Einzelpreis 70 Heller («inschließlich i Heller Forte) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung wag xiuföchova 62. Telefon E. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Mittwoch, 5. Feber 1936 Nr. 30 846.400 Arbeitslose Weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahr verlangsamt Prag. Gemäß den vorläufigen Berichte»_ der öffentlichen Arbeitsvermittlungsämter betrug die Zahl der Arbeitslosen Ende Jänner 846.400 Die Umrisse Kollektive Sicherheit des neuen Mitteleuropa Auch Litauen erhält Schutz! Paris. lHavas.) Das gemeinsame charakteristische Merkmal der diplomattschen Verhandlungen des Montag bildete der Umstand, daß diese Besprechungen im Wesen der Organisierung der kollekfiven Sicherheit gewidmet waren. Es scheint, daß insbesondere unter den Ministern der osteuropäischen Mächte der Gedanken der definitiven Interpretierung des Artikels 18 des Bölkerbundpaktes und der Konkretisierung des Ausdruckes„kollektive Sicherheit" studiert wird. Die Unterredung des Königs Boris mit Flandin ging weit über den Rahmen eines Höflichkeitsbesuches hinaus. Aus der Besprechung geht hervor, daß die internationale Tätigkeit B u l gariens nach Genf orientiert bleibt. Mit dem lila» i s dien Außenminister behandelte Flandin besonders die Frage der kollektiven. Sicherheit vom Gesichtspunkte der Lage in Nordosteuropa. Dienstag empfing Flandin Starhemberg und nach ihm den Prinzregenten Paul von Jugoflawien. Aus dem Umstand, daß Starhemberg von dem beabsichtigten Besuch bei Otto Habsburg Abstand genommen hat, schließt man, daß Bizekanzler Starhemberg sowohl in der vergangenen Woche in London, als auch dieser Tage in Paris die feste Zusicherung erhalten hat, daß England und Frankreich zwar entschloffen sind, an der Erhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs mitzuarbeiten, daß sie aber nicht beabsichtigen, eine Restaurierung der Habsburger zu unterstützen. In ihren Erwägungen über die Pariser diplomattschen Unterredungen ist die französische Preffe der Ansicht, daß sich aus den Pariser Konferenzen eine Stärkung der Freundschaft Frankreichs mit der Kleinen Entente und der Balkan-Entente ergeben werde. Alle stimmen in der Anschauung überein, daß sie 1. die Erhalt»«» der Integrität Oesterreichs für«nerläßlich ansehen, daß sie 2. die Rückkehr der Habsburger ans den Thron als unaktuell ansehen, daß sie 3. den Abschluß eines Donau-Paftes und von Wirtschaftsabkommen in Mittel- und. Osteuropa sowie eine 4. Stärkung der Organisäüon der kollektiven Sicherheit empfehlen. Während einige Pariser Zeitungen noch einen Garantiepakt für die Hilfeleistung an Oesterreich unter Beteiligung Italiens, Frankreichs und der übrigen Großmächte empfehlen, beginnt sich andererseits in Frankreich der Gedanke seinen Weg zu bahnen, einen Paft gegen de« Angreifer zu schließen» und zwar an Hand der Auslegung des Arttkels 16 des Bölkerbundpak- tes und auf Basis der Prinzipien der kollrftiv en Sicherheit. Oesterreich fügt sich Monarchie nicht ohne Einwilligung der Kleinen Entente Personen gegenüber 794.407 Personen Ende Dezember 1935. Gegenüber dem Bormonate ist die Zahl der Arbeitslosen um 51.993 Personen, d. i. um 6.5 Prozent angewachsen. Im Borjahrr betrug die saisonmäßige Zunahme der Arbeitslosenzahl im Jänner 65.677, d. i. 8.7 Prozent. Absolut hält sich der Stand der Arbeitslosigkeit über dem des Borjahres, wo er 118.005 betrug. Ein derart hoher Stand der Arbeitslosen wurde seit März 1933 nicht mehr verzeichnet, wo er mit 877.955 noch um rund 30.000 höher war. polnischer Protest gegen die letzte Schacht-Rede Kattowitz. In der Dienstag-Sitzung des schlesischen Landtags fand die letzte Rede des Präsidenten der deutschen Reichsbank Doktor Schacht in Beuthen, in welcher er die Austeilung Oberschlesiens als einen U n si n n bezeichnet hatte» lebhaften Widerhall. Der schlesische Landtag nahm eine Resolutton an, in der das Auftreten Dr. Schachts als revisionistisch bezeichnet und festgestellt wird, daß sülche Enun- ziationen sowohl dem Geiste des Versailler Pertrages als auch dem polnisch-deutschen Nichtangriffspakte und schließlich der polnisch-deutschen Presseverständigung widersprechen. Der schlesische Landtag fordert den oterschle- sischen Wojwoden auf, dieses Auftreten Dokwr Schachts gegenüber der Zentralregierung als einen Schritt zu bezeichnen, der geeignet sei, die gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen zu stören und unter der Bevölkerung von Oberschlesie« großeEmpörung hervorzurufen. Mr jeden Engländer eine Gasmaske I London.(Havas.) Di« britische Regie- London.(Renier.) Aus Paris wird gemeldet: Der österreichische Vizekanzler Starhemberg hat, wie es heißt, Außenminister Flandin mitgeteilt, daß Oesterreich bereit ist, mst der Meinen Entente einen Pakt abzuschließen, demzufolge die Monarchie i« Oesterreich ohne die EinwMigung der Kleinen Entente nicht wieder ringe» führt werde« wird. * Zugleich mit dem österreichischen Vizekanzler Starhemberg weist auch der österreichische Finanzminister Dr a x l er in Paris. I und große Verluste erlitt, die auch in Addis Abeba zugegeben werden. Die Südstont ist nun endgültig militärisch ergänzt. Der Kaiser sandte außer Reserven vier abessinische Generale mit rund 75.000 Mann dorthin. VordeTeltunsen für die Resenperiode Asmara. Das italienische Kommando hat bereits aste Vorbereitungen zum Bau von Hangars für kleine lenkbare Luft«• schiffe getroffen, die im Hinterlande und auch in der Nähe der ersten Linien in Dienst gestellt! werden sollen. Diese Hangars werden auch als Zufluchtsstätte für die Mannschaft bei Sturm und Regen und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Munition dienen. Die technischen Sachverständigen sind der Ansicht, daß die sogenannte 1 große Regenzeit in Abessinien nicht so beschwerlich sei, wie man in Europa allgemein annimmt. Da sich der Regen in dieser Zeit regelmäßig einmal im Tag zwischen 14 und 16 Uhr einstellt, könne ihm durch geeignete Einrichtung des Tagesprogramms und insbesondere durch-Bervolllomm- nung der Straßenverbindungen begegnet werden. Zu diesem Zweck werden in Kürze 50.000 neue Arbeiter in Ostafrika eintreffen. * London. Außenminister Ede« beantwortete DienStag im Unterhause die Frage, ob die britische Regierung sich gegenwärtig an den Ber- handlungen betreffend die Lösung des italienisch- vernei- London.(Reuter.) Das Schicksal der Stadt Malaie, die sich bereits seit den ersten Kriegs wochen in den Händen der Italiener befindet, ist noch nicht entschieden.' Die letzten aus Addis Abeba eingelangten Nachrichten wiederholen jedoch, daß die Stadt für die Italiener bereits u n h a l t b a r g e w o r d e n ist. In den römi schen Meldungen wird„nichts Wichtiges" von der eritteischen Front berichtet. Aus inoffizieller abessinischer Quelle wird mitgeteiü, daß es für die Italiener weit schwie riger sein würde, die Stadt Makale angesichts der heftigen Schlacht zu halten, di« bereits seit zwei Tagen in einer Entfernung von 30 Kilometern von A d i g r a t im Gange ist, wo die Armee des Ras Sehnoum kämpft. Die Abesiinier erklären, daß sie in dieser Schlacht siegreich waren. Das Ergebnis dieser Schlacht wäre, daß starke abessinische Abteilungen nunmehr bis zu der A d u a mit Makale verbindenden Straße Vor dringen könnten. Damit besteht aber gleichzeitig die Gefahr für die italienische Armee, daß ihre nordwestlichen Verbindungen mtt dieser Stadt vollständig abgeschnitten werden. Die Meldung, derzufmge Ras Seyoum be reits sehr tief in die italienischen Linien in. der Umgebung der Stadt Makale eingedrungen sein soll, hat in Addis Abeba große Freude hervorge rufen. Es herrscht dort bte- Ueberzeugung vor, daß der Fall der Stadt Makal» nur eine Frage von. wenigen Tagen, vielleicht sogar nur von wenigen Stunden ist. An der Somalifront erfolgten einige Keine Scharmützel in der Gegend von Negheli, wo ins besondere eine größere abessinische Gruppe von abessinischen Konfliktes beteilige, ! einer italienischen Abteilung überrascht wurde Inend. rnng trifft, wie der„Daily Herold" berichtet, Vorbereitungen zur Herstellung von etwa 30 bis 40 MUlionen Gasmasken und ihre Einlagerung in Magazinen. DaS Blatt gibt weiterhin bekannt, daß in jeder Stadt«nd in jedem Städtchen ein eigenes Lagerhaus für die Einlagerung von Gasmasken errichtet werden wird. Man rechnet damit, daß die Herstellung dieser Riesenanzahl von Gasmasken, mit denen dann fast alle Einwohner des Berbündrten Königreiches werden ausgestat-> tet werden können, bis Ende dieses Jahres durch- geführt sein wird. Makale abgeschnitten? Abessinier an der Straße nach Adua Schweizer NazifUhrer erschossen Davos. Der nationalsozialistische Landesgruppenleiter Wilhelm G u st lo f f ist am Dienstag um 20 Uhr in Davos in seiner Wohnung von einem Unbekannten erschossen worden. Der Mörder Gustloffs hatte kurz vor der Tat in dessen Wohnung Einlaß begehrt und war in das Büro geführt worden. Nach dem Eintreffen Gustloffs gab der Student fünf Schüsse auf diesen äb, die sämllich trafen und Gustloff auf der Stelle töteten. Hierauf floh der Täter, indem er die Anwesenden mtt der Schuß«■ Waffe bedrohte. Später meldete er sich telephonisch bei der Polizei und wurde in Hast genommen. Es handelt sich um den im Jahre 1909 geborenen jugoslawischen Staatsangehörigen David F r a n k f u r t e r, der sich in Bern als Medizinstudent aufhielt. Bon Bern aus begab er sich am Dienstag nach Davos. Er erstärt» die Tat aus politischen Gründen ausgeführt zu haben, um dadurch das gegewvärtige Regime in Deutschland zu treffen.: Einkreisung Hitlers Auch das Tor an der Donau schlleBt sich Eine Geschichtsfälschung von übermorgen verdient heute schon festgenagelt und korrigiert zu werden: Deutschland ist 1936 so wenig wir 1904—1914 von böswilligen Feinden mit vorbedachter Tücke eingekreist worden, es hat sich vielmehr beidemale s e l b st e i n g e k r e i st. Die Gewissenlosigkeit und bodenlose Dummheit seiner führenden Politiker war es damals und ist es heute, die dem deutschen Volk mutwillig Niederlage auf Niederlage einträgt, die es 1914 in den Westkrieg geführt hat und die heute auf eine Katastrophe lossteuett, der wiederum nur ein innerpolitischer Systemwechsel vorbeugen könnte. Aber für die heutigen Machthaber fällt erschwerens ins Gewicht, daß sie aus der Erfahrung von 1914 nichts gelernt häben. Wenn also eine künftige Dolchstoß-und Unschuldsliteratur— und warum sollte es das nicht auch im Deutschland von übermorgen noch emmal geben!— behaupten wird, daß die kriegslüsternen Diplomaten von Moskau, Paris, Prag und das.perfide Albion" das friedliche und ahnungslos«.'Deutschland eingekreist haben, um es in ihrer eisernen Umarmung zu ersticken, so sei dem heute schon entgegengehalten, daß es die d e u t i ch e Politik gewesen ist,-die durch ihren maßlosen Angriffsgeist, der sich in der Aufrüstung, der Propaganda, den politischen Verschwörungen und offenen Drohungen äußerte, die Andern zur Bildung einesAbweh r- R inges gezwungenhat und daß es die Dummheit der deutschen Außenpolitik war, die zum zweitenmal die Verständigung so auseinänderstrebender Faktoren wie Rußland, England und Frankreich ermöglicht hat. Man wird nie vergessen dürfen, daß Hitler eS noch 1933 in der Hand hatte, seine Politik zegen Versailles durch ein Bündnis mit Rußland zu fundieren. Er tat es nicht, weil er für seinen inner« polüischen Rachefeldzug eine Pogromstimmung gegen Moskau und den Kommunismus brauchte Er brauchte den Rachefeldzug, weil er seinen be- ttogenen Anhängern nichts anders zu bieten hatte als den Terror, weil er ihnen den Sozialismus schuldig blieb. Wäre das, was 1933 geschah, auch nur im leisesftn die Andeutung einer.deutscher Revolution" gewesen» als die es sich ausgibr, so hätte es durch Bodenreform sowie die Entmachtung des Bankkapitals und der Schwerindustrie, nicht nur den Terror gegen die Arbeiterstasse überflüssig, sondern auch ein außenpolitisches Bündnis mtt Rußland möglich gemacht. Statt dessen gerierte Hitler sich den Engländern als antibolschewistischer Popanz. Und als er ttotzdem nun auch noch versuchte, gegen England aufzutrumpfen, schloß er selbst den Ring um sein Drittes Reich. Was den Londoner Besprechungen aber in Paris folgte, bedeutet vollends den Anfang vom Ende des neudeutschen Imperialismus, dem sein letztes offenes Ausfallstor an der Donau versperrt