Samstag, 18. Ianyer 1936 Nr. 15 16. Jahrgang UW IwWi («InichlieSIkh S Matta« F«rt») ie ntralorgan DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DIS MONTAG TÄGLICH FRÜH.»Aktion uno Verwaltung wag«i.,fochova c. Telefon JW7, HERAUSGEBER, SIEGFRIED TAUB. VHtANTWOtTlICHHt REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS» PRAG. Schuschnigg in Prag Ausweitung des Schiedsvertrages Formls-Mörder gefaßt? „A-Zet" meldet: In die Hast deS Strafkreisgerichtes in Troppau wurde Donnerstag der reichsdentsche Staatsangehörige Hans Müller eingeliefert. Die SicherhritSorgane hegen den Verdacht» daß dieser Mann» der auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik verhaftet wurde» identisch mit jenem HanS Müller ist» der mit zwei Komplizen am 24. Jänner 1935 den Jng. FormiS in Zähoti bei Prag ermordet hat. Herriot demissioniert Paris. Eduard Herriot ließ am Wend den Journalisten durch Vermittlung des ehemaligen Ministers Wgeordneten Meyer erklären, daß er längstens innerhalb 48 Stunden, d. h. bis Sonntag, auf welchem Tag der Vollzugsausschuß der radikalsozialistischen Partei einberufen ist, als Staatsminister demissionieren werde. Sein« Demission wird wahrscheinlich im Laufe de» Samstag erfolgen. Amtlich wird mitgetcilt: Der österreichische Bundeskanzler nahm im Laufe des heutigen Tages Gelegenheit, anläßlich eines Besuche- beim tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Dr. Hodsa die die beiden Staaten gememsam interessierenden Fragen-Komplexe, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiete, zur eingehenden Erörterung zu stellen. Es wurde Uebereinstim- mung darüber festgestellt, daß es im Interesse beider Staaten gelegen sei, die seit langem schwebenden Handelsvertragsverhandlungen zu einem ehemöglichsten Abschluß zu führen, den seinerzeit abgeschlossenen Vergleichs- und SchiedSvertrag z« verlängern, sowie die Mö g l i ch k e i t seiner Ausweitung in Betracht zu ziehe«. Der Bundeskanzler wurde sodann um die Mittagszeit vom Herrn Staatspräsidenten Dr. Benes empfangen, wobei in einer längeren Aussprache gleichfalls die die beiden Staaten interessierenden Probleme eingehend erörtert wurden. *- Schuschnigg war mittags beim Präsidenten Dr. Benes zum Essen eingeladen, abends gab Ministerpräsident Dr. Hodja ein Diner. Auch dem Kardinal Dr. Kaspar hat der österreichisch« Bundeskanzler einen Besuch abgeftattet. Abreise Schuschniggs• Prag. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Kurt von Schuschnigg reiste Freitag, den 17. d. M., um 22 Uhr 50 nach einem eintägigen Aufenthalt in Prag nach Wien ab. ver Gipfel der Frechheit! Rom.(Stefani.) Die italienische Regierung sandte an das Bölkerbundsekrrtariat eine Depesche, in welcher sie gegen die Verletzung der internationalen Rechtsabkommen protestiert, die sich die Wesfinier durch Mißbrauch des Roten- Kreuzabzrichens an der Front zpschulden kommen ließen. Die Note protestiert ferner gegen die Grausamkeiten, die seitens abessinischer Soldaten an der Eritrea- und Somalistont verübt werden. Die italienische Depesche zählt die Fälle auf, in denen die Abessinier Dnm-Dnm- Geschoffe verwendet«» und stellt fest» daß Abessinien dadurch die internationale« Rechtsnormen verletzte. Die abessinische« Berfeh- l u n g e n wurden seitens Italiens dem internationalen Roten-Kreuz-Ausfchuß mitgeteilt, damit er die diesbezügliche» Folgerungen daraus ziehe. Italienisches Flugzeug im Sudan festgehalten London.(Reuter.) Der italienischen Regierung wurde mitgeteilt, daß«in italienisches Militärflugzeug, das mit vier Personen an Bord diese Woche im Sudan landete, zurückgehalten und die Besatzung iw Port Soudan interniert wurde. Diese Maßnahme erfolgte in Ueberein- stimmung mit den Bestimmungen des Haager Neutralitätsabkrmmens vom Jahre 1923. ein Hornberger Schieben PariS.(HavaS.) Im Stawiski-Pro« z e ß wurde Freitag das Urteil gefällt, durch welches der ehemalige Schatzmeister des Orleans» Pfandleihamtes Farault, der ehemalige Advokat Gaulier, die Witwe nach Stawiski Arletta, der ehemalige Polizeiinspektor Digoin, der ehemalige Direktor des Blattes„Volonte" Dubarry, der ehemalige Direktor des Blattes„Liberte" Camille Aymard, ferner Paul Levy, der Journalist Darius, der ehemalige Advokat Ribaud, und die Angeklagten Depardon und Romagnino f r e i gesprochen worden. Die Verhandlung wird Samstag vormittag fortgesetzt und das Urteil über die weiteren Angeklagten gefällt werden. Minister Beck von einer Frau Insultiert Warschau.(Tsch. P.-B.) Nach Schluß d» Donnerstag-Sitzung des Außenausschuffes des Sejm trat an den Minister Beck in dem Augenblicke, als er das Sejmgebäude verlassen und in sein Auwmobil einsteigen wollte, plötzlich eine junge Frau heran, die gegen den Minister Schmährufe ausstieß und ihm einen Schlag?u versetzen suchte. Di. Frau wurde an ihrem Vorhaben gehindert und von der Polizei festgenom« men. Die Identität der Frau und die Beweggründe ihres Tuns konnten bisher nicht ermittelt werden. Verschwörung in Litauen Paris. Der Havas« Sonderkorrespondent meldet aus Tallinn» daß in Kaunas eine militärische Verschwörung aufgedeckt worden ist. Einige Offiziere, welche die Verschwörung vorbereiteten, planten die Verhaftung des Präsidenten und des Vorsitzenden der Regierung.. Französische Demarche in Berlin gegen die Militarisierung des Rheinlandes Paris.(Tsch. P.-B.) Die Berliner Korrespondenten der Pariser Blätter melden, daß der französische Botschafter in Berlin Francois Poncet Donnerstag in der Wilhelmstraße beim Sektionschef von Bülow eine diplomatische Jnter- bention unternommen hat. Poncet brachte die lleberraschung über die Kampagne der deutschen Presse zum Ausdrucke, durch welche Frankreich beschuldigt wird, durch, seine Verhandlungen mit England betreffend den gegenseitigen Beistand die Locarno-Pakte bedroht und verletzt zu haben. D» französische Botschafter gab neuerdings die Versicherung daß die vor kurzem vereinbarten französisch-britischen Militärabkommen lediglich den italienisch-abessinischen Konflikt betreffe« und kei neswegs über den Rahmen des Mittelmeeres hin- auSgehen. SektwnSchef von Bülow soll dem Botschafter Poncet erwidert haben, daß Deutschland die Locarnopakte nicht zu kündigen beabsichtige, und erklärte, daß die notwendigen Maßnahmen behufs Einstellung der Kampagne der deutschen Presse getroffen wurden. , Der französische Botschafter fügte bei dies» Gelegenheit hinzu, daß die französische Regierung in der Zeit, in welcher Deutschland in der demilitarisierten Rheinzone militärische Garnisonen errichten wollte, nicht gleichgültig bleiben könne, und in diesem Falle genötigt wäre, die entsprechenden Maßnahmen zu treffen. Vom Kriegsschauplatz Widersprechende Meldungen London.(Reuter.) Der Kriegsberichterstatt» des Rcuterdureans meldet: Die Kriegsoperationen in Ogadrn wurden zeitweise eingestellt, damit die Italiener die Versorgung ihrer Truppen in den neueroberten Pofiitionen organisieren können. Man ist aber der Ansicht, daß General Graziani die Verwirrung d» im Rückzug befindlichen abessinischen Truppen ausnützrn und die Osfrnsive rhenstrns wicderaufnehmen wird. Die italienischen Vorhuten find ständig in Kampfverbindung mit den Nachhuten der Armee deS Ras Desto und infolgedessen kam es zu einigen weniger bedeutungsvollen Zusammenstößen. Gr- n»al Graziani, dessen Armee auf 75.000 Mann geschätzt wird, nimmt eine Front von über 700 Kilometern ein, die etwa 60 Kilometer westlich von Dolo beginnt und sich direkt bis zur Grenze von Britisch-Somaliland hinzieht. D» Reuter-Berichterstatter bei der Armee des Generals Graziani schätzt die Armee des General Desto, die sich nach Norden zurückzieht, aus 60.000 Man«. Ter Reuter-Berichterstatt» in Addis Abeba telegraphiert, abessinische Regierungsstellen bestreiten, daß Gen»al Graziani einen großen Sieg errungen habe und erklären, daß sich nur 4000 Mann abessinisch» Truppen d» Arm» des Ras Desto im Kampfe befanden und daß nur eine einzige vorgeschobene abessinische Position in ein» Entfernung von etwa 65 Kilo- metern von Dolo am Ganale Dorla-Fluß zurückgenommen werden mußte. Sie fügen hinzu, daß das Borrücken auf einer Entfernung von 65 Kilometern längs dieses Flusse- alles ist, womtt sich Graziani rühmen könne. Den letzten ans dem Süden in Addis Abeba eingrttoffrnen Informationen zufolge hat Ras Desta die Transportschwierigkeiten bereits teilweise überwunden. Es wurde« ihm Verstärkungen geschickt. Dedschasmatsch Makonen ist mit 30.000 Man» nach Ergaalem, dem Hauptquartier des Ras Desta, aufgebrochrn. Dedschasmatsch Beinemerrt rückt durch da- Tal des Sche» beli-Flusses gegen Süden vor. Sozialistische Internationale für verschärfte Sanktionen Embargo auf Petroleum, Kohle, Elsen und Stahl gefordert Das Präsidium der Sozialistischen Arbeiter- Jnternationale und des Internationalen iGewerk- schastsbundes hat in einer gemeinsamen Sitzung in Paris eine Resolution gegen den Krieg in Abessinien angenommen. Dir Resolution konstatiert mit Befriedigung, daß die öffentliche Weltmeinung mit wachsender Stärke und mit Erfolg die Anwendung von Santtionen und die Organisierung d» kollektiven Sicherheit fordert. Die beiden Internationalen fordern alle ihre Srttwnen auf, die Bemühungen, Wachsamkeit und Entschlossenheit der Volksschichten zur Wiederherstellung und Festigung des Friedens trotz aller umstürzlerischen Manöver zahlreich» verdächtiger Elemente zu verdoppeln. Die Resolution fordert den Völkerbund auf, gegen den Angreif» die Sanktionen gemäß dem Bölker- bundpakt mit vollem Gewicht s» Anwendung zu bringen. Weit» for- i dert die Resolution die Staaten, welche dir Sanktionen anwenden, aus, ein Embargo auf Petroleum, Kohle, Eisen und Stahl rinzuführen. Zum Schluffe verweist die Resolution auf die seitens Hitl»-De»tschlands und des militaristische» Japan drohenden Ge- fahren. An d» Sitzung nahmen für die Tschecho- wakei der Senatspräfident Dr. Souknp und Abgeordneter Tay»le teil. Das Schicksal der Flottenkonferenz Japan hat die Flottenkonferenz verlassen. Nur eine Rumpfkonferenz der vier übrigbleibenden Seemächte wird weiter beraten, was nun zu tun sei, und sie kann kaum zu einem