T jnber Jt 4. d a« 1 bis ®t :«l, Pros, lneh« e s< ern« ein« weüe ward nt«« über rsüb« lspek« d Fi ins« durch >ekt« ienste r der rrbe» aus biet' icrcl ronift .War l der odnpj k a u Kon« :eitar ,.T ioz« f.- Ste« rabe» ieder« wfre« hrend s d« vitän :tim« r ihr gende - Se« r de« d« ; de« ) hat, wird uern. n g r beste Fackie lieben mipt« >rend. Film iehen. wten, eiche« m zu üilver zewitz ildlich lätzi weil st als eis— Frei« eines del rotze« R« 3098 M. enn'S auch dies« Fort leicht : dem e nur 4. 623. ( Samstag, 14. Dezember 1935 Nr. 291 15. Jahrgang Einzelpreis 70 Hellmr (•ImcMIaSllch 5 Hall« Porto) OEM)EUTTChF^SOZIALDEMOKRATISCH EN ARBEITERPARTEI !H DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH PRUH. Redaktion un» Verwaltung präg xiu fochova ü. telefor sxtj. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG, diesen Betrag durch die Einführung einer n e ne n 1 Zeeland sagte vor wenigen Wochen:»Das Programm, das wir durchführen, bildet ein wirlsame Unterstützung zur See mit größerer Schnelligkeit zu betreiben. Hierbei habe er anscheinend geantwortet, dies sei ihm unmöglich, bevor nicht Friedensbedingungen in der Art des Hoare-Läval-Planes dem Duee unterbreitet und von diesem verworfen worden seien. J,_ t,... ö• M VUV ILHL VULU/I ILl/l l<1, V I* V L* v LH Zinsabgabe ausbringen, die ab 1. Jänner Ganzes. Seine Wirksamkeit hängt ab von der 1938 d« Wiener Btietern«u-jgkkgt werden wird. Durchführung in seiner Gesamtheit in kürzester Abessinien lehrt ab Genf.(Tsch. P.-B.) Das Sekretariat des Völkerbundes erhielt eine Note der abessinischen Regierung, die auf die französisch-englischen Vorschläge zur Lösung des afrikanischen Kon- fliktes die Antwort erteilt. Die Antwort der abessinischen Regierung ist ablehnend. Die abessinische Regierung protestiert gegen den Vorschlag der zwei Großmächte, demzufolge die Hälfte Abessiniens Italien zufallen«nd die andere Hälfte Italien auf Gnade und Ungnade ausgelicfert würde. Die abessinische Note schlägt gleichzeitig vor, daß die Bölkerbundversammlung einberufen werde. „Prävo Lidu" schreibt, hat der Präsident die Demission der Regierung Hod^a vor allem aus dem Grunde abgelehnt, weil e r w i l l, daß die tschechoslowakische Nation und alle staatsbejahenden Kreise in dieser Schicksalsstunde den Weg einer einvernehmlichen Lösung suchen,und weil er seinem Volke zutraut, daß es diesen Weg auch findet. Wir alle, die Masaryks Scheiden aus jenem Amte, das man sich ohne ihn kaum denken kann, aufs schmerzlichste bedauern, können nur hoffen,daß die schwere Stunde kein kleines Geschlecht vorfinde und daß die Verantwortlichen sich unter den Augen des Staatsgründers, des „Vater des Vaterlandes" in seinem Sinne bewähren. Es verlautet, daß Samstag nachmittags nach einem Empfang des Ministerpräsidenten H o d Z a, des Senatspräsidenten S o u k u p und des Kammerpräsidenten Maly- petr in Lana eine amtliche Erklärung erscheinen wird. Außerdem spricht Dr. Hodza um etwa 4 Uhr nachmittags über alle tschechoslowakischen Sender. Als T e r m i n für die Neuwahl des Präsidenten, die bekanntlich binnen 14 Tagen nach der Verlautbarung des Verzichtes vorgeuommen werden muß, nennt man bereits d e n 18. D e z e m b e r, also Mittwoch nächster Woche. Japan gegen jede Stufung der Seerüstungen London.(Tsch. P.-B.) Die japanische Delegation überraschte die heutige Marinekonferenz mit einer Erklärung, daß sie es als möglich ansehe, daß die gemeinsame Höchstgrenze der Marinerüstungen für alle fünf Marinegroßmächte in Anwendung gebracht werde, demnach nicht bloß für die Bereinigten Staaten, Großbritannien und Japan, sondern auch für Frankreich und Italien. Auch die Grenze zwischen dem abessinischen Kreis Danakil und Jtalienisch-Erythräa würde eine Aenderung erfahren. Für die Gebietsabtrennungen würde Abessinien eien Zugang zum Meer mit dem Hafen Azsab erhalten, der ausschließliches Eigentum Abessiniens sein würde. Auch die Grenze zwischen der abessinischen Provinz Ogaden und Jtalienisch-Scmaliland würde eine Regulierung erfahren, u. zw. in dem Sinne, daß die neue Italienisch-abessinische Grenze die Provinz Schebeli durchschneiden würde, wobei Gorahai östlich und Uaraudabad westlich der Grenzlinie verbleiben würde, die sich dann bis zur Grenze von BritischSomaliland zum 45. Meridian hinziehen würde. Das zweite Kapitel behandelte die italienische Koloniausierungszone. Die Grenze dieser Zone würde im Westen der 35. Längengrad und im Norden der 8. Breitengrad bilden. In diesem Gebiete könnte eine privilegierte Gesellschaft gebildet werden, welcher das Recht auf die unbesiedelten Teile des Landes sowie das Monopol auf die Gruben, Forste usw. zuerkannt werden würde. Die Gesellschaft hätte die Pflicht, für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Sorge zu tragen und einen Teil ihrer Einkünfte für die soziale Besserstellung(?) der eingeborenen Bevölkerung zu verwenden. Laval der Verantwortliche Die«Morning Post" veröffentlicht folgende Darstellung über die Beweggründe, die das Kabinett zur Annahme des Pariser Planes veranlaßt haben sollen. Die Regierung sei während der letzten Wochen immer besorgter über die Folgen der Sühnepolitik geworden,. und zwar wegen der U n z u- l an glichkeit der Unter st ützung, die die französische Regierun.g den.britischen Schiffen im Mittelmeer in Aussicht habe stellen können und wegen der Schwierigkeit der Organisierung einer wirksamen Oelsperre gegen Italien. Zehn bis vierzehn Tage würden notwendig sein, um die französischen Häfen in Verteidigungszustand zu.setzen. Ueberpies fei keiner der französischen Häfen im Mittelmeer imstande, die größten britischen Kriegsschiffe aufzunehmen. Angesichts der Gefahr, daß Mussolini eine Oelsperre als Kriegsakt behandeln könnte, sei, Laval ersucht worden, Vorkehrungen für restlos und Der Schleier, hinter dem sich die folgenschweren Politischen Beratungen der letzten Tage abspielten, hat sich Freitag abends gehoben. Die Republik steht am Vorabend eines Ereignisses von größter politischer Tragweite: Präsident Masaryk hat sich, verläßlichen Nachrichten zufolge, auf dringenden Rat seiner Aerzte und über Wunsch seiner Familie entschlossen, von seinem hohen Amte zurückzutreten. Das Gefühl, das alle demokratisch denkenden, im Sinne des Nlasarykschen Humanitätsideals für den Staat wirkenden und mit dem Staat fühlenden Bürger der Republik in diesem Augenblick beseelt, ist ohne Zweifel vom„P r ä v o Lido" auf die kürzeste Formel gebracht worden, das die Meldung von der bevorstehenden Demission des Präsidenten mit den Worten„Schmerzliche Resignation" überschreibt. In den Schmerz mischt sich freilich tröstend das siolze Bewußtsein, daß der Entschluß T. G. Masaryks einen beweis fürdieFestigkeitderDemokratie, einen Beweis für die Ueberzengung des Präsidenten darstellt, daß d i e N a t i o n r e i f ist. noch zu Lebzeiten ihres größten Mannes die Frage der Nachfolge zu lösen und die Kontinuität der demokratischen Entwicklung zu wahren. Wie das Der sogenannte FriedenSpla» der englischen «nd französischen Negierung erweist sich nach seiner Veröffentlichung tatsächlich als eine unerhörte Zumutung an die Staaten, die sich im Interesse des Völkerbundes zur Sanktionspolitik entschlossen habe«. ES ist der n a ck t e B e r r a t an den Grundsätzen des Bundes, eine fürstliche Belohnung d»S Angreifers und seiner barbarischen Kriegsmethoden., In England hat sich rin SturmderEnt- rüstung erhoben. Liberale, Konservative und natürlich die Labonristen werfen dem Kabinett seine verräterische Politik vor. Die öffentliche Meinung ist aufgewühlt. ES heißt, daß einzelne Abgeordnete bis zu 400 Briefen täglich empfangen, in denen Leute aus dem Volk ihrer Empörung Ausdruck geben. Die„Time S" verurteile« daS Projekt in einem ungewöhnlich scharfen Leitartikel. Lord Eden selbst soll de« Vorschlag nur sehr ungern verteidigen. Die Erregung hat nach Frankreich übergrgrif- frn. Auch die französischeLinke steht in hellem Aufruhr gegen, die Politik LavalS. Pierre Cot erklärte in der Kammer unter stürmischem Beifall, daß diese Politik dazu führen Müsse, daß eines Tages Frankreich für jedermann ein Abessinien sein werde, dem man ungestraft Provinzen nehmen dürfe. Endlich wächst die Opposition in Genf selbst. Abessinien hat an die Bundesversammlung appelliert. Der Völkerbund wird also nochmals zu entscheiden haben, ob er leim»der elendiglich umstehen will. Italiens Keckheit wächst selbstverständlich. Maa erklärt dort ganz offen, daß man sich mit der Antwort Zett lassen werde, daß der Krieg unterdessen , fortgehe, aber daß man andererseits erwarte, daß keine weiteren Sanktionen deschloflm werden. Paris.(Tsch. P.-B.) In Paris und in Aenf wurde Freitag abends gleichzeitig der Text "er französisch-britischen Vorschläge veröffcnt- «cht. Frankreich und Großbritannien empfehlen dem Kaiser von Abessinien, gewisse Gebiete an mallen abzutreten, u. zw. in Nordabessinien den östlichen Teil der Provinz Tigre, u. zw. im Süden bis zum Flusse Gheva und im Westen bis zu kjner Linie, die von Nord nach Süd zwischen «iksum, das bei Abessinien verbleiben soll,«nd «dua, welches Italien zufallen würde, verläuft. Vor dem Rücktritt des Präsidenten Masaryk Oer Völkerbund steht auf dem Spiel Oppositionssturm gegen Laval-Hoares Länderschacher Krisenpolitik In Belgien Es werden bei uns von vielen Seiten Vorschläge gebracht, die auf eine Milderung oder gar Behebung der Krise abzielen. Um entscheiden zu können, ob sie erfolgversprechend sind oder nicht, ist es nützlich, die Erfahrungen, die mit ähnlichen Maßnahmen im Auslande gemacht wurden, für uns zu verwerten. Wir sind uns darüber im Klaren, daß nur eine durchgehendgeplante, von wissenschaftlichen Gesichtspunkten geleitete Wirtschaft imstande ist, Wohlstand für alle zu schaffen. Jedoch nicht so allgemein bejaht wird die Frage, ob innerhalb der bestehenden Wirtschaftsformen durch aktiven Eingriff in die Wirtschaft die Not gemildert werden kann. Hier soll am Beispiel Belgiens gezeigt werden, welche Erfolge eine wagemutige Krisenpolitik haben kann. Die Struktur Belgiens unterscheidet sich beträchtlich von der der Tschechoflowakei; es sind bei uns ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt, in Belgien nur 20 Prozent. Dies vereinfacht die Wirtschaftspolitik, denn es entfällt das ständige Lavieren zwischen den Interessen von Landwirtschaft und Industrie, ein Grund für Las Stagnieren unserer Wirtschaft gegenüber der allgemeinen Aufwärtstendenz in den meisten Ländern. Die Politik der Regierung T h e u n i s und ihrer Vorgängerinnen war auf schärf st eDe- f l a t i o n gerichtet, soweit dies die verschiedenen Parteien zuließen. Löhne, Gehäller, Pensionen, Staatsausgaben wurden gekürzt, jedoch nicht um. soviel, als Laß die Ueberwertung des belgischen Franks hätte ausgeglichen werden können. Die Folgen dieser Deflationspolitik, die in der Anfangsphase der Krise notwendig ist, später jedoch verhängnisvoll wird, sind ja hinlänglich bekannt. Die Kaufkraft sank, die Massen verarmten, l ternehmen wurden insolvent, Banken brachen zusammen, die Hilfe des Staates, der selbst notleidend geworden war, wurde angerufen; es setzte Kapitalsflucht ein, strenge Devisenvorschriften wurden erlassen, die nicht eingehalten wurden, kurz, das Land wurde aufs Tiefste erschüttert. Die sozialdemokratische Partei, die erkannt hatte, daß Deflation