Einzelpreis 70 Heller (•lnichli«8tich S Heller Porte) ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xn., fochova«r. Telefon 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. UNTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IM PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK 16. Jahrgang Sonntag, 5. Jänner 1936 Nr. 4 Oer feige Schurkenstreich der„Kulturträger“ „Eine wohlüberlegte Dr. Hylander und gewollte Tat“ schildert den bestialischen Mord an Kranken und Verwundeten Addis Abeba. Der Chefarzt der schwedischen Krankenambulanz in Abessinien Dr. Hylander» der zusammen mit Dr. Smith, der seiner Ambulanz zugeteilt ist, in einem Sonderflugzeug in Addis Abeba eintraf, schilderte dem Reuter-Korrespondenten den Verlauf des Bout- bardements, bei welchem auch die schwedische Ambulanz getroffen wurde. Dr. Hylander behauptet, daß es sich dabei um eiue wo hl überlegte undgcwolltr Tat der italieuische« Flieger handelte. Schon einige Tage vor dem Bombardement, führte der Chefarzt aus, schossen italienische Flugzeuge mit Maschinengewehren in die nächste Umgebung der Ambulanz. Am Tage des Bombardements, morgens, als ich mich gerade im Opera- twnssaal befand, wurden wir plötzlich von einem Bomben- und Maschinengewehrkugelregen überschüttet. rings Herumlage«. Das Schreien und Stöhne« der Verwundeten, gemischt mit dem Krachen der brechenden Pfeiler der Zelte, vermehrte» noch das Grauen dieser Szene. Es ist absolut unmöglich, genau anzugeben, wie viele Bimben geworfen wurden, doch dürften ihrer wahrscheinlich 20 gewesen sein. Das ununterbrochene Maschinengewehrfeuer liess die Erde hoch aufspritzen. Man kann sagen, dass unsere gesamten Vorräte vernichtet wurden und daher mussten wir seit dem Bombardement zu den primitivsten Methoden bei der Behandlung unserer Verwundeten unsere Zuflucht nehmen. Dr. Hylander erklärte weiter, seiner Ansicht nach gebe es überhaupt keine Entschuldigung für das Bombardement der Ambulanz, da ihre Zelte durch das Rote K-r e u z, das sehr gut sichtbar war und vollständig den Vorschriften der internationalen Konvention des Roten Kreuzes entsprach, deutlich gekennzeichnet war. Die Behauptungen der Italiener, dass sich die Führer und die Mannschaften abessinischer Abteilungen in unserer Ambulanz versteckten, entbehren jeder Grundlage. Nicht einmal die Mitglieder der Begleitung des Ras Desta befanden sich in unserer Ambulanz. Das im Opcrationssaal anwesende Pflegepersonal erklärt, daß die italienischen F l« g- staffel» sehr niedrig flogen, wahrscheinlich weil sie wußte», daß sie unsererseits keine Schüsse z« befürcht te« hatten. Ole„Wilden** achten das Rote Kreuz I Der Sonderkorrespondent des Reuter- Bureaus war der einzige Journalist,, der bei der Landung des grcssen Flugzeuges, das die schwedischen Aerzte und mehrere andere Verletzte an Bord hatte, auf dem Flugplatz in Addis Abeba anwesend war. Baron von Rosen, der das Flugzeug lenkte, erzählte dem Reuterkorrespondenten nach der Landung, dass er und seine Genossen nach der Landung an der Südfront langsam weitergingen, wobei sie mit einer grossen Roten Kreuz- Fahne winkten. Während des ganzen Weges erblickten sie, in Gebüschen versteckt. Eingeborene, die mit den Gewehren auf sie zielten. Von Rosen, welcher die Eingeborenensprache beherrscht, redete diese Eingeborenen an und, nachdem er ihnen erklärt hatte, dass es sich um eine Rettungsexpedition handle, gestatteten sie den Schweden näherzukommen und geleiteten sie sodann an ihren Bestimmungsort. London.(Tsch. P. B.) Das Bild des Dom- bardewents, das, sich gegen die schwedische Ambulanz richtete, wird durch verschiedene, in London eingelangte Pressemeldungen aus Addis Abeba ergänzt^ f|.„ Dr. Hylander führte u. a. aus, daß zwei Verletzte, die im Augenblick des Bom bardements ans dem Operationstisch lagen, ans der Stelle in Stücke gerissen wurden. Ueber sich selbst teilt Dr. Hylander mit, dass er sich nach dem Bombardement lange Zeit in halbbewußtlosem Zustand befand, infolge des Rauches fast erstickte und infolge des Krachens der Explosionen fast ertaubte. Eine grosse Zahl Roosevelt hob die gutnachbarlichen Beziehungen unter den Staaten des amerikanischen Kontinents hervor; im Gegensatz hiezu deuteten seit dem Jahre 1933 die Stimmung und die Ziele der HäupteiWahlreicher großer Nationen in Europa nicht oen Weg zum Frieden an, ja man müsse von dieser Seite,einen,„wach senden bösen Willen, weiters auf den Angriff abzielende Tendenzen, anwachsendc Rüstungen und leidenschaftlich aufgepeitschte Gemüter, kurz eine Tendenz zur Kenntnis nehmen, die an und für sich Elemente in sich schliesst, die z u de r Tragödie eines all gemein enKrieaes hinführen." Zahlreiche Völker anderer Erdteile, besonder» kleine und kleinste Völker, seien fried- lirbend. Eben deshalb müßten die Herrscher dieser Nationen stets sorgsam die heutige oder eine kommende Möglichkeit eines Einfalles oder eines Angriffes im Auge behalten, der durch die Oberhäupter anderer Staaten verübt werden könnte, dir nicht gewillt seien, ihr Scherflein zu den Prinzipien der Verbesserung des Menschengeschlechtes beizutragen. Die Nationen, die eine. Ausdehnung ihrer Gebiete oder eine Wiedergutmachung des ihnen in früheren Kriegen zugefügten Unrechtes oder Märkte für ihren Außenhandel suchen, zeigen leider nichtdie erforderliche Geduld, um vernünftige und legitime Ziele durch friedliche Unterhandlungen oder durch einen Appell an die besseren Instinkte der Weltgerech- tigkest zu erreichen, und seien zu dem alteN Glau- | Ocn an das Gesetz des Schwertes und zu der trü- von Verletzten wurde durch den Lehm fast vollständig verschüttet, den die italienischen Bomben aus der Erde rissen und in grcsse Höhe schleuderten. Nach dem Bombardement trat Ruhe ein, dann waren aufs neue das Motorengeräusch sich nähernder Flugzeuge und die Einschläge des Maschinengewehrfeuers in den Zelten zu hären. Bei dem Bombardement Wen 28 Hrank? und etwa 80 Mitglieder des Pflegepersonals auf der Stelle getötet worden fein.. ein schwedischer Samariter seinen Wunden erlegen Addis Abeba.(Renter.) Ein Mitglied der schwedische« Ambulanz, die Montag von italienischen Flugzeugen bombardiert worden war, namens L« n d st r o m, ist seinen Verletzungen erlegen. In den früheren Nachrichten war Lnudstrom nicht unter den Verletzte» angeführt gewesen. Und wieder Bomben auf ein Spital i Addis Abeba. Ein Kommunique der abessinischen Regierung besagt, daß Samstag früh die ägyptischabessinische Note-Kreuz-Ambulanz bei Daghabur von italienischen Flugzeugen bombardiert und aus Maschinengewehren beschossen wqrde. Die Am, Kulanz wurde schwer beschädigt, doch sind keine Menschenleben z« beklagen. Daghabur, in dessen Umgebung die Ambulanz beschossen wurde, wurde, in den letzten Wochen häufig bombardiert, da es ein bedeutsames Abwehrzentrum der Abessinier bildet, das am Ostflügel der Sudfront vorgeschoben ist. Die Abessinier behaupten, daß diese Bombardements keine Menschenleben forderten. gerischen Annahme zurückgekehrt, daß ne allein ausersehen seien, die Mission der Zivilisation zu vollführen. Der Wrltfriede und die Weltfreundschaft werde von zehn bis fünfzehn Prozent dex Weltbevölkerung verhindert. Deshalb versagen alle Bemühungen nach Abriistung, deshalb werden die Rüstnngen zü Lande und in der Lust ungeheuer verstärkt. Amerika versuche, seinen moralischen Einfluß geltend zu machen gegen die Unterdrückung, Diskriminierung, Unduldsamkeit nnd Autokratie sowie für Redefreiheit, für Gleichheit vor dem Gesetz, für religiöse Toleranz und für die Herrschaft des Bolte». Wir hoffen» erklärte Roosevelt, daß wir nicht an der Schwelle eines neuen Weltkrieges stehen, aber wenn wir einem Kriege gegenübergestellt werden, so wird Amerika durch eine geordnete Neutralität und durch eine angemessene Landesverteidigung bemüht sein, sich vor der Verwicklung in einen nrnen Krieg zu bewahre». Die Deutschen und Europa Von Dr. E. Franzel • II.*)’ Die Form des Zusammenlebens und Zusammenwirkens, die dem preußisch-hitlerdeutschen Imperialismus entgegenzustellen wäre, ist nicht ohne hiswrisches Vorbild, sie braucht nicht einfach konstruiert zu werden. Europa und die Deutschen brauchen sich nur auf das zu besinnen, was tot Preußen da war. Das Reich und Preußen ' Die Deutschen haben ja seit je in Europa eine Sonderstellung, mit.der man als einem P'ü- blem rechnen muß, ob man dieses Problem angenehm findet oder nicht. Die Deutschen sind jahrhundertelang die Hauptträger europäischer Geschichte gewesen. Vom 10. bis zum 13. Jahrhunderts haben sie die unbestrittene Führung des Abendlandes gehabt, bis zum 16. Jahrhundert bleiben sie ein beherrschender Faltor und immer noch die Herren in Mitteleuropa. Sie sind bis an die Schwelle des 1Ö. Jahrhunderts Kolonisten und Kolonisatoren des Ostens und Südostens Europas, vielfach herbeigerufen von den Fürsten der Gebiete, die sie besiedelten. Von daher sind die großen deutschen Volksgruppen an der Wolga und an der Donau, im Baltikum und in Siebenbürgen, jn den Sudeten und in Polen verblieben. Sie haben zugleich im Westen Land abgeben müssen, von ra- her rühren die deutschen Volksgruppen im Elsaß und in der Schweiz. Sie waren jahrhundertelang ein bindendes und kulturbringendes, ein friedliches und brüderliches Element in Europa. Die Form, i, der das Deutschtum damals politisch wirkte, war das alte Reich. Dieses Reich war auf dem föderativenPrinzip, auf weitgehender AutouomieundGleichberech- tigungderTeile aufgebaut. In der Hand der Fürsten wurde die Autonomie der Teile am Ende zum Verhängnis des Reiches. Aber ein Jahrtausend lang hatte das föderative und auto- nomistische Prinzip es ermöglicht, daß in diesem Reiche die Völker von Flandern bis Livland, von Holstein bis Toscana, von Burgund bis Ungarn, friedlich beieinander lebten. In diesem Reich gab es ein freies und gesichertes Königtum Böhmen, waren achtmal die gekrönten böhmischen Könige zugleich erwählte Kaiser, und Prag Haup.» stadt des Reiches. So veraltet und lächerlich oaS Heilige Römische Reich auch war, als es sich endlich auflöste, so war sein föderatives Prinzip doch /as einzig denkbare europäische Organisationsprinzip überhaupt. Dass dieses Reich-durch Preußen gesprengt, durch Preußen abgelöst wurde, war die Ka.a« strophe Europas und des deutschen Volkes,^er letzte Vertreter des alten habsburgischen Reichsgedankens, der Erzherzog-Thronfolger Frcnz Ferdinand d'Este, hatte so unrecht nicht, wenn’i 1913 sagte:„Der Egoismus Preußens sägte den Ast ab, auf dem wir saßen, aber er wird len Hohenzollern kein. Glück bringen. Preussen übir- nahm als denekiöium inventarii den Antagonismus Frankreichs, den es zum gefährlichen Gemn' satz der ganzen Welt ausbaute. Der deutsche Geist, zielbewusst und methodisch, von nicht erlahmender bewunderungswürdiger Energie wäre zum Größten berufen. Der p r e u ss'- Was da 1913 über das Verhängnis des preußisch-imperialistischer Machtgedankens gesagt wurde, gilt auch heute noch. Das europäische Verhängnis begann mit dem Aufstieg Preußens unter Friedrich II., es setzt sich fort über Metternichs verfehlte Politik gegen Napoleon, es vollendet sich 1866 auf den Höhen von * Siche den Artikel in Nr. 2 vom 3. Jänner 1938 Als ich ans der Ohnmacht erwachte, sah ich rings um mich eine schreckliche Szene desBlntvergießens, eine große Zahl üun 2o»e„, Siertzcudru und Verwundeten die „Diktaturen eine Weltgefahr“ Roosevelt kündigt volle Neutralität in allen künftigen Konflikten an Washington. In dem anßenpoliti schen Teil seiner NeujahrSbotschast, die Präsident Roosevelt am Freitag nachts persönlich dem Kongreß vortrug, unternahm Roosevelt einen scharfen Vorstoß gegen die autoritären Regime in Europa, die eine große Aggressivität an den Tag legen und eine ernste Gefahr für den Frieden darstellrn. Für Amerika selbst kündigte Roosevelt für den Fall eines künftigen Krieges st r e n g e Neutralität und das Verbot der Belie ferung beider Streitteile mit Waffen sowie überhaupt mit amerikanischen Erzeugnissen an, soweit sie den Durchschnitt der Lieferungen in normalen Zeiten übersteige. Amerikas Politik sei klar und folgerichtig. ES strebe eine Begrenzung der Rüstungen und eine ftiedliche Lösung von Streitigkeiten zwischen allen Völkern an und verfolge eine doppelte Neutralitätspolitik: erstens durch ein Verbot der Ausfuhr von Waffen und Munition an Kriegführende, zweitens durch eine Verhinderung der Benützung amerikanischer Erzeugnisse durch Kriegführende über den normalen Friedensbedarf hinaus zur Erleichterung ihrer Kriegführung. sche imperialistrsche Machtgedan