anderen Ergebnis kommen, als zu einer Aufteilung der Rüstungsquoten in Europa, wobei auch diese steigen werden, weil die beiden im Pazifik interessierten Seemächte— England und die U SA — allenfalls auch Rußland, das eben den Bau einer Hochseeflotte angekündigt hat, Japans wegen ihre Kontingente vergrößern und weil daher die übrigen Mächte in gewissem Abstand folgen werden. Die Rolle der Flottenkonferenz als einer Abrüstungskonferenz ist jedenfalls ousgespielt. Die Welt wäre um ein« Hoffnung ärmer— hätte man nicht seit langem gewußt, daß diese Konferenz zum Scheitern ver- urteiü ist. Sie sollte das Werk früherer Kon- ferenzen, sollte wenigstens den maritimen Teil der Rüstungen in ein System bringen, das sowohl die finanziellen Leistungen der einzelnen Staaten in Grenzen halten, als auch die allgemeine Sicherheit erhöhen sollte. Dies vop allem in der Weise, daß' die typischen Angriffswaffen beschränkt, die Verteidigungswaffen reicher bedacht wurden und durch den Umstand, daß.bei begrenztem Flottenbau die Stärkeverhältniffe so aufgebaut werden konnten, daß jeder Staat ein hohes Risiko ein- ging, wenn er sich zum Angriff entschloß. Gerade dies« Beschränkung der Rüstungen und Erhöhung de» Risikos paßte den f a s ch i- st i s ch e n Großmächten nicht. Japan vor allem, aber auch Italien führten seit langem einen heftigen Kampf für die Freigabe größerer Angriffswaffen und für die Erhöhung ihres Kontingents. An diesen Forderungen mußte die Konferenz scheitern. So wird demnächst die Bahn für ein wütendes Wettrüsten frei, bei dem jene Staaten im Vorteil sind» die bereits früher die ihnen zugestandene BertragStonnage voll ausgenützt haben. Großbritannien wird nach auf Jahre hinaus damit beschäftigt sein, die ihm in Washington zugestandene Tonnagegrenze zu erreichen, da es in der Vergangenheit für die Vergrößerung seiner Flotte wenig getan hat. Für alle fünf Mächte besteht die Notwendigkeit veraltete Schiffe zu erneuern, was, nach den Ausführungen eines Marinesachverständigen im englischen Unterhaus, besagt, daß die Mächte zwischen 1936 und 1942 die Kleinigkeit von 720 Kriegsschiffe durch neue zu»setzen haben würden. Schon die Kostenfrage, meint England, müsse die Einigung erzwingen. Doch sehen wir uns zunächst die gegenwärtigen(offiziellen) Flottenbestände genau» an. Die zwischen Klammern gesetzten Zahlen bezeichnen im Bau befindliche Schiffe. Schwere Panzer- Schlachtschiffe Kreuzer Alt Neu Alt Neu Großbritannien 12 3 26 24 US«. 10 5 — 26 Japan 7 2 —i. 38 Frankreich 9 (3) 7 18 Italien 4 (2) 9 18 Zerstörer u. Großbritannien Torpedoboote U-Boote Alt 96 Neu 75 Alt 83 Neu 83 USA. .227 5 68 13 Japan 57 48 88 29 Frankreich 36 56 30 77 Italien''' 51 45 18 54 Hat die Ueberalterung der japanischen und italienischen Zerftörerklaffe ihre Hauptursache zweifellos in der finanziellen Misere dieser Länder, so kann man das bei Amerika wohl nicht behaupten. Amerika desinteressiert sich an dieser Kategorie, deshalb legt es keine Ersatzschiffe auf Stapel. Andere Staaten geht es mit anderen Schiffstypen ebenso^ Damit kommen wir zum Zentralproblem der gesamten Flottenfrage, das in Washington nur scheinbar gelöst worden ist und das die Konferenzen voy 1927, von 1980■ und 1934 auch nicht lösen konnten. Das Washingtoner Abkommen) 1921, war unter dem Eindruck des Krieges Seite 2 Samstag, 18. Jänner 1936 Nr. 15 und der Staatsverschuldungen zustandegekom- men; die fünf Mächte, unter dem Druck der angelsächsischen Länder, einigten sich auf folgen** des Verhältnis, für Großkampfschiffe: Großbri« tannien 5, USA. 5, Japan 3, Frankreich 1,75, Italien 1,75, aber die Ausführungsbestimmungen blieben äußerst mangelhaft und. über die Kategonen III und IV tourte überhaupt nichts beschlossen. Frankreich hat das Abkommen übrigens nie ratifiziert, Japan hat es gekündigt; de facto hat sich keiner daran gehalten. Den späteren -Konferenzen gelang es nicht, die widerstreitenden Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Amerika, ohne Flottenstützpunkte, mit fernliegenden„Interessengebieten" braucht Schlachtschiffe größten Kalibers, die genügende Mengen Betriebsstoff mit sich führen und die heimatlichen Häfen auch in havariertem Zustand wieder erreichen können. Unter dem Schlagwort„bigger and better" kämpfen die USA. seit Jahren für die Heraufsetzung der in Washington für Schlachtschiffe beschlossenen 35.00.0 Tonwen-Grenze., GroMritannien, mit seinem hervorragendem System von Flottenbasen, braucht, um die 85.000 Meilen Handelslinien, von denen eS abhängt, schützen zu können, bewegliche Flotillen Keinen und kleinsten Kalibers. U-Boote find ihm gefährlich, deshalb ist es für deren Abschaffung und wird von den USA. dabei unterstützt. Aber im Gegensatz zu diesen verlangt es entschieden die Herabsetzung der 35.000 Tonnen-Grenze. Hier begegnet es sich mit Japan, dessen geographisch-strategische Position im Pazifik eine ähnliche ist. Japan freilich fordert auch den ungehinderten Ausbau seiner U-Boot-Waffe und die „parity of security", die bedingungslose Gleichberechtigung, die ihn weder England, noch Amerika, noch Frankreich, zubilligen können. Die alte Forderung Frankreichs nach einer der italienischen überlegenen Flotte, eine Forderung; die durch die freundschaftliche Annäherung im Frühjahr erledigt schien, ist durch den afrikanischen Konflikt wieder. aufgelebt. Das französische Marineministerium ist, unter Zugrundelegung der Größe jedes Landes, seiner Küstenlange, der Länge seiner Verkehrswege und des Umfanges des Außenhandels, zu der Auffassung gekommen, daß die Berhältniszahlen „gerechterweise" künftig so aussehen müßten: Großbritannien 10, USA. 4,2, Frankreich 3, Japan 1,6, Italien 1. Natürlich liegt diese Berechnung so fern allpn Realisierungsmöglichketten, daß sie nicht einmal in den theoretischen Auseinandersetzungen der Experten auf der Konferenz eine Rolle gespielt hat. Jeder verlangt Rüstungsfreiheit für die Kategorie, die ihm aus strategischen(und finanziellen). Gründen die genehmste ist» und einig ist mast sich nur itt der ErksnniNis.'daß die' Washingtoner Bestimmungen Labei hinderlich sind. Wenn man es einen Erfolg nennt, daß die ersten Versuche zu einer marttimen Rüstungsbeschränkung, die unter dem Eindruck des Weltkrieges gemacht worden sind, annulliert werden, dann wird die Londoner Konferenz diesen Erfolg wahrscheinlich haben. Aber das bedeutet nichts anderes, als ein neues Wettrüsten, und es nützt nicht einmal etwas, wenn eine„Gesamttonnage" festgelegt ist: einer japanischen Flotte von 5" Kreuzern und 500 Unterseebooten gegenüber können 50 amerikanische Schlachtschiffe nur wenig ausrichten; Amerika muß dann, ohne Rücksichten auf ein Limit, Zerstörer, Torpedos und U-Boote bauen. Und dieses Wettrüsten kann nur in einem neuen Krieg enden. Die Gelegenheit für eine erfolgreiche Konferenz ist vorbei. Vielleicht hätte die vorjährige noch erfolgreich sein können, wenn man die Kriegsgefahr so unmittelbar drohend gesehen hätte wie heute. Aber besonders England, weil es ja„friedfertig" war, verkleinerte sie gern und bemühte sich nicht genügend um eine neue Ueber- einkunst mit Amerika, der.sich, wie 192.1,. Japan hätte anschließen müssen. Die offen ausgebrochenen imperialistischen Konflikte in Asien, im Mittelmeer, in Afrika haben Aenderungen In der Regierung Franke Schulminister, Tucny Pofet Nach der Wahl des Präsidenten der Republik hat bekanntlich die Regierung, wie das in solchen Fällen zu sein pflegt, ihre Demission überreicht und wurde wieder ernannt. Alle früheren Minister traten wieder ihre Aemter an mit Abnahme natürlich des Außenministers und es wurde der Ausweg getroffen, daß der Ministerpräsident inzwischen die Leitung des Außenministeriums übernimmt. Schon damals sprach nan von einer Rekonstruktton der Regierung, die durch den Eintritt der Slowakischen Vollspartei und der deutschen Christlichsozialen in die Koalition notwendig würde. Es war ursprünglich beabsichtigt, diese Rekonstruktton der Regierung sehr bald, eventuell noch im Jänner durchzuführen. Bon dieser Absicht ist man abgekommen und zwar deswegen, weil die Verhandlungen insbesondere mit der Slowattschen Vollspartei noch nicht beendet sind und außerdem steht der Parteitag der größten Regierungspartei, der tschechischen Agrarier, vor der Tür. Man will diesen Parteitag und seine Enficheidungen abwarten, bevor man. an die geplante größere Rekonstruktion der Regierung herantritt. Inzwischen aber mußte doch eine gewisse Veränderung dnrchgeführt werden, die dadurch notwendig geworden ist, daß nach der Wahl des Außenministers zum Präsidenten der Republik die nationalsozialistische Partei nur einen Vertreter im Kabinett hat, nämlich den Postminister Dr. Franke. Die Nationalsozialisten bekommen nun einen zweiten Vertreter im Kabinett und zwar den Sekretär der tschechoslowakischen Arbeitergemeinde, der Zentralorganisatton der tschechischen nationalsixialistischen Gewerkschaften, den Abg. T u L n h, der das Postressort erhalten wird, während der bisherige Postminister Doktor Franke Schulminister wird. Der bisherige Schul- minisfex Prof. Dr. KrLinär.ist Beamter und kehrt mif' seinen Lehrstuhl auf.der tschechischen llniöed^ sität zurück. Machnik verteidigt s’ch Der Verteidigungsminister an die Obmänner des Wehrausschusses Gegen den Minister für nationale Verteidigung wurden in der letzten Zeit einige Angriffe erhoben, auf die er er Historiker, wiewohl sein Geist vor allem dem zugewandt ist, was wird, nicht dem, was gewesen ist. Es ist selbstverständlich, daß sich jeder Zeitinhält die ihm ureigene Form schafft. Man kennt wunderbare Beispiele von klassisch revolutionär-historischen Lyrikern in Li-tei-pe, Billon, Goethe, Rimbaud,. Bezrui, Jessenin und anderen. Hingegen führt ästhetische Nachahmung üb-r- lebter Formen zu unlebcndig blassen Konstruktionen. zu Manier und Mache, zu lieblichen oder pa- thetiscken Gemeinplätzen. Und weiter! WaS soll die Abgekehrtheit des Poeten, was sein Gottluchertum! Es ist nichts verständlicher, als daß der angekommene Literat(nie das Geniel) für die Ordnung eintritt, die ihm Grundlage seiner materiellen Existenz bedeutet. So möchte der eine die Menschen von der bestehenden Kesellschaftsunardnung mit bereits verwesender Moral und abstrakter Kunst ablenken. Ein anderer mit der reinsten Metaphysik. Dabei merken beide nicht— und das ist das Tragische an diesen Dichtern von Rang und Namen und ohne historische Einsicht—, daß ihre Moral, ihre Kunst, daß ihr Gott: nur konservativ reaktionäre Hüter des bestehenden Tempels sind, in dem die Kriegspest nistet. Also, was ist diese Abgewandtheit?