bis zum bittern Ende durchgeführt, — und nur dann kann sie einen gewissen Erfolg haben—-, eine unerträgliche Not der Werktätigen zur ovlge hat, hat einen„PlanderAr- b e i t" ausgearbeitet, der die Nationalisierung des Kredits, Nationalisierung der Grundindustrien(Kohle, Eisen), und.Nationalisierung des Transportes vorsah. Der daneben bestehende private Sektor sollte durch Kontrolle der Investitionen beeinflußt werden. Außerdem trat ein großer Teil der Partei für die Devalvation der Währung ein. Dieser Plan wurde mit großer Energie propagiert, er fand immer mehr Anhänger; die Devalvation wurde alsbald mich von bürgerlichen Politikern gefordert, wiewohl Regierung und Nationalbank alles versucht hatten, um sie zu diskreditieren. Schließlich kam es Ende März zur Demission des Kabinetts Theunis, eine neue Regierung,-aus Katholiken, Sozialisten und Liberalen zusammengesetzt, wurde gebildet. Van Z e e l a r d, Vizegouverneur der Nationalbank, wurde Ministerpräsident, Bandervelde Minister ohne Portefeuille, Hendrik de Man Minister für öffentliche Arbeiten und Bekämpfung der Arbeitslosigkeft. Die erste Maßnahme der neuen Regierung war die Abwertung des belgischen Franks um 28 Prozent. Das weitere Programm der Regierung war und ist noch weiterhin, soweit eS noch nicht verwirklicht worden ist: Die Bildung eines nationalen Rediskont- und Kreditinstitutes, Einführung einer Kontrolle der Banken zum Schutze der Einleger und einer Kontrolle der Neuinvestitionen. Außerdem wurde in der Regierungserklärung angekündigt eine allgemeine Herabsetzung des Zinsfußes, Konversion der Staatsanleihen, Steuererleichterungen und ein großzügiges Programm öffentlicher Arbeiten. Es ist üblich, daß Regierungen bei ihrem Antritt programmatische Erklärungen abgeben, die während der Regierungszeit stark modifiziert werden oder gar völlig unbeachtet bleiben. Die belgische Regierung jedoch hat in dieser kurzen Zeit erstaunlich viel von ihrem Programm erfüllt und Oetterreichltche Flnanzkumt Die Wiener Mieter müssen die Polizei bezahlen Wien. Im Rahmen der Budgetersparnisse hat die österreichische Regierung den Beschluß ge faßt, daß die Wiener Gemeinde mit einem größe ren Betrage zu den Ausgaben der Bundespolizei beitragen müsse. Es handelt sich«m den Betrag von a ch t Milli o n en S ch illing. Die Wiener Gemeinde wird wahrscheinlich-Attt auch weiterhin energisch an ihm fest. Ban Seite 2 Samstag 14 Dezember 1935 Nr. 291 . fti'it.* Das ist nicht sehr originell, aber wo man sich nicht an diese Erkenntnis hielt, traf man einzelne Maßnahmen, so daß ihre Wirkung fast völlig verpuffte. In den acht Monaten der Regierung Ban Zeeland wurde Folgendes verwirklicht: 1. Die Konversion der Staatsanleihen auf 4 Prozent. Die Konversion war ein g r o ß e r E r f o l g, denn bei einer Gesamtsumme von 26 Milliarden Franks erklärten sich die Inhaber von nur SO Millionen mit der Herabsetzung des Zinsfußes nicht einverstanden. Für den Staat bedeutet die Konversion eine jährliche Ersparnis von 550 Millionen. Die weitere Folge war nicht nur, daß Provinzial«, Gemeinde- und Kolonialanleihen konvertiert wurden, sondern auch Jndustrieanleihen und daß sich per Zinsfuß für den privaten Unternehmer verbilligte. Und eben dies ist eine der Ursachen für den belgischen Aufschwung, daß durch rasches Handeln die private Investitionstätigkeit neben der öffentlichen erhöht wurde, die Produktion stieg und damit die Arbeitslosigkeit beträchtlich fiel. 2. Es wurde weiters eine Kontrolle d e r B a n k e n eingeführt. Sie geht nicht so weis, daß man von einer durchgreifenden Kontrolle der Investitionen und damit des Wirtschaftssystems sprechen könnte, sondern sie ist nur ein Schutz der Einleger gegen gewagte Spekulationen und Investitionen. Das Gesetz bestimmt die Einrichtung einer unabhängigen Bankenkommission, die ein Aufsichtsrecht über die ordentliche Geschäftsgebarung und ein Einspruchsrecht bei Neuemissionen hat. Außerdem ist sie berechtigt, in einzelnen Bankinstituten den Zinsfuß herabzusetzen. Wiewohl diese Organe vorläufig nur Aufsichtsbefugnisse haben, können sie später einmal recht gut für die Durchführung einer umfassenden Kreditkontrolle verwendet werden. 3. Der dritte Hauptteil des Programmes sind die öffentlichen Arbeiten. Ob durch öffentliche Arbeiten die Krise gemildert werden kann, ist eine Streitfrage, die auch bei uns im Mittelpunkt der Diskussion steht. Die Erfahrungen in Amerika und besonders in Schweden lDeutschland kann deswegen nicht als Beispiel für Erfolg oder Mißerfolg der Politik der öffentlichen Arbeiten angeführt werden, weil die Umstellung auf Kriegswirtschaft solche Reibungsverluste mit sich bringt, daß etwaige Aufschwungstendenzen durch eben diese Kriegswirtschaft kompensiert oder uberkompensiert werden) zeigen, daß öffentliche Arbeiten die Krise überwinden helfen, wenn sie in großem Umfange durchgeführt, nicht durch ordentliche Steuereinnahmen finanziert werden und schließlich mit einer Politik verbilligten Geldes verbunden sind. Und diese drei Voraussetzungen sind in Belgien erfüllt. ES wurde für die Jahre IS36—38 ein Plan öffentlicher Arbeiten ausgestellt, der einen Gesamtaufwand von 3.5 Milliarde» Fränks erforderst Davon entfallen auf das Jahr 1S36 1.6 Milliarden außerordentlicher Ausgaben, die aus dem Gewinn gedeckt werden, der sich durch die Abwertung ergeben hat. Mit diesem Gelbe werden Straßen, im Werte von ungefähr 600 Millionen errichtet werden, mit dem Rest werden Krankenhäuser, Wohnungen, Kanäle und Elektrizitätswerke hergestellt. Hendrik de Man rechnet mit einer_• Wiedereinschaltung von ungefähr 40.000 Menschen in den Arbeitsprozeß als Folge der öffentlichen Arbeiten. Und wie ist der Erfolg all dieser Maßnahmen? Kurz gesagt: Belgien befindet f i ch i m A u f st i e g. Dies mögen folgende Daten erweisen. Die Arbeitslosigkeit fiel von 223.000 im Jänner auf 13H.000 Anfang Sep- tember. Im ersten Quartal hatte die Eisenbahn 1 ein Defizit von 100 Millionen Franks, im dritten Quartal einen kleinen Reingewinn. Die Einnahmen aus allen indirekten Steuern stiegen von 1230 Millionen Franks im ersten Quartal auf 1445 Millionen im dritten Quartal, ein Zeichen dafür, daß dieKaufkraftderBevölke- rung gestiegen ist. Für das ganze Jahr 1935 wird die Erhöhung der Einnahmen ungefähr 860 Millionen Franks betragen. Es werden daher für 1936 nicht nur keine neuen Steuern oder Steuererhöhungen vorgeschlagen, sondern im Gegenteil bedeutende Steuerherabsetzungen. Das Defizit des Staatshmrshaltes wird zwischen 100 und 200 Millionen Franks liegen bei einer Budgetsurnme von 10 Milliarden und auch dieser Fehlbetrag ist der unglücklichen Politik im ersten Quartal zuzurechnen. Es gibt heute zwei Gruppen von Wirtschaftspolitikern. Die einen halten orthodox fest an den wirtschaftstheoretischen Erkenntnissen der Vergangenheit und sind noch nicht gewahr geworden, daß sich die Voraussetzungen für diese Theorien grundlegend geändert haben. Die andern machen sich die modifizierten Theorien zu eigen, wagen sie in die Praxis umzusetzen und sie scheinen zu gewinnen. Zu diesen gehören Van Zeeland, de Man, zu jenen der Großteil der verantwortlichen Finanz- und Wirffchaftspolitiker hierzulande. Der belgische Erfolg sollte ihnen jedoch zu denken geben. Th. B ermann. weil ein Bürger unberechtigterweise ringeln«»» worden ist, oder deshalb, weil ein wahlbcrechttz' ter Bürger nicht eingetragen wurde, oder das 8«' burtsdatum, die Adresse oder eine sonstige f»‘ Zeichnung unrichtig ist. Ein Einspruch darf»«» eine Person betreffen, da sonst die Einsprös nicht berücksichtigt werden. Wo find die Einsprüche gegen die sta® digen Wählerverzeichnisse einzubringe« und wer entscheidet darüber? Einsprüche gegen die aufgelegte» Will«' Verzeichnisse sind beim Gemeindeamte innerhöl der achttägigen Auflegungsfrist schriftlich zu«' heben; nur des Schreibens unkundige Pers»»»» sind berechtigt, die Einsprüche mündlich beim G' meindeamte vorzubringen, das hierüber mit il»»» ein Protokoll aufzunehme» hat. Ueber die Ei»' spräche entscheidet die nach 8 11 des Gesetzes ist- 663/1919 bei der politischen Bezirksbehörde ei»' gesetzte Reklamationskommission, gegen de«» Entscheidung nach 8 13 die Beschwerde an da» Wahlgericht ergriffen werden kann. Alle Eingaben, Einsprüche, Beschwerde»^ stempelfrei! Kritik an der Steuerpraxis Im Budgetausschuß des Abgeordnetenhaus wurden Freitag die beiden Regierungsvori'.?»» über die Verlängerung der Umsatzsteuer in HD Handlung gezogen. Die Debatte klang in u»> scharfe Kritik des Finanzsystems und der Fina.^ administration aus. Alle Redner verurteil insbesondere die harte Praxis bei der Bemesse»? der Steuern und verlangten, daß man ein deres Steuersystem in Erwägung ziehe, das E so schwere Pflichten auferlege, welche die Stem« zahler nicht erfüllen können. Das Finanzm»^ sterium hat zu den beiden Vorlagen sowie auch i* der Vorlage über die Gerichtsgebühren weit»»* Abänderungsanträge gestellt, die der Budgets schuß wegen der Kürze der Zeit nicht mehr üb»»' prüfen konnte. Es wurde daher eine S u b kort' Mission eingesetzt, die Dienstag vormittag zusammentreten soll. Unsere Partei ist daN» durch Genossen Taub vertreten. Dienstag na«' mittags soll dann das Plenum des Budgets^' schusses die Verhandlungen neuerdings aufnehm»»' Weiter wurde beschlossen, daß der Ausschuß“ Steuer-undFinanzpolitikdes Si»»' tcS in gemeinsamen Beratungen mit den Verl»« tern des Finanzministeriums überprüf»" soll. Diese Beratungen sollen gleich zu Begm» des nächsten Jahres stattfinden. Im verfassungsrechtlichen Ausschuß wurP» ohne Debatte die Vorlage über die Abzüge von b»» D i ä t e n der P(t t l a men t a r i e r, die'S pre n g e l b u r g e r s ch n l e n und W Maßnahmen für die Angestellten eingestellt»" periodischer Druckschriften erledigt. Der ÄudgetapsschußdesSenMZ begann Freitag vormittags die Budgetdebatte, die er einen Zeitraum von nur vier Tagen M Verfügung hat. Infolge der Umbauten im Sena» die derzeit im Gange sind, müssen die Verhaue» lungen im großen Sitzungssaal des Plenu»" stattfinden. Der Generalberichterstatter St»/ d o l a ist plötzlich erkrankt, so daß das Referat ihn sein Klubkollege Zeman übernehmen mE Am Vormittag wurde die Generaldebatte bereM beendet. Es sprachen in ihr von deutscher S»m der Henlein-Mann Pfrogner und GenM R e y z l, der gegen Pfrogner scharf polemisier»»' Wir kommen darauf noch zurück. vlc ständigen Wählerverzeichnisse liegen aut! Auch bei den letzten Wahlen für das Parlament, den Senat, die Länder und Bezirke gab es Beschwerden gegen die unvollständigen und mangelhaften Wählerverzeichnisse. In viele» Fällen sind aber die Mängel der Wählerverzeichnisse auf die Saumseligkeit der Wähler selbst zurückzuführen. Wir machen daher auf die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes über die ständigen Wählerverzeichnisse(Gesetz vom 19. Dezember 1919, Slg. Nr. 663, in der Fassung des Gesetzes vom 23. Jänner 1920, Slg. Nr. 44, mit dem einige Bestimmungen des Gesetzes vom 19. Dezember 1919 abgeändert und ergänzt wurden) aufmerksam und bitten um genaueste Beachtung derselben. Wer ist in die ständigen Wähler« Verzeichnisse einzutragen? Nach 8 2 deS Gesetzes, Slg. Nr. 663/1919, sind in die ständigen Wählerverzeichnisse alle Staatsbürger der Tschechoflowakischen Republik ohne Unterschied des Geschlechtes einzutragen, die am Tage der