Sosialdemokra ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 15. Jahrgang 90.000 schwedische Metallarbeiter mit Aussperrung bedroht Stockholm. Der Arbeitgeberverband der mechanischen Werkstätten, Eisenhütten und Gruben" hat Samstag mittags der Schiedskom= mission mitgeteilt, daß er eine Aussperrung der Arbeitnehmer der betreffenden Industrien beschlossen hat, die am 7. Jänner beziehungsweise bei den Eisenhütten und Gruben am 12. Jänner in Kraft tritt. Von dem Konflikt find 90.000 Arbeiter betroffen. Immer frechere Drohungen Roms No m.( Havas.) Das römische Blatt ,, Gazzetta del Popolo" schreibt:„ Wenn es den Engländern dadurch, daß sie auch Frankreich in ihr Spiel hineinziehen, gelingt, eine europäische Koalition gegen uns zu organisieren, und wenn sie uns die Erreichung der Ziele, die wir uns in Abessinien gesteckt haben, unmöglich machen, dann wird daran erinnert werden müssen, daß Kolonien bloß auf drei Arten erobert werden können: 1. Durch gerechte Verteilung der Kolonien seitens des Völkerbundes. Diese Frage wird nach unserer Ansicht vom Völkerbunde so etwa in 20 Jahren studiert werden. 2. Durch direkte Eroberung der betreffenden Kolonie, die jetzt noch nicht von einer anderen Kolonisationsmacht besetzt ist. 3. Durch einen zur rechten Zeit begonnenen europäischen Krieg. Die österreichische Amnestie * Sonntag, 29. Dezember 1935 Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 302 Kabinett Laval siegt mit 20 Stimmen Schwieriges Sterben einer Parlamentsmehrheit Nach anderthalb Tagen eines dramatischen Redekampfes, wie ihn von allen Parlamenten nur noch das französische kennt, dessen zahlreiche Gruppen und Fraktiönchen mit dem völligen Mangel einer Klubdisziplin und strenger Bindungen Zwischen= fälle und plötzliche Entscheidungen möglich machen, hat das Kabinett Laval nochmals eine Mehrheit erhalten. Von den 52 Stimmen, mit denen Mr. Laval vor vierzehn Tagen gesiegt hat, find wieder 32 abgewandert, aber auch mit 20 vermochte der Bielgewandte ans rettende Ufer zu gelangen und in wenigen Minuten konnte er noch 23 verlorene zurückgewinnen. Für vierzehn Tage oder drei Wochen dürfte er sicher sein. Wird er das nächstemal fallen, wird er mit zehn, mit zwei Stimmen Mehrheit auch um die Jännermitte wieder als Sieger aus dem Palais Bourbon ins Palais Noyal zurückkehren? Möglich ist beides. Das Kabinett Laval hat ein zäheres und längeres Leben als die meisten seiner Vorgänger, die auf ähnlich labiler Mehrheit auf= gebaut waren. Es scheint das Schicksal des Hundes zu teilen, dem man den Schwanz stückweise abhackte. Warum soll also die Mehrheit von 20 Stimmen nicht noch eine wetere Reduktion vertragen können?! Die Debatte war auch Samstag vormittags erregt und schien Laval keine Chancen mehr zu bieten. Es sprachen der Volksdemokrat Pezet und der Nationalist Le Cour Grande. Dann wurde die Sitzung unterbrochen. Nachmittags erregte die Rede des ehemaligen Ministers de Monzie besonderes Aufsehen. De Monzie rügte, daß Laval sich nicht auf den Vertrag mit Rußland stütze. Nur im Ausbau dieses Bündnisses liege die Gewähr der Sicherheit. Die Erklä rungen der Mittelparteien waren zwiespältig, so daß sich der Eindruck festigte, Laval werde doch noch eine knappe Mehrheit zustandebringen. Zur Abstimmung lag ein Antrag des Radi= falen Del bos vor, der dem Kabinett das Mitrauen aussprach und ein Antrag Chappedelain( Mitte), der ein Vertrauensvotum enthielt. Die Abstimmung er folgte zuerst über den weitergehenden Mißtrauensantrag, der mit 296 gegen 276 Stimmen abgelehnt wurde, dann über das Vertrauensvotum, das mit 304 gegen 261 Stimmen angenommen wurde. In der Nacht trat die Kammer zur zweiten Lesung des Gesetzes über die Ligen zusammen. Die Rechtfertigungsrede Lavals aufgezwungen. Vertrauen zu Göring... Pierre Laval hat seine Rechtfertigungsrede in der Kammer, die sich so gut wie ausschließlich mit der französischen Außenpolitik beschäftigt hatte, nicht zufällig mit einem ganz unvermittel= ten Appe II an die finanzpolitische Einsicht der Deputierten ge= schlossen. Das eine muß man Monsieur Laval lassen: er kennt die Kammer wie seine Westentasche und hat auf seinem Wege von Lenin zu Mussolini die Psychologie aller Gruppen, die er dabei passierte, gründlich und mit Nußen studiert. Er weiß genau, daß von den Radikalen bis zur Mitte die meisten Abgeordneten und fast alle Fraktionen zwar den Außenminister Laval gern stürzen, aber den Ministerpräs sidenten Laval erhalten möchten. Denn Laval, das bedeutet, wie die Dinge in Frankreich liegen, nicht nur die ewige Packelei mit Mussolini, eine unentschiedene, ans Peinliche grenzende Außenpolitik, die Frankreich jedes Ansehens und beinahe seiner Bedeutung als Großmacht beraubt hat, sondern ava I, das bedeutete auch die Sicherheit des Franc, die Heis ligkeit des Goldwertes, die Ruhe der Börse, die Sicherheit der Ren= ten. Und wenn es um die Sicherheit der Rente geht, wird der französische Bourgeois, der sich in diesem Punkte seit den Zeiten Daumiers und Balzacs nicht wesentlich geändert hat, blind für alle anderen Gefahren. Gern gibt er dann ein Stück Sicherheit der Republik und des Staates preis, opfert er den Ruhm der großen Nation", wenn nur die Papiere nicht fallen. Der Sturz Sir Samuel Hoares und die Bes rufung Edens in das Foreign Office in der Lon= doner Downing Street haben die französische Kammer um zwei Wochen zu früh zur EntWien. In Fortseßung der vom Bundeskanz scheidung über die Außenpolitik Lavals aufgerufen. Die Debatte war nunmehr nicht zu um= ler Dr. Schuschnigg in seiner Weihnachtsbotschaft Laval gab in seiner Rede u. a. Aufklärungen berkündeten Amnestie hat Bundesminister Baargehen, denn der gestürzte Hoare hatte im briti Baarenfels angeordnet, daß auch hinsichtlich der darüber, warum er um eine Verschiebung der Pe Am Schluß seiner Rede behandelte schen Unterhaus in schonungsloser Rede Frankvon administrativen Verfügungen, wie z. B. durch troleum Sanktionen ersuchte. Er tat dies Laval das Verhältnis Frankreichs au Deutschreich für die schwere Krise der Völkerbundspolitik Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis, Einstels im Einvernehmen mit der britischen Regierung. Er land und zu Rußland. Er sagte: Solange berantwortlich gemacht, wenig verblümt seinen lung der Berufsausübung und dergleichen betroffenen Personen bei Vorhandensein berücksich brach dann neuerlich über die Pariser Borschläge verwirklicht sein wird, solange wird es feine wirt. der Bundessabung geziehen. Die französische sprach dann neuerlich über die Pariser Vorschläge die Annäherung Frankreichs an Deutschland nicht Kollegen Laval des Verrates an dem Artikel 16 tigensiverter Gründe Anträge auf Mi Id es zur Beilegung des italienisch- abessinischen Konfliktes. liche Friedensgarantie in Europa geben.( Beifall Stammer durfte in diesem Augenblick nicht schweirung oder Aufhebung der erwähnten die er mit Sir Samuel Hoare ausarbeitete. Eng- der ganzen Kammer von der Rechten bis zur Lin- gen. Aber die Führer der Opposition im Palais Maßnahmen zu stellen sind. land und Frankreich folgten damit der direkten ten). Laval fügte hinzu, daß er sich Sonderabtoms Bourbon wußten auch, daß es sehr schwer sein Empfehlung der Völkerbundsversammlung. Ihre men Frankreichs mit Deutschland nicht vorstellen würde, an die Stelle eines zu stürzenden Lavals Borschläge haben England und Frankreich niemanden fen ausschließlich im Rahmen der Organisation der neuen Premierminister. Für das Außenministe fönne. Die französisch- deutschen Beziehungen müf- einen neuen Mann zu setzen, vor allem einen follettiven Sicherheit Europas geregelt werden. Er rium am Quai d'Orsay sind Anwärter der Linken berührte bei dieser Gelegenheit die dreistündige Un da, aber die große Frage seit Monaten ist ja, terredung, die er in Krakau nach dem Begräbnis des wen die Linke in das Palais Royal entfenden, an Marschalls Pilsudski mit General Göring hatte, die Spize des Conseils" stellen soll. eine Unterredung, die vom gegenseitigen Herriot? Gerade dieser zweifelsohne führte dann die Nachrichten von der Unterredung des letzten Zeit Laval gegen links abgedeckt. Da la Vertrauen erfüllt war. Der Ministerpräsident fähige und anständige Staatsmann hat in der Botschafters Francois- Poncet mit Reichskanzler dier? Man erinnert sich ungern in diesem ZuHitler auf das richtige Maß zurüd. Der französische fammenhang seines folgenschweren Versagens am Botschafter legte auf Weisung seiner Regierung dem 6. Feber 1934. Chaurtemp 3, Paul= Reichskanzler dar, daß das französisch Boncour, Delbos, Bergery? Da russische Abkorimen nicht Deutschland gerichtet ist. Frankreich will zu erheben wären wie gegen Laval selbst, keiner, gegen ist feiner, gegen den nicht ebensoviele Einwände Deutschland weder isolieren, noch einfreisen. Der der in geschichtlicher Stunde die Massen mitreifranzösische Botschafter gab Reichstanzler Hitler Ben könnte, te in Jaurès, fein Briand, gegenüber dem Bedauern darüber Ausdruck, daß kein Clemence a u. Dieses Fehlen einer Deutschland es ablehnt, sich an der Organisierung in starken, für die gesamte Volksfront und darüber Osteuropa zu beteiligen und fügte hinzu, daß das hinaus für die linke Mitte tragbaren, Persön= französisch- russische Abkommen Deutschland stets lichkeit gibt Laval immer wieder eine Chance. Dagegen wird nunmehr amtlich bestätigt, daß sich die Amnestie weder auf die Emigranten insbesondere nicht auf die Mitglieder des ALös in Brünn noch auf die verurteilten 3Ilegalen be= ziehe. An eine wirkliche Versöhnung der Arbeiter ist natürlich solange nicht zu denken, als die barbarischen Zuchthausurteile für illegale Flugblattverteiler und ähnliche ,, Verbrecher" aufrecht bleiben! Flüchtlingskommissär tritt zurück Die Fürsorge ist zu schwach gegen die Barbarei USA entscheiden über Oelsanktionen! In Besprechung der Frage der PetroleumSanktionen jagte Laval, daß die Angelegenheit sehr ernst, vorläufig aber nicht aktuell ist, weil diese Sanftionen nur dann Wirksamkeit erlangen würden, wenn sich ihnen auch die Vereinigten Staa ten von Amerika anschließen werden. Der amerikanische Kongreß, der über die Angelegenheit entscheiden wird, wird darüber nicht vor der zweiten Hälfte des Monats Jänner Beschluß fassen. Der Völkerbundrat ist für den 20. Jänner einberufen. ein Schreiben, in dem er bekannt gibt, daß er die franzöſiſche Regierung wird keine Entscheidung diese Funktion zurücklege, weil es ihm der allzu ohne vorhergehende Befragung des Parlamentes Genf.( Havas.) Der Hohe Komissär für die Flüchtlinge aus Deutschland, James Macdonald, richtete an das Völkerbundssekretariat treffen. Zu militärischer Hilfe bereit große Antisemitismus in Deutschland unmöglich mache, daß die Frage der Hilfeleistung für die Flüchtlinge von der Organisation, welche in Genf, jedoch unabhängig vom Völkerbunde, erLaval legte dann den Sinn der Absätze 2 und richtet wurde, beherrscht werde. In diesem 3 des Artikels 16 des Völkerbundpaktes dar. Schreiben spricht sich Macdonald scharf gegen die deutsche Rassenpolitit aus und gibt gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, daß die Mächte bei der deutschen Regierung ein schreiten werden. Er # offen bleibe. Reichskanzler Hitler sprach sich für guts nachbarliche Beziehungen mit Frankreich auf Grund lage gegenseitiger Achtung und gegenseitiger Schäßung aus. Kein Militärbündnis mit Rußland Zu den persönlichen kamen andere Schwierigkeiten. Noch ist das Gefeß über die be= waffneten Verbände nicht erledigt. Soll ein neues Ministerium sich nochmals durch diese schwierige Materie durchfressen und seinen Sturz in den ersten acht Tagen ristieren, ehe es noch dazu kommt, auf d.m wichtigen außenpolitischen Gebiet den Kurs zu wenden! Das B u d= get ist noch nicht unter Dach. Ein Kabinett, das anschlag ausarbeiten müßte, wäre ebenfalls eine mit Budgetzwölfteln arbeiten, einen neuen Vors sagte, daß die militärischen Sanktionen von Anfang Von dem französisch- russischen Abkommen sagte an abgelehnt wurden. Frankreich hat aber bei den im Oktober stattgefundenen Beratungen England im Laval, daß es nicht als Militärbündnis Falle eines Ueberfalles seiner Mittelmeerflotte angesehen werden kann. Das Abkommen ist im Hilfe zugesagt. Die politischen Beratungen zwischen Geiste und im Buchstaben des Völkerbundpaktes ges Frankreich und England waren von Beratungen halten und hat die Organisierung der gegenseitigen der General stäbe des Heeres, der Ma- Hilfe für den Fall zum Zweck, daß der eine oder der Totgeburt. Denn die Opposition ist zwar einig in der Verurteilung der Laval'schen Außenpolitik, Ranking. Der alte revolutionäre General rine und der Luft streitfräfte der bei andere Staat überfallen würde; es steht aber nicht aber sie ist sehr geteilter Ansicht über die finan= ziellen und wirtschaftlichen Fragen, die Laval mit seinen Notverordnungen, den Decrets lois, zu lösen versucht hat. Ein Teil der Opposition hat Laval gerade wegen dieser Defrets aufs schärfste bekämpft, ein anderer Teil hat ihm für diese Politik das Vertrauen ausgesprochen. Hsufan Ting, Stabschef der ersten Armee, verübte Freitag abends Selbstmord, in dem er sich vor dem Sunyatsen- Mausoleum in sein Schwert stürzte. In seinem Testament erklärte er, er opfere Blut und Herz dem Geiste Sunyat sens, um die Führer Chinas aus Selbstfucht und Verrat zu erwecken. Sein Opfer solle fofortigen Widerstand gegen die japanische Bolitit entfachen. den Staaten begleitet, welche die technischen Einzel- im mindesten Widerspruch zu den Locarnos heiten dieser Zusammenarbeit ausarbeiteten. Frankreich hat Italien von diesen Besprechun gen loyal verſtändigt. Laval erklärte:„ Frankreich hat als einziger der 54 Mitgliederstaaten des Völferbundes eine Verpflichtung, nämlich die Verpflichtung der gegenseitigen Hilfeleistung auf sich genommen und technische Maßnahmen getroffen." Abkommen. Zum Schluß sagte Laval:„ Durch die Abſtimmung entscheiden Sie nicht nur über das Geschick der Regierung, sondern auch über die fina nsielle Lag des Landes. Ich hoffe, daß Sie die Lebensinteressen des Landes begreifen. Entscheiden Sie!" · Man weiß in den Kreisen der Gegner La vals, daß ein neues Kabinett bald zu Wahlen Seite 2 Sonntag, 29. Dezember 1935 Nr 302 schreiten müßte. Die Sozialisten fordern die Ausschreibung von Wahlen geradezu als Vorbedingung für die Unterstützung einer Regierung; die Radikalen aber haben leine Lust, in einer Wahlschlacht den gemeinsamen Zielpunkt der Angriffe von links und rechts abzugeben. Wenn der rechte Flügel der Radikalen abermals rettend für Laval eingesprungen ist, so liegt darin wohl mehr als eine gefühlsmäßige Entscheidung. Es ist ein planmäßiges Vertagen der großen Auseinandersetzung auf einen Zeitpunkt, zu dein es leichter sein könnte, sich nicht nur über den Sturz Lavals, sondern auch über die Bildung einer lebensfähigen Regierung der Linken zu einigen. Laval hat selbst den Termin genannt, an dem eine neue Entscheidung fällig wird. Mitte Jänner wird der Senat der Vereinigten Staaten über das Embargo auf Petroleum gegen die kriegführenden Staaten verhandeln. Kommt es zu diesem Embargo, dann wird England auch in Genf die Oelsanktionen verlangen. Tann muß Laval Farbe bekennen und die Kammer wird sich erneut fragen müssen, ob Frankreich unter der Führung Lavals in die kritischeste Periode seiner Geschichte seit 1913 eintreten kann. Inzwischen werden das Budget und die Frage der Ligen erledigt sein. Der Appell an die Sorge um Franc, Rente und Geldsack wird nicht mehr so verfangen wie diesmal, HerriotS Angst vor den Konterminen der Banken, vor dem Machtwort des Goldblocks, wird nachgelassen haben. Dann also wäre die Zeit reif, Laval nicht nur zu stürzen, sondern auch zu ersetzen. i Daß der Premier mit der Zwanzig-Stim- men-Mehrheit kein stolzer und glücklicher Sieger sein wird, kann jeder aus der Rede herauslesen, mit der Laval den Erfolg erkauft hat. Sie ist das Muster eines Seiltanzes. Laval ist in der schwierigen Lage, von der linken Mitte und dem rechten Flügel der Linken abhängig zu sein, die sanktionsfreudig, völkerbundstreu und antifaschistisch sind. Er mutz sich ihre Stimmen jedesmal neu gewinnen, indem er hundert Beweise seiner Völkerbundtreue und seiner korrekten Beziehungen zü England anführt. Aber seine eigentliche Mehrheit ist doch die sanktionsfeindliche, mussolinifreundliche, gegen Genf, gegen Rußland, gegen London voreingenommene nationalistische Rechte. Also muß Laval auch ihr allerhand versprechen. Er hat ihr den Gefallen getan, das russische Bündnis zu bagatellisieren, Komplimente an die Adresse Berlins zu machen und seine Loyalrtätgegen Italien zu rühmen. Es ist klar, daß eine so buntschillernde Politik, mag sie auch immer wieder eine Not-Mehrheit finden, fürFrankreichnicht mehr lange tragbar ist. Wenn sie von der Kammer noch einmal gebilligt wurde, so gewiß nicht,, weil man Lavals allverbindliche schwüre sönderlich ernst genommen hat, sondern weil innerporitische, finanzpolitische, personelle Erwägungen die Randfraktionen der Linken bestimmten, noch einmal beide Augen zuzudrücken, Herrn Laval, wie er wirklich ist, nicht zu sehen und ihm ein Vertrauen auf nahe Kündigung ausznsprechen, mit der festen Absicht, ihn zu Mrzen, sobald die Stunde reif sein wird. Rom.(A. P.) Der„Popolo d'Jtalia" und die Mailänder„Sera" haben eine heftige Kampagne gegen die Defaitisten eingeleitet. Es wird dabei in etwas geheimnisvoller Weise auf Personen angespielt, die über ihr Gold blutige Tränen vergießen oder aus Furcht vor einer Katastrophe riesige Beträge in- Ausland schafften. vis Beschäftigung In der CSR 1935 verglichen mit Jener von 1934 120 110. 100. 90. 80 ...ft» Sy i l £ 7- 1z 4 -- -- -.. -- —- L-o\. Ja— -_ -- A > 0 III N V VI V» VIII IX X XI XII Wir entnehmen der»Sozialen Revue", dem Amtsblatt des Ministeriums für soziale Fürsorge, und zwar dem Novemberheft des heurigen Jahres das oben stehende Diagramm, welches einen Vergleich der Beschäftigung in der CSR im Jahre 1935 mit der des Jahres 1934, soweit dies in den Berichten der Zentralsozialversicherungsanstalt zum Ausdruck kommt, ermöglicht. Hiebei wird die Beschäftigung im Jahre 1984 im Monatsdurchschnitt mit 100 angenommen, so daß also die wagrechte Linie bei 10 0, die BeschäftigungimJahre 1934 bedeutet. Die st a r k e L i n i e, die mit 1 bezeichnet ist, bedeutet die Beschäftigung in der ESR im Jahre 193 5, Linie 2 bedeutet Böhmen, 3 Mähren und Schlesien, 4 Slowakei und 5 Karpathenrußland. Man ersieht daraus, daß ungefähr bis Ende Feber im Jahre 1935 die Beschäftigung höher war als 1934, in den Monaten März, April und Mai jedoch niedriger als ein Jahr zuvor. Erst s e i t I u n i erhebt sich die Kurve der Beschäftigung des Jahres 1935 wieder über d i e L i n i e d e s I a h r e s 1 9 3 4. Die Steigerung deS Septembers 1935 gegenüber dem September 1934 beträgt 5.11 Prozent. InnenkolonlssÄon und Arbeitslosigkeit 250.000 Arbeitslose müssen dauernd untergebracht werden. Fürsorgeminister Genosse NeLas sprach auf dem Verbandstag des tschechischen Kleinbauernverbandes über das sozialistische Agrarprogramm, wobei er die Notwendigkeit einer zweiten Bodenreform unterstrich, mit welcher die innere Kolonisation zusammenhängt. Da die Arbeitslosigkeit in einigen unserer Gebiete Dauercharakter trägt und allen Bemühungen zum Trotz wenigstens 250.000 Arbeitslose bleiben werden, wird es notwendig sein, auch bei uns die innere Kolonisation durchzuführen, die Menschen auf daS Land zurückzuführen und in den Jndn- striedistrikten die sogenannten ergänzenden Arbeitersiedlungen zu verwirklichen. Dazu ist Boden notwendig. Nach den bisherigen Studien gibt eS j genug. ES ist dies besonders: 1. der Rest des beschlagnahmten Bodens, 2. schlecht verwaltete Großgrundbesitze, 3. ein Teil deS in Staatsbesitz befindlichen Ackerbodens, 4. ein Teil des Bodens der SelbsWerwaltungSverbände, 5. Regelung der Kompofferate(in der Slowakei), 6. I ein Teil der durch Rekultivierung gewonnenen Fläche, 7. der durch Meliorations- und wasserwirtschaftliche Maßnahmen und Kommassafton gewonnene Boden, 8. der auf dem freien Markt und 9. der vom Staat auf Grund seines Vorkaufsrechtes erworbene Boden und schließlich 10. der bei der Entschuldung gewonnene Boden. Bei der Durchführung der Jnnenkolonisatfon wird auf den Schutz der kleinen Landwirte besonders Rücksicht genommen werden müssen, deren Besitz jetzt häufig auf größer« Grundbesitzer und Spekulanten übergeht. Die industrielle Erzeugung In der Tschechoslowakei Zwei Fünftel der Krisenverinste aufgeholt Im„Obzor Närodohospodärsky" berechnet der volkswirtschaftliche Schriftsteller Dr. Maiwald regelmäßig den Produktionsindex der Tschechoslowakei. Danach ist die industrielle Erzeugung am tiefsten im Jahre 1933 gesunken, und zwar auf 80.2 Prozent der Erzeugung des Jahres 1929. Seitdem steigt die Produktion langsam und hat im Mai 1934 die Ziffer von 70.9 Prozent erreicht. Dann sank die Produktion bis zum vorigen Winter neuerlich, worauf wieder ein Aufstieg erfolgte, wäbei insbesondere in den letzten Monaten dieser Aufstieg etwas rascher erfolgt. Während noch im November 1934 der Index 66 betrug(gegen 1929— 100), hat er im September 1935 72.6 Prozent und im Oktober 75.3 Prozent erreicht. Es bedeutet das gegen den Oktober des Vorjahres einen Aufstieg nm 11.6 Prozent und gegen den niedrigsten Krisendurchschnitt auS dem Jahre 1933 einen Aufstieg von etwa 25 Prozent. Es hat sich also von 1929 bis 1933 die industrielle Erzeugung um etwa 40 Prozent verringert, wovon 15 Prozent wieder aufgeholt wurden, d. h. zwei Fünftel der Krisenverluste. In den einzelnen Produktionszweigen allerdings ist die Höhe des Index verschieden, so(im November 1935 bei Annahme 1929— 100) im Bergbau, Steinkohle 80.4, Braunkohle 78.4, Metallindustrie 66.3, Glas 56.7,(Oktober) Porzellan 50.1, Papier 90.1, Textilindustrie 70,(Oktober), darunter Baumwolle 74.4 (Oktober), Wolle 78.2, Hanf 86(Oktober), Flachs 96.8, Seide 125.5. Leider steigt— infolge der Ratio na lisierung— die Beschäftigung nicht so rasch wie der Produktionsumfang, dessen Ausdruck eben der erhöhte Produktionsindex ist. Der Leuchtturm der Demokratie Eine Neujahrskundgebung der Präsidenten Präsident Benes hat für die inländische Wochenschau der Tonkinos eine Neujahrskundgebung gesprochen, die ein Beweis des guten Willens und der edlen Bestrebungen des neuen Präsidenten ist und ein Versprechen, im Geiste seiner großen Vorgängers zu wirken. Der Präsident sagte: „Die Staaten erhalten sich durch jene Ideen, auS welchen sie geboren wurden, sagte der Präsidenten-Befreier T. G. Masaryk in seiner Riick- trittserklärung. Masaryks Ermahnung gibt«ns den Glauben, daß ein Volk und Staat, welche im Gei st e der Menschlichkeit und der FriedenSbestrebungen geleitet sind» niemals untergehen können. Während wir allen Menschen guten Willens Ruhe und Frieden wünschen, können wir durch die Kraft des Geistes und durch unsere materielle Stärke den Frieden, den Staat und die Nation verteidigen und erhalten. Als Präsident der Tschecho- flowakifchen Republik will ich jenen Weg gehen, den der erste Präsident durch sein Werk bezeichnet hat, und ich wünsche ans vollem Herzen, daß das tschechoslowakische Bolk, alle seine Klaffen und alle übrigen Rationalitäten unseres Staates sich diese Richtlinie zu Herzen nehmen» und ich werde alles tun, waS in meinen Kräften liegt, daß das kommende Jahr eine Zeit des Friedens in der Welt und der R« h e im Staate wird, daß sich die wirtschaft- lichenund sozialen Berhält- nisse so schnell alS möglich bessern und daß das Bewußtsein der Notwendigkeit einer kollektiven und konstruktiven Zusammenarbeit auf internationalem Gebiete nach Möglichkeit in alle Weltteile dringt. Und schließlich, daß die Tschechoslowakische Republik daS bleibe» waS sie bisher war: Ein fester Pfeiler des internationalen Friedens und der inneren Ruhe — auch in Zeiten des Sturmes— und einhell strahlender Leuchtturm einer disziplinierten und reifen Demokrat! e!" 36 Roman von Karl Stym Copyright by Bugen Prager-Verlag, Bratislava Das Tragische an„Mamas“ Tode ist, daß Uhu die Ursache dazu ist Die Grubenratten leben ausschließlich von unseren Jausenabfällen und von gegenseitigem Kannibalismus. Da jetzt aber nichts mehr abfällt, machen sie sich unangenehm bemerkbar. Wir sind regelrecht von ihnen belagert und schlagen sie, wo sich eine gar zu weit vorwagt. Das hat zwei gute Seiten: wir werden sie los und ihre Mitbrüder und Schwestern haben was zum Fressen. Um dieser Plage ein wenig abzuhelfen, stellte Uhu eine Brettfalle. Seine„Mama“ war nun die erste, die daran glauben mußte. Uhu vergräbt seine„Mama“ einen halben Meter tief in Tegl, damit sie nicht der Nächstenliebe ihrer Gattung zum Opfer falle. Wir sind knapp vor dem Ende. Es tritt ein, was ich am meisten befürchtete: Mutlosigkeit und Erkennen der Aussichtslosigkeit! Nichts zu essen, Kälte und keine Nachricht von draußen, schon fast vier Tage lang. Das macht mürbe. Dazu etliche zwanzig Kranke, die jammern, aber um alles nicht an den Tag hinaus gebracht werden wollen, weil es sich nicht mehr auszahlt. Jeder einzelne wartet, bis sein Nebenmann sagen wird: Geben wir es auf! Jeder denkt sich’s, nur schämt er sich, es als erster zu sagen. Wir wissen es alle: Lange kann es nimmer dauern! Dießler hat heftiges Fieber, wehrt sich aber mit Händen und Füßen, wenn vom Andentaghinausbringen die Rede ist. Hell hat ihm seinen Überrock übergeworfen und bringt ihm mit dem Hute frisches Wasser. Er selbst zittert und Menn er reden will, klappern seine Zähne vor Frost Wir liegen zuhauf und schweigen. Reden und ebenso Zuhören ist eine Qual. Wer könnte denn auch was Erfreuliches vorbringen? Wir sind ausgebrannt bis aufs Letzte. Das kleine Wenig, das uns noch blieb, verbraucht der Atem... Heute— das ist der vierte Tag— müssen wir Dießler hinausbringen. Er ist wie tot und rührt sich nicht mehr. Wir selbst sind so schwach, daß sechs zusammenstehen müssen, um ihn auf den Wagen zu bringen. Die zwei, die ihn hinausführten, kamen auch nicht mehr zurück. Sie haben die Sonne gesehen... Sonne! Wie schön muß es sein, in sie hineinsehen zu können— So um Mittag herum kommt der Barrikadenposten und bestellt Fogger Schorsch, er solle hinauskommen. Schorsch springt auf und starrt den Sprecher ungläubig an, wie ein Kind, dem man zu Ostern sagt, am nächsten Tag komme das Christkind. „Ich soll!— Wirklich?“ Der Posten nickt. Fogger Schorsch setzt schwerfällig einen Fuß vor den andern, langsam und vorsichtig, als fürchte er zu straucheln. „Wir wollen hinaus!!“ schreit Hager hach. Der Schrei geht mir durch und durch. So schreit ein halbtotes Tier nach Erlösung... Wir warten. Unsere Augen fiebern zum Streckeneingang hin. Was wird er bringen? Egal was, nur'raus aus dem Loch, sonst verrecken wir! Der Tummler drückt sich am Ulm entlang. Seine Hände tasten von Stempel zu Stempel. Bei jedem Schritt ächzt er. Hell ruft ihn an: „Wohin?" Tummlers Augen sehen verloren um sich. „Heim!“ Zwei dicke, schmutzige Tränen rinnen über die mageren Wangen. Wir ducken unsere Köpfe ganz tief in die Schultern, um nichts zu sehen.— Heim! Das Wort rinnt in mich hinein wie warme Sonne. Dort ist Martha, ist ein weiches Bett, Essen und Ruhe. Alles ist dort.— Nein! Nichts ist dort! Leere Tische, trostlose Gesichter und Hunger, wie hier— Ich möchte nicht heim, nur die Sonne schauen möchte ich noch einmal. Dann mag geschehen was will... Nach einer halben Stunde torkelt Fogger Schorsch wie ein Betrunkener in unsere Strecke. Auf seiner kalkweißen Stirn glitzert Schweiß. Er lehnt sich erschöpft an den Ulm und keucht „Kameraden!— Wir— haben’s!* Wir lächeln unbeholfen, wie man über etwas lächelt von dem man weiß, daß es nicht wahr sein kann. „’s ist wahr! Morgen bleiben wir zu Hause und schlafen uns bei Muttern gut aus. Übermorgen geht’s dann wieder los, Kameraden!“ Foggers Gesicht ist frei geworden, als habe jemand die verzerrte Fratze davor heruntergewischt. Die Stimme ist warm, fröhlich und unendlich gut Langsam rinnt das Leben in unsere erstarrten Leiber zurück. Die einfachen Worte sind dieses Leben. Uns schwindelt Also doch nicht umsonst l O Gott, ist das ein Glück! Ein Glück, ein namenloses Glück! Uhu krächzt: „Höllteufel, besser wär, wir hätten nichts erreicht, dann wären eure Gesichter nicht gar so dumm!“ Aber dicht hinter den rauhgemeinten Worten steckt eine verdächtige Brüchigkeit Das löst unsere Starrheit. Wir laufen herum, ohne zu wissen warum, lachen und quatschen das unsinnigste Zeug zusammen, was uns gerade auf die Zungen rutscht Die vier harten Tage sind schon weit hinter uns. Sie waren so lächerlich leicht zu ertragen— und wir Narren wollten schon aufgeben. Nr. 302 Sonntag, 29. Dezember 1935 Gelte 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Abessinier melden Rückeroberung von Abbi Addi Addis Abeba. Der Korrespondent des Reuterviiros meldet: Nach einem amtlichen abessinischen Bericht haben die Abessinier Abbi Addi, die Hauptstadt des Tembien-Bezirkes, durch einen unerwarteten Angriff» durch den sie die eingeborenen italienischen Gruppen überraschten, erobert. Obwohl die Abessinier mit G« schütz- und Maschinengrwehrfruer sowie auch mit Fliegerbomben empfangen wurden, haben sie de n Feind auS Abbi Addi mit beträchtlichen Ber- lusten hinausgrjagt. Auf dem Kampfplatz blieb en nach dem Abzug der Feind«, dem abessinischen amtlichen Bericht zufolge, 20 tote italienische Offiziere und Unteroffiziere, sowie zahlreich« eingeborene Unteroffiziere. Nach einem weiteren Berichte gehen die Italiener im Gebiete Schire 50 Meilen nordwestlich von Abbi Addi zurück und stecken auf ihrem Rückzug alle Kirchen der Eingeborenen in Brand.(Abbi Addi ist ein wichtiger Punkt etwa 40'Kilometer nordwestlich Makalle.) London.(Reuter.) Die Meldungen aus Addis Abeba, daß die Stadt Abbi Addi nach einem Sieg der Abessinier erobert wurde, beziehen sich offensichtlich auf die Schlacht, hie dort Sonntag, den 22. d. M.» stattfand. Italienische Quellen behaupten, daß es den Abessiniern bei dieser Schlacht zwar gelungen sei, einige italienische Positionen zu besetzen, daß sie jedoch später aus diesen wieder vertrieben wurden. In der Umgebung des Kaisers von Abessinien herrscht jedoch große Freude über den abessinischen Sieg. Der Reuter-Berichterstatter erklärt, ohne daß er jedoch eine offizielle Bestätigung erlangen konnte, daß die Abessinier etwa 20 Tanks, 40 bis 50 Maschinengewehre erbeutet und rund 200 italienische Soldaten in. bent Kampfe nördlich von Makalle gefangen genommen haben. Die Stadt Makalle seichst wurde noch nicht von den Abesiiniern erobert, doch führen drei abeffinische Armeen allmählich eine Umzinglüngsaktion durch, durch die sie Makalle bedrohen. Die Kämpfe, die sich in der Weih nachtswoche abgespielt haben, waren sicherlich di« blutigsten seit Beginn des Krieges und dürften in allernächster Zukunft noch heftiger werden. Die schlimmste Erscheinung bei diesen Kämpfen ist der Umstand, daß Tausende und aber Tausend« von Verwundeten auf dem Kampfplatz ohne ärztliche Hilfe sterben. Nach Meldungen auS erythräischer Quelle unternahmen zahlreiche kleinere Gruppen abeffi» nischer Truppen auf vereinzelte italienische Posten am Nordufer des Takazze-Fluffes Angriffe. Der Reuter-Berichterstatter in Deflie meldet eine erhöhte Erkundungstätigkeit der italienischen Flugzeuge. Einige abessinisch« Dörfer wurden von diesen Flugzeugen m it Maschinengewehren beschossen. Diese italienische Fliegertätigkeit ist wahrscheinlich ein Zeichen dafür, daß die Italiener einen Angriff gegen die Abessinier im Gebiete von Amba Maghi vorbereiten. Arbeitslosen-Welhnachtshllfe unserer Bodenbacher Genossen Mehr als 100.000 Kü verteilt Kein Arbeitsloser von Bodenbach blieb in diesen Tagen unbeschenkt. Die Stadt- gemeinde, an deren Spitze Genoffe Fritz Keßler steht, leistete aus eigenen Mitteln das Möglichste. Außer namhaften Sachspenden in Lebensmitteln.wurden Kinder bekleidet, wozu die Stadt 50.000 KL aufwendete, aber auch für E r w a ch s e n e weitere 15.000 KL für den gleichen Zweck. Daneben hatte die Stadt eine Sammelaktion unter dem Titel „Graue Weihnachten" eingeleitet, die fast 40.000 KL erzielte, welche die Arbeitslosen in B a r e m ausbezahlt erhielten. Somit konnten zu den Feiertagen neben der staatlichen LebenS- mtttelaktion den Arbeitslosen Werte zugeführt werden, die den Betrag von 100.000 KL weit übersteigen. Wir haben es nicht notwendig, mit unseren Leistungen, aber auch mit unseren Opfern zu prahlen» wir haben auch nicht die große und kleine Schriflleiterpresie zur Verfügung» ebenso nicht die guten Beziehungen zu Fabrikantenkreisen, wir haben aber die Tatkraft zu handeln und für die Enterbten zu arbeiten. Es ist eben nicht so, wie es He n l e i n verhieß: „14 Jahre habt ihr geredet, jetzt werden wir handeln", sondern sie, die SdP mit ihrer Volkshilfe, reden, reden und reden überall und allerorts, wir aber handeln, wie es das Bodenbacher Beispiel nachweist. Ein Akt besonderer Solidarität ist die in Parteikreisen still, ohne im geringsten an die Parteiöffentlichkeit zu appellieren, du^chge- führte P a r t e i h i l f e für die arbeitslosen Parteigenossen der Groß-Bodenbacher Lokalorganisation. In vier Monaten Sammeltätigkeit wurden 32.000 KL aufgebracht. Bor Weihnachten er- hietten die arbeitslosen Genosien allein 16.000 KL in bar oder Lebensmitteln überreicht. Schlicht und herzlich war die kleine Feier, in der Genosie Richard R e i tz n e r die solidarischen Gefühle verdolmetschte, die jeder Genoffe für den arbeitslosen Genoffen hegt. Diese waren überzeugt, daß die Partes, ihre Pflicht in dieser Zeit erfüllt, wie die Partei davon überzeugt ist, daß auch die arbeitslosen Genoffen ihre Parteipflichten restlos erfüllten. Genoffe Walter, der fiir die arbeitslosen Genoffen dankte, verwies insbesondere darauf, daß diese Art der Hilfe die wahre ist. Die arbeitslosen Genossen werden noch mehr als bisher zup Partei stehen. Beide Aktionen fanden in der gesamten Oeffentlichkeit starke Anerkennung. Industrielle für Verbindlichkeit der KollektiwertrMse In den.Mitteilungen des Deutschen Hauptverbandes der Industrie in der§SR" finden wir einen Bericht über die Arüeitgeberausschußsitzung dieses Verbandes vom 19; Dezember, in welchem auch über die Verbindlichkeit der Textilarbeiterverträge gesprochen wurde. Es ergab sich, wie es in dem Bericht wörtlich heißt:.daß die Verordnung in der Textilindustrie im allgemeinen günstig wirkt, wenn auch die Durchführung manches zu wünschen übrig läßt. Es wurde beschlossen, allfällige Beratungen anderer Industriezweige zur Herbeiführung einer ähnlichen Vorschrift im engsten Einvernehmen mit der Arbeitgeberhauptstelle durchzuführen." In der Frage der Verbindlichkeit der Kollek- tivverträge der Textilarbeiter haben die sudetendeutschen Industriellen einmal einen weniger engherzigen Standpunkt bewiesen, als sie es sonst zu tun belieben. Hoffentlich werden sie diesen Standpunkt auch in Zukunft und nicht nur in dieser Frage allein vertreten. Schwarz-Sender In Nordböhmen Meldungen mit staatsfeindlicher Tendenz Wie der„VeLer" berichtet, ist in der letzten Zeit im Gebiet von Böhm.-Leipa ein Geheimsender zu hören, welcher in deutscher Sprache unwahre Behauptungen über die Verhältnisse in der Republik aufstellt und Alarmnachrichten über angeblich bevorstehende Ereignisse ausschickt. In Böhm.-Leipa und in Haida sollen Hausdurchsuchungen bei verdächtigen Personen vorgenommen worden sein, die bisher kein Resultat brachten. Hitlerdeutschland— eine Gefahr für die Ausländsdeutschen Die„Deutsche Landpost", das Organ der Landbündler, schreibt in einer krittschen Erörterung der neuen Staatsbürgergesetze in Deutschland richtig: Es ist unverständlich, wenn große Kreise der sudetendeutschen Bevölkerung die jüngste reichsdeutsche Scheidung in Reichsbürger und Staatsangehörige gedankenlos zur Kenntnis nehmen oder gar als ersten Schritt zum Ordensstaat bejubeln. Sie sollten vielmehr beten, daß dieser, dem ursprünglichen nationalen Sozialismus widersprechende Grundsatz kein Ausfuhrartikel werde! Seine Einführung in die Nachfolgestaaten entzieht Mserem Kampfe um das Recht den Rechtsboden! Für die Harmlosigkeit unserer Bevölkerung ist nichts bezeichnender als die weitverbreitete Meinung, daß diese Scheidung nur die Arier von den Juden trenne. Reichsbürger kann nur ein„unbedingt verläßlicher Anhänger des Systems" werden. Wer den Verdacht der„Unver- lählichkeit"erregt, kann zum Staatsangehörigen, also zum Bürger 2. Klasse degradiert werden. Sterbende Landeshauptstadt. Der Finanzlandesdirektion in Troppau wurde ein Erlaß zugestellt, demzufolge diese Behörde ab 1. Jänner 1936 aufgehoben wird. Die einzelnen Abteilungen werden allmählich nach Brünn übersiedelt werden. Unter den ersten befindet sich die Wirt- fchastsabteilung und die Buchhaltung. Auch die AbteilungSvorstände und einige höhere Beamte werden übersetzt werden. 2n Troppau verbleibt nur die Finanzbezirksdirektion als zwette Instanz. Schatzgesetzprozeß der Deattchen Landjugend. Am 26. Dezember 1935 wurden von der in der bekannten Schutzgesehangelegenheit der Deutschen Landjugend wegen der Verbindung mit ausländischen Vereinigungen beim Kreisgericht in Leit- meritz eingelieferten Personen Toni Müller, Sepp Summer, Stud. Herbert Bersch, Ern st Neuhauser gegen Kautionsstellung aus der Untersuchungshaft entlaffen. Am 27. Dezember wurde wegen einer schweren Erkrankung der in gleicher Sache beim Leitmeritzer Kreisgericht inhaftierte Karl G i e r s ch i k in daS allgemeine Krankenhaus in Leitmeritz überführt und am selben Tage auch gegen Kautionsstellung Heinrich Keßler auS der Untersuchungshaft entlaffen. Wie wir erfahren, wurde die Enüaffung der anderen Inhaftierten abgelehnt, da die Voruntersuchung bereits abgeschlossen und schon in den nächsten Tagen mit der Anklageerhebung zu rechnen sei. „Ein großes Manöver des Jesuiten Schuschnigg“ Wie Le Populaire die Amnestie erklärt Unter dem obigen Titel beschäftigt sich „L e Populaire", unser Pariser Bruderblatt, mit der Schuschnigg'schen Amnestie, die zwar um der nun befteiten Genossen willen zu begrüßen sei, die aber nur ein großes Manöver des.Jesuiten Schuschnigg" darstelle. Die österreichische Regierung habe wieder einmal gelogen und das sei ihr mit Hilfe internationaler Presse- Agenturen gelungen. Denn die Regierung Schuschnigg hasse doch die nun befreiten Februarkämpfer nicht weniger als die wegen illegaler Tätigkeit Verhafteten und Abgeurteilten und dennoch seien nur jene, zusammen mit etlichen Ra z i S, amnestiert worden, Wenn es nur von Schuschnigg abhinge, wäre kein einziger Sozialist amnestiert worden, nicht einmal im Hinblick auf die K r e d i t e, die man neuerdings von England zu erhalten hofft.