Sonntag, 15. Dezember 1935 15. Zahrgang 7.6. Masaryk nicht mehr Präsident Er empfiehlt Dr. Benei als seinen Nachfolger ihn (Fortsetzung ans Seite 2) für alles daS zum Ausdruck bringen, waS Sie für die Ration und für die Republik geleistet haben. Das edelste Gesetz unseres Staates lau» IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ttanlmte 70 Heller («InichlieBlich 5 H.Hot FortoJ ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xiufochova«r. Telefon 51077. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR, WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG, Der Vorsitzende der Regierung nahm diese Erklärung des Präsidenten der Republik zur Kenntnis." Die Regierung, die bis zur Wahl des neuen Präsiden» ten die Rechte des Staatsoberhauptes auf sich vereinigt, hat bereits die Nationalversammlung zur Wahl des neuen Präsidenten für Mittwoch, den 18. Dezember, um halb 11 Ahr in den Wladisiawsaal auf der Prager Burg einberufen. T. G. Masarhk hat in seiner letzten offiziellen Kundgebung seinen langjährigen Mttarbeiter Dr. Eduard Benes als seinen Nachfolger empfohlen. Aus einer Mappe entnahm dann der Kanzler ein Blatt Papier und verlas folgendes:.- „Das Amt des Präsidenten ist ein schweres und verantwortliches und erfordert deshalb volle Kräfte. Ich sehe, daß es über meine Kräfte geht, und deshalb begebe ich mich desselben. Ich bin viermal zum Präsidenten unserer Republik gewählt worden; das gibt mir wohl die Legitimation, Sie und die tschechoslowakische Nation sowie die Mitbürger der übrigen Nationalitäten zu bitten, bei der Verwaltung des Staates dessen eingedenk zu sein,itze Masaryk stqnd, gegründet wurde. Die österreichische Regierung entzog ihm damals sein Gehalt und erließ hinter ihm einen Steckbrief, aber das konnte ihn nicht beirren. Auch andere Schicksalsschläge, die ihn im Krieg trafen ein Sohn starb ihm im Krieg, seine Tochter wurde verhaftet, seine Frau wurde melancholisch, ein zweiter Sohn stand ,m Felde— haben ihn an seiner Sache nicht irre gemacht. Im November 1915 erließ der tschechoslowa- tische Nationalrat eine Kundgebung, in der der Glaube an den endlichen Sieg der Verbündeten ausgesprochen war. Im Feber 1916 sprach Masaryk zum ersten Male mit Briänd, dem damaligen französischen Ministerpräsidenten. Die Schwierigkeiten, die sich der Gewinnung der alliierten Staatsmänner für die tscheschische Sache entgegcnstellten, waren groß. Die Waffenerfolge der Zentralmächte, die loyale Politik der tschechischen Abgeordneten in Oesterreich bereiteten Masaryk viel Sorgen, so daß er sich damit vertraut machte, nach dem Kriege dauernden Aufenthalt im Auslande zu nehmen. Im Mai 1917 begab sich Masaryk nach Rußland, um die Organisation einer eigenen tschechischen Armee in die Hand zu nehmen. Er hatte dort eine umfassende Agitation entfaltet und für die politische Bildung der tschechischen Legionen in Rußland außerordentlich viel getan. Seine damals erscheinende Zeitschrift„Das neue Europa" gab einen Niederschlag seiner politischen Auffassungen in jener Zeit. Im März 1918 verließ er Rußland, nachdem sein großes Werk, die Schaffung einer tschechoslowakischen Armee gelungen war und begab sich nach A m e r i k a, wo der letzte Abschnitt seiner erfolgreichen politischen Tätigkeit im Kriege sich abspielt«. Am 5. Mai 1918 hielt er seine erste Rede in Chicago und nun begann seine große Arbeit, die einerseits die Tschechen in Amerika und die volitische Oeffentlichkeit und andrerseits den Präsidenten Wilson und den Staatssekretär Lansing zu gewinnen. Während sich noch im Winter 1917/18 Wilson mit der Autonomie der slawischen Nation innerhalb Oesterreichs begnügt hatte, gewann ihn Masaryk für die Anerkennung der tschechoslowakischen Selbständigkeit. So führte einerseits die schlechte militärische Lage der Zentralmächte, andererseits die politische Propaganda Masaryks und seiner Mitarbeiter eine Lage her bei, die am 14. kAtckber 1918 zur Bildung einer vorläufigen tschechoslowakische. Regierung führte, die die Anerkennung der alliierten Mächte fand. In dieser Regierung bekleidete Masaryk das Amt des Ministerpräsidenten und des Finanzministers. Nun überstürzten sich die Ereignisse. Am 5. Oktober erfolgte daS österreichische Friedensangebot an Wilson, am 18. Oktober erfolgte Wilsons Antwort, welche die bekannten 14 Punkte enthielt, von denen der eine das Selbstbestimmungsrecht der Nationen und die freie Verfügung der sla- wischen Nation über ihr künftiges Schicksal verlangte. Am 27. Oktober antwortete der österreichisch-ungarische Minister des Aeußern Andrafly mit einer Note, in der Wilsons Bedingungen angenommen wurden. Das war die Kapitulation Oesterreichs, auf die Prag am 28. Oktober mit der Ausrufung der Republik antwortete. 17 Tage später, am 14. November, wurde Masaryk von der tschechoslowakischen Nationalversammlung zum Präsidenten der Republik gewählt. Masaryk war damals noch in Amerika, das er am 20. November 1918 verließ. Genau einen Monat später, am 20. Dezember 1918, betrat er bei Ober-Haid zum ersten Male wieder den Boden der Heimat und zog am 21. Dezember 1918 unter dem Jubel der Bevölkerung in Prag ein. Was er damals empfunden hatte, hat er in der ihm eigenen Weise so wunderschön gesggt: „Ich habe das Gefühl der Verantwortlichkeit. Ich möchte sagen, daß ich nicht Zeit habe mich zu freuen, da ich weiß, daß ich vor einem ungeheuren Problem stehe und mir meiner Verantwortung bewußt bin, nicht nur vor dem eigenen Volke, sondern vor allen Völkern, mit denen wir in Berührung kommen und zusammen arbeiten werden. Niemand von uns darf enttäuschen, das ist, was ich fühle." Masaryk am 22. Dezember. In dieser Botschaft war eine Stelle, die bei den Deutschen keinen guten Eindruck machte, nämlich die Bemerkung von den Deutschen, die ursprünglich als Emigranten und Kolonisten ins Land gekommen seien. Das wurde so aufgefaßt, als ob daraus abgeleitet werden könnte, daß die Deutschen minderen Rechtes seien. Das aber hat Masaryk nicht gemeint und deswegen hat er diesen Bemerkung später in seinem großen politischen Werke über den Weltkrieg eine Interpretation gegeben und gesagt, daß die Deutschen„als Kolonisten nicht Staatsbürger zweiten Ranges" sind und daß er sich zur Nationalitätenpolitik der Pte- mysliden melde,„von denen die.Deutschen national geschützt würden.".'Z... Seinen streng konstitutionellen Sinn hat Masaryk von Anbeginn seiner Präsidentschaft gewahrt. Nachdem die Gemeindewahlen eine Stärkung der Sozialisten gebracht hatten, ernannte er am 8. Juli 1919 den Sozialdemokraten Vlastimil T u s a r zum Ministerpräsidenten. Er hat es stets abgelehnt, irgendwelche diktatorische Befugnisse an sich zu reißen und als solche Strömungen 1919 auftraten, fiel sein später oft zitiertes Wort:„Aufregung ist kein Programm." Zur Demokratie hat er sich stets bekannt. So hat er am ersten Jahrestag der Begründung der Republik von den sittlichen Grundlagen der Demokratie gesprochen und hat damals mitten in dem Kampf um die sozialen Grundlagen der Nachkriegszeit zu den sozialen Fragen Stellung genommen. Er erklärte damals ausdrücklich,„daß ich gegen dieSoziali« sierung nichtbin" und sprach sich für eine Vergesellschaftung Schritt für Schritt aus. Als er im Jahre 1920 seinen 70. Geburtstag feierte, äußerte er sich wieder zur Nationalitätenfrage und betonte, daß er die Sprachenfrage als eine a d- ministrative und nicht als politische Frage betrachte. Bezeichnend war es für ihn, daß er nach den ersten Wahlen in die Nationalversammlung darauf bestand» daß die Neuwahl des Präsidenten vorgenommen wurde und so wurde er am 27. Mai 1920 zumzweite n M a l e z u m Präsidenten gewählt. Ein Jahr darauf, 1921, erkrankte er ernstlich an einer Lungen- und Venenentzündung und mußte monatelang Erholung in Capri suchen. Einen schweren Schicksalsschlag bedeutete es für ihn, als am 18. Mai 1923 seine Frau Charlotte gestorben war. Masaryk war damals seelisch sehr gedrückt und unternahm eine Erholungsreise ans Mittelmeer, nach der er im Jahre 1923 Besuche bei den Staatsoberhäuptern von Frankreich, Belgien und England machte. Eine gewisse politische Bedeutung hatte auch seine Reise nach Mähren im Jahre 1924, wo er von der deutschen Bevölkerung herzlich empfangen wurde. Sein energisches Eintreten für die Demokratie zog ihm die Feindschaft der rechtsgerichteten Kreise zu. Insbesondere seit 1922 häuften üch die Angriffe gegen die„Burg". Masaryk ließ sich aber nicht beirren. Auch als im Jahre 1926-ine fascistische Bewegung in der Tschechoslowakei entstand, wandte er sich gegen sie.„DerFaseis- m u s", so sagte er,„ist eine anonyme Gesellschaft von Unzufriedenen und Zurückgewiesenen mit unbeschränkter Haftung zur Fabrizierung politischer Märchen und Räubergeschichten." Ebenso interessant ist sein Ausspruch:„Der Fascismus i st d e r G r a d m e s s e r der politischen Desorientierung der Bourgeoisie." Dudsetausschuß des Senats Prag. Der Bndgetausschutz des Senats behandelte am Samstag zunächst dre Kapitel 7 bis 9, worauf die Minister Dr. D i r e r, Dr. Srä- Nlek und der Präsident des Obersten Gerichtshofes Dr. H ä ch a kurz auf einzelne Reden antworteten. Dann wurden noch die Kapitel Schule und Landwirtschaft in Verhandlung gezogen. Gegen 4 Uhr wurde die Sitzung unterbrochen, um den Ausschußmitgliedern Gelegenheit zu geben, die Rundfunkrede des Ministerpräsidenten anzuhören. Unter dem Eindruck der Abdikation T. G. Masaryks wurden sodann die Verhandlungen unterbrochen und auf Montag vertagt. In der Debatte hatte u. a. auch der tschechische Genosse Kürz u. a. der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß bei den Maßnahmen, vor denen wir unmittelbar stehen, vor»allem das wirkliche Staatsinteresse siege und nicht Hinterkuissen-Jnteressen einzelner Gruppen und Klassen. Im Namen der slowakischen Volkspartei gab Dr. L a b a j eine prinzipielle Erklärung ab, in der gesagt wird, daß die Slowaken nach dem Umsturz die Republik gemeinsam mit den Tschechen und Mährern geschaffen hätten, weil sie die Existenz des slowakischen Volkes und der Slowakei im Rahmen dieser Republik am besten sichergestellt sehen. Sie hätten zwar mst den Tschechen gewisse innere Zwistigkeiten, die aber ihre interneAngelegenheit seien. Wir werden sie selbst austragen, erklärte Dr. Labaj, ohne jede ausländische Unterstützung. Wir erklären, daß wir keine