Auflegung der Wählerverzeichnisse das 21. Lebensjahr überschritten haben, wenigstens drei Monate, vom Tage der Auflegung der Wählerverzeichnisse zurückgerechnet, ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben und nicht nach 8 3 dieses Gesetzes ausdrücklich ausgeschlossen sind. Wer darf in die ständigen Wählerverzeichnisse nicht eingetragen werden? Nach 8 3 des Gesetzes, Slg. Nr. 663/1919, sind von der Eintragung in die ständigen Wählerverzeichnisse ausgeschlossen: 1. Personen, die durch einen rechtskräftigen gerichtlichen Ausspruch des Rechtes, über ihr Ber- mögen frei zu verfügen, verlustig erklärt worden sind; 2. Personen, die in Konkurs geraten sind, während der Dauer des Konkursverfahrens, sowie diejenigen, über deren Ansuchen ein Ausgleichsverfahren im Zuge ist, solange dasselbe nicht für abgeschlossen erklärt wurde; 3. Personen, die durch ein rechtskräftiges Urteil, eines Strafgerichtes wegen einer solchen strafbaren Handlung verurteilt worden sind, die nach den bestehenden Bestimmungen den Verlust des Wahlrechtes nach sich zieht; 4. Personen, die sich in einer Zwangsarbeitsanstalt befinden. Jeder Bürger kann bloß in einer einzigen- Gemeinde und nur dann in das Wählerverzeichnis eingetragen werden, wenn er am Tage der Auflegung deS Wählerverzeichnisses in der betreffenden Gemeinde seinen Wohnsitz hat. Wann liegen die Wählerverzeichnisse zur Einsichtnahme auf? Rach 8 8 des Gesetzes, Nr. 663/1919, hat der Gemeindevorsteher von den vier Ausfertigungen der Wählerverzeichnisse, vor der Auflegung eine der politischen Aufsichtsbehörde, bei welcher für die betreffende Gemeinde die Reklamationskommission eingesetzt ist, zu übermitteln; die weiteren drei Ausfertigungen hat er auf die Dauer von acht Tagen, und zwar alljährlich am 15. Juni und 15. Dezember, eventuell am folgenden Werktage zur öffentlichen Einsichtnahme aufzulegen. Die Auflegung ist vom Gemeindevorsteher durch öffentliche Kundmachung und in gemeindeüblicher Weise bekannt zu machen. Diese Kundmachung muß vom Tage vor dieser Frist angefangen, während der ganzen Reklamationszeit angeschlagen sein. Die Wählerverzeichnisse müssen zur Einsichtnahme wenigstens drei Stunden täglich, in Gemeinden mit über 5000 Einwohnern wenigstens acht Stunden täglich, und zwar am Samstag auch in den Mittagstunden, am Sonntag von 8 bis 12 Uhr mittags, zugänglich sein. Jedermann kann in die Wählerverzeichnisse Einsicht nehmen und sich Abschriften und Auszüge anfertigen, sofern er dadurch andere Personen von der Ausübung desselben. Rechtes nicht ansschließt. Hauslisten In Gemeinden Hit mehr als 20.000 Einwohnern hat der Gemeindevorsteher wahrend derselben achttägigen Frist, in der die Wählerverzeichnisse anfliegen, in jedem Hause ein Verzeichnis der in diesem Hause wohnenden Wähler, an für alle Bewohner sichtbarer Stelle, anschlagea zu lassen. Wer im Hause wohnt und in diesem Verzeichnis nicht eingettagen ist, mutz sein Wahlrecht reklamieren! Wer Kann gegen die ständigen Wählerverzeichnisse Einspruch erheben? Nach 8 10 des Gesetzes, Slg. Nr. 663/1919, steht das Recht, Einspruch zu erheben, denjenigen Bürgern zu, die entweder in den Wählerverzeichnissen bereits eingetragen sind oder die Eintragung in die Wählerverzeichnisse anstreben. Der Einspruch kann entweder deshalb erhoben werden, 25 Roman von Karl Stym Copyright by Bugen Prager-Verlag, Bratislava „Er bat mich Überfallen wie ein Teufel.— Ich muß arbeiten. Muß!— Sieben Kinder— eines kommt!— Es ist zum Verzweifeln.— Manchmal bin ich so weit, daß ich einen Strick als Vernünftigstes finde!“ Ich verstehe Saurer nur zu gut. Acht Kinder und keine Arbeit!— Zehn Hungrige um den Tisch und auf dem Tisch -—nichts. „Wie lange gehst du schon in den Berg?” fragt Paul. „Fünfundzwanzig Jahre!“ Paul sieht durch die geflickten Fensterscheiben in den sonnenvollen Wald hinaus. Seine Augen sind warm und weich. Ich sehe sie nicht, ich fühle sie. Das Lärmen der Kinder im Hof drunten verschwimmt. Es ist ganz still um uns. Paul steht da, lang, sehnig und doch voll bezwingender Weichheit. So habe ich ihn noch nie gesehen. Seine Seele rinnt aus ihm heraus und hüllt uns mit ihrer jungen Kraft ein. Die verhalten leise Stimme sucht in dem Sonnenwald oben. „Soviel Sonne!— Aber wir brauchen sie nicht. Wir brauchen Arbeit!— Ein so kleiner Wunsch!— Saurer, Kamerad, fünfundzwanzig Jahre bist du in den Berg gegangen. Fünfundzwanzig Jahre!— Du warst fünfundzwanzig Jahre ein guter Kamerad, hast mit Kameraden geflucht, mit ihnen gelacht und gelitten. Nun fragt dich einer, ob du diesen Kameraden in den Rücken fallen willst!— Saurer, ich sage nicht, tue das oder das andere. Du mußt es selbst wissen!“ „Ja!“ Sonst sagt Saurer nichts. , Zwei von den Kindern unseres Kameraden haben sich während unserer Unterredung damit unterhalten, aus einem Spiel Karten ein Kartenhaus zu bauen. Sie waren mäuschenstill dabei. Durch eine ungeschickte Bewegung des Älteren fällt nun die Figur in sich zusammen. Der Kleine weint darüber. Das ganze kleine Bündel ist ein schmerzliches Schreien. Saurer hebt ihn zu seinem Gesicht hoch und sucht ihn zu beruhigen. Doch umsonst. Durch das Schreien beunruhigt, kommt die Saurerin. Sie nimmt den Jungen und setzt sich damit zum Tisch. Ungeniert knöpft sie die Bluse auf und zerrt die gelbschlaffe Brust heraus. Gierig langt die kleine Kinderhand darnach. Der Unterleib des Weibes hebt und senkt sich, als wehre sich das noch ungeborene Leben gegen diese Liebkosung, die schon sein Recht ist. Saurer sieht auf das armselige Bild. „Wie lange noch?” Das Weib zuckt die Achseln. Die häutigen Tränensäcke unter den verquollenen Augen werden rot. „Lange sicher nimmer!" Paul und ich gehen. Wir sind noch zu jung für soviel Elend. Saurer geht bis vor die Tür mit uns. „Habet keine Angst!“ sagt er hart. „Gut!” gibt Paul ebenso hart zurück. Die Stiege knarrt unter unseren Schritten. Auf dem untersten Absatz dreht sich Hell um und nimmt einige Staffel zurück hinauf. „Saurer“, ruft er dem Verstörten zu.„Sollte nur ein teilweiser Abbau sein und Regner oder ich behalten werden, so brauchst du keine Bange haben. Du arbeitest dann für den Verbleibenden!“ Ich sehe noch, wie Saurer die Arme nach vor wirft, als wolle er was einwerfen, dann reißt mich Paul mit sich fort „Ich freue mich unbändig auf den Streick!“ lacht er froh. „Hm!“ „Ich habe darauf gewartet.— Wenn einmal so alte Kämpfer ängstlich werden, muß etwas kommen, das uns wieder stark macht und zusammenschweißt!“ „Oder—!“ „Hier gibt es kein Oder!“ Die Bank neben der Waschlache ist leer. Dafür finden wir Rohling wo anders. Hinter einer krüppeligen Birke oberhal’ Schropps Häuschen duckt er sich mit vergnügtem Gesicht In der Hand hat er einen Taschenspiegel. Hinter dem Bocke**' kammerfenster steht die Sophie. Auf ihrem breiten Gesjci* spielt der Spiegelreflex. Dieses Gesicht ist aber voll Wob*' behagen. „XVenn sie nur kein Kind kriegt davon!" witzelt der Paut „Das wäre schade“, mault Rohling gedehnt.„Dann kä®» ich um ein Vergnügen!“ „Das würde ein richtiges Sonnenkind werden!“ „Danke!“— Unsere Stube ist wieder Beratungszimmer. Fogg et Schorsch, Schamback und Dießler sind gekommen. Dießler vertritt die auswärtigen Arbeiter. Er ist stärkste Mann im Betrieb und auch der größte Fresser. W erzählt sich geradezu Unheimliches über diesen MagenakW' baten. Zum Beispiel kaufte er sich einmal eine Ziege, arb«*' tete sie selbst auf und aß ein Viertel davon gleich am erste» Tag. Dießler hat das Loch ins Leben verfehlt. Er sollte ei» schwerer Rentner sein— aber dann würde er sich zu Tock» fressen und hätte wieder nichts davon. Ihm ist auch scho» gar nicht zu helfen.— Sein Weib dagegen ist ein kleine» 1 verhutzeltes Ding. Es muß einen wundern, daß er sie noc** nicht erdrückt hat. Schamback macht noch immer Schwierigkeiten. „Ich bin ja mit euch einverstanden, weil es für was ab* deres schließlich schon zu spät ist. Aber man hätte zur Ve« mittlung eine Abordnung in die Zentrale schicken solle»! „Das wäre das gleiche“, pariert Hell,„wenn die Maus K» Katze um Pardon bitten würde. Die Katze wird zwar ein» Weile die Großmütige spielen und die Maus zappeln lasse® sie aber zuletzt doch fressen!“ Das geht über Dießlers geistigen Horizont. Er brummt vo» Langewelle: „O Jesukindlein mein, mach aus mir ein Engeleln!“ Das ist sein Spruch. Er ist sehr stolz darauf und sagt ib** zum Leidwesen seiner Umgebung sehr oft. Meist dann, weck» es am wenigsten notwendig ist. Nr. 291 SamStag, 14. Dezember 1935 Sette 3 Lle müssen's wissen ■' Hitler bestätigt Henleins Loyalität! . Das„Pariser Tageblatt" macht an leitender Stelle auf die Rundfunkhetze aufmerksam, tveld&e von Deutschland aus gegen die Tschechoslo- trakei betrieben wird. Das Blatt zitiert dabei aus den Sendungen der Station Zeesen einen Bericht über die Sudetendeutsche Partei. Es heißt da: . Die Sudetendeutsche Partei, deren Führer Henlein ist, umfaßt den größten Teil der sudeten- • deutschen Bevölkerung in ihren Reihen. Sie ist die größte Partei in der Tschechoslowakei überhaupt. Dennoch hat die tschechische Regierung ste " Vollkommen vom politischen Leben ausgeschloffen. Tic Sudeten deut schcPartcii st n* ch t staatsfeindlich und arbeitet nicht auf eine ■' Loslösung vom tschechischen Staat hin, ff« hat ■ stets erklärt, daß ffe unter Wahrung ihrer eigenen ' Interessen zur loyalen Mitarbeit im tschechischen Staate bereit ist. Jetzt hats endlich der Henlein schivarz auf kreiß, daß er ein loyaler Staatsbürger ist und der Hitler hat es ihm bescheinigt. Wer es nicht glaubt,! dem ist eben nicht zu helfen.' Was gehört zum Weihnachtsfest? Gewiß ein Baum mit hell strahlenden Apollo-Kerzen, liebevoll ausgesuchte Geschenke, aber auch ein duftender Weihnachtsstriezel, knusprige Weihnachtsbäckerei und ein goldbraun gebackener Weihnachtskarpfen! Damit nun das Essen wirklich fein gerät, nimmt man am besten Frelgewerkschaftllcher Wahlerfolg Aussig.(E. B.) Freitag fand bei der Firma Schäffer& Gudcnberg in Aussig die Wahl des Betriebsausschusses statt, die dem freigewerkschaftlichen Internationalen Metallarbeiterverband, Sitz Ko- motau, einen schönen Erfolg brachte. Bon den abgegebenen 208 gültigen Stimmen erhielt die Liste unseres Verbandes 149 Stimmen und fünf Mandate, die Liste der Deutschen Arbeitergewerkschaft, Sitz Gablonz, dagegen nur 59 Stimmen und ein Mandat. Der Wahlerfolg zeigt, daß der größte Teil der Belegschaft treu zu seiner erprobten Berufsorganisation steht. Die Bemühungen einzelner Vorgesetzten, die Gablonzer Gewerkschaft zu fördern, scheiterten an der Ueberzeugungstreue der freigewerkschaftlich gerichteten Arbeiter. Lamatsch wird verhört Mähr.-Ostra«.(Tsch. P.-B.) Am fünften Tage des Prozesses gegen Dr. Patscheider und Genoffen wurde das Verhör des Prokuristen Lamatsch fortgesetzt und das weitere schriftlich«.Material,'das dessen irredentistische Tätigkeit beweisen soll, verlesen. Lamatsch gibt zu, viel gereist zu sein. Sehr oft war er in Prag sowie auch in verschiedenen überstellen sind. Daran erkennt man auch, daß die eventuell frei werdenden Aufträge keineswegs alle tschechoslowakischen Werken zugutekommen dürften. Die Gefahr des Verlustes von Auslandsaufträgen gilt also nicht nur für Tellnitz, sondern für unsere gesamt- st a a t l i ch e Wirtschaft. In der kürzlich stattgefundenen Versammlung in Tellnitz hatte sich erwiesen, daß entgegen den lebhaften konkreten Bemühungen der Genossin K i r p a l die SdP-Parlamentarier für Tell nitz bisher nur Worte übrig hatten. So schickte die SdP sich nun an, ihre Herren Hollube und Konsorten auf Intervention auszusenden. Eine Deputation erschien sogar in der Kanzlei des Präsidenten, wo sie empfangen und— an das Justizministerium verwiesen wurde. Dort und in den anderen Ministerien hörten die Herren aber, daß die Abgeordnete Kirpal die Angelegenheit bereits seit Wochen verfolge und dauernd betreibe... Die Portiers in den Ministerien sollen selten noch Männer mit so langen Gesichtern gesehen haben wie die Herren, die mit dem Abg. Richter nach dieser Auskunft wieder heimspazierten 1 Brüx.