16. Jahrgang Sonntag, 16. Feber 1936 Einzelpreis 70 Heller (elntchllefillch 5 Heller Porto) IE NTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg XII., fochova«r. TELEFON 5X77. HERAUSGEBER« SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR« DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Aufmarsch der Volksfront in Paris Mehrere Hunderttausend Teilnehmer erwartet Paris. Die Volksfront der Linke» hat für Sonntag nachmittags einen großen Umzug angcsetzt, der vom Pantheon dis zum Place de la Ration quer durch Paris ziehen wird. Man »rechnet damit, daß an diesem antifaschistischen Aufmarsch mehrere Hundrrttausende teilnehmen werden und diese Demonstration zu den größten zählen wird, die Paris je gesehen hat. Die Behörden haben umfangreiche Maßnahmen getroffen»«m Störungen der öffentlichen Ruhe hintanzuhalten. Der Umzug sollte ursprünglich am Parlament vorbriführen und auch an der Stelle» wo der Ueberfall auf Leon Blum verübt wurde, doch hat der Polizripräfclt bestimmt, daß der Umzug einen anderen Weg nehme.* Heute wühlt Spanien Madrid. Diesen Sonntag finden in Spanien die Wahlen in die Cortes statt, die dritten Parlamentswahlen seit dem Sturz des Königs- Iums. Es kandidiere» eine große Anzahl von Parteien, der Hauptkampf wird jedoch zwischen der monarchistisch-faschistischen Partei des Katholiken- führers Gil Nobles und der Bolksfront ansgefochten werden, welche die Sozialisten und Kommunisten sowie einige kleinere gemäßigte Gruppen umfaßt. Der Wahlkampf ist bis in die letzten Tage verhältnismäßig ruhig geführt worden. Freitag ereigneten sich in Madrid einige Zusammenstöße, bei denen geschossen wurde; vier Personen wurden verletzt. Auch in Granada haben sich Ueberfälle Rechtsradikaler auf Kandidaten der Bolksfront ereignet. vr. Hodia auf dem Rückweg Paris. Der Vorsitzende der tschechoslowakischen Regierung Dr. Milan HodZa hat Freitag vor Mitternacht Paris verlassen. Am Bahnhof I hatten sich zur Verabschiedung Gesandter Doktor Qsuskh mit den Mitgliedern der Gesandtschaft und des Generalkonsulats, Vertreter des Kabinetts des Ministerpräsidenten und des Aussenministers, der türkische Botschafter, der jugoslawische und der rumänische Gesandte sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus französisches! Kreisen und- Mitgliedern der tschechoslowakischen Kolonie eingefuoden. i Dr. HodZa sandte von der französischen Grenz« beim Verlassen französischen BodenS an den französischen Aussenminister Flandin"ein Telegramm, in welchem er für die freundschaftliche Aufnahme, die ihm in Frankreich zuteil wurde, dankt und neuerlich seiner tiefen Ergeben- bcit zur Sache des Friedens und zur friedliebenden Zusammenarbeit zwischen den Nationen Ausdruck gibt. Der Ministerpräsident fährt über die Schweiz und wird im Laufe des Sonntag in Präg eintreffen. Die wenigen Tage bis zum Antritt der Reise nach Belgrad(voraussichtlich am 21. d. M.) werden der Berichterstattung an den Präsidenten der Republik und an den Ministerrat sowie'tunerpolitischen Beratungen gewidmet sein. Gering und Beck auf einer Jagd Warschau. Wie die Blätter melden, wird Ministerpräsident Göring ab Mittwoch an den gegenwärtig in Bialowicz stattfindenen grossen Repräsentaticnsjagden teilnehmen. Da an diesen Jagden zugleich auch Aussenminister Beck teilnimmt, rechnet man in politischen Kreisen Warschaus mit Konferenzen dieser beiden Staatsmänner, die unter der Beteiligung des polnischen Botschafters in Berlin stattfinden. j— Künstliches Gummi und Benzin von Hitler angekündigt Berlin. Bei der Eröffnung der Internationalen Autömobilausftellüng in Berlin machte Reichskanzler Hitler die Mitteilung, Deutschland habe das Problem der genügenden Versorgung deS heimischen Automobilismus mit synthetischem Benzin und die Erzeugung von s r n t h e t i f.dj e m Kautschuk gelöst, dessen Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Abnützung um 10 bis 30 Prozent grösser sei, als bei natürlichem Kautschuk. Die deutschen Chemiker und Erfinder hätten theoretisch bereit» eine vollkommene Grundlage ausgearbeitet und! vertrauten auf die Entschlossenheit der Regierung, I dass ihre. Erfindung jetzt praktisch ausgenützt werde. Durch Einführung eines billigen Volkswagens will Hitler erreichen, dass drei oder vier Millionen Einwohner Deutschlands ihren eigenen Wagen besitzen. Tuchatschewsklj bei Flandln Anklage gegen Charles Maurras Freitag nachmittags wurden bei zehn führenden Persönlichkeiten der„A c t i o n F r a n- yaise" in Verbindung mit dem Attentat auf Leon Blum Haussuchungen durchgeführt. Wie die Linksblätter mitteilen, hat die Polizei bei der Haussuchung in der Redaktion des gleichnamigen royalistischen Blattes, dessen Chefredakteur Charles Maurras.ist, einige vertrauliche Dokumente aus dem Innenministerium gefunden, was davon zeugt, dass die Royalisten dort ihre. Vertrauensleute besitzen. Samstag nachmittags wurde Charles Maurras vom Untersuchungsrichter verhört. Gegen Maurras, der vom Untersuchungsrichter offiziell als der intellektuelle Urheber des MordanschlageS bezeichnet wurde, wird dir Anklage wegen Aufwiegelung zu Gewalttaten und zur Bedrohung der Sicherheit der Bürger, degange» durch die Presse, erhoben werden. Ministerpräsident Sarraut hat Freitag abends mit dem Justizmtnister Beratungen über die Durchführung des Dekretes betreffend die Auflösung der„Action Franyaise" in den einzelnen Teilen des Landes gepflogen. Zwei neue Verhaftungen Während acht Personen, die am Freitag von der Polizei unter dem Verdacht der Teilnahme an dem Ueberfall verhaftet worden waren, Frankreichs Luftflotte auf der Höhe Paris. Luftfahrtsminister Deal empfing am Freitag die Presse, der er die grossen Linien seines Programmes entwickelte. Die augenblickliche Lage der Luftflotte sei ausgezeichnet. Im Juli werde die Erneuerung des Ma- terials beendet sein. Man könne heute schon sagen, dass die französische Luftflotte den Vergleich mit jedem anderen europäischen Luftheer aushalte. Nichtsdestoweniger seien internationale Verhandlungen wünschenswert, die entweder in Verbindung mit den Londoner Flottenbesprechungen oder mit den Freunden und Tokio. Die Möglichkeit eines Besuches des sowjetrussischen Außenkommissärs Litwinow in Japan wird in politischen Kreisen lebhaft erörtert. Tie japanische Nachrichtenagentur Dömei hat bereits kürzlich aus Moskau gemeldet,/daß man in gewissen politischen Kreisen Japans den Wunsch geäußert habe, durch einen Besuch Litwinows in Tokio zu einer direkten Aussprache über die kritischen japanisch-sowjetrussischen Beziehungen zu gelangen. Die Richtigkeit dieser Meldung wird nunmehr von der Taß-Agentür bestätigt. Wie Domri weiter meldet, liegen im japanischen Auswärtigen Amt über derartige Reisepläne keine amtlichen Nachrichten vor. Man müsse aber,,so heißt es weiter, einen Besuch Litwinows in Tokio als n ich t ungünstig rinschätzrn. Diese Aeußrrung des Auswärtigen Amtes glauben verschiedene japanische Politiker als eine gewiss« E r m u 1 i g u n g für etwaige Reiseplöne Litwinows ansehen zu können. Rach einer Reutermeldung aus Moskau ist sen werden mutzten, hat die Polizei am Samstag zwei neue Verhaftungen vorgenommen. Bei der Vorfiihrung des Amateurfilmes, auf welchem der Anschlag gegen Blum ausgenommen wurde, hatte ein Augenzeuge zwei Männer, namens Courtois und Andurand, als Teilnehmer an der Manifestation erkannt. Beide wurden verhaftet und gestanden, datz sie sich in dem Augenblick, als die Camelots du Roi das Auto Leon Blums umringten, an der Ecke der Univer- sitätsgaffe und des Boulevard St.