Nr. 125. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntagss Betlage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 8,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungss Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bts 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Aus Spanien. Emilio Caftelar. Socialistische Municipalräte. Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung. Die Folterungen in Montjuich. Donnerstag, den 1. Juni 1899. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Die von„ Vida Nuewa" gebrachten Enthüllungen haben ein Bild die Kölnische Volkszeitung" opponiert, schließen wir auf eine der spanischen Justizzustände entrollt, das alles über den Prozeß von der Vorlage zustimmende Haltung der Centrums Montjuich bisher Bekanntgewordene noch übertrifft. Nicht nur hat fraktion. Wo immer noch die in lezter Zeit man die Gefangenen gepeitscht und mit glühenden Eisen gebrannt, zum Trinken gegeben. oder gefalzenen Stockfisch ange= Der Tod des früheren republikanischen Parteiführers Emilio man hat ihnen auch tagelang den Genuß des Wassers entzogen und" Kölnische Volkszeitung" in Anlehnung an die Traditionen Castelar giebt der spanischen Presse Veranlassung zu den üblichen ihnen dann, wenn sie vor Durst halb wahnsinnig waren, Spiritus der Centrumspartei eine Vorlage bekämpfte, da wurde sie an die Nefrologen; selbst Blätter, die früher über den Lebenden nicht hinterher angenommen. Wir erinnern hier nur höhnisch genug zu wigeln wußten, gefallen sich nun in allerhand boten. Als ein Gefangener in seinen Qualen Die Stellung der Köln. Volkszeitung" zur Marine, Militär- und volltönenden Klagesphrasen. Von den Toten soll man bekanntlich feuchten Wände ableckte, erhielt er so lange Peitschen- Reichsbank- Vorlage. Die Fraktion hat nachher immer anders mur Gutes reden: ein Gebot bürgerlicher Konvenienz, das in der hiebe, bis er bewußtlos zusammenbrach. Auch der Schlaf wurde den gestimmt und die„ Volkszeitung", die nicht umsonst ihren Braris meist auf die Drechselei hohler Rebensarten hinausläuft, Inhaftierten tagelang entzogen. Fielen sie erschöpft nieder, trieben Namen tragen möchte, hat schweren Herzens einschwenken denen jeder sofort ihre innere Werlogenheit anmerkt. Die Ehren- die zu Inquifitoren ernannten Gendarmen fie durch Siebe und müssen. Ja, in Berlin schleifen sich oppofitionelle Gelüste ab, haftigkeit Caftelars läßt sich sicherlich nicht bezweifeln, aber macht glühende Eisen wieder hoch. Andere beliebte Foltermittel bestanden sobald man auf der Höhe einer Regierungspartei angekommen denn diese Eigenschaft nebst einer guten Dosis Parlaments- Rhetorit darin, daß man den gebundenen Gefangenen fleine spitze Holzteile schon den großen überragenden Politiker, als den man ihn jetzt der zwischen die Nägel der Füße und das Fleisch trieb oder ihnen die iſt. Diese Wandlung erstreckt sich bis auf den parlamentarischen Welt aufzufchwagen sucht? Den Namen„ Er- Papagei" des eiserne Maste" auffezte: ein aus einzelnen beweglichen Eisen- Mitarbeiter der rheinischen Kollegin, dem schon nicht mehr Republikanismus, den die spanische socialdemokratische Preffe flammern bestehendes Instrument, das den Gefangenen über den das Reichstags- Wahlrecht passen will! Aus diesen Erfahrungen Castelar gegeben hat, verdient er in jeder Beziehung. Kopf gestülpt und dann durch eine Schraube derart zusammen- und den Ausführungen der Korrespondenz für Centrumsblätter" Seine Reden im späteren Lebensalter waren lediglich wieder gepreßt wurde, daß der Kopf fest eingezwängt in der eifernen ziehen wir den Schluß: Das Centrum macht seinen Pakt holungen der früheren, mur der äußere Aufputz, die Stappe saß. mit dem Dreiklaffen- Wahlsystem. Die frühere Oppositions. poetischen Vergleiche und Bilder, mit denen er sie in ermüdender partei, die nunmehr im Besize wohnt, verewigt das Breite ausstattete, wechselten manchmal, obgleich er auch in dieser preußische Wahlunrecht, das demokratische Centrum, Hinsicht oft auf ein älteres Repertoire zurückgriff. Die Wunde im das sich als Volkspartei gerierte, hat seine Vergangenheit abHerzen" und der„ Schmerz der Seele" waren stehende Dekorationsstüde. geschworen. und Allerdings allzu große Hoffnungen darf man auf die amtliche Untersuchung der in Montjuich begangenen Gemeinheiten nicht jeßen. Sollte sie wirklich zu stande fommen, wird das ganze Resultat wahr scheinlich auf eine gelinde Bestrafung einiger der Inquifitoren hinauslaufen. Zudem ruht bei den meisten der bürgerlichen Blätter die Selten ist wohl ein zweifellos begabter Mensch während seines iezt zur Schau getragene Entrüstung auf einer recht schwachen Basis. Die ganzen Lebens so in einem bestimmten engen Vorstellungskreise be- ehrsame liberale Presse thut heute, als hätte sie alle diese Scheußlichkeiten fangen geblieben und hat aus diesem Kreise heraus immer wieder kaum geahnt. Das ist nichts weiter, als eine politische Komödie. in gleicher Weise die Erscheinungen des socialen Lebens Mit Recht bemerkte dazu schon in vorletzter Nummer der„ Socialiste": beurteilt, wie Emilio Castelar. Das ihm jezt ge- Einige Zeitungen beschäftigen sich lang und breit mit den in Montspendete Lob, er fei stets den" Ideen von 1789" treu juich vorgekommenen Folterungen, zu denen das in der Straße geblieben, fagt nicht zu viel. Denn ganz so unflar, wie sich uns Cambios Nuevos" in Barcelona begangene Verbrechen den Vordie republikanischen Ideen Frankreichs zu Anfang der großen wand bot. Die am weitesten verbreitete" Bresse zeigt sich ganz Revolution darstellen: ein Gemisch von rousseauischen Rechts- erschreckt fordert die angemeffene" Bestrafung der Denn diese theorien, naiv- glücklichen Hoffnungen und romantischen Träumereien modernen Torquemadas. Nichts als Heuchelei! von einer Wiedererwedung antiter republikanischer Bürgertugenden, selbe Preſſe weiß recht gut, was schon bor geraumer ganz so unklar war auch der romantische Republikanismus Castelars. Beit auswärtige Beitungen jene Vorkomunnisse ge= Der spanische Parteiführer vermochte sich an seinem republi- bracht haben. Ja, noch mehr, sie hat ebenso, wie wir, Briefe der tanischen Gedanken selbst berauschen zu und fand mit Prozessierten erhalten, in denen die in der modernen Bastille befeinem Verständniß für die Poesie und Formenschönheiten gangenen Gemeinheiten enthüllt wurden. Ihr ist auch recht wohl der spanischen Sprache immer wieder ne.te Bilder, in bekannt, daß, um die Thaten von Montjuich in die Oeffentlichkeit zu die er sie einkleidete. Castelars Reden bieten ein stetes bringen, die Madrider Socialisten damals eine öffentliche VersammSchwelgen in schönen Gefühlen und poetischen Sprachformen. Mit lung einberufen hatten, in denen eine Revision des Prozesses versolchen Eigenschaften würde der spanische Parteileiter im deutschen langt wurde." oder im englischen Parlament nur eine halbkomische Rolle gespielt haben; anders aber in Spanien, das, wie der Erfolg so mancher feiner Schriftsteller zeigt, über schöne fünstlerische Formen nur zu leicht den Inhalt vergißt. Und Castelar hat denn auch trot áller politischen Dummheiten einen Ruhm genossen, wie wenige sonstige spanische Politiker. über Politische Neberlicht. Berlin, den 31. Mai. Die Einbringung der Zuchthausvorlage Centrums- Verrat. Vom Der russische Schiedsgerichtsvorschlag. Die russischen Vorschläge über das Schiedsgericht, die der Haager Konferenz unterbreitet worden sind, werden nunmehr ver öffentlicht: von Im Falle ernster Meinungsverschiedenheiten oder eines gerwürfnisses sollen die Signatarmächte, bevor sie zu den Waffen greifen, soweit die Umstände es gestatten, die guten Dienste oder die Vermittelung einer oder mehrerer befreundeter Mächte in Wenn Ste Anspruch nehmen. Zerwürfnisse Fragen politischem Interesse betreffen, bieten die bei dem Konflikt nicht beteiligten Mächte aus den eigener Initiative streitenden Mächten ihre guten Dienste zur Herbeiführung einer freundschaftlichen Lösung an, welche die Interessen der übrigen Staaten nicht verletzt. Vermittelung und gute Dienste haben einzig und allein den Charakter eines freundlichen Rates und nicht etwa den eines bindenden Zwanges. Falls sich der Streit auf Rechtsfragen bezieht, findet zunächst eine Interpretation oder Auslegung der bestehenden Verträge statt. Das Schiedsgericht wird als das wirksamste und gerechteste Ausgleichsmittel anerkannt. Die Mächte verpflichten sich, sich an das Schiedsgericht zu wenden, sofern die strittigen Fragen nicht die vitalen Interessen oder die nationale Ehre der streitenden Parteien berühren. Das Schiedsgericht ist dagegen obligatorisch, wenn sich die Differenzen, oder die 8 wiftigkeiten auf petuniäre Entschädigungen beziehen oder falls die Meinungsverschiedenheiten auf die Interpretation oder Auslegung der in den russischen Vorschlägen einzeln aufgeführten Verträge und Konventionen Bezug haben. Die Zahl der angeführten Verträge wird noch durch Uebereinkommen der Signatar Mächte erhöht werden können. Jede einzelne Macht wird außerdem noch mit einer anderen Macht ein besonderes Abkommen treffen tönnen, obligatorisch das Schiedsgericht zu machen. Für alle übrigen nicht erwähnten Fälle ist das Schiedsgericht rein fakultativ. Eine internationale Unterdie Umstände feststellen, welche suchungskommission wird um das betreffende Zerwürfnis herbeigeführt haben, und über die Ursachen Aufschluß geben durch eine unparteiische Prüfung der Thatsachen. Jede der beiden interessirten Regierungen ernennt zwei Mitglieder und diese vier wählen einen fünften, welcher zus gleich Präsident der Kommission ist und einen Bericht zu erstatten hat, der in keiner Weise einen Schiedsspruch bedeutet, sondern die Möglichkeit gewährt, ein Abkommen zu schließen oder an das Schiedsgericht zu appellieren. Den Vorschlägen ist ein vollständiger Coder für das Schiedsgericht beigefügt. So ist begreiflich, wenn sein Tod in ganz Spanien Er- im Reichstag steht, wie wir zuverlässig erfahren, unregung hervorrief und allerlei bunter Begräbnistand für den mittelbar bevor! einstigen Minister und späteren Diktator bereitet wurde. Ueber die geringe politische Bedeutung des Mannes, der da zu Grabe getragen wird, kann aller Prunt jedoch nicht hinwegtäuschen. Castelar ist nie ein Mensch gewesen, der scharf das dem spanischen Volf Nötige er- Wird die Regierungsvorlage zum Gemeinde- Wahlkanut, der einen Einblick in die gesellschaftliche Entwickelung erlangt recht angenommen, so wird dadurch das ungerechteste aller hat und danach seine Mittel wählte. Er lebte stets zur Hälfte in Wahlsysteme wieder auf lange Zeit hinaus befestigt. einer selbstkonstruierten fremden Welt, und ob troß seines Kampfes Centrum, das bisher doch immer so sehr in seinen Reden für ein gefür Kultusfreiheit seine politische Thätigkeit dem spanischen Volk oder auch nur seiner Partei Vorteil gebracht, das ist noch sehr rechteres Landtags- Wahlrecht eintrat, hätte man annehmen sollen, zweifelhaft. Die Kultusfreiheit hat er Spanien nicht zu sichern daß es gegen die in der Vorlage erstrebte Berewigung des bermocht; wohl aber hat er das spanische Volt, statt es zu ernüchtern, preußischen Wahlrechts sich aus allen Kräften wehren würde. noch weiter in die Abwendung von der Misere der socialen Zustände Doch weit gefehlt! Das Centrum leckt vielmehr alle fünf hineingetrieben und viel dazu beigetragen, jene Geistesverfassung Finger danach. Die Korrespondenz für Centriumsblätter", fördern zu helfen, die sich über die heutige Rückständigkeit der die jetzt mehr und mehr das Echo der parlamentarischen spanischen Verhältnisse leichten Herzens mit albernem Düntel hinweg Regierungs- Mehrheit des Centrums ist, hat die Zusezt und über Stiergefechte, religiös- karnevalistische Aufzüge und stimmung zu der Vorlage schon offen ausdas Feiern historischer Gedenktage die Gegenwart mit ihren Angesprochen. Sie drängt sogar auf möglichst rasche Beratung forderungen vergißt. Was Spanien notthut, ist Ernüchterung eine noch weit größere Ernüchterung, wie sie der legte Krieg ihm und Entscheidung. Die Regierung müsse ihren ganzen Einfluß gebracht hat. für sofortige und beschleunigte Beratung in beiden Häusern Die Vorschläge sind ganz und gar nicht epochal. Das SchiedsBesser wie die spanische Deputiertenwahl ist die kürzlich voll- einsetzen und von vornherein erklären, daß sie die Entscheidung gericht soll eine Instanz für geringfügige Angelegenheiten sein, um zogene Municipal- Ergänzungswahl für die socialistische Partei aus über die Vorlage noch in dieser Session verlange.„ Wenn das nicht berentwillen auch jetzt schon teine Kriege geführt werden. Braucht gefallen, wie jest nachträglich bekannt wird. In Bilbao haben die geschieht, so werden wir in Erinnerung an das Spiel von 1893 den aber die Politik der herrschenden Klaſſen einen Krieg, jo erklärt man Socialisten drei Size gewonnen, so daß sie also dort jetzt im Verdacht nicht abweisen können, daß man nur so thun wolle." Und nationale Ghre" handelt. Wo der Begriff„ Ehre“ ins Spiel kommit. eben auch fünftig, daß es sich um vitale Interessen" oder um die ganzen sechs Size im Stadtrat besetzt halten. Ferner haben sie je dann wird es nackt ausgesprochen, daß man die Vorlage an bört jede vernünftige Feststellung auf im Namen der Ehre wird einen Siz in Burgos, Baracaldo und Labarga erlangt. Ueberschätzen darf man übrigens die Bedeutung dieser Siege nicht. Die Wahl von nehmen solle, zunächst doch wenigstens auf Probe. Es sei jedes Verbrechen verteidigt, wie im Namen der Ehre der Armee Iglesias in die Cortes hätte entschieden für die Propaganda feine Ueberhaftung, wenn man in 4 oder 5 Wochen die ein eben in Frankreich ein Schurkentkrieg gegen Ehrenmänner geführt focialistischer Anschauungen in Spanien mehr Wert gehabt, als alle fache Frage entscheidet, ob mit dem Durchschnittsprincip, das wurde. biese Erfolge bei den Municipalwahlen haben können. die Novelle vorschlägt, eine Probe gemacht werden soll. Es Das Schiedsgericht in russischer Form ist also nichts als eine Das himmelAuch in der spanischen Gewerkschaftsbewegung rührt es sich liegen auch keine Hintergedanken wegen Stompensation" oder diplomatische Organisation nebensächlichster Art. endlich wieder. Infolge des Krieges war die Zahl der gewerkschaft dergl. vor, wenn wir fordern, daß diese bescheidene Abschlags- stürmende Friedensmanifest endet auch in dieser Hinsicht in platter, lichen Vereine und der organisierten Arbeiter sehr zurückgegangen, und zahlung auf eine große Schuld nicht wieder auf die lange Bank es wollte nach Abschluß des Friedens durchaus nicht gelingen, die ts wollte nach Abschluß des Friedens durchaus nicht gelingen, die geschoben werde." Abschlagszahlung nennt die Korrespondenz zersprengten Kräfte wieder zu sammeln. Jetzt ist, wie verschiedenen Städten berichtet wird, ein die Vorlage, obwohl man in Centrumsfreisen genau weiß, bringt jetzt die offiziöje„ St. Petersb. Beitung" einen tendenziösen Wechsel zum Besseren eingetreten. Seit dem 1. Mai mehren sich die daß die Vorlage eine definitive Regelung des Wahlrechts für Bericht, der alle Schuld" auf die Arbeiter und deren Führer abErklärungen der Arbeiter zum Eintritt in die Vereine, so daß man längere Zeit darstellen soll. Sagt doch die Köln. Volksztg." zuwälzen sucht. Allem Anschein nach so heißt es da- handelt hoffen darf, bald die Folgen des Krieges gänzlich überwunden zu dies ausdrücklich: Als Abschlagszahlung kann die Vorlage es sich socialistische und anarchistische An= haben. Besonders aus Madrid, Manresa, Almeria, Bilbao, Vitoria, nicht behandelt werden; es ist vielmehr gerade die Absicht, stiftungen... Die Leiter der Bewegung, die mit rein Bigo, Santander und Burgos wird von einer bedeutenden Zunahme mit ihr dem Rufe nach Wahlreform ein für alle Mal ein anarchistischem Charakter zu Tage tritt, sind bisher nicht ermittelt ber Mitgliederzahl berichtet. Es scheint, daß der Plan der ganzen Bewegung darauf hinausEnde zu machen und das Dreiklassen- Wahlsystem neu Nun wird vielleicht doch der friegsgerichtliche Prozeß von Mont- zu stärken. Das Centrum hat wohl die läuft, Unzufriedenheit unter den Arbeitern zu erregen." juich gegen