(E. B.) Am 13. d. fand vor dem Brüxer Kreisgericht(GR Kutan) der Prozeß gegen den 29jährigen WilhelmKroisl aus Ulbersdorf bei Komotau statt, der nach dem Schutzgeseh angeklagt war. Folgender Tatbestand lag der Anklage zugrunde:(... Kröisl, der früher en Deutschland lebteäber in die Republik zurückgekehrt und Mitglied der S H F geworden war, arbeitete für den reichsdeutschen Nachrichtendien st und empfing Aufträge von dem Gruppenführer A u g u st i n in Deutsch-Neudorf. Er hatte vor allem frstzustellen, welche Funktionäre der sozialdemokratischen Partei in Komotau besonders gegen Deutschland arbeiten und welche E m i g r a n- ten in Komotau leben, welche Tätigkeit sie ausüben» mit welchen Leuten in Deutschland sie in Verbindung stehen, endlich sollte er über bedeutsame militärischeBor fälle berichten. Kroisl wandte sich zuerst der kommunistischen Partei zu und erfuhr dort allerhand für ihn verwertbare Dinge. Am 25. März d. I. fand er sich im sozialdemokratischen Parteisekretariat in Komotau ein, stellte sich unter falschem Namen und als reichsdeutscher Pascher vor, und wollte nun seinen Auftrag der Bespitzelung ausführen. Durch die Wachsamkeit unserer Genoffen scheiterte dieser Plan. Es ge-1 1 Aussig.(E. B.) Wie wir bereits berichtet haben, befaffen sich drei Ministerien mit der Frage der definitiven Stillegung oder der Wiederbelebung der Keramischen Werke in Tellnitz. federführend ist das Handelsmini st e- rium; wegen der betroffenen Arbeiter und Angestellten ist aber auch das Fürsorgemini» >t e r i u m an der Angelegenheit interessiert; insofern es sich um eine juristische Frage handelt, spielt aber auch das Justizministerium eine Rolle in dem Streit. Die Verzögerung der Entscheidung dürfte nunmehr bald überwunden sein und es ist zu hoffen, daß in den nächsten ..Tagen eine Entscheidung fällt. Das Handelsministerium hat vom Justizministerium ein Rechtsgutachten angefordert, das nunmehr fertiggestellt ist und nur noch der Unterschrift des Ministers bedarf» der sich ebenso wir der Fürsorgeminister bemüht zeigt» die Arbeit wieder in Gang zu bringen. Inzwischen zeigt auch das Handelsministerium eine größere Bereitwilligkeit, den bren- ^Nenden Notwendigkeiten Rechnung zu tragen, so ,^atz ein gewiffer Optimismus nicht unberechtigt ■ Erscheint."" 1* 4*.** Widerstand leistet nach wie vor der Wirtschaftsverband der Porzellanindu- st r i e l l e n vor allem in der Person des Doktor Anders, der bestrebt ist, selbst eine günstige Entscheidung zu durchkreuzen und fertige Tatsachen zu setzen. Mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung, die für die grundsätzliche Bedeutung öes Falles der Tellnitzer Keramischen Werke Verständnis bewiesen hat, zeigt sich Dr. Anders wohl "ach außen hilfsbereit, aber hinter den Kulissen iwbeitet er mit Hochdruck gegen die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Kreditsch w i erigkeiten sind bereits behoben, so daß man die Hilfe der Böhmischen Eskomptebank nicht mehr braucht. Die größte Gefahr ist derzeit die, daß die von ■ Dr. Anders durch Rundschreiben zum Verkauf j angebotenen Maschinen, nach denen bereits Nachfrage herrscht, abtransportiert werden und in dem Augenblick fehlen, da eventuell die Arbeitsaufnahme angeordnet wird. Auch beginnt die betroffene Kundschaft abzuwandern. Eine Schweizer Firma z. B. hat angeordnet, daß die Formen für ihre Erzeugniffe an eine bayerische Fabrik zu Tellnitz vor der Entscheidung Minister Najman hat das Wort lang, Kroisl zu entlarven und ihn der Behörde zu überstellen. In der Haft legte Kroisl unter der Last der Beweise ein Geständnis ab. Er gab zu, von dem SÄ-Führer einen Vorschuß in barem Gelbe "erhalten zu haben; man habe ihm ferner verspro- chen, bei endgültiger Erledigung seirtes Auftta- ges, ihm weiteres Geld auszuhändigen. Er gestand auch, im Einverständnis und über Auftrag von Henleinfunktionären gearbeitet zu haben, allerdings nannte er deren Namen nicht. Während der Untersuchungshaft unternahm Kroisl einen Fluchtversuch, indem er auf dem Wege zum Untersuchungsrichter einem Auf» ! seher Salz in die Auge n streute und ihm noch eine andere Verletzung zufügte. Der Gefängniswärter brauchte Wochen zur Wiederherstellung seines Augenlichts. Da zu dem Verbrechen der Spionage noch das der öffentlichen Gewalttätigkeit an einem staatlichen Organ hinzutrat, wurde KroiSl z« dreieinhalb Jahren schweren Kerkers, mit Einrechnung der Untersuchungshaft, verschärft durch rin hartes Lager einmal monatlich, und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Von der Anklage nach§ 2 des Schutzgesetzes wurde Kroisl mangels an Beweisen freigesprochen. Gegen diesen Freispruch legte der Staatsanwalt Berufung ein. Henleinmann und Nazispitzel wegen Spionage und Gewalttätigkeit verurteilt Grenzstädten und in Deutschland. In Ratibor trug Lamatsch über den polnischen Korridor vor. Sodann wurde ein Protokoll verschiedener Zeugen verlesen, die behaupten, daß Lamatsch Jrredenta getrieben habe. Lamatsch behauptet jedoch, daß dies nicht wahr sei, es hätten die Zeugen bloß an ihm Rache nehmen wollen. Sodann wurde um 13 Uhr die Verhandlung unterbrochen, die am Montag, dem 16. d. M., wieder ausgenommen, werden wird. Budget des Landes Mähren-Schlesien angenommen Die mährisch-scklesische Landesvertretung beendete in ihrer Sitzung am Freitag die Debatte über das Budget für 1936 und den Rechnungsabschluß für 1934 des Landes Mähren-Schlesien. Sowohl Budget als auch Rechnungsabschluß wurden mit großer Stimmenmehrheit genehmigt. Die Landesvertretung nahm auch die Wahl tn vte einzelnen Landeskommissionen vor. In die Finanz- Ikommission wurden als Mitglieder Genoffe Theodor Schufte r, als Ersatzmann Genoffe Bruno R o t h e r, in die schlesische Kommission Genoffe Dr. Jakob Klein, Troppau, als Mitglied, Genoffe Emil K u t s ch k a als Ersatzmann, in die Angestelltenkommission Genosse Ottokar B e ck als Mitglied, Genoffe Karl Kulka als Ersatzmann, in... die» Soziale Kommission Geuoff» Theodor Schuster als Mitglied’ Und' Genossin Mizzi K a h a y als Ersatzmitglied gewählt. Eine 82jährige überfallen. Am 12. Dezember fanden Schulkinder auf der Straße bei Ltffowa die 82jährige Hökerin A. Weis aus Radelstein bei Mies in bewußtlosem Zustand auf. An Ort und Stelle fand sich eine Gendav- meriefahndungsstation aus Pilsen und ein Arzt ein, der die Greisin sn häusliche Pflege- überführen ließ. Es wurde festgestellt, daß Frau Weis am 11. Dezember zwischen 18 und 19 Uhr von einem unbekannten Täter üb erfülle-n wurde, der ihr zwei Schläge gegen den Kopf versetzte. Sie lag dann die ganze Nacht in bewußtlosem Zustande auf der I t r a ße. Nur ihre wärme Kleidung bewährte sie vor de.m Erfrierungstode. Man fand bei ihr einen kleinen Geldbetrag. Der kleine Wagen, in dem die Hökerin ihre Waren mit.sich führte, war von dem Ort desUeberfalles etwa 30 Schritte entfernt. Ob die Greisin beraubt wurde, ist bis jetzt noch nicht festgestellt. Die Gendarmerie hat die Fahndungen nach dem Täter ausgenommen. der sibirische Eipreßzug Von Vera Inder p... Zweimal in der Woche— am Dienstag und am Freitag—- um zehn Uhr abends geht vom Jaroslawer Bahnhof der Sibirische Expreßzug ab. Zweimal in der Woche trägt Annuschka, die Wä- Icherin, ihren Kunden die Wäsche aus. Wenn sie um diese Zeit nach Hause geht, kann sie nicht umhin stehenzubleiben, um auf diesen Expreßzug öu schauen. h Ihrem sozialen Range nach könnte man sie als Heimarbeiterin bezeichnen. Was ihr Aeußeres betrifft, so hat sie zwei Augen wie das Waschblau und grellrote Wangen. Ihr dichtes Haar ist fest wie ein' nasses Handtuch am Nacken zusammengerollt und die hohe Brust hebt und senkt sich. Der Sibiriche Expreß ist von Lichtern burchglüht. In den Schlafwaggons sieht man flache Koffer und kleine geflochtene Netze. Klar . hier sieht man keine Dickwänste und keine groben Leinen, sondern nur schöne seidene Schlafröcke mit durchgezeichneten Drachen. Wäscht man rißen solchen Schlafrock, so darf man ihn nicht finden, sondern nur drücken: sonst zerfasert er sich. Die Drachen muß man feucht und auf der derkehrten Seite bügeln. So erscheinen sie wie äusgegossen auf der Seide. — He, Tantchen,— schreit laut ein vor- iihereilender Träger,— was hast du dich so berträumt, hier mitten im Wege? Willst vielleicht nach Japan, was? Annuschka tritt zwar beiseite, aber geht nicht fort. Voll Neugierde schaut sie auf die Menschen, die in so weit entrückte Gegenden fahren. Man sieht meist kleine und gelbliche Leute.... Jetzt geht ein großer Mann vorbei. Hat kein längliches Gesicht, sondern rundliches, — man sieht— er ist ein Mischling. Das Gesicht gelb— Hut und Anzug grün. Eine kleine Japanerin ist vorübergelaufen. Dünne Füßchen — das Kleidchen scheint nicht aus Moskau zu sein. Hat einen Schielenden am Aermel gepackt und spricht nicht wie wir— aber verstehen kann man sie doch.„Wanischka— Liebster— kannst du mich vergessen? Mich, die du so geliebt, so liebkost hast — die deine genannt..." Und bietet-ihm Bonbons mit Bändchen an. Studenten, mongolische Studenten sieht man. Schütten sich wie Stepscl aus dem Sack. Als sie sich in den Eisenbahnwagen stürzten, erlosch sogar eine Laterne. Jetzt kommt ein Chinese. Den Zopf hat er undenkbar dünn und selbst ist er gelber als eine Melone und hustet. Hat sich in Moskau erkältet und fährt in die Heimat zurück, um dort zu sterben. Ach, du, wozu bist noch hierhergekommen? Und Annuschka, ganz verwirrt von diesem fremden und buntfarbigen Leben, tritt ihren Heimweg an. Draußen ist Herbst, der Himmel ist voll Sterne. Annuschka schaut aus ihrem Fenster und sieht einen großen grün-rötlichen Stern gerade über dem Waschhaus. Am Tage gibt es hier im Waschhaus nur viel Gerede und Dunst. Die nackten Arme versenken sich in Seife und Lauge wasser. Rauch und Dunst umhüllen einen. Aber jetzt ist es still. Keine Seife— keine Stärke— nur noch die Herbstnacht plätschert auf dem Dache. Ist es denkbar, daß das ganze Leben so ohne Glück vorübergeht— nur zwischen den gestärkten Hemden? Und gestern sagte dieser parteilose, ledige Spetz: „Sie, Bürgerin, warum ist da ein Fleck auf der Manschette geblieben?" „Entschuldigen Sie,— das ist— von Birnen", antwortete Annuschka, eingeschüchtert vor Angst, diesen Spetz nicht zu verlieren... „Meinetwegen können es auch Ananas sein, aber der Fleck muß weg. Verstanden?" Die Sterne stehen immer höher über dem Waschhaus, die Straßen werden immer stiller. Die Straßenbahn schläft schon, nur der schlaflose Sibirische Expreß jagt— sicherlich bis ans Ende der Welt. Da Anuschka die herbstliche Unruhe nicht mehr erträgt, klopft sie zuerst schüchtern, dann kräftiger an die Wand, hinter welcher ihre älteste Freundin schläft. Sie heißt auch Annuschka und ist auch Wäscherin. Nur ist diese schwarz und mager. „Was denn?" Ertönt von drüben eine schläfrige Stimme.