Samstag, 8. Feber 1936 16. Jahrgang Nr. 33 Einzelpreis 70 H«lhr (einichliefilich S Heller Perfol 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag xii.,fochova a. Telefon sm. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Ministerpräsident Dr. Hodza: Habsburger-Frage existiert nicht! Nur die wirtschaftlichen Fräsen aktuell Prag. Ministerpräsident Dr. Hodza erklärte in einem Interview mit dem Haväs-Ber- treter über seine bevorstehende Pariser Reise, daß er die Teilnahme an der Masaryk-Feier am Montag gerne zu Unterredungen mit den leitenden französischen Staatsmännern benützen werde, um sie davon zu unterrichten, von welchem Gesichtspunkt aus die Tschechoslowakei die wirtschaftliche Rekonstruktion Mitteleuropas betrachte. Die dringendste Frage sei das Problem der Beziehungen der Kleinen Entente zu jenen Staaten, die den römischen Pakt unterzeichnet haben, vor allem zu Oesterreich. Bei dem Besuch Schuschniggs in Prag habe es sich gezeigt, daß beiderseits der beste Wille zu einem Einvernehmen bestehe. Dr. HodZa hofft, daß die am Mittwoch in Wien wieder aufgenommenen wirtschaftlichen Verhandlungen zu einem schnellen Abschluß des Handelsvertrages führen werden, was für ihn die beste Gelegenheit zu einem Besuche Wiens wäre. Zur Habsburger-Frage erllärt« Dr. HodZa: In dm letzten Tagm ist viel über die Habsburger-Frage gesprochen worden«nd in den Auslandsreisen verschiedener Persönlichkeiten wollte man ein Zeichen dafür sehen, daß diese Frage aktueller werde. Der Standpunkt der Kleinen Entente hat sich in dieser Angelegmheit niemals geändert? er wurde allzu ost aufgezeigt, um sich hier darüber verbreitm zu müssen. Dieses Problem existiert nicht. Der Nazispion im Bundeskanzleramt Geheime Verhandlung vor dem Wiener Schwurgericht Wien.(Jntto.) Vor dem Wiener Schwurgericht begann am Donnerstag die für drei Tage anberaumte Verhandlung gegm den ehemaligen Polizeikommissär Dr. Franz Sonnleithner, der des Hochvermtes angeklagt ist. Er batte in dem weiwerzweigten Nachrichten- und Propagandanetz, das die Nationalsozialisten in der österreichischen Staatsverwaltung bis in die höchsten Spitzen hinauf gelegt hatten, einen der wichtigsten Posten inne. Sonnleithner war nämlich leitender Beamter des Chiffrierdienstes im Bundeskanzler-, amt gewesen. Er konnte in dieser Funftion viel: Monate hindurch die vertraulichsten politischen und diplomatischen Mitteilungen seinen Auftraggebern übermitteln.' Obwohl die Untersuchung gegen ihn streng geheim geführt wurde, ist es bekanntgeworden, daß fest. Dienst so gut organisiett war, daß chiffrierte Nachrichten, die das Bundeskanzleramt an den österreichischen Gesandten in Berlin, Jng. T a u- s ch i tz, sandte, in der Hand maßgebender Berliner Regierungsstellen waren, ehe sie noch een österreichischen Gesandten erreicht hatten. Sonnleithner sandte diese Nachrichten durch einen Mittelsmann, der ebenfalls Bundesbeamter war uno sich jetzt bereits in Sicherheit außerhalb der österreichischen Grenzen befindet, in die Privatwohnung eines in Wien beschäftigten Diplomaten, der sie sofort chiffriert nach Berlin weitergab. Die Verhandlung gegen Sonnleithner wurde sofott nach Eröffnung für geheim erklärt. Auch alle Pressevertreter wurden ausgeschlossen. Nur die Urteilsverkündung, die voraussichtlich Samstag stattfin- den wird, wird öffentlich sein.. Hitler-Gerichtsbarkeit Aktuell sind die w irts chaftki ch rn Probleme. Der Vorschlag, den ich zwecks Schaffung eines mitteleuropäischen Institutes für dieKonzentrierungderGe- t r e i d e ü b e r s ch ü s s e ausgearbeitet habe, wird im Einvernehmen mit den Regierungen der Länder der Kleinen Entente«nd verschiedener Staate« Mitteleuropas studiert werden müssen, ehe man über ihn in Paris oder London wird diskutteren können. Nach der Rückkehr aus Paris will Doktor HodZa nach Iugoslawie« fahren; das Datum ist jedoch noch nicht festgesetzt. Demgegenüber ist es wenig wahrscheinlich, daß er Bukarest besuchen Wirch, wie man behauptete, zumal er in Paris selbst Gelegenheit haben wird, mit Außenminister Titulescu Unterredungen zu pflegen. Ueberelnstimmuns mit London und Paris In einem Interview, welches«Petit Pa- risien" veröffentlicht, sagt Dr. Hodja zur Habsburgerfrage: „Eine Frage scheint bereits geregelt worden zu sein. Und dies ist die Frage der Wiedereinsetzung der Habsburger. Ich bin glücklich, daß tveder London noch Paris GtgHMhtzW eure andere Antwort erteilt haben, als wir sie hier dem Bundeskanzler Schuschnigg erteilt haben." schloß seine Rede mit den Worten: Gott schütz- das arme gehetzte Volk." Der Angeklagte wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt^ In der Utteilsbegründung wird hervorgehoben, daß es zwar Sache der Kirche sei, ob sie dulden wolle, daß ein Geistlicher den Schöpfer anrufe, der selbst dieses Volk wegen seiner Untugenden heimatlos gemacht habe. Es sei jedoch auf das schärfste zu verwerfen, daß ein Geistlicher das Judenvoll als schutzbedürftig und gebetzt hinstelle, wenn Partei. Staat und Volk von ihrer Notwehr rechten Gebrauch machen. London. Der Kriegskorrespondent des Reuterbüros meldet: Von der abessinischen Nordfront wird keine einzige wichtige Kriegsoperation gemeldet, dort wird jeden Tag ein neuer abessinischer Angriff erwartet. An der Südfront sind die Operattonen des Generals G r a z i a n i, die entlang des Gestto- Fluffes fortgesetzt wurden, wahrscheinlich durch die starken Regengüsse bedeutend gehemmt. Es regnet in ganz Mittelabefsinien je weiter desto mehr. Nach Informationen aus somaliländischen Quellen haben die Abessinier bei diesen neuen Operattonen des Generals Gra- ziani bereits rund 2000 Mann verloren. Aus Addis Abeba wird gemeldet, daß die abessinischen Kolonnen? die sich in Höhen nördlich von Dolo verborgen hielten, eine immer regere Tätigkeit entfalten. Die Meldungen, daß italienische Flugzeuge über der von Djiboutt nach Addis Abeba führenden Eisenbahn gesichtet wurden und daß sie wahrscheinlich verschiedene Abschnitte dieser Bahnstrecke photographiert haben, deuten an, daß General Graziani, der in den letzten Tagen Verstärkungen erhalten hat, eine starke motorisierte Kolonne nach dieser Bahnstrecke zu dirigieren beabsichtigt und in der Richtung auf Harrar vorrücken will, ähnlich wie es ihm in der Richtung auf Neghelli gelungen ist. Carl von Ossietzky such tschechoslovakischer Friedensnobelpreis-Kandidat Sechzig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Tschechoslowakischen Republik haben, ohne Unterschied der Parteien, so wie in vielen Ländern, CarlvonOssietzkyfür den Friedensnobelpreis für 1936 vorgeschlagen. Professoren und Parlamentarier, Abgeordnete und Senatoren haben in Oslo ihren Vorschlag eingereicht. Unter den Professoren seien genannt: Professor F. L. S a l d a, Prof. Zdenkk N e j e d l h, Prof. Steinherz, Prof. Philipp Frank«, a. m. Bon den Parlamentariern sei der Vorschlag des Senatspräsidenten Dr. Soukup mit seinen sämtlichen Kollegen der sozialdemokratt« schen Senatsftaktionen— darunter die Senatoren D u n d r» Vizepräsident Dr. Heller, H a ck e n b e r g, Vojta B e n e s— genannt» von den Abgeordneten der Vorschlag der Abg. Robert Klein, Siegfried Taub, Frau Marie I u r• neökovau.a. Alle Vorschläge gipfeln in der Feststellung, daß das Nobelpreiskomitee eine einzigartige Gelegenheit hat, eine Geste von historischer Tragweite zu machen, deren Effekt den Problemen des Friedens nur nützen kann. Mit diesen Vorschlägen aus der Tschechoslowakei sind jene Vorschläge ergänzt worden, die für Carl von Ossietz- ky bisher aus Frankreich, England, der Schweiz, Norwegen, Schweden und Dänemark bekannt geworden sind. Jm- mehr mehr zeigt sich, daß der Mann im Moorläger der Friedensnobelpreis-Kandidat der gesamten gesitteten Welt wird. * Wuvprrrat. Der Arbeiter Gestler, der ehemalige Führer des Antifaschistischen Kampfbundes, erlag den Verletzungen, die ihm in der Hast von SS-Leuten beigebracht wurden. 11,4 Millionen Arbeitslose In USA Washington. Die Amerikanische Arbeits- Föderation, die Zentrale der Arbeiter-Gew rk« schastsorganisationen, teilt mit, daß sich die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten ün Monate Dezember 1988 auf 11,400.000 Personen belief, gegenüber einer Anzahl von 15,653.000 Arbeitslosen im Monate März 1933, zu welchem Zeitpunkt man in den Bereinigten Staaten die bisher größte Zahl von Beschäftigungslosen zählte. und über Legehida, Dessie, Koran Aschangi und Maiffchen zurückgekehrt sind. Ein glaubwürdiger neutraler Beobachter, der kürzlich von der Nbrdfront nach Dessie zurückgekehrt ist, erklärte dem Korrespondenten des Reuterbüros im Dessie, indem er ihm die Kriegslage in Tembien schilderte, daß der Fgll von Makale nicht lange auf sich warten lassen werde und daß dann wahrscheinlich sehr bald die Besetzung der Stadt Adua durch die Abessinier folgen wird. Dieser neutrale Beobachter erklärte, daß die Abessinier nach ihrem großen Siege ungewöhnlich feste Posttionen innehaben, von denen aus sie Makale bereits vollständig beherrschen. Zahlreiche italienische Soldaten wurden durch die Nachtangriffe der Abessinier so vollkommen überrascht, daß sie dann fast ohne jeden Widerstand niedergemetzelt wurden. Die Abessinier schützen sich gegen die Luftbombardements vor allem dadurch, daß sie sich am Tage aller Bewegungen enthalten; an den Stellen, wo die abessinischen Abteilungen konzentriert find, ist am Tage fast kein einziger abessinischer Soldat zu sehen. Sobald es aber dämmert, verlassen die abessinischen Soldaten die Höhlen und andere Schlupfwinkel und erösfnen den Guerillakrieg. Dieser Beobachter versichert, daß sich die Aussichten der Abessinier an der Nordfront ungewöhnlich verbessert haben, insbesondere deshalb, weil die italienische Armee in Tigre durch die Entsendung von Verstärkungen für General Graziani geschwächt wurde. Rom. HeereAiericht Rr. 117: Weder von der eriträischcn noch von der Somalifront ist etwas Neues zu melden. Ist das Volksgemeinschaft? Es ist nicht mehr möglich, dem Treiben eineS Teiles der sudetendeutschen Unternehmer ruhig zuzusehen, welche einen Betrieb nach dem anderen schließen möchten, tausende neuer Arbeitsloser dadurch schaffen würden— wenn es nicht ein Gez setz gäbe, das ihnen in den Arm fiele. Wir haben ausführlich über eine Reihe sol- cher Fälle berichtet. Man erinnere sich nur an die Porzellanfabrik in T e l l n i tz, wo es sich um das Schicksal von 200 Arbeitern und Angestellten handelt, die Entscheidung liegt nunmehr beim Handelsministerium. Unweit davon ist die Ze- mentfabrik Ma.riaschein, wo 170 Arbeitern der Verlust ihres Arbeitsplatzes droht. In O st- ch ö h m e n soll der Betrieb der Firma Haase stillgelegt werden, wieder würden Wer hunderte von Arbeitern dem Elend der Aicheitslosigkeit überantwortet werden. Die Chamottefabrik in Halbstadt soll abmontiert werden, nie wieder sollen die Arbeiter, die dort beschäfttgt gewesen sind, zu ihrem früheren Arbeitsplatz zurückkehren« Aus Mähren brachten wir das Beispiel der Peq troleum-Raffinerie in M ä h risch-Schönberg, deren Verlegung nach Preßburg von den Besitzern des Unternehmens betrieben wird und von den Arbeitern bisher verhindert wurde. In allen diesen Fällen wird mit dem Schicksal von Tausenden von Menschen hasadiert, Hunderte vmr Menschen mit ihren Familien sollen arbeitslos und unglücklich werden, neues Elend soll dem schon jetzt bestehenden, kaum erträglichen hinzugefügt werden. Dabei ist es das geradezu Entsetzliche, daß es sich in manchen dieser Fälle um typische Fehlraiisnalisierun- g e n handelt, daß also die Rentabilität der Beitriebe, wohin die Erzeugung der stillgelegten Fabrik verlegt wird, nicht gehoben, sondern unter Umständen erschlagen wird. Haben denn unsere Unternehmer ein so kurzes Gedächtnis und erinnern sie sich nicht an den verhängnisvollen Fall der Schließung der Eisenwerke in Rothau-Neudeck, die nach Karlsthal verlegt wurden. Wissen sie nicht, baß der neue Bettieb nicht imstande ist, Blech von solcher Qualität zu erzeugen, wie es in Rothau geschehen ist? Es ist» als ob eine gewisse Klaffe von sudetendeutschen Unternehmern das \ sudetendeutsche Gebiet vollkommen zugrunde richten wollte. Ein besonderes Kapitel dieser Lumpereien unserer Unternehmer ist das, was die Kartelle treiben. Schon in einigen Fällen wurden durchaus lebensfähige Betriebe sttllgelegt, weil das Kartell die Quote dieser Unternehmungen gebraucht hat, wobei den Inhabern des stillgelegten Betriebes lebenslängliche Renten ausgezahlt werden. Nur damit ein paar kapitalistische Bonzen ein ruhiges Leben haben, werden Fabriken stillgelegt und Tausende von Menschen ins Unglück gejagt. Wir fragen nun die gesamte deutsche Oef- fentlichkeit, welche diese verbrecherischen Pläne von Betriebsstillegungen im sudetendeutschen Gebiet mit uns verfolgt, wer denn den bedrohten Arbeitern überhaupt hilft? Nur die Gewerkschaften und die sozialdemokratischen Abgeordnete«, die sich Tag für Tag bemühen, Betriebe und damit das Dasein von tausenden Arbeitern und Angestellten zu retten. WobleibtdieSu- detendeutsche Partei, wo bleibt die Partei mit den 44 Abgeordneten, wo bleibt die Partei, welche doch zu den Unternehmern die besten Beziehungen hat, die Unternehmer und Arbeiter in einer Volksgemeinschaft vereinige^ will? In nicht einem einzigen Fall ist es den Herren von der SdP gelungen, einen Bettieb zu retten und ihre Kameraden-Unternehmer zu bewegen, doch nicht die Arbeiter in das Unglück geradezu mit Fußtritten hineinzujagen l Wäre nicht ein Gesetz, welches dir Stillegung von Betrieben an die Zustimmung der Behörden bindet, dann wären in den letzten Monaten eine ganze Reihe von Betrieben geschloffen worden und Tausende von Arbeiter« aufs Pflaster geflogen. D a s G e.