- Sie ist das Gegenteil von Geist. Geist ist nichts Metaphysisches. Geist entspringt der Realität. Aus unserm Leben wird unser Werk. Da gibt es keine Flucht für den Dichter. Aus Flucht kann Unterhaltung, kann die Literatur der Poeten entstehen, nicht bleibende Dichtung des Lebenden. Unser Geist und untere Dichtung erwachsen aus Blut und Not unseres Daseins. Nur aus dem Kampf für die Freiheit von Wort und Werk kann jedem Volk seine nationale Dichtung, der Welt die Internationale des Geistes geboren.werden. Der Dichter kann kein Ornament au irgend einer noch so gewaltigen Machtfassade des Moments sein. Dichten heißt nicht? als an dem großen Mampf für Brot und Freiheit und Frieden teilnehmen. Auch wir Dichter der Zeit haben nichts zu verlieren als die Ketten, aber eine Welt zu gewinnen. Line Kundgebung der Jugend Aus dem Sozialistischen Jugendverband wird uns geschrieben: Wurde die Leistung der sozialistischen.Jugendbewegung imI- hre der Kameradschaft ganz im Stillen gesetzt, so soll die Arbeit im kommendes Jahre auf die Wirkung nach außen gerichtet sein. Ein großer Reichsjugendtag, der zu P f i n g st e n dieses Jahres in B o d e u- b a ch sein wird, wird die Mitgliedchast des Sozialistischen Jugendverbandes und darüber hinaus die gesamte demokratisch gesinnte sudetendeut che Jugend zu einer grvßen Kundgebung für die Demokratie und den Frieden vereinigen und Spiegelbild der schöpferischen Arbeit sein, die die sozialistische Jugendbewegung in unserem Lande leistet. Nicht nur die zahlenmäßige Größe und Geschlossenheit dieser wichtigen jungen Kampftruppe der Demokratie soll auf dem Reichsjugendtag zum Ausdruck kommen, sondern aych das kulturelle Schaffen der sozialistischen Jugendbewegung: das Streben nach neuen, edleren Formen des Zusammenlebens und der Geselligkeit, der erfolgreiche Kampf gegen die die Jugend verderbenden Rauschgifte, das schöpferische Streben auf dem Gehiere der Kunst und schließlich—. die unerschütterliche demokratische Gesinnung der jungen sozialistss^en Generation der Sudetcndeutschcn und ihre Ergebenheit zu dem großen Werk des Staatsbegründers Masaryk und seines Amtsnachfolgers. Es ist kein Wunder, daß diese eigenartige, ganz auf die eigene Kraft der Jugend gestellte Kundgebung schon heute das allergrößte Augenmerk findet und daß ihre Verkündung in den Massen der Jugend die begeisterte Zustimmung findet. Das Internationale Treffen der Arbeiter-Wintersportler am 18. und 19. Jänner 1936, im Gebiete der beiden Naturfreundehäuser Morbachhütte und Vorder- Zinnwald, muß infolge ungünstiger Schneeverhältnisse a u f u n b e- s t i m m t e Zeit v er s c h o• b en werden. Arbeiter,*was sagt Ihr dazu? :.d.ex^^Mxn. K.itzpng. dxx Mzirlsfina^-. kommistion voir Podersam, in der der Bezirksvoranschlag beraten wurde, verlangte der Vertreter derSdP die Herabsetzung der Ausgaben für die Entlohnungen der Bezirksstraßenwärter um 50 Prozent, in der Form, daß di« zugeteilten Strecken verlängert werden und somit 50 Prozent der Straßenwärter überflüssig werden. Bortragsrrise eines Führers der dänischen Sozialdemokratie.'Der Zentralsekretär der dänischen Bruderpartei, Genosse Hans Hedtoft- Hansen ist gestern in Prag eingetroffen. Genosse Hedtoft-Hansen, der Mitglied des Folkting (des dänischen Parlaments) ist und gegenwärtig die dänische Sozialdemokratie in der Exekutive der Sozialistischen Arbeiter-Internationale vertritt, tvird über Einladung der Bildnngszenttale in der kommenden Woche eine Anzahl Vorträge» halten. Er spricht in Aussig, Bodenbach, Tep- litz-Schönau, Ko m'v tau, Neudek und Falken a«n über das Thema„Nordischer Sozialismus— Das demokratische Dänemark im Kampfe gegen Krise und Wirtschaftsnot". Warum die SdP. nicht für Tr. Benes stimmte, erklärte jetzt ihr Abgeordneter W o lf- gang Richter in einer Monatsversammlung der SdP. Aussig.„Die SdP. habe deshalb nicht für Dr. Benes gestimmt," so ist in dem Henleinblatt„Aussigrr Tagblatt" zu lesen,„weil (wie Herr Richter erklärte) ihr das Vertrauen zu dem früheren Parteimann und Außenminister fehüe, dessen Außenpolitik nach Ansicht der SdP nicht richtig war— das„Aussiger Tagblatt" vermerkt an dieser Stelle" stürmischen Beifall— „da sie sich einseitig zu Frankreich orientierte, ja selbst zur Sowjetunion— diese Feststellung zeitigte Pfuirufe— und die wirtschaftlichen Bindungen zu Mitteleuropa, vo„ allem zu Deutschland zerriß". Das Nussiger Henleinblatt verzeichnet hier-„Zustimmung." Also nicht die Ratlosigkeit der SdP, die in Prag vor der Präsidentenwahl auf Abruf bereit saß, war Veranlassung, daß die SdP.-Parlamentarier bei der Präsidentenwahl weiße Stimmzettel abgaben I Unschuldig bemerkte Herr Richter noch, daß die SdP an den Machtkämpfen hinter den Kulissen, die nach der Abdankung des Präsidenten Masaryk einsetztcn und die zur Wahl seines Nachfolgers führten, keinen positiven Anteil hatte, da es sich um. eine reine Angelegenheit der tschechischen Koalitionsparteien handelte... Wir wissen nicht, was uns weniger überrascht: die Sttrn von SdP- Führern, die keine historische Tatsache kopfscheu macht, oder der Geisteszustand ihrer Versamm« lunzsbesucher, die sich all das bieten lassen. Seite 4 Samstag, 18. Jänner 1936 Nr. 15 das Tagesneu igMten Italienische Kulturleistung Gouverneur Hoffmann, er habe sich bei der Vorbereitung des amtlichen Aufschiebungsdokumentes' sehr aufgehalten, so daß er es nicht mehr habe formell unterschreiben können. Er wird dies seiner Erklärung zufolge heute früh tun. Im Gefängnis, in dessen Todeszelle Hauptmann untergebracht ist, hat sich die Nachricht von der Strafverschiebung blitzschnell verbreitet. DieGefangenen i:„Haupt- „New In Mailand ist die groß« italienische Motorradausstellung eröffnet worden. Dort ist u. a. dieses Motorrad z mit aufmontiertem, drehbarem MG. zu sehen, das die Guzzi-Werke für die italienisch: Armee bauen. dem Oberrabbiner Mitleid gehabt(?). Er wisse, daß er verurteilt werde, doch das müßten- die Richter mit dem lieben Gott ausmachen. Rettung oder verlängerte Qual? Der Gouverneur des Staates New Jersey, Hoffmann, bemerkte zu seiner Entscheidung über die Verlegung des Vollzuges der Todesstrafe an Hauptmann, er habe damit als Repräsentant der ausübenden Gewalt nur Barmherzigkeit zum Ausdruck bringen wollen. Häuptmanns Frau erklärte den Be- ,• sie sei über diese Wendung sehr chen gewisse Momente der übrigens recht dunklen Vorgeschichte ziemlich klar dagegen. Fest steht aber, daß er die Freundin seines Kollegen(mit dem er gut bekannt wär) mieten in der Nacht in ein hiesiges Sanatorium schaffte, den Operationssaal mietete und sich dann durch Polle zwei Stunden einer Operation widmete, die normalerweise' eine halb Stunde in Anspruch niutmt. Er erklärte vor Gericht glaubwür dig, lediglich eine bereits erfolgte Fehlgcbut behan delt zu haben. Obwohl er kein Fachmann in solchen operativen Eingriffen ist, wies er doch die durch den Assistenten des. Sanatoriums angebotene Hilfe zu-1 rück und arbeitete allein weiter. Als schließlich Primarius Dr. Borufka im Operationszimmer er schien, sah er mit einem Blick, daß hier nichts mehr zu retten war. Kunstseidenerzcuger der Welt. Die Produktion stieg 1935 von 137.8 auf 224 Millionen lbs., während die amerikanische Kunstseidenerzeugung nur Millionen betrug. Ulan Bator. Zwilchen einer mongolischen einer mandschurischen Grenzpatrouille ist es besagt: l bemerkten wir auf dem Eise ein orangenfarbenes Schneeber’chte* NaturfrcundehauS Köninshöhe(88^ Meter): —7 Grad, 6 Zentimeter' Schnee, vereiste Flächen, teils ohne Schnee und nur stellenweise Skifähre. NaturfreundchauS Stufenseite bei Peher; 0 Grad bei Tag,—6 Grad bei Nacht, 39 Zentimeter Alt- und 29 Zentimeter Neuschnee, Pulver, Skifähre sehr gut. Paris. Die in rechtsgerichteten Vereinen organisierten Studenten aller Fakultäten und Pariser Hochschulen proklamierten Freitag einen General- Streik zum Zeichen der Solidarität mit ihren Kollegen von der juridischen Fakultät. Der Streik hat an einigen Fakultäten einen derartigen Umfang angenommen, daß die Vorlesungen eingestellt werden mußten, so z. B. an der medizinischen Fakultät, wo der Streik ein vollkommener ist. Dagegen finden an der philosophischen FgMtät und an einigen anderen Hochschulen etliche Vorlesungen statt. Zwischen oen streikenden Studenten und den Studenten, die sich zu Vorlesungen begaben, ist es zu kleineren Zusammenstößen gekommen. Auf den Straßen dagegen sind nirgends Manifestationen erfolgt, da es seit dem frühen Morgen heftig regnet. London.(Reuter.) Der Experte für Flottenfragen des Blattes„Dailh Telegraph" veröffentlicht eine Information, derzufolge in dem britischen Flotten-Erneuerungsprogramm das in den nächsten fünfJahren durchgeführt werden soll, an den Bau von etwa 79Kreuzern gedacht werde. London.(AP.) Im Zusammenhang mit der Haltung Japans auf der Flottenkonferenz wird geplant, nunmehr auch Hongkong zu befestigen. Durch den Flottenvertrag von Washington war seinerzeit die Befestigung Hongkongs verboten worden. Athen.