i Izwängt ihn in gefährliche Bahnenr er ! läßt den Deutschen nicht die Frist zu ihrer vollen > Entfaltung. Preußens Sieg war auch darum.n Unglück, weil er die föderative Entwicklung abschnitt. DaS föderative Prinzip, tas unter Habsburgs Herrschaft das Prinzip Deutschlands geworden wäre, hätte sich von selber auf Oesterreich übertragen; damit wäre Oesterreich stark und lebensfähig geworden." Seite 2 Sonntaff, 3. Jänner 1836 Nr. 4 Kolporteure, Achtung! Der Feiertag(Drei Könige) am Montag ist für da- Aeitungsgewerbe ein normaler Arbeitstag. Unser Blatt erscheint daher am DienStag, den 7. Jänner, wie sonst zur gewohnten Stunde. Königgräh und mündet notwendig in den Weltkrieg als den wahnwitzigen Versuch, einen beträchtlichen Teil der Erde von Finnland bis zum Persischen Meerbusen, vom Don bis zur Schelde, vom Golfe du Lion bis zum Baltischen Meer nach dem preußisch militärischen Prinzip, mit dem Feldwebel als Kulturträger und dem bewaffneten Koofmich als Wirtschaftspionier zu organisieren. Isoliertes Deutschland— zerrissenes Europa Heute halten wir— nicht zuletzt durch die Schuld der Sieger und die Fehler des Versailler Friedens— wieder dabei, daß Preußen alle Anstrengungen macht, der Welt seine Craatsidee, seine Führung aufzudrängen, so- weit es erobernd auszugreifen vermag. Aber dieser Versuch muß wieder beeiden Teilen zum Verhängnis werden. Er führt notwendig zum Kriege. Dieser Krieg aber würde, Ivenn Deutschland siegt, doch ein Imperium der Mitte schaffen, das zwischen der Sowjetunion und dem Britischen R"'ch> mit zwei Dutzend unter« worfenen Völkern im Leibe, mit ungeheurem Explosivstoff geladen, den nächsten Krieg unmittelbar heraufbeschwören würde. Verliert pber Deutschland den Krieg, so bleibt, wie sehr es auch geschlagen werde, das Problem der euro- päischenMitte bestehen, denn die Deutschen sind als Nation zu groß, sind dank ihrer Aufspaltung in viele Gruppen zu widerstandsfähig, dank ihrer geographischen Position zu sehr mit Europa verbunden, als daß es eine dauernde europäische Lösung ohne sie oder gegen sie geben könnte. Man kann sich Europa vorstellen ohne den Balkan, ohne Italien, ohne Spaniea oder Skandinavien, aber nicht ohne Deutschland. Man kann sich aber auch eine der peripheren Halbinseln vorstellen ohne Europa, dagegen ein lebensfähiges Deutschland, ein lebendiges deutsches Volk nur im Rahmen der europäischen Völkergemeinde. Die preußische Lösung mündet über einen Krieg von unabsehbaren Dimensionen in die Aufteilung Europas unter die Weltimperien Asiens und Amerika-. Sie würde Europa und die Deutschen mit ihm vernichten, aus der Geschichte auslöschen, zum Fellachcnschicksal verurteilen. Europäische Föderation Die Gegenparole kann nur heißen: Europäische Föderation; Aufbau des neuen Europa nach den Grundsätzen der Gleichberechtigung aller Völker und Volksgruppen auf der Basis einer sozialistischen Planwirtschaft. Die alte Reichsidee der Deutschen muß in neuer Form aufleben, um die preußische Idee des militärischen Imperiums zu verdrängen. In einer Europäischen Föderation werden die Deutschen al- Gesamtnation einen sicheren LebenSraum haben, weil ein europäisches Minderheitenrecht alle ihre Volksgruppen sichern wird. Aber in einer Europäischen Föderation werden auch die kleinen Nationen Mitteleuropas gegen die Gefahr des Pangerma» niSmuS und ganz Europa wird gegen jede von Asien oder vom Ozean her drohende imperialistische Gefahr geschützt sein. Da- Gebiet, in dem praktisch mit der Föde« ralisierung Europa- begonnen werden müßte— denn derlei wird nicht auf Kongressen beschloffen, sondern wächst wie die Jahresringe eine- Baumes wachsen— ist Mitteleuropa selbst, und zwar sein südöstlicher Sektor, der Donauraum. Hier wieder wie einst bindend, friedlich, brüderlich zu wirken, wäre die M i s- sion der deutschenBolkSgruppen» und hier initiativ zu werden gleichermaßen eine Aufgabe der Deutschösterreicher wie der Sudetendeutschen. Der preußischen Offensive im Donauraum muß, je eher desto wirksamer, ein anderes Konzept entgegengehalten werden und niemand wird behaupten wollen, daß dies etwa die italienische Vorherrschaft sein kann und darf. Hier erwächstdenSlawen, hier erwächst den Nachfolgern und Erben MasarykS erst die große europäische Aufgabe. Habsburg ist an dieser Aufgabe gescheitert und Oesterreich ist darüber zerbrochen. Die mündigen Nationen der europäischen Mitte dürfen nicht daran scheitern, denn dann würde Europa zerbrechen. Der deutsche Sozialismus aber, wenn er nicht bloß neinsagender Antifaschismus sein will, wird der preußisch-imperialistischen Staatsidee mit dem Gedanken der neuen Reiches, der Europäischen Föderation begegnen müsien. „Agrarische Junker" Wir haben erst gestern darauf hingewiesen, daß das Blatt der jungen tschechischen agrarischen Generation„Brazda" seiner tiefgehenden Unzufriedenheit mit der Haltung der agrarischen Presse vor der Präsidentenwahl, insbesondere deS Zentralorgans der Partei, Ausdruck gegeben hat. Dieser Stellungnahme schließt sich nun auch das Blatt der jungen slowakischen Agrarier„Zem" an, in welchem deren Redakteur Vladislav Marovöik unter dem Titel„Die Junker haben es verloren" das Vorgehen der agrarischen Presse kritisiert. Die Agrarpartei hätte bei der Präsidentenwahl ein entscheidender Faktor werden können, ist aber dank deS unüberlegten Handelns eines Flügels der Partei ein zweitrangiger Faktor geworden, was dadurch zum Ausdruck gekommen' ist, daß man mit den Stimmen ihrer Abgeordneten fast nicht mehr gerechnet hat. Auf das schärfste wird sodann der Redakteur Dr. Kahänek deS„Benkov" angegriffen, dem vorgeworfen wird, daß er seine politische Ueberzeugung geändert habe und nun der agrarischen Presse dik» ticrt hat, wie sie schreiben solle. Der Chef-der agrarischen Presse(gemeint ist Senator- Branh) „gehört zu jener Gruppe von Idealisten, welche vom Idealismus nur schreiben". Während sich die slowakischen Agrarier gut gehalten haben, müsse man in Böhmen und Mähren auSputzen. „Auf dem Organismus unserer Partei", so wird, wörtlich gesagt,„ist fremdes Fleisch gewachsen. Wenn wir uns dessen nicht entledigen, wird daS den ganzen Organismus bedrohen. Dieses wilde Fleisch sind die Großgrundbesitzer, welche die eigenen Jnteresten auf Kosten der Gesamtheit durchsetzen... Es ist gleichgültig, welche Bezeichnung sie haben, ob Großgrundbesitzer, Grafen oder Junker. Ihr Ziel ist dasselbe und ist im Gegensatz mit dem unseren, ihre künstliche Freundschaft muß revidiert werden, denn nur so werden Unannehmlichkeiten oder bester gesagt Niederlagen in Zukunft vermieden werden." Der deutsche„Großraum“ Mitteleuropa Ein wertvolles Eingeständnis „Mitteleuropa ist ein Begriff geworden, dessen Wucht sich jetzt durchringt. ES scheint die letzte Wehr gegen daß Natürliche und darum vernünftig« und Notwendige zu sein, wenn diesem Vegriff alS raum- politischer Ersatz Denaupläne verschiedener Vaterschaft gegenübergestellt«erden, die dar Passau und Oderderg Gerne- türme aufrichtrn wollen. ES ist ein ll« s i n«, die mitteleuropäische Wirtschaft ohne den deutschen Jndustrieraum g» einer Ganzheit zu formen. Diese selbstverständliche Erkenntnis setzt sich immer stärker durch, auch in den Kreise« und tri Personen, die noch vor nicht all- zulangrr Zeit dieser abwegigen Meinung waren.,. ES ist leicht gesagt, man werde sich zuerst ohne Deutschland zusammenschlirßen und dann als ein Block mit ihm verhandel«. Run ist aber die deutsche Wirtschaft auch von anderen umworben» dabei von solchen, die ihre von Deutschland begehrten Waren noch billiger liefern können, alS die streife mit de« Stimmen, die meinen» wirtschaftliche Ehetermine hätten sie festzusetzrn." DieS schreibt die in der Schweiz erscheinende Nazi-Korrespondenz Jpa. DaS Geständnis deS Wunsche-, die Grenzpfähle bei Oderbetß oder Passau verschwinden zu machen, ist wohl eindeutig genug! i Ole Politik der versäumten Gelegenheiten Stränsky über die SdP In der Artikelserie, welche Dr. Jaroslav Stränsky in den.^Lidovt Novinn" über die Parteien und die Präsidentenwahl schreibt, befaßt er sich auch mit der Sudetendeutschen Par. tei, worüber er folgendes sagt: Die Henlein-Partei ist in unserer Politik rin Problem besonderer Art. Die leeren Stimmzettel, welche bei der Präsidentenwahl ihre Abgeordneten abgegeben haben, sind gleichsam ein Symbol ihrer einbekaunten unfertigen, unentschiedenen, tappenden Orientierung. Die Partei behauptet, daß sie zur Republik eine positive und aktive Beziehung hat- oder wenigstens sucht— aber bei der Präsidentenwahl hat sie sich nicht einmal darum bemüht:...Was ist ein leerer Stimmzettel? Alles mögliche: wenn der Anschlag auf Benes' Kandidatur nicht abgeschlagen worden wäre, noch bevor die Nationalversammlung den Wladisiawsaal betrat, hätte auch ein leerer Stimmzettel mitentschieden. Was war aber der leere Stimmzettel dort, wo sich tschechische»-slowakische,'oemsche'und magyarische"KgrHcischr.' sozialistische und katholische Parteien auf eine gemeinsame und, sicher auf die beste Kandidatur geeinigt haben? Nichts. Henlein- Partei hat bei der Abstimmung über das letzte außenpoli. tische Expose die Gelegenheit versäumt, der Welt zu zeigen, daß sie nicht nur in diesem Staate, sondern daß sie auch mit ihm leben. Eine zweite solche Gelegenheit hat sie im Wladisiawsaal versäumt, wie viele wird sie noch versäumen? Magyarische Parteien werden aktivistisch? Sowohl die magyarische christlichsoziale al- auch die magyarische Nationalpartei waren bisher im Parlament in grundsätzlicher Opposition zur Regierung. Dieser Standpunkt erfuhr zum erstenmal eine gewisse Korrektur bei der Wahl des Präsidenten der Republik am 18. Dezember, da beide magyarische Parteien für Dr. Benes stimmten. In der letzten Zett haben sich die maßgebenden Faktoren in der Partei mit der Frage befaßt, ob es zu einer Revision ihrer bisher oppositionellen Polittt kommen solle, insbesondere im Hinblick darauf, daß man mit der Möglichkeit des Eintritts der slowakischen BolkSpartei in die Regierung rechnet. Unter den Abgeordneten der beiden Parteien besteht nun eine Strömung, daß man den neuen Verhältnissen Rechnung tragen solle, wozu noch das Bestreben der magyarischen Christlichsozialen kommt, in den sich bildenden katholischen Block ausgenommen zu werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Aenderung der Polttik der magyarischen Parteien bei der kommenden Erweiterung der Koalition zum Ausdruck kommen wird, wiewohl innerhalb beider Parteien e- noch immer einflußreiche Faktoren gibt, di« sich gegen eine positive Politik der magyarischen Minderheit in der Tschechoslowakischen Republik wenden. Berlin unangenehm berührt Paris. Der Havasberichterstatter meldet au- Berlin: Die letzte Rede Roosevelts hat in Berlin einen nachhaltigen Eindruck gemacht, namentlich jene Stelle, wo er erklärt«, je mehr sich die Stellung der Bereinigten Staaten der Sank. tion--vlitik«nd der Genfer Haltung nähere, um so mehr sei das Deutsche Reich ge» nötigt, sich dem Dtaatendlock anzuschliesien, der Italien verurteilt,«nd sich der Genfer Politik an» zunähern. Diese Worte des Präsidenten Roosevelt«nd seine Erklärung, daß die Autokraten ihre Länder in einen Krieg verwickeln, haben in Deutschland ein sehr unangenehme- Echo geweckt. I.ondon hat mehr erwartet Pari-. Der HavaS-Korrespondent berichtet auS London, daß amtliche englische Kreise die Rede Roosevelts nicht kommentieren. Es herrsche namentlich Ungewißheit hinsichtlich der genauen Tragweite jenes Teiles der Rede, in welcher der Präsident seiner Haltung gegenüber den Grundsätzen der Neutralität definiert. Offensichtlich haben die Freunde der Sanktions« polittt gegen Italien eine klarere Stellungnahme Roosevelts erwartet. * Paris. Die Botschaft Roosevelt- Wurde hier mit gemischten Gefühlen ausgenommen. Die angekündigte Politik der Neutralität, ohne daß ein Unterschied zwischen Angreifer und Angegriffenen gemacht würde, wird äl- verfehlt angesehen, da iMÄft'veisi''starken Archrekfer Helfe'.'' Man ist der Ansicht, daß infolge der Botschaft Roosevelt- Ende Jänner in Genf da- Orl- Embargo gegen Italien eingeführt werden wird. Der„Temps" ist der Ansicht, daß die amerikanische Neutralitätspolitik imstande ist, die Bedingungen künftiger Angriffs- oder Verteidigungskriege stark zu ändern. Alle Staaten werden kraft der Ereignisse gezwungen sein, sich industriell so zu organisieren, daß sie im Falle der Notwendigkeit ohne amerikanische Erzeugnisse auskommen könnten. Eine zweite Folge dieser amerikanischen Polittt werde sein, daß die Beziehungen mit jenen Mächten, welche große, bei einem Kriege notwendige Rohstoffvor- räte haben, in erster Linie mit der Sowjetunion, grundlegende Bedeutung erlangen werden. 