16. Jahrgang Dienstag, 14. Jänner 1936 Nr. 11 Einzelpreis 70 Heller («Intchli.filich S H.ll.r Porto} ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH,»waktion und Verwaltung PRAG xil- FOCHOVA a. Telefon»077. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUS. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARB E1TE RPARTEl IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK Der Staatspräsident im Präser Deutschen Theater Festvorstellung der„Zauberflöte** In Anwesenheit des Presidenten Vr. BeneS, des Ministerpräsidenten und des Grollteils des Kabinetts Gestern abends empfing die Staatspräsidentschast, in Person und Anwesenheit des neue« Oberhaupts Dr. Eduard Benes, Ehrung durch unseren Kulturwillen und unsere Kunst im Prager Deutschen Theater als der hauptsächlichsten«nd repräsentativen Bühne der zweitgrößten Staatsnation. And umgekehrt war der Besuch des Deutschen Theaters durch de» Präsidenten und andere hervorragendste staatliche Würdenträger, vor allem durch de» Ministerpräsidenten, mehr als erfreuliche Verbeugung vor der Kunst der Deutsche« dieses Staates, war vielmehr sichtlich und fühlbar Zeichen hocherfreulichen Willens festerer internationaler Annäherung im Staate, Symbol einer dem völkerversöhnenden, völkerverbrüdernden Fortschrittsgedanke» geweihte« Demokratie auf ihrem vielleicht hehrsten Boden, dem der Kunst. Präsident Benei:„Ich bin hier nicht zum ersten— und auch nicht zum letzten Mall** Einige Minuten vor dem Beginn der Festdorstellung im Deutschen Theater, an dessen Front die Staatsflagge wehte, betrat Präsident Dr. Benes mit seiner Gattin das mit Pflanzengrün und einem prachtvollen Blumenarrangement geschmückten und mit Teppichen ausgelegte Foyer Les Theaters, wo ihn der Vorstand des Theatervereins, der Theäterdireltor Dr. Eger, sein Stellvertreter und der erste Vertreter der Bühnenangehörigen empfingen. Der Präsident des Thea- tervereineS, Dr. Wolf-Zdetauer, hielt an den Präsidenten eine kurze Ansprache, in der er die hohe Auszeichnung würdigte, die dieser Präsidentenbesuch für das Haus bedeutet. Präsident Dr. Benes dankte mit einem einzigen deutschen Satz, der aber in seiner Einfachheit und Programmhastigkeit ungemein sympathisch und herzlich wirkte: „Ich danke Ihnen— ich bin hier nicht zum ersten»nd auch nicht zum letzen Mall" Nach diesen Präsidentenworten brachen die Zeugen dieses Empfanges in s p o n t a n e n Beifall aus. Direktor Dr. Eger begrüßte sodann die Gattin des Präsidenten, überreichte ihr einen,Orchideenstrauß und begleitete nun das Paar und dessen Suite in die Bräsidentenloge. Vom Außenbalkon des Theaters ertönten Fanfarenklänge. Da der Präsident und seine Gattin ihre Loge betreten, erhebt sich alles in dem bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Haus und- bereitet dem Präsidenten minutenlang Ovationen. Per Ministerpräsident und die Minister Knapp vor der Ankunft des Präsidenten war Ministerpräsident H o d za im Theater cingetroffen— der erste tschechoslowakische Ministerpräsident, der dieses Haus festlich offiziell besuchte. Bon den Mitgliedern des Kabinetts waren neben den beiden deutschen Ministern Dr. T z e ch und Dr. Spin« anwesend: Innenminister Dr.§ e in y. Nnterrichtsminister Dr. K r i m d t, Finanzminister Dr. Trapl, Fürsorgeminister Ang. N e t a s, Nationalverteidigungsminister M a ch n t k. Außerdem wohnten der Vorstellung offiziell unter anderem bei: Minister Dr. K r o f t a, Vertreter der Präsidien des Abgeordnetenhauses(Taub), des Senates und der Landesverwaltung, weiter der englische, der österreichische und der portugiesische Gesandte und ein Vertreter der USA-Gesandtschaft, ferner Sektionschef Schießl und der Chef des Protokolls Strimpl, viele hohe Militärs und andere Würdenträger. vle Staatshymnen in Feierlichkeit stehend angehört und mit großem Beifall ausgenommen, gingen der Vorstellung voran. Dann erklang die „Zauberflöte** Die Wahl der.Zauberf.löte" zur FestvörsteUung war durchaus glücklich. Nicht nur, weil die deutsche Kunst der Gesamtmenschheit durch die internationale Sprache der Musik nebst Beethoven mit Mw z a rk das göttlichste Geschenk gemacht hatte— mit Mozart, dessen Wett gerade in Prag eine seiner bedeutungsvollsten Schöpfungsstätten hat— sondern auch, weil gerade in der-Zauberflöte" einerseits der reinste Quell entzückendster Heiterkeit für festlichen Anlaß sich erschließt,' anderfests hier die erhabensten Menschheitsgedanken dem Spiel tiefste Bedeutung geben. Es ist ohne Belang, ob man die Verbindung zwischen der^Zauberflöte" und unserer Zeit auf diesem Boden hier der demokratischen Abwehr und Besinnlichkeit mit dem Geist der Freimaurer oder des Josephinismus oder jenseits der Kirchen freier erblühender Religiosität herstellen mag; vielmehr stellt sich die Bindung, die Zeiten, Na- , tionen und Weltanschauungen überbrückt und. die aus dem Zeitalter Goethes und Mozarts zu dem Masaryks führt, ohne jede solche Betrachtung als natürlich und sinnvoll dar im Hinblick auf die ewigen Ideen, die zu verbreiten heut« mehr denn tausende Zauberflöten gebraucht würden: der Bildung freien, ernsten, sittlichen, wahrhaft religiösen Geists, der Menschenfreundlichkeit, der Hilfsbereitschaft, der Selbsthingabe» der Kraft und Ausdauer für die Prüfungen, die uns auferlegt sind. Das Deutsche Theater durfte also gerade einen Dr. Benes sehr wohl mit solchem Zauberflötenklang empfangen. Die vielmals gerühmte-Zauberslöte"-Auf- führung des Deutschen Theaters: in Max Liebls einfach-vornehmer, bis in die zarteste .Nuance stilvoller Ltz.szenierung. und unter der fein ausgewogenen musikalischen Leitung Professor Sztlls, heran diesem Abend besonders die sakralen Teile ungemein tonschön und feierlich zelebrierte, erzielte durchaus die heiter-ernste Wirkung, die ihr innewohnt und die es an diesem Abend besonders zu verlebendigen gatt. Wie symbolhaft, Wechselbefruchtung deutscher und tschechischer Kunst andeutend, war zum eigenen ausgezeichneten Ensemble(aus dem vor allem nochmals der prächtige Sarastto Andersens, die liebreizende Pamjüa des Fräulein Anders, der. sympathisch ansprechende Tenor des Herrn Baum (Tammo),.der fidele Papageno Hagens und der vorbildliche Sprecher Scheid! hervorzuheben sind) in Vertretung der derzeit pragfernen eigenen Koloratursängerin als Gast vom Tschechischen Na- tionaltheater Mila Kokovä getreten, deren Königin der Nacht durch stimmlichen Wohllaut und völlige Registerausgeglichenheit in der Kan- tilene für sich einnahm. Ganz ausgezeichnet gelangen diesmal auch die Chöre und auch das Orchester hatte seinen Ehrentag. Ansprache des Präsidenten Während der großen Pause empfing Präsident Dr. Benes im festlich geschmückten Salon, seiner Loge gegenüber, die Ausschußmitglieder des Theatervereins, den Theaterdirektor und seinen Stellvertreter, die Verstände des Hauses und eine Abordnung der Künstler. Theaterdirektor Dr. Eger hielt an den Präsidenten eine Ansprache, in welcher er betonte, eS sei eine gute Tradition geworden, daß das deutsche Theater nicht ausschließlich aus dem Born der deutschen Musik schöpfe, sondern sich auch dem Kunstschaffen deS tschechoslowakischen Volles in immer steigendem Maße widme. Der. Präsident erwiderte auf diese Ansprache in deutscher Sprache u. a.: Mein Besuch im tschechischen Theater und jetzt bei Ihnen, will ein Faktum unterstreichen: Daß unsere Republik unter Masaryks Führung 17 Jahre«in Staat war, in welchem die moralischen und geistigen Wette kochgehalten wurden, und daß ich selbst in derselben Tradition gehen werde. Besonders i» der jetzigen Zeit müssen wir einander offen sagen, dass wir alle, Tschechoslowaken«nd Deutsche, zur loyalen»nd freundschaftlichen Mitarbeit auf politischem, sozialem, ökonomischem«nd kulturellem Gebiete bereit sein müssen und daß durch diese Mitarbeit in der jetzigen materialistischen Zett immer der Geist über die Materie, der F r i e d e n über die Gewalt siegen muß. Die Kunst pflegt häufig rin Bindeglied dort zu fei», wo dir Politik nicht zureicht. Das gilt insbesondere vom Theater. Die Theater in einer Stadt können sich nicht mit einer chinesischen Mauer umgeben, auch wenn jedes den direkten Bedürfnissen einer anderen Nation dient. Wir befinden uns in einem gemeinsamen Staate und ein jeder muß auf das geistige Schaffen des anderen Bedacht nehmen. Es ist mir nicht entgangen, daß Sie bei der Gestaltung Ihres Repertoires in Oper und Schauspiel verheißungsvolle Schritte in dieser Richtung eingeleitet haben. Ich lobe das und empfehle darin fortzufahren, ebenso wie ich es für selbst-' verständlich halte, daß unsere großen tschechoslowakischen Bühnen auch das deutsche Kulturgut in Oper und Schauspiel pflegen. Den Erwachsenen wie der Jugend wird da beiderseittg Gelegenheit geboten, den Nachbarn kennenzulernen und manches von ihm zu lernen. Ich habe mich schon früher und systematisch für das deutsche Theater interessiert. Seien Sie versichert, daß Sie bei mir stets Verständnis für Ihr« kulturellen und künstlerischen Bestrebungen finden werden. Die Vorstellung wurde mit viel Beifall nach allen Bildschlüssen und oftmals auch mit Szenenapplaus ausgenommen. Der Präsident, seine Gattin, der Ministerpräsident, alle Minister und die übttgen offiziellen Persönlichketten wohnten der Vorstellung bis zum Schluffe bei. L. G. Die Weltwirtschaft und wir Wirtschaftliche Forschungsstellen in den einzelnen Ländern und auch die Wirtschaftssektion des Völkerbundes sehen in der Weltwirtschaft viele Anzeichen, die ihnen zu einer recht günstigen Beurteilung-der nahen Entwicklung Anlaß geben. In den Dezembermitteilungen der Wirtschaftssektion des Völkerbundes heißt es in dem Gesamtüberblick über die ökonomische Weltlage:»Große Fortschritte sind schon bemerkbar. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, haben wir für das Jahr 1936 mit einer ganz wesentlichen Besserung der Wirtschaftslage zu rechnen." Welches sind diese Anzeichen? Zuerst die Lage auf den Rohstoffmärkten. Sie war in den schwersten Krisenjahren gekennzeichnet durch einen starken Preissturz, durch ein Verharren auf dem tiefen Preisstand und durch ein rasches Anwachsen der Vorräte. Getreide, Zuk- ker, Kaffee, Baumwolle, Wolle, Kautschuk, Steinkohle und verschiedene industrielle Rohstoffe lagen Jahre hi.