(AP.) Griechenland bestellte in Amerika sechs große Kreuzer und in den englischen Fabriken neue Schnellfeuergefchütze für die Kriegsmarine. Lln deutscher Trick Soeben ging die Nachricht durch die Presse, daß Deutsche, die ihre Mark-Bestände gern ins Ausland bringen wollten, sich zu diesmt Zwecke Brand in den„Avia"-Werken, Donnerstag Presibnrg 19.19: nach Mitternacht brach aus bisher nicht festge- Dstellter Ursache in der Lackiererwerkjtätte der Lei- *****~°°| vt-uiyuu ivvuiui, puj ö** tagt. Die Verlesung des Schristenmatermls wird m des„V ö l k i s ch e n Beobachters" be- der nächsten Woche fortgesetzt werden, so daß mit dienten, indem sie das Held in verschlossenen dem Verhör der vorgeschlagenen Zeugen erst ad Couverts an diesen als Montag, den 27. d. M. gerechnet werden kann.' wir keine Antwort. Von Bord unseres Schiffes startete sodann ein Flugzeug, das.bis Klein- amfrika flog und dort Kenyon sichtete, dem mit' Hilfe eines Fallschirmes Nahrungsmittel und' Briefe abgeworfen wurden, i Inzwischen hatten' einige Besatzungsmitglieder dys Dampfers das j Land betreten und nach einem Marsch von acht Kilometer trafen sie Kenyon. Die amerikanischen Flieger erklärten, daß ihnen 30 Kilometer vor Kleinamerika die Betriebsstoffe ausgegangen seien. Nach Kleinamerika seien sie auf Schlitten gelangt. Die beiden Flieger waren seit dem 24.' November vermißt, an welchem Tage ihre letzte ^Depesche aufgefangen wurde. Einen Tag vorher waren sie mit dem Flugzeug„Polarstar" von Neuseeland zum Fluge nach Kleinamerika, der Basis des Admirals Byrd gestartet. Narr oder Schwindler? Der Attentäter aus den Bukarester Ober-Rabbiner Dr. Niemerower, Aurel Jonescu, erklärte dem Richter, er habe einen„himmlischen Befehl" erhalten, mehr könne er nicht sagen, denn über heilige Tinge spreche man nicht. Er erklärte ferner, verschiedentlich von mitleidigen'Personen Geldunterstützungen erhalten zu haben. Er habe den himmlischen Befehl schon früher erhaljen, doch aus Angst nicht durchgeführt. Bei derst Erscheinen des„Heiligen von Maglavit", Petrache Lupu, sei der Befehl wiederholt worden mit dem Hinzufügen, daß andernfalls das Land und der Völkerbund zugrunde gehe. Auf den Hinweis des Vorsitzenden, warum Jonescu, obgleich er viermal geschossen habe, nicht getroffen habe, erklärte der Attentäter, er habe in seiner Eigenschaft als früherer Gendarm mit TödlMic Opera Ion- Entzug der Praxis Der selten gehandhabte§ 356 Prag. Ein äußerst selten gehandhabter Pära- Vom Rundfunk ■inpfehlenswertes aus dun Programi Sonntag: Prag, Sender L: 7.39: Konzert aus Karlsbad, 1 8.39: Schallplatte», 9.29: Mujiks Salonquartett, 11.05: Konzert klassischer Musik: Beethoven, 12'.29: liche Sendung, 17.59: Deutsche Sendung: Riese um die Welt, abenteuerlicher Hörfilm, 18.59: Deutsche Presse, 19.19: Konzert des Trompeterensembles, 22.25: Deutsche Presse Sender S.: 14.39: D«'«*« sche Arbeitersendung: Dr. Posamentier: Ueber die Einkommensteuer, 15: Lieder— Brünn 16: Nachmittagskonzert, 17.59: Deutsche Sendung: Jng. Bisom: Demokratie und Weltgestaltung,— Schubert und die Volkslieder.— Mähr.» Ostrau 19.55: Chansons. Mecthoven-Konzert.---. 7'' i—«in Beweis für eine in Unbegreiflicher Weise mißglückte Auskratzung. Das Mädchen starb , an eitriger Bauchfellentzündung und allgemeiner Im Prozeß gegen Dr. Patscheider und Genossen Bluwergistung und Dr. Eduard S. wurde zunächst teilte Freitag der Senatsvorsitzende Obergerichtsrat wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht Kämpf die Entscheidung über die von der-Vertei- gestellt.,. digung und dem• Staatsanwalt« vorgeschlagenen| Ob Dr. S. selbst den Abtreibungseingriff nn- Beweisanträge mit. Zugelassen wurde das Verhör, ternommen hat, war nicht nachzuwciscn; ja es spre- von 25 Zeugen, die größtenteils aus Troppau‘’ stammen, ferner das Verhör dÄ ehemaligen Sekre tärs Dr. Chlumetzkh und des deutschen Um« versitätsprofessors Dr. G i e r a ch, sowie zur Ver lesung alle vorgeschlagenen Schriftstücke. A b ge lehnt wurde dagegen das Verhör der Hälfte Ser vorgeschlagenen Zeugenzahl, darunter auch das Ver hör des Ministers Dr. Spina und des Prof. Dr. B u mb a, sowie der ausländischen Zeugen, sowie die Verlesung aller anonymen Zuschriften. Sodann wurde die Verlesung des Aftenmaterials fortgesetzt und pm 13 Uhr die Verhandlung auf Montag ver- naner Flugzeugfabrik„Avia" Feuer aus. In folge des rechtzeitigen Einschreitens der Feuer wehr und der Fabrikangestellten konnte das Feuer auf die Lackiererwerkstätte beschränkt werden, so daß die Arbeit in den übrigen Fabrikwerkstätten in keiner Weise eingeschränkt ist. Die beschädigte Lackiererwerkstätte und deren Dach werden ohne Verzug wieder hergestellt. ■ In der Sandgrube verschüttet. In Petro- witz bei Taus grub die 23iährige Dienstmagd Anna Hofmanovä in einer Grube Sand. Plötz lich löste sich eine größere Schicht Sand ab und begrub das Mädchen. Die Hofmanovä erlitt so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach ihrer Ileberführung in das Krankenhaus nach Taus ge storben ist. Ellsworth gerettet! Der Kapitän des Schiffes„Discovery II" meldet, daß er deß ver mißten amerikanischen Flieger-Forscher Ellsworth und seinen Begleiter Kenyon aufgefunden und lebend und gesund geborgen habe. Das vom Kolo-.. nialmiittjterium heute veröffentlichte Telegramm das war im Welttrieg schon da. Der Erfolg ist Ms wir uns der Wales-Bay näherten,! bekannt. I Reisebeqünstigungen für die Prager Messe. Zelt. Wir schossen eine Rakete ab, doch erhielten Nach einer Ausstellung des Prager Messeamtes ge- „^ßen Besucher der kommenden Frühjahrsmesse (6. bis 15. März) folgen'- bedeutende Fahrpreisermäßigungen: Die tschechoslowakischen Staatsbahnen geben inländischen Messebesuchern.sowie Aus'wllern 33 Prozent, ausländischen 59 Prozent Ermäßigung vom normalen Fahrpreise. Die ausländischen Bahnen gewähren folgende Begünstigungen: Belgien. Deutschland, Holland. Oesterreich, die Schweiz und die Türkei 25 v. H. für. die Hin- und Rückfahrt, Bulgarien, Estland, Jugossawien. Litauen, Rumänien 50 Prozent bei der Rückfahrt, Polen, Italien 39 Prozent, Griechenland 50 Prozent für die Hin- und Rückfahrt. In England, Frankreich, Lettland gelten teils verbilligte Rückfahrkarten, teils Gruppennachlässe. Unoarn gewährt Klosse für Klasse. Die Ermäßigungen der See- und Fluß-Schiffahrtslinien bewegen sich zwischen 25 bis 50 Pro-ent, die d- Fluglinien zwischen 10 und 40 v. H. Da die Abhaltunosdauer der kommenden Frübiahrsmeffe wiederum verlängert wurde, ble'ben auch die Ermäßi-mngen d'esmal länger in Gültigkeit. Alle Ansküntte über den Besuch der Messe erteilt das Messeamt, Pro• VII.. Am 8. Mai ft 34 wurde nach'gründlichem Be- weisverfahren Dr. S. wegen des Vergehens der j richterstatterm> si. s'"'i'' i'~ fahrlässigen schweren Körperverletzung mit tödlichem glücklich. Beim Verlässen des Büros erklärte der Ausgang zu vier Monaten Arrestbedingt> verurteilt. Die Staatsanwaltschaft, focht indessen dieses Urteil vor dem Obersten Gericht an und beantragte dessen Aufhebung und An ordnung eines neuen Verfahrens, und zwar nach dem\ so äußerst selten angrwendeten 8 356 St.-G. Das Gericht gab diesem Anttag statt und so kam es gestern zum zweiten Urteil in dieser Sache, nach welchem Dr. S. feuer Praxis bis auf! pochten an die Zellentüren und schrien weiteres verlustig geht. rb.|mann, Hinrichtung verschoben..." Uork American" veröffentlicht die sensattonelle I Meldung, daß jetzt die Lösung des Lindbergh- | Rätsels unmittelbar bevorstehe. Das Blatt be- ! hauptet, Gouverneur Hoffmann habe den Auffchub ! der Hinrichtung Hauptmanns auf Grund eines i vertraulichen Berichtes der von ihm mit der Ung tersuchung des Falles beauftragten Detektive verfügt, nach denen ein aus^Rußland stammender Pole, der fließend deutsch spreche und den gleichen Akzent habe wie Hauptmann, der wahre • Entführer des Lindgergh-Kindes sei. Seine Ver- | Haftung stehe bevor. Grapholog-n hätten in der f vergangenen Nacht fieberhaft gearbeitet und^be- I stätigen die Richtigkeit des Verdachtes. Die Aerzte sollen dem Volke das Fett aus- ' reden! Die nationalsozialistischen Blätter bringen einen Artikel, in dem die Aerzte aufgefordert | werden, dem Fettmangel durch Empfehlung fettarmer Kost Abhilfe zu schaffen. An erster Stelle i müsse der Fettmangel unfühlbar gemacht werden. , Es sei die Aufgabe der Aerzte, in dieser Richftwg ! belehrend zu wirken. Bielen schade es ganz und , gar nicht, wenn sie etwas weniger äßen.— Auch Dr. Edvard Benei: Rede an die Deutschen In der CSR 48 Seiten— Kc 2.— Zu beziehen durch die Zentralstelle für Bildungswesen, Prag XII., Slezskä 13. Beck^gefälltem Urteil zur Anwendung. Es ist der 8 356 unseres Strafgesetzes, welches für Aerzte, die sich eines groben und von lückenhaftem ärztlichen Wissen zeugenden Kuystfehlers' schuldig gemacht haben, die Untersagung der..ärztlichen Praxis vorsieht, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, wo der betreffende Arzt durch besondere Prüftmg nachweist, daß er die mangelnden Kenntnisse nachgeholt hat. Der 34jährige Arzt Dr. Eduard S. hatte in , einem Prager Sanatorium an der Freundin seines Handel) noch ca. 4000 Versicherte, wovon auf die Kollegen Dr. Ernst Erben eine Operatton vorge- Jndustrie allein gegen 2800 entfielen. Die Arbei-. ncmmen, die mit derem Tode endete. Es stellte sich terschaft rekrutierte sich aus Roßbach, Thonbrunn,! heraus, daß ein Eingriff zwecks Schwanger- Friedersreuth, Gottmannsgrün, usw. Im Dezem-! schaftsunter brechung erfolgt war, und ber 1935 waren in den Roßbacher Betrieben nur zwar nach dem Urteil der Gerichtsärzte in fahr- noch 925 Arbeiter beschäftigt, und heute, nach lässigster und ganz unfachmännischer Wesse. Die Ob- Stillegung der beiden obgenannten Firmen, hat! duktion zeigte, daß nicht nur die Gebärmutter des sich die Zahl der Beschäftigten um weitere$10| unglücklichen Mädchens, sondern auch die anliegen- auf 615 Beschäftigte vermindert. Seit 1930 wur- i den Darmpartien durch schwere Durchbohrungen Verden nicht weniger als 13 von den bestehenden 34‘ letzt waren— ein^Beweis für eine in Unbegreiflicher Firmen stillgeleßt. Krisenseblet Roßbach 1929: 4000 Versicherte, jetzt: 615 Der„Prager Börsencourier" berichtet: Rotz bach, weit hinter Asch, von Prag und Aussig per. Bahn je eine Tagesreise/entfernt, war einst ein' graph kam in einem gestern^ durch den Sttafsenat blühendes Industriegebiet mit überwiegend auf Export eingestellter Erzeugung, von Teppichen, Gardinen, Möbelstoffen und so weiter.