- setz hat die Sozialdemokratie gemacht und so Tausende von Arbeitern gerettet. Die Geschichte dieser versuchten Betriebsstillegungen sollte nicht so bald vergessen werden. Sie zeigt, daß auf der einen Seite Sozialdemo- Berlin. Der frühere evangelische Pfarrer Georg Althaüs hatte sich vor dem Sondergericht in Braunschweig zu.verantworten, weil er seinen Die abessinische Regierung meldet, daß ita- Konfirmanden untersagt hatte, den Hitler- lienische Flugzeuge am 1. Feber den längsten Er- g r u ß vor Beginn des Unterrichtes anzuwenden' kundungsflug in diesem Kriege durchgeführt und sie ferner aufgefordert hatte, sich nicht an- cm i haben, indem sie Scmicn, Dabat, den Tana-See, Geschrei gegen die Jude«-zu-beteiligen. Er tGodjam, Tschima und Borana überflogen haben Vormarsch gegen Harrar? Regen verhindert Kampftätigkelt/ Makale verloren SamStag, 8. Feber 1836 «r. SS teette 2 traten und Gewerkschaften bemüht sind, das Aergste von den Arbeitern abzuhaften, sie zeigt, daß in gewissen Kreisen der sudetendeutschen Unternehmer lein Funke von sozialem Verständnis vorhanden ist, kein Funke nationalen Gefühles und sie zeigt endlich, daß die Sudetendeutsche Partei völlig ohnmächtig den Dingen gegenübersteht,, daß sie die Kraft des deutschen Volles zur Abwehr der verhängnisvollen Wirkungen der Krkft nicht gestärkt, sondern geschwächt hat. Ministerrat Baubewegung und Mieterschutz Neubau des Prager Krankenhauses Ernährunssaktion verlängert Prag. In der Freitag stattgefundenen Sitzung des Ministerrates erstattete der Vorsitzende der Regierung Lr. Hodza ein Referat»der die auswärtige Lage, insbesondere soweit es sich um das Gebiet Mitteleuropas und um die In» trreffen der Tschechoslowakei und der Staate» der Kleinen Entente überhaupt handelt; gleichzeillg erstaftete er einen Bericht über seine Reise nach Paris. Der Bericht wurde nach einer Debatte mitj Zustimmung zur Kenntnis genommen.. Hierauf behandelte der Ministerrat eine Reihe handelspolitischer Angelegenheiten. Was die Vorbereitung von Gesetzesentwürfen für die Nationalversammlung betrifft, wurden behandelt und genehmigt: der Regierungsgesetzentwurf über die Erwerbung der Ostrau-Friedländer Bahn durch den Staat und der Verfassungsgesetzentwurf über die. Regelung der Staatsgrenzen mit Deutschland,.welcher die genaue Festsetzung einiger Grenzabschnitte behandelt.- Genehmigt wurden ferner der RegierungSge- setzentwurf über die Baubewegung und di« Richtlinien für die letzte Redaktion des Gesetzentwurfes über den Mieterschutz. Schließlich wurde der Gesetzentwurf über die Festsetzung der Wahlkreise in der Slowakei genehmigt. Auf dem Gebiete der Regierungsverordnungen wurden erledigt und genehmigt: Die Entwürfe dreier Regierungsverordnungen über die Uebertrag u n g des Wirkungsbereiches einerseits der Landesämter auf die Bezirksämter, andererseits der Landesausschüsse auf die Bezirksausschüsse und weiters der Ministerien auf die Landesämter; weiters der Regie- rungSverordnungSentwurf über die Verlängerung der bisherigen vorübergehenden Ermäßigung der Z als ätze ans Fett bis Anfang Juli d. I. Mit Rücksicht auf die vom 1. Jänner d. I. durch die Regierungsverordnung üb«« di« hSchstzulässigen Zinssätze eingeführten Aenderun- gen der Zinssätze beschloß der Mintstdrrat, dass der bisherige Zinsfuß aus Einlagen auf Bücheln bei der Postsparkaffa in angemeffener Weise herabgesetzt werde. Die entsprechende Regierungsverordnung wird biS Ende der kommenden Woche erlassen werden. Ausgesprochen wurde die Zustimmung zur Erlassung einer Regierungskundmachung über die weitere zeitweise Belassung der niedrigeren Beiträge für den Milchausgleichsfonds im Lande Böhmen. Gleichfalls gebilligt wurde der Bertrag des Staates, resp. des Fonds des Allgemeinen Krankenhauses über die Erwerbung von Grundstücken in Motol von der Gemeinde Prag für den Reu- MANNER, FRAUEN I UND WAFFEN I ( Roman von Manfred Georg| Copyright by Dr. Manfred Georg, Prag Daß seine Frau gestorben war, hatte er noch furz vor der Gefangennahme im Unterstand durch einen Brief seines Schwagers aus Lemberg erfahren. An den Kindern hatte er nie besonders gehangen. Er hatte immer das Gefühl gehabt, daß jedes mtt seiner Gehurt ein Stück Leben seiner Frau geraubt hatte, und sie war auch immer dünner und blasser geworden, hatte sich aufgezehrt in der Abstoßung neuen Lebens. Was Kinder! hatte er immer gebrummt, wenn man ihm in der Familie Vorwürfe über seine Interesselosigkeit gemacht hatte» Sie tragen doch nur weg. Aber je weiter die Zeit in den Holzbaracken Sibiriens vorgeschritten war, desw häufiger waren Wünsche und Träume in ihm erwacht, desto inniger hatte tr sich an die drei Zeugen seines Lebens, das er vielleicht auf ewig in der russischen Fremde verbringen würde, erinnert. Der Schwager hatte ihm damals geschrieben, daß die Familie beschlossen hätte,' die Geschwister sollen unter der Obhut des Dorfpfarrers in Gor- nttsch bis zur wohl nun baldigen Beendigung des Krieges bleiben; nach Rückkehr d«S Vater» würde sich ja dann alles den Umständen entsprechend regeln. Gornitsch hatte damals weü ab von der Front gelegen, als der Schwager diesen Beschluß gefaßt hatte. Sie war also herangekommen I Hatte das Dorf unter ihrem Tritt zermalmt, war siegend vorwärts gestürntt, war vernichtet worden und'geflohen. Schumann sah Keine Flammen über das Feld drüben züngeln, sah Häuser aus dem Boden Was erwarten die Deutschen von Hodza? In der tschechischen demokratischen Jettschrift„Programm" veröffentlicht Gen. Abg. Ja k s ch eine» Artikel unter dem obigen Titel, in welchem er zu den nachstehenden Schlußfolgerungen gelangt, nachdem er die Gefahren geschildert hat, welcher die Demokratie im Dezember ausgesetzt war: Nachdem so schwere Prüfungen nun glücklich überstanden sind, kann auch in unsere Innenpolitik der Geist des demokratischen Op- timismus Einzug halten. Wir brauchen diesen Optimismus, denn es sind noch schwere Aufgaben zu lösen. Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die noch zu meistern find, erfordern Zähigkeit, Mut und Tatkraft. Im engsten Zusammenhang damit steht das Nationalitätenproblem der Republik. Es ist die historische Aufgabe der tschechoslowakischen DeMokra-! tie, eine gerechte und beiderseits befriedigende Form des nattonalen Zusammenlebens zu finden» Es hat keinen Zweck, zu verheimlichen, daß auch die akttvistischen Deutschen, die sich in schweren Stunden als verläßliche Republikaner bewährt haben, von den nationalpolitischen Resultaten der demokratischen Zusammenarbeit unbefriedigt sind. Die Mitarbeit deutscher Parteien in der Regierung hat manche unsichtbare Vertrauenswerte geschaffen und dazu beigetragen, datz viele Streitfragen auf gütlichem Wege auS- getragen werden konnten. Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, datz trotz aller Bemühungen eine grundsätzliche Bereinigung der nattonalpolittschen Probleme auf keiner Seite in Angriff genommen werden konnte. Leider mutz offen ausgesprochen werden, datz ein grotzer Teil der tschechi- schen Oeffentlichkeit in den Fehler verfallen ist, das sudetendeutsche Problem zu bagatellisieren. Heute lätzt sich nicht länger übersehen, datz sich die Hoffnungen der gefährlichsten Feinde des Staates auf die ungelöste tschechisch-deutsche Frage konzentrieren. Wohlgemerkt: die Feinde der Republik spekulieren darauf, datz die tschechoslowakische Demokratte nicht fähig ist, ihre Nationalitätenprobleme zu lösen. Deshalb wollen wir deutschen Akttvisten keinen Zweifel darüber lassen, datz die Tat- s a ch e d e r Mi tregierung allein keine Lösung dieser Probleme ist. Darum mutz wiederholt werden: was unbedingt not tut, das ist eine grundsätzliche und vertragsmäßige Regelung des nationalen Zusammenleben s in der Republik. Die von Svehla geprägte und von Benes, übernommene Formel»Gleiche unter Gleichen" darf nicht nur für Festreden gelten, sondern sie ist anzuwenden, wenn es um die Vergabe von Staatslieferungen, um Aufnahmen in den öffentlichen Dienst und um den Ausbau der Kultureinrichtungen jeder Natton geht. Die Tschechen und Slowaken haben ihr« innere staatspolitische Aufgabe noch zu lösen. Je mehr sie sich als Staatsvoll fühlen, desto mehr müssen sie die Verpflichtung erkennen, diesen Staat auch für die anderen Volkse st ä m m e, die ihn bcimchnen, so w o h n l ich e i n- z u r i ch t e n, daß sie sich zu Hause fühlen. Auch wenn man gelten lätzt, datz europäische Störungserscheinungen hemmend gewirkt haben, so bleibt dennoch der Vorwurf bestehen, datz es bisher in der tschechoslowakischen Politik an dem festen Willen gefehlt hat, den Staat nicht nur als Machtinstrument, sondern auch als Instrument der nationalen Verständigung zu handhaben. Die Hauptursache scheint darin zu liegen, datz die stärkste Partei nach dem Tode Svehlas kein konstruktives Wolle nin nationalpolitischen Fragen mehr zum Einsatz brachte, sondern immer mehr in ein unglückliches Konkurrenzverhältnis zu den nattonalistischen Flügelparteien geriet. Auch der tschechischen Vollspartci und den Nationalsozialisten kann der gutgemeinte Vorwurf nicht erspart bleiben, datz sie gegenüber dem deutsch-tschechischen Problem kein positives Programm aufzustellen vermochten. Jede staatspolittsche Aufgabe erfordert eben Männer, die den Mut und den Ehrgeiz haben, sie zu meistern. Hier beginnt die Rolle der Persönlichkeit in der demokrattschen Politik. Die versöhnlichen Erklärungen des neuen Präsidenten und die ersten Kundgebungen des Ministerpräsidenten HodZa haben auch im Lager des deutschen Akti- viSmus frischen Optimismus geweckt. DerSlo- w a k e H o d j a, der mit keinen antideutschen Ressentiments aifS der Vorkriegspolitik belastet ist, der Europäer Hodja, der die Kon- stellation von morgen sieht, wird sicher die Bedeutung der drei Millionen Sudetendeutschen als einer vollspolitischen Verbindungsbrücke in Mitteleuropa nicht verkennen. Die deuffchen Aktivisten erwarten von HodZa, datz er die nationale Zusammenarbeit über den toten Punkt binwegsteuert und auf progressivem Wege zu positiven Resultaten hinlenkt. Wir hoffen im Interesse einer demokratisch-sozialen Wiedergeburt Mitteleuropas, datz ihm dabei die poli- tische Reife der Tschechen und Slowaken behilflich sein wird, seine Bemühungen mit Erfolg zu i krönen. bau des Allgeureinen Krankenhauses und der ihr angcglicdrrten Kliniken; den beteiligten Ressorts wurde die Beschleunigung aller«eiteren für dir Einleitung und die Durchführung dieser Bauten notwendigen Vorbereitungen im der kürzesten Zett, die technisch erreichbar ist, aufgetragen. Bewllligt wurden für eine«eitere Zeitperiode die Mittel zur Durchführung der Er- nährungSaktion und der Milchaktion für Arbeitslose und die Kinder von Arbeitslosen sowie weiters zur Durchführung der Brotaktton. Schließlich wurden die auf der Tagesordnung stehenden laufenden Vevwaltungs-, Wirtschafts- und Personalangelegenheiten erledigt. wachsen. Merkwürdige, lüft- und lichtdurchläffige Gebilde waren es. Sie scwvankten im Winde hin und her. Plötzlich tauchten hinter ihren sich bewegenden Schatten jagende, wiehernde Pferde, rasende Sechsgespann« auf, die quer durch die Wände hindurch jagten. Rauch stieg zum Himmel, das Dorf sank in sich zusammen, wieder war das Feld leer und kahl. Nur ein riesengroßer Mann, hoch wie ein Berg, wandelte mtt einem Korbe aus dem Rücken bedächtigen Schrittes zum Bach hinab, warf mit einem ungeduldigen Ruck die Last von der Schulter und schüttelte direkt in das Wasser, unmittelbar vor Schumäkms Füße, drei von Wunden zerspaltene Kinderleichen hin. Der Rittmeister schloß vor Grauen die Augen, brüllte