Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK b bnu nainableë pA ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Samstag, 1. Feber 1936 Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 27 196 Stimmen- Mehrheit Sarrauts Sozialisten für die Regierung, Kommunisten zum ersten Mal nicht gegen die Regierung Nach der Nede Léon Blums beschloß der so= zialistische Klub in der Pause de finitiv, für die Regierung zu stimmen. Vor der Abstimmung teilte der kommunistische Deputierte Péri mit, daß die Kommunisten zum ersten Mal nicht gegen die Regierung stimmen werden, Paris. Die Interpellationen über die Regierung Sarraut in der Kammer wurden gestern abgeschlossen, worauf Ministerpräsident und Innen minister Albert Sarraut das Wort ergriff. Zu Beginn seiner Rede erklärte er, daß er die Aufgabe der Regierungsbildung nur auf Drängen des Präsidenten der Republik und seiner Parlamentsfraktion übernahm. Seine Regierung wolle eine Regierung der Pazifizierung der Parteien sowie der republitani wenn auch deren Vorsitzender einst die geflügelten schen und der demokratischen Werte gesprochen habe:„ Kommunismus, das Ordnung sein. Der Ministerpräsident be- ist der Feind", und wiewohl sich in der Regierung dauert, daß die Regierung noch nicht eine breitere Sarraut einige Minister befinden, mit denen die Parteikonzentrierung erreichen konnte, wie er es Stommunisten nicht einverstanden sind. Die Komgewünscht hätte. Die Regierung wolle die Finanz- munisten halten aber die Regierung Sarraut für j und Wirtschaftspolitik des vorangegangenen Kabinettes in den Hauptgrundzügen weiter fortset= zen, beabsichtige jedoch einige strenge Dekrete zu mildern. 0 einen wirklichen Fortschritt gegen über der Regierung Laval und wollen um feinen De Der nationale Schlüssel Preis die Wiederkehr des politischen Systems zu lassen, welches die Regierung Laval betrieben hat. Sarraut müsse seine geflügelten Worte nunmehr abändern und sagen:" Der Feind, das ist der Faschismus". Der Deputierte der Rechten, Franklin Bouillon, kündigte namens der sogenannten Republikanischen Front an, daß seine Kollogen gegen die Regierung stimmen werden, daß sie aber nicht darauf beharren, daß ihrer Resolution die Priorität gegeben werde. Auf Grund dieser Erklärung fam nur noch die Tagesordnung der Radikalen, welche der Regierung das Vertrauen ausspricht, in Frage. Der Versißende Kammer brachte diese Resolution zur Abstimmung. Die Kammer votierte der Regierung mit 361 gegen 165 Stimmen, also mit einer Mehrheit von 196 Stimmen, das Vertrauen. Arbeiter, Arbeiterinnen, herhören! SdP- Landesvertreter Julius Helzel ist armen Blumenmacherinnen seit neun Jahren den kargen Lohn schuldig! In ihrer Außenpolitik wolle die Regierung aufrichtig und mit ganzem Herzen zu den Grundsätzen des Völkerbundes zurückkehren.( Lebhafter Beifall bei der gesamten Linken.) Die Regierung wünscht eine möglichst baldige Be= endigung der mörderischen Ing. Nentwich beschäftigt sich in seiner Feindseligkeiten und bedanert die Broschüre bekanntlich auch mit Julius Helze I, taufende Opfer des italienisch- abessinifchen Krie- dem SdP- Landesvertreter, und zitiert u. a. folges, mögen sie nun weißer oder schwarzer Hauts genden Ausspruch Mays: farbe sein. Sarraut erklärte sodann, daß Frankreich ein . ergebener Freund des italienischen Boltes sei. Nach Beendigung der Interpellation verlas der Ministerpräsident drei Tagesordnungen, von welchen die Regierung die Tagesordnung der radikalen Deputierten, welche der Regierung das Vertrauen auspricht, annimmt. Die Regierung lehnte die Vorzugsbehandlung der Tagesordnung Franklin Bouillons ab und stellte die Vertrauensfrage. Was den Rundfunk betrifft, stimmt der Vorsitzende der Regierung mit dem Pestminister darin überein, daß den Vertretern aller Parteien eine proportionale Benüßung des Rundfunks gesichert werde.( Lebhafter Beifall fast der ganzen Kammer.) Sozialisten positiv zu Sarraut " Nun, Ihr habt mich ja mit Helzel schwer hineingelegt. Ich habe in seiner Heimat die aller größten Schivierigkeiten deswegen, weil er auf der Liste ist. Er genießt dort keinen guten Leumund und scheint allerlei, nicht gerade feine Sachen, am Kerbholz zu haben." Was für Sachen? Nun, wir können für Nr. 12 heute mit dem Abdruck eines uns vorliegenden Originaldokuments dienen, aus dem klipp und klar hervorgeht, daß dieser SdP- Voltsvertreter und Volksgemeinschaftler. einer ganzen Reihe armer Proletarierinnen feit neun Jahren den elenden Lohn schuldig ist! durch das Bürgermeisteramt in Bürg Hier das Dokument, das im Original die ite in eingeholten Unterschriften sämtlicher Heim larbeiterinnen aufweist: Bürgstein, am 24. Jänner 1936. Wir bestätigen hiedurch mit eigener Unterschrift, daß uns der f. 3. in Johannesdorf Julius Helzel, Schloffer, in der Frage des Arbeitsplatzes für politisch zweckmäßig und im Rahmen seiner Unser Landesverteidigungsminister hat es besonderen Aufgabe liegend befunden, einen vielumstrittenen Erlaß, den sein Vorgänger aus gu ten Gründen nicht handhabte, erneut auszugra ben und in Funktion zu sehen. Er hat damit ein sehr heitles Problem auf die Tagesordnung gebracht und den Anstoß zu einer öffentstaatspolitischen Gründen das Militärreffort lielichen Erörterung gegeben, in welche wir aus ber nicht verwidelt sehen möchten. Es liegt aber nicht an uns, mehr zurückHaltung zu üben als der verant daß wieder einmal ohne zwingenden Grund Was wortliche Minister und zu verschweigen, ser auf die nationalistischen Mühlen gelenkt und auch in den Kreisen der deutschen sozialistischen Arbeiter und Angestellten da s bittere Gefühl der zurückseßung geweckt wurde. Wir haben schon erklärt, daß der ergänzende Bescheid, den das Ministerium für nationale Verteidigung auf das Einschreiten des Genossen Taub herausgegeben hat, nicht befriedigend ist. Das Ministerium widerspricht sich selbst. Wenn dieses Ministerium auf dem Standpunkt steht, daß die Armee eine Armee der gesamten Bevölkerung ohne Unterschied der Nationalität sein muß, in der nationalistische. Momente keine wie immer geartete Rolle spielen dürfen", dann hätte der unglüdliche Erlaßnie das Licht der Welterblicken dürfen. In diesem Falle geht es, wie wir mit aller Deutlichkeit her> vorheben wollen, nicht um ein Spiel mit Worten, fondern um ein viel ernsteres Spiel mit Existenzen. Form außer Straft gesezt ist, bleibt der Tatbes Solange der umstrittene Erlaß nicht in aller stand bestehen, daß sich das Wehrressort einseitig national exponiert hat und weitererponieren will. In concreto geht es darum, daß von Firmen, die Militärlieferungen ausführen, eine nationale Ver schiebung in der Zusammenseßung des Beamtenförpers, im Effekt also die Entlassung deutscher Beamter gefordert wurde. Nicht minder anfechtbar ist ein weiterer Punkt des bewußten Erlasses, welcher von derartigen Fir25 Kč men verlangt, sie mögen unter ihrer Arbeiter89 Kč schaft Angehörige der tschechoslowakischen Natio32 Kč nalität in einem Maße verwenden, welches minSchiffner Marie, JohannesdorfNr. 136. 44 Kč destens dem nationalen Verhältnis der Bevölke= Görner Julie, Johannesdorf Nr. 25 Berteilungsstelle der Firma: Schindler, Blumenfabrikation in Ober- Einsiedel, für abgelieferte Heimarbeit aus dem Jahre 1927/28 noch den hiefür entfallenden Lohn schuldet. Beran Antonie, Johannesdorf Nr. 130-330 Kč Braun Marie, Johannesdorf Nr. 46 Reinisch Anna, Johannesdorf Nr. 49 Günther Frieda, Johannesdorf Nr. 98 Reinisch Fanny, Johannesdorf Nr. 49 120 Kč 98 Kč 114 Kč 90 Kč Günther Emma, JohannesdorfNr. 137 Ullrich Marie, Johannesdorf Nr. 66 Ullrich Marie, Johannesdorf Nr. 57 * V m 22 Kč rung der Gegend entspricht, in welcher das Unternehmen seinen Siz hat. Die zugestandene zweijährige Fristerstreckung für die Durchführung ändert nichts an dem verkündeten Prinzip. Die Beifügung mindestens zeigt übrigens genau die Richtung an, in welcher die personellen Verän derungen erfolgen sollen. Die vage Umschreibung des Bereichs, in.welchem der nationale Schlüssel Ja, ums Befreien geht's! Und zu gelten soll, läßt genügend Spielraum für den innächst darum, daß man das sud- offiziellen Einfluß sattsam bekannter Faktoren tendeutsche Volk vor allem offen. Wir stehen nicht an, mit aller Deutlichkeit von diesen Helzels bezu erklären, daß die deutsche sozialdemokratische Bewegung den ganzen Aft als eine schreiende freit! Ungerechtigteit empfindet, die im Interesse des Staates beseitigt werden muß. Und diese Kavaliere reden dem sudetendeutschen Wolfe ein, daß sie, nur sie, es aus der Not befreien werden! Danziger Sozialist Vor der Abstimmung sprach u. a. der Sozialistenführer Léon Blum und erklärte, daß die Sozialisten gegen die Tagesordnung Franklin Es handelt sich bei diesen Frauen durch| gemeinschaftler" an einer Ausbeutung hatten, die Bouillons stimmen werden. Das Vertrauen der Sozialisten zur Regierung Sarraut werde von der regs um ganz arme Menschen, die zum sie nicht einmal bezahlten! definitiven Beantwortung verschiedener Fragen größten Teil auf die Hilfeleistung durch die staatdurch die Regierung abhängen. Die Sozialisten liche Ernährungsaktion angewiesen sind. Und da waren von der Ernennung des Generals Mau ia bekannt ist, wie elend die Löhne sind, die den rin zum Kriegsminister nicht befrie- Blumenmacherinnen bezahlt werden und wie digt und würden es grundsäglich lieber sehen, Iange eine solche Heimarbeiterin schusten muß, wenn ein Parlamentsmitglied und ein Zivilist ehe sie fünfzig, hundert oder gar drei hundert Kriegsminister wäre. Die Regierung Sarraut be- Kronen verdient, dann kann man sich ungefähr deute jedoch für die Sozialisten unstrittig einen vorstellen, welchen Rebba ch diese noblen„ BoltsFortschritt gegenüber der Regierung Laval und die Sozialisten wollen eine Wiederkehr der Regierungspolitik Lavals nicht zulassen. Daher Andererseits ist es gut, daß ein der stärkStarhemberg gegen sofortige wollten die Sozialisten genaue Aufklärungen über ften Staatspartei angehörender Minister die Eindie Außenpolitik der Regierung. Der Minister- Habsburger- Restaurierung? in deutschem Kerker gestorben führung des nationalen Schlüssels in der Frage präsident habe diese Aufklärungen eben durch die In einem Königsberger Gefängnis ist der des Arbeitsplatzes aufgerollt hat. Niemand kann Erklärung gegeben, daß er sich vollständig hinter London. Der diplomatische Korrespon- dort seit Herbst v. 3. eingekerferte Danziger fo- es der betroffenen Bevölkerung verwehren, dieses die Rede Herriots stelle, daß Frankreich die Be- dent des Daily Telegraph" sieht es als zialdemokratische Journalist Adolf Bartella Problem einmal im weiteren Rahmen nachzuprü stimmungen des Völkerbundpaktes sehr wahrscheinlich an, daß Vizekanzler Starhem- gestorben. Der Verstorbene bekleidete zuletzt die fen. Für unseren Teil können wir erklären, daß vollauf respektieren wolle. Die Sozialisten erklä Krankenkaffa und Einführung des nationa ren sich dadurch befriedigt. Weiter fordern berg mit Otto Habsburg in Steenoferzeel zu eines Redakteurs der sozialdemokratischen Volks- len Schlüssels im Einflußbe die Sozialisten, daß die kürzlich erlassenen Gesetze sammenkommen werde. Der Korrespondent er- stimme". Er wurde im Herbst v. 3. auf dem Ge- reich des Staates lebhaft be= über die Bekämpfung der um st ür 3lerischen wähnt hiezu, daß diese Zusammenkunft zu Un- biete des Dritten Reiches wegen einer Kritik des grüßen, allerdings nur dann, wenn die AnLigen zur Anwendung gebracht werden, da die recht als Vorbereitung zu einer bevorstehenden nationalsozialistischen Regimes verhaftet. wendung nicht mit aufreizender Einseitigkeit, soninneren Unruhen im Lande andauern. Der Depu dern in einer nach allen Seiten hin objektiven Weise erfolgt. Solche Grundsabfragen des tierte Frot sei Mittwoch zweimal überfallen wor- Restauration der Monarchie in Oesterreich ausSchandurteile in Bremen en, die Studenten an der juridischen Fakultät stö- gelegt wird, weil es sich seiner Ansicht nach um Zusammenlebens der Völker können aber unmög en die Ordnung, für den 6. Feber sei ein Ma- das gerade Gegenteil handle. Bei In Bremen sind abermals Sozialdemokraten lich auf die Dauer nach dem Recht des Stärkeren nifestationsumzug der Organisationen der Rech- den Londoner Unterredungen versicherte Star- wegen illegaler Arbeit" das heißt Treue zu der entschieden werden. Selbst das Nationalverteiditen angekündigt u. ä. Die Sozialisten sind weiIdee des Sozialismus verurteilt worden und zwar gungsministerium muß schweigend den Vorwurf terhin gegen das Rundfunk