Absichten nach einer Verbindung mit Polen oder mit U n g a r n be- siyen. Abschied von der Armee Der letzte Armeebefehl Masaryks Prag. Der zurücktretende Präsident der Re- publik hat folgenden Armeebefehl erlassen: ,Zch habe es als notwendig befunden, vom Amt des Präsidenten der Republik zurückzutreten. Während der ganzen Zeit meiner Präsidentschaft habe ich die verantwortliche Aufgabe eines Obersten Befehlshabers der gesamten bewaffneten Macht ausgeübt. Ich habe immer sorgfältig ihr Entstehen und ihre Entwicklung verfolgt und mit voller Zufriedenheit und guten Gewissens kann ich sagen, daß die Armee von Jahr zu Jahr auf dem Wege der Verbesserung und Vervollkommnung fortschreitet. Ich betrachte es deshalb als eme angenehme Pflicht, Euch allen für die aufopfernde und unermüdliche Arbeit für die Armee und für den Staat zu danken. Die Armee war und ist ein Beispiel unserer bürgerlichen Zusammenarbeit. Sie wurde in dem oemokratischen Geiste unserer Nation und im Geiste unserer Legionen aufgebaut. Sie ist nicht nur die Verteidigerin unserer Selbständigkeit, sondern auch eine gute Lebensschule unserer Bürger. Es ist mein Wunsch, daß die Armee auch weiterhin in diesem Geiste fortschreite. Die ganze Nation und der Staat werden hinter ihr stehen und dann brauchen wir niemals um unsere Zukunst zu bangen. Ich wünsche allen Angehörigen der Armee, aktiven wie nichtaktiven, alles Gute. Machnkk m. p. T. G. Masaryk m. p. * Die Neuwahl des Präsidenten erfolgt auf sieben Lahre. Zur Gültigkeit der Wahl ist die Anwesenheit der est n f a ch e n Mehrheit der gesamten Zahl aller Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Senats im Zeitpunkt der Wahl notwendig. Von den Anwesenden müssen mindestens drei Fünftel für den betreffenden Kandidaten stimmen. Führt der erste Wahlgang nicht zum Ziel, dann erfolgt ein zweiter unter denselben Bedingungen. Bringt auch dieser nicht die Entscheidung, so findet ein dritter Wahlgang zwischen den beiden Kandidaten statt, die die meisten Stimmen erhalten haben, Hiebei erscheint derjenige gewählt, der die meisten Stimmen erhält. Bei Stimmengleichheit entscheidet dann das Los. Aus dem Dritten Reich Berlin. Der Chefredakteur der„Deutschen Wochenschau", Karl M i l l w e i tz, wurde aus dem Journalistenverband ausgeschlossen, weil er einen Artikel veröfstntlicht hatte, in welchem die Ausgaben der nationalsozialistischen Partei kritisiert wurden. Es kursiert das Gerücht, daß Millweiß verhaftet wurde. VorlSuNs ruhen die Waffen London. Der Kriegsberichterstatter des Rcuterbüros in Deffie meldet: Wie eS scheint, ist heute an allen abessinischen Fronten v o l l- komyreneRuhe eingetreten. Beide Parteien \ beschleunigen zwar ihre Vorbereitungen, wahren jedoch offensichtlich einen gewissen Waffen- st i l l st a n d, solange in Genf die Frage„Friede cder Fortsetzung des Krieges" nicht gelöst ist. Die Rechtskreise wandten sich auch gegen ihn, als 1927 seine zweite Funktionsperiode abgerau- sen war. Um so stärker wurde seine Anhänger schaft auf der Linken. Mit Hilfe der deutschen Sozialdemokraten wurde Masaryk am 27. Mai 1927 zum dritten Male zum Präsidenten der Republik gewählt. In seiner Botschaft vom 11. Juni 1927 trat er neuerlich entschieden für die Demokratie und das Parlament ein.„Der demo kratische Staat", so sagte er,„hat vor allem seine Berechtigung in der Anerkennung seiner eigmen Bürgerschaft, er muß von jedem anständigen und bewußten Bürger gewollt sein." Auch anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Republik am 28. Oktober 1928 erließ er eine Botschaft und bekannte sich tapfer zum Idealismus auch in. der Politik. Freilich muß der Politiker die realen Tatsachen so sehen, wie sie sind.„Die siegreichen Ideen und Ideale werden nicht aus Phantastik und Un sachlichkeit geboren." Als seine politische Auf gabe bezeichnet er,„eine demokratische Republik aufzubauen" und über die nationale Frage sagt er folgendes:„In der Demokratie ist die Ver tretung der Minderheiten eine Notwendigkeit." Durch alle Stürme des Fascismus und der Diktatur hindurch hi«lt er an seiner demokratischen Ueber- zeugung fest und ließ sich von kei ner politischen Modeströmung be irren.'I Am 24. Mai 1934 konnte er so zum vierten Male zum Präsidenten gewählt werden, wobei er 827 von 420 Stimmen erhielt. Diesmal stimm ten alle deutschen Parteien für ihn. Bald nach her wurde er von einer Krankheit heimgesucht, die ihn monatelang von den Staatsgeschäften abhielt. Erst gegen Ende des Jahres war er wieder her gestellt. Sein hohes Alter hat ihn nun zum Rück tritt bewogen, der am 14. Dezember 1935 erfolgt ist. Die Tatsache, daß er auf sein Amt verzich tet, zeigt seine Uneigennützigkeit und seine poli tische Größe, die in allen die Bewunderung für den großen Menschen Masaryk noch steigern wird. Der Entschluß, auf sein Amt zu verzichten, reiste beim Präsidenten Masaryk schon lange. Diese seine Absicht verhehlte der Präsident weder vor seiner Umgebung noch vor den höchsten Re präsentanten unseres Staates. Er war schon lange entschlossen, zu resignieren, so bald sich die An zeichen des Alters bemerkbar machten. Der Schriftsteller Emil Ludwig zitiert in seinem Werke„Geist und Tat" folgende Worte Masaryks vom Feber 1933: ,Zch glaube, daß ich das Alter nicht fühle. Wenn ich mich.analysiere und beobachte, glaube I ich, daß dies nicht der Fall ist. Ich kann mich ja täuschen. Ich beobachte mich, ob meine Phantasie oder mein Gedächtnis abnimmt, ob ich noch genü gend scharf denken kann. Tollte ich bemerke«, daß dies nicht mehr der Fall ist, dann würde ich zurücktreten." Den Mitgliedern der Delegation des tsche choslowakischen Nationalrates, die am Heurigen 28'. Oktober ihre Glückwünsche vorürachten, beutete Präsident Masaryk an, daß er sich' mit dem Gedanken trage, sein Amt zu verlassen, und' zwar mit folgenden Worten:„I ch habe mir! vielleicht auch schon ein wenig Ruhe verdient.",, s.--.■„ .' cder Fortsetzung des Krieges nicht gelost ist. Auch als Privatmann wird Thomas Garri- wahren jedoch diesen Waffenstillstand nur unter gue Masaryk eine ehrfurchtgebietende, allgeliebte der Bedingung, daß sich die Genfer Verhand- Persönlichkeit bleiben. t lungen nicht allzu lange hinausschleppen. Als Präsident Seine erste Botschaft als Präsident erließ I Nr. 292 Masaryks letzter Regierungsakt: Politische Amnestie Sonntag, 15. Dezember 1935 Uebertretungen und Vergehen gegen Schutzgesetz, Vereinsgesetz, Terrorgesetz und Pressegesetz Die lette Handlung T. G. Masaryks als Staatsoberhaupt unmittelbar vor der Abditation war eine Amnestie für politische Vergehen und Uebertretungen. Die betref= fende Entschließung des Präsidenten, die vom Justizminister gegengezeichnet ist, hat folgenden Wortlaut: Von meinem mir durch die Verfassungsurkunde| Verbreitung von Druckschriften anzuwenden, durch gegebenen Rechte Gebrauch machend, erlasse ich auf deren Inhalt eine der in den Artikeln I und II dem Gebiete der Bivilstrafjustiz folgende Amnestie:| angeführten Straftaten verübt wurde. Artikel IV. Artikel I. den oder durch ein und dasselbe Urteil verurteilt wurden, Endet jedoch das Strafverfahren mit einer 129.000 Arbeitslose rechtskräftigen Verurteilung nur wegen einer Straftat, auf welche sich diese Entschließung bezieht, oder nur wegen einiger solcher konkurrierender Straftaten, dann wird die Bestimmung dieser EntschlieBung über die Nachsicht der Strafe auch dann angewendet, wenn das Urteil erst nach dieser Entschließung in Rechtskraft erwächst. Artikel V. Seite 5 in Nordböhmen Auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Nordböhmen wirkte ähnlich wie in anderen Gegenden das fortschreitende saisonmäßige Nachlassen der Bauarbeiten, sowie der öffentlichen Arbeiten. Im Bereiche der Landeszentrale in Reichenberg waren im November 12.170 Arbeitsund Dienststellen und 154.418 Bewerber und Bea 1. Die Bestimmungen dieser Entschließung über werberinnen angemeldet, wobei 11.089 Vermitt die Nachsicht der Strafe beziehen sich auch auf belungen erzielt wurden. Es handelt sich allerdings dingte Verurteilung, wobei, wenn die ganze hauptsächlich um kurzfristige Vermittlungen. Auch Strafe nachgelassen wird, diese Nachsicht verbunden der Umstand, daß es sich den Hauptgruppen nach ist mit den Wirkungen des§ 1 des Gesetzes über um 2334 Arbeiter der ehemaligen Industrie die bedingte Verurteilung. ( hauptsächlich Zuckerfabrikarbeiter), 2096 Bau-, 2. Zusatzstrafen, auferlegt nach§ 265 der 1978 Tag- und 1427 Hilfsarbeiter handelte, be= Strafprozeßordnung, werden gemeinsam mit der weist, daß es sich meistenteils um kurzfristige Be1. Ich ordne an, daß das Strafverfahren für Der Umstand, daß der straffällig Gewordene Strafe, au der sie im Verhältnis einer Bufabstrafe schäftigung handelte. Von den anderen Berufszu Uebertretungen und Vergehen nach wegen konkurrierender Straftaten, auf welche sich stehen, als mit dem gleichen Urteil auferlegt ange- gruppen wären hauptsächlich 782 Glasarbeiter, Paragraph 11 des Gesetzes zum Schute diese Entschließung bezieht, verfolgt wird oder ber- sehen. Das gleiche gilt für Strafen, auferlegt durch 620 Personen bei der Landwirtschaft, 434 Textilder Republi!( Gefeß Nr. 50/1923 Sig. d. urteilt wurde, steht der Anwendung dieser Ent- Urteile, die als Grundlage für die Bemessung der arbeiter und 410 Personen im HaushaltungsGes. u. Vog.) begangen vor dem Tage dieser Entschließung nichts im Wege. Sie ist aber nicht an- Gesamtstrafe nach§ 517 der in der Slowakei gel- dienste anzuführen. schließung nicht eingeleitet werde und, wenn es ein- wendbar auf Personen, die neben irgendeiner Straf- tenden Strafprozeßordnung dienen. geleitet ist, daß es eingestellt werde. 2. Ich sehe jene Strafen nach, die wegen Webertretungen und Vergehen, angeführt im Absatz 1, vor dem Tage dieser Entschließung rechtsfräftig bers hängt wurden. 