wird. Drei Tatsachen sind als positives Ergebnis der Pariser Konferenzen zu buchen: die E i n b e« ziehung der Sowjetunion in dem System der kollektiven Sicherheit in Mitteleuropa, wodurch diesem System ein mächttger Schützer erwächst, ferner die Bändigung der bislang ost ausbrechenden Gäule im Gespann der mitteleuropäischen Friedenspolitik, will sagen die Heranziehung Bulgariens, die Beseitigung der Widerstände in Rumänien und der antiruffischen Vorurteile in I u g o s l a w i e n, und endlich das kaum noch zu verkennende Einschwenken Oesterreichs in die Linie der Kleinen Entente. Dabei ist eS anscheinend gelungen, von Oesterreich den außenpolitischen Kurswechsel zu erzielen, ohne daß der geforderte Preis, die Zulassung der habsburgischen Restauration, beglichen werden mußte: Natürlich darf nicht, verkannt werden, daß Oesterreich solange ein schwacher Punkt in dem Donausystem bleibt, solange drei Viertel- seiner Bevösterung die bestehende Regierung ablehnen und das restliche Viertel unter dem Gefühl der Abhängigkeit von ausländischen Diktaten auch mehr leidet, als es zugibt. Die Kommentare der httlerdeutschen Presse können nur schwer die Enttäuschung, die hilflose Wut, die ängstlichen Besorgnisse verbergen, von denen die deutsche Politik nun erfaßt wird. Man tröstet sich recht und schlecht damtt, daß man we- Seite 2 Mittwoch, 5. Feber 1936 Nr. 30 nigstens die Habsburgergefahr(die aus mannigfachen Gründen für Hitler persönlich den größten Alpdruck darstellt) für einige Zeit losgeworden sei, man tut so, alS könne man alles andere in Ruhe abwarten, aber in Wahrheit sieht man sich dem Zusammenbruch großer Hoffnungen gegenüber und weiß, daß der schmale Ausweg aus der selbstgestellten Falle nur durch Kapitulation oder Krieg führt. Blätter, die sich einen Rest von Besinnung und den Mut zu einer verklausulierten Kritik bewahrt haben, machen aus ihrem Urteil über die Berliner Katastrophenpolitik kaum mehr ein Hehl. Die„Frankfurter Zeitung" stellt nicht nur an Hand dcS britischen Beispiels die Abwegigkeit einer von Gefühlen und innerpolitischen Erwägungen getragenen Rußlandpolitik und den Nutzen«einer russischen Freundschaft dar, sondern zerfetzt in einem auch die Illusion, daß Japan als Bundesgenosse einen Ersatz für die ausfallenden europäischen Freunde darstellen könnte. An der Donau hatte Hitler gehofft, Mussolini beerben zu können. Je wirrer die Lage in Genf und in Afrika wurde, desto näher schien Wien zu rücken, das große Ziel Hitler'scher Sehnsucht und deutscher Expansionspolitik. Nun schwimmt dieser Traum die Donau hinab. Noch ist vielleicht nicht alles endgültig verloren, denn| NOmUB YON OSMAR BAHN Woher sollst du wissen, wie eS ist, wenn man in jedem Auge, dem man begegnet, die gleichen Empfindungen liest, in dem einen offen, in dem andern Verhalten, das wahre Spiegelbill» seines Wesens. Ich verschob es von einem Tag zum andern, diesen Augenblick bei dir zu erleben. Ich wußte, daß du mich ein wenig lieb hast und es wäre mir eben nicht angenehm gewesen. Ja, so kindisch ist man zuweilen. Nun, wenn Dr. Lötz so aussähe wie ich, wäre ich ja auch weniger besorgt um dich." „Herr Lehrer!" sagte sie flehend. „Lötz ist ein schöner Mann. Die Frauen lieben ihn. Denkst du, daß das eine Aeußerlich- keit ist? Das lasse dir nur ja nicht Weismachen." Er ging immer schneller. Er wollte sie dabei nicht ansehen. „Also deshalb, Herr Lehrer, kamen Sie nicht?" Sie vertrat ihm den Weg. Er mußte stehen bleiben.„Ist das wirklich wahr?" Sie sah ihm ganz nahe ins Gesicht. Er konnte die unbeschreiblich vergnügte Miene, in der deutlich auch ein wenig Spott irrlichterte, nicht ertragen. Er wich einen Schritt zurück. „Na, endlich find ich Siel" rief Dr. Lötz von der Tür her. Sie hatten wohl sein Klopfen überhört. Seine lärmende Fröhlichkeit füllte sogleich das kleine Zimmer.„Niemand im Hause könnt mir sagen, wo Sie sind, Fräulein Lore; man wußte gar nicht, daß Sie sich im Hause befinden. Ich dachte mir gleich, wohin Ihr erster Weg Sie führen würde. Wir hatten doch fünf Uhr verabredet. Sie sehen, ich bin pünktlich! Ein Wagen steht unten. Machen Sie'S kurz, eS ist ja kein Abschied fürs Leben. Ich führe Sie im Triumph von Ihrem alten in lV:..cues Heim." noch regiert in Oesterreich Starhemberg, der eine Provokation des Volkes bedeutet und dadurch Hitler Sympathien verschafft, die er sonst nicht hätte. Wer die Nibelungenfahrt die Donau hinab klingt doch nur noch als eine sehr ferne Sage nach Berlin... Ein Münchner Blatt schreibt, man werde Deutschland zu keinem Donausystem bekommen, das Rußland einschließt oder gar den Habsburgern die Brücke nach Wien bauen will. Die Vöslauer und Gumpoldskirchner Trauben sind dem Braunauer Fuchs also schon zu sauer! Tatsächlich liegen die Dinge so, daß niemand auf Hitlers Eintritt in ein Donausystem wartet. Hitler ist isoliert, Hitler ist beinahe eingekreist, durch eigene Kunst und eigene Schuld. Es bestätigt sich, was kürzlich auch W. I a k s ch in seiner Studie über Volk und Arbeiter so nachdrücklich betont hat: daß jede drohende deutsche Expansionspolitik nur dazu führt, daß sich die Zange um Deutschland fester schließt. Je furchtbarer das dem deutschen Volk zur Gewißheit wird, desto näher rückt die Stunde, da es auch die rettende nationale Aufgabe einer Revolution gegen Hitler I begreifen wird. „Herr Doktor", sagte Lore,„Sie werden sich eine tüchtigere, geübte Kraft nehmen müssen, was Ihnen ganz gewiß nicht leid tun wird." „Was ist denn los?" «Ich kann Ihnen diese Schwierigkeiten nicht zumuten, Herr Doktor. Ich glaube, ich tauge nicht dazu." „Was haben Sie denn anderes vor?" Er sah dabei Berkl an. „Ich— ich weiß eigentlich noch nicht", meinte sie. Dr. Lötz lachte.„Und das hat Sie so entscheidend beeinflußt?" „Man wird die Stellung einer Hilfslehrerin hier im Hause für Lore schaffen", sagte Berkl. „W a s wird man?" ftagte Lötz. „Sie will ihr neues Wissen und Können ihren früheren Kameradinnen widmen." „Das ist ja rührend", sagte Dr. Lötz,„aber der Direktor, der eben diesen Phantasieplan im Gespräch berührte, sagte ausdrücklich, daß die Ausbildung schon wegen der Kosten unmöglich sei." „Das ist sie nicht!" rief Berkl, aber man merkte seinem ehrlichen Gesicht an, daß er krampfhaft darüber nachdachte, wie eS zu ermöglichen wäre. „Ich könnte die Kosten von meinem zukünftigen Gehalt der Anstalt ersetzen." „Sie sind erst halb in der Weft, Fräulein Lore", sagte Götz,„wissen Sie überhaupt, wie hoch das Gehalt sein wird?" „Darauf kommts nicht an", sagte sie.. „Man sollte Sie eigentlich gar nicht Ihre Entschlüsse allein fassen lassen. Daß Sie bei mir bestimmt das doppelte Einkommen hätten und außerhalb Ihrer Arbeitszeit ein freier Mensch wären, was hier ganz und gar nicht der Fall ist, darauf kommt's nicht an?— Wer wie Sie wollen, natürlich!" Er sah sich nach einem Aschenbecher um. In diesem Zimmer gab es keinen. Kunstfett, Arbeiter, Verbraucher Die.Konsumgenossenschaft" veröffentlicht einen längeren Artikel über die wichtige Frage der Versorgung der Bevölkerung mit Kunftfett, dem wir entnehmen: Dem Margarinegesetz zufolge hätte die Festsetzung des Kontingentes für Kunstfette so wie dessen Aufteilung bis 1. November 1935 erfolgt sein müssen. Nachdem aber bis Jahresende keine Einigung über die Höhe des Kontingentes erzielt wurde, entschied der Ministerrat, daß das im Gesetze vorgesehene Höchstkontingent von 5280 Waggons auch für 1938 festges^t wird. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Fabriken ein Zwölftel dieses Kontingentes für den Monat Jänner erzeugen dürft». Wir betrachten diese Entscheidung nur als eine vorläufige Lösung und verlangen rascheste Festsetzung des endgültigen Kontingentes, dessen Mindesthöhe wir mit 7500 Waggons bezeichnen. Wir sprachen uns mit aller Entschiedenheit gegen die monatliche Quotenfestsetzung aus, denn dies würde nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für den Erzeuger unerträgliche Komplikationen bedeuten. DaS endgültige Jahreskontingent darf nicht zu niedrig angesetzt werden, denn dies würde zu krassen Störungen in der Fettversorgung der bedürftigsten Berbrauchermassen führen. Von größter Bedeutung ist die gerechte Aufteilung des Kontingentes. Diese Frage ist keine private Angelegenheit einzelner Fabriken, sie ist eine Angelegenheit, welche die Oeffentlichkeit im höchsten Ausmaße interessiert, vor allem aber die deutsche Arbeiter- und Verbraucherschaft. Eine Drosselung des Kontingents bei den Firmen im deutschen Siedlungsgebiete bedeutet eine weitere Erhöhung der Arbeitslosigkeit in den Notstandsgebieten. Es geht also um die Lebensbedingungen der in den deutschen Kunstfett- frbriken beschäftigten deutschen Arbeiter. Bon gewisser Seite wird behauptet, daß die im sudetendeutschen Gebiet liegenden Betriebe zu nahe an der Grenze seien. Mit diesem Argumente kann man die gesamte sudetendeutsche Industrie erschlagen und noch weitere Zehntausende von Arbeitslosen erzeugen. Es ist dies ein unsinniges Argument, welches man im Interesse der sudetendeutschen Arbeiterschaft auf das schärfste zurückweisen muß. Im Interesse der Verbraucher muß auch zu der geplanten Margarinesteuer Stellung genommen werden. Diese Steuer darf zu keiner Preiserhöhung des KunstfetteS führen. Wenn der Wettbewerb der Fabriken freigegeben wird, wird auch tatsächlich eine Preiserhöhung trotz der Steuer verhindert werden, ja, es werden sogar Preisermäßigungen wahrscheinlich, wenn eine Kartellbildung der Fabriken nicht zugelassen wird. Man muß zumindest eine gründliche Novellierung deS Margarinegesetzes verlangen. Der Vizepräsident des böhmischen Landesschulrates, Dr. I. Hendrych, ist am 31. Jänner in den Ruhestand getreten. Hendrych hat dieses Amt vier Jahre bekleidet, nachdem er vorher Schulreferent in Preßburg gewesen war. Hendrych war während seiner Tätigkeit eine der sympathischesten Gestalten der hohen Bürokratie des Landes. Er war fleißig, gewissenhaft, zu den ihm unterstellten Beamten freundlich, in der Erledi- „Wenn Sie sich wieder in diesen verlorenen Winkel begraben, lohnte es beinahe wirklich nicht. Sie der hellen Seite des Daseins gewonnen zu haben, welcher Meinung Ihr Freund urw Lehrer übrigens von Anfang an gewesen ist. Hat er Ihnen das gesagt? Wenn es nach seinem Willen gegangen wäre, hätte man mir das „leichtsinnige und aussichtslose Experiment" einfach verboten. Stimmt's?" Er zündete sich eine neue Zigarette an.„Es gibt Menschen, die können sein wie sie wollen und tun, was ihnen einfällt, es schlägt ihnen alles zum Guten aus. Selbst wenn sie unrecht haben. Und andere» denen nützt gar nichts und wenn sie die Sonne vom Himmel herunterholen." Er wandte sich zum Gehen. „Weiter haben Sie mir nichts zu sagen, Fräulein Lore?" Lore wollte zaghaft auf ihn zutreten. Roch hatte sie den vorsichtigen vorfühlenden Schritt der Blinden. „Es scheint Ihnen jedenfalls leichter zu fallen, sich von mir zu verabschieden als von— von diesem Hause." Er reichte ihr kühl und flüchtig die Hand. Die Tür fiel zu. Seine großen eiligen Schritte verhallten auf dem Gang. Eine erregende, sehr unsichere Stille entstand in dem Zimmer. Berkl lehnte an seinem Schreibtisch. Lore stand nahe der Tür. Sie wagten beide nicht, sich von der Stelle zu rühren oder ein Wort zu reden. In den angrenzenden Räumen war tagsüber lautlose Ruhe. Nur fernher, durch viele Türen gedämpft, klang das Gegeneinander von Uebungen und Skalen verschiedener Klaviere. Lore sah sein versteinertes, gequäftes Lächeln. Sie war kein Zögling mehr. Sie schlang die Arme um seinen Hals. Er wollte mit dem Kopf zurückzucken, aber sft küßte ihn heftig auf den Mund. (Schluß.) Hiser neuer Roman Morgen beginnen wir mit dem Abdruck des ungemein spannenden und dabei literarisch wertvollen Romans Männer, Frauen und Waffen Von Manfred Georg Ein Mann kehrt auS dem Kriege zurück und findet seine Heimat zerstört» seine Kinder spurlos in die Welt verweht. Sein Leben hat nur noch ein einziges Ziel: diese Kinder zu finden. Welche abenteuerlichen Wege ihn das Schicksal dabei fiihrt, schildert der Roman, dec den Leser in einer atemlosen Spannung von Kapitel zu Kapiftl weiter treibt. Menschen und Mächte kämpfen um den Helden, der, ein ehemaliger Militär, in dft Netze einer riesigen Waffenschmugglerorganisation gerät und sich vergeblich daraus zu befreien müht. Ständig wechseln die Schauplätze der