41 Roman von Karl Stym Copyright by Eugen Prager-V erlag, Bratislava Der Breitpfeiler gibt eben wieder eine seiner Vorstellungen. Die Verholzung splittert, schnalzt und läßt sich willenlos in den Boden schieben. Das Oberflötz reißt und geht kreischend nieder. Es geht zu wie am Jüngsten'Tag, an dem sich die Hölle auftun wird, um die sündige Menschheit in Empfang zu nehmen. Wir sitzen etwas abseits und belächeln diese unnötige Kraftvergeudung. Uhu schläft wie gewöhnlich. Sein Kopf pendelt von der Wand hinter ihm zu den Füßen vor ihm mit der Gleichmäßigkeit einer richtiggehenden Uhr. Hie und da schrickt er auf und schaut erstaunt um sich, um gleich wieder zu pendeln. Röhling deutet auf das Chaos von Kohle und zerfetzten Hölzern und sagt: „Eigentlich ist’s direkter Selbstmord, da noch mal’nein zu kriechen!“ „Meinst du, deine Frau hätte was dagegen?“ witzelt Hell. „Und ob!“* „Vielleicht käme dann ich in Frage. Sieh mich mal an, ob ich nötigenfalls als dein Nachfolger taugen würde!“ Röhling mustert kritisch Hell und wackelt bedauernd mit seinem Kopf. „Ganz und gar nicht!“ „Schade!— Aber sag’ mal, was hast du dir eigentlich angeschafft, einen Jungen oder ein Mädchen?“ „Selbstverständlich einen Jungen!“- Protzt der werdende Vater stolz auf. „Na, so selbstverständlich finde ich das gerade nicht! Ich lachte an Kaninchen!“' „Wieso?“ „Weil, wenn das Ding tatsächlich dir gleich sehen würde, es um die Mühe schade wäre!“ Unser Lachen weckt Uhu. Er sieht uns vorwurfsvoll an; gewiß bezieht er das Lachen auf sich. Röhlings Gesicht ist gutmütig, aber seine breite Stimme trieft vor Spott: „Dann darfst du nur auf Mondkälber hoffen!“ „Mit Hörnern?“ „Meinetwegen!“ „Und großen, dummen Augen?“ „Auch!“ Hell lacht vergnügt Eigentlich sah ich ihn noch nle’so lustig. „Du bildest dir doch nicht ein, daß ich mir meine Kinder von dir werde machen lassen?“ Röhling gibt die Sache auf. Inzwischen hat sich das hitzige Gemüt unseres Breitpfeilers so halbwegs beruhigt. Es sieht verzweifelt genug aus. Ein Schlitz, kaum einen Meter hoch, ist übrig geblieben, von den zweieinhalb Metern vor einer Stunde. Zum Vergleich: Ich messe einen Meter neunundsiebzig und meine Füße heben leider keine Scharniere,« so heißt es also, Kopf zwischen die Knie und rein in die Klappe. Das noch immer andauernde Geschnalze wäre zum Ertragen, wenn nur die Luft ein wenig anständiger wäre. Sie legt sich wie giftiger Gestank auf die ohnehin schwerarbeitenden Lungen. Wir keuchen. Die Lichter schwelen trübrot und fressen die noch vorhandene gute Luft. Macht man eine etwas rasche Bewegung, löschen sie auch schon aus und man hat das Vergnügen, in die Hauptstrecke zurückzugehen, sich dabei den Kopf zehnmal anrennen zu dürfen, um sie wieder anzünden zu können. Am Ort fängt das Streichholz kein Feuer mehr. Der Schweiß brennt niederträchtig in den Augen. Die Kleider kleben an den Leibern, als hätten wir sie eben von der Wäscheschwemme weggeholt. Ich habe eine Deklemmende Engheit in der Brust. Trotzdem, ich dampfe vor Hitze, zieht ein seltsam vorahnendes Frösteln meine Brust zusammen. Der Bergmann hat einen Sinn, der denen, die am Tag draußen leben, fremd ist. Er fühlt instinktiv ein Unglück voraus. Oft tritt er einige Schritte nach vorn, ohne eigentlich zu wissen warum und im nächsten Augenblick geht’s hinter ihm zusammen. Dürfte er diesem Vorausahnen die nötige Beachtung schenken, so gäbe es garantiert um die Hälfte weniger Unfälle. Aber er muß am Platz bleiben, meist so lange, bis es zu spät ist. Er muß Kohle machen, denn fürs Schauen wird er nicht bezahlt... Die Kohle geht leicht her. Wenn es so weiter geht, bringen wir die verlorene Zeit von vorhin wieder herein. Wir taumeln wie eilige Schatten umher. Von Zeit zu Zeit müs- men wir auf einige Minuten in die Hauptstrecke zurück, um die schlappen Lungen mit frischer Luft zu füllen und neue Kraft zu holen. Kohle, Kohle! Wir können sonst nichts mehr denken. Ich wäge eben einen Ueberhang herunter, da schreit Hell: „Aufpassen!“ Ein siedendheißer Schreck durchfährt mich. Die Kohle knirscht. Ich taumle zurück, an einen Stempel. „Lauf’!" Für einen Augenblick taucht Hells verzerrtes Gesicht vor mir auf. Sein Mund ist weit offen und die weißen Zähne leuchten. Dann fällt Kohle zwischen uns. Mein Licht löscht aus. Etwas Schweres fällt auf mich. Funken spritzen herum. Ich fühle mich niedergeworfen und glaube in einen weiten, weichen Raum hinaus zu schwimmen... Das ist also der Tod! Eigentlich habe ich ihn mir viel anders vorgestellt. Wie, weiß ich selbst nicht, nur anders. Und doch, es ist nicht einmal so schlecht, tot zu sein. Ein Bach muß wo in der Nähe sein, weil’s in meinen Ohren so rauscht.— So heiß brauchte es aber nicht zu sein! Nr. 4 Sonnt-,, 5. Jänner 1938 Seit, 3 tfudetendeutscfier Zeitspie&et Menschenraub 1m nultsdilncr Länddicn Ein Sudetendeutscher Ins Dritte Reich verschleppt Zwölf Personen verhaftet, darunter Funktionäre der SdP In der Nacht vom 18. zum 17. November verschwand spurlos aus seinem Waldhäuschen in Petershofen im Hultschiner Ländchen der deutsche Staatsbürger der TSR. Franz Baumann. Man nahm erst an. daß Baumann, von deffen Kränklichkeit man wußte, Aufnahme in einem Krankenhaus gefunden habe. Später aber stellte die Polizei Fönendes fest: I« der Nacht-nm 17. November hatte« sich vier Burschen an daS Haus Baumann» geschlichen und unablässig Saud an die Fensterscheibe« des Zimmer», in dem er schlief, gewar- fen. Baumann erwachte durch da» Gandgeriesel und ging in Nachthemd und Unterhose hinaus, um nach der Ursache zu sehen. Da wurd« er von den vier Bursche« ergriffen und über die«ah« Grenze in» Dritte Reich verschlevvt, wo er sich im Gefängni» in O p p e l n in Haft befindet. Nunmehr setzten sofort umfangreiche Nachforschungen nach den Tätern ein. Bei 40 Personen in Ludger-thal und Peter-Hofen fanden Hausdurchsuchungen statt. IwNf Personen wurde« in Hast genommen. Luter ihnen befinde« sich mehrer« Dezirktfunktio- «Are der SdP. Die bekanntesten ««ter den Verhaftete« find der O b• mann der SdP Max D i e n u 4, der RILhrige Bergmann Johann Z a v a d- s k y, der 3Z Jahre alte Arbeiter Johann O b o t h, Chauffeur Wilhelm L i e z k a, 32 Jahre alt, und der im 40. Lebensjahr stehende Josef S t« f f e k, sämtlich auS Petershofen. Alle Verhaftete« befinden sich im Troppaner Kreitgericht. Bei einem gewisse« Franz Welch wurde ei« Kilogramm E h r a- » itsprengmittel reichsdeutscher Herkunft gefunden und be- schlagnahmt. Auch wird de« Festge«om- menen vorgeworfen,sich der politische« Spionage schuldig gemacht zu haben. Im Hultschiner Ländchen herrscht über die Verhaftungen große Erregung, noch mehr aber über das nun endlich aufgeklärte spurlose Verschwinden des kränklichen Baumann. Bei den Hultschiner Henleins aber herrscht begreiflicherweise arge Betroflenheit. Wir wollen und dürfen dem gerichtlichen Verfahren nicht vorgreifen. Aber weitergeben wollen und müssen wir die Frage, die durch die Bevölkerung geht: Wie WM Httlerdeutschland sei» Der- hatte« rechtfertig««, eine« durch Raub entführte« kranken Mensche«, einen tschechoflowakische« Staatsbürger, in eine« seiner vefüngntsse festzuhatte«? Her Verbandstag unserer sozialistischen Jugend in TeplNz Sdtönau Eine ernste Tagung m ernster Zeit Tepliy-Schönau. Samstag, den 4. d. M., traten im Kurhaussaale mehr al» 100 Genossinnen und Genossen aus allen Teilen der Republik zu einem außerordentlichen Verbandstag zusammen, dem die wichtige Aufgabe der Klärung zufällt und der entscheidende Beschlüsse Wer-die kommende positive Arbeit aller Untergliederungen des Verbandes zu fasten haben wird. AuS West- und Nordböhmen, auS Mähren und Schlesien. auS Reichenberg und Trautenau, aus dem Herzen des Landes und dem Döhmerwald find junge Arbeiter und Arbeiterinnen in ihren blauen Blusen herbeigeeilt, um als Träger der Bewegung die sozialistische Jugendarbeit der nächsten Zukunft zu gestalten. Bon der Bühne grüßt daS Bildnis Joses Sc ligerS, jenes Führers der sudetendeutschen Arbeiterbewegung, dessen innigste und heißeste Liebe dl r Einheit des organisierten sozialdemokratischen Proletariat» galt. Au» der grünverkleideten ch'interwand leuchten die roten Sturmfahnen unserer Jugend und über dem Rednerpult mahnt »in rotes Transparent die Funttionäre zu wahrer Freundschaft. Um halb 2 Uhr mittag» trat der BerbandS- obmann, Genosse Karl Kern, auf di« Bühne und widmete das erste Wort einem herzlichen Gedenken an die Opfer des Kampfes gegen den Faschismus: Josef Gerl und Walter Rosen» z w e i gl In ihnen verkörpert sich daS Heldentum sozialistischer Treue, der große Geist unbeugsamen Willen» unserer Jungkämpfer. Sie find Blutzeugen der grausamen Taten unserer Feinde. Genosse Kern gedachte noch aller verstorbenen Mitglieder und rief die Jygend auf, die Treue jener Kämpfer durch eifrigste Nachahmung ihre» Wollens zu ehren! Der BerbandStag hörte den Nachruf stehend an. Hierauf erinnerte Kern an den gründenden Verbandstag der Sozialistischen Jugend vor 18 Jahren. Damals besaßen die Treuesten der Treuen nicht» al» da» tiefe, unerschütterliche Bekenntnis zur Sozialdemokratie, wogegen aus der anderen Seite da» bedenkenlose Zerstörung-Handwerk begonnen wurde. Und heute können wir diese Zeitspanne überblicken. Hier Kraft und Größe, die lebendigste Verkörperung de» großen Zukunft-wollenS und dort—- wo e» einstens«ine kommunistische Jugend^gab— den Trümmerhaufen, au» welchem auf» neue der Versuch zur Zerstörung gelenkt wird. Und heute versammeln wir un» in einer Zeit de» großen Umbruch» und der geistigen Unsicherheit zu ernster Arbeit, die geleistet werden möge unter dem Gesichtspunkt d«? großen Verantwortlichkeit, die auf der jungen Generation lastet.(Großer Beifall.) Damit war die Tagung eröffnet. In das Präsidium wurden einstimmig als Vorsitzende Wanka, Patz und Kohlert, als Schriftführer Bludau, Preibisch, Steiner und H a d w i g e r gewählt. Nach kurzer Unterbrechung begrüßte Genosst Wanka den mit großer Herzlichkeit aufgenommenen Genossen Taub, der in Vertretung der Partei erschienen war, und brachte«ine Begrüßungszuschrift des Fürsorgeministers Genossen N e c a s zur Verlesung, die begeistert akklamiert und telegraphisch beantwortet wurde. Unter dem großen Beifall der Delegierten wurde beschlossen, an den Präsidenten der RepuDie billige Watschn Von Oskar Mari* Graf Den Wimblingerhof in Aufhausen hat der NloiS geerbt, nachdem rasch hintereinander sein Vater und seine Mutter gestorben find. Der AloiS — damit ich» gleich sage— ist ewig ein einfacher Mensch gewesen, hat seine Arbeit bei Lebzeiten seiner Eltern gemacht wie. ein Knecht und sich nie eingemischt in daS, was ihn nicht» anging. Er gibt nicht» auf Nobligkeit, wenngleich der Wimblingerhof fast schuldenfrei ist, wenngleich hübsch viel an barem Geld da ist. Und— so ist'S schon auf der Welt— wenn einer nichts aus sich macht, alsdann hat man keine rechte Achtung vor ihm. Drum wurde der Wimblinger-AIoiS lange Zeit von allen Leuten «in bißl über die Achsel weg angesehen. Stme Offenheit wurde als Dummheit auSgelegt, seine Fleißigkeit lobte man zwar, seine gewissermaßen naive Nüchternheit wurde sogar vielfach belacht. Nachdem der AloiS Wimblingerbauer ge- woxden war, kam der Meiserer zu ihm und sagte: „No, Loifl, wia denkst denn jetzt du überhaupt- über- Heiraten." Er hat nämlich-Wei Töchter, der Meiserer und bei ihm gehtS notig zu. „UeberS Heiraten?" sagte der Loifl ohne Ueberlegung:-Ja ja, ich brauchert eigentlich schon a Weib, aba sie müßt halt zu mir passn." „Soso... Ja, mein Gott, Loifl, wenn» a so iS, do laßt sich doch redn", meinte der Meiserer und empfahl ihm angelegentlichst feint ältere Tochter, die Amalie. Der Loifl hörte zu, nickte hin und wieher, schaute sich also die Amalie näher an in der nächsten Zeit und— Wirklich— sie gefiel ihm nicht schlecht. Sie war fleißig, zugänglich, tüchtig in Hau» und Stall. Aber ein» hatte sie doch: Sie war trotz aller Notigkeit ein bißl für da- Feine. Wie sie nämlich einmal ganz zufällig den Wimblingerhof von innen anschaute, meinte sie:„No ja, bißl besser könnt» d' Stubn und d' Kammern schon eing'c'cht sein. So ganz wa» alt» paßt doch nimmer für heutige Zeit»." Der AloiS nahm sich daS zu Herzen. Er hatte st« gern und er wollte nicht al» ein Knauser dastehen vor ihr. „No", sagte er,„döS laßt sich ja abschaffen." Weiter nicht». Er handelt« getreu nach sei«r Art. Er nahm einen hübschen Haufen Bargeld mit, fuhr in die Stadt und