3. Die Bestimmungen der Abfäße 1 und 2 find anzuwenden auch auf alle anderen Straftaten nach dem Gefeße zum Schuße der Republif, begangen im Zusammenhang mit meiner leßten Wahl zum Präsidenten der Republik; insoferne es sich aber um ein Verbrechen handelt, dann sind sie nur unter Bedingungen anzuwenden, daß a) der straffällig Gewordene sich der Strafverfolgung oder dem Strafvollzuge weder durch Verbergen noch durch Flucht in das Ausland entzogen hat oder sich entzieht; b) der straffällig Gewordene nicht deshalb verfolgt oder verurteilt wurde, weil er ans strafbarer Absicht direkt oder indirekt mit einer ausländischen Macht oder mit ausländischen Faktoren, namentlich militärischen oder finanziellen, in Beziehung getreten ist. Artikel II. 1. Ich ordne an, daß für folgende Straftaten, begangen von dem Tage dieser Entschließung, das Strafverfahren nicht eingeleitet und, wenn es eingeleitet ist, eingestellt werde: tat, auf welche sich diese Entschließung bezieht, we gen anderer konkurrierender Straftaten, auf welche sich diese Entschließung nicht bezieht, verfolgt wer T. G. Masaryk m. b. Dr. Dérer m. p. Immer Masaryks Tradition treu! Rundfunkrede des Ministerpräsidenten In seiner Rundfunkansprache würdigte, Führerschaft Masaryks und seiner Mitarbeiter Ministerpräsident Dr. Hodža in Worten, die aus lönnen wir uns heute ruhig sagen, daß sich unsere dem Herzen kommen und sich tief in die Herzen nationale Energie in unserer Staatlichkeit voll einprägen, das große Werk T. G. Masaryks. entwickelt. Man erfährt nebenbei daraus, daß Masaryk dem Ministerpräsidenten bereits am 21. Nobember, also vor mehr als drei Wochen, den unwiderruflichen Abdikationsbeschluß bekanntgegeben hat. Aus der Rede Dr. Hodžas zitieren wir folgende Stellen: Thomas Garrigue Masaryk hat aufgehört, Präsident unserer Republik zu sein. Seit der Erneuerung unserer staatlichen Selbständigkeit gab es kein Ereignis, das so tief in unsere Gefühle, in unsere Geschicke eingegriffen hätte. Vergeblich blieb meine Bemühung, den Herrn Präfidenten von seiner Absicht abzubringen, die er mir am 21. November in Lány mitteilte. a) Uebertretungen nach den Gesezen über das Mir fiel das schlimme Los zu, die milden, aber Vereins- und Versammlungsrecht festen Worte über seinen Entschluß zu hören, von ( Gesetz Nr. 134/1867 RGBI. und 135/1267 dem er sagte, daß er zu ihm schon seit langem gekommen sei und daß er unwiderruflich b) Uebertretungen nach§§ 4 und 5 des Gefei. Ich habe in diesen Augenblicken durchlebt, feges gegen Terror und zum Schue was heute die ganze Nation durchlebt. Ich sagte der Versammlungsfreiheit( Gesek dem Herrn Präsidenten:" Im Volt wird Nr. 309/1921 Slg. d. Gef. u. Vdg.); Trauersein." Ich habe die traurige Sicherheit, daß ich in diesem Augenblicke der getreue Dolmetsch von uns allen bin, des ganzen Volfes in diesem Staate. Im Volk herrscht Trauer. Denn T. G. Masaryk war uns nicht bloß Präsident. Er war uns ein Lehrer, er war Führer im Kampfe, der zu unserer nationalen und politischen Freiheit führte. RGBL); c) Uebertretungen und Vergehen nach§§ 14 bis 16 und 18 des Gesezes zum Schube der Republik( Gesez Nr. 50/1923 Sig. d. Gef. u. Vdg. mit den durch spätere Gesetze durchgeführten Ergänzungen); d) Vergehen nach§ 17 des Gefes es zum Schuhe der Republi t, ausgenommen die T. G. Masaryk verläßt den Hradschin zu Gründung, Unterstützung, Nichtanzeige und Teilnahme an der Tätigkeit geheimer ausländischer Or- einer Zeit, da er schon keinen Zweifel mehr darüber hat und zu haben braucht, daß unser Volk ganisationen. Beitritt zu solchen Organisationen und unser Staat ihre kritische Zeit längst über oder Beziehungen zu ihnen; wunden haben. Denn nach einer siebzehnjährigen e) Uebertretungen und Vergehen nach Paragraph 20 des Gesezes zum Schuße der Repubit, ausgenommen Schmähung, Beschädigung oder Beseitigung des Wappens, der Flagge oder der Farben der Republik; f) Uebertretungen und Vergehen nach den Preisegefe ten, begangen durch: XIV/ 1914). ,, Wo steht Hilgenreiner?" Die Anzahl der Arbeitslosen in Nordböhmen ist im November von 119.257 auf 129.009, alfo um 9752, d. i. um 8.19 Progent gestiegen. Diese Erhöhung ist prozentual niedriger als im ganzen Staate, wo es sich unt 13.05 Prozent handelte. Im Vergleich mit Nov. 1934 zeigt sich heuer eine Erhöhung der Anzahl der angemeldeten Arbeitslosen um 916, d. i. um 0.7 Proz., gegen über Nov. 1933 jedoch ein Rückgang um 4264, ebenfalls ein Rüdgang, u. ziv. um 9478, d. i. um d. i. um 3.2 Proz. und gegenüber Nov. 1932 6.8 Proz. Ein teilweises Bild der Entwicklung der Rage in den Hauptberufsgruppen zeigen die ZahDie tschechoslowakische Demokratie, diefer len für den Monat November der Jahre 1933, Schutz und Schirm aller Bürger unseres Staates, 13.424 Glas-, und 11.848, 11.873 und 11.915 1934 und 1935, in denen 19.318, 15.975, ist so fest, daß sie spielend jeden Versuch, der gegen Metallarbeiter, 5042, 5006, 5556 Holzarbeiter sie gerichtet wäre, abwehrt und spielend abwehrt icden Zweifel über ihre ausschließliche herrschende( also auch im November eine beträchtliche ErStellung in diesem Staate. In der Tschecho- höhung wie in den früheren Monaten( 24.748, flowakei wird es teine Kämpfe um die 23.222, 21.855 Textil, 12.959, 14.258, 14.731 ma cht geben, weil diese Macht mit endgül- Bau-, und 20.525, 18.821, 20.430 Silfs- und tiger Rechtsgültigkeit in die Hände unie- 10.849, 10.823 und 9942 Tagarbeiter, bei denen rer parlamentarischen Demokra. die diesjährige niedrigere Zahl hauptsächlich den tie gelegt ist, beren bewährten Zusammenhalt öffentlichen Arbeiten zuzuschreiben sti. niemand auf dieser Welt zerstören kann. Die Eine andauernde mäßige Besserung in Tschechoslowakei ist ein reifer Staat, der nichts einigen Industriezweigen beweist der weitere von dem reichen Erbe der Präsidentschaft Mafa- Rückgang der Anzahl der zeitweise ausgesetzten ryks verschwendet. Stark im Innern, werden wir gewerkschaftlich unterstützten Personen seit Juli sicher unsere internationale Position bewahren. bis November( 15.498, 13.506, 12.769, 12.276 Der Präsident geht vom Hradschin, aber und 11.885). Besonders auffallend ist der Rückbleibt in Lány und läßt uns sagen:" Wenn es gang der Anzahl der zeitweise ausgesetzten unterGott gibt, werde ich noch ein Weilchen stützten Textilarbeiter, bei denen im November auf euch bliden, wie ihr die Sache 1933: 8912, im November 1934 noch 8466, führt." Das Auge des Führers also auf uns heuer jedoch nur 4615 ausgewiesen erscheinen, allen, den Soldaten der tschechoslowakischen Zu- und bei den Metallarbeitern, wo es sich um einen funft. Rückgang von 1826 auf 1648 und 1221 handelt. Santen? Das Wort ist ein armseliges Instrument vember eine Erhöhung( 3117, 2115, 2480). Sollen wir dem Präsidenten Masaryk Bei den Glasarbeitern erscheint heuer im Nodes Ausdruckes unserer Dankbarkeit. Wir danken Die Anzahl der gänzlich arbeitslosen Perihm dadurch, daß wir ihm geloben, ihm und uns sonen, die den Staatszuschuß zur Unterſtüßung selbst, daß wir immerseiner Tradition Arbeitsloser bezogen haben, ist nur bis zum tre u bleiben werden, treu dem kategorischen Be- September zurückgegangen; seit dieser Zeit steigt fehl der volkhaften, nationalen und demokratischen er wieder. Den Staatszuschuß zur gewerkschaftSolidarität unser aller in diesem Staate. Das lichen Arbeitslosenunterstüßung erhielten also im ganze Volt dieses Staates ist heute erfüllt und November 1935 zusammen 29.811 gänzlich und wird auch immer erfüllt bleiben von der edelsten 11.815 zeitweise Arbeitslose. Ambition, dauernd seines ersten Präsidenten würdig zu bleiben. die Gefahr, daß strupelloser Nationalsozialismus die fittlichen Grundlagen der Gemeinschaft so erschüttert, daß am Ende der Bolschewismus steht. Wer aber in diesen Kampfmethoden nur Nebergang sieht, wird an Aufbauarbeit glauben und hoffen, daß der wildgärende Most noch einen guten Wein geben kann." Nun ist allerdings der Most des Nationalsozialismus schon fast genau drei Jahre wild gärend" ja, wenn man Hitlers Werdejahre mitsamt allen Butschen, Fememorden, Meineiden mitrechnet, so ungefähr anderthalb Jahrzehnt! Selbst ein Theologieprofessor dürfte nicht davon dispensiert werden können, solche historische Daten zur Kenntnis zu nehmen. „ Der Deutsche in Polen" sagt auf jeden Ein gut latholisches Blatt, nämlich„ Der Deutsche in Polen" Organ der Deutschen Christlichen Volkspartei drüben, also der UeberWeiterverbreitung oder Veröffentlichung des Beugungs- und Gesinnungsgenossen unserer eig Inhaltes von Druckschriften, deren Weiterverbrei- nen Christlichsozialen in der Tschechoslowakei tung durch das Gericht deshalb untersagt wurde, stellt( in der letzten Nummer 49) diese Frage: weil durch deren Inhalt eine der in dieser Ent 28o steht Hilgenreiner? Freilich, eigentlich ist schließung angeführten Straftaten begangen wurde, es nur eine sehr rhetorische Frage, die einer Antoder Druckschriften, die aus diesem Grunde beschlagwort kaum bedarf! Denn jedes Kind in der nahmt wurden(§ 24 des Gesezes Nr. 6/1863 Tschechoslowakei weiß es, too Hilgenreiner gärend" too Hilgenreiner RGBI,§ 24, Nr. 3,§ 38 des Geseges- Artikels steht... Er beweist es erneut in seiner immer noch von ihm herausgegebenen Katholischen Korlebertretung der Verbote der Kolportage, Ber- respondenz"( Prag, Heft 11), und zwar in einer breitung, Einfuhr und Transport von Druckschrif- Kritik, die der Herr Theologieprofessor dem beten, erlassen nach§§ 2, 4 a) und 10 des Gesetzes kannten Buch Waldemar Gurians Bolschetvis Nr. 126/1933 Sig. d. Ges. 1. Vdg. im Wortlaut mus als Weltgefahr" widmet. Diese Hilgendes Gesetzes Nr. 140/1934 Sig. der Ges. u. Vdg.[ reinersche Kritik ist es, die den Anlaß bietet, mit Ausnahme solcher Verbote, die deshalb erlassen warum der gut katholische" Deutsche in Polen" Fall zu dieser neuen politischen Affäre Hilgenwurden, weil die Druckschrift das Schamgefühl mit jener rhetorischen Frage den früheren christlichfozialen Parteivorsitzenden stellt, dabei freilich gröblicher Weise verlegt, auch die Frage zur Erörterung stellt, ob die bloße also eine rein Abhalfterung als Parteichef äußerliche Geste für die Haltung der Christlichsozialen genügt, wenn sich eben sonst so gut wie 2. Ich sehe jene Freiheitsstrafen nach, die we gar nicht im Partei- Habitus geändert hat. Herr gen Straftaten, ngeführt im Absah 1, vor dem Silgenreiner ist nämlich auf jeden Fall nicht der Tage dieser Entschließung rechtskräftig verhängt Meinung des ganz christlichen Schriftstellers wurden, insoweit sie nicht sechs Monate übersteigen; Gurian, daß legten Endes Nationalsozialismus von höheren Strafen sehe ich die Hälfte nach, min- und Bolschewis. us zu identifizieren feien, was destens jedoch sechs Monate. man an derGleichh.it ihrer Methoden erkenne.Das 3. Geldstrafen, als Haupt- und Nebenstrafen, wäre ja wohl nach Hilgenreiner- eine wüste die wegen Straftaten, angeführt im Absatz 1, bor Beleidigung des derzeitigen reichsdeutschen Staatss dem Tage dieser Entschließung rechtskräftig verhängt oberhauptes. Denn- so schreibt der Herr Prowurden, und Ersatz- Freiheitsstrafen, verhängt für feffor in seiner Stritif wörtlich: den Fall deren Nichteinbringlichkeit, sehe ich übers haupt nach. durch öffentliche Aushängung von Drudschriften ohne Erlaubnis der Sicherheitsbehörde(§ 23 des Gesetzes Nr. 6/1863 RGBI.). t Artikel III. Die Bestimmungen der Artikel I und II find mit den dort angeführten Abweichungen auch auf lebertretungen und Vergeh n der Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge bei der Ausgabe oder " Kann man die politischen und sozialen Neformgedanken des Nationalsozialismus als zitel Humbug und Blendwerk ansehen? Kann man feine Kampfmethode als die Hauptfache erklären und das Kampfstel als nichtsfagendabtun? Gewiß besteht reiner: Außenhandel im November Nach den Ausweisen des Statistischen Staatss amtes betrugen im vergangenen Monat im reinen Warenverkehr die Einfuhr( in Tausend Kč) 791,043, die Ausfuhr 824,004. Für November 1934 lauten die entsprechenden Ziffern 597,631 und 693,522. Unsere Handelsbilanz des reinen Warens verkehrs war daher im vergangenen Monat mit 32,961 attiv( November 1934: 95,891), wobei besonders die Steigerung des Volumens im heurigen Jahr bemerkenswert ist. Die Ausfuhr von Fertigwaren betrug Heuer 563,408, im Vorjahr 455,795, ist also wesentlich gestiegen. In den ersten elf Monaten des Jahres bes trug die Einfuhr 5.976,508( 1934: 5.792,654), die Ausfuhr 6.722,434( 1934: 6.531,329). Jn dieser Zeit war also die Handelsbilanz des reinen Warenverkehrs mit 745,926 aktiv( im Vorjahr mit 738,675 aftiv). Die Ausfuhr von Fertigwaren stieg von 4.588,765 auf 4.881,297. Henlein klagt „ Wir selbst waren Teilnehmer an einer Wahlversammlung in einer mährischen Stadt, in der die deutsche katholische Wählerschaft am Zieht aber einen Teil der Klage zurück Schlusse eines Vortrages von Karl Hilgenreiner nicht recht wußte, ob fie chriftlichsozial zu wählen Donnerstag fand die Verhandlung über die oder der Henlein- Partei ihre Stimme zu geben von Henlein gegen den Genossen Urbanef hatte. Der Reichsparteitag der Deutschen christ- in 3naim angestrengte Presseflage statt, welche lichsozialen Volkspartei hat diesem unerquidlichen auf ein Ende April herausgegebenes Flugblatt zu und unerträglichen Zustand ein Ende gemacht, rüdgeht. Henlein hatte, nachdem der Wahrs wozu wir unsere Freunde in der Tschechoslowatei heitsbeweis für eine Reihe von Punkten angenur beglückwünschen können. Doch glaubten wir boten worden war, vorsichtshalber die Klage zum annehmen zu dürfen, daß der notwendige taftische Teil aur id gezogen, und zwar hauptsäch Sturswechsel auch auf anderem Gebiet erfolgen lich jene Punkte, die politischer Natur wird. Das scheint nicht der Fall zu sein, aber wir wissen, daß die Scheidung der Geister im deutschen katholischen Lager der Moldaurepublik auf dem besten Wege ist." waren. Mit dieser derart zusammengeschrumpften lage hatte er einen geivissen Erfolg. Genosse Urbanet wurde bedingt auf zwei Jahre zu 500 Kč Geldstrafe verurteilt. Gegen das Urteil wurde Refurs eingebracht. Sen I ein wird sich nicht beklagen dürfen, wenn als bemerkenswerteste Fragen in diesem Presseprozeß jene angesehen werden, deren Erörterung vor Gericht ce H. E. so plößlich ausgewichen ist. Wenn dem letteren so sein sollte, so hätte allerdings Herr Hilgenreiner wider willen und contre coeur einer großen und guten Sache einen nicht zu unterschätzenden Liebesdienst erwiesen! Seite 6 Jagesneuigkeiten Das Ernährungshilfswerk der Deutschen Jugendfürsorge im Winter 1935/36 Sonntag, 15. Dezember 1935 Menschenopfer der Gewinnsucht Die Schuldigen an den Alkoholvergiftungen verhaftet Nr. 292 der tschechoslowakischen Militärkapelle aus. Er scheint allerdings noch in den Anfängen seiner Wirk samkeit verhaftet worden zu sein, da bisher nur drei Geschädigte festgestellt worden sind; doch geht aus der äußerst umfangreichen Korrespondenz, die bei Durch ein nicht erwartetes Ereignis wurde berhör ein volles Geständnis ab. Sie ihm beschlagnahmt werden konnte, hervor, daß das die Gendarmerie auf die Spur der Leute gebracht, verwendeten in ihrer Fabrik Methylalkohol, wel- meister bereits start im Wachsen begriffen war. Vertrauen der Mädchen zu dem angeblichen Rottwelche durch Benüßung des billigen, aber lebens- ches sie durch Vermittlung des Chauffeurs Barta bezogen. Dieser wurde nach längerem ner zählenden Ort Gramilla in der argentinischen Ein Wirbelsturm zerstörte den 2000 Einwoh Suchen ebenfalls verhaftet. Die Gendarmerie sucht nun in Prag die eigentlichen Lieferanten Opfer ist noch nichts bekannt. Der Sturm suchte auch Provinz Santiago del Estero. Ueber die Zahl der des Methylalkohols. Da aus den Geständnissen der Verhafteten besonders schwer gelitten hat. die Provinz Tucuman heim, wo die Ortschaft Cruz hervorgeht, daß auch der Gastwirt Hát I a, in dessen Betrieb es zu dem Unglück in Dubeč kam, Ein Prozeß, der 17 Jahre dauerte. In der die Gefahren des giftigen Alkohols kannte, wurde füdbulgarischen Stadt Stara Zagora wurde dieser auch dieser festgenommen. Das Delitt, dessen sich Tage ein Prozeß beendet, der 17 Jahre hindurch gedie Erzeuger und Verkäufer der gesundheitsgeführt wurde. Die Parteien prozessierten um einen fährlichen Getränke aus Gewinnsucht schuldig gemacht haben, wird vom Gesetz als Verbrechen kleinen Bauplatz im Ausmaße von 31 Quadrat qualifiziert. gefährlichen Methylalkohols zur Herstellung von Likören die Katastrophen von Úvaly und Dubeč bei Prag verschuldet haben. Freitag erkrankte der Wie alljährlich führt auch heuer die Deutsche Manipulant einer Liförfabrik in Tuklaty, Josef Jugendfürsorge ihr Ernährungshilfswerk über Slavit, an einer Vergiftung, die sofort als die Wintermonate durch. Die Deutschen Bezirks- Folge des Genusses von schlechtem Alkohol er jugendfürsorgen von Böhmen erhielten zu diesem fannt wurde. Die Gendarmerie griff ein und Zwecke durch Vermittlung ihrer Zentrale, der unterzog Slavik einem scharfen Verhör, in desDeutschen Landeskommission für Kinderschutz und sen Verlauf er gestand, Liför aus der Fabrik seiJugendfürsorge in Reichenberg, vom Ministerium nes Chefs Rudolf Bure& getrunken zu haben. für soziale Fürsorge Kč 512.600.-. Die Deut- Nun griffen die Beamten zu. Bures und sein schen Bezirksjugendfürsorgen hatten der Deut- dreißigjähriger Sohn wurden verhaftet und legschen Landeskommission für Kinderschutz und Ju- ten nach einem sechsstündigen Kreu 3 gendfürsorge die Zahl der dringendst bedürftigen Kinder mit 107.497 angegeben. Projektiert waren 1323 Ausspeisestellen, in denen die Kinder durch schuß des Staates dankbar entgegengenommen Die gesamte Lehrerschaft, die Gemeindevertretungen, die Elternvereinigungen und viele an dere Institutionen helfen beim Ernährungshilfs= werke der Deutschen Jugendfürsorge. Die Bedürftigsten werden erfaßt, kein Heller vergendet. Die weitausgreifende und praktische Organisation, die auf Jahrzehnte lange Erfahrungen zurückblickt, sorgt dafür. Die Erdkugel dreht sich Beispiel der Wahrhaftigkeit. Unter den Die Gestapo am Werk. Englische Blätter nung gesprochen worden war. Die Aktion ist sicher nicht weniger umfangreich, als die vom 30. Jun rem Stille. Bisher scheint sie auch nicht so blutig vorigen Jahres, aber sie verläuft in viel größe zu sein. Alles weiß von den Massenverhaftungen viele flüstern darüber, aber in den Zeitungen steht kein Wort. metern, der vor 17 Jahren auf nicht ganz 20.000 Lewa geschätzt wurde. Die Kosten des Prozesses, der einigemale alle Instanzen durchlief, belaufen sich auf Vom Rundfunk Die Brager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, den 15. Dezember, 14.30 bis 14.45: arl Rothe: Massen- Donquichotterie. 18.40: Erna Haberzett l= Bischofteiniz: Briefe an eine Freundin. Freitag, den 20. Dezember, 18.35 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, den 22. Dezember, 14.30 bis 14.45: F. Te jessy Aussig: Das Wort Sozialismus ist hundert Jahre alt. Empfehlenswertes aus den Programmen: Montag: 2 bis 4 Monate Nahrungszubußen erhalten soll bielen Zeugnissen und Anekdoten, die Masaryks berichten, daß augenblicklich im Dritten Reiche das Mehrfache des Preises des Grundstückes; es ist ten. Die Deutſche Jugendfürsorge hat den Zu- Tugenden widerspiegeln, prägen die über seine wieder Massenverhaftungen im Gang sind. Ab- interessant, daß die Partei, die die Kosten bezahlen und weitergeleitet. Die nötigen restlichen Mittel geradezu fanatische Liebe zur Wahrheit sich be- gesehen von den Marristen, werden diesmal vor muß, ein ehemaliger Staatsanwalt allerdings muß sie auch heuer wieder im eigenen sonders ein. Ein Biograph erzählt, wie der allem katholik en verhaftet, die sich poli- und gewesener Richter ist. tisch betätigt haben sollen. Die Verhaftungen erWirkungstreise aufbringen. Soll das Ernäh- Schüler Masaryk einmal, weil er während des folgen am frühen Morgen. Zwei Gestapoleute rungshilfswerk im geplanten Umfange durchge- Unterrichts disziplinwidrig zu lachen schien, vom bringen den Gefangenen weg, andere bleiben in führt werden, so wird ein Betrag von 4,128.606 Lehrer zur Rede gestellt wurde und wie der der Wohnung und lesen alle vorhandenen Briefe Kč nötig sein. Trotz dieser hohen Zahl hofft die Knabe Majaryf aufstand, dem Lehrer erklärte, und Aufzeichnungen, kontrollieren Bücher und Deutſche Landeskommiſſion und mit ihr die Deut- daß er nicht gelacht, sondern daß die durch das Zeitungen und schleppen alles Verdächtige, beson schen Bezirksjugendfürsorgen zuversichtlich, daß Fenster dringende Sonne ihm den Mund wie zu ders auch Photographien, mit. Die Gefangenen auch heuer die Durchführung des notwendigen einem Lächeln verzerrt habe; also ein„ logischer werden bis zum Abend ,, berhört", um Materia! einem Lächeln verzerrt habe; also ein„ logischer Werkes gelingt. Die Erfahrungen der vergange= nen Jahre sprechen dafür. Ist es doch auch im Fehlschluß", Herr Professor! Und wie der Junge für weitere Verhaftungen zu erpreffen. Die Fenster der Gestapozentrale in der Prinz- AlbrechtVorjahre, wo die staatliche Beihilfe dieselbe Höhe mit solch fast keckem Mut die Wahrheit auch in Straße sind bis in die tiefe Nacht erleuchtet- das erreicht hatte, gelungen, in