„Aber", so schreibt„Le Populaire", die österreichische Regierung will sich mit Hitlerdeutschland wiederper- söhnen. Das faschistische Italien, der Protektor des österreichischen Faschismus, ist durch sein abessinisches Abenteuer so in Anspruch genommen, daß es seinen Einfluß in Wien nicht geltend machen kann; um so weniger, als es nicht einmal die hundert Millionen Franken bezahlen kann, die es der ö st e r r e i ch i s ch e n Industrie für die im Laufe der letzten Monate erfolgten Lieferungen schufet. Die Wiener Regierung löst sich von Rom los; sie hat ihre neue Orientierung noch nicht befestigt, aber sie trifft jetzt gewisse Vorsichtsmaßregeln und will sich die Dankbarkeit Hitlers sichern." Und so beginnt sie mit der Amnestierung der Nazis. Der Jesuit Schuschnigg befreit die sozialistischen Aufständischen des Februar, um die nazistischen Verschworenen des Juli beste ien zu können; der Wiener faschistische Kanzler begnadigt ein paar Sozialisten, um die Mörder seines Vorgängers begnadigen zu können. Wir aber, so schließt„Le Populaire", lassen uns durch die„Generosität" der österreichischen Regierung nicht düpieren; wir fordern totale und General-Amnestie für alle Sozialisten und Revolutionäre Oesterreichs", Uruguay—Sowjetrußland Abbruch der Beziehungen London. Einer Reutermeldung aus Montevideo zufolge, hat die Regierung von Uruguay beschlossen, die Beziehungen mit Sowjetrußland abzubrechen, weil dieses Land Uruguay zum Mittelpunkt der kommunistischen Propaganda in Südamerika gemacht habe. Dem sowjetrussischen Gesandten sollen sofort die Pässe überreicht werden. Vie Ungarn seine Minderheiten behandelt Budapest. Die ungarische Regierung hat eine Verordnung erlassen, auf Grund welcher verfügt wird, daß in allen Minderheitenschulen Ungarns die Unterrichtsfächer„ungarische Volkskunde" und„ungarische Sprache" in ungarischer Sprache unterrichtet werden müssen. Auch bei der Körpererziehung ist die ungarisch« Sprache als Unterrichtssprache anzuwenden. Der Unterricht aller übrigen Gegenstände geschieht in der Sprache der betreffenden Minderheit. Die Verordnung tritt vom nächsten Schuljahr an in Kraft. Rom.(A. P.) Die faschistische Parteileitung in Erythräa wurde abgesetzt, weil sie nicht imstande gewesen sei, die Protestaktionen der italienischen Arbeiter zu verhindern. Die neue Parteileitung soll ein RserneS Regiment einführen. Kttnlggratx Zwischen Jaromkk und Königgrätz fährt der Zug an der jungen Elbe entlang durch die flache Ebene. Rechts der Strecke, weit übersehbar in ihrer schmucklosen Einförmigkeit, verdämmernd im Flimmern des heißen Tages, breitet sich eine Landschaft, in der, weithin verstreut, Denkmäler Klage und kriegerischen Ruhm verkünden: das Schlachtfeld von Königgrätz, die Walstatt, auf der am 3. Juli 1866 die Vormachtstellung Oesterreichs im Deutschen Bunde den vernichtenden Stotz empfing und Preußen sich die Hegemonie auf den Spitzen seiner Bajonette holte. Verstreut liegen die denkwürdigen Stätten: Horiüoves, Sadowa, der Siviebwald, Chlum, bei dessen Kirchlein daS Wirtshaus„Zur Batterie der Toten" an die bis auf den letzten Mann gefallenen Kanoniere des Hauptmanns von der Groeben erinnert, Sttezetitz, Probluz, Nechanitz, Langenhof, die Gehöstgruppc, in deren Nähe die„schöne" Neiterschlacht stattfand. über die Jähn in seiner Monographie über die Schlacht bei Königgrätz schrieb:.Wahrlich ein Schauspiel, auch eines Königs im vollen Maße wert!" lieber die Schlacht bei Königgrätz und über den deutschen Krieg von 1866 ist viel geschrieben worden. Die Bücher verstauben in den Bibliotheken, die Akten in den Archiven. Lassen wir den Staub unberührt. Es ist nützlicher, sich vom Sockel eines der vielen Denkmäler auf dem Schlachtfeld« von Königgrätz aus den Lauf der Geschichte zu betrachten. Als Anlaß für den Krieg Preußens gegen Oesterreich, mit dem Bismarck im Plane seiner .Revolution von oben" ganz kühl gerechnet hatte, kam der Streit um die Beute von 1864 gelegen. Die beiden Mächte, die den Krieg gegen Dänemark als Bundesgenossen geführt hatten, führten nun Krieg gegeneinander, und Oesterreich wurde geschlagen. Wir wissen, wie es weiterging: 1879 kommt unter Führung desselben Bismarck das deutsch-österreichische Schutzbündnis zustande; 1883 tritt Italien, mit dem Bismatck 1866 ein Angriffsbündnis gegen Oesterreich eingegangen war, dem nunmehrigen Dreibunde bei; 1914 ziehen Oesterreich und Deutschland»mit reinen Händen" in den Weltftieg; 1915 erflärt auch Italien den beiden»Bundesgenossen" den Krieg; 1918 liegen Oesterreich und Deutschland besiegt am Boden. Dänemark erhält Nordschleswig als einen Teil dessen, worauf es 1864 hatte verzichten müssen, durch Abstimmung zurück.• Die preußischen, sächsischen und österreichischen Schlachtendenkmäler von 1866 um Jiischin, Königgrätz» Nachod, Trautenau, die Totenmale brüderlichen Blutes verwittern auf dem Boden der Tschechoslowakischen Republik, die sich aus den Trümmern Habsburgisch-Oesterreich erhob, zwischen dem Staate, der bei Königgrätz geschlagen wurde, und dem, der ihn besiegte. Ein Witz der Weltgeschichte, der an Ludendorffs Aufruf„An die Jidden in Paulen" erinnert, wirkt nachträglich als ahnungslos verkündete Prophezeiung: beim Einmarsch der Preußen in Prag am 10. Juli 1866 verhießen Maueranschläge des preußischen Oberkommandos den„Einwohnern des glorreichen Königreichs Böhmen", daß sie durch den„Sieg der gerechten Sache ihre nationalen Wünsche gleich den Ungarn verwirllichen" könnten. Sie haben es 1918 getan. und sie hätten sich dabei auch auf Bismarck berufen können. Es gibt noch mehr solche Witze— nun müssen wir doch den Staub von alten Atten klopfen, oder vielmehr: Hermann Wendel hat es in den Archiven in Berlin, Wien und Belgrad getan und in seiner Schrift»Bismarck und Serbien im Jahre 1866" veröffentlicht, was dabei zum Vorschein kam: am 30. Mai 186.6 depeschierte Bismarck an den Konsulatsverweser Laubereau in Belgrad:„Falls der Krieg ausbricht, kann uns die Bildung eines Slawischen Korps(gegen Oesterreich) nur erwünscht sein"; am 80. Juli 1866:„Sagen Sie Türr(einem Unterhändler): Für jetzt Waffenstillstand, er möge Kräfte und Mittel für die Zukunft auffparen"; am 81. August 1866 hieß Bismarck den Verweser Laubereau der serbischen Regierung„unseren Dank" ausdrücken und»unsere Bereitwilligkeit, die Ge- me infam kett der beidersetttgen Interessen(lies: die Zerschlagung Oesterreichs) für die Zukunft zu betätigen." 1866 standen auf Bismarcks Schachbrett auch serbische Bauern als Reserve gegen Oesterreich— und 1914... Das Ergebnis? Vom Schlachtfelde von Königgrätz aus gesehen gibt es kein„Ergebnis". Die Kriege der Völker haben nie ein Ergebnis gehabt, das nicht schließlich durch einen neuen Krieg korrigiert wurde, nie ein Ergebnis, das nicht friedlich und rein von Blut zu haben gewesen wäre. Sie sind nutzlos und sinnlos gewesen wie die früheren Katzbalgereien der winzigen Rivalen innerhalb eines Landes. Und die Krieg« der Kontinente werden nicht weniger sinnlos bleiben. Wir, Teilnehmer und Mitleidende des Weltkrieges, Sieger und Besiegte, erfahren es schon. Die Geschichte, in der die Kriege eine scheinbar wichtig« Rolle spielen, führt selbst den Krieg als ad absurdum. Kriege wurden geführt, Kriege miteinander und Kriege gegeneinander. 1864» 1866, 1914 bis 1918, von 1870/71 hier gar nicht zu reden. Und jedesmal glaubten die Völker den Spielern am historischen Schachbrett, und jedesmal zogen die Soldaten singend ins Feld. Jedesmal tremolier- ten die Barden, und nach jedem Kriege setzten sich die Historiker hin und schrieben ein neues Kapitel „Weltgeschichte". Wie sagte der aus den Hinterbalten kriegslüsterner Rachegeister ermordete Theodor Lessing?»Geschichte als Sinngebung deS Sinnlosen..." Es wächst MooS auf den Schlachtdenkmälern, «S wächst GraS auf den Festungswällen von Königgrätz. Gutes, grüneS Gras, in dem in der Mittagssonne junge Mädchen sitzen und die kurzen Sommerkleidchen über runde Knie zupftn. In den Kasematten fljrrt der friedliche Lärm der Werfftätten, die sich dort eingenistet haben. In einem Festungsgewölbe baut eine Harmonium« fabrik ihre Instrumente. Ein Arbeiter probt ein halbfertiges Werk; di« orgelartigen Akkorde klingen wie Versuche zu Thorälen. In den sumpfigen Tümpeln um die Sternzacken der FestungSwäll« tönen die kleinen Leierkastenpfeifen der Unken. Wir sehen uns in den.Rasen und schauen hinaus in die weite, flache, flimmernde Landschaft, leise umfangen von den sanften Klagelauten der Unken. Gutes, grüneS, kühles Gras! Dann darfst du alle FestungSwäll« der Erde überwachsen...? Ewald H. Seite 4 Sonntag, 29. Dezember 1935 Mr. 302 Jagesneuigkeiten Mit Bomben gegen einen ſpeienden Bulkan Der Mädchenhändler von Budweis Ein interessanter Versuch auf Hawaii Hilo( Hawaii). Hier herrscht große Auf- suchen, den Lavastrom durch Dynamite regung, da der riesige Lavastrom vom Vulkan sprengungen nach dem Ozean abzulenten. Nauna Loa sich während der Nacht auf Don- Eines der Armeeflugzeuge hat zehn Bom nerstag immer weiter in Richtung Hilo wälzte. ben auf die Spitze des Lavastromes abgeworfen, Der Lavastrom ist nur noch vier Meilen vom hie- der in einer Breite von 70 Metern auf das sigen Wasserreservoir entfernt. 3 wölf Arstädtische Wasserwerk vordringt. Die anderen me e flugzeuge wurden angewiesen, das Flugzeuge bombardierten den Krater des VulLavagebiet zu überfliegen und zu versuchen, den fans. Man will versuchen, durch die BombenabLavastrom durch Bombenabwurf von der würfe den Krater zu verstopfen. Es handelt Stadt abzulenken. Falls der Bombenabwurf er sich um den ersten Versuch, einen Vulkanausfolglos bleibt, würden 50 Armee- Ingenieure ver- bruch durch Menschenhand einzudämmen. Auf den Spuren einer internationalen Bande Aus Wien wird berichtet: Die österreichischen und die schweizerischen Behörden untersuchten bereits längere Zeit die Tätigkeit einer gefährlichen Bande, die zwischen Oesterreich, der Schweiz und rankreich rätselhafte Geschäfte wahr scheinlich Mädchenhandel- betreiben. Das letzte Stückchen der Bande war die Entführung eines jungen Mädchens, Margarethe Werner parkten Leipziger, Chemniger, Mün- rer Kälte auf gefrorenem Boaus Linz. Die Spuren der Entführer wiesen chener, Nürnberger und Berli. den ausgeführt. Allein an Felsarbeiten wurden nach Böhmisch- Budweis und daher haben ner Wagen und die Insassen eilten wie aus- 6 Millionen Stubikmeter bewältigt. Dem Umfang sich die österreichischen Behörden an die tschecho- gehungert in die Delikateßwarengeschäfte, um beim Bau des Kanals zwischen dem Weißen der Erdarbeiten war ziveieinhalbmal größer als flowakische Polizei mit einem Ansuchen um uns für die Feiertage Schmalz und Butter einzu- meer und der Ostsee und 15mal größer als beim terstützung gewendet. Daraufhin wurde in Böhm.- decken. Wie die Untertanen Herrn Hitlers ver- Bau des Wasserkraftwerkes am Dnjepr. Budweis ein gewisser Jan Soba festgenommen, sicherten, ist es unmöglich, selbst im Schleichhan- neuerbauten Brückenanlagen würden, wenn man der ein Mäden zu einer Reise ins Ausland ver- del und zu phantastischen Schieberpreisen, die sie vereinte, eine Brücke über den Aermelfanal leitete und die Prager Polizei hat auch die Margarethe Werner ausfindig gemacht und sie nötigen Fettmengen im braunen Paradies zu ergeben. Beim Bau wurden hunderte von ihren Eltern nach Linz wieder zufüh= erhalten. Wer Geld und ein Auto hat, kann sich ehemaligen Verbrecher n verivendet. ren lassen. Soba wurde bis zur Aufklärung immerhin hierzulande eindecken, den armen Was kann das sein? Die bekannte Film der Ursachen der Entführung und der Ausfindig- Volksgenossen" jedoch bleibt nichts weiter übrig, machung der Mitschuldigen in Haft belassen. als sich,„ boll Vertrauen zu Hitler", bis zum bitteren Ende durchzuhungern! Uebrigens sollen sich, wie mit Bestimmtheit versichert wird, unter den auf Fettjagd gegangenen wohlfituier ten Volfsgenossen diverse Führer" aus Bayern und Sachsen befunden haben! " Großer Devisenschmuggel im Schlafwagen Mailand, Ein Schlafwagenschaff ner Schweizer Staatszugehörigkeit und zwei österreichische Staatsbürger tours Rundfunk- Aktion nur bis 31. Dezember. den wegen Devisenschmuggels verhaftet. Der Das Ministerium für Post- und TelegraphenBei einem der beiden Mittäter fand man über Die schauspielerin Grace Bradly ließ sich mit einer Million Dollar gegen unvorhergesehene Umstände versichern, die sich bei einem Bantettino I Inwood ereignen könnten, zu dem 400 Perfonen geladen wurden. Lindbergh übersiedelt an die Riviera. Die Blätter melden aus Nizza, daß der amerikanische Urkundenfälscherin im Hauptberuf Gine eigenartige Beschäftigung hat die Amerikanerin Louise Polk Wilson, die vom Präsidenten Noosevelt beauftragt ist, seinen Namenszug unter Briefe zu sehen, zu deren persönlicher Unterzeichnung er aus Beitmangel nicht in der Lage ist. Sie schreibt den Namenszug nach zwei Vorlagen des Präsidenten und hat bereits eine so täuschende Aehnlichkeit erzielt, daß die bisher von ihr unterzeichneten 11.000 Briefe faum von den eigenhändig unterzeichneten zu unterscheiden sind. Fliegeroberst Lindbergh sich nach kurzem Aufenthalt in England mit seiner Familie an der französischen als Lockenkopf, Fleischer, Pfeifer, Buchbinder usv., Riviera niederlassen wird. denn als Pratley, Wiggins, Feariman oder StepSchaffner hatte einen Betrag von 200.000 wesen macht amtlich darauf aufmerksam, daß die Umgebung von Patras, Pyrghos und Arta sind die Beinamen erben aber nach den Vätern auch die Ueberschwemmungen in Griechenland. In der toe, wie sie wirklich heißen, zu erfragen. Diese Lire in Banknoten in seinem Schlafwagen ver- Weihnachts- Rundfunkpropaganda- Aktion, die so- lüſſe aus den Ufern getreten und haben tausende Söhne und auch ihre Frauen sind als Frau Lodenſteckt und über die Grenze zu schmuggeln versucht. eben zur Durchführung gelangt, unwiderruflich gektar Bandes überflutet. Einige Brücken wurden Kopf, Fleiſcher, Pfeifer usw. bekannt. 