ging zum nächstbesten Möbelhaus. Weil er so schäbig beieinander war, schaute ihn der Möbelhändler nicht grad vertrauensvoll an. „Sie wünschen?" fragte er kühl. Der Aloi» musterte kurzerhand«in« schöne Schlafzimmereinrichtung,«ine solid« Bauerngarnitur, fragt« nach dem Preis und sagte alsdann:»Ja ja, dös nimm ich". Er handette nicht. blik, Dr. Benes, ein Begrüßungstelegramm abzusenden. Als Gäste nahmen teil: Für die Partei I a k s ch und Paul, für die Z.G.K. Weigl, siir den Kreis Teplitz der Partei Genosse Krem- s«r, für die Kinderfreunde Hock- Aruk Haufe, Frauenkreiskomitee Steffi Hirsch und S.J.J. Ollenhauer. Der tschechische Jugendverband hatte ein Begrüßungstelegramm gesandt. Hierauf wurde nach einer eingehenden Erläuterung durch den Vorsitzenden Genossen Wanka beschlossen, an die Jugendleitung der KPE ein Antwortschreiben auf ihre seinerzeitige Zuschrift abzusenden. Nach Erledigung der übrigen Formalitäten, Einsetzung von Kommissionen u. a. m. ergriff Genosse Karl Kern, von lebhaftem Beifall begrüßt, zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Die Aufgaben der sozialistischen Jugend in der heutigen Zeit" das Wort. Das ReferatdesGenossenKern wurde mit lebhaftemBeifall ausgenommen. In der Debatte darüber sprach eine große Reihe von Rednern. Um acht Uhr abends wurde der Verbandstag unterbrochen, um den Kommissionen Gelegenheit zu ihren Arbeiten zu geben. Er wird Sonntag früh um acht Uhr fortgesetzt werden. Per Parteitag des ML wurde am Samstag in Prag eröffnet. Der bisherige Parteiobmann Leonhard Kaiser erklärte in seiner Begrüßungsansprache, es müsse wieder dahin kommen, daß eine einzige große deutsche Landvolk-Partei die Geschicke des sudetendeutschen Landvolkes und damit de» Sudetendeutschtums bestimmend beeinflusse. Minister Dr. Spina würdigte die Bedeutung T. G. Masaryks und begrüßte den neuen Präsidenten Dr. Beließ. Die Reichstagung genehmigte die Wahlvcr- schläge, wornach an Stelle Kaisers Gustav Hacker zum Parteiobmann gewählt wird. Hacker betonte in seiner Antrittsrede den Willen des sudetendeutschen Bauerntums, im demokratischen Staat mit der tschechischen Nation gemeinsam den Weg für den Staat für alle Zukunft zu sichern. Das im BdL verkörperte sudetendeutsche Bauerntum sei auch schon seinerzeit den richtigen Weg gegangen; damit müsse auch sein gesunder und echter Nationalismus zum Ausdruck kommen, wie das auch bei der tschechischen Agrarpartei der Fall sei.. Für di« tschechische Agrarpartei nahmen an der■ Tagung Landwirtschaftsminister Dr. Z a- d i n a und Abg. S u ch h teil. S«»pendi«run> ein«» RentamtsleitrrS. Der Regierungskommissär hat den bisherigen Leiter de» städtischen Rentamtes, Arno S e w e r S in Seestadt! vom Dienste suspendiert und gegen ihn da» Disziplinarverfahren eingeleitet. Herr SewerS soll die Rechnung-- bücher„unsachgemäß" geführt haben und über dasFehleneinkgerJour- n a l e keine Auskunft geben können. Man darf ge, spannt sein, wa» da noch alle» an» Tageslicht kommen wird. Film«,«och den«»„Di« Zeit" ruft. W. F. veröffentlicht in der samstägigen„Zeit" einen längeren Filmquerschnitt, in dem er bedauert, daß wir die Standardwerke deutschen Filmschaffens durch die Praxi» unserer Einfuhrkommission nicht zu Gesicht bekommen. Er lobt den„frischen Wind, der seit Jahr und Tag durch die deutschen Filmwerkstätten bläst" und ruft u. a. nach dem berüchtigten Hetz-Film„Fritsennot", gegen dessen Vorführung der russische Botschafter in Berlin Einspruch erhoben hat. Der Film schildert einen Zusammenstoß Wolgadeutscher Bauern friesischer Abstammung mit einer tendenziös brutal dargestellten Bolschewikenhorde. DaS Hauptproblem 1 er nahm schon die Geldscheine au» der Tatcke. »inen ganzen Packen. Das hinwiederum machte den Möbelhändler keineswegs vertrauensvoller, im Gegenteil, der Mensch stutzte und drückte auf ejfimal hinum und herum. „Einen Moment", sagte er schließlich und ging in daS nebenanliegende Büro. Er kam erst nach einer Weile wieder und erkundigte sich etwas fahrig über die Art der Lieferung usw. Nach kurzer Zeit— der Herr Möbelhändler wurde kalkweiß dabei— ging die Ladentür auf und herein trat ein dicklicher Mensch, zeigte einen Polizeiausweis auf und bat den erstaunten Wim« blinger-Aloi», ihm zu folgen. „Ja— ja? Worum jetzt döS", wurde«S dem denn doch zu bunt:„Ja, Herrgott, wos glaub» Sie denn, Herr Nachbar... I möcht doch bitt», erkundigen» Ihne meinezwegn beim Bürgermeister z Aufhausen... Ja, Herrgott." Er zeigte sich von der energischen Seite und der Kriminalwachtmeister wurde bestürzt. Er tat etwa» sehr richtige-, er telephonierte beim Postamt Aufhausen an und nach einer Weile meldete sich der dortige Posthalter und Bürgermeister Josef Essinger und gab also«ine einwandfreie Auskunft über den Alois. Der Möbelhändler Gustav Finf stand dabei und bekam«in Gesicht wie neun Tage Regenwetter, er fing zu schwitzen an, bei jedem Wort wurde er blasser, schließlich schlug er sich dieses Films, nach dem die„Zeit" ruft, ist di« „Rassenschande": ein Fricscnmädchen aus deutschrussischer Ehe, das, der Stimme des„verderbten BluteS" folgend, sich mit einem Russen vergeht, wird von ihren Landsleuten nach altem Blutgesetz verstoßen und in die Wälder vertrieben. Offensive von Süden gegen Addis Abeba? Pari». Einige Pariser Blätter melden, daß Italien eine»rotze neue Offensive vor- berrite, deren Ziel Addis Abeba über die Provinz Sidamo sein wird, die eine der reichsten Gegenden Abessinien» ist. Eine italienische Abteilung solle entlang de» Juba-Flusses, eine zweit« am Daua-Flusse an der Grenze von Kenya entlang und die dritte durch da» Tal des Uebi Sche- beli-Flusses vorgehen. An abessinische« Stellen sei man durch die Nachrichten über diese Offensive nicht sonderlich beunruhigt. Der Regn» erwartet, daß die tropischen Hitzen und die bald einsetzende neue Regen- per'ode die beste Waffe für die Abessinier sein werden. Vie reit drängt... Nach Meldungen aus Somaliland beginnen an der dortigen Küste bereits die W i i.« t e r r e g e n, die sich wahrscheinlich langsam nach Norden zu verschieben werden. Die rege Flie- gertätigkeit an der Nordfront,' wo die Italiener alles bombardieren, was nach, einer feindlichen Truppenansammlung aussteht, läßt vermuten, daß sie auch hier ehestens zu einem Gegenschlag gegen die abessinischen Abteilungen auS- holen werden, die sich Malaie nähern. Auch an der Südfront ist ein Ausleben der Kampstätigkeit zu verzeichnen. Am Nordufer des Flusses Schebeli sind in der Umgebung der Stadt Danana heftige Kämpfe im Gange. 10.000 Bomben— 10 Tote AbdisAbeba. Berichte von der Nord, front besagen, datz die Italiener während der ganzen letzten Woche im Sektor M a k a l e zahlreiche Bomben abgeworfrn hätten. Am 31. Dezember seien in diesem Bezirk ausschließlich Gasbomben verwendet worden. Die Zivilbevölkerung hatte schwer darunter zu leiden gehabt-. Militärisch sind dadurch keine Erfolge erzielt worden. In sechs Tagen wurden gegen 10.000 Bomben abgeworfen. Die bisherigen Berlustziffern belaufen sich auf 10 tote Abessinier, davon zwei Zivilisten, und 15 Verwundete. Italienisches Flugzeug explodiert Der italienische Heeresbericht gibt zu, daß ein italienisches Flugzeug über der Ortschaft Eafta explodierte, wobei die aus einem Offizier und einem Unteroffizier bestehende Besatzung ben Tod fand. Nach abessinischen Meldungen wurde das Flugzeug bei einem großen Bombenangriff auf Cafta(bei Wolkait im Nordwestzipfel Abessiniens) abgeschossen und stürzte brennend zur Erde. Die Macdonalds kandidieren bei Nachwahlen London. Einer der Gegenkandidaten R am sah Macdonalds um da» Parlamentsmandat für die schottischen Universitäten, Dr. Mavor, hat auf die Kandidatur verzichtet. Ob sich ein liberaler Kandidat bewerben wird, ist noch nicht sicher, so daß es möglich ist, daß nur RamsayMacdo« N a l d und ein Kandidat der schottischen Nationalisten in den Wahlkampf treten werden: Macdonald jun., der derzeitige Kolonialminister, gab bekannt, daß er, trotzdem seine Kandidatur bej den Ergänzungswahlen im Wahlbezirke Rossand Eromarty seitens der Konservativen abgelehnt wurde, die ihm in diesem Wahlkreise von den Liberalen angebotene Kandidatur annehmen werde. aufS Hirn wie nicht recht geschest und rannte hin und her wie ein Wiesel. „Stimmt, der Herr Wimblinger ist einwandfrei", sagte der Kriminalbeamte. Der Möbelhändler rannte auf den AloiS zu und hauchte wie vernichtet:„E—entschuldigen S'. E—e—ent——" Da aber gab ihm aufgeregterweise der AloiS eine Riesenwatschn, datz der dicke Mensch fast umficl und das hinwiederum veranlaßte en Kriminalbeamten zum Eingreifen, Die Sache verlief aber ander»: Nämlich der Möbelhändler Fink, voller Gier in Anbetracht des gesehenen Geldes, warf sich mit wahrem Löwenmut dazwischen und erhob den stärksten Einspruch. „Aber, wo denken Sie hin, Herr Oberkom» miflar? Wer sagt— ich fühle mich? Der Herr Wimblinger hat recht, ganz recht. Ich bitte Sie, Herr Oberkommissar. Meine beste Kundschaft seit Jahren. Wollen Sie mich ruinieren?... Bitte, was haben Sie gesagt, Herr Wimblinger?.,. Also das Schlafzimmer in Nutzbaum und die Bauernstube, frei Bahn? Nicht, nicht wahr?" sprudelte er, schob ein umS andere Mal den Kommissar weg und winselte schier vor Liebesdienerei. Da mußte der Alms lachen. Breit lachte er au» sich herau»:„I dank schön, Herr Fink. Best» Dank. D' Watschn hobn S' und t brauch jetzt gor koane Möbl mehr. Pfüat Jhna Gott, Herr Nachbar." Und ging zur Türe hinaus. Seite 4 Sonntag, 5. Sännet 1936 Rr. 4 3agesneuigfceUen Waffenübungen im Jahre 1936 Gesuche um Enthebung usw. sofort einbringen! Im Jahre 1036 werden zu Waffenübungen Unberufen werden: Offiziere und Rottmeister in der Reserve: Die Ässentiahrgäuge 1932 und 1930 für vier Wochen, die Assentjahrgänge 1928 und 1926 für drei Wochen(bei den Telegraphenformationen für v i e r Wochen) und vom Assentjahrgang 1924 nur die Angehörigen der Telegraphenformationen für drei Wochen. Mannschaften der Klassifikation A: Bon den Kampfwagenregimentern, den Telegraphen- und Autobatillonen und den DivisionSprovianttnagazinen die Assentjahrgänge 1931 und 1929 für vier Wochen, die Assentjahrgänge 1927 und 1925 für d r e i Wochen. Bei allen Mrigen Truppenteilen der Assentjahrgang 1931 für vier Wochen und die Assentjahrgänge 1929 und 1927 für drei Wochen. Mannschaften der Nlassifikation Bs und B (Wach- und Hilfsdienst): Bei allen Truppenkörpern der Assentjahrgang 1931 für vier Wochen. Dom Assentjahrgang 1929 für drei Wochen lediglich die Angehörigen der Divisionsspitäler, des Militärgeographischen Instituts, der Divisionsprobiant-■ magazine sowie die Rechnungs- und Standesunter- offiziere aller Formationen. Angehörige der Ersatzreserve(ohne Rücksicht auf die Klassifikation): Die Assentjahrgänge 1933, 1931 und 1929 für vier Wochen, die Assentjahrgänge 1927 und 1925 für drei Wochen. Außerdem werden jene Angehörigen der Reserve und der Ersatzreserve einberufen werden, welche die Waffenübung außer der Reihe leisten oder eine frühere Waffenübung nachtragen müssen. Die Reserveoffiziere des Jahrganges. 1933, die eine vierzehnmonatige'Präsenzdienstzeit absolviert haben, werden erst 1937 zur ersten Waffenübung einberufen werden. Die Einberufung zur Waffenübung erfolgt in mehreren Turnussen. Saisonarbeiter sowie Landwirte, welche nachgewiesenermaßen keine Bertretrmg finden können, können über Ansuchen zu besonderen Turnussen von Anfang April bis Ende Mai einberufen werden, ebenso Personen, die eine Auslandsreise unternehmen wollen. Ungestempelte Ansuchen um Einberufung für einen bestimmten Turnus oder um Aufschub der Waffenübung für das nächste Jahr bzw. Abdienung der Waffenubung bei einem anderen Truppenkörper, sind im Wege der Be- zirkSbeborde de? Aufenthaltsortes derart einzureichen, daß fie bis 15: Jänner 1936 bei dem Kommando einlangen, das darüber zu entscheiden hat. Die Gesuche müssen entsprechend begründet werden. Offiziere und Rottmeister in der Reserve überreichen diese Gesuche im Wege des zuständigen ErgänningsbezirkSkommandoS. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nicht alle Gesuche günstig erledigt werden können. Jede Entscheidung durch die hiezu berechtigte Kommandostelle ist endgültig, Beschwerden oder Berufungen gegen eine solche Entscheidung sowie neue Gesuche' können daher' weder berücksichtigt noch überhaupt beantwortet werden. Razi-A««relse in die Schweigesperrt Berlin. Amtlich wird mitgeteilt: Tie Beschränkung des deutschen Reiseverkehrs durch di" schweizerische Regierung hat die Prüfung durch di« beteiligten deutschen Stellen erforderlich gemacht, ob unter diesen Umständen die gegenwärtig geltenden Vereinbarungen über den Reiseverkehr nach der Schweiz noch aufrecht erhalten werden können. Die Reichsregierung sieht sich nunmehr veranlaßt, die Erteilung von Reisebewilligungen einzu- st e l l e n, da die-Maßnahmen der schtveizerischen Regierung mit einer grundlegenden Bestimmung des zur. Zeit geltenden Nleiseverkebrsabkominens nicht vereinbar sind. Die sogenannten genehmigungspflichtigen Reisen zum Zweck des Sanatorien-, Studien- und Erziehungsaufenthaltes bleiben von dieser Einstellung des Reiseverkehrs unberührt. Und diese Menschen will man beugen? Tie töpfere Haltung der österreichischen Arbeiterschaft gegen Polizei- und Heimwehrterror wird, gerade weil sie im Schatten der großen und blutigen Feber-Ereignisse steht, ost nicht genug beachtet. Und doch haben wir allen Grund stolz zu sein auf eine Arbesterschast, die täglich Beweise ihres nirfjt zu beugenden Mutes gibt. Da schildert die „Arbeiter-Zeitung" folgenden Fall: Auf der Sandleitcn ist eine ganze Familie des Namens Horvath von der Polizei festgenommen worden und sitzt seit Wochen schon im Gefängnis. Es sind dies Vater, Mutter, Sohn und Schwiegersohn. Zu Hause ist nur noch e'.nkleinerBub und zweiarbeitslose Schwestern. Ein anderer Sohn war blind und ist inzwischen gestorben. Nach ärztlicher Feststellung wäre er vielleicht zu retten gewesen, wenn man die Mutter rechtzeitig zum Krankenlager gelassen hätte. Das Begräbnis fand am 20. Dezember im Hernalser Friedhof statt. Die Mutter durfte unter Assistenz von zwei Kriminalbeamten am Begräbnis teilnehmen. Sie tat dies tapfer und ungebeugt. Als der Sarg in die Tiefe MMWIM htf w in 61MMI Erläuterungen zum Orteutterungsplan Dumberg MV 1 fWs''ffW 1 AdklPksMße'MMsttz) Jtffn Hotel»MllMius".^,_ 4 Kilometer-Strecke: Die 4-Kilometer-Strecke' bat wiede^m ihren AuSgcmg vom Hotel^Äolks«! haus" ulld führt in aus.holendem Bggen am.LPrst- hang Joachimsthal bis'"zstc'n'eüen Mariasorger ''DK'Stark'W^aßgrMesj'PMVkWWWkckf'uM der 6-Kilometer-Strecke, für alle Strecken das tn der Mitte des OrteS St. Joachimsthal gelegene Hotel „Volkshaus". 30-Kilometer-Strecke: Die 30-Kilometer-Strecke führt, südwestlich ansteigend, den Weg nach PfaffenUJOCNMKÜMUNa: Mariaaorg Pfaffengrun grün entlang, läßt den Pfaffengrüner Spitzberg (Höhe 752 Meter) links liegen, zweigt nach dem Mariasorger Gebiet ab, am 909 Meter hohen Koberberg vorbei nach der Wegkreuzung JvachimS- thal—Mariasorg zu, ab Mariasorger Kreuz geht sie nordwestlich oberhalb Neustadt entlang zum Forst- hauS„Ziegelhütte". Bon da über die Straßenkreuzung Joachimsthal—Abertham in Richtung Gasthaus„Wunderblume", Hinterm Spitzherg (Höhe 1111 Meter) vorbei nach dem staatlicher Forsthaus im Ortsteil„Försterhäuser". Hier ist ein Bogen äüszufahren, der in den Ortsteil Försterhäuser mündet, dann geht es nordwärts die Straße entlang bis zum Eingang von Gottesgab. Bei der „Sachsenschenke" zweigt die" Straße auf Gottes- gaber Flur östlich ab, um dann, die Unruhhäuser links liegen lassend, südlich den sogenannten Hutwegs über die Pfarrwiese entlang bei der Sprungschanze vorbei, vom Hufforsthaus aus in nochmaligem Bogen nach Osten, den Stadteingang von St. Joachimsthal an der sogenannten Kehr zu erreichen. In kurzer Strecke gelangen nun die Läufer ans Ziel 15-Kilometer-Strecke: Die 15-Kilometer-Strecke ist bis unterhalb Forsthaus.Ziegelhütte" die gleiche. Von dort aus führt-sie den Waldweg rechts am Tradtteich vorbei über die Haupffttaße Joachimsthal—Gottesgab hinweg den Schanzenweg entlang bis- vor das Huttoffthaus und mündst dann in den Endteil der 30-Kilometer-Strecke wieder ein. 6-Kilometor-Strecke: Die 6-Kilometer-Strecke^ hat als Start den„Schloßttucm", führt von hier aus mit geringen Abweichungen die neue Mariasorger Straße eütlang bis zum Mariasorger Kreuz, dann über die Zimmerhöhe, das Forsthaus„Ziegelhütte" bald erreichend. Mündet»dann wiederum in die 30-, bzw. 15-Kilometer-Strecke ein, verläßt jedoch dieselbe und kommt, vorbei beim Nadlerhäusel und der sogenannten Spitz, auf die Hauptstraße auf sank, rief sie„Freiheit" und„Freundschaft". Und dieses Volk, dessen grauen durch Mut und Haltung jeden Mann aal der anders Seite der Barrikade beschämen können, sollte sich beugen lassen? Das wird keine»' Ttarhem- berg und keiner Polizei gelingen Und wenn man diese Mensck)en versöhnen, wenn man sie gewinnen will, dann wird man ihnen wohl auch anders kommen müssen, als man es bisher getan hat. Ein Volk wie dieses ist nicht mit Al- mosen für den Staat zu gewinnen. Versöhnt man es aber wirklich, gibt man ihm seu» Recht, dann wird an ihm der braune Ansturm um so sicherer zerschellen! Marlene Dietrich flieht vor den Gangstern. Einer Rentermeldung aus Hollywood zufolge beabsichtigt die bekannte Filmschauspielerin Marlene Dietrich, die Vereinigten Staaten zu verlassen, weil sie die Unterhaltungskosten, die Steuern und, die Gehälter für die sechs Leibwachen zu ihrem und ihrer Tochter persönlichem Schutz nicht mehr aufzubringen vermag. Vertraglich verdient Marlene Dietrich für jeden Film, den sie dreht, ein Honorar von fast drei Millionen Kd. Vor zwei Jahren erhielt Marlene Dietrich die ersten Erpressungsbriefe, in denen der Raub ihres Kindes angedroHt wurde. Seit jener Zeit hat die Film- Sttaße hoch, dann diese abwärts dis zum Hotpp „Volkshaus". Abfahrtsstrecke: vier Kilometer lange Ah- fahrtssttme wogiimr Äll) Meteick stuteckballb des'Keil- berg-Unterkunftshauses. Sie ist insofern ideal gelegen, qls sie gleichzettig die neuerbaute Skiabfahrtsstrecke ist: Alle Erfordernisse eines guten Abfahrtslaufes sind erfüllt. Der letzte Kilometer stellt aber gn das, technische Können der Skiläufer ziemliche Anforderungen, bei denen sich die Meister in der Beherffchung des schwierigen Geländes zeigen können. Sprunglauf: Die Sprungschanze liegt seitwärts vom Gasthaus„Rauschererb" im landschaftlich schönen Rauschererbtal. Die noch vorhandenen Mängel an der Schanze wurden noch vor Anbruch des Winters behoben. Kenner des Sprunglaufes haben sich bei den Besichtiggmgen der Schanze nur lobend ausgesprochen. Auf der Schanze können Sprünge in ziemlichen Wetten erreicht und ausge- fühtt werden, so daß auch für diese Disziplin alle Voraussetzungen zum Zeigen großen Könnens vorhanden find. Der Anmarsch zum Sprunglauf erfolgt vom Hotel„Volkshaus" aus unter VorantRtt der bekannten Bergkapelle von St. Joachimsthal. Slalomlauf: Den Slalomlauf(Kunstlauf) lat man bisher auf den Bundeswinterspörtfesten des Atus noch nicht gepflegt. Da aber Joachimsthal mit seinen freien, steilen Hängen auch für diese Disziplin ideales Gelände hat, findet am Westhang(Herrenacker) ein Slalomlauf statt. Sowohl für die Freunde dieses Sports als auch für den Rodelspott ist also in St. Joachimsthal Gelegenheit geschaffen, sich in ihrer Art zu betätigen und diesen Sportarten neue Freunde zu gewinnen sowie Zuschauer anzu- lccken. Für den Läufer: Für einen ordnungsmäßigen Sanität?- und Streckendienst wird bei allen Läusen in der wünschenswertesten Weise Sorge getragen. schauspielerin sechs Wachen angestellt. Ein idyl- lisPes Land, das schon an die wildesten Gebiete Europas, etwa Berlin, Columbiahaus, erinnert. Herrlich ist das Zigeunerleben... l Die Geudarmeriesahndungsstation in Pilsen schließt eben die Erhebungen über zahlreiche Diebstähle zweier Zigeunerbanden ab, die seit über einem Jahr ganz Westüühmen beunruhigen. Bisher wurde sestgestellt, daß diese Bandest mehr als 150 Diebstähle begangen und Gegenstände im Werte von über 100.000 KL geraubt haben. Sie stahlen insbesondere Kleider, Wäsche, Geflügel, Schweine u. a. Allein in den letzten zehn Tagen vor ihrer Verhaftung brachten die Mitglieder der Bande 16 Schweine im Gewichte von 80 bis 100 Kilogramm in das gemeinsame Lager ein. Die Anführer der Banden waren die Brüder Cermak und Vincencia JnneöHvä, die ebenso wie ihre Komplicen stets mit scharf geladenen Revolvern bewaffnet waren. Bisher wurden mehr als 30 Mitglieder der beiden Räuberbanden dem Kreisgericht in Pilsen eingeliefert. Wiederum eine Strafanzeige gegen eine Ber- ficherungsgesellschaft. Wie wir erfahren, wird die Reihe der bisher wegen Nichteinhaltung der Regierungsverordnung Nr. 89/1935 erstatteten Strafanzeigen durchweine neue, diesmal gegen die italienische Versicherungsgesellschaft„Assicurazioni Generali" in Triest gerichtete Strafanzeige ver- mehrt werden, da die genannte Gesellschaft neu« Angestellte trotz des Vereinbatten Kolleltwvertrags gegen wesentlich niedttgere Entlohnung ausnimmt» aksMn^ArWstessfttt wüt' dcn^gMiMrskerfrage gebühtt. Diese Handlungsweise Widerspttcht offene RAssekMstWerv'kRiuttg, io daß die-Erstctttunq der St'rafaiu^ige am Platze, ist. Es ist eine traurige Erscheinung, daß eine Ver- ficherUNgSostsellschast, die-hier Gast ist, die mit dtn Angestellten vereinbarten Verträge nicht einhält und'es arff elESttafanUige ankomwen läßt. - Hausse in Geschlechtsumwandlungen. Eben erst ist die tschechische Sportlerin Koubkova zu Herrn Koubek geworden. Solchem Ruhm konnte Jugoslawien nicht tatenlos zusehen. Schon unmittelbar nach der tschechischen Nachricht wurde der erste Fall einer 16jährigen Schülettn aus Split gemeldet, die nach gelungener Operation ein Junge geworden ist. Jetzt ist noch eine weitere Operation an einem 28jährigen Mädchen aus Sonrbor vorgenommen worden. /Sie war kaum von der Operation als Mann genesen, als sie auch bereits ihre Jugendfreundin geheiratet hat. Nächtlicher Kampf mit Einbrechern. In der Nacht auf Samstag drangen unbekannte Täter in die Redaktionsräumlichkeiten der Zeiffchttft„V h- ch o d" und ssn das Sekretariat der Rationalen Vereinigung in Pardubitz ein. Die Diebe ertappte der Sekretär Petr, der während der Nacht im Auto von einer Sitzung zurückkehtte und im Sekretariat. Halt machtS. Er erblickte in den Räumlichkeiten einen unbekannten Mann, auf den er sich sogleich warf. Der Unbekannte warf ihm jedoch einen französischen Schlüssel ins Gesicht und sprang sodann aus dem Fenster. Inzwischen rang aus dem Gong der Chauffeur des Autos mit dem zweiten Häteh der ihn am Kopfe verletzte und gleichfalls floh.' Bei der in die Mauer eingelassenen Kassa war bereüs das Mauerwerk ausgebrochen» aber die Kasse selbst, in der sich ein Barbetrag von 4656 KL befand, wurde nicht beraubt. Einer der .Tätet-hat-seinen Hut zurückgelassen. Schon vor- mtttvgs hat die Polizei, zwei verdächtige-junge Letzte festgenommen. ^^.Liemlich unvorsichtig in der Auswahl seiner Mitä'rveiKrsscheink'has Prager Press es ekre- rariat Henleins, gewesen zu feilt.- Sw Sicherheitsrundfunk wurde Samstag wegen des Ver^ch«s der Veruntreuung oer 27jährige Ans gestellte dieses^ Sekretariates Willibald Kufe-, vallch Wucht, oer m eine Bank geschickt wurde» um 10.000 Ke zu beheben. Er besorgte das Inkasso dieses Betrages, verschivand dann aber und würde nicht mehr gesehen. Erst dachte man daran, daß ihm ein Unfall zugestoßen sein könnte, doch wird jetzt diese Möglichkeit gänzlich ausgeschlossen. Der britische Dampfer„Kentbrook", welcher eine Besatzung von sieben Mann hatte, ist seit über einer Woche überfällige Das Schiff hat Plymouth am 27. Dezember 1935 mit Portsmouth als Bestimmungsort verlassen. In London wird befürchtet, daß das Schiff untergegangen ist. Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Unbeständig, vorwiegend bis wechselnd bewölkt, besonders im mittleren Teil der Republik, strichweise jedoch'noch Niederschläge», allmähliche Abkühlung. In den tteferen Lagen meist noch Tauwetter. Im äußersten Osten des Staates relattv warm.:— Wettervorher- sagefür Montag: Auch im Osten der Republik kälter. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus«len Programmen I* Sonntag: Prag, Sender L: 7.30: Konzett aus Karlsbad, 8.30: Orgelkonzert, 9.15: Weihnachtslieder, 12.10: Presse und Wetter, 17.50: Deuffche Sendung: Welttheater„Flucht" Schauspiel von Gals- worthy, 18.50: Deutsche Presse; 20.50: Rundfimk- orchesterkonzett, 22.25: Deuffche Presse, Sport. Sender S: 14.30: Deuffche Sendung: A r b eite r f u n k: Dr. Paul Ehrlich: Rechtsschutz der Arbeitslosigkeit, 14.45: Szenen aus Wagneropern, 15: Humor im Lied.— Brünn 11.15: Rundfunkorchesterkonzett, 17.50: Deutsche Sendung: Die Schneekömgin, Weihnachtsmärchen.— Press- bnrg 10.15: Klavierkonzert, 19.10^ Orchesterkon- zern"— Kascha» 12.00 Orchesterkönzeik.