Handlung: aus der turbulenten» versumpften Atmosphäre des Wiener Tingel-Tangels geht es hinüber in die jüngste spanische Revolutton und von dort in das neue Rußland, in dem der Held Fiasko und Erlösung zugleich findet. Die Gegenspielerin deS„grauen Fuchses", als der er sich durch das Gestrüpp der Abenteuer schlägt, ist die„braune Katze", die reizvolle Tänzerin Haydie, ein Mischling, der inmitten der europäischen Zivilisatton sich niemals ganz von den uralten Jnstintten lösen kann, die in ihm wallen. Breit klafft der Gegensatz zwischen der dumpfen Welt des Genusses- und des Profits und den neuen Menschen auf dem andern Ufer des Lebens, die die Zukunft in sich tragen. Menteuer und Polittk, Weltgeschehen von heute und Ab- gründe des Einzelschicksals sind zu einem farbigen Gewebe verflochten, das alle Leser bis zum Schluß völlig einspinnt. Die Redaktion. gung der Akten präzise, den Parteien gegenüber entgegenkommend. Was an ihm vom deutschen Standpunkt hervorzuheben ist, war seine Gerechtigkeit gegenüber dem SchulwesenbeiderNationen. Ec hat sich ängstlich davon ferngehalten, die deutschen Schulen und Lehrer etwa anders zu behandeln als die tschechischen, weswegen ihn alle deutschen Funktionäre, die in den Jahren seiner Wirksamkeit mit dem Landesschulrat zu tun gehabt haben, rin liebes Gedenken bewahren werden. Hendrych war somit ein vorbildlicher demokratischer Beam- ter und es ist ihm zu wünschen, daß er seine Pension lange genießen möge. Der Senat hielt Dienstag eine kurze Plenarsitzung ab, in der lediglich die Vorlage über die Zivilwächter der Militärverwaltung ohne Debatte genehmigt und zwei zweite Lesungen vorgenommen wurden. Vom Budgetausschuß wurden vorher die zwei kleinen Vorlagen über die Backpulver» und Essigsäure-Steuer fertiggestellt und auch die Novelle zu den Stabilisierungsbilanzen genehmigt, Die nächste Senatssitzung wird auf schriftlichem Wege einberufen werden. Der Jmmunitätsausschuß des Senats befaßte sich am Dienstag abermals und diesmal abschließend, mtt dem Antrag des SdP-Klubs auf Erteilung einer Rüge an den Kommunisten Kreibich, bzw. dem Antrag des SdP-Senators Tschakert auf Erteilung einer Rüge an die Genossen Dr. Heller, Häcken- berg, Müller und Nießner. Den Anlaß zu dieser Massenklagerei seitens der SdP gaben schwere Zusammenstöße in einer Plenarsitzung kurz vor Weihnachten. Senator Tschakert hatte damals in einer Rede eine Reihe von Behauptungen aufgestellt, die die oben erwähnten Genossen und auch Kreibich in Zwischenrufen als„Lügen" bezeichnet hatten; außerdem sollen sie nach der Eingabe der SdP auch die übrigen SdP-Senatoren als„Lügner" hingestellt haben. Die SdP-Leute machten diese Auseinandersetzung inmitten eine? von ihrem Redner verschuldeten Tumultes zum Gegenstand eines hochnotpeinlichen Verfahrens nach 8 51 der Geschäftsordnung. Referent war Senator Pocisk. Der Ausschuß hatte unter dem Vorsitz Roudnickys in drei Sitzungen versucht, die Angelegenheü auf gütlichem Wege aus der Welt zu schaffen, da die Anrufung des 8 51 im Senat bisher keineswegs üblich war. Diese Bemühungen scheitetten jedoch an den überspannten Forderungen der SdP-Senatoren, die einen diesbezüglichen Vergleichsantrag ablehnten und hatt- näckig auf ihrem Paragraphen Herumritten. Daraufhin wurde Dienstag die formale Wstimmung über dft Anttäge auf Etteilung der Rügen borgenommen. Bei der Wstimmung blieb die SdP mit drei Stimmen in einer hoffnungslosen Minderheit, so daß also der Vorschlag des Immunitätsausschusses an das Plenum dahin lautet, über die Anträge auf Etteilung der Rügen einfach zur Tagesordnung überzugehen..- Ter Gesetzentwurf über dft Wandergewerbe, der vottge Woche im Senat eingebracht worden war, wurde Dienstag von einem Subkomitee verhandelt. Es gelang, einige Verbesserungen zugunsten der nicht gerade beneidenswerten Leute zu erzielen, die unter das Gesetz fallen. So sollen die Ausweise für diese Personen drei und nicht ein Jahr Gültigkeit haben. Bor allem soll aber dir Konfiskation der fahrenden Habe entfallen, die nach 8 18 als Nebenstrafe neben dem Entzug der Berechtigung ur Ausübung des Wandergewerbes hätft eintreten‘önnen. Das Sub« | komitee ging in dieser Frage über den Protest der ' Vertreter des Ministeriums zur Tagesordnung über. Wozu Ist der StraBenfondt da? Peinliche Verzögerung der Subventions-Bewilligungen Prag. In der letzten Zeit ist von ministerieller Seite mehrmals unterstrichen worden, daß im Staatshaushalt Milliardenbeträge für öffentliche Jnvestifionen vorgesehen sind. Angesichts des milden Wetters, welches die baldige Inangriffnahme der projektierten Straßenbauten ermöglichen dürste, drängen die Notstandsbezirke auf rasche Erledigung der in Prag vorliegenden Subventionsgesuche. ES ist bekannt, daß im Arbeitenministerium zahlreiche Projekte b e w i l l t- gungSreif vorbereiftt sind. Darunter befinden sich naturgemäß vieft und wichtige Straßen- Projette aus den Notstandsbezirken Böhmens. Wie wir erfahren, scheitert die günstige Erledigung der Subventionsgesuche an dem W i- der st and des Finanzministeriums, welches den Standpunkt verttttt, daß dft Mitftl des Straßenfonds durch Borausbewilligungen schon zu sehr angespannt sind. Diese Haltung ist um so weniger verständlich, als doch der Straßenfonds fortlaufend gespeist wird und nicht zuletzt durch jene Gebiete, die ihxe-usammengefah- renen Straßen wieder in Ordnung bringen "wollen. Es liegt auf der Hand, daß eine weiftre passive Behandlung der Subventionsgesuche oder gar deren ablehnende Erledigung durch das Finanzministerium den wichtigsten Zweig der öffentlichen Jnvesttttonen geradezu lahm- legen würde. Schließlich kann in einer so ernsten Frage der Standpunkt des Finanzministeriums nicht allein ausschlaggebend sein. Wir halten eS für notwendig, daß der Oeffentlichkeit ehestens mitgeteilt wird, in welchem Umfange mit der Bewilligung der durch die böhmisch-mährischen Notstandsbezirke angesprochenen Straßen- subventioney zu rechnen ist. Die Projekte wurden doch nicht zum Vergnügen gemacht! Vie Neuregelung des Genter Systems Erkürungen des Fürsorgeministers Prag. Im sozialpolitischen Ausschuß deS Wgeordnetenhauses hatte sich Dienstag Fürsorgeminister Genosse Jng. Neöas eingefunden, um im Sinne des letzten Ausschußbeschlusses über den Stand verschiedener sozialpolitischer Verhandlungen Aufschluß zu geben. Der Minister befaßte sich zunächst mit den Verhandlungen über die Neuregelung des Genter Systems betreffend den Staatszuschuß zur Arbeitslosenunterstützung. Das Mi- nistettum habe bereits die Vorlage vorbereitet, welche die Wünsche berücksichtigt, die in dieser Sache von verschiedener Seite vorgebracht wurden, und versucht auch, den Erfahrungen Rechnung zu tragen, die sich aus der Durch» führng der letzten zuständigen Verordnung ergeben haben. Der Entwurf ziele darauf ab, das bisherige System zu vereinfachen und zu verbessere, sei jedoch bisher im interministeriellen Verfahren nicht durchberaten. Sofern der Ausschuß zur Beratung dieser Frage ein Subkomitee wählen wird, wird das Ministerium in dieses Komitee, einen Bertteter entsenden, um mit den Beratungen Kontakt zu, halten. Sodann referierte der Minister über Wunsch deS Ausschusses über den Stand der Gesetzesarbeiten, soweit sie den Komplex der B a u f ö r- derungsgesetze betreffen, das ist die Verordnung über Sftuernachläfse für Bauarbeiftn, das BauförderungSgeietz, die Schiedskommission für das Ansetzen der Baumaterialienpreise, die Bauregreßftage und die neue Lieferungsordnung. Schließlich informierte der Minister den Ausschuß über den Stand der Vorbereitungen, die auf die Herausgabe deS Gesetzes in Sachen der Versicherung selbständig erwerbtätiger Personen abzieftn. Die Debatte über die Kundgebung des Ministers findet in der nächsten Ausschußsitzung am Dienstag nachmittags statt. Nr. 30 Mttwoch, 8. Fever 1936 Seite 3 tfudetendeutscfier Zeitepiegcf Die SdP überschwemmt den Bezirk Bensen mit Bauernversammlungen. So sanden am verflossenen Sonntage Mei solche Versammlungen mit dem Abg. L i s ch k a und dem Landesvertreter Stibitz als Redner statt. Beide Versammlungen erbrachten den eindeutigen Beweis, daß die Anziehungskraft der SdP stark im Schwinden ist. In Schackau bildeten die Henleinlente kaumdieHälfte der dreihundert Versammlungsteilnehmer, die andere Hälfte waren Arbeiter und einige Mitglieder des BdL. In Oberebersdorf war die Versammlung von etwa 250 Personen besucht, davon 200 sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter und 50 Henleinleute. Der Abg. L i s ch k a hatte die Situation rasch erfaßt und mit Rücksicht auf die Zusammensetzung der Versammlung sein Konzept geändert. Große Offenbarungen waren es nicht, die er feilbot. Er sprach viel von der»Idee über uns", vergaß aber, der Versammlung auch nur einigermaßen begreiflich zu machen, worin denn eigentlich diese»Idee" bestehe. Mit Pathos schmetterte er in den Saal:»ES muß Schluß gemacht werden mit der Schmutzpolitik". Zwischenrufe, wer denn eigentlich Schmutzpolitkk treibe, ließ er vorsichtiger Weise unbeantwortet. Unser Genosse Arnberg hatte in S ch ok- k a u keine harte Arbeit, als er die»Argumente" des Herrn Abgeordneten zerpflückte und die SdP kennzeichnete. Lischka habe viel von der Not der Arbeitslosen geredet, habe gesetzlichen Schutz des Arbeitsplatzes und Arbeitslohnes gefordert. Er möge einmal sagen, in welcher Partei fene deutschen Unternehmer organisiertsind, welche ihre Arbeiter, ihre„Volksgenossen",„Kameraden", entlass fen, ihnen die ohnehin elenden Löhne ge- kürzthaben! Ein Sturm der Entrüstung tobte durch den Saal/ als Genosse Arnberg mitteilte, daß der Fabrikant Schütz in Algers- d o r f, ein strammes Mitglied der SdP, der am 1. Mai bei der Henleinkundgebung an der Spitze marschierte, an seinen Arbeitern eine Lohnkürzung um 20 Prozent versuchte, so daß das Arbeitsgericht angerufen werden mutzte. 4 0.0 00 Kronen in fünf Monaten macht der Betrag aus, der in diesem Falle den deutschen Arbeitern dieser Firma genommen werden sollte. Und nicht weniger groß war die Entrüstung, als sich Gen. Kolcalnschrnuggel über Graslitz Vier Personen verhaftet Im Laufe der letzten Jahre hat die Tagespresse immer wieder Gelegenheit gehabt, über den Schmuggel mit Kokain aus Sachsen nach Böhmen zu berichten. Schon seit Längerer Zeit war nun die Prager Polizei mit der Ausforschung einer solchen Kokainschmugglerbande beschäftigt, die systematisch den Prager„Markt" versorgte. Es gelang schließlich einem Detektiv, in einem Prager Kaffeehaus eine Frau des Besitzes von Kokain Der Hunger nach Wahrheit Ans dem Bezirke Braunau erfahren wir, daß dort in wenigen Tagen 500 Stück der Oppo» sitionsbroschüre deS ehemaligen SdP-Abgeord- neten R e n t w i ch verkauft wurden. Das meiste Interesse findet sie in den Reihen der Henlein- anhänger, die auf diesem Wege einmal die Wahrheit über die Mißstände in ihrer Partei erfahren wollen. Am Dienstag begann vor einem Strafsenat des Leitmeritzer Kreisgerichtes der Schutzgesetzprozeß gegen folgende Mölf Personen, die sich laut Anklage im Jahre 1935 in Prag und im Deutschen Reiche zu Anschlägen gegen die Tschechoslowakische Republik mrt einer fremden Macht vereinigten und mit fremden militärischen und finanziellen Faktoren unmittelbar und mittelbar in Verbindung getreten seien: Franz Hofmann, geb. 1907 in Preßnitz, Privatbeamter und Funktionär(Leiter des Elbegaues) der Deutschen Landjugend.— Jng. Walter Appell, geb. 1906 in Pilsen, parlamentarischer Sekretär desKlubs der Senatoren der Sudetendeutschen Partei.— Student Herbert Börsch, geb. 1913 in Eger, Jurist.— Josef Gierschi k, geb. 1914 in Mariaschein, Ofensetzergehilfe.— Karl Kerl, geb. 1914 in Settenz, Baupraktikant. — Jng. Rudolf Tomasek, geb. 1904 in Bud- weis, ohne Beruf.— Franz Manfried, geb. s 1914 in Liboch, Privatbeamter.— Franz hat. Unsere Leser mögen den Artikel vom Sonntag über den agrarischen Parteitag zur Hand nehmen und die Stelle, die die„Rote Fahne" anführt, suchen. Sie werden von der Wahrheitsliebe dieses Blattes die richtige Auffassung erhalten. Zweite Unwahrheit: Die „Rote Fahne" erzählt von einem Buche„Blut u n d S t a h l", daD der Genosse Dr. Franzel geschrieben haben soll und in welchem angeblich „faschistische Gedankengänge" enthalten sind. Dazu ist zu sagen, daß Franzel ein Buch dieses Titels überhaupt nicht geschrieben, sondern unter dem Titel „Butter und Stahl" einen Artikel im „Kampf" veröffentlicht hat, den der kommunistische Schreiber jedenfalls überhaupt nicht zu Gesicht bekommen hat.