die der Beteiligung an dem bekannten Dynamitattentat macht, wenn dies Gesez fertig ist, weitere der Führer, die noch nicht ermittelt" sind? Ueber die Wo hat der Offiziosus seine Kenntnis her über die Pläne über die im Fort Montjuich vorgekommenen Folterungen eingeleitet Reformen zu erzwingen." Die Vorlage ist um so Ursachen der Krawalle: das brutale Vorgehen der Polizei Nur werden. Es ist nämlich jüngst wieder ein Fall äußerst grausamer gefährlicher, als die Gestaltung des Gemeinde- Wahlrechts ohne gegen die Streitenden, sagt der Bericht kein Wort. Folterung in Barcelona bekannt geworden, diesmal der eines Zweifel zum Muster für die demnächstige Reform des Land- wird kurz gemeldet, daß bei dem ersten Zusammenstoß acht Personen spanischen Arbeiters. Die Sache hat in Barcelona viel Auffehen er- tags- Wahlrechtes genommen werden wird. getötet und 20 verwundet worden seien. Dieses Blutbad ist ancegt und zu einer Versammlung Veranlassung gegeben, in der Das Centrum gleitet also auch bei der Frage des gerichtet worden von den Kosaken, die energisch" vorgegangen sein energisch die Bestrafung der modernen Inquisitoren" gefördert Wahlrechts die schiefe Ebene hinab, es vergißt seine follen, ohne jede auch die geringste berechtigte Veranlassung. Nicht wurde. Dieser neue Fall hat im Verein mit der von dem Blatt einstige Opposition gegen das Dreiklassen Wahlrecht, die Führer der Arbeiter, nicht Socialisten haben die Bewegung verVida Nueva"(„ Neues Leben") an der Hand amtlicher Aftenstücke gelieferten fatorisches Verhalten die Massen gereizt hat; ohne ihre Schießerei Darstellung von den Folterqualen der den Folterqualen der es sieht nur die kleinen Parteivorteile, die seinen Einfluß in anlaßt, vielmehr ist es die Polizei gewesen, die durch ihr provoGefangenen in Montjuich schließlich selbst die bürgerlichen den Kommunen Rheinlands- Westfalens stärken werden. Um wäre die Streitbewegung ohne Zweifel in aller Ruhe verlaufen. Beitungen, die bisher der Revisionsforderung fühl gegenüberstanden, den Widerstand der Nationalliberalen dort zu brechen, giebt Der Bericht verschweigt aber ferner noch, daß an den eigentlichen aus ihrer trägen Ruhe aufgescheucht. man seine früheren Grundsätze schlankweg preis. Gerade weil Plünderungen, die in den Tagen nach den ersten Massakres stattnis " # " unfruchtbarer Dede. 11111 Ueber die Rigaer Krawalle " fanden, nur noch der Pötel beteiligt war. Selbst die deutsche| Boden stürzte und bewußtlos liegen blieb. Obwohl| blutüberströmt zusammenbrach und in das Hospital verbracht wurde. reaktionäre, russenfreundliche Presse hat sofort den Sachverhalt in der Mann blutend am Boden lag, schlug der Angeklagte noch Gegen die beiden Studenten ist Untersuchung eingeleitet. dieser Weise geschildert. weiter auf ihn ein und soll ihn auch mit Füßen getreten Thronfolgefchmerzen hat man in Koburg Gotha. Der beEs ist ja echt russisch wiewohl nicht bloß auf Rußland be haben. Schließlich wurde das Publikum derart empört, daß der fchränkt, erst in heimtückischer Weise Wehrloſe niederzuschießen und brutale Schläger regelrecht gelucht und dann durch einen herbei- rechtigte Thronfolger ist ein englischer Prinz, namens Arthur Friedrich Patrid Albert Prinz von Connaught, dann versuchen, diesen Unglücklichen noch die Schuld dafür aufzuliigen. geholten Schußmann zur Wache gebracht wurde. Dem Verlegten, und selbst wenn und soweit sich Arbeiter au den Grzessen beber als ein Raufmann Giefeler festgestellt wurde, leistete ein sechszehnjähriger Knabe, der kein Wort Deutsch kann und fein eiligt haben, wer trägt die Schuld? Der Absolutismus, die der praktische Arzt Dr. Klein, der Zeuge des Vorfalles kennt, wenn er es überhaupt fennt. Diesem Uebelstande wollen mun der Zeuge des Vorfalles angeftammtes" Herzogtum höchstens aus dem Geographiebuch Gewaltherrschaft, die jede freie Regung unterdrüdt. Ber- war, die erste Hilfe. Er ließ ihn nach der Unfallstation sammlungs- und Vereinsrecht kennt man in Rußland nicht, die Presse in der Kronenstraße bringen, brachte ihn wieder zum Bewußtsein seine Landestinder abhelfen. Der Landtag hat deshalb folgenden ist gefnebelt, es giebt fein Organ, feinen Ort, wo das Volk seine und legte ihm einen Verband an. Gieseler hatte mehrere Verlegungen Antrag angenommen: Wünsche äußern, feine Angelegenheiten besprechen kann. Was Wunder, auf dem Kopfe und eine sehr starte Kontusion an der rechten wenn diese blutige Gewaltpolitik gelegentlich solche Früchte zeitigt, Schulter, die längere Behandlung erforderte. Der Angeklagte entwie jetzt in Riga! schuldigte sich mit Trunkenheit. Der Staatsanwalt bezeichnete den Vorgang als einen Erceß, der umso bedauerlicher Aus Riga wird unterm 31. Mai berichtet: Die Düna- fei, als der Angeklagte den gebildeten Ständen angehöre und selbst 8eitung" schreibt, die vorgefallenen Ruhestörungen und Aus- Jura studiere. Durch ein lang anhaltendes Saufgelage habe der schreitungen vor den Fabriken seien gewiß tief bedauerlich, aber dant Angeklagte jede Direktion über sich verloren und habe traut mache." Würde Angeklagter mit der der Vorsorge der staatlichen und städtischen Behörden und dank der sich benommen wie ein Rowdy. besonnenen Haltung des größten Teils der Arbeiter, die sich darin Strenge des Geseges bestraft, so würde er später nicht in der Lage sein, als Richter über andere zu zeigte, daß die größten Fabriken die ganze Zeit über ruhig den Berichten. Er wolle ihm die Zukunft nicht vernichten, weshalb trieb fortsetzen konnten, fei zweifellos eine Beruhigung eingetreten, er für Bewilligung mildernder Umstände plädiere, doch müßte die welche die beste Aussicht auf baldige Wiederherstellung normaler Zu- Geldstrafe eine hohe sein. Er beantrage 500 M. Stände eröffne. * Deutsches Reich. noch " Der Der gemeinsame Landtag wolle die herzogliche Staatsregierung ersuchen, an höchster Stelle darauf hinzuwirken, daß der nach menschlichem Ermessen dereinst zur Thronfolge bes rufene Prinz Arthur von Connaught baldmöglichst seinen wesentlichen Aufenthalt in den Herzogthümern Koburg und Gotha nehme, hierselbst eine deutsche Erziehung erhalte und sich mit den Verhältnissen seiner neuen Heimat aus eigenen Anschauungen ver Nur die Socialdemokraten stimmten dagegen. Aus dem geheimen Gemach. Zu Pfingsten tagte in Kassel ein antisemitischer Jugendbundestag. Allda erging sich auch der teutschverzückte Major Hermann v. Pfister- Schwaighusen in einer flammenden Rede über Sprachreinigung, die durch Beispiele schmackhaft gemacht wurde. So fagte er: Schon Jahn habe den Gebrauch lateinischer Buchstaben eine vaterländische Abscheulichkeit genannt. Im Zeitalter der Befreiungs friege hätte sich jeder geschämt, anders als deutsch zu schreiben. Leider sei gerade hier zu Kassel eine Stätte, wo der Hoch verrat am deutschen Volkstume gepflegt werde. Er setze seine Hoffnung auf den Kaiser. Dem Schriftleiter des Deutschen Burschenschefters" zu Leipzig sei aus dem geheimen Gemache seiner Machtheit des deutschen Kaisers eine sehr gnädige Rüdäußerung zugegangen, bezüglich amtlicher Einführung der vom Bunde der Germanen zu Wien eingeführten deutschen Monatsnamen." I " Der Verteidiger M.-A. Dr. Schwindt stellte in seinem Blaidoyer die merkwürdige Behauptung auf, daß auf Gefängnis nicht erkannt werden könne, weil dadurch nicht allein die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit des Angeklagten vernichtet werde. Alle Widerstand gegen die Staatsgewalt. bisherigen Aufwendungen für seine Erziehung würden Die Kriminalstatistik für das Jahr 1897 verzeichnet für verloren sein, wenn ihm die Zukunft abgeschnitten werde. Die Zugehörigbas ganze Reich 15 988 Personen, die wegen Widerstandes gegen die Die Geldstrafe müsse auch gering fein. Staatsgewalt verurteilt wurden, während 1257 Personen von dieser feit zu den gebildeten Ständen dürfe fein Straf Anklage freigesprochen wurden. Wenn man untersucht, welchen An- fchärfungsgrund sein. Den Gebildeten treffe jede teil an diesen Verurteilungen die einzelnen Gerichtsbezirke haben, so Strafe schwerer als den Ungebildeten, bei dem kann man sich der Vermutung nicht erwehren, daß hier ein fie leicht wieder in Bergessenheit gerate gewisser Zusammenhang mit den politischen Zuständen besteht und Gerichtshof zog mildernd in Betracht, daß der Verlegte schlimme Wenn das geheime Gemach seiner Machtheit nicht etwa das daß die größere oder geringere Stärke der politischen Reaktion in und dauernde Folgen nicht davongetragen habe. Das Eine müsse den verschiedenen Gebietsteilen des des Deutschen Reiches auf aber in Betracht gezogen werden, daß der Angeklagte einer Gesell- Civilfabinet des Kaisers sein sollte, so könnte man auf die eigendie Zahl dieser Verurteilungen nicht ohne Einfluß Einfluß ist schaftsklasse angehöre, deren Mitglieder sich nicht so betragen dürfen. artigsten Gedanken verfallen. Diese Vermutung wird Nebenbei ist des aus dem geheimen Gemache Beglüdten 8orn über auch Da aber durch eine strenge Strafe die Zukunft des Anverstärkt, wenn man andere Delikte, bei denen ein solcher Zusammenhang denkbar ist, geklagten vernichtet werden würde, und hierzu die die Verwendung der sogenannten lateinischen Buchstaben völlig unberücksichtigt und dann findet, daß in der That auch da die Zahlen Sache nicht angethan sei, so sei die Strafe auf 100 Mart be- berechtigt, fintemalen gerade die deutschen Typen aus roma ähnliche Bewegungen zeigen. messen worden. nischen Mönchsschnörkeln entstanden sind und also höchft unWir haben vor einigen Tagen die Verurteilungen aus Die Einstimmigkeit, die Staatsanwalt, Berteidiger und Richter deutsche Entartungen der„ lateinischen" Lettern darstellen. Deshalb § 153 der Gewerbes- Ordning besprochen. Hier ist der er in der Sorge um die Zukunft des Angeklagten bekundeten, verdient hat auch der Begründer der Wissenschaft vom Deutschtum, Jacob wähnte Zusammenhang ganz naheliegend, und wirklich zeigen in der Arbeiterschaft hohe Beachtung. Ein Arbeiter, der mit seiner Grimm, stets der lateinischen Schriftzeichen sich bedient. auch die Zahlen, daß z. B. Sachsen, der Hort der poli- Familie von der Hand in den Mund lebt und unter dem Zuchthaus- Die Socialdemokratie wird ausgerottet. Die Schüßentischen Realtion in Deutschland, tapfer an der Spize marschiert, furse das Unglück hat, wegen irgend einer nicht einmal thätlichen zunft in Schwaan in Mecklenburg hat, ähnlich dem Vorgehen Es wird in der Zahl der Verurteilungen dieser Art mur von Ham Streikbrecher- Beleidigung zu schwerer Gefängnisstrafe verurteilt zu ber Kriegervereine, beschlossen, daß neu aufzunehmende Mitglieder burg übertroffen, für dessen Bezirk aber Ausnahmeverhältnisse nicht werden, erhält durch solche Strafe Wunden geschlagen, die ihn und fortan befunden sollen, daß sie den Bestrebungen der nur im allgemeinen infolge seiner fast ausschließlich großstädtischen seine Familie ins schlimmiste Elend bringen und oftmals nicht mehr Socialdemokratie fernstehen. Nun hat das letzte Bevölkerung, sondern für das Jahr 1897 wegen des voraus- vernarben. Wir können uns übrigens nicht entsinnen, daß schon Stündlein der Socialdemokratie in Mecklenburg sicher bald gegegangenen Hafenarbeiterstreiks noch im besonderen anzunehmen einmal ein Fall dagewesen wäre, wo Staatsanwalt und Richter schlagen. find( 1896 bleibt Hamburg mit nur 5 Verurteilungen aus§ 158 von gleichen Erwägungen ausgegangen sind, wenn ein wegen Streit Die Münchner Allgemeine Zeitung" schreibt an der weit hinter Sachsen zurück, das fast ebenso viel wie 1897, nämlich vergehens angeklagter Arbeiter vor ihnen stand, der doch nicht aus Spige ihres Blattes:" Bum aufrichtigen Bedauern des Verreiner persönlicher Lust am Rohen, wie im obigen Fall der Student, lages scheidet der Chefredacteur Dr. Karl Mühling infolge Bei den Widerstandsdelikten ist es ganz ähnlich. Be- gefehlt hat, sondern im Dienste einer allgemeinen Sache sich verging. politischer Meinungsverschiedenheiten aus der Redaktion der„ Alrechnet auf 100 000 Einwohner fonimen nämlich Verurteilungen aus§ 113 des Strafgesetzbuches auf das ganze Reich 80,6. Industrieller Flottenpatriotismns. Wir haben wiederholt gemeinen Zeitung" aus. Herr Hans Tournier, langjähriger Witstädte umfaßt und demnach, wie gesagt, fast ausschließlich groß- intereffierte Großindustrie steht. Das giebt jetzt auch die Kreuz- Man hört aber immerhin gern, daß es in dem Blatte MeinungsDer Oberlandesgerichts- Bezirk Hamburg, der die drei Hanja- betont, daß binter den Agitationen für eine neue Flottenvorlage die redakteur des Blattes, tritt in feine Stelle ein. Die leitenden Redakteure wechseln in dem Blatt sehr rafch. städtische Bevölkerung aufweist, wobei der besondere Charakter der zeitung" zu, die in ihrem wirschaftlichen Wochenbericht schreibt: verschiedenheiten giebt; das jetzt das erfreuliche Vorhanden Schifferbevölkerung noch mit in Rechnung gezogen werden muß, er ein wenig hinter die Coulissen sieht, der gewahrt, daß sein von Meinungen voraus, ein rarer Lugus in der bürgerlichen steht mit 73,6 an erster Stelle. Ihm folgt aber sofort Sachsen mit den Schiffsbau Interessenten in Deutschland schon jetzt Bresse unserer Tage.45, dann kommt Frankfurt mit 43,8, Stiel mit 43,6, Breslau mit bange um die Zukunft wird. Sie fürchten, dem blanten Ein Schlachtgefang zum Sängerkrieg. Dieser Tage gab es 87,5, Marienwerder 36,4, Köln 35,4, Berlin 33,3, Stuttgart 32,4 usw. Nichts gegenüberzustehen, sobald die nach dem festgelegten Flotten in Kaffel einen sogenannten Sängerkrieg b. h. eine Schau- oder Hör Königreich Bayern weist 25,4 auf, Westfalen mit feiner als vielfach plan in Auftrag gegebenen Kriegsschiffe vom Stapel gelaufen gewaltthätig bekannten Bevölkerung mur 26,6, Darmstadt mr 16,9, find, da neue Aufträge nicht in naher Aussicht fteffing stimmlicher Maffenentfaltungen. Die Sache sollte mittelalterStaffel gur nur 15,7. Alle übrigen Bezirke stehen gleichfalls unter stehen. Mit fieberhaftem Eifer suchen sie deshalb im Volke liches Sportwefen wiederbeleben. Da nun der Kaiser anwesend war, dem Durchschnitt und zum Teil sehr start. und im Parlament Stimmung zu machen für eine im jetzigen so waren einige Vereine der Meinung, man müsse wenn nicht Tempo auhaltende Vermehrung unserer Kriegeflotte. Der durch musikalische Vorzüge so durch die Bethätigung löblicher Gefimmung Mittellandlanal, wenn er bewilligt wird, kann den großen Schiffe- den Preis zu erringen suchen. In dieser Richtung hatte sich auch werften natürlich keinen Ersatz bieten, da er nur fleiner Schlepper ber Straßburger Männergesangverein träftig vorbereitet. Er hatte und einfacher Lastkähne bedarf. Soviel wir sehen, herrscht aber als Vortragsstück den mit einem dreimaligen Hurra einsetzenden Chor in maßgebenden Kreisen vorläufig wenig Neigung, unseren der" Toten vom Jitis" gewählt. Damit mußte der Sieg Werften neue Aufträge über das von den verbündeten Regierungen errungen werden. Aber es tam anders. Köln erhielt den ersten Preis und Straßberg tam nicht einmal in die innere Wahl der acht verlangte Maß hinaus gut erwirken." zum Wettstreit um den Kaiserpreis zugelassenen Vereine. Ueber diesen Ausgang ist num die hochpatriotische Straßburger Bost" fuchsteufelswild geworden. Sie macht den Preisrichtern den 30, aufweist.) M Noch auffälliger wird der Zusammenhang, wenn man das Ver: hältnis der Verurteilungen zu den Freisprechungen in die Betrachtung einbezicht. Hier schlägt Sachsen hinsichtlich der Nicht- Freisprechung alle anderen Bezirke. Das fiel schon bei den Berurteilungen aus§ 153 der Gewerbe- Ordnung auf, wo gegenüber 10 Freisprechungen 38 Verurteilungen erzielt wurden, während in Hamburg wie in Berlin die Zahl der Freisprechungen größer ist wie die der Verurteilungen. Bei den Widerstandsdelikten tommen auf eine Freifprechung im ganzen Reich 11,33 Verinteilungen, in Sachsen aber 29. Eine große Lücke trennt es von allen anderen, denn ihm folgt Jena mit dann Diese Aufdechung des Flottenschwindels, der die Profitgier patriotisch verschleiert, ist eine kleine Bosheit des reaktionären Blattes gegen die großindustriellen Kanalfreunde. Wenn nun die Presse der dem konservativen Organ antwortet, daß sei mit 14,57, Naumburg mit 14,40, tiel mit 12,71, Darmstadt 12,57 fanalfeindliche Agrarierpolitik auch nichts weiter die ganze Vorwurf, daß sie nach musikalischen Erwägungen geurteilt, statt den und so gleichmäßig herunter bis 7,70 in Braunschweig. Spekulation im niedrigsten Eigeninteresse, so wären die hadernden Parteien beide richtig charakterisiert. Die Einzelerscheinungen unserer Rechtsprechung, wie sie in der Tagespresse bekannt werden, haben längst aller Welt die Erfahrung Den Jenenser Studentenezze sucht ein Stribifag, der bei aufgedrängt, daß der moderne Polizeistaat, dessen konzentrierteste Form fich in Sachsen gebildet hat, eine mimosenhafte Empfindlichkeit der wohlgefitteten bürgerlichen Presse natürlich willige Aufnahme bejizt und gegen jede noch so geringfüge Verlegung seiner Würde findet, durch folgende Darstellung zu mildern: in der Person seines vornehmsten Repräsentanten, des Echutzmannes, fofort alte feine Machtmittel aufbietet. Die hier gegebenen amtlichen Zahlen geben einen überraschenden Kommentar dazu. Das Bild wäre aber nicht vollständig ohne das Gegenstück dazu: Berurteilungen von Beamten wegen Mißbrauchs der Amts: gewalt zu Nötigung, Körperverlegung, Freiheitsberaubung und Hausfriedensbruch. Hier zeigt sich nämlich das umgekehrte Verhältnis. Von den 281 Verurteilungen dieser Art im ganzen Reiche( fast fo viel wie Verurteilungen von Arbeitern aus§ 153 Gewerbe- Ordnung) tommt auf Sachfen eine einzige bei 2 Anklagen, Berlin dagegen 7, Hamburg 8, Württemberg 15, Breslan 17, Stöln 27, Bayern 39. Bemerkenswert ist auch, daß hier im ganzen Neiche auf eine Freisprechung unr 2,47 Verurteilungen kommen. Zahlreiche Vorkommnisse sind in den letzten Jahren in der Preise besprochen worden, aus denen der Schluß gerechtfertigt ist, daß lange nicht jede mißbräuchliche Anwendung der Amtsgewalt ihre gesetzliche Sühne findet und diese Zahlen stärken diese Meinung noch wesentlich. Großer Eifer in der Bestrafung jeder Verlegung des Polizei: beamten, große Vorsicht in der Bestrafung des Mißbrauchs der Amtsgewalt, das leuchtet deutlich aus den Zahlen der amtlichen Kriminalstatistit hervor und giebt ein Bild unserer Rechtspflege, in dem die politischen Strömungen deutlich durchscheinen. " Jena, 27. Mai. Ist denn fein Stuhl da?" Mit dem Absingen dieses neuesten Gaffenhauers zog in der Nacht zum giveiten Feiertag ein angeheiterter Jenenser Einwohner durch die Straßen muserer Stadt. Ju der Nähe des Deutschen Hauses" wurde dem Biedermann Antwort auf seine Frage alsbald zu teil. Aus einem Fenster des Hauses flog ihm aus der Hand eines Musensohnes ein Stuhl vor die Füße. Demt also prompt Bedienten schien aber das rechte Verständnis für das Entgegen Tommen zu mangeln, vielleicht war er gar erbost darüber, daß zwar der Stuhl ba war, aber ihm die" Hulda" fehlte. Kurzum, der feuchtfröhliche Sänger beantwortete das Werfen mit dem Stuhl mit einer Flut von Schimpfworten, worauf aus mehreren Fenstern des Hotels allerhand Mobilien, Borzellan und Ge schirr usw. in Massen gepflogen tamen, was natürlich trotz der vorgerückten Stunde nach und nach einen allgemeinen Menschenauflauf verursachte. Nachdem die Mutsenföhne so ziemlich alles aus dem Hotelzimmer auf die Straße befördert hatten, trat fried liche Stille ein. Der überkede Studentenult wird den Studenten zweifellos teuer zu stehen kommen." Es kann ein Lied", erklärt das Blatt, sehr richtig, sehr schön und ansprechend gesungen werden und auf die Hörer einen mäch tigen Zauber durch seine Gesamtwirkung ausüben, ohne daß es darum auch der Preisrichter übereinstinumendes Rob zu finden braucht. Dynamik und Rhythmus, Intonation und Ausbruck, Aussprache und Auffassung und Gott weiß es noch alles wird schematisch in Betracht gezogen und von jedem einzelnen mit Noten von eins, als der besten, an versehen, und bei welchem Vereine dann die Summe dieser Noten die niedrigste Zahl von Punkten ergiebt, nun, der ist eben Sieger." Und an anderer Stelle: Jedes Sängers Herz schlägt höher, wenn er daran denkt, daß auch ihm die Huld beschieden sein könne, vor vor unserem Kaiser mit seinen näheren Sangesgenossen um das Kleinod des Sieges zu ringen. Erhaben aber, gehüllt in die lichte Wolfe musikalischen Nuhmes, statt ber Wage der Gerechtigkeit die Stimmgabel der Toneinheit in der Hand, die hie und da einer der Olympier an das Ohr führt, thront das Preisrichter- Kollegium in unnahbarer Höhe und folgt mit Gleichmut und unerschütterlicher Ruhe dem achtzehnmaligen Vortrag des Chorals von Leuthen", wägt bedächtig ab, hier und da neigt ein Haupt dem anderen sich zu einer schwerwiegenden Bemerkung zu, die hingenommen wird, als habe es sich nur um eine Wetterbetrachtung gehandelt, und die kaum ein leises Neigen des Kopfes als Bestätigung erzielt." Es ist auch eine Schändlichkeit, daß diese Preisrichter nicht einmal fich der Gewalt eines Hurra- braufenden Jltischors gebengt haben, sondern gleichgültig auf die musikalischen Qualitäten Dieses Geschreibsel ist dreist erfunden und offenbar nichts anderes als der Versuch, einen fürzlich in Bonn geschehenen Studentenult für Jena mußbar zu machen; dort hatten Studenten einigen Damen, welche auf der Straße eine Klatschvisite abhielten und lauschten. dabei eine ungewöhnliche Ausdauer ant den Tag legten, Uebrigens ist nicht nur die Straßburger Post", sondern auch eine Sitzgelegenheit a la:" Ist denn fein Stuhl da!" an der Kaiser mit der Veranstaltung nicht ganz zufrieden. In einer Die Verrohung der Jugend vor dem Richter. einem Strick von ihrer Wohnung herabgelassen. Trotz der Ver- Ansprache soll nämlich Wilhelm II. feine musikalischen Anschauungen Die Brutalität eines Studenten fand gestern vor der achten renkungen, die der freiwillige oder bestellte? Studentenanwalt in der folgenden Kritik ausgesprochen haben: Er spreche dem Komitee Straffammer am Landgericht I Berlin eine auffallend milde Sühne. unternimmt, genügt seine Darstellung, um ganz andere Schlüsse zu und den Preisrichtern wie der Stadt Kassel seine Anerkennung für Auf der Auflagebant stand der Studiosus juris Adolf Mag Ludwig folgern, als er sie zicht. Denn von einem überleden Studentenult" ben gelungenen Verlauf des Festes aus. Es sei ihm eine Freude Schünemann aus Groß- Lichterfelde unter der Beschul- tönnte auch dann nicht mehr die Rede sein, wenn die Ursache der gewesen, dem Wettstreite beizuwohnen. Eine besondere Freude habe digung der Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges im beispiellofen Ausschreitung wirklich ein fingender Jenenser es ihm bereitet, daß man zum Wettsingen so viele Ge Sinne des§ 223a des Strafgesetzbuchs. Einwohner gewesen wäre. Das ist einfaches Rowdytum. Der an dichte patriotischen Inhalts gewählt habe. Er müsse Der Auflage lag folgender Thatbestand zu Grunde: In der gebliche Jenenfer Sänger fönnte gegen seine Bedränger Strafantrag aber gleichzeitig sein Vedauern darüber aussprechen, daß die zu Nacht vom 26. zum 27. September v. J. taumelten drei betrunkene wegen versuchten Totschlags stellen, denn wenn nach ihm für Worte gekommenen Komponisten in Bezug auf die Schwierig zu große Anforderungen an Studenten die Friedrichstraße entlang. Sie gingen Arm in Arm und 1800 M. Mobiliar( f. die letzte Notiz) geworfen worden ist, so hat keit des Sazes gd die Sänger stellten. Eine orchestrale Behandlung der vier fangen schmußige Lieder. An der Ecke der Leipzigerstraße begegnete er sich doch sicherlich in Lebensgefahr befunden. Die ges ihnen der praft. Arzt Dr. Virchowo mit seinem Bruder. Letterer machte Bis jetzt hat die Krawallscene für die Verüber zur Folge gehabt, daß Stimmen fei für den Männerchor nicht paffend. sich die eine Bemerkung über die Trunkenheit der Studenten, welche diese ihnen vom Gemeindevorstand angesonnen worden ist, je 50 M. Strafe hörten schwierigen Gefänge hätten bewiesen, daß wohl gehört haben mochten, denn sie folgten den beiden Herren und wegen Ruhestörung zu zahlen. Die Herren werden natürlich in die Tasche Komponisten für Männerchöre in Bahnen bewegten, die für provozierten einen Wortstreit mit ihnen, der anfangs harmlofer greifen oder ihre Väter dazu veranlassen, und blechen; sie werden die Entwickelung dieser Kunstgathing ungünstig seien. Natur war. Durch das Dazwischentreten von Friedenstiftern wurde sich hüten, Einspruch zu erheben und dadurch eine Gerichtsverhand habe einander an musikalischen Sunststüden überWenn sich also kein Staatsanwalt findet, bieten wollen. Die ernste Natur er aber ausgedehnt, so daß sich alsbald eine große Menschenmenge lung herbeizuführen. des Männergesanges ausammelte, die bald hier, bald dahin wegte. Plöglich löste sich welcher eine Anflage wegen Landfriedensbruchs erhebt und keiner der sei aber auf den Ton des Volksliedes und des Volkstüm aus dem Knäuel ein Herr los, der rasch ein Stück davon lief und Getroffenen oder Befudelten Strafantrag stellt, dann wird wohl der lichen geftimmt. Er bitte die Preisrichter, dahin wirken zu wollen, dann vor dem Aschingerschen Lokale stehen blieb. Dahin wurde er Mantel der christlichen Liebe über das Vorkommnis gedeckt werden daß die Komponisten für Männerchöre wieder von dem Studenten Otto Hornemann verfolgt, der ihn mit den und der Abschluß hinter den Coulissen zu stande kommen. andere Bahnen einschlagen möchten. Der Kaiser sprach Worten stellte:„ Sie Feigling! Warum laufen Sie denn davon?" Zur Würdigung der Blüte der Nation nehme man noch folgende weiter aus, daß er nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, vier Jahre In demselben Moment fam der Angeklagte dazu, er riß dem An- Meldung der Frankf. Beitung" aus Mainz vom 30. Mai: 8wei mit dem Ausschreiben des Wettfingens warten wolle. Vielleicht gegriffenen den Stock aus der Hand und schlug ihn über den Kopf Studenten aus Straßburg überfielen in der verflossenen werde er bereits im nächsten Jahre einen neuen Wettkampf verund zwar mit solcher Wucht, daß der Getroffene sofort zu Nacht einen nach Hause gehenden jungen Mann, so daß dieser anstalten. " Man " rung wieder. · ind Der Dreyfus.Prozeß. Der tonfiscierte Mommfen. Das Citat aus der Römischen Maße überfüllt, wie schon lange nicht. Die Stimmung unter der 18108,75 Dollar. Derfelbe entfällt fast ausschließlich auf Schriften in Geschichte Mommsens, um dessentwillen die„ Wiener Arbeiterzeitung" Arbeiterschaft hat einen Grad von Entrüftung erreicht, wie er selbst englischer Sprache. beschlagnahmt worden ist, bestand in den folgenden Säßen über die in der Koalitionsära und während der Badeni- Tage nicht da war. Polizeiliches, Gerichtliches usiv. Zeit Sullas: Man kann die Empfindungen nur mit dem Worte Wut bezeichnen; es ist Wegen Beleidigung des Landgerichtsdirektors Fromm Es büßte die ganze Nation, was die ganze Nation ver- ein Ingrimm, eine heiße Leidenschaft, wie sie selbst bei den temperament in Magdeburg wurde Genosse Huth in Brandenburg als verant schuldete. Es war ungerecht, wenn man die Regierung als den bollen Wiener Arbeitern nicht oft vorgekommen sein wird. Die wortlicher Redacteur der Brandenburger Zeitung" au 1 Monat legten greifbaren Ausdrud des Staats für alle heilbaren und Ueberzeugung herrscht allgemein, daß sich die Arbeiter die Infulte Gefängnis verurteilt. unheilbaren Krankheiten desselben verantwortlich machte; aber dieser Wahlreform" nicht gefallen lassen dürfen. Nicht das allerdings war wahr, daß die Regierung in furchtbar schwerer nur gegen Herrn Lueger, auch gegen den Statthalter richtet sich die Weise mittrug an dem allgemeinen Verschulden. Wenn aber Bewegung. Der Herr Graf Kielmansegg postert sonst den eine Regierung nicht regieren fann, hört fie auf legitim zu fein Schöngeist; bei allen geistigen" Veranstaltungen des liberalen Alle Pariser Morgenblätter vom Mittwoch besprechen die und es hat wer die Macht, auch das Recht sie zu stürzen. Bürgertums hielt er salbungsvolle Reden, in denen es von Kompli- chlußfolgerungen Ballot Beauprés. Die der Revision Zwar ist es leider wahr, daß eine unfähige und verbrecherische menten für die Bildung und den Fortschritt nur so tropfte. freundlich gesinnten Blätter zollen ihm begeisterte Bewuns Regierung lange Zeit das Wohl und die Ehre des Landes mit Seine nun offenkundig gewordene Schwenkung zu den Antierung. In der Lanterne" sagt Millerand, Ballot- Beaupré Füßen zu treten vermag, bevor die Männer sich finden, welche semiten erregt deshalb allgemeines Staunen; man raunt habe ein Beispiel seltenen Bürgermutes gegeben; er tenne die von dieser Regierung selbst geschmiedeten entjeglichen Waffen sich da ganz seltsame Dinge in die Ohren, die sich auf nichts Schöneres und Erhabeneres. Im Figaro" sagt Cornély, mit gegen sie schwingen und aus der fittlichen Empörung der Tüchtigen die finanziellen Verhältnisse des edlen Grafen beziehen. Uebrigens dem Berichte Ballot- Beauprés beginne das Wert, das an Dreyfus und dem Notstande der vielen, die in solchem Falle legitime wird die Intimität zwischen der Regierung Thun und den Wiener begangene Unrecht wieder gut zu machen; dies bedeute aber Revolution heraufbeschwören können und wollen. Aber wie Antisemiten immer offenkundiger; heute stimmten die Christlich auch die baldige Befreiung Picquarts, des Verfechters der das Spiel mit dem Glücke der Völker ein lustiges sein mag und Socialen im niederöstreichischen Landtage einen Antrag nieder, der die Revision, deffen weitere Einsperrung eine Schmach sein würde. wohl lange Zeit hindurch ungestört gespielt werden kann, so ist es Einberufung des Parlaments forderte. Kommt es nämlich zu einer Aurore" sagt, der Bericht Ballot Beauprés sei von bewunderungsdoch auch ein tüdisches, das zu seiner Zeit die Spieler verschlingt; Reichsratstagung, so ist der Sturz dieser parlamentsscheuen würdiger Klarheit. Er stelle für alle Beiten ein würdiges Denkmal und niemand schilt dann die Art, wenn sie dem Baum, der solche Regierung unausweichlich. Die Antisemiten fühlen das sehr französischer Rechtspflege dar und habe dem französischen Gewissen, Früchte trägt, fich an die Wurzel legt." gut und deshalb tamen fie heute im Landtag der Regierung welches seit so vielen Monaten von einer Bande lebelthäter herausDas Ministerium Thun erkannte sich offenbar in dieser Schilde zu Hilfe, nachdem die Regierung gestern halbamtlich von der Ein- gefordert worden sei, große Erleichterung verschafft." Petit Bleu" berufung des Parlaments abmahnte. Freilich wird Graf Thun Herrn schreibt, der Kaffationshof werde sich den Schlußpfolgerungen BallotLueger ebensowenig mehr nügen können, als Herr Lueger der Regie- Beauprés anschließen. Alle guten Bürger würden sich vor der Entrung aufhelfen wird. scheidung des Kaffationshofes, ebenso auch vor dem Urteil des neuen Die Regierung hat nämlich noch immer nicht demissioniert, aber Striegsgerichts beugen. ernsthaften politischen Kreisen zählt man zählt man ihr Dasein Anders die Nationalisten und Antisemiten. Die zwei Tage lang nach Tagen. Der Kaiser hat hat die notwendige Ent- verhaltene Wut bricht heute los. Cassagnac sagt in der„ Autorité": scheidung zwar noch nicht vollzogen, aber sie kann nur gegen Thun Ballot- Beaupré ist der würdige Genosse der Verbrecher des lauten. Die ungarischen Minister sind seit gestern in Wien, von Straffenats.. Er verkennt schamlos seine Pflichten und überKonferenzen mit ihren öftreichischen Kollegen ist aber keine Rede schreitet seine Befugnis, wenn er zu versichern wagt, das Begleitmehr. Die Krise stockt also; da aber das ungarische Abgeordneten- schreiben fet von Esterhazy und Dreyfus unschuldig. Das Urteil zu haus am 2. Juni zusammentreten wird und sofort in die Beratung Gunsten der Wiederaufnahme wird nicht von unabhängigen Richtern der Ausgleichsvorlage eingehen soll, so muß morgen oder längstens gefällt werden, sondern von Spießgesellen der Juden übermorgen die Sache irgend eine Wendung nehmen. Wie und Vaterlandslosen."" Intransigeant" schreibt: Dieser gesagt, kann sie eigentlich nur gegen Thun ausfallen, denn Thuns Ballot- Beaupré steht im Solde des Syndikats, er begeht ein Bleiben würde nicht nur voraussetzen, daß die Ungarn nachgeben, er brechen. Wieviel mag der Berichterstatter wohl hom wofür nicht die leisesten Anzeichen sprechen; es würde auch die Verratssyndikat bekommen haben?" Libre Barole" fragt:" Ist Nullificierung des östreichischen Parlaments bedeuten. Deswegen Ballot- Beaupré gehirnerweicht? ft er ein Hallunte? Er ist wird der Sturz dieser Regierung Oestreich mehr nüßen, als der wahrscheinlich das eine und das andere." Für Mittwochabend waren Sieg von ihr über die Ungarn dem Lande Vorteil gebracht hätte.sämtliche Antisemiten- und Nationalistenbünde in die Saint PaulNeitschule zu einer Massenversammlung einberufen, um, wie es in der Einberufung heißt, hochbedeutsame Beschlüsse Eine Anzahl Ausstände fand auch auf Bauten statt. Der Inspektion liegt nicht die Beaufsichtigung dieser Betriebe ob, fie muß St. Gallen, 30, Mai.( Eig. Ber.) Der Kantonal- Vor- au faffen. Es handelt sich anscheinend um die Regelung der daher auf eine Darstellung dieser Borgänge verzichten. Es ist jedoch an are stand der Grütli- und Arbeitervereine hat beschlossen, Straßenkundgebungen bei der morgigen Ankunft Marchands als bemerkenswert mitzuteilen, daß hier wiederholt die Entlassung die von dem Bauernbund Altstätten eingeleitete Referendums- und nach der Verkündigung des Urteils der vereinigten Senate am nur weniger oder eines einzigen unfähigen und daher unbrauchbaren bewegung gegen die Erhöhung des Hypothekenzinsfußes von 4 auf Sonnabend. Maßgebend werden wohl die Erfahrungen sein, die die Arbeiters einer großen Anzahl Arbeiter genügender Grund war, sich 4/2 Broz. mit der Begründung zu unterstügen, daß ein durch Volks- Banden bei der für heute nachmittag vorbereiteten Rundgebung mit den Entlassenen solidarisch" zu ertären und die Arbeit ein- initiative zu stande gekommenes Gesetz, wie das betreffend den nach der erwarteten Freisprechung Déroulèdes mit der Polizei machen zustellen, ein Verhalten, das den Uebermut der hier in Betracht Hypothekenzinsfuß von 4 Proz, nicht anders als durch Volkskommenden Arbeiter kennzeichnet." Außer diesem demokratischen abstimmung abgeändert werden soll. Grunde scheint uns auch die grundsäßliche Stellung der Socialdemokratie gegenüber dem Kapitalismus die Arbeiter auf die Verwerfung der Zinsfußerhöhung hinzuweisen. Belgien. = nur Die Jahresberichte der fächsischen Gewerbe- Juspektoren für 1898 sind erschienen. Die Berichte der sächsischen Aufsichtsbeamten in zeichnen sich von jeher durch einen bemerkenswerten Mangel an Einsicht in die eigentlichen Aufgaben der Gewerbe Inspektion aus und der diesjährige Bericht bildet keine Ausnahme hierbon. Und wie seit Jahrzehnten zeigt sich auch diesmal wieder namentlich die Juspektion: für den Dresdener Bezirk, trotzdem ihr der bekannte Herr Siebdraht verloren gegangen ist, als das Muster einer GewerbeInfpettion wie sie nicht sein soll. Mit den Arbeitern hat man so gut wie feinen Verkehr, sehr lebhaften dagegen mit den Unternehmern; die Arbeiterorganisationen existieren für diese Fabrik inspektoren nicht, die paar Beschwerden der Arbeiter, von denen fie zu berichten wissen, erscheinen ihnen meist unbegründet und selbst bei den begründetsten ist immer noch irgend eine Bemerkung anzu bringen, die auch dem Arbeietr etwas" anhängt". Wie diese sächsischen Herren über die Kämpfe der Arbeiter mit dem Unternehmertum denken, dafür als Beispiel mur ein Citat aus dem Dresdener Bericht: Schweiz. weg was sid ini Wahlrechtsbewegung. In Schaerbeet, einer Brüsseler Borstadt, haben in der Dienstagnacht einige hundert Socialisten gegen das neue Wahlrecht demonstriert. Es wurden einige Verhaftungen Frankreich. vorgenommen. Diese Stelle, deren von ähnlichem Geiste beseelte massenhaft an die Seite gestellt werden könnten, ist typisch für die socialpolitische Einsicht der sächsischen Fabrikinspektoren. Ihre Informationen, auf Grund deren sie solche dann als amtlich in die Welt gehende Urteile abgeben, sind natürlich von den Unternehmern bezogen, denn mit den Arbeitern verkehren sie ja nicht. Ein Beamter teilt mit, daß er seine Kenntniß von den Arbeiterausständen zumeist von der Polizei beziehe. Ueber die wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter wissen sie auch nicht allzuviel zu berichten. Sie erscheinen ihnen zumeist gut. Ein Beamter erklärt, daß die Lage der Arbeiter so Déroulédes Trompete. Außer den Verhandlungen des günstig wie früher sei, teilt aber wenige Beilen später mit, daß der Kaffationshofes über den Dreyfus-Prozeß hat Paris noch eine Fleischverbrauch im Hauptort ſeines Bezirkes seit 3 Jahren ständig zweite Sensation. Es ist der Prozeß gegen Déroulèdes Narren zurückgehe und daß dabei circa 160 000 Silogramım Hunde- und Streich beim Begräbnis Faures. Sehr überraschend wirkte es, als Pferdefleisch verbraucht worden sei. Ein anderer füllt diesen Abschnitt am Dienstag ein General für Déroulède eintrat. Der als Zeuge mit der Wiedergabe des Statuts einer neu errichteten Fabriffeuer- vernommene General Hervé rühmte das Verhalten Déroulédes Sorgfältig wird aber jeder Quark von sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen, Suppenküchen mit Zehnpfennigmahlzeiten und der gleichen berichtet, wo ein Unternehmer etwas geftiftet" hat, wo die Arbeiter bei einem Fabritjubiläum eine Festschrift geschenkt bekommen haben, Belobigungsdekrete und Ehrenzeichen werden mit peinlicher nicht!"( Bravorufe.) Gewissenhaftigkeit registriert und dergleichen. wehr aus. " werden. Infolge der aufreizenden Artikel der antisemitischen Presse haben Clémenceau, Jaurès, Pressensé, Labori, sowie mehrere revisionsfreundliche Journalisten beschlossen, sich während dieser Verhandlungswoche nicht in öffentlichen Lokalen zu zeigen, sondern in einem Privatlokal zur Besprechung der Tagesfragen zu versammeln. Sie haben gleichzeitig an den Minister des Inneren und den Justizminister ein Schreiben gerichtet, worin sie die Artikel, welche Aufreizung zum Dor de enthalten, zur Kenntnis bringen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß trop der für Sonnabend getroffenen firengen polizeilichen Maßregeln doch noch besonders gegen die Preßhezze vorgegangen werden dürfte. Jaurès schreibt in unseren Barijer Parteiblatt, der Betite République", es sei nunmehr ohne Bedeutung, daß Ballot Beaupré willkürlich die Grundlage der Revision eingeschränkt und nicht die neuen Thatsachen berüidsichtigt habe, welche aus den Fälschungen Henrys, den Machenschaften Du Paty de Clams und den Verbrechen des Generals Mercier hervorgehen. Ballot- Beaupré habe offenbar im Kriege 1870 und schloß: Déroulède ist einer derjenigen, auf die vermeiden wollen, daß die Schulb der Generale in ich rechne, wenn wir an die Grenze zu marschieren haben; er gehört zu furistischer Form festgestellt und die Verbrechen des denjenigen, welche dazu beitragen, das in diesem Augenblick erschütterte Generalstabes offiziell ins Revisionserkenntnis einbegriffen würden. Vertrauen in die Armee wiederherzustellen. Seine Trompete wird Das sei jedoch unwichtig, da die Schuld der kompromittierten Offiziere uns noch unermeßliche Dienste leisten, Zerbrechen Sie diese Trompete und Bersönlichkeiten von selbst, ohne die Beihilfe der Richter an den Tag tommen werde. Das Ministerium hat den Spaß jedoch falsch verstanden und Die Dreyfus- Affaire beschäftigte übrigens bereits einen unter hat gegen den musikalischen General eine Untersuchung ein- dem Vorsiz des Präsidenten Loubet im Elisée tagenden Miniſters geleitet. As im Verlaufe der Mittwoch- Verhandlung der Ver- rat. Der Kriegs- und der Marineminister glaubten das Urteil ehe fie Befehle an ben Gouverneur teidiger Déroulèdes mitteilt, General Hervé sei wegen feiner Beugen- abwarten zu milffen aussage zur Disposition gestellt worden, schreit Déroulébe von Guyana betreffend die Heimschaffung des Erlapitäns " Berrat!" Die Zuhörerschaft stimmt in den Ruf ein. Der Saal Dreyfus erließen. Auf das persönliche Eingreifen des Präsidenten wird infolgedessen geräumt. Loubet aber wurde beschlossen, bereits heute felegraphische Weisungen an den Gouverneur zu senden, damit für Sonnabend alles in Bereitschaft gehalten werde für die Einschiffung des Gefangenen auf der Teufelsinsel. 35 Stimmen die Revision beschließen; außerdem werde eine Nach dem Voltaire" wird der Kaffationshof mit über Anzahl Stimmenthaltungen erwartet; gegen bie Schlußfolgerungen Ballot- Beauprés dürften sich etwa sechs Räte aussprechen. Afien. Wenn irgend etwas bemerkenswert und mitteilenswert ist an diesen Berichten, so ist es eben die Thatsache ihrer Wertlosigkeit. Die Berlepsch Visionen der Leipziger Volkszeitung". In ihrer Nummer vom 28. Mai fündigte die Leipziger Volkszeitung" an, ihr Mitarbeiter verbürge die Darstellung, die er von den Versuchen der Berlepsch- Gruppe, auf dem Umwege der Krantentassen auf die socialdemokratischen Arbeiter Einfluß zu gewinnen, gegeben Paris, 31. Mai. Nachdem die Geschworenen im Prozesse habe. Wir erwarteten nun Aufklärung erstens über die Behauptung, Déroulé de nach dreiviertelstündiger Beratung das Nichtschuldig baß vor längerer Zeit von Berlepsch und seinen Freunden Ver- ausgesprochen, wurden Déroulé de und abert vom Gerichtshandlungen mit einzelnen Kreisvereinen des deutschen Ortshofe frankentasien- Verbandes angeknüpft worden seien, um durch bofe freigesprochen und sofort in Freiheit gesetzt. sie Fühlung mit der Arbeiterschaft zu erhalten"; zweitens auf Grund welcher Thatsachen oder Vermutungen das Die deutsche Strafexpedition in Schantung, bei der äußerst Gerücht mit Bestimmtheit" aufgetaucht ist, daß die Berlepich- rigoros vorgegangen wurde, wird in China auch in Europäerfreifen Gruppe an dem Plane der Centralkommission der Krankenkassen sehr scharf verurteilt. So schreibt das in China erscheinende und Berlins, eine einheitliche Organisation der deutschen Krantentassen Deutschland sympathisch gegenüberstehende" Celestial Empire": zu schaffen, mitgewirkt habe. Was sagt nun heute die Leipziger " Hoffentlich ist der Bericht über das Niederbrennen Boltsztg." beziv. ihr Mitarbeiter? zweier Dörfer durch des Kaisers Soldaten unwahr. Solch' ein " Sowohl der Vortvärts" wie ein Herr Cohn, der auf der Borgehen würde die eigentlichen Schuldigen gar nicht Konferenz der Krankenkassen eine Erklärung abgab, bestreiten, bestrafen, sondern nur großes Elend über eine große Anzahl daß die Berlepsch Gruppe die Absicht gehabt habe, fich mittels Unschuldiger, Frauen und Kinder bringen und dazu führen, daß die der neu geschaffenen Organisation der Krankenkassen an die social- Schantung- Leute die Deutschen als wilde Barbaren andemokratischen Arbeiter heranmachen zu wollen. Sachliches zur sehen. Wenn schon verbrannt werden muß, so würde es der GeWiderlegung bringt der Vorwärts" nicht gegen unsere Aus- rechtigkeit mehr entsprechen, zwei Mandarinen zu verbrennen, als zwei führungen vor.. Ortschaften." " " Parlamentarisches. Dritter Verhandlungstag. Paris, 31. Mai. Die Sigung wird um 12 Uhr eröffnet, der Andrang ist weniger groß, als an den vorhergehenden Tagen Generalprofurator Mana u fährt in seinen Ausführungen fort und verbreitet sich eingehend über die Beschaffenheit des Pauspapiers, welches zur Herstellung des Bordereaus verwendet wurde. Manau erklärt weiter, die Aehnlichkeit des Papiers, auf welchem das Bordereau gefchrieben wurde, mit dem Briefpapier Esterhazys spreche für die Unschuld Dreyfus' Sache des neuen Kriegsgerichts werde es sein, diese Unschuld öffentlich zu verkünden; für den Kaffationshof genüge es, festzustellen, daß das Urteil von 1894 verdächtig und anfechtbar erscheine. Manau führt weiter aus, daß Dreyfus mit dem Bordereau nichts zu thun habe und wirft die " Weder die Anzweiflung des Vorwärts" noch... ändert das mindeste daran, daß in der Berlepsch- Gruppe die Absicht beFrage auf, ob thatsächlich ein Verrat begangen worden sei, oder ob es sich einfach um eine Mystifizierung und einen standen hat, anläßlich der Organisation der Krankenkassen von Der Bundesrat überwies in seiner Sigung vom Mittwoch den Gaunerstreich handle. Weiter stellt der Generalprokurator fest, neuem an die focialdemokratischen Arbeiter heranzukommen. Wenn die Absicht nun nicht zur Ausführung fam, so ist einzig und allein Bericht der Reichsschulden- Kommission, betreffend die Verwaltung daß im Privatleben des Dreyfus nichts zu finden sei, was ihn be= unsere Beröffentlichung und ihre Wiedergabe im Vorwärts" des Schuldenwesens des Norddeutschen Bundes beziehungsweise des laste, daß dagegen das Privatleben Esterhazys viel Belastendes aufstörend in den Weg getreten. Uns genügt das Bewußtsein, der Reiches und der ihrer Beaufsichtigung unterstellten Fonds dem zu weise. Hierauf wird die Sigung unterbrochen. ständigen Ausschusse. Die Zustimmung wurde erteilt dem Ausschuß- Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen bespricht Man aut Berlepsch- Gruppe einen Strich durch die Rechnung gemacht zu bericht über die Vorlage vom 2. Mai 3. J., betreffend den Ausfuhr- eingehend die Schriftstücke des geheimen Doffiers und erklärt, dieDer sonderbare Mitarbeiter der„ Leipz. Wolfsztg." ist der Mei- zuschuß für Perl- oder Kaſtorzuder sowie dem Ausschußberichte über selben enthielten nichts, was gegen Dreyfus spreche. Von den numg, daß uns der Beweis obliege, ob die von ihm entdeckte und die Vorlage vom 7. Mai d. J., betreffend die Bezeichnung von Bant drei Schriftstücken, von denen Cavaignac gesprochen habe, um mit geheimnisvollen Deutungen geoffenbarte Berlepschlist Wahrheit häusern zur Vermittelung von Geldgeschäften des Reichs- Invaliden- die Verurteilung des Dreyfus zu rechtfertigen, seien zweigefonds. Für die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt von fälscht das dritte beziehe sich nicht auf Dreyfus. sei oder nicht. Er beharrt dabei, daß die bösen Absichten der Berlepsch- Elsaß- Lothringen für 1894/95 nebst dem Beschlusse des Landes- Manau verurteilt aufs schärfte das Benehmen du Paty de Clams, Leute vorhanden gewesen seien, ohne irgendwelche Anzeichen den er einen abgefeimten Heuchler nennt, erklärt, daß er die von dafür anführen zu können; ja selbst jene angeblichen Unterhandlungen ausschusses dazu wurde Entlastung erteilt. Euignet gegen du Paty erhobenen Anschuldigungen für bes gründet halte, brandmarkt das von Henry und du Paty be= züglich der diplomatischen Altenstücke ersonnene Lügenge webe und stellt feft, daß die Vorenthaltung Attenstüden unberechtigt er diplomatischen gewefen fei, da keines derselben irgendwelche Berwickelungen hätte herbeiführen fännen. Hierauf wird die Sigung abermals In der 1. Mai- Nummer des„ People", New York( von der, neben unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sigung erklärt Manau, der regulairen Auflage, 112 000 Gremplare zum Vertrieb gelangten, er halte die Wahrheit der Aussagen des Untersuchungsa die von den diversen Parteifektionen bezogen worden waren) ist eine richters Bertulus hinsichtlich seiner Zusammenkunft mit Notiz über die„ Labor News Co.", bie focialistische Buchhandlung Henry für unbestreitbar. enthalten, welche neben dem Aufschwung in der Stimmenzahl bei Manau schließt mit der Versicherung, daß mehrere neue den Wahlen 2c. zeigt, in welch rapider Weise der Socialismus Thatsachen vorliegen, welche die Unschuld des Dreyfus be besonders seit der letzten Parteikonvention 1896 unter der anglo- weisen. Er verlangt deshalb die Kassierung des Urteils vom amerikanischen Arbeiterbevölkerung Eingang gefunden hat. Der Bar- Jahre 1894 und die Verweisung Dreyfus bor ein umfaß des Geschäfts betrug 1893: 884,15 Dollar, 1894: 1104,17 Dollar anderes Kriegsgericht. Der Augenblid, so sagte er am 1895: 2569,17 Doll., 1896: 2592,93 Doll., 1897: 2774,55 Doll., 1898 Ende seines Plaidoyers wörtlich, ist feierlich. Das Land wird den Die Wiener Arbeiter haben gestern den christlich- socialen Wahl- 3819,44 Dollar. Der Aufschwung im legteren Jahre fällt besonders Urteilsspruch vernehmen, die ganze Welt wird ihn sich zu eigen schwindlern die verdiente Antwort gegeben. Es fanden nicht weniger in die Zeit ab 1. August, nachdem das Geschäftslotal verlegt worden machen, die Geschichte wird es ihren Blättern einverleiben. als e If Versammlungen statt, und alle waren in einem war; von da bis Ende Februar d. J. betrug der Barumfaz allein Diese drei Richter, denen wir alle unterworfen sind, werden dann Partei- Machrichten. in füherer Zeit werden nach wie vor streng diskret bewahrt, daß nur niemand Klarheit gewinne. Und, obgleich authentisch na ch= gewiesen ist, daß das Unternehmen der Berliner KrankenIn Amerika ist vor einiger Zeit wieder ein neues Totales kassen nicht das geringste mit irgendwelchen Berlepschereien zu thun hatte, spricht sich die Leipziger Volkszeitung" den Ruhm Partei- Organ in englischer Sprache erschienen, und awar unter dem zu, die Tücke derer um Berlepsch durchkreuzt und die revolutionäre Namen„ The Proletarian" in Springfield, Massachusetts. Es ist Keuschheit der Arbeiterklasse gerettet zu haben. Vielleicht erkennt die dies das sechste. Leipz. Wolfsztg." noch einmal, daß ein wenig diplomatische Zurüd haltung", die etwas wesentlich anderes ist als die dunkel raunende Mystit des Gewährsmanus der Leipz. Bolfsztg.", nicht unangebracht ist für ein Blatt, das die Partei nicht anführen", sondern führen will." Ausland. Protest der Arbeiter Wiens. -st- Wien, 80. Mai. es Paris, 31. Mai.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Manau erklärte Henry des Verrates für verdächtig wegen seiner erwiesenen Beziehungen zu Esterhazy. Die„ Geheimstüde" seien Fälschungen gewesen oder auf Dreyfus nicht anwendbar. Mana u unterzog auch die militärischen Zeugen einer scharfen Kritik. ihr Urteil fällen, gegen welches es koine Berufung giebt". Die wurden von den letzten 2 Meistern bewilligt. Nun müssen aber der Anstalten in vorbeugende Behandlung genommen wurden. Darunter Sigung wird sodann aufgehoben. größte Teil der Leute 3-5 Stunden Montags und Sonnabends bis befanden sich 1898 4910 Lungentuberkulöse. Als erwerbsfähig ge= zur resp. von der Arbeitsstelle nach Hause laufen. Bisher wurden den heilt wurden 1897 68 bis 69 Prozent und 1898 72 bis 74 Prozent Maurern in diesen Fällen 2 Stunden Laufzeit ohne Lohnabzug entlassen. gewährt. Diese Vergünstigung sollte jegt wegfallen, damit waren Amtlich beglaubigtes Elend. In Lampersdorf, Kr. Frankendie Maurer nicht zufrieden. Nunmehr suchen die Meister Arbeits- stein in Schlesien hatte ein Schneidermeister, der zu einem Woche haben sie 6 Mann herbeigeholt; den Anreißer macht einkommen von 420 m. bis 660 m. veranlagt war, gegen diese Einwillige vom Berliner Arbeitsnachweis heranzuziehen, in voriger Einkommensteuer- Sage von 2,40 M., entsprechend einem JahresJoh. Pernasch, ein Berliner Maurer. schätzung Widerspruch erhoben mit der Begründung, daß er mit seiner Frau nur ein Jahreseinkommen von 350 M. habe. Vom Gemeindevorstand erhielt er aber bald einen ablehnenden Bescheid, der am Schlusse wörtlich folgende Bemerkung enthielt: Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In Teschendorf bei Löwenberg erreichten die Maurer im borigen Jahr die 10stündige Arbeitszeit an Stelle der 11stündigen, in diesem Jahr war es ihnen möglich, den Stundenlohn von 28 auf 35 Pfennigen zu erhöhen; beides geschah durch gemeinsames VerHandeln. - Am 28. Mai wurde in Granfee unter Beisein der Arbeitgeber und Vertreter des Verbandsvorstandes und der Lohn fommission der Verbandszahlstelle folgende Vereinbarung getroffen: 1. Die Arbeitszeit ist eine 10ftündige( bisher 11 Stunden); 2. Die Maurer, welche bisher 2,75 Mart Tagelohn erhielten, werden jegt mit 28 Pf. Stundenlohn entlohnt, die einen geringeren Lohn hatten etwa 12 alte und invalide Kollegen erhalten 25 Pf. pro Stunde. 3. Wer 5 Kilometer von seiner Wohnung arbeitet, erhält pro Stunde 22 Bf. Landgeld und am Montag beginnt die Arbeit eine Stunde später. 4. Der Lohn wird wöchentlich und zwar auf der Baustelle ausgezahlt. 5. Baubuden und Aborte der Gefundheit und Sittlichkeit entsprechend find auf jedem Bau einzurichten. 6. Dieser Vertrag gilt bis 1. März 1900. Wünscht ein Teil eine Aenderung desselben, so hat er dies bis zum 15. Dezember 1899 mitzuteilen und haben dann Meister- und Gesellenvertretung sofort zusammenzukommen, um Lohn- und Arbeitsbedingungen für das nächste Jahr festzulegen. Geschieht eine Kündigung nicht, so gilt dieser Vertrag ein weiteres Jahr. Den Maurern allerorts und besonders denen in Berlin legen wir dringend ans Herz, den Zuzug nach den Orten, wo Differenzen bestehen, fernzuhalten. Früher war es üblich, daß bei Lohnbewegungen die Maurer Berlins stets in Angst vor dem Maurer vom Lande lebten. Heute ist es umgekehrt. Im Auftrage der Agitationskommission: H. Silberschmidt. In Bezug Ihrer Angabe, einen Jahresverdienst von bloß 350 M. zu haben, möchten wir bemerken: Daß Sie von einem Einkommen von wöchentlich durchschnittlich 7 M. unmöglich Ihren Lebensunterhalt Feuerung, Kleidung, Nahrung und Ver gnügen bestreiten tönnen. Das Wort Vergnügen" ist im Original unterstrichen. Das interessante an dem Schriftstück ist, daß selbst ein Dorfgemeinde- Vorstand, der doch, wie im vorliegenden Falle schon grammatikalische Erwägungen bestätigen, gewiß nicht zu den erleuchtetsten Amtspersonen des geeinten Reiches gehört, es für un möglich erklärt, mit einem derartigen Einkommen zu egiſtieren. Daß viele tausende Familien in Schlesien nach nicht einmal 7 M. die Woche haben, ist eine Thatsache, die von keinem amtlichen Zweifel an der Steuerzahlungsfähigkeit aus der Welt geschafft wird. Es ist zu vermuten, daß die höheren Amtskreise dem DorfgemeindeBorstand an Einsicht nicht werden nachstehen wollen und über eine Werbefferung der Lage und der Steuerzahlungsfähigkeit dieser Armen nachsinnen werden. Sächsische Socialpolitik. Aus der Vereinigung sächsischer Orts- Kranfenfassen haben gegen 20 Kassen ihren Austritt erklärt, weil sie aus Kassenmitteln teine Diäten mehr für ihre Vertreter zu den Versammlungen entnehmen dürfen. Die Lehren des TuberkuloseKongresses scheinen demnach noch nicht bis nach Dresden gedrungen Versammlungen. zu sein. Maßregelungen städtischer Gasanftalts- Arbeiter infolge gewerkschaftlicher Thätigkeit. Die Arbeiter der IV. städtischen Gasanstalt standen bis vor kurzem der gewerkschaftlichen Bewegung ihrer Berufsgenossen gänzlich fern. Erst in den letzten Wochen schüt telten sie, ohne daß irgend welche Agitation von außen in ihre Reihen hineingetragen wurde, ihren Indifferentismus ab und an 130 Mann traten dem Verbande der städtischen Arbeiter bei. Dieses schien der Direktion der genannten Anstalt äußerst unangenehm zu sein und so wurden sogar bei Gastwirten, wo die Arbeiter ihre Zusammenfünfte abhielten, Erfundigungen über das Treiben der Arbeiter eingezogen. Am vergangenen Sonnabend ist nun plöglich der Vorsitzende und der Schriftführer, welche der Sektion der organisierten Gasarbeiter für die IV. Anstalt vorstanden, angeblich wegen Arbeitsmangels" ent lassen worden. Daß Maßregelungen vorliegen, geht aus folgendem hervor. Wenn bisher Entlassungen infolge von Arbeitsmangel vorgenommen werden mußten, so wurden stets nur Sofarbeiter und nicht ausgebildete Leute entlassen, die im Betriebe thätig waren. Der Schriftführer arbeitete mum aber im Betriebe. Als er den Gasmeister um den Grund seiner Entlassung, fragte, sagte dieser " Ich habe gegen Sie nichts auszusetzen; Sie werden wahrscheinlich in Bersammlungen Reden gehalten haben." Auch die Entlassungsscheine der anderen Vorstandsmitglieder waren bereits ausgeftelt; als dann aber der entlassene Schriftführer dem Dirigenten der Anftalt unter Bezugnahme auf die erwähnte Aeußerung des Gasmeisters fagte, daß er nur wegen feiner gewerkschaftlichen Thätigkeit gehen Im Streit befinden sich die Maurer in& ets chin., Zehdenid, müsse, ba unterblieb die Entlassung der anderen Vorstands- Augsburg, Dresden, Bremerhaven, Torgelow, mitglieder. Die unbesonnene Aeußerung des Gasmeisters hätte elmstädt, Blantenburg. Schöningen, Bergen auf Der socialdemokratische Wahlverein für den 2. Berliner auch dann den wahren Entlassungsgrund allzu flar zu Tage treten Rügen mit den Orten Binz, Sellin, Göhren, Putbus Reichstags- Wablkreis hielt am Dienstag bei Bickel, Hasenhaide, laffen! Außerdem äußerte der Bureaubeamte, der die Entlassungs- und Gingst, Braunschweig, Weißenfels, Meißen, eine Versammlung ab, in der Rechtsanwalt V. Frankl über: scheine aushändigte, als die Gemaßregelten darum baten, doch den Göthen, Stralsund, Gommern, Tambach, Lügen. Der sociale Charakter des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches" referierte. wahren Entlassungsgrund in die Scheine hineinzuschreiben:" Das Egeln und Marienwalde. Außerdem stehen Differenzen in Der Redner erläuterte zunächst die Hauptsächlichsten Bestimmungen würde Sie nur schädigen, dann würden Sie wohl nirgends Arbeit wie bus und Forst i. 2. bevor. Nach all diesen Orter im allgemeinen und wies sodann nach, daß das Bürgerliche Gesezerhalten." ist der Zuzug zu meiden. Die Arbeiter haben mun beschlossen, über das Verhalten ihrer buch viele Mängel aufweist und zahlreiche Bestimmungen enthält, Direktion bei den höheren städtischen Behörden Beschwerde zu führen die einseitig nur die Rechte der herrschenden und besitzenden Klasse wahren. Er tommt zu dem Schluß, daß das Bürgerliche Gesetzbuch, und die Wiedereinstellung der Gemaßregelten zu beantragen. Zur Lohnbewegung der Riemendreher in Barmen. Die obwohl es in mancher Beziehung kleine Vorzüge gegenüber den bisKüralið föhrieb Herr Bürgermeister Kirschner den organisierten städtischen Arbeitern, daß sie wegen der Ausübung ihres Koalitions- Erwartung, die wir in unserer letzten Mitteilung aussprachen, daß herigen Zuständen aufweist, doch keineswegs die vorhandenen ökonomiWarum unterläßt die Fabrikanten zu Verhandlungen mit den Arbeitern geneigt sein schen Verhältnisse berücksichtigt und nicht im geringsten den Interessen und denn aber der Magistrat, seinen] Organen werden, hat sich erfüllt. Es sind bereits Anordnungen zur Wahl den Bedürfnissen der Arbeiterklasse entspricht. Aufgabe der Bevölkeeinmal gründlich flar machen, zu daß sie sich einer Vertretung getroffen, die mit den Unternehmern über die ein- rung müsse es daher sein, die parlamentarischen Vertreter der Socialunt die ge= werkschaftliche Thätigkeit ihrer Arbeiter garnicht zu fümmern gereichten Forderungen unterhandeln wird. Mittlerweile haben die demokratie zu vermehren. Eine Diskussion über den beifällig aufhaben und dieserhalb nicht Maßregelungen vornehmen dürfen, da Arbeiter einer Firma, entgegen dem Beschluß einer Textilarbeiter- genommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Nachdem der Vorsitzende doch fortgesezt Maßregelungen vorkommen?" Unwillkürlich müssen Bersammlung, plötzlich die Arbeit eingestellt. Gegen diese die Be- zum Anschluß an den Wahlverein und zur regen Agitation für dendie interessierten Kreise zu der Annahme gelangen, daß der wegung nur schädigende Handlung hat sich die Zahlstelle des Textil- felben plädirt hatte, erläuterte ein Vertreter der Treptower Sternarbeiter- Verbandes sehr entschieden gewandt und jede Verantwortung warte die Einrichtung und Bedeutung dieses Instituts, um den Bes Magistrat die Maßregelungen sehr gern sieht und man die für die Handlungsweise der Arbeiter abgelehnt. Mit dieser Absage such desselben zu empfehlen. Wie der Vorsitzende bekannt gab, hat Oeffentlichkeit nur zu tauſchen bestrebt ist, wenn man davon redet, dürften dem geordneten Wege der Berhandlung keine weiteren der Vorstand eine größere Anzahl Billets, die zur Besichtigung des daß nie Eingriffe in die Koalitionsrechte der Arbeiter geschehen werden. Hindernisse entgegenstehen. Instituts berechtigen, entnommen und sind diefelben in allen Bahls Zur Lohnbewegung der Berliner Steinsetzer. Wiederum find wir in der Lage, über einige weitere Bewilligungen berichten und den in Frage kommenden Vororten, wie vorauszusehen war, der Beit eine Versammlung stattfinden wird, in der über die Reform Maurerstreik in Dresden. Gestern vormittag ist in Dresden stellen erhältlich. Zum Schluß wurde noch mitgeteilt, daß in nächster zu können, und zwar sind dies die Steinſegmeister Wolter- Maurerſtreit ausgebrochen, nachdem gestern Abend eine überfüllte des Wahlvereins beraten werden soll. Der socialdemokratische Wahlverein für den 6. Berliner berg. Außerdem haben die bei der Firma Siemens u. aiste nehmer verhalten sich im allgemeinen den Forderungen der Reichstags- Wahlkreis hielt am Dienstagabend in den Berolinabeschäftigten Steinsetzer die Forderung bewilligt bekommen. Eine Maurer gegenüber ablehnend, und scheinen es auch auf eine Sälen, Schönhauser Allee 28, eine gut besuchte Versammlung ab, ganze Anzahl weiterer Bewilligungen sind zugesagt. Wenn nicht Straftprobe mit der guten Organisation der Arbeiter ankommen in der eingangs Vereinsangelegenheiten zur Erledigung kamen. alle anzeichen trügen, dürfte es in der am Dienstagabend statt- lassen zu wollen. Sie setzen dabei ihre Hoffnung hauptsächlich auf Hierbei machte der Vorsitzende Kiesel auf die noch vors gehabten Innungsversammlung ziemlich stürmisch zugegangen sein, die Heranziehung fremder ausländischer Arbeitskräfte. Demgegen handenen und für das laufende Jahr gültigen Billets denn verschiedene Meister drängen darauf, daß der Streit beendet über ist erfreulicherweise zu konstatieren, daß die jetzt schon hier zur Sternwarte und Riesen- Fernrohr aufmerksam mit dem wird. Es stellt sich immer mehr und mehr heraus, daß italienischen, böhmischen 2c. Maurer sich Ersuchen, von denselben recht regen Gebrauch zu machen. die meisten Innungsmeister ihre Unterschrift zu der angedrohten Aussperung vollständig unüberlegt oder aber in an dem Streit beteiligen. Die Zahl der Ausständigen beträgt 2500. entspann sich eine furze Debatte über die in der Schönhauser Vorstadt bevorstehende Kommunalwahl, wozu die Wählerlisten vorausdem Vorsage hergegeben haben, dieselbe nicht zu halten, Von allen Rednern falls es zum äußersten kommen sollte. Es war den Befürwortern Der Kampf der Brünner Textilarbeiter. Der Streit ist in ſichtlich im Juli ausgelegt werden dürften. dieses Beschlusses lediglich darum zu thun, den drei Nichtinnungs- ein neues Stadium getreten. Das kartell ber& abrikanten wird dabei die Notwendigkeit der Durchsicht der Listen betont, um eventuell fehlende Wähler nachtragen zu lassen. Es hält nun Firmen, bei welchen gestreift wurde, einen Freundschaftsdienst zu erwurde gesprengt. Die Unternehmer hatten ein Kartell ge- Dr. Bernstein einen mit großem Intereffe aufgenommenen Vorweisen, in der stillen Hoffnung, daß die Gesellen bei Bekanntwerden schlossen, wonach bei einer Konventionalstrafe von 10 000 fl. feiner des Beschlusses die Flinte ins Korn werfen würden. von ihnen die Solidarität brechen dürfe. Obwohl das Koalitions- trag über Ansteckende Krankheiten", bei welcher Gelegenheit Redner gleichzeitig die Verhandlungen des Tuberkulose- Kongresses in kurzen Denn bis heute haben verschiedene der unterzeichneten Innungs- gesetz derartige Verträge als nichtig erklärt, wagte es begreiflicherweise Zügen beleuchtete. Eine Diskussion wurde nicht beliebt, worauf die meister noch gar nicht daran gedacht, die wenigen ihnen verbliebenen feiner, sich aufzulehnen. Die Reichenberger Fabrikanten, bekanntlich die Versammlung, nachdem der Vorsitzende in fernigen Worten auf die Gesellen zu entlassen, trotzdem sie gedroht hatten, alle zu entlassen, erbittertſten und zugleich schmutzigsten Konkurrenten der Brünner, Notwendigkeit der politischen und gewerkschaftlichen Organisation falls bis zum Mittwoch die Arbeit nicht aufgenommen sei. So be suchten den Streit auszunüßen, um einen größeren Rebbach einzu- hingewiesen, mit einem Hoch auf die Socialdemokratie geschlossen schäftigen noch Gesellen, die nicht auf Kündigung stehen: sacken. Deshalb forderten sie die Brünner auf, nur ja nicht nach wurde. E. Kuhlbrodt, J. Hirsch, A. Hirsch jun., G. Riedel, Hübner, Appert, zugeben. Als die Brünner, über diese plögliche Freundschaft verMariendorf. In einer gut besuchten Versammlung der alles Innungsmeister, die als erste unterschrieben haben. wundert, mißtrauisch wurden, versprachen ihnen die Reichenberger, und gewerblichen Hilfsarbeiter Allem Anschein nach haben sich also die drei Nichtinnungsfirmen Jägerndorfer und Bielizer Hilfe. Falls die Brünner Arbeiter nicht aus Erd von der Inmung aufs Glatteis führen lassen. Vielleicht sehen die- bis zu einem gewissen Termin die Arbeit aufnehmen, sollten in den Deutschlands, welche am 23. Mai in Marienfelde tagte, sprach felben nun aber ein, daß fie flüger thun, sich ihrerseits auch nicht an anderen Orten die Textilarbeiter ausgesperrt werden. Aber als es C. Lantow über das Thema:„ Der Kampf gegen das Koalitionsden angeblich ihnen zu Liebe gefaßten Beschluß, der ja doch nicht Ernst wurde, da suchten die Schlaumeier den Termin immer weiter recht der Arbeiter und das Zuchthausgeset". Redner schilderte in wirkungsvoller Weise den Wert der Koalitionsfreiheit und geißelte gehalten worden ist und den zu halten kein Innungsmeister ent- hinauszuschieben. schlossen war, länger zu binden und suchen mit den Arbeitern eine Vereinbarung zu treffen. = Deutsches Reich. arbeitenden fremden Ausland. Weiter Der Unmut unter den Brünner Unternehmern wurde immer das Bestreben der herrschenden Klassen, welche den Arbeitern die gegrößer, und man sprach bereits öffentlich davon, daß einzelne nach- ringen Rechte verkümmern wollen. Allseitiger Beifall lohnte den geben wollten. Für Montagabend wurde eine Konferenz der Redner für seine trefflichen Ausführungen. Fabrikanten der vier Orte angekündigt, in der über den Antrag Weißensce. Die Arbeiter und Arbeiterinnen hielten hier am Zur Lohnbewegung der Maurer in der Provinz Brandenburg. einiger Unternehmer, es sei die Verpflichtung zu einer Konventional 28. Mai eine öffentliche, gut besuchte Versammlung ab. Nach einem In Spandau wurden im vorigen Jahr die Maurer aus- ftrafe aufzuheben und jedem Unternehmer freie Hand zu lassen, ver- Vortrag des Genossen Kater wurde beschlossen, vorläufig von der gesperrt, im Anschluß hieran forderten sie eine Lohnerhöhung von handelt werden sollte. Aber noch ehe die Versammlung stattfand, Gründung einer Filiale des Vereins der Arbeiter und Arbeiterinnen 48 auf 50 Pf. die Stunde, bessere Baubuden und Aborte. Durch lud ein Unternehmer, Herr Herold, die Vertreter der Arbeiter vor Abstand zu nehmen. Dagegen wurde die Wahl eines Hilfstassierers Heranziehung arbeitswilliger Italiener war es den Unternehmern und teilte ihnen mit, daß er den zehnstundentag bevollzogen, mit welchem Amt Heinrich Bachmann, wohnhaft möglich, die Arbeit notdürftig zu fördern, der Streit ging darum willige. Ferner hat auch die Firma Reymann und Lehderstr. 