-urch in den Vorratslägern aufgestapelt und fanden keine Käufer. Obwohl die Herren der Waren zu einer rücksichtslosen Vernichtung übergingen, obwohl Millionen Sack Kaffee, Millionen Zentner Weizen und Mais ins Meer geschüttet oder verbrannt und die Baumwollernte auf den Feldern dem Verderben preisgegeben wurde— es war kaum eine geringe Erleichterung zu verspüren. Im vorigen Jahre hat sich endlich doch eine Besserung der Lage durchgesetzt. Für die meisten Rohstoffe ist ein seit Monaten andauernder ^Preisanstieg festzustellen, dxr zwar gele« ! gentlich einige Korrekturen erfährt» die aber an der Tendenz nichts zu ändern vermögen. Anfang ! Jänner 1936 waren die Preise gegen Jahresan- i fang 1935 an den Weltmärkten höher bei: Wei- ! zen um 78 Prozent, Zucker um 26 Prozent, But- I ter um 8 Prozent, Reis um 12 Prozent, Soja- ! bohnen um 12 Prozent, Leinsaat um 22 Prozent, ! Leinöl um 43 Prozent, Häute um 34 Prozent, Hanf um 87 Prozent, Jute um 13 Prozent, Seide um 50 Prozent, Kupfer um 22 Prozent, Blei um 48 Prozent. Mit dieser Preiserhöhung, die ihren Antrieb von der gesteigerten Nachfrage ; erhält, geht parallel eine Verminderung ^derRohstoffvorräte;im Oktober 1935 > ergaben die Berechnungen durchwegs wesentlich ! geringere Vorratsbestände als zwei Jahre früher. Die Entwicklung hat besonders die großen agrarischen Rohstoffländer gekräftigt: die südamerikanischen Republiken, Kanada, Australien und auch die Bereinigten Staaten, an deren Wirtschaft die Farmer der Süd- und Weststaaten starken Anteil haben. Die i Kräftigung hat sich auf die industtielle Produktion, auf den inländischen und auf den Welthandel belebend ausgewirkt. Der Index der i n d u- striellenWeltproduktion liegt für 1935 schätzungsweise 12 bis 15 Prozent über den deS Jahres 1928l Der Welthandel bleibt noch weit hinter dem Stand seines günstigsten Jahres 1929 zurück, aber er hat 1935 eine wertmäßige und mengenmäßige Steigerung erfahren. Die Produktion wurde und wird noch in den meisten Ländern von polittschen Faktoren— Kriegs- rüstung und Verteidigungsmaßnahmen— hervorragend beeinflußt. Die Entwicklung des Welthandels stößt sich noch immer an den', massenhaften Hemmnissen, die überall die Handels- und Devisenpolitik in den letzten Jahren aufgerichtet hat. Der Opttsmus, mit dem die Wirtschaftsbeurteiler der nahen Entwicklung entgegensetzen, schöpft seine Berechttgung aus der vollen Wiedereinschaltung der großen Agrarländer in die Weltwirtschaft und dann auf den wirtschaftlichen Aufschwung der Vereinigten Staaten von Nordame- rika, Englands und anderer Staaten und auf das Fortwirken bestimmter politischer Einflüsse. Zahlreiche Zweige der Jndusttte der Vereinig- tenStaaten befinden sich zurzeit im Zustand einer guten Konjunktur. Die Produktion hat neue Höchstrekorde aufgestellt imd die Ergänzung und Erweiterung des industriellen Prodüktionsappa- rates geht immer weiter. Zwar ist die Massenarbeitslosigkeit noch sehr groß, aber da die Unterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht gekürzt werden soll, da außerdem die Kaufkraft der Farmer in Nordamerika und den übrigen Ländern sich gehoben hat, hält man die Voraussetzungen für, eine, wettere günstige Entwicklung der indu- Auf den Spuren der Lessing-Mörder Wie uns a«S T a ch a u gemeldet wird, hat die Gendarmerie dort Material zustandege- bracht, das einiges Licht in die Vorgänge beim Mord an Professor Lessing bttngt«nd auch wichtige Boranssetzungen zur Ermittlung der Schuldigen bietet. Eine Verhaftung wurde bereits vorgenommen und der Verhaftete dem Kreisgericht in Eger eingeliefert. Eine H a« S s« ch» n g bei dem Betreffenden förderte auch»ine Bestätigung über den Empfang von 2 0 0 Mark zutage, die ihm als Kopfprämie Po« einem deutschen Hauptmann in Selb ausbezahlt wurden.'* Rach den Angaben des Verhafteten war zwei Tage vor der Ermordung eine Entführung geplant, welche misslungen ist. Ma n wollt« sich dazu der Kellnerin eines Gasthauses bodienrn, in welchem Professor Lessing zu verkehren pftegte. Die Kellnerin sollte mft ihm eine Liebelei versuchen«nd ihn inö Freie an eine schon vorher bezeichnete Stelle bringen,'m» ein Aut», bereit stand, mit welchem er nach Deutschland gebracht worden wäre. Professor Lessing erwies sich aber alS unzugänglich, so daß der Plan nicht ausgeführt werden konnte. Zwei Tage später wurde er in seiner Wohnung erschossen. Es kann als dokumentarisch erwiesen angenommen werden, daß reichsdeutsche Nazi- Organe ihreHände im Spule hatten!..............—...; k_. Eeitr 2 Dienstag, 14. Jänner 1936 Rr. 11 striellen Produktion für gegeben. Die Konjunkturbelebung in den Vereinigten Staaten hat sich bereits in einer Erhöhung der Einfuhr ausgewirkt, wodurch der Weltaußenhandel neue Anregung erhalten hat. Bei ihrem Fortdauern dürfte sie für die Weltkonjunktur noch stärkere Bedeutung erlangen. In der gleichen Richtung bewegt sich der Aufschwung der Wirtschaft in Großbritannien. Die Rohstoffproduktion hat die jemals erreichten Höchstziffern überschritten und der Stand der Beschäftigten liegt höher als im Jahre 1929. Die Konjunktur wurde in den letzten zwei Jahren besonders durch eine umfangreiche private Bautätigkeit vorwärts getragen und durch eine Erhöhung der Ausfuhr, die England durch den Ausbau der handelspolitischen Beziehungen mit seinen Weltreichstaaten erreichte. Neuerdings erhält sie eine Unterstützung durch die Ausführung eines umfassenden Rüstungsprogrammes, die bereits in der stärkeren Belebung bestimmter Industriezweige sichtbar ist. Das Streben nach Erhöhung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit hat die Industrialisierung der großen südamerikanischen Staaten, der skandinavischen Länder, und in Ost» und Südosteuropa vorangetrieben; sie geht weiter. S o- wjetrußland, das seine Industrie-und Agrarwirtschaft zu immer neuen Spitzenleistungen vorwärtstreibt, wird auf den weltwirtschaftlichen Aufschwung dann einen noch größeren Einfluß erlangen, wenn die in den letzten Tagen gemeldeten Anleiheverhandlungen mit Frankreich und England zu einem Erfolg führen und den 19 Jahre andauernden internationalen Finanzierungsboykott beenden würden. Die Aussichten dazu sind vorhanden. Die Kräfte, die den Konjunkturanstieg in den letzten Monaten zur Auslösung gebracht haben, werden in der nächsten Zeit weiter wirksam sein. Werden sie und die in der gleichen Richtung wirkenden Maßnahmen auch der Wirtschaft der Tschechoslowakischen Republik zu einem stärkeren Aufschwung verhelfen? Die Beantwortung dieser Frage hängt ab von der Stärke der Gegenfaktoren, die die Aufschwungsentwicklung hemmen. Zehnen gehört der fortdauernde Absahmangel auf dem Jnlandsabsatzmarkt, der dqrch die Kaufirastschwäche breiter Bevölkerungsschichten hervorgerufen wird. Zu ihnen gehört eine Kartellpolitik, die die Preise fortgesetzt in die Höh« treibt, die Produktion drosselt und Betriebsstillegungen erzwingt. Und ihnen sind alle jene Maßnahmen zuzuzahlen, die den Außenhandel weiter einschränken und damit die Chancen unserer Ausfuhrindustrien herabdrücken. Auch vom Ausland her wirken solche Gegenfaktoren, wobei nur an die schwere Schädigung unseres Exports durch Deutschland erinnert sei. Kurz: ans e i n e nAufschwungunsererWirt- schaft wirken vielerlei Einflüsse von innen und außen starkabdämpfend. Rur wenn sie weitgehend ausgeschaltet werden könnten— so wie es die Wirtschafts-, Handels- und sozialpolitischen Vorschläge der Sozial- deinokratie wollen— würde unsere Wirtschaft den Anschluß an die Weltkonjunktur finden. Budapest. Der Bischof von Steinamanger Gras Johann MikeS, der bekannte Führer der ungarischen Monarchisten und Bertrauensmann der habsburgischen Familie, hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Wie verlautet, soll das Bistum nicht neubesetzt werden. Vermlttlungsaktlonen Genf. In den letzten Tagen vor dem Zusammentritt des Bölkerbundrates find offenbar noch verschiedene Bermittlungsaktio- n e n im Gange, um das drohende Oel-Embargo mit allen seinen möglichen Folgen vorläufig noch hintanzuhalten. Der britische Botschafter in Rom Sir Eric Drummond hat seine in England verbrachten Ferien abgekürzt und ist nach Rom zurückgekehrt. In der ftanzöfischen Presie wird ein Vorschlag diskutiert, Frankreich möge sich in Genf vor der Einführung verschärfter Sanktionen für die Entsendung einer Untersuchungskommission des Völkerbundes nach Abessinien einsetzen. Die französischen Linkskreise verhalten sich dagegen sehr ablehnend und erinnern vor allem daran, daß 50 Mitgliedstaaten des Völkerbundes ja bereits auf Grund überzeugender Dokumente entschieden haben, daß Italien der Angreifer sei. Ministerpräsident La v a l hatte am Montag in Paris eine Aussprache mit dem italienischen Botschafter C e r u t t i, der eben erst aus Rom zurückgekehrt ist und Laval unmittelbar über die Ansichten Mussolinis informieren konnte. An informierten Pariser Stellen heißt es, daß Laval die Möglichkeit einer Regelung im Schlichtungswege auch weiterhin nicht aus dem Auge verliere. Die Agence Havas verbreitete jedoch am Abend eine Meldung aus Rom, wornach autorisierte italienische Kreise das Gerücht dementieren, daß Italien die Anregung zu Friedensvorschlägen und Friedensvcrhandlungen geben wolle. In der Londoner Presse wird ein angeblich belgischer Vermittlungsvorschlag abfällig beurteilt, wonach die Völkerbunduntersuchungskommission an Ort und Stelle die Einführung eines Völkerbundmandates über Messinien prüfen solle. Von belgischer Seite wird offiziell jeder derartige Vorschlag in Abrede gestellt. Trauerfeier für Lundström Addis Abeba. Die ganze Hauptstadt stand am Montag im Zeichen der Trauerfeier für den schwedischen Arzt Lundström, der bet dem Bombardement der sästvcdischen Feldambulanz bei Dolo tödlich verletzt worden war. Sämtliche öffentliche Gebäude flaggten. In der schwedischen Kirche fand im Beisein der kaiserlichen Familie, der Regierungsmitglieder und des gesamten diplomatischen Korps ein feierlicher Traucrgottes- dienst statt. In Addis Abeba wurde ein Aufruf des Kaisers verlesen, in welchem die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht wird, sich auf einem eventuellen Anflug italienischer Flugzeuge in der Zeit vom 20. bis 22. Jänner vorzubereiten. In diesen Zeitraum fällt in Abessinien der Dreikönigs- Feiertag, an welchem Tage aus der weitesten Umgebung Zehntausende von Einwohnern in die Hauptstadt pilgern, um an den religiösen Festlichkeiten teilzunehmen. Rom. In der Nähe von Massaua stürzte ein italienisches Bombenflugzeug ab. Die Besatzung kam ums Leben. TagblatbKorrespondent aus Berlin ausgewiesen Berlin. Der Berliner Vertreter des„Prager TagblatteS" Ernst Popper, ist aus dem Gebiete deS Deuffchen Reiches ausgewiesen worden, daS