^Trotzdem will er den armen Lesern der„Roten Fahne" grauslich machen, „wohin rechtssozialistische Kreise unter dem Druck solcher Gedanken die Partei steuern". Man sieht vielmehr, wohin kommunistische Skribifaxe eine proletarische Partei steuern. Der Schutzgesetzprozeß in Leitmeritz gegen zwölf Funktionäre der Deutschen Landjugend und der SdP Die Anklage stützt sich auf folgende Tatsachen: Im Sommer 1935 war durch einen Zufall zur Kenntnis der Behörde gekommen, daß junge Leute aus verschiedenen Gebieten in Böhmen durch Vermittlung von Funktionären deutscher Parteien und der deutschen Landjugend in reichsdeutschen Jugendlagern und beim reichsdeutschen„Landdienft" wären, was zur Folge' hatte, daß außer den jungen Leuten, die selbst in Deutschland waren, auch mehrere Funktionäre der Deutschen Landjugend und der Sudetendeutschcn Partei in üntcr- suchungshast genommen wurden. Arnberg mit dem Landesvertreter H e l z e I beschäftigte, der den armen Heimarbeiterinnen aus Bürgstein seit dem Jahre 1928 die Hungerlöhne schuldet. Und nicht weniger peinlich war es den Henleins als unser Redner die Kennzeichnung der SdP zum Besten gab, die sich durch N e n t w i ch und P f e i f f er in Rumburg erfahren hat.— Auch zwei Herren vom BdL sagten dem Herrn Abgeordneten bittere Wahrheiten. War die Situation für die Henleins in Schockau brenzlich, so erlebten sie In Ober-Ebersdorf eine Katastrophe. Punkt acht Uhr hatten unsere Genossen und die Kommunisten den Saal besetzt. Von den Henleins war noch nichts zu spüren. Als die Versammlung beginnen sollte, erklärte derVersamm- lungsleiter diese Mar für eröffnet, teilte aber gleichzeifig mit, daß aus technischen Gründen eine Pause von zehn Minuten eingeschaltet werden müßte. Das abgesagte Konzert Der Versammlung war es zuerst nicht verständlich, was die Pause bedeuten sollte. Erst später, als einzelne Leute mit Musikinstrumenten kamen, wurde eS klar: Die Henleiner hatten, wie sie das im allgemeinen üben, eine Musikkapelle bestellt, die in der Versammlung spielen sollte. Als sie aber merkten, wie die Versammlung zusammengesetzt war, entschieden sie sich für diese„Pause", während welcher ihre Leute imDorfeherumliefen, um die Musik abzusagen und außerdem noch ein paar ihrer Leute zusammenzutreiben. Denn sonst hätte es geschehen können, daß die Musiker verhalten worden wären, statt dem SdP-Marsch, die Internationale zu spielen! War die Stimmung der SdP-Leute an sich schon nicht rosig, so wurde sie vollends trübe, als die übergroße Mehrheit beschloß, jedem der zwei SdP-Rednerund ebenso dem Genossen Ar n b e r g und dem Kommunisten Fritsche je eine halbe Stunde Redezeit einzuräumen. Die Abrechnung, die bann mit der SdP erfolgte, war gründlich und was hier, zur Sprache kam, dürfte auch manchem Henleinmann die Augen geöffnet haben. Die Herrschaften werden jedenfalls gemerkt haben, daß die Menschen wieder zu denken beginnen und der Stern Henleins arg im Verblassen ist. Nordböhmen: 146.825 Arbeitslose Um 5000 mehr als Im Vormonat Die Anzahl der Arbeitslosen in Nordböhmen ist im Laufe des Monates Jänner 1936 von 141.061 auf 146.825 gestiegen. Auch gegenüber Jänner 1935 zeigt sich heuer eine kleine Erhöhung der Anzahl der Arbeitslosen, und zwar um 2400. Dagegen kann gegen Jänner 1932 ein Rückgang um etwa 4000, gegenüber Jänner 1933 um 34.000 und gegenüber 1934 um 6000 verzeichnet werden. Eine ziemliche Bedeutung hat der Umstand gehabt, daß nur sehr wenig Winterarbeiten vorhanden waren, wobei man jedoch mit der Durchführung anderer Notstandsarbeiten wegen unsicherer Witterung auch noch nicht anfangen kann. Die Opposition In der SdP Blitzartig sind seinerzeit in allen Orten des Bezirkes Dux die Ortsgruppen der SdP entstanden. Und heute? Männer aus dem Arbeiterstand und Kleingewerbetreibende, die bei der Gründung dieser Bewegung den größten Anteil hatten, werden jetzt kaltgestellt. In den Ortsgruppen wurde die Führung diesen Arbeitern oder Kleingewerbetreibenden aus den Händen genommen und jetzt führen das große Wort Menschen, die sich nach der Auflösung der nationalsozialistischen Bewegung wie Maulwürfe verkrochen hatten. Diese Erscheinung löst selbstverständlich bei den Mitgliedern der verschiedenen Gruppen Unzufriedenheit aus. Vor kurzem fand in Dux die SdP-Haupt- versammlung statt, an der 232 Mitglieder teilnahmen. Der Abg. Dr. E i ch h o l z wurde wiederum zum Ortsleiter in Vorschlag gebracht. Bei der Wahl stimmten aber von 2^Anwesenden 62 gegen ihn als Ortsgruppenführer. Gegen einige Mitglieder wurde das Redeverbot verhängt und sie erhielten auch eine Warnung. Manchem Gründer.dieser Ortsgruppe drohte man sogar mit dem Ausschluß aus der SHP. In Maria-Radäitz fand vor kurzem die Parteiversammlung der SdP statt. In dieser Versgmmlüng sprach Herr. Jng. P a tzol.h, Mit-, alied der Bezirksvertretung, und erzählle den Arbeitern, sie mögen verträglich sein, sollen fleißig arbeiten. Hierauf kam es zu schweren Auseinandersetzungen und die anwesenden Arbeiter sagten dem Ingenieur, ob sie denn wirklich nur zum Schuften hier wären, sie leben doch so nur wie SllavenI Herr Jng. Patzold wollte aus der SdP austreten, aber berufene Funktionäre der SdP aus dem Kreisgebiet machten den Vermittler und brachten den Herrn Ingenieur von seinem Entschlüsse ab. Die Opposition wächst aber auch in der Stadt Klostergrab, wo der Bezirksführer Dr. Eichhorn seinen Sitz hat. Auch dort kam es anläßlich der Haupwersammlung zu schweren Auseinandersetzungen. Ivel handgreifliche Unwahrheiten der„Roten Fahne** Die Leichtfertigkeit und Gewissenlosigkeit, mit der das deutsche Organ der K. P. C. geschrieben wird, geht geradezu klassisch aus dem Leit- artikel der„Roten Fahne" vom 4. Feber hervor. Erste Unwahrheit: Es wird behauptet, daß der„Sozialdemokrat" die tschechischen Agrarier als„die verläßlichsten Bundesgenossen der Sozialdemokrafie" bezeichnet hat. Wir ftagen die„Rote Fahne", der doch ein bißchen proletarische Wahrheitsliebe eigen sein sollte, w o und wann das der„Sozialdemokrat" behauptet Kleinpeter, geb. 1914 in Windisch-Kamnitz, Baupraktikant. 1— Egon Geier, geb. 1912 in Weiskirchlitz, Handlungsgehilfe.— Ernst Neuhauser, geb. 1913 in Wisterschan, Malergehilfe. — Adolf Summer, geb. 1913 in Ternitz, Beamter und Funktionär der Deutschen Landjugend. — Georg Kö stier, geb. 1912 in Donaivitz, zuständig in Espentor, Beamter und Funktionär der Deutschen Landjugend. Besinnung tut notl Alle Beobachter berichten uns übereinstim- menid, daß im stützte ndeutschen Gebiet ein tiefgehender geistig-politischer Klärungsprozeß festzustellen ist. Die Totalitätswirkung der Henlein- Schlagworte ist vorbei. Die SVP-Wähler werden zusehends wieder einer kritisch-fachlichen Betrachtung zugänglich. In dieser Situation setzt unser« neue Aufklärungswelle ein. Ein sozialdemokratisches Flugblatt„Besinnung tu t n o t!" geht in Den sudetendeutschen Kleinstädten und Dörfern von Hand zu Hand. Die Enthüllung des SdP-Schwindels und der Rus zur Sammlung der Kräfte für eine wirtschaftlichsoziale Aufbaupolitik findet allenthalben fruchtbaren Boden. Ein Augenzeuge berichtet uns aus der großen NotstandSgemeinde Auschowitz bei Marienbad, daß die Arbeitslosen gerade in langer Reihe vor dem Gemeindeamt angestellt waren, als unsere Fluyblattverteiler anrückten. Die Auf- llävungsschrift über die wahren Ursachen der Krisennot, über ihren politischen Mißbrauch durch die SdP und den ehrlichen Kampf der Sozial- dcmokratie für daS Brot der Arbeitslosen wurde freudig entgegengenommen. Vor einigen Monaten hätte eS in diesem egerländischen Wetterwinkel bei solchem Anlaß noch politische Zusammenstöße, wenn nicht Schlägereien gegeben. Der Phrasen-Terror der Henleinpartei beherrscht die Massen nicht mehr. Auch ihre eigenen Anhänger halten sich bereits nach der Parole:„Besinnung tutnotl" SdP In der Klemms Zwei Versammlungs-Niederlagen an einem Tag Zur Nentwich-Broschüre Zur fWTEikte$f| Die SdP. ist zu einer ungeheuren Versorgungsanstalt für den Kameradschaftsbund und alle seine Freunde geworden; Vetternwirtschaft im reinsten Sinne ist eingezogen.(S. 40.) zu überführen. Bei der polizeilichen Einvernahme ergab sich, daß die Angehaltene mit der in Silbe r b a ch bei Graslitz wohnhaften Frau Ernestine Riedl identisch war, die schließlich nach längerem Leugnen gestand, Kokain nach Prag gebracht und dort an Vertrauensleuten abgesührt zu haben. Der Zusammenarbeit der Gendarmerie und der Finanzwache im GraSlitzer Bezirk gelang es nunmehr, in dieser Kokainschmuggleräffäre drei weitere Beteiligte zu verhaften. Es handelt sich hiebei um den Schuhmacher Josef Sittauer aus Markhausen, um den Kellner Eduard Köhler aus Eibenberg und um den stellungslosen Zahntechniker Adolf Reicht aus Eibenberg. Auch diese gestanden, wobei sie als den Vermittler Mischen ihnen und den Prager Abnehmern einen Mann namens P r i n z l in Bergreichenstein angaben. Dagegen waren sie bisher nicht zu bewegen, ihre eigentlichen Auftrag-, bzw. Geldgeber zu verraten. Uferdamm In Wannov eingestürzt Wahrscheinlich infolge des andauernden Regens und der Unterspülung durch das aufgestaute Elbwasser stürzte Sonntag nachmittags ein Stück Uferdamm in der Länge von rund 250 Quadratmetern in der Nähe der Wannover Ueberfuhr ein. Selbst die mächtigen Quadern mit den Ankerringen sind in das Wasser gestürzt. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen, da zu der Zeit des Einsturzes die Unfallstelle nicht begangen wurde. Eine Jngenieurkommission, die bald an der Einbruchstelle erschien, veranlaßte di« notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Der Uferweg von Wannov nach der Endstation der Aussiger Elektrischen wurde abgesperrt. Di« Ursache des Einsturzes ist offenbar eine Rutsch-Schichte aus feinem, aufgeschüttetem Elbsand, der sich infolge der Regengüsse der letzten Zeit vollgesogen hatte und auf den Uferdamm drückte. Zur Wiederherstellung des Schaden- verwendet man grobes Material. Die in der Nähe des Unfallortes liegende Ma- saryk-Staustufe ist durch den Dammeinbruch nicht gefährdet. Grossstädtische Gangstermethoden in Dux. In ein Strickwarengeschäft in D u x kamen eine Frau und drei Männer und ließen sich Pullover zur Auswahl vorlegen. Gleich darauf fühlte die Geschäftsfrau ein solches Brennen in den Augen, daß sie die Brille abnehmen mußte. Der Frau erschienen die vier Personen verdächtig und sie beobachtete sie scharf. Die vier Personen verließen schließlich das Geschäft, ohne etwas gekauft zu»habcn. Der Zustand der Frau verschlimmerte sich derart, daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Es handelt sich bei den Unbekannten um eine Ladendiebsbande, die ihre Opfer aus einem Gummiball mit Tränengas angreifen, um leichter stehlen zu können. Blutig« LiebeStragödie in Kosten. Montag nachmittags gegen 4 Uhr war Kosten der Schauplatz einer blutigen Tragödie, die ein Menschenleben erforderte. Der Chauffeur Franz P ö p- perl, der seiner ehemaligen Geliebten Marie Mann von Rudis nachgefahren war, um sie zu treffen, kam mittag in das Gasthaus, wo die Mann zu Besuch weilte. AIS er ihrer ansichtig wurde, zog er einen Revclver und schoß auf die Unglückliche. Sie brach sofort zusammen. Sie wurde dann mit einem Santtätsauto nach Tep- litz ins Krankenhaus geschafft, doch kam jede Hilfe zu spät. Das Mädchen erlag ihren schweren Unterleibsverletzungen. Der Täter wurde auf dem Weg durch Kosten von einem Gendarmeriewachtmeister angehalten, verhaftet und nach Tep- litz eingeliefert. An alle Naturfrerindcgruppcn. Es wird ersucht, alle vorbereiteten Meldungen für das IV. internationale Treffen am 14. und 15. Feber auf der Königshöhe sofort an Genossen Hügl, Königshöhe, abzusenden.— Am Samstag müssen alle festen Meldungen bei ihm eingelangt sein.— Auch jene Fälle, bei denen die Teilnahme noch nicht i sicher ist, sind zum Vormerk anzugeben. Seite 4 Mittwoch, k. Feber 1936 Nr. 30 3a-esmmgMten. Verkehrsunfälle. 