— Dieses Roßbach wurde von der Krise sehr rasch erreicht und arg mitgenommen. Als letzthin die Teppichfabriken Gebrüder Uebel und Friedrich Hendel& Söhne eine einmonatige Stillegung der Fabriken beantragten, haben die Gewerkschaften eine Art Krisenbilanz niedergeschrieben: Roßbach ifd-in Städtchen mit rund 4000 Einwohnern. Im Jahre s 1929 gab es im Rotzbacher Gebiet(Industrie und „Offerten" auf eine I selbst aufgegebene Annonce sandten, dann aus dem Ausland die Expedition des Blattes baten, alle Offerten ihnen nach,Prag, Paris oder Amsterdam nachzusenden. Dies" geschah in-einem oder mehreren großen Couverts, die natürlich den. Aufdruck trugen:„Völkischer Beobachter, Zentralorgan der NSDAP", was zur angenehmen Folge chatte, daß diese Couverts von keiner Gestapo oder Devisenkontrollstelle geöffnet wurden. Die„Inserenten" nahmen dann seelenruhig in Prag, Paris oder Amsterdam ihre Hundert- markscheine aus den schönen Couverts. Der Trick ist zweffellos gut und hat sicher eine ganze Zeit lang ausgezeichnet funttioniert. Bis man eben auch da darauf kam und er nicht mehr anwendbar schien. In dem Moment tauchte aber bereits ein neuer wett besserer Trick auf: der mit dem Testament., Er verläuft folgendermaßen: Herr X. erscheint auf einem xbeliebigen Amtsgericht Deutschlands und devoniert— in einem versiegelten Couvert— sein Testament. Nach drei oder vier Monaten erhält das Amtsgericht von Herrn X. einen rekommandierten Brief aus Paris oder einer anderen ausländischen Stadt. In diesem Brief teilt Htzrr X. dem Amtsgericht mit, daß er seinen ständigen Wohnsitz ins Ausland ber- legt habe, daher bitte, ihm das deponierte Testament zuzusenden. Nach einigen Tagen, bereits bringt ihm der Briefträger einen dicken rekommandierten Brief auf dessen Couvert groß ge- druckt zu lesen ist:„Amtsgericht X..und der mehrfach mit der Petschaft des Amtsgerichts ver- ! siegelt ist. Keine deuffche Konttollbehörde wagte ........ sich jtzmals an einen derärttgen Brief heran und Toho.(AP.) Iapan yt zur Zeit der größte^rr X, konnte im Ausland in aller Ruhe die s ihm Vom Amtsgericht selbst übersandten Dalu- ten, die an Stelle eines„Testaments" in dem I Couvert waren, diesem entnehmen. Der Schwindel hat seine ttefe symbo» anf l i s ch e Bedeutung. Er zeigt, daß jede und auf,... mongolischem Gebiet zu einem bewaffneten Zu-^ Teufelei den Todeskeim in sich trägt. Wie die sammenstoß gekommen, wobei sieben mandschurische iJlotinen, toatn sie die Wälder kahlgefressen Soldaten, die japanisch» Gewehre führten, ge- haben, schließlich ai. dem Gifte sterben, das der fangen genommen wurden. eigene Organismus entwickell, wie selbst die « P e st sich erschöpft und aus rätselhaften Gründen plötzlich erlischt, wenn sie genug gewütet, so hat auch jede historische Plage den Iiod schon i. vorgezeichnet, den sie sterben wird. Die preußische O r d n u n g s m a f ch i n e ist sicher eine entsetzliche Krankhett am Körper der deut- , scheu Natton. Es ist erfreulich zu sehen, daß die .. Uebersteigerung des Prinzips zu seiner Ueber» Buntes Programm, 14.15: Deutsche landwirtschaft-' listung und Durchbrechung führt. Noch sind es kleine, episodische Anzeichen. Größere werden ihnen folgen. Wie Hitler ausgerechnet am Kehlkopf erkranken.mußte, so wird.die Präzisions- maschine des Terrors noch an ihrer Präzision zu leiden haben l Nr. 15 Samstag, 18. Jänner 1936 Seite 5 Olfener Krieg gegen Pollzelgangstcr 400 Verhandlungen mit Gangsternn belauscht.— Polizeichefs im Bunde mit der Unterwelt Feuertod eines Unterttandtloten In einer Tabakbude Prag. Zu dem 60jährigen Trafikanten Sta» nislav Stastnh inSkochovice kam am Abend des 31. August, als er eben seine Tabak» bude schließen wollte, der unterstandslose Jaroflav P e t r ä k, den der alte Trafikant gut kannte und bat diesen, ihn in seiner Bude übernachten zu lassen, Stastny wußte, daß Peträk sonst kein übler Mensch war und gab dessen Mtten schließlich nach, nachdem ihm Peträk versprochen hatte, in der feuergefährlichen Holzbude das Rauchen zu unterlassen. Peträk war angetrunken. Der Trafikant versperrte vor seinem Weggehen zur Sicherheit die Verkaufsbude von außen mit einem Vorhängeschloß Und begab sich heim. Mitten in der Nacht wurde er durch Feueralarm geweckt und sah zu seinem Entsetzen, daß seine Trafik in hellen Flammen stand. Offenbar hatte sein Schlafgast trotz seinem Versprechen, sich eine Zigarette-.angezündet, war dann eingeschlafen und hatte die Zigarette auf den Boden fallen lassen, wo sie die dort liegenden Papiere und sonstigen leicht brennbaren Abfall in Brand setzte. Da die Türe von außen versperrt war, konnte er sich nicht retten und fand ein schreckliches Ende.- Gegen den alten Trafikanten wurde"Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Einmal, weil er den angetrunkenen Peträk in einem so feuergefährlichen Raum eingesperrt hatte und zweitens deshalb, weil er angesichts des Brandes die Frage eines Feuerwehrmannes, ob sich jemand in' dem Häuschen befinde, verneinte. Die Anklage vertrat den Standpunkt, daß er dadurch die vielleicht doch noch mögliche Rettung Peträks vereitelt habe. Es scheint jedoch nach den Zeugenaussagen, daß es in jenem Augenblick bereits zu spät war, den Unglücklichen zu retten. Stastny selbst verantwortet sich mit begreiflicher Kopflosigkeit. Der Strafsenat Cervink'a nahm denn auch Rücksicht und verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten strengen Arrestes,über bedingt auf» zwei Jahre. rb. Ansteigen der Frauenarbeit in Rußland. Im Jahre 1935 betrug die Zahl der Arbeiterinnen in der Sowjetunion 40 Prozent der ge- i sargten Arbeiterschaft der sowjetischen Großindustrie. Mit jedem Jahr steigt die aktive Mitarbeit der Frau auf sämtlichen Wirtschaftsgebieten des Landes. Dies wird ermöglicht und gefördert! durch die gleiche Entlohnung der Frau und des| Mannes für die gleiche Arbeitsleistung, durch die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse und durch das breite Netz der Anstalten, welche die Frau von den Mühen des Haushaltes entlasten: Speisehallen, Großküchen, Wäschereien, Kindergärten, Kinderkrippen u. a. Im Bauwesen sind jetzt in der Sowjetunion mehr als eine halbe Million Frauen bsschäftigt. 64.000 Frauen sind in der Sowjetindustrie als Ingenieure und Techniker tätig. Gangsterplage in Paris. Außer den gemeldeten Bankeinbrüchen auf dem Boulevard St. Germain und im 15.Pariser Bezirk verübten Donnerstag Einbrecher zwei weitere Einbrüche- Im Stadtviertel Vincennes überfielen sie eine Hausbesitzerin— es wär der Tag der Zinseinhebung — und raubten ihr 25.000 Franks, welche sie in barem bei sich hatte, mißhandelten den Hausmeister und fuhren sodann im Auto davon. Im Stadtviertel Levallois bedrohten Einbrecher einen Geschäftsmann mit dem Revolver, so daß er ihnen das in der Geschäftskassa vorhandene Geld ausfolgen mußte. Als sie verfolgt wurden, schossen (MTP.) New York, Anfang Jänner. Aus Anlaß der Flucht Lindberghs erklärte die gesamte amerikanische Presse, die wachsende Unsicherheit in USA sei weniger den Gangstern als der teils unfähigen, teils durch und durch korrumpierten Polizei zuzuschreiben. Die nachstehend geschilderten Vorgänge, die sich jetzt in den Staaten New Dork und Minnesota abgespielt haben, beweisen, die volle Berechtigung dieser bitteren Anklage. D. Red. Äl Capone, John Dillinger, Jack Diamond, Tom Taylor gehörten der Vergangenheit an. Es gibt keine Verbrecherkönige mehr. Aber es gibt desto mehr Gangsterban-en. Immer wieder hat man in den letzten Jahren versucht, die Gangster auszurotten. Vergebens:, die Polizeiaktionen, kaum erst begonnen, wurden schnell wieder vereitelt; die wenigen Erfolge blieben infolge der Passivität der Gerichte, ohne Auswirkung. Die schwierige politische Lage, die sich aus dem scharfen Kampf zwischen den beiden großen Parteien — Demokraten und Republikanern— ergab, verhinderte überdies jede wirksame Aktion. Die wachsende Betriebsamkeit der Bootlegger, Racketeers, Kidnapper und anderer Gangster gegenüber der Schwäche der Polizei/ die zu einem öffentlichen Skandal geworden ist, hat jetzt zu einem energischen Vorgehen der Bundesorgane geführt. Zwei mutige Männer haben den Gangstern erbarmungslos den Kampf angesagt und die ersten beiden Schlachten gewonnen.. Lewis Valentin, ein Mann aus Stahl Der Staat New Dork machte den Anfang. Sein Polizeichef, Lewis Valentin, ein Mann von eiserner Energie und eminenten kriminalistischen Fähigkeiten, erkannte, daß das Grundübel in der Komplizität eines Teiles der ihm unterstellten Beamten mit den Gangstern lag, und brannte die Wunde rücksichtslos aus. Nichts könnte ihn einschüchtern. Man sandte ihm mehr als 600 Drohbriefe und etliche nette Höllenmaschinen ins Haus. Sie störten ihn nicht. Man entführte seine beiden Kinder. Er jagte sie. den Räubern unversehrt wieder ab und brachte die Schuldigen in knapp acht Tagen nach.Sing-Sing. Bei dem Gouverneur des Staates New Uork, Lehman, fand Lewis Valentin tatkräftige Unterstützung. Die Geschworenen, durch Drohbriefe eingeschüchtert, wagten nicht, die von Valentin verhafteten Verbrecher zu verurteilen. Der Gouverneur schickte sie nach Hause und ersetzte sie durch eine Sonder-Jury. Die Richter, denen er den Vorsitz inwiefern Gericht Übertrages wollte, lehnten nacheinander unter den verschiedensten Borwänden ab. Da ernannte Lehman sie. Trotzdem gelang es, zwei Täter festzunehmen. Die Oeffentlichkeit ist sehr erregt und verlangt ebenso wie die Presse die strenge Bestrafung der verhafteten.Gangster und die Verschärfung der polizellichen Verfolgungsmaßregeln: Radfahrer getötet. Freitag vormittags fuhr der^in St. Joachimstal wohnhafte amerikanische Staatsbürger Eugen Kurt Friedmann mit seinem Rade stach Karlsbad. Friedmann fuhr dicht hinter einem Lastkraftwagen, und als dieser in eine Seitenstraße abbog, stieß der Radfahrer gegen den rückwärtigen Teil des Autos und wurde zu Boden geschleudert. Hiebei' erlitt er schwere den jungen Richter Philip MacCook zum Präsidenten der Jury, und nun klappte die Sache. Je schärfer die Urteile ausfieleri, um so weniger wagte die„Underworld" dagegen, äufzumucken. Durch die Verhaftung und Aburteilung hon 24 Polizeibecunten, die der Zusammenarbeit mü den Gangstern überführt wurden, erhielt die Verbrecherwelt des Staates New Aork einen schweren Schlag. Warren, der Retter von Minnesota Das Beispiel New Dorks fand unverzüglich Nachahmung^ St. Paul, die Hauptstadt des Staates Minnesota, war ein Brandherd übelster Po» lizeikorruption. Zwei Männer räumten diesen Augiasstall aus: Warren, der Präsident des von der Bürger» schäft geschaffenen„Komitees der öffentlichen Rettung", und Howard Kahn, der Herausgeber der,/öi. Paul? Daily News". Der letztere leitete die Aktion ein. Er enthüllte in seinem Blatt die verbrecherische Zusam- Menarbeit führender Polizeifunktionäre mit der Unterwelt: gemeinsame Erpressungen,„Tipgeben", Subventionierung der„Gangs" aus den Spezialfönds der Polizei. Die Polizeichefs drohten mit VerlcUmdüngSklagen, ohne sie jedoch tatsächlich zu riskieren. Als die Drohungen' ftuchtlos blieben, versuchte man, Howard Kahn in einer Skandalaffäre zu verwickeln; er durchschaute den Plan jedoch und entging der Falle. Die. Folge waren drei Attentate, denen der furchtlose Zeitungsmann wie durch ein Wunder entging. Nun wurde die Oeffentlichkeit mobilisiert. Die! Regierung übertrug dem„Komitee der öffentlichen Rettung" außerordentliche Vollmachten. Warren und Kahn schritten zur Offensive. Sie ließen zunächst in den in Frage kommenden Kaschemmen insgeheim Mikrophone einbauen und beschafften sich so überführende Beweise für die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Unterwelt. Innerhalb von drei Wochen registrierten die Mikrophone 400 verbrecherische Unterhaltungen zwischen Banditen und Polizisten. Dann schlug Warren zu. 150 Polizeibeamte wurden ihres Dienstes enthoben, 60 von ihnen den Gerichten übergeben, die Gangsterquartiere in wenigen Stunden ausaehoben. Die drei Pöli- zeichefs von St. Paul, Michael Culligan,-Fred Rasch und Ray Flanaqän, die am schwersten kompromittiert sind, warten im Gefängnis auf den elektrischen Stuhl. Endlich reckt sich gegen die„schwarze Hand*, die zwei Jahrzehnte hindurch den Schrecken von USA bildet, eine eiserne Fansti Alan E. K i n g. Verletzungen, denen er kurz darauf erlag. Friedmann war als Missionär einer christlichen Sekte in ganz Westböhmen tätig. Arbeitsloser schießt zwei Polizisten nieder. Freitag vormittags erschien eine größere Deputation beschäftigungsloser Arbeiter beim Banatamt in Agram und überreichte dort ein Begehren um eine Aushilfe. Bei d'br Rückkehr der-Arbeiter löste sich von ihnen eine Gruppe von etwa 20 Personen' los, aus deren Mitte' apf dem Prera- dov.iL-Platz mehrere.Ausrufe ertönten. Als der diensthabende Wachmann Ratajac die Arbeüer aufforderte, auseinanderzugehen, zog einer von ihnen einen Revolver und schoß nuf Ratajac, der tödlich getroffen niederfiel. Die Gruppe lief auseinander und der Angreifer ergriff die Flucht. In einer der nächsten Straßen stieß er auf den Wachmann BobiL, der ihn, yls er ihn aufgeregt laufen sah, anhielt und ihn aufforderte, sich zu legitimieren. Als. Bobic die Legitimation prüfte, schoß der Unbekannte auf ihn und verletzte ihn schwer.. Ein Wachtmeister verfolgte den Fliehenden, überwältigte' und fesselte ihn. Die verletzten Wachleute wurden ins Krankenhaus gebracht, wo Ratajec mehrere Minuten nach seiner Einlieferung starb. Ratajec hinterläßt vier Kinder. Bobic ist in Krankenhausbehandlung geblieben. - MIM null WM Abnahme der Konkurse Die Erleichterung des Krisendruckes, die im vergangenen Jahre in der tschechoslowakischen Wirtschaft zu derzeichnen war, wird durch die Entwicklung der Ausgleiche und Konkurse im Jahre 1935 unterstrichen. Es gab: Ausgleiche Konkurse 1935 1571 1090 1934 1981 1292 1933 3495 1583 Gegenüber dem Höchststand, den die Ausgleiche im Jahre 1932 mit 4636 erreichten, beträgt der Rückgang nahezu 66 Prozent- Die Konkurse haben sich gegenüber ihrem Höchststand um etwas über 30 Prozent vermindert. Bei den Ausgleichen betrug 1935 die Ueberschuldung 161 Millionen Kronen, während sie 1933 468 Millionen Kronen betragen hatte. Bei den Konkursen erreichte 1935 hie Ueberschuldung 55.2 Atillionen Kronen. Hohe Spiritus-Dividenden Der landwirtschaftlichen Industrie in der Tschechoslowakei geht es recht gut. Die Spiritusindustrie z. B. vermochte in den ganzen Krisenjahren hohe Dividenden auszuzahlen. Auch für das abgelausepe Geschäftsjahr, das die Zeit vom 1. Jänner 1934 bis 31. August 1935 umfaßt, kommen zum Teil, sogar noch höhere.Dividenden zur Ausschüttung. Dabei klagte die. Industrie in dem größten Teil des Geschäftsjahres, d'äß der Absatz von Spiritus in allen Kategorien schwächer gewesen sei als im Jahre vorher. Trotz dieses Klagens hat die Spiritusgesellschaft Brosche Sohn A.-G. eine Erhöhung von 50 auf 90 Kronen pro Aktie beschlossen. Die Koliner Spiritus- Pottasche-Fabriks- und Raffinerie-A.-G. bringt wieder 60 Kronen und die A.-G. für Spiritus- induftrie in Mährisch-Ostrau 80 Kronen pro Aktie zur Ausschüttung. 525Z52S252S252525252525Z5Z52525a525Z5252SZ5i Zeitschrift für Sozialismus Das Januarheft. der wissenschaftlich-theoretischen Monatsschrift der reichsdeutschen Sozialdemokratie 'enthält folgende Beiträge: Karl Henrichsen, Drei Jahre Hitler Rudolf Breitscheid, Hitler und Europa A. Tchifrin, Wohin steuert Europa? Hans Seitner» Faschistisches Oesterreich Bücherschau. Zu beziehen durch, jede Buchhandlung oder durch die Verlagsanstalt„Graphia", Karlsbad. liensdicn ohne Dadi Von Unus „Jn's Haus! Ein Dach über deinem Haupt!" (Sophokles:„Ödipus", letzter Akt.) Was konnte dem von allen Furien verfolgten König bei finkender Sonne Köstlicheres'geboten werden, als ein„Dach über seinem Haupte", eine Lagerstatt für den müden Körper? Bon jeher empfand der Mensch sein Hei m, mit einem Wirttel, in dem er sich nachts ausstrecken und im Schlaf das Elend des Tgges vergessen Konnte, als das Erstrebenswerteste seines Lebens! Der Zigeuner verkriecht sich unter die Pläne seines Wägelchens, der Landstreicher im Getreideschober. Die Familie, die einen ausrangierten Eisenbahnwagen ihr Eigen nennt, hat ihr Heim, ein„Dach über ihrem Haupt", und schon einen Tag vor unserer Zeitrechnung fänd ein auf der Landstraße wanderndes Paar einest Stall, unter.dessen Dach die Mutter einem großen Umstürzler in Ruhe das Leben schenken konnte!. Wo aber findet der Arbeiter ohne Arbeit des nachts sein Dach? Wo der Wiederverkäufe! von Seife, Schuhcreme, Putzlappen und Kleiderbügeln, dem die Annonce„einen sicheren Tagesverdienst von 100 XL" versprach, und der seine „Provision" für eine Gulaschsuppe im Büffet verpraßt hat? Wo der Intelligenzler, der vergebens versucht, als Adressenschreiber unterzukommen? Der„Ueberaltete", der seine staatliche Pension von monatlich 50 XL als unverbesserlicher Lirderjahn allein für's„Essen" ausgibt? „Unus!", berät mich ein ideenreicher Freund,„ich habe eine glänzende Idee fü» dich: Ich las da neulich von einer privaten Wohltätigkeits-Einrichtung in der Hus ivä 6— wer kein Dach hat, kommt dort unter Fach! Das soll wunderbar sein! Radio bis elf Uhr! Kannst Zeitungen und Bücher lesen, btzkogrmst komplettes Rasierzeug zur freundlichen Benutzung, Nähzeug zum Knöpfe« und Löcherzusammennähen l Alles umsonst: Knöpfe, Sicherheitsnadeln. Lege— der Sicherheit wegen— auf einen Tag dein Geld aus die Bank, opfere die paar Nachtstunden, und du hast einen Stoff, der dir mindestens einen blanken 7— halben Hunderter Honorar einbringt!" Um neun Uhr also stand ich mit etwa fünfzehn Gleichgeschalteten vor Nummer 6. Zu zweien, dreien werden wir durch ein Harmonika- gitter in das geschilderte Nachtparadies einge- laffen. Ob man sich im himmlischen Paradies auch nackt ausziehen muß. damit irgendein Engel die Hemden auf Floh- und Wanzenspuren untersuchen kanst, weiß ich nicht; hier'muß't ich's. Das war für mich erst das Fegefeuer! Nach Legitimierung und Einwägung durste, ich das eigentliche Paradies, mit einer Blechmarke Nr. 139 im Knopfloch,, betteten. Empfang mit Radio; der ziemlich große und entsprechend hohe Saal gefüllt mit Männern in jeder Phase erbärmlicher Verarmung; nicht, alle verlumpt, aber die meisten; einige wenig« sorgfältig gekleidet; viel junge Burschen, denen man, soweit sie mit nacktem Oberkörper, herumgehen, die Not nicht anmerkt; im rückwärtigen Winkel waschen sie sich; ihre Füße, ihre Socken; um den Tifch sitzen die, die sich rasieren oder für fünfzig Heller rasieren lassen können; sonst haben alle ihre Stühle— Gartenstühle— besetzt. Die Stühle in langen Reihen, dicht aneinander gepreßt; die„Schlauen" sichern sich noch einen zweiten, die„Raffinierten" einen dritten Stuhl, indem sie.Rock öder Mütze auf den Sitz legen— ganz wie's die besseren Leute im. Eisenbahnwagen tun, um möglichst allein zu bleiben— und dem nach einer Sitzgelegenheit Suchenden ihr„Besetzt!" zurufen! Um drei große Tische herum sitzen die„Kenner", „Abonnenten", die wissen, wann sie zu kommen haben, um diesen Glücksplatz zu. erhalten; denn sie können zum Schlaf die Arme auf den Tisch legen und den Kopf auf die Arme! Die andern legen den Kopf auf die Stuhllehne des Vordermannes! Mein Nachbar rechts ist ein dicker Hausierer, anscheinend, denn er holt aus seinem Ranzen alle Stiefel, die von Hand zu Hand gehen, krftisch geprüft— aber nicht gekauft werden. Mein linker Nebenmann steckt ganz in Lumpen, das nicht unschöne Gesicht in tiefen Hunger-Falten.; ein junger Bursch mit nackten Beinen, die Wohl nie Seifegefühlt haben» kratzt mit den Fingernägeln dieSchmutzkruste ab— ich erinnere mich, daß Nansen nach seiner Grönlandfahrt ebenso verfahre» ist! Die Füße, die sich tagsüber auf der Suche nach Arbeit müde gelaufen haben, wollen sich ausfchwitzen. Wo sie einen Stützpunkt finden, ist den vielen nackten Füßen gleichgültig— auch in meinem Rücken fühle ich plötzlich welche. Die „Intelligenz" liest, spielt, plaudert, mit gedämpften Stimmen. Diese Proleten benehmen sich ruhig, anständig! Man bedenke: 150 bis 200 Menschen in einem Raum! Das Radio schweigt; ein jeder sucht so gut wie möglich eine Stellung, einzunehmen, die ihm das Einschlafen erleichtert; jene, deren Anzug noch halbweos intakt ist, legen auf jede freie Stelle, aber auch zwischen den Stuhlreihen, Zeitungspapier auf den Boden, und fühlen sich, ausgestreckt, wie in Abrahams Schoß. Die, deren Lumpen keinerlei Rücksicht erfordern, strecken sich auf dem nackten Boden aus, der nicht sauberer wird. Wenn mein Nachtbar zur Rechten noch so ost äusspuckt. Das Oberlicht wird abgedämpft Schlafenszeit. Männer balancieren über Rücken und auf Lehnen, da oder dort einen besseren Platz zu erspähen. Sonst aber Ruhe. Mein Podex* scheint in so viele Abschnitte geteill zu sein, wie der Sitz einzelne Brettchen zählt. Ich bin so zerschlagen, so— na, wie alle bier» die sich nicht der eisernen Konstitution erfreuen, um in den verschiedenen Verrenkungen des Kopfs, der Arme und Beine schlafen können. E„ wird drei, es wird vier, sogar eine Uhr schmückt die große Wand— und einer hustet; das scheint ansteckeno zu wirken: bald erfüllt ein Hustenchor den Saal, in allen Tonarten, in jeder Stärke; es'ruckt und bellt aus zwanzig, von Hunger geschwächten, durch dünne Kleidung erkälteten, in keinem Krankenhaus behandelten Brüsten. Allgemeiner Aufbruch(denn um sechs Uhr muß der Raum leer sein). Bürsten gehen von Hand zu Hand; es ist rührend zu sehen 7— man muß nur sehen wollen!