er binnen zehn Tagen zu verlassen hat. ^Jn der Verfügung des Polizeipräsidenten heißt es u. a.:„Sie werden hiemit aus dem Reichsgebiet ausgewiesen, weil Sie als Vertreter des»Prager Tagblatt" fortdauernd, vor allem aber in den letzten Wochen und Monaten, Geruch t e an die von Ihnen vertreten« Zeitung geliefert haben, die ein« irreführende Darstellung über die Verhältnisse im Deutschen Reich enthalten und geeignet ünd, nicht nur die internationale Atmosphäre zu vergiften, sondern auch lebenswichtige Interessen Deutschlands zu schädigen." . Der tschechoflowakische Gesandte m Berlin, Dr. M a st n h, hat gegen die Ausweisung im Auswärtigen Amte Protest eingelegt. Auch der Verein der ausländischen Presse in Berlin hat zugunsten Ernst Poppers interveniert, doch jvaren seine Bemühungen vergeblich. Vie Habsburgerfrage Gegenstand der Prager Besprechungen? Paris. Der»Jntransigeant" befaßt sich in einem politischen Leitartikel mst dem bevorstehenden Prager Besuch deS österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg. Das Blatt sagt, daß ganz Europa ein Interesse an den künftigen Prager Besprechungen habe. Eine Annäherung zwischen Oesterreich und der Tschechoslcwakei könnte die Einleitung zu einer Regelung des mittel« europäischen Statuts sein. Eine gewisse Schwierigkeit sieht das Blatt aber darin, daß sich die Tschechoslowakei ebenso wie die übrigen Staaten der Kleinen Entente gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger in Oesterreich stellt, während Bundeskanzler Schufch- nigg mit seinen monarchistischen Neigungen nicht zurückhält. Deshalb ist daS Blatt der Ansicht, daß die erste Etappe dieser Annäherung eher eine Regelung der gegenwärtigen Wirtschaftsfragen sein wird. Britische Manöver Im Golf von Saloniki Athen. Ueber Einladung des Kommandanten der britischen Torpedobootzerstörer-Eskaders, die im Piräus vor Anker gegangen ist, kamen der Ches des griechischen Generalstabes sowie die Offiziere aller Einheiten der griechischen Marine an Bord der britischen Schiffe, um die Manöver der britischen Eskader im Golf von Saloniki zu verfolgen. An den Manöver» wird sich auch der griechische Kronprinz Paülbeteiligen. Die Blätter berichten, daß es sich um die normalen britischen Manöver handle. Der spanische Wahlkampf eröffnet Madrid. Der Sozialistenführer und gewesene Minister Largo Caballero hielt Sonntag eine große Wahlrede. Es war dies die erste öffentliche Kundgebung nach seiner kürzlich erfolgten Freisprechung durch das Oberste Gericht. Caballero erklärte, rr bleibe stets ein überzeugter revolutionärer sozialistischer Marxist. Er sprach sich für die Notwendigkeit einer Wahlgemeinschaft aller proletarischen Parteien in Spanien mit den republikanischen Linksparteien aus. I Um den Minister Najman Zu denjenigen, deren Stellung durch die De- zemberereigniffe in der tschechoslowakischen Innenpolitik nicht gerade gestärkt wurde, gehört der Vertreter der.Gewerbepartei, Handelsminister Najman. Dieser ist in den Tagen, da man von dem Rücktrftt MasarykS erst sprach, für Benes als dessen Nachfolger eingetreten. Als aber die agrarische Rechte mit ihrer Kampagne für Prof Römer einsetzte, fiel Najman um und gingiMi: Vranh und Konsorten. Diese Haltung des Han. delsministers rief in seiner eigenen Partei Wider sprach hervor und insbesondere die Vertrauens männer aus der Slowakei, mit dem Abg. Liska ai der Spitze, erklärten sich unbedingt für den Kan didaten MasarykS.• Aber auch in den gewerbe- parteilichen Organisationen Böhmens und Mährens regte sich der Widerstand gegen Rajman. man kritisierte vor allem dessen Abhängigkeit von den Agrariern. Najman setzte sich in seiner robusten Art zur Wehr und drohte in seinem Prager Organ jedem mit Ausschluß aus der Partei, der es wagen sollte, seine Entfernung aus der Regierung zu verlangen. Für Samstag berle' nun Najman eine Sitzung der Prager Vertrau enSmänner der Partei ein, kn der er sich ein Vertrauensvotum aussprechen ließ. Najman hielt auf der Konferenz eine Rede, in der er sagtc. daß die Gewerbepartei eine selbständige Partei bleiben und nur von Fall zu Fall mit anderen Parteien Zusammenarbeiten wolle.' Daraus kann man entnehmen, daß der Husarenritt der agrarischen Rechten im Dezember nicht sehr dazu beigetragen hat, Rastnans Ueberzeugung von der Bortrefflichkeit des agrarischen Bundesgenossen zu steigern. Ob Najman freilich auf die Dauer Handelsminister bleiben wird, ist fraglich, da man auch mst seiner Reffortführung nicht zufrieden ist. DaS Hindernis der kleinen Kabinettsrekonstruktion, vor der wir unmittelbar stehen, wird er noch überspringen, aber die Hürde einer größeren, tiefer greifenden Regierungsumbildung wird ihm vielleicht doch zu hoch werden. „Rrichsksngretz dir Arbeitslosen." Die gemeinsame Gewerkschaftszentrale hieft am 9. Jänner eine Sitzung ab, in der sie sich u. a. auch mit den besonderen Arbeitslosenausschüsscn beschäftigte, die da und dort gegründet werden und zu parteipolitischer Agitation mißbraucht wetden. Den sogenannten Reichskongreß der Arbeitslosen am 15. und 16. Feber, der offenbar eine Aktion der kommunistischen Partei darstellt, werden die Gewerkschaftsorganisationen weder unterstützen noch beschicken. Parlament nächsten' Dienstag? Für Donnerstag 11 Uhr ist das Präsidium des Abgeordnetenhauses zu einer Sitzung einberufen worden, die sich mit dem Termin der ParlamentSeinberu- fung befassen wird. Nach dem„Venkov" ist die erste Plenarsitzung bereits für nächsten Dienstag in Aussicht genommen. Ungarische Einheitspartei in Bildung. Wie verlautet, hat die Leitung der ungarischen christlichsozialen Partei beschlossen, auf das Angebot der ungarischen Nationalpartei auf Verschmelzung der beiderseitigen Organisationen zu- stimmend zu antworten. Der Antrag muß formell erst noch der Parteivertretung vorgelegt werden. Beide Parteien haben im Abgeordnetenhaus je vier Vertreter, die einen gemeinsamen Klub bilden; dem Klub gehört weiters auch der auf der gleichen Liste gewählte Vertreter der Zipfer Deutschen Abg. Nitsch an. Dem Senat gehören drei ungarische Christlichsoziale und zwei ungarische Nationalparteiler an. Roman von Karl Stym Copyright by Eugen Prager-Verlag, Bratislava „Kopf hoch, Ernst!“ „Quatsch!“ Im Waggon ist die Luft zum Ersticken heiß. Möglich, daß es nur mir so vorkommt. Ich lasse die Fenster herunter. Draußen am Bahnsteig steht noch immer Ernst Lang, schmal, mit hartem Mund und hungrigen Augen. Fast ein schönes Bild— verlorener Jugend. Menschen hasten und stoßen an ihm vorbei. Warum? Warum steht dieser jungen Mensch dort zwischen den vielen Menschen, einsam, getreten, ausgestoßen und ohne Jugend? Unsere Zeit hat uns doch so genügsam gemacht, aber so ganz abseits stehen, so ganz nichts sein, das ist immer schlimmer als Tod!— Und das Furchtbarste: der dort steht, ist mein Bruder... Ich hätte mir viel erspart, wäre ich nicht nach Hause gekommen. •«« Mein erster Weg ist zu Hell. Es geht ihm schon besser. Er ist wieder so weit beisammen, daß er, sich an den Betten haltend, herumgehen kann. Seine Freude darüber will mir nicht recht gefallen. Er atmet zu schnell und heiß. Das ist nicht gut „Wie war’s bei Muttern!“ „Wie’s bei Muttern immer ist!“ Hell redet viel vom Gesundwerden und der Grube. Ich gebe nur knappe Antworten. Ich habe kein Vertrauen zu seinen Lungen und seinen schlottrigen Körper. Drach war *?enau so. Und plötzlich sehe ich wieder dessen Tod, nur daß ?aul der Sterbende ist Es ist mir unmöglich, ihm frohe Worte zu sagen. Nach einer knappen halben Stunde schiebt er mich zur Tür hinaus. Mein Gesicht muß wohl ein wenig beleidigt aussehen, weil er sich entschuldigt „Nichts für ungut, Fritz! Aber ich erwarte jemand!" •Berta?“ Sein Gesicht wird etwas frischer und sieht fast gesund aus. Aha, das also ist die Medizin! denke ich für mich. „Erraten!— Nun auf Wiedersehen!“ Im Korridor kommt mir Berta Mühler entgegen. So oft ich dieses Mädchen sehe, wundert mich etwas. Ihre Mutter ist eine plumpe, abgehärmte Arbeiterfrau, die notdürftig ihr Leben durch Botengänge und Aufräumen fristet und ihren Vater zogen wir vor zwei Jahren als zerquetschten Klumpen aus dem Abbau. Ich weiß nicht, von wo Berta das lebendige Gesichtchen mit den großen, grauen Augen und den pikanten Sommersprossen her hat. Sie kommt auf mich zu. „Fritz, wie denkst du nun von Paul?“ Die großen, grauen Augen bitten, daß ich lügen muß. „Ich bin erstaunt, daß es ihm so gut geht. Wird schon wieder werden, Mädchen!“ „Glaubst du’s wirklich? Ich bin so froh. Manchmal hab’ ich solche Angst, er könnte mir sterben. Dann muß ich immer weinen. Er aber will, daß ich ihn gesundlache. Er ist ein so guter Junge und ich—" „Schon gut. Berta, weiß ich!“ Ich sehe dem Mädchen nach. Ihr Gang ist jung, schön und voll Hoffnung. Der aber, zu dem es geht, hat das alles schon verloren. Er geht bereits den letzten Gang. Ich gebe meinem Freund und Kameraden Hell nur mehr höchstens zwei Jahre und die nur, wenn er nicht mehr in die Grube geht Ich schäme mich fast. Warum habe ich das Mädchen belogen?— Ich mußte einfach. Im Park setze ich mich auf eine Bank und sehe zu Pauls Fenster hinauf. Dort oben sitzen zwei junge Menschen und schmieden Pläne, die nie erfüllt werden können. Ihr Wollen und ihre Liebe betrügt sie. Zwei junge Menschen und soviel leere Hoffnungen!