20 Personen fanden den Tod durch Erfrieren. Große Ueberschwemmungen in den Südstaaten haben erheblichen Sachschaden verursacht. Bei Murphy in Nordcarolina brach der Flußdamm, wobei mehrere Personen ertranken. In der Näh« von Maylene stützte ein Frachtzug eine 125 fußhohe Böschung hinab. Irr zahlreichen Niederungen mußten die Einwohner ihre Häuser räumen. anderen Prostituierten. Gleichzeitig hatte er ähnliche Pietätsanwandlungen wie jener Jugendliche, der seinem erwürgten Opfer die Hände über der Brust fromm zusammenlegte. Er kaufte ein Sträußchen Veilchen, die er bei der im Schrank verwahrten Leiche aufstellte. Von eben diesem Veilchenstrauß schenkte e r aber einige einer P r o st i t u i et» ten, die er am Tage nach dem Mord auf der Straße anhielt. Zur Entdeckung der Mordtat führte die Tatsache, daß Lausa die fällige Miete nicht, bezahlte und seine Vermieterin in die Wohnung eindrang, wo die seit drei Tagen im Schrank versperrte Leiche bereits penetranten Verwesungsgeruch verbreitete. innen, um die Lebensnotwendigkeiten des Volkes durch eine Umwälzung in Europa zu befriedigen, die der Umwälzung innerhalb Deutsch, lands wie ein Ei dem anderen ähneln soll. In London hat Außenminister von Neurath seinen englischen Gesprächspartnern die Versicherung gegeben, daß im Augenblick nicht an die entmili- tarifierte Rheinlandzone gerührt werden werde. Man übersetze: solange die Aufhebung dieser Zone nicht ungestraft würde erfolgen können. Es hat zu allen Zeüen Eroberungspläne und Angriffe gegeben. Aber deren Urheber gaben sich wenigstens die Plühe, einen Vorwand zu schaffen und ihre Juristen zu bemühen. Die Hftlerleute werden es jn Zukunft Kveifellos auch daran nicht fehlen lassen. Aber sie haben im deutschen Volke den Glauben gezüchtet, daß man zu einem Angriff keine formale Rechtfertigung brauche: das Interesse des Staates, wie es eine Handvoll Männer oder wie es sogar nur ein einziger Mensch versteht, ist e i n a u s- r e i ch e n d e r G r u n d. Das ist mehr als nur eine Nuance. Das Hitlerreich wird u ns ereZi v i,l isation zerstören, wenn es nicht das Gefühl hat, daß es auf den organisierten Widerstand des größten Teiles von Europa stößt." Jahrestages der Nationalsozialisten sich Pertinax im Roch 76 Tote im Nelson. Bei der Gewälti- gung eines neuen Grubenabschnittes im Nelson- Schacht wurden drei Leichen gefunden. Es handelt sich um den 54jährigen Pumpenwärter Karl Klaß aus Ossel, um den 26jährigen Förderer Alois S l a ch aus Herrlich und um den 25jäh- rigen Bergschüler Josef Stanök aus Dux. Es harren noch immer 76 Bergarbeiterleichcn der Bergung... Ein serbischer Bauer besucht Masaryk. Am Dienstag traf in Prag ein 83 Jahre alter jugoslawischer Bauer namens Jeremija N e d i ö, ein, um einer im Herbst vorigen Jahres an ihn ergangenen Einladung des Präsidentenbefreiers T. G. Masaryk entsprechend, diesem in Lantz einen Besuch abzustatten. Nedik stammt gus der Gemeinde Tencin im Bezirk Gornji Milanovac, die etwa 40 Kilometer von Kragujevac, der New Aork. Eine erneute Kältewelle, begleitet von Schneestürmen, erfaßte das ganze Land vom Felsengebirge bis zur Atlantikküste. Zahlreiche Gegenden der Nordstaaten berichten Temperaturen von 10 bis 38 Grad Fahrenheit(23 bis 37 Grad Celsius) unter Null. Riesige Schneewehen legten jeden Straßen« und Eisenbahnverkehr in den Weststaaten lahm und verursachten viele folgenschwere Bei der Schwurgerichtsverhandlung behauptet« Lousa(ebenso wie Bruckner und wie jener Jugendliche), durch die Ohrfeige aufs äußerste gereizt worden zu seins Wie stets in derartigen Fällen,behauptete er aber— im Gegensatz zu den früheren eingehenden Geständnissen— s ich an nichts mehr z u erinnern. Das ärztliche S a ch v e r- st ä n digengutachten lautet: Minderwertig, aber voll zurechnungsfähig. Die Geschworenen fällten in den Abendstunden folgendes Verdikt: Die Hauptschuldfrage auf Mord wurde mit acht Stimmen verneint. Die Eventualfrage auf Totschlag dagegen mit allen zwölf Stimmen bejaht. Der Schwurgerichtshof verurteilte hierauf den Angeklagten zu acht Jahre« schweren Kerkers. Der Staatsanwalt meldete N i ch t i g kei ts- beschwerdean. Winter in Nordamerika! Die letzten Wochen haben den Bereinigten Staaten von Nordamerika eine geradezu katastrophale Kälte gebracht. Zahlreiche Todesopfe r sind zu beklagen. Unser Bild zeigt das Einlaufen eines völlig vereisten Dampfers in den Hafen von, New Jork. Die Leiche Im Schrank Drei Tage neben der Leiche der erwürgten Geliebten gewohnt Wegen Totschlags verurteilt Prag. Der zweite Prozeß der vorgestern er öffneten Schwurgerichtsperiode zähll zu den großen Kriminalprozessen der letzten Zeit, zu jenen Fällen, die den Zuhörerraum des Schwurgerichtssaales bis aus den letzten Platz zu füllen pflegen. Auf der Anklagebank saß der 89jährige Johann Lousa, der am 2. Juli v. I. die Prostituierte Anna Seidl, mit der er zusammenlebte, erdrosselt hat. Die Verhandlung leitete GR. Dr. H r u s k a, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. S i m ä k. Jn seinen schauerlichen Einzelheiten erinnert dieser Fall einerseits an den vorgestern vor dem Jugendgericht verhandelten Prostituiertenmord des jugendlichen Friseurgehilfen, über den wir berichtete haben, und andererseits an den im Dezember ver- handelten Prozeß gegen den Mörder seiner Gattin und seiner Mutter, Franz B r u ck n e r. Die merk würdige Uebereinstiuunung gewisser Details dieser drei Mordtaten steht zweifellos im Zusammenhang damit, daß alle drei schwer asoziale Naturen eines gewissen Typus sind. Wie bei jenen beiden anderen, zeigt auch der bisherige Lebensgang des Angeklagten den typischen Verlauf einer asozialen Existenz. Dem Gericht liegen die Leumundszeugniffe Johann Lousas ziemlich lückenlos vor, da er bereits vielfach mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen ist. Be reits als Knabe war er wegen seines brutalen Wesens bei seinen Kameraden gefürchtet. Als Mon teurlehrling benahm er sich so, daß er niemals zur A u s l e h r e k a m. Er bestahl nicht nur seinen Meister, sondern auch seine Arbeitskameraden, beging eine ganze Reihe übler Streiche, trieb sich von frühester Jugend am liebsten mit Prostituierten herum und seine Strafkarte füllte sich im Laufe der Jahre mit einet langen Reihe von Strafvermerken. Vielleicht hätte seine Heirat, die er als 25jäh- riger schloß, eine Wendung in seinem Leben herbei führen können. Obwohl er als nicht ausgelernter Monteur keine Stellung hatte— und sich auch um keine Arbeit bemühte— fand er doch eine Frau, die sich seiner annahm. Di« V l a st ä H., die sich ihn zum Manne nahm, sah sich aber nach kurzer Ehe ge nötigt, die Scheidungsklage einzurei chen, da ihr Gatte fortgesetzt dem Umgang mit Prostituierten den Vorzug gab und seine Frau völlig vernachlässigte. Und wieder ein bezeichnendes Detail: Johan« Lonsa willigte i« die Scheidung erst ein, als die»st mißhandelte Fra« 6000 KL aus zahlte. Dafür nahm er vor dem. Scheitstmgsgericht die Schuld uuf sich. Später aber reute es ihn, so„billig" gewesen zu sein und er beschuldigte seine Frau zu Unrecht, verschiedene beschuldigte Diebstähle began gen zu haben. Wegen dieser Verleumdung erhiell er w e i t e r e s i e b e n Monate Kerker. Dann wurde die Ehe getrennt, womit seine gewesene Frau— zu ihrem Glück— für immer von Johann Lousa befreit war. Run taucht« Lousa völlig in der Welt der Pro stitution und Kriminalität unter. Wovon er in dieser Zeit lebte, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, daß er mit verschiedenen Prostituierten Verhältnisse unter- hiell. So wurde er auch mit der A n n a S e i d l bekannt. Anna Seidl betrieb ihr Gewerbe in N u s l e und Lousa, der zuerst zahlender Kunde war, drängte sich ihr schließlich als Geliebter auf und übersiedelte zü ihr. Die Seidl hatte neben ihren Kunden auch ernstere Bewerber, darunter«inen Soldaten aus Theresienstadt, der sie angeblich heiraten wollte. Für Johann Lousa hatte sie offenbar nur geschäftliches Interesse und hätte, sich seiner gern entledigt. Kein Wunder, daß Auseinandersetzung und g e w al« t ä 1 t je Auftritte in der Wohnung dieses Paares an der Tagesordnung waren, die schließlich in der Katastrophe vom 2. Juli 1935* gipfellen. Der, Zeitpunkt des Mordes konnte allerdings erst festgestellt werden, als— d r e i T a g e später— Lousa verhaftet wurde.• Sein ur sprüngliches Geständnis, das Obduktionsprotokoll und die sonstigen Erhebungen' der Polizei, gestatten eine ziemlich vollständige Rekonstruktion der Mord tat. Lousa hat bei der Polizei und vor dem Unter suchungsrichter gestanden, die Seidl erdtosselt zu baden. Sie seien in Streit geraten, die Seidl habe iüm eine Ohrfeige versetzt,(vorauf er in Wut ge raten sei und sich auf sie gestürzt habe. Zuerst würgte er sie mit den Händen und dann, als sie röchelte, schnürte er ihr den Hals mit einem Draht zn und erdrosselte sie vollends. Dann steckte er die Leiche der Ermordeten in einen Schrank(ganz wie jener Brebnober Mörder Franz Bruckner) und w o b n t c drei Tage neben der verwesen den Leiche(ganz wie Franz Bruckner). Wäh rend dieser drei Tage traf er einerseits Vorkehrun gen für den Fall der Entdeckung, andererseits ging er seinem Vergnügen nach. Er schrieb drei Briefe an die Polizei und an Verwandte, in welchen er einen gemeinsamen Selbstmord glaubhaft zu machen suchte. Jn einem dieser Briefe heißt es(mit verschiedenen Schreibfehlern): „So hat ste mir halt die Kehle hingehalten und so hab' ich sie erwürgt." Lonsa behauptet auch, Selbstmordversuche be gangen zu haben, die aber merkwürdigerweise sämt lich fchlschlugen. Dabei suchte er aber auf der Straße neuerliche L i e b e s a b e n t e u e r mit ein Abgrund zwischen Nazistaat und Rechtsstaat Anläßlich des dritten Machtergreifung durch die in Deutschland beschäftigt '„Echo de Paris" mit dem Regime dieses unglücklichen Landes. Er sieht deffen Kernstück im neuen nationalsozialistischen„R e ch t". Und er zieht daraus folgende Schlußfolgerungen: „Das neudeutsche System macht über alle Stufen der Verwaltung und der Rechtsprechung oder noch summarischer, und schneller in allen Initiativen der Diktaturpartei und ihrer Organe Willen und Lmrne eines einzigen Menschen zur höchsten Richtlinie. Daher ist'das Dritte Reich — und mit ihm alle Nationen, die ihm ähnlich sind— durch einen A b grün d v a n den Staaten g e t r e n n t, ip denen es noch politische und staatsbürgerliche Garantien gibt. Hört ein solch abgrundtiefer Unterschied aus internationalem Gebiete auf? Hängt er nicht mit der Frage„Friede oder Krieg" zusammen? Adolf Hitler möchte uns gern einreden: daß das eine nichts mit dem anderen, zu tun habe. Jn Wirklichkeit aber wird eine Diktatur, die im In- nern keine Grenze zuläßt, kein Gegengewicht duldet, vor Blutbädern nicht zurückschreckt, wenn sie ihr'Prestige gefährdet glaubt, weder vor der Verletzung von Verträgen(das wissen wir schon längst), noch sogar vor einem Krieg zurückwei- chen. Sie wird außerhalb der Grenzen genau so vorgehen wie innerhalb der-Grenzen. Wenn sich Deutschland im Augenblick dem, Auslande gegenüber noch eine gewisse Vorsicht auferlegt, so ge- schieht das deshalb, weil es noch an seiner physischen Kraft zweifelt. Aber diese physische Kraft steigert Deutschland in geradezu freiMscher Weise, um eines Tages nach außen über dieselbe Bewegungsfreiheit verfügen zu können wie nach Hauptstadt der fruchtbaren und dicht bevölkerten Suinadija entfernt ist. Er ist nicht nur in der Heimatgemeinde, sondern auch in der breiten Umgebung wegen seines Scharfsinnes uyd seiner Besonneirheit beliebt. Präsident Masaryk wurde mit seinem Gast vor 26 Jahren während seines Besuches in Serbien bekannt, als er in Begleitung des bereits verstorbenen Profeffors Tasie und einiger serbischer Freunde auch nach GorNsi Milanovac kam. Der Zweck der Reise des Profeffors Masaryk im Jahre 1910 war, die Stimmung der Bevölkerung und die Ansichten des einfachen serbischen Volkes zu studieren und gleichzeitig das erforderliche Material zu sammeln, das er dann in Wien ,im Zusammenhang mit dem Agramer Hochverratsprozeß verwendete. Hier wurde Profeffor Masaryk mit dem biedere« serbischen Bauern NediL bekannt, den er wegen seiner Offenheft und wegen seines Scharfblickes lieb gewann und der ihn bei der Sammlung des erforderlichen Materials ausgezeichnet informierte. Seit dieser Zeit stand Nedic in stetigem schriftlichen Verkehr mit Profeffor Masaryk. NediL erwidert nun nach 26 Jahren den Besuch des Präsidenten vom Oktober des Jahres 1910. Revue des Gesundheitswesens. Soeben ist —in neuem Gewände— die Nummer 1 des 18. Jahrganges der Revue des Gesundheftsweuns, der deutschen Ausgabe des offiziellen Organs des Gesundheitsministeriums, erschienen. Mit diesem Jahrgange erfährt das Amtsblatt des Gesundheitsministeriums eine wesentliche Ausgestaltung, die infolge der wachsenden Aufgaben, welche auf die staatliche Gesundheitsverwaltung schon durch längere Zeit, einstürmen, notwendig geworden ist.' Die Wirtschaftskrise und der schwere Notstand großer Teile unserer Bevölkerung haben uns vo« eine große Fülle brennender Probleme gestellt, dis zu behandeln eine der Hauptaufgaben des Amtsblatt fein wird. Die erste Nummer der Zeitschrift zeigt hereits, daß die Redaftion sich ihrer Aufgabe bewußt ist. Das Blatt, welches mit einem Bild des Präsidenten Benes geschmückt ist, enthält eine Reihe außerordentlich interessanter Aufsätze über alle Gebiete gesundheitlicher Fürsorge. Gefährliche Hochzeitsspäffe. In dem bulgarischen Dorfe Sadina fand eine geräuschvolle Bauernhochzeit statt, bei der nach bulgarifchem Brauche viel gefchoffen wurde. In dem Augenblicke, in welchem eine Kranzeljungfer dem Bräutigam ihren Glückwunsch darbrachte, gab dieser aus seinem Revolver so ungeschickt einen Schuß ab, daß die Kugel dem Mädchen in den offenenMund drang und die Wange durchbohrte, wobei auch das Ohrläpvchen mit den Ohrgehängen abgerissen wurde. Der unvorsichtige Bräutigam verbrächte seine Hochzeitsnacht auf der Polizeiwachstube.