„Schläfst du nicht— was ist, Mädel, was quält dich?„Annuschka, leg mir Karten, ich bitte dich, bei Gott. Ich kann nicht schlafen und basta I" «Karten legen! Und wer wird morgen bügeln?" „Leg nur, ich bitte dich, wie eine Schwester. Ich werde dir dafür sechs Servietten bügeln." „ServiettenI Genug-kleinlich bist du. Mütterchen. Ein Tischtuch bügle mir, dann stehL ich auf!" „Schon gut... I" Die Karten sind gekegt. Aus den schwarzen und roten Zehnern, Sechsern und Damen webt sich das Schicksal. „Ich verstehe das nicht", spricht die schwarze Annuschka, während sie das Kinn mit der Hand stützt,«was sucht dieser König da? Es scheint gut auszufallen, aber' doch mit Unglück." „Was für ein Unglück?" Erstarrend fragt Annuschka die Weise.„Was ist das?" „Unglück— ein Schlag, Unannehmlichkeiten— verstehst du?" Auch ein weiter Weg steht dir vor. Und hier schau mal, kommt dir ein schlechter Mensch— ein Wüstling— entgegen. Ist auf dich böse. Kriegst einen Brief. Eine leichte Krankheit steht dir bevor. Die Neidige stellt sich dir in den Weg. Aber die Hauptsache — das ist der König. Ach, alles ist bei dir nicht, wie es sich gehört. Das Unglück— hier ist es." Annuschka, die Schwarze, schläft schon und die Weiße schaut zu den Sternen... Bitte, für so ein großes Tischtuch ist ihr viel zu wenig Glyck verheißen worden.■ Der König mit dem Unglück, die Neidige... Aber dafür der Weg— der Weg! Und im schläfrigen Gehirn jagt der Zug, der die Menschen sn serne Länder bringt— die zwar auch Sorgen und auch Freuden haben— aber schon deswegen schön sind, weil sie so fern sind.. (Aus dem Ruffischen übertragen von Recha Katz.). Leite 4 Samstag, 14. Dezember 1838 Nr. 281 Kampf um das schweizerische F.nanzprogramm (R. F.) Die schweizerischen Parlaments- Wahlen vom 28. Oktober d. I. haben keine Entscheidung gebracht. Alle Fragen, die damals in dec schweizerischen Innenpolitik auf der Tagesordnung standen, sind heute genau in der gleichen Weise gestellt und von einer wirklichen Lösung gleich weit entfernt, wie sie es vor dem 28. Oktober waren. Die Wahlen haben das(erwartete) Resultat ergeben, daß von einer„Äufrollung" der schweizerischen Demokratie durch die f a s c i st i- s ch e n„Fronten" keine Rede sein kann. Im Gegenteil: der Züricher„Gauführer" Dr. Tobler, der als einziger„Frontler" des deutschen Sprachgebietes in den Nationalrat einziehen konnte— der„Landesführer" Dr. Henne hatte es in Nachahmung bewährter Vorbilder vorgezogen, nicht zu kandidieren— benimmt sich im Nationalrat so auffallend zahm, daß die Unzufriedenheit seiner radaulustigen Anhängerschaft offenkundig wird. Nimmt man noch dazu, daß die R i v a l i- tat zwischen der„Nationalen Front" und dem noch entschiedener„nördlich" orientierteren „Volksbund" des Herrn Leonhardt(des schweizerischen Streicher) bereits bis zu S a a l- schlachten gediehen ist, dann ist wohl auf lange Zeit hinaus alles gesagt, was über diese Gebilde überhaupt zu sagen ist. Aber wenn auch von einer Gefahr, die von diesen fascistischen Cliquen her drohen würde, nicht gesprochen werden kann, so bleibt als sehr ernstes Problem der Kampf um den Inhalt der schweizerischen Demokratie. Dieser Kampf spielt sich heute mit gesteigerter Heftigkeit als Auseinandersetzung um das Finanzprogramm des Bundesstaates ab, der das Budget durch eine Reihe neuer deflationisti- s ch e r Abbaumaßnahmen zu„sanieren" sucht. Das schweizerische Budget für 1936 hat ein D efizit von 77 Millionen Franken, das sind über 600 Millionen KC. Darin drückt sich mit aller Schärfe die Verschlechterung der Wirtschaftslage des Landes aus, das die Folgen der Weltwirtschaftskrise erst jetzt im vollen Maße zu spüren bekommt. Und da die Wirtschaftspolitik des Bundesrates völlig von deflationistischen Gedankengängen beherrscht ist, wird eine Beseitigung des Budgetdefizites lediglich durch„Anpassung der Ausgaben an die geänderten Verhältnisse" gesucht, und diese Anpassung besteht in Herabsetzungen von Löhnen und Sozialleistungen, die obendrein mit einer höheren Belastung des Massenkonsums verbunden sind. Den Staatsangestellten soll ein r^euer Lohnabbau zugemutet werden, der sich zwischen acht und vierzehn Prozent bewegt. Die Bundessubventionen an die Arbeitslosenversicherung werden um zlvanzig Prozent, die Subventionen an die K r ankenversicherung und ähnliche soziale Institutionen im entsprechenden Matze gekürzt. Dafür ist eine Erhöhung'des Getreidezolles von 60 Rappen auf drei Franken, eine Erhöhung der Steuerg auf Bier und Tabak, eine B r o t steuer(l), eine Erhöhung des Benzinzolles usw. vorgesehen. Die Staatsangestellten sollen ferner mit einer Verlängerung der Arbeitszeit beglückt werden. Und dazu kommt noch, dah alle diese Matznahmen noch keine hinreichende„S anierung" bringen. Diese soll einem Finanzpro- grayrm II Vorbehalten bleiben, von dem bis heute nur feststeht, daß die Forderungen der Sozi äl i st e n nach Einführung einer Erbschaftssteuer, nach vermehrter Belastung der hohen arbeitslosen Einkommen, nach schärferer Besteuerung des wirtschaftlichen Luxus keine Berücksichtigung finden werden— weil „die Wirtschaft geschont und der Sparsinn gefördert werden" müsse... Das für die Sozialdemokratie nichts anderes übrig blieb, als diesem Finanzprogramm den s ch ä r f st e n Kampf anzusagen, ist selbstverständlich. Aber auch zahlreiche bürgerliche Parlamentarier fühlen sich keineswegs sehr wohl in ihrer Haut. Die 48 Prozent aller Stimmen, die am 2. Juni 1935 für die Kriseninitiative abgegeben worden sind, sind noch nicht vergessen. Und wenn auch bei den Nationalratswahlen der Sozialdemokratie ein großer parteipolitischer Erfolg versagt, geblieben ist, so hat doch das Erstarken der neuen a n t i- deflationistischen Gruppen und der entsprechende Rückgang der Regierungsparteien gezeigt, daß sich der Widerstand der breiten Vom Rundfunk ImplthltnswarlM au* Man Programaan dtmttet: Prag, Sender L: 7.30: Konzert aus Karlsbad, 13.45: Schallplatten. 15: Übertragung aus dem Natlonaltheäter„Im Brunnen", komische Oper von Mascagui, 17.50: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert, Dirigent Dr. Swoboda,'19.05: Sportfunk, 20: Sinfoniekonze.. des tschechoslowakischen Rundfunks, 22.20: Schallplatten, 22.25: Deutsche Presse und Sport, 23.30: Tanzmusik. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung: Arbeit e r f unk: K. Rothe: Don Quichote und die Gegenwart, 14.45: Kubitschek liest eine Erzählung.— Brünn 10.85: Schubert-Konzert, 12.30: Orchesterkonzert.— Mährisch. Ostrau 9.50: Populäres Konzert.— Preßburg 17.55: Komponisten aus der Slowakei. Volksmassen gegen die Verelendungspolitik des Bundesrates nicht mehr nur, bei einzelnen Sach- abstimungen, sondern auch in der sonst sehr stabilen parteimäßigen Schichtung durchzusetzen beginnt. Der Ständerat(das schweizerische „Oberhaus") hat zwar das Finanzprogramm bereits genehmigt. Er hat dabei sogar die ihm ganz ungewohnte Anstrengung auf sich genommen» eine Nachtsitzung abzuhalten. Das liegt daran, daß die Ständeratsmandate infolge des Wahlmodus wesentlich weniger gefährdet sind. Aber sogar dort machte sich bereits der Wider- st a n d gegen die Pläne des Bundesrates geltend. Die Brotsteuer wurde ge- st r i ch e n, die Arbeitszeitverlängerung a b g e- Belgrader Banknotenfälscher die vom Fürsten WindischgrStz lernen wollten... Aus Belgrad wird berichtet: Die Belgrader Polizei verhaftete eine viergliedrige Bande von Banknotenfälschern, die soeben ihre Versuche beendet und Vorbereitungen getroffen hatte, einige hundert Stück gelungene Falsifikate in Umlauf zu setzen. Es sollten Falsifikate für 20 MillionenDinar hergestellt werden. Während der Untersuchung sagte ein Mitglied der Bande, Nastik, aus, daß der Finanzier des Unternehmens, Stankoviö, nach Budapest zum F ü r- stenWindischgrätz reisen und ihn u m I n- formationen betreffend die Anferti- gungvonfalschenBanknoten ersuchen wollte. Nastik habe ihn vor dieser Reise gewarnt und Stankovik sei daraufhin nicht abgereist, sowohl er schon seinen Reisepaß besorgt hatte. Ueber den deutschen Mechaniker Willy Schmidt, der die Falsifikate hergestellt hat, wird bekannt, daß er schon vor einiger Zeit wegen Fälschung von Hundert-Dinar-Noten bestraft worden war. Alle Mitglieder der Geldfälscherbande sind vorbestraft. Schmidt ist in seinem Fache tatsächlich ein Fachmann. Für die gegenwärtigen Fälschungsversuche besorgte Stankovik für Schmidt eine neue Hundert-Dinar-Note, nach der Schmidt sodann arbeitete. Ein Mann-Weib Debrerzin. Auf der hiesigen Klinik wurde die Maschinenschreiberin Jolanda Kuhn durch eine Operation in einen Mann verwandelt. Die Operierte erklärte, daß sie sich dieser Operation deshalb unterzogen habe, um die Frau, in die sie sich verliebte, heiraten zu können. Gemeinde-Konkurs durch ungetreue Beamte Jerusalem. Blättermeldungen zufolge mußte die Hafenstadt Tripolis im französischen Mandatsgebiet Syrien-Libanon Konkurs anmelden. Die Zahlungsunfähigkeit wurde durch umfangreiche Unterschlagungen bei der Stadtkasse verursacht. Eine große Anzahl städtischer Beamter wurde entlassen. Die Stawiskh-Geschworenen wollen streiken... Paris. Im Stawisky-Prozeß, der nun schon die sechste Woche währt und keine Aussicht auf eine baldige Beendigung bietet, haben die Geschworenen beim Justizminister dringliche Vorstellungen erhöben, das Verfahren zu beschleunigen. Die Geschworenen sind zumeist Kaufleute, die viel Zeit und Geld verlieren. Nach dem Gesetz haben sie auf eine tägliche Vergütung von 12.50 Franken Anspruch, welche nicht erhöht werden kann. Die Geschworenen haben, gestützt auf die Gesetzesbestimmung, daß ein Urteil nur dann gültig ist, wenn zwölf Geschworene den Prozeßverhandlungen vom Anbeginne folgen, mit einem allfälligen Streik gedroht. Das Gesetz belegt allerdings einen solchen Streik mit Geldstrafen von 500 bis 1500 Franks; außerdem mühten die Geschworenen die gesamten Kosten des Verfahrens tragen. Die Aeberschwemmung I» Südserbien Aus dem Süden Serbiens kommen noch immer beunruhigende Nachrichten über Ueberschwemmun- gen. Ein Teil von S k o p l j e, und zwar das reue Viertel Bunkajovac, wurde in einen See verwandelt. Das Wasser stieg 2.60 Meter über normal und drang bis zur Mitte der Stadt vor, wo eS i i die Schule und in das Bergamt eindrang. ES überschwemmt« nach 20 Uhr alle Souterrains und viele Parterrewohnungen. Der Bevölkerung bemächtigte sich Schrecken. Die niedrig gelegenen Wohnungen wurden vom Militär, das mit Lastautomobilen und Pontons ausgerückt war, im Lichte von Reflekto en ausgeräumt. Der Unterricht in den Schufen wurde eingestellt. Auch die Vorträge an der philosophischen Fakultät winden abgebrochen. Die Wassennassen drangen auch in das Fakultätsgebäude lehnt, die Erhöhung des Getreidezolles auf einen Franken b e s ch r ä n k t. Und im N a- tionalrat zeigte sich so wenig Lust» sich mit dem Finanzprogramm allzusehr zu beeilen, daß die Session abgebrochen und auf den 6. Jänner verschoben worden ist— sehr zum Mißbehagen der bürgerlichen Presse, die hinter diesem Zögern zahlreiche bevorstehende„Umfälle" wittert. Die Sozialdemokratie hat ihr P r o g r a m m in Form der Forderungen der Kriseninitiative und des Planes der Arbeit. Alles kommt darauf