1 in Weißensee, betraut wurde. erfolglos aus. In diesem Jahre stellten nun die Maurer dieselben Söhne den Zehnstundentag bewilligt. Sind diese Köpenick. Die Zahlstelle des Verbandes aller im TransportForderungen und wurden die beiden ersten bewilligt. Ohne Zweifel beiden Firmen auch nur fleinere Unternehmer( Herr Herold be- und Verkehrsgewerbe beschäftigten Personen hielt am 27. Mai ihre ist dies die Wirkung des vorjährigen Streiks, der also nicht resultat- fchäftigt 200-300 Arbeiter), so ist doch vorauszusehen, daß die zwei regelmäßige Mitgliederversammlung ab und war dieselbe, der MitTos geführt wurde. Fälle nicht vereinzelt bleiben dürften. gliederzahl entsprechend, gut besucht. Die Verhandlungen waren In Königs Wusterhausen wurde bis 1898 ein Lohn Die Zimmerleute in Bern trafen auf gütlichem Wege mit den größtenteils interner Natur. Zum Schluß wurde zur regen Agitation von 33-36 Pf. pro Stunde gezahlt. Nach Gründung der Organi- Unternehmern ein Uebereinkommen mit folgenden wichtigen Fest- für die öffentliche Versammlung am 4. Juni im Lokal von Meyer sation wurde der Lohn bis 38 Pf. in die Höhe gebracht. In diesem Jahre ist durch Verhandlungen der Lohn auf 45 Pf. pro Stunde legungen: Zehnstundentag vom 1. März bis 1. Oktober, Achtstunden- aufgefordert, in der die Wahl eines Vertrauensmannes, sowie die festgesezt, außerdem find Baubuden und Aborte verbessert worden. tag vom 1. Oktober bis 1. März, minimaler Stundenlohn 45 Cts. eines Delegierten zum Gewerkschaftskartell erfolgen soll. ( mit Ausnahmen für junge, die Lehrzeit beendende, altersgebrechliche: In Oranienburg find die Maurer erſt ſeit einigen Monaten oder teilweiſe invalide Arbeiter), Zohnzuschlag von 50 Broz für Lehte Nachrichten und Depelihen. organisiert. Die Löhne standen bis auf 35 Bf. und darunter, für Wasser-, Nacht- und Sonntagsarbeit, 14 tägige Lohnzahlung, Freieinen Vorort von Berlin äußerst niedrig. Die Arbeiter forderten willigkeit der Accordarbeit, Versicherung gegen Unfall. Die Uebereinen Minimallohn von 40 Pf. Bei zwei Meistern ist derselbe be- einkunft wird als Ortsgebrauch erklärt und bleibt bis Ende 1903 in Dresden, 81. Mai.( B. H.) Wie die„ Dresdener Neuesten willigt, während die übrigen zwei mur einen solchen von 38 Pf. Straft. Wird sie nicht 4 Monate vor Ablauf dieser Frist gekündigt, Nachr." melden, sind heute hier 4000 Maurer, nach vorauszahlen. Ueber 2 Geschäfte, welche die Forderung der Maurer nicht be- so gilt fie jeweilen für ein weiteres Jahr. willigten, haben die Maurer in Sonnenburg die Sperre ver- Die streikenden Maurer und Handlanger in Bellinzona gegangener erregter Versammlung, in den Lohnausstand getreten. hängt. Einer dieser Unternehmer besorgte sich von den auf Bucht erkämpften eine Lohnaufbefferung von 60 bis 70 Cts. pro Tag( Hand- Die Zimmerer halten heute Abend Versammlungen ab, in denen haus- Kommando anwesenden Soldaten vier Mann, die aber nach langer 30 bis 40, Pflasterbuben 40 bis 50 Cts.), die 10 stündige ebenfalls der General streit proklamiert werden soll. 1/2 tägiger Arbeit wieder zurückgezogen wurden. Arbeitszeit, 14tägige Lohnzahlung und Abschaffung des Trucksystemis. Hohenstein Eruftthal, 31. Mai.( B. S.) Nachts zwei Uhr Die Lohnerhöhungen treten sofort in Kraft, Die Weltener Meister haben den am 16. April d. J. geschlossenen Vertrag durchbrochen. Nachdem die Arbeiter in den Streit eingetreten waren, bequemten sich die Unternehmer zur Erfüllung des Vertrages. Nach vierwöchentlichem Streit sind den Gubener Maurern sämtliche Forderungen bewilligt worden. Lohnerhöhung von 32 auf 35 Pf., Bezahlung der Ueberstunden-, Nacht und Sonntagsarbeit mit 10 Pf. Aufschlag; Arbeit, die 5 Kilometer von Guben entfernt, pro Stunde 5 Pf. Landgeld; Sonnabends um 5 und an den Tagen vor den hohen Festen um 4 Uhr Feierabend. Eimer, Spaten und Stemmzeug werden vom 1. Januar 1900 ab vom Meister geliefert, ferner sind eine Reihe anderer Erleichterungen zugestanden. Maurerstreik in Dresden. In Crenjot( Frankreich) befinden sich 6000 Arbeiter im Aus- brach in der Wohnung des Strumpfwirkers to ch Feuer aus, durch stand. Man nimmt an, daß der Ausstand allgemein wird und dürfte welches drei Wohngebäude eingeäschert wurden. Beim Retten eines sich dann die Zahl der Ausständigen auf 10 000 erhöhen. Zwischen Kindes erlitt Roch schwere Brandwunden, seine Frau wollte sich der Polizei und den Streikenden ist es zu Konflikten gekommen, wobei zahlreiche Ausständige mit blanker Waffe verwundet wurden. Für Sonnabend ist vom Friedensrichter eine Versammlung einberufen, um den Versuch einer Verständigung zu machen. In Malmö( Schweden) befinden sich die Barbier- und Friseurgehilfen im Aus stand. Sociales. durch einen Sprung aus dem Fenster retten, blieb aber mit gebrochenen Gliedern liegen; beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Drei Kinder der Familie im Alter von 4, 9 und 13 Jahren sind in den Flammen umgekommen. Como, 31. Mai.( W. T. B.) Der internationale Tele graphen- Kongreß wurde heute hier im Beisein des Post- und Telegraphenministers San Giuliano, der Behörden und zahlreicher italienischer und ausländischer Delegierten eröffnet. Kairo, 31. Mai.( B. H.) Bei den Kranken, die ins Spital Um den 10 Stundentag und 35 Pf. Stundenlohn zu erreichen, befinden sich die Maurer in 3 e hbenid jetzt 8 Wochen im Streit, Die Statistik über die Heilbehandlung bei den Invaliden- gebracht werden mußten, ist Best festgestellt worden. Zu energischer ohne daß auch nur einer abfiel. Fast schien es, als ob zum Pfingst Versicherungsanstalten für 1897 und 1898 weift für 1897 Bekämpfung dieser Krankheit wies die Regierung die Summe von fest der Streit beendet sein sollte. 10stündige Arbeit und 35 Pf. Lohn 10 483 Personen und für 1898 13 758 Personen nach, die von den 500.000 Fr. an. Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badina in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Br. 125. 16. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kommunales. Der Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung zur Vorberatung der Anträge: 1. des Stadv. Ulrich und Genossen, betreffend die Uebernahme der Simeonstraße in die städtische Verwaltung, des Stadtv. Wallach und Genossen, betreffend die Verbreiterung der Alten Jakob straße vor den Grundstücken 20-22, haben Dienstagabend unter Vorsiz des Stadtv. Wallach und in Anwesenheit des Stadtsynditus Meubrint mit überwiegender Mehrheit beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, beide Anträge abzulehnen, ersteren mit dem Bemerken, es den Adjacenten zu überlassen, annehmbare Gebote zu machen. Zum Referenten ist der Stadtv. Körte bestimmt worden. Donnerstag, 1. Juni 1899. mit gleicher Bestimmtheit bestätigt, und Herr Glazer erklärt uns inhaberin leichte Brandwunden davontrug. Mehrere Möbelstücke nach Vorhaltung der gestrigen Behauptung des Herrn Krummacher wurden beschädigt. Zwei weitere Alarmierungen nach Alvenss zum dritten Male, daß er diese seine Angaben auch der Erklärung Lebenstraße 16 und Georgentirchstr. 5. entsprangen aus des Herrn Krummacher gegenüber ihrem vollen Inhalte nach aufrecht unbedeutender Veranlaſſung. erhalte." Aus den Nachbarorten. Wenn man um die unentgeltliche Hergabe von Lehrmitteln bei der Schulkommission einkommt, so kann man über die Sparsamkeit, mit der diese Institutionen wirtschaften, recht drastische Der Vertrauensmann von Pankow ersucht uns, die ParteiErfahrungen machen. Einer unserer Leser hat, wie er uns mitteilt, genossen darauf aufmerksam zu machen, daß das dortige Lokal Moabiter ein Mündel bei sich in Pflege, wofür er monatlich 12 M. Pflegegeld Brauerei- Ausschant, Inhaber Schäfer( früher Kranz), in der Lindenerhält. Als der Knabe zu Ostern in die zweite Klasse der Gemeinde- straße, strenge zu meiden ist. Der Wirt des Lokals hat Arbeiter, die schule versetzt wurde, kam der Pflegevater bei der 127. Schul- bei ihm verkehrten, wegen ihrer Zugehörigkeit zur Socialdemokratie tommission um Bewilligung freier Lehrmittel ein. Das Kind erhielt insultiert. die Hälfte der Lehrmittel, also drei Bücher bewilligt; drei andere Die vom Magiftrat am letzten Freitag beschlossene Errichtung Bücher, welche nach der schriftlichen Erklärung des Lehrers für die von zwei Fachwerkpavillons auf dem Grundstücke des Krankenhäuslichen Arbeiten von Wert sind, wurden dem Knaben abgeschlagen. hauses im Friedrichshain zur Unterbringung von je 64 Betten, zusammen also von 128 Betten ist als dringlicher Antrag noch auf hier erwähnten Jungen, ist bei seiner Mutter, einer Witive, Ein anderes Mündel unseres Parteigenossen, der Bruder des die Tagesordnung der heutigen Stadtverordneten- Bersammlung gefegt geblieben. Auch dieser Schüler wurde zu Ostern versetzt, und zwar in die dritte Klaffe. Als in dem zweiten Falle die Witwe gleichfalls um die Bewilligung der Lehrmittel bei der 91. Schulfommission einfam, wurde ihr Gesuch gänzlich abgeschlagen. worden. Lokales. Der Wahlverein des dritten Wahlkreises unternimmt am nächsten Sonntag( den 4. Juni) einen Familien- Ausflug nach dem Restaurant„ Pferdebucht" bei Köpenick. Abfahrt vormittags 9 Uhr 10 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Bei solcher Sparsamkeit fann es wirklich kein Wunder nehmen, wenn von den 40 000 Mart, die die Stadtverordneten- Versammlung alljährlich für Lehrmittel bewilligt, immer etliche Tausend Mark als unverwendbar wieder zurückgeführt werden. Zum Ruhme dient der Schulverwaltung eine solche Sparfamkeit aber gerade nicht. Die Restauration auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhof, welche bisher eine jährliche Pacht von 12 000 m. gebracht hat, ist von der Eisenbahndirektion Berlin zur Neuverpachtung ausgeschrieben worden. In dem Bietungstermin hat dem„ Berl. Tagebl". zufolge ein Gastwirt aus Heidelberg das Meistgebot von 30 000 M. abgegeben. um die Restauration hatten sich auch zwei Potsdamer Restaurateure beworben, der Pächter des dortigen Schüßenhauses, Rudolf Diet mann und der frühere Pächter des Kaffeehauses Templin, Adolf Neun. Die Pachtgebote dieser beiden Gastwirte betrugen 19 000 beziehungsAchtung, Mitglieder der Freien Volksbühne. Für die 4. Abteilung wird Sonntag, den 4. Juni, nachmittag 28/4 Uhr im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater Hauptmanns„ Einsame Menschen" gegeben. Die Vorstellungen folgen am 11. und 18. Juni. Die Mitglieder der Bahlstelle 22( Baale) werden dringend gebeten, ihre Mitgliedskarten behufs Kontrolle mit dem Bahlstellenbuch fofort nach der letzten Vorstellung( Einsame Menschen) in der Zahlstelle abzugeben. Auch die übrigen Mitglieder bitten wir in ihren Bahlstellen die alten Mitgliedstarten mit einer Erklärung der weiteren Mit- weise 18 000 M. gliedschaft nach Schluß der Vorstellungen möglichst bis 20. Juni abzugeben. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. Ein Sittenbild vom Paradetag. Am vorgestrigen Paradetag waren die Bellealliance- und Friedrichstraße 2c. durch Kriminalbeamte start besetzt. Diese Ueberwachung galt den Spizbuben, welche nach Das mahut an das Mittelalter so schön, an Edelknechte bisherigen Erfahrungen gerade die Paradetage benutzen, um die und Knappen, die in den Herzen getragen die Treu und auf dem Taschen der Mitmenschen zu erleichtern. Es wurden gestern insein Wappen. Also kann man sagen, wenn man die gesamt 14 Diebe, unter denen sich auch drei noch schulpflichtige Beschwörungsform ein betrachtet, die von den KriegerKinder befanden, festgenommen. vereinen in ihrem unentwegten Kampfe gegen die Social- Dreihundert Accumulatorenwagen für den Straßenbahndemokratie angewendet werden müssen. Einer unserer Leser, betrieb werden im Auftrage der Direktion der Großen Berliner der seit früherer Zeit in solchem Verein Mitglied war und wohl Straßenbahn noch fertiggestellt. Außerdem sind noch ca. 200 Motorwegen der verschiedenen Unterstützungszwecke, zu denen er stets bei- wagen erforderlich, um den Wagenpart für die elektrische Berliner gesteuert hatte, seine Vereinszugehörigkeit nicht gern aufgeben mochte, Straßenbahn zu vervollständigen. Nach Umwandlung des gesamten wurde kürzlich von einer Deputation folgende Erklärung" zur Pferdebahnbetriebes in den elektrischen werden rund 2600 Wagen Unterschrift vorgelegt: den Straßenverkehr in Berlin vermitteln. Ein netter Schneiderschen Handelsgärtnerei, Hermannstraße 56, in der Nacht Aus Rigdorf. Ein großer Diebstahl wurde in der zertraten sie. Leider fehlt von den Thätern noch jede Spur. vom Montag zum Dienstag ausgeführt. Zahllose wertvolle Blumentöpfe fielen den Dieben zur Beute, und was sie nicht mitnehmen konnten, Liebhaber scheint der frühere Droschkentutscher Ernst Matausch aus der Kopfstraße zu sein, welcher dieser Tage verhaftet wurde. M. hatte mit der Tochter des Tischlers St. in der Lessingstraße ein Liebesverhältnis unterhalten, welches die Eltern jedoch nicht leiden wollten. Das Mädchen erklärte daher ihrem Liebhaber, daß sie auf weiteren Verkehr mit ihm verzichte. Damit war M. jedoch nicht einverstanden und verfolgte seitdem die K. auf Schritt und Tritt mit Drohungen. An einem der letzten Abende mußte die K. sogar polizeilichen Schuß vor M. in Anspruch nehmen. Einige Stunden später wußte sich M. heimlich in das Haus feiner Angebeteten zu schleichen und öffnete gewaltfam deren Schlafstuben thür. Das Mädchen schlief bereits. M. schlug nun mit einem Stock unbarmherzig auf die R. ein, wobei er in der anderen Hand ein scharfgeschliffenes Messer hielt, mit welchem er die K. zu erftechen drohte, wenn sie schreie oder von dem Vorfall jemand etwas erzähle. M. wurde einige Tage nach dieser Heldenthat ergriffen und ver haftet. Der Magistrat von Rigdorf hat dem Berliner Polizeipräsidium jetzt Vorschläge wegen Unterbringung der königlichen Polizei in Rigdorf eingereicht. Man hat ein Grundstück für die Polizeidirektion gefunden. Die Wahl eines zweiten Rigdorfer Bürgermeisters fowie des besoldeten Stadtrats findet am 8. Juni statt. Das neue Strafgefängnis in Tegel, welches noch gar nicht lange eröffnet ist, hat auch schon wieder seine Untersuchung wegen Durchstechereien zwischen Aufseher und Gefangenen. Die übergroße Vorsicht eines Gefangenen hat die Behörde auf die Spur gebracht. Ein Engros- Schlächtermeister aus Rixdorf, der zur Zeit eine Strafe in Tegel verbüßt, war mit einem Aufseher übereingekommen, einen Brief an feine( des Gefangenen) Frau mit der Bitte um eine größere Geldsendung zu befördern und ihm das Geld oder die dafür getauften Waren zuzustecken. Der Aufseher hatte nun den Brief besorgt und wartete nur auf die Geldsendung. Fast zu gleicher Zeit hatte der Engros- Schlächtermeister aber drei zur Entlassung gelangten Mitgefangenen einen Stasfiber an seine Frau zur Beförderung mitgegeben, in welchem er ebenfalls " Ich versichere durch meine eigenhändige Namensunterschrift, daß ich unentwegt auf dem Boden der Treue zu Kaifer und Der Kapellmeister des Apollo- Theaters, Wilhelm Rosen- um Geld ersuchte. Die drei machten sich dann auch auf den Weg Reich, König und Vaterland stehe und dementsprechend überall zweig, ist, wie ein hiesiges Blatt meldet, gestern in Budapest nach Rixdorf und während zwei auf der Straße warteten, begab plötzlich gestorben. Sein Vertrag mit dem Apollo- Theater läuft sich der dritte in die Wohnung der Frau Schlächtermeister. Diese handele, so oft mich die Pflicht als Bürger ruft. Ich gelobe Ende Auguſt dieses Jahres ab, und Herr Rosenzweig hatte sich nach hatte den vom Aufseher zur Poſt gegebenen Brief bereits erhalten insbesondere, daß ich die Bestrebungen der Socialdemo= tratie niemals weder durch Worte noch durch die That der ungarischen Hauptstadt begeben, um ein neues Engagement am und da in diesem eine um zwanzig Mart fleinere Summe genannt war, als wie int dem Kasfiber, so glaubte die Frau, unterstüßen, sie vielmehr in jeder Weise nach meinen Kräften dortigen Samossy- Etablissement zum Abschluß zu bringen. der Ueberbringer habe es auf einen Betrug abgesehen, bekämpfen werde. Sollte ich diesem Gelübde jemals Bei den Hermen Denkmälern im Victoriapark sind die untreu werden, verspreche ich freiwillig aus dem Verein aus- Granitsockelsteine, auf denen sich der von der Büste getrönte Pfeilerie holte deshalb einen Gendarmen herbei und ließ den Boten verhaften. Als letterer abgeführt wurde, traten die auf der zuscheiden, andernfalls unterwerfe ich mich auch ohne Vor- erhebt, vor kurzem mit Ephen umrankt worden. Es ist dies ge- Straße wartenden Freunde hinzu, um zu fragen, warum die Verbehalt und widerspruch der dann über mich zu verschehen, weil das Grau der Granitsteine mit den in weißem Marmor Haftung erfolge. Sie wurden nun als mutmaßliche Teilnehmer mit hängenden Ausschließung. Daß Austritt oder Aus- ausgeführten Denkmälern nicht recht zusammenſtimmte. verhaftet, doch wurden sie bald wieder freigelassen, weil sie, denen schließung den Verlust aller Ansprüche und Rechte an dem Deutschen Kriegerverband nach sich ziehen, ist mir bekannt." Aus dem Zuge heraus verhaftet wurde gestern bei seiner eine strafbare Handlung nicht zur Last gelegt werden konnte, den Das einzige, was in diesem Schriftstück an die Gegenwart ge- Ankunft auf dem hiesigen Lehrter Bahnhofe ein jugendlicher Lehrling Sachverhalt in genügender Weise aufklärten. Dadurch wurde aber mahnt, ist der merkantilische Geist, der sich in dem Hinweis auf den der Hamburger Schiffsreederei H. M. Gehrdens. Der Bursche hatte der Aufseher so schwer belastet, daß gegen diesen ein Verfahren beim Gesinnungswechsel drohenden Verlust aller Ansprüche offenbart. seinem Geschäftshause 4000 M. Biehfrachtgelder unterschlagen und wegen passiver Bestechung eingeleitet worden ist, während sich der Alles andere erinnert an die Beschwörungen in jenen Ritter- und benutte den nächsten Schnellzug, um nach Berlin zu dampfen und Engros- Schlächtermeister wegen aktiver Bestechung zu verantworten Gespensterdramen, die einstmals in Mode standen und darauf be- im Strudel der Weltstadt sich einige vergnügte Tage zu verschaffen. haben wird. rechnet waren, alten Weibern ein Grufeln beizubringen. Verständige In seinem Besitz fand man noch 3500 M. vor. Leute schütteln den Kopf über den tollen Sput und beklagen, so weit fie an der Erhaltung der heutigen Zustände noch ein Interesse haben, daß die„ Ordnung" in ihrer Hilflosigkeit schon zu solchen nuglosen Rettungsmitteln ihre Zuflucht nehmen muß. Zengenaufrufe. Die Personen, welche am Donnerstag, den 13. April, abends 81/2 Uhr, an der Thomaskirche der Affaire bei gewohnt haben, die sich zwischen einem Schußmann und einem Manne zutrug, der ein Kind am Velociped neben sich führte, werden gebeten, sich bei Nimetschek, Naunynstr. 12, Seitenflügel 4 Treppen, 3u melden. Von einer Stellungnahme des Kaisers zur modernen Kunst weiß die Kunsthalle" zu berichten. Der Kaiser hatte vor einiger Zeit die Nationalgallerie besucht, und bei dieser Das Polizeipräsidiumt teilt mit: Es ist ein Mann zur Haft Gelegenheit soll er sich jenem Organ zufolge gegen die gebracht, der unter der falschen Angabe, eine Uhr zu einem Jubiläum vom Direktor v. Tschudi getroffenen Veränderungen auf das kaufen zu wollen, sich bei verschiedenen Uhrmachern hat ihren vorbestimmteste und, soweit es die Aufnahme einer Anzahl fran- legen lassen und, wenn die Gelegenheit günstig war, eine Uhr gezösischer Bilder betrifft, auf das allerschärfit e geäußert stohlen hat. Eine in dieser Weise gestohlene goldene Damenuhr haben:„ Es ist hierbei zu einer Redewendung aus faiserlichem Nr. 4232 ist diesseits mit Beschlag belegt. Der Eigentümer wolle Munde gekommen, die dem Herrn Direktor die Frage des Rüd- fich im Zimmer 97 des Polizei- Dienstgebändes, Alexanderstr. 3-6, Auch bei dem folgenden Besuch des Eingang Stadtbahnseite, an den Wochentagen vormittags zwischen Kunstgewerbemuseums nahm der Kaiser nochmals Veranlassung, dem 9 und 12 Uhr melden. Herrn Unterrichtsminister seinen abweichenden Standpunkt " System des Herrn v. Tschudi zu präzisieren." werden. " Der Hamster, dessen Vordringen in Deutschland schon seit einiger Zeit die Aufmerksamkeit der Fachgelehrten erregt, ist neuerdings, wie Professor Dr. Nehring festgestellt hat, auch in der Berliner Umgebung, und zwar bei Fahrland unweit Potsdam, nen aufgetreten. Ein ähnliches Vordringen des Hamsters wird auch er auf das linke 11fer der Maas überin Belgien beobachtet, wo getreten ist und bis in das Herz der Grafschaft Hesbaye sich ausgebreitet hat. Soziale Rechtspflege. Wofür die Berufsgenossenschaft vom Arbeiter dankbare Anerkennung verlangt. Die grenzenlose Dünkelhaftigkeit des in den Berufsgenossenschaften foalierten Unternehmertums wird recht drastisch durch folgenden Fall beleuchtet: Der 30jährige Schloffer B. H. hatte am 26. November 1897 in dem zur" Sächs.- Thüring. Eisen- und Stahl- Berufsgenossenschaft" gehörigen Betriebe von Auf der Tollwut Schutzstation ist der Hilfsweichensteller F. Schäfer, Mühlhausen i. Th., eine Quetschung der rechten Hand gegenüber dem in der Nationalgalerie zur Zeit noch herrschenden Hermann Damme, der erst nach dem Ausbruche der Wut ihre Hilfe erlitten. Er fand Aufnahme in der bekannten Klinik des Dr. Kurt in Anspruch nahm, der schrecklichen Krankheit erlegen. Dieser Aus Müller in Erfurt. Nach erfolgter Heilung schäßte Dr. Müller die Zur Frage der Entschädigung der Privatpost- Anstalten gang war vorauszusehen. Er zeigt wieder, daß auch die neuere Erwerbsbehinderung auf 35-40 Proz.; die Genossenschaft ging aber hat die Berliner Badetfahrt Attiengesellschaft an Wissenschaft und Heilkunde noch fein Mittel gefunden hat, der Wut hierüber hinaus und bewilligte vorläufig 50 Broz. Der Kläger sämtliche Mitglieder des Reichstages ein Schreiben gerichtet, in feuche Einhalt zu gebieten, wenn sie erst ausgebrochen ist. Der rief nunmehr das Schiedsgericht an und erzielte die Zubilligung welchem der Wunsch geäußert wird: 1. daß der Entschädigungsbetrag Todesfall mahnt andererseits um so dringender, mit der An- von 60 Proz. Rente, jedoch nur für die ersten 20 Wochen seines im Maximum auf mehr als das Achtfache des durchschnittlichen wendung der wirksamen Schuhmittel nicht zu säumen, wenn bei Rentenbezuges. während es für die spätere Zeit bei 50 Proz. bleiben Jahres- Reinertrages erhöht werde; 2. bei der Berechnung des Jahres- einem Biß auch nur der geringste Verdacht der Tollwut des Tieres sollte. In dem hiergegen eingeleiteten Rekursverfahren, in welchem Reinertrages die Ergebnisse des Geschäftsjahres 1898/99 mit in vorliegt. unser Parteigenosse Göz den Kläger vertrat, sprach das ReichsBetracht gezogen werden; 3. in dem Gesetz selbst oder mindestens durch verbindliche regierungsseitige Erklärung die Stala der EntEinen Wilhelm Busch- Abend mit Profettions Bildern Versicherungsamt dem Kläger eine laufende ente von 60 Proz. veranstaltet die Litterarische Vereinigung ant Sonnabend, den zu. In dem ärztlichen Gutachten, das in der Sache abgegeben war, schädigungen nach bestimmten Grundsägen festgelegt und dem Institut 3. Juni, abends 8½ Uhr, in Kellers Festfälen, Koppen schätzte der Arzt Dr. Hapke in Mühlhausen die Schädigung auf als dem ältesten und dem bewährtesten das Maximum der Ent- straße 29. Es werden da zwei Werke des genialen Humoristen: Der 75 Broz. ein. Interessant ist nun die Bezugnahme der Berufsschädigung zugesichert werde. heilige Antonius" und" Julchen" in Bild und Wort vorgeführt genossenschaft auf diese Einschäßung. An einer Stelle wird Die Bettelet um Gaben zur Beseitigung der oftafrikanischen gefagt: Gewiß wird diesem Gutachten die Anerkennung nicht vers Kirchennot" geht, wie uns berichtet wird, in einer ganzen Reihe Theater. Im neuen Theater beginnt am Freitag, den 16. Juni fagt, daß dasselbe eine ungewöhnliche Sorgfalt in der Es heißt dann hiesiger Gemeindeschulen vor sich. Vielfache Beschwerden von Eltern die zweimonatliche Direktionsara Josef Jarno's. Gewonnen sind für Behandlung des Gegenstandes erkennen läßt." gelangen an uns, in denen gefragt wird, ob die Schulrektoren etwa diese Gastvorstellungen Hanft Niese, Guido Tielscher, Adolf Lint, Flora aber ferner: Went, Johanna Junker Schatz und Stefanie Kriß. Die Eröffnungs auch gestatten würden, daß unter den Kindern für bedeutend näher Borstellung bringt eine Novität, den dreiaftigen Schwant:„ Die Wahr: liegende Zwecke, so etwa zur Unterstüßung aus ständiger Arfagerin" von Josef Jarno und Gustav Rickelt. Jm Deutschen beiter gesammelt werde? Die empörten Eltern nehmen an, daß Theater übernimmt Luise Dumont nach ihrer Rückkehr von einem acht der Magistrat schleunigst Anstalten trifft, um den Ungehörigkeiten ein tägigen Gastspiel in Stuttgart wieder ihre Rollen in der heutigen AufEnde zu machen; auch wird gehofft, daß sich in der Stadtverordneten führung der Schnißlerschen Einafter, wie in der morgigen Aufführung von fizung Gelegenheit findet, über die Sache ein deutliches Wort zu Scene gehenden Novität Berlin lacht von Julius Freund, Musik von In der heute Donnerstag im Metropol Theater in " Hans". Julius Einödshofer, wird Frizz Helmerding in einer fomischen Rolle be Pastor Krummacher und die Prügel- Affaire im Josefs- fchäftigt sein. Für die durchweg heiteren Genrepartien sind die bekannten Bemerkt sei, daß ein Obergutachten, das auf Antrag des Kläge stift. In dieser Angelegenheit schreibt die„ Volts- 3tg." Zum Komiter Guthery, Grünfeld, Hummel, Jülich, Kacha, Kobel und Plischkowskyrischen Vertreters eingeholt worden war, im wesentlichen mit dem Ueberfluß bestätigt uns auf unsere Anfrage der Vormund, Herr hier von der Berufsgenossenschaft bekämpften irreleitenden" Guts Tischlermeister Glazer, mit allem Nachdruck, daß Herr Pastor Krum Feuerbericht. In den letzten 24 Stunden hatte die Wehr eine achten übereinstimmt. Liebenwalderstr. 26 macher, als er ihn im Interesse der Schwester Karola zur Zurüd: größere Anzahl Brände zu löschen. Ist es von Regierung und Unternehmertum nicht ein bißchen nahme des Strafantrages zu bestimmen bemüht war, sehr lebhaft wurde der Fußboden in der Küche eingeäschert und mußte die viel verlangt, daß der Arbeiter wegen einer Socialreform, unter der und eindringlich auf ihn eingeredet habe, doch die dar Balfenlage freigelegt werden. Dasselbe war der Fall bei einem die Berufsgenossenschaften eine solche Ueberhebung zur Schau gebotenen 300 Mart anzunehmen. Herr Glazer Schaldeckenbrande, der Griebenow str. 22 abgelöscht werden tragen, sich glücklich, zufrieden und dankbar zeigen soll? zeigt sich im höchsten Grade erstaunt, höchsten Grade erstaunt, daß Herrn Pastor mußte. In einem Droguenteller, Schönleinstraße 11, dem Gedächtnis ein habe entschwinden tam Brand aus, der Stroh Krummacher dies und Regale erfaßte, fonnte, bevor tönnen. Herr Krummacher habe, so sagt Herr Glazer aus, aus- glücklicherweise aber noch gedämpft werden Vorräte bon Benzin, Spiritus und Droguen sich drücklich darauf hingewiesen, daß es sich im Interesse des Knaben, die der doch nun einmal seine Prügel weg habe, empfehle, 300 Mart entzündeten. Mittwoch Abend erfolgte Alarm nach Chauise str. 42 In der viel erwähnten Spieleraffaire ist nunmehr die Ans für den Jungen sicher zu stellen. Dies hat uns Herr Glazer vor und Admiralstr. 32. In beiden Fällen handelte es sich um flage fertig gestellt; das Rubrum dieser Straffache ist übrigens Wochen mit positiver Bestimmtheit versichert; er hat es uns ein fleine Dachbrände. Durch Explosion einer Petroleumlampe entstand geändert worden, sie ist jetzt nicht mehr Wolff und Genossen, sondern zweites Mal, als die Mitteilung in der Presse angefochten wurde, Glogauerstr. 32 ein Zimmerbrand, bei dem die Wohnungs- v. Kayser und Genossen bezeichnet und eine Folge dieser Aendereden. aus beſtimmt. Refurskläger ist offenbar durch das von ihm beschaffte( eben erwähnte) und seinen exorbitanten Ansprüchen zu Grunde gelegte Gutachten irregeleitet."(!) Es würden 75 Proz. dem Verluste der ganzen Hand entsprechen und dank der Vorsehung ist der Hand ein erhebliches Maß Gebrauchsfähigkeit erhalten geblieben, was Returskläger dankbar an ertennen sollte, statt diese Gelegenheit zu benutzen, un berechtigte Vorteile zu erheben." Gerichts- Beitung. 18. Eingegangene Druckschriften. ung ist, daß die Hauptverhandlung nicht vor der 8. Straffammer, I um eine Staffe Handele, deren Fonds dazu bestimmt find,[ Für das Raftatter Denkmal wurden, als von den Berliner Sondern vor der 4. Straffammer unter Borsiz des Landgerichts- Streifende zu unterstügen. Die Anwendung des§ 153 der Genossen gegeben, 500 m. quittiert. Die Gabe ist, wie wir hiermit direktors Denso stattfinden wird. Der Hauptverhandlungstermin Gewerbe Ordnung feze stets einen fonkreten Fall voraus. Bei berichtigen, nicht von einem einzelnen Kreis, sondern von den Geist Ende Juni zu erwarten, für die Erledigung des Prozeffes find Bollehne liege gar feine Nötigung vor, da dieser nicht gedroht habe noffen in Berlin und Umgegend bevilligt. Red. d.„ B." sechs Tage in Aussicht genommen, da von der Staatsanwaltschaft und bei Böthker fehle die Absicht, sich oder der Kaffe einen rechtsallein gegen 70 Zengen vorgeladen werden. widrigen Vermögensvorteil zuzuwenden. Auch fehle das Bewußtsein Der Prozeß gegen den verhafteten Herrn v. Kriegsheim der Rechtswidrigkeit. Der Gerichtshof nahm bei Böthter nicht eine dürfte fich zu einem Umfange entwvideln, der vielleicht selbst den Berlegung des§ 158, wohl aber eine versuchte Nötigung an und en Aus dem Inhalt heben wir hervor: Etwas über Louis großen Centralstraßen- Prozeß feligen Andenkens in den Schatten beließ es bei der in erster Instanz verhängten Strafe. Pollehne erschienen. stellen dürfte. Nur zur Charakteristik des Angeklagten hält es die dagegen wurde freigesprochen, da bei diesem nicht Nötigung, sondern Blanc. Die Jumpffrage. Von Profeffor Dr. Adolf Bogt in Bern. Bunt Fall Biethen. Von Victor Frankl, Rechtsanwalt. Die Partei Staatsanwaltschaft für geboten, etwa 90 Zeugen ins Geld zu führen. nur Beleidigung vorliege. Die Verurteilung wegen Beleidigung verhältnisse Finnlands. Von Leon Blochockt.- Literarische Rundschau. An eine Verhandlung des Rieseuprozesses vor den Gerichtsferien ist fönne aber nicht erfolgen, weil der erforderliche Strafantrag fehle. Feuilleton: Erinnerungen eines Achtundvierzigers.( Fortsetzung.) nicht zu denken und da der Angeklagte im Juli bereits ein Jahr in Untersuchungshaft figen wird, so ergiebt sich als Facit, daß er im ganzen mindestens 15 Monate anf die Entscheidung seines Schicksals warten muß. 1 Wetzen Marktpreise von Berlin am 30. Mai 1899 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. D: Ctr. 16.30 15,- Schweinefleisch 1 kg Roggett * Futter- Gerste Hafer gut n " mittel Dem Bauunternehmertum zur Warnung. Aus Celle wird gemeldet: Vor einiger Zeit berichteten wir über einen GerüstGinsturz bein Sötebier'schen Neubau in Wiegenbruch, wobei drei Dachdecker, der Meister und zivci Gesellen, verunglückten. Der Geselle Cohrs hatte infolge des Sturzes den Wirbel gebrochen und ist gestorbent. Gegen den Meister, welcher die Arbeiten ausführen ließ, wurde ein Strafverfahren eingeleitet, da sich durch die Untersuchung ergeben hatte, daß der gebrochene Negriegel zu schwach gewesen war und dies dem Meister bekannt sein mußte. Am Freitag ward nun Nichtstroh vor der hiesigen Straffammer in der Sache verhandelt. Das Hen Gericht verurteilte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß den betreffenden Meister zu sechs Monaten Gefängnis und be- Erbsen gründete dies damit, daß der Meister für die gute Beschaffenheit des Speisebohnen †) Linsen Gerüſtes verantwortlich sei und deshalb nicht leichtsinnigerweise kartoffeln, neue Eine solche Lehre thut Rindfleisch, Stenle 1 kg Menschenleben aufs Spiel segen dürfe. Vielleicht do. Bauch den Herren Bauunternehmern zuteilen ganz gut. richtet sich der eine oder andere von ihnen in Zukunft doch ein wenig danach. Ein trauriges Familienbild. Unter der Beschuldigung, feinen cigenen Sohn mit einem Messer schwer verletzt zu haben, hatte sich gestern der Schmied Carl Fischer vor der ersten Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. Zwischen dem Angeklagten und feiner Ehefrau fam es häufig zu Streit und Schlägereien, in denen es fich immer um den Sohn handelte, der nach Ansicht des Vaters nicht genug arbeitete, aber in seiner Mutter immer einen starken Rückhalt hatte. Am 28. Februar war der Angeklagte etwas angeheitert nach Hause gekommen und bald darauf hörte der Sohn, der sich neben der elterlichen Wohnung bei einem Freunde aufhielt, lautes Hilfegeschrei seiner Mutter. Er eilte ihr zur Seite und suchte sie den Händen des Vaters zu entreißen. Num kehrte sich der Zorn des letteren gegen den Sohn, der plöglich merkte, daß ihm eine große Menge Blut aus der Seite quoll. Es wurde festgestellt, daß er eine ziemlich tiefgehende Stichwimde erhalten hatte imd daß ohne Zweifel der Vater ein ant Boden liegendes, start mit Blut beflecktes Messer zit dem Attentat auf den Sohn benutzt hatte. Der Verwundete mußte nach der Unfallstation und von dort Bet dem Stapellauf des Linienschiffes Ersaz Kaiser Wilhelm fofort nach dem Krankenhause gebracht werden, wo er sechs Wochen ist der Direktor der Germaniawerft, Hagen, gestern von der Taufhat zubringen müssen. Den Angeklagten hätte sicher eine schwere fangel des zum Stapellauf fertig gemachten Schiffes abge st i rat. Strafe erwartet, wenn ihn nicht seine Frau und der verwundete Er brach das Rückgrat und verstarb auf der Stelle. Auf der Sohu durch Zeugnisverweigerung gerettet hätten. Da die übrigen Germaniawerft ereignete fich gestern noch ein zweiter Unglücksfall: Zeugen die Behauptung des Angeklagten, daß er in der Notwehr Der Maschinenbauer Kranich wurde bei der Montage durch einen gehandelt, nicht widerlegen konnten, so mußte der Gerichtshof auf herabstürzenden Fahrstuhl getödtet. Freisprechung crfennen. Vermischkes. 14,50 Gier 14,40 14- Karpfen 1,60 1,10 15,30 14,- Kalbfleisch 1,80 1, " " " 13,50 12,80 Sammelfleisch 1,60 0,90 " 群 15,60 15,10 Butter 2,602, 15, 60 Stück 3,60 2, gering " 1 kg 2,- 1,20 " 4,- 3,50 Male 2,80 1,40 6,40 4,20 Sander 2,60 1, 我 " 40, 25, Hechte " 2,20 1,20 50, 25, Bariche 1,60 0,80 n " 70, 30, Schleie 2,80 1,20 " " 6, 4,- Bleie 1,20 0,80 " 1,60 1,20 Strebse 1,20 1, per Schock 12, 2,50 " *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirt schaftskammer Notierungsstelle. und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centner. †) Kleinhandelspreise. Produktenmarkt vom 31. Mai. Weizen und Roggen schließen zu gestrigen Notierungen. Hafer wenig verändert, Mais ebenso. Nüböl fonnte fich dagegen behaupten. Spiritus wurde durch Junirealisationen ge brückt, auch loco 30 Bf. matter. Junt galt 45,2 bis 44,8 bis 45, Juli 45,5 bis 45,2 bis 45,4, August 56 bis 45,7 bis 45,8, Septemberlieferung 45,8 bis 45,5 bis 45,6 m. Spiritus loco ohne Faß mit 70 W. Abgabe ist von den Kursmaklern mit 40 W. gehandelt worden. Kartoffelstärke und cht. Juni- Lieferung 20,50 m. Berlins Getreide: und Mehl= 3ufuhren zit Waffer vom 30. Mai mittags bis 31. Mai mittags be: trugen 460 To. Roggen, 157 To. Gerfte, 253 To. Mais, 2000 D- Ctr. Städtischer Schlachtvieh Ein ländliches Sittengemälde wurde geſtern bei verschlossenen als der Inspettor W. aus Wittomin am auf dent Ueber ein Wildschützen- Attentat wird aus Danzig gemeldet: Weizenmehl, 1550 D.- Ctr. Roggenmehl. Thüren vor der zweiten Straffammer des Landgerichts II entrollt. Wege nach Slein- Stazz die Forst passierte, erhielt er aus dem Hinter- 85 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig. Von dem in den Arm, worauf Attentäter, der ein Schafauftriebe fanden ungefähr 1250 Stück Absatz. Der Schweinemarkt schwarzes Jackett und einen dunklen Schlapphut trug, in die Scho- verlief langsam und wird nicht geräumt. Fette Ware erzielte die notierten nung flüchtete. W. mußte fich zum Arzt begeben, der die Kugel, die Preise nicht. von einem Tesching herrührte, entfernte. Scheinbar hängt dieses Attentat mit einer anderen Affaire zusammen, und es sollte wohl der Tod eines von W. erschossenen Wilderers gerächt werden. nimmt an, daß die übrigen drei Wilderer die Leiche ihres Genossen einstweilen in der Forst verscharrt haben, um sie gelegentlich abzuholen. Als einen der Wilderer will man den Sohn eines angesehenen Danziger Bürgers erfannt haben. Auf der Auklagebant faßen 18 Schulkinder, Knaben und Mädchen, halt einen Schukorst passierte, et aus dem Hinter- 9980 Schweine. Für Kinder war die Kauflust schwach; es bleiben ungefähr und 5 Lehrlinge aus Alt Landsberg, welche beschuldigt waren, eine ganze Reihe unzüchtiger Handlungen mit einander vorgenommen zu haben. Der Stein ist seiner Zeit bei Gelegenheit eines gegen einen alten Wüstling eingeleiteten Strafverfahrens ins Rollen gekommen. Es kamen dabei noch immer mehr Fälle ans Tageslicht, die auf die Moralität eines Teiles der Schuljugend Alt- Landsbergs ein häßliches Licht warfen. Die jetzt auf der Anklagebant erscheinenden 28 Perfonen waren über 14 Jahre alt, eine Anzahl anderer Knaben und Mädchen, die noch nicht 12 Jahre alt waren, mußten naturgemäß außer Verfolgung bleiben. Unter den zur Sache vorgeladenen Zeugen befanden sich der Bürgermeister Ziemann, der Superintendent Bethge, der Rektor Kniephard und der Schloßpfarrer Krüce. Den An geklagten, deren Eltern in großer Zahl im Zuhörerraume versammelt waren, standen Justizrat Dr. Sello, die Rechtsanwälte Heine, Georg Beder, Demler und mehrere Referendare als Verteidiger zur Seite. Die Verhandlung endete damit, daß acht Angeflagte ganz freigesprochen, die übrigen Angeklagten zwar für fchuldig befunden, aber aus dem Grunde freigesprochen wurden, weil sie bei Begehung der Handlungen die zur Erkenntnis ihrer Strafbarkeit erforderliche Einsicht nicht beseffen haben. In Gemäßheit des§ 56 St.-G.-B. bestimmte der Gerichtshof, daß zwei Angeklagte der letzten Kategorie in eine Erziehungs- oder Besserungsanstalt gebracht, die übrigen 13 ihren Familien überwiesen werden sollen. Der Vorsitzende Landgerichtsrat Herzog richtete an die anwesenden Eltern die ernſte Mahnung, mun auch ihrer Pflicht, Den sittlichen Lebenswandel ihrer Kinder streng zu überwachen, gewissenhaft nachzukommen. Mand Unwetter. Aus Osnabrid meldet man der Rh. W. Ztg.": Seit undenklichen Jahren haben wir hier solche 11 eber schwemmungen nicht gehabt, wie jezt, wo, wie bereits furz gemeldet, infolge der heftigen Niederschläge der letzten Tage große Flächen mit Wasser bedeckt sind. Die Gegend zwischen Osnabrück und Bramsche gleicht einem großen See. In der Stadt selbst ist das Wasser in zahlreiche Steller gedrungen, in den unfertigen Neubauten hat es Schaden angerichtet, ebenso wie auf den Ländereien. In einigen Häusern mußten die Bewohner in obere Etagen flüchten. Die Ems ist bei Haren über die Ufer getreten. Große Strecken sind überschwemmt. Die Landwirtschaft erleidet durch die Ueberschwemmung erheblichen Schaden. Auf der Hochbahn in Chicago verlor am Dienstag der Maschinist des elektrischen Motors eines Sonderzuges die Herrschaft über die Maschine, es erfolgte ein Zusammenstoß mit einem andern Buge. Vierzig Personen wurden verlegt, jedoch niemand lebensgefährlich. " Witterungsübersicht vom 31. Mai 1899, morgens 8 Uhr. Wegen Vergehens gegen die§§ 152 mnd 153 der GewerbeGanz Algerien und selbst Tunesien werden dieses Jahr in Ordnung waren die Maurer Georg Böthter und Hermann einer lange nicht so bedenklich aufgetretenen Menge und Ausdehnung Bollehne vom Schöffengericht zu zwei beziv. zu einer von Heuschreckenschwärmen heimgesucht. Die Bestürzung Woche Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses Urteil ist allgemein und mit fieberhaftem Eifer geht man an die Behatten sowohl die Angeklagten wie auch die Staatsanwaltschaft Be- fämpfung der gefährlichen Insekten, welche die vielversprechende rufung eingelegt, leptere, weil ihr die verhängten Strafen zu niedrig Weinernte bedrohen. Bis an die Küste drangen große Massen Henerschienen. In der ersten Instanz war für festgestellt erachtet schrecken vor und famen teilweise im Meere um; besonders Algier, worden, daß der Maurer der Edmund Burwigg bis Bona und Guelma wurden, der Boff. 3tg." zufolge, start heimdahin Mitglied des Central- Verbandes der Maurer ge gesucht, aber auch in den Straßen von Tunis macht die Straßenwesen, zur Zeit des vorjährigen Maurerstreits aus dem Verbande jugend Jagd auf die ihr allein willkommenen Gäste. ausgetreten war. Am 1. Oftober, nachdem der Streit beendet war, frat er bei dem Maurermeister Leppin in Arbeit, der ihn nach dem Epandauerberg schickte. Dort waren auch die beiden Angeklagten beschäftigt. Als Burwig während der Frühstücspause in die Baus bude kam, uannte ihn Böthter einen Streitbrecher" und setzte an geblich eine Drohung hinzu. Pollehue beteiligte sich mit Veleidi gungen an dem Gespräch. Vor der Straffammer bestritt Böthter die Richtigkeit der Feststellungen; er habe dem Burwig weder gedroht, noch überhaupt geivußt, daß der= felbe nicht mehr zum Verbande gehöre. B. habe gefagt, er hätte Swinemde. 770 vier Wochen geftreitt, aber feine Unterstützung bekommen, und da Hamburg habe er nur erwidert, dann müßten seine Papiere nicht in Ordnung Wiesbaden sein, er solle dieselben doch einmal mitbringen. Da aber Burwig München bei seiner früher gegebenen Darstellung verblieb, so fonnte es fich Wien nur um die Erwägung handeln, ob die§§ 152 und 158 der GewerbeOrdnung verletzt seien. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Leonhard Friedmann, hob hervor, daß es sich nicht um eine Vereinigung zur Erreichung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, sondern nur " Stationen Berlin Barometer Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. Stationen Barometer= ftanb mm Wind Bunzia Windstärke Wetter 12 aparanda 755 Still 1wolkig 3 bedeckt 772 WSW 3 heiter 12 Petersburg 772 WNW 3 heiter 13 Cort 773 3wolfen! 14 Aberdeen 773 SO 3wolfent 13 Paris 7723 15eiter 12 2 heiter Temp. n. C. 5° 6.= 4° R. Briefkasten der Redaktion. Cut Die juristische Sprechstunde wird Dienstage, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8½ Uhr abgehalten. P. 19. Wenden Sie sich an den Verein für Kinderheilstätten an den deutschen Seeküsten. Vors. Dr. J. Rösing, Wirkl. Geh. Ober- Reg.- Rat, Königin Augustastr. 51, Berlin W. 3. K. 7. Fast alle Verwaltungen der bekannten Badeorte gewähren solchen Kranten Ermäßigungen, die sich ihre Mittellosigkeit von der Armendirektion ihres Wohnortes durch ein Armutsattest bescheinigen lassen, desgleichen gewähren die preußischen Staatsbahnen in solchen Fällen Fahrpreisermäßigungen. Näheres hierüber ist bei den Fahrkartenausgaben zu er fahren. Wegen des Badeaufenthalts wenden Sie sich zunächst an die Verwaltung des Badeorts, der von ihrem Arzt für den geeigneten gehalten wird. 2. J. Ohne daß wir selbst an Ort und Stelle Erkundigungen einziehen, fann die Sache nicht veröffentlicht werden. Sprechen Sie gelegentlich in unserer Redaktion vor. Hermsdorf. Müffig. Wir haben keine Zeit zur Beantwortung solcher müffiger Fragen. Göppner. 1. Auf einer amerikanischen Linie. 2. Nein, kann nur mittels verstellbarer Achse befahren werden. 5. 2. 1. Ja, er soll den Antrag fteffen. Er erhält diejenige Rente, die höher iſt. 2. Der Antrag ist an die Berſicherungsanstalt zu richten. nach Entscheidung zu ſeinen Gunſten erhält er die Kente. 3. Nein. träftig. Arbeit adelt. 1.- 5. Nein. 6.- 8. Ja. 9. a) Der schuldige G. R. Da giebt es teine weitere Instanz. Die Entscheidung ist rechtss Teil. b) Dem unschuldigen Teil. c) Ja. Sprechen Sie eventuell zur Petersen. Der Satz Alarlegung in der Sprechstunde gelegentlich vor. auf volles Gehalt für die Dauer von sechs Wochen beim Amtsdent Gesetz. entspricht 2. 101 Pf. Ihre Tochter kann gericht flagen. Die Forderung verjährt Ende 1901. M. 2. Ja. G. J. 22. Sie haben, wenn sich die Sachlage so verhält, wie Sie schildern, nicht zu zahlen.- B. G. 100. Ja, Sie müssen aber zuvor beim G. R. 6. 1. u. 2. Der Amtsgericht einen Besserungsbefehl beantragen. Borstand kann klagen. 3. Nein. J. G. 1. t. 2. Nein, Sie hätten nur Carll. Verjährung liegt nicht vor. Berweisen Sie die Betreffenden auf Räumung und eventuell erst Schadensersag verlangen fönnen. den Weg gerichtlicher Regulierung. Streif. 1. Der Schwiegerfohn hat dem Schwiegervater gegenüber rechtlich keine Unterstützungspflicht. 2. Wit feinem Bermögen kann jeder machen was er will. J. W. 100. Das ist möglich. Borwärts. Sprechen Sie in der Sprechstunde vor, mög lichst mit dem Testament. 28. G. 100. 1. Nachdem die Sache nunmehr zu Ihren Ungunsten rechtskräftig entschieden ist, sind Sie zur Eidesleistung verpflichtet. 2. Nein. E. Charlottenburg. 1. Beide Male: ja. 2. Ja, die Frist beträgt 14 Tage. 3. Jm Dezember 1900. 4. Da ist leider nichts zu machen. 5. Ja. J. S. W. Die von 5. Gt. 21. der Anstalt Ihnen erteilte Auskunft ist zutreffend. R. S. 63. Anmeldung ist nicht erforderlich. Filipps Hotel. Nein. Richard. Nach zutreffender, im Bürgerlichen Gesetzbuch für die Zeit vom 1. Januar 1900 ab zweifelsfrei ausgedrückten Ansicht: Ja. 9. Ja. C. B., Wiesenstraße. Sie können Zahlungsbefehl beim Gericht gegen 14 beide Eheleute beantragen und müssen, falls diese Widerspruch erheben sollten, - Nigdorf 07. Die Witwe und, zur Verhandlung über die Klage Inden. falls solche nicht vorhanden ist, die hinterlassenen ehelichen Kinder unter 770 SO 768 WSW 2hlb. bed. 772 NW 1wolfenl 17 13 15 Jahren haben einen Anspruch auf Rückerstattung der Hälfte der Klebemarfen, wenn der Vater, ohne in den Genuß einer Rente gelangt zu sein, stattungsanspruch bei dem Vorstande der Versicherungsanstalt. Voraussetzung des Erstattungsanspruchs ist, daß mindestens 235 Marken geklebt waren. Wetter Prognose für Donnerstag, den 1. Juni 1899. Etwas fühler, bet ziemlich frischen nordwestlichen Winden und zu verstorben ist. Die Witive stellt unter Ueberreichung der Karten den Er nehmender Bewöltung; keine erheblichen Niederschläge. Beim bevorstehenden Monatswechsel empfehlen Bildhauer. sich folgende Partei- Speditionen: fraße 30, of II. straße 8, part. im Laden. Am 4. Juni, früh 6 1hr, ab Schles. Bahnhof: Herrenpartie Abfahrt 71 nach Friedrichshagen. Das Komitee. 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