-— „Freut euch des Lebens..." Der erste, der dieses Lied sang, konnte kein Bergmann gewesen sein, sonst müßte ich ihn einen Narren nennen... Ich hätte nicht geglaubt, daß man auch die Arbeit verlernen kann, das heißt, daß sie einem plötzlich so schwer vorkommen kann. Die sechs Wochen haben meine Hände weich und empfindlich gemacht und ich muß trotz meiner vier Grubenjahre noch einmal mit Blasen anfangen. Wie „die Faust aufs Auge“ paßt dazu, daß man mich dem langen Dießler zugeteilt hat. Der ist, gelinde gesagt, ein Vieh. Er schafft Kohlentrümmer von ein und einem halben Zentner allein vom Oberflöz herunter und legt sich beim Schießen kaum drei Meter vom Schuß auf den Boden, die Kohlenschwinge als einzigen Schutz über den Kopf gestülpt, um, wenn das Loch noch dampft, wie ein Blödsinniger über die Kohle herzufallen. Man könnte fast meinen, er leide an Lebensüberdruß. Aber der Dießler von früher ist er trotzdem nicht mehr. Vor dem Streik arbeitete er für gut drei Mann. Das bringt er jetzt nicht mehr zuwege. Der Streik hat ihm das„Genick gebrochen“ und eine der traurigsten Tragödien, die ich als Bergmann bisher erlebte, eingeleitet. Heute, das ist zwei Wochen nach meinem Arbeitsantritt, führen Röhling und ich den Dießler durch die„Bolle“. Zwar nicht im gelben Wagen; aber besser, er wäre es. Nervenzusammenbruch nennen es die Ärzte. Wir selbst sagen anders: der Berg hat ihn erledigt! Dießlers Körper zittert, sein verzerrter Mund zuckt, und was das furchtbarste ist, Dießler— weint Weint wie ein kleines, hilfloses Kind. Nr. 11 Dienstag, 14. Jänner 1936 Sudetendeutscfier Zeitspiegel Die Christlichsozialen regierungsbereit Egerer..Kavaliere" In einer Versammlung der Chriftlichiogia Flüchten ins Dritte Reich Darunter ein Baumeister, der einen Bauern ins Armenhaus brachte Vor kurzem flüchtete der Egerer Photograph Baul Bauer, ein Reichsdeutscher, über die Grenze nach Deutschland. Bauer hatte in Eger beträchtliche Schulden und zog es vor, noch vor der Fälligkeit der von ihm ausgestellten Wechsel Eger zu verlassen. Seite 3 des Vereinsstatuts§ 15, Absatz 2c, den Beschluß gefaßt, in Zentralgruppen eingegliederte früher selbständige Ortsgruppen aufzulösen und die Auflösung im Amtsblatt bekanntzugeben." Das ist der Grund, warum die Union der Textilarbeiter 50 Ortsgruppen aufgelöst hat. Der Mitgliederstand der Union hat sich durch die Auflösung der Ortsgruppen nicht im geringsten geändert. Unterschlagungen eines SdP- Mannes Yen Partei in Marienbad erwähnte der Hauptredner, Senator Scharnagl, die Mög lichkeit eines bevorstehenden Regierungseintrittes in der Wohnung oder in der Kanzlei des Matder Partei. Er behauptete laut Reichenberger tusch erschien, er erhielt von seinem Schuldner Eine durch die Bezirksbehörde Tetschen am Zeitung" es sei mehr als wahrscheinlich, daß nicht eine einzige Krone zurüd, ja nicht ein vergangenen Samstag in Tissa vorgenommene die slowakische Volkspartei in die mal ein Stüd Brot, um das der dem ab- Kontrolle hatte zur Folge, daß der bekannte S d PRegierung eintreten werde, wofür ihr gewisse foluten Nichts ausgelieferte und vom Hunger ge- Funktionär, früherer Vorsteher Forderungen zugestanden werden. sollen. Die quälte Mann oft bat... Mattusch selbst litt in von Tiffa und Obmann des Orts a deutsche christlichsoziale Volfspartei sei zwar noch Auf gleiche Weise hat sich noch vor ihm dieser Zeit keine Not; er war nach wie vor nicht offiziell zum Eintritt in die Regierung einnach wie vor fchulrates, Rudolf Löbel, wegen UnterStammgast in den besten und teuersten Lokalen geladen worden, mache aber den Eintritt von der der Egerer Architekt Mattusch den Egers, als Gourmand stadtbekannt, und immer schlagung und Betrug sofort nach der Rev: sion Erfüllung gewisser Forderungen abhängig. Es Nachstellungen seiner Gläubiger zu entziehen ver- wieder gelang es ihm, vertrauensselige Leute zu verhaftet und in das Bezirksgericht in Tetschen sind dies vor allem die Sanierung der standen. Mattusch, in Eger eine stadtbekannte finden, die ihm aus einer momentanen Ver- eingeliefert wurde. Nicht nur, daß 11.470 Schludenauer Sparkassa und die Figur, war in der Wahl der Mittel, zu Geld zu legenheit" halfen. n den Aften der Egerer Poli- Kč in der Kaffa fehlten, auch RadierunFreigabe des beschlagnahmten Besizes des Stif- gelangen, nicht sehr wählerisch. Als besonders bezei ist der Name Mattusch einigemal vorzufinden. tes Teplin Marienbad. zeichnend für die Skrupellosigkeit, mit der er zu Es hat vor Jahren einmal eine in Eger vielbe- gen auf Belegen und Urkunden fälschunWerke ging, möge hier folgender Fall angeführt sprochene Getreibelieferungsaffäre gen sollen festgestellt worden sein. Als diese Tatgegeben, mit der Mattusch in engstem Zusammen- fache in Tiffa bekannt wurde, waren angeblich sohang stand; damals war es nur dem entschlossenen fort politische Freunde des Löbel zur Stelle, die Eingreifen eines Ecerer Polizeiinspektors zu verdanken, daß Mattusch einen großen Geldbetrag, sich bereit erklärten, den fehlenden Betrag zu erden er für ein sogenanntes Luftgeschäft denn fetzen. Diese Unterschlagung war möglich, trotzum ein solches hatte es sich bei der Getreide- dem durch eine örtliche Kontrollkommission Revilieferung" gehandelt wieder zurückerstattete. fionen vorgenommen wurden, die aber alles in Ordnung" fand. Schutzgesetzverfahren gegen SdP- Funktionär werden: In einem Egerer Gasthaus hatte der Archi tekt den Landwirt Krader aus Topissenreuth In der Vorwoche wurde in Graslih eine im Egerer Bezirke kennen gelernt, einen einParteibersammlung der SdP abgehalten, in der fachen Landmann, den er nach kurzer Zeit dazu es schon nach kurzer Zeit zu einem Zwischenfall zu bewegen vermochte, ihm ein Darlehen in beinsoferne kam, als der Hauptreferent, Ing. i trächtlicher Höhe zu gewähren. Mattusch verfde r- Franzensbad, sich zu einer Auseinan sprach dem Bauern eine besonders günstige Verdersezung mit dem Regierung 3 zinjung und verstand es, den Strader unter Hindurch bertreter hinreißen ließ, wobei er u. a. die weis auf zahlreiche von ihm- Mattusch Aeußerung tat:„ Soll mir der Staat eine Anzuführende Neubauten so sehr in Sicherheit zu wiegen, daß der Bauer dem Architekten Geld stellung bei der Post oder bei der Bahn geben, gab, solang er noch über solches verfügte. Als er dann habe ich es nicht nötig, als Agitations bann um Rückzahlung ersuchte, erklärte ihm der redner aufzutreten!" Die Versammlung wurde err Architekt, daß er nichts besize, daß die Möbel sväter abgebrochen und geschlossen. Nunmehr ist seiner Frau gehören und daß alle seine Einnahmen gegen den SdP- Funktionär Ing. Fischer wegen bereits auf Jahre hinaus gepfändet seien. Der der bei dieser Grasliger Versammlung gefallenen Bauer stand vor dem Ruin, fonnte die auf dem Aeußerungen ein Strafverfahren nach den Bestims Hofe lastenden Hypotheken nicht abstoßen und mungen des Gesetzes zum Schuße der Republik ein- die Folge war die Versteigerung des Angeleitet worden. wesens. So oft auch der Landwirt Krader in Eger Seelenverwandtschaft Henlein- Hitler Wir haben vor einigen Tagen die charakteri stische Tatsache hervorgehoben, daß in dem Leit" artikel, welchen die Zeit" über den Parteitag des Bundes der Landwirte geschrieben hat, vor allem an der sachlichen Art Stritif geübt wurde, mit der Minister Spina die Verhältnisse in Sowjetrußland dargestellt hatte. Bemerkenswert ist nun, daß auch die Frankfurter Zeitung" in ihrer Ausgabe bom 11. Jänner unter dent Titel„ Ein Professor träumt ven Rußland" die Ausführun von unserer dreimal wöchentlich erscheinenden Boltspreise" eingeleitet wurde, hat in einigen Gebieten außerordentlichen Erfolg gehabt. Nicht weniger als 1000 Zeitungsexemplare werden allwöchentlich mehr abgenommen als früher. Die Zahl der Gläubiger, die das spurlose Verschwinden des sehr eß- und trinkfreudigen Architekten bedauerr., ist nicht gering, und für sie ist es nur ein geringer Trost, wenn sie jetzt hören, daß Mattusch in Deutschland eine gute Stellung gefunden haben soll", Senn auch in diesem Fall wird der Flüchtling seinen Verpflichtungen wohl faum nachkommen. Als besonders tragisch jedenfalls muß der Fall des von Mattusch um nahezu 100.000 Kč gebrachten Bauern Krader bezeichnet werden, denn der Mann ist heute im Armenhause untergebracht und fristet sein Dasein von Almosen, die ihm von seinen Mitmenschen gereicht werden... Isolationsabteilung nicht gebrauchsfähig. durch die Straßen Karlsbads ergießt, gerät mit Der Strom von Menschen, der sich dauernd einem Male ins Stocken; eine Frau schreit leicht auf, und dann scharen sich die Passanten um einen Menschen, der schweratmend auf dem Pflaster liegt und dessen Hände, in irrsinniger Angst flatternd, auf den talten Steinen einen Halt zu suchen scheinen. Das Sanitätsauto rattert heran, nimmt den Mann auf und entschwindet in der Richtung zum Krankenhaus. Dort angekommen, beginnt der Ein schöner Presse- Werbe- Erfolg nur die Oeffentlichkeit informieren sollte, son- Mann zu toben, schlägt um sich, Schaum tritt ihm Die Werbeaktion, die anfangs November dern deren Zweck wahrscheinlich ein anderer war. vor den Mund. Der diensthabende Arzt stellt fest, ohne viel Mühe durch einen telephonischen Anruf daß dieſes armselige Bündel Menſch- es hanDie Redaktion der ,, Reichenberger Zeitung" hätte bei der Union der Textilarbeiter in Reichenberg delt sich um den dreißigjährigen Johann I an ja Janja Die Ursache feststellen können, warum die Aufaus Hirschenstand im Bezirk Neudek, irrsinnig geworden ist. lösung von 50 Ortsgruppen erfolgt. Daß sie eine solche Anfrage unterlassen hat, lestärkt uns in dem Glauben, daß dieser Angriff aus einem sehr durchsichtigen Zweck erfolete. Zur Aufklärung der Angelegenheit wird uns von der Union der Zer Wenn man berücksichtigt, daß dieser Werbegen Spinas über die Sowjetunion abfällig triti- erfolg in der Zeit der ärgsten Strife erreicht wurde, siert und sie ins Lächerliche zu ziehen versucht. tionäre der Arbeiterbewegung, auf deren Arbeit Siz Reichenberg, folgendes mitgeteilt: Diese und des Hauptorgans der SdP. legt erneut die enge geistige Verwandtschaft dar, die zwischen der Hakenkreuzbewegung im Reiche und der Henlein- Front hierzulande besteht. SA- Mann in Kaschan verhaftet. Die Staatspolizei in Kaschau verhaftete Montag Herrman Heinrich aus Dresden. Heinrich, der sich, wie festgestellt wurde, schon längere Zeit in Kaschau aufgehalten hatte, ist Mitglied der SA. Nach dem Verhör auf der Polizei wurde er in die Haft des Kaschauer Kreisgerichtes eingeliefert. Eine sudetendeutsche Uraufführung in Prag ,, Wallenstein" von Josef Mühlberger Josef Mühlberger, der jüngeren Generation fudetendeutscher Autoren angehörend, hat sich durch feine Erzählungen einen guten Namen gemacht. Sonntag führte das Prager deutsche Theater sein Schauspiel„ Wallenstein" auf und schuf damit einem größeren Kreise Gelegenheit, Mühlberger auch als Dramatiker kennen zu lernen. Wallenstein, das ist freilich ein Stoff, der Vergleiche mit Höchstem und Größtem heraufbeschwört, was die deutsche Dramatik hervorgebracht hat. Mühl berger mußte darauf gefaßt sein, daß man seine Gestaltung der Wallenstein- Figur an der Dichtung Schillers mißt und daß sich jeder Zuschauer fragen wird, ob es objektiv( denn subjektiv kann es jeden Autor dazu drängen, einmal Gedichtetes noch einmal zu dichten) nötig und gut war, dem so oft, und einmal endgültig, Gestalteten eine neue Form anzufügen. Der Rezensent gesteht, daß er nicht überzeugt wurde. Auch an modernen Forschungsergebnissen, so an Srbif's kritischem Wert gemessen, ist Schil lers Held dem historischen Wallenstein näher als Mühlbergers fast anderthalb Jahrhunderte später entstandener Heros. Zu den Zügen, die Schiller seinem Wallenstein verleiht, um ihn als Träger einer großen Idee erscheinen zu lassen, fügt Mühlberget eigentlich feine neuen hinzu. Er übersteigert und überspitzt nur in einem Grade, daß es der dramati schen Dichtung nicht frommt. Man ist bei Schiller vom Untergang des tragisch Schuldigen ganz anders erschüttert als bei Mühlberger von dem Fall des unschuldigen Genius. Der historische Wallenstein war eine merkwürdige Kreuzung von Condottiere( also mehr Banden- als Seerführer) und frühkapitalistischem Kaufmann. Sein größtes Talent war eine erstaunliche der Lesergewinn zurückzuführen ist, recht augenfällig in Erscheinung. Den Löwenanteil an dem bisher erreichten Erfolg hat die Bezirksorganisation Jägerndorf. ,, Die Union der Textilarbeiter löst 50 Ortsgruppen auf" | ,, Die Union der Tertilarbeiter hat im Jahre Aber im Karlsbader Krankenhaus, das mit einem Aufwand von über zehn Millionen Kronen vor einigen Jahren umfangreiche Zubauten erhal ten hat, sind solche Fälle nicht vorgesehen; des= halb schidt es den Unglüdlichen, von einem Wärter begleitet, zur Polizei und gibt ihm einen Zettel mit: " Da Patient in eine geschlossene Anstalt gehört, tann Patient derzeit nicht aufgenom men werden, da unsere Jiolations abteilung nicht gebrauchs fähig ist.