-Germain befanden. Sie werden noch mit dem Deputierten Monnet und seiner Frau konfrontiert werden. In ihren Wohnungen wurden bereits Hausdurchsu- Hungen vorgenommen. Die Polizei hat ferner den Architekten Aragon verhaftet, der unter^em Verdacht steht, Blum einen Schlag versetzt zu haben. Infektionsgefahr del Leon Blum Leon Blum, Hessen Befinden sich in der Rächt auf Samstag verschlechterte»nd der hohes Fieber hatte, wurde von Privatärzten nnb von Amtsärzten untersucht. Im Laufe des Tages blieb sein Zustand unverändert. Die Aerzte befürchten, daß die Möglichkeit einer Infektion»och nicht ausgeschlossen ist» da die Wunden, die Leon Blum erlitten hat, recht tief gehen. Ihr definitives Urteil werden di« Aerzte erst in vier bis fünf Tagen abgeben können. Verbündeten Frankreichs stattfinden könnten, um die Beteiligung Frankreichs an der gemeinsamen Verteidigung des Friedens festzulegen. Der Minister kündigte an, datz eine Neuorganisierung des Generalstabes des Lustheeres vorgesehen sei. Der Chef deS Generalstabes werde in Zukunft ausschliesslich mit der Inspektion des Luftheeres und der Vc-rbereitung des Programmes des Luftheeres betraM werden. Am 15. März«gehe ausserdem die Luftverteidigung deS französischen Staatsgebietes in die Hände ches Luftfahrtsministeriums über. Die Generalinspektion werde General P u j o anvertraut werden, der den Tftel„Chef deS Generalstabes des Luftheeres" erhält. ! Außenkommissars Stomonjakow einen Besuch ab» wobei letzterer vorschlug, die Zwischenfälle durch eine unparteiische internationale Kommission untersuchen zu lassen. Ltha versprach, diesen Vorschlag seiner Regierung verdolmetschen zu wollen. neuer Zwischenfall Tokio. Aus Hailar kommt die Meldung, daß es beim See Buir an der Nordwestgrenze von Mandschukuo zu neuen ernsten Kämpfen zwischen Truppen der innere« Mongolei und japanisch-mandschurischen Truppen gekommen sei. Die durch Panzerautomobilr unterstützten Mongolen hätten auf die japanisch-mandschurischen Truppen einen Angriff unternommen, seien jedoch nach einem mehrstündigen Kampfe besiegt und in di« Flucht geschlagen worden. Nach Meldungen' aus. japanischer Quelle haben sich fest dem Feber 1932 an der sowjet- russisch-mandschurischen Grenze 47 und an der mongolisch-mandschurische' Grenze 4. Zwischenfälle ereignet. Nur drei Zwischenfälle wurden ordnungsgemäss untersucht und liquidiert. Die Zwischenfälle werden auf die Ungenauigkcit der Grenzziehung zurückgeführt. Kein Gefühl für nationale Verantwortung (Dr. E. F.) Die Außenpolitik des Deutschen Reiches hält im Augenblick nicht etwa an jenem Punkt von Erfolg oder Misserfolg, an dem sie vor drei Jahren von Adolf Hitler angetroffen wurde oder an dem. wo sie sich beim Tode Stresemanns befand. Sie ist durch drei Jahre nationalsozialistischer Arbeit zurückgeworfen worden hinter den Stand hon 1921. Das geschlagene, entwaffnete, international diskreditierte und noch unter den Folgen der Blockade und der Kriegswirtschaft leidende Deutschland von 1920 und 1921 war kaum so. isoliert wie das Deutschland von 1936, dem der Hitlerismus angeblich zugleich mit der Wehrhoheit auch seine Weltgeltung wieder verschafft haben will. Zu. dem Deutschland von 1920 standen ssvenigstens weite Kreise der neutralen Welt, es hatte die Sympathien aller jener Menschen und Mächte, die über die Verleugnung der Wilson- schen Grundsätze durch die Siegerstaaten empört oder wenigstens enttäuscht waren, zu jenem gede- mütigten Deutschland stand die übergrosse Mehr- cheit der Ausländsdeutschen» voran Oesterreich, das bis zum Anbruch der Aera Seipel mit seinen Sympathien eindeutig nach Weimar orientiert war. Das Deutschland AdolfHit- lers.von 1 9 3 6 ist.isoliert und versichert selbst täglich, dass es von bösen Feinden und Neidern eingekreist worden sei« wie einst das Deutschland Wilhelms II.- Hitlers Aktivposten Oder will man die F r e u n d sch s ft P o» f e n 3 als Aktivposten gegenüber 1920 ins Treffen führen? Nun, dieser Tage erst hat der Konflikt über die Schulden der deutschen Reichsbahn an Polen beinahe dazu geführt, dass Polen der „befreundeten Weltmacht" den Transitverkehr durch den Korridor nach Ostpreussen gesperrt hätte. Deutschland ist ja— wirklich oder angeblich, beides ist natürlich nicht eben rühmlich— ausserstande, die Devisen für den Transfer dieser Schulden aufzubringen und Warschau droht kühl mit einer Massnahme, die eine Ohrfeige und beispiellose Demütigung für Deutschland darstellen würde. Nie hätte eine Regierung des Weimarer Reiches eine solche Demütigung, auch nur die Androhung dieser Demütigung, überlebt, aber nie hätte cs auch eine der Regierungen von Scheidemann bis Brüning soweit kommen lassen. Gerade wenn man der oft schwächlichen Politik der deutschen Regierungen von 1919 bis 1932 kritisch gegenübersteht, darf man wohl sagen, dass sie s o t i e f n i ch t gesunken wären, sich wegen lumpiger paar Millionen Mark von Polen die Tür nach Ostpreussen versperren zu lassen. Hält man die Freundschaft mit Japan , für ein Aktivum der deutschen. Politik?. Eine I Freundschaft, die Deutschland und dem deutschen Boll nichts einbringen kann als einen verheerenden Krieg; die es zum GarantendesPan- mongolismus macht, ist ein ftagwürdiger Gewinn, der natürlich auch vor Hitler zu haben war, nur datz sich damals keine deutsche Regierung fand, die sich zum europäischen Degen der Tokioter Imperialisten gemacht hätte. Die Freundschaft Italiens? Auch zu Italien hatte Deutschland— von der Entnationalisierung der Südtiroser, die mit Mussolinis Machtantritt begann, einmal ganz abgesehen— 1920 bessere Beziehungen als heute. Auch die Freundschaft Mussolinis hat im Augenblick für Deutschland einen sehr üblen Beigeschmack und hat Hitler das Tor nach Südosten jedenfalls nicht geöffnet. Die Wehrhoheit endlich? Man kann militärische Machtfragen heute nicht beurteilen, ohne an Kriegswirtschaft und Rohstoffdeckung zu j denken. Das Deutschland von 1928 etwa,■ mit ; feiner 100.000 Mann-Armee ausgezeichneter Spezialisten, mit Millionen waffenfähiger, zum Teil im Kriege noch ausgebildeten, zum Teil leicht auszubildender Reserven, aber angelehnt an ein befteundetes Rußland, hatte einen weit grösseren Potential de guerre als daS Deutschland Schachts, Görings und Blombergs, dem es an den"kriegswichtigen Rohstoffen mangelt. Polens Naphthaproduktion würde nicht einmal für die kriegsstarke polnische Armee aus- reichen. Die grössere rumänische Produktion kommt nach den letzten politischen Entscheidungen nicht Paris. Der Sowjetmarschall Tuchatschewftij' man dort derMnsicht, datz sich die Situation im stattete Samstag dem Aussenminister Flandin Fernen Osten bessern wird, wenn auch beide sowie dem Marschall P i t a i n einen Besuch ab.! Parteien ans ihrem Standpunkt verharren. Der Anfangs der kommenden Woche wird Marschall japanische Botschafter Ohta stattete Freitag| Tuchatschewftij nach Moskau abreiscn.. abends dem Vertreter deS sowjetrussifchen wegen Mangels an Beweisen wieder freigelas- Litwinow nach Tokio! Seite 2 Nr. 40 Sonntag, 16. Feber 1936 Im Prager Rundfunk sprach Samstag abends Fürsorgeminister Genosse N e i a i im Rahmen einer Vortragsreihe, die den Möglichkeiten der Krisenhilfe geividmet ist. Genosse N e c a s stellte in den Mittelpunkt seines Vortrages die produktive Arbeitslosenfürsorge und die Belebung der Baubewegung, deren Möglichkeiten er in anschaulicher und eindringlicher Weise schilderte. Wir entnehmen seiner Rede: Im Rahmen der sogenannten produktiven Arbeitslosenfürsorge gaben im Vorjahre die Länder, Bezirke und Gemeinden ungefähr 241.000 Arbeitern Beschäftigung, darunter 30.000 auf ein ganzes Jahr. Man kann also sagen, daß die produktive Arbeitslosenfürsorge, welche auf dem Gesetze aus dem Jahre 1930 ruht, sich gut be- jeden herfällt, der nicht Hitlers antirussische Linie hält, ob es Mr. Eden, Herriot oder der Papst ist! Oder man lese in„Volk und Führung" den Artikel des Jndustriellensekretärs Dr. Janov- sky Mer die Donauprobleme und frage sich, welchen Sinn es für uns als Sudetendeutsche haben soll, daß sich Dr. Janovsky leidenschaftlich für eine großpreußische Lösung des Donauproblems einsetzt, bei der die Tschechoslowakei als Anhängsel dabei sein dürfte I Disziplin und Kritik Disziplin mag eine gute soldatische Eigenschaft sein. In der Politik kann sie leicht zu bedauerlichen Extremen führen. Ein Großteil des deutschen Bolles verwechselt militärische Disziplin und nationales Verantwortungsgefühl, er folgt blind dem Führer, und hält es für ehrenvoll, in einen Abgrund zu stürzen, weil der„Führer" sich im Weg geirrt hat. Darum besinnt er sich in der Not der deutschen Einkreisung n i ch t a u f Bismarck, der gegen Hitler zeugt, sondern steht bedingungslos zu Hitler, der„natürlich" recht hat, auch wenn es schief geht. Es ist ein deutsches Erbübel, das hier bloßliegt: Mangel an Zivilcourage, Mangel an Verantwor- tungsbewußtsein, an Verantwortungsfreude. Soldaten mögen gut sein, vielleicht sogar Feldwebel. Aber ein Heer, das nur aus folgsamen Soldaten und vernagelten Feldwebeln besteht,-ist die Katastrophe.