dem Ungeheuer unarttkulierte Laute entgegen. Dann ritz er aus der Manteltasche die Piswle, die er immer bei sich trug, und schoß rasch hintereinander sechsmal auf di« riesige Gestatt, die lachend den Kinderleichen nachsah, die langsam im Strudel des Wassers sich zu drehen begannen und davonschwammen. Die Kugeln fuhren durch das Ungeheuer hindurch, stiegen mit einem leisen Singen zum Himmel und zerplatzten dort wie Raketen eines Feuerwerkes. Rasend vor Zorn wollte Schumann hinüber über den Bach, dem Mörder seiner Kinder an die Kehle. Da riß ihn jemand am Kragen und unter dem Helm eines Gendarmen sprühte ihm ein wilder Fluch entgegen: »Sind Sie wahnsinnig geworden? Was schießen Sie denn hier Löcher in die Luft!" Der Rittmeister sackt« unter der; Griff zusammen und, da ihn der Gendarm loslietz, fiel er aus die Erde. „Wer sind Sie eigentlich? Können Sie sich legitimieren? Der Wächter in der Blockhausstation Gorniffch hat gemeldet, daß Sie hier her- ümstreichen." Aber Schumann hörte die letzten Worte schon gar nicht mehr er lag fast reglos da. Nur sein fieberhitziger Atem kam in kurzen Keuchtönen aus dem halboffenen Munde. Zur Förderung des Fremdenverkehrs Große Begünstigungen auf den Bahnen Vom Eisenbahnministerium wird mitge- teilt: Zur Förderung des Besuches von Ausländern in der Tschechoslowakischen Republik hat die Verwaltung der Staatsbahnen beschlossen, Reisen ausländischer Besucher durch Sondernachlässe zu begünstigen. Ab 1. Mai bis 31. Oktober d. I. werden ausländische Besucher nach ununterbrochenem, mindestens sechstägigem Aufenthalt in der Tschechoflowakei Anspruch auf eine öOpro- zentige Fahrpreisermäßigung bei der Rückreise „Schweinerei," knirschte der Gendarm, «jetzt macht mir der Kerl noch Scherereien!" Und mißmutig stampfte er zurück in den Wald, um die dort arbeitenden Holzfäller zum Abtransport des Hingesunkenen zu alarmieren. Man kann nicht saoen, daß Frau Wiesner ihr Pensionär, der Kaufmann Werner Schumann, sehr sympathisch gewesen wäre. Er bewohnte zwar seit drei Jahren die beiden schönen Vorderzimmer, die auf die Kärntnerstraße hinausgingen und seine Anforderungen an ihre Pflichten als Wirtin waren äußerst gering. Auch zahlte er bei weitem mehr als alle übrigen Logiergäste, von denen kaum einer länger al8 drei Monate blieb. Aber es fehlte ihm jene Art mitteilsamen Wesens, das Frau Mesner schätzte und um dessentwkllen sie sogar die allzu späte Zer in der Grenzstation der tschechoslowakischen Staatsbahnen kauft. Für ausländische Besucher von Badeorten bewilligt die Staatsbahnverwaltung eine 66.66-prozentige Fahrpreisermäßigung für die Rückreise unter denselben Bedingungen, welche bereits seit mehreren Jahren für die Gewährung von Fahrpreisermäßigungen für Bäderbesucher gelten. Diese 66.66prozenttge Ermäßigung wird gegen Vorlage des Reisepasses und der Anweisung auf Fahrpreisermäßigung für Bäderbesucher gewährt. Blamage der agrarischen Gewerkschaft. In der Autofabrtt Janäkek, welche vor einigen Wochen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand, als die agrarische Gewerkschaft den Streik der Belegschaft brechen wollte» sollten am 10. Feber Bc- triebsausschußwahlen stattfinden. Sie entfallen, da die Agrarier zwar eine eigene Lifte aufgestellt hatten, sie aber nicht rechtzeitig einbrachten. Sämtliche Mandate fallen daher der sozialistischen Liste zu. Rektor der Karls-Universität für Neubau der deutschen Hochschule. Anläßlich der Amtseinführung des neuen Rektors der Prager tschechischen Universität, Prof. Friedrich, hielt der abtretcnde Rektor Prof. Dr. Drachovsky eine bemerkenswerte Rede, in welcher er die Hoffnung aussprach, datz die beiden Prager Universttäten zur freundschaftlichen Zusammenarbeit zurückkehren werden. Es sei auch im tschechischen Interesse gelegen, datz der Neubau der deutschen Universität sobald wie möglich verwirklicht wird. Havanna. Die Gattin des früheren spanische» Thronfolgers, des ältesten SohneS des Exkönigs Alfons Xlll., teilte Journalisten mit, daß der Gesundheitszustand ihres Gatten hoffnungslos sei. Am Beine des Exprinzen hat sich ein eitriger Furunkel gebildet, für dessen Heilung keine Aussicht besteht, da der Prinz an der sogenannten Bluter- Krankheit(Hämophilie! leidet. Athen. Zwischen der Vollspartei Tsaldaris und der liberalen Partei Venizelos werden noch immer Verhandlungen betreffs Bildung eines neuen Koalitionskabinetts in Griechenland geführt. Chemnitz. In den letzten Tagen kam es hier S» Massenberhaftungen. Sie erfolgten meist Wege» lächerlicher Bagatellen. So hatte z. B. ein Arbeiter, der drei Jahre erwerbslos gewesen war und in einer Großfärberei Arbeit gefunden hatte, ironisch erklärt: „Wieder eine Million Arbeitslose weniger!" was zu seiner sofortigen Festnahme führte. Die Verhafteten wurden ins Konzentrationslager Sachsenburg gebracht. Halle. In Neustadt a. d. Saale kam es zu Schlägereien zwischen SA und Reichswehr, bei denen ein Offizier schwer mißhandelt wurde. Warschau. Der Präsident der Republik hat den Unterstaatssekretär im Finanzministerium Adam Koc an Stelle des zurückgetretenen Ladislaw Wroblewski zum Präsidenten der Bank von Polen ernannt dezu fanatisch leer war, eine Kinderphotographie in einem schwarzen Holzrahmen sentimental aufgebaut stand. Nicht einmal die straffe und sehnige Figur ihres Zimmerherrn und die Tatsache seiner militärischen Vergangerchell, von der die alte Dienftpistole über seinem Bett zeugte,(er hatte sowohl die Kuckucksuhr wie die Bilder„Abendfrieden" und ,Loreley" sofort nach seinem Einzug enffernt) reizte sie. Ganz zu Beginn hatte sie es versucht» sich manchmal in einer., geblümten offenen Morgenrock, in dessen Falten schon mancher harmlose Student verschwunden war, auf dem Flur überraschen zu lassen. Aber Schumann war nur mit höflichem Gruß an ihr vortzberge- schritten und hatte die Tür zum W. C>, wie es ihr schien unhöflich laut, zugemacht. Sie war unmutig in ihr Zimmer hinübergehuscht, wo das Bild ihres früh verstorbenen Gatten zwischen den Büsten von Schubert und Wagner in einem Goldrahmen moiwrte, hatte sich träumerisch gekränkt in die Sofaecke gesetzt und sich gefragt, ob denn nun ihre Zeit vorüber sei. Sie ging verdicht bis zum nächsten Ersten herum, an dem ein junger Bankbeamter einzog, der sie auf ihre dringende Bitte schon vom dritten Abend an in Anleihefragen intensiv beriet und ihren durch Schumann verletzten weiblichen Eroberer stolz mit Zinseszins nach einem, guten Abendbrot befriedigte. Was trieb dieser Schumann? Er verdiente, das war keine Frage. Er war mtt einem bescheidenen Handkoffer eingezogen. Wenn er jetzt vor- übepgehend fortreist«, nahm er zwei wundervolle Schrankkoffer mit. Seine Garderobe war tadellos, die Wäsche auch. Frau WieSner mußte das widerwillig konstatieren. Ab und zu erschienen seriöse ältere Herren m>t Aktenmavven, ftaaten nach dem Herrn Rittmeister, konferieren mit ihm und verschwanden wieder. Frau Wiesner sah durch den geöffneten Türspatt Schumann seine Besuche bis zur Flurtür begleiten und vermerkte erstaunt, datz sie sich immer besonders devot verabschiedeten. (Fortsetzung folgt.) Nr. 33 Samstage 8. Feber 1836 Seit« 3 fudetendeutseficr Zeitspiegel Neuerliche Versammlungs-Nieilerlage der SdP im Bezirke Bensen . Im Bezirke Bensen ereilte die Henleins nach den schweren Versammlungsniederlagen rn S ch o ck a u und Oberebersdorf am D m- nerstäg auch in Schönau bei Wernstadt das gleiche Schicksal. Auch dort hatten unsere Genossen lange vor Beginn der SdP-Versammlung den Saal besetzt und als dann doch allmählich einige Henleins kamen, gab eS verdutzte Gesicht-:. Reichlich zwei Fünftel der Bersammlungsteil- nehmer waren sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter. Angesichts dieser für die Henleins recht betrüblichen Tatsache, schoben die Herrschaften, noch bevor die Versammlung begann, unter dem fröhlichen Gelächter unserer Arbeiter eine Pause ein. Dann erklärten sie, die Geschäftsordnung nach ihrem Gutdünken handhavei' zu wollen. Schließlich aber erzwangen unsere Genossen für unseren R-d- n e r. Genossen Arnberg, und für den kommunistischen Abg. Köhler die gleiche Redezeit, wir für die beiden SdP-Referenten und die Henleins mußten sich einfach fügen! Völlige Ltlllegung auch der Chamottefabrik in Halbttadt Bor drei Jahren wurde die Schamottefabrlk in Halbstadt, die bis dahin dreihundert Arbeiter beschäftigte, vorübergehend stillgelegt, wobei aber die Betriebsleitung die öffentliche Zusage machte, daß die Produktion so bald wie möglich wieder ausgenommen werden solle. Nun aber hat die Arbeitslosen des Gebietes besondere Erregung erfaßt, weil seit einiger Zeit die wertvollsten Maschinen des Betriebs und auch der elektrische Antrieb in der Fabrik abmontiert und nach Weidenau in den Schwesterbetrieb geschafft werden. Ueber Ansuchen des Verbands der Glas- und Keramarbeiter sprach nun Abg. Genosse KrejLi dieser Tage beim Zentralgewerbeinspektorat- des Fürsorgeministeriums vor, um dessen Einschreiten zugunsten der Vereinbarungen, die seinerzeit getroffen wurden, zu verlangen. Im Zenttal- gcwerbeinspektorat wurde daraufhin die sofortige Untersuchung der Lage der Halbstädter Schamottefabrik zugesichert, so daß zumindest vorläufig keine weitere Zerstörung des Betriebes zu befürchten ist. Steigende blot in Karlstad Die katastrophalen Folgen dex Wirtschaftskrise wirken sich auch in Karlsbad ganz besonders hart aus. In der Volksküche dort werden jetzt täglich rund 1200 Personen ausgespeist, Unter diesen mit Speisen beteilten Personen befinden sich über 140 Kinder aus allen Schulen und Bevölkerungsschichten. Die Gemeinden, jmd M.pcr"heutigen- Finanzlage, was diü Unterstützung der Armeti und Arbeitslosen änbe- langt, an der Grenze der Möglichkeit angelangt und es kann eine Linderung dieser Rot nur noch vcm Staate erwartet werden. Fünfzehn Jahre„Zukunft“ Anläßlich des fünfzehnjährigen Bestehens unseres tapferen Bruderblattes, der„Zukunft", sozialdemokratisches Organ für Süd- und Westböhmen, hat dieses Blatt eine 24 Seiten starke, prächtige und inhaltlich originelle JubiläumS- nummer herausgegeben, die allen Lesern und Sozialisten des Verbreitungsgebietes viel Freude bereiten wird. Die Jubiläumsnummer enthält eine Reihe von werwollen informativen Artikeln über" die sozialen Verhältnisse und die Arbeiterbewegung im Böhmerwald, einen Gruß unseres Parteivorsitzenden Genossen Dr. C z e ch, Aufsätze, welche die Vergangenheit der Arbeiterbewegung in dem Gebiete behandeln, Feuilletons lokaler Natur und selbstverständlich ein paar kräftige Kampfarttkel. Geschmückt ist das Blatt mit den Bildern der alten Führer dieses Gebietes, des ehemaligen Abgeordneten Leibl und des ehemaligen Senawrs Stark, des ersten Verwalters des Blattes, Genossen Kühnel und des alten Genossen Fleischmann aus Tachau. Erfreulich sind die Berichte aus verschiedenen Bezirken des Böhmerwaldes, daß eS m der Arbeiterbewegung dort wieder vorwärts geht. So kann man es glauben, wenn im Leitaufsatz geschrieben wird:„Als Wegbahnerin der Zukunft wird es gelingen, allen Feinden und Schwierigkeiten zum Trotz, in die verstteuten» dem Fortschritt schwer zugänglichen Dörfer einzuziehen, die Täler und, immer aufwärts, die Berge zu erobern, an den Grenzen der braunen Barbarei das rote Banner der Freiheit zu entfalten!" Freispruch im I.anddi«nstproze5 Freitag nachmittags gegen 4 Uhr wurde in» Leitmeritzer Landdienstprozeß das Urteil verkündet, nach dem sämtliche Angeklagte auf Grund des Beweisverfahrens und besonders auf Grund der Auskünfte der tschechoslowakischen Gesandtschaft freigesprochen wurden. Der öffentliche Ankläger hatte festgestellt, daß bei einigen Beschuldigten einzelne Tatbestände infolge der Amnestie des Präsidenten Masaryk nicht mehr unter Anklage stehen. Für den Fall, daß der Gerichtshof auf Grund des Beweisverfahrens und nach dem Inhalt der jetzt bekannten Auskünfte n der Tätigkeit der Beschuldigten nicht mehr daS Verbrechen nach 8 2 des Schutzgesetzes erblicke, batte er deren Verurteilung nach§ 17 des Schutzgesetzes be antragt. Auf Grund der erlassenen Amnestie wurde auch die Tätigkeit der Beschuldigten Summer und Äöstler als nicht unter Anklage gestellt bewachtet. Infolge einer vom Vorsitzenden gegebenen Anregung hatte auch der Staatsanwalt bei der Klagebegründung nicht über die polittsche Seite des Prozesse- gesprochen, sondern sich lediglich auf Gruno des Beweisverfahrens mit der Strafbarkeit der Tätigkeit der einzelnen Angeklagten befaßt. Der Gerichtshof beschloß noch, die bei den Beschuldigten Hoffmann und Köstler beschlagnahmten Bücher fü. verfallen zu erklären. Tasuns der Kinderfreunde*Erzleher Am 2. Feber wurde in Aussig die Reichsführertagung und Reichsführerschule der.Kinderfreunde" fortgesetzt. Genosse Franz Lehnert, Graupeir. behandelte das Thema„Sommerarbeit unter besonderer Berücksichtigung des Wanderns mit Kindern". In einer ausführlichen Aussprache, an der sich ein großer Teil der Delegierten beteiligte, wurde die Notwendigkeit und der Wert eines planmäßigen Wanderns unterstrichen sowie einige praktische Vorschläge für gute Sonunerarbeit erarbeitet. .Den Sonntag-Rachmittag füllte ein sehr instruktiver Borttag und praktische Uebungen des Genossen Karl Nanninger, Teplitz, über das Thema .Der Sprechchor im Dienste unserer Arbeit" aus. Als Abschluß des Sonntag besuchten alle Teilnehmer geschloffen das Aussiger Stadttheater. Am 3. Feber wurde vom Genossen Willi Hocke das Thema.Feste- und Feiergestaltung" behandelt. In den anschließend gebildeten Arbeitsgemeinschaften Durdejr Austerprograiyme die im_ J^bres- "Arbeltsplüch vorgesehenen Fesieund Feiern bearbeitet, die als Unterlage für die Durchführung dieser Veranstaltungen dienen werden. Nachdem noch einige wichtige organisatorische Fragen(Gauzeltlager, Reichsjugendtag, internationaler Kinderaustausch u. a. m.) erledigt waren, wurde der Reichs-Helfer- und FührerkreiS gewählt, dem die Genossen Josef Olbett-Komotau, Richard Hopf-Karlsbad, Hermann Sedlatschek-M.