutschland steht, infolge der Unmöglichkeit, die Rüstungskonjunktur auf Pump ewig fortzusetzen, der ganze aufgebauschte Wirtschaftsaufschwung vor dem Ende. Die Arbeitslosigkeit, die die Nationalsozialisten bis Ende 1835 gänzlich, beseittgt haben wollten, wird heute in den Statistiken mit über 2 Millionen ausgewiesen und darüber hinaus wird angekündigt, datz sie sich in den nächsten Monaten um dreiviertel bis eine Million erhöhen werde. Der deutsche Außenhandel erreicht in diesem Jahre den tiefsten Stand während der ganzen Krist. Mussolini hat alles auf die Kriegskarte gesetzt. Aus dem Volke werden Kriegsanleihen hrrauSgeptttzt, eS wird mit der Rationierung der wichtigsten Lebensmittel und Bedarfsartikel beglückt, und als Folge der phantasttschen Kriegskosten setzt die Lira ihren Beifall in be- schleunigtrm Tempo fort.'DaS Einkommen der BolkSmqffen sintt, während die Arbeitslosigkeit erst als Folge der Masseneinberufungen zum Kriegsdienst stärker zurückgegangen ist. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und in Italien widerlegt die Behauptung» daß die fasei- stische, bzw. die nationalsozialistische Diktatur die Wirtschaft zur Gesundung führte. Ein Blick auf die wirtschaftliche Lage lehrt also, daß sich die Abschwächung der Krise in der Mehrzahl der wichtigsten Länder fortgesetzt hat, daß aber die Wirtschaft von dieser Erscheinung d«S kapitalistischen Systems r.och nirgends befreit ift Ueberall haben Millionen Von MenscheN als Opfer der kapitalistischen Wirtschaftsgesetze schwer zu tragen. Prag. Dienstag nachmittags beendete daS Abgeordnetenhaus di« zweite Bndgrtgruppe und ging dann zur Beratung der letzten Gruppe Wirtschaft— Verkehr— Finanzen über. Insgesamt sprachen an diesem Tag 19 Redner. Für die letzten zwei Sitzungstagr verbleiben noch etwa 17 Stunden Redezeit. Jng. Karmasin(SdP) dringt Beschwerden über die Benachteiligung dtr Deutschen im Schulwesen vor. Das Jugendproblem Dr. Ntmnün(Nat.-Saz.) spricht im Namen der jungen Generation der Vorkriegkgeneratton den Dank dafür aus, datz sie in der kritischen Zeit ihre historische Aufgabe erfüllt habe, und verspricht, datz die junge Genetätidn ihr nacheifern wird. Er legt dann ausführlich die Forderungen der jungen Generation dar und verlangt schon im Interesse der tschechischen Minderheiten, datz das Grenzgebiet auch in sozialer Hinsicht gesichert werde. Auch Genosse Lausman(tsch. Soz.-Dem.) de« fasst sich mit dem Problem der jungen Gene- ration. das systematisch gelöst werden müsse. Nicht nur bei den NotstandSarbeiten, sondern bei allen staatlich subventionierten Bauten sollen mindestens 20 Prozent der Arbeitsplätze Jugendlichen Vorbehalten bleiben. Redner tritt weiters für die Erweiterung der Heimstättenaktion für arbeitslos« Jugendliche ein. Zumindest müsse d>e Jugend in die Ernäh- rungSaktton eingereiht werden, auch wenn sie nicht den Nachweis einer vorausgegangenen dreimonatigen Beschäftigung bringen kann. Die Aspirantenverord- nung müsse aufgehoben und der Eintritt junger Kräfte in den Staatsdienst erleichtert werden. Für den landwirtschaftlichen Und gewerblichen Nachwuchs könnte eine neUeBod enreform und eine großzügige RekultivierungSaktion Raum schäften. Eine Gewerbesperre dagegen müsse unbedingt abgelehnt werden. SVH— faselst!scher Seelenfang Apprlt(Komm.) erklärt u. a., dass durch die Bewilligung der Sudetendeutschen Bolkshilfe nur der fascistische Seelenfang unter der deutschen Bevölkerung unterstützt werde. Die nationale Gleichberechtigung sei der beste Schutz und die beste Verteidigung gegen die Dinatur des Dritten Reiches und den HitlerfascismuS. Wer auf tschechischer Seite den deutschen Sender weiter ablehnt, begehe geradezu Hochverrat an der Republik. An die Adresse der SdP erklärt Redner, dass der Prüfstein für jeden demokratisch denkenden Menschen beute seine Einstellung zum Faseismus in Deutschland sei. Warum schweige sich die SdP gerade in d i t s e r Hinsicht aus? Die Henleinpartei wird dem deutschen Volke keine Rettung bringen, wirtschaftlicher Umbau nöt'g Petr(Tsch. DolkSdartei) ist der Äüffassnng, daß die Arbeitslosenunterstützung noch lange daS Haupt mittel sein wird, um die Krisenfolgen jm lindern. Allen Arbeit zu geben, das übersteige die Kräfte des Staates. Deshalb rst ein wirtschaftlicher Umbau der ganzen Gesellschaft notwendig. Der kürzlich veröffentlichte Wirtschaftsplan der Industrie besteht aus lauter Bitten um staatliche Unterstützung, enthält aber nichts darüber, was die Industrie selbst tun will, um äuS der Krise herauSzukommen. Bei der Durchführung der Syndikalijierung in der Industrie mutz die Arbeiterschaft in der Produktion mehr als bisher zur Geltung kommen. Um sie hier«inzuglie- dern, wird bie Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oiliggtorisch gemacht werden müssen. Ein« Vereinheitlichung der Gewerkschaftsbewegung stößt auf Schwierigkeiten hinsichtlich der Kommunisten. Auch in letzter Zeit habe es sich wieder gezeigt, dass man mit den Kommunisten nicht Zusammenarbeiten kann. SdP-Ungerelmthelten Wollner(SdP) lässt allen Beteuerungen seiner kultivierteren Klubkollegen zum Trotz, datz sie den parlamentarischen Kampf in anständigen Formen führen wollen, eine wüste Versammlungsrede vom Stapel, in der er sich nach Herzenslust gegen den verhassten Marxismus austobt. Dabei fehlen auch die üblichen Verleumdungen gegen die sozialistischen Führer nicht, die draussen das Um und Auf der SdP-Agitation bilden. Dass er».die soziale Gemeinschaft, in die alle gehören, die nicht nur des Gewinnes wegen arbeiten", also oftenbar die SdP- Volksgemeinschaft, als die richtige Kampffront gegen den„raffenden Kapitalismus" anspricht, dürfte den Vertretern dieses.raffenden Kapitales" in der SdP kaum einen grossen Schrecken einjagen. Die Herren Dr. Rosche, Dr. Peters etc. wissen ja ganz gut, wie ernst solche Phrasen gemeint sind... berliner Olympiade — ärgster Mißbrauch eines Ideals Vaverka(tsch. Soz.-Dem.) betonte den positiven Standpunft seiner Partei zur Wehrerziehung. Soweit es sich uM die Erziehung zur Wehrhaftigkeit ausserhalb der Schule handelt, steht sie mit allen KörpererziehungSorganisationen auf dem Standpunkt der Freiwilligkeit. Er verurteilt die Herabsetzung der Subventionen für die Turn» und Sporwereine von ö Millionen sii im Jahre 1921 auf 200.000* K5 im heurigen Jahr und erWrt, man müsse dem Minister Dr. Czech dankbar kein, datz er jetzt eine Erhöhung auf 400.000 Ke durchgesetzt habe. Zur Frage der Beteiligung an der Berliner Olympiade erklärte er unter starkem Beifall, dass die Olympischen Spiele auf ihrem Schild den Gedanken der Freiheit, Menschlichkeit und des Friedens tragen sollen. ES gibt daher keine ärgere Verspottung dieses Gedankens, keinen ärgeren Mißbrauch des olympischen JKealeS, als wenn em Staat diese Spiele veranstaltet, in dem Freiheit und Menschenrechte auf die trutalste Art mit Füßen getreten werden. In dieses Milieu sollten tschr- chische Abordnungen aus der Republik MasarykS sich begeben? In ein Land, das Stratzen für die Angriffskolonnen seiner Wehrmacht baut, das auf unserem Boden ein Geheimnetz feindlicher Spionage unterhält und in dessen Rundfunk die Tschechosiowakei systematisch angefallen wird? Noch bedenklicher wäre eS, diesen Delegattonen staatliche Unterstützungen auS den armseligen Mitteln zu gewähren, die zur körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend befttmmr sind. Sie würden ja nur zur Stärkung des ffchecho- siowakischen HitleriSmus dienen. Nach der Olympiade würde wieder die Wühlarbeit gegen unseren Staat beginnen. Strsskal(Näi.-ÄM" schklderk'bie günstigen' Wirkungen der Verbindlichkeitserklärung der Kollektivverträge in der Textilindustrie und fordert, dass sie in allen Industriezweigen durchgeführt werde. Auch die obligatorische Arbeitsvermittlung ist dringend nötig, um den Terror und den Seelen-j kauf Namentlich im deutschen,Gebiet zu beseitigen. Dr. Kugel(Jüd. Partei) schildert die kritische wirftchaftliche Lage der Juden in Karpathürussland und verlangt für sie ein eigenes Schulwesen sowie Zuteilung von Boden. Dr. Kozäk polemisiert gegen di« Ausführungen des SdP-RednerS Karmasin über die Benachteiligung der Deutschen im Schulwesen, berichtigt verschiedene Ziffern und weist namentlich auf den Ausbau des deutschen Schulwesens in der Slowakei hin. Um einen Seelenfang stehe die tschechische Nation nicht. Tymri(tsch. Soz.-Dem.) erklärt, dass eS nur der politischen Reife der organisierten Arbeiterschaft zn danken sei, dass eS in de., letzten Jahren nicht zu Hungerkrawallen gekommen sei. Namentlich die Rechte sollte sich vergegenwärtigen, dass man diese Geduld nicht missbrauchen darf. Die Mehrheit soll sich auf ein bestimmtes Wirtschaftsprogramm einigen. Im Lager der Bourgeoisie soll man aufhören, über die Grenzen zu schielen, um sich zu vergewissern, was für eine verrückte Polittk es wäre, mit der Arbeiterschaft in diesem Staate abzurechnen. Langer(sich. Soz.-Dem.) befasst sich mit dem Plan der Industriellen und erklärt, datz eine weitere Herabsetzung des Lebensniveaus der Arbeiterschaft nicht in Frage komme. DaS deuffche Muster habe allen Bewunderern nur eine Enttäuschung gebracht. Di« Verhältnisse wären bei uns besser, wenn die Unternehmer anerkennen wollten, dass sie bei unS mit demokratischen Mitteln arbeiten müssen. Hrnby(tsch. Agr.) erklärt, dass die Bauern in der Politik die Mitte lieben. Sobald sich das Volk zu weit nach links oder rechts geneigt habe, sei dar immer ein Fehler gewesen. Man werfe ihnen zu Unrecht vor, dass sie eine reaftionäre Partei seien. Staatsvolk und Minderheiten Eine sehr bemerkenswerte, kluge Rede über di« Minderheitenftage hielt der tschechische Genosse Dr. Mares. Sie sollte namentlich auf ffchechischer Seite ernstgenommen und beachtet werden. Dr. Mares führte aus, er glaube zwar nicht, datz der Erfolg der SdP sein« Ursache nur in dem physischen Elend im Grenzgebiet habe, aber immerhin würden, falls man den Leuten Brot und Arbeit verschaffe, auch in polittscher Hinsicht sich viel« Dinge anders entwickeln als jetzt. Wolle man das Mmder- heitenproblem ernstlich verstehen, müsse man daS wirtschaftliche Problem der Minderheiten kennen. Was die politische Bewegung in der deuttchen Minderheit betrifft, so handle eS sich um eine Psychose. die sich heilen lätzt. Dort, wo es sich um die Einheit deS Staates und feine innere Sicherheit bandelt, müsie man ihr allerdings die Härte des Gesetzes entgegenstellen. Auf tschechischer Seite sei es allerdings notwendig, wo man doch die Autorität des Staates, die Kraft der Administrativ« und alle andern Machtmittel hinter sich habe, nicht mit kleinlichen Mitteln zu arbeiten und nicht mit einer Mentalität, die eine enge Zusammenarbeit unmöglich mache. Wenn wir, erklär:« Dr- MareS, in diesem Staate die Hausherren sind, dann müssen wir alles vermeiden, was nur wie eine Aufreizung und«ine Ueberspannung aus Prestigegründen aussehen würde. An die SdP, die der Meinung sei. datz das Problem nur auf dem Wege P r a g—B e r l i n gelöst werden könne, richtet er die Feststellung, dass die deutsche Kultur nicht nur in jBerlin, sondern zum grossen Teil auch in Prag erstanden sei. Um die deuffche Kulttir kennenzulernen, genüge auch die Linie Kaschau—Jglau—Prag—Reichenberg. Ihr dürft, sagte MareZ der SdP, die tschechoslowakische Demo- ftatie nicht für ein Wesen halten, das nicht zwischen den Zeilen zu lesen versteht. Ihr müßt begreifen, dass die tschechoslowakische Demokratie!- um die Freiheit ihrer Nation, um ihre demokratischen Einrichtungen besorgt ist. An«nS Tschechen freilich liegt eS zn zeigen, daß wir dem deutschen Arbeiter, Angestellten und Gewerbetreibende» den Eindruck nehmen wollen, datz wir ihn um sein Brot, um seinen Platz an der Sonne bringen wollen. Können wir ihm diesen Eindruck nehmen, dann haben wir daS Recht, alle- ander« zu fordern. Wir müssen auch den Mut haben, die Frage deS Zusammenleben» mit unsere« deutschen Mitbürgern zu lösen und«nS nicht vor der nationalistischen Gasse und ihren Schlagwörtern ,« fürchten, die diese Zusammenarbeit vereitel«. Wir brauchen unS nicht davor zu fürchten, datz die fanatisierte Gaffe uns anfallen wird, wenn wir dabei nur den Vorteil des Staates suchen. Redner ist überzeugt, daß die nächste Generation den Weg zu ge-. meinsamer Arbeit finden wird. 22 Roman von Karl Stjrm Copyright by Eugen Prager-V erlag, Bratislava ■aBsaBEBeesaasBBaaEssEcssBsssaBEssBBSBKacssBesnaEsataBBBEaE Links und rechts davon standen in schnurgerader Linie brennrote Vogelbeerbäume. In«dieses Haus brachte ich die gekauften Weiber und Töchter der Aktionäre. Waren prächtige Weiber. Verdammt, hatten die Brüste und Schenkel! Zum Verrücktwerden!—- Ich stieg voll einem Bett heraus, ins andere hinein.— Die Aktionäre aber trieb ich in die Grube. Das gefiel mir sogar noch besser als die Weiber. Das hättet ihr sehen sollen, wie die schwitzten und ihre fetten Lungen pfiffen. Totgelacht hab ich mich schier dabei. Fiel einer um, so trommelte ich seinen Speck mit einer zügigen Peitsche. Nur etwas hat mir beim Ganzen nicht recht gepaßt. Ich bekam trotz des großen Geldhaufens keine Hose für mich und mußte mit bloßem Herhd herumlaufen. In meinem Landhaus war es mir So recht. Dort warf ich sogar diesen Fetzen auch noch weg. Aber in der Grube fror mich. Da schlug ich mit der Peitsche solange auf die Aktionäre ein, bis mir warm wurde. Dabei wurde ich wach. In meinen Händen hatte ich nichts als meinen verdammten Kopfpolster. Den habe ich vor Wut zerrissen—!“ „Du bist ein Narr!“ sagt Uhu gedehnt. Eigentlich wäre das Ganze zum Lachen. Aber wir lachen nicht Wir bauen jeder den närrischen Traum aus. Illusionen sind schön und dünken einen Moment lang fast als halbe Wirklichkeit „Fesche Weiber, Peitschen und Aktionäre!“ Röhling ist nach immer ganz weg. „Glück auf!“— Das Herausreißen aus dem wunderschönen Traum tut fast weh. Ing. Krakauer steht vor uns, ohne Verständnis für unsere Leiden. „Na, fangt Ihr da Ratten, oder—?“ - Niemand antwortet. Auf Krakauers Stirn wächst eine Ader. Ich sehe sie mit gleichgültiger Ruhe dicker werden, wartend, bis sie platze. Uhu murmelt etwas Unverständliches und steht langsam auf. Ganz langsam, als seien seine Glieder steifgefroren. Sein Gesicht ist halb traurig, halb pfiffig. Mit umständlicher Langsamkeit kramt er in seinen Hosentaschen herum. „Nu?“ poltert der Ingenieur. „Einen Moment!" beruhigt ihn Uhu und sucht weiter. Endlich scheint er das Gewollte gefunden zu haben. Jeder hatte etwas anderes erwartet. Es ist nur ein altes, verrostetes Taschenmesser. Vom schäbigen Heft ist nur mehr die Hälfte vorhanden. Uhu nimmt die schartige Schneide an der Spitze behutsam zwischen Daumen und Zeigefinger And läßt das Messer wippen. Krakauer macht das stumme Spiel wütend. Sein Feuerschopf glüht. „Verdammt, was wollen Sie?“ Uhu schwippt ruhig weiter. Nach einer atemlosen Weile, in der wir unserh kleinen, ungestaltigen Kameraden restlos bewundern, hält er das Messer dem Ingenieur vors wilde Gesicht und sagt fast demütig: Da!“—• „Sind Sie verrückt?“ Krakauer brüllt Aber nicht mehr ganz so sicher. Er weiß noch nicht recht wie er sich verhalten soll, um der Schlappe, die ihm der Kleine jedenfalls anhängen will, ausweichen zu können. Alles an Uhu ist traurig. Seine unglückliche Clownfigur, die großen, wie Kähne aufgebogenen Schuhe, das graue Gesicht; nur in den spaltschmalen Augen glitzert ein boshaftes Gift „Verrückt?— Nein, das bin ich nicht. Noch nicht!— Aber nehmen Sie das Messer da!— Doch, nehmen Sie er nur und schneiden Sie uns damit die Haut gleich auf ein mal’runter, langsam tut’s zu weh!" Das sitzt prächtig. Krakauer schnappt als verstopften Uhus Worte seine Gurgel. Seine Hand mit dem Klopfstock zuckt in die Höhe. Da springt Röhling mit einem riesigen Satz zwischen die beiden. Der Ingenieur mißt seinen neuen Gegner und knarrt heiser vor Wut: „Sie sind abgebaut!“— Röhling lacht belustigt auf. „Ich dachte, wir wären es schon!“ Krakauer sieht sich plötzlich wehrlos geworden. Sein stärkstes Schreckmittel hat seinen Schreck für uns verloren. Brummend schiebt er ab. Wir lachen. Lachen ist gut, besonders wenn es einem Aufseher gilt. Wir haben ja so selten Gelegenheit dazu. Uhu ist ein prächtiger Kerl. Fabelhaft, wie der Kleine den Alten nahm!— „Hm," unkt Schick,„wenn das nur nicht noch dumm her wird!“ „Ach was,“ tut Röhling überlegen.‘Seine Haut ist diesmal um keine Laus besser dran als die unsrige. Halten wir uns obenauf, so müssen wir mit oder ohne Freude auch ihn mitschleppen. Andrerseits kann auch er mit uns fechten gehen. Er weiß das und wird keine Dummheiten machen!“ Röhling hat recht!— Etliche zehn Meter von unserm Ort torkelt eine unheimlich dicke Ratte über die Bahn. Sie fällt von einer Seite auf die andere, als habe sie über eine Schnapsflasche gerichtet. Hell faßt nach einem Kohlenbrocken. Ich fange seinen Arm ab. „Ein Bergmann erschlägt keine Ratte, sonst erschlägt es ihn auch!“ „Blödsinn!“ Aber mein Kamerad wirft nicht Die Ratte sieht uns mit ihren kleinen, rotängstigten Augen an.— Nach zwei Stunden müssen wir wieder in die frische Luft Us ist nicht mehr zum Aushalten. Die Ratte ist noch immer im gleichen Fleck. Aber tot Sie liegt auf dem Recken und streckt die kurzen Beinchen von sich. „Auch schlechte Luft!“ versuche ich zu scherzen. Nr. 288 Mittwoch, 11. Dezember 1935 Seite 8 tfudetendeutsdier Zeitspieget Hilfe für Tellnttz urgiert Maßnahmen gegen Kartelle gefordert Neber die Tellnitzer Tragödie haben wir die Oeffentlichkeit von allem Anfang an genau nnd offen informiert. Die Tellnitzer Arbeiter wissen es am besten, wie Partei nnd Gewerkschaft bemüht waren und bemüht sind, ihnen z« Helsen. Um so eher konnte unsere Partei auf billige agitatorische Scheinerfolge verzichten, wie sie z. B. die verspätete SdP-Jnterprllation sein soll, mit der jetzt ein großes Wasser gemacht wird. Bis darauf die Antwort erfolgen kann, wird über Tellnitz längst entschieden sein. Bor einer Woche ist jedoch die Frist abge- lanfen, die sich das Handelsministerium zur endgültigen Entscheidung Vorbehalten hatte, ohne daß diese Entscheidung erfolgt wäre. Genossin Kirpal und Genosse Taub, bei denen sich die ganze Arbeit für die Tellnitzer konzentriert, haben daher gestern beim Handelsminister in einer Anfrage die Entscheidung— natürlich in einem für die Arbeiterschaft günstigem Sinne— urgiert. scheidung berufen ist, hat dies« Entscheidung bis heute nicht ergehen lassen. Bei der am 19. November 1935 im Handelsministerium abgeführten Enquete hat der Unternehmer durch Einweisung fornzal-juristischer Schwierigkeiten die Entscheidung hinauSzuschieben gesucht. DaS Handelsministerium hat sich jedoch bereit erklärt, sofort ein Rechtsgutachten des Justizministeriums einzuholen und bis längstens 2. Dezember die Entscheidung ergehen z« lassen. Dieser Termin ist jedoch verstrichen, ohne daß eS zur Entscheidung gekommen wäre. Diese Tatsache hat unter der Arbeiterschaft, die auf diese Weise ohne jede wirtschaftliche Notwendigkeit den Interessen derKar- tellpolitik geopfert wird, eine begreifliche Erregung hervorgernfen, dir weit über den KreiS der unmittelbar Betroffenen hinaus- geht. Mt Rücksicht auf die Notwendigkeit einer energischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, wir auch auf die bereits erwähnten Handels- und valutapolitischen Interessen, die durch dieses rücksichtslose Borgehen deS PorzellankortrllS gefährdet werden, frage« die Gefertigten daher den Herrn Minister: 1. Ist er bereit, zu veranlassen» daß die Entscheidung des Handelsministeriums über dir Betriebseinstellung, und zwar im Sinne einer Aufrechterhaltung des Betriebes, unverzüglich erlassen wird? 2. Was gedenkt er z« unternehmen,«m Auswüchse der Kartellpolitik, wie den rben geschilderten, in Hinkunft unmöglich zu machen? Prag, den 10. Dezember 1935. Wem dient die Sudctcndeutsdic Volhshlllc? Empörender Seelenland durch den Bund der Deutschen und die Sudetendeutsche Partei I» dieser Anfrage heißt es«. a.: Bor dreieinhalb Jahren ist die Finna Egon Stein, Porzellanfabrik in Tellnitz» in Konkurs gegangen. Der Konkurs wurde jedoch nicht durch die Unrentabilität des Tellnitzer Betriebes verschuldet, sondern durch die Verluste eines anderen Unternehmens, an dem der BetriebSinhaber beteiligt war. Der Tellnitzer Betrieb wurde vielmehr weiter geführt und warf trotz der Krisenverhältnisse Reingewinn ab. Die Fabrik» die noch biS in die letzte Zeit 200 Arbeiter beschäftigte, exportierte ungefähr zwei Drittel ihrer Produktion inS Ausland, so daß die Aufrechterhaltung ihreS Betriebes auch vom Standpunkte der Exportförderung und der Devisenwirtschaft von Bedeutung war. Bei der im Zuge deS Konkursverfahrens -durchgeführten Bersteigerung de» Betriebes wurde dieser von der Firma Tellnitzer keramische Werke G. m. b. H. erworben, einer zum Konzern der Böhmischen Eskomptebank und Kreditanstalt ge- börigen Gesellschaft, welche erklärte» daß sie den Betrieb nicht weiterführen will. Dir Stillegung der Tellnitzer Porzellanfabrik kann durch die Lage deS Betriebes selbst absolut nicht begründet werden» da die Fabrik Aufträge für mehrere Wochen hat und auch m der letzte« Zeit neneAnfträge größeren Umfange- eingelaufen sind. Die Stillegung ist also offenbar auS dem Interesse deS„WirtschaftS- verbandeS der Porzellanindustrien* entsprungen, der glaubwürdigen Informationen zufolge der Böhm. Eskomptebairk eine namhafte Ent- s ch ä d i g« n g für die nur zum Zwecke der Stilllegung erfolgte Erwerbung der Werk« bezahlt hat. Wie u n v e g r ü n d e t die Stillegung dieses Betriebes ist» geht auS der ursprünglichen Entscheidung der Aussige» Bezirsbehörde hervor, welche dir Stillegung mit der Begründung untersagte, daß der Umsatz der Unternehmung von 2.2 Millionen AL im Jahre 1932 auf 2.7 Millionen AL im Jahre 1934 gestiegen ist und im ersten Halbjahre 1935 1.4 Millionen AL betrug. Da» Unternehmen erzielte im Jahre 1934 einen Gewinn von 129.000 AL und im Jahre 1935 biS September 68.000 AL. Durch die bereits vorliegenden Aufträge ist die Beschäftigung-Möglichkeit gegeben. Leider hat die BezirkStehörd« Aussig ihr« ursprüngliche Entscheidung widerrufen und da» Handelöministerium, da» zur endgültig«« Ent- Hakenkreuzler vor Gericht Zwei Verurteilunsen in Pilsen Pilsen. Bor dem Kreisstrafgerichte in Pilsen hatte sich gestern der 40jährige Geschäftsmann Peter Krip aus Bischofteinitz wegen Aufwiegelung gegen die Tschechoslowakische Re- dublik und wegen Verleitung zu politischen Verbrechen nach 88 15 und 1 deS Gesetzes zum Schutze der Oiepublik zu verantworten. Der Beschuldigte hielt am 26. Mai im Gasthause in Mogolzen vor zahlreichen Besuchern eine Politische Rede, in welcher er zur gewaltsamen Abtrennung eine» Teile» der Tschechosiowakischen Republik» welcher zum größten Teil von Deutschen bewohnt ist, und zu dessen Anschluß an das Dritte Reich aufforderte. In seiner Rede wiegelte er auch zu militärischer Ausrüstung auf. Er wurde schuldig erkannt und zu zwei Monaten Gefängnis und zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte unbedingt verurteilt. Bor demselben Strafsenate hatte sich der 20jährige Leo Heini zu verantworten, welcher in einem Gasthaus« in Mi«» mit einem abgebrannten Zündhölzchen ein Hakenkreuz auf ein Tischtuch malte. DaS Borgehen HeinlS beobachteten mehrere Personen, darunter auch der Wachtmeister H o u b e k, welcher den Beschuldigten aufforderte, daS Hakenkreuz zu verwischen. Der Angeklagte bekannte sich gestern vor dem Gerichtshöfe zu der Tat und wurde auf Grund des 8 IC deS Gesetze- zum Schutze der Republik zu schwerem Kerker in der Dauer von zwei Monaten unbedingt verurteilt. Schon im Vorjahr haben wir geschrieben, daß die Sudetendeutsche Bolkshilfe, für die auch Heuer gesammelt wird, keinen anderen Zweck hat, als die Not der sudetendeutschen Bevölkerung zum elende st en Seelenkauf au-zunützen. Diejenigen Arbeiter, welche man nicht durch Terror zur SdP bekommen kann, sollen ausgehungert werden! Wer nicht bei der SdP oder bei einer ihr befreundeten Organisation ist, soll von der sogenannten Win- terhilfSaktion ausgeschlossen werden. Daß dem so ist, beweist am besten der hier abgedruckte Bewer- bungSschein(den wir der„Roten Fahne" entneh- der Unterstützung führen". Zu welchem Zwecke wollen die Macher von der Sudeten- deutschen Bolkshilfe wissen, welchen Vereinen und Gewerkschaften der Bewerber angehört? Entweder sie beteilen all« wirklich Bedürftig««, dann geht sie dir Zugehörigkeit ein«» solchen Bewerber» zu irgendeinem Verein eine« Schmarren an»der di« Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft ist ihnen wichtiger als die Bedürftigkeit. Dasistauch der Fall und so entpuppt sich die ganze Bolkshilfe nur als ein g r o ß a u f g e- Lewerbtmgslckeln (V»n ptrbnrn. die In einem^elnte>a!tb»en ßeoehaft ktaw. darf auf ein Vor- und Zunami du Bewerber}...—--——■* i Oerjeitige(Bohnung-,.-—-— I; I I' I 1 -Befondere CQitteUungen»—-- yul-j Ctrl vettM | nein Z»aften ul«. r_.._---,_-. T Sonltig» Bemerkungen-_---..,—-—---- u Datum:. Qnterimrtfl den Bewerber»; •t>» m Iwnl nfaiWtw ne—<«| um» MM W—UM setz e«mmG^We>u»k!tzV, Whwfc r— es tn< nm« N» reetttz^chs— men), den jeder auSfüllen muß, der von der SVH eine Unterstützung verlangt. Wie sich unsere Ltser überzeugen können, ist in diesem Scheine eine Rubrik vorhanden, in welcher der Bewerber einschreiben mutz, welchen Vereinen und Gewerkschaften der Bittsteller angehört. Obendrein ist noch dabei die Bemerkung,„daß falscheAngabenzumAuSschlußaus m achtes Mittel, um unter dem Borwand der Hilfe für die sudetendeutschen Arbeitslosen, die politi- tischen Geschäfte'derSudetendeüt» schen Partei zu besorgen. Und dazu geben sich alle jene Parteien her, die im Bund der Deutschen dies« ganze Aktion mitmachen, nämlich der Bund der Landwirt« und die Thristlichsozialen, welche der Winterhilfsaktion der SdP in ihrer Verblendung noch Reklame machen. Zwei Briefe Bon Josef Wech-brrg Der Brief, den er schreibt Herr Präsidialchefl Heute ist Ihr 50. Geburtstag. Sie werden außer meinem Brief noch eine Unzahl von Briefen aus allen Teilen des Landes, von allen Vertretern de» öffentlichen Leben» und de» Volke» erhalten. Sie werden durch Abordnungen und Reden gefeiert werden, alle Zeitungen werden Ihr Bild bringen und Ihr Name wird 24 Stunden lang auf allen Lippen sein. Und unter allen diesen Kundgebungen und Beweisen der Wertschätzung, deren Sie sich erfreuen, wird mein Brief Ihnen als einziger auffallen. Er wird aus dem Rahmen der Hochachtung fallen, die Ihnen heute jedermann bezeugt, er wird ein Schatten auf das Licht diese» Tage» werfen. Und doch kann ich nicht anders! Ich habe Jahre, Jahrzehnte geschwiegen. Ich habe alles, was ich sagen wollte, heruntergeschluckt, ich bin daran manchmal förmlich erstickt, aber ich habe geschwiegen. Und heute rede ich, muß ich reden. Vielleicht wird die Freudenstimmung, in die Sie dieser Tag versetzt hat. Ihnen meine Zeilen näher bringen, vielleicht werden Sie Verständnis dafür finden, was ich nicht länger bei mir behalten kann. Das ist natürlich schon lange her. So lange, daß Sie sich dessen star nicht erinnern werden. Oder doch? Wissen Sie, daß wir uns damals noch „Du" gesagt haben» daß wir zusammen Fußball gespielt haben, zusammen studierten, daß wir— emige Jahre später— auf der Universität gemeinsam die Vorlesungen geschwänzt haben, weil wir gemeinsam die Nacht verbummelt hatten? Erinnern Sie sich daran, daß Sie Stunden geben mußten, well Ihnen das Monatögeld kaum auf di« Wohnung, geschweige denn für» Essen reichte? Wenn Sie sich an all das erinnern, so werden Sie wissen, daß ich Ihnen oft dr« Hälfte meines Nachtessens angeboten habe, daß ich Ihnen Stehplatzkarten in die Oper zusteckte und Ihnen erzählte, ich hätte Freikarten bekommen, obwohl Sie ebensogut 'wußten wie ich, daß ich niemals Freikarten hatte? Sie haben mir damals zu wiederholten Malen Ihr Wort gegeben, sich einmal zu„revanchieren", wenn es Ihnen möglich sein würde, und Sie haoen sich gtnau so gefreut wie ich. als wir in dasselbe Amt versetzt wurden, nebeneinander im selben Zimmer saßen. Was weiter kam, wird Ihnen schon geläufiger sein. Wie wir beide un» um die schöne, blonde Tochter unseres Chefs bemühten, wie sie mir den Vorzug gab, als ich durch meine Lungenentzündung niedergeworfen wurde; und als ich nach vielen Wochen wieder gehen konnte, hörte ich, daß ihr verlobt wart und erfuhr erst später, daß Sie Elise gesagt hatten, ich sei schwer lungenkrank und rettung-lo» verloren? Natürlich sind wir dann nicht mehr in derselben Abteilung gesessen, denn Sie hatten ja schon«in Zimmer für sich allein, rin Zimmer mit zwei Klubfauteuil» und einem Teppich. Und natürlich gingen Sie bald darauf mit Ihrer Frau in die Großstadt, in einen jener Paläste, die wir armen Provinzbeamten nur vpm Hörensagen kannten. Sie haben auf der Börse gespielt, so wie ich; nur mit dem kleinen Unterschied, daß Sie erfolgreich waren und ich nicht. Es fiel Ihnen nicht schwer, den schnell erworbenen Reichtum zur Erzielung wertvoller Verbindungen zu benützen. Und es war nur eine Folge dieser Verbindungen, daß Sie im Hinterland blieben, al» der Krieg ausbrach, avanererten, Karriere machten, während ich mir in den Schützengräben dir Schwindsucht holte. Daß ich dann, als alle» vorbei war, durch eine seltene Fügung des Schicksal» in die Großstadt gerade in Are Abteilung versetzt Ascher Hof* und Personalnachrichten Der.VolkSruf", das Karlsbader Blatt deS Henlein-Abgeordneten Wollner, brachte dieser Tage folgende Nachricht: „Franzensbad.(Konrad Henlein bei ter Spielwarcnschau.) DaS HilfSwerk der beiden FranzenSbader Bundesgruppen wurde Sonntag durch denehrendenBesuchde» Vorsitzenden der SdP ausgezeichnet. Konrad Henlein, der in herzlicher Weise von den Veranstaltern begrüßt wurde, war in Begleitung seiner Gemahlin und seiner Kinder erschienen und äußerte sich in ganz besonder» anerkennenden Worten über die prächtige Ausstellung und die Verdienst« der Franzens- badrr Bundesgruppen am großen Gesamthilfswerk der Sudetendeutschen Bolkshilfe." Daß er mit„elastischem Schritt", wie einst Kaiser Franz Joseph, die Schau verließ, ist nicht verzeichnet. aber wahrscheinlich nur, weil das bei einem Turnlehrer selbstverständlich ist. ProzeS gegen die„Bereitschaft* 1 Mähr-Ostrau.(Tsch. P.-B.) Am zweiten Tag deS Prozesse» gegen Dr. Patscheider und Genossen wurde die Anklageschrift berührt. Namens aller Verteidiger konstatierte Dr. Girschek, daß sie di« Beilagen, auf die sich die Klage beruft, nicht studieren konnten. Der Gericht-Vorsitzende erklärt, eß seien insgesamt 80.000 Schriftstücke, die bei den Angeklagten beschlagnahmt wurden; von diesen seien 8000 für den Prozeß wichtig. Jeder Verteidiger könne spätesten»«inen Tag vor dem Verhör seine» Klienten die Beilagen studieren. Hierauf wurde zum Verhör eines der Hauptangeklagten, des Prokuristen Paul Lamatsch, geschritten. Lamatsch antwortete zunächst auf Befragen de» Vorsitzenden, daß er bi» zu seiner Verhaftung Mitglied der Deutschen nationalsozialistischen Partei gewesen sei, aber in der Partei keine Funktion innegehabt habe. Er gab dann Aufklärungen, wie e» zur Gründung der Zeitschrift„Der Weg" kam. Er sprach sodann zusammenhängend über die Bestrebungen der Sudetendeutschen zweck» Zusammenschluss«» aller deutschen Parteien. Er behauptet«, paß im Jahre 1928«in neue» Programm au»gearbeitet wurde, da» gegenüber dem Znaimer Programm die Selbstverwaltung der Deutschen im Rahmen der Tschechosiowakischen Republik verlangt. Die Deutsch« Völkoriundliga in der Tscheche« siowakischen Republik hielt am 10. d. M. ihre erste Haupwersammlung nach dem Tode ihre» Gründer» und ersten Präsidenten Dr. Wilhelm Medinger ab. Den Nachruf für Dr. Wilhelm Medinger hielt der geschäftsführende Vizepräsident der D. V. L. Dr. Friedrich Nelstöck. Weiter erstattet«-Arch. Rutha einen Bericht über seine Teilnahme an-dem heurigen Weltkongreß der Bölkerbundligen, der zu Pfingsten in Brüssel tagte. Die sodann vorgenommene Neuwahl de» Vorstände» hatte folgendes Ergebnis: Doz. Dr. Franz Adler, Dr. Walter Brand, Dr. Alfond» Clary und Aldringen, Dr. Emil Franz«!, Dip. Otto Freund, Sekr. Dr. Karl Janovfly, Dr. Franz Jesser, Red. Karl Kern, Dr. Wilhelm Medinger jun., Dr. Friedrich Nelböck, Sekr. Ernst Paul, Prof. Dr. Heinrich Rauchberg. Felix Richter, Jndustr., Arch. Heinrich Rutha, Obersekt. R. Dr. R. H. Schmiedt-Sollislau», G. Schreiner, K. R. Schwarz, Dr. Wilhelm Sebekovfly, Dr. Friedrich Stolberg, Dir. Viktor Ulbrich, Sekr. Willi W a n k a, Dr. Friedrich Westphalen-Fürsten- bexg, Anna Maria Wiechowskki, Prof. Dr. L. Winter, Dr. A. Worliczek, Doz. Dr.vo jm dortigen Stadttheater Jiräseks.Lucerna" oufgcführt wurde. Die Vorstellung wurde für die Studenten der deutschen Mittelschulen Troppaus deranstaltet. Vor ausverkauftem Hause verzeichnete dar Stück einen durchschlagenden Erfolg. LS werden tveiter tschechische Vorstellungen für die deutschen Studenten Troppaus vorbereitet und auch daS Deutsche Theater in Troppau wird für die tschechischen Studenten deutsche Vorstellungen aufs Repertoire setzen. Diese interessante Theaterzusammen- arbeit wurde über Initiative der tschechischen Dheaterbereinigung in Troppau verwirklicht. Autozusammenstoß: ein Todesopfer. Vorgestern Äends stieß der Zahnarzt Dr. Wachsmann aus Prag II vor dem Winterstadion in Holleschowitz mit I seinem Auto gegen das des 21jährigen Militäraspiranten Wlaomir U r b ä n e k aus Wrschowitz and schleuderte es, als eS eben eine Kurve machen sollte, aufs Pflaster. Hiebei begrub der Wagen die ^jährige Beamtin Marie Walters auS Pragweinberge unter sich. Dr. Wachsmann brachte die Serunglückie sofort auf die Klinik Schlaffer, hier narb sie jedoch um II Uhr nachtS an ihrer tödlichen Kopfverletzung, ohne das Bewußtsein wiedererlangt i» haben. DaS Strafverfahren^ wurde eingeleitet. Kein Zwang, aber Erpressung ■ 2n seinem dritten Vortrag auf der Tagung Deutschen Arbeitsfront in Leipzig führte der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nach der »Frankfurter Zeitung" u. a. folgendes aus: »Die DAF ist der Exerzier- Platz für die nationals o- zialistischeWeltanschauung Und„Kraft durch Freude" ist das Reglement, nach dem exerziert wird. Der Mttgliedsbektrag ist Lein Der» stcherungsbettrag, für den man eine Rente bekommt, sondern ein weltanschaulicher Beitrag, mit dem man! Schütze heben muß. Eine Zwangs-! Mitgliedschaft lehnen wir ab. Daran| werden wir für alle Zeiten festhatte«, i Aber wir hoffen, wünschen und glauben, daß über die DAF eine Auslese! für die Fabriken stattfindet, d. h., daß niemand in Deuts ch* landmehrArbeitfindet, der nicht in der DAF ist, weil er sich da- mtt als asoziales Element geoffen- bart hat." L Das darf der Mann ruhig sagen, ohne daß **m ein Mensch auch nur ein Wort der Entastung entgegenschleudern könnte oder die Presse tu dieser schamlosen Demagogie Stellung zu neh- vermöchte. Me deutsche Völkerbundliga rar die Sankttonspolitik Die Vollversammlung der Deutschen Völker« öundliga hat am 10. Dezember 1985 die folgende * Erklärung beschlossen: „Der Angriff Italiens auf Abessinien hat den Völkerbund veranlaßt, gegen den Staat, der unter Verletzung des Völkerbundpaktes zu den Waffen gegriffen hat, diejenigen Sanktionen zu verhängen, welche die Satzung des Völkerbundes für einen solchen Fall vorsieht. Die Deutsche Völkertundliga hält dieses Vergehe» des Völkerbundes für richtig und sie beglückwünscht ihn dazu. Der Völkerbund ist nach seinen Satzungen verpflichtet, die Unversehrtheit des Gebietes und der bestehenden politischen Unabhängigkeit aller Bundesmitglieder, unter Umständen sogar dritter Staaten, gegen jeden äußeren Angriff zu wahren, den die Völkerbundsatzung verbietet. Es mag fraglich sein, ob es richtig war. ein Land wie Abessinien in den Völkerbund aufzunehmen. Dies ist aber nun einmal geschehen. Der Völkerbund hat daher gegen Abessinien die gleichen Pflichten, wie gegen jeden anderen Mitgliedstaat. Vernachlässigte der Völkerbund seine Pflichten im Falle Abessiniens, so könnte in Zukunst kein Staat mehr darauf rechnen, vom Völkerbund vor einem ungerechtfertigten Angriffe geschützt zu werden. DaS Zutrauen in den Völkerbund als einen Hort des Friedens würde dadurch erschüttert und daS Ansehen des Völkerbundes herabgesetzt. Man könnte es den so enttäuschten Staaten nicht verübeln, wenn sie ihre Sicherheit Seit dem 8. Juni 1934 ist vor dem Prager Schwurgericht kein Todesurteil mehr gefällt worden. An jenem Tage trat das neueGesetzüberdie Todesstrafe in Krast. welches einerseits für die bisher ausschließlich mit der Todesstrafe bedrohten Verbrechen auch die Verhängung einer langjährigen Freiheitsstrafe zuließ und andersests die Geschworenen zur Mitwirkung bei der Urteilsfällung in solchen Fällen heranzog. Sesther sind Todesurteile eine Seltenheit geworden— ein schlagender Beweis dafür, daß das Rechtsempfinden der Laien die Todesstrafe keineswegs als Allheilmittel gegen, die angeblich zunehmende schwere Kriminalität betrachtet, wie die reaktionäre Presse zu behaupten pflegte. Seit dem 3. Juni 1934 sind in Prag zahlreiche schwere Mordprozesse verhandelt worden, teilweise sehr abscheulichen Sachverhaltes(wie z. B. der Vatermörderin Vyletälek u. ä.). Dennoch hat der Schwurgerichtshof unter Mitwirkung de- Geschworenenkollegiums stets nur an, Freiheitsstrafen zwischen 15 und 30- Jahren erkannt. Nur in Eger und K u t t e n b e r g sind in diesen zweieinhalb Jahren im ganzen zwei Todesurteile ergangen. Am 10. Dezember 1985 wurde nun in Prag das erste Todesurteil gesprochen. Der Verurteilte ist Alois Bruckner, der Bievnover Mörder seiner Mitter und seiner Frau, Wir können das Grauen, daS um diesen Prozeß liegt, daS Entsetzen, dar die abgehärteten Polizei« und GerichtSorgane bei seiner Untersuchung packte, und den Abscheu deS Zuhörers nur andeuten. * Prag. Der zweite BerhandlungStag nahm einen schnellen Verlauf. Jm Laufe des Vormittags wurden die restlichen Zeugen einvernömmen, deren Aussagen sich mit den bereits bekannten Tatsachen deckten und zum Teil weitere Jllustratwnen für die brutale und unmenschliche Natur des Angeklagten erbrachten. Das Beweisverfahren hat in diesem Prozeß, in welchem der Sachverhalt völlig klar liegt und vom Angeklagten eingestanden ist, natürlich nicht das Interesse, wie in Prozessen, in welchen die Anklage im Beweisverfahren um die Verurteilung deS leugnenden Angeklagten kämpst. Unter de» Zeugen befand sich auch die alte Mutter der ermordeten Frau, die sich nur mit Mühe austechterhiest. Den stärksten Eindruck unter den Zeugenaussagen machte die der Polizeibeamten, die den ersten Lokalaugenschein in der Wohnung vornahmen. Diese Zeugen bekundeten einmütig, daß sie trotz ihrer langjährigen Erfahrung und Abhärtung gegen krasse Eindrücke von Grausen gepackt wurden, als sie die Wohnung betraten, wo die Leichen seit vier Tagen verwesten. In dieser Atmosphäre hat Alois Bruckner die ganze Zeit gewohnt! Der Angeklagte bewahrte auch am zweiten Verhandlungstag die Haltung, die er von Anfang an angenommen hatte. Er sitzt ruhig und teilnahmslos auf der Anklagebank, als gehe ihn der ganze Prozeß nichts an. Er zuckt mit keiner Wimper, als die Details der Mordtat aufgerollt werden; er hört mit Seelenruhe die Zeugen an und verrät auch nicht die mindeste Erregung, als der Staatsanwalt mit flammenden Worten die Strafe über sein Haupt herabbeschwört. * Den Geschworenen' wurden zwei Hauptfragen vorgelegt, beide lautend auf Raubmord, begangen an der eigenen Mutter und an der eigenen Gattin. Hieraus ergriff Staatsanwalt Dr. Mejstkik das Wort zu seiner kurzen, aber außerordentlich wirkungsvollen Anklagerede. Der Ankläger schilderte den entsetzlichen Eindruck, den er als Mitglied der Mordkommission empfing, als er die Stätte des Mordes betrat. Noch nie in seiner Praxis sei ihm ein Fall solcher unvorstellbarer Unmenschlichkeit begegnet..ES ist daS größte und furchtbar st e Verbrechen, dessen ich je Zeuge war", rief der Staatsanwalt aus..Auf furchtbarste Weise ist hier das vierte Gebot mit Füßen getreten worden". Er bat die Geschworenen um einstimmige Bejahung der Schuldfragen. Der Verteidiger Dr. Justic betonte die außerordentliche Schwierigkeit seiner Ausgabe, den geständigen Täter einer so schweren Missetat zu verteidigen. Auch er ' könne sich nicht gegen die gerechte Strafe stellen, doch dann wieder in ihren eigenen Rüstungen und in Allianzen außerhalb deS Völkerbundes suchten, also in einer Politik, die zur Verschärfung deS gegenseitigen Mißtrauens, zum Wettrüsten und nach allen Lehren der Geschichte früher oder später zum Kriege führen müßte. Verlöre der Völkerbund seine moralische Autorität, so wäre er selbst verloren. ES handelt sich jetzt nicht um ein Urteil über den Wert und Unwert Abessiniens, sondern um eine Existenzfrage des Völkerbundes. Wenn der Völkerbund an sichglaubt,so konnte er nicht anders handelnals ergehandelthat Glaubte er nicht an sich, so könnte er nicht erwarten, daß seine Mitglieder und die anderen Staaten an chn glauben. Die Völkerbundligen sind dazu da, für den Völkerbundgedanken einzutretm. Sie können da- nur dann, wenn der Völkerbund den Mut der Pflichterfüllung hat. Wenn seine Mitglieder ihm darin folgen, so erfüllen auch sie damit ihre Bundespflicht, obwohl dies ihnen allen mehr oder minder empfindliche Opfer auferlegt. Diese Opfer werden gebracht, um der internationalen Solidarität und deS Völkerbundes willen. Aus diesen Erwägungen heraus begrüßt die Deutsche Völkerbundliga das Vorgehen des Völkerbundes. Sie erwartet, daß es von allen BundeSmitgliedern pflichtgemäß unterstützt wird, sie hofft auf das Verständnis der anderen Staaten und erwartet von ihnen, daß sie ihre Politik darnach einrichten werden. bat er die Geschworenen, auch bei diesem Fall mildernde Umstände in Betracht zu ziehen, vor allem die vernachlässigte Erziehung des Mörders und seine geistige Abnormalität, die ja doch wohl, trotz gegenteiligem Gutachten der Psychiater, vorliege. Ja seiner Replik polemisierte der Staatsanwalt gegen die Annahme, daß Bruckner nicht voll zurechnungsfähig sei..Ich selbst habe zuerst geradezu gehofft, daß dieses furchtbare Verbrechen dieTat eines UnzurechnungSfähigen sei. Aber die berufensten Fachmänner haben klar und eindeutig ausgesprochen, daß dieser Mensch normal ist", erklärte Dr. M e j st k i k. Da der Verteidiger auf eine D u p l i k verzichtete, resümierte der Vorsitzende, GR. Dr. Mare- k e k, die Ergebnisse der VerhanAung, worauf sich die Geschworenen zur Beratung zurückzogen, die kaum zehn Minuten dauerte. Das Verdikt war ein einstimmiger Schuldspruch, sowohl hinsichtlich der beide» Hauptfragen, als auch hinsichtlich der Zu- fatzfrage» auf die Niedrigkeit mrd Unehrrnhaf- tigkeit der Beweggründe. Auf Grund dieses Wahrspruches beantragte der Staatsanwalt mit Rücksicht auf die zahlreichen belastenden und den völligen Mangel mildernder Umstände die T o d e S st r a f e. Der Verteidiger bat um Zuerkennung mildernder Umstände und Verhängung einer Kerkerstrafe im Rahmen deS Gesetzes. Hierauf begab sich der Gerichtshof mit den Geschworenen zu der gemeinsamen Beratung über dar Strafausmaß. Um ein Uhr wurde das Urteil verkünbet, durch welches Alois Bruckner wegen Raubmordes an der eigenen Mutter und der eigenen Gattin zum Tod d»rch den Strang verurteilt wurde. Auch bei der Urteils Verkündigung zeigte sich Alois Bruckner völlig unberührt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er daS Urtefl annehme oder Nichtigkeitsbeschwerde anmelden wolle, drehte sich Bruckner fragend nach seinem Verteidiger um. Schließlich erklärte er, sich drei Tage Bedenkzeit offen zu halten. rb. »Poledni Ust" widerruft seine Beschuldigungen des„Bühnenbundes"' Prag. Vor dem Pressegericht wurde gestern die Verhandlung über eine Ehrenbeleidigungsklage zu Ende geführt, die der„B ü h n e n b u n d für die Tschechoslowakische Republik" und dessen Vorsitzender, Genosse Leopold K o p k a in B r ü n n, gegen den verantwortliche» Redakteur des„Poledni li st", Karl K u t, eingebracht hatte. Gegenstand der Klage war ein Artikel in diesem Stiibrnhblatt, der den Titel trug:„Die deutsche Schauspielerorganisation in der Tschechoslowcckischen Republik favorisiert die Reichsdeutschen". In dem inkriminierten Artikel wurde gegen die Gewerkschaft unserer. Bühnenkünstler die Beschuldigung erhoben, daß diese die Interessen der deutschen Schauspieler tschechoslowakischer StaatSzugehörigkeit nicht wahre und zugunsten deutscher Reichsangehöriger die Gesetze umgehe. Insbesondere wurde dem Vorsitzenden des Bühnenbundes, Genossen K o p k a borgeworfen, daß er für reichsdeutsche Schauspieler größere Sympathie hege, als für solche tschechoslowakischer StaatSzugehörigkeit und daß er sich Hintertürchen offen halte, um den Hakenkreuzlern zu helfen. Auch wurde darauf hingewiesen, daß der Schauspieler R ö s n e r, der früher Funktionär des „Bundes" war, sich später als Hakenkreuzler her« ausgestellt habe. Schließlich wurde hinsichtlich des Genossen Kopka bemerkt, daß ein Mensch mit solchen Ansichten nicht Vorsitzender einer Gewerkschaftsorganisation sein könne. Bei der ersten Hauptverhandlung am 1. August 1934 bot der Verteidiger deS Red. Kut, den Wahrheitsbeweis an. Seither wurde eine ganze Reihe von Zeugen bei verschiedenen Gerichten im RequisitionS- weg einvernommen(Eger, Reichenberg, Brünn). Die von der Verteidigung geführten Zeugen konnten indessen bie. inkriminierten Behauptungen nicht nur nicht bestätigen, sondern sagten sogar gegenteilig ein Luck zur Naturgeschichte des Fasclsmus Konrad Heiden: „Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit" Eine Biographie Kart. Kc 49.50. Leinen K® 66.—. Zu beziehen durch die Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag XIL, Siezskä 13. aus. Nachdem der angebotene Wahrheitsbeweis also zusammengebrochen war, bot gestern der Verteidiger des Geklagten, Dr. HaSkovec, dem Vertreter der klagenden Partei, Genossen Dr. Egon S ch w e l b, einen Vergleich an, der dann auch zum Abschluß kam. Der„Pol. list" verpflichtet sich darin, eine umfassende Erklärung abzugeben, in welcher konstattert wird, daß die Redaktion des„Pol. list" auf. Grund deS durchgeführten Verfahrens, weder dem Bühnenbund noch seinem Vorsitzenden vorwerfen könne, das sie die Interessen der inländischen deuffchen Schauspieler nicht wahren, daß sie Reichsdeutsche favorisieren oder daß sie sich irgendwelcher unkorrekter oder illoyaler Handlungen schuldig gemacht hätten. Ferner verpflichtet sich der„Poledni list" zur Bezahlung der gesamten Prozeßkosten. rb. Techniker-Sitzung im 6. Kreis Sonntag fand in F a l k e n a u die Sitzung deS technischen Hauptausschusses statt, an welcher alle Spartenleiter sowie die technischen Leiter der Bezirke teilnahmen. Die Techniker konnten über zahlreiche Aktionen berichten. Es fanden ein Meiswintersportfest in Rothau, das Kreisturnfest in Eger und ein Kreisschwimmfest in Falkenau statt. Krei-kurse wurden für die Sparten Turnspiele und Leichtathletik durchgeführt, eS haben daran 40 Vereine mit 97 Teilnehmern teilgenommen. Serienwettkämpfe farchen für Fußball, Turnspiele, Geräteturnen und Schach statt. An der ersten Jugendsportabzeichenprüfung waren alle Bezirke beteiligt, es stellten sich aus 30 Vereinen 86 Jugendsportler. Kampfrichter» und Schiedsrichterkurse wurden durchgeführt. Jm allgemeinen wurde berichtet, daß durch die Wahlarbeit im Frühjahr die sportliche Tätigkeit stark behindert war. Eine gut gelungene Kreisübung mit Wettkämpfen haben auch die Samariter durchge» führt. Für die Jugend wurde eine achttägige Schule am Keilberg veranstaltet. Ueber das Bundesturnfest erstattete Genosse M h k u r a ein Referat und die technischen Bezirksleiter konnten über gute Vorarbeit berichten. A» den Bezirksvorturnerstunden haben sich 83 Turnvereine mit 894 Turnwarten und Vorturnerinnen beteiligt. Kreisturnwart Perlet erstattete denVor« schlag für dieS ondervorführungdes sechsten Kreises in Komotau. Auch das Bundeswintersportfest ist gut vorbereitet. Der KreiS- WintersportauSschuß und die Vereinsleitung St. JoachimSthal haben gute Arbeit geleistet. An dem Festabend werden die Vereine Karlsbad, Maierhöfen, Neudek, GraSlitz, Falkenau, Chodau, Altrohlau, ÄAertham und Bärringen sowie eine Kreisgeräteriege mitwirken. Der Arbeitsplan 1936 sieht neben den Bezirkswintersportfesten und Bezirksproben einen KreiS-Sport- und Spieltag und ein Kreis-S ch Wimm ertr effen vor. Die Sparten Schwimmen, Wintersport, Turnspiele und Leicht, athletik wurden unter Leitung des KreisturnwarteS zu einem Kreissportausschuß zusammengefaßt. Ueber diesportpolstischeLage und über den Verlauf der S A S I- Konferenz erstattete Genosse MYkura ausführlich Bericht. Westböhmischer Arbeiterfußball Wer wird Spitzonführer der Herbst-Serie? Noch immer können wir daS Fragezeichen hinter diesen Satz stellen. Die Niederlage des ASV Graslitz in Drahowitz hat die sichere Spitzenführung zunichte gemacht. Der Atus Karlsbad kommt zum zweftenmale an die Spitze; allerdings hat die Karlsbader Mannschaft am Sonntag schon das letzte Spiel ausgetragen und konnte auf eigenem Platz nur ein Unentschieden gegen die kampflustigen Chodauer herausholen. Maierhöfen war spielftei und steht punktegleich hinter Graslitz. Beide haben noch eine schwere Nuß zu knacken: am kommenden Sonntag gastiert in Graslitz der FFK Falkenau und Maierhöfen muh nach Schankau. DaS Spiel Unterreichenau gegen Neudek wurde durch eine Raufszene unterbrochen, jedenfalls müssen die Futzballbehörden derartige Unsportlichkeiten mit größter Strenge unterbinden. Offen steht noch die Bewertung des Spieles Fischern gegen Franzensbad, das von Fischern im letzten Augenblick abgesagt wurde; die Punkte dürften also am grünen Tisch vergeben werden. Die Ergebnisse der Serien- und Freundschaftsspiele: Atus Karlsbad gegen Rote Elf Cho- dau 3:3, AtuS Drahowitz gegen ASV Graslitz 5:4, Atus Unterreichenau gegen ASV Neudek 2:2, ASB GraSlitz gegen Rote Elf Chodau 7:2, ASB Maierhöfen gegen AtuS Fischern 8:0, ASV Schankau gegen Atus Karlsbad 2:8, FFK Falkenau gegen AtuS Drahowitz 4:0, Atus Neusattl gegen Militärelf Inf.-Reg 83 0:2. Der Stand der Herifttabelle 1935 AtuS Karlsbad... 10 7. 1 2 15 19:12 ASB Graslitz.,, 9 7 0 2 14 50:19 ASB Maierhöfen., 9 7 0 2 14 2tl6 FFK Falkenau.., 9 5 1 8 11 29:16 Rote Elf Chodau., 10 4 8 3 11 24:29 ASB Schankau.. 9 4 1 4 9 82:26 Atus Drahowitz.. 10 4 1 5 9 25:26 ASV Neudek.,. 10 3 2 5 8 22:24 AtuS Fischern... 9 8 0 6 6 13:24 Atus Unterreichenau. 10 2 1 7 5 17:82 Atus FranzenSbad, 9 1 0 8 2 11:44 Alois Bruckner- Tod durch-en Strang Das erste Prager Todesnrtell seit dem 3. Juni 1934 Seite 6 „Sozialdemokrat". Mittwoch, 11. Dezember 1935. Nr. 288 Tmger ZMmg ManifestationSkundgebung der Bank- und Bersicherungsangestellten. Mittwoch, den 11. Dezember, findet um 3 Uhr nachmittags in der Produktenbörse in Prag eine Manifestationskundgebung der Bank- und Versicherungsangestellten statt, in welcher zur Senkung des Zinsfußes Stellung genommen werden wird. Es handelt sich darum, zu verhindern, daß in die vorbereitete Verördnung Bestimmungen ausgenommen werden,! durch welche die Interessen der Bank- und Versicherungsangestellten ungünstig beeinflußt werden könnten. WeihnachtS-Nundfunkpropaganda. Das Postamt Prag 25 wird die angeführte Propaganda durch Abstempelung von Postmarken mit einem besonderen Maschinenstempel durchführen. In der Zeit vom 7. bis 15. Dezember 1935 wird blaue Stempelfarbe, vom 16. bis 25. Dezember grüne Farbe und vom 26. bis 31. Dezember violette Farbe verwendet werden. DaS Klischee des Stempels wird«inen besonderen Text und die Bilder eines Dirigenten am Rundfunkmikrophon und eines RundfumhörerS am Empfänger enthalten. Unfall beim Reklamekleben. Der 22jährige Maurer Rudolf Kadlec aus Michle war gestern mittags mit dem Befestigen einer Reklame am Hause Rr. 80 in der Zeltnergasse beschäftigt, als er plötzlich. von eindm Schwindel befallen, etwa 12 Meter tief auf die Straße stürzte und mit gebrochener Schädelbasis liegen blieb. Er wurde auf die Klinik Jiräsek gebracht, wo festgestellt wurde, daß seine Verletzung tödlich sei. Der Vorfall wird untersucht. Bor Hunger««gefallen. Gestern um 9 Uhr vormittags ging der 71jährige, beschäftigungslose Arbeiter Anton N o s e k aus Bubentsch in der Piettestraße in Bubentsch über die Fahrbahn, als er — aus großer Schwäche, wie später festgestellt wurde — plötzlich zu Boden stürzte, wobei er«ine schwere Gehirnerschütterung und einen Bruch der Schädelbasis erlitt. Seine Verletzungen sind tödlich. Er wurde auf die Klinik Jiräsek gebracht. Berschiebeu Sie nicht länger den Einkauf von Geschenken. Besuchen Sie unS heute schon. Die gekauften Geschenke bewahren wir auf.— Angenehmere Feiertage durch, unseren guten Dienst! Besuchen Sie unsere„Fußpflegeabteilung". Bata. Dorträge »Woran glaubt die europäische Jugend Vortrag Klaus MannS am 9. Dezember. — Man braucht Max Brods Begeisterung für Klaus Manns Roman„Die Flucht in den Norden", sehr beredt in der Begrüßungsansprache kuudgege- ben, keineswegs zu teilen, um zu Klaus Mann zu stehen, sich seiner Frische, seiner Tapferkeit, seiner Geradheit zu freuen. Für den Vortrag dankten ihm viele sehr begeisterte Zuhörer. Vielleicht am freudig- ften dafür, daß er trotz einem sehr düsteren Bilde deS Glaubens und des Wesens der heutigen jungen Generation optimistisch ausklang. Recht im Gegensätze zum Beginn, dem Wort eines französischen Schriftstellers, eines jungen, in diesem Jahrhundert geborenen, daß er mit seinem Bekenntnis zu den Menschenrechten, zur Humanität, zum Fortschritt eigentlich ins neunzehnte Jahrhundert gehöre und nicht ins zwanzigste, das alles das besudelt. Mann unterließ nicht, auf das Paradoxe eines solchen Ausspruches zu verweisen, aber er wird verständlich in einer Zeit, in der aller Ursprung der abendländischen Kultur aus der. Quellen der griechisch- römischen Antike und deS jüdisch-christlichen Geistes verleugnet wird und krampfhaft der Rückwärtstveg ins Barbarische gesucht wird. Mann meinte, der Fascismus, gegen den er starke, leidenschaftdurch- glühte Worte fand, sei kein Gegensatz der Genera- tionen, er habe Trennungslinien, die zu Klüften zu werden drohen, quer durch die Generationen gezogen.(Aber es ist doch nicht zu leugnen, daß er seinen Machtantritt zu aroßem Teile der Jugend verdankt. Dafür gibt eS mancherlei psychologische Erklärungen— die Jugend ist durch den Krieg gegangen oder in seinem blutigen Schatten aufgewachsen, ist seelisch und geistig primitwiert worden,— aber die Demokratie verstand auch zu wenig die Jugend, wußte sie nicht zu begeistern, vermochte ihr das Freiheitsideal nicht lek endig zu machen, sich nicht selber zu verjüngen, und sie. ließ fast widerstandslos den scheußlichen Mißbrauch des JugendsehnenS und Jugendwollens durch den FaseismuS zu.) Ver, fehlt scheint uns KlauS Manns Versuch, Nietzsche den Fascisten streitig zu machen..Ja, der FaseismuS hat Nietzsche mißdeutet und vergröbert und er kümmert sich einfach nicht um NjetzscheS schroffe Ableh- nung des Antisemitismus. Nietzsche, der ja auch Aesthet war, würde sich gewiß angewidert vom Nationalsozialismus abwendtn und wahrscheinlich freiwillig den Staub des Dritten Reiches von feinen Schuhen schütteln— aber in seiner Lehre bleibt genug, worauf der Fascismus sich stützen kann, nicht wenig fteilich auch, was Antifascisten für sich in Anspruch nehmen können. Aber doch: es ist schön, mitzuerleben, wie ein Angehöriger der jungen Generation unserer Zeit sich mit dem Problem Nietzsche auseinandersetzt. Schön, sehr wirkungsvoll war das Bekenntnis Klaus Manns zum Sozialismus, zum Kollektivismus.»Der Wille zur planvollen ökonomischen Neugestaltung darf bei keinem fehlen, der eS ernst mit der Zukunft meint."— Klaus Mann verbindet aber sein Bekenntnis zum Sozialismus mit. einem Bekenntnis zur Religiosität, natürlich nicht zu einer streng kirchlich gebundenen. Er macht es dem Marxismus zum Vorwurf, daß er für die religiösen Werte bisher kein Verständnis aufbrachte. Nun, der Marxismus ist ein Kind des Zeitalters deS naturwissenschaftlich-philosophischen Materialismus, und dann: die Arbeiter hatten und haben in ihrem sozialen und politischen Kampf immer die Kirche in der vordersten Reihe ihrer Feinde gefunden, die Kirche, die bei ihrer Verteidigung der Klassenherrschaft der Besitzenden immer die Religion als Schild benützte. Was war selbstverständlicher, begreiflicher, als daß so häufig dann in ihren Vorstellungen Kirche und Religiosität zu einer Einheit verschmolzen? Aber Klaus Mann hat recht mit seiner Forderung nach Verknüpfung eines Individualismus(der auch die Freiheit 9tä Bekenntnisses zu Irrationalem, Religiösem in sich schließen würde) mit dem Kollektivismus. Daß der Sozialismus Feind der Bersönlichkeit sei, war ja Jahrzehnte hindurch verlogenes Argument seiner Gegner. Im Gegenteil: Sozialismus ist Befreiung der Persönlichkeit! Eine greulichere Entpersönlichung des Menschen als die durch den Fascismus ist nicht vorstellbar.— Die Forderung nach Befreiung der Persön« i lichkeit, nach ökonomischer Planung, nach kultureller Erneuerung stellt KlauS Mann dem Fascismus entgegen. Er ruft zu einem„Optimismus auf weite Sicht."—Vortrag eines Gedichtes Klaus Mtnms in tschechischer Uebeffetzung— Sprecherin war Frau Jarmila Kronbaurova— und die Verlesung einer Zuschrift von Voskovec und W e r i ch, die sich sehr entschieden gegen die goldene Jugend des Fascismus und zur studierenden und arbeitenden sozialistischen Jugend bekannte, beschlossen den schönen Abend. Schade, daß Klaus Mann nicht zu jener Jugend sprechen kann, der er diel zu sagen hätte: zur nationalistischen deuffchen Jugend. Aber diese Jugend, die nicht nach dem Spruche handelt: Prüfet astps und bebaltet das Beste— diese Jugend, die sich fteiwillig Scheuklappen vorbindet und die Ohren verstopft, will nichts hören, was ihrem fascistischen Glauben widerspricht.—fb— JCunsl and Mssen. . Der keusche Lebemann, alter Schwank von Arnold und Bach, wurde Montag im Deuffchen Theater Yon einem Ensemble Otto Wallburgs aufgewärmt. Herr Wallburg hat vom Deutschland- Film her, von dem ibm jetzt, ungewöhnlich spät, die Großmutter weggetrieben hat, seine Liebhaber. Auf der Bühne wirkt seine umständliche Dicke und sein Geblubber gewiß auch komisch; aber von der sogenannten„überwältigenden" Wirkung war nichts zu spüren, zumal die anderen Daffteller, mit denen Wallburg sich umgab, nicht einmal den guten Durchschnitt erreichen; ausgenommen Ernst Wurmse r, der allerdings Herrn Wallburg übertrifft.— Das Haus war mäßig besucht. Und wir würden es nicht als einen Fehler betrachten, wenn Herr Wallburg mit seinem Ensemble nicht wiederkäme. l. g. Raynal-Uraufführnng im RDTh. Paul Reynal. deffen Drama»Das Grabmal des unbekannten Soldaten" einen der größten Effolge der letzten Jahre bedeutete, hat sein neuestes Werk„Napoleon Unique" dem Deutschen Theater in Prag zur Welt- Uraufführung(vor der französischen Aufführung) übergeben. Das Stück geht am zweiten Weihnachtsfeiertag zum erstenmal in Szene. Regie: Julius Gellner. Titelrolle: Ffftz Valk. O Spielpla« des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Mittwoch, häw 8: Fidelio, BI.— Donnerstag, halb 8: Wozzek.—- Die Geschichte vom Soldaten, C2.— Freitag, halb 8: Der lächerliche Sir Anthony, D 1.— Samstag, halb 8: Macbeth, CI. Wechenspiel-lan der Klemen Bühne. Heute, Mittwoch, 8 Uhr:„Fremdenverkehr", volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag, 8 Uhr: Anna sagt nein.— Freitag, 8: Woz- z e k, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.— Samstag, 8: Anna sagt nein. Der 3Um. Der Tanz der Liebe. Ein amerikanischer Film, in dem ost und gut Rumba getanzt wird, was ja nichts Schlechtes ist, zumal uns der Film lehff, daß dieser originelle Tanz auf Kuba so bodenständig ist wie der Walzer in Wien. Aber leider wird nicht nur Rumba getanzt, sondern dazu noch eine Handlung vorgeführt, die vielleicht sehr amerikanisch, aber jedenfalls horrend ist. Der Tänzer George Rast, der seine Sache mit den Beinen sehr geschickt macht, muß also einen ebemaligen Gangster spielen, der alle jungen Dm..en dadurch bezaubeff, daß er sie mit Baby anredet, was besonders auf eine Millionärin aus New Bork unwiderstehlich wifft, die am Ende für die ohnmächtig gewordene Tanzpartnerin des Angebeteten einspringt, obwohl zu erwarten ist, daß die einstigen Gang-Genossen des Tänzers ibn misten im schönsten Rumba erschießen werden, eine Erwartung, die allerdings nicht in Erfüllung geht, weil sie nur das Produkt scherzhafter Reklame war. So gibt es also für alle Beteiligten ein happy end— nur nicht für den Zuschauer, der diesen von dem Regiffeur Marion Gering mit Musik und Revue-Kulissen aufgeputzten Unsinn verdauen soll. —eis— Qus der Tarter Winterhttfsaktion der Arbeiterfürforge Der„Bezirksverein„Arbeiteffürsorge" beruft für heute Mittwoch um halb 8 Uhr abends ins Vereinsheim, Prag II, Rärodni ti. 4,«ine erweiterte Ausschußsitzung ein. Es betrifft die Besprechung der WinterhilfS- astion, die vor ihrem Abschluß steht. Wir rechnen mit dem bestimmten Erscheinen aller Auüschußmitglixder. Für den Bezirksverein„Ärbeiterfiirsörge" Maria Deutsch. Alle Frauen helfen" beim Adreffenschreiben für ZeituygsauSsendungen am Donnerstag von 4 bis 8 Uhr abends im Parteiheim! Verlanget überall Volkszüntler Genossinnen und Genoffen! Die Winterhilfsaktion steht vor dem Abschluß, wir bitten di« restlichen Spende« raschrstens abzuliefern. Literatur Ein neues Buch über die Slowakei. Soeben erschien das Buch..Columbus in der Slowakei". Sein Autor, L. W. Rochovanski, hat ein ungemein lebendiges und interessantes Werk geschaffen. Der Leser wird von Preßburg aus durch die ganze Slowakei geführt. Die Reise, die vom Frühling bis zum Herbst dauert, geht durch alle Städte, Städtchen und Döffer, zu den modernen Bauten und alten Holzkirchen, durch die Museen und Bauernstuben, hinaus zu den Menschen auf dem Felde, zu den Volkskünstlern mit den alten schöpferischen Gedanke» und Techniken, hinunter in die Wunder der Höhlen und hinauf in die Berge. In einer knappen, plastisch sicheren Form werden Städte und Gegenden, ihr Bau und ihre Vergangenheit lebendig gemacht, Landschaft und Menschen in Beziehung gesetzt, Sag« und Wirklichkeit miteinander verbunden. Niemals wird.das Leben vergessen. Besondere Aufmerksamkeil dürfte die Darstellung der„Tatra" finden. Mit Offginalstät und Einfachheit ist die weste Vergangenheit von Preßburg-hervorgeholt. Besonder« Schönheiten enthalten die Kapital über Ornamentik, über Volkskunst, über das Leben der Menschen und ihre Lieder. Es ist eine Uebeffülle von Eindrücken festgehalten und man kann sicher sein, das dadurch auch die Fremden bewoaen werden, dieses Land zu sehen,«S zu bereisen, auf Entdeckungen auSzugeheN und selbst„Columbus in der Slowakei" zu werde». L. W. Rochovanski, der seit Jahren sein warmes Interesse an der Kunst der Tschechoslowakei bekundet hat, erweist sich in seinem Buch als ein gründlicher Kenner der Slowakei. Sein Buch hat einen Umfang von 600 Seiten, es enthält über 400 herrliche Abbildungen, 7 Farbtafeln, viele Notenbeispiele und 30 Wegweiser. Es ist schon äußerlich mit größtem Geschmack hergestellt; der Einband ist nach den Holzschnitten von Alfred Soulek geprägt und in sio« wakifches Hausteinen aus Orava gebunden, mit slowakischen Bändern als Lesezeichen veffehen. Der Eosverlag in Braffflava, der das Buch herausgibt, hat keine Kosten gescheut und sich durch die Herausgabe dieses Werkes ein großes Verdienst erworben. An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs-Enthebunsen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kc 10’— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungs* bestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. Ole Verwaltung. ■” Iwulkk•■•lAUea!......—I Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat“ Ich bestelle hiemit unter dem Namen:* Beruf Ort:— eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kc 10.— und sende ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift: BezuaSb« din« una en: Bet Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Poft monatlich KC 16.—. vierteljährig Kd 48.—, halbjährig Kd 96.—. ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut Larff billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tffe- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VU/1980 bewilligt.— Druckerei: JDtfiiä". Druck». Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.