an, ob es ihr gelingt, mit diesem Programm immer breitere Massen zu gewinnen, die Unzufriedenheit, die in den letzten Monaten keineswegs Keiner, sondern größer geworden ist, für eine könstruktive, im sozialistischen Sinne krisenüberwindende Politik auszuwerten und die Zersplitterung der Front der Arbeit auf Keine Gruppen, wie sie leider bei den Wahlen in Erscheinung getreten, durch initiative Führung zu liquidieren. ein. Die im Souterrain untergebrachte Bibliothek wurde in die oberen Swckwerke gebracht. In der Umgebung von Strumica machte das Hochwasser auf vielen Straßen den Verkehr unmöglich. Einige Ortschaften sind von der Umweü abgeschnitten. Mehrere Gemeinden stehen unter Wasser. Gegen Morgen begann das Wasser zu fallen; da aber neue Regengüsse einsetzten, besteht die Befürchtung, daß sich die Situation neuerlich verschlechtern könnte. Im Gebiet des Skutari-Sees hält das Hochwasser noch an. Das Wasser ist bis fünf Meter »iber das Normale gestiegen. In vielen Dörfern stehen die Häuser unter Wasser, stellenweise haben die Fluten Häuser und Brücken weggeriffen, so daß der Verkehr unterbrochen ist. Demgegenüber ist in den montenegrinischen Bergen so viel Schnee gefallen, daß auf einigen Straßen der Verkehr unterbrochen wurde. Rekord eines Versicherungsbetruges Paris. Einem gewissen Louis Durand aus Algier ist es gelungen, auf dem Gebiete des Versicherungsbetruges einen ungewöhnlichen Rekord auszustellen. Er hat nicht nur die Prämie für den- all seines Todes ausgezahlt bekommen, sondern er hat es sogar fertiggebracht, sich einen Totenschein ausstellen zu lassen und bei seinem eigenen Begräbnis zugegen zu sein. Er verübte diesen Betrug mit Hilfe seiner Geliebten. Diese begab sich zu einem Arzt, teilte ihm mit, daß ihr Freund verstorben sei. Der Arzt, der sie kannte, schenkt« ihr ohne weiteres Glauben und stellte den Totenschein aus. Damit begab sie sich zu einem Begräbnis-Institut, kaufte einen Sarg, ließ diesen auf dem Friedhof in Algier leer beisetzen, kassierte dann bei der Versicherung 100.000 Franken ein und fuhr mit ihrem durchaus lebendigen Freund nach Frankreich. In Lyon ereilte sie das Schicksal: der totgesagte Durand wurde erkannt und verhaftet. Da das Pärchen das Geld inzwischen durchgebracht hatte, verKagt die Versicherungsgesellschaft nunmehr den Arzt auf Schadenersatz, weil dieser dem Gesetz nach einen Totenschein erst ausstellen darf, wenn er fich durch Augenschein über das Vorhandensein einer Leiche vergewissert hat.. . und treibe« mit Entsetze» Scherz? Nein, sie tun das Schlimmere, das, was unfaßbar bleibt, auch wenn man es täglich erlebt: sie benützen das Grauen zu Reklamezwecken! Und fühlen nicht im entferntesten Winkel des Her- zens und niemand vermag ihnen begreiflich zu Machen, daß es unmenschlich ist, roh, scheußlich, auf solche Art ReKame zu machen! Denn für diese Menschen der kapitalistischen Sphäre, für die alles nur Geschäft ist und jede Weltkatastrophe Sinn bekommt dadurch, daß man sie Geschäften dienstbar machen kann, ist es schon zur Selbstverständlichkeit geworden, nicht nur den Tod, sondern auch den Mord als ReKamemsttel anzusehen, und weder in ihren Kreisen, Koch in denen zur Abgestumpftheft gegen Geschmack und Gefühl erzogener Leser wird folgendes Inserat, auf der ersten Sefte einer Abendzeitung veröffentlicht, Abscheu erwecken: Angesichts der drohenden Kriegsgefahr keine Witze, nur Tatsachen— Black& White- Whisky bleibt führend. Kein Witz! Brutale Tatsache, daß der Schrecken des Krieges gerade recht ist, um eine Schnaps- Marke anzupreisen l Scheußlich die Geschäftswell, in der das möglich ist. Mer steht ihr nicht würdig gegenüber, ohne daß fteilich festgestellt werden könnte, inwieweft es hier gegenseitige, Durchdringung gibt, die Welt der„Genießer", für die sich alle Probleme, auch die grausigsten, auflösen in die Parole:„Trinken wir einen Whisky"? Endgültiges Urteil gegen Matnschka. Die Königliche Kurie in B u d a p e st als letzte Instanz fällte gestern das Urteil gegen den Eisenbahn- Attentäter Matuschka. Sämtliche Nichtigkeitsbeschwerden wurden abgelehnt und das U r t e i l der Vorinstanzen b e st ä t i g t.(Matuschka büßt gegenwärtig in Oesterreich die wegen des Anspacher Eisenbahnattentates verhängte Kerkerstrafe ab.). Mit dem Auto in die Aupa Rachod. Donnerstag, den 12. d. M. fuhr gegen 21 Uhr der Zehntechniker Karl Filip aus Jaromek zusammen mit dem Zahntechniker B. Dvotäk aus Smitice in einem Personenkraftwirs gen in Richtung S k a l i tz. Hinter einer scharfen Biegung auf der Landstraße zwischen Klein- Böhmisch Skalitz ftrhr Filip, der das Auw lenkte, anstatt auf die hier über die Aupa führende Brücke direkt in den angeschwollenen Fluß, der hier mehr als zwei Meter tief ist. Der Kraftwagen verschwand in den Wellen. Den Fußgängern, welche an die Unglücksstelle eilten, gelang es nach großer Mühe beide Zahntechniker nur mehr als Leichen zu bergen. Prokes-Bibliothek in Mährisch-Ostrau. Gestern wurde das Testament des kürzlich verstorbenen Bürgermeisters von Mährisch-Ostrau, Genossen Johann Prokes geöffnet. Der Verstorbene widmete seine Bibliothek mit seltenen bibliophilen Stücken dem S t ä d t i sich en Museum. Diese Bücherei soll den Namen des Spenders tragen. Lebensmittel-Verteuerung in Frankreich. Trotz der Bemühungen der französischen Regierung, die Preise nach den Gehaltsabzügen ter Staatsangestellten herabzusehen, ist in den Lebenshaltungskosten ein Preisanstieg zu verzeichnen. In der Vorwoche sind die Fleisch- und Brotpreise abermals gestiegen. Seit Montag wird ein Anziehen der Milchpreise um zehn Centimes pro Liter gemeldet. Fliegertod. Aus Z e m u n(Jugoslawien) ist die Nachricht eingetroffen, daß dort auf dem Flugfelde ein Militärflugzeug abgestürzt sei. Zwei Offiziere des dortigen Fliegerregimentes fanden den Tod. Erdrutsch. In der Nähe von Grenoble ereignete sich Donnerstag nachmittags ein Erdrutsch. VierStraßenarbeiter kamen bei dem Erdrutsch ums Leben. Anhänglichkeit. Die Verwaltung des StaatS- gefängniffeS von Tennessee veröffentlicht eine höchst merkwürdige und sehr lehrreiche Statistik über die Anhänglichkeit der Angehörigen der Strafgefangenen. In Tennessee jedenfalls werden die weiblichen Strafgefangenen sehr wenig von ihren Männern oder Freunden aufgesucht, während umgekehrt die Männer fast ausnahmslos ständig den Besuch ihrer Frauen oder Bräute erhalten. Auch. Befreiung-- und Gnadengesuche werden fast ausnahmslos von Frauen für ihre Männer, die hinter Schloß und Riegel sitzen, eingereicht. Es kommt sehr selten vor, daß umgekehrt ein Mann die vorzeitige Entlassung einer Frau beantragt.— Schlußfolgerungen aus dieser Statistik dürsten in der Männerwelt sehr anders aussehen als unter den Frauen. Heiratsstreik in Irland. Die jungen Iren scheinen allmählich in einen richtiggehenden HeiratS- streik eintreten zu wollen. Jedenfalls vermehre» sich Junggesellenklubs wie Pilze nach dem Regen. Sie alle fordern von ihren Mitgliedern jährlich eine feierliche Verpflichtung, unter gar keinen Umstände» zu heiraten. Um dieser Gefahr entgegenzutreken, haben nun auch die irischen Jungfrauen einen Verband gegründet, der eS sich umgekehrt zur Aufgabe macht, seine Mitglieder unter die Haube zu bringen. Sie haben fich sogar offiziell an die Regierung gewandt und auf die katastrophalen Folge» aufmerksam gemacht, die eine Anti-Ehepropaganda für die Bevöllerung Irlands nach sich ziehen könnte. Wölfe. Aus Kirowsk wird gemeldet: Ungeheuere. Schneemassen haben den gesamten Verkehr lahmgelegt. Es mußten Notverbindungen mit Hilfe von Renntierschlitten hergestellt werden. In stärkerem Matze treten Wölfe auf, die bereits an vielen Orten das Vieh überfallen haben. Photosektion der Naturfreunde, Ortsgruppe Aussig. Alle Zuschriften sind an den Genossen Franz Johne, Aussig, Siedlerzeile 16, zu richten. Ausflüge nach Joachimsthal. Das Wetter ist in Joachimsthal sonnig, es friert stark. Die Höhe des alten Schnees beträgt 17 Zentimeter, die d-s Neuschnees beläuft fich auf fünf Zentimeter. Die Slilaufsaison wurde bereits eröffnet. Exkursionen unter Beteiligung der Staatsbahnen, der Volks- autotranSportgesellschaft Prag-Smichov und der übrigen Reisebüros finden am 21., 24., 28. und 51. Dezember nach Joachimsthal statt. Die billige Weihnachtsaufenthaltswoche in Joachimsthal kostet 340 Kö bei vollen acht Tagen Aufenthaltes. Zur Verfügung der Gäste stehen Skier, Rodel, Bobs sowie zuverlässige Führer. Die Verlosung der Gewinste der 1. Klaffe der 34. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wird am-8. Dezember um 18 Uhr im Ziehungssaal« der Direktion der Staatslotterien, Prag I.,'Kozi ul. 4, le« ginnen und wird am 19. Dezember 1935 um 8 Uhr fortgesetzt werden. Verlost werden im ganze« 2775 Gewinste im Gesamtbeträge von 1,123.040 Kc, welche den Spielern ohne Abzug ausgezahlt werden. Von höheren Gewinsten werden ausgelost: Ein Gewinn zu 120.000 KL, einer zu 50.000, drei zu je 20.000, fünf zu je 10.000, 14 zu je 5000, 30 z« je 2000 Kd usw. Die Einschüttung der Nummernröllchen der 84. ffchechoslowakischen Klassonlottorie und der Gewinnröllchen der 1. Klasse findet öffentlich am 18. Dezember um 10 Uhr statt. Die amtliche Verlosungsliste wird am 20. Dezember erscheinen. Wahrscheinliches Wetter. Samstag ziemlich stark bewölkt, strichweise noch Schneefall, Frost. Wetteraussichten für Sonntag: Zunächst ohne große Aenderung, in den böhmischen Länden: teilweise Frostmilderung nicht ausgeschlossen. Nr. 291 Samstag, 14. Dezember 1935 Sekte 5 Lerroux verschwindet Autoritäre Korruption (R. F.) Die Skandalserie, die das heutige »autoritäre" Regime in Spanien erschüttert, hat nunmehr einen der Männer gestürzt, der für die reaktionäre Wendung vom Oktober letzten Jahres hauptverantwortlich ist. Der Führer der spanischen großbürgerlichen»Radikalen", von denen sich seither allerdings alle irgendwie fortschrittlichen und demokratischen Elemente(so z. B. die Gruppe Martinez Barrios) abgewandt haben, der ehemalige Verbündete Azaüas und Largo Caballeros im Kampf gegen die Diktatur von Primo de Rivera, der„alte Fuchs" Alexander Lerroux, ist der Mitschuld an der K o r r i?p- tionsaffäre der Westindischen Schiffahrtsgesellschaft, bei der es um 3.6 Millionen Pesetas ging, schuldig erkannt worden und»vorläufig" aus„freiem Willen" aus der Politik a u s- geschieden. Zwar hatte seine Fraktion in dem Parlament, dar von den Sozialisten und allen linksstehenden Bürgerlichen boykottiert wird, den Beschluß durchgesetzt, daß Herrn Lerroux der„gute Glaube" zuzubilligen sei. Da er es aber zur Enttäuschung seiner Freunde vorgezogen hatte, die angekündigte Verteidigungsrede nicht zu halten» kann diese Formalität auf sein politisches Schicksal keinen Einfluß mehr haben. Lerroux war der Ministerpräsident jener Regierung, unter deren politischer Verantwortung der»Feldzug" gegen die asturischen Bergarbeiter unternommen worden ist. Man kann es als symbolisch für den Verfall des autoritären Regimes in Spanien betrachten, daß der unrühmliche Abgang Lerroux' aus der Politik zeitlich fast genau mit der Freisprechung Largo Cabelleros zusammenfällt, die dem heutigen reaktionären Kurs den letzten Anschein einer Exi- stenzberechtigung genommen hat. politischer Monstreprozeß In Spanien In den nächsten Tagen beginnt vor dem Kriegsgericht in Pamplona ein Prozeß gegen 172 Spanier, die sich an der Aufstandsbewegung in Eibar im Oktober 1934 beteiligt hatten. Der Strafantrag lautet auf Todesstrafe für vier, aus 30 Jahre Zuchthaus für 26 Angeklagte. 