-Schönberg, Rudolf Bullin-Brünn, die Genossinnen Tosca Lerch- Brüx, Grete Baum-Aussig und von der Exekutive des Reichsvorstandes die Genossen Schweitzer, Hocke uno Lehnert angehören. ein Zeugnis In den Mitteilungen des Hauptverbandes deutscher Industrieller, Folge 6 vom«. Feb:r I. 8-.findet sich bei Besprechung des M a ch n i k- Erlasses unter gnderem auch folgender Satz: .Dem Einschreiten des Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses, des sozialdemokratischen Abgeordneten Taub, ist es auch g e- l u n g e n, sogleich einige Milderungen durchzusetzen." . Braunauer Arbeitslosen für die Sozialdemokratie. Freitag, den 7. Feber, fand in Braunau eine große Bezirks-Arbeitslosenversammlung statt, in der Abgeordneter Genosse Franz K r e j t i referierte. In der Debatte sprach der arbeitslose Ge- ncsse Richard Meier aus Ruppersdorf, welch:: die Darlegungen des Referenten unterstrich und der Meinung Ausdruck- gab, daß es sich jetzt nicht um Phrasen, sondern um positive Arbeit für di- Arbeitslosen handle. Die Versammlung stellte eia ehrliches und offenes Bekenntnis der Arbeitslosen zur Partei dar. Tie Partei-Bezirkskonferrnz in Mährisch- Trüvau, die vergangenen Sonntag stattfand, war von 81 Delegierten besucht. Aus den Berichten geht hervor, daß die organisatorischen Verhältnisse sehr gut sind. Die politischen Referate erstattete Wellan und Nießner. Die Konferenz beschloß einstimmig ein Vertrauensvotum für den parlamentarischen Klub. Zum Bezirksvertrauensmann wurde wieder Genosse Friedl gewählt. Ein Sudetendeutscher, der schon mit jungen Jahren im Jahre 1919 mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war und seither ununterbrochen dort wohnte, schildert dem Karlsbader „Volkswille" die Behandlung, die ihm als Ausländsdeutschen widerfuhr. Da er sich politisch in keiner Weise betätigte, also auch nicht im Nazigeist, mußte er mit Beginn des Dritten Reiches seinen Posten, den er jahrelang innehatte, an einen SA-Mann abtreten. Nach vielen Mühen gelang es ihm, in die Erwerbslosen-Unterstützung eingereiht zu werden. Die Zeit der Stellenlosigkeit benützte er dazu, seine Heima* zu besuchen. Wieder zurückgekehrt, widerfuhr ihm das Mißgeschick, einen Tag zu spät zur A:':i.slosenkon- trolle zu kommen, weshalb ihm die Unterstützung entzogen wurde. Vom Arbeitsamte weg wurde er in Haft gesetzt, und bei der Polizei machte er Beobachtungen, die für das Verhältnis der Nazi zu den Sudetendeutschen überaus bezeichnend sind. Zwei Monate saß der Mann in Hafte und als er entlassen wurde, drückte man ihm den A u S« weisungebefehl in die Hand. Ohne Parteimitgliedskarte, so schreibt er, ist man in Deutschland eine große Null. Beratungen der deutschen Christlichsoziale«. Freitag fand in Prag unter dem Vorsitz Stolbergs eine Sitzung der Reichsparteileitung der deutschen Christlichsozialen statt. In dem Kommunique heißt es, daß die Abgeordneten Schlusche, Zajiöek und Dr. Jng. Lokscha Organi- salionsberichte erstatteten und die durch Dr. Mayr-Harting eingeleitete Wechselrede über aktuelle politische Fragen die volle Einmütigkeit der Auffassungen ergab. Offenbar war in der Wechselrede vor allem die Rede von einem eventuellen Eintritt in die Regierungsmehrheit. Ein Neutitscheiner in Abessinien gefallen. Wie die„Innviertler Nachrichten" aus Meran berichten, ist Anton Mozzi, aus Schönau bei Neut'itschein gebürtig, als italienischer Soldat in Abessinien gefallen. MozziS Eltern hatten viele Jahre in der Tschechoslowakei gelebt, jedoch versäuntt, sich rechtzeitig die Staatsbürgerschaft zu verschaffen. Eines Tages mußten sie in ihre Zuständigkeitsgemeinde zurückkehren. Bei Beginn des abessinischen Raubzuges des Duce wurde Anton Mozzi eingezogen. SdP-Rosinen. Dieser Tage wurde der Kaufmann Gerstner, der aus dem letzten Wahlkampf als eifriger Anhänger Konrad l. bekannt ist, verhaftet. Kaufmann Gerstner wurde dabei ertappt, wie er Rosinen, die aus Deutschland hereingeschmuggelt wurden, im großen an Geschäftshäuser weiterverkaufte. Die Erhebungen sind noch im Zuge und eS dürften noch einige Käufer aus ihrer Geschäftsverbindung mit Gerstner Schaden erleiden. Der Rentmeister der Stadt Serstadtl, Arno Severa, der seit längerer Zeit vom Dienste suspendiert ist, wurde nunmehr von der Gendarmerie verhaftet und dem Bezirksgerichte in Görkau cin- gcliefert. Er steht in dem Verdachte, Amtsgelder unterschlagen zu haben. Schuß aus dem Hinterhalt. Am Mittwoch gegen 19.30 Uhr wurde auf den Zeitungsverkäu- - fer Wenzel, als er durch den Roseggerpark in Aussig ging, aus dem Hinterhalt ein Schuß aus einer Flobertpistole abgegeben. Das Projektil durchschlug die gefütterte Mütze und drang ungefähr einen Zentimeter ttef in das Hinterhaupt ein. Ein vorübergehender Feuerwehrmann leistete dem Verletzten, der stark blutete, erste Hilfe und veran- j latzte seine Ueberführung in das Bezirkskrankenhaus. Dort wurde das Geschoß operativ entfernt Nach den Meldungen des Polizeiberichtes ist die Verletzung leichter Natur. Sechzigjährige überfahren. In Gablonz wurde Freitag die 60jährige Weberin Marie Endler von einem Lastauto, das in einer engen Straße einem entgegenkommenden Automobil ausweichen wollte und dabei auf der nassen Straße ins Schleudern geriet, erfaßt, einige Meter weit geschleift und schließlich gegen eine Steinmauer gedrückt, wodurch ihr die Wirbelsäule mehrfach gebrochen und die linke Brustseite vollkommen zerquetscht wurde, was ihren sofortigen Tod herbeiführte. Drei Jrrsinnsfälle in einer Woche. Innerhalb einer Woche haben sich in K a r l S b a d drei Fälle von geistiger Erkrankung ereignet: nachdem ein junger Mensch namens Hofmann infolge plötzlich ausgebrochenen Irrsinns in eine Nervenheilanstalt gebracht war, machten sich, wie- wir bereits meldeten, auch bei dem am tschechischen Realgymnasium in Karlsbad angestellten Professor Tvaron Zeichen auSbrechenden Wahnsinns bemerkbar, so daß sich die Ueberführung des Unglücklichen nach Dobrzan als notwendig erwies. Nunmehr hat die ttagische Serie ihre Ergänzung um einen neuen Fall erfahren, bei dem in Drahowitz bei Karlsbad wohnhaften 32 jährigen Schuhmacher Josef Scharf, der schon seit einiger Zeit, melancholisch war, machten sich plötzlich Anzeichen der GeistoS- störung bemerkbar, weshalb Scharf durch die frei- willige Rettungsgesrllschast ins Karlsbader Krankenhaus überfühtt werden sollte. Als die Rettungsmannschaft bei dem Hause anlangte, in welchem Scharf wohnte, wurde festgestellt, daß der Schuhmacher ein Fenster'seiner Wohnung geöffnet hatte und daß zu befürchten war. Scharf würde durch dieses Fenster sich auf die Straße stürzen. Daraufhin rief die Rettungsmannschaft die Assistenz der freiwilligen Feuerwehr herbei, die mit einem Sprungtuch unter dem Fenster, das im dritten Stockwerk liegt, Aufstellung nahm. Als dann Mitglieder der Rettungsmannschaft die Wohnungstür bei Scharf aufsprengen wollten, sprang Scharf, mit einem Stück Eisen bewaffnet, auS dem Fenster. Er landete im Sprungtuch, ohne sich zu verletzen. Rach Ueberführung in das Krankenhaus und ärzüicher Japanischer Vormarsch gegen die innere Mongolei? Dair« n.(Reuter.) Die japanische und die mandschurische Armee haben beschlossen, in der Richtung gegen die Grenzen der inneren Mongolei vorzugehm. Tie halbamtliche Mitteilung über diesen Entschluß besagt, dass die innere Mongolei und die Sowjetunion aktiv einen Krieg entlang der mongolisch-mandschurischen Grenze vorbereiten, wo sich die Zusammenstöße ständig mehren. 500.000 Dollar für einen KBnissmord Augenzeugen im Ustascha-Prozeß Aix-en-Provence. In der freitägigen Ber« Handlung wurden die Zeugen verhört, die im Augenblicke des Marseiller Attentats in der Nähe des Königs Alexander waren, u. zw. General Georges, der damals verwundet worden war und Oberst Priollet, der den Angreifer zu Boden Schlug. Sodann wurde die Aussage des Wachtmeisters Galli verlesen, der bei dem Attentat verletzt worden war und später seinen Verletzungen erlag. In der Rachmittagsverhandlung sagte nur Kapitän SimonoviL, der Chef des Sicherheitsdienstes in Belgrad aus. Kapitän SimonoviL erinnerte an die beiden in Jugoslawien begangenen Attentate, von denen das erste gegen eine Brücke und das zweite gegen die Eisenbahn verübt wurde. Die Polizei verhaftete vier Verdächtige, unter denen sich auch Pospisil befand. Pospisil floh jedoch, nachdem er vorher zwei Polizisten getötet hatte. Der Urheber des Attentates vmn Jahre 1933, Petar Oreb, hatte nach der Verhaftung erklärt, daß ihm im Falle des Gelingens des Attentates 500.000 Dollar versprochen wurden. Die Verhaftung Orebs und feiner zwei Mitschuldigen kostete zwei Gendarmen das Leben. Untersuchung wurde die Abgabe des Unglücklichen an die Irrenanstalt in Dobrzan verfügt. Ein Armutszeugnis für ihre Autoren stellen gewisse Polemiken dar, zu dencn zweifelsohne eine Bettachtung der Sudetendeutschen Presse-Briefe über einen Bottrag des Genossen Dr. Franzel in Aussig gehört. Das heißt: eine Bettachtung über den tatsächlich gehaltenen Borttag ist eS nur in sehr bescheidenem Maße und gerade das macht die Polemik so unsachlich. Obwohl die Veranstaltung, bei der Dr, Franzel sprach, als Diskussionsabend angekündigt war, meldete sich dort keiner der anwesenden Herren von bet SdP zu Wort. Die SPB kennen den Inhalt d«S Vortrages überdies nur aus sehr einseitigen Referaten bürgerlicher Blätter, die das betonten, was ihnen, gepgde,paßte»,hie. SPB nchmey nun aus diesen Berichten wieder nur eine Kleinigkeit und er« tvecken in ihren Lesern eine Borsttllung, die mit dem tatsächlichen Geschehnis nicht mehr dar geringste gemein hat. Statt sich mit dem auseinanderzusetzen, was an die Adresse der SdP gesagt wurde, fabeln die SPB des langen und breüen über die„Zwiespältige Internationale" mü> ähnlich alberne- Zeug, das ihrer eigenen Phantasie entsprungen ist. Diese Methode, gegen frei erfundene oder grob entstellte Aeußerungen zu polemisieren, von Dingen zu reden, die man nur vom Hörensagen kennt, ist nur mit der kommunisttschen zu vergleichen, die- faschistische Gedankengänge in einem Buch entdeckt, das eS gar nicht gibt. Bride Methoden sind, wie gesagt, Dokumente geistiger Armut! Verhaftete Einbrecherplatte. In den vergangenen Monaten ist es in zahlreichen Otten der Umgebung von C h o d a u zu ungezählten Einbruchsdiebstählen gekommen. Die Einbrecher volljühtten ihre Beutezüge mit bemerkenswerter Kaltblütigkeit, verstanden es aber bisher, sich den Nachforschungen der SicherheitSbehörden zu entziehen. Erst jetzt ist es der Zusammenarbeit mehrerer Gendarmerjesta- tionen gelungen, die Diebsplatte ausfindig zu machen und Karl und Walttr Reudett ans Chodau, sowie Ernst und Hermann Bäuml aus Reusattl zu verhaften. Bei den Feftgenommenen, die z. T. bereits ihres verbrecherischen Tuns überwiesen werden konnten, wurden Waffen vorgefunden, die sie jeweils bei ihren nächtlichen Beutezügen bei sich getragen hatten, um damit allen Eventualitäten vorzubeugen... Die vier Männer wurden dem Bezirksgerichte in Eibogen eingeliefett. Marienbader Flugverkehr 1936. Auf Grund der zwischen Verttetern der Kurstädte Marienbad und Karlsbads in der letzten Zett geführten Verhandlungen ist«ine Veränderung in der Einteilung der biShettgen Flugzeiten im Bäderverkehr 1936 insoferne zu erwarten, als dafür Sorge gettagen werden soll, daß sich Mattenbader Fluggäste länger in Prag aufhalten können. Die praser deutsche Sendung bringt in dieser Woche: S o n n t a g, 9. Feber, 14 Uhr 80 bi- 14 Uhr 45: Zwiegespräch über Mensch und Raffe(Karl Rothe); M i t t w o ch, 12. Feber, 18 Uhr 20 bis 18 Uhr 40: Was muß der Arbeiter von der GerichtS» barkrit in der Unfallversicherung der Arbeiter wissen?