monopol der Regierung und wollen, daß der Rundfunk, insbesondere für die Wahlkampagne auch den politischen Parteien zur Verfügung gestellt werde. Ministerpräsident Sarraut erklärt hierauf in Beantwortung der sozialistischen Anfra gen, daß er die Gesetze zur Garantierung der öffentlichen Ordnung wirksam anwenden wolle. " P hemberg, daß die Reſtaurierung der Habsburger die Genossen Schütte 18 Monate Gefängnis; über sich ergehen lassen, daß es nicht das geringste nach seiner Ansicht und jener der Mitglieder der Suckemeyer zwei Jahre drei Monate Gefängnis; Interesse für die Einhaltung des nationalen Habsburgerfamilie für eine ganze Reihe von Jah- Buntschuh zwei Jahre Gefängnis; Göße achtzehn Schlüssels zeigte, wo deutsche Arbeiter und Anren nicht erwünscht ist. Die Legitimisten, Monate Gefängnis; Kurbahn acht Monate Ge- gestellte offenkundig benachteiligt worden sind. und die österreichische Regierung sind überzeugt. Die Genossin Fye wurde wegen„ fahrlässig be- diger Stelle bekannt. Es sei nur darauf verwies fängnis und Schindler zehn Monate Gefängnis. Die diesbezüglichen Beschwerden sind an zustan daß der verfrühte Versuch einer Reſtaurierung gangener heimtüdischer Angriffe auf die nationale fen, daß eine dahinzielende begründete Beschwerde Regierung" zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. I der Gemeinde Przeheischen bei Pilsen, die bie mitteleuropäische Politik schädigen würde. Seite 2 fich auf die ungenügende Berücksichtigung deutscher Arbeitsloser in einem reichlich mit Staatsaufträgen versehenen Betrieb bezieht, seit dem Jahre 1934 ohne Erledigung geblieben ist. Diese Tatsache spricht für sich. Samstag, 1. Feber 1936 seine moralischen Grundlagen Prozent gesunken ist. Der gemeinsame Kampf der schwersten Schaden erleiden. Die Tschechen und Deutschen um die Erhaltung und Staatsautorität muß über den Nationen stehen. Erweiterung unseres Arbeitsplatzes in der Weltund irgendwo muß auch ein Lebensraum für die wirtschaft wurde bei diesem Anlaß als die große deutsche industrielle Bevölkerung übrig bleiben. Aufgabe des Jahres 1936 bezeichnet. Wir wollen Das Problem erstreckt sich aber nicht nur auf An dieser Stelle wurde ein Neujahrsartikel hoffen, daß der unglückliche Erlaß des Herrn ein Teilgebiet der öffentlichen Verwaltung. Wir veröffentlicht, der mit Eindringlichkeit darauf hin- Minister Machnit nicht das einzige Echo bleibt, möchten den kennen, der zu behaupten wagt, daß wies, daß seit 1929 der Anteil der Tschechoslowa- welches dieser kaum zu widerlegende Standpunkt bisher bei Vergabe von Staatsaufträgen die na- fei an der industriellen Weltproduktion um 291 in der tschechischen Politik findet. Agrarischer Parteitag Nr. 27 Internationale Konferenzen Konferenzen in Paris Die Habsburgerfrage Paris. König Carol von Rumänien ist in der Nacht auf Freitag in Begleitung des Außena ministers Titulescu auf der Rückreise von Lons den in Paris eingetroffen, wo er sich drei bis vier Tage aufhalten wird. Troz dem privaten Charakter seines Aufenthaltes wird er eine Unterredung französischen politischen Führern haben. HOME dem Präsidenten der Republik und einigen MOSHORT RE Zu Beginn der nächsten Woche werden sich Reden des Ministerpräsidenten und dreier Minister König Boris von Bulgarien, der türkische HOOT SATHOM Außenminister Ruds chi Arras, der sowjetDie Plenar- Schlußjizzung des Kongresses Dr. Milan Hodža russische Volkskommissär für Aeußeres it mi der republikanischen Partei der Landwirte und leinbauernbevölkerung fand Freitag, den 31. dem die ganze Versammlung langandauernde und now und der österreichische Vizekanzler Fürst Jänner, im Smetana- Saal des Prager Ge- herzliche Ovationen bereitete. Die zweistündige Starhem berg in Paris aufhalten. Troß dem österreichischen Dementi behaup meindehauses statt. Der Kongres nahm mit leb= Sundgebung des Vorsitzenden der Regierung haftem Applaus die Antworten des Präsidenten wurde an zahlreichen Stellen durch laute Bei- tet" Petit Parisien", daß Starhemberg vor seiner . G. Masaryk und des Präsidenten der fallskundgebungen unterbrochen und stürmischer Ankunft in Paris mit der ehemaligen Kaiserin Republik Dr. E. Benes auf die Begrüßungs- Beifall flang neuerdings auf, als der Vor- Bita in Belgien zusammentreffen werde, und fügte fißende seine mit größter Aufmerksamkeit ange- hinzu: Dieser Umstand ist ein Beweis dafür, daß depeschen des Kongresses entgegen. hörte Kundgebung schloß. Die Delegierten und Fürst Starhemberg u. a. mit den französischen das Präsidium erhoben sich von ihren Plätzen und politischen Führern auch über die Habsburgerfrage bereiteten dem Vorsitzenden der Regierung herz- werde sprechen wollen. Die Kleine Entente steht liche Ovationen.( Die Kundgebung des Vor- jedoch entschieden auf dem Standpunkt gegen die jizenden der Regierung wird später ausgegeben Rückkehr der Habsburger auf den Wiener Thron; werden.). die Wiener politischen Kreise halten aber weiter ihre Ansicht aufrecht, daß die neuerliche Inthronisierung der Habsburger in dieser oder jener Form die beste Bastei sei gegen den Anschluß und lassen in diesem ihren Bemühen in der Hoffnung nicht nach, daß es ihnen gelingen wird, den berechtigten Widerstand der Nachfolgeftaaten des ehemaligen Desterreich- Ungarn zu brechen. tionale Zusammensetzung der Bevölkerung auch nur im Entferntesten berücksichtigt worden wäre. Und wie sieht es erst in der eigentlichen Staatsverivaltung und in den verschiedenen Staatsbetrieben aus? Wird beiden Aufnahmen in den Staatsdienst ein natio= naler Schlüssel zugrundege= legt? Wird 3. B. bei Neueinstellungen in den Tabakfabriken die nationale Zusammensetzung der Bevölkerung berücksichtigt? Nicht einmal in jenen Tabatfabriken, die im deutschen Gebiete liegen, ist das der Fall. Die Parlamentarier der deutschen Regierungsparteien wissen von diesem traurigen Kapitel ein Lied zu singen. Und damit kommen wir zum springenden Punkt: vom Standpunki der nationalen Gerechtigkeit kann nur die sprach fiche Gliederung der Gesamtbevölkerung des Staates den Maßstab für die Anwendung des nas tionalen Schlüssels bei Entscheidungen über den Arbeitsplatz bieten. Dieses Prinzip hat jedoch bisher trop wahrhaft heroischer Anstrengungen des deutschen Aktivismus- feine allgemeine Gel- referierte über die Tätigkeit der politischen Kom tung erlangen fönnen. Es existiert weder in der mission und betonte in seiner Kundgebung u. a.: Administrative, noch bei der Post, noch bei der Die Aussprache in den Kommissionen hat herEisenbahn. So muß mit aller Offenheit die Frage vorgehoben, daß die Demokratie und der Natio aufgeworfen werden, ob der nationale Schlüffel nalismus die Grundlage unserer nationalen und nur dort Anwendung finden soll, wo er sich zum staatlichen Politik bleiben muß. In der DemoSchaden der deutschen oder ungarischen Bevölke- kratie ist der Staat entstanden und wir wollen rung anwenden läßt. Es möge sich niemand dar- deshalb, daß unsere Demokratie so ist, wie sie über im unklaren sein, daß eine solche Pradas Volk zu haben wünschte, das ist eine zu allen ris mit Demokratie oder mit dem von Schichten gerechte Demokratie, die zum Ausgleich Švehla aufgestellten und von Beneš bekräftigten der sozialen Unterschiede führt und die früher Grundsay:" Gleiche unter Gleichen" aber schon begangenen Umbildungen gutzumachen bestrebt ist. garnichts zu tun hat. Die tschechische staatserhaltende Politik in ihrer Gesamtheit und besonders die Partei des Herrn Ministerpräsidenten werden sich darüber flar werden müssen, daß weder dem Staate noch der für beide Teile wichtigen nationalen Zusammenarbeit gedient ist, wenn solche begründete deutsche Beschwerden und Ansprüche mit Still schweigen übergangen und so de facte mißachtet werden. Es ist schwer anzunehmen, daß der in vieler Hinsicht so erfolgreichen tschechischen Politik das psychologische Verständnis für den nationalen Partner abhanden gekommen wäre. Um ganz deutlich zu sein: man muß endlich aufhören, ein einseitiges nationales Eroberungsinteresse mit dem Staatsintereffe zu verwechseln. Sodann schritt der Kongreß sofort an die Beratung der Verhandlungsberichte der einzelnen Kongreß- Kommissionen. Innenminister Dr. Černý Wir beharren auf der Koalitionspolitik Koalition bedeutet Unterordnung egoistischer Interessen unter die Interessen der Gesamtheit, unter die Interessen des ganzen Staates. Wir sind und werden zu den anders natio nalen Minderheiten gerecht und loyal sein. Wir gewähren ihnen alle Voraussegungen zur ruhigen Arbeit und Entwicklung. Der Wohlstand des Staates hängt nicht nur von der Entfaltung des Staatsvoltes ab, sondern jetzt auch die Entfaltung der Minderheiten voraus. Von den Minderheiten werden wir das kompromißlose und vorbehaltlose Betenntnis zum Staate fordern. Ueber die Arbeiten der beiden sozialpoliti fchen Kommiffionen sprach Abgeordneter Dubický Daß wir in dieser Frage so offen spre= chen, hat seine guten Gründe, Immer mehr wird offenbar, daß zu den vitalsten Vorauss febungen eines guten nationalen Zusammenlebens auch die Anerkennung des wirt der erklärte, die Republikanische Partei sei beschaftlichen und sozialen 2emühe, daß jeder im Volke Arbeit habe. Die Arbensanspruche 3, der immerhin mehr als beitslosigkeit müsse nach einem einheitlichen vier Millionen zählenden Minderheits- Plane, der Arbeit schafft und die Produktion bebürger durch die Repräsentanten der Mehr lebt, gelöst werden. Der Redner sprach sich für heitsnation gehört. Daher soll rechtzeitig vor der die Novellisierung des Genter Systems und für Gefahr gewarnt sein, die darin besteht, daß das die Ausschreibung von Wahlen in die Sozialverstärkere Mehrheitsvolt seine wirtschaftlichen Sor- ficherungsinstitute aus. Er warnte schließlich vor gen und Bedürfnisse mit Hilfe der Staatsgewalt überſtürzten sozialpolitischen Maßnahmen, welche auf Kosten der schwächeren Minderheitsvölker löst. die Produktion belasten und die WettbewerbsDer Staat tann nicht Sampfin fähigkeit mit dem Auslande herabseßen könnten. strument der einen Nation ge= Die Rednertribüne betrat sodann der Vorgen die andere sein, ohne daß sißende der Regierung 3 DAS LEBEN IM LICHT NOVELLE VON OSKAR BAUM Lore war fast den ganzen Tag allein. Eine Extra- Schwester konnte man doch für sie wahr haftig nicht beanspruchen. Dr. Lötz machte sich außerhalb der ärztlichen Visite meist gegen Abend ein halbes Stündchen für fie frei. So fam er oft mit Bertl bei ihr zusammen. Er behandelte den Lehrer spöttisch, von oben herab. Das tat Lore weh. Dr. Löz war freilich viel flüger, hatte eine höher geachtete Stellung und war ungleich älter. Das war wohl auch der Grund, warum Herr Berkt sich gar nicht wehrte. " aus der Weichheit seines tiefen Basses, aus seiner großen einfachen Hand, aus der Ruhe und Klarheit seiner Rede, daß sein Gesicht von männlicher Schönheit sei und von harmonischer Ausgeglichenheit. Dr. Löz soll sich nur ärgern", dachte sie. Sie sprach von Einzelheiten, wie sie sie aus der Beschreibung von Romanfiguren tannte, von einer schmalen, adelig geschwungenen Nase, einem milden, fast frauenhaftem Mund, Kleinen Musiterohren und einer hohen bedeutsamen Stien mit Gedankenbuckeln. Lök lachte. Er tat sich feinerlei 3wang an, er lachte voll und gerzhaft heraus. Es war doch auch wirklich zu komisch! Berkt hatt: hagere, fleischlofe Wangen, eine knollige, kurze Nase, der Untertiefer war vorgebaut und das Kinn kaum vorhanden. Selbst die hellen, guten Augen unter den schüttern Brauen wirkten nicht. Man mußte zugestehen, er war nicht schön. Lög fannte die Besorgnisse, die der junge Lehrer vor der Operation geäußert hatte, sein Lore, von dem Lachen erschreckt und vers Mißtrauen gegen ärztliche Kunst überhaupt. Und wirrt, brach mitten in ihrer verzückten Schilso sprach er mit Selbstverständlichkeit ausschließ- derung ab. Es zudte um ihren Mund, die Lippen lich von Lores Zukunft nach der glücklichen Hei- berkrampften sich in vergeblich verhaltener ErreLung. Er wußte, daß Bertl fürchtete, sie könnte gung. sich in diese Zuversicht allzu sehr einleben. Bertl trat ans Bett und legte seine Hand Einmal scherzte Löz darüber, daß man die auf die ihre. Patientin auf das Aussehen der Welt, der Men-„ Ich werde jetzt gehen müssen", sagte er. schen schonend vorbereiten müßte. Wie stellen aber morgen hab ich vormittags frei; da werden Sie sich z. B. Herrn Lehrer Berk! vor?" Es ent- wir wieder etwas von Morgenstern lesen oder von stand eine peinliche Bause. Ernsthaft und harm- Kästner und vielleicht auch etivas vom alten los fuhr er