*—"" Montag:, Prag, Sender L: 7.30:' Konzert aus Karlsbad, 8.30:»Schckllplatten: Wagner, 9.50: Lieder und Schallplatten, 12.15 Buntes Programm, 13.45: Opernfantasien, 17.50: Deutsche Sendung: Dreikönigsmusik, 18.50: Deutsche Presse, 19.05: Militärkonzert, 22.20: Deutsche Presse, 22.25: Tanzmusik, 22.40; Deuffche Nachrichten: Bayer: Individuum und Gemeinschaft, Redakteur Goldschmidt: aus dem sudetendeuffchen Kulturleben, 23: Tanzmusik. Sender S: 14.30: Deutsche Sendung. Wächter der Landstraße, Kinderhörspiel.— Brünn 17.50: Deutsche Sendung:— Mährisch Ostrau 17.50: Deutsche Sendung: Schauspiel aus dem Atelier.-— Preßbäre 17.30: Unterhaltungsmusik. Dienstag: Prag, Sender L: 10.05: Deuffche Presse, 11: Schallplatten, 11.05: Deutscher Schulfunk, 11.45: Schallplatten: Verdi, 12.10: Polkas aus Schallplatten, 12.35: Konzett, 17: Jugendsttmde, 17.20: Violincellokonzert, 18.10: Deutsche Sendung: Max Horner: wirtschaftliches Relief, 18.25: Lieder, 18.45: Deuffche Presse, 20.30: alttschechische Lieder. Sender S. 7.30: Leichte Musik, 14.50: Deutsche Sendung: Dr. Nassau: Chemie im Dienste der Medizin, 14.25: Unterhalttmgsmusik, 18: Schrammel« konzett.— Brünn 17.20: Schallplatten: Tschaikowski, 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Soziale Jn- formatton,— Ferdinand Jurda: Die Frau in der Sozialversicherung, 21: Wanderlieder.— Mähxisch- Oftrarr 17.35: Zitherkonzert.— Preßburg 17.50; Violinkonzert. Nr. L Sonntag, 8. Jänner 1836 Seite 8 > 8 (Oberitalien). Dabei wurden etwa 10.000 Bäume verschüttet. Zehn Häuser stürzten ein, ohne daß jedoch Opfer zu beklagen waren, da die Bewohner ibre Wohnstätten rechtzeitig verlassen hatten. Der Verkehr auf zwei Straßen wurde unterbrochen. Ei« Diplomat ermordet. Aus Santiago de Chile wird gemeldet, daß der Kanzler der schwedischen Gesandtschaft Holmgren von einem Landsmann ermordet worden sei. Der Mörder habe nach der Tat Selbstmord begangen. Gefährlicher Dturzflug mit happy end. Der Flug eines italienischen Flugzeuges, das von dem Piloten Fortunato Federici gelenkt wurde und von Saloniki über Tirana nach Rom flog, gestaltete sich ungewöhnlich dramatisch.. Infolge der hohen Gebirgsflüge flog das Flugzeug in sehr großer Höhe, manchmal sogar in einer Höhe von 6000 Metern. Nach dem Passieren einer ungewöhnlich kalten Zone geriet das Flugzeug in der Nähe der griechisch-jugoslawischen Grenze in wärmere und feuchtere Luft, wodurch, sich plötzlich«in Eis« Überzug auf dem Flugzeug bildete, so daß dessen Gewicht von den Motor».« nicht mehr ertragen werden konnte und das Flugzeug aus einer Höhe von 4200 Metern abstürzte. Der Kaltblütigkeit des Piloten und der Geschicklichkeit der Besatzung gelang eS noch im letzten Augenblick, das Flugzeug knapp über der Erde wieder etwas auszugleichen, so daß das Flugzeug bei günstigem Terrain ohne Unfall landete. Von den Passagieren wurde niemand verletzt. Der Tote auf der Landstraße. Eine Gendarmeriepatrouille stieß nachts auf der Landstraße hinter der Gemeinde Nagov bei Medzila- borce(Ostslowakei) auf den verunstalteten Leichnam eines Mannes, in ßem die Gendarmerie den 42jährigen verheirateten Landwirt Ivan Rebe i aus Bhrava, Vater dreier Kinder, feststellte. Es handelt sich offensichtlich um einen Mord. Die Nachforschungen der Gendarmerie führten, bald zur Ergreifung des Mörders. ES ist dies ein Verwandter des Ermordeten, namens Feco Rebei. Er gt stand die Tat ein und gab an, daß zwischen ihm und Ivan Rebei Feindschaft bestanden habe, die zu Tätlichkeiten führte, im Verlauft welcher er Ivan Rebei erschlug. Die Gendarmerie hat den Mörder in das Gerichtsgefängnis von Medzilaboree eingeliefert. Brand auf der Zahnklinik. Am 4. Jänner brach vor der Mittagsstunde auf der tschechischen Zahnklinik des Professors Dr. Jesensktz in Prag ein Feuer auS. auf der Abteilung für Zahnprochesen der Klinik explodierte ein Gefäß mit einer Pasta. Obwohl dar Feuer mif Hilfe der Angestellten und der Feuerwehr bald gelöscht werden konnte, hat der Brand doch einen beträchtlichen Schaden angerichtet. Da«in großer Teil der Abteilung durch dar Feuer vernichtet wurde, wird es notwendig sein, sofort Ersatzräume zu beschaffen, damit der Betrieb der Klinik weiter ausrechterhaltrn werden kann. Verfrühte Heimkehr der Singvögel. Die auffallend milde Witterung, die auf den Frost und Schnee der VorweihnachtSwochen gefolgt ist, hat auch im Egerland die Schneedecke bis auf kümmerlich« Reste zum Schmelzen gebracht und damit die Hoffnungen der Wintersportler zunichte gemacht. Naturfreunde beobachteten dabei die ganz ungewöhnliche frühe Rückkehr der Strichvögel, besonders der Stare und Feldlerchen, die normalerweise erst Ende Feber, Anfang März wieder im Egerland aufzutauchen pflegen. Auch Rotschwänzchen wurden bereits wieder gesichtet. An sonnigen Hängen zeigt sich bereit? das erste Grün. Aus all diesen Anzeichen schließen die Naturkundigen, daß die milde Witterung längeren Bestand haben dürste. Restgntbarone sabotieren den Denkmalschutz. Anter Mitwirkung der Organe der politischen Aemter des Landwirtschafts- und Schulministeriums und der Denkmalämter wurden in der letzten Zeit Kontrollen der Denkmäler vorgenommen, deren Schutz durch bücherliche Eintragungen den Besitzern von im „Nlra" aufgehoben Washington. DaS Bundesamt zur Behebung der WirffchastSkrift, die„Nirn", ist nunmehr durch Erlaß des Präsidenten endgültig aufgehoben worden. Die wenigen Funktionen, die das Amt noch z« erfüllen hat, werden ab 1. Jänner von dem Handels- und Arbeitenministerium übernommen. Zuge der Bodenreform erworbenen Immobilien auferlegt wurde. In zahlreichen Fällen wurde festgestellt, daß diese Verpflichtung nicht eingehalten wurde, so daß ein Verfahren eingeleitet werden mußte, dessen Ergebnis die Verhängung einer bedeutenden Strafe war. Es handelt sich hiebei um charakteristische alt« Bauten und Bäume und um die Erhaltung von Touristenzeichen und Orientierungstafeln. Die Bezirksämter wurden angewiesen, dem Stand der geschützten Denkmalobjekte Beachtung zu schenken und llebertre- tungen strenge zu bestrafen. Beim Landen im Wasserflnghafen von Ri» dr Janeiro verunglückte am Donnerstag abends das amerikanische Großflugzeug„Brazilian Clip« p e r", dessen Kielseite durch allzu heftiges Aufschlagen auf dem Wasser aufgeriffen wurde. Der Mechaniker erlitt dabei einen Beinbruch und einige Passagiere trugen leichte Hautabschürfungen davon. Die Wasserpolizei leistete rasche Hilfe und brachte die Passagiere glücklich an Land. Dar Flugzeug mußte zur Repera- tur abgeschleppt werden. Die Pariser Polizei hat ein Laboratorium zur Erzeugung von Rauschgiften aufgedeckt und im Zusammenhang damit zahlreiche Personen verhaftet. Zehntausend Bäume verschüttet. Ein gewaltiger Erdrutsch ereignete sich im Bal Nervia Er das des vle Bedrohung der Aeußeren Mongolei .(21. P.) Wer etwa der Meinung war, daß die erhöhte Aktivität Japans in Nordchina die japanischen Kräfte ganz absorbieren, nur nach dieser Richtung hin leisten, also von einer Bedrohung der USSR abziehen werde, hat sich getäuscht. Die Durchdringung der inneren Mongolei, deren beide Provinzen Tschahar und Suyuan zu der „autonomen, uordchinesischen Berwaltungsein« heit" gehören sollen, führte automatisch dazu, daß auch die Aeußere Mongolei, jene Volksrepublik, die mit der USSR durch Verträge besonders eng verbunden ist, in die japanischen Ambitionen einbezogen wird. Japan motiviert das mit der Notwendigkeit einer Sicherung der Inneren Mongolei und Mandschukuos. De facto aber spielen hier bereits militärische Erwägungen mft. Die militärischen Vorbereitungen in der Inneren Mongolei sprechen eine ernste Sprache. In dem mongolischen Grenzort Dolonor wurde eine Truppenbasis errichtet, die mongolische Stadt Kuyuan ist von japanisch-mandschurischen Truppen besetzt, und Kalgan, die Hauptstadt der Inneren Mongolei, verfügt bereits über einen japanischen Militärflugplatz. Praktisch steht damit die k ü r z e st e Verbindung durch die Wüste nach Sibirien, der Jahrtausende alte Weg von Kalgan über Ulan-Bator(ehemals Urga, die Haupfftadt der Aeußeren Mongolei) nach Kiachta, Unter japanischer Kontrolle. In der zweiten Dezemberhälfte kam eS auf dem Territorium der Aeußeren. Mongolei, zwischen Bulun und Dersun- zu einem schweren Grenzzwischenfall, wobei fünf mongolische Grenzwachen von japanischen Soldaten getötet wurden. Schon im Juli 1935 hatte es einen Zusammenstoß gegeben, und die Verhandlungen, die seinerzeit zur Beilegung des Konflikte- geführt wurden, waren Ende November abgebrochen worden. Da sich dieser Zusammenstoß jetzt wiederholt hat, kann man ermessen, wie gespannt die Atmosphäre ist. Man sieht daraus, daß die Durchdringung China- die Japaner keineswegs veranlaßt, ihre anderen Ziele außer Acht zu lassen. Hat Japan doch infolge der Kapitulation Nankings die Hände ziemlich frei. Die neue Zentralregierung, der gesetzgehende Wan, ist die japanfreuudllchste Körperschaft, die jemals die Macht über China ausübte. Sorge bereitet lediglich die antijapa- nische Stimmung. Die Studentendemonstrgtionen in Shanghai und verschiedene japänfeindliche Akte in Nanking und anderwärts sind ein warnendes Menetekel. Aber die Möglichkeit eines japanisch-chinesischen Krieges ist nicht mehr gegeben. Nicht umsonst ist die linke Kusmintang planmäßig entmachtet worden.' So verwendet Tokio alle Energie darauf, den gewonnenen Besitz zu sichern und die eroberten Positionen auszubauen. Während eS sich selbst in Mandschu- kuo und Korea, ja selbst im Mutterlande durch das Gebiet der Fernöstlichen Republik mit Wladiwostok als Mittelpunkt bedroht fühlt und mit Uwbehagen den Bau der großen strategischen Bai- kal-Amur-UniführungSbahn sowie die Errichtung von Flugbasen am Ochotskischen Meer verfolgt, durch die seine Pläne zunichte gemacht werden könnten, kommt Japan seinerseits alles darauf an, seine Stellungen so weit vorzuschieben, daß die Mongolei zum Kriegsschauplatz werden muß und von dort aus ein Angriff auf den Bastalsee und auf Jrkutfl, also indas HerzSibi- riens, ermöglicht wird. heit ist keine Veranlassung, dies Verfahren zu überschätzen, denn diese gewiß nicht zuverlässigen Unterführer werden sich hüten, überzulaufen, wenn sich die militärische Lage weit« für die Italiener verschlechtern sollte. Dagegen aber ist selbst der beste Nachrichtendienst machtlos.. Welche- sind nun die Mittel, die della Potta verwendet? Er läßt den Einwohnern erklären, daß sie den Boden in eigenen Besitz nehmen würden, statt ihn als Lehen zu empfangen, und daß sie in Zukunft nur«ine einzige, genau festgesetzte Steuer zu entrichten hätten, statt mehrerer Steuern, die willkürlich bemessen wurden. Besonder- charakteristisch war der Fall des ältesten abessinischen Klosters, Debra Damnou, dessen Steuerhoheit 80 Ortschaften unterstehen. Als Ras Sehum Tigre besetzte, mußten die Einwohner auch ihm den Zehnten entrichten, waren also doppelt belastet. Der Bauern bemächttgt« sich groß« Verzweiflung, und zuletzt geriet auch da» Kloster in Not, da die Steuern nicht mehr einge» ttieben werden konnten. Man wandte sich an den italienischen General Biroli, der die Bittsteller an della Potta verwies. Dieser erflärte, an RaS- Sehum brauche nichts mehr gezahlt zu werden, und die Steuer an das Kloster werde Italien in diesem Jahre wagen. Ueberflüssig, zu erwähnen, daß diese Geste ihre Wirkung nicht vettehlte. In diesen Bah»' nen bewegt sich die bi» jetzt recht erfolgreiche Tätigkeit der italienischen Lawrence. Ob sie fteflich die Die blutige Schande des braunen Cäsarentums schreit zum Himmel. Mitten im Frieden geht der Ausrottungskrieg Deutscher gegen Deutsche weiter. Das Faustrecht regiett wieder über ein Siebzigmillionenvolk, das einst in de, ersten Reihe der Kulturnattonen marschiette. Im Namen der tausendfach geschändeten Justiz werden die besten und edelsten Menschen des Volkes in die Gefängnisse geworfen. Gegen 47 sozial- bemolratische Männer und Frauen wurden jüngst in Bremen Zuchthausurteile bis zu fünf Jahren gefällt, weil sie für die notleidenden Familien Inhaftierter Geld gesammelt hatten. Zu den Folterungen in der Untersuchungshaft und in den Konzentrationslagern gesellt sich im Dritten Reich noch etwas furchtbares: der schleichende Hungertod der Eingekerkerten. DaS BerpflegSgeld für Gefangene, welches im Jahr, 1929 noch 42 Pfennig pro Tag betrug, ist inzwischen auf 20 Pfennig täglich herabgesetzt worden. Die Lebensmittel sind gleichzeittg um die Hälfte im Preise gestiegen. DaS bedeutet: zehntausende politischer Gefangener gehen im Dritten Reich qualvoll zugrunde. Jenen Spießgesellen der nattonalsoziali- ftischen Folterknechte, die hierzulande die in Deutschland herrschende„Ruche und Ordnung" rühmen, schlägt der nachfolgende Bettcht eines englischen Becbachters ins Gesicht, der dieser Tage die Runde durch die Presse aller Kulturstaaten macht und von unseren Henleinblättern selbstverständlich— unterschlagen wird. Ein Engländer über die deutsche Schmach Der Berichterstatter deS„Daily He» rald", James Norman, hat eine Erkundigungsreise durch Deutschland unternommen. Er berichtet darüber in seiner Zeitung(11. De» zember 1935): »Tausende von Besuchern auS allen Ländern der Erde sind während der letzten drei Jahr« in Deutsch- land gereist. waS sie gesehen haben, war nur die Fassade der Diktatur, die für eilige Besucher aufgebaut worden ist. Die wohlwollenden Bettchte solcher»Augenzeugen der Geschichte" haben dem Hitlershstem mehr genutzt als die ganze Goeb« belsche Propagandamaschine in zehn solchen. Jahren zu jedem Kaffee!