— In einem anderen bulgarischen Dorfe fand eine Dilettantenvorstellung statt. Es wurde hiebei ein Stück aus dem Jägerleben aufgeführt. Einer der Dilettanten gab auf der Bühne aus einem Gewehr einen Schuß ab, ohne zu wiffen, daß die Waffe scharf geladen war. Er verwundete hiebei drei seiner Mitspieler ziemlich schwer., Die Schande Italiens.„Daily Herald" meldet aus Addis Abeba, daß die ausländischen Kommandanten der Feldlazarette in Abessinien beschlossen haben, keine Rote-Kreuz- Abzeichenmehrzuzeigen, da sie ihre Verwundeten und Kranken ohne das Rote-Kreuz- Zeichen vor den Angriffen der italienischen Flieger viel mehr in Sicherheit glauben. 400 Jahre Buenos Aires. Jn Buenos Aires fanden am Sonntag große Feierlichkeiten aus Anlaß des 400. Jahrestages der, Gründung der Hauptstadt Argentiniens statt. Aus diesem Anlaß wurden mehrere historische Szenen in Kostümen der damaligen Zeit aufgeführt, so zum Beispiel die Ankunft des,Begründers der Stadt, Pedro de Mendoza. 35.700 Radiostationen. Jn der gesamten Welt gibt es 35.700 Radiostationen, aber nur 7700 davon — also kaum 22 P»zent— senden Programme für den Privathörer. Die anderen 28.000 Stattonen befassen sich mit dem Sendedienst für Schiffe, Flugzeuge, Polizei, Preffewesen usw. Das europäische Festland allein verfügt üb-r 2000 Sender, die dem Nachrichtendienst im Flugverkehr Vorbehalten sind. Wahrscheinliches Wetter von heute: Jn Böhmen strichweise verringerte Bewölkung mit leichten Nachtfrösten, ziemlich ruhig. Im übrigen Gebiet noch unbeständig, vorwiegend bis wechselnd be- wölft und zunächst noch Niederschlagsneigung. Auch im Karpathengebiet allmähliche Abkühlung mit nördlichen Winden.— Wetteraussichten für Donnerstag: Im Osten des Staates Beruhigung und weitere Abkühlung, im Westen wieder ein wenig wärmer. Vom Rundfunk I—W»l»niiifirtw au* den Programmen i Donnerstag: Prag, Sender L: 10.05: Deuffche Presse, 12.10: Schallplatten, 13.40: Leichte Musik, 18.45: Deutsche.Sendung: Jugendstunde: Pünktchen und An- ton, Hörspiel, 18.10: Harbich: die soziale Bedeutung der Verbindlichkeitserklärung der Kollektivver» träge, 21.05: Tschechisches philharmonisches Konzert, Sender S: 7.30: Schallplatten, 14.15: Deutsche Sendung: Präsident Eckert: Der Kampf um den gerechten Preis in Handwerk und Handel, 14.35: Opernarien, 14.50: Deuffche Presse.— Brünn 11.05: Balalaikachor russischer Hochschüler, 13.30: Deuffcher Arbeitsmarkt, 17.15: Leichte Musik, 17.40: Deuffche Arbeitersendung: Dr. Frey: die Auslandspolitik des Jahres 1935.— Mährisch' Ostrau 18.10:' deutsche Sendung: Liederkonzert, 19.30: Tanzmusik.— Preßburg 15: Orchesterkonzert.— Kascha» 12.35: Rundfunkorchesterkonzert, Nr. 30 Mittwoch, 5. Feber 1936 Seite 5 Bizeps und Gehirn. Der Reichsminister für Unterricht und der preußische Innenminister Haden jetzt Richtlinien für die körperliche Auslese der Schüler an den höheren Schulen herausgegeben. Im Borjahre hatte nämlich der Reichserziehungsminister angeordnet, daß Jugendliche mit schweren Leiden sowie Träger von Erbkrankheiten nicht in die höheren Schulen ausgenommen werden dürfen und daß Jugendliche, die bei den Leibesübungen dauernd versagen, von den höherenSchulen verwiesen werden. Jetzt hat der neue Erlaß doch einige Konzessionen gemacht. So wird eine körperliche Behinderung nur dann zur Verweisung von den höheren Schulen oder zur Ablehnung der Aufnahme führen, wenn neben der körperlichen auch die geistige Leistungsfähigkeit herabgesetzt und eine Besserung nicht zu erwarten ist. Der Kongreß für vorbeugende Medizi«, der jetzt in Johannisbad stattfand, wies über 300 Teilnehmer auf, darunter Vertreter verschiedener Ministerien und Persönlichkeiten der Sozialversicherung und des Krankenhauswesens. Unter den erschienenen Deutschen sind zu nennen Doz. Gruschka, Prof. Singer und der Direktor des städtischen Schlachthofes in Aussig, Dr. Martin. Der Vorsitzende, Dr. Albert, verlas unter großem Beifall eine BegrüßungSzu- fchrift des Gesundheitsministers Czech, in der diese« dem Kongreß seine Anerkennung aussprach und sein Interesse für die Verhandlungen bekundete. DaS erste Verhandlungsthema hieß: Prävention und Sozialversicherung. Es sprachen hierzu u. a. Dir. Zenkl von der Zentralsozialversicherungsanstalt Prag, Prof. Pele, Chefarzt Dr. Biesky von der Zen- tralsozialversicherungSanstalt und Dozent Gruschka Es wurde von allen auf die große Bedeutung der vorbeugenden Fürsorge hingewiesen. Die Frühdiagnose spiele eine große Rolle und muß durch weitgehend« Heranziehung von Fachärzten gesichert werden Die Ueberwachung gefährdeter Bevölkerungsschichten müsse weiter auSgebaut werden. Z. B. könnte durch die SchwangerschastSfürsorge, wenn eS gelingt, die Frauen in den ersten Monaten in die Fürsorge zu bringen, die Zahl der syphilitisch geborenen Kinder sehr herabgedrückt werden. Bei dem zweiten Verhandlungsthema: Bedeutung der Tierheilkunde für die Volksgesundheit, kam die vielfache Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Erkrankung von Tieren zur Sprache. Eine streng durchgeführte Lebensmittelkontrolle wurde gefordert. DaS Thema: Prävention und Wehrhaftigkeit wurde auSgiebig behandelt. Es wurde unterstrichen, daß der Gedanke der Wehrhaftigkeit nichts mit übersteigertem Nationalismus zu tun hat. Die Bedeutung der körperlichen Erziehung für die Wehrhaftigkeit und zahlreiche interessante Fragen aus dem Gebiet« der Eugenik und der quantitativen Bevölkerungsvorgänge wurden behandelt. In einer Sitzung der Amtsärzte-wurden Forderungerr für-den Kamps gegen die FufektionSkrankheiten aufgestellt. Die Not Wendigkeit der Ueberwachung und der geeigneten gründlichen Untersuchung, die u. a. Dozent Gruschko in seinem Referate schon eingehend behandelt hatte, wurde vor allem herausgestellt. In einer Reihe von Resolutionen, die den maßgebenden Instanzen zugestellt werden, wurde das Ergebnis der dreitägigen Verhandlungen zusaounengefaßt. Uniformierte UniversitätSwache in Belgrad Im Hinblick auf die Ruhestörungen, die sich in der letzten Zeit an der Belgrader Universität des öfteren ereigneten, hat der Rektor di« Einführung einer uniformierten Univerfitätswache beschlossen. Studenten, die sich Ruhestörungen zuschulden kommen lassen, werden vor das Disziplinargericht der Universität gestellt werden. Der UnterrichtSminifter hat den Erlaß des Rektors bereits unterzeichnet. Eine Schlange in der Untergrundbahn! Einen ungewöhnlichen Fund machte man bei der Reinigung eines Pariser Untergrundbahnzuges auf der Endstation Porte de Champerret. Unter einem Sitz eines Zweiteklaffewaggons schlief ruhig eine über einen Meter lange Schlange, die sich in einem offenen Korbe, eingehüllt in ein rosa Tuch, befand. Die Schlange wurde ins Aquarium gebracht, und man stellte dort fest, daß es sich um eine sehr giftige Art handelt. ES ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß die Schlange nicht während der Fahrt austvachte, was eine Panik zur Folge gehabt hätte. Oer tschechoslowakische Export 1926 bis 1935 In Milliarden Ki 15 Das obige Diagramm— das wir dem„Prävo Lidu" entnehmen— spiegelt die Entwicklung des tschechoslowakischen Exports in den letzten zehn Jahren deutlich wieder. Aus dem Rückgang seit 1929 geht die Tragik der industriellen lrbeiterklaffe der Tschechoslowakei, insbesondere der Sudetendeutschen hervor. Seit 1934 ist ein ganz geringer Fortschritt zu verzeichnen, der aber, wie man sieht, noch keine neue Aufwärtsbewegung, sondern vorläufig nur eine Stabilisierung des Exports auf außerordentlich niedriger Stufe bezeichnet. Die Förderung des Exports ist, wie wir hier immer wieder betonen, eine der Hauptaufgaben der tschechoslowakischen Politik und im Lebensinteresse insbesondere der sudetendeutschen Industriearbeiter gelegen. Der Besitzer, der eine strenge Sttafe zu erwarten hätte, hat sich begreiflicherweise bis jetzt nicht gemeldet. f• Pferde-Bertreibimg ans London. Für die nächsten Tage bereits erwartet man eine Verfügung des Verkehrsamtes, die die Pferde aus den Sttaßen der City zwischen v Uhr früh und 6 Uhr abends vertreibt. DaS Verkehrsamt steht auf dem Standpunkt, daß die Pferde das größte Verkehrshindernis in ver- jkehrSreichen Zeiten bildest. Die Oeffentlichkett ist nicht ganz dieser Meinung, und in Zuschriften an die Zeitungen haben sich zwei Parteien gebildet, die die Jnitiattve des Verkehrsamtes gutheißen und andererseits scharf dagegen Stellung nehmen, weil di« Vertreibung der Pferde nicht nur daS gewohnt: Straßenbild auslöschen, sondern auch das DaseinS- recht der Pferde gefährden würde. Der glückbringende Name. Bor kurzem geriet in der Nähe von Plymouth ein Fischerboot in Seenot und ging unter. Ein einziger Matrose aus der Besatzung konnte gerettet werden. Er hieß Hugh Williams. Als man diesen Namen in di« Akten der Rettungsgesellschaft eintrug, stellte man im Register fest, daß bereits dreimal im Laufe der Jahrhunderte di« Träger des gleichen Namens als einzige beim Untergang von Schiffen gerettet wurden. Dies geschah in den Jahren 1664, 1763 und 1880.' Um das seltsame Zusammentteffen vollzumachen, Han» dclte es sich auch damals um Fischerboote. Die vier Träger der Namens„Hugh Williams" sind, soweit es sich bis jetzt feststellen ließ, in keiner Weise miteinander verwandt gewesen. Deutscher Sett. Der Verbrauch der moussierenden Weine, die den ftanzöfischen Sekt ersetzen sollen und in Deutschland hergestellt werden, ist von 8.48 Millionen auf 13 Millionen Flaschen für 1988 ge- sttegen. Der erhöhte Konsum an«autarkem Sett" ist ein unbestrittenes Verdienst der SA- und SS- Führer und der sonstigen Nazi-Funktionäre... Mussolinis Gehelmbefehle an die Presse Nachdem die in Frankreich erscheinende italienische Zeitung„Giustizia e Libertä" zwei Anweisungen des italienischen Presse» und Propagandaministeriums über die Gestaltung der„öffentlichen Meinung" in.Italien publiziert hatte, war die Regierung am 12. November vorigen Jahres dazu Lber- gegAngkn,' solche Anordnungen für die Journalisten nurmehr mündlich zu erteilen. Diese. Methode hat sich jedoch nicht bewährt. Bereits für die Zeit vom 23. November bis zum 23. Dezember liegen wieder schriftliche Geheimbefehle für die faschistische Presse Italiens vor. Die oben erwähnte Zeitung bringt diese Anordnungen wieder im Wortlaut. Die Zeitungen Italiens haben u. a. zu beachten: 23. November: Nicht von der Schwächung und Zerbröckelung der abessinischen Front sprechen. Nicht von der gelben Gefahr sprechen, vom Dumping und von der Bemächtigung der abessinischen MartteS durch Japan. Sehr breit die Nachrichten aus Aegypten bringen, die die anttbritische Bewegung betteffen, doch in den Ueberschriften nicht unsere Beftiedigung erkennen lassen. 6. Dezember: Interesse zeigen für die H y m n e an Benito Mussolini, in Musik gesetzt von Maestro Sallustio. Die Nachrichten, die Besuche von Tschechossil- waken in Italien betteffen, müssen unter„faiteS divers"(Verschiedenes) gebracht werden, ohne sie besonders zu betonen. 7. Dezember: Di« englisch-ftanzösischen Unter- haltungen dürfen nicht Gegenstand von AuSlandS- berichten sein. Man darf hierfür durchaus kein Interesse zeigen. Nicht von dem Goldangebot der in der Türkei lebenden Italiener sprechen. Pädagogische Erfinder Seit geraumer Zeit beginnt die Kulturweü sich, im Gegensatz zu der sogenannten„heroischen" Weltanschauung des Dritten Reiches, dessen zu erinnern, daß die Großen in der Geschichte der Menschheit nicht nur die Heerführer, die Könige und die Krieger gewesen fins, denen man allenfalls Größen der Kunst und der Literatur beizugesellen pflegte, sondern daß es gilt, auch den Pionieren der Arbeit und des technischen Fortschrittes ein ehrendes Gedenken zu bewahren. Langsam beginnt man auch, sich dankbar der großen Aerzte und Forscher zu erinnern. Aber immer noch find, abgesehen von Männern wie Komensky und Pestalozzi, jene großen Pädagogen, die zugleich gütig« Helfer in der menschlichen Not waren, im Schatten der Geschichte geblieben. Wer spricht von jenen Männern, die den Blinden die Kunst des Lesens, den Taubstummen den Ersatz dec Sprache und den geistig Minderwertigen die Möglichkeiten eines intellektuellen Fortschrittes erschlossen haben? Valentin Hauh war es, der 1784 in Paris die erste Blindenanstalt ins Leben rief. Heber die Begleitumstände, unter denen dieser menschenfreundliche Gedanke in ihm erwuchs, berichtet er selbst:„Etwas Neues von seltsamer Art zog vor einigen Jahren eine Menae nach einem der Vergnügungsorte in der Nähe der öffentlichen Spaziergänge in Paris, wo ehrbare Bürger promenierten. Gegen acht bis zehn arme Blinde, Brillen auf der Nase, standen vor einem Notenpulte, auf welchem Musikalien aufgelegt waren, und spielten eine mißtönende Symphonie, welche die Anwesenden zu belustigen schien. Ein Gefühl ganz anderer Art bemächtigte sich meiner Seele, und ich faßte augenblicklich den Gedanken an die Möglichkeit, zum Besten dieser Unglücklichen das Mittel in Anwendung zu bringen, von dem sie nur einen scheinbaren und lächerlichen Gebrauch machten. Erkennt nicht der Blinde, sagte ich zu mir, die Verschiedenheit der Gegenstände an der Verschiedenheit ihrer Formen? Täuscht er sich über den Wert eines Geldstückes? Warum sollte er nicht Nöten und Buchstaben voneinander unterscheiden, wenn ihm ihre Zeichen fühlbar gemacht werden?" MU diesem Grundgedanken war die Idee des Blindenunterrichtes geboren worden. Man setzte den Tastsinn an die Stelle des Gesichtssinns und dieser Gedanke erwies sich bald als so fruchtbar, daß im Laufe weniger Jahre in England, Deutschland und nachfolgend in allen anderen damaligen Kulturländern Blindenanstalten aus dem Boden wuchsen. Der Taubstummenunterricht ist wett früher geboren worden. Bereits um 1570 unterrichtete ein Benediktinermönch, der Spanier Petro de Ponce, Taubstumme in Sprache und Schrift. Etwä zur gleichen Zeit erteilte der Hofprediger des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. namens Pascha Taubstummen Unterricht. Wer erst im 18. Jahrhundert schuf der Sohn eines Versailler Architekten Ch. M. de l'Epke eine besondere Taubstummensprache, deren Zeichen sein Schüler Sicard fortbildete. De l'Epäe hat das trauriae Los aller Erfinder geteilt. Sein auf eigene Kosten in Paris errichte» tes Institut fand keine staatliche Beihilfe und die zahlreichen Schicksalsschläge, denen er und fein Werk unterlagen, brachten ihm 1789 den Tod. Ungefähr gleichzeitig mit ihm lebte der Gründer der deutschen Taichstummenanstallen Samuel Heinicke. Er war 1726 in einem Dorfe bei Weißenfels geboren, als 21jähriger Bauer verließ er sein Heimatdorf, wurde in Dresden Soldat und bildete sich sellbst in alten und neuen Sprachen weiter. Der Zufall wollte es, daß er, um seinen Lebensunttrhalt zu fristen, einem taubstummen Knaben Unterricht zu erteilen hatte. So wurde er zu seinem künftigen Berus hingeführt. Nachdem er die Schrecken des fieben- iährigen Krieges und die Haft einer langen Gefangenschaft als Soldat hatte durchkosten müssen, fand er 1768 als Kantor in Eppendorf Gelegenheit, seine Methode an vier taubstummen ändern zu erproben. Schließlich wurden in Sachsen Keine Meldungen über unsere Lustbombardements im östlichen Afrika veröffentlichen. Nur die offiziellen Communi- queS dürfen gebracht werden. 16. Dezember: Keine Erklärungen abgeben— wie dies einige Zeitungen bereits getan haben— daß ein schneller Frieden in Ostafrika den Frieden und die Ruhe in Europa wieder Herstellen könne. Die freimauerisch-kommunitzische Front ist anzugreifen. Sich nicht mit dem Prozeß beschäftigen, der vor dem Militärgericht in Rom gegen fünf Soldaten gefühtt wird, die sich wegen Meuterei zu verantworten haben. 20. Dezember: Die größte Reserve ist in bezug auf die Rede von Hoare zu befolgen. 23. Dezember: Die größte Reserve in bezug auf die Ernennung EdenS zum Außenminister und die.angeblichen" Uebereinkommen im Mittelländischen Meer. Keine Phows von der Sammlung eiserner Gegenstände veröffentlichen.(Das Ergebnis dieser Sammlung deckte nicht einmal die Unkosten für das Benzin der Lastttaftwagen.) „Tcmps" zur Bilanz von HitlerS Außen- polttik. In einem großen Leitartikel, welcher der Bilanz der dreijährigenHitlerregie- r u n g gewidmet ist, versucht die offiziöse Zeitung des französischen Außenministeriums einige Voraussagen über die nächste Phase der Be r- linerAußenpolitikzu machen. Ohne gewisse Erfolge der deutschen Außenpolitik in de.r letzten Jahren abzustreiten, unterstteicht die Zeitung die Tatsache, dcxß jede Diktatur sich nur dadurch erhalten kann, daß sie dem nattonalistischen Gefühl neue Befriedigung gibt. Nachdem in den letzten drei Jahren Deutschland durch den Austritt aus dem Völkerbund die Abrüstungskonferenz zum Scheitern gebracht und nachdem die Saar-Abstimmung dem Nationalsozialismus einen außerordentlichen Zuwachs an politischem Ansehen ein- gettagen hat, ist Deutschland zur diretten Verletzung des Versailler Vertrages geschritten, indem es die„Wehrfreiheit" proklamiert hat. Das Marineabkommen mit England hat Berlin di- Möglichkeit gegeben, seine Flotte um ein Vielfaches zu vergrößern usw. Das vierte Jahr der Hitlerdiktatur, meint„Temps" werce hauptsächlich der endgültigen Vernichtung deS Versailler Vertrages gewidmet werden. Berlin werde in erster Linie das Problem der Revision der Kolonialmandate sowie die Frage der demilitarisierten Rheinzone auf die Tagesordnung setzen. Di«„Schwarze Front" verfügt nunmehr In Südamerika über einen zweiten Kurzwellensender, und zwar in Brasilien. Dieser funkt täglich zu verschiedenen Zeiten auf Welle 31/82 mit Richtstrahl-Antenne nach Deutschland unter dem Name«.Pampeiro".— Auch in Brasilien hat dec, deutsche StählheM sein« AüflSstititz stietMigert uno^ sich der Schwarzen Front ängeschlöffem' „Warum hast Du ihn gerupft?" „Er sah so artfremd aus— jetzt erinnert er mehr an das Hoheitszeichen...“ die notwendigen Mittel dafür aufgebracht, daß Hainicke 1778 in Leipzig ein Taubstummeninstitut unterrichten konnte. Er wirkte dort in größter Armut bis zu seinem 1790 erfolgtem Tode. Sein Beispiel machte Schule im wörtlichsten Sinne. Taubstummenschulen erwuchsen bald überall, darunter eine der ersten im Jahre 1786 in Prag. Die Prager Taubstummenschulung kann also in diesem Jahre auf ein 150jähriges Bestehen zurückblicken. Die Erziehung der geisttg Minderwertigen hat erst weit später eingesetzt, denn der Wahn» daß Geistesttanke Verbrecher oder gar Besessene seien, gegen die man lediglich mit Msperrun- gen und Strafen vorzugehen habe, hat erst ein Ende gefunden, als man sich wissenschaftlich mit dem menschlichen Seelenleben und seinen Erkrankungen zu beschäftigen begann. 1928 errichtete der Irrenarzt FerruS im Bicctre eine Schule für Geistesgestörte. Voisin, sein Landsmann, schuf 1834 in der Nähe von Paris das erste Institut für die Erziehung schwachsinniger Kinder.— Wenn man heute einer Ehrenpflicht genügt und die großen ärztlichen Helfer, die Erfinder neuer Heilmethoden, zu feiern beginnt, so sollte man auch die pädagogischen Erfindernatnren nicht vergessen, denn auch sie waren— Wohltäter der Menschheit! Sette ß »»SoxInTbentoFret* Mittwoch, 5. Fever 1936. Nr. 3V Iümst und Wissen See Dim Sperl- Spiet• JCoepecpf fege UereüisnocAncAfen Ziemlich nahe davon ist der Basar. Man gelangt in kleine, winklige Gassen, in denen die Kupfer- und Eisenschmiede, die Tischler, Bäcker und sonstigen Handwerker Tiranas ihrem Gewerbe nachgehen. Dort findet man zahllose Kaufläden, kleine Kaffeehäuser und Garküchen. Nach Sonnenuntergang erlischt das Leben im Basar. Denn wegen der Feuergefahr ist die Petroleumbeleuchtung verboten, elektrisches Licht aber gibt es hier noch nicht, im Gegensatz zur Neustadt. An den Basar schlichen sich die Wohnviertel der Altstadt Wochenspielplan des Neuen Deutsche« Theaters. Mittwoch%8: Unentschuldigte Stunde, B. 1.— Donnerstag, halb 8: WasJhrwo.lt. C 2.— Freitag, halb 8: Der junge Herr Renee, D 2.— Samstag, halb 7 t Die Meistersinger von Nürnberg, C 1. Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Heute, Mittwoch, 8: Der Lügner und die Nonne, volkstüml. Borst.— Donnerstag, 8: Unentschuldigt« Stunde.—Freitag 8: Was Ihr wollt, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag, 8: Der Lügner und d-e Nonne, volkstüml. Borst. rück wie man es vor einem ungewöhnlichen und ernstgemeinten Versuch hat. Mehr noch als der Regie ist dieser Achtungserfolg der beherrschten Leistung des Hauptdarstellers Gary C o o p e r zu verdanken, der dem Träumer männliche Haltung gibt. Und wenn der Film eine gewisse schwermütige Schönheit hat, dann liegt das nicht zuletzt an der sphärischen Begleitmusik, die Ernst T o ch geschrieben hat, der sich immer mehr zum führenden Filmkomponisten entwickelt.—eis— Diebstahl, bei dem ihm gleichfalls Schmuck in die Hände siel, beging er an der 70jährigen Trafikantin Anna Kalina, der er einen Schaden von 5000 KJ zufügte. Allerlei„Kleinigkeiten". Eine Kommission der CsAF hielt eine Sitzung ab, in der u. a. die Aufhebung des Nationalitätenkatasters be« handelt wurde. Der diesbezügliche Antrag sieht drei Punkte vor, und zwar: 1. generelle Aufhebung, 2. Aufhebung bei bezahlten Spielern, 3. Aufhebung für Ligavereine. Beschlüsse wurden keines gefaßt und das Elaborat den einzelnen Verbänden übermittelt. — Der Teplitzer Bezirk des DFV-Nordwestgau ist für den„Elbegau". Der DSV B.- Leipa hat beschlossen, wieder zum reinen Awate u r i s mu s zurückzukehren. Der Verein beschäf- tigte keine fremden Spieler und hat nur Eigenbau bezahlt. Die Vermögenslage hat sich ver- schlechtert und darum erfolgte die obige Maßnahme, um damit den Bestand des Vereines nicht zu gefährden.— Der Troppauer Eishockeyspieler D o- r a s i l wurde nicht mit zu den Olympischen Winterspielen ins Dritte Reich mitgenommen. Der Troppauer hat bekanntlich einen Konflikt mit der Eishockey-Liga, der noch nicht bereinigt ist und trotzdem trug er sich selbst an. Wie seine„Loyalität" beantwortet wurde, beweist seine Nichtaufstellung. Wieder eine Absage an Berlin! Der rumänische bürgerliche Fußballverband hat seine Teilnahme an dem Olympia-Fußballturnier zurückgezogen. Gruppenabende: H o l l e s ch o- w i tz, 20 Uhr, im Kamenickä-Heim. Diskussion: Unsere zukünftige Gruppenarbeit.— Zentrum: 20 Uhr. im Ligaheim: Luxemburg«. Liebknecht-, Lenin-Gedenkabend.— Weinberge-Smichov: 19.30 Uhr im Närodni-Heim: 1. Polittsche Arbeit auf dem Lande. 2. Polittsche Lage. Referent: Genosse Werner. Nächster Klubabend: Sonntag, den 9. Feber, 18 Uhr, im Paläc Kotva. Fredric March als Jean Baljean in dem amerikanischen Film „Die Elenden". „Der Kongreß tanzt", Maskenball der Union der Geschäftsreisenden und Bertteter, findet am Samstag, den 8. Feber d. I., um 8 Uhr abends im Steinersaal des Lidovh düm, Praha H., Hybernskä 7, statt. Reklamationen im Sekretariate der Union, Praha H., Na Zborenci 18. Telephon 478—41, 42, 43. 3248 Allgemeiner Angestellten- Verband, Ortsgruppe Prag. Mitgliederversammlung am 5. Feber, Mittwoch, im Handwerkerheim, kleiner Saal, Sme Jky, um 8 Uhr abends.— UnserBall findet Samstag, den 29. Feber, im Heinesaal statt. Reklamattonen an die Ortsgruppenleitung.— Kapelle Papert.— Eigenes Büfett.— Interessenten für die Naturfreunde-Urlaubswochen im Winter auf der Königshöhe, Raturfreundehaus, melden sich bei, unserem Obmann.— Ausfahrten am 8. Feber, Samstag nachmittags, und 14. Feber, Samstag nachmittags.— Skitouren unter Führung.— Mikurse.— Nachtlager 5 KJ. Verpflegung 18 KJ. Rochelle Hudson i« dem amerökanischen Film„Die Elenden" Nur nicht so voreilig I Wie die bürgerliche Presse zu berichten weiß, soll das Internationale Olympische C o m i t e den Ausschuß des norwegischen Parlaments als Verwalter des Friedens-Nobelpreises den„Begründer der modernen Olympischen Spiele", Baron Pierre de C o u b e r t i n, offiziell als Kandidat vorgeschlagen haben. Cou- bettin, der zur Veranstaltung der Olympischen Spiele im Hitlerreich und den erfolgten Protesten bisher beharrlich geschwiegen hat, besitzt heute in seinem Heimatland, Frankreich, keine gute Presse, wie unser vor kurzem veröffentlichter Artikel aus der bürgerlichen Sportzeitschrist„L'Auw" deutlich vor Augen führte. ES wäre die Verwirklichung der Verleihung des Friedens-Nobelpreises gerade im Jahr der Hiller-Olympiade an Coubertin, welcher durch seine „Schweigsamkeit" teilhaftig wird an einer Kulturschande, eine Profanierung jener Menschen, welche sich mehr und deutlicher und mit dem Einsatz ihrer ganzen Person für die Erhaltung des Friedens einsetzten. Die Herrschaften vom IOC mögen die Zeit abwarten, bis die Tage der Hitler-Olympiade ihr Ende gefunden und dann den Mut aufbringen, zu sagen, diese eine wäre ein Sportfest des Friedens gewesen..., Peter Ibbetson heißt ein Roman von George du Maurier, in dem es sich um die ewige Liebe zweier Menschen handelt, die als Kinder miteinander spielten und einander nach vielen Jahren wiederfinden— er als Architekt und sie als Herzogin— und die nicht mehr ge- ttennt werden können, obwohl Peter Ibbetson lebenslänglich im Kerker schmachten muß, weil er den Herzog erschlug, der seine Gattenehre rächen wollte. Wer literarhistorischen Ehrgeiz hat, mag untersuchen, ob irgend ein„geistig strenges Band" von diesem Roman mit seiner bis zur letzten Konsequenz gemeinsamer Träume und gleichzeitigen Todes geführten Seelenverbundenheit bis zu Goethes„Wahl- verwandttchaften" führt oder ob sich eine Beziehung zu modernen psychologischen Thesen über die Bedeutung der Liebe im Kindesalter Herstellen läßt oder nur eine Beziehung zu der herkömmlichen Redewendung, daß zwei Menschen„ein Herz und eine Seele" sind. Wer die Handlung als solche betrachtet, wird sie allerdings nur wunderlich und eintönig sentimental finden, und es wird niemanden geben, der ihn widerlegen kann. Der amerikanische Film des Regisseurs Hathaway(der mü den„bengalischen Reitern", also auf ganz anderem Gebiete, bekannt wurde) hat sich alle Mühe gegeben, das Wunderliche in reale Bilder zu fassen und das Senttmentale nicht rührselig und plump werden zu lassen. Er häü sich sehr achtbar in der Mitte zwischen Kttsch und Metaphysik: er verliert auch in den Trannsszenen den Boden nie ganz unter den Füßen, und er läßt auch bei dem, den« nicht überzeugt, ein respekwolles Gefühl zu- an, in der sich auch die übrigen Moscheen befinden. Wir enteilen dem Lärm und der drangvoll fürchterlichen Enge und kehren auf den Boulevard zurück, auf dem man die zahlreichen modernen Kaffeehäuser findet. Dort geht es nicht minder geräuschvoll zu. Jedes Cafe hat nämlich seine.r Lautsprecher, der an der äußeren Tür angebracht ist. Gegen diese Konkurrenz vermögen sich dre jungen Leute, die die landesübliche albanische Gitarre oder die ftalienische Mandoline spielen, nicht durchzusetzen. Eigenartig find die Kontraste, die Tirana bietet. Altes und Modernes, Orientalisches und Europäisches, Türkisches, Italienisches und Al- Romain-Roltand-Feier der deutschen und tschechischen Studenten. Am Donnerstag, den 6. Feber, um 19 Uhr 30, findet im Steinersaal des „Lidovh düm" eine Feier des sibzigsten Geburtstages Romain Rollands statt, an der sich die fortschrittlichen Studenten aller Nationen beteili- gen. Das Motto dieses Abends, der dem Kampf für Frieden und Freiheit gewidmet ist, stammt von Römain Rolland:„Der Frieden braucht die Lugend, die Lugend braucht den Frieden". Die Reden und Rezitattonen aus den Werken des Jubilars werden in deutscher und tschechischer Sprache vorgetragen. Drei Arbeiter verschüttet. Gestern nachmittags um 4 Uhr waren drei Arbeiter, der 23jährige Rudolf Suk und der 24jährige Karl Bartünek aus Sttschowitz und der 23jährige Friedrich Pechar aus Kobylis mit Grabungen für die Wasserleitung am Masarchkstadion in Bievnov beschäftigt. Plötzlich löste sich eine feuchte, Lehmschicht und verschüttete sie. Mit mehr öder weniger schweren Verwundungen, Knochenbrüchen und Quetschungen wurden sie auf die Klinll Jiräsek gebracht.— Der Elektromechaniker Franz Kladivo aus Lieben fiel gestern während der Arbeit an einem Neubau in Whsotschan von der Leiter und blieill bewußtlos auf dem Betonfußboden liegen, Mit einer schweren Gehirnerschütterung würde er auf die Klinik Jiräsek gebracht. Ueberfahren. Der 20jährige Korrespondent Jan Jakubec aus Nufte wurde gestern nachmittags in der Neklangasse am Wyschehrad vom Auto P—28.211 des Chauffeurs Franz Nykel aus Königssaal überfahren. Mit einer Rißwunde und einem Bruch des linken Fußes wurde er auf die Klinik Schlaffer gebracht; dem Chauffeur wurde der Führerschein entzogen. Fahrrad, und Schmuckdiebe verhaftet. Karl Bklek aus Roswk, dem zu Neujahr ein Fahrrad im Werte von 600 KJ entwendet worden war, konnte gestern nachmittags in einer Straße in Karolinenthal den Dieb beobachten, wie er gerade vom gestohlenen Rade stieg. Er ließ ihn festnehmen; wie sich herausstellte, handelte es sich um den polizeibekannten Dieb Franz Michal, einen 28jährigen, arbeits- und wohnungslosen Handlungsgehilfen, dem sechs in diesem Monat verübte Fahrraddiebstähle nachgewiesen werden konnten, wodurch er einen■ Schaden von 3000 KJ angerichtet hat.— Der gestern verhaftete 22jährige arbeitslose Tapezierer BlaZej Nozir aus Karolinenthal ist geständig, im Jänner aus der Wohnung des Emanuel Slaf- tovskss Herrenanzüge im Wette von 3200 KJ gestohlen zu haben. Ferner wurde er, ttotz seines Leugnens, eines Diebstahls beim Oberkellner Karl Horsktz in Zillov überführt, aus dessen Wohnung er Kleider, Wäsche, Pelze und Schmuck im Gesamtwette von 22.000 KJ entwendtt hatte. Einen dtttten Glasscheibe teilt zwei Welten M P.— Es ist ja merkwürdig: Nur eine dicke Glasscheibe ttennt zwei Welten, zwei Klaffen voneinander. Brett und weit, auf feinen Kissen und zierlichen Unterlagen, protzen die Schinken, süße Torten, saftige ausländische Trauben und andere lleppigkeiten, und nur eine Glasscheibe, riesig und sauber, schützt diese gastronomischen Herrlichkeiten. In einem stillen Raume, von Glühlampen bis spät in die Nacht beleuchtet, warten ungezählte stolze Pelze, Kleider, Lackschuhe und Seidenstrümpfe. Stille herrscht über diesem auserwählten Reichtüme, ebenso wie in der Auslage gegenüber, wo feine, lichte Sttahlen aus den biewewunderten Schätzen der niedlichen Kunst der Goldschmiede strömen. Und wieder: der große königliche Reichtum ist nur durch eine hohe, Helle Glasscheibe von der Außenwelt geschützt. Manchmal stehen vor den Schaufenstern Passanten. Bon Zeit zu Zeit bewachtet ein Arbettsloser alle die wunderbaren Sachen. Er hat weder gegessen, noch ist sein Schuhzeug in Ordnung, denn er ist eben ein Arbettsloser. Eine Glasscheibe stellt den schweigenden Arbeitslosen in die zweite Welt, in die Wett der Obdachlosen, der Armen, der Wartenden. Nur eine Glasscheibe, eine blanke Glasscheibe ttennt, gleich einem Schilde, zwei Welten. Besitz und Not, reich und arm., Kann diese Glasscherbe auch für immer im Denken der Menschen die Trennung aufrechterhal- ten? banesisches mischt sich in verwirrender Fülle. Und das Museum, das zahlreiche Gegenstände aus dem heutt ausgegrabenen antiken Apollonia, darunter nmnche herrliche Marmorbildwerke, enthält, gemahnt an die griechische und römische Zeit. sandtschaften. In diesem Stadtteil findet man auch Autos und Autobusse. Nicht weit> davon ist der Konak des„Mbret", des albanischen Königs, in einem von hohen Mauern umgebenen Garten gelegen und in der unmittelbaren Nachbarschaft des noch ganz jungen Stadtparks sowie der Alten Moschee mit dem Grabmal des Gründers det Stadt, des türkischen Feldherrn Barkinsade Suleiman Pascha. Tirana wurde 1600 gegründet. Wenzel Jaksch: Arbeiter und Volk Ein Buch, das jeder denkende Sozialist lesen muS K<5 24.—. Für Parteigenossen Sonderrabatt Zentralstelle für das Blldungswesen, Prag XIL, Slezskä 18 * Demnächst erscheinen: Emil F r a n z e 1: Abendländische Revolution Otto Bauer: Zwischen zwei Weltkriegen? Verlag E. Prager, Bratislava Bezuasbedinaunaen: Bei Zustellung ms Hau? oder bei Bezug durch die Pott monarlich KJ 16.- merteljähria KJ V 48—. balbjäbna KJ 96— aanziäbria KJ 192—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfterjn Eimchaltunaen Preisnachlaß— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur be, Einsendung der Retöurmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele» «aphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis" Druck- Verlags« und Zettunas-A.«G. Prag. Die Königin der Liebe. Bei denen, die noch immer die vorvorgefttige Mode des Tenottllms kauf die inzwischen die Mode der Geschichts- und der Kolonialfilme gefolgt ist) mitzumachen geneigt sind und die auch die Berliner Herkunft eines Films barzahlend in Kauf nehmen, wird dieses Leinwandwett Beifall finden, well der italienische Ten. Alessandro Ziliani«ine wttklich wohlllingende Stimme Hai und weil die Handlung sich zwischen Oper und Schmiere bewegt, in einem Milieu also, in dem das Am'ttmmen von Gesängen nicht ganz so unmotiviett wittt wie bei den Kaffeehaus- und Schwimmbassin- Rendezvous anderer Tenorfilme. Wenn man hinzu- fiigt, daß Paul Hörbiger mit liebenswürdig komödiantischen Beiträgen den Erfolg des Films zu fördern bestrebt ist. dann hat man alles erwähnt, was für das hiesige Erscheinen dieser Filmunterhaltung ausschlaggebend gewesen sein dürste.—eis— „Die menschliche Tragödie." N. Hotthy arbeitet zur Zeit mit Alexander Corda an einem Großfilm, der nicht mehr und nicht weniger als das ganze Schicksal des Menschen filmisch darstellen will. Die Rolle des Luzifer in diesem symbolischen Schauspiel wird in der englischen Version Charles Laughton, in der französischen Harry Baur spielen, Adam auf englisch Leslie Howard und auf französisch Charles Boyer, Eva Annabella bzw. Merle Oberon. Fedora. Ein französischer Film von einer Großfürstin im Zarenreich, die von der Liebe an die Seit« terroristischer Rebellen geführt wird. Kein histori- fcher oder revolutionärer Film, fanden«in knallig pathetischer Reißer, der ost genug unfteiwillig komisch wirft, woran auch die Hauptdarstellerin Marie Bell nichts ändern konnte.— eis— Ein Gang durch Albaniern Naunstadt AP. Tirana, die Hauptstadt Albaniens, mit seinen nur 30.000 Einwohnern gleichwohl die volkreichste Stadt des Landes, ist für den Europäer im allgemeinen ein ziemlich fremder Begriff, mtt dem er wenig Vorstellungen verbindet. In der letzten Zeit hat sie jedoch einen solchen Aufschwung genommen, daß es sich Wohl lohnt, sie Europa gewissermaßen näher zu bringen. Die meiste.! Häuser sind einstöckig, aus luftgetrockneten Ziegeln oder aus Lehm gebaut und oft von Gärten umgeben. Vom Stadtmittelpunkt am Uhrturm aus dehnt sich die seit 1930 erbaute Neustadt aus. mit einem breiten Boulevard, an dessen Verlän- gerung zur Zeit fleißig gearbeitet wird. Dor: befinden sich die„Baschkirja", das Rathaus, di- Ministerien und das Villenviertel mit den Ge- Tischtennls-Meisterschaften des DT&Verbandes Samstag und Sonntag wurden in Prag zum erstenmal« die Meisterschaften des DTJ-Ver- bandesim Tischtennis ausgettagen; sie nahmen bei einer Teilnahme von 25 Spielern und Spielerinnen aus sechs Kreisen einen schönen Verlauf. Die Meisterschaft für Kreisteams gewann bei den Männern Pilsen vor Prag, Königgrätz, Proß. nitz und Pribram; bei den Frauen Prag vor Pilsen. In der Einzelmeisterschaft siegte bei den Männern Hejnal(Prag) vor Bystticky(Pilsen) uno Hadrbolec(Prag) und bei den Frauen Jirouskovä (Pardubitz) vor Löüthänobä und Cubovä(beide Prag). DaS Doppel der Männer fiel an Hejnal—Hadrbolec(Prag) vor Bystticky—Maiß(Pilsen) und Brüder Poupa(Königgrätz), während bei den Frauen das Prager Paar Cubovä—Brabencov i vor Prochazkovä—Cadovä(PUsen) siegreich blieb. Das gemischte Dopp el holten sich Prochazkovä—Bystticky(Pilsen), die das Prager Paar Cubovä—Hejnal auf den zweiten Platz verwiesen.