— wie der Zerlumpte bestrebt ist, sauber zu erscheinen! Weiß doch jeder, daß bei der Stellensuche das Aeußere ost entscheidend ist. Der Staub legt sich mir wie eine feste Masse auf Zunge und Gaumen— ich will mir wohl Stoff zu einem Artikel, aber keine Krankheit holen! Und so gehe ich, gebe meine Blechmarke ab, stehe, tief die kalte Nachtluft einziehend, aus der Straße.— Ich lasse sie an mir vorbeiziehen, die Männer mit dem leeren Magen, mit dem einen quälenden Gedanken itn Gehirn:„Ob du heute Arbeit bekommst?" Hungernd und fröstelnd wandern sie weiter durch eine Gesellschaftsordnung, die für. die Menschen ohne Dach nichts anderes übrig hat, als— Gartenstühle mit RadiobeHleitung. * Die Privatgesellschaft, die dieses Nachtasyl eingerichtet hat, ist nicht zu tadeln— im Gegenteil: sie sei bedankt für den guten Gedanken und für den Willen, Gutes zu tun. Zur Ausführung fehlt wohl das nötige Kapital. Fehlt es wirklich? Oh nein! ES ist da, aber„eingefroren": in den Safes der Banken, in den Geldfchränken der Kapitalisten und— in den Herzen der Damen, die den ganzen Nachmittag an den Bridge- Tischen im Cast verplempern, wo ich diese Zeilen niederschreibe I Seite 6 »Sozialdemokrat" Nr. 15 Samstaa, 18. Jänner 1936 eitunq Vie neue Vssserieitunz Im Stadtrat wurde gestern ein Bericht über die Vorarbeietn kür die lang geplante neue Trinkwasserleitung für Groß-Prag vorgelezt. Die Bezirksbehörde in Melnik hat auf Grund des Gesuchs der Gemeinde Prag eine Reihe von örtlichen Erhebungen in den Kreideformationen des Elbe-Jsergebietes ängesetzt. Vorläufig handelt es sich dabei nur um die wafferrechtlichen Begehungen, während das Enteignungsverfahrep vorläufig ausgeschieden wurde. Grundlagen für eine eventuelle Enteignung des Bodens, durch die im Falle der Weigerung der derzeitigen Eigentümer die Voraussetzungen für die Errichtung der Wasserleitung geschaffen werden mutzten, werden erst dann in Betracht kommen, bis zweifelsfrei erwiesen sein wird, datz das vorliegende Wasserleitungsprojekt durchführbar und vom Standpunkt des öffentlichen Interesses aus zulässig ist und bis ersichtlich sein wird, datz die Grundstücke und Dienstbarkeiten durch Einvernehmen nicht erworben werden können. Das örr- liche kommissionelle Verfahren wurde in einigen Gemeinden bereits durchgeführt. Das Projekt der Stadt Prag wurde von amtlichen Sachverständigen vom hydrologischen, wassertechnischen und hygienischen Standpunkt aus begutachtet. Dabei wurde anerkannt, datz die Elbe-Jser-Kreideformafionen, aus welchen nach diesem Projekt das Trinkwafler nach Prag geleitet werden soll, das einzige Gebiet nicht nur in Mittelböhmen, sondern in ganz Böhmen überhaupt sind, in welchem der Bau großer Wasserleitungen mit einer Leistungsfähigkeit von mehr als 500 Sskundenlitern möglich ist und datz ferner die Ergiebigkeit der Grundwäffer dort so grotz ist, datz die Errichtung einer grotzen Wasserleitung kür Prag bei gleichzeitiger genügender Versorgung der Bevölkerung dieses Gebietes möglich ist. Landwirtschaftliche Interessen werden in den höheren Lagen durch die Anlage überhaupt nicht berührt, in den Tälern würde die Senkung des Grundwasserniveaus keinen wesentlicher: Einfluß auf sie ausüben. Vom hydrologischen und vom Standpunkt des öfientlichen Interesses aus wurde das Projekt als durchführbar bezeichnet. In tpassertechnischer und hygienischer Beziehung stellen sich die Gutachten auf den Standpunkt, datz aus den bekannten Gründen(drohender Wassermangel in Prag, ständige Verschlechterung des Moldauwassers infolge der Industrialisierung Süd- und Westböhmens, Schwierigkeiten einer zweiten Trinkwafferleitung und Belastung der Podoler Filtrierstation) die Notwendigkeit, der allgemeine Vorteil, die Durchführbarkeit und Zulässigkeit des Projekts gegeben sind. Das behördliche Verfahren, von welchem bereits die Rede war, gestaltet sich Wer Erwarten schwierig, was schon daraus hervorgeht, datz bisher 1380 Interessenten Einwendungen gemacht und Wünsche und Bedingungen bekanntgegeben haben. Alle diese werden von den Vertretern der Stadt Prag mit aller Entschiedenheit als unbegründet unb gesetzlich haltlos bekämpft. Zugeständnisse wurden nur hinsichtlich der in jenen Gebieten bestehenden Wasserleitungen gemacht, welchen die von ihnen gebrauchte Wassermenge erhalten bleiben soll. Der Bericht wurde vom Stadtrat zur Kenntnis genommen. Neue Wagen der Prager Elektrischen Den Mitgliedern der Prager Zentralverire- kung und den Vertretern der Tagespresse wurden Freitag die neuen Wagen der Prager elektrischen Straßenbahn-Unternehmen, die nur für eine Fahrtrichtung bestimmt sind, vorgeführt. Dieser Wagen braucht nur einen Lenk-Kontrollor und kann nur in einer Richtung fahren. Das Publikum steigt vorne neben dem Lenkerstand ein und begibt sich beim Begleiter-Stand vorbei, der sich bei der zweiten Tür in der Mitte des Wagens befindet, in den rückwärtigen Wagenteil. Durch die Tür in der Witgentnitte wird nur auSgestie- gen. Jeder Passagier mutz so bor dem Kondukteur vorbei und den Fahrschein lösen. Im Hinteren Teil des Wagens befinden sich bequeme, gepolsterte Sitzplätze, im vorderen Teil befinden sich Holzbänke wie bisher und Stehplätze. Insgesamt umfaßt der Wagen 30 Sitz- und 34 Stehplätze. Eine weitere Neuerung ist, datz sich beide Türen pneumatisch fchlietzen und öffnen. Bei der Ausgangstür befindet sich eine Klappstufe. Durch das Ein- und Aussteigen in einer Richtung soll der Aufenthalt in den Stationen verkürzt und durch das neuartige Oeffnen und Schlietzen der Türen das Auf- und Abspringen während der Fahrt unmöglich gemacht werden. Der neue Wagen kostet 340.000 KL, sie wurden von den Ringhoffer- Werken gebaut, die Motore stammen aus der gemeinsamen Werkstätte der Skoda- und Eeskomo- ravskä-Kolben-Danek A.-G. In den Verkehr werden die neuen Wagen ab Dienstag nächster Woche gegeben werden, und zwar auf der Strecke 1. Bisher verfügen die Strassenbahnen Wer vier Wagen des neuen Typs. Mit dem neuen Wagen wurde heute eine Rundfahrt durch Prag veranstaltet. Die richtiggrstellten Wählerverzeichnisse werden in der Zeit vom 24. bis 31. Jänner täglich von 8 bis 14 und 16 bis 18 Uhr, Sonntag von 8 bis 12 Uhr für die Wähler in Prag I bis VII im Wählerkataster im Altstädter Rathaus, für die Wähler in den aWeren Bezirken in den zuständigen Magistratsämtern aufgelegt sein. Es steht jedem das Recht zu, in diese Verzeichnisse Einblick zu nehmen. Der tschrchoflowakische Gesandte in Wien, Dr. Zdenek Fierlinger, hält Donnerstag, den 22. Jänner um halb 8 Uhr abends im Vortragssaal des Ministeriums fiir soziale Fürsorge, Prag II., Palackeho näm. 4., einen Vortrag über„Das heutige Stadium der Weltwirtschaftskrise". Vor diesem Vortrag wird die Büste Leo Winters, die für diesen Saal bestimmt ist, enthüllt. Arbeitsgemeinschaft der Freien Angestellten- gcwerffchakten Mitteleuropas. Im Anschluss an den Ende Mai und Anfang Juni stati^ndenden Kongress des Einheitsverbandes der Privatangestellten wird auch die Arbeitsgemeinschaft der Freien Angestelltengewerkschaften Mitteleuropas tagen. Bei der Aktualität des T^onauraumproble- mes werden die Verhandlungen sicher das Interesse der breiten Oeffentlichkeit finden. Henlein-Film in der»Urania". Wie das „VeLerni Cefle Slovo" meldet, führte das Kino »Urania" zweimal, und zwar am 16. und 17. Jänuer, einen Propagandafilm der SdP auf. Während sich bisher die»Urania" von allen par- teipolifischen Tendenzen ferngehalten hat, muh es auffaUen, dass dieser neutrale Standpunkt gerade gegenüber der SdP eine Aenderung erfahren hat. Selbstverständlich haben diejenigen Genossen, welche dem Präsidium der»Urania" angehören, gegen das Vorgehen der„Urania" Stellung genommen. Der spanische Saal(Neuer Burgteil) und der Wladiflawsaal(alter Burgteil) sind wiederum täglich der breiten Oeffentlichkeit von 2 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr zugänglich. Eintrittsgebühr pro Person 1 KL, für Kinder von 6 bis 14 Jahren 50 Heller, bis sechs Jahre frei. Der Motorschncllzüg ins Ri'esengrbirgr zür Sokotbaude wird am 18. Jänner um 18 Uhr ab Wilsonbahnhof abgefertigt. In dem Preise von 90 KL sind inbegriffen die Reise mit dem Autobus, der Fahrpreis, das Nachtlager, die Fahrt mit der Drahtseilbahn. das Frühstück und die Versicherung. Anmeldungen werden noch am Samstaa bis 9 Uhr im Basar, neben dem Wilsonbahnhof, angenommen. Telephon 383.35, oder im Basar. Wenzelsplatz 60. Telephon 350.55. Jülnst mut Msseo Dramatische Konfektion Unter diesem Titel schreibt F. Rosenfeld in den „Literärni Noviny" u. a.: Auf dem Theaterzettel der mitteleuropäischen Bühnen tauchen immer häufiger englische und amerikanische Autorennamen auf, die sonderbarerweise auch den besten Literaturkennern Englands und Amerikas vollkommen unbekannt sind. Inhalt und Stil dieser dramatischen Produkte" lassen darauf schlietzen, datz ihre Verfasser nicht an der Themse und am Hudson, sondern an der schönen blauen Donau geboren wurden; der Ton des Dialogs erinnert verdammt deutlich an den Budapester Salon und das Wiener Literaturcafe. Diese seltsamen Engländer und Amerikaner haben zudem die gemeinsame Eigenschaft, nur flaue Gesellschaftskomödien und alberne Detektivreitzer zu- liefern, also die Sorte Dramatik, mit