\ UMM und WM Kleine Wirtschastsnachrichten Im Handel mit Sowjetrußland ist nach den Monatsberichten der russischen Handelsvertretung in Berlin die tschechoslowakische Einfuhr aus Rußland in den ersten zehn Monaten 1935 auf 42 Millionen Kronen gegen 82 Millionen Kronen im Vorjahre zurückgegangen. Dagegen ist die tschechoslowakische Ausfuhr nach Rußland in der gleichen Zeit von 23 auf 71 Millionen Kronen gesttegen. Keine neuen Einheitspreisgeschäfte. Das Verbot der Gründung neuer Einheitspreisgeschäfte, das bis Ende 1935 befttstet war, ist bis End« März 1936 verlängert worden. Die Rübenbauern fordern höhere Preise. Mit dem Hinweis auf die ungünstigere Zuckerrübenernte wird von den Rübenbauern ein höherer Rübenprcis gefordert. Falls die Zuckerindu- strie dem Verlangen entspricht, so muß unter allen Umständen vermieden werden, daß damit eine Erhöhung des Zuckerpreise- für die Konsumenten verbunden ist. Der Gödinger Zuckerkonzern, in dem der agrattsche Abgeordnete Swupal führend ist, hat am 1. Jänner die Zuckerfabriken Mähr.-Kromau- Oslawan A.-G. übernommen. Der Konzern läßt jetzt acht Fabriken arbeiten. Davon sind vier gemischte Betriebe ui> vier Rohfabriken. Was alles normiert wird. Nach einem Be- cicht, der in der Mitgliederversammlung der tschechoslowakischen NormierungSkommission erstattet wurde, hat die Kommission die Normierung des Tonfilms, der Hotel» und Badewäsche, des Straßenbaues, der Sttaßenarbeit, der Gasabwehr, der Gartenpflege, des Emaillegeschirres, des Flug» benzins, der Konservendosen bearbeitet. Das tschechoslowakische Knochenleim-Kattell ist auf unbestimmte Zeit verlängert worden. ES wird in Kürze eine neue Erhöhung der Knochen- leimpreise anordnen. Russische Goldverkäufe an Amettka. Zum erstenmal seit dem Feber 1928 sind im November und Dezember 1935 Goldsendungen aus der Sowjetunion in New Uork eingetroffen. Ihr Wert beträgt insgesamt 923.000 Dollar. vle braune Schreckensherrschaft über Deutschland Statt Weihnachtsamnestie: Verhaftungen, Morde, Folterungen erreichen können. I ch kenne ein anderes Deutschland. Ein Land, in dem das Volk hart arbeitet und wenig ißt, während Lausende einen heroischen Kampf gegen die Nazidiktatur führen. Zwei Jahre lang hat Hitler der Welt erzählt, daß eS keinen organisietten Terror in Deutschland gebe. Menschen, die niemals den ganzen Druck, die Gewalt und die Brutalität deS faschistischen Terrors erfahren haben, werden sich ihn wahrscheinlich nicht vorstellen können, und ich weiß, daß viele es werden kaum glauben können, wenn man ihnen erzählt, wie er wirflich ist. Der physische und moralische Ter- ror hat auch nicht«ine Minute lang ausgesetzt, ist nur unsichtbar geworden— nicht nur für Ausland, sondern auch für den größten Teil deutschen Bolles selbst. Mehr als sechs Monate lang find nnn wahre Wellen der Brrfolgtmg und des im großen Stile »rgauisietten Terrors über das Land gegangen. Niemand kennt dir genaue Zahl der Opfer, ater nach zurückhaltender und sorgfältiger Schätzung beziffere ich sie auf wenigsten- 10.000. Während der letzten neun Monate sind allein in Hamburg mehr al» 1000 Personen an» politischen Gründe» verhafttt worden. Biele meiner Freunde sind unter diesen Opfern. Eines dieser Opfer— eine Frau von 34 Jahren— war schon wenige Stunden nach der Verhaftung durch die Gestapo tot. Ejn Polizeioffizier liefette ihr« Kleider btt ihren Eltern ab. Die Nazi» haben einen Namen für diese TodeSart, sie nennen sie »Selbstmord". Niemand durste den Körper der Toten sehen, noch erfahren, wo er begraben wurde. Bon anderen Freunden weiß ich nicht, wohin sie gebracht worden sind, ob sie tot oder lebendig sind, ob sie auch ermordet worden sind, oder geschlagen und verkrüppelt, oder durch Folterung in den Wahnsinn gtttteben, wie e» mit zwei anderen jungen Leuten geschehen ist, die ich kannte. Ich weiß, daß e» Leut« gibt, die r» einfach nicht glaube« wollen, daß diese Brutalität die Regtt und nicht ttne Ausnahme ist. Sie haben alle unrecht. Zu solchen Leuten wünsche ich zu sprechen. Ich will ihuendie Wahrheit sagen. Di« Wahrheit ist, daß kaltblütig berechnrft sadistisch« Folterung und Bestialität die Regtt ist überall da, wo politische Gefangene— seien e» Pfarrer, Sozialisten»der Jude»— von SS-Leute« gefangen gehalten werden." Ausweis für den Monat Dezember (Die erste Zahl bedeuttt Parteifonds, die ein« geklammerte Wahlfonds.) Bodenbach: KL 3200.—(800.—), Brsinn: KL 950.—(150.—), Karlsbad: KL 4640.—(1160.—), LandSkron: KL 400.— (100.—), Pilsen»BudweiS: KL 1010— (200.—), Prag: KL 715.—(170.—), Preß- bürg: KL 80.—(20.—), Reichenberg: KL 640.—(160.—), Sternberg: KL 2480.— (620.—), Teplitz- Saaz: KL 3040.— (760.—), Trautenast: KL 760.—(190.—), Tro ppau: KL 1640.—(410.—). Staatliches Petroleummonopol in Schweden? Eine von der schwedischen Regierung eingesetzte Kommission hat einen Plan für die Einfuhr und Betteilung von Oel ausgearbeitet. Die Kosten des Monopols werden mft 65 Millionen schwedischen Kronen angegeben, von denen 81 Millionen zur Ablösung der ausländischen Konzerne bestimmt sind. Man rechnet mit einem JahreS- ' ertrag des Monopols von 11 Millionen Kronen. Zählen Sie die . Brösel ab beim Schnitzelpanieren oder Knödelmachen? Nein, weil Sie genau wissen, wieviel man mindestens nehmen muß, wenn etwas Gutes' daraus werden soll. Bitte geben Sie auch beim Kaffeezubereiten die richtige Menge AECHT FRANCK hinein, dann wird der Kaffee fein schmecken, eine schöne Farbe und ein gutes Aroma haben. Der italienische Lawrence In Abessinien erzähll man sich allerotten von dem„italienischen Lawrence". Gemeint ist Graf d e l l a P o r t a, der Nachfolger des an führender Stelle im italienischen Geheimdienst tätigen Rai mondo Franchetti, der bei einem Flugzeugbrand kurz vor Kriegsbeginn in der äghpttschen Wüste, südlich von Kairo, den Tod fand. Graf della Porta versteht sich auf die Propaganda, und man flüstett sich zu, daß ihm zum großen Teil die Erfolge zu verdanken seien, die in den ersten Wochen in Nord-Abessinien erzielt wurden und die nur bedingt auf da» Konto der Armee zu setzen sind. Daß A k s u m, die heilige Stadt, sich ohne Kampf ergab, daß die von Ra» Seyum besetzte Stadt M a k a l l e vor ihrer Be setzung eine Delegatton in» italienische Hauptquar tier entsandte, daß da» Gebiet von Enttscio ohne Schwertstreich besetzt werden konnte, wird alle» der Arbeit de» Grafen della Potta zugeschrieben. Mög- licherwerse ist auch der Uebetttttt des RaS Gugsa auf sein Wirken zurückzuführen. ES wird berichtet, daß ständig Leute zu ihm kommen und erklären, sie seien mit diesem oder jenem Unterführer verwandt und wollten sich für ihn al» Geisel stellen. Die» sei ttne Bürgschaft dafür, daß diese Unterführer, so bald sie ohne Gefahr dazu in der Lage seien, ihre Unterwer- fung vollziehen würden. Angeblich sollen 25» Unter führer auf diese Weise eine Art Rückversicherung ab» geschlossen haben. Natürlich schlachtet die italienische fehlenden militärischen Erfolge auSgleichen kann, Propaganda diese» Moment weidlich auS. In Wahr« 1 ist mehr als ftaglich. Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, 5. Jänner 1936. Nr. 4 Agger Zeitung Wahnsinniger im Hemd. Gestern vormittags lief der pensionierte Beamte Karl Pokorrch, nur mit Hemd und Schlafschuhen bekleidet, aus seiner Smichover Wohnung auf den Arbesplatz, wo er sich in ein dort stehendes Auto setzte. Da er nur unzusammenhängend lallte, wurde er in die Landesirrenanstalt gebracht. Der Vorfall hatte einen gröberen Menschenauflauf zur Folge. Seltsamer Pasiagier. In der Nacht auf gestern, um 4 Uhr morgens, erschien der 25jährige Chauffeur Rudolf VescH aus Prag II. auf der Polizeidirektion und teilte mit, daß in Smichow ein Mann, der sich al- ein Schlosser namens Leo Bobr ausgab, in sein Taxi gestiegen sei und sich habe über den Rasinkai fahren lassen. Bei der Svltekgaffe habe Bobr dem Chauffeur plötzlich die Beine über die Schultern gelegt, so dab dieser die Herrschaft über den Wagen verloren habe. Als er daraus sofort gebremst und Bobr zum Aussteigen aufgefordert habe, habe dieser statt aller Antwort ihm mit einem Küchenmesser mehrere Stiche in den Rücken versetzt und sei davongelaufen,^eseltz, dessen Verwundungen nicht schwer sind, würbe ins allgemeine Krankenhaus gebracht, die Nachforschungen eingeleitet. NUDr. Fritz Winter langjähriger Oberarzt der Universitätsklinik für Krauen- kraukbeiten und Geburtshilfe in München, ordiniert als Kacharzt tür Krauenkrankheiten und Geburtshilfe, P r a a I., Kavrovä 12. <- Telephon 332—39. 3220 Bewußtloser Straßenbahn-Lenker. In der Nacht auf gestern, nach II Uhr, stieb ein Motorwagen der Iler-Linie mit einem von dem 29jährigen Chauffeur Emanuel Teska aus Prag-Weinberge ge- lenkten Personenauto zusammen und schleuderte es aufs Pflaster. Die im Auto sitzende Dame stieg ohne jedes Ze.hen des Schreckens sofort aus dem halbzer- trümmerlen Wagen und ging wortlos davon. Der Lenker des Straßenbahnwagens, Jaroslav Rade- chovsky, wurde dagegen vor Schreck ohnmächtig, so dab der Wagen noch ein Stück Weges führerlos zurücklegte, ehe ein Aufseher der elektrischen Bahnen die Führung übernahm. Die Stefanik-Bolkssternwarte-ist im Jänner außer Montag täglich unz 18 Uhr. für Schulen um 17 Uhr Und für Vereine um 19 Uhr geöffnet. Für Massenbesuche vorherige Anmeldung. Tel. Nr. 463-05. Die Besichtigung der Einrichtung der Sternwarte kann jeden Sonntag von 10 bis 11 und von 15 bis 16 Uhr erfolgen.— Beobachtungsprogramm für Jänner: Im ersten Jännerdrittel kann an klaren Abenden der Planet Saturn und der Mond, bis Ende Jänner die Sternnebel, die Sternhaufen und Doppelgestirne beobachtet werden. In den Tagesstunden können bei Massenbesuchen von Schulen an klaren Tagen Sonnenflecken und das Spektruni beobachtet werden. Sechster Wohltätigkeitsball des SvndikatS der tschechoslowakischen Journalisten unter dem Protektorat des Ministerpräsidenten Dr. Hodza und des PrimatorS Dr. Baxa am Mittwoch, den 15. Jänner, um 20 Uhr 30 im Smetana-Saal des Gemeindehauses. Das Reinerträgnis fällt dem Masaryk-Fonds zur Unterstützung bedürftiger Journalisten und deren Witwen und Waisen zu. Reklamationsbüro§PB- Gebäude, Prag H. Lützowovä 8. Die Staatsbahndirektion in Prag teilt mit: Am 4. Jänner 1936 sind von Prag zwei Sonderzüge in das Riesengebirge mit 789 Passagieren, ein Sonderzug nach Eisenstein mit 26 Passagieren und ein Motorsonderzug nach Schlackenwerth mit 22 Passagieren abgegangen.. Gefäßerkrankungen. Geschätzte klinische Lehrer der inneren Medizin haben selbst bei halbseitig gelähmten Kranken mit dem natürlichen «Franz»J«sef"-Bitterwaffer. noch die besten Erfolge für die Darmreinigung erzielt. Aerztl. best. empf. 3148 Xwtst und Wissen La Bohöme offenbarte Freitag im Deutschen Theater Grenzen ihrer Beliebtheit: trotz volkstümlicher. Preise ein peinlich dreiviertelleeres Haus. Das andere Viertel aber spendete Herkn Baum nach der Erzählung des Rudolf rauschenden Beifall. Und tatsächlich singt und spielt unser lyrischer Tenor diese Partie überzeugender als alles andere, das man hier bisher von ihm hörte und sah; die Puccinische Kan- tilene entwickelt er weich und rund, mühelos nimmt er jede Höhe und sendet von dort Kraft und Glanz aus. wie wir sie seit Jahren bei keinem hauszugehörigen Rudolf fandkn. Drum vergibt man ihm gerne gelegentliche Jntonationsschwankungen und vorläufige Unzulänglichkeiten des ptouo-Singens tm Rezitativischen und Deklamatorischen. Weniger glücklich neubesetzt war die Mimi; Fräulein H e n- d e r s nimmt zwar auch bei dieser Aufgabe hie und da durch Süße des Tons und durch Noblesse der Singweise gefangen; im übrigen aber macht sich das Untervolumen dieser Stimme doch zu sehr fühlbar; mid interessant ist diese schöne Mimi weder gesanglich noch darstellerisch. Fast vollkommen versagte Frau Book, für deren Gesangsleistung als Musette kein