100.000 Lire in Banknoten und 200 Stück Wertz am 31. Dezember I. I. endet. Wer demnach die weggeriffen, so daß der Verkehr an vielen Orten Ungewöhnlicher Schadenersatz. Das Gericht in in Ost po I en richtete ein Ei 3 st ur m gewal- Auto überfahren worden war und einen In der Gegend von Nowogrodek Birmingham hat einer Frau, die von einem tigen Schaden an. Im Umkreise von etwa 20 Kilometern von Nowogrodek sind rund 90 Prozent der Nervenschock erlitten hatte, durch den sie den GeObstbäume vernichtet und in Nowogrodek selbst die ich mads und Geruchsinn verlor, eine elektrischen Leitungen größtenteils zerstört worden. Schadenersatzsumme von 2300 Pfund Stere papiere. Die Täter wurden zu Geldstrafen in der Höhe der beschlagnahmten Summen verurteilt und des Landes verwiesen. Mörderische Kälte New Yort. Die Zahl der Todesopfer der steitägigen Stältewelle und der Schneestürme im Mittel- Westen sowie in den Südstaaten steigt noch immer. Sie beträgt nach den letzten Meldungen 235. Doppelmord bei Lobositz In Radhošt bei Milleschau unterhielt der 46jährige Kutscher Jaroslav Stotalit ein Verhältnis mit der 22jährigen Marie te za c, das nicht ohne Folgen blieb. Kotalik wurde vom Gericht zur Zahlung von 60 Kč monatlich verurteilt, eine Summe, die ihm bei seinem geringen Lohn untragbar erſchien. Um dieſe Belastung abzuſchütteln, entschloß er sich, die Rezac und das Stind zu beseitigen. Er drang in die Wohnung der Kindesmutter ein, stürzte sich auf sie und erwürgte sie auf der Stelle. Dann ergriff er sein Kind, ein Mädchen, das bereits vier Jahre alt war, und erwürgte es gleichfalls. Kotalik wurde verhaftet. Er gestand den Doppelmord sofort ein. Aehnliche Fälle haben sich in letzter Zeit Yeider sehr oft ereignet. Wenn sie wie fürz lich durch die Budweiser Geschwore in aufreizend milder Weise beurteilt nen Vorteile dieser Aktion ausnüßen, nämlich eine Verschiebung des Beginnes der Zahlung der Rundfunkgebühren bis zum 1. April 1936- bewirken will, muß sich um die Rundfunkkonzeſſion bei seiner Postbehörde spätestens bis Ende der Amtsstunden am 31. Dezember I. 3. anmelden. Nach Ablauf dieser Frist wird der Vorteil der Verschiebung des Beginnes der Zahlung der Rundfunkgebühren bereits niemandem mehr und unter keinen Bedingungen gewährt werden. Letzte Fahrt. Samstag früh fand in Apolda das gemeinsame Leichenbegängnis der erschwert ist. Vom Rundfunk Während der Wintersaison bis einschließlich ling zuerkannt. der Osterfeiertage findet beim Postamt Spind, [ ermühle ununterbrochener Telephondienst, beim Postamt Hohenelbe von 7 bis 24 Uhr und beim Postamt Peter von 8 bis 21 Uhr statt. ,, Mondschein- Whiffy". In Aliquippa( PennGenusse von sogenanntem Mondschein- Whiffy", den sie bei Weihnachtsfeiern zu sich genommen hatten. Bisher sind sechs Personen gestorben. Opfer der Eisenbahntata ſtrophe statt fylvanien) erkrankten zahlreiche Personen, nach dem Die Prager Deutsche Arbeitersendung welche sich am Weihnachtstage bei GroßHerlingen ereignet hat. Eine Greisin verbrannt. In der Wohnung der 77 Jahre alten Witwe Milada Boučková in Prag VIII. brach Samstag früh aus nicht be= tannten Gründen ein Brand aus, welcher die Greisin im Bett überraschte. Als die durch den Rauch aufmerksam gemachten Hausnachbarn in die Wohnung eindrangen, fanden sie die alte Frau nur als verkohlte Leiche auf. Patriot Gigli. Der bekannte lyrische Tenor Benjamino Gigli überreichte dem Generalsekretär der faschistischen Partei in Rom eine große Menge bon goldenen Gegenständen als Opfer für das Vaterland. Blutige Religionskämpfe. Wie aus al tutta gemeldet wird, kam es in DeschabanduPark zu schweren religiösen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedabringt in dieser Woche: Sonntag, den 29. Dezember, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 45: Ein schweres Jahr hinter uns ( Josef Hofbauer); Aus der„, Gesellschaft". Eine Londoner Witwe verklagte den deutschen Baron Olaf Korf, den sie beschuldigte, daß er ihr eine beträchtliche Geldsumme entlockt habe. Der Richter beließ den Baron einst- Die Mittwoch- Sendung entfällt wegen des Neujahr- Programms des Radio- Journals); weilen auf freiem Fuß. Unterdeſſen überlegte sich die Witwe die Sache und verheiratete sich Freitag, den 3. Jänner, 18 Uhr 35 bis 18 mit dem Baron. Uhr 45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, den 5. Jänner, 14 Uhr 30 bis 14 Uhr 45: Rechtsschuß der Arbeitslosigkeit ( Dr. Paul Ehrlich). Empfehlenswertes aus den Programmen: Sonntag werden, so darf es einen nicht wundern, wenn ner n. Zwei Personen wurden getötet und 15 batte und einige Städte in Norwegen begründete, Konzert des russischen Gesangchores. 9.25: Konzert fie immer wieder Nach a h m ung finden! 60 Kinder verunglückt und gerettet schwer verletzt. Ein großes Polizeiaufgebot mußte eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Peer Gynt hat gelebt. Nach mühebollen For schungen ist es einem schwedischen Gelehrten gelun gen, Spuren der Persönlichkeit aufzufinden, die Ibsen für seinen Peer Gynt als Vorbild gedient hat. Es war dies ein Spekulant, der 1846 in Dolecarlie geboren wurde und tatsächlich Peer Gynt hieß. Nachdem der unternehmungshungrige Mann gewaltige Vorkommen von Eisenerzen erworben verschwand er plötzlich und niemand wußte wohin. Er hatte seine Verlobte im Stich gelassen und auch sie hatte keine Ahnung, was aus dem seltsamen Menschen geworden war. Später tauchte dieser Beer In dem bulgarischen Dorfe Kesarevo unweit Tödliche Schuhimpfung. In einer Gemeinde Gynt ebenso unvermittelt wie er verschwunden war, von Tarno kehrten Schulkinder von einem Schul- des polnischen Kreises Lomza erkrankten nach wieder in seiner Heimat auf. Ein großer Prozeß ausflug über eine primitive, 55 Meter lange, fehr einer ärztlichen Schußimpfung gegen Sch a r= wurde gegen ihn angestrengt, dem auch Ibsen mit hohe Brücke zurück. Als die Kinder die Mitte a ch 18 Kinder schwer. Drei von ihnen sind der Brücke erreichten, riß infolge des großen Ge- im Krankenhaus ge stor ben. Die Behörden wichtes der Kinder eines der Drahtseile und 60 haben eine Untersuchung eingeleitet, um festzuKinder stürzten mit ihrem Lehrer in die Tiefe. stellen, ob ungeeignetes Serum verZum Glück führte der Fluß wenig Wasser. Die wendet worden ist. Eltern der Kinder, welche durch Glockengeläute auf das Unglück aufmerksam gemacht wurden, liefen sofort herbei und retteten sämtliche Kinder, von denen der Großteil bloß Hautabschürfungen erlitten hatte. Sechs Kinder trugen Arm- und Beinbrüche davon. Brag, Sender 2.: Konzert aus Starlsbad. 8.80: des Prager Bläserquintetts. 14:10: Deutsche landwirtschaftliche Sendung. 17.50: Deutsche Sendung: Querschnitt durch Offenbachs..Orpheus in der Unterwelt". 18.50: Deutsche Presse. 20.10: Orchestertompositionen. 21.35: Salonorchesterkonzert. 22.20: Schallplatten. 22.25: Deutsche Presse. Sender S.: 14:30: Deutsche Sendung: Deutsche Arbeiter regem Interesse beiwohnte. Die Phantasie des Dich- endung: Josef Hofbauer: Ein schweres Jahr liegt hinter uns. 14.45: Schallplatten. 14.50: m ters entzündete sich an dem wechselvollen Schicksal Zwischenatt". Hörspiel. Brünn: 19.10: Musikalis des Angeklagten und so schuf Ibsen die unsterbliche sches Potpourri.- Mähr. Ostrau: 10.15: Unterhal tungsmusik. Figur des modernen Abenteurers. Kaschau: 12.20: Rundfunkorchester, fonzert. oder Abessinische Weihnachten. Weihnachten in AbesSeltsames Unglück. Der Typograph Ernst finien wird nach dem koptischen Kalender erst am Libscher, seine Frau und seine beiden Kinder 29. Dezember gefeiert. Es ist ein Volksfest, bei dem wurden in ihrer Wohnung in Budapest be- ein besonderes Spiel, das Weihnachtsspiel, von allen wußtlos aufgefunden und ins Krankenhaus ge- Bevölkerungstreisen mit Leidenschaft ausgeübt wird. bracht, wo Libscher und die beiden Kinder bereits Es ist eine Art Hoken, aber die Besonderheit des gestorben sind. Der Zustand der Frau ist Spiels besteht darin, daß zur Feier des Tages völlig lebensgefährlich. Die Obduktion hat ergeben, daß Schimpffreiheit besteht. Die leidenschaftliche Anteils Vier Opfer einer Lawine es sich um Vergiftungen durch Leuchtgasnahme am Spiel ist gerade zurückzuführen, daß Wie aus Klagenfurt gemeldet wird, wurden handelt. Da aber das Haus keine Gasle is man hierbei Gelegenheit hat, einander sehr deutlich gestern vier Jäger auf der Weneberger Alm in tung hat, wurden vor dem Hause Grabungen die Meinung zu sagen. Selbst die Diener dürfen ihre Herren beder Umgebung der Gemeinde Irschen bei Spital Metern ein& a 3 ro hr, das infolge der Er- schimpfen, der Schuldner den Gläubiger, der Soldat borgenommen. Man fand in einer Tiefe von drei eigentlich die Sklaven in Kärnten von einer Schneelamine verschüttet. Während drei Jäger in schwer verschütterungen der schweren& a st fuhrwerke seinen Vorgesezten und so fort. Der ernste soziale letztem Zustande geborgen werden konnten, ist geborsten war und von da aus das Gas in das Hintergrund dieser alten Tradition ist der, daß ein Auspuff für die angesammelte Volkswut geschaffen der vierte, Gustav Matschnik aus Irschen, Haus und in die Wohnung gelangt war. getötet worden. Doppelgeleise im Fernen Osten. Im Fernen wird. Often der Sowjetunion schreitet die Errichtung 500 Personen mit bloß vier Namen. Wie Auf der Schmalz- und Butterjagd... Am der zweiten Geleise der Transbaitaler aus London mitgeteilt wird, leben in der fünf MeiDienstag, dem Vorweihnachtstag, konnte man in und der Assuribahn, die den Baikal mit len von Charlbury in der Grafschaft Orford gelegeden Grenzstädten des sudetendeutschen Gebietes, dem Amur verbinden, rasch vorwärts. Im Laufe nen Gemeinde 2e a field 650 Seelen, von debesonders jedoch in Karlsbad, eine inter- bon zwei Jahren sind die zweiten Geleise von nen 500 alles in allem nur die vier Namen Pratley, der Station Karymstaja fast bis Chabarowsk Wiggins, Feariman und Steptoe verwenden. Wenn essante Feststellung machen. Zu vielen un- auf einer Strede von mehr als 2200 Kilometern man aber einen von ihnen finden will, muß man derten waren Reichsdeutsche in ihren Autogelegt worden. Auf dieser neuen Linie ist der seinen Beinamen kennen. Auch die Gemeinde selbst mobilen über die Grenze gekommen, um sich Verkehr bereits aufgenommen worden. Gleichzei ist nach der Karte nicht allzu bekannt, da sie allgebei uns mit jenen Fettstoffen einzu tig verbinden die neuen Geleise die Hauptstadi mein Field Town genannt wird. Die Bewohner decken, die man im ,, Dritten Reich" nur noch Moskau mit dem entferntesten Randgebiet. Die werden nach ihren verschiedenen Eigenschaften umbom Hörensagen kennt. In langen Reihen Arbeiten wurden und werden bei ungeheu- getauft und sind eher, wenn nicht einzig und allein, ST Montag Prag, Sender 2.: 10.05: Deutsche Presse. 12.10: Bolfas auf Schallplatten. 12.35: Salonorchesterkonzert. 13.30: Arbeitsmarkt. 13.40: Chan sons. 17.00: Kinderstunde. 17.40: Weihnachtslieder. 18.10: Deutsche Sendung: Ritter: Die Privatange stellten in der Krise. 18.35: Pädagogischer Funk. 18.45: Deutsche Presse. 19.15: Englisch für Anfän ger. 20.45: Konzert der tschechischen Philharmonie. 22.15: Schallplatten. 22.20: Russisch für Forts Sender geschrittene. 23.00: Deutsche Nachrichten. ten: Tschaikowski. 14.20: Deutsche Sendung: Ulla S.: 7.30: Salonorchesterkonzert. 14.00 Schallplat mann: Tonalität und Atonalität. 14.35: Schallplat Brünn: 15.00: ten. 19.10: Cembalotonzert. Rundfunkorchesterkonzert. 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Müller: Neue Bücherfolge. Mähr. Oftrau: 17.15: Opernizenen. 18.10: Deutsche Sendung: Kinderstündchen. Breßburg: 17.15: Klavierkonzert. Dienstag Brag, Sender 2.: 10.50: Deutsche Presse. 12.10: Strauß- Walzer, 12.35: Salonorchesterton zert. 15.00: Orchesterkonzert 18.10: Deutfche Gene dung: Silvester auf Schloß Frankenstein, Hörspiel. 21.00: Silvestermontage. 24.10: Shallplatten. Sender S.: 7.30: Leichte Mufif.- Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Tschelnik: Extempore, zu Nestroys Gedächtnis. 19.15: Salonorchesterkonzert. Mähr. Oftrau: 17.40: Dorfblasmusik. 