25 Aufständische sollen freigesprochen und die übrigen zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und 25 Jahren verurteilt werden. Splitterung im Zankow*Lager Im Lager der bulgarischen nationalsozialistischen Bewegung, das in vieler Hinsicht der Hitlerbewegung gleicht und an besten Spitze der gewesene Ministerpräsident Z a n k o w steht, kam es dieser Tage zu weiteren Unstimmigkeiten, infolge deren sich insbesondere die gewesenen Minister Nikola Najdenow und Christo Sta- tew, der Abgeordnete Kjamilew und der angesehene Journalist Brasljanow losgesagt haben. Bereits im Juli d. I. trennten sich von Zankow seine früheren treuesten Mitarbeiter, die gewesenen Minister K a l f o w und R u s e w sowie eine Reihe von Generalen der Reserve mit Velizar L a z a r o w an der Spitze, die vor ewigen Jahren demonstrativ in die Zankow-Regie- rung eingetreten waren. Auch der gewesene Landwirtschaftsminister T o m o w, der Führer des rechten agrarischen Flügels, der vor einem Jahre mit einer großen Zahl von Anhängern zu Zankow überging, ist heuer.im Sommer gestorben, so daß von der älteren Generation einzig und allein die gewesenen Minister Koschucharow und Dikow sowie der angesehene Sofioter Advokat und gewesene Abgeordnete Cernookow bei Zankow verblieben sind. Kein Kabinettsrücktritt in Aegypten Die Kabinettskrise in Aegypten hat eine überraschende Wendung genommen. Ministerpräsident Tewfik Nessim Pascha hat beim König eine Audienz gehabt. Die Regierung ist nicht zu- rückgetreken. Wie verlautet, wird Tewfik Nessim Pascha im Einverständnis mit dem König die Herausgabe eines königlichen Dekrets über die Wiedereinführung der Verfassung vom Jahre 1923 vorbereiten. .Letzt hab' ich wieder das Gebiß die ganze NaHt in der Zugluft' liegen lassen. I Die für heute»ad morgen festgesetzte Zeitungsexpedition muß umachtTageverlegt werden. Wir ersuchen alle Genoffen und.Genossinnen, welche sich zur Verfügung gestellt haben, sich am Samstag, dem 21. Dezember, ab 2 Uhr im Parteiheim einzufinden. Bei der gestrigen Verhandlung vor dem Senat Beck wurde Schramm, der keinen Versuch machte, srine Schuld zu leugnen, zu sechs Monaten Kerkers verurteilt, lieber die Bedingtheit der träfe werden noch Erhebungen gepflogen werden, rb. hier aber im Wesen auch nicht an, sondern lediglich auf die Tatsache der Unterschlagung, die ja ohnehin feststand. Uhlit wurde zu zehn Monaten Kerker unbedingt verurteilt. rb. ' anderen übermitteln und das Wertvolle der fremden in sich aufnehmen kann,. Dr. Oskar Schwarz' Vorrede über den Schriftsteller Max Kyber leitete den Vortragsabend glücklich ein. m. i. Zwei ArbeitsunfLlle. Gestern nachmittags lieferte die Rettungsstation den 48jährigen Arbeiter Josef Blümel äuS Wrschowitz inS Allgemein« Krankenhaus ein. Er war auf einem Bauplatz in Zijkov von einer Ladung Ziegel, die er in einem Karren fuhr, verschüttet worden und ohnmächtig liegen geblieben. Er hatte ziemlich schwere Verwundungen am Kopfe erlitten.—• Der 26jährige Arbeiter Ondrej Zelnisek wurde gestern mittags von einem Arbeitskollegen ins Allgemeine Krankenhaus' gebracht, da er, als beim Aufwinden einer Ladung Sand auf einem Sandkahn das Tau geriffen war, an den Schiffsrand geschleudert worden war und sich am Kreuz verletzt hatte. Schülerin überfahren. Die fünfzehnjährige Schülerin der deutschen Smichover Handelsschule, Margarete Ebenhöh. wurde gestern knapp nach Mittag in der Podebrader Straße vom Auto des Holle- schowitzer Chauffeurs Wenzel Sefkik erfaßt und etwa 18 Schritte weit geschleift. Der vorbeifahrende Arzt Dr. Jeßler leistete ihr die erste Hilfe, worauf sie mit Verletzungen am Knie und am Kopf auf die Klinik Schlosser gebracht wurde. Das Verfahren 'wurde eingeleitet.' Jedem Neugeborene« 25 K8. Wie alljährlich, schenkt auch heuer die Böhmische Sparkasse in Prag jedem 1935 in Groß-Prag und Prag-Land oder im Gerichtsbezirke des Sitzes einer ihrer Filialen geborenen Kinde, dessen Mutter zur Zett dieser Geburt dort ihren Wohnsitz hatte, ein EinlagSbuch mit eurer Stammeinlage von XL 25.—. Iktohauet uttäHdischüL bweuyuhg! Gemeindesekretär als Defraudant Prag. Als Ende des Jahres 1933 die Revisionskommission die Bücher der Gemeinde Vi- naköviee prüfte, mußte sie einest Abgang von 28.000 KL feststellen. Der Gemeindesekretär Karl U h l i k, der für die Finanzwirtschaft der Gemeinde verantwortlich war, konnte dieses Defizit nicht aufklären. Man stellte ihm die übliche Frist zur Dek- kung des Schadens. Als sie abgelaufen war, wurde die Sttafanzeige erstattet. Bei der Verhandlung am Freitag vor dem Strafsenat Beck kamen ziemlich sonderbare Details zutage. Der ungetreue Gemeindesekretär hatte nach seiner Suspendierung ruhig weiterämtiert, indem er das Suspendierungsdekret in einer Schreibtischlade hatte verschwinden laffen. Ebenso ließ er auch die Aufforderung zur Gutmachung des Abganges verschwinden und zögerte den Augenblick seines Abganges mit allen Mitteln hinaus.. Schließlich halfen aber alle diese Manöver nichts und Uhlik wurde verhaftet und angeklagt. Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, er habe ein Doppelleben geführt, das seinen Einkünften(1200 KL monatlich) nicht entsprach. Zum Beweis seiner„unangemessenen Lebensführung" berief sich die Anklage u. a. darauf, daß er einen Papagei, einen Hund und einen Radioapparat besessen habe. Es mag dahingestellt sein, ob auf solche Weise wirklich ein unzu- kömmlicher Luxus nachgewiesen ist. Darauf kam es Wer kann Lieferungen für die Stadt Prag erhalten? Die Fxage der Lieferungsvergebungen durch die Prager Stadtgemeinde wurde in der gestrigen Sitzung des StadtrateS vom deutschen Stadträt Dr. Wiesmeyer aufgeworfen. Er wies darauf hin, daß in der letzten Sitzung der Wirtschafts- kommiffion ein Beschluß des Stadtrates vom 11. Dezember 1935 vorgelegt worden sei, nach welchem an deutsche oder deutschjüdische Firmen Lieferungen nicht vergeben werden dürfen. In dem Bericht über die erwähnte Sitzung, der im Verordnungsblatt der Stadt Prag ausgegeben wurde, so führte der Redner weiter aus, ist ein derartiger Beschluß nicht verzeichnet. Durch Einsichtnahme in das Originalprotokoll der Sitzung hat er festge- stellt, daß es sich lediglich um dieAn- r e g u n g eines M i t g l i e d e S d e S Stadtrates handle, der den Wunsch auS- svrach, es möge bei Vergebung der Lieferungen, in erster Reihe auf tschechische Firmen Rücksicht genommen werden. Dr. Wiesmeyer verlangte die Rückverweisung der beschlossenen Lieferungen an den Ausschuß. Gegenüber diesem Anttag wiesen die Vertreter der einzelnen Parteien daraufhin, daß bei der Vergebung der Lieferungen in erster Reihe auf Qualität und Preise Rücksicht genommen würde und daß infolgedessen auch Lieferungen an nichttschechische Firmen vergeben wurden. Sodann wurde beschlosten, ein Kommunique deS Inhalts auszugeben, daß ein Beschluß des Stadtrats, Lieferungen für die Stadt Prag nicht an deutsche oder deutschjüdische Firmen zu vergeben, nicht vorliege und daß von den Lieferungen nur solche Firmen ausgeschlossen werden, die eine staatsfeindliche Haltung einnehmen. Dieses Kommunique soll offiziell' durch die Stadt Prag an die Presse ausgegeben werden. Unser Genosse Dr. Schwelb wird am nächste« Montag in der beginnenden Budgetdebatte im Stadtrat zu der Angelegenheit Stellung nehmen. Anfillle durch Glatteis In der Nacht auf gestern nach 11 Uhr wurde' die 60jährige Marie Mladet aus der MasaryUolonie in Kre in die Klinik Jirasek eingeliefert. Sie war in der Wyschehrader Straße in Prag-Weinberge' auf dem Wege zu Verwandten auf der von fchlit-' tenfahrenden Kindern schlüpfrig gemachten Sttaße. auSgeglitten und hatte den linken Fuß oberhalb des Knöchels gebrochen. In der Zerottngaffe in Zijkov glitt in der Nacht| auf gestern der 60jährige Arbeiter Rudolf Michali- cek aus Zijkov aus und blieb bewußtlos liegen. Er' wurde von der Rettungsgesellschaft nach Hause gebracht.. i Die 63jährige Witwe Hermine Libis glitt vor- 1 gestern nachmittags auf dem glatten Piaster in der i Mozartgaffe in Smichov aus und brach die linke 1 Hand.. Vorgestern abends glitt die 17jährige Verkäu- l ferm Ludmilla Havel aus Zijkov in einer Wrscho- witzer Straße auf dem frischgefallenen Schnee aus und mußte mit einer Kopfwunde und Gehirnerschütterung auf die Klinik Jirasek gebrüht werden. In Bkevnov glitt gestern nachmittags die 72- jährige GemeindebeamtenSwitwe Marie Vomacla und brach den rechten Schenkelknochen. Sie wurde auf brach den rechten Schenkelkvochen. Sie wurde auf die Klinik Jirasek gebracht. In der Hradschiner Sttaße in Prag-Weinberge ließ gestern der Geschäftsmann K. Moravec sein Auw vor seinem Hause stehen, wo es auf der ge- frorenen Straße ins Rutschen kam und von selbst gegen ein Pferdefuhrwerk fuhr. Eines der Pferde wurde an der Brust und am Fuß verwundet und mußte vom Tierarzt verbunden werden. DaS Fuhrwerk wurde beschädigt Gestern nachmittags wollte der Chauffeur ft. Haiek aus Karolinental bei der Hallestelle der Elek« t irischen am Stroßmayrrplatz sein Lastauto zum Halten bringen, waS ihm jedoch aus dem schlüpfrigen Pflaster nicht gelang, so daß das Auto mit deyr rückwärtigen Teil aufs Trottoir fuhr und den Zimmermaler Anton Heran auS Sirakchnih in Boden, warf. und verletzte. Mit einer leichten Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen wurde er ins Kran- ' kenhaus auf der Bulovfa»gebracht.. Bor dem Schwurgericht, dessen Dauer durch weitere Fälle verlängert wurde, standen am Freiwg in geheimer Verhandlung zwei Männer unter Anklage der Notzucht. Den Angeklagten SimaLek und Z ejjulrk wurde zur Last gelegt, gemeinsam eine Frau vergewaltigt zu haben. Die Verhandlung endete damit, daß Ze- Zu l i k freigesprochen und Simakek zu vier Monaten verurteill wurde. Verständnisses für die Tierwell gewidmet war, sprach F. W. Nielsen einige Uebersetzungen aus den Büchern Manfred Kybers(übertragen von P Moudrä) in tschechischer Sprache. Die an und für sich wertvollen Proben des bedeutenden Künstlers und Tierfreundes „„„. gewannen an Svmpathi« und Interesse dadurch, daß Mann die Nummern dreier Los- heraus, die soeben\ si« von F W. Nielsen mit richtiger Einfühlung in Fritz Walter Nielsen, ein reichsdeutscher Emigrant. las Donnerstag abends im Saale des Zenstls klub in deutscher Uebersetzung einige Feuilletons Karl CapekS über seine nunmehr wettberühmte Daschenka und ihre Vorgängerin, die Hündin Minda(in Neber« setzung Otto Picks). Anschließend daran brachte er einen launigen Hochzeitsgruß, den er in Form einer ---------- L" Haupttreffer... 1,000.060 Kc Prämie...... 1,000.000« 'le Los 15 KL, 1] 4 Los 30 ler,'I- Los so Itt.$ Los 120 KL Lin Ueberschlauer Läppischer Betrugsversuch an der Klaffenlotterie. Prag. Ru d olf Schramm. ein Bauernbutsche L-----__,, aus der Neu-Titscheiner Gegend; hatte sich einen be-' Ansprache an die Daschenka zur Hochzett Capeks mtt sonders schlauen Kniff zurechtgelegt, um über Nacht, Olga Scheinpflug geschrieben hat. In der ersten zum vermögenden Mann zu werden. Derjunge! Hälfte des.Vortragsabends,, der der Idee^ besseren Mann hatte bereits jahrelang in der Klassenlotterie"* gespielt, ohne einen nennew-werten Treffer zu ge winnen. Er beschloß also, dem Glück ein wenig nachzuhelfen..