schmückendes Beiwort zu finden ist. Kapellmeister Schick war redlich bemüht, die musikalische Sauberkeit einer schon ein wenig aus dem Schick gekormnenen Aufführung tunlichst zu erhalten. Nur VaS quartier latin kam uns ein wenig spanisch vor; dagegen haben wir uns daran, dass der Tenor Ltbai Basspartien singen muss, allmählich gewöhnt, l. g. Hugo Kraus nach Moskau? Wie der»Telegraf" meldet, wurde der Direktor,- der Prager „Velkä Operetä", Hugo Kraus, mit seinem Ensemble dieser Tage zu einem Gastspiel nach Moskau eingeladen, das im Sommer verwirklicht werden soll. Die Verhandlungen führt der Komponist Weinberger. Es soll auf einer erst in Bau begriffenen Freilichtbühne eine Reihe von Operetten aufgeführt werden. Bier alte Symphonien entdeckt. Der römische „Messaggero" berichtet, daß der bekannte Musiker Alfred Casella im Oktober 1934 in Washington die Handschrift von vier Symphonien des großen italienischen Komponisten des 19.' Jahrhunderts, Clement i» entdeckt habe, die mit den deutschen Symphonien des gleichen Zeitabschnittes vergleichbar seien. Caselli sei es durch die photographische Reproduktion der Handschriften gelungen, eine dieser Symphonien zu rekonstruieren, die nunmehr heute bei einem unter seiner Leitung stattfindenden Konzert im Augusteum in Rom zur Wiedergabe gelangen wird. Märchen über Makük. Tschechoslowakische Landsleute in den Vereinigten Staaten führten beim Tschechoslowakischen Auslandsinstitut darüber^Beschwerde, in welcher Art einige Prager Blätter über den bekannten ehemaligen Opernsänger Otakar Maräk schrieben, der, jetzt in Amerika lebend/ s' h laut diesen Zeitungsberichten in solcher Not befinde, daß er unter einer Brücke schlafe, Zeitungen auf s et Straße verkaufe u. ä. Nach verläßlichen Berichten ist an diesen Nachrichten nicht ein Schein der Wahrheit. Maiäk hat in Chicago eine Singschule, ist bei Konzerten, im Rundfunk tätig und r'* wohl seine Einnahmen mit-Rücksicht auf die Kürze des Aufenthaltes in Chicago nicht glänzend find, sind flt sicherlich nicht die gmnastkn odK gar schlecht. Die erfundenen Nachrichten über seine Not würden von allen seinen Freunden scharf verurteilt. Arbeitervorstellung„Martha", romantisch-komische Oper,'am Sonntag, dem 12. Jänner, um halb 3 Uhr nachmittags. Karten ab Donnerstag, täglich' von 8 bis 2, 4 bis 6 Uhr, bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater-. Heute, Sonntag, nachmittags halb 3 Uhr: Jimmys Bar, Gastspiel Rosa Valetti, 8 Uhr: EineNacht in Venedig, Al.— Montag halb 4: Kas perle reist ins Märchenland, 8: II. Philharmonische? Konzert, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8: Das kleine Bezirksgericht, A 2 — Mittwoch halb 8: G r o ß e Liebe, Ensemblegastspiel des Theaters in der Josefstadt, Bl.— Donnerstag halb 8: FigarosHochzeit. Gastspiel K. A. Neumann, C 2.— Freitag 8 Uhr: DaskleineBe^irksgericht, Dl.— Samstag 7 Uhr: Das Land des Lächelns, Tbeatergemeinde der Jugend, Abonnement aufgehoben, halb 11 Uhr: Bouleboulegewinn t. Erstaufführung, Gastspiel Bressart, Abonnement! aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Derxrndere Napoleon, 8:Wir werdenbeobachtet.— Montag 8: Jimmy- Bar, Gastspiel Rosa Valetti.— Diesnstag 8 Uhr: Jimmys Bar, Gastspiel Rosa Valetti, Bankbeamte II und freier Verkauf, Mittwoch 8 Uhr: Jimmys Bar, Gastspiel Valetti, Bankbeamte l.— Donnerstag 8: Anna sagt nein.— Freitag 8:Wirwerdenbeobachtet.— Samstag halb 8: Die Dame mit denTür» k i s e n, Erstaufführung. bekannte Jack Holt, der wie ein amerikanischer Harry Piel wirkt und als Gangster-Tarsteller nichi fehl am Platze wäre. du» der Jartei Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganifation Prag. Freitag, den 10. Jänner 1936, wichtige Sitzung der Bezirksvertretung, zu der das Erscheinen aller Mitglieder der Bezirksvertretung erwünscht'st. VeremsirackelMekr © Deutsche Bolkssinggemeinde Prag: Dienstag, den 7. Jänner, um 7 Ubr abends Probe des Frauenchors, um 8 Uhr des gemischten Männerchors. Da wir bereits am Mittwoch bei der Jahresversammlung der Angestelltengewerkschaft mitwirken wollen, wird um vollzähliges Erscheinen ersucht. Der traditionelle Angestellten-Ball der Ortsgruppe Prag des All-A-Ver findet am 29. Feber (Samstüg) im Heines aal start. Reklamationen an die Ortsgruppenleitung, Prag II., Füg« nerovo näm. 4. b j» Atrrs Prag ladet. Sie zu dem am Samstag, den 25. Jänner 1936, ^nWU. unter der Devise„ Fahren d-eS Volk" im Saale des„Hasidsky Prag XII., Rimskä 45 sMalä „ ß opereta) stattfindenden Masken- und Kostümball ein. Jeder kann anziehen, was er hat. Musik besorgt Kapelle Papert. Im kleinen Saal Schrammelmusik. Ucber- raschungenl Beginn 20 Uhr. Eintritt 10 Kd inkl. Steuer. SPD-Flüchtlinge. Donnerstag, den 9. Jänner, von 6 bis halb 8 Uhr Zusammenkunft mit Ausschußneuwahl im Heine-Restaurant, Fochovä tt. 25. Mttciümgenil«-Urania« Heute halb 11 Uhr:„AmoranderLeine." Lustspiel. Magda Schneider, Albach-Retty. Billige Preise. „Urwaldsymphonie." Kulturtonfilm. Die grüne Hölle im Amazonas-Land, das noch keines Europäers Fuß. betrat. Einmalige Vorführung. Montag, halb 11 Uhr vormittags. „Max und Moritz." Kinder-Nachmittagsvorstellungen. Donnerstag, Freitag, 8 Uhr; SamStag, Sonntag, halb 4 Uhr. Masarhk-Volkshochschule Heute 10 Uh»r Wettschreiben»Tschechische Stenographie". Leitung: Mr. Franz. Schenk. Arania-Kino Hermann Leopoldi—Betja Milskaja, die char« knanten Klavierkomiker, persönlich im Urania-Kino. Dazu:„Die Götteramüsierensich", klassisches Lustspiel mit Willi Fritsch, Sandrock, Kemp, Heute und morgen: 2(ohne Bühnenschau), 4, 6, V.9 Uhr.„ 7 Mitteilungen aus dem Publikum. Kinder wissen Bescheid. Der kleine Jörg» ist erst vier Jahre alt, hat's aber schon faustdick hinter den Ohren. Er geht auch schon für seine Mutter einkaufen und bringt alles immer ganz richtig. Unlängst wollte ihm der Kaufmann einen anderen Kaffeezusatz geben als den, den er sonst immer holt, doch da wehrte er gleich ab und sagte:„Das ist nicht der richtige, hier fehlt die Kaffeemühle." Klein-Jörg kann zwar noch nicht lesen, aber er weiß genau, daß auf jedem Paket Aecht Franck die Kaffeemühle drauf sein muß. filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:»Die] Götter amüsieren sich."— Adria:»Sturm über dem Gran Chaco." A.— Alfa: »Koenigsmark." Fr.— Avion:»Seine kleine Freundin." Temple. A.— B 36 Kotva:»Die cwig- Maske." D.— Beranek:.Episode." Paula Wessely. D.— Fenix:»Königin Christine." Greta Garbo. A.— Flora:„Maryscha." Siow.— Gaumont:.Variete." Albers, Annabella. D.— Hollywood:„Varietö." D.— Hvtzda: Neues Mickey-Programm.— Julis:„Einer zu! iel an Bord." D.— Kinern«: Journale, Grotesken, Re« Vortagen. Halb 2 bis dreiviertel 7.— Kor na: „Charlie Chan in Paris." A.— Lacerna:»Königin Christine." Greta Garbo. A.— Metro:„Die Brautschau der Nanynka Kulich." Tsch.— Olympic: „Glückliche Jugend";»Laurel und Hardh", A.— Passage:„Jc war Jack Mortimer." D.— Radio: „Die ganze Welt dreht sich um die Liebe." D.-- Skaut:„Episode." Paula Wessely. D.— Svktozor:„Ich war Jack Mortimer." D.— Alma: „Im Schatten der Wollenkratzer." A.— Baikal: „Dubarry." Gitta Alpar. Engl.— Belvedere:»Gebrochene Herzen." K. Hepburn. A.— Beseda:.Die Christi von der Post." D.— Carlton:„Es gab einmal zwei Schelme." Laurel und Hardy. A.— Illusion:„Elisode." Paula Wessely. D.— Lido II:„Mazurka." Pola Negri, Regie: Willy Forst. D.— MaceSka:„Episode." Paula Wessely., D.— Roxy:„Episode." D.— U Bejvod«: »Nacht der Liebe." Grace Moore. A.— Bacdek: „Maryscha." Slow.— Beletrhy:„Episode." Paula Wessely. D. Adolf Wohlbrück und Marie-Luise Claudius in dem Kriminalfilm„Ich war Jack Mortimer" Der Akm Die ewige Maske Bei der hiesigen Premiere dieses österreichischschweizerischen Films wurde gepfiffen und applaudiert. Und beide Teile des Publikums hatten recht: die Beifallspender, weil man heute jeden Versuch, bewußt von den ausgetretenen Wegen' der durchschnittlichen Filmmache» abzuweichen, anerkennen muß— und die Protestierenden, weil der Versuch im Falle dieses Films nicht überzeugend gelungen und auch nicht ehrlich genug ist. Wieweit das an dem Roman deS Schweizers Leo L a p a i r liegt, kann einer, dem dieser Roman unbekannt ist, nicht beurteilen. Immerhin scheint es sich um eines jener literarischen Erzeugnisse zu handeln, die nach dem Erfolg des„Mikrobenjäger"» Buches von Paul de Kruif und des„Menschen in Weiß"-Dramas von Kingsley jetzt massenhaft zu entstehen scheinen: literarische Erzeugnisse, die ihren Stoff und ihre Wirkung aus den„Abenteuern" der medizinischen Forschung, aus den„Seelenkonflikten" der Aerzte und dem(auf die Hypochonder im Publikum unwiderstehlich wirkenden)„Reiz" der Krankenhaus-Atmosphäre beziehen. Hier sehen wir einen lungen Arzt, der ein Heil-Serum entdeckt zu haben glaubt, es gegen den Willen des vorsichtigen Chefarztes einem Todkranken einspritzt, der kurz darauf stirbt, weshalb der junge Arzt wahnsinnig wird, während der Chefarzt, um die— angeblich erwiesene— Unschädlichkeit des Serums darzutun und den Ruf des Krankenhauses zu retten, das Präparat des gerade vom Wahnsinn Geheilten zur allgemeinen Anwendung freigibt. Dem Laien im Zuschauerraum erscheinen diese Vorgänge mehr bedenklich.als überzeugend(und auch an die vorgeführte Heilung des der Schizophr-nie verfallenen Arztes kann er nicht glauben). Wenn ihm als Rechtfertigung die Lehre entgegentönt: Besser handelnd schuldig werden als untätig bleiben,— dann hat er den Eindruck, daß hier eine bewußt falsche Alternative gestellt wird. Mit der Betonung dieser amoralischen Aktionsmoral hat der Regisseur Werner H o ch b a u m vine Herkunft vom Goebbels-Film nicht verleugnet. Aber man muß ihm bescheinigen, daß er mit diesem außerhalb des Dritten Reiches entstandenen Film einen erheblichen Fortschritt gemacht hat. Er ist nicht mehr io primitiv mißlungen wie seine ersten Arbeiten („Morgen fängt das Leben an" und„Vorstadt- Variete")— und er ist zur Hälfte ein zwar nicht geglückter, aber ungewöhnlicher und deshalb interessanter Versuch: das seelische Krankheitsbild eines Schizophrenen zu zeigen, eines Menschen, der im Wahnsinn die Einheit seiner Persönlichkeit verloren hat. Ob zu Wahnvorstellungen dieser Art durchaus hüpfende Balletteusen gehören, mag dahingestellt bleiben. Und es soll auch nicht untersucht werden ob nicht vor 15 Jahren im„Caligari"-Film dergleichen wirksamer gemacht worden ist. Jedenfalls hat Hochbaum(der mitunter deutlich auf Macha.yS Spüren wandelt) hier absonderliche Traumbilder geschaffen, die durch die Kunst des Kameramannes S ch n i r ch sehenswert geworden sind. Die Darsteller, besonders Matthias Wiemann in der Hauptrolle und der aus der„Maskerade" als Arzt bekannte Peter P etersen waren sehr bei der Sache, während Olga Tschechowa sich nicht in den Stil des Films einfügen konnte. —-eis-r- „Einer zuviel an Bord" heißt ein Berliner Ufa-Film, der einen Kriminalroman von Fred Andreas ausführlich nacherzählt, eine nicht besonders originelle Geschichte»vom Eifersuchtsmord einem Frachtschifffapitän, deren Pointen darin bestehen, daß der Eifersüchtige den Mord nicht selbst begeht und der Ermordete am Ende lebend wieder «"staucht. Unter der Regie Gerhard Lamprechts sind die Szenen auf dem Schiff und die kriminalistischen Verhöre nicht unwirksam geraten, wähöend von den retrospektiven Liebes- und Eifersuchtsszenen das Gegenteil gilt._ Von den Darstellern sind Rudolf Platte, Karchow und Birgel als gute Typenspieler erwähnenswert. Das Liebespaar, las aus Albrecht SchoenhalS und Lida Baarovä besteht, macht hingegen wenig Eindruck.-7-eis— Sturm über dem Gran Chaco. Man darf bei diesem amerikanischen Sensattonsfilm(der ursprünglich„Sturm über den Anden" hieß) nicht-n den„Sturm über Asien" denken. Es handelt sich hier um gar nichts anderes als einen brutalen Reißer, der daS Publikum mit Explosionen, Urwaldschrecken, Flugzeugabstürzen und Kriegsgreueln unterhalten will und die tollen Sensationen mit den noch frischen Erinnerungen an den Krieg zwischen Bolivien und Paraguay garniert hat.; Das Ganze wird durch eine heroisch verzichtende Liebesgeschichte zusammengehalten, in der ein Mann den Gatten seiner Geliebten unter Lebensgefahr rettet. Diesen Ueber-Helden spielt der aus Filmen gleicher Ar! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich Kd 16.—. vierteljährig Kd 48.—. halbjährig Kd 96.—. ganzjährig Kd 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuffrivten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitunasfraokatur wurde von der Poft- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis"/ Druck-. Verlags- und Zeftungs-A.-G.. Prag.