(Dr. Kurr Wehle); Freitag, 14. Feber, 18 Uhr 35 bis 18 Uhr 45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 16. Feber, 14 Uhr 80 bis 14 Uhr 45: Glasmacher als Staatsgefangene(Josef Bla u- Iteuern). Leite 4 Samstag, 8. Feier 1936 Nr. 33 Neue englische Truppen für Indien in Southampton wurden neue englische Seuppeuteile eiugrfchisft, d' von hier aus die Fahrt nach Indien antreteu werden. hält noch an. Die höheren Bergkämme ausgenom» men, wo bereits keine weitere Abkühlung eingetreten ist, ist die Temperatur im Flachland am Freitag meist noch etwas tiefer gefunkt. Nur am Südostrand der Republik herrschte untertags stellenweise noch ganz lachtes Tauwetter, sonst wprde bei uns überall Frost verzeichnet. An vielen Orten traten leichte Schneeschauer auf. Trotzdem der Luftdruck auch in unseren Gegenden nunmehr bedeutend übernormal ist, dürfte die Beruhigung nur langsame Fortschritte machen.— Wahrscheinliche? Wetter von heute: Nur allmähliche Abnahme der Bewölkung und der Neigung zu Schauern, Frost, NO- bis O-Wind.— Wetteraussichten für Sonntag: Noch Andauern der winterlichen Witterung. IV. Intemaficnales Verbandstreffen der Arbeiter-Winter-Touristen und Sportler Standort Naturfreundehaus Könfcstöhe Das Zcmentgrob unter dem Fußboden Ein zweitägiger Gattenmordprozeß 15.-16. Feber Das Treffen wird abgehalten; bei ungünstiger Wetterlage wird es auf das Gelände Chri- stiansthal verlegt. Meldungen muffen bis 11. Feber beim Gen. Hügl vorliegen. Bis Freitag sind Meldungen von nur zehn Naturfreundegruppen, weiters vom Svaz del. turistu und als Gäste Ungar. Naturfreunde und Rotsport eingelaufen. Zum kombinierten Lauf(15 Km. und 4 Km. Hindernis) wird schon Samstag nachmittags 3 Uhr angetreten. Der 4-Km.-H indernis- l a u f wird'am Sonntag absolviert. Der Slalomlauf außer Konkurrenz hat eine Strecke von 300 Meter und Gefälle 80 Meter, 6 Tore. Vater werden, Ist nicht schwer... besonders, wenn einem richterliche Weisheit zu der Würde verhilft. Der Prager„Montag", dem man die Verantwortung für die Meldung über, lassen muß, belichtete kürzlich, daß vom Prager Zivilgericht ein Mann zum Vater eines Kindes gestempelt wurde, das nach Aussage der Aerzte nicht das seine ist. Der Mann lebt von seiner Frau getrennt und hörte plötzlich, daß diese ein Kind geboren habe. Er bestritt die Vaterschaft, um nicht etwa Alimente zahlen zu müffen, und die Aerzte er« klärten es wie gesagt äks ausgeschlossen, daß er der Vater des Kindes sei. Der Richter aber wies ihn ab und erklärte ihn als gesetzlichen Vater, weil der Einspruch zu spät erfolgt sei. Rach dem Gesetz müsse gegen eine Vaterschaft binnen einem Vierteljahr protestiert werden, hier war aber ein halbes verstrichen. Der Mann führte Zeugen, daß er nicht früher von dem freudigen Ereig. nis in seiner Familie gehört habe, die Frau und ihre Zeugen behaupteten, er habe es früher gewußt. Der Richter entschied nun trotz dem ärztlichen Gutachten gegenden Mann, angeblich aus sozialen Rücksichten, um dem Kind den„Makel" der unehelichen Geburt zu nehmen. Eine formell wahrscheinlich begründete, dem natürlichen Rechtsempfinden aber doch wohl zuwiderlaufende Entscheidung! Das merkwürdigste daran ist, daß der Prager„Montag" das Urteil als„klug" preist, weil es„von den rein juridischen Gcgebenheften absieht und die Er- fordernisse des praktischen Lebens selbst erfüllt". Uns dünkt, daß eswenigeUrteile gibt, die so» wenig Sinnfürdaspraktische Leben und so viel Respekt vor dem Papiere- pen Paragraphen zeigen! Die Sorge des Rich- ters und des„Montag" um die soziale Stellung des unehelichen Kindes in allen Ehren— aber wohin kommen wir, wenn selbst der medizinische Nachweis, daß ein Mann nicht der Vater eines bestimmten Kindes sein kann, ihn nicht davor bewahrt, zur Vaterschaft verurteilt zu werden, die ja nicht nur eine finanzielle, sondern unter Umständen auch eine moralische Belastung sein kann. Wer in solchem Fall den sozial Besorgten spielen will, fange doch gefälligst selbst mit dem uneigennützigen Opfer an. Auf Kosten eines geprellten Gatten kann einer leicht den sozialen— in Wahrheit nur paragraphenreitenden— Richter und noch leichter ein anderer den journalistischen Lobredner spielen. Man müßte abwarten, was der merkwürdige Rechtsberater des„Mon- tag" sagt, wenn ihm ein freundlicher Richter ein Kind unterschiebt, nur deshalb, weil er nicht binnen drei Monaten nach einer Geburt, von der er nichts wußte, protestiert hat! Um die Zukunft der jungen Juristen. Mittwoch abends befaßte sich im Einheitsverbandshaus in Prag eine Persammlung junger Juristen mit dem bekannten Erlaffe der Brünner Advokatenkammer und mit der angekündigten Verlängerung der Konzipientenzeit. Nach einem Referate von Dr. Franz Kraus, der alle Seiten der Angelegenheit beleuchtete» berichtete Dr. Zelenka naniens der im EinheitSverband der Privatangestellten organisierten Konzipienten über die wegen des Vorgehens der Brünner Advokatenkammcr bei verschiedenen Stellen unternommenen Interventionen. Leider habe man bisher den gewünschten Erfolg nicht gehabt. Dabei dürfte eS aber nicht bleiben. Aus der Mitte der Versammlung wurde mit Nachdruck auf die BerfaflungSwidrigkeit des Erlasses der Brünner Kammer hingewiesen. Abg. Robert Klein sickerte den jungen Juristen in ihrem Kampf die volle Unterstützung des Einheitsverbandes der Privatangestellten zu. Ueber das Ergebnis der gegen das Vorgehen der Brünner Kammer weiter durchzuführenden Aktion wird einer neuen Versammlung berichtet werden. Prag. Die Serie der großen Mordprozesse, die in dieser Woche in Prag verhandelt wurden, fand gestern ihre Fortsetzung. Es ist abermals ein zweitägiger Prozeß, der da unter Vorsitz des GR. Dr. M a r e L« k verhandelt wird und der erst heute abends seinen Abschluß finden dürste. Angeklagt ist der 54jährige Betonarbeiter Josef Rohliöek aus De; witz der Ermordung seiner Ehefrau. Josef Rohliöek. den die Anklage als schweren Trinker und Gewalttäter schildert(er. ist dreimal vorbestraft) lebte mit seiner Frau viele Jahre zusammen— ihre Kinder sind über dreißig Jahre alt— doch in den letzten Jahren war das Eheleben sehr zerrüttet. Wie die Nachbarn bekunden, waren in der Wohnung des Ehepaares in der letzten Zeit lärmende Szenen und selbst Prügeleien an der Tagesordnung. Daß der Angeklagte die alleinige Schuld an diesen Zerwürfnissen trug, steht außer Zweifel. Alle, die seine Gattin kannten, bezeichnen sie als brave, ordentliche und fleißige Fra«, die als Bedienerin und Wäscherin das Geld errackerte, das der Haushalt erforderte. Rohliöek verdiente monatlich 700 Kf. wovon er aber wenig nachhause brachte, da er schwerer Alkoholiker ist. der bis 15 Biere pro Tag ttank. Seine Trunkenheitserzesse waren bekannt. Eine besonders schwere Auseinandersetzung gab es am Abend des 11. Okwber v. I. Die Nachbarn vernahmen durch die Mauern die brüllende Sttmme Rohliöeks, Lärm wie von umfallenden Stühlen, dumpfe Schläge, Getrampel und schließlich laute Hilferufe der Fra«. Bezeichnend, daß keiner der Zeugen sich ge- ttaüte einzuschreiten, sondern daß sie sich darauf beschränkten, dem Lärm zuzuhören, der ja übrigens m dieser Wohnung keine Seltenheit war. Die Hilferufe verstummten und«S folgt« eine tiefe Sttlle, in der man nur deutlich hören konnte, daß Rohliöek zahlreichem«!« zur Wasserleitung ging und Wasser laufen ließ. Am nächsten Morgen ging indessen Rohliöek wie stets zur Arbeit, kehrte jedoch noch vor der Mittagspause zurück. Den Nachbarn fiel auf, daß er einen Sack Zement trug, mit welchem er in seiner Wohnung verschwand. Dann war stundenlang aus dieser Wohnung dumpfes Pochen, wie von Schlägen im Mauerwerk hörbar. zwischendurch das Scharren einer Schaufel und Krampenschläge gegen den Fußboden. Das alles war so unheimlich, daß die Nachbarn die Polizei verständigten. ' Da die Polizeiorgane Rohliöek nicht anttafen, — er war inzwischen fortgegangen— öffneten sie die Tür gewaltsam und drangen in die Wohnung. ES wurde eine gründliche Haussuchung vorgenommen, bei welcher i« Keller Rohliöeks, verdeckt mit alten Säcken und Lumpen, die Leiche seiner Fra» aufgesunden wurde. Rätselhafte Bluttat eines Greises. In Biskupice bei Proßnitz kam es zwischen dem 72 Jahre alten Jan Sima und seiner gleichaltrigen Frau aus nichtigen Ursachen zu einem Streit, in dessen Verlauf Sima seiner Frau mehrere große Schnittwunden am Kopfe beibrachte. Der Sohn, der zufällig dazukam, ließ die Mutter sofort ins Krankenhaus schaffen, Der alte Sima brachte sich inzwischen mit einem Küchenmeffer an beiden Händen Schnittwunden bei und stieß sich das Meffer tief in die Brust. Auch er mußte ins .Krankenhaus geschafft werden; sein Zustand ist fast hoffnungslos, während seine Frau mit dem Leben davonkommen dürfte. Da das alte Ehepaar sonst in bestem Einvernehmen lebte, nimmt man an, daß Sima in einem Anfall von Sinnes- verwirrung gehandelt haben dürfte. Irrsinniger schießt in den Prager Straßen. Donnerstag gegen 6 Uhr nachmittags trat ein älterer Mann an einen Chauffeur und dessen Chef heran, die vor dem Neubau der Zivno-Bank gegenüber dem Pulverturm standen und bedrohte sie nach wenigen Worten mit einem Revolver. Den Chauffeur, welcher hinter den Zaun des Bauplatzes flüchtete, verfolgte er mit Schüssen. Als der Pächter des Kaffeehauses„Börse" mit einem Schutzmann hinzueilte, lief der Irrsinnige durch die Heuwagsgasse zum Heinrichsturm und von dort auf den Heuwagsplatz. Als der Schutzmann nurmehr wenige Schritte hinter ihm war, feuerte er noch einen Schuß ab, der knapp am Kopfe des Verfolgers vorbeiging. Bei der„Sla- via" endete die Jagd. Der Irrsinnige wurde überwältigt und konnte von dem Wachmann nur mit Mühe vor den Passanten gerettet werden. Die Identifizierung ergab, daß es sich um den 37jährigen Johann Tollar handelt, der Wächter in der Irrenanstalt in Prag 11. ist. Paula Flodermann hat Selbstmord begangen! Die Untersuchung in Jungbunzlau hat eine sensationelle Wendung genommen. Bei der Ueber- prüfung der grztlichen Gutachten, die auf Mord lauteten, gelangte die Gendarmerie zu der Ueber» zeügimg. daß die Ergebnisse der Obduktion unrichtig gewertet worden waren und keinen Beweis für einen Mord ergeben. Die Beweisgründe für einen Selbstmord, welchen die Gendarmerie aus ihren Erfahrungen und dem ObduktionSbefiind schöpfte, haben sich so verstörst, daß mit der Freilassung der zwei verdächtigten Männer gerechnet werden kann. Ter Zufluß kalter Luft aus dem Bereich eine? mächtigen Druckhochs mit dem Kern über Dänemark Gleichzeitig wurde festgestellt, daß Rohliöek unter dem Lyloltth-Fußboden ei» großes Loch auSgrhobrn hatte, das offenbar dazu bestimmt war, die in Zement eingebettete Leiche der Tote» aufzunehmen. Rohliöek, der inzwischen einen Ausflug zu seinem Bruder, der auf dem Lande wohnt, unternommen hatte, wurde bei seiner Rückkehr auf dem Smi- chower Bahnhof verhaftet. * Dies find die eindeutig festgestellten Taffachen, die in Verbindung mit andern Indizien den Schluß ergaben, daß Rohliöek seine Frau ermordet hat und beabsichtigte, die in Zement eingegossene Leiche unter dem Fußboden seiner Wohnung verschwinden zu lassen. Aber Rohliöek wies diese Beschuldigung hartnäckig von sich und produzierte «ine kurios klingende Verteidigung Er gab zwar zu, daß er mit seiner Frau in der letzten Zeit in Unfrieden lebte und konnte auch den furchtbaren Aufttitt vom 11. Ostober nicht in Abrede stellen. Er behauptet aber, Ursache zu den häuslichen Szenen habe seine Frau gegeben, und zwar durch ihre eheliche Untreue. Merkwürdig ist nun, daß für diese Behauptung des Angeklagten, der der Toten haufenweise Liebesverhältnisse nachsagt (z. T. in ebenso widerlicher als unsinniger Art) nicht der allermindeste Nachweis vorliegt. Die zahllosen Herrenbesuche, auf die sich Rohliöek beruft, hätten kaum unbemerkt bleiben können. Außerdem hat Rohliöek seine angebliche heftige Eifersucht erst entdeckt, als seine(um ein Jahr öftere Frau) bereits 55 Jahre alt war und ihr Aeutzeres solche Nachreden kaum wahrscheinlich erscheinen ließ, ganz abgesehen von ihrem absolut tadellosen Ruf. Vom Tode seiner Gattin behauptet der An- geflagte überhaupt nichts u wissen Nach dem erwähnten Aufttitt sei er fortgegangen, wobei ihm seine Frau nachgerufen habe:„Wenn du zurückkommst, wirst du etwas zu sehen bekommen!" Als er dann zurückkehrte, habe er seine Frau in einer Blutlache schwimmend tot aufgefunden. Sofort habe er gewußt, daß einer ihrer acht bis zehn Liebhabers!) sie«mgeiracht habe!" Warum er keine Anzeige von dem Mord erstattete, sondern die Wohnung säuberte und die Leiche verbarg, konnte Rohliöek nicht erflären. Dagegen hat er für seine verdächttge Zementiererarbeit eine sonderbare Erklärung: Er habe den letzten Wunsch der Toten erfüllt, hie ihm nachgerufen habe, er solle nicht vergessen, den beschädigten Tylolit- fußboden hcrzurichten(I) Ueber das Beweisverfahren werden wir in einheitlichem Zusammenhang berichten. Nur noch ein Detail sei hier festgehalten. Den Abend nach der Tat verbrachte Rohliöek in einem Nachtlokal, wo er einem Animiermädchen verschieden« Zärtlichkeiten erwies, um dann in alkoholisiertem Zustand in heftiges Schluchzen auszubrechen, wobei er mehrfach zu seiner Partnerin sagte:„Ich bin so unglücklich— bring' mich um!" rb. AI US, V. Kreis(Fußbail) Laut Beschluß der letzten KreisspielauSschuß» sitzung vom 1. Feber 1936 beruft die Kreisleitung für Sonntag, den 1. März 1936, vormittags halb 9 Uhr, in Aussig, Bolkshaus, den ordentlichen Krels-FuBballertag ein. Tagesordnung:’ 1. Wahl eines Präsidiums, einer Mandats- und Wahlvors chlagskommission. 2. Protokolwerlesung des letzten Kreisfußballec» tages. 3. Bericht der Bezirksspielleiter. 4. Bericht der Kreisfußballeitung. 5. Wahl der Kreisfutzballeitung.. 6. Unser Bundesturnfest 1936. Referent: Genosse Kunig., 7. Erledigung der eingebrachten Anträge. 8. Kreisangelegenheiten. Delegierungsrecht: Dasselbe wird wi« im Vorjahre durchgeführt. Die Bezirke delegiere» auf je 50 gemeldete Spieler einen Delegierttn. Die Kosten tragen die gesamten Vereine der jeweiligen Bezirke. Außerdem haben der Bezirksspielleiter und der Schiedsrichterobmann daran teilzunehmen. Di» Kosten ttägt der Bezirk. Anträge sind bis spätestens 2 0. Feber 1936 an den Kreisleiter Genossen W e r n e r zu übermitteln. Aus der Wlntersportbewegung des 5. Kreises Der Schneefall gibt der Wintersportbewegun« die Möglichkeit, den Uebungsbettieb wieder auszunehmen. Sonntag finden Skiwettkämpfe in Hinter-Zinnwald und in Motzdorf (Duxer Bezirk) statt. Den Rumburgern und Har- daer Wettkämpfern ist das erstemal Uebungsmög- lichkeit geboten. Am Bundeswintersporttag am 15. und 16. Feber werden vom 5. Kreis 70 der besten Skiläufer starten, die bei allen ausgeschriebenen Wettkämpfen vertreten sein werden. Für den Mannschaftslauf starten acht Bezirksmannschaften, einige BereinSmann- schafren, eine KreiSmannschast der Sportler und eine Mannschaft der Sportlerinnen; sie alle werden oen 5 Kreis ehrenvoll vertteten. Wettkämpfer, die Frettag fahren, Achtung! Be« nutzt die Rclattonsfahrkarten, 33 Prozent Ermäßigung, bis Schlackenwert. Diese liegen in den größeren Bahnstattonen, wie Aussig, Teplitz, Bodenback, Brüx, Komot u, auf und haben eine Gülttgkeit von 14 Tagen. Die Karten sind gegen Vorweis des M'• gliedsbucheS, Vierteljahr voll mit Marken bezogen und einet,5-flö-Bahmnarke, beim Bahnschalter zu haben. Erkundigt euch bei den Bahnstationen. Bahn» marken müssen sofort beim Bund bestellt werden. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus 4m ProgrimaMI t Sonntag: Prag, Sender L: 7.80: Konzert aus Karlsbad, 9.10: Vokalkonzert, 11.30: Haydn: Stteichquar- tett, 12.20: Buntes Mittagsprogramm, 13.45: Schallplatten, 14.30: Uebertragung aus dem Nationaltheater„Lakme", Oper von DelibeS. 17.50: Deutsche Sendung: Orchesterkonzert aus Brünn, 18.50: Deutsche treffe, 20.50: Konzert rumänischer Musik, 22.35: Deutsche Presse. Sender S: 14.80: Deuffche Sendung: Arbeiterfunk: Karl Rothe: Zwiegespräch über Mensch und Rasse, 14.45: Sudetendeuffche Klavierkomposittonen, 14.55.-« Der feine Josef, Hörspiel.— Brünn 17.50: Deutsche Sendung: Dr. Fest«: Zwei Präsidenten— eine Demokratie,— Orchesterkonzert. -kr. 33 Samstag, 8. Feber 1036 Seite 3 Zweifacher Mordversuch und Selbstmord in Prag. Der stellungslose Kellner Alois Vomääka, der seit einem Jahre mit seiner Frau Marie nicht mehr zusammenlebt, suchte diese Freitag vormittags in dem Modesalon Moskoviä im Gebäude der Politika-Passage auf. Wie bereits einigemal, versuchte er die Frau zur Rückkehr und zum Aufgeben ihrer Scheidungsabsicht zu überreden. Als es ihm auch diesmal nicht gelang, zog er einen Browning und feuerte einen Schuß ab. Als dadurch daraufhin Frau Moskoviä herbeilief, feuerte Bomääka noch zweimal und verletzte beide Frauen ziemlich schwer^ Er flüchtete dann und wurde erst nach einiger Zeit von der alarmierten Polizei in einem Toiletteraum des Hauses tot aufgefmüien. Er hatte sich mit einem Kopfschuß das Leben genommen. Hat Einstein recht?„Hat Einstein in seiner Theorie über die Materie einen Irrtum begangen?" Diese Frage legen sich die amerikanischen Wissenschaftler nach der Veröffentlichung eines kritischen Artikels von, dessen Autor der Professor an der Torrontoee Universität Ludwig Silberstein ist. Der Artikel erschien in der„Physikal- Review". Wie verlautet, soll Einstein die Kritik mt seiner Theorie zugelassen haben. Er arbeite nunmehr an der Vervollkommnung seiner Theorie über die Materie. Hinrichtung in Krakau. Vor dem Krakauer Militärgerichte fand im standgerichtlichen Verfahren die Verhandlung gegen den Deserteur Grenda statt, der nach seiner Flucht aus dem Militärdienste im Tatragebirge am 12. Jänner d. I. den Warschauer Ingenieur Dyljon, der sich auf einer Skitour befand, durch Gewehrschüsse ermordete und beraubte. Grenda gestand vor Gericht seine Tat ein und benahm sich überaus zynisch. Er wurde zum Tode verurteilt und da das von der Verteidigung eingebrachte Gnadengesuch abgewiesen wurde, wurde die Hinrichtung Freitag vollzogen. Aus der Kirche ausgestoßen. Wie aus Melbourne in Australien berichtet wird, ist auf Ver- anlaffung des Erzbischofs von Melbourne ein Priester namens Hayes aus der Kirche ausgestoßen worden, u. zw. wegen Irrlehre, Gotteslästerung und Immoralität. Der Priester hatte in einem Artikel eine bessere Behandlung der unehelichenKinder gefordert. Der Priester erklärte, daß er sich nur mit Gewalt auS seiner Pfarrei herauswerfen lasten würde. Wie„fortschrittlich"! Nach dem Muster anderer Staaten ist jetzt im Staate Süd-Karolina zum erstenmal eine Hinrichtung durch Gas durchgeführt worden. Es handelte sich um einen Neger Allan Forster» der wegen eines Sittlich- keitsperbrechens an einem weißen Mädchen zum Tode verurteilt worden war. Die Hinrichtung war grauenhaft. Die Mitglieder der Kommistion konnten volle'fünf Minuten lang durch das Fenster der Gaskammer den am Stuhl angebundenen Neger furchtbare Todesqualen leiden sehen. Es hat volle zwölf Minuten gedauert, bis die Aerzte den Tod konstatieren konnten. Nach dieser Erfahrung soll in Süd-Karolina wieder der elektrische Stuhl angewendet werden. Riesendampfer„King George".„Daily Telegraph" meldet, daß die Cunard White-Line grundsätzlich beschlosten habe, ein Schwesterschiff' des der Vollendung entgegengehenden Riesendampfers„Queen M a r y" zu bauen. Dieses zweite Schiff werde den Namen„Ä i n g George" führen. Flugzeugunglück im Urwald. Bor etwa 14 Tagen ist m Brasilien ein Verkehrsflugzeug spurlos verschwunden. Andere Flugzeuge, die auf die Suche ausgesandt worden sind, haben den Apparat jetzt mitten im Urwald des Matto Grosso entdeckt und konnten mit den sieben Jnsaffen, die sich alle Wohlbefinden, in Verbindung treten. Die Verständigung mußte durch Zeichen geschehene da es keine Möglichkeit gibt, in der Näh« dieser Stelle zu landen. Der verunglückte Apparat ist wie durch ein Wunder mitten im Urwald unversehrt notgelandet, kann aber nicht starten. Trotzdem man jetzt die Stelle kennt, wird es doch außerordentlich schwierig sein, die Jnsaffen zu retten, da es im großen Umkreis weder Siedlungen noch Wege gibt. Man wird eine regelrechte Urwaldexpedition ausrüsten müssen. Die streitbaren Anwälte. Die Rückkehr des Innenministers vom 6. Feber 1934, Eugene F r o t, in den Justizpalast, wo er als Anwalt zu plädieren hatte, hat bereits vor einigen Tagen zu erregten Kundgebungen geführt, die nun in eine große Anwaltsschlacht ausarteten. Und die Anwälte kämpften unter den Klängen der „Marseillaise", die beide feindliche Parteien angestimmt hatten, mit solcher Leidenschaft für und wider ihren umstrittenen Kollegen, der für die blutige Auseinandersetzung am 6. Feber verantwortlich gemacht wird, daß die Polizei die Gegner trennen mußte. In besseren Zeiten gab es für solche Auseinandersetzungen die Form des Duells, und mitten im Kampf hatten nicht alle Anwälte vergessen, was sich ziemt. Denn als der Oemeinderat Torquier de Pellepoix gerade einen Schlag aufs Nasenbein erhalten hatte, zog er voller Würde seine Visitenkarte, um sie dem nächstbesten zu'überreichen. Aber dieser zerriß sie voller Verachtung und versetzte dem ftandes- bewußten Anwalt einen durchaus nicht standes- Gxmäßen weiteren Schlag, RADJON wäscht allein! -Wäscht "allein! Uki&cfaaQ ofine TnüA'und Wage! Überzeugen Sie sich! RADION erfüllt diesenWunsch vieler Frauen. Es ist ja jetzt so billig, wäscht ohne Beihilfe eines weiteren Waschmittels, schont die Wäsche und vor allem— RADION wäsdit ohne Müh' und Plage 1 15 Minuten lang kochen, und die Hauptarbeit des Waschens ist getan: dieWäsche ist schneeweiß und hygienisch sauber. Ausland Japanische Spione an der Küste von Alaska Washington. Das demokratische Mitglied deS Repräsentantenhauses S.irovich rief in einer Sitzung des Marine-Ausschusses großes Aufsehen durch die alarmierende Nachricht hervor, daß entlang der Küste von Alaska eine große Anzahl japanischer Schiffe kreuzen, die sich dort unter dem Borwand des Fischfanges aufhalten,.in Wirklichkeit aber mit japanischen Offizieren besetzt seien, die in der Verkleidung von Fischern dort genaue Messungen der Meerestiefe vornehmen, die Küste photographieren und geeignete Stellen zur Anlegung von Stützpunkten für Unterseeboote und Wasserflugzeuge suchen. Sirovich fügte hinzu, daß die Japaner offenbar die Absicht haben, sich Falle eines Krieges Alaskas zu bemächtigen, da der Fischreichtum der dortigen Gewässer den Japanern, die sich bekanntlich vorwiegend von Fischen nähren, eine ausgiebige Versorgung mit Lebensmitteln gewährleisten würde. Mandschukuo-Kompanle nach Rußland desertiert Moskau.(Taß.) Nach einer Meldung aus Chabarowsk betrat Mittwoch im Bezirk Grode- kowo eine Kompanie mandschurischer Soldaten in voller Ausrüstung sowjetrussisches Gebiet und bat um die Gewährung des Asylrechtes. Wie der Anführer der mandschurischen Truppe Leutnant Tschudinscha erklärte, hatte sich seine Kompanie. gegen die japanischen Behörden erhoben und gegen die japanische Okkupation protestiert, wobei es in der Kaserne zu einem Zusammenstoß kam, in dessen Verlauf vier japanische Offiziere getötet wurden. Insgesamt haben 104 Soldaten, vier Unteroffiziere und ein Leutnant die Grenze überschritten. Sie wurden sofort entwaffnet und im Innern des Sowjetterrito- riutns interniert. Den Ueberläufern wurden 111 Gewehre, zwei leichte Maschinengewehre, sowie je zwei Mauser- und Browningpistolen und eine größere Menge Munition abgenommen. Die Untersuchung dauert an. parlamentsrekonn vor der Wahl? Paris. Der Wahlreformausschuß'des französischen Senates hat mit 11 gegen 8 Stimmen grundsätzlich die Verlängerung der Dauer des Abgeordnetenmandates von vier auf sechs Jahre beschlossen. ES ist aber zweifelhaft, ob diese Bestimmung schon für die nächsten Kammerwahlen in Kraft treten werde. Die neuseeländische Arbefterrrgierang am Werk. Die jüngste Arbeiterregierung, die Regierung Neuseelands, hat als eine ihrer ersten Maßnahmen eine Neuordnung der Bedingungen bei öffentlichen Arbeiten eingeführt. Bei allen diesen Arbeiten wird künftighin die Vierzigstundenwoche durchgeführt, die bisher geltenden niedrigeren^öhne werden auf das volle Ausmaß der Normallöhne erhöht,- zwischen Ledigen und Verheirateten wird bei der Lohnzahlung hilft rasch bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Kopfschmerzen und bei Erkältungen. Haben Sie Vertrauen zu Togal. Ein Versuch überzeugt. Viele Ärztegutachten. In allen Apotheken erhältlich. KC 12— und 27*50, kein Unterschied gemacht und Eingeborene erhalten den gleichen Lohn wie weiße Arbeiter Soweit als möglich sollen ferner öffentliche Arbeiten unter Ausschaltung^ der privaten Unternehme'(durch sogenannte„direkte Arbeit" auf genossenschaftlicher Grundlage) durchgeführt werden. Die Regierungchat überdies angekündigt, daß sie die allgemeine gesetzliche Einführung der Vierzigstundenwoche beabsichMt und zur Vorberatung dieser Frage eine Konstanz der Arbeiter- und der Arbeitgeherorganisationen einberufen werde. Die neuseeländische Arbeiterpartei verfügte bisher nur über ein Wochenblatt. Nunmehr wird m Wellington das erste Tagblatt der Arbeiterpartei erscheinen. „Plan der Arbeit" in Holland. Die Aktion für den von der holländffchen Sozialdemokrate und den Gewerkschaften gemeinsam propagierten„Plan der Arbeit" hat bereits einen großen Umfan angenommen. Im ganzen Lande fanden bisher an 400 Versammlungen statt, die außerordentlich starke» Zulaus hatten. Die große Plandemonstrafton in Amsterdam brachte 45.000 Menschen auf die Beine.. An den Universitäten wird von den sozialdemokratischen Studenten eine Aktion großen Umfanges durchgeführt. Ein Film und ein Mäifestspiel für die Planpropaganda sind in Vorbereitung. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Export-Institut Am 7. Feber fand in Prag die Sitzung des Verwaltungsausschusses des Exportinstitutes statt, welches der Vorsitzende, Dr. T r e b i c k h, lenet^ Den Bericht erstattete Generaldireftor Dr. Ma-, t e j e e k, welcher erklärte, daß er übe das erste Vahr der Tätigkeit des Instituts spreche.* Dieses erste Jahr wack schwer, denn es ging um die Errichtung einer bei uns neuen Institution. Das Institut hat intensiv gearbeitet und wenn nicht mehr erreicht wurde, lag das an dem Mange! an Geldmitteln Deswegen weist der Voranschlag des Instituts für 1036 die Forderung nach einer Erhöhung um zweieinhalb Millionen Kc auf. Darauf wurde die Debatte eröffnet, aus Welcher hervorzuheben ist, daß insbesondere der Vorsitzende der Egerer Handelskammer, Jng. S ch e r b, sich in sehr anerkennender Weise über die Tätigkeit des Instituts äußerte. Der Vertreter der Angestelltenorganisationen. Genosse Paco v s k h, forderte eine engere Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Nach abgeführter Debatte wurde der Boran* schlag in der Höhe von 5.5 Millionen Kc angenommen. Ferner wurden bestimmte Richtlinien beschlossen. Ddnach solle das Jnsütut erhöhte Aufmerksamkeit der Propaganda von Qualitätswaren widmens die Berichterstattung soll ausgebaut und Kaufleute Isollen ins Ausland entsandt werden. Chaplin 1901 uns warten H. I., London, Ende Jänner. Noch vor Weihnachten hätte in London die Weltpremiere von Chaplins neuem Film„Modern Times" stattfinden sollen. Alles war vorbereitet, daS repräsentativste Kinotheater ausge- wählt, der Tag angesetzt. Plötzlich— wurde alles abgesagt. Der Film, an dem Charlie Chaplin seit Jahren arbeitet, war noch nicht fertig. Dann hieß es: Weltpremiere in New Dork, Mitte Jänner»unwiderruflich! Wer auch daraus ist nichts geworden. Chaplin arbeitet, ändert, feilt immer noch an seinem Film in Hollywood. Dort nun soll endgültig die Uraufführung vor sich gehen. Vielleicht schon morgen, vielleicht erst —? Auf Daten lassen wir uns lieber nicht mehr ein... Indessen geht das große Rätselraten um diesen Film weiter. Mit Sicherheit weiß man vorderhand nur soviel, daß es eine chaplineske Auseinandersetzung mit dem rattonalisierten Maschinenzeitalter werden soll, und es gibt auch schon Standphotos von diesem Film, die unseren Freund in der Arbeitsschürze am laufenden Band zeigen. Im übrigen werden wir in dem neuen Film ein Wiedersehen mtt vielen alten Bekannten aus dem Chaplin-Kreis feiern: vor allem mit Henry Bergmann, der ja kaum in einem der Chaplin-Filme seit zwanzig Jahren gefehlt hat und als Charlies treuer Freund und Berater an der Herstellung der Film« selber mitwirkt, dann Allan Garria, der zuletzt in den„Großstadtlich- tern" den Diener des Millionärs und vorher im „Zirkus" den Stallmeister gespielt hat, ferner mtt Hank Mann, Chester Conklin und Stanley Sanford, drei alten Gefährten Chaplins aus den unvergeßlichen Tagen der Mac Sennett-Gro- tcsken. Aber werden sie und wird vor allem Chaplin diesmal sprechen? Oder wird es wieder nur aus ihm pfeifen, wie in jener unsterblich lustigen Szene der„Großstadtlichter"? Und wird i er am Ende nun nicht mehr in seinem klassischen Vagabundenkystüm zu sehen-sein?; Dieses Kostüm ist inzwischen schon zu Museumsehren gekommen. Das Museum von Los Angeles hat das steife Hütchen, das abgeschabte, schwarze, viel zu enge Jackett, das dünne Spazierstöckchen und vor allem die abgetretenen, viel zu weiten Schuhe erworben und dazu von einer bekannten amerikanischen Bildhauerin eine lebensgroße Chaplin-Figur machen lassen, die mit den seltsamen Insignien des Königs aller Komödianten feierlich angetan wurde. Bei dieser Gelegenheit hat Charlie Chaplin die authentische Geschichte erzählt, wie er zu seinem charakteristischen Kostüm gekommen ist: „Im Gegensatz zu der verbreiteten Meinung", sagte er,„habe ich mir dieses Kostüm nicht schon für meinen ersten Film zurechtgemacht. In diesem ersten Film spielte ich vielmehr einen eleganten Zeitungsreporter. Es war erst später, als ich von unserem Boß aufgefordert wurde, mich schleunigst in eine komische Figur zu verwandeln. Ich ging also in unsere Garderobe, die zu jener Zett nichts weniger als reich ausgestattet war. Da fand ich immerhin ein Paar verdrückte, sackartige Hosen, die mir viel zu lang waren, ein einstmals elegant gewesenes schwarzes Jackett mit noch gut erhaltenen Schößen, eine schon etwas speckige Melone, die ich wunderbar auf dem Kopf, balancieren konnte, und zwei Stück Treter, die mir an den Füßen das draufgaben, was ich auf dem Kopf zu wenig hatte. Um auch mein Gesicht komischer erscheinen zu lassen, als es von Natur aus ist, klebte ich mir ein kleines Schnurrbärtchen auf, das aber mein Mienenspiel nicht verbergen sollte. Dieses in aller Eile zusammengestellte Kostüm bestimmt« den Charakter, den ich fortan in allen meinen Filmen darstellte: einen arme» T e uf el, der Ätm^r a u f d e r Su ch e nach Romantik in dieser schnöden Welt ist und den seine plumpen Füße, niemals das Ziel seiner Sehnsucht erreichen lassen..." Ja, das ist die Gestalt, die von Kanada bis China, von England bis Neuseeland jedes Kind kennt und. die wir lieben, weil ihr melancholischdichterischer Grundgehalt ihre Komik zum Sinnbild allgemein menschlichen Schicksals macht. Wird auch in dem neuen Film die plumpe Erdenschwere das hohe Streben des komischen kleinen Menschleins vereiteln? Während Chaplin uns auf Antwort warten läßt, können wir uns die Zeit damit vertreiben, daß wir uns seiner früheren FiliNe erinnern. Der kurzen Grotesken seiner Frühzeit, von denen die meisten heute schon verschollen sein mögen, deren einige aber zumindest unverlierbar in unserem Gedächtnis weiterleben, der prächtige„Pfandleiher" zum Beispiel oder„Der Auswanderer" oder „Der Zahltag"; dann„Kid", die unendlich führende Geschichte des armen Handwerkers, der mit dem Keinen Jackie Coogan durch die Welt zieht; der wundervolle„Goldrausch", der unserem Charlie in der Schneewüste Alaskas soviel Hunger, Kälte und Enttäuschung bringt; der„Zirkus", dessen Flitterglanz die Tragikomödie des armen Clowns Charlie passend umrahmt; und zuletzt— und doch auch schon fünf Jahre her! —„Großstadtlichter", das zarte Märchen, aus dem Asphalt der modernen Stadt erblühend, von Charlie, dem ewigen Vagabunden, und dem blinden Blumenmädchen... Drei Jahre hat Chaplin zwischen dem„Zirkus" und den„Großstadtlichtern" verstreichen lassen, mehr als fünf Jahre zwischen den„Großstadtlichtern" und den„Modern Times", die uns nun bevorstehen. Er kann keine Auftragsfilme machen, bestellt und befristet. Seine Filme wachsen;, er dichtet sie, spielt sie, gestattet sie als Regisseur, macht auch die Musik dazu, skizziert sogar die Szenerien, und entläßt sie nicht eher aus seiner Werkstatt, ehe sie nicht in der geringsten Einzelheit dem künstlerischen Urbild, das in ihm lebt, entsprechen. Aus hunderttausend und mehr Meter belichteten Filmstreifens werden schließlich die knapp zweitausend Meter des fertigen Films. Aber die so ver-dichteten Filme sind dann auch haltbarer als, was sonst an prompt und pünktlich vorführungsbereitem Zelluloid aus Hollywood oder gar aus Neubabelsberg koinmk. Wenn Chaplin uns in seinem neuen Film ein neues Kunstwerk schenkt, so hat sich das Warten gelohnt. Bette 8 „Soziasheinokrat* Samstag, 8. Fever 1936. Nr. 33 Der rollende Küchenwasen (M. P.) Kurz nach dem Umsturz hat die welt- bekannte Compagnie des Wagons-litS mit der Republik ein Abkommen getroffen, wonach die internationalen Schnellzüge die Restaurations- un.i Schlafwagen auf den tschechoslowakischen Schienen umführen. Solch ein Wagen bildet eine allgemein anerkannte europäische Plattform, wo alle Völker gleich find. Es ist interessant, zu erfahren, was dte Küche des großen Zuges Paris—Moskau enthält. Der Küchenchef ist ein Schweizer. Mehr als hundertmal hat er ganz Europa durchgereist und in Mailand ist er ebenso gut zuhause wie in Buda- peAoder Madrid. — Also, in diesem Kasten, und mit der Hand macht er eine breite Bewegung, die auf dem ganzen Küchenraum zeigt, führen wir über 60 Kilo Fleisch, zehn Kilo Feit, zwei Kilo Butter, Eier, Gemüse. Brot, vielleicht zwanzig Kilo Zucker aus Belgien und eine Menge Kaffee aus Deutschland. Täglich servieren wir. fast achtzig Frühstücke, ebensoviel Mittagessen, dagegen abends ist es verschieden, manchmal kommen zwanzig, manchmal sechzig Gäste. Wein wird sehr wenig getrunken, dagegen viel Bier; auch Mineralwässer werden stark konsumiert. Ein Mittagessen, je nach dem, kostet 16, 18, ja auch 25 Kc, eine Jause 6, 7 K£. Nun kam der Heizer. — Sehen Sie mal, erzählt er. Im Eisschrank liegt Eis, mehr als 150 Kilo'und doch herrscht hier eine heiße Atmosphäre, die schwer zu atmen ist. Jener Behälter dort, des Heizers Hand zeigt in die Eck«, beinhaltet über 4 Hektoliter Wasser— aber warm. Was Sie hier anrühren, ist warm, ist heiß. . Die große Bahnsteiguhr zeigt zehn Minuten nach vier. Noch zwanzig Minuten und der Fernzug rollt gegen Osten ab.. Wo steckt denn der Koch, fragt der Küchenchef und erklärt gleich, daß es Zeit sei, die Vorbereitungen zum Abendbrot zu treffen. Der Zeigefinger der großen Uhr eilt. Ein leichter Stoß. Die schwere Lokomotive wird an den Zug angeschoben. Die letzten Passanten steigen ein. Letzte Sekunde. Der Befehlsstab fährt in die Höhe, die Lokomotive atmet schwer, faucht und langsam bewegt sich, der Fernzug. Im Restaurationswagen leuchten schon die Lichter. - Zwei Vergiftungen. Gestern nachmittags wurde in einer Kabine der Badeanstalt in der Klimentskä auf dem Ruhebett die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden, in dem später de»> 68jährige arbeitslose Geschäftsdiener Franz Janovskh aus Karolinenthal festgestellt werden konnte. Er hatte ein unbekanntes Gift genommen. Das Motiv der Tat dürfte Arbeitslosigkeit sein. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht.— In der Nacht auf gestern wurde die 50jährige ar- beits- und wohnungslose Bedienerin Marie Spafi ek in einem Hausflur in Niisle sich in Krämpfen windend aufgefussdeü. Neben ihr lag eine Blechdose mit einer unbekannten Flüssigkeit, mit der sie sich, wie sie angibt, hat vergiften wollen. Auch ihre Tat ist durch materielle Not verursacht. Ueberfahren. Der 28jährige Ingenieur Georg Plichta aus Wien überfuhr gestern nachmittags mit seinem Auto A-785 beim Nationaltheater die 49jäh- rige Privatbeamttnsgatttn Gabriele' Ercdte aus Bubentsch, die ohnmächttg liegen blieb. Jng. Plichta brachte sie auf die Klimk Jiräsek, wo eine Gehirnerschütterung und Rißwunden festgestellt wurden; Jng. Plichta behauptet, am Unfall keine Schuld zu tragen. Das Verfahren wurde eingeleitet. Die Antobesstzer deren Autos die Nummern P-361 bis P-460, bzw. P-861 bis P-960 ttagen. mögen sich in den Tagen vom 10.