19.30: Jazz tompofitionen. 19.55: Silvesterprogramm, Nr. 302 Die goldene Umtauschzeit KASS AAAA Wollen Sie nicht so freundlich sein und mir den Weihnachtsbaum gegen eine Flasche Silvester- Rum umtauschen? M Sonntag, 29. Dezember 1935 Zwei Briefe aus dieser Zeit Die folgenden beiden Briefe wurden uns antwortet. Oder noch besser: ich wäre sofort zu zur Veröffentlichung überlaffen. Sie zeigen, wie Dir gekommen, um Dir den Kopf zurechtzusetzen. zwei Frauen- Generationen zu den brennendsten Leider war beides nicht möglich. Denn ich hatte Problemen des Tages Arbeitslosigkeit und zu tun, und Du weißt ja, daß die Arbeit für mich Striegsgefahr Stellung nehmen. Die Briefe wichtig und lebensnotwendig ist. Jezt aber habe wurden zwischen einer Mutter und ihrer Toch- ich eine ruhige Stunde. Ich will sie benutzen, um ter gewechselt. Die Mutter ist 52 Jahre alt, Dir und nicht nur Dir, sondern auch gleichWitwe eines Lehrers, der im Kriege fiel. Sie zeitig Deinem Mann zu sagen, was ich über lebt in Prag und verdient sich ihren Lebens- den Ausweg ,, Krieg" denke. unterhalt, da sie von der kleinen Pension nicht egistieren kann, mit Wäschenähen. Die Tochter ist sei drei Jahren verheiratet und wohnt mit ihrem Mann und ihrem Kind in einer mittleren Stadt Nordböhmens. Der Mann, ein kaufmännischer Angestellter, vor mehr als einem Jahr arbeitslos. Wir bringen, wie es auch der tatfächlichen Reihenfolge entspricht, zuerst den Brief der Tochter. ( Die Redaktion.) Liebe Mutter, Liebe Käthe, ich bedauere es aufrichtig heute mehr denn je Leben nie für Politik interessiert hast und es auch daß Du Dich in Deinem jetzt noch nicht tust. Dein Vater, den Du leider faum fanntest, war ein wahrhaft freiheitlich und fortschrittlich gesinnter Mann. Diese Gesinnung hat ihm oft genug Schwierigkeiten in seinem Berufe und auch in seinem privaten Leben zu jener Zeit bereitet. Dennoch vertrat er seine Ansichten, an die er fest glaubte, bis zum letzten Augenblick. ich muß Dir nach so langer Zeit auch wieder mal und stets war er bemüht gewesen, mich für seine ein Lebenszeichen geben. Du bist sicher schon be- Interessen zu gewinnen, mich aus der engbegrenz unruhigt. Aber Du kennst mich ja. Wenn es mir ten Sphäre von Haushalt und Kinderstube los nicht gut geht, schweige ich lieber, noch dazu, wo zulösen. Ich wurde durch ihn mit den Lehren des ich weiß, daß Du selbst kein leichtes Leben hast. Sozialismus und der Demokratie vertraut, durch Es gibt nämlich nichts Schönes zu berichten. Ab- diese wiederum ein selbständig denkender Mensch. gesehen davon, daß der Kleine gesund ist und zu Wie gern hätte ich es gesehen, wenn Du Deinem Der Vormarsch der Türkin sehends wächst. Leider fällt es uns immer schwerer, Vater geistig nachgestrebt hättest. An Versuchen Nach Berichten in der türkischen Presse zeigt dem Kind all das zu verschaffen, was man ihm meinerseits hat es, glaube ich, nie gefehlt. Du sich ein ständiges Anwachsen des Einflusses der gern geben möchte. Denn es hat sich nicht geändert. weißt das wohl. Doch leider konnte ich mich ja Frauen im öffentlichen Leben. Im höheren Paul ist immer noch ohne Arbeit. Er schreibt sich nicht in dem Maß Deiner Erziehung widmen, wie Staatsrat sind vier Frauen; in Antara die singer wund, aber auf alle ſeine Bewerbun- es notwendig gewesen wäre. Denn ich mußte Geld allein versehen 19 Frauen richterliche Funt gen kriegt er gar keine oder nur ablehnende Ant- verdienen, Arbeit suchen, und oft blieb ich den tionen und 12 sind Advokatinnen. Unge worten. Im besten Fall vertröstet man ihn auf ganzen Tag über von Haus abwesend. Abends fähr 20 Frauen wirken als Professoren später. Doch das Porto ist weg. Liebe Mutter, war ich dann meistens müde, und auch Du fühlan höheren Schulen und viele Frauen sind als Baul ist ganz verzweifelt. Seine trübe Stimmung test Dich um diese Zeit nicht mehr aufnahme Aerztinnen und Pharmazeutinnen steckt auch mich an. Ich bemühe mich zwar, ihn zu fähig für geistige Probleme und politische Fragen. So wuchst Du heran. Wurdest eines von tätig. 3m türkischen Staats- und Selbstverwal- trösten und ihm Mut zuzusprechen. Doch wenn sich tungsdienst sind heute an 8000 Stenoth gar keine Aussicht für uns zeigt, was soll man da jenen zahllosen jungen Mädchen, die keine anderen pistinnen und in Privatstellungen an 1500 anfangen? Paul ſagte neulich, und er meinte, das Interessen haben als Liebeleien, hübsche Kleider, Beamtinnen beschäftigt. Die Frauen drin- sei auch die Ansicht vieler seiner Freunde, denen Kino, Tanz und ein bißchen Sport. Der Beruf, gen auch in die& abriten ein. In den Fabri- es ebenso geht wie ihm: das Beste wäre, e a den Du ergriffst, machte Dir keine Freude. Die fen von Istanbul und Ankara arbeiten gegenwärtäme krieg! Dann würde über Nacht alles Büroarbeit war für Dich nur zweck zum Geldanders werden. Die einen müßten ins Feld, die erwerb. Dein Trachten ging dahin, allen Sorgen anderen hätten in Fabriken und Betrieben Tag des Daseins so schnell wie möglich zu entgehen und Nacht zu tun. So sei das auch im letzten Krieg durch die Heirat mit einem sogenannten ,, netten gewesen, in dem es nirgends einen Menschen gab, jungen Mann". Du hattest dabei mehr Glück als der Abessinien- Berichterstattung der ohne Beschäftigung war. Liebe Mutter, ich viele Deiner Altersgefährtinnen. Der ,, nette, London. Vor einigen Tagen publizierten Reu- antwortete Paul, daß der Krieg doch etwas junge Mann" tam wirklich und nahm Dich zur ter und einige große englische Zeitungen die Kosten, Furchtbares sei. Wie dürfe man daran denken, die Frau. Nun frohlocktest Du und meintest, alles sei die ihnen durch die Abessinien- Berichterstattung ent- Arbeitslosigkeit durch den Tod von soundsoviel in schönster Ordnung. Das Leben berge von jezi standen sind. Nach Schätzungen von Reuter wird die tausend Menschen beseitigen zu wollen. Paul ab teinerlei Gefahren mehr für Dich. Dein fleiner gesamte englische Presse bis Ende dieses Jahres wiederum erklärte: Schrecklich ist diese Lösung Sohn wurde geboren. Euer Glück schien ohne für die Kriegsberichterstattung mindestens 200 bis schon, aber ich weiß keine bessere mehr. Ich weiß Grenzen. Sorgen? Krankheit? Arbeitslosigkeit? 250.000 Pfund ausgegeben haben. Reuter zahlt nur, es kann nicht endlos so weiter gehen. Denn Not? Nie dachtest Du an solche Schicksalsschläge. wöchentlich allein für die Stabel über 1200 Pfund. dann verhungern genau so viele mit der Zeit, wie Dein Mann verdiente. De in Mann hatte eine Die Zeitung News Chronicle" gibt eine genaue im Kriege fallen würden." Und zuletzt fagte Paul: gute Stellung, war fleißig, tüchtig, ordentlich. Aufstellung über die Spesen: die Entfendung eines Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schreden was hattest Du zu befürchten? Nach Deiner AnSonderkorrespondenten tostet 400 Pfund, sein ohne Ende." Du kannst Dir denken, liebe Mutter, ficht nichts. monatlicher Aufenthalt 75 Pfund, Telegrammspesen daß all das ununterbrochen durch meinen Kopf 100 Pfund wöchentlich, Photographien 400 Pfund geht. Ich gehöre nicht zu den Frauen, die sich um in den bisherigen drei Monaten, Sonderbericht Politik fümmern. Ich kann daher auch nicht beerstattung aus Rom und Genf 100 Pfund wöchenthaupten, ob das, was ringsherum geschieht, etwas lich, Abonnement bei Reuter 60 Pfund wöchentlich. mit Politik zu tun hat. Ich bin gewohnt, in allem ., Daily Sketch" hat ein Flugzeug nach Addis Abeba auf meinen Mann zu hören. Wahrscheinlich wird geschickt: Kosten: 1500 Pfund und 5000 Pfund Ver- Paul recht haben. Es sieht ja auch in der Welt so ficherung. Die Photographen dieser Zeitung erhalten aus, als ob es bald losgehen sollte. Man muß 40 Pfund Honorar wöchentlich; jedes Cliché kommt sich eben gedulden und abwarten, was geschieht. auf ungefähr 3 bis 4 Bfund. Schließlich, Paul und ich, wir können da nichts Herzliche Grüße und Nüsse Deine Tochter Käthe. tig über 20.000 Frauen. Die Kosten Ein Riesenbuchwerk. In Ro m wurde soeben mit der Herausgabe einer ,, Enzyklopädie des Buches", eines Monumentalwerkes von 60 Bänden, begonnen, das alles umfassen will, das " dran ändern. P. S. Nun ist dieser Brief eine einzige Jam bom Buche gesagt werden kann". Die einzelnen mer- 2itanei geworden. Das sollte er eigentlich Bände werden enthalten: Die Geschichte des Bu- nicht sein. Aber helf er sich, mir ist nicht vergnügt ches, eine Bibliographie, Einzelheiten über die Mit- zumute. tel und die Art der Anlegung einer Bibliothek, Beschreibung des europäischen Bücherschazes und des Bücherschatzes der anderen Völker. Bisher sind sechs Bände in prächtiger Schrift auf kostbarem Papier erschienen. Ein Band hat die Bibliographie des Faschismus zum Inhalt. Acgyptens Weg zur Unabhängigkeit Die Antwort der Mutter auf den vergivei felten und ausweglojen Brief der Tochter er folgte einige Tage später. Er lautete: Liebe Käthe, Seite 5 mir mit, Dein Mann habe im Büro für Abschaf fung des Betriebsrates gestimmt. Er meinte, die Interessen der Angestellten würden am besten von der Direktion gewahrt werden. Ich hielt dies für ein schweres Unrecht gegen die Solidarität der arbeitenden Menschen. Trotzdem Du es nicht nett von mir finden wirst, muß ich Dir heute gestehen: ich konnte ein wenig Schadenfreude nicht unters drücken, als Du mir bald darauf mitteiltest, Paul und allen anderen Angestellten seien die Bezüge um zehn Prozent gekürzt worden, Nun, als diese Kürzungen sich wiederholten, sah ja Dein Mann ein, daß die Direktoren doch nicht immer so auf das Wohl ihrer Angestellten bedacht sind, wie er gann auch in Pauls Unternehmen der Abbau. es gutgläubig vermutet hatte. Und schließlich be= Alle Tüchtigkeit nüßte nichts, fein Fleiß, keine lange Dienstzeit. Nicht einmal die Tatsache, daß einer verheiratet und Vater war. Auch seine Unternehmer- Freundlichkeit rettete Paul nicht vor der Kündigung. Länger als ein Jahr, liebe Käthe, seid Ihr ießt eingereiht in ein Heer jener Menschen, die Du früher für untüchtig und arbeitsscheu erklärt hattest. Doch ich nehme an, daß Du heute nicht, mehr dieser Ansicht bist. Und Paul auch nicht. Glaubt, es tut mir leid, daß Ihr durch eine so harte Schule gehen müßt, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß Fähigkeit in unserer Zeit nicht alles ist. Ich wünschte aber, daß Ihr noch mehr daraus lernen solltet. Vor allen Dingen, um hiermit auf das Grundthema Deines Testen Briefes zu kommen: daß der Krieg, genau wieder e Ibstmord, nur ein Ausweg der er 3 weiflung, nicht aberjener der Vernunft ist! Bitte, ich rede zu Dir mit der Ueberheblichfeit eines Menschen in vorläufig noch leidlich ge= sicherter materieller Lage. Von der Du annehmen fönntest, sie mache es mir leicht, schöne Worte zu finden. Ich spreche mit der ganzen Erfahrung meines schweren Lebens. In dem ich auch das Grauenhafteste kennengelernt habe, was eine Generation treffen kann, nämlich- den Kriegl Als der letzte Krieg der Weltkrieg ausbrach, warst Du, mein Kind, vier Jahre alt. Als er endete, acht. Das ist die einzige Entschuldigung, die es für Dich und Deinen so ziemlich gleichaltrigen Mann gibt, wenn Ihr Euch von neuem Morden eine Besserung Eurer Lage erhofft. So klein Du damals warst, trotzdem wirst Du Dich vielleicht noch an einige der vielen schlimmen Dinge erinnern. Kannst Du Dich nicht entfinnen, wie oft Du hungrig in die Schule gehen mußtest? Weißt Du noch, wie wir uns beim Schlangenstehen vor den Lebensmittelgeschäften Tag und Nacht abwechselten? Allein, um ein paar Gramm Kunstfett zu erhaiten? Wie es teine Milch für Dich gab, keine Butter, nur ungenießbare Marmelade und halbverfaultes Maisbrot? Klei der aus Segeltuch, Papierwäsche, Ersaßseise, die weder schäumte noch reinigte? Wie Ungeziefer fich ausbreitete, wie Strankheiten und Epidemien auftraten, die Ruhr, der Typhus und die Grippe? Wie Du im Winter frorji, weil es feine Stohle gab, wie wir tältezitternd im Dunkel saßen, weil fein Petroleum zu haben war? Wie wir mit zerLiebe Käthe, alle Briefe, die Du mir in jener Zeit schriebst, habe ich aufgehoben. Sie strömten förmlich über vor Glück und Seligkeit. Auch dann noch, als rings um Euch die Lebenssicherheit so Bieler bereits zu wanken begann. Darunter die von manchem Eurer Freunde und Bekannten. rissenen Ersatz- Stoffschuhen die fürchterlichen Mit egoistischem Gleichnut berichtetest Du mir. Samsterfahrten über Land machten, um mühselig daß dieser oder jener zum Quartal gekündigt für am Munde abgespartes Geld ein paar Eier worden sei, daß man ihn wegen Schließung des oder ein bißchen Butter aufzutreiben? Möchtest Betriebes entlassen habe, da man da und dort so- Du das alles wieder erleben? wohl Sparmaßnahmen wie Personalabbau bewünschst Du Dir ein solches fürchte. Alles aber stets mit dem Unterton: Baulchidsal für Dich und Dein Kind? fann das nicht geschehen. Das Unternehmen seiner Gesellschaft ist frisenfest, außerdem Paul ist Dir nicht, als Du schriebst: Dein Mann, Du, Ich denke, all diese Dinge überlegtest Du ja jo tüchtig! Und Du empfandest für die vom Eure Freunde, Ihr sähet schließlich den Krieg nicht Unglück der Wirtſchaftstrife Betroffenen wenig als das Schlimmite an. Nach allem, was ich Dit Mitleid. Du hieltest sie eher für Opfer der eigenen jetzt gesagt habe, wirst Du erkennen, daß der AusUnfähigkeit. Ich habe mich über diese Briefe von Dir wenig gefreut. Und hättest Du nur etwas genauer barauf geachtet Du hättest das auch an mei nen Antworten gemerkt. Aber Du hast sie wohl etwas oberflächlich gelesen. Ueber einen Deiner am liebsten hätte ich Deinen Brief umgehend bes Briefe war ich besonders empört. Da teiltest Du besondere Aufmerksamkeit. Der gefährliche überließ. Das Projekt von 1930, ausgearbeitet Charakter der Unruhen wurde aber bald offen von Henderson und Nahas Pascha, sichtlich. Die Wafd verstand es, breite Kreise der d. h. während des labouristischen Regimes in Eng Bevölkerung an sich zu ziehen und sogar die mäs land, legte für Aegypten ein Regime fest, das dem weg in einer anderen Richtung gesucht werden muß. Und wenn Du mich fragst: ,, Wo ist der Ausweg? Was ist das für ein Ausweg?", so antworte ich Dir:„ Es ist der Weg, den der fortgeschrittenste Teil der arbeitenden Menschen geht. Der Weg des Sozialismus! Du und Dein Mann, Ihr allein das hat Euer Schicksal gezeigt fönnt Euch trotz Eurer persönlichen Tüchtigkeit und Anständigkeit nicht helfen. Ueberhaupt tein Einzelner, fein noch so gottbegnadeter Führer vermag das. Nur in der Gemeinsamkeit, im geschlossenen Zusammenstehen Die Hoffnungen der ägyptischen Nationalis Bigen Elemente begriffen die Gefahr, die entste von Jrat ähnlich ist. Aegypten wurde unav für die Gedanken des demokratischen Sozialismus, sten, die durch den italienisch- abessinischen Konshen konnte, falls die Wafd nicht befriedigt wurde. hängig, es sollte Mitglied des Völläßt sich das Ziel erreichen. Sag das Deinem Das Kabinett Nassim Pascha verhandelte terbundes werden und mit Eng= Mann. Sagt es allen! flikt erweckt wurden, sind auf dem Weg der Ver- mit dem englischen Kommissar, der seine Einwil- I and ein Militärbündnis schließen. Der Kriegist furchtbar! Er ist kein. wirklichung. Die Konstitution von 1923 ist wie ligung zur Wiederherstellung der Konstitution zu Dies rechtferigt die Aufrechterhaltung englischer Weg aus dem Elend. Kein Weg aus der Arbeitsderhergestellt. Noch vor einigen Wochen sprachigung derhergestellt. Noch vor einigen Wochen sprach erteilen sich weigerte. Die Unruhen dauerten an. Truppen in Aegypten, die in der Zone von Suez losigkeit. Nur Reaktionäre preisen ihn als Heilin Gildhall der englische Außenminister Sir Alle politischen Parteien bildeten eine Einheits- tationieren sollen. Aegypten dagegen verzichtet mittel zur Beseitigung von Weltkrise, Not, Elend Hoare ganz eindeutig gegen diese Maßnahme. front und forderten die Wiederherstellung der auf seine Souveränität über den Sudan und die und Arbeitslosigkeit. Ihnen verdankt auch die Die Konstitution sollte fehlerhaft" sein Konstitution. Dem König wurde eine Petition Engländer behalten für sich die Kontrolle über Propagierung der Kriegsidee ihren Ursprung. Wir Bweifellos besteht nach englischer Meinung der überreicht. Das Kabinett beschloß zurückzutreten, den Nil. freiheitlich denkenden Menschen verwerfen den Das Projekt mußte vor den Protestlundge- Krieg. Das heißt aber nicht, daß wir uns Hauptfehler der Konstitution darin, daß die Wafd- falls diese Forderung nicht befriedigt werde. Der partei an die Macht kommt, d. H. jene Partei, die König mußte nachgeben. Man spricht davon, daß bungen der ägyptischen Nationalisten aufgegeben fam pflos von jenen Kräften unterwerfen mit besonderer Energie für Aegyptens Unabhän er doch die Einwilligung des Kommissars zu er werden. Diese Tatsache führte dann zum Staats- laffen. In einem aufgezwungenen Krieg- das gigkeit fämpft. Die in Kairo entstandenen Unruhen halten verstand. Es besteht aber kein Zweifel, daß streich vom 1930, bei dem das liberale Regime sag' wiederum Deinem Mann haben wir nicht waren besonders durch Hoares Rede vom 9. No- Englands Nachgeben in ursächlicher Verbindung Englands dem autoritären des Königs Fuad Plaß das Recht, sondern sogar die Pflicht, uns zu ver bember hervorgerufen. Nahas Pascha und seme mit dem afrikanischen Strieg steht. England muß, machen mußte. Es wäre also anzunehmen, daß teidigen. Anhänger unterstützten das Kabinett von Nessim, so lange dieser nicht beigelegt ist, Ruhe in Aegyp- bie Engländer beute mit der Forderung der NaMein Kind, ich glaube, das ist der längste tionalisten, den Vertrag vom 1930 wieder her- Prief geworden, den ich je geschrieben habe. Aber sowie die Front zur Verstärkung der Verteidigung ten um jeden Preis haben. Die weitere Entwicklung der ägyptischen zustellen, zufrieden sein müßten. Es ist dem aber ich glaube auch, daß er notwendig war. Aegyptens. Die Nationalisten waren sogar ein berstanden, mit der Wiederherstellung der Kon- Krise führt geradewvegs zum italienisch- abessini- nicht so. Das Projekt vom 1930 paßt den Konserstitution abzuwarten, damit alle Straft für die Eisschen Konflikt hin. Heute, nachdem die Konstitu- bativen nicht. Sie fanden schon damals, daß es cherheit des Staates eingesetzt werden könnte. Die tion von 1923 wieder hergestellt wurde, wird ihren imperialistischen Interessen nicht entspricht. Krise entstand in dem Augenblick, da die Nationa- auch die Wiederaufnahme des Bündnisprojektes Die afrikanischen Ereignisse unterstrichen noch listen begriffen, daß die englische Regierung die mit England vom Jahre 1930 verlangt. Diese mehr die Bedeutung Aegyptens und des SuezWiederherstellung der Konstitution aufschieven Forderung, die auf den ersten Blick den Engläns Kanals. Es ist also fein Wunder, daß die Engwollte. Die Nationalisten traten dann in Oppo- dern sehr genehm sein müßte, ist aber eigentlich länder heute nicht für dieses Projekt sind. Das fition zur Regierung, sie forderten deren Rück- ein Versuch, die letzte Ziveideutigkeit der Verein- einzige, was sie davon behalten möchten, ist das tritt und unternahmen eine energische antiengii- barung von 1922 zu liquidieren, die den Aegyv- Militärbündnis und Aegyptens Beitritt zum Volbel allen Anlässen ſche Propaganda. Im Anfang schenkten weder tern eine nominelle unabhängig taatsienting terbund. Wie der Streit ausfallen wird, ist fer der Arbeiterfürsorge! gewährt schwer England, noch die Regierung den Unruhen eine hatte, den Engländern aber die zu sagen, Deine Mutter. GEDENKET Seite 6 Prager Zeitung sid Brand in der Autofabrik Walter. In Jinonice bei Prag brach in der Nacht auf Samstag in der Automobilfabrik Walter ein Brand aus, welcher die Sattlerwerkstatt und das angrenzende Lad- und Farbenlager ergriff. Den zu Hilfe eilenden Feuerwehren gelang es erst nach mehr als einstündiger, wegen der sich entwickelnden Gase und des starken Rauches besonders gefährlicher Arbeit, den Brand zu lokalisieren und die übrigen Fabriksobjekte zu retten. Der durch Versicherung gedeckte Schaden wird auf 150.000 Kronen geschäßt. ,, Sozialdemokrat" Die Kinder hatten den ,, uch en peter" ins Herz geschlossen und damit Liebe zum Theater gefaßt. Sie famen denn in erfreulich großer Zahl, als sich ihre kleine Welt weihnachtlich bereitete und auf der Bühne Hauff- Burggrafs Kleiner Mud" sein Erlösungswert an den verlorenen Königskindern zum Jubel der begeisterten Gäste vollendete. Die vom Publikum fast ganz im Stiche gelasfene, allerdings von der Theaterleitung aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht gerade leidenschaft, lich geförderte Oper beschränkte sich auf eine sehr saubere Aufführung des Freischük" mit abwechselnden Gastspielen Theodor S che i dls und Mar Krieners als Kaspar. Es ergab sich dabei das gewiß nicht alltägliche Kuriosum, daß der heimische Operettentenor Sud mann mit gansem Erfolg den May sang. Autobus gegen Elektrische: fünf Verwundete. Gestern nachmittags um halb 3 Uhr stieß ein Motorwagen der Zweier- Linie, der vom Nationaltheater über die Brücke nach Smichow fuhr, mit einem Daß an den beiden Weihnachtsfeiertagen das bom Legionenkai kommenden städtischen Autobuz Ensemble mit 12 V or ste II ungen durch zusammen. Der Lenker des Straßenbahnwagens hielt( ie drei im großen und fleinen Saal), mag hatte, obzwar er gebremst und etwa 20 Meter lang der Außenwelt als Beweis gigantischen ArbeitsSand gestreut hatte, den Zusammenstoß nicht ber- fleißes, dem umliegenden Kreise der Nahestehenden hindern können. Beim Autobus wurde die Karosserie aber als Anruf ihres Gewissens mitgeteilt sein. teilweise eingedrückt, beim Straßenbahnwagen die Die geschlossenen Arbeiterborste II undie vordere Plattform umrahmenden Fenster zer- gen unserer Partei beginnen sich zu stabilisieren; trümmert. Fünf Fahrgäste des Autobus wurden leider mit ausschließlicher Inanspruchnahme des leicht verletzt. Operettenspielplanes. steins ,, Baccarat", Bus- Feketes Geburtstag", S. Adlers Mädchen für Alles". Es ist der Hoffnung wie auch dem Wunsche Ausdruck zu geben, die auch im Schauspielensemble vor allem mit den Damen Schober, Frank und Last und den Herren Feldmar, Wilfert und Berg vorhandenen Qualitäten in der zweiten Hälfte der Spielzeit doch öfter in den Dienst dramatischer Standardwerke zu stellen. G. Möldner. Sonntag, 29. Dezember 1935. r. 302 Die Heirat der Nanynka Kulich Die Hausmeisterstochter heiratet einen Leha rer, wozu fie vom Vater ein Sparkassenbuch über 40.000 Kč bekommt, und ihr Glück wirkt auf die übrigen Bewohner des Hauses so ermunternd, dazz sich bei der Hochzeit noch vier weitere Verlobungen anbahnen. Ein sonniges Idyll also, das uns dieser ( angeblich nach einem Roman des verstorbenen Ignát Hermann angefertigte) tschechische Film Arbeitervorstellung ,, Martha", romantisch- komische vorführt, ein Idyll aus einer Zeit, da die Mütter Uhr nachmittags. Karten ab Donnerstag, täglich ersten Kuß ihrer Töchter energisch in eine Verlo= Oper, am Sonntag, dem 12. Jänner, um halb 3 im Hausflur oder hinter der Tür warteten, um den bon 8 bis 2, 4 bis 6 Uhr, bei Optiker Deutsch, bung umzuwandeln, während die unter dem Pantoffel stehenden und ewig durstigen Väter Wige über Italiener und Abessinier machten. Vermutlich spielt also das Ganze zur Zeit der ersten Schlacht von Adua, in der man allerdings noch nicht so wie hier mit Autos zur Hochzeit fuhr. Der Regisseur Vladimir Slavinský, der Champion jener tschechischen Filmrichtung, die seit der Maryša" als überwunden gilt, hat wieder eine Fülle altmos discher Scherze und Rührszenen angehäuft. Der einzige Fortschritt ist, daß er nicht mehr so oft fingen läßt, dafür läßt er aber um so öfter Monologe sprechen. Antonie Ne do šinská wiederKoruna. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag, 2½ Uhr: Die erste& egion 8 Uhr: Eine Nacht in Venedig 2. Montag, 7½ Uhr: Giuditta, Abonn, aufgehoben. Dienstag, 7 Uhr: Land des La che I n 3, Abonn, aufgehoben, Silvesternachtvorstellung, 10% Uhr: Jimmy 3 Bar( Gastspiel Rosa 2% Valetti), Abonn, aufgehoben. Mittwoch, 21 Uhr: Kasperle reist ins Märchenland, 7% Uhr: Eine Nacht in Venedig, B2. Donnerstag, 7½ Uhr: Die erste 2e= sion, C 1.Freitag 7% Uhr: La Bohé me, volkstüml. Vorstellung, Abonn. aufgehoben. Samstag, 3% Uhr: Kasperle reist in Märchenland, 7% Uhr: Spiel bom e ben und Sterben des Bauern, Gastspiel Hans Multerer mit seiner Laienspielschar, Abonn. aufgehoben. holt ihre goldherzig resolute Mutterfigur zum schät ―eiszungsweise hundertsten Male, Herr Kohout spielt den Ehekrüppel, den früher Herr Bištěk zu spielen pflegte( der sich diesmal mit einer kleineren Rolle begnügt), Růžena Š I e mrová stellt mit den nötigen Uebertreibungen eine Klatschtante von der Pawlaische dar, die junge Vera Ferbasová kopiert wieder Wasserrohrbruch. Gestern um 8 Uhr früh platte gleichfalls übertreibend die Es ist schwer, vor Abschluß des alten Jahres Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, in der Königsstraße in Karolinenthal ein Wasser- einen Ausblick auf die weitere Entwicklung unseres Sonntag, 3 Uhr: Jeanne, 8 Uhr: Anna jagi Trude Großlicht, Vladimir Borský überbietet leitungsrohr, wodurch das Pflaster im Ausmaß von Theaterlebens zu wagen. Das Schicksal der Provinz- n ein. Montag, 8 Uhr: Anna sagt nei n. alle von ihm schon gezeigten faden Liebhaber, und 6 Quadratmetern beschädigt wurde. Der Verkehr bühne liegt wohl überall im ungewissen Dunkel vor- Dienstag, 7 Uhr: Wir werden beob nur Sanka Vitová( die zu schade für diesen blieb eine Zeit lang unterbrochen und mußte umge- uns. Eines aber kann mit aller unbedingtheit aus a dh te t, 10% lhr: Das kleine Bezirks- film ist) versucht in der Titelrolle wirklich menschgesprochen werden: die Theater find gericht, Silvesternachtvorstellung, Erstauffüh- lich zu wirken. leitet werden. Verwundet wurde niemand. 