angestrengter Tätig- ihrer Winzigkeit festgestellt haben wollte, so einzige sichtbare Zeichen der neuen Aftion. Die Mittwoch, den 18. Dezember, 18.20 bis keit die noch fehlenden Kč 2,450.920. im eige hielt es der Mann Masaryk später im Leben, Frau eines früher Verhafteten sagte dem Berltnen Wirkungsfreise aufzubringen und 85.000 großen Mut selbst angesichts bedeutungsloser ner Reuterkorrespondenten, daß die Gestapodeutsche Kinder in 1258 Ausspeisestellen einzube- Wahrheit an den Tag legend. Bekannt ist die Beamten von jedem Wort unterziehen. Moskauer Episode in der Revolutionszeit. Auf richtet zu sein scheinen, das in ihrer Wohden Straßen wird geschossen. Alles flieht vor der Lebensgefahr. Auch Masaryk. Ein Hotel liegt da, das Schuz gewährt, aber der Türhüter bedeutet den Gehegten, daß er nur Gäste des Hotels einlassen dürfe. Masaryk gehörte nicht zu den Gästen. Aber wer würde es je jemandem übelnehmen, wenn er in solcher Lage zur Notlüge griffe? Masaryk verschmähte sie selbst in solchem Augenblick. Lesebuchgeschichten? By zentinismus? Monarchen- Legenden? Mit nichten. Vielmehr ethisches Gut, das in kleiner Münze nicht dazu dienen mag, den großen Mann zu verherrlichen, sondern fortzuwirken, erziehe. risch, beispielhaft, Erempel für alle. Nicht als ob hier mit drakonischer Sittenſtrenge gepredigt werden solle, ihr alle und wir alle müßten uns Jäger Mac Cuillang wurde bei der Jagd im GeGemfenlatvin. Oban( Schottland). Der unter allen Umständen selbst der kleinsten, harm- birge von einer Gruppe von Gemsen überfallen losesten Notlüge enthalten; wir wissen, daß wir und konnte sein Leben nur dadurch retten, daß er alle es kaum vermögen. Und es wäre dumm, an- sich rechtzeitig in einem hohen Baum verbarg. zunehmen, daß Masaryk selber gar nie in seinem Ursprungszertifikat für Waren bei Postpaketen langen Leben auch nur die kleinste Unwahrheit nach Italien. Laut einer Bekanntgabe des Intersprach; gibt es doch Wahrheiten, die um höherer nationalen Amtes in Bern müssen alle Postpakete, Wahrheit willen, zum Schuße dritter Personen, die nach Italien abgehen, mit dem Ursprungszertiganzer Gemeinschaften, zu noch höheren Zwecken fikat der versandten Ware versehen sein, welches von nicht immer und überall ausgesprochen werden den hiezu ermächtigten Behörden ausgestellt wird. fönnen. Aber das Erstaunliche ist, daß wir uns Masaryk nicht die Wahrheit sprechend kaum vor. zustellen vermögen; wir wissen, fühlen unbeirrbor: er gehört zu jenen seltenen Menschen, die dem Ideal der Wahrhaftigkeit und des Mutes, der zu ihr gehört, ganz nahe gekommen sind. Und das mit machte und macht ihn zum wahren Führer, wahr in der doppelten Bedeutung des Worts. Das mit macht ihn zu einem Leuchtbild all dessen, was man unter einem demokratischen Menschen versteht. Und gemahnt uns jetzt, da er die Zügel aus der Hand gibt, so start, ein wenig zu versuchen, ihm auch darin nachzucifern! immer rascher? Berlin. Das Berliner physikalisch- technische Institut konstatiert, daß die Länge des astronomischen Tages im Juni 1934 sich um den Bruchteil einer Se tund gleich kommt und daß der astronomische . Tag auch weiterhin die Tendenz auf weise, kürzer zu werden. Diese Bestellung wurde auf Grund präziser Messungen mittels einer besonderen Uhr gemacht, mit der seit dem Sabre 1932 alltäglich die Länge des astronomi schen Tages gemessen wurde. Diese Tatsache würde bedeuten, daß daß sich die Erdkugel immer rascher dreht. Folgenschwere Explosion Altenburg. In der hiesigen ehemaligen Metallwarenfabrik ereignete sich eine schwere Erplosion, der ein Großfeuer folgte, durch das alle Fabritsgebäude und die gesamte Einrichtung vernichtet wurden. Bei dem Unglück wurden zwei Personen getötet, eine Person schwer berwundet. * Paris. In Tourcoing wurde eine große Spinnerei durch Feuer vernichtet. Der Sachschaden wird auf 10 Millionen Franken geschätzt. Sechs Kinder verbrannt Hjörring( Nord- Jütland). In einem Bauernhaus in der Nähe von Hjörring brach in der vergangenen Nacht Feuer aus. Sechs Kinder im Alter von sechs bis achtzehn Jahren tamen dabei ums Leben. Größenwahnsinniger Verwalter eines Irrenhauses Justizminister Dr. Ivan Dérer und Handelsminister J. V. Najman empfangen am 17. Dezember feinen der angemeldeten Besuche. Bergarbeiter- Tod. Auf dem Ida- Schacht der Fürstensteiner Grube( Waldenburg) sind zwei Häuer durch plötzlich ausbrechende Kohlensäure tödlich verunglückt. Ein dritter Häuer stürzte auf der Flucht und verletzte sich lebensgefährlich. Im Auto verbrannt. Zwischen den reichsdeutschen Städten Siegen und Eiserfeld stießen zwei Autobusse zusammen, wobei der eine Feuer fing. Die Reisenden sind dabei umgekommen. Aus den Trümmern wurden drei berkohlte Leichen geborgen. Paris.( MTP.) Der Verwalter eines Jrrenhauses in der Nähe von Rouen ist wegen Unterschlagungen, die eine Million Francs erreichen sollen, verhaftet worden. Der Beamte, Eugene Lepage, hat Eine feine Gemeinde. Die Bewohner einer bisher ein untadeliges Leben geführt und steht im Gemeinde in der französischen Gironde lehnen es Alter von 67 Jahren. Seit einiger Zeit aber hatte bereits seit 15 Monaten ab, die Wahl einer neuen er Ideen, die lebhaft an den Größenwahn der von Gemeindevertretung zuzulassen, um nicht die ihm betreuten Irren erinnerten. Er führte einen ihnen vom Gericht auferlegte Strafe in der Höhe Aufwand, der bei weitem über seine finanziellen von einer halben Million Franken, die ihnen Verhältnisse hinausging, mietete eine Villa, hatte wegen eines verschuldeten Brandes Freundinnen und ähnliches mehr. Trotzdem kann auferlegt wurde, bezahlen zu müssen. man sagen, daß et im gewissen Sinne pflichttren blieb. Denn er hat nie auch nur einen Centime der Das Großflugzeug Leutnant Vaisseau Stasse entnommen, die dem Staat gehörte. Aber zu Paris" ist in der Nacht auf Samstag um 12.37 jeinen Aufgaben gehörte es, auch das Vermögen von Uhr, in Dakar zum Fluge über den SüdStranken zu verwalten. Und er war offenbar der atlantit nach Natal gestartet. Das Meinung, daß es richtiger sei, daß er selbst Nutz- Personenflugzeug, das am 21. Nonießer dieser Vermögen wäre. Und so lebte er davon einen guten Tag. Aber einige Kranke erwiesen fich als unheilbar, und als sie entlassen wurden, fam die ganze Geschichte heraus, weil das Geld, fehlte, das ihnen gehörte. bember von Karaganda in Kazakistan aufgestiegen war, wurde nunmehr in den Bergen bei der Stadt Starteralinst vollständig zertrümmert aufgefunden. Alle drei Passagiere und der Pilot famen ums Leben. Unfall Sir Samuel Hoares. Hoare stürzte Mittwoch früh beim Schlittschuhlaufen in Zuoz ( Schweiz) und zog sich hiebei einen Bruch des Nasenbeins zu. Hoare wird einige Tage einen Verband tragen müssen, ist jedoch nicht an das Lager gefesselt, da man ihn gestern schon wieder auf dem Eiſe ſehen konnte.( Der Schlittschuhlauf ist Hoares liebster Sport.) Eine berühmte Zeichnung Rembrandts, das Perträt des Primators Johann Sir, wurde in Amsterdam für 8.200 Pfund Sterling berkauft. Die Zeichnung war im Jahre 1928 auf 2500 Pfund Sterling geschätzt worden. Prag, Sender 2: 10.05: Deutsche Presse, 11: 13.40: Leichte Mufit, 17: Stinderstunde, 18.10: Schallplatten, 11.05: Schulfunt, 12.10: Chansons, Deutsche Sendung: Das Arbeitsproblem der Blin den in der deutschen Blindenselbsthilfe, 18.45; Deutsche Presse, 19.10: Schallplatten. 21.30: Dvos řat: Trio G- Moll, 22.40: Deutsche Nachrichten. Sender S: 7.30: Salonorchester, 14: Leichte Musit, gräbnis der harmlosen Dummheit, 14.40: Schall14.50: Deutsche Sendung: Dr. Hahn: Das Be platten, 19.10: französische Volkslieder. 13.30: Arbeitsmarkt und Sozialinformationen, 17.40: Deutsche Sendung: Kanarek: Die Geige, 18.20: Was den Anfänger im Stilaufen interessiert. Mährisch- Ostrau 16.10: Orchesterkonzert, 17.15: Leichte Mujit, 17.35: Russische Lieder, 18.10: Deutsche Sendung: Was für Bücher schenken wir unseren Kindern? Dienstag: Brünn Prag, Sender 2: 10.05: Deutsche Presse, 11.05: Deutscher Schulfunt, 12.35: Salonorchesterkonzert, 13.40: Schallplatten, 17: Jugendstunde, 17.20: Französische Lieder, 18.10: Dr. Engländer: wirtschaftliches Relief, 18.20: Slaviersolo. 18.45: Deutsche Rundfunkmeldungen, 19.30: Konzert: franzö sische Musik, 20.45: Konzert aus Amsterdam, Musikalischer Heiratsschwindler. Gestern wurde 22.15: Tanzmusif. Sender S: 7.30: Leichte MuLadislaus Vo'ko u n aus Pilsen verhaftet, der durch und schlechten Filmen, 14.30: Dr. Maras: aus dem der 30jährige, verheiratete, stellungslose Musiker fit. 14.15: Deutsche Sendung: Argus: von guten Inserate Mädchenbekanntschaften suchte, worauf et tschechoslowakischen Kulturleben. den Interessentinnen unter Zusage der Ehe größere Deutsche Sendung: Arbeiterfunt: SozialGeldbeträge herauslockte. Der Fall Vokoun ist um information, Schmidt: Der Kleinlandwirt und landso krasser, als er gar nicht geſchieden ist; den Mäd- wirtschaftliche Schulen, 17.20: Schallplatten: Wagtrauen zu gewinnen, wie er sagte, als Rottmeister Alte ungarische Lieder, 21.35: Violinkonzert. chen gegenüber gab er sich, um leichter ihr Ver- ner, 17.35: Klavierkonzert. Petroleum für 60 Millionen Lei verbrannt Brünn 17.40: Preßburg 17.50: Auf dem Bahnhof Fundulia in der Nähe von Bukarest stießen im Nebel zwei Petroleumzüge zusammen. Das Petroleum in den Tanks fing sofort Feuer, und für 60 Millionen Lei Petroleum ging in Flammen auf. Trotzdem tamen glücklicherweise keine Menschen ums Leben. Das Bild zeigt die Trümmerstätte kurz nach dem Zusammenstoß. Nr. 292 Sonntag, 1s. Dezember 1933 Seite 7 Jugend i« Reih nnd Mied Von Otto Friedrich. Rat und Belehrung finden unsere Gemeindevertreter m reichern Masse in der „Freien Gemeinde“ Redattron und ö; i w a. t u r g Prag X|l„ Fockova 62/V. ^ericütLsaak Höllenmaschine in Buchform Amerikanische Zollbeamte als unschuldiges Opfer. Internationaler SensationSprozrh vor dem Kaschauer KreiSgericht. Prag. Bor dem Kaschauer Kreisgericht ist^gegenwärtig ein Mordprozess anhängig, der als einer der sensationellsten internationalen Kriminalfälle der letzten Jahre angesehen wird und den insbesondere Vie amerikanische Presse mit Interesse verfolgt. Im Mai 1934 ereignete sich im Zollmnt von Washington ein furchtbares Unglück. Ein Zollbeamter bemerkte, dass ein für die Tschechosiowakei bestimmtes Postpaket mangelhaft verpackt war. Er öffnere die Umhüllung, die die Adresse trug: Mari« L u k L i in Vrbovce, Post: Michalovce, Slowakei. Als Absender Ivar Johann Lukäö angegeben, ein slowakischer Auswanderer, der in Amerika Arbeit gefunden batte und nach den späteren Erhebungen der Gatt« der Adressatin ist. DaS Paket enthielt^ ein Buch. Als der Zollbeamte nun das Buch öffnete, erfolgte eine schwere Explosion. Dem"unglücklichen Beamten wurde der linke Armabgerissen und einer seiner Kollegen schwer verletzt. DaS Buch war in Wirklichkeit eine Höllenmaschine jener Konstruktion, die in der amerikanischen Kriminalistik mit dem Fachausdruck„pla- cart bomb" bezeichnet wird. ' Die amerikanische Polizei forschte den Absender auS und Johann LukdL wurde vor Gericht bestellt. Es half ihm nichts, dass er seine Unschuld beteuerte. Die Jury erkannte ihn schuldig und verurteilte ihn" zu zwölf Jahren Zuchthaus, welche Strafe Johann L u k ä ö gegenwärtig noch im Sing-Sing absitzt. Er wird aber vielleicht bald aus der Strafanstalt entlassen werden, denn inzwischen haben sich Momente ergeben, die dem Verdacht eine ganz ändere R"'tung gaben. Auf Ersuchen der amerikanischen Kriminalpvf lizei hatten auch unsere Sicherheitsbehörden die Ermittlungen eingeleitet. Die Adressatin des Todespakets wurde leicht festgestellt. Marie Lukäö stellte aber entschieden in Abrede, dass ihr Mann dieses furchtbare Attentat unternommen habe, für welches nicht der mindeste Anlass borlag. Sie hatte inzwischen von ihrem verurteilten Gatten mehrere Briefe erhälten, in welchen er verzweifelt seine Un- schüld beteuert. Im Verlaufe des Verhörs erinnerte sie sich, dass ein, gleichfalls' aus der Slowakei stammender ArbeitsMege ihres, Mannes Wnens So- hälm D 11 t ä r vor einigen Monaten mit ihr in Berührung kam. DrotLr, der es in" Amerika zu einer guten Stellung gebracht hat, kam auf Urlaub in seine slowakische Heimat und überbrachte ihr einen grösseren Dollarbetrag, den ihr Mann für seine Familie zurückgelegt hatte. Was sich sonst zwischen. Drotär und der Lukäi begeben hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls behauptet sie, sie habe von ihm nach seiner Rückkehr nach Amerika einen Brief erhalten, in welchem er ihr die Zusendung eines Buches versprach. Das war kurz vor dem Unglück auf dem Washingtoner Zollamt, welches durch Zufall und auf Kosten unschuldiger Opfer den furchtbaren Anschlag enthüllte. Da aber Marie LukäL den angeblichen Brief Drotärs nicht vorlegen konnte, blieben die Sicherheitsorgane skeptisch und waren geneigt, in der Aussage der Frau einen blossen Rettungsversuch zugunsten ihre- Gatten zu erblicken. Bis eines Tages der schwerwiegende Brief durch einen geradezu romanhaft anmutenden Zufall d o ch z u m Vorschein kam. Der kleine Sohn der Lukäc hatte seinerzeit eine Mutz e geschenkt bekommen, die ihm zu gross war. Er stopfte sie daher mit einem Papier aus: daS ihm gerpde in die Hande fiel und dieses Pä Pier war— der BriefDrotärs, in welchem er die Buchs endung ankündigte. Der Zufall wollte es, dass dies« Mätzeneinlage eines Tages herauSfiel. Marie Luk4ö erkannte sofort den läng gesuchten Brief, der zwar verschmutzt und durchschwitzt, aber immerhin lesbar wär. 7 Die Untersuchungsbehörden schenkten nun, als ihnen djeseS Beweisdokument vorgelegt wurde, der Sache ernste Beachtung. Johann Drotär, der mittlerweile in seine Heima. zurückgekehrt war, wurde verhaftet, l e u g n e t e« be r, der A b s e n- derder Höllenmaschine gewesen z u s e i n, mich alS«an ihm den verdächtigen Brief vorlegt«. Das Eschauer Preisgericht beauftragt« den bekannten Prager Schriftsachverständigen, Redakteur F ranz Flander ka mit der Prüfung der Handschrift auf dem unheilvollen Paket. Nach gründlicher Prüfung auf Mikro- und makroskopischem Wege und nach Anwendung aller sonstigen chemischen und physikalischen PrüfungSmetho- den erklärte der Sachverständige die Handschrift des Absenders mit absoluter Ti- chrrheit für identisch mit der Handschrift Johann Drotärs. Auf Grund dieses Gutachtens überreichte hie Staatsanwaltschaft gegen Johann Drotär die A n- klage wegen versuchten Mprdeh, über die" das Kaschauer, Kreisgericht demnächst zu entscheiden haben wird. rl>. Der Prozeß gegen weitere sieben der Militär- spionage verdächtige« Personen, die im Zusammenhang mit der Affäre der" Anna Dienel unter Anklage gestellt wurden, wird vor dem Prager Kreisgericht amDonnerstag, dem 2. Jänner 1936 eröffnet werden. Auch in diesem Prozess vertritt die Anklage Staatsanwalt Dr. E a s l a v s ky. rb. Der Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus hat sich nirgends eindeutiger offenbart als in dec Behandlung der Jugendfrage. Die Hitlerjugend, die erst im Jahre 1926 gegründet wurde, auf dem Parteitag der NSDAP zm Jahre 1929 mit ganzen 2000 Mann anmarschierte und noch bis zum Jahre 1932, also kurz vor der Machtergreifung Hitlers, nur wenige zehntausende Menschen umfasste, zählt heute sechs Millionen Mitglieder und dürfte eine der stärksten Jugendorganisation des Kontinents darstellen, wenn nicht die stärkste. Dieser Erfolg ist aber nicht so sehr der Werbekraft einer Ide«, als vielmehr der rücksichtslosen HerrschaftSgier des Nationalsozialismus zu danken, der, gestützt aus die Macht des Staatsapparates, alles Eigenleben der Jugend vernichtet und sich ihre Organisationen durch„Gleichschaltung", Umbau oder Auflösung einverleibt hat. Ist dieses Riesengebilde ein kraftvoller Jdeenträger geworden oder ist es nur ein Koloss auf tönernen Füssen geblieben? Baldur von Schirach, der Reichsjugendführer, will in seinem kürzlich erschienenen Buche„Die Hitlerjugend, Idee und Gestalt" uns glauben machen, dass seinem Kommando ein Organismus von lebenssprühender Kraft unterstehe, aber gerade sein Buch beweist das Gegenteil. Mager ist die Idee, unplastisch die Gestalt, alles bleibt im Oberflächlichen und im Konturenhaften stecken. Nicht echter Gestaltungswille, sondern Organisationsprahlerei ist die herrscheiwe Tendenz des Buches. Unterstützt von allerhand Diagrammen und Statistiken werden die Geschichte und der Aufbau der Hitlerjugend von Schirach in jenem Ton« dargestellt, den falscher Schneid und leeres Pathos ebenso typisch beherrschen, wie sie es in dem Vlatten Plakatstil der nationalsozialistischen Presse und ihres gesamten übrigen Schrifttums tum Nirgends klingt ein echter menschlicher Laut an, nirgends wird versucht, dem Andersdenkenden sachlich gerecht zu werden. Mit zynischer Offenheit wird die Niederschlagung aller freien Jugendverbäude, hie gewaltsame Besetzung des„Reichsausschusses der deutschen Jugendver- bände" und der Zugriff auf den„Reichsverband der deutschen Jugendherbergen" geschildert. An die Stelle der Vielfalt der Jugendorganisationen: Sportverbände, Berufsverbände, nationale Jugendbünde, konfessionelle Jugend, bündische Jugend(Wandervogel, Freideutsche usw.), politische Jugendorganisationen ist nunmehr die Hitlerjugend getreten, neben der, abgesehen von den ins neue Staatsghetto getriebenen jüdischen Verbänden, nur noch die von Schirach mit allen Schikanen bekämpften katholischen Jugendorganisationen stehen. Wer über den Ideengehalt dieses Mammutgebildes der Hitlerjugend aus dem Munde ihres „Führers" wesentliches zu erfahren hofft, wird krass enttäuscht. Äusser dem der deutschen Jugendbewegung entlehnten Satze„Jugend muss von Jugend geführt werden" wird lediglich aus Adolf Hitler und auf den Nationalsozialismus gepocht. Vom„Geist der Gemeinschaft", vom »Adel der Leistung" aud auch von einem„Sozialismus", der kurz und bündig durch das Wort definiert wird:„Jugend ist Sozialismus", wird gefaselt. Der„Stil" dieser Jugend wird am einfachsten illustriert durch die Worte:„Es ist eine einfache» aber heroische Philosophie: was gegen unsere Einheit ist, muh auf den Scheiterhaufen". Dieser Geist der Intoleranz patzt aufs Beste zu einer Weltanschauung, als deren Ziel„jenes politische Soldatentum, das die alte Garde des Nationalsozialismus verkörpert", proklamiert wird. Dieser Geist ist problemlos. Primitive junge Wilde wachsen da heran mit einer Landsknechtsmoral, die im Verhältnis zum Nächsten nur entweder Gefolgschaftstreue und Kameradschaft oder die Befolgung des Satzes kennt:„Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein". Mit solchen Menschen lässt sich mühelos organisieren, aber wie wird jeder einzelne von ihnen dem Leben gewachsen sein, wenn er auf sich selbst gestellt: nicht nür die technischen Schwierigkeiten des Abkochens und Zeltebauens, sondern die geistigen Schwierigkeiten der Selbstbehauptung und der eigenen Entschlusskraft in schwierigen Lagen überwinden muss? Bor allem fehlt eS diesen JungbaiBaren dazu an Kenntnissen, der Drill an Stelle der Erziehung macht aus solchen Jungen und Mädchen Schgz blonenmenscheü. Ihr Blick ist verengt, der Horizont ihres sozialen Verstehens so nsichrig gespannt, dass, wenn einmal die Vitalität der Jugend verrauscht ist, nichts übrig bleibt,' als die von Vorurteilen sorglich umschlossene leere Einheitsstube der Parteigesinnung. DaS einzig« Pathos, das Schirach neben seiner dick aufgetragenen nationalsozialistischen GesinnungStreue erfüllt, ist daS Lob der Jugend. Aber die Lohsänger der Jugend sind keineswegs di« echten und ehrlichen Pädagogen, Schließlich iH Jugend ein Zustand, gber kein Verdienst und wet di« Jugend nur um ihrer Jugend willen ruhnst: wird ihr wenig helfen. Ist di« Jugend verrauscht, dann meihelt das Schicksal den Menschen untz dann erst ertönt die Frage an ihm:„wie bist du gerüstet für deinen Weg>7 Der Hitlerjunge wird lediglich auf den Tornister seines parteiamtlichen Wissens und auf jene simple Söldatenmoral verweisen können, die ihn eng und gleichmässig einschnürt wie die braune Uniform. Schon heute klagen Wissenschaftler, Künstler und alle Geistigen im Lande, dass über dem Marschieren jedes Sinnieren verloren gegangen sei. Gedankentiefe wird durch hohle nationalistische Mystik ersetzt, Weitblick durch engstirnige Energie; statt zu wissen, genügt es zu wähnen und an di« Stelle der Projekte treten die Nachzeichnungen. Kurz, nicht Menschen gilt es zu bilden, sondern Gefolgsleute zu drillen, Werkzeuge, nicht Schöpfer des öffentlichen Lebens sind erwünscht. Bei Werkzeugen entscheidet die Präzision in der Zusammensetzung ihrer Glieder, ihre Grösse und ihre Brauchbarkeit für den jeweiligen Zweck. So ist es auch nicht zu verwundern, dass der Stolz Schirachs