-..... m Als Wieder einmal eine Ziehungsliste der Klaffenlotterie erschien, schrieb sich der schlaue junge mü einem GeswmtgewinHon HsoHiH"gezogen i die tschechische Sprache und in den Geist dieser Sprache Worden waren. Dann machte er eine Eingabe an vas| aesvrochen wurden. 3helfen bewies, daß man m Prager Aivilkreisaericht. in welcher er anaab. das; ihm, Emigration und doch nicht in der fremde leben müsse, diese Lose soeben auf unerklärbar« Art in Verlust; wenn man an der Kultur der Umgebung nicht achtgeraten seien, weshalb er um ihre Sperrung ersuche,> los vorübergeht. das Wertvolle der elgenen^Kultur damit nicht ein Unberufener..feine" Gewinste be»;_“*—* heben könne. Wie sich der Jüngling den weiteren Vorgang' vorgestelltthat, wissen wir nicht. Vermutlich gab er sich dem Wahn hin. daß man ihm auf Grund der Verlustanzeige die Gewinste ausbezahlen würde. Dies geschah nun allertingS nicht, sondern das Gericht ordnete natürlich Erhebungen über das Eigentumsrecht Schramms an. die ergaben, daß die gezogenen Lose längst von ihren rechtmäßigen Be sitzern eingelöft worden waren. Wenn Schramm ge meint hatte, daß sein törichter Betrugsversuch keine weiteren Folgen haben würde, sah er sich getäuscht. denn das Zivilgericht trat die Akten der Staats- anwaltschaft ab. die gegen Rudolf Schramm die Anklage wegen Betruges erhob. Ober 44.000.000 Itt sind kür die Spieler der 34. techosl. Klassenlotterie vorbereitet Am 18. Dezember um 6 Uhr abends besinnen die Ziehungen der I. Klasse Sette 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 14. Dezember 1935. Nr. 291 Wo bekomme ich für mein neugeborenes Kind umsonst ein passendes Weihnachtsgeschenk? Hans Jaray in„Hoheit tanzt Wal,«" JCunst und Wissen, und larmoyanten Kitsch abgerückt. Wenn der Stoff es zugelassen hätte, wäre es ein vornehm dramatischer Fiwi geworden.—eiS— .lyrische" Kitschszenen unterzubringen, deren Spezialist er im deutschen Film geworden ist. Unter den Mitwirkenden sind außer Heinz Rühmann nur das im Mittelpunkt der Handlung stehende Pferd— und die Herren Waldau und Junker» mann in kleinen Rollen möglich.—eis— SCHENKET PHÖNIX LEBENS-POLIZZEN Mitteilungen ans dem PllbUku«. Worin liegt die eigentliche Ursache der letzten Alkoholvergiftungen. Der Präsidialausschuß des Zentralverbandes der tschsl. Likör, und Spirituosenerzeuger in Prag befaßte sich am 10. d. M. mit der unglücklichen Erscheinung wiederholter Massenver- giftungen, die den Spirituosen zugeschrieben wurden, und konstatierte, daß der Grund der betreffenden Vergiftungen, insowett es sich erweisen wird, daß fie tatsächlich ein Spirituosengenuß herbeiführte, in der gewerbe-rechtlichen Ungeregelheit der Likör- und Spirituosenerzeugung, ferner in dem hohen, durch die übermäßige Spiritussteuer verursachten Preise von Trinkspiritus liegt, der sowohl zu der Winkelerzeugung von Spirituosen, als auch zum Spirituspaschen und in nicht letzter Reihe zur Verwendung von verschiedenen Ersatzmitteln, von denen der Methylalkohol, Holzgeist, dem Menschenleben direkt schädlich ist, verführt. Der Präsidialausschuß des Verbandes bedauerte, daß der Verband schon seit Jahren vergeblich bestrebt ist, daß die Erzeugung von Alkoholgetränken eben aus hygienischen Gründen an den fachmännischen Befähigungsnachweis, wie auch an geeignete und hygienisch eingerichtete Erzeugungsstätten gebunden sei, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die betreffenden unglücklichen Folgen der Un- geregeltheit und Schwarzerzeugung von Likören und Spirituosen, die maßgebenden Faktoren endlich dazu bewegen werden, hier die dringend notwendige Ordnung zu schaffen. Ebenfalls würde eine Regelung der wilden Konkurrenz in der Likörerzeugerbranche und.tatkräftige Kontrolle derselben ähnliche ungünstige Erscheinungen verhindern. Bei der Böhmischen Sparkasse in Prag» gegenüber dem Nationaltheater. welche jedem im heurigen Jahre 1935 in Grofl*Prag und im politischen Bezirke Prag-Land oder im Gerichtsbezirke des Sitzes einer K ihrer Filialen geborenen Kinde, dessen Mutter zur Zeit dieser Geburt dort ihren ordentlichen Wohnsitz batte, ein auf seinen Namen lautendes Einlagsbuch mit einer Stammeinlage von K£ 25- schenkt Näheres enthalten die in den Geschäftsstellen der Böhmischen Sparkasse ausgehängten Kundmachungen. < 3159 Benvenuto Cellini, dessen berühmte Affären sogar Goethe derart interessiert haben, daß er die Memoften dieses italienischen Renaissance-Künstlers deutsch bearbeitete, ist in Hollywood zum Helden eines Ausstattungsfilms geworden, der uns die Liebesabenteuer Cellinis am Hofe de Alessandro di Medici vorführt, die den Verwegenen beinahe an den Galgen gebracht hätten. Der Regisseur Gregory La Cava hat das sehr prunkvoll inszeniert, aber es ist ihm kaum eine Wiedererweckung der lebensvollen Renaissance-Zeit, sondern nur ein historisch kostümiertes Liebes- und Intrigenspiel gelungen, das den Zuschauer blendet, ohne ihn zu packen. Unter den Mitwirkenden kommt einzig der kraftvolle Frederick March der Vorstellung nahe, die wir vom leidenschaftlichen und selbstbewußten Renaissancemenschen haben,'während seine Partnerin Constance Bennett auch im Kostüm des 16. Jahrhunderts nur wie eine Filmdame von heute wirft.—eis— wWelW^erotungsftunHen der Arbeiterfürsorge finden jede« Samstag von 5—7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smeckagasse Nr. 27, statt 1UGIOTIMWM5'GßfllWT PHÖNIX MN DIREKTION FORME CM IWIÜUOWA 7 öireldionfwMährcn-Scmdicn FilialdirektionförJieSlovalcc inBrünn.Bihounsko 10* in Bratislava,GrösslingovcB. Die Weiße Schwester Der Crawfordsche Liebesroman mit seinen herkömmlich süßen und aufdringlich sentimentalen Wendungen war einst die Vorlage eines erfolgreichen stummen FilmS, und es lag nahe die Geschichte noch einmal als Tonsilm Wiedererstehen zu lassen, um die leicht gerührten Gemüter von neuem zu erobern. Was da entstanden ist, ist aber kein Kitschfilm geworden, sondern ein bewußter Versuch, einen kitschigen Stoff auf die anständigste Art darzustellen. Dem Hollywood-Regisseur Victor Fleming gebührt das Lob. sich die Sache nicht leicht gemacht zu haben. Indem' er die Hauptrollen mit einem so unsentimen- talen Schauspieler wie Clark Gable und einer innerlich so feinen Darstellerin wie Helen H a y s besetzte, ist er von vornherein vom nur schmachtenden Arbettervorstellung„Kameraden", eine mit grdßem Erfolg aufgenommene Komödie von Stvind- berg, am Sonntag, dem 15. Dezember, um halb 3 Uhr^ Karten täglich.8 bis 2, 4 bis 6) beittOptiker Deutsch, Koruna..\ Wochenspielplan des Neuen Deutschen TheaierS. Samstag halb 8: Macbeth.— Sonntag halb S Uhr: Kameraden, Arbeitervorstellung, halb 8: 8 a u b e r f l ö t e, A 2.— Montag: Spannhaus er, Theatergemeinde der Jugend, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Wozzek, A 2.— Mittwoch halb 8: M a rst h a, B 2.— Donnerstag halb 8: Der l ä ch.e r l i. ch e, S i.r A n th o n y, C 1:— Freitag halb 8: Machet h, D.2,— SmnStag halb 8: S e r v u S, S e r v u ä'l Abonnement aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Anna sagt ne im.— Sonntag 3 Uhr: Anna s a g t n e i n, 8% Uhr: DaS unbekannte Mädchen, volkstümliche Vorstellung. — Montag 8: I e a n n e, Bankbeamte I.— Dienstag 8 Uhr: Anna sagt nein.— Mittwoch 8: Annasagt nein, Bankbeamte II und freier Verkauf.—Donnerstag 8 Uhr: W o z- S e k, D i e G e s ch ich te vom Soldaten. — Freitag 8: K i n d im Kamp f,. Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Kameraden. OPTIK u. FOTO DEUTSCH PHkopy Der Nkm Außenseiter der Liebe Nicht daß dieser Berliner Film geistig unbemittelt ist, macht ihn zum Außenseiter innerhalb der reichsdeutschen Produktion von heute, sondern daß er seinen Schwachsinn als kindlich-harmlosen Unsinn zu massieren versteht. Da ihm ein Hauptdarsteller wie Heinz Rühmann zur Verfügung stand, dessen Humor selbst eine unschuldig kindliche Note hat ist diese Umstilisierung der Geist- losigkeit einigermaßen gelungen, und die Handlung von dem entlaufenen, vor dem Roßschlächter geretteten und am Ende im Großen Preis'natürlich siegreichen Rennpferd wirkt nicht, so peinlich wie wenn sie ernst genommen wäre. Am lustigsten ist eine Zir- sils-Szene, in der Heinz Rühmann als unfreiwillig zum maskierten Kunstreiter gewordener Hamburger Zimmermann den'Forster-Film„Hohe Schule" parodiert(der übrigens auf entschieden höherem Niveau stand als dieser Film.) Hans Deppe als Regisseur hat es sich nicht versagen könne«, ein paar Vereinsnacstncstien Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Gruppen abend nächsten Dienstag um 20 Uhr im Parteiheim. Thema: Die sozialistische Wehr« Politik. © Ortsgruppe Prag. Samstag, den 14. Dezember.. Zusammenkunft um halb 3 Uhr beim Autobus in Smichow, Cafe Westend. Fahrt zur Hütte. Sonntag Skikurs bei der Hütte. Hüttendienst: Schrei. filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Tanz der Liebe". A.— Alfa:„Der letzte Tag v. Pompeji".— Avion:„Benvenuto Cellini".— Kotva B 36:„G lückliche Jugend". Sowjetfilm.— Beränrk:„Die Christl v. d. Post". D.— Fknix:„Die weiße Schwester". Cl. Gable/. H. Hahs. A.— Flora:„Die Hochzeitsnacht". A. Sten. G. Cooper. A.— Gaumont: „D. Liebe d. Marquise de Pompadour". D.— Hollywood:„Die Liebe d. Marquise Le Pompadour". D.— Hvizda:„Die Wildnis ruft". Cl. Gable. A.— Julis:„Außenseiter der Liebe". Rühmann. D.— Kinrma, B.-Th.: Journale, Groteske, Report.— Koruna:„Die Wildnis ruft". A.— Lu- cerna:„Die Schatzinsel". W. B e e r y, I. C o o« per. A.■— Metro:„4% Musketiere".— Olympier„Die Christl v. d. Post". D.— Passage:„Ma- zurka". Pola Negri. Regie W. Forst. D.— Praha: „Der hohe Einsatz". A.— Radio:„Bolero". A.— Skaut:„General Dens Leidenschaft". A.— Svk- tozor:„Mazurka". D.— Alma:„Liebe nach Noten". A.— Bajkal:„Casta Diva". Eggerth. D.— Belvedere:„D. Götter amüsieren sich". D.— Be- seda:„Der König der Straße".— Carlton:„Ver- giß mein nicht". Gigli. D.— Illusion:„General NenS Leidenschaft". A.— Lido 2.:„Liebe nach Noten". A.— Louvre:„Zigeunerblut". D.— Ma- ceska:„Ende schlecht, alles güt". D.— Rory: „Pygmalion". D.— Sport-Smichov:.Meine Mutti": Franzifla Gaal. D.— U Bejvodü:„Pygmalion". D.— Baldek:.Liebe nach Noten". A.— Urania-Kino:„Struensee"(Die Liebe der Königin Karolina).— Beletrhy:„Die Christl v. d. Post". D. Weihnachtsgeschenk Jägerndorfer Sparkasse A» Verwendet mehr Stahlblech! In den U. 8. A. werden jährlich pro Kopf der Bevölkerung ca. 71 kg, in Großbritannien ca. 60 kg, in Deutschland ca. 27 kg, in der Tschechoslowakei aber nur ca. 16 kg Bleche verbraucht. Die Verwendungsmöglichkeit ist vielseitig: Geschirre, Konserven, Verpackungen, Apparate, Knöpfe, Bauzwecke, Möbel, Behälter, Kessel etc. etc.— Die inländische Blechindustrie ist gerüstet, auch den höchstgestellten Ansprüchen nachzukommen und scheut keine Mühe und kein Opfer, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, in der festen Überzeugung, daß Stahlblaclidas Material der Zukunft Ist. Verwendet mehr Stahlblech! 3102 B e z u g s b ed i n gu n g e n: met«uneuung ms Saus oder bei Bezug durch dre Post monatlich Kc IS.—, vierteliabna Kc 48.—. halbjährig KC SS.—, ganzjährig Kä 192—— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der: Retourmarken.— Die Zeitunasfrankaiur w-ird- non ter«oft. und Tele.. O-E. graphendirektton mit Erlaß Nr. 1S.800/V1MVL0 bewilligt.- Druckerei: Orbis'. Druck-. Verlags- und ZeüungS-A.-G.. Pr«.™'“* D