fort:„ Nein, Sie müssen mich recht Busch."" Lorchen lacht nämlich auch gern, Herr verstehen. Es wäre wirklich interessant, wenn wir Doktor, ganz so hell und herrlich wie Sie, aber einen solchen Versuch in aller Objektivität machen nur, wenn es etwas Rechtes zu lachen gibt." würden." Zu einer ausführlichen Darlegung ergriff auch das Wort Landwirtschaftsminister Dr. Zadina, der u. a. erklärte: Die tschechoslowakische Landwirtschaft muß aus der schwierigen internationalen wirtschaftlichen Lage die Schlüsse für ihr Programm ableiten. Sie muß auf dem Zollschutz weiter beharren, da durch den Abbau des Zollschutzes unsere Wirtschaft einer Flut fremder Konkurrenz und Spekulation würde ausgesezt werden. Für die gegenwärtige Zeit können wir fonstatieren, daß General Kondylis gestorben Athen. General Kondylis, der seinerzeit als Ministerpräsident den König zurückholte, aber gleich nach dessen Rückkehr wegen des versöhnlichen in der Weltwirtschaft eine erkennbare Beffe- Kurses, den der König einschlug, seine Demission gab, ist im Verlaufe eines politischen Gespräches rung und ein teilweiser Aufstieg mit einem Abgeordneten plöglich vom Schlag ges eintritt. Diese günstigen Erscheinungen sind die rührt worden und gestorben. Folge der Organisierung und Regulierung der wirtschaftlichen Verhältnisse, was sich auch bei Der König hat die Beratungen mit den Fühuns bewährt hat. Das Getreidemonos rern der Koalitionsparteien zwecks Bildung einct pol ist ein historisches Ereignis Führer der veniselistischen Liberalen Sofulis neuen Regierung eröffnet. Als erster wurde der unserer Agrarpolitik, denn es ist der Getreidekrise Herr geworden und hat dadurch dürfte bis zum Zusammentritt des neuen Parlazum König berufen. Das gegenwärtige Kabinett über 50 Prozent des Ackerbodens gesichert. Der moralische Erfolg des Getreidemonopols beruhtments am 12. März am Ruder bleiben. darin, daß er alle unsere Landwirte von der 3wedmäßigkeit einer dirigierten Wirtschaft überzeugt hat. Eine notwendige Ergänzung des Getreidemonopols ist die Regulierung des Viehmarktes und der hauptsächlichen tierischen Erzeugnisse. Landesausschußbeisizer von Böhmen Kypr sprach über die Bedeutung der Teilnahme der Republikanischen Partei an der tschechoslowakischen Selbstverwaltung, in der 7000 Bürgermeister und 60.000 Gemeindevertretungsmitglieder sind. Nationalverteidigungsminister Machník fügte zu der Resolution der Kommission für Wehrfähigkeit und Körpererziehung hinzu, daß Frieden und Ruhe so lange sein wird, als wir sie selbst zu schüßen wissen. Die ziveitägigen Kongreßberatungen schloß der Parteivorsitzende Abg. Rudolf Beran mil einer Ansprache. Entspannung in Aegypten Kairo. Die Situation in Aegypten ist nun mehr nach der Bildung des neuen ,, neutralen" Kabinetts weniger gespannt. Nunmehr wird die ägyptische Delegation für die Verhandlungen mit Großbritannien ernannt werden, an deren Spize der Führer der Wafd Partei a h as Pascha stehen soll. = Frankreich und Rußland Donnerstag Ratifizierung des Paktes Paris. Die Kammer beabsichtigt, ant Donnerstag nächster Woche nachmittags die Ratifizierung des französisch- russischen Abkommens über die gegenseitige Hilfeleistung vorzunehmen. Bekanntlich war die Ratifizierung unter Laval feit langem immer wieder hinausgeschoben worden. „ Der Säugling", erklärte Löt den Studen- der suchen muß. Nicht daß Sie denken, es sei bei ten, die das Zimmer füllten, liegt reglos wäh- Ihnen so, Herr Doktor", fügte sie schnell hinzu. rend er sehen lernt. Die Perspektive wird ihm so Sie fürchtete sich vor ihm. Etwas unheimliches nie zum Rätsel. Die Veränderlichkeit des An- hatte für sie der Gegensatz zwischen seinem edel blicks durch die verschiedene Entfernung lernt er geschnittenen vornehmen Gesicht und seinem übrizugleich mit den Dingen selbst kennen. Das ist gen Wesen, das sie aus seiner Stimme, seinen beim Erwachsenen dann natürlich ganz anders." Worten, seinem Schritt, seiner Hand so wohl Lore entschloß sich nicht leicht, nachdem mäh- tannte. Einmal, gegen Mittag, trat Dr. Löß aus der Kanzlei des Direttors, überquerte mit seinen lässigen Schritten die Vorhalle und wollte eben die Anstalt verlassen, als er im Tor auf Berkl stieß. So war es nicht zu vermeiden, daß sie einander begrüßten und ein paar Worte wechselten. lich das volle Tageslicht ins Zimmer eingelassen Von ihrer Entlassung aus dem Spital konnte worden war, von ihrem Stuhl aufzustehen und in den nächsten Tagen einstweilen noch nicht die umherzugehen. Sie griff nach dem fernen Fen- Rede sein. Dr. Löz fand die Nachbehandlung viel sterkreuz, nach den Phantasieblumen der Wand- zu wichtig, um sie unberechenbaren Einflüssen tapete und wäre bald über einen Stuhl gestürzt, auszusehen. der vor ihr stand. Das Unwahrscheinlichste und Ueberraschendste waren für sie Blumen. Den Fingern waren die weichen, dünnen, leise bebenden Blätter und Blüten, die ihr in der Anstalt zur Pflege zugeteilt worden waren, ungleich hilfloser und rührender erschienen als dem Auge die sicher und schlank emporstrebenden, vom Wunder Yeuch tender Farben aus ihrer Umgebung im Zimmer wie im Freien stolz herausgehobenen Gewächse...Heute kommt Lore Friedrich in die Anstalt, Löz gedachte, über ihre Eindrücke und Aus- sich zu verabschieden", sagte Dr. Löz, es scheint, sprüche Tagebuch zu führen. Er gewährte Bei- als freue sie sich auf diesen Augenblick der Wietungsberichterstattern Gespräche auch mit Lore derbegegnung mit den Räumen und Menschen und wollte selbst in die Münchener Medizinische ihrer Vergangenheit mehr als auf all das andere, Wochenschrift einen Artikel schreiben. Vielleicht das Großartige, Unbekannte, das ihr ihr neues ergäbe fich genügend Material für ein bemerkens- Leben eröffnet. Ich hätte es übrigens nicht sagen wertes Buch. Aber in wenigen Stunden war im sollen, sie wollte Sie überraschen. Warum sind Grunde alles Intereſſante und Sonderbare er- Sie denn eigentlich so lange nicht bei ihr gewesen? ſchöpft. Ueberwunden. Freilich vielleicht nur, weil Sie kann es gar nicht begreifen. Sie fragte icon, Lore mit ihrem ſtillen inſicherſchloſſenen Wesen ob Sie nicht wohl seien. Ich glaube, Sie haben sie über manches nicht sprechen mochte. Zum Beispiel seit ihrer Heilung noch gar nicht gesehen. Sie wer über den Eindrud, den die menschlichen Gesichter den sich wundern! Das Erlebnis hat tief gewirkt. um sie her auf sie machten. Sie ist ein erwachsener Mensch geworden!" " Wenn Herr Berkt doch nur eine Silbe Als man zum erstenmal den Verband absagen würde, damit ich weiß, wie er darüber nahm, schloß Lore gleich wieder angstvoll die ..Ist nicht jeder Mensch jetzt etwas ganz Ein häßliches Gesicht ist gewiß nicht etwas, denkt." Lore begann befangen, die Lippen aitter- Augen. Es war etwas zu Erschreckendes dieser anderes?" fragte Lög." Jeder einzelne enthüllt deſſen man sich zu schämen braucht. Auch ein verten, zarte Röte verbreitete sich über ihr Gesicht helle Fleischberg ganz dicht vor ihr mit zwei be- fich Ihnen jetzt erst wohl so richtig, nicht wahr?" bauter Körper nicht. Freilich kann man nicht das bis unter den Verband empor. Daf Berkl groß weglichen dunkeln Rundflecken, die wissend, tief" Nun", sagte sie zögernd, es wird mir eine noch das andere abtun, und alles, was ein war, wußte sie nach der Höhe, aus der seine in sie hineinbohrten. Ein kleiner Aufschrei Lös plößlich jeder ein bißchen fremder. Ja aber bei Mensch denkt und fühlt und tut, kommt aus ihm Stimme flang. Aus der Leichtigleit seines zudte zurück- ste sant ohnmächtig der Schwester manchem ist es nur, als zöge er eine Maske vor, so wie er ist, hervor. Schrittes schloß sie darauf, daß er schlank sei und in den Arm. ortfehung folgt hinter der ich das vertraute alte Geficht erst wies Nr. 27 Samstag, 1. Feber 1936 Seite 3 Henlein flagt Minister Spina. Beim Brü rer Bezirksgerichte ist die Ehrenbeleidigungsflage Konrad Henleins gegen Minister Dr. Spina wegen dessen Rede am 1. Dezember im Brüyer Schützenhause eingereicht worden. Henlein wird durch Dr. Hans Neuwirth( Prag) vertreten. Das Brürer Bezirksgericht hat beim Präsidium des Abgeordnetenhauses um die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Ministers Spina angesucht. Gerichtsakten des Patscheider- Prozesses auf der Bost verschwunden. Im Patscheider- Prozeß wurde am Freitag das Verhör Dr. Chlumeßzkýs fortgesetzt, der über die Tätigkeit der Bereitschaft, deren Vizeborjizender er war, ferner über die Wandervögel" sowie über das Verhältnis der Bereitschaft zur Zeitschrift Der Weg" aussagte. Die Fragen der Verteidiger zogen sich wider Erwarten in die Länge und berührten vielfach Angelegenheiten, die vom Gerichte nicht zugelassen wurden. Einer der Verteidiger forderte nochmals die Einbernahme des Ministers Dr. Spina. Der Senatsvorsitzende machte aufmerk fam, daß er zwecks Feststellung der Tätigkeit der Bereitschaft drei Zeugen zulasse, was der Senat als hinreichend erachte, um so mehr, als Minister Dr. Spina über die innere Tätigkeit der Bereitschaft nicht informiert sein konnte. Daher drohte er dem Verteidiger eine Ordnungsstrafe an, wenn er noch einmal einen Antrag stellen werde, der bereits einmal abgelehnt worden ist. Während der Verhandlung stellte der Vorsitzende des Gerichtshofes fest, daß in diesem Prozesse ein großes Paket Gerichtsaften, die am 13. November 1935 vom Kreisgericht in Troppau mit der Post an das Kreisgericht in Mähr.- Ostrau abgeschickt wurden, Ioren gegangen sind. Keine Angst vor dem Waschtag! Die Zeiten sind vorbei! Heute geht es ja so einfach mit Radion! Überzeugen Sie sich! Radion ist ja jetzt so billig, Radion wäscht ohne Beihilfe eines weiteren Waschmittels, Radion schont die Wäsche und vor allem- Radion wäscht ohne Müh' und Plage! 15 Minuten lang kochen, und die Hauptarbeit des Waschens ist getan: die Wäsche ist schneeweiß und hygienisch sauber. BADION RADION RADION wäscht allein! ver wäscht allein! Sudetendeutscfier Zeitspiegel Uneinigkeit und Verwirrung in der SdP Die„ Zeit"( und ähnlich die mit ihr gleich geschalteten Blätter) hatten gestern Folgendes zu melden: Die Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei hat sich in ihrer Sitzung vom 29. Jänner auch mit den Bestrebungen gewisser Personen beschäftigt, un einigkeit und Verwirrung in die Reihen der SdP zu tragen. Die Hauptleitung der Sdp er klärt, daß alle Versuche, die so schwer errungene Einigkeit des Sudeten deutschtums zu stören, von allen Gliederungen der Partei rücksichtslos be Ueber Tellnitz wird verhandelt! Das Schicksal der Tellnizer Porzellan-| Verwalter der Konkursmasse hatte sich bereit erklärt. fabrit ist noch immer nicht entschieden. Dem Han- in diesem Falle die Arbeiter und Angestellten weiter delsministerium obliegt die Entscheidung, ob die zu beschäftigen. Ersteherin der Fabrik, die Tellniger Keramischen 2. Ob die TKW bereit ist, selbst den Betrieb Werke G. m. b. H. in Auſfig, welche offensichtlich weiter arbeiten zu lassen oder mit anderen Interdem Porzellanfartell nahestehen, verpflichtet sind, essenten zu verhandeln, die den Betrieb wieder aufden Betrieb wieder aufzunehmen. Seit der Stillegung des Betriebes arbeitet die Genossin Abg. Frene Kirpal unermüdlich daran, bei den maßgebenden Behörden und Aemtern die Wiederaufnahme des Betriebes zu erTangen. Auf ihre Anregung beim Sektionschef Dr. Benda im Handelsministerium wurde bei der Bezirksbehörde in Aufsig am 29. Jänner 1936 eine Enquete abgehalten. nehmen würden und 3. ob im Falle der Wiederaufnahme die Angestellten und Arbeiter der ehemaligen Firma Stein wieder aufgenommen werden würden Der Kampf Internationale Revue, Prag Das Jänner Heft( Nr. 1) ist soeten erschienen. Es enthält folgende Beiträge: Otto Bauer: Nach zwei Jahren S. A. Hauser: Illegale Organisationen in Deutschland Josef Hofbauer: Volk und Arbeiter Emil, Franzel: Vor dem Engpaß Adolf Schmidt: Regelung der bäuerlichen Schulden Weltpolitik Weltwirtschaft Internationaler Sozialismus Aus der Sowjetunion Bücherschau Preis des Heftes 5 Kč, Jahresbezugspreis 50 Kč. Redaktion u. Verwaltung: Prag II., Lühowova Nr. 37. Industrieller Ausverkauf in Jägerndorf Jägerndorf ist die Stadt der Kamine, doch werden der wehenden Rauchfahnen von Jahr zu Jahr immer weniger. Seit dem Jahre 1919 find insgesamt 17 leinere und größere Betriebe zum völ= I igen Stift stand gekommen. In leßter Zeit geht man an die vollständige Verramsch ung nicht nur der Einrichtungen, sondern auch der Gebäude. Verflossenen Herbst wurde die ehemalige Steuerfabrik dem Erdboden gleichgemacht, eine Unmenge