“ 1919 überall dort, wo Mitglieder ihren Wohnsiz hatten, eigene Ortsgruppen errichtet. Im Laufe der Zeit wurde aus v rwaltungstechnischen Gründen eine Zentralisierung der Ortss gruppen bezirksweise durchgeführt. Es wurden Zentralgruppen errichtet und die im Bezirk be- Der Polizei bleibt, da Kranke nicht in Gestehenden Ortsgruppen und deren Mitglieder in wahrsam genommen werden können, nichts andeeiner Zentralgruppe vereinigt. Die Zentralisie- res übrig, als das Menschenwrad nach Neudek | rumg der Ortsgruppen hat dazu geführt, daß von abzuschieben, ohne daß freilich die Gewähr besteht, 145 Ortsgruppen 50 im Laufe der Zeit ihre daß der Irrsinnige im dortigen Krankenhaus Selbständigkeit verloren haben. Der Vorstand der aufgenommen wird, da er bei der Krankenkasse. Union der Tertilarbeiter hat nun unter Beachtung nicht gemeldet ist... Schillers Wallenstein, ein Opfer nicht nur fremder| Auch wenn es so historisch wäre, so wäre es wies Intrigue, sondern des Konfliktes zwischen beschivo derum dramatisch falsch. rener Pflicht und sittlicher Verpflichtung gegen die Jdee, der in der eigenen Brust unentschieden wogt. Unter dem alarmierenden Titel ,, Die Union der Textilarbeiter löst 50 Ortsgruppen auf" wurde vor einigen Tagen in der bürgerlichen Presse eine Notiz veröffentlicht, welche wohl nicht Organisationsgabe, genial an ihm ist der Zug ins Phantastische, den seine Unternehmungen annehmen. Er hat den Habsburgern ein stehendes Heer orga= Die Technik des Dramas läßt in den ersten beis nisiert, er hat in Böhmen die Grundlagen für zahlden Bildern zu wünschen übrig. Dann kommt stärreiche Manufakturen und damit die Anfänge des feres Leben in das Spiel, der dritte Akt hat eine Mühlberger deutet den Friedländer eigentlich bramatisch gutgezeichnete Figur, den böhmischen Kapitalismus in unserem Vaterlande geschaffen, er ist ein Wegbahner des modernen Staates und der nicht anders als Schiller. Aber er verklärt ihn Emigranten Bogumil( von Walter Taub ermodernen Wirtschaft, dabei zweifellos einer der vollends zum Apostel einer höheren Sittlichkeit, zum greifend nachgezogen, ein unheimliches Stück Gegenmarkantesten Repräsentanten der alten Reichsidee, größten Genie seiner Zeit, er läßt den Meteor, der wart in dunkler Vergangenheit), im fünften Akt, da wenn auch nicht der lezte und größte; denn das überraschend aufflammte und nach kurzer Bahn im es so viele Leichen gibt Jahrhundert nach ihm hat immerhin den Prinzen Blut verlöschte, zum strahlenden Gestirn werden, das ihn ins Schloß, wo die Offiziere ermordet werden, Eugen und Joseph II. hervorgebracht. Moralisch die Zeiten überdauert und in ferne Zukunft leuch= läßt aber den Tod Wallensteins aus dem Stadterhob sich Wallenstein nicht über die wüste Zeit, cus tet. Mühlbergers Wallenstein wird zum Vorläu- hause nur vermelden der er kam und in der er lebte: seine Spekulationen fe der Neubegründer des tschechoslowakischen Staa Manches wirkt konstruiert, weil es offenbar nur den auf finanzpolitischem Gebiet, seine Lieferungs- tes, zugleich aber auch zum Propheten und Vor- 3wed hat das Gegenteil der Schillerschen Dichtung Geschäfte, seine Bodentäufe, die Brandschabungen des kämpfer deutscher Reichseinheit, deutscher Größe und zu sein. Das Wert hat also recht viele Schwächen, die Landes. ob Freundes- oder Feindesland durch der Idee des ewigen Friedens. an anderem, weniger anspruchsvollen Thema weniger auffielen und störten. seine Truppen, sind so gut und so schlecht wie die Moral und die Praktiken des Feudalismus und AbJolutismus es eben waren. " Diese Verklärung der Hauptgestalt führt auch dazu, daß die Gegenspieler als ganz unproblematische Schufte dastehen; das ist aber, selbst wenn es Schiller, der nationalste und„ deutscheste" der der Geschichte entsprechen sollte, nicht dramatisch, es deutschen Dichter, hat- welches Sinnbild für die schwächt die Bühnenwirkung ab. Aus der allgemein nationale Misère der Deutschen und unsere, durch weltanschaulichen ergibt sich zwanglos eine deutReformation, Fürstenstaat und Preußentum ver liche politische Tendenz; sie ist scharf anti- österrei schuldete, Geschichtslosigkeit niemals einen großen disch, anti- babsburgisch, anti- katholisch; es ergibt nationalen" Stoff gefunden. Denn der„ Wilhelm fich die merkwürdige Situation, daß nach dem drits Tell" ist ja, vom nationalen Standpunkt gesehen, die ten und fünften Akt zumindest nationale Tschechen Verherrlichung des Seperatismus der Schweizer. und stilechte Nazi gemeinsam applaudieren können, Auch„ Wallenstein" wird keine deutsche Tragödie, denn dieser Wallenstein soll ebenso der tschechischen sondern die repräsentative Dichtung des kosmopoli- Treiheit gedient wie den protestantisch- deutschnatiotisch und europäisch denkenden Bürgertums. Schils nalen Stampf gegen den römisch- habsburgischen ler macht Wallenstein, an dem historischen Charal- Drachen vorgefämpft haben. ter des Friedländers nichts ändernd, was ihn umWas die dramatische Wirkung aber am stärkbiegen und umdeuten könnte, zum Träger großer ften beeinträchtigt, ist die Reinwaschung des Friedstaatspolitischer Ideen der neuzeitlichen, bürgerlichen länders von jeder auch nur formellen Schuld des Gesellschaft: religiöse Toleranz, Ueberwindung der Hochverrates. Nach Mühlberger hat der große VorKleinstaaterei, Kampf gegen die Enge des ultras| fämpfer gegen den katholischen Ferdinand sich zuletzt fatholischen Hofes sind die Säulen Wallenstein'scher in alles gefügt, tein Schatten trübt das lichte Bild Politik bei Schiller. Mit der Idee des Verrates des Schuldlosen; er ist todkrant und hat seinen Rückam Kaiser spielend, mitten in dem Versuch, dem tritt bereits unterschrieben, da fällt ihn die Meute Staiser das Heer ganz aus der Hand zu reißen, fällt der Verschwörung aus Angst und purem Uebermut. einen Staatsmann, denn Mühlberger verlegt wird's erst recht lebendig. Unter der Spielleitung des Direktors Mag ie b1,' der in letzter Stunde auch den Piccolomini zu spielen übernahm, den er als talten Streber gut charakterisierte, brachte das deutsche Theater eine szenisch saubere, sprachlich nicht gut durchdachte Aufführung zustande. Vielelicht liegt es am Tert, daß ganze Szenen sprachlich so unerfreulich blieben. Auch im Tert wechseln nämlich hausbackene Gespräche mit hereinbrechendem Pathos. Friz Vall plöslich spielte den Wallenstein, gedämpft und hoheitsvoll, von Velasques dunkel auf dunklem Grund gemalt, mit Gold und Feuer spars chen Militär fielen neben dem schon genannten fam, aber markant diftinguiert. Unter dem zahlrei Walter Taub der urwüchsige Isolani Willh Volkers, der glatte Gordon Walter Frieds, der Kriegsrat Schlick des Herrn Mrlé und, dramatisch eigentlich unmotiviert durch das Stück spazie= rend, aber gern gesehen und gehört, Marion Wünsche, eine stilvoll zarte und leise Gräfin Piccolomini, als rühmenswert auf. Die Aufnahme war mit wiederholtem Her vorruf des Autors ein herzlicher, wenn auch kein Dr. E. Franzel. rauschender Erfolg. Seite 4 DienStag, 14 Jänner 1938 Nr. 11 lntemstlonsles lerror-Leilckt? Genf. Der Ausschuß des Völkerbundrates, der mit der Ausarbeitung des Entwurfes eines internationalen Abkommens zur Bekämpfung des Terrorismus betraut wurde, hat zwei vorläufige Entwürfe ausgearbeitet. Der erste Entwurf sieht eine Aenderung der nationalen Gesetzgebung der Mitgliederstaaten vor, um terroristische Handlungen gegen andere Staaten oder deren Vorbereitung unmöglich zu machen, der zweite Entwurf enthält den Vorschlag zur Bildung eines internationalen Gericht es, das terroristische Handlungen und die Vorbereitungen hiezu aburteilen würde. Der erste Entwurf wurde allgemein genehmigt, gegen den zweiten Entwurf sprachen sich einige Delegationen, insbesondere die italienische, aus. Bekenntniskirche bleibt fest Berlin. In allen Kirchen der preußischen Bekenntniskirche haben die Paswren Aufrufe an die Gläubigen verlesen, in denen es u. a. heißt: Der Staat hat Kirchenausschüsse eingesetzt, die mit der Verwaltung der Kirche betraut sind. Der Bruderrat der ehemaligen Preußischen Union erachtet diese» Schritt als verhängnisvoll. Infolgedessen erkennt der Bruderrat die vom Staat mit diesen Ausschüssen eingesetzte Kirchenverwal- iung nicht an. Der Rat wird sein hierarchisches Amt wie bisher ausüben. Er fordert auch die Pastoren auf, in Uebereinstimmung mit den^-or Gott und vor den Gemeinden der Gläubigen übernommenen Verpflichtungen ihr Priesteramt in vollem Umfang wie bisher auszuüben. 