der am meisten Geld zu verdienen ist. Und sie scheinen alle nach einem gemeinsamen Rezept zu arbeiten, denn ihre Erzeugnisse sind einander ähnlich wie die Anzüge aus einem Konfektionshaus. Sie sind auch alle in einem Konfektionshaus geboren worden, diese Lawrence Emmet H u x l e y und George D a w, diese Georg Fraser und Gregor Schmitt, diese Thomas B. F o st e r und N. C. H u n t e r, diese Lennox und Bolters. Sie stammen aus der Literaturfabrik deS Theaterverlags Marion in Wien, der die Produktion von Theaterstücken der Heimarbeit des einzelnen entzogen und zu einer Angelegenheit des laufenden Bandes gemacht hat. Im Anfang gab es den Ladislaus Fodor, den Siegfried Geher, den Paul Frank, denLudwig Hirschfeld, denHans Adler; sie zimmerten ihre Komödien, recht und schlecht, so gut sie eben konnten. Der Marton-Verlag organisierte den Betrieb. Nun spielte sich das„Dichten" so ab: Herr A. bringt etwas, das er für einen „Einfall" hält. DaS laufende Marton-Band führt den„Einfall" zu Herrn B., der ibn in drei Akte zerschneidet und zusammennäht. Dann rollt das halbfertige Erzeugnis zu Herrn C., der die Knöpfe annäht, und wird schliesslich vom laufenden Band zu Herrn D. befördert, der das Konfektions„stück" aufbügelt. Das nächste Mal liefert C. den„Einfall", D. schneidet zu und A. bügelt. Da man aber nicht gut mehr als zwei Autoren auf einem Theaterzettel nennen kann, bringt man alle geistigen Väter des gemeinsam gezeugten Theaterkindes unter einen Hut— der aus Exportgründen eine ausländische Marke trägt. Tas System hat große Vorteile, geschäftlicher Art; und nur auf Geschäft kommt es bei diesem Literaturbetrieb an. Man kann in einer Saison den Theatern nicht ein Dutzend Stücke von Ladislaus Fodor oder Siegftied Geher anbieten, will die Erzeugnisse dieser überaus fruchtbaren Herren aber doch alle an den Mann bringen; die Pseudonyme machen aus einem Fodor fünf Autoren! Es gibt weiter Länder, die sich gegen die Ueberschwemmüng der Bühnen mit den Stücken der Wiener und Budapester Theaterhandwerker und Journalisten wehren; aber wer hat etwas gegen einen biederen George Daw, gegen einen braven Lawrence Emmet Huxley einzuwenden? Unter der Tarnkappe des Pseudonyms kann man ferner über Grenzen gelangen, die einem sonst verschlossen wären; da jemand, der nicht existiert, nicht gut ein Jude, sein kann, wird ein Sjdney Philips sogar in Berlin aufgeführt. Und überdies mutz das Steueramt nicht wissen, wieviele Stücke so ein moderner Dramatiker in einer Spielzeit herausgebracht hat, und schliesslich(das System hat nur Vorteilei), kann man über seine eigenen Stücke Kritiken schreiben, wenn sie unter Pseudonym gespielt werden... Der Marton-Verlag hat leider vergessen, sich dieses Verfahren zur Herstellung von Theaterstücken patentieren zu lassen, und so ahmt es die Konkurrenz bereits nach. Besonders findige Pseudonymisten wählen den Namen eines wirklich existierenden Autors und versehen ihn mit einem anderen Vornamen(Huxley, Chesterton). Das Theater ist ja nicht verpflichtet, den Vornamen besonders deutlich auf den Zettel zu drucken, und der geprellte Besucher merkt es erst, wenn er bereits bezahlt hat. Kommt einmal ein Dramatiker mit schönklingen- dem Namen, der wirklich lebt und. seine Stücke selbst schreibt, wie der Italiener Aldo de Benedeiti, glaubt kein Mensch mehr, datz es diesen Herrn gibt. So ein wundervoll klingender Name kann doch nur von Fodor oder von Geyer erfunden worden sein! Kreditanstalt der Deutschen r. G. m. b. H., Prag. Durchführung aller Geldgeichäste. Verwaltungs-Kapital 930 MillionenLL. Haftungs-Kapita! 92 Millionen KC 81 Niederlassungen. revolutionären Film zu schaffen, ein slowakisches Gegenstück zu russischen Filmen, eine— wenn auch bescheidenere Nachahmung des amerikanischen Banditenfilms„Viva Villa" mit c'.rem legendären Hauch jener Räuber- und Gebirgsromantik, wie sie Jvon Olbracht in seinem„Nikola Suhaj" dichterisch gestaltet hat. Die Figur des slowakischen Räubers Jänosik aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, der aus Empörung über die Tyrannei der Grundherren zum wilden Rächer der durch Frondienste Und Pandurenpeitschen unterdrückten Bauern wurde, sollte zu einer revolutionären, legendären und volkstümlichen Heldengestalt werden. Das ist nur zum Teil gelungen, weil der Film in seiner Freude an tollen Räuberstückchen allzuoft ins beinahe Possenhafte abgleitet und streckenweise wie eine— technisch nicht vollkommene— Nachahmung alter amerikanischer Douglas Fairbanks- und Tom Mix-Romanzen wirkt. Soweit er Wer in der Nähe des Russenfilms bleibt, soweit er Knechtung und Empörung. Volk und Natur auf einfache und überzeugende Art darstellt, ist er eindrucksvoll gelungen. Vor allem hat er da ein Tempo, das man in heimischen Filmen noch nie gesehen hat, und einen sparsamen,(flowakischen)' Dialog, der sich von der Geschwätzigkeit der tschechischen Lustspielfilme erheblich unterscheidet. Bis auf PistLk und Plachta/ die kleinere Rollen spielen, sind unter den Darstellern lauter neue Gesichter. Palo B i e l i k in der Titelrolle ist ein jugendlicher Held, wie sie heute selten geworden sind, und Zlata Hajdukovä als Jünosiks(ganz unkitschige) Geliebte macht von den wenigen Möglichkeiten ihrer Rolle besten Gebrauch.—eis— Zwei Gastspiel-Abende Basser manns Freitag und Samstag Gastspiel des D e u t- chenVolkStheaters(Wien) mit Albert und Else Bassermannim Deutschen Theater. Freitag:„G e n t l e m e n", Komödie von Philipps, Samstag:.Lebenslüge" Komödie von Verneuil. Abonnement aufgehoben. Gewöhnliche Preise! Vorverkauf täglich! Erika Bkann und»Dir Pfeffermühlr", die für Prag seit langem ein künstlerischer Begriff geworden sind, kommen wieder hierher, um vom 1. bis'14. Feber ein Gastspiel in der„Uniwria" zu geben. Siebente Arbeiter-Vorstellung, Sonntag, den 2. Feber 1936:„Eine Nacht in Venedig", Operette in drei Akten von Zell und GenLe, Musik von Johann Strauß. Der allgemeine Vorverkauf beginnt Dienstag, den 21. Jänner, bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8:Der junge HerrRenLe, — C 2, Erstaufführung.— Sonntag halb 8: Das Land des Lächelns, halb 8: R i g o l e t t ö, Gastspiel DLsi Halban-Kurz, DI.— Montag halb 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen, Theatergemeinde der Jugend, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Die erste Legion, A 2.— Mittwoch halb 8: Der jungeHerr R e n e e. Bl.— Donnerstag halb 8: Hoffmanns Erzählungen, C 2.— Freitag halb 8: Gentlemen, Ensemblegastspiel des Deutschen Volkstheaters Wien mit Albert und Else Bassermann, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: Die Lebenslüge. Ensemblegastspiel des Deuffchen Volkstheaters Wien mit Albert und Else Bassermann, Abonnement aufgehoben.— Wochenspielpla« der Kleinen Bühne. Samstag halb 8: Die Däme mit den Türkis en. — Sonntag 3%:Annasagtnein, 8 Uhr: Die Dame mit den Türkisen.— Mon- tag8:Derandere Napoleon, Bankbeamte I.— Dienstag 8? Der König mit dem Regenschirm, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8: DieDamemitdeu Türkisen, Bankbeamte ll und freier Verkauf. — Donnerstag 8^: Das kleine Bezirksgericht.,— Freitag 8:Annasagtnein, Theatergemeinde des Kulturverbandes und fteier Verkauf.— Samstag 8: Im LondonerNe- b e l, volkstümliche Vorstellung.— Der Dim Jänosik Der neue heimische Film des Regisseurs Mac F r i L liegt auf der Linie, die mit der„Marysa" Rovenskys begonnen wurde: auf der Linie, die vom faden, neckischen Spietzbürger-Kitsch weg zu Natur, Volk und echter Einfachheit führt— und der man deshalb prophezeien kann, datz sie aufwärts führen wird. Vorläufig handelt es sich noch um Anfänge. Auch ein Mann wie FriL, der mit dem„Revisor" und „Hej Rup" sein Können längst bewiesen hat, erweist sich als unsicher In der neuen Gattung des Volksfilm?. Sein Ehrgeiz war offenbar, einen historisch Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Gruppenabend: Dienstao 21. Jännet, 20 Uhr, Parteiheim, Nürodni tr. Nr. 4. Referat und Diskussion Wer:„Ungarn und der.VölkerbuW." Sozialistische Jugend, Kreis Prag. S o n n- t a g, den 19. Jänner 1936, roterKlub- abend, um 6 Uhr nachmittags in der neuen Urania.„Berichtvon unserem Win« lterlager". Gäste willkommen. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:„Ich war Jack Mortimer."— Adria: „Die Festung der Verfluchten." Annabella. Fr. — Alfa:„Die Kreuzritter." A.— Avion:„Katharina, die Letzte." Franziska Gaal. D.-— B 36 Kotva: „Königin Christine." Greta Garbo. A.— Beranek:„Klar zum Gefecht." AnnWella. Fr. — Frnix:„Fort mit den Sorgen." Lauoel ü. Hardy, A.— Flora:„Klar zum Gefecht." Fr.— Gaumont:„Stradivari." D.— Hollywood:„Stradivari." D.— Hvözda: Mickey-Program:«. — Julis:„Janosik." Regie: Mac Frik. Tsch.— Kinema: Journale, Groteske, Reportage. Halb 2 bis 4t 7.— Koruna:„Die Schatten von Sing-Sing." A,— Lacerna:„Fort mit den Sorgen." Laurel und Hgrdy. A.— Metro:„Die Brautschau der Nanynka Kulich." Tsch.— Olympir:„Klar zum Gefecht." Fr.— Passage:„Katharina, die Letzte." Franziska Gaal. D.— Praha:„Todesrennen." Warner Baxter. A.— Radio:„Musikus Florian." D.— Staat:„Klar zum Gefech t." Fr.— Svttozor:„Janosik." Tsch.— Alma:„Der Wagen Seiner Majestät." Harvey. A.— Bajkal:„Einer zuviel an Bord." D.— Belvedere:„Klar zum Gefecht." Fr.— Beseda:„Musikus Florian." D. — Carlton:„DieSchatzinsel." WallaceBerry, I. Cooper. A.— Illusion:„Ich war Jack Mortimer," D.— Kapitol:„Episode." Paula Wese s e l y. D.— Konvikt:„Ich war Jack Mortimer." D. 'Lido H:„Bachstelze." Tsch.— Louvre:„Einer zuviel an Bord." D.—Mareska:„Ich war Jack Mortimer." D.— Roxy:„Klar z um Gefech t." Annabella. Fr.— Sport:„Das Geheimnis ün Nachtexpreß." A.— tt Bejvodu:„H e j rup." Bos« kovec und Werich. Tsch.— Baldek:„Einer zuviel an Bord." D.— Beletrhy:„Der grüne Domino." D. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch di« Bost monatlich KL 16.—. vierteljährig KL 48.—, halbjährig KL 96.—. ganzjährig KL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitunasfrankatur wurde von der Post- und Tele- grapüendirektion mit Erlaß Rr. lS.800/V1l/1030 bewilligt.— Druckerei:»Orbis". Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.