Baumaterial wurde zu Spottpreisen an Interessenten verkauft und die Maschinen schon vorher zum Teil ins Ausland verschoben. Der seit nahezu zehn Jahren stillge= legte Betrieb der ehemaligen Tuchfirma Franz Larisch auf dem Lerchenzug soll nun ebenfalls zur Abtragung kommen und wieder vernehmen wir, daß ein Teil der Maschinen angeblich nach I u g o= slawien verkauft werden soll. Auch der Betrieb der Firma Heinrich Schnirch wird nicht mehr in Gang kommen, denn auch da sehen wir, wie ein großer Teil der Maschinen auf dem Umivege über die bekannte große Brünner Tuchfirma Himmelreich und Zwicker nach Kleinmünchen in betriebe der genannten Firma aufgestellt zu wors Oesterreich wandert, um im dortigen Zweigden und einen neuen Konkurrenzfaktor für die heimische Produktion zu bilden. Jeder neue Webstuhl im Auslande bedeutet vermehrte Arbeitslosigkeit bei uns, vollends dann, wenn die Webstühle aus der Tschechoslowakei ausgeführt wer= den. Aber was schert dies den Volksgenossen Un= ternehmer oder die sonstigen Nugnießer dieses Industriebegräbnisses! Wo erscheint ,, Die Zeit"? Dr. Anders als Vertreter der TKW er= widerte darauf, daß die Tw nicht die Absicht haben, das Wert der Konkursmasse zu verpachten, daß sie jedoch mit Interessenten wegen der Wiederaufnahme der Arbeit verhandeln und dabei Die Vertreter der Behörden richteten an den Vertreter der Tellnizer Keramischen Werke den ohne Rücksicht auf die eigenen materiellen Interessen demjenigen den Vorzug geben würden, der Wer die gestrige Zeit", das Organ der dringenden Appell, den Betrieb wieder auf mehr Arbeiter der früheren Firma beschäftigen Henleinpartei, in die Hand genommen hat, wird men oder die Weiterarbeit durch die Verpachtung könnte. Dies alles wurde jedoch ohne Nebernahme glauben, eine Zeitung vor sich zu haben, die auf kämpft und ausgemerzt werden. Die des Betriebes an die Konkursmasse der Firma einer rechtlichen Verpflichtung erklärt, so daß die Anordnung des Verliner Propagandaministe Zersetzungstätigkeit und Egon Stein zu ermöglichen. Oeffentlichkeit darin keine praktischen Zugeständ- riums gemacht wird. Im Leitartikel wird Gerüchtemacherei einiger Die Verhandlungen gestalteten sich sehr nisse an das soziale Rechtsgefühl erblicken kann. Deutschlands sozialpolitische Gesetzgebung der sattsam bekannter Spaltpilze" muß schwierig, weil Dr. Anders, der Vertreter des als Verrat am Gedanken der Volks- Porzellanfartells die Verpflichtung bestritt, die schwierig, weil Dr. Anders, der Vertreter des Noch am selben Tage fand in Tellnitz eine letzten Jahre" als weitvorausblickende Famigemeinschaft gebrandmarkt werden, Beamten und Angestellten des Werkes zu beschäf- Versammlung der Belegschaft der Tellnißer Bor- lienpolitit" geschildert, daneben steht dreispaltig da sie nur denen dienen, die ihre letzte tigen. Er ließ keinen Zweifel darüber offen, daß zellanfabrik statt, in der Kreisgewerkschaftssekre- fett: ,, Drei- Jahr- Feier in Berlin, Große Rede Hoffnung auf einen Zerfall der sude die Stillegung der Fabrik zum Vorteil des Kar- tär Genofie Schwob den Vorsiz führte. Die hitlers, Ohne Recht für alle Völter tein wirflicher Friede". Fehlt nur noch das Hakentendeutschen Einheit gesetzt haben. tells geschehe. Dr. Anders behauptete jedoch, daß Versammlung hörte sich in völliger Ruhe und Alle derartigen Erwartungen werden er bereits einen großen Teil der Arbeiter bei Ordnung den Bericht der Genoffin Abg. Kirfreuz am Kopfe des Blattes! jedoch an der völkischen Disziplin und andern Firmen untergebracht hätte. Diesen Er- pal über die Verhandlungen bei der Bezirksan der Eintracht des Sudetendeutsch- klärungen traten die Genoffin Kirpal und auch tums zerschellen und ein unrühm. Dr. Gerson sofort entgegen. liches Ende finden. Nach dreistündigen ergebnislosen Verhandbehörde in Auſſia an. In dieser Versammlung sprachen ein deutscher und ein tschechischer Arbeiter der Genoffin Kirpal den Dank und das Vertrauen der Arbeiterschaft aus und ersuchten " Ing. Jung Chef der antitschechoslowakischen Hitlerpropaganda Die Zahl der gewissen" Personen wird also lungen stellte der Vorsitzende Dr. Hönig an jie, auch weiterhin ihre Arbeit für die Betriebs- malige Hakenkreuzabgeordnete des tschechoslowa immer größer und die Wirkung der Kritik an der Sdp immer unangenehmer! Und es muß schon ziemlich hoch hergehen in der Sdp, wenn deren Hauptleitung öffentlich einen solchen Ukas zu er lassen sich genötigt sieht. We r aber zerschellen" und ein unrühmliches Ende" finden wird, wird sich schon noch zeigen... Ein verdienter Kamerad 1. Ob die THW bereit sei, die Fabrik der Nonfursmasse für eine bestimmte Zeit zu verpachten. Der " Nach einer aus deutscher Quelle stammenden Meldung des„ Právo Lidu" wurde der eheaufnahme zu verwenden. fifchen Parlaments Ing. Iung, der bekanntlich Das Wort hat weiterhin das Handelsmini- nach Deutschland geflohen ist, in Goebbels' Propagandaministerium zum Rat und Chef der antitschechoslowakischen Prapaganda- Abteilung er= fterium! Das ist Volksgemeinschaft! Verrat an Arbeiterinteressen ,, Arbeitnehmergewerkschaft" gegen Arbeiter Das Gesetz über die Rechtsverbindlichkeit der und seine Arbeitnehmergewerkschaft", die er " gegen die Rechtsverbindlichkeit der Kollektivver= träge nannt. Die Prager deutsche Sendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 2. Feber, 14.30 bis 14.45 Uhr: Vor einer neuen Konjunktur?( Fri Freyberg); Mittwoch, 5. Feber, 18.20 bis 18.40 Uhr: Auswanderungsländer( Adolf Schmidt); zehn Minuten; Sonntag, 9. Feber, 14.30 bis 14.45 Uhr: Raſſe und Mensch( Zwiegespräch; Karl Rothe). Bergarbeitertod. Auf dem Marienschacht in Wanjet zwischen die Kohlenhunde, wobei ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Unglückliche starb noch während des Transportes aus der Grube. In Schlag haben die Henleinleute trotz der Warnungen der Sozialdemokraten zum Gemeinde Kollektivverträge ist noch lange nicht überall in vertrat, ihre Aufgabe anders auffassen. Er sprach Freitag, 7. Feber, 18.85 bis 18.45 Uhr: Aktuelle diener einen gewissen Munzig bestellt und sie Wirksamkeit und um ihm Geltung zu verschaffen, sich nämlich, wie selbst die christlichsoziale„ Volkswaren mit diesem Erfolg ihrer Mehrheit in der fand vor kurzem im Vereinshause in Sch I u de poſt" mit Empörung feststellt, Gemeinde so zufrieden, daß sie ihm in ihrer les nau eine von der Union der Textilarbeiter und ten Hauptversammlung feierlich den Dank fü vom Verbande christlicher Tertilarbeiter gemeins feine fünfmonatigen( 1) treuen und ehrlicher sam einberufene Versammlung der Textilarbeiter Tienste aussprachen. Einige Stunden später war statt. Zum größten Erstaunen der Versammelten aus und verteidigte den ablehnenden Standpunkt Munzig verschwunden und mit ihm hatte sich auch der Vertreter des ganz auf die der Unternehmer. Mit Recht bemerkt dazu die Schalar geriet Mittwoch der Bergmann 7500 Kč, die er von der Post abholen sollte. Volksgemeinschaft" eingestellten Arbeitnehmer- Volkspost": gewerkschaft" in Tetschen, ein gewisser Herr Inzwischen ist der Kamerad in Reichenber3 Nitsche L. eingefunden, obzivar weder er, noch verhaftet worden, wo er zivei Tage lang in feine Arbeitnehmergewerkschaft" dazu einge Saus und Braus gelebt und mit andern Name: laden war. raden von einem Gasthaus ins andere gezogen: Nun sollte man immerhin meinen, daß auch war. Immerhin fand man bei ihm noch 1700 Kč. Sechstaufend hatte er in 48 Stunden angebracht und die Steuerträger werden sie jetzt auf die eine oder andere Art erseßen müssen. 2000 Kč mußte die Gemeinde dank der neuen Wirtschaft hoi. früher zuzahlen, weil wichtige Voranschlagsunter lagen verschwanden und neu besorgt werden muß ten. In fünf Monaten hat die Henlein- Mehrheit in Schlag also genug geleistet! ein " Eine solche Stellungnahme eines Gewerkschafters gegen die Arbeiter ist in den letzten 50 Jahren unbekannt, daher war das Erstaunen und der Unwille der Versammlung auch groß. Wenn das die Verpflichtungen der Volksgemeinschaft gegen die Arbeiterschaft sind, dann werden sich die Arbeiter wohl bald um eine andere Vertretung umsehen! ,, voltsgemeinschaftlicher" Arbeitervertreter Arbeiterinteressen wahrnimmt und bestrebt ſein Allerdings; für nichts und wieder nichts müßte, einem Geseze Geltung zu verschaffen, das den Arbeitern Tariflöhne garantiert und haben die Industriellen die„ Volfsgemeinschaft" fie vor dem oft brutalen Lohndiktat der Unter- nicht mit ihren Tausendern gefüttert und eine nehmer, also vor Lohndruck, schützt. Der Herr Arbeitnehmergewerkschaft", die ArbeiterinterRitschel aber erbrachte den Beweis, daß er essen vertritt, hat für sie keinen Sinn. Immer wieder falsche Fünffronenstücke in Karlsbad. Bei der Karlsbader Polizei erstattete der Postmeister aus Fischern gegen eine Kaufmannsfrau die Anzeige, weil sich in einer von die ser Frau bei der Einzahlung eines Geldbetrages am Schalter des Postamtes in Fischern überge= benen Rolle mit Fünftronenstücken Falsifikate be= funden hatten. Die falschen Münzen wurden bei der Nachzählung der Geldrolle festgestellt und er= wiesen sich bei der lleberprüfung als plumpe Bleistücke, galvanisch versilbert. Seite 4 Samstag, 1. Feber 1936 Er will der zweite„, Heller Rud" Schnellzug stürzt in den Fluß Zwei schreckliche werden... Pottsville( Pensylvania). In der Kälte( 27 Grad Celsius unter Null) sehr erNr. 27 Explosionen In Karlsbad und Doni ereigneten Shanghai. Wie erst jetzt bekannt wird, sich in den zwei letzten Tagen Einbruchsdiebstähle, Nähe des Städtchens Sunbury entgleiste aus bis- schwert. Wie Augenzeugen berichteten, erhellte, als die insofern bemerkenswert erscheinen, als es sich her unaufgeklärter Ursache ein Schnellzug beim der Schnellzug den Brückenkopf erreichte, plöß sind in diesen Tagen die Munitionsnie bei den Tätern durchwegs um jugendliche Perso- Ueberfahren der Brücke über den Susquehanna- lich eine riesige Stich flamme diederlagen von Nendoukau in der Nähe von nen handelt, die das Knabenalter noch nicht über- Fluß. Die Lokomotive, der Gepäckwagen und ein Nacht. Gleichzeitig erfolgte eine starke&&- Peiping aus bisher unbekannten Gründen indie schritten haben. So entwendeten einige dieser Schlafwagen stürzten in den Fluß. plosion. Daraus wird geschlossen, daß eine schaden verursacht. Halbwüchsigen aus einem Geschäfte in Doniz Drei weitere Wagen rollten die steile Böschung Kesselexplosion die Entgleisung ver- Luft geflogen. Bei der Explosion sind 50 Waren und entfamen. Ein am gleichen Tage in des Bahndammes hinunter. Die Schwellen fin- ursachte. Die Lokomotive riß beim Absturz einen Menschen ums Leben gekommen. Fischern durchgeführter Auslagendiebstahl in gen Feuer und setzten die ganze Eisenbahnbrücke Teil der Brücke ein und zog den Gepäckwagen und Etwa 100 Personen wurden verletzt. einem Schokoladengeschäft geht gleichfalls auf das in Brand. Bisher wurden acht Tote und 40 zwei Schlafwagen nach sich, die in dem zehn Außerdem hat das Unglück einen riesigen SachKonto dieser jugendlichen Diebsbande. Am 28. Verletzte aus den Trümmern geborgen. Man Meter tiefer gelegenen Kanalbett zersplitterten. d. M. erbrachen die gleichen Früchtchen die Ver- glaubt, daß sich eine größere Zahl Ertrunkener Die hinteren Wagen fielen auf die Landstraße. kaufsbude eines Würstelhändlers in Fischern, noch in den in den Fluß gestürzten und gesun- Ehe eine Bergung der Verunglückten möglich war, ohne indessen Beute machen zu können, weil Hopf kenen Wagen befindet. mußte die Feuerwehr den Brand der Brücke borsichtigerweise seinen Verkaufsstand vorher auss geräumt hatte. Ein in den Abendstunden des gleichen Tages bei dem Juwelier Baum in der Pra gergasse inszenierter Einbruch wurde der jugendlichen Bande zum Verhängnis; dort zertrümmerten sie den Auslagenkasten und entwendeten darvier Knaben im Alter von 12, 15, 17 und 18. Jahren Die Rettungsarbeiten werden durch die große löschen. Tagesneuigkeiten Der Fall Eva Broido Kalkutta. Eine Katastrophe auf der Kohlengrube Thara in der Provinz Bihara hat 37 Todes opfer gefordert, davon vier Engländer, einen Italiener und 32 Inder. Die 23 Verbrecher flüchtet ins polnische Konsulat in Verletzten sind durchwegs Inder. Die GrubenverOstrau. Beim Kreisgerichte Mähr.