( chenden Beschluß faßt. Eingeschränkte Steuerbegünstigungen können aber auch in jeder anderen Gemeinde erlangt werden. Im Vorjahr herrschte bezüglich der Reparatur Anfangs ein gewisses Mißtrauen gegenüber der Regierungsverordnung, später lefite sich die Sache aber ein und brachte wenigstens in einigen Orten bedeutenden Nutzen. Die heurigen erweiterten Begünstigungen können fast 30 Prezent des Reparatnraufwandes erreichen. Die Unterstützung ist ausgiebiger als z. B. in Oesterreich. Trotzdem fand dort diese Maßnahme rin größeres Verständnis der Oef- fentlichkeit. Bei uns muß ständig viel Unlust überwunden und auf die Möglichkeiten hingewiesen werden, die anderswo die Privatinitiative mit Freuden ausnützt. Eine neue Regierungsverordnung brachte jedoch eine weitere wichtige BegMstigung für die Baubewegung in der Steueramnestie, die Straflosigkeit und Steuerfreiheit für verheimlichte Einnahmen und Gewinne aus d^n Jahren vor 1934' zusiArt,'wenn sie für HäUScepara- türen, hauptsächlich abkr auch für Neubauten, Umbauten verwendet werden. Die besten Absichten der verantwortliche« Faktoren und finanzielle Opfer aus öffentlichen Mitteln verfehlen jedoch ihr Ziel, wenn sie keinen Widerhall bei jenen finden, für welche dir Begünstigungen bestimmt sind. Es kann zn der wünschenswerten und notwendigen Enttvicklung der Baubewegung nicht kommen, wenn die Beweggründe zu all diesen Vorkehrungen nicht von der breitesten Oeffentlichkeit begriffen und gewürdigt werden. Die Lösung der heutigen Wirtschaftsverhältnisse erfordert unabwrislich die Mitwirkung aller, die helfen und investieren können. man zu jedem Opfer bereit ist, nur zu einem nicht, einmal selbständig zu denken! Die Presse der SdP und die ihr gleichgeschalteten Blätter schwelgen in Klagen über die Einkreisung Deutschlands. Nicht eines fragt nach der Ursache dieses Mißerfolges der Berliner Politik. Nicht eines vergleicht Hitlers Politik mit der Brünings, Stresemanns, Rathenaus, Bismarcks. Blindwütig schlägt man gegen Rußland, England, Frankreich los, hämisch glossiert man den frankorussischen Pakt, aber zu wahrhaft nationaler Besinnung fehlt anscheinend jedes Gefühl der Verantwortung. Was gegen Henlein Opposition macht, scheint in dem heute vielleicht entscheidenden Punkte durchaus entschlossen, die SdP an Gedankenlosigkeit und Verantwortungslosigkeit zu über- trumpfen. Die„Rumburger Zeitung" fühlt sich bemüßigt, in der Rußlandhetze nicht hinter der „Zeit" zurückzubleiben. Obwohl kein Mensch zu sagen vermöchte, was Rußland den Sudetendeutschen getan hat, inwiefern es sie schädigt, bedroht, bekämpft, fühlen sich die Schriftleiter und Parteibeamten der SdP als Vorkämpfer und Vorreiter der katastrophalen antirussischen Politik Hitlers. Man lese die„Rundschau" und frage sich nüchtern, welchen Sinn es, auch vom Standpunkt einer nationalen, selbst einer bürgerlichen, sudetendeutschen Politik haben soll, daß man dort Mer! I träge aus diesem Titel einlaufen, werden durch- ! Wegs sehr schnell erledigt und mit Freude können wir konstatieren, daß von keiner Seite Beschwerden gegen diese Aktion vorliegen. Eit»2»MerL.HiIfe bietet.die.;rste/Regie- rungsveroronunMus demHeMgMJahiMwelche die Hausreparaturen und SKsterbegünsilgungen betrifft. In der Prkentnnis, daß eine erhöhte Tätigkeit im Baugewerbe tausende Arbeitslos« in den Arbeitsprozeß zu bringen vermag, ergriff die Regierung die Gelegenheit, um bci den vermögenderen Schichten die Lust zu JMestitionen zu wecken. Die genannte Regierungsverordnung bietet bei Reparaturen alter Häuser, welche der Hauszinssteuer unterliegen, Begünstigungen, die sachlich und lokal Mer den Rahmen der Verordnungen aus den beiden letzten Jahren hinausgehen. Die voll e n Erleichterungen werden jetzt auch in Gemeinden mit mehr als 500C Einwohnern gewährt und auch in solchen kleineren, in welchen die Gemeindevertretung einen entspre- rtrehr für Hitler, sondern eher für seine Gegner in Frage. Die großen Naphtha reser- ven Rußlands und Borderasiens aber sind für das Deutschland Hitlers unerreich bar. Sieht man die militärischen Probleme nicht rein mechanisch, so wird man die militärische Bewegungsfreiheit Deutschlands vor Hitler höher einschätzen als die des Hiilerdeutschlands von 1936. Hitler, Bismarck, Rathenau Aus der Isolierung von 19.20 hat Deutsch land, wenn man hier einem Mann ein persön liches Verdienst zuschreiben darf, vor allem der Jude Walter Rathenau herausgeführt. Dieser geniale Improvisator hat nach den vielen Abwegen und Irrwegen der deutschen Außenpoli tik seit 1890 den Mut gehabt, auf die sichere Straße der Bismarck sch en Po litik zurückzukehren. Nach den traurigen Figuren, die in der Wilhelmstraße nach Bismarck Politik gemacht haben, nach dem ahnungslosen Caprivi, dem intriganten Quer kopf H o l st e i n, dem virtuosen und doch ewig dilettantischen Bülow, dem ledernen B e t h- m a n mit seinen kleinen Gehilfen und den schüch ternen Anläufen Kühlmanns oder dem Zwi schenspiel des fähigen Brockdorff-Ränt- z a ü, dem der Fluch des„Zu spät" angeheftet blieb, war Rathenau der erste deutsche Außen politiker von großem Format. Darum wahr scheinlich haben ihn entwurzelte, deklassierte Bur schen, vergiftet von völkischer Romantik, meuch lings niedergeschossen! Die Linie der Rathenau-Politik wurde bis 1933— vor allem wohl dank der Reichswehr— eingehalten, so groß auch die Neigungen gerade Stresemanns waren, gelegentlich den Anschluß an Amerika oder England zu nehmen. Erst Hitler war es Vorbehalten, das gute Verhältnis zu Ruß land mutwillig preiszugÄen und Deutschland in eine abenteuernde Gefühlspoli- tik zu stürzen, die nun in der Sackgasse g e l a n d e t ist. Die Totalität hat auf dem wichtigsten, dem außenpolitischen Gebiet versagt. Nicht nur, daß es Nicht gelungen ist, den Willen der Nation einheitlich in eine Richtung zu lenken, nicht nur daß in Berlin wie zu Wilhelms Zeiten neben- einanderundgegeneinander d r e«i, vier und mehr-Cliquen, Außenpolitik treiben, jede gegen einen anderen„Feind", jede mit einem anderen Partner, hat die totale Führung als einzigen Er- I folg auch dietotaleLsolierung gezeitigt, währt hat. Die Gesuche, welche um Stäatsbei- Aber nach innen wirkt die Totalität doch so sicher,\ daß es keine Möglichkeit gibt, die verfehlte Außen politik Hitlers zu kritisieren, dem deutschen Voll ändere Wege auch nur anzudeuten. Eine nationale Aufgabe Hier erwächst dem Deutschtum außerhalb des Reiches eine geschichtliche Aufgabe. Wir, die wir noch die Möglichkeit der freien Diskussion, der Kritik, des gemeinsamen Suchens nach dem gemeinen Wohle haben, können nach den Ursachen der deutschen Isolierung fragen und uns nach besseren Mitteln umsehen.