dort Farbe und Ton gewinnt, wo er von organisatorischen Dingen spricht. Wohl gemerkt, auher dem„Reichsberufswettkampf", der wohl auch fre-nden Vorbildern zu verdanken ist,(man denk' nur m die Sowjetunion), handelt es sich nicht um oie Schäftung eigener neuer Möglichkeiten der JugendbiDüna, sondern um den aus Staatsmitteln finanzierten Ausbau des übernommenen Erbes in die Breite statt in die Tiefe.'Es ist freilich ein riesiges Gebilde,.das die Millionenarmee der Hitlerjugend darstellt. Vom 10. bis zum 14. Jahre"ist der „Piinpf" im Jungvolk, von 15 bis 18 Jahren ist er in der Hitlerjugend, der Hitlerjugend entspricht bei den Mädchen der„Bund deutscher Mädel". In beiden Organisationen steht die welt- anschauliche Schulung hinter dem Körpertraining und der militärischen Vorbildung weit zurück. Obwohl Schirach gegen einen solchen Eindruck polemisiert, muh er zugeben, dass beispielsweise bei den dreiwöchentlichen Lehrgängen für Lugendführer> nür 38 Stunden von insgesamt 143 auf „Weltanschauliche Schulung" entfallen, wobei hier schon die technische Heimarbeit inbegriffen ist, während allein 51 Stunden auf den Geländesport, 27 Stunden auf Leibesübungen und weitere 27 Stunden auf Sanitätsdienst, Kleinkaliberschiessen und dergleichen kommen. Schirach streitet zwar auch ab, dass die Reichsjugendführung Aussenpolitik betreibe, im gleichen Atem aber gibt er zu, dass die„Mittelstelle für Volksdeutsche Jugendarbeit", die der Reichsjugendführung eingegliedert ist. Grenz- und Austandsfahr- ten, sowie die Schulung von auslandsdeutschen Jugendlichen sich zur Hauptaufgabe gesetzt hat. Wie diese Grenz- und Auslandsfahrten zu bewerten sind, geht eindeutig daraus hervor, dass sie von einem besonderen„Fahrtenamt" genehmigt werden müssen. Die Tendenz ist offenkundig:„tzk Fachrten sollen nach einem gewissen Plan geordüet werden, damit sie so in die Gegenden gelenkt werden können, wo ein Besuch wirklich zweckmässig erscheint". Die irredentistische Propaganda wird durch einen täglich erscheinenden Pressedienst, der„Ostraum", besorgt, der„kurze Nachrichten über die Bewegung der ausländsdeutschen Jugendorganisationen und der aüslandsdeutschen Schule für Litauen, Lettland, Estland, Polen, Tschechoslowakei, Oesterreich, Rumänien und Jugoslawien bringt". Besondere Schulüngslager für deutsche Jugendliche aus dem Ausland« und die kostenlose llebersendung von Büchern und Ju« Volkshilfe beim Kameraden Fabrikanten „Iss Fritzchen, denk an di« hungernden Volksgenossen, sei nicht so heikel!" gendschrjften an sie sollen, ebenso wie das Schulreferat der Ausländsabteilung, diese Tätigkeit unterstützen. Pie Ansprüche in der Kolonialfrage werden durch besondere Koloniälreferenten in allen Gliederungen der Hitlerjugend populär gemilcht. Für diese umfassende Tätigkeit ist auher dem Mittwoch-Abend, an dem in den Heimen gemeinsam die„Stunde der jungen Natipn" abgehört wird, der Samstag als„Staatsjugendtag" vorgesehen und die Elternschaft wird mit den Werten getröstet:„das Elternhaus ist somit endlich in die Lage verseht, mit einer klaren Dienstem- teilung rechnen zü können". DaS Wort„Diensteinteilung" spricht Bände, es ergänzt und erläutert den nicht minder klassischen Satz, der nicht so sehr eine Tatsachenfeststellung als hie Aufrichtung eines Gesinnungszieles beinhaltet:„Gewiss, die I u g e n d h at k e i n e n llie- spekt vor dem Wissen, sie ächtet nu r den Kerl". Gegen den menschlich unzureichenden Lehrer, der nur«in Wissenspauker und nicht auch ein Menschenerzieher war, hat man schon früher Front gemacht, aber Pass zustimmend das Ideal des„Kerls" an die Stelle des Pädagogen gesetzt'wird, ist neu. Es wäre vielleicht für den Oberstkommandanten der Hitlerjugend, ebenso wie für die Führer ähnlich gearteter.Htaatsjugenden", so etwa der„Balilla".in Italien, der.Levente" in Ungarn, nützlich, sich gelegentlich an das Wart eines grossen Politikers zü erinnern:„Wissen Sie, was ich am meisten in der Welt bewundere? Das ist die Ohnmacht der Gewalt, irgend eine Sache zu organisieren. Es gibt nur zwei Mächte in der Welt: den Säbel und den Geist... Auf die Dauer wird der S ä b e l i m m e r vom G e i st e geschlagen l" Der Mann, der diese Worte am Endc" seines Lebens sprach, wär kein„pazifistischer Stubenhocker", er hiess Napoleon Bonaparte. Allerdings, er hiess Napoleon, nicht Hitkr und nicht Mussolini! Kn unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs-Enthebunsen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. DiiEnthebung kostet Kc 10'— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns ein- zusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 18. Dezember bei uns einlangen. DI« Verwaltung. !'■■»' 1,1"' LeMrlleh iuHIIu! 1''■ Neujahrs-Enthebung fQr„Sozialdemokrat** Ich bestelle hiemit unter dem Namen:-«—;• Beruf:—;; Ort:---■- eine NeujahpsenUiebung zum Betrage von W10.— und sande ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift: Seite 8 Prager Zeitung Sozialdemokrat" 9 Mitteilungen der» Urania« Spielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 3 Uhr: Anna sagt nein, 84 Uhr: Das unbes tannte Mädchen, volkstümliche Vorstellung. Montag 8: Jeanne, Bankbeamte I. Dienstag 8 Uhr: Anna sagt nein. Mittwoch 8: Annasagt nein, Bankbeamte II und freier Verkauf. Donnerstag 8 Uhr: Wo z= Ein Veteran der Arbeit. Genosse Géza| wesentlichsten Aufgaben in der Verteidigung Schlesinger, Schriftfetzer in der Druck, der Freiheit der fünstlerischen zet, Die Geschichte vom Soldaten. Freitag 8: Kind im Kampf, Theaterge Verlags- und Zeitungs- Attien- Gesellschaft„ Or- Arbeit, in der Aktivierung des Inbis" in Prag, begeht heute sein 50jähriges Be- teresses der breiten Oeffentlichkeit für gutes, meinde des Kulturverbandes und freier Verkauf. rufsjubiläum. Aus diesem Anlaß findet am heu heater, in der Sammlung aller an diesen Zielebendiges und fortschrittliches Samstag 8 Uhr: Kameraden tigen Tage um 10 Uhr vormittags im Sizungs- len Interessierten. Ein Kultur Wochen= saale der Typograficka Beseda eine vom Perso- blatt, dessen erste Nummer zu Beginn des neuen nale seiner jetzigen Arbeitsdruckerei und dem Jahres erscheinen wird, soll der Information und Zentralvereine der Buchdrucker- und Schriftgie- der Diskussion über alle aktuellen Fragen der Bergehilfen Böhmens veranstaltete Festfeier statt. Theaterkunst dienen. Die Oeffentlichkeit wird über Dem Genossen Schlesinger, einem alten und Aufgaben und Pläne des Klubs in einer Ver= treuen Parteimitglied, und in der Parteisektion i ammlung am Samstag, dem 21. Dezember, 22.15 Uhr abends Café Louvre, der deutschen Buchdrucker selbst jetzt noch tätigen unterrichtet werden. Zu der Enquete, die der Klub Subkassier, wünschen auch wir das Beste auf sei- unter den Schriftstellern und Künstlern Europas nem ferneren Lebenswege. und Amerikas veranstaltet hat, haben bereits Th. Der Bezirksverein Arbei Mann, V. Margueritte, Bruno Walter, Andersenterfürsorge" erinnert alle seine Freunde Nerö, Menden, Fr. Wolff, Pliviér, Arnold Zweig, und Gesinnungsgenossen an unsere Winterhilfs- Joseph Roth, Roda- Roda etc, und eine Reihe inländischer Schriftsteller Stellung genommen und mit aktion für die Arbeitslosen des Kamnitztales im Worten herzlichster Sympathie die Bedeutung dieser Ifergebirge. Wir brauchen Geld für Lebensmittel internationalen Theateraktion hervorgehoben. und fordern alle auf, rasch zu helfen. ,, Der Hitlerfascismus und wir". Die ,, Union für Recht und Freiheit" veranstaltet am Dienstag, dem 17. Dezember, um 8 Uhr abends in der Produftenbörse, Prag II., Havličekplatz, eine VersammDer öffentliche Feind. Frank Teta u er. Leftor des Weinberger Theaters und dramatischer Schriftsteller, hat in seinem satirischen Lustspiel:„ Der öffentliche Feind", das am Freitag im Ständetheater Sonntag, 15. Dezember 1935. Nr. 292 Schenke eine CORONA ihm, ihr oder Dir selbst; es ist fürs ganze Leben. 5 Modelle. Prospekte gratis. Teilzahlung. GIBIAN Prag II., Štěpánská 32. Hente halb 11 Uhr vormittags: Licht im Often." Reihe„ Spielfilme für die Jugend". „ Unvergeßliche Filme":„ Mädchen in Uni- Filme in Prager Lichtspielhäusern form." Montag. 49 Uhr. Kindernachmittag. Mittwoch, 3 Uhr. Auf der Bühne: Wer will vorsprechen für das Kindertheater. " Balästina und seine Araber." Lichtbildervor= Adria: ,, Tanz der Liebe". A. Alfa: ,, Der trag Dr. Paul Roeser. Mittwoch, 8 Uhr. letzte Tag v." Pompeji". Avion: Benvenuto Cel Karten: Urania, Wegler, Truhlar. lini". Kotva B 36: ,, Glückliche Jugend". ,, So ist Südafrika." Lichtbildervortrag Paul Sowjetfilm. Beránek: ,, Die Christl. v. d. Poit" Moraweb. Donnerstag, 8 Uhr. Karten: D. Fénix:„ Die weiße Schwester". Cl. Gable, Urania, André, Wezler. H. Hays. A. Flora: ,, Die hochzeitsGaumont: nacht". A. Sten. G. Cooper. A. D. Liebe d. Marquise de Pompadour". D. Hollywood:„ Die Liebe d. Marquise de Pompa dour". D. Hvězda:„ Die Wildnis ruft". CT. Gable. A. Julis:„ Außenseiter der Liebe". Rühmann. D. Kinema, B.