- Ostrau ver- waltung hat die Versuche, die Leichen der Verunbüßt der polnische Staatsangehörige Rudolf glückten zu bergen, aufgegeben, da sie weitere Batko, der mehr als zwanzigmal vorbestraft ist Explosionen befürchtet. achtet und von mehreren Passanten verfolgt. Es und für immer aus der Tschechoslowakei ausgewiesen wurde, gegenwärtig eine achtmonatige gelang einem Polizisten, einen der Burschen auf der Alten Wiese festzunehmen. Der Junge übers schwere Kerkerstrafe. Batta, der bruchleidend ist, te i im Gau Jglau in das Abgeordnetenhaus tangab dem Beamten eine aus dem Geschäfte Baum Im November 1927 ging die alte Sozials wurde im Gefängnis- Krankenhaus eine ausrei- didierte. Nach dem Wahlverlust der Partei entivendete Uhr, doch zeigte sich, bei der nachher demokratin Eva Broido illegal nach Ruß- chende Behandlung zuteil, man kaufte ihm auch mußte er die auf ihn entfallenden Wahlauslagen auf dem Polizeiamte vorgenommenen Leibes- land, um dort mit den menschewistischen Partei- gen. Er verlangte, in das öffentliche Krankenhaus nahm diesen Betrag den Einlagen der Sparkasse ein Bruchband, doch weigerte er sich, es zu tra- ir der Höhe von 450.000 Kč bezahlen. Er entBruchband, doch weigerte er sich, es zu tra- ir der Höhe von 450.000 Kč bezahlen. Er ents durchsuchung, daß das Bürschchen unter seinem gruppen in Verbindung zu treten. Sie ging ille eingeliefert zu werden. Er wollte dorthin zu Fuß in Jezdovice, wobei er systematisch amtliche Bü Hemde noch zivei der entwendeten Armbanduhren gal, weil keine Aussicht und keine wie immer gehen und lehnte das ihm angebotene Dienstauto cher fälschte. Es gelang ihm, die Veruntreuungen versteckt hatte. Außerdem ergab sich, daß der verbaftete Junge, der noch nicht fünfzehn Jahre alt geartete Möglichkeit bestand, von der Sowjet- ab. Als ihn die Gefangenenaufseher durch die acht Jahre lang zu verdecken, und als man dann ist, schon Tags vorher im gleichen Geschäfte eine regierung einen Paß und ein Einreisevisum zu Johanniho třida begleiteten, lief Batto in das im Juli 1935 auf die Betrügereien kam, flüchtete Taschenuhr entiendet hatte. Die Polizei fonnte erhalten. Haus des polnischenstonkulats und begab sich in das er nach Uzhorod, nachdem er Barbeträge aus der feststellen, daß sich die Diebsbande aus Nach wenigen Monaten wurde Genoffin Büro, das im ersten Stockwerk liegt. Inzwischen Sparkassa und der Gemeindekassa entwendet Broido durch einen Provokateur, den die GPU, wurde die Polizeidirektion in Mähr.- Ostrau er- hatte. In Uzhorod meldete er sich dann unter faldie allmächtige Geheimpolizei, in die Reihen der sucht, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. fchem Namen. Drei Wochen später kehrte er nach illegalen Menschewifi eingeschmuggelt hatte, ver. Der Präsident des Kreisgerichtes wandte sich tele- glau zurück, stellte sich dem Untersuchungsrichter zusammensetzt, wovon drei aus einer polizeibe- raten und von der GPU in Baku verhaftet. Ohne wurde, daß das Konsulat Batko nach der Ausfer- ständnis alle begangenen Malversationen. Der phonisch an das Konsulat, wo ihm mitgeteilt und bekannte in einem reumütigen Ge fannten Familie stammen. Der auf der Alten irgendwelche gerichtliche Untersuchung und Ver- tigung eines Protokolls über seine Beschwerde Angeklagte erjeßte der Gemeinde den Schaden in Wiese festgenommene Dieb entstammt einer gleichfalls polizeibekannten Familie in Chodau handlung, auf einfache Verfügung der Polizei- gegen das Gefängnis ausliefern werde. Ulm 13.30 bar und gab der Zentrale der Wirtschafts- Genosbei Karlsbad, von wo der Bursche zusammen mit organe, wurde Genoffin Broido zu drei Jah- Uhr wurde Batko von Angestellten des polnischen senschaften in Brünn sowie der Sparkasse in Jezseinen beiden Schwestern im Alter von 13 und ren Einzelhaft im berüchtigten Poli- Konsulates vor das Gebäude geführt und der dovice für ihre Forderungen eine Hypothek in der 15 Jahren täglich nach Karlsbad kam, um hier zu tisolator" von Suzdal„ verurteilt". Wache übergeben. Batto flüchtete neuerlich in das Höhe von 360.000 Kč auf sein Gut, doch sind betteln. Seine Schwestern werden außerdem, wie In vollständiger Isolierung von der Stonfulat, wurde jedoch angehalten und wieder in 200.000 Kč bisher noch nicht gedeckt. Der Ansich aus der Einvernahme ergab, von den Eltern Außenwelt und selbst von den im gleichen Ge- die Gerichtshaft eingeliefert. Bei der Untersu= geklagte wurde zu 18 Monaten schweren zur Ausübung der Prostitution in Karls- fängnisse befindlichen Genossen, in einer falten hung vor dem Kreisgericht in Mähr.- Ostrau im erters unbedingt verurteilt. bad verhalten. damals schon weit über fünfzig und Großmut- Wohnung des polnischen Konsuls ausrauben amte die Einführung einer Gebühr für öffentliche und feuchten Zelle wurde die tapfere Frau, die August 1935 hatte Batto erklärt, daß er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zuerst die führungen? Wie verlautet, wird vom Landester war, drei Jahre lang gehalten. Wiederauf- werde; da Batko ein gefährlicher Mensch ist, wurde Vorführungen des Rundfunkprogrammes zu Ertreten ihres alten Zungenleidens und feine Drohung ernst genommen und das polnische werbszweden vorbereitet. In furzer Zeit sollen Rheumatismus waren die Folgen die Konsulat wurde verständigt, daß Batko ausgewie- nähere Bestimmungen über die Art der Einhebung ser Behandlung. Als aber die Frist abgelaufen sen werden wird. Dem Konsulate wurde auch dieser neuen Gebühr bekanntgegeben werden. war und Genossin Broido befreit werden sollte, seine Photographie übersandt. Das polnische Kon- Durch die neue Entscheidung werden kleinere bekam sie ein neues„ Urteil": Fünf Jahre sulat nahm diese Zuſchrift der Polizeidirektion zur Gasthäuser und Restaurationen, Verbannung! Kenntnis. Batto sollte bereits gestern der Polizei- insbesondere solche am Lande, stark betroffen. Diese fünf langen Jahre verbrachte Genos- birektion übergeben werden, die ihn per Schub an Aber auch dem Rundfunk selbst wird diese Verdie Grenze bringen sollte. fügung schaden; es werden sich viele Konzessionäre sin Broido in Turkestan, in der Stadt Taschkent. Vom Fallschirm aus dem Flugzeug geriffen. abmelden und außerdem verliert der Rundfunk Tausende von Kilometern von den Freunden, den Genossen und der Familie entfernt, in vollstän- Univeit des Proßnizer Militärflugplages ereig- eine wirksame Propagandamöglichkeit, die für ihn diger politischer und menschlicher Vereinsamung, nete sich Freitag vormittags gegen 11 Uhr ein öffentliche Vorführungen seiner Programme in unter dem trockenen Klima leidend, sich recht und Flugzeugunfall. Als bei einem Uebungsfluge, der der Tat bedeuten. Man kann schwer erwarten, daß von dem Zugsführer Václav Hocky und dem kleinere Unternehmungen in der Lage wären, für An der Reichsgrenze bei Biltsch wurde am 7. schlecht, als miserabel schlecht vor dem Verhun- Bugsführer Adolf Fornůšek durchgeführt wurde, die öffentliche Vorführung des RundfunkprogramOftober vorigen Jahres der 19jährige Fanz Becki gern schützend. Ihre einzige Hoffnung war das Beobachtungsflugzeug zur Landung nieder- mes eine besondere Gebühr zu entrichten; schon aus Katharein von dem Finanzwachrespizienten nach Ablauf der Frist wieder nach dem europäis ging, entsicherte sich in einer Höhe von etwa 50 jest bereitet die Regie solchen kleineren Unterneh Johann Kopecky unter dem Verdacht des Schmugs schen Rußland, ja vielleicht nach Europa zu ihren Metern der Fallschirm des Zugsführers Hoch, mungen große Sorgen. Es wäre angebracht, wenn gels angehalten. Auf die Frage, was er in der Stindern zurückkehren zu können. Diese Hoffnung der die Stelle des Beobachters einnahm. Der diese Angelegenheit das Interesse des PoſtminiTasche habe, meinte Beck, dies gehe den Finanzer wurde bestärkt durch die Bemühungen ihrer aus-& a I Is chirm öffnete sich und Hochſieriums, welchem die Verwaltung des Rundfunks nichts an; er ließ aber gleichzeitig ein geschmuggelländischen Freunde, die bei der Sowjetregierung wurde durch dessen 3ug aus dem obliegt, ferner auch des Handelsministeriums und Als sich Kopecky nach dem Feuerzeug bückte, gab Beck wiederholt wegen Befreiung der tapferen Sozia- Flugzeuggeschleudert. Hiebei stieß schließlich des Ministeriums für Schulwesen findem Mann einen Fußtritt, der ihn zu Boden warf, listin Vorstellungen erhoben. Hocký an die Schwanzfläche des Flugzeuges auf, den würde. Dem Testgenannten Ministerium muß und versuchte zu flüchten. Er wurde aber von dem Dieses entsetzliche Sittenbild erfährt seine Ergänzung in der zynischen Aeußerung des verhafteten Fünfzehnjährigen bei seiner polizeilichen Revolver und werde ein zwei Vernehmung: 3ch verschaffemireinen ter eller RudI!..." Der Bursche wird einer Jugendarbeitsanstalt übergeben werden. Ueberlistet In Troppau lacht man viel über die Geschichte eines 19jährigen Burschen, der durch Verstellung einen Arzt hineinzulegen versucht hatte, dann aber selbst so gründlich hineingelegt wurde, daß er daran wohl noch lange denken wird. tes Feuerzeug aus der Hosentasche zur Erde fallen. Klar, daß hier Komödie gespielt wurde. Er er Verhaftung wegen eines unerlaubten EinEine Gebühr für öffentliche Rundfunkvorerfaßt und zu Boden geworfen, wobei er eine Wunde oberhalb des rechten Auges und eine Gehirnerſchütterung erlitt, die als lebensgefährlich bezeichne Die ausländischen Genossen, die auf einen das beschädigt wurde. Infolge der Beschädigung doch daran liegen, daß in den öffentlichen LokaliFinanzer, der sich wieder aufgerafft hatte, eingeholt Erfolg ihrer Interventionen gehofft hatten, wurde das Flugzeug manövrierunfähig und täten ein gutes, kontrolliertes Rundfunkprogramm stürzte ab. Der Pilot blieb unverletzt, der Zugs- vorgeführt wird und nicht etwa unkontrollierte und gestellt. Siebei rief Bed:" Herr Finan- haben jedoch die Rachsucht der GPU unterschätzt. führer Hocký erlitt infolge des Anpralles an die Schlager von einem völlig undefinierbarem Werte. zer, ich bin tot!" und stürzte stocksteif zu Boden. Die Genossin Broido hat das unverzeihliche Schwanzfläche des Flugzeuges eine innere Ver- Der ehemalige Senator Dr. Fáček, einer der Mit Hilfe eines Mannes schleppte der Finanzer dann Verbrechen begangen, auch im Gefängnis und in letzung. Eine Militärkommission untersucht die Hauptattionäre der„ Národni Politika", wurde Bed nach Katharein und ließ ihn von dort ins Kran- der Verbannung ihren Idealen treu zu bleiben. Einzelheiten des Unfalles. Freitag das Opfer eines schweren Unfalls. Er wurde fenhaus bringen. Direktor Dr. Burianet, der Dafür trifft sie jetzt die Rache der GPU. auf dem Wenzelsplay von einem Straßenbahnwagen den angeblichen Leichnam besichtigte, war es sofort Als ihre Verbannungsfrist im Jänner d. I. ab- griffs. In Böhmisch Trü bau wurde die klärte deshalb nach der Untersuchung laut und verlief, bekam sie ein neues Verbannungs- Geburtsassistent in Cäcilie 3 à le nehmlich, daß der Mann wirklich tot sei und machte urteil. Sie soll für weitere fünfft á verhaftet, die Montag einen unerlaubten Hiebei zu der Operationsschwester die Bemerkung, Fahre in die Verbannung gehen, u. zw. dies- Eingriff an Marie Vavřinová aus Přivrat in so daß er gerade ein Stück Ohr" brauche, wozu ihm mal nach UI a Ia, in der Oiraten- Republik an unglücklicher Weise vorgenommen hatte, daß die diese frische Leiche" sehr gelegen käme. Dies der mongolischen Grenze. Ulala ist ein kleines Vavřinová Donnerstag einer Totalsepsis er la a g. war aber dem Manne doch zu viel. Mit einem Sab Nest, 150 Kilometer von der nächsten Eisenbahn- Der Eingriff wurde ohne Wissen des sprang er vom Operationstisch herunter und war station entfernt. Ehegatten der Frau Vavřinová vorgenom bei der Tür draußen. Die„ Leiche" lief nun, was men. Die Gendarmerie aus Dlouhá Třebová befie nur laufen konnte. assistentin. fat sich mit der ſonſtigen Tätigkeit der Geburtsworten. " Arrest unbedingt verurteilt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmens Die Nichtigkeitsbeschwerde Karl Würdigs, " wird. Erweiterung der Fluglinie Prag- Sušak bis Ragusa? In Spalato weilt soeben eine jugoslawischtschechoslowakische gemischte Kommission, die in der Nähe von Spalato und Ragusa geeignete Plätze für Flughäfen der geplanten Luftlinie Prag- Sušat dung soll bereits am 1. Juni d. J. aufgenommen Spalato Ragusa aussuchen soll. Die Flugberbinwerden. Die Kältewelle weicht uns aus! Die KälteGenossin Broido steht in der Arbeiterbewe Dieser Tage hatte sich Bed vor einem Straf- qung seit Mitte der neunziger Jahre, also seit 40 Jahren. Sie war unter dem Zarismus mehrere senat des Streisgerichtes unter dem Vorsitz des OGR Male eingeferkert und verbannt. Im Jahre der vom Prager Schwurgericht zu 25 Jahren welle, welche sich ursprünglich aus Rußland lang Hruby wegen des Grenzzwischenfalles zu verant- 1904 machte sie die in der Geschichte der revo- Kerkers verurteilt wurde, weil er seine Frau Seinen totähnlichen Zustand will er mit lutionären Bewegung berühmte„ Romanow- Be- während einer Bootfahrt ertränkt hatte, wurde am gegen Südwesten ausbreitete, hat ihre Bahn epileptischen Anfällen, unter denen er zu leiden hat, lagerung" in Jakutsk mit und wurde als eine der Freitag vom Obersten Gericht in Brünn ber geändert und ist nunmehr rasch unter Schnee begründen. Er wurde zu zwei Monaten strengem wenigen Frauen zusammen mit den anderen worfen. Genossen zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. Ihre Erinnerungen aus jener Zeit sind unter dem Titel„ Wetterleuchten der Revolution" deutsch und in russischer Sprache... 