-bis 14. ds. auf der Polizeidirektion in der Dittrichgaffe zwecks Umtausch der Evidenznummern und Einttagung ins Register melden, so zwar, daß an jedem Tag 20 Nummern abgefertjgt werden, am 10. sich also die Besitzer der Nummern P-361— P-380, bzw. P-861— P-880 melden usw. Zum gleichen Zweck und in der gleichen Reihenfolge mögen sich die Besitzer der Mowrräder 360-P bis 460-P in der gleichen Zeit melden. Die entsprechenden Dokumente und der Konskriptionsbogeü sind mitzubringen. Die Verladestelle Prag-Zijkov wird mit Gil- ttgkeit vom 1. März 1036 in eine selbständige Station umgewandelt; die Abfertigungsberechtigung für' die Verladestelle wird aufgehoben. Beginnend mit dem gleichen Tage ist es ertaubt, in der Statton Prag-Aizkov Stück- und Wagensendungen von Eilund Fruchtgut, lebende Tiere, Fahrzeuge und Tankwagen sowie explosible Stoffe aüfzugeben und auszufolgen. Frachtgebühr, Vorschüsse und Nachnahmen sind nicht beschränkt; die Zollabfertigung ist in die-! ser Statton möglich, da sich das Zollamt im Bahn-1 Hof befindet. Für das Auf- und Abladen gelten die diesbezüglichen Tarifbesttmmungen. Mit dem glei- chen Tage wird auch in der Station Prag-Wilson- bahnhof die Abfertigungsberechtigung zur Aufgabe und Ausfolgung von Frachtgut-Wagensendungen sowie die Abfertigungsberechtigung zur Ausfolgung von Frachrgut-Srücksendungen aufgehoben. Anwachsen der Agenda der deutschen Minderheitsbücherei. Die deufiche Minderheitsbücherei, die sich im Gebäude der städtischen Jentralbüchcrei am Marienplatz befindet, weist von der Zeit an, seit sie vom Bvsehrad hieher verlegt und mit allen Mitteln eines modernen Büchereibetriebes musterhaft ausgeftattet wurde, ein stettges Anwachsen des Betriebes auf. So besuchten die Bücherei im Jahre 1035 an 273 Avsleihetagen 28.614 Leser, also um 5000 mehr als im verflossenen Jahre. Es wurden insgesamt 57.645 Bücher verliehen— das heißt uül 16.000 Bände mehr als 1933. Der Buchbestand erreichte Ende des Jahres 16.273 Bände, die Zahl i der ständigen Leser 1833, wovon 1174 auf Männer, 659 auf Frauen enttallen. Nach Berufen gegliederten sich die männlichen Leser in 149 mit freiem Beruf,' 754 Beamte, 57 Arbeiter und Angestellte und 214 Studenten— die Frauen in: 265 berufstätige und 394 Hausftauen. Am meisten verlangt wurden folgende Büchet: Feuchtwanger, Lion: Der jüdische Krieg.— Geschwister Oppenheim. Fallada Hans: Kleiner Mann— was nun?— Wir hatten mal ein K:nd. Wassermann Jakob: Etzel Andergast. i— Josef-Äerkhovens 3. Existenz. Mann Thomas: Die Geschichten Jakobs. Baum Vicki: Menschen im Hotel. Grimm Hans: Volk, ohne Raum. Brehm Bruno: Apis und Este.— Weder Kaiser noch| König. \ 5. Roter Klubabend der S1 Prag \ am Sonntag, den 9. Fe her,18 Uh:| > im Paiäc Kotva, Revo'ircni trida|- —.— Programm— Eigene Kapelle | Klubbetrieb— Ueberraschungen b 3 Gäste willkommen!* g#rrrrrrr*1i Kirnst und Wissen Montag III. Philharmonisches Konzert. Drei Erstaufführungen: Bizet-C-Dur-Symphonie; Rous- sel:.Le festin de l'araignke"; Debussy- Phantasie für Klavier mit Orchester. Am Klavier die Pariser Pianistin Germaine Leroux. Dirigent: Zweig. Philh. Extta-Abonn. Preise: fic 3.50 bis 35.—. Donnerstag Erstaufführung der Operette„Der heittge Antonius" von Jara Benes.(CI). Wiederholung nächsten Sonntag(A 1). Mittwoch deutsche Erstaufführung„Ein Verbrechen" von Siegfried Siwertz, deutsch von Marguerite Duvinage. Der schwedische Dichter behandelt in diesem Werk, einem Gesellschaftsstück mit kriminellem Einschlag,«in Ehe- und Familienproblem. Regie: Marie(B 2). Dienstag in der Kleinen Bühne deutsche Erstaufführung„Christian", Komödie von Ivan Noe. Regie: Taub. Wiederholungen Mittwoch(Bankbeamte II. und fteier Verkauf) und nächsten Sonn», tag. Wochenspielplan des Neuen Deutsche» TheatrrS. Samstag halb 7 Uhr: Die Meistersinger von N ü r n b e r g, C 1.— Sonntag hqlh 3: DieersteLegio n, h alb 8: De r B e t t eist u d e nt, Abonnement aufgehoben.— Montag 8 Uhr: III. Philharmonisches Konzert, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Unentschuldigte Stunde, AI.— Mittwoch halb 8: Ein Verbrechen, deufiche Erstaufführung, B 2.— Donnerstag halb 8 Uhr: Der heilige Antonius. Erstaufführung, CI.— Freitag 7:Lohengrin, Wagnerzyklus IV, Dl.— Samstag halb 8 Katarina Ismailowa, D 2.— Sonntag halb 8: Was Ihr wollt» Arbeitervorstellung, halb 8: Der heilige Antonius, AI. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: DerLügnerund^die Nonne, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 3 Uhr: Der König mit demRegenschirm, 8 Uhr: I Was Ihr wollt.— Montag 8 Uhr: W a S Ihr wollt, Bankbeamte I.— Dienstag halb 8: C h r i st i a n. deutsche Erstaufführung.— Mittwoch 8: C h r i st i a n, Bankbeamte II und freier Verkauf.-— Donnerstag 8: In: London er Nebel, volkstümliche Vorstellung..— Freitag 8: Unentschuldigt« Stunde, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: WasJhrwollt.— Sonntag 3:UnentschuldigteStunde, 8 Uhr: Christian. spielt eine Haupttolle in dem Film„Der Denunziant Shirley Temple in dem Film„Der kleine Oberst". Der Dkm Die KomSdlantenprlmessln Dieser fichechische Ufa-Film scheint zwar neueren Datums zu sein, aher er mutet dem Zuschauer wie ein Ueberbleibsel aus. verstaubter Vergangenheit der hiesigen Filmproduktton an. Wir wollen gar nicht davon reden, daß mit.Marhsa" und Jänosik" eine neue und verheißungsvolle Epoche des fichechischen Filmschaffens begonnen hat. Denn selbst den Durchschnitt des überlebten tschechischen Filmlustspiels, das durch seine Geschwätzigkeit, seine ewige Wiederholung der gleichen Typen, durch seine spießbürgerliche Romantik und seine schematische Aneinanderreihung von Rühr- und Scherzszenen, in völlige Stagnation geraten war, läßt dieser Ufa-Film noch über fich Ein solches Kleben an ein paar billigen Kulissen und an ein paar noch billigeren Einfällen, ein solches Maß von Unbeweglichkeit und leeren Sttecken glaubte man im tschechischen Film nicht mehr sehen zu müssen Der Regisseur Miroslav C i k ä n kann sich zu seiner Rechtfertigung vielleicht auf ein Textbuch(von Gerstel und Brojik) berufen, das ihm keine Möglichkeiten gab, weil, diese Geschichte von der armen Puppenspielerin, in bie sich der Fabrikant verliebt (der um seines Geschäfts willen eine ganz andere heiraten sollte), denkbar dürftig und uninteressant ist und mit den Figuren eines elternlosen Kindes und diverser könfischer Kleinbürger nur Gelegenheit ‘ zu jener Art Rührung und Humor gab, die am Bar« randov schon völlig versteinert ist. Aber wenigstens die Aufnahmen vom Puppentheater und die naive LiebeSromanze der Bürgermeisterstochter hätten etwas Bewegung in den Film bringen können. Die schauspielerischen Leistungen find durchwegs matt, was nicht nur von den steifen Hauptdarstellern Lida Bcrarovä und Otomar Korbelai, sondern auch von Nachwuchstalenten wie Ladislav Pe Sek und Vera Ferbäsovä gilt. Am erfreulichsten ist daS unbefangene Auftreten deS kindlichen Darstellers S i r o t e k.—eis— Männer In Uniform Ein heiter und flott gemachter Hollywood-Film von einem amerikanischen Marineleutnant, der auf der Flucht vor einer heißblüttgen spanischen Tänzerin und auf der Jagd nach der Braut seines Kapitäns ist, den er nach Skandal,' Degradierung und mancherlei tollen Stteichen aus den Händen mexikanischer Banditen rettet und ihm die Braut überläßt, um sich selbst mit der Tänzerin abzufinden, der er doch nicht entgehen konnte. Der Zweck des Films, sein Publikum zu unterhalten, wird (unter David Howards Regie) mit Witzen und Abwechflung. mit Tanz- und Kampfszenen und mit ftotten Darstellern erreicht, von denen der jugendliche Held William HaineS und die. temperamentvolle Tänzerin A r m i d a besondere Erwähnung verdienen.—«iS— Spwt-Splet-X&nwpffege Internationaler Schwimmwettkampf Nordfrankreich—Antwerpen. Dieses in Antwerpen vor zahlreichen Zuschauern stattgefundene Treffen endete mit einem knappen Siege RordfrankreichS mit 70.5:69.5 Punktend Der Antwerpener Hillen gewann die 100 Meter Freistil in 1:08 und die. 100 Meter Rücken in 1:21 Min. Im Wasserball blieb Nordfrankreich über Antwerpen mit 5:1 erfolgreich. In diesem Wettkampf stellten sich erstmals die jugendlichen Schwimmer und Schwimmerinnen vor und der knappe Ausgang beweist, daß gute Forfichritte im belgischen Schwimmsport zu verzeichnen sind. Internationaler Waldlauf in Paris. Der von der.Humanitt" veranstaltete Waldlauf, an welchem sich auch sechs belgfiche Arbeitersportler bett:» ligten, wurde von Cobo(Toulouse), gewonnen, der die 8800 Meter lange Stteckc in 29:03' Min. vor Vanderose(Belgien), 29:12 Min, zurücklegte. Die angekündigten russischen Sportler— das ist bemerkenswert— waren nicht erschienen. Die Tätigkeit der belgischen Arbeiter-Samarittr war im Jahre 1935 äußerst rege und kann einen fühlbaren Fortschritt verzeichnend. Die KurStätig- kett wär sehr lebhaft und wies zahlreiche Teilnehmer auf. DaS Hauptaugenmerk wendet fich jetzt schon d-:r I Mitteilungen aus dem Publikum. Bei Kopf-, GelenkS-»nd Gliederschmerzen nur Togal. Togal wirkt selbst in veralteten Fällen. Sind Ihnen 12 Kc zu viel, wenn Sie Ihre Schmerzen los werden könnens Ein Versuch überzeugt! In allen Apotheken. 3 Olympiade in Antwerpen zu. Eine der wichtigste« Aufgaben der Samariter ist die sportärztliche Untersuchung. Während die bürgerlichen Verbände übe« vorbereitende Studien nicht hinausgekommen sind-, haben die Arbettersamariter mit Unterstützung des Arbeittrsportverbandes bereits 4000 Untersuchungen durchgeführt. Man ist mit den erzielten Ergebnissen zufrieden, wenn man in Betracht zieht, daß die Krise in finanzieller Hinsicht ein großes Hindernis darstellt. Auch mangelt eS an dem nötigen Verständnis der zuständigen Behörden. Trotzdem wollen die belgischen Arbeitersamariter ihr Werk btt sozialen und Sporthygiene weiter ausbauen und durch Konferenzen u. a. mit dem Roten Kreuz, Propaganda und Verkauf ihrer Zeitschrfit.Acrion nou« velle" fördern., Olympische Winterspiele.- Am Freügg wurden die ersten Skiwettbewerbe, und zwar der Abfahrtslau fder Frauen und der Männer, durchgeführt. Bei den Männern betrug der Höhenunterschied 959 Meter. Den Frauenlauf gewann die Norwegerin Schou-Nielsen in 5:04 Min. Von den fichechoflowakischen Teilnehmerinnen besetzten. Walter in 6:17.7 den 17., Beinhauer in 6:54.2 den 22. und Möhwald in 8:46 den 34. Platz. 35 starteten. Den Abfahrtslauf der Männer gewann Birger Ruud(Norwegen) in 4:47.4 Min. Die Läufer der Tschechoslowakei kamen auf folgende Plätze: 16. bis 17. Hromadka 5:39.4, 19. Hollmann 5:45.6 23. Pick 5:49.6 und 25. Knahl 5:52.4 Min. 60 am Start.— Die Bobbahn kann noch nicht benützt werden, da fie in einer Kurve gefährliche Stürze bei den Probefahrten verursachte. Die für Samstag angesetzten Rennen mußten daher verschoben werden, bis diese Kurve umgebaut ist.— Eishockeyspiele: Tschechoslowakei gegen Belgien 5:0, Kanada gegen Lettland 11:0, Amerika gegen Schweiz 8:0, England gegen Schweden 1:0. Ungarn gegen Frankreich 3:0, Oesterreich gegen Polen 2:1, Deufichland gegen Italien 3:0. VaünsnadinMen »Der Kongreß tanzt", heute, um 8 Uhr abends im Steinersaal, Prag II., Hybxrnskä 7.. 8248 ,M»tt Falken", Achtung! Wir gehen heute. S a m s t a g ins Kino(144 Uhr vorm Bio „U vejvodu"); die Heime fallen aus ttchnischen Gründen aus»— Sonntag gehen wir wandern: 9.30 Endstation der 19er, Spokilov; Ziel Schwerindenkmal bei Stkrbohol.— Falkenhelfer-«nd Führerrat: Samstag, 19 Uhr, in der Kamenickä. Thema: Die Auffiger Tagung. Bringt Eure Bekannten mit zu unseren Heimen. Fahrten und anderen Bet- änstältungenl © Naturfreunde, Ortsgruppe Prag. Auf zum IV. internattonalen Treffen unserer Naturfreubde- Winter- Touristen auf der Königshöhe im Jsergebirge. Naturfreundehaus. Leichte Wettläufe. Slalom, am 14. und 15. Feber.— Wir organisieren zwei Urlaubswochen im Jsergebirge. Skikurse. Skitouren.— BerpflegSkoften KC 15—, Bett KE 5.—. ErsteGruppe Abfahrt heute, zweite Gruppe am 14. Feber. Anmeldungen sofort an Ernst. S t r n a d, Gec, oder Freitag abends 6 bis 8 Uhr in der Geschäftsstelle Rärodnt, Nr. 4, 3. Stock. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:»Das lustige Kleeblatt."(Paulsen, Hussels. Fischer-Köppe.)— Adria:„Die Elenden." Nach dem Roman von Bicwr Hugo. A.— Alfa,.Hoheit tanzt Walzer." D.— Avion:.Die Elenden." Laügthon, March. A.— B 36 Kawa: .Nippon.", Japanischer Film.— Beranek:.Die^. Festung der Verfluchten." Fr.-— Fenix:.Melodie der Welt 1936," A.— Flora:.Königsmark." Fr. — Gaumont:.Einmaleins der Liebe." Ullrich. D. — Hollywood:.Der Student von Prag." D—- Hvczda:.Der Denunziant." Victor Mac Laglen. A. — JuliS:.Die Komödiantenprinzessin." Tsch.— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen. Halb 2 bis%7 Uhr.— Koruna:.Der Denunziant." Bicwr Mac Laglen. A.— Lacerna:.Melodie der Welt 1936." A.—Metro:.Die Komodiantenprinzesfin." Tsch.— Olympic:.Es kimo." Regie V. S. t>: Dyke.— Passage:.Der Student von Prag." D.— Praha:.Männer in Uniform." A.— Radio:.Morgen betfinnt das Leben." S. Temple. A.—«fort: .Königin Christine." G a r b o. A.— Svktozor: .Der kleine Oberst." Shirley Temple. A.— Alma: .Seine kleine Freundin." Sh. Temple. A.— Baikal: .Stradivari." D.— Belvedere:.Zwischen zwei Herzen." Ullrich. D.— Befeda:.Ehestreit." D.— Earlton:.E s kimo." Regie: V. S. v. Dyke. A.— Illusion:.Königsmark." Fr.— Kapitol:.Pygmalion." D.— Konvikt:.Königsmark." D.— Lid» II:.Seine kleine Freundin." Sh. Temple. A.—- Maeeäka:.Eskimo." Regie: B. S. v. Dyke. A. — Roxy:.Königsmark." Fr.—Sport:.Der verhängnisvolle Augenblick." Tsch.— U Bejvodu: .Der letzte Diktator." Regie: Rens Claire. VERLANGEN SIE In jeder Verkaufsstelle des Konsumvereine» SELCHWAREN der Firma HEGNER A Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER A Cie., Pilsen sind dl« allerbesten! 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