160.000 ttt. Oie besser verwendet werden könnten I Der„Verein der gedienten Soldaten" in W e i p e r t plant die Umwandlung des ehemaligen Kaiser Josef-Denkmals in ein Weltkriegsdenkmal, wobei die Baukosten mit 160.000 Kö veranschlagt werden. Gegen die Ausführung des Projektes nimmt ein Großteil der Arbeiterschaft Weiperts deswegen Stellung, weil sie die Meinung vertritt, daß mit dem angeführten Betrag die Not zahlreicher hungernder Familien in der durch die Grenzsperre besonders in Mitleidenschaft gezogenen Industriestadt im äußersten Winkel des oberen Erzgebirges gemildert werden könnte. Mit der Angelegenheit wird sich die Stadtvertretung Wei« pert noch zu beschäftigen haben. Aufregung um ein Konterfai. Die„Zeit" zitiert in heller Empörung einen Erlaß, in dem die Bezirksbehörde in T e p l etliche Gastwirte aufforderte, das Henlein- Bild, das sie in ihrem Lokal aufgehängt haben, zu entfernen, weil durch dieses Bild Aergernis hervorgerufen werden könnte. Angeblich hat die SdP„sofort die nötigen Schritte" unternommen, um diese Verfügung rückgängig zu machen. Und wie wir hören, tragen sich viele Bewohner des Tepler Bezirkes mit Selbstmordgedanken, weil sie derzeit beim Biertrinken dem Henlein nicht ins photographierte Auge schauen können... Sudetendeutsche Sängerknaben? Laut„Egerer Zeitung" soll schon Anfang Feber 193V, in waldreicher, gesündester Gegend W e st b ö h- mens ein Sängerknabenchor unter der Leitung eines sudetendeutschen Musikpädagogen gebildet werden. Die in. einem geräumigen Heime unterzubringenden Knaben müssen stimmlich hochbegabt sein, und werden vorher einer Prüfung unterzogen. Es werden solche Knaben im Alter von sechs bis zehn Jahren in größerer Anzahl ausgenommen. Sie sollen Gelegenheit züm Besuche einer Volksschule im Orte, und später auch zum Besuche einer Bürger- bezw. Mittelschule erhalten. Die monatlichen Verpflegskosten, einschließlich Aufsicht, musikal. Ausbildung, belaufen sich auf bloß 200 Kö. Während der Hälfte der Ferien im Sommer haben sämtliche Knaben verbindlich an Konzertreisen ins Ausland und auch im Inland mitzuwirken.— Die Schriftleitung der„Egerer Zeitung", an die AufnahmSgesuche zu richten sind, nennt den Ort dieser geplanten Sängerknaben-Schule noch nicht, weil erst abgewartet werden soll, ob sich genügend Interessenten melden.• „Humor um die SdP." Der Brief, den wir unter diesem Titel in unserer letzten Donners- t a g-Ausgabe veröffentlichten, hat uns eine Reihe von Zuschriften solcher Leser eingetragen, die interessiert fragen, ob es sich wirllich um einen Originalbrief handelt, der zufällig in unsere Hände geriet, oder ob die Redaktion sich nicht doch vielleicht /nur einen Scherz machte. Also stellen wir nochmals fest, daß es sich um einen tatsächlichgeschriebenen Freundesbrief handelt und daß uns Briefschreiber und Adressat bekannt sind. Staffen hat durchgesetzt... Ju Beginn der fünften Prozeßwoche im Patscheiderprozeß wurde das Verhör mit Jng. Staffen noch immer nicht beendet. Es kamen verschiedene Schriften zur Verlesung, die bei Staffen und anderen Angeklagten beschlagnahmt wurden. Die Artikel verraten preußischen Militärgeist, wozu Jng. Staffen angibt, daß der militärisch« Geist bei der deutschen Jugend sehr beliebt sei und daß auch in Kulturartikeln derart geschrieben werden mußte, damit sie die Jugend fessele. Der Gerichtsvorsitzende macht den Angeklagten Staffen darauf aufmerksam, daß er noch Material zur Verlesung bringen werde, welcher die Absichten jener Sudetendeutschen beweise, welch« ein Großdeutschland schaffen wollten mit Grenzen von Riga bis Sofia, wobei es der Tschechoslowakei anheimgestellt werden würde, in diesem Großdeutschland zu verbleiben oder nicht. In Anknüpfung hieran gesteht Jng. Staffen, daß sich die Führer der Sudetendeutschen in Prag trafen und in vertraulichen Sitzungen über die wirtschaftliche Föderation Mitteleuropas verhandelten. Staffen selb st habe jedoch bei derartigen Gelegenheiten durchgesetzt, daß die Tschechoslowakei erhalten bleibe. Der Senatsdorsitzende wirft Staffen vor. daß sie ohne sein Wissen über da? Schicksal per Tschechoslowakei verhandelt hätten. Jng. Staffen entschuldigt sich sodann dahingehend, daß es sich bloß um theoretische Darlegungen gehandelt habe. Ei» KurS für augewandte Mathematik findet heuer an der Deutschen Staatsgewerbeschule in Reichenberg statt. In diesem Kurs soll den Teilnehmern in leichtverständlicher Darstellung eine ausreichende Kenntnis der zum Verständnis der technischen Literatur notwendigen Mathematik gegeben werden. Der Kurs umfaßt: Trigonometrie, Difierential- und Integralrechnung, Reihendarstellung und Schwingungslehre. Der Kurs findet einmal wöchentlich Dienstag von 18 bis 20 Uhr durch fünf Monate(Saal„F"), beginnend mit 21. Jänner 1936, statt.' Kursgebühren 60 Kc. Auskünfte und Anmeldungen durch die Direktion und bei Kursbeginn. Gegen die„Exekutive der öffentlichen Angestellten". Die gemeinsame Gewerkschaftszentrale hat in ihrer Sitzung vom 9. Jänner mit Bedauern die Aktion einer Gruppe öffentlicher Angestellter, die in der sogenannten Exekutive vereinigt sind, zur Kenntnis genommen, weil dies nur zu weiterer Zersplitterung der Gewerkschaftsbewegung führt. >M mit ihm eine Reihe von Händlern, die sich der H e h l e r e i verdächtig gemacht hatten. Wie stet- in solchen Fällen beteuerten diese Ehrenmänner vor Gericht, sie hätten natürlich keine Ahnung gehabt, daß«S sich um Dieb-gut handle. Der Hauvtangeklagte Müller hat entschieden eine humoristische Ader. Er schilderte den Einbruch nämlich derart, daß er in der kritischen Nacht, mit dem verschwundenen Weber, am Elbe-Ufer bei Bekko- witz lustwandeln-, LustaufObftbekommen habe. Deshalb sei er mit seinem Kumpan in einen Garten eingestiegen, in welchem sie ihrem Verlangen zu ftönen hofften. Da sie auf den Bäumen kein Obst sanden, stiegen sie durch ein offenes Fenster in den Keller des Schlosses ein, daS im Park steht— immer noch lediglich von der Begierde nach einigen Aepfeln oder Birnen geführt. Aber auch im Keller war kein Obst vorzufinden und so begaben sie sich in die unbewohnten Varterreräume. Auch hier gab es weder Aepfel noch Dirnen, dafür aber fayden sie einen verschlossenen Eichenschrank, den sie mit einer auS dem Keller geholten Krampe aufsprengten. SMtt des erhofften ObsteS mußten die Pechvögel Mit Ju» welen im Wert von 44.110 Kä vorlieb nehmen! Dies ift die neckische Historie, die der Haupt- anarklagte Müller mit ernster Miene vor seinen Richtern zum Besten gab. Diese Verteidigung half ihm natürlich wenig, DaS Gericht nahm Rücksicht auf seine zahlreichen schweren Vorstrafen und verurteilte Müller zu der exemplarischen Straf« von sünf Jahren schweren und verschärften Kerker und nachfolgender Anhaltung in der siwanqSarbeitSanftalt. Sein Freund Kubik und der Hehler Podlesny wurden zu je -> e h n Monaten verurteilt, zwei weitere Angeklagte fteigesprochen, rb. Schweden hat die Krise überwunden Unter sozialdemokratischer Führung Stockholm. In der Thronrede, mit der die heurige ordentliche Session des schwedischen Reichstages eröffnet wurde, wird konstatiert, daß die Staatseinnahmen inständigen Steigen begriffen sind, so daß die normale Einkommensteuer und die Vermögenssteuer vorläufig herabg.esetzt werden können. Der Voranschlag für das mit 1. Juli beginnende Budgetjahr ist ausgeglichen und beträgt 1167 Millionen schwedische Kronen; gegenüber dem bisherigen Budget bedeutet dies eine Erhöhung um 111 Millionen. Diese Erhöhung würde hauptsächlich durch die endgültige und definitive Liquidierung der in der Zeit der Wirtschaftskrise zur Durchführung öffentlicher Arbeiten aufgenommenen Anleihen bewirkt, durch die Schweden die Ar- beitslosigkett bekämpfte. Durch diese Liquidation erhöht sich der Bedarf für die Amortisierung der öffentlichen Schuld auf 130 Millionen gegenüber 46.3 Millionen im lautenden Budget. Die Sondersteuern auf große Einkommen und Vermögen, die Zölle, Verbrauchssteuern etc, verbleiben in der gegenwärtigen Höhe. Bekanntlich ist in Schweden seit langem die Sozialdemokratie die führende Regierungspartei, die auch den Ministerpräsidenten stellt. Vorstoß Badoglios gegen Mussolini Armee gegen Miliz Auch in Italien hat sich wie in Deutschland neben der faschistischen Miliz und dem faschisierten Staatsapparat die Armee eine gewisse Selbständigkeit— wenn auch nicht eine so bedeutende wie di« deutsche Reichswehr— zu behaupten verstanden. Zwischen Armee und Miliz gab es immer Spannungen und seit Kriegsbeginn sind sie noch mehr angestiegen. Nunmehr hat in diesem stummen Ringen die Armee einen unbestreitbaren E- folg davongetragen. Wenn die Entsendung Badoglios nach Afrika eine Vorsichtsmaßregel des Duce gegen seine gefährlichsten Gegenspieler in der Armee war, so hat sich Badoglio jetzt erkenntlich gezeigt, indem er durchgesetzt hat, daß alle Truppen in Ostafr ika, also auch die Schwarzhemdendivisionen, der Gerichtsbarkeit des Heeres unter st ehen und"hne jeden Unterschied als Heerestruppen behandelt werden. Das italienische Amtsblatt teilt mit, daß alle Schwarzhemden, die sich in Milizkörper einreihen lassen, die nach Afrika abgehen, damit automatisch in die Armee eintreten und der Disziplinargewalt und Gerichtsbarkeit d« Armee untcr- licgen.' Das ist gerade angesichts dft drohenden kriegs« und innenpolitischen Entscheidungen eine ernste Schlappe Mussolinis. Drei Schlachtkreuzer verlassen Gibraltar Gibraltar.(Reuter.) Die Schlachtkreuzer „H o o d",„Otto n" und„N e p t u n", di« vor einiger Zeit von der englischen Heimatflotte dem Dienste in Gib-altar zugeteilt wurden, sind Montag von dort abgedampft, um wiederum in die englischen Heimatsgewässer zurückzukehren. Schwere Kerkerstrafen im Pierackl-Prozefi Warschau. DaS Bezirksgericht in Warschau hat am Montag daS Urteil in dem seit dem 18. November v. I. andauernden Prozeß wegen der Ermordung deS Innenministers Pieracki verkündet. Die Angeklagten Bandera, Lebed und Karpynec wurden zum Tode durch den Strang verurteilt, auf Grund des Amnestiegesetzes wurde jedoch die Todesstrafe in lebens« dinglichen Kerker verwandelt. Weitere zwei Angeklagte wurden- zu lebenslänglichem Kerker und sieben Angeklagte zu Strafen von sieben bis 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Bei Verkündung des Urteils stimmten zwei Angeklagte in die Rufe aus:„S l ä v a K-I. t a t n 2". Sie wurden auf Anordnung des Vorsitzenden gewaltsam aus dem Saale hinausgeführt. Die neue estländische Verfassung. Im Feber soll in Estland eine aUgemeine Volksabstimmung stattfinden, durch die die Regierung ermächtigt werden sott, eine verfassungsändernde Nationalversammlung zur Bestätigung einer neuen Verfassung einzuberufen. Der neue Entwurf stellt eine Mischung aus Demokrafte und Korporativstaat dar und sieht eine Volksvertretung aus zwei Kammern vor. Die erste Kammer sott vom Voll in Einzelwahttreisen durch einfache Mehrheitswahl gewählt werden. Die zweite Kammer wird aus den Vertretern der berufsständischen Körperschaften, der höheren Behörden, der Kirchen, der Kommunalverwaltungen, der Universität, der Gerichte, des Schutzkorps, des Offtzierkorps und der Beamtenschaft bestehen. Das bisherige Verhältniswahlsystem fällt also fort. Die deutsche Minderheit wird daher, ähnlich wie in den autoritären Ständestaaten Polen und Ungarn, in der ersten Kammer wahrscheinlich nicht mehr vertreten sein, da sie in keinem WahllreiS die Mehrheit hat. In der zweiten Kammer wird sie dagegen eine Vertrefting erlangen. Staatspräsident Päts hat nach Durchführung der Staatsreform die Absicht, sein Amt niederzulegen. ’tife 6 „Sozialdemokrat** Dienstag, 14. Jänner 1936. Nr. 11 Dager Mtung Prager Ltadtvertretung Fttr eine Autobusverbindnng zwischen der Innenstadt und dem Strafkreisgericht Pankrac In der gestrigen Sitzung der Stadtvertretung stellte der Stadtverordnete Dr. S ch w e l b(deut- scher Sozialdemokrat) den Antrag auf Einführung einer direkten Autobusverbindung zwischen der inne» ren Stadt und dem Strafkreisgericht Pankrac. Zur Begründung führte er an, daß das Kreisstrafgettch: einen regen Parteienverkehr aus allen Schichten der Bevölkerung habe und daß die Verbindung durch die elektrische Straßenbahn, die einen großen Umweg über den Nusler Hauptplatz macht, ungenügend und langsam ist. Die Autobusverbindung könnte jedoch über hie Chaussee unter Vermeidung des Nusler Tales führen. Ilm die Verteilung des Jir&sek-Preises der Stadt Prag Schon in der Dezember-Sitzung der Stadtver- kretung sollte über die Verleihung des Jiräsek-Prei- ses der Stadt'Prag entschieden werden. Die zuständige Fachkommission hat mit 2:1 Stimmen die Verleihung an den Legionärschriftsteller Kratochpil. für sein Werk„Pramenh" beantragt. Von Seite der Rechtsparteien war dagegen Sturm gelaufen worden und sie beantragten, daß der Preis an den Schriftsteller Dr. Zvkiina für sein Werk.Milan Rostislav Stefanik" verliehen wird. Die Angelegenheit ist im Dezember von der Tagesordnung abgesetzt worden. In der gestrigen Sitzung der Stadtvertretung beantragte der nationaldemokratische Stadtverordnete Jost neuerlich die Verleihung an Dr. Zverina. Nun traten diesem Antrag die Genossen Dr. Langer und Pracovnä(tschechische Sozialdemokraten), ferner Jabirkovä(Kommunistin) und der Schriftsteller Horktz(früher Ligist) entgegen und es wurde dann mit überwältigender Mehrheit die Verleihung an Kratochvil beschlossen. Ein Arbeiter des EW schwer verunglückt Gestern mittags arbeiteten Angestellte der Präger Elektrizitätswerke an der Reinigung der Transformatorenstation im Gebäude der Postsparkasse auf dem Wenzelsplatz. Plötzlich hörten die Arbeiter, die in getrennten Zellen arbeiteten, aus der Zelle des 59jährigen Elektromonteurs Karl Benes aus Jnnonitz eine Detonation und im selben Augenblick verloschen durch Kurzschluß die Lichter im ganzen Haus. Der 48jährige Elektromonteur Anton MlejNÄ aus Zahotan, der in der Rachbarzelli arbeitete, wurde dprch die Explosion von der Leiter geschleudert. Mit seinem Kollegen Ferdinand Sväb lief er in die Zelle des Benes, den er bewußtlos in brennenden Kleidern am Boden liegen fand. Die beiden zogen ihn hinter der Transformatorenplatte hervor, riffen ihm die brennenden Kleider vom Leibe und brachten ihn auf die Klinik Samberger, wo lebensgefährliche Verbrennungen 2. und 8. Grade- festgestellt wurd'n. Erst jetzt stellte sich heraus, daß auch Mlejnek sich beim Sturze von der Leiter das linke Fersenbein gebrochen hatte. Nach dem Gutachten der Sachverständigenkommission ist der Unfall auf eine Unachtsamkeit Benes' zurückzuführen, der vor der Arbeit den Strom von 2 2.000 Volt auszuschalten vergessen hatte. Ausweg des Arbeitslosen. Der arbeitslose 38jährige Privatbeamte Friedrich Zeman aus Ziz- kov wurde Sonntag nachmittags auf die Klinik Pel- när gebracht. Er hatte in seiner Wohnung etwa einen Viertelliter Insektengift ausgetrunken. Als Motiv der Tat gab er materielle Notlage an. Schlägerei zwischen Taschendieb und Theaterpublikum. In der Nacht auf Sonntag zog nach Schluß der Vorstellung im Nusler Theater der 36- jährige internationale Taschendieb Marian Grabko aus Polen im Gedränge einem Mann die Brieftasche mit 5000 Kc. Der Beswhlene merkte den Diebstahl rechtzettig und versucht» den Dieb zu faffen, der sich jedoch schon davongemacht hatte. Einige Theaterbesucher verfolgten ihn und holten ihn ein, er setzte sich jedoch zur Wehr, schlug und trat um sich und konnte erst nach Eingreifen der Wache dingfest gemacht werden. Die Tasche, die er auf der Flucht weggeworfen haste, wurde im Foyer gefunden und dem Bestohlenen zurückgestellt. Grabko wurde nach Pankrac eingeliefert. Nähmaschine« gestohlen. In der Nacht auf Sonntag drangen unbekannte Täter in die ZiZkover Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker Mitgllederversamm’ung am Dienstag, den 14. Jänner, 19.15 Uhr, tm Parteiheim, Närodni trida 4.■ Da es um wichnge innerorganisatoriiche Fragen geht, ist vollzäb» lrges Erscheinen geboten. Anschließend, um 20.15 Uhr, Referat von Genoffen Jng. E. F e k e t e über „Das Dorf und der Sozialismus** Zu diesem Referat und zur folgenden Diskussion find Gäste willkommen. Filiale der bekannten Nähmaschinenfirma Singer ein und entwendeten eine komplette Nähmaschine mit Elektromotor, sowie den Kopf einer anderen Nähmaschine mit elettrischer Lampe und einige Kleinigkeiten. Der Schade bestägt 4000 Kä. Die Nummern der Nähmaschinen find 8 8540150 und Y 55668817. Augst Ulld WfeSttl Tschechoslowakische Erstauf» Führung Im Teplltzer Stadttheater Der als Autor liebenswürdig-witziger, menschliche Unzulänglichkeit mit Ironie treffender Lustspiele bekannte Schauspieler-Dichter Wilhelm L'chtenberg hat der Bühne ein Volksstück aus dem Leben fahrender Leute,„Orell- Wunderschau", anvertraut. Die Kleinwelt der Buden-Gaukler, die aus der Not ihres Lebens wachsenden Tugenden und Untugenden, Menschliches im Kostüm der HaremS- tänzerin, des FastrS und der Astrologin... sie finden liebevolle Gestaltung durch einen Dichter mit sicherem Blick für die Ansprüche der Bühne und die Erfordernisse schauspielerischer Aufgaben.' Fritz K« n n e m a n n hat sich dieser Verlassenschaft der»Katharina Knie" mit sorgsamer Teilnahme angenommen; seiner vom Herzschlag der Bolkspoesie erfüllten Spielleitung hat das neueste Werk Lichtenbergs einen vollen Erfolg bei der tschechoslowakischen Uraufführung zu danken.— Die schauspielerisch überaus dankbaren Aufgaben waren bei Tony Horwitz-(Frau Orell), Leonie Dielmaun (HaremStänzcrinl, Viktor Saxl(Fakir), Karl Ran-' ninger(Kettensprenger), Fritz Kennemann(Gutsverwalter), Karl Exner(Hirsbauer) und Karl Schwester(Baron) in besten Händen, Eine mit besonder- künstlerischem Feingefühl empfundene Gestalt ist die Hellseherin Astra des Frl. Vera Mandii. Mit einer köstlichen, in grotesken Farben gesehenen Charaktersrudie„Moidl" überraschte Frl. Olga Lcrmak. Das ungemein bühnenwirksame Stück, für das Dr. Bosselt sehr stilvolle Bühnenbilder entworfen hat, fand«ine sehr.beifällige Aufnahme und man kann annehmen, daß unsere Bühne dem poesievollen Merkchen den Weg über alle Bühnen unserer Republik eröffnet hat.' E. Th. Felix Bresse rt, der in der Sonntagsnacht imNeuenDeutschen Theater(zugunsten des Ferialfonds der Bühnenangestellten) gastierte, ist ein veredelter, bunterfarbiger'Vlasta Burian. Mit diesem Komiker verbinden ihn Groteskes in den Bewegungen. und sprachliche Equilibttstik. Uckber den tschechischen Komiker hinaus heben ihn verblüffende Ueberraschungs« effekte geistiger Art, wie sich solche aus scheinbar unbewußt falsch angewendeten Phrasen ergeben(die damit in ihrem auch bei zutreffender Verwendung lächerlichen Inhalt entlarvt werden), die phänomenal« Krast zu ununterbrochenen Variastonen über ein und dasselbe Thema, vor allem aber: der vom Herzen her bestimmte Humor, der immer wieder durchaus artistisch ausgezogene Momente durch- brichr. Dieser Humor ist es auch, der hinter der großen erheiternden Gestalt Bressarts stets etwas Tragisches dunkeln läßt und dem einzigartigen Schauspieler die Möglichkeit gibt, fast ohne Uebergang Belustigung und Ergriffenheit zu erwirken, den Melancholiker aufzuzeigen, der er im Grunde seines Wesens ist. Das durch ihn vermittelte heitere Stück„B o u- leboule gewinnt" von Norbert Garai und Richard A r v a y zeigt ihn als- unbelehrbar naiven und darum keine„Schranken" kennenden Angeklagten vor Gericht; in einer ganz herrlichen Trunkenheitsszene; als einen ganz plötzlich zum Helden gewordenen Schuster(der ab nun keine Hasen mehr, sondern„nur noch Löwen essen" will) und endlick» als glücklichen Losgewinner. Das sind die großen Linien. Dazwischen flimmert und blitzt es nur so von Nüancen. Die übrigen Mitwirkenden hielten sich auf respektablem Niveau, vor allem die sehr geradlinige Jeanette der Frau Trude Wessely, Herr V o l- ker in einer köstlich schmieristischen Maske, Frau Stein als Personifikation der Tratschsucht, Herr „Schmerzenreich als der auf primitive Men, scheu verführerisch wirkende Gauner Charles Du» voisin, Rudolf Stadler' als Kriminalbeamter, Evelyn Bardach als frischer Junge usf. ES war ein großer Erfolg.—«= Die Dame mit den Türfiscn, ein am Samstag in der Kleinen Bühne erstaufgeführtes„Spiel", hat vor allem(neben Alfred Grünwald)'Rudolf Lothar zum Verfasser, geboren in Budapest, wohnhaft in Wien, bekannt als Libretfist etlicher DÄlbert-Opern. Diesnu.l hat er seinen Stoff zwischen Paris und der afrikanischen Wüste förmlich bei den Kamelhaaren herbeigezogen, mit Koran-Konversation, Muezzin- und Karawanen-Milieu ausgestattet und dabei den literarischen Wüstensand mit ein paar Spritzern Houbigant„westeuropäisch" gemacht. Einem Teil des Publikum» schien die Geschichte von der großen Schauspielerin, die einen afrikanischen Prinzen geheiratet hat und durch einen als Kammerdiener verkleideten Pariser Mode-Autor wieder der Bühne zurückgeführt wird, ganz gut. zu gefallen. Da es möglich ist, daß solcher Geschmack dem Theater ein paar gut besuchte Vorstellungen eintrage, kann unser. Urteil über die Geduldprobe, die der Abend für uns bedeutete, hintangeseht werden. Immerhin haben Götz als köstlich verschmitzter Achmed und die Warnholtz als reizvolles orientalisches Mistviech die Stunden wesentlich gekürzt. Herr Dudek war ein sehr lustiger Kadi, Herr Grünberg ein soignietter Generäl. Dolores M o n c a s i hatte viele, Herr Siedler wenig erfreuliche Momente. l. g. Arbeitcrvorslellung. F l o t o w s romantischkomische O p e r„M a r th'a"' als Arbeiierbdrstel- lung zu wählen, ist vor allem durch die große Popularität dieses Werkes begründet, das dank seines blühenden MelodienreichtumS und seiner volkstüm- lich-eingänglichen musikalischen Haltung eine richtige Volksoper geworden ist: Wer sich dem Melodienzauber der„Martha" bingibt, wird auch jene Spötter nicht verstehen, die sich über die Abgedroschenheit der„Martha"-Musik gern lustig machen. Gerade das Abgedroschensein der„Martha"-Musik beweist ja ihre Schönheit und Güte. Wird dem Werke auch noch eine halbwegs gute Aufführung zuteil, dann ist sein Hören und Wiederbören immer wieder Genuß und musikalisches Vergnügen. Ueber die Vorzüge und Mängel unserer„Mattha"-Aufführung wurde hier bereits anläßlich der Neueinstudierung des Werkes ausführlich berichtet. So bleibt diesmal nur festzustellen. daß die Oper auf das sehr zahlreich erschienene Publikum einen ausgezeichneten Eindruck machte und die Stimmung auf der Szene nicht minder ausgezeichnet war. Die Titelrolle der Martba (Lady Harriet) sang diesmal Frau Käthe Walter. Sie bringt für diese dankbare Partte vor allem die Schönheit der äußeren Erscheinung und das lebendige Spiel mit. Gesangskünstlerisch aber ist ihre Leistung nur bedingt gut. weil die schöne, gut geführte und technisch vortrefflich funktionierende Stimme in den höchsten Tonnen scharf klingt und leider auch die Wortdeutlichkeit der Sängerin viel zu wünschen übrig läßt. E. I. Tanzmatinee Valeska Gert(Kleine Bühne). Der Namen Valeska Gert hat in der Geschichte des modernen Ausdrucks-Tanzes einen guten Klang. Die Künstlerin, von Leo Kondor am Flügel verständnisvoll begleitet, bestättgte in dem runden Dutzend ernster und grotesker Piäcen den Ruf, der ihr vorangeht. Diese Frau, die Gestalt und Aeußeres zum karikierenden, grotesken, sattrischen Tanz prädestinieren, beweist in ihrer Studie„T o d", daß sie uns mit dem tiefsten Ernst, der sich vorstellen, und der ernstestenSache, die sich darstellen läßt, qualvoll zu erschüttern weiß. Dem Publikum gefiel die Tonstudie„S ä u g l i n g" am besten. Künstlerisch höher zu stellen sind zweifelsohne Karikaturen wie die.^koloratursängeri n", „Diseuse" oder die e b e d a m e aus der Rez- nicek-Zett"(Chanson)', die wirklich die verwehte Atmosphäre der Vorkriegswelt für Minuten heraufzauberte. Das Publikum war, wie bei Tanz-Beran- staltungen im deutschen Theater fast immer, zum großen Teil aus Tschechen zusammengesetzt. Das deutsche Prag, altmodisch bis zur letzten Konsequenz, ignoriert seit anderthalb Jahrzehnten schon die Tatsache der modernen Bewegungskunst. e. f. Wochenspirlplan des Neue« Deutschen Theaters. Heute, Dienstag 7 Uhr: Tannhäuser, Wagnerzyklus I, A 1.— Mittwoch 8 Uhr: Das kleine Bezirksgericht, B2.— Donnerstag halb 8 Uhr: Eine Nacht inVene- dig. C 1.— Freitag 8 Uhr: Wallenstein. D 2.— Samstag halb 8 Uhr: Derjungr H e r r R e n e, Erstaufführung, C 2.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Dienstag 8: Die DamemitdenTürki- s en.— Mittwoch 8: Der andere Napoleon, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8%:. Das unbekannte ä b- chen, volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8: Die Dame mit den Türkisen, Theatergemeinde des KulturverbandeS und freier Verkauf.— Samstag 8: Dr» Dame mit den Türkisen.— Sport• Spiet- Körperpflege Keine Russensp’ele und ein ungewöhnliches Angebot Wie wir schon in unserer SonntagSauSgab« an, deuteten, ist es sehr unwahrscheinlich, daß es zu den schon gemeldeten Fußballspielen mit den Russen kommen wird und daß di« Enrscheidung hierüber am Montag fallen soll. Die Meldungen der MontagSzeitungen sind in dieser Beziehung merkwürdigerweise zurückhaltend, aber doch voller Hoffnung. Nur das„Pr. Montagsbl." weiß dagegen zu berichten, daß die Ruffenspiele im Jänner überhaupt in Frage gestellt seien. Der Reiseleiter der sowjetrussischen Expedition Char- tschenko, welcher von Moskau die Vollmacht zu selbständigem Vorgehen erhalten hat, hegt die Befürchtung, daß seine Spieler überanstrengt seien Und daher nicht mit vollem Einsatz den russischen Fußball in Prag repräsentteren können. DaS würde gleichbedeutend mit einem Richt- statffinden der Spiele in Prag sein. Doch verkennt man die„Geschäftstüchtigkeit" im bürgerlichen Sportbetrieb, wenn man sich dem Glauben hingeben würde, daß es das wirkliche Ende allen Handelns sein würde. Wie das zitterte Blatt weiter meldet, hat der tschechischbürgerliche Praaer M i t t e l g a u den Russen«in Angebot gemacht, das es selbst als„ungewöhnlich" bezeichnet. Die Russen sollen nämlich, um die proponierten Wettspiele zu ermöglichen, sich in. Prag e r n e Wocheausruhen, eine weitereWoche zum Training benützen und dann erst dem Prager Auswahlteam gegenübertteten. Wirklich, daS ist ungewöhnlich! Diese- verlockende Angebot wird von dem russischen Reiseletter auch ernsllich in Erwägung gezogen... Wie wir knapp vor Blattschluß erfahren, haben die Russen die Spiele in Prag abgesagt. Prager Fußball. Sparta trug am Sonntag ein weiteres Trainingsspiel aus, und zwar gegen den in letzter Zeit durch Erfolge über Ligaklubs bekanntgewordenen SK Rusle. Sparta siegte mit 9:1 (5:1), denn die Äusser, die im Felde zeitweise ein hübsches Spiel zeigten, waren besonders in der Hintermannschaft reichlich schwach.— BohemianS schlugen Sparta Michle 9:0 und SK Liben gewann überraschend über Cechie Karlin 5:2. Slavia Prag weilte Sonntag in Straßburg, wo sie bei schlechtem Wetter und ebensolchen Bodenverhältnissen gegen den dortigen Racing Club einen 5:1-Sieg errang. Zidenicr Brünn, welche auf ihrer Tournee einige beschämende Niederlagen einstecken muhte, hat, nachdem sie ihren Ligawrmann nachkommen ließ, nun Erfolge aufzuweisen. Samstag siegten die Brünner in Las Palmas gegen ein Team der Insel Ma- lorky 3:1 und Sonntag gegen den Deportive>e Malorca 2:1. Wiener Fußball. Helfott gegen Sportklub 1:0, Simmering gegen Fav. AC 3:2, Liberias gegen AFK Schwechat 5:2, WÄC gegen Hermann 5:4. Ungarische und Wiener Klubs in Frankreich. Rapid Wien spielte in Metz gegen den FC 4:4, So- chaux schlug Sonntag Hakoah Wien 7:2 und Samstag Kispest Budapest 5:4, Hugaria Budapest gewann Samstag in Paris gegen Stade Francais 5:0 und Sonntag gegen FC Reiß 4:1, Olympiqu« Alesienne gewann gegen FC Szegedin 4:3 und Pienna Wien spielte in Rancy 3:0. Moskaus Fußballer in Frankreich. Ein Teil der sowjetrussischen Fußballexpedttion spielte am Sonntag in Marseille und siegte gegen ein Arbeiterfußballteam 13:0. Zwei Länderspiele fanden am Sonntag in Frankreich statt. In Paris wurde das fr-rn- zösische Auswahlteam von der holländischen Elf überraschend mit 6:1 geschlagen. Die Zuschauer waren darüber sehr erbost und pfiffen die französischen Profis aus.— In Lyon fand ein Länderkampf der A m a t e u rteams von Frankreich und Ungarn statt, den die Franzosenf:1 gewannen. Zwölf Klubs in der Ltaatsliga. Samstag und Sonntag hielt die CsAF, der tschechische Unterverband des StaatsverbandeS(Svaz), eine außerordentliche Tagung ab, in der die Enffcheidung über die Reorganisation der Staatsliga fiel. Am Samstag kam in dieser Frage keine Einigung zustande, welche erst Sonntag erzielt wurde. Demnach werden in der Staatsliga für das Jahr 1936/37 nur zwölf Klubs tätig sein. Ta dir derzeitige Meisterschaft 14 Klubs aufweist, werden nach ihrem Abschluß vier Vereine ab- und zwei auffteigen. Der Plan einer zweiten Ligaklasse wurde fallen gelassen. — Die Frühjahrssaison der Liga wird demnach „schöne Ergebnisse^ zeitigen und der Kampf, welcher sich um den Abstieg abspielen wird, wird alle- andere, nur nicht für bürgerlichen Fuhballsport erbaulich ausfallen. Eishockey. In P a r i s trat das amerikanische I Olympiateam den Francais Volants zum ersten Spiel in Europa gegenüber. Das Match endete 4:4. Im letzten Drittel traten die Amerikaner wegen einer Schiedsrichter-Entscheidung ab; bequemten sich aber nach Verhandlungen das Spiel zu beenden.— Wien: TC Roman Bukarest gegen WEB 3:3.—- London: Wembley Canadians gegen Richmond Hawks 3:3.— Zürich: Schweizer Kanadier gegen Olympiarearü 8:2.— Kaitowitz: Japan gegen Polnisch-Oberschlesien 2:3. Kampf um einen. Weltrekord. Bor einigen Tagen wurde gemeldet, daß in Amerika eine Schwimmerin Kompa den Weltrekord der Holländerin M a- stenbroek unterboten habe. Nun hat die Holländerin den ihr enttissenen Rekord über 400 Meter Rücken zurückgeholl. Sie benötigte 5:59.8 Min. Norwegens Sfispringer hielten bei Hamar Ausscheidungskämpfe ab, wobei Kongsgaard einen Sprungüber 90.5 Meter vollführte. flua der Partei Deutsche sozialdemokratische Frauenorganisation, Prag. Freitag, den 17. d. M.. findet um 8 Uhr abends im Parteiheim. Prag II. Närodni t!. 4, 8. Stock, ein Schallplattengbend statt, zu dem wir alle Genoffinnen und Genossen herzlichst einladen. Das Bezirksfiauenkomttee. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Heute Mitgliederversammlung um 19.15 Uhr, Patteiheim. Anschließend 20.15 Uhr Referat von Genossen Jng. E. Fekete, über„Das Dorf und der Sozialismus". Es wird um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht. Ueremsnacftricftlen. Ehrung treuer Mitkämpfer. Anläßlich der Jahresversammlung der Ortsgruppe Prag des Allgemeinen Angestelllen-VerbandeS Reichenberg, wurden in feierlicher Att eine große Anzahl von Mitgliedern kür langjährige tteue Mitgliedschaft geehrt.(Die Prager Singgemeinde gab dem Abend durch zwei Chorgesänge unter der Leitung ihres bewährten. Chormeisters Janetschek festliches Gepräge).— Der Geschäftsstellenleiter Koll. PlohS entrollte ein Bild der vergangenen 40 Jahre. Den gefeietten Mttgliedern wurden silberne Radeln übergeben. Unter ihnen find acht mit vierzigjähriger, acht mit dreißigjähriger und 6 mit 25 jäh- riger Mitgliedszeit.— Die Festversammlung war sehr gut besucht, besonders von der jüngeren'Mitgliedschaft— Der Ortsgruppenvorstand versprach, über die Errungenschaften zu wachen. Bei den Wahlen wurde der Ausschuß ergänzt und Kollege S t r n a d wiederum als Obmann der A-uppe gewählt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Gruppe im vergangenen Jahre gute Arbeit geleistet hat. Deuffche Volksfingqemeinde Prag. Wichtige Ausschutzsitzung am Dienstag, 14. Jänner, um halb 8 Uhr abends im Probelokal. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins'Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kf 16 vietteljübrig Kd 48 halbjährig KC 96— ganziähtta Kd 192—.— Jnierate werden laut Tarif billigst berechnet- Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuittiplen erfolgt nur der Einsendung der Retourmarken.— Di« ZeitunaSfrankalur wurde von der Post» und Tel«, graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/V 11/1030 bewilligt.— Druckerei: jOt&U". Druck». Verlags» und Zettungs-A.»G.. Prag.