1928 im Sowjetverlagin Mosta u erschienen! Jetzt soll diese mutige und charafterfeste Rundfunkorchesterkonzert. 12.20: Revueoberette. fechzigjährige Revolutionärin in ununterbroche17.50: Deutsche Sendung: Goethe: Die Mitschul- ner Verbannung und Inhaftierung mürbe gedigen. Lustspiel. 18.50: Deutsche Breise. 20.05: macht werden. Acht Jahre Bestrafung sind nicht Konzert aus dem Smetanasaal. 22.25: Deutsche Presse. Sender S.: 14.30: Deutsche Sendung: genug, um die Rachsucht der GPU zu stillen, Arbeiterfunt: Fris Freyberg: Vor einer neuen Ston- neue fünf Jahre unter verschärften Be junttur, 14.45: Schlagermusik. Brünn: 17.50: dingungen werden ihr zudiktiert. Deutsche Sendung: Dr. Brethola: Wie endeten die Dies alles geschieht im Jahre 1936, im Mähr. Ostrau: 16.00: Nachmittagsfonaert. Breß Beichen der„ Einheitsfront" und des„ Dimitroff Kurses"! burg: 10.15: Konzert für Kontrabaß. Sonntag Prag, Sender 2.: 7.30: Konzert aus Karls bad. 9.50: Konzert des Mužitialonquartetts. 11.05: bedeutendsten Diktaturen der Weltgeschichte? | gestöbern bis ins Gebiet des Schwarzen Meeres borgedrungen. In der Richtung gegen MittelGroßer Kautionsbetrug in Prag. Der an- europa hat sich die Abkühlung bis zu den Karpathen gebliche Inhaber eines graphischen Instituts in ausgedehnt. Im Zusammenhang mit einem neuen Prag II., Johann Cyliák und sein Gesellschaf- 3 ufluß warmer Luft aus Südwest- Europa ter" Boh. Horáček wurden Freitag verhaftet. Sie gegen das Binnenland tritt bei uns wieder eine hatten durch Anzeigen in Tagesblättern Beamte Wetterverschlechterung ein. In Böhmen hat es gesucht, von welchen sie Kautionen in oft beträcht- Freitag nachmittags start geregnet, auf den Bergen licher Höhe verlangten und auch erhielten. Bisher geschneit. In unseren Gegenden, welche in der haben sich fünfzehn Geſchädigte gemeldet, welchen Nähe einer ausgeprägten Wärmegrenze bleiben die Betrüger Beträge von vielen Zehntausenden dürften, ist die Weiterentwicklung des Wetters wieabgenommen haben. der unsicher. Wahrscheinliches Wetter Nach zehn Jahren. Freitag stand vor dem von heute: Vorwiegend bewölkt, mit NiederStraffenat des Jglauer Kreisgerichtes der 43jäh schlagsneigung. Im Westen des Staates milde und rige Gutsbefizer Josef Strejbar wegen Ver- auf den Bergen starter Westwind. Im Karpathenuntreuung von 559.872 Kč in dem dortigen gebiet im allgemeinen etwas fühler. Sparkassen, und Vorschußverein. Die Veruns aussichten für Sonntag: Noch vorwiegeno treuungen gehen bereits auf das Jahr 1925 zu bewölkt und strichweise Niederschläge. Im Westen rüd, als Strejbar für die rášet Pars wärmer als im Osten der Republif. Wetters Nr. 27 20 Negerhäftlinge verbrannt. In Scotts boro( Alabama) geriet ein Gefängnis= Iast auto, auf welchem Negerhäftlinge in einem eifernen Käfig transportiert wurden, wäh rend der Fahrt in Brand. Das Feuer erfaßte das gesamte Fahrzeug. 20 Neger verbrannten, zivei weitere erlitten schwere eVrbrennungen. Die Gefangenen sollten zu Straßenarbeiten befördert werden. Da starter Frost herrschte, wurde ihnen gestattet, auf dem Lastauto ein Feuer zu machen. Das Lastauto beförderte aber auch ein großes Fa ßmit Benzin. Der Käfig wurde von den Flammen ergriffen, bevor noch mehr als zwei Neger gerettet werden konnten. Die Leichen der verbrannten Neger sind bis zur Unkenntlichteit verkohlt. Die zwei Wächter, welche die Ge= fangenen begleiteten, erlitten gleichfalls Ber brennungen, als sie den Opfern im Käfig Hilfe zu bringen versuchten. Verlängerung der Schulpflicht in England. Im englischen Unterhause wird bald nach der Wiederaufnahme der Sizungen, die am 4. Feber erfolgen soll, ein Gesezentwurf über die Verlän gerung der Schulpflicht von 14 auf 15 Jahre durchberaten werden. Das diesbezügliche Gesetz würde am 1. August 1939 in Kraft treten. Ausnahmen würden nur zulässig sein, falls die Ortsbehörden der Ansicht sind, daß die betreffende jugendliche Person bereits mit 14 Jahren eine ge= eignete Beschäftigung findet. Der Waffenmelder. Das bekannte amerikanische Zuchthaus Sing- Sing befißt eine Vorrichtung, die automatisch meldet, wenn ein Besucher versucht, Waffen oder Ausbruchswerkzeuge, wie: Feilen oder Sägen einzuschmuggeln. In der Nähe der Eingangstür ist ein Apparat angebracht, der bestimmte elektrische Strahlen aussendet. Trägt ein Besucher Metallgegenstände bei sich und er passiert die elektrisch geladene Zone, so ertönt ein Glockensignal. Der Apparat soll unfehlbar arbeiten. Samstag, 1. Feber 1936 nos In Nordabessinien Karawane im Tselari- Flußtal. Ein Bild aus der Provinz Lasta- Tigre. Grenzgefecht im Fernen Osten Moskau. Taß meldet aus Chabarowsk: Donnerstag bemerkte eine Sowjetgrenzpatrouille drei Kilometer von der Grenze entfernt auf sowjetrussischem Gebiete im Bezirke von Grodekowo vier unbekannte Japaner und Mandschuren in Zivilkleidern. Als die Patrouille sie festzunehmen bersuchte, eröffneten die vier Unbekannten das Feuer. Gleichzeitig tauchten noch zwei Gruppen bewaffneter Japaner und Mandschuren in der Stärke von 30 Mann auf und eröffneten gleichfalls das Feuer. Von Sowjetgrenzposten herbeieilende 25 Mann Verstärkungen begannen unter Kämpfen die auf das Sowjetgebiet eingedrungenen Japaner und Mandschuren gegen die Grenze zurüdzudrängen. Während dieser Zeit tamen am Ort des Zwischenfalles auf dem Sowjetgebiete neue Abteilungen von Japanern und Mandschu ren an, so daß die Gesamtzahl der Eingedrun genen eine Kompanie überstieg. Nach einem längeren Kampfe, bei dem es zeitweilig zu einem Handgemenge kam, wurden die Japaner und Mandschuren gezivungen, sich auf mandschu risches Gebiet zurückzuziehen. Wie die Taß hiezu weiter berichtet, hat der Stellvertreter des Volkskommissariats für auswärtige Angelegenheiten Stomonjałow bei dem japanischen Botschafter in Mostau Ota entschie denen Protest wegen dieses Vorfalles erhoben. Aerger als im Dritten Reich Volkswirtschaft und Sozialpolitik Konzentration der Chemie- Industrie Der Verein für chemische und metallurgische Produktion in Aussig, der selbst einen Konzern darstellt, ist mit dem Konzern der Explosia tschechoslowakische Explosivstoff- A.- G. in Prag eine Interessengemeinschaft eingegangen. Damit ist ein weiterer Schritt in der Konzentration der chemischen Industrie in der CSR vollzogen worden. Schon früher hat sich der Ausfiger Verein die Solo- Bündholzfabriken, die Stoliner Chemische Fabrit, die Oberberger Chemischen Werke und die Böhmische Glanzstoffabrik in Lobosis angegliedert und tritt nun in eine Zusammenarbeit mit der erwähnten Explosia. Die letztere Gesellschaft ist eine Gründung der Živnobant, an der der Internationale Dynamitnobelfonzern, der u. a. auch in Breßburg eine Niederlassung besißt, beteiligt ist. Eng mit ihr verbunden sind die Synthesia Chemischen Werke. Seite 5 trag. Er unterscheidet drei Etappen der öffenta lichen Unterstügungen der Baubewegung: die erste bis 1924, bon 1924 bis 1926 gab es überhaupt keine Unterstüßung, die zweite von 1927 bis in den April 1930 und die dritte nach diesem Datum. Von 1919 bis zum September 1935 wurden mit staatlicher Unterstüßung Bauten mit dem Gesamtaufwand von 8.234,953.268 Kč gebaut, wovon auf die Baugenossenschaften 4 Milliarden 967,747.336 Kč, das ist mehr als 60 Prozent, entfielen. Bis 1924 hatten in der Bautätigkeit der Genossenschaften Familienhäuser das Uebergewicht, in der späteren Zeit jedoch Zinshäuser. Daraus sieht man welch große Be= deutung die Baugenossenschaften bei der Ueberwindung der Wohnungsnot in der Nachkriegszeit hatten. Auch heute sind die Baugenossenschaften notwendig, denn noch gibt es einen Wohnungsmangel, und zwar an Kleinwohnungen. Vom so= zialen Standpunkt hat für die Bautätigkeit, die bom Staate unterstützt wird, die Form der Baus genossenschaft den Vorrang vor der Unterstüßung der privaten Baubewegung, denn das Eigentum, welches unter Mithilfe des Staates geschaffen wird, bleibt Rollettiveigentum der Mitgliederundbereichertnie manden. Ein Fehler der Baugenossenschaftsbe= wegung ist der bisherige Mangel an fester Organisation. Für die Zukunft kann man sagen, daß es ohne Hilfe der Baugenossenschaften nicht gehen werde. Für ein engeres wirtschaftliches Verhältnis zu den Nachbarstaaten sezte sich Abgeordneter Genoffe Robert Klein in einem Vortrag ein, den er dieser Tage in Prag hielt. Er knüpfte an den Besuch des österreichischen Bundeskanzlers in Prag und an die Wandlung an, die in Desterreichs außenpolitischer Orientierung durch den italienisch- abessinischen Krieg eingetreten ist. Auch venn man die innerpolitischen Verhältnisse daß wir uns in einem geschichtlichen Augenblick Oesterreichs unerörtert lasse, könne man sagen, befinden. Die Tschechoslowakische Republik darf ihn nicht versäumen. Es gilt unsere Wirtschaftspolitik anderen Staaten, vor allem unseren Nachbarstaaten gegenüber, in die richtigen Bahnen zu tengewerkschaften in Mitteleuropa arbeitet lange lenten. Die Arbeitsgemeinschaft freier Angestellfchon an der Vorbereitung einer solchen Lösung und wird der Oeffentlichkeit in wenigen Wochen Positives berichten können. Immer wieder zwingen alle Erwägungen zu dem Schlusse, unsere agrarisch, sondern müsse tiche= ganze Wirtschaftspolitik darf nicht mehr choslowakisch, d. h. eine Politit sein, die den Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung der CSR diene. " Die oben besprochene Transaktion stellt sich Agrarintereffe für Textilindustrie. Wir ents also als ein bedeutsamer Schritt zur Entstenahmen in der vorigen Woche dem Prager Börs hung eines großen Chemietrusts fen- Courier" die Nachricht, daß sich tschechischin der Tschechoslowakei dar. agrarische Kreise unter Führung des Präsidenten der Mährischen Bank Dr. Nýjovsky, der dem LanSalzburg. Das hiesige Geschworenengericht Die Baugenossenschaften in der Krise verurteilte den Kommunisten Franz Sulzer aus Hallein und seine zwei Mitangeklagten wegen Hochverrates zu je fünf Jahren schiveren Kerkers, weil sie versucht hatten, im Lager des Rasch die Tür auf! Ich habe einen Löwen Arbeitsdienstes eine fommunistische Or gefangen.. ganisation zu bilden. ... Sarasota, 60 Prozent der Baubewegung entfallen auf Genossenschaften Ueber dieses Thema hielt Senator Genosse Modrače tam 30. Jänner im Sozialen Institut der Tschechoslowakischen Republik einen Vors desausschußbeisiger Stoupal nahesteht, für die Erwerbung der Neudeker Woll- und Kammgarnspinnerei interessieren. Wie nun dem„ Prager Börsen- Courier" mitgeteilt wird, entspricht diese Nachricht nicht den Tatsachen. die Stadt auf Rädern ber für die Hütte, die er vorfindet, und für alle eins ist jedenfalls tröstlich, daß diese so junge den Reisewagen der häuslichen Placerei entWer ein Lager„ bezieht", d. h. sich dort auf in dieser drei Monate alten Stadt während dies| wortlichkeiten. Es ist das gesündeste Leben von einige Zeit niederläßt, der zahlt für seinen Lagers ser Zeit schon die vierte Frau". Er ist also der der Welt, weil es sorgenfrei ist." play, wo er Zelt oder Wagen aufstellen kann, ins amerikanische vergröberte Blaubart. Aber Auch der Frau geht es besser. Sie ist durch damit verbundenen Hilfen zwei Dollar in der Stadt auch schon ihren Tratschwinkel hat. Sonst hoben. Fragt man sie: Sagt Ihnen dieses Woche. Picknick- Pläße gibt es auch in allen groß fümmern sich die Amerikaner weniger um ihre Leben zu?" So antworten die Frauen fast imstädtischen Parks, in den Tiergarten, die jedem Nachbarn. Auch hier verkehren sie alle freund- mer:" Ich denke nicht daran, wieder in ein reguläres Haus zurückzukehren," einzige, der von diesen allen sozial weitab iſt, iſt schaftlich untereinander, gleich auf gleich. Der ein Lehrer, der seine Ferien auf diese neue Ari verbringt. " " Von Max Winter, Hollywood Praktische Dinge erobern sich Amerika im Sturm. Es sind keine zwei Jahre her, seit der 3oos gehören in Amerika zu den BildungseinSturm. Es sind keine zwei Jahre her, seit der natürlich ohne Eintrittsgeld zugänglich sind, Das gesellige Leben bedient sich wieder der erste„ Trailer", der erste Anhängerwagen an dem führenden Auto, auf den amerikanischen Land- richtungen und diese sind, wie die einzig dastehenalten Formen: Gitarre, Gesang, Hufeisenwerfen, den öffentlichen Büchereien und die Sch u Baseball. In einigen Camps gibt es Gemeins straßen erschien und heute sind schon alle Straßen Ten aller Grade samt den Lernmitteln So ein Wohnwagen kostet je nach der Ein- schaftshallen mit Spielen, einem Piano, Tanz mit solchen Wagen bevölfert. Der Schilderer frei. richtung 100 bis 400 Dollar. Auch der einfachste und auch Kino. Wie lange noch und die in Ameamerikanischen Lebens, Ralph Baker, schätzt An diese alten Einrichtungen lehnen sich nun hat Lichtanschluß an den Stromkreis im Lager. rita sehr beweglichen Kirchen werden auch„ Airim ,, American Mercury" ihre Zahl auf eine Bier- die Camps an, die den Reisenden mit der Land- So hat er Licht, dann Kraft für die Eiserzeu- chen auf Rädern" auf die Landstraße schicken! tels, ihre Bewohner auf eine Million. Die Nach nacht" dienen. Nach dem genannten Autor sind es gung, für den Kühlungsfächer, für das Bügel- Endlich die Kinder! Sie gehen dort in die frage nach solchen Wohnwagen ist so groß, daß meist Menschen, die die darniederliegende Wirt- eisen. Die besten Wagen sind mit Radio, elektri- Schule, wo sie gerade sind. Rieht die Familie die Industrie augenblicklich nicht nachkommen schaft auf die Straße getrieben hat, also das, was scher Frischluftzufuhr, elektrischem Ofen, mit weiter, so in die nächste Schule. Aber Mrs. kann. In dieser Erscheinung ist ein Ausweg aus das fulturell so hoch stehende Europa noch Land- Telephon und Bad ausgestattet. Lebensmittel be- Sutton hat", so erzählt Baker, abends oft verder Depression und eine Auflehnung gegen sie zu streicher nennt, oder die Vorstufe dazu: Wander- femmt man überall am Wege zu kaufen und sie dächtig lang Licht." Cinem neugierigen Nacherblicken. Zunächst sind diese Wagen mehr in den burschen, wandernde Arbeiter, die im Umber sind um nichts teurer als in den Städten, barn erzählt sie, daß sie einen Buben, dem ob wärmeren Teilen des Landes anzutreffen, aber ziehen das Brot zu finden suchen, das ihnen auf Früchte meist sogar billiger. An den Straßen, die dieses Wanderlebens der Verlust eines Schuldie Eroberung ganz Amerikas ist auf dem ihrem ständigen Wohnplas verwehrt wird. durch die Wüstenstreden Südkaliforniens führen, jahres droht, für die siebente Klasse vorbereitet. Marsche. Da ist in einem solchen Camp ein Aufschrif- wo der kämpfende Mensch die Wüste noch nicht Die Wanderlehrerin als WohYEigentlich handelt es sich um eine neue Ent- tenmaler, ein einzelner Mann. Er reist in einem durch Bewässerungsanlagen überwunden hat, fahrtseinrichtung. So flein fangen wicklungsstufe des Reisens und des amerikanischen Fordwagen. Seine zwei Nachbarn sind entlassene testet eine Portion Fruchteistöstliches Frucht alle Dinge in Amerika an. In 25 Jahren gibt es Lebens. Die Ausbreitung des Automobils hat Soldaten mit ihren Frauen. Dann folgen reisende eis in der Sahara!- genau so 5 und 10 Cent vielleicht schon ein Jubiläum oder die ,, Schule Amerita nicht nur die besten Straßen der Welt Arbeiter. Gegenüber steht die Lurusyacht" eines wie in der Stadt. Warum denn auch nicht? Die auf Rädern", auf daß das Land immer gebildete gebracht, sie hat auch die Reiselust in neuer und früheren Vizepräsidenten einer Nationalbant. Elektrizität kostet hier auch nicht mehr als in der Bürger habe. Die Miete wird fast erspart. Das Leben auf ungeahnter Weise belebt. Auch das Wandern der Neben ihm hat sich ein Barbier niedergelassen. Er Stadt und sie erzeugt das Eis. Jugend. Nächste Wirkung: Die öffentlichen Ge- ist der Saisonfriseur in dieser Stadt auf Rädern. Florida ist allen Staaten um einen Schritt der Landstraße kostet das halbe Geld. Und der walten( Stadt, Landschaft, Staat) sorgten in Es folgt die Familie eines modernen Zimmer- voraus. Es hat für diese neue Art von beweg- Arbeiter hat noch Aussicht auf Verdienst. Und weitem Umkreis um die Städte für Picknick manns. Er Er hat sich die Strippe auf Rädern" licher Siedelung schon eine ganze Stadt gebaut: diese Arbeiter werden nicht, wie das heute in dem und Lagerpläßel Camps, die mit allem selbst gezimmert. An jeder Längsseite des Wagens Sarasota. Diese Stadt hat Straßen, Licht faschistischen Europa so oft geschieht, in einem Nötigen ausgestattet sind, mit Wasser, Gas, ist ein Bett für je drei seiner Kinder. Die Eltern und Kanalisierung. Natürlich Wasser. In Florida Arbeitslager zur Zwangsarbeit angehalten, Elektrizität, Tischen und Bänken. In den meisten schlafen in einem immer an Ort und Stelle auf gibt es in der Nähe vieler Städte solche Kolonien. Sträflingsarbeit nur deshalb, weil diese herrliche Fällen auch mit idealen Spielpläten für gestellten Bett. Die Mutter flicht mit den Kin. Sie vereinigen selten mehr als 500. Sie ziehen Wirtschaftsordnung außerstande- ist, ihnen daheim moderne Nomaden in langen Karawanen das Brot durch Arbeit zu sichern. Welch ein UnKinder. Wer wird da am Sonntag daheim dern Körbe, die der Vater zu verkaufen sucht. bleiben? Man ladet Kind und Regel auf sein Davon lebt die Familie Kärrner unserer Tage. dahin. Es wachsen Freundschaften gleichgestimmterschied! Dem amerikanischen Wesen ist das Auto, fährt seine 50, 60, oft auch 100 Meilen An die Stelle von Hund und Mensch tritt das ter Seelen. Im Grunde genommen führen alle größte Verständnis für persönliche Freiheit förm= hinaus und findet dort alles, was den Sonntag Benzin. ein recht sorgloses Leben. Ein früherer Bankier lich eingefleischt. Und das ist natürlich. Die Bäter zum wirklichen Sonnentag machen kann. Oft lieDie eigentliche Stadt" besteht aus dreißig erzählt, was ihn die Wiedergewinnung seiner dieses Geistes waren ja alle dem europäischen gen diese idealen Erholungspläge auch an Flüssen Wagen. Sie bilden die Kommune. Etwas abseits Gesundheit in Sanatorien gekostet hat ohne Sterter früherer Jahrhunderte entronnen. Sollten oder an den vielen herrlichen Seen, so daß der haust ein ausgedienter Soldat. Er ist anscheinend Erfolg.„ Dann kaufte ich mir einen Trailer" sie drüben" neue Kerker bauen? Dank diesem Vater noch fischen kann; oft auch hoch oben im verheiratet. Er treibt, wie der Artikel sagt, den und nun geht es mir gut. Ich habe alle meine Geist sind aber Amerika auch andere, schönere, Gebirge und man hat sein kostenloses Vergnügen, Standal auf die Spike. Er ist anscheinend ver- Sorgen daheim gelassen. Fern von allen Gedan- beffere Wege der Entwicklung gegeben. denn das Benzin ist billig. Es zählt nicht. heiratet, hat aber, benso wie der älteste Siedler fen ans Geschäft lebe ich glücklich. Keine Verant Leite 6 „Sozialdemokrat" Samstag, 1. Feber 1936. Rr. 27 die Wahrscheinlichkeit nicht auf ihrer Seite haben, Darauf kommt es nicht an. And man braucht auch niemanden mehr für so dmnm zu halten, daß ihn solche Filme zu der Annahme verführen könnten, das Wien vor hundert Jahren oder das von heute bestünde in nichts anderem als feinsinnigen Mustkern, lustigen Mädeln, seelenadeligen Aristokraten, Frühlingszauber und Pratermusik. Diejenigen Menschen, die Gemüt, Gemütlichkeit und Romantik wenigstens im Kino suchen und die nicht gleich aus lauter Hochgeistigkeit in Ohnmacht fallen, wenn's mal ein bifferl sentimental hergeht, werden an dieser walzertanzenden Hoheit ihre Freude haben. Ja richtig! Beethovens Name und etwas von seiner Musik werden in diesem Film neben dem.^Lercherl von Hernals" und am„blauen Donaustrand"„mißbraucht"! Wer ist es wirklich solch ein Anglück, wenn zehntausende Menschen auf diesem Umweg erfahren, daß Beethoven, Grinzing Haus Nr. 12, ein himmlisches Lied„Ich liebe Dich.,." geschrieben hat und daß der Ansterbliche sogar vor dem Walzertakt nicht zurückgeschreckt ist? Eine Art Volksbildung ist das auch— und nicht die schlechteste. Vor allem kann gute Musik überhaupt niemals schlechte Wirkung ausüben. Nimmt man hinzu, daß I r i n e A g a y, lie Hauptdarstellerin, und ihr Partner Hans Jaray vom Anfang bis zum Ende sympathisch bleiben, daß weiter so ausgezeichnete Schauspieler wie AnnaKallina, Hans H o m m a und Frscher-Marich(und übrigens in netten Episoden auch LiSl Macheiner, die Warnholtz und Bauer vom Prager Deutschen Theater) erfreulich mitwirken, so nimmt man, ein bißchen Rührseligkeit, samt der größeren Portion Unwahrscheinlichkeit gerne in Kauf, leise bewegt und leise lächelnd über einen auf launige und verliebte Weise unterhaltenden Film, bei dem man sehr wohl von Arbeit und Sorgen sich entspannen kann. l. g. SVoger Rettung Kundgebung der Geschäftsreisenden und Vertreter. Sonntag, d^n 2. Feber 1936, findet nm zehn Uhr vormittags im großen Saale des Lidovh düm in Prag II., Hybernskä 7, eine öffentliche Kundgebung der Geschäftsreisenden und Vertreter statt. Es referiert Genosse Abg. Robert Klein. Sich selbst angeziindet. Gestern morgens versuchte die 24jährige Arbeitersfrau Vlasta Uher ihrem Leben ein Ende zu machen, indem sie auf dem Abort ihrer Wohnung in Wysotschan ihre Kleider mit Spiritus begoß und anzündete. Auf ihre Hilferufe liefen ihr Mann und ihr Untermieter herbei, die das Feuer mit Federdecken erstickten. Sie wurde ins Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo festgestellt wurde, daß sie Verbrennungen ersten und zweiten GradeS erlitten hatte. Motiv der Tat: Häusliche Zwistigkeiten. Vergiftet. Der 22jährige Raseurgehilfe Ladislaus Bratny aus Jungbunzlau trank gestern nachmittags in den Chotekanlagen in Prag IV ein Fläschchen Lysol aus und durchschnitt sich sodann die Pulsadern der linken Hand. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn ins Allgemeine Krankenhaus. Das Motiv seiner Tat ist unbekannt. Erhängt. Gestern früh um 9 Uhr wurde die Polizei verständigt, daß im Wäldchen hinter der Kejtmühle in Hloubktin der Leichnam eines Mannes hänge. Nach seinen Dokumenten handelte es sich um den 35jährigen Hörer des Maschinenbaus Roan Kajtevik aus Dejwitz. Die Tat hat er, wie auS einem hinterlassenen Brief hervorgeht, wegen seiner Krankheit begangen. Achtjähriges Kind vom Aut» getötet. Gestern nachmittags fuhr der 37jährige Chauffeur Jan Stich mit seinem schweren Lastauw P 21.914 durch die Bklohradskä in Brevnov, als eines von drei kleinen Mädchen, die auf dem Gehsteig standen, die achtjährige Schülerin Ludmilla Galik, Tochter eines Schmiedes aus Brevnov, die Fahrbahn überqueren wollte und hiebei vors Auto geriet. Sie wurde vom Kotflügel zu Boden gerissen und überfahren, wobei ihr der Brustkorb zerdrückt wurde. Das Mädchen blieb auf der Stelle wt. Die Leiche wurde nach Besichtigung durch den Polizeiarzt ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht, dem Chauffeur der Führerschein entzogen und das Strafverfahren eingeleitet. Die Staatsbahndirektion in Prag veranstaltet in den Tagen vom 8. bis 16. Feber einen Sonderausflugszug nach der Hohen Tatra mit ganzer Verpflegung und Einquartierung im Hotel Krivän (Strbske Pleso), na Hrebionku oder in Tatranskä- Lomnice für 560 KL. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 383-35, und auf dem Wenzelsplatz 60, Telephon 350-55. hencktssaat Bankrotteur als„Schuldnerberater** Zweiundzwanzigfache Betrugsataklage Prag. Ein Muster geschäftlicher Tüchtigkeit ist der 42jährige Kaufmann Rudolf Lebenhard, der sich vor dem Strafsenat des OGR. Dr. Novo t n t) wegen vielfachen schweren Betruges und wegen betrügerischen Bankrotts zu verantworten hat. Ter Prozeß ist auf mindestens drei Tage berechnet. Rudolf Lebenhard hat schon einmal als Kaufmann Schiffbruch gelitten und wurde damals wegen fahrlässiger Krida verurteilt. Als er sich sonst nicht mehr zu raten und zu helfen wußte, ging er hin und gründete eine kommerziale„Beratungskanzlei" für Leute, die in Geldverlegenheiten geraten waren. Diese in der Prager Altstadt gegründete Firma bezeichnete sich als„Handels- und Industriekanzlei" und verfügte zwar über kein Kapital, gedachte aber solches auS der Leichtgläubigkeit ihrer 'Kunden zu schlagen, waS ihr auch trefflich gelang. Der Zweck dieses Unternehmens war angeblich als Bermittlungs- und Schlichtungsstelle zwischen Schuldnern und Gläubigern zu fungieren. Da ihr Chef seine Klienten zu bearbeiten verstand, warf ihm seine„Beratungskanzlei" ganz nette Einnahmen ab. Weniger zufrieden waren allerdings die Kundschaften des Herrn Lebenhard und das Ende vom Liede war, daß der famose Berater heute wegen Betrugs in zweiundzwanzig Fälle« vor Gericht steht. Der festgestellte Schaden beträgt über 87.000 Kc. Die Methode Lebenhards war ebenso einfach als wirkungsvoll. Da in den heutigen Zeitläuften an Leuten, die sich in finanziell prekärer Situation befinden, kein Mangel ist, hatte die„Schuldnerberatungskanzlei" beträchtlichen Zulauf. So kam z. B. ein Schnittwarenhändler, den seine Gläubiger hart bedrängten und der sich außergerichtlich auszugleichen wünschte. Lebenhard: übernahm die Regelung, wobei er: wie auch sonst, sämtliche Advokaten als Stümper erklärte und betonte, daß er allein—„als Mann der Praxis"—■ die Sache regeln könne. Nachdem der„Berater" für seine Bemühungen Stoffe im Wert von 800 KL erhalten und 5000 KL ..Kostenersatz" liquidiert hatte, mußte der Schnittwarenhändler Konkurs ansagen. Wie sich später herauSstellte, hatte der„Berater" nichts weiter unternommen, als einen Besuch im Kreditorenver- ein, wo man ihm sagte, daß ein Vergleich nicht in Frage kommen könne, womit für ihn die Sache erledigt war.