- Th.: Journale, Groteske, Report. Koruna: Die Wildnis ruft". A. Lu Metro: 4% Musketiere" pic: Die Christl v. d. Post". D. Passage:„ Mazurka". Pola Negri. Regie W. Forst. D. Praha: ., Der hohe Einsatz". A. Radio: Bolero". A. Stant: General Yens Leidenschaft". A. Světozor: Mazurka". D. ten". A. Urania- Kino ,, Struensee"( Die Liebe der Königin Karoline). lung mit der obigen Tagesordnung. Vorverkauf: uraufgeführt wurde, ein Problem unserer Zeit in sei- Premiere in deutscher Sprache. Hauptrollen: Clive cerna:„ Die Schabinsel". W. Beery, J. Coo ner ärgsten Auswirkung mit sicherer Hand angefaßt: Brook, Madelaine Carroll. Heute 2, 4, 6, 49 Melantrich, Wenzelsplak, und Buchhandlung„ Ein", die Boulevardpresse und ihre Zeriebungsarbeit im Uhr. Lazarská ul. Gesellschaft für neuzeitliche Lebensweise. Diens tag, den 17. Dezember, 20 Uhr, Smecky 22( dtsch. Handwrf.), Vortrag:„ Ehe in Not"( Willy Kerein Beitrag zur sozialen Eheberanig- Prag) tung. Anschließend: Diskussion. Von Die Verlosung der 1. Klasse der 34. Tschecho= slowakischen Klaffenlotterie wird am 18. d. M., um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direktion der Staatslotterien, Prag I., Kozi ul. 4, beginnen, und wird am 19. Dezember 1935, um 8 Uhr fortgesetzt. Verlost werden 2775 Gewinste im Gesamtbetrage von durchschnittlich 1,123.040 Kč, welche den Spielern ohne Abzug ausgezahlt werden. höheren Gewinsten werden ausgelost: 1 Gewinn au 120.000 Kč, 1 zu 50.000 Kč, 3 je 20.000 Kč, 5 je 5000 Kč, 30 je 2000 Kč usiv. Die Einschüttung der Nummerröllchen der 34. Tschechoslowakischen Klaffenlotterie und der Gewinnröllchen der 1. Klasse findet öffentlich am 18. Dezember 1935, um 10 Uhr statt. Die amtliche Verlosungsliste wird am 20. De31-97 zember 1935 erscheinen. Drei Verletzte bei einem Straßenbahnwagen zusammenstoß. Gestern um 48 Uhr früh stieß ein Motorwagen der 9er- Linie, den der Lenker nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte, mit dem letzten Schleppwagen eines an der Ecke Poděbrader- und Rokycanergasse in Žižkov haltenden 21er- Wagens zusammen. Siebei wurden drei Fahrgäste ziemlich schwer verwundet: die 25jährige Beamtin Božena Tefan aus Kije erlitt eine Kopfwunde und eine Gebirnerschütterung, der 44jährige Beamte Franz Miška aus Žižkov eine Verrenkung der rechten Hand und des rechten Fußes sowie zahlreiche Quetschun gen und die 50jährige Schneiderin Josefa Zvelebil aus Žižkov eine Verlegung am Kreuz. Die Verwundeten wurden durch die Rettungsgesellschaft ins Allgemeine Strankenhaus gebracht. Der Schleppwagen der 21er- Linie wurde außerdem etwa einen Meter weit aus dem Geleise geschleudert, so daß er erit nach 20 Minuten von der Feuerwehr wieder auf die Schienen gebracht werden konnte. Ferner wurden beide Wagen, die aneinander geraten waren, so stark beschädigt, daß sie aus dem Verkehr gezogen werden mußten. Der Verkehr blieb 20 Minuten lang unterbrochen. Der Lenker des 9er- Wagens gibt dem Glatteis die Schuld am Unfall, da infolge des in den Schienen gefrorenen Schmutzes der Über 44,000.000 Kč sind für die Spieler der 34. čechosl. Klassenlotterie vorbereitet Am 18. Dezember um 6 Uhr abends beginnen die Ziehungen der 1. Klasse Haupttreffer... 1,000.000 Kč Prämie... . 1,000.000 Kč 18 Los 15 Kč, 14 Los 30 Kč, 1/2 Los 60 Kč, 11 Los 120 Kč öffentlichen Leben. Er verkörpert dieses wuchernde Unkraut der Nachkriegszeit in der Person des Mitarbeiters eines großen Seniationsblattes, der forrumpiert und forrumpierend rücksichtslos und hemmungslos über Leichen und Verbrechen hinweg aus feinem Berufe eine Moraftgrube mocht, stets aber wenn auch moralisch verurteilt, sonst aber unbehelligt Der Film per. A. " " Olym Alma: Liebe nach NoBajkal: ,, Casta Diva". Eggerth. D. Belvedere: ,, D. Götter amüsieren sich". D. Beseda:„ Der König der Straße". Carlton: Vergiß mein nicht". Gigli. D. Illusion: General Yens Leidenschaft". A. Lido 2.:,,Liebe nach Noten". A. Louvre: Zigeunerblut". D. Macešta:, Ende schlecht, alles gut". D. Rogy: Pygmalion". D. " 17 Sport- Smichov: ,, Kleine Mutti". Franziska Gaal. D. Vejvodů: Pygmalion". D. Valdek: Liebe nach Noten". A. Urania- Kino:„ Struensee"( Die Liebe der Königin Karolina). Veletrhy: Die Christl v. d. Post". D. Die Liebe der Marquise Pompadour. Die be rühmt gewordene Maitresse Ludwigs des Fünfzehnten wird hier in einem Wiener Film sozusagen dichaus jeder Affäre seinen Nußen zieht und heraus- terisch verklärt. Wie gern, meint der Autor( der kommt. Dieser Revolverjournalist, ein Schädling des Berliner Schauspieler Veit Harlan), wäre die eitle öffentlichen Lebens, wird in seiner moral insanity weiter geduldet, da das Gewissen der nächsten Um- höfische Sure nur ein schlichtes, liebendes Mädchen gebung dem seinen nur an Zahl und Ausmaß der gewesen, und wie tief hat ihr vielliecht der Rokokomaler Boucher ins Herz gesehen, der sie süß und Verbrechen nachsteht. Der junge Redakteur Landa, der fieblich malte. Und so schrieb der Autor die Liebesstrupellos und rein geschäftsmäßig seinem Vorteile geschichte der Pompadour und des Malers Francois nachrennt, je nach der Höhe der Provision seine Boucher, den er zum rebellischen Bohémien machte, Reklame- und Schundartikel schreibt, ohne Rücksicht der am Ende aber( aus unbekannten Gründen) die auf politische oder anderweitige folgen, stiehlt ſeinem Notwendigkeit der Maitressenstellung seiner Geliebhungernden, arbeitslosen früheren Mitschüler deſſen ten einſieht und sie nunmehr„ über sich selbst hinaus" Roman, den dieser aus der Tiefe ſeiner Not und sei- liebt. Das ist weder sehr interessant, noch sehr übernes Herzens schrieb. Troßdem alle wissen, daß Landa zeugend und der gespreizte Stil des Dialogs trägt außerstande ist, ein künstlerisches Wert zu schreiben, werden sie durch seine Mitwissenschaft an ihren eige auch nicht dazu bei, diese historische Romanze lebensnen Verfehlungen eingeschüchtert. Der durch Not und wahr zu machen. Aber der Regisseur Schmidt- GentVerrat zum Wahnsinn aufgeregte Autor schießt auf ner( bisher nur als Berliner Filmkomponist bekannt) den Redakteur, ohne ihn zu treffen, setzt sich aber da hat auf Realistit auch gar keinen Wert gelegt. Es geht bei ihm alles sehr opernhaft zu, die Unterhaldurch ins Unrecht, dem Gauner aber die Märtyrer- tungen bei Hofe, die Liebe in der Mansarde und das Besuchet frone aufs Haupt. Die Gewissenlosigkeit triumphiert, die Schuld bleibt ungefühnt, die Welt ist ihrem gif- Boltsgemurmel in der Künstlerkneipe, und er hat Elfjähriger Schüler überfahren. Vorgestern tigen Hauch weiter ausgeliefert. Herr Štepánet die Schauspieler( mit Ausnahme Leo Slezaks, den er abends lief am Aujezd in Prag III der elfjährige hat in seinem Redakteur Landa den talent-, ffrupel- poltern und fingen ließ), immerfort deklamieren Schüler Josef Suit et aus Střeſchowiz vor das und rücksichtlosen Menschen dargestellt, der sich des lassen. Käthe von Nagy wirkt weder so geistreich, noch Auto V 17.369 des Chauffeurs Josef Strop aus Triumphs aus dem Verbrechen freut. Er wirkt wie so strahlend, wie die Pompadour gewesen sein soll, Brag- Weinberge und wurde, obwohl der Chauffeur eine anstedende Stranfheit auf Menichen, die ich und Herr Eichberger, der ein bißchen Sans Albers aui der Königshöhe noch im letzten Augenblick bremite, bewußtlos aufs und doppelzüngig werden, wenn sie dem zielbewuß- fopieren möchte, ist nicht mehr als ein eifriger AnPflaster geschlendert. Das Auto der Rettungs- ten Bösen gegenüberstehen. Das Stück wurde vom fänger. station brachte ihn ins tschechische Kinderspital, wo Regisseur Freita sorgfältig einstudiert, die Ausstateine Verlegung des Hüft- und Stirnfnochens feft- tung Trösters und die Leistungen des auf wenige gestellt wurde. Die Verlegungen sind leichterer beschränkten Personen des Stückes und der Autor Natur. Das Verfahren wurde eingeleitet. selbst fanden freundliche Aufnahme. Wagen nicht hätte gebremst werden können. Siebzigjährige erhängt. Vorgestern abends wurde die 70jährige Gerichtsoffizialswitwe Katharina Smolat in ihrer Wohnung in Wrschowiß er hängt aufgefunden. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Die Leiche wurde ins Institut für gericht liche Medizin geschafft. Magendarmstörungen: Spezialärzte für Verdaus ungskrankheiten erklären, daß das natürliche Franz Josef" Bitterwasser als ein sehr zweckdien3148 liches Hausmittel warm zu empfehlen ist. Kunst und Wissen Gründung des Klubs der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen In den Kreisen der tschechischen und deutschen m. i. Vereinsnachrichten eisHente halb 3 Uhr nachmittags: ,, Kameraden" als Arbeitervorstellung. Karten an der Theaterkassa. Freie Vereinigung fozialistischer Akademiker. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag Gruppen a bend nächsten Dienstag um 20 halb 3: Kameraden, Arbeitervorstellung, halb 8: 3 a uberflöte, A 2. Montag: 6: Tann Uhr im Parteiheim. Thema: Die sozialistische Wehrhäuser, Theatergemeinde der Jugend, Abonne- politik. ment aufgehoben. Dienstag halb 8: Wozzek, Mittwoch halb 8: Martha, B 2. A 2. Donnerstag halb 8: Der lächerliche Sir Anthony, C 1. Freitag halb 8: Macbeth, 2. Samstag halb 8: Serbus, Serbu 31 Abonnement aufgehoben. DAS 603 Anabella in ,, Klar zum Gefecht". das Naturfreundehaus TOURISTENVEREIN NATURFREUNDE Reichenberg 3153 JOSEF AGULAR Svidnice p. Slatinani zum Preise von Kč 60- per kg zu haben. Ratenzahlungen monatlich Kč 30-. Vertreter werden aufgenommen. Neugeschlissene Gänse- Bettfedern Volkssinggemeinde Prag: Dienstag, 17. Dezember, um 7 Uhr Probe des sind bei 1, Anzahlung, Rest in Raten bei Fa. Frauenchores, um 8 Uhr Probe des gemischten Chores. Da wir bei der Veranstaltung des Atus mitwirken, ist vollzähliges Erscheinen notwendig. Um halb 8 Uhr Ausschußsizung. Die Union der Geschäftsreisenden und VerRote Falken auf der Auslandsfahrt treter veranstaltet am 18., 19. und 20. Dezember 0. J. im Technologischen Museum, Prag II., Heute um 5 Uhr nachmittags ist die Fort- Lüßowova 25, Fachvorträge über Tertilmaterialien, setzung der Filmvorführung Spinnerei und Weberei, und über das Veredelungsverfahren. Informationen erteilt das Sekretariat, „ Rote Falken im Ausland · Leben und Bühnentünstler Prags bemüht man sich seit, einiger Treiben in der Falkenrepublik in Frankreich" Brag II., a zbořenci 18. Zeit um die Schaffung einer utraquistischen Theaterinstitution, die alle am und fürs Theater Schaffenden ohne Unterschied der Nationalität erfassen soll. An der Spitze des vorbereitenden Ausschusses stehen von tschechischer Seite Wydra, Dostal, Thein und Salzer, von deutscher Valk, Volker, Rieger, Marlé, Schmerzenreich, Gutmann, Taub. Der Klub, der mehrere Arbeitssektionen umfassen wird, sieht seine im Parteiheim in der Narodni tř. 4. Rote Falken und Atus- Kinder, kommet zahlreich und bringet Eure Freundinnen und Freunde mit. Für die Eltern und Erwachsenen wird der Film an einen der nächsten Elternabende vorgeführt. ATUS PRAG Samstag, den 25. Jänner 1936, im Saale des„ Hasický dům", Brag XII., Rímská 45( Malá opereta) Masten.#nd to stüm ba I I. Beginn 20 Uhr. Eintritt 10 Kč intl. Steuer. Karten im Bildungsverein deutscher Arbeiter und bei den Funktionären. 3194 Höhenkurort Tatranská Polianka ( WESZTERHEIM) und Sanatorium Dr. Guhr Heilanstalt für Basedow- Kranke 3195 11 Te de ic id m 111 d Inserate werden laut bo Erholung Sommer- und Wintersport Bezugsbedingungen: Hei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Voit monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.- balbjährig Kè 96.- ganzjährig Kč 192. Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. araphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Druderei: Orbis". Drucks. Verlags- und Reitungs- A.- G., Braa Die Beitunasfranfatur wurde von der Post- und Tele