11 n= rung. Fünfzehnjähriger Lehrling überfahren. Das a Is privattapitalistische Personenauto P- 6756 des Chauffeurs Anton Maretternehmen nicht mehr lebens Der andere Napoleon. aus Prag II., überfuhr gestern in der Belcredistraße fähig! Sollen sie und mit ihnen ein Rest unseres 8 Uhr: 23 ir werden beobachtet. in Holleschowitz den 15jährigen Lehrling Josef Kulturlebens erhalten werden, dann muß man sie Freitag. 8 Uhr: Wir werden beoba ch= Majer aus Kamht. Er wurde mit einem Bruch des aus öffentlichen Mitteln subventionieren in einem tet, Theatergemeinde des Kulturverbandes und Maße, daß es dem Theater möglich macht, künst- freier Verkauf. Samstag, 8 Uhr: Anna sagt rechten Fußes auf die Klinik Schloffer gebracht. lerisch wertvolle Arbeit zu leisten. In dieser Frage nein, stellen die Umstände der Zeit ein Ultimatum, das zu rascheſter Entscheidung drängt. Hoffen wir, daß sie im Jahre 1936 getroffen wird in einer Art, die dem verwaisten Kulturleben ein kostbares Gut zurückgibt! Ernst Thöner. Traditionelle Begrüßung des Neujahrs. Silvefter um Mitternacht werden vom A It städters Rathaus turm alttschechische& e st fanfaren ertönen. Hämorrhoiden. Fachärzte für Innerlichkrante laffen in vielen Fällen tagtäglich früh und abends etiva ein halbes Glas natürliches Franz- Josef" Bitterwasser trinken, Aerztlich bestens empfohlen. 8148 Kunst und Wissen Teplizer Theaterbrief bom Premieren am laufenden Band. Zwölf Wochen Spielzeit unter der Direktion Surrle liegen hinter uns. Man muß fie schon in Tage umrechnen; dann weiß man erst die Leis stung zu schäßen, wenn in vierundachtzig Tagen vierunddreißig Premieren her ausgebracht wurden: 15 Schauspiele, 2 Opern, 13 Operetten und 4 Kindermärchen. Außerdem gab es aber noch 5 Ensemble- Gastspiele und eigenen Ensemble bestritten zwei Werbevorſtellungen und eine Schiller- Morgenfeier. Gibt man das Fehlende bis Jahresende dazu, so erhält man als Bilanz 1935: abwechselnd jeden zweiten und dritten Tag eine Premiere! Selbst wenn man die Oper und die Kinder- Märchenvorstellungen unbeachtet läßt und den Spielplan nur mit Schauspiel und Operette bestreitet, ergibt sich die Notwendig feit. ie den dritten Tag eine Premiere anzusehen, Mit dieser Gewaltanstrengung, die im Daseinskampfe der deutschen Provinzbühnen ohne gleichen sein dürfte, versucht Direktor Hurr I e, das Haus dem unzureichen den Besuche zum Troße zu erhalten. Solang, bis von irgendwoher Hilfe kommt. Natürlich erfordert dieses Ringen die restlose Aufopferung der Darsteller und auch des Bühnenpersonals. Früher oder später muß sich dieser Raubbau an Kraft in den Vorstellungen auswirken. Man hofft eben, daß noch vor solchem Zusammenbruch staatliche Subventionen flüssig werden. Gablonzer Theaterbrief Die nach Beginn der heurigen Spielzeit gestellten günstigen Voraussagen für die Direktion Hennig haben sich auch in den weite ren Monaten vollauf be st ätigt. Allein schon der Umstand, daß die stets schwierigen Monate Nobember und Dezember bei anhaltend gutem Besuche und Treue der Abonnenten ohne Defizit verlaufen fonnten, läßt auch für die zweite Hälfte der Spielzeit faum noch wesentliche Befürchtungen in wirtschaftlicher Hinsicht offen. In der Beurteilung der fünstlerischen Ergeb nisse der letzten zwei Monate ist zunächst die dest stellung zu machen, daß in der Spielplangestaltung der Schwerpunkt ausschließlich auf erfolgsichere Stücke der Operette und des Lustspieles verlegt wurde, um den Besuch breitester Kreise des Theaterpu blikums unbedingt wachzuhalten. Für die literarisch oder musikalisch ernster orientierte Minderheit blieb der Spielplan allerdings weniger ergiebig, zudem das Fehlen des ständigen Opernensembles das musikalische Niveau beträchtlich begrenzt und zu einer Häufung von Operetteneinstudierungen nötigt = Das Versprechen der fallweisen Opernauffüh rungen wurde jedoch aufrecht erhalten. Die leider nur einmal möglich gewesene Aufführung von Richard Wagners, a Ifür e" mit Hilde Kon neni( Sieglinde), Fine Reich- Dörich ( Brünhilde), Josef Schwarz( Wotan) und Adolf Fischer( Siegmund) als ganz erstrangige Gäste im Verein mit den heimischen Kräften und Mitteln unter der musikalischen Leitung des außerordentlich begabten Kapellmeisters Tibor Cosma trug den Stempel des ganz großen Kunsterlebnisses. Zu verzeichnen ist dann noch eine sehr nette Einstudierung von G. A. Lorkings ,, Waffen ich mie d", dessen Beseßung teils aus dem eigenen Ensemble( vorzüglich Hilde Prir als Marie und Fred Hülgert als Georg). teils mit lokalen Gästen( Walter Korth als Stadinger und dem begabten jungen Bariton Walter König als Liebenau) bestritten wurde, ebenfalls unter Cosmas musikalischer Leitung. " Mittwoch, 3 Uhr: Kameraden, 8 Uhr: Donnerstag, Rochelle Hudson in dem Shirley Temple- Film ,, Seine fleine Freundin". Der Film " Varieté FTK Vereinsnachrichten ATUS D Atus Prag ladet Sie zu dem am Samstag, den 25. Jänner 1936, unter der Devise ,,& ahrendes VoIt" im Saale des„ Hasičský Sum", Prag XII., Rimstá 45( Malá opereta) stattfindenden Mastenund Kostüm ba II ein. Jeder fann anziehen, was er hat. Musik besorgt Kapelle Papert. Im kleinen Saal Schrammelmusik. Ueberraschungen! Beginn 20 Uhr. Eintritt 10 Kč infl. Steuer. PRAG Mitteilungen der» Urania Sum u Heute halb 11 Uhr vormittags: rum". Ein Glanzfilm der Vorkriegszeit. Ernst Lubitsch's erstes Meisterwerk. Einmalige Vorfüh rung dieses selten zu sehenden Films! ,, Unvergeßliche Filme": ,, B rennende z Geheimni". Nach der gleichnamigen Novelle bon Stefan Zweig. Regie Siodmak. Hauptrollen: Willi Forst, Hilde Wagener( vom Burgtheater). Montag 49 Uhr. Urania- Kino ,, Die Heilige und ihr Narr". Der Liebesroman der Prinzessin Rosmarie v. Agnes Günther. Hauptrollen: Hansi Knoted, Hans Stüwe. Ein Spiel, das sich tief in die Erinnerung gräbt. Heute 2, 4, 6, 149 Uhr. Silvesternacht im Urania- Kino. Lachen Sie sich ins Neue Jahr! Willi Forst, Paul Hörbiger, Oskar Sima, T. v. Halmay in dem tollen Film ,, Die lustigen Hofratstöchter". Lustiges Mitternachtsprogramm! Beginn halb 11 Uhr. Filme in Prager Lichtspielhäusern D. Gaumont: HollyKoruna:„ Nagana, die Gefahr der Tropen." Lucerna:., Königin Christine." Garbo. A. Metro:„ Die Brautschau der NaOlympic: Der neue nhnia Kulichová." Tich. Gulliver." Sowjetfilm. Passage: Tagebuch der Geliebten." D. Praha:..Der grüne Domino." Radio:„ Der neue Gulliver." Sowjetfilm. Stant:„ Es geschah in einer Nacht." Gable, Colbert. A. Světozor: Klar zum Gefecht." Alma: Es gab einmal zwei Schelme." Laurel Bajkal: Mazurka." Pola Negri, Belvedere: Liebe nach No Beseda: ,, Nur ein Komödiant." D. CarlKapitol: Der neue Gulliver." SowjetSchon lange war man auf feinen deutschen Film so neugierig wie auf diesen, der in deutsch- Adria:„ Morgen beginnt das Leben." A. - unter Alfa: Wonder Bar." A. Avion: Seine fleine französischer Gemeinschaftsarbeit entstand der Regie des Pariser Ungarn Nikolaus arkas Freundin." Temple. A. B 36 Kotva: Liebe und Beránek: Mazurka." ( der mit dem Film„ La Bataille" bekannt wurde) Haß." Sowjet- Filmroman. und mit Anna bella in der weiblichen Haupt- Bola Negri. Regie W. Forst. D. Fénix: Königin rolle. Daß die großen Erwartungen enttäuscht wer- Christine." Gr. Garbo. A. Flora:„ Es geschah den, liegt vor allem an der Handlung. Sie geht in einer Nacht." Gable, Colbert. Von den beiden Uraufführungen in der ( wie die Handlung des einst berühmten stummen Varieté." Hans Albers, Annabella. D Operette( ,, Ich und mein kleiner Bruder" ,,, Maha") Das besondere Ereignis des Operettenspiel- Varieté"-Films, den Dupont mit Jannings und wood: ,, Varieté." D. Hvězda: Neues wurde hier schon berichtet. Unterdessen zauberte ( hier muß man so sagen!) der unermüdliche Ober- planes bildete die von unbestrittenem Erfolg beglei Lia de Putti drehte) auf die schon vor fünfzehn Mickey- Programm. Für die Jugend. I regisseur Adi Berger zwei Großerfolge auf die tete Uraufführung von, Dol Daubers Jahren zuerst verfilmten Vier Teufel" zurück, die Julis: Klar zum Gefecht." Annabella. Bühne:„ Die Tänzerin Fanny Elßler" und" Boc- Bojarenliebe" unter der persönlichen schöne Novelle des heute schon halbvergessenen däni- Rinema, B. Th.: Journale, Groteske, Reportage, ab caccio", zwei Triumphe für Hella Quis in den Leitung des Komponisten und bekannten Jazzdirischen Dichters Herman Bang, die schwermütig, 22-7. Titelpartien. Dazwischen machte Der letzte Fiaker" genten. Das Libretto von Boruzky und Steinberg- spannend und tragisch von Liebe und Eifersucht in aus dem Nachkriegswien seine Aufwartung, auf der Frank ist, an Gewohntem gemessen, durchaus ori- einer Trapezkünstler- Truppe erzählte. Aber von der Bühne Volkspoesie von Schiffler und Schmißer ginell, fast spannend, und die Musik verrät in der Tragik ist in diesem neuen Varieté- Film nur noch in Musik gefaßt als artiges Mitgebringe aus Erfindung wie in der glitzernden Instrumentation ein Streit mit halbem happy end übriggeblieben, breitend. den erfahrenen Schlagerkomponisten. Die noble und von den vier fliegenden Menschen nur ein Das Schauspiel lich seine Auslage Stephan Aufführung, von Dir. Hennig inszeniert, in den Dreieck, das sich durch den Abgang des abgewiesenen Befeffis unterhaltsamer Kosmetit", um nachher Hauptpartien mit den Damen Sonleight und Eberl Liebhabers auf ein glückliches Paar reduziert, wähmit Laverys fesselndem Jesuitendrama ,, Die erste und den Herren Hülgert, Wenning, Pilz- Berger rend bei Bang der Verschmähte seinen Rivalen Legion" die im Kleinen erprobten Darsteller vor und Berg besetzt, gab erneut ein glänzendes Zeug- in die Tiefe stürzen ließ. Die Frage, ob er es auch große Aufgaben zu stellen, die unter Direktor nis von dem hohen Niveau der hiesigen Operetten- in diesem Film tun wird, ist das einzige Aufregende, Das gleiche ist auch von den zahlreichen und der große Trapez- Att, in dem er es schließlich urrles Spielleitung restlos gelöst wurden. pflege. Mit so starken künstlerischen Persönlichkeiten wie sonstigen Neueinstudierungen: Gräfin Marika, Kö- nicht tut, ist auch die beste Leiſtung der Regie. ton: Pygmalion." D. – Illusion:„ Mazurka." D. Friz Kennemann, Karl Ranninger, nigsleutnant( neudeutsch nach dem alten Gußfow), Alles übrige ist eine weder ernste noch wirklich foWalter Gynt, Viktor Sag 1, Ernst Wag Frühlingsluft, Dreimäderlhaus, Letzter Fiaker, Er mische Schilderung des Artiſtenlebens, die nicht film. Lido II.: Es gab einmal zwei Schelme." ner, Louis Vittor, Felicitas Cor da, Lise- und seine Schwester( die unverwüstliche Gesangs- überzeugen kann. Zu allen Schwächen des Films Laurel und Hardy. Louvre: Mazurka." D. lott Reger, Leonie Die lamm und Vera pose) zu sagen, die immer ein dankbares Publikum kommt noch seine sprachliche Verworrenheit. Anna- Maceška:..Mazurka." D. Rory: Die ganze enormen Kräfteverbrauch bella, die hier nur durch Bewegungen bezaubern Welt dreht sich um Liebe." Eggerth. Mandič konnte man nachher Shakespeares ,, Was fanden. Für diesen ihr wollt" und Hjalmar Bergmanns satirische Cha dürfte jedoch eine stärkere Orientierung ne der kann, spricht ein angelerntes, französisch betontes Viva Villa." Wallace Beery. A. rafterkomödie ,, Der Nobelpreis" mit sicherem Erfolge versprochenen Klassischen Operette vorzuziehen sein. Deutsch, dessen Inhalt sie kaum zu verstehen scheint, Die Flucht nach Nizza." wagen. So wertvoll waren diese Abende, daß man Im Schauspiel gab es eine ganz hervorragende und Hans AI ber 3( der nicht mehr jung genug einer Nacht." Gable, Colbert. dazwischen einem auf leichte Unterhaltung bedachten Neueinstudierung des Vierten Gebote 3" für seine Rolle ist) spricht mit ihr in einem an sich ganze Welt dreht sich um Liebe." D. Publikum sein Vergnügen an Lenz- Presbers von Anzengruber mit Alfred Rittig als Gast in sehr echt flingenden Berliner Ringkämpfer- Jargon, Sofiagd in Steineich" und Raymonds seichtem der Rolle des Schalanter, ferner die sehr anerken der seiner Barinerin selbst dann, wenn sie wirklich Deutsch gelernt bätte, noch immer rätfelhaft bleiben Verlanget überall müßte. Um so hochdeutscher bemüht ch der Wiener Attila Sörbiger zu reden, aber er spielt ―eisUnsinn„ Gélestine" gönnen durfte, zumal man dabei Tony Huscher als frisches Naturmädel, Otto Marr als sehr belustigenden Schüchterling und Karl Schmetter als gefälligen Anfänger fen nen lernte. nenswerte deutsche Erstaufführung des tschechischen und Hardy. 97 Regie W. Forst. D. ten." Sport: I Vejvodu: Valdek:„ Es geschah in Veletrhy: Die den Mann, der von Anfang an verschmäht wird, Volkszünder Schauspieles Freie Wolken" von J. Kvapil; eines schlichten, volkstümlichen Werkes mit starkem lyrischen Stimmungsgehalt. Sonst leider nur rein Erfolgstücke, teils alteren, teils neuen Datums: Bern so daß alles Reden umsonst ist. Bezugsbedingungen: Bei Zustelluna ins Haus oder bei Bezug durch die Vost monatlich Kč 16.-. vierteljährig Kč 48.- halbjähria Kč 96.- ganzjährig Kč 192. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Reitunasfrantatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Druderei: Orbis". Druds. Verlags- und Reitungs- A.- G.. Prag.