— Ein Zahntechniker betraute ihn mit der Durchführung gewisser Abschlagszahlungen und vertraute ihm 5100 KL an. Lebenhard steckt« 2000 KL in die eigene Tasche.— Einem Kaufmann droht« Zwangsvollstreckung und der Berater Lebenhard macht« sich erbötig, einen Aufschub zu erwirken. Er kassierte ein Honorar von 300 KL— und drei Tage später erschien der Exekutor im Geschäft des Geprellten und beschlagnahmte alles, was ihm unter die Hände kam.— Einem Klienten, der sich als Harmonikaerzeuger etablieren wollte, aber mangels eines ordentlichen Lehrzeugniffes keinen Gewerbeschein erhalten konnte, spiegelte Lebenhard vor, er werde ihm einen solchen beschaffen. Das geschah natürlich nicht, aber Lebenhard steckte 9000 KL„Honorar" ein.— Einem Kunden, der nach einem Hauskauf eine Herabsetzung der Uebertragungsge- bühren anftrebte, versprach Lebenhard eine günstige Erledigung tzes Ansuchens durch persönliche Intervention. Das Gesuch wurde abgewiesen, aber der „Berater" hatte im voraus 2000 KL für seine „Bennihungen" eingesteckt.— Ein anderer Klient vertraute ihm 12.000 KL zur Regelung verschiedener Verpflichtungen an, die bis auf 180 KL in den Taschen Lebenhards verschwanden. Solcher Fälle(wir haben nur einige Beispiele herauSgegriffen) sind insgesamt zweiundzwanzig. Die Taktik ist stets die gleiche. Lebenhard stellte Interventionen bei Gläubigern, Gerichten und Behörden in Aussicht, versprach das Blaue vom Himmel, steckte sein Honorar«in und damit war für ihn die „Beratung" zu Ende. Wenn er ab und zu wirklich intervenierte, so beschränkte sich seine Tätigkeit auf ganz bedeutungslose Anfragen und Mitteilungen, die niemand ernst nahm—- und er selbst am allerwenigsten. Außerdem steht Lebenhard noch wegen b e t r 2- gerischen Bankrotts unter Anklage. Dieser Schuldnerberater verkrachte nämlich gleichzeitig zum zweitenmal als Pächter des„Batex" unter höchst fragwürdigen Umständen. Das Urteil über Rudolf Lebenhard wird mit Interesse erwartet. Er ist nicht der einzige, der ein solches honette Gewerbe betreibt! rb.- Aut wundgelaufenen Füßen... Erlebnisse einer stellensuchenden Hausgehilfin Prag. Marie P., ein junges Mädchen vom Lande, kam nach Prag, um einen Dienstposten zu suchen. Sie lief von einer Vermittlungskanzlei zur anderen. Ihre Bemühungen waren vergeblich. Um 8 Uhr abends stand sie hungrig und ratlos auf der Straße. Die paar Kronen, die ste bei sich hatte, wollte sie nicht angreifen. Ein Schutzmann wies ste an das Asyl für Hausgehilfinnen auf dem Altstädter Ring. Das Asyl war aber schon ge-! schloffen. In diesem Augenblick lief ihr Anwn! S o l e k in den Weg. Anton Solek ist ein 25jähriger ehemaliger Friseurgehilfe— heute ein unverbesserlicher Vaga- bund und Nichtstuer. Es fehlte ihm nicht an Arbeitsgelegenheiten, aber er zog es vor, sich von seiner braven und tüchtigen Frau, die durch ihrer Hände Arbeit ihre zwei Kinder erhält, auch noch aushalten zu lassen. Als man ihn das erstemal einsperrte, wollte sich seine Frau, von ihm lossagen. ES gelang ihm, sie zu überreden, es weiter mit ihm zu versuchen. Der Frau zuliebe verschaffte« ihm wohlwollende Nachbarn' Arbeit, goer umsonst— Anton Solek ist ein Unverbesserlicher. Er beging neuerdings Diebstähle und Unterschlagungen und verschwand schließlich, um sein Vagabundenleben wieder aufzunehmen. Diesem Anton Solek also lief die arme Marie P. in die Hände. Er versprach dem todmüden Mädchen eine Unterkunft für die Nacht und führte Jie — in eine Ziegelei an der'Peripherie, wo sie, auf ihrem Mantel ausgestreckt, die Nacht verbrachte. Die Füße der Marie P. waren von dem Umherlaufen auf dem ungewohnten Pflaster so geschwollen, daß sie am nächsten Morgen ihre Schuhe nicht mehr anziehen konnte. In der Garderobe des Wilsonbahnhofs hatte sie einen Koffer in Aufbewahrung, in welchem ein Paar größerer und bequemerer Schuhe lagen. Sie beauftragte arglos ihren Gefährten, der es verstanden hatte, ihr Vertrauen«inzuflößen, den Koffer zu holen, und übergab ihm den Aufbewahrungszettel und 3 KL zur Bezahlung der Aufbewahrungsgebühr und der Straßeiwahnfahrt. Und mehr als das!— damit er rechtzeitig wieder zurück sei, vertraute sie ihm ihre Armbanduhr an— ihren einzigen Schmuck- gegenständ. Solek ging ab und kam nicht wieder. Die Uhr, den Koffer und dessen Inhalt verkaufte und versetzte er und versoff das Geld... Marie P. hat ihren Einzug in die Stadt gleich L«ise Ullrich in dem Film„Einmaleins der Liebe". nut einer entsetzlichen Enttäuschung und schwerem Verlust bezahlen müssen. Solek wurde zwar verhaftet, aber das Eigentum des armen Mädels war bereits verschleudert. Freitag wurde Solek von dem hiesigen Kreisgericht zu fünf Monaten schwerem Kerker verurteiü. Das Gericht nahm bei der Strafbemessung Rücksicht auf die Familie des Angeklagte«, rb. um des die 1 ! Sonntag, den 2. Feder d. I., findet 10 Uhr vormittags im großen Saale Lidovh düm» Prag H., Hybernskä 7, öffentliche Mauifestations- Versammlung der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter statt. Referent Mg. Koll. Robert Klein. 3248 Iümst utul Unentschuldigt« Stunde. Das Prager Deutsche Theater erlebt derzeit, was Spielplangestaltung^ und Aufführungsniveau anlangt,«ine Glücksträhne. Und nach der Publikumswirkung dürste auch dieses Lustspiel von Stefan Bäkeffi dazu zu zählen sein. Ein reizender und origineller Einfall führt uns zum Bett einer Septimanerin, die, um die Schule zu schwänzen. Fieber simuliert und sich bei dieser Gelegenheit in einen herbeigerufenen. Mediziner, einen Hofrat, verliebt, der die Kleine heiratet. Hinter dem Rücken des Gatten versucht die kindliche Frau, auch noch die Oktava zu machen, was zu einer Reihe köstlicher Verlegenheiten und Verwechslungen und das Publikum in eine Unterrichtsstunde führt, die man, ähnlich wie die„Schlimmen Buben in der Schule" schmunzelnd genießt. Auch im wetteren Verlaufe der lustigen Begebenheit gibt es noch einige köstliche Einfälle und Szenen, allerdings vielfach so unwahrscheinlich, daß der Sand-Unterbau des Spiels immer nackter zutage tritt. Und vollends ärgerlich ist der Schluß, der nicht nur unlogisch wirst, sondern auch allem halbwegs modernen Emvstnden zuwiderlauft. Dennoch: man unterhält sich zwei Stunden ausgezeichnet und genießt ein paar gute darstellerische Leistungen. Besonders die der Lisl Mach e i n e r, die das junge Mädel und die junge Frau überzeugend frisch und herzlich spielt. Unter der Regie Marl äs(der selber eine sehr lebensechte Schulmeistertype darstellt) wirken unter anderem noch verdienstvoll die Damen Warnholtz. Moncasi. Panzner, Bardach, Bringolf und Gerland und die Herren Siedler, Costa, Dudek, Trabauer und Wickerhauser verdienstvoll mtt. l. g. Erik» MannS„Pfeffermühle"(Unitaria, I„ Annenskä 8) bringt in der heutigen Premiere die zwei neuen, vor kurzem in der Schweiz uraufgeführten Revuen.Agentur für Wunderliche" und.Familie". Wenige restliche Karten an der Abendkassa. Beginn 20.15 Uhr. Arbeitervorstellnns„EineNachtinBene- d i g", Operette von Johann Strauß, am Sonntag, den 2. Feber, um halb 3 Uhr. Karten täglich von 8 bis 2 und 4 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Sonntag, 8 Uhr, neueinstndiert:„Der Lügner und die Nonne", Komödie von Curt Götz. Mit Hans Götz und Emmy Carpentier. Volkstümliche Preise: 6, 12, 18 KL. Wochenspielplan de« Neuen Deutschen Theater». Samstag, halb 7:TristanundJsolde, Gastspiel Anni Konetzni, A 2.— Sonntag, halb 3 Uhr: Eine Nacht in Benedig, Ardeitertorstellung; halb 8: Unentschuldigt« Stunde, DI.— Montag,' halb 8: Servus! Servus!, volkstümliche Vorstellung, Monn, aufgehoben.— Dienstag, halb 8: Katharina Ismailowa, A 2.— Mittwoch, halb 8: Unentschuldigte Stunde, B. 1.— Donnerstag, halb 8: WasJhrwollt. C 2.— Freitag, halb 8: Der junge Herr Renäe, D2.— Samstag, halb 7: Die Meistersinger von Nürnberg, C 1. Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Samstag, 8: Was Ihr wollt.— Sonntag, 3: Die Dame mit den Türkisen, voÜstüml. Vorst,; 8: Der Lügner und die Nonne, neueinstudiert.— Montag, 8: Kameraden, volkstümliche Vorstellung.— Dienstag, 8: Was Ihr wollt. — Mittwoch, 8: Der Lügner und die Nonne, vqlkstüml. Vorst.— Donnerstag, 8: Unentschuldigt« Stunde.— Freitag 8: Was Ihr wollt, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag, 8: Der Lügner und die Nonne, volkstüml. Borst. Dec Mm Hoheit tanzt Walzer Ein netter, liebenswürdiger Film, freie Bearbeitung des großen Bühnen-Operettenerfolges anno 1912 oder 13, von Max Neufeld geschickt und geschmackvoll inszeniert. Und eS wird nicht einmal sehr fühlbar, daß dieser Wien- und Praterfilm am Barrandov gedreht wurde, weil die Exterieurs gar nicht so wichttg sind. Und auch das ist gar nicht von solcher Bedeutung, daß die Geschichte von der ungarischen Prinzessin, die sich in einen Walzerkomponisten verliebt, doch überhaupt dieser ganze Versuch, die Entstehung des Wiener Walzer-Weltruhms aus solch rührende Weise zu erklären und zu verklären, Verümnachnchttn, Der beliebte Faschingsball drS Klubs deutscher Buchdrucker in Prag findet 1. Feber, 8 Uhr abends, im Deutschen Handwerkerverein, Smetschkagaffe, statt. Urkomisches Mitternachtsprogramm. Musikkapelle Papert. Eintritt 13 KL einschließlich Steuer. »Der Kongreß tanzt", Maskenball der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter, findet am Samstag, den 8. Feber d. I., um 8 Uhr abends im Steinersaal des Lidovh düm, Praha H., Hybernskä 7, statt. Reklamationen im Sekretariate der Union, Praha H, Na Zbokenci 18. Telephon 478—41, 42,43,' 3248 Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Das Schwarzwaldmädel." Operettenfilm, Premiere!— Adria:„Die Elenden." Nach dem Roman von Bicwr Hugo. 1.— Alfa: „Hoheit tanzt Walzer." D- Avion:.„Die Elenden." E.— B 36, Kotva:„Die Vernichtung der Festung Ksur." Fr.— Beranek:„Die Brautschau der Nanynka Kulichova." Tsch.— Fbnix:„Die rote Zarin." M. Dietrich. A.— Flora:„Stradivari." D. — Gaumont:„Einmaleins der Liebe." Ullrich. D. — Hollywood:„Der Student von Prag." D.— Hvczda: Neues Mickey-Programm.— Julis:„Königin der Liebe." D.— Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Reportage. Ab halb 2 bis%7, —- Koruna:„Die Festung der Verfluchten." Anna« bella. Fr.— Lacerna:„Frau in Ketten." Cl. Gable, Crawford. A.— Metro:„Die Vernichtung der Festung Ksur." Fr.— Olympir:„Stradivari." D. — Passage:„Der Student von Prag." D.—Praha: „Fedora, die russische Großfürstin." A.— Radio: „4)4 Musketiere." Szakall, Breffart. D.— Earlton:.Brautschau der Nanynka Kulichova." Tsch.— Illusion:„Dubarry." Gitta Alpar. D.— Lid» II: „Seine klein« Freundin." Temple. A.— Louvre: „Einmaleins der Liebe." Ullrich. D.— Maceska: „Es gab einmal zwei Schelme." Laurel u. Hardy. A. — Roxy:„Stradivari." D.— Sport:„Die weih« Schwester." A.— U Bejvodu:„Der unsichtbare Mann." A.— Baldek:„Stradivari." D.—»ele- trby:„Die Brautschau der Nanynka Kulichova." Tsch. Mitteilungen ans dem Publikum. Bequemlichkeit auch beim Tanz— war ihr Verlangen. Schwierig war's aber, den richtigen Ballschvh zu finden. Endlich entdeckte sie bei Bata aparte und leichte Ballschuhe. Paßten fabelhaft und gewährten vollen Genuß des Tanzes. 7922a VERLANGEN SIE in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER 1 Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen sind dl« allerbesten! Hochleistungs-Drehbänke, grjTai Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, «rjHt-Jl Shaplng- u. 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