> Man sollte meinen, daß nationale, an geblich national gesinnte Deutsche das zuerst be greifen und am eifrigsten dabei sein sollten, einen Weg aus der Einkreisung zu suchen, die ja zwei felsohne, wenn sie in den Krieg mündet, uns alle vernichtend trifft. Man suche aber diese natio nalen Deutschen nicht bei Henlein, man suche sie nicht in jenem„nationalen" Lager, wo Per Staat hilft— die Privatinitiative vor der Pröbel Das Fürsorgeministerium wird genau verfolgen, wie sich die Steuerbegünstigungen für Bauarbeiten in unserem Wirtschaftsleben auswirken werden. Cs wirb bestrebt sein, auch all- fällige Unzulänglichkeiten, welche die Praxis zeigen sollte, zu beseitigen. Das Ministerium hat in diesen Tagen von allen Gemeinden, auf welche sich die letztjährigen Begünstigungen erstreckten, Berichte Mer die Auswirkungen und Anregungen für die Zukunft abverlangt. Notwendig ist aber auch, daß die Selbstverwaltungskörper, vor allem die größeren, initiativ vorgehen und durch materielle Begünstigungen die Einführung von elektrischem Licht, Gas, Wasser etc. in den Haushalten sördern. Es kann kein Zweifel bestehen, daß anfängliche Auslagen sich später gut bezahlt machen. Der Entwurf des neuen Gesetze." über die Baubewegung, welchen das Fürsorgeministerium ausgearbeitet hat, wird in der Regierung beraten und mit größter Beschleunigung erledigt, um schon für die bevorstehende Bausaison eine feste Grundlage zu bieten. Es sind Befürchtun- gen aufgetaucht, daß diese Maßnahmen eine unbegründete Verteuerung der Baumaterialien zur Folge haben werden. Ein Preisanstieg bei einigen Materialien, wie Zement, Ziegeln, Holz, Glas usw. ist taffächlich erfolgt. Die Regierung, welche nicht zulassen kann, daß die Entwickln«- im Bauwesen dadurch gestört wird, hat durch Schaffung van Schiedskommissionen für die Preisfestsetzung vorbeugende Maßnahmen getroffen, die am 11. Feier in Kraft traten. Das Fürsorgeminifterium ist gemeinsam mit dem Ministerium des Innern schon an die Bildung dieser Kommissionen gegangen, deren Tätigkeit sich daher vor Beginn der Bausaison auswirken kann. Auf die öffentliche und private Bautätigkeit legen wir deshalb so viel Wert, well sie einen der Schlüssel zur Erhaltung des Arbeitsmarktes darstellt und einen Schein neuen Lebens in die Häuslichkeit jener bringen, die gerne arbeiten wollen und nicht können. Vie Ministerkomitees an der Arbeit Prag. In der eben abgelaufenen Woche wurden in den Komitees der polüischen und Fachminister wichtige Anträge zu Gesetzentwürfen und Regierungsverordnungen durchgearbeitet, über welche in nächster Zeit die Regierung, eventuell auch die gesetzgebenden Körperschaften Beschluß fassen sollen. Es find dies namentlich aktuelle Angelegenheiten finanziellen, sczialpolitischen, landwirtschaftlichen Charakters sowie Angelegenheiten der staatlichen Sicherheit, des Handels und Gewerbes, und der Staatsangestellten. So hielten Sitzungen ab am Montag das MinifterkomiteeffürPersonalftageN, am Dienstag und Mittwoch das politische und das- sozialpolitische Ministerkomitee, am Donnerstag wiederum das sozialpolitische Ministerkomitee sowie das Komitee der Wirtschaftsminister und am Freitag neuerlich das politische Ministerkomitee. In der kommenden Woche werden die Ministerberatungen festgesetzt und es ist bereits für Montag neuerdings das Ministerkomitee für Personalfragen einberufen worden.(Amtlich.) Bechynk auf Krankenurlaub. Wie das „PrävöLidu" mitteilt, hat der Stellvertreter des Ministerpräsidenten Essenbahnminister Bechynk am Samstag Prag verlassen und einen dreiwöchigen Krankheitsurlaub angetreten. Copyright by Dr. Manfred Georg. Frag 10 MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I Roman von Man red O sorg Mardrier stocherte spielerisch mit seinem silbernen Bleistift in dem Häufchen zusammengefal- teter Zettel, zog einen heraus rlas vor: „Was ist am 13. Oktober 1903 geschehen?" Er sann einen Augenblick nach, bedeckte die Augen mit der feinen Hand und schmetterte in den Saal: „An diesem Tag ist der Bruder der Schreiberin dieses Zettels in einem Autö verunglückt." lind scharf und knapp hetzte er die Frage hinterher:„Stimmt das?" Eine blasse junge Frau erhob sich und hauchte kaum hörbar:„Ja." „Bitte, lauter," befahl Mardrier, und di; Frau brachte das„Ja" in stärkerer Tonart. Mit dieser ersten Lösung hatte Mardrier sein Publikum gewonnen. Es war vergnügt, seine Beobachtungsgabe und der Zufall hatten gutes Zusammenspiel für ihn geleistet. Die Frau hatte ihm schon, in der Pause eine Verabredung für morgen gegeben und ihm ihren Namen, auf em Blatt ihres Notizbuches geschrieben, überreicht Am Nachmittag hatte Fisch, den er, selbst für den Arzt unauffällig, mit leichten Reizfragen ausgeforscht hatte, ihm erzählt, daß diese gerade vorübergehende Patientin an den Folgen eines Schocks beim Tode ihres Bruders, eines Rennfahrers, litte. Tas Papier des Zettels auf dem Tisch war aus demselben Notizbuch gewesen, wie das des Zettels im Sprechzimmer. So leicht hatte es Mardrier nicht inuner. Er mutzte viel mit zweideutiger Kombination, Frechheit, Suggestivftagen und manchen anderen Hilfsmitteln arbeiten. Aber er war nicht nur ein bestrickend liebenswürdiger Conferencier, der jedem Kabarett zur Ehre gereicht hätte, sondern er konnte auch plötzlich eine böse Härte und Ueberwindungsluft entwickeln, die seine Opfer einschüchterte und nicht widersprechen ließ. Er hatte es gelernt, mit diesem labilen Menschenschlag, der zu seinen Skancen kam, umzugehen. Die Patienten Doktor Fischs waren begeistert. Mardrier ließ sich sogar gehen und machte ein paar Fehler. Schumann, der alle Stücke, die Mardrier seinen Gläubigen vorspielte, schon von anderswoher kannte, war enttäuscht. Merkwürdigerweise konnte er sich trotzdem nicht entschließen, zu gehen. Ihn interessierte Mardrier weniger als die Umgebung, in der er ihn in der Femina gesehen hatte. „So, meine Herrschaften," flüsterte der Hellseher und zeigte sich in angenehmer Form müde und Weranstrengt,„jetzt nehme ich nur noch diesen Zettel hier, und dann ist es genug für heute." Er entfaltete ihn und las laut:. „Was geschah am 27. November 1915 in dem Dorfe Gornitsch? Unterschrift: Werner Schumann." Der Hellseher neigte einen Augenblick leicht den Kopf, was er meistens tat, um den Damen im Publikum die reizvollen grauen Strähnen zu zeigen, die merkwürdig in dem braunen Haar wie kleine Wellen hochsprangen. Dann stieß er plötzlich das Gesicht gegen den Saal, breitete die Arme und fragte, indem er die Augen scheinbar schreckerfüllt aufriß: '„Ist Herr Schumann hier im Saal?" „Ja," antwortete ihm dieser aus der hintersten Reihe. „Sie sind Soldat gewesen, Herr Schumann"? „Ja." „Dorf mit slawischem Namen 1915. Ein Mann als Frager," murmelte Mardrier vor sich hin. Es war Schumann schon langweilig. Im« mer dieselben Kombinationen. Aber Mardrier fragte weiter: „Sie waren in Kriegsgefangenschaft?" „Ja." „Und Sie wollen wissen, was am 27. November 1915 in Gornitsch geschehen ist." Blitzschnell fügte er hinzu:„Wissen Sie es denn nicht selbst?" „Rur ungefähr." „So," machte Mardrier versoniten, dann beugte er sich vor und sagte mit besonders leiser Stimme: „Herr Schumann, würden Sie vielleicht die Güte haben, einmal zu mir heraufzulommen?" Und während Schumann nach vorn schritt: „Meine Herrschaften, ich hätte nicht geahnt, daß unser Abend mit einem so interessanten Beispiel und Beweis für die Kunst, die ich übe, enden würde." Er wandte sich an Schumann, der vor ihm stand, wie alle„Herren aus dem Publikum", die unerwartet auf die Szene gebeten werden: linkisch, etwas komisch, mit schlecht gestellten Beinen. Das Publikum Doftor Fischs witterte die Sensation. Daß gerade dieser zurückhaltende, fast stumme Mensch, der jedem auswich, sich hier als Clown aus dem Publikum produzieren mußte, weckte eine angenehme, erwartungsvolle Schadenfreude. Einige sahen sich nach Haydke um. Schumann überragte Mardrier um Haupteslänge. So ganz in der Nähe fiel ihm auf, haß Mardrier einen vom Kragen wunden Hals hatte und sich überhaupt das zarte, feine Gesicht diskret zurechtgemacht hatte. Offenbar ein Kenner phystognomischer Wirkungen, hatte er durch einen von kaum sichtbarem Puder leicht verdeck-i ten Strich die Brutalität des Mundes gemildert» um dem Antlitz nicht seinen Ausdruck eines reinen» schönen Kindes zu nehmen. „Sie kennen mich nicht, nicht wahr?" herrschte Mardrier Schumann an. „Doch," sagte Schumann. Mardrier zuckte unwillig zurück: „Wieso? Wo denn? Ich hatte noch nicht die Ehre." „Rein, persönlich nicht," erwiderte der gründliche Schumann.„Ich habe Sie nur neulich einmal beim Besuch eines Revue-Theaters im Publikum gesehen." G „Also," wandte sich der Hellseher erklärend zum Publikum,„dieser Herr Werner Schumann kennt mich nicht, außer, daß er mich einmal von weitem gesehen hat. Ich bitte, sich das zu merken." Schumann spürte, daß Mardrier ihn für einen pedantischen Kaffer hielt und von wenig freundschaftlichen Gefühlen erfüllt war. Sollte er doch! Aber Mardrier fuhr, zum Publikum gewandt, weiter fort: „Meine Herrschaften,' dies ist hier ein besonders schwieriger Fall. Ich spüre das, ohne daß ich weiter Herrn Schumann ausfrage. Und es ist auch ein trauriger Fall. Wollen Sie MrigenS, daß wir uns hier in der Oeffentlichkeit weiter unterhalten?" „Aber ja," erwiderte der Rittmeister, im- mer noch leicht geärgert. Er war ja so abgehärtet! I „Sehen Sie, mein Herr," begann darauf Mardrier,„was am 27. November 1915 in Gornitsch geschah, das wollen Sie ja eigentlich gar nicht wissen. Sie wissen ja, daß dieses Dorf an dem betreffenden Tage von Feinden, also von Russen, zerstört wurde. Oder ist Ihnen das unbekannt gewesen?" „Nein." (Fortsetzung folgt.) Rr.-10 Tritt:r Sonntag 16. Feber 1936 fudetendeu tedier Zeitepiegef Landbündler und SdP Ein Kapitel sudetendeutscher Politik aus dem Herbst 1933 Die„Deutsche Landpost", dach Hauptblatt des Bundes der Landwirtt, veröffentlicht eine Reihe von Dokumenten aus dem Herb st 183 3, welche sich auf die damaligen Verhandlungen zwischen dem Sudetendeutschen Landstand— so taufte man damals den Bund der Landwirte um— und Herrn Henlein beziehen. Die»Deutsche Landpost" verfolgt mä dieser Veröffentlichung den Zweck, zu zeigen, wie loyal Spina und die Seinen damals gewesen sind, für die künftige Geschichtsschreibung gehen daraus allerdings andere Tatsachen hervor. Zunächst handelt es sich da um das Protokoll einer Besprechung, die im Oktober 1933 srattfand, und an der die Vertreter der beiden Richtungen teilgenommen haben. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut: „Die erste Besprechung zwischen den Vertretern des SL.(Sudetendeutscher Landstand) und der SHF. fand am 25. Oktober 1933 in Prag im Hotel„Blauer Stern" statt. Anwesend waren kür den SL. bzw. BdL. Minister Dr. Spina, Parteiobmann LAB. Kaiser und Vizepräsident Abg. Zierhut, für die SHF. Konrad Henlein, Dr. Sebekowsiy, Dr. Brand und Ernst Kundt. Nach Klärung der gegenseitigen Standpunkte in politischer und organisatorischer Hinsicht wurde beiderseits festgestellt, das; das Verhältnis zueinander rin Vertrauensverhältnis sein soll.. Der BdL. werde der SHF. durch die Regierung die O r g a- nisationsarbeit ermöglichen und ihr den politischen Schutz gewähren. Bezüglich der beiderseitigen Arbeitsbereiche wurde vereinbart, daß die Angehörigen des Land st andes von der organisatorischen Erfassung durch die SHF. ausgenommen s in d." Aus diesem Protokoll geht also hervor, daß an ein intimes Verhältnis Mischen dem Bund der Landwirte und der Sudetendeutschen Partei gedacht war. Es wird hier geschichtlich«nd dokumentarisch festgestellt, daß Spina sich verpflichtet hat, die Organisation der Henlein-Partei zu ermöglichen und die Partei vor dem' Zugriff der Regierung zu schützen. Als Preis für diesen Schutz, d. h. dafür, daß die Henlein-Partei überhaupt in Erscheinung treten>konnte»« bezahlte Konrad Henlein mit dem Versprechen, den Bund der Landwirte weiter bestehen zu lasten und besten Organisationsarbeit auf dem Lande nicht zu stören. Die Herrschaften wollten also die Beute üntereinander teilen. Das Land sollte dem Herrn Spina bleiben und in den Städten mochte der Herr Henlein alles, Sozialdemokraten und Kommunisten, Christlichsoziale und Gewerbepartti auffressen. Das war der fein« Plan der Beiden, die damals völliges Vertrauen zueinander hatten— was allerdings für di.' Herren Spina, Kaiser und Zierhut nicht eia Beweis ist, datz stt ttotz ihrer langjährigen politischen Erfahrung auch nur einigermatzen über ein bitzchen Menschenkenntnis verfügen. Henlein hat sich bei Spina auch bedankt, und zwar in einem Brief vom 10. November 1933. Darin heitzt es u. a.: Sie, sehr verehrter Herr Minister, haben in überaus dankenswerter Weise— und das Sudetendeutschtum wird diese, Ihre völkische Tat zweifellos in ihrem vollen Umfange einmal schätzen— b ei den zuständigen Regie- r u n g Skreisen erwirkt, daß man meinen Versicherungen der Staatstreue und derLoyali- Idyll in Garmisch-Partenkirchen „Wenn die Ausländer wieder fort sind rede Ich nicht mehr mit dir, du hast ja einen ganz lin-nordischen Rundschädel!'• tat den Glauben geschenkt hat, den sie infolge ihrer absoluttn Ehrlichkeit Wohl beanspruchen durfte. Damit wurde der „Sudetendeutschen Heimatfront" d i e Möglichkeit zum Ausbau« ihrer Organisation ohne Behinderung durch die Behörden geschaffen... Daß Sie als Führer des„Sudetendeutschen Landstandes" diese ruhige Entwicklung Ihrer Gruppe im Sudetendeutschtnm forderten, leuchtete mir ein. Ich habe Ihnen auch meinerseits die Zusicherung gegeben,, daß ich diese Entwicklung nicht stören werde und ich glaube, auch diese Zusicherung in durchaus loyaler Weise Ihnen gegenüber gehalten zu haben... Die»Landpost" veröffentlicht auch die Ver- einbarung, die nach diesen Verhandlungen zustande kam und in der es heitzt: Im Interesse einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen dem Sudetendeutschen Landstand und der Sudetendeutschen Heimatfront werden die zum Landstand gehörigen Der Arbeitsmarkt in Nordböhmen Im Bereich der Reichenberger LandeSzen- trale für Arbeitsvermittlung, welcher 47 Bezirksanstalten unterstehen, waren. im Jänner 1933 146.779 Arbeitslose, im Dezember 1935 141.061 Arbeitslose gemeldet, so datz die Steigerung im Laufe des Vormonats 5718 betrug. Gemeldet wurden 5849 freie Arbeits- und Dienststellen und es konnten 4906 Vermittlungen erzielt werden. Davon entfielen auf Glasarbeiter 772, Tagarbeiter 727, Bauarbeiter 677, Haushaltspersonal 559, Hilfsarbeiter 500, Metallarbeiter 233 und Textilarbeiter 488. Der Vergleich mit den Arbeitslosenziffern aus den Monaten Jänner der letzten drei Jahre ergibt, datz im Jahre 1933 um 2323 weniger, im Jahre 1934 um 5827 mehr im Jahre 1935 um 3890 mehr Arbeitslos^.gezählt. würden. Ter Vergleich mit. den Ziffern im ganzen Staats zeigt,. datz die Arbeitslosigkeit in Nordböhmen im Jänner 1936 um 4.05% im ganzen Staate um 6.5% gestiegen ist. Nach der Uebersicht der Arbeitslosen- Vermittlungsanstalten sind an der Steigerung im 1 Vormonat zu 80% die Saisonberufe be- Iteiligt; sonst ist eine Vermehrung der Arbeits- ! losen in grötzerem Umfang nur m der Glas- ! i n d u st r i e infolge der vorübergehenden Ar- ! beitseinschränkung eines großen Betriebes erfolgt, i Soweit dies von hcn genannten Anstalten Lber- I sehen werden kann, kam es zur Unterbrechung i der Arbeit in 26 Betrieben mit 1064 Arbeitern, zur Wiederaufnahme in 33 Brttieben mit 3606| ! Beschäftigten. Die Verschiebung in den einzelnen j Berufszweigen zeigen die nachstehenden Arbeitslosenziffern aus den Monaten Jänner: Jänner 1934 1935 1936 Landwirtschaft 4.523 4.628 5.239 Bergbau 4.064 3.796 4.121 Tonindustrie 2.850 2.921 3.077 Holzverarbeitung 6.103 6.143 6.435 Bekleidungsindu strie... 3.583 3.796 4.554 Bauindustrie 18.054 17.629 18.400 Hilft- u. Tag arbeiter 34.642 33.425 34.778 Glasindustrie 21.230 17.237 14.967 Metallindustrie 14.400 18.531 13.115 Textilindustrie 26.576 24.323 22.957 Handelsangest. 4.353 4.528 5.291 Den Staatszuschuh nach dem Genter System bezogen im Vormonat 35.660 gänzlich und 13.848 zeitweise Arbeitslose, insgesamt also 49.508; davon erhielten 44.357 die normale und 5151 die außerordentliche Unterstützung. Die Zahl der gänzlich Arbeitslosen ist um 1564 gestiegen, die der zeitweise Arbeitslosen um 1643 gesunken. Im Bezug der staatlichen Ernährungsunterstützung standen 77.008 Arbeitslose. „Kulturbeziehungen mit Analphabeten“ So überschreibt Konrad HenteinS„Zeit' ihren Bericht über die Kritik, die der Henlein- Abgeordnete Karmasin an dem tschechoslowakischen Programm der Kulturbeziehungen zu fremden Staaten und Völkern geübt hat. Mit den Analphabeten meint Henleins„Zeit" Rußland. Der Fall sei— so schreibt dazu die„Prager Presse"— hier verzeichnet und festgehalten als ein Beleg kür jenes Gemisch von AhnungSloflgttit und Dreistigkeit, die für Konrad Henleins Haupt- und Elite- Presseprodukt bezeichnend zu werden beginnt. Das Land und Volk einer großen Literatur, der unver- gitzlickien Filmkunst, bahnbrechend neuer For- schungsmeihoden in Linguistik und Littraturw.s- Personen, d. s. diejenigen, welche ihren Haupterwerb in der Landwirtschaft finden(gleichgültig ob selbständig oder als Angestellte), in der Sudetendeutschen Heimatfront nicht organisiert. Durch dieses Uebereinkommen soll die Reinheit der ersten ständischen Ansatzpunkte im sudetendeutschen Volke gewahrt bleiben. Beide Gruppen, Sudetendeutscher Landstand und Sudetendeutsche Heimatfront, wollen auf Grund dieser Vereinbarung der Aufgabe der Vereinheitlichung und der gesamtdeutschen Politik dienen und durch sinnvolle Zusammenarbeit den ersten Schritt zu r Ueber Windung der Klassen- und Interessengegensätze tun." Damit ist also vor der sudetendeutschen Oeffentlichkeit erwiesen, daß der Bund der Landwirte und vor allem Herr Minister Spina der Sudetendeutschen Partei in den Sattel geholfen hat und datz er, gelinde gesagt, die Neigung hatte, die Totalitätspolitik Konrad Henleins mitzumachen. Gerettet wurde Herr Minister Spina vor der Verwirklichung dieser Absicht nur— durch den Wortbruch der Sudetendeutschen Partei. Wenn einmal die Geschichte der sudetendeutschen Politik geschrieben werden wird, wird man auch an diesem Kapitel nicht vorübergehen können. senschaft und vielen Zweigen dei Naturwissenschaften, das Volk zivilisatorischer Grohtaten ist für Konrad Henleins„Zeit" ein Land der Analphabeten... R Verlanget Immer und überall| VOLKSZDNDER! Verhaftung nach dem Schutzgesetz. Wie uns aus Graslitz berichtet wird, wurde in Silberbach ein Einwohner wegen Beleidigung des S t a a t s« Präsidenten verhaftet und dem Kreisgerichte in Eger eingeliefert, vor dem er sich wegen des Vergehens nach dem Schutzgesetz zu verantworten haben wird. Raubübersall aus die Geliebtt.' Als am 14. d. nachmittaas die Frau Kamilla Triner aus Karlsbad auf dem Steig oberhalb der Mühlbrunnkolonnade spazierte, wurde sie plötzlich von ihrein ehemaligen Geliebten, den stellungslosen 30jährt- gen Koch Anton W i l d n e r, überfallen. De» Mann warf sie zu Boden und trat sie mit Füßen, worauf er ihr die Handtasche entriss und jhr einen Betrag von 140 Kä sowie den Trauschein der Triner entnahm, um damit die Fluckit zu ergreifen. Die Frau erstattete von dem Ueberfall di' Anzeige bei der Pölizei, doch ist es bisher nicht gelungen, des Wildner habhaft zu werden. Wegen eines Autounfalles in den Tod gegangen. Bor einigen Tagen hat sich auf der Eisenbahnstrecke Eger—Karlsbad in der Nähe von Fischern der 36- iährige Autotaxibesitzer Josef H e i d l e r aus N e u- d e k von einem Zug überfahren lasten. Als Ursache der unseligen Tat wurde vorerst ein Familienzwist angenommen, doch haben die seither gepflogenen .Nachforschungen ergeben, daß Heidler deswegen in den Tod gegangen ist, weil er als Folge eines Autounfalles den Verlust seiner Existenz befürchtete. JEt war am Montag dieser Woche mit dem Fleischenner- ster Alfred Sättler aus Neudek nach Schlackenwerth gefahren und hatte bei der Ortschaft Langgrün, in der Nähe von Lichtenstadt einen Unfall insofern zu bestehen, als der von ihm gettnkte Kraftwagen auf der bereisten Straße ins Schttudern kam und an eine Telegraphenstange anfuhr, wobei Sättler, der im Wageninnern saß, mehrere Kopfverletzungen erlitt. Während Sättler später seinen Weg nach Schlackenwerth zu Fuß fortsehte, begab sich Heidler zur Gendarmerie und erstattete die Anzeige wegen des ihm widerfahrenen Mißgeschickes. Hierauf fuhr er nach Karlsbad, wo er sich nachts auf die Geleise legte und so den Tod erwartete. Der Unglückliche war offenbar davon überzeugt, daß man ihm auf Grund seines Unfalles bei Lichtenstadt feinen Führerschein entziehen würde, denn er hatte kurz nach diesem Unfall verzweifelt ausgerufen:„Jetzt bin ich arm wie ein Bettler!" Brief an den Zeillpieoel Wir erhalten von einem arbeitslosen Beamten, dessen Adresse uns bekannt ist, eine längere Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: „Da ich Ende 1935 in der Zeitung gelesen hatte, daß die SVH an Arbeitslose Spenden verteilt, richtete ich(da ich schon vier Jahre arbeitslos bin) an die SHV in Turn ein Schreiben und bat um eine Weihnachtsunterstützung. Bei der Uebergabe des Gesuches erhielt ich die Mitteilung, daß ich berücksichtigt und noch verständigt werde.... Es kommt mir aber vor, als müßte man Protektion genießen oder eine Visitkarte haben, um bei Herrn Wachert in Ansehen zu kommen. Da ich keine Verständigung erhielt, ging ich am 2. Januar l. J. in die vielgepriesene Kanzlei, wo ich immer wieder(ich war auch am 13. Jänner und am 20. Jänner dort), die kurze Atitwort bekam, ich solle auf eine Verständigung warten. Ich war mir bewußt, daß ich nichts bekommen werde und bat nur, mir zu sagen, warum. Auch darpuf erhielt ich keine Antwort. Auch von der Bezirksleitung der SVH in Teplitz erhielt ich auf meine diesbezügliche Eingabe keinen Bescheid. Es ist mir daher klar, daß alles abgemachte. Sache war und diese Volkshilfe ihrem Namen nicht entspricht. Da nun in der letzten Zeit zwischen der städt. Aktion und der Volkshilfe verschiedene Aussprachen stättgefunden haben, ersuch ich, diesen Fäll mit zur Kenntnis zu bringen.... Besser und richtiger wäre es, künftighin nur eine Hilfe für Arbeitslose zu bewilligen, und zwar die Städtische!“ * Wir haben dieser Zuschrift nichts hinzuzufügen, höchstens die Bemerkung, daß man unausgesetzt hunderttausende Kronen als Spendeneingänge ausweist, aber arbeitslose deutsche Beamte wiederholt vorsprechen läßt, ohne ihnen zu helfen oder auch nur eine klare Antwort zu geben. Was vmrde die SDP-Presse aufführen, wenn einem Arbeitslosen das bei der staatlichen Ernährungsaktion geschähe! Italienische Entlastungsoffensive bei Makale London. Die lebhafte Tätigkeit der Posten südlich von Makale ist, wie man annimmt, die Einleitung zu einer neuen italienischen Offensive nach dem Süden mit dem Ziele, sich die Straße vyn Schelikot nach Amba Alagi zu bemächtigen und dadurch die Hauptversorgungsader der abessinischen Truppen im Raume von Makale zu durchschneiden. Schandlustiz gegen Illegale Wien. Das Wiener Schwurgericht verurteilte zwei ehemalige Funktionäre der aufgelösten Gewerkschaftsorganisarion der Holzarbeiter, und zwar den 20jährigen Ferdinand Steindl und den 40jährigen Beamten Robert H o l o v a t y, Ivegen Hochverrates, dessen sie sich durch die illegale Organisation Stätigkeit sowie durch Verwahrung und Verbreitung sozialistischer Druckschriften schuldig gemacht haben, zu fünf, bzw. zehn Jahren schweren Kerkers.» Kundgebung der österreichischen Sozialisten Wie«.(Jntro.) In einer grundsätzlichen Erklärung, di« auch in zahlreichen Flugschriften in ganz Wien verbreitet wurde, nimmt die österreichisch« Sozialdemokratie zu den internationalen Verhandlungen über Oesterreich Stellung. Sie erklärt:„Sind die Nazi für den Anschluß, sind die Klerikofaschifteu für die Restauration, so sind wir Sozialisten die einzige Kraft in Oesterreich, die sowohl gegen Hitler als auch gegen Habsburg, sowohl gegen Anschluß an Deutschland als auch gegen die Restauration der Habsburger, sowohl gegen die Hegemonie Berlins als auch gegen die Hegemonie des faschistischen Italiens in Oesterreich kämpft. Indem wir gegen den Anschluß und gegen die Restauration kämpfen, die beide.den Frieden Europas bedrohen, sind wir die Partei des Friedens in Europa. Von unserem Kmnpf und Sieg hängt es ab, ob wir sowohl Hitler als auch Habsburg abwehren und dadurch verhindern können, daß von Wien aus noch einmal, wie Im Jahre 1914, der Weltkrieg entfesselt wirdl Aber erst wenn wir wieder Gesinnungs- und Organisationsfreiheit haben, werden wir durchsetzen können, was Europa kraucht und was ün Interesse des Friedens notwendig ist: ein wirklich unabhängiges Oesterreich, gleich unabhängig von Berlin und Rom, gleich gesichert gegen Restauration und Anschluß, bereit und entschlossen, mit der kleinen Entente zusammen di« wirtschaftlichen Beziehungen der Völker im Donauraum zu organisieren und die Souveränität der Staaten des Donauraumes, di: Unversehrtheit ihrer Grenzen gegen beide faschistischen Großmächte zu schützen. Aber auch die Völker Europas müssen verstehen, datz dr- Wiederherstellung der Gesinnungs- und Organisa- tionsfteiheit ein unerläßliches Mittel ist, Europa vor den Gefahren zu retten, die von Wien aus drohen." Ausschluß aus der Partei. Der Parteiöffentlichkeit diene zur Kenntnis, datz der Buchhändler Josef Alois S o t o l a aus Bodenbach, durch Spruch ejnes Parteischiedsgerichtes aus der Partei ausgeschlossen würde. seife l Sonntag, 16. Feber 1936 Nr. 40 Vom Atuf-Bundetwintenportfett in Joachimsthal Bei herrlichstem Weiter nahmen Samstag die wintersportlichen Wettkämpfe in Joachimsthal ihren Anfang/ Schon am Morgen setzte der Zustrom der Sportler und Gäste ein; der Quar- tieransschuß hatte alle Hände voll zu tun. Joachimsthal. stand ganz im Zeichen des Atus. Ueberall sieht man das dreieckige Festabzeichen. Mit besonderem Interesse ist die Jugend bei der Sache..- Ganz programmgemäß wickelten fich die Läuse ab, die eine starke Beteiligung aufzuweisen hatten. Pünkrlich bezogen die Streckenwärter und Saniariter ihre Pcsten. Zum 4- K m.- A b fahrtslauf stellten sich 120 Läufer beim Start auf dem Keilberggipfel. Bei teilweisem Schneemangel infolge von Verwehungen gestaltete sich der Lauf sehr schwierig und es gab etliche Stürze. Dennoch wurden gute Zeiten erzielt. An der Spitze stand Pe- tranek(Deffendorf) mit 6: 59 Minuten und Ernst Pör n e r(Atus Marienberg) mit 7: 14.! A-esneulgLeiten Line Rede Henleins In München — die leider nicht gehalten wurde! Mein Anführer und Vorbild! Wenn ich annehme, daß ich nicht als Gefolgsmann zur Befehlsausgabe herkommandiert, sondern als freier Ausländsdeutsche!! eingeladen wurde, dann habe ich das Recht und die Pflicht, Wünsche meiner Stammesgenossen vorzu- bringen. Zunächst: ich bin nicht allein nach Garmisch gekommen. An 2000 meiner Landsleute sind jetzt hier, noch weit mehr werden im Sommer nach Berlin kommen und alle, alle tragen gutes Geld, als Devisen der Reichsbank sehr erwünscht, nach Deutschland. Dürfen unsere schwer darniederliegenden Weltkurorte auf Gegenseitigkeit rechnen? Sie sind verödet, der Besitz voll Kurhäusern erschreckend entwertet, der Hunger geht um— als Folge der deutschen Ausreisesperre! Wir brauchen nicht deutsche Agitatoren, Vertrauensmänner, Kuriere— sondern Kurgäste. Wendet nicht ein, daß niemand die Ausreise hindere— Euere Devisengesetze tun es! Wenn die Praxis, den bei uns Heilsuchenden nur zehn Mark zu bewilligen, bleibt, dann trifft Euch die Schuld am Niedergang uralter, deutscher Kurorte! Wendet nicht ein, daß Deutschland kein Geld habe— der Prunk, dessen Zeugen wir hier sind, die gewaltigen Rüstungsausgaben, der Autostraßenbau, den wir sehen konnten, sprechen dagegen. Wenn nur ein Teil der Devisen, die für die Auslandspropaganda gegen unseren Staat verwandt wer- den, denen zur Verfügung gestellt würden, die zu uns fahren, wollen, wäre uns sehr geholfen! Und wenn ein Teil der täglichen Rundfunkpro- paganda, die gegen die Tschechoflowakei getrieben wird, zugunsten unserer Kurorte eingesetzt würde, so würden wir darin eine wirksamere Be- tätiguug der Volksgemeinschaft erkennen, als in zündenden, aber billigeren Ansprachen! Haltet mft dieser gesamtdeutschen Propaganda auch ein wenig zurück. Sie ist, wie wir mft Euch wissen, realpolitisch wertlos, aber in doppelter Hinfichfl soweft sie über Pflege der Kulturgemeinschast hinausgeht, bedenklich. Sie schafft uns Sudetendeutschen in Präg ein sehr unerwünschtes Odium und— sie erzeugt in den Köpfen politisch unreifer Jugendlicher einen gefährlichen Radikalismus. Propagandistisch benötigen wir Euch nicht— seit Jahrhunderten verteidigen wir selbst diesen unseren Boden, polftisch könnt Ihr uns nicht helfen, sondern nur diffamieren— aber wirtschaftlich könnt und solll Ihr mehr tun! Kaust Rohstoffe und Fertigfabrikate weniger in Uebersee als von der deut s chböhmischen Industrie, bleibt dann bei der Bezahlung weniger uns, als den andern schuldig, unterbietet nicht ausgerechnet unsere Industrie durch Dumping, Exportzuschläge etc. — sondern erweist Euch auch in der Wirtschaft als. der hilfsbereite, Volksdeutsche Bruder! In diesem Sinne... sprach leider Herr Henlein nicht, sondern stand stramm und stumm! Frank. Zigeunerschlacht in Choda«. Aus Chodau wird unS gemeldet: Auf dem hiesigen Bahnhofsvorplatz kam es zwischen den Mitgliedern zweier hier ansässiger Zigeunerfamilien im Verlaufe eines Streites zu tätlichen Auseinandersetzungen, die schließlich zu einer wilden Messerstecherei führten. Mehrere Zigeuner erlitten hiebei blutige Verletzungen, doch hatten sie, als die Gendarmerie auf dem Schauplatz des Kampfes erschien, bereits das Feld geräumt, so daß nur mehr die Spuren der Auseinandersetzung—r bestehend in etlichen Blutlachen— festzustellen waren. Beim 15- Km.- Lan glauftraten 60 Sportler an.. Hier, erzielte die beste Zeit Bohuflav Skoda(DTJ Großhammer) mit 1:13: 53 Std. vor L ä n gh a r d t(Abertham). . Erfreulich für den guten Nachwuchs des Akusist die starke Beteiligung an den Läng- l ä u f e n derI u g e n d s p o r t l e r und -Sportlerinnen. An sie mußten 80 Nummern, äusgeteilt werden. Bei den Jugendsportlerinnen stehen an erster Stelle Anna R i ch- ter(Abertham) mit 37:14 Mm. und Anna Wölln e r(Neuhammer) mit 36: 42, bei den Jügendsporllern Willi Eska(Bärringen) mft 8: 04, Mm. und Paul Grimmer(Wer- thgm) Mft 8: 19. Bei den Läufen der älteren Sportler zeigte der 53jährige Josef Hak (Atus Trautenau) sein Können. Er legte die 6-Km.-Strecke in 11: 28 Min. zurück. Bei den Sportlerinnen stellte sich Elsa Seidl(Graslitz) an bie Spitze. einem Uebungsflug infolge Geschwindigkeitsver- lustes ins Trudeln, ohne daß es dem Piloten gelang, das Flugzeug auszugleichen. Tas Flugzeug stürzte aus einer Höhe von 150 Metern auf ein Feld beim Flugplatz Letnany und wurde zertrümmert. Das Flugzeug wurde von einem erfahrenen Piloten, dem Unterleutnant des Flugwesens, Jng. Vladimir B e j r gesteuert, der bei der Havarie ums Leben kam. Da bei der Kontrolle vor deui Start das Flugzeug in tadellosem Zustand befunden worden war, wurde eine Untersuchung der Ursache der Havarie angeordnet. Selbstmordversuch eures Brünner Kellners in Wien. Ter Brünner Kellner Josff Selberherr, der am 13. d. M. aus Brün nach Wien gekommen war, stieß sich in der Nacht auf Samstag auf dem Ste.fausplatz in Wien ein Mester ins Herz mit den Worten:„Ich habe nichts zu esten, keine Schlafftelle und habe das Leben satt." Er wurde sofort ins Krankenhaus gebrächt, wo ihm die Wunde vernäht wurde. Die Aerzte hoffen, ihn am Leben zu erhalten. Terroriftenfnhrer und... Romanschriftsteller. Der Prozeß der Königsmör- d'e r bat soeben mit drei lebenslänglichen Zuchthausstrafen seinen Ausgang gefunden. Während- deffen sitzt aber die eigentliche Seele der Verschwörung in Turin, hinter schwedischen Gardinen allerdings, immerhin jedoch in. einer ziemlich idnl- lischm Umgebung und widmet sich, vollkommen der literarischen Tätigkeit! Während seiner' jetzt ein Jahr dauernden Gefangenschaft hat Dr. Ante Paveliä seinen Roman aus dem Leben derTerroristen unter dem Titel„Die Blondine" beendet. Die Heldin ist natürlich jene geh e i m nisvolle Blondine,, die den Königsmördern die Waffen nach Frankreich geliefert hat und der es dann gelungen ist, spurlos zu verschwinden. Der Roman ist eine tnpische spannende Detektivge- schicht e, das Interessante liegt aber darin, daß Paveliö den Hergang des Attentats, dem König Alexander und Barthou zum Opfer gefallen sind, mit allen seinen Vorbereitungen erzählt. Es fehlt auch nicht an Erotik: die schöne Blondine, die Tochter eines Kroatengenerals, verliebt sich in den Terroristen Tülibiö, der sie der Geheimorganisation zuführt. Das Mädchen schmuggelst Vie Waffen über die Grenze und begibt sich dann mft seinem Geliebten nach Mar-, ! feille, wo das Pärchen sich am Tage des Atten- . lates verlobt. Aber schon platzen die. Boulben. König Alexander wird vor ihren Augen, ermordet, die jungen Leute fliehen im Auto über die italienische Grenze. Der Roman, endet mft einem etwas unmotivierten Absturz-der beiden Liebenden samt dem Auty in einem Abgrund, Man wird nicht lange warten müssen; bis der Detektivroman des Königslnürders in weiterer., Ber- kitschung am die Filmbühne gelangt. Wirklich abgrundtief ist abch: die Psychologie dieser Leute, bei denen sentimentale Erotik, blutrünstige Mordpläne und knabenhafte Kitschphäntasicn friedlich bei einander wohnen. London sowie ganz Südengland sind seit SamsMg 10 Uhr in einen undurchdringlichen gelben Siebei gehüllt. In London selbst herrschte nächtliche Finsternis. Der Verkehr in der Luft, zur See und auf den Eisenbahnen, leidet unter großen Verspätungen, Drei Flugzeuge, welche gegen 13 Uhr aus Paris über London eintrafen, kreisten hoffnungslos über dem Flugplatz und konnten nicht landen.. Eines der drei Flugzeuge mußte bei Lfttlestone eine Notlandung vornehmen. Das zweite. Flugzeug ist nach Paris zurückgekehrt und das drftte landete bei Alcheville. in Frankreich. Immer mehr Opfer des Winters. Die Zahl der. Opfer, die die letzten Schneestürme in Bulgarien gefordert. haben, übersteigt bereits die Zähl von hundert. Wertpapiere für 700.000 K£ gestohlen. Die Warschauer Kriminalpolizei hat sich an die Berliner Polizei mft der Bitte um Fahndung nach einem Diebe gewendet, der in einem Warschauer Hotel einem Kaustnann aus Antwerpen für 700.000 AL tschechoslowakische W e r t- Papiere gestohlen hat. Es besteht der Verdacht, daß der Täter sich mft seiner Beute nach Deutschland gewendet hat und in Berlin die Wertpapiere zu verkaufen sucht. Flugzeug abgestürzt. Bei Bar le Duc stieß ein Militärflugzeug nach seiner Fahrt auf die Erde. Zwei Flieger wurden getötet. Der Flammentod eines Jeanue d'Are-Modrlls. Jeder Fremde, der nach Paris kommt, besucht das schöne, goldbronzene Reiterstandbild der Jeanne d'Arc am Ende der Rue des Pnramides, gegenüber den Tuillerien, Dieses Denkmal ist von Jrftniet 1874 geschaffen worden. Als Modell stand ihm dabei die damals 15jährige Jeanne-Valärie Läneau, deren Gesichtszüge der Künstler getreulich wiedergegeben hat. Vor.einigen Tagen nun ist Jeanne-VaUrie Laneau einem Unglüsfall zmn Opfer gefallen. Die alte Dame, die sehr zurückgezogen lebte, wollte ihren Spirituskocher anzünden, hantierte jedoch so ungeschickt, daß ihre Kleider Flammen fingen und sie bei lebendigem Leibe verbrannte; Als Hilfe zur Stelle war, waren die Brandwunden bereits so schwer,: daß st« aut dem. Wege zum Hospital" verstarb. So teilte das Modell das Schicksal der Jung- frau von Orleans, die, wie man weiß, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Der„König der Mädchenhändler". In Verfolg der großen Aktion gegen die Gangster hat die New Aorker Polizei auch die Bande des„Königs der Mädchenhändler", Peter Balitzer ausgehoben und ihn selbst verhaftet. Balitzer gehörten 200 öffentliche Häuser, und nach Notizen konnte man schließen, daß diese einen Reingewinn von zwölf Millionen Dollar jährlich abwarfen. Außer Balitzer selbst find«noch 70 Frauen verhaftet worden. Es handelt sich dabei nicht um Jnsaffinnen der Däuser, sondern' um Kupplermnen Die Polizei verlangt für die' Freilassung Balitzecs eine Kaution von 200.000 Dollar. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Summe von den Lestern der ihm gehörenden Häuser aufgebracht und— was leider ebenso wenig unwahrscheinlich ist— von der Polizei auch angenommen werden wird. Vie ersten Resultate von der Könisshöhe: Meldung vom 4. internationalen Treffen der Arbeiterwuristen auf der Könighöhe: Prima Schneebahn, ohne Wind, Sonne, 6 Grad Kälte. Die Läufe von Samstag zum kombinierten 15-Km.-Lauf: 113 Meldungen, angetreten 69. Vertreten sind: Naturfreunde, tschechische Arbeitertouristen, D. T. I., als Gäste Rotsport und Einheitsverband Sportgruppe. Von nachfolgenden Orlen sind Gäste und Fahrer schon Samstag anwesend: Prag, Preßburg, Teplitz, Komotau, Pilsen, Aussig, Gablonz, Reichenberg, Schwaderbacb, Warnsdorf, Trautenau. Beim 15-Km.-Lauf wurden folgende Re- süftate erzielt: 1. Thomas AlfonS, Marienberg, 57: 38; 2. Scheffel Franz, Niedevberzdorf, 1: 00: 24; 3. Pochmann Kurt, Marienberg, 1: 01: 44; 7. Kohout, D. T. I., Liberec, 1:04:25; 8. Humpal, Naturfreunde, Reichenberg, 1: 04: 30; 14. Fischer Hugo, Gablonz, Naturfteunde, 1: 05: 47. Die ersten sechs Stellen besetzten die Gaste. Am Sonntag 6-Km.-Lauf für jugendliche Sport- lerinnen und Afterssportler. Ferner wird der Slalomlauf auf 400 Meter absolviert. Der Aufbewahrungsort der russischen Staatsverträge. Im Augenblick der Rastfizierung des russisch-französischen Paktes"dürste es von Interesse sein, zu erfahren, wo die ruffischen Staatsverträge aufbewahrt werden. Sowjetrußland hat bisher neun Verträge mit europäischen Ländern geschloffen. Das ruffische Exemplar dieser Verträge wird in einer Eisentruhe im Kreml verschloffen. Diese Truhe diente schon der Zarenregierung zum Aufbewahren von Geheimdokumenten. Es gibt nur zwei Schlüssel dazu: der eine befindet sich ständig im Besitz von Stalin. Den anderen trägt Litwinow immer bei sich, wenn er in Moskau ist. Während seiner Auslandsreisen übergibk er ihn zur Aufbewahrung einem Mitarbeiter, dessen Name nur Stalin bekannt ist. Photoausstellung auf der Prager Messe. Im Rahmen der Prager Frühjahrsmeffe wird in den Tagen vom 6. bis 15. März eine große Photofach- meffe veranstaltet werden, deren Protektor der Verband der Photohändler in der Tschechoslowakei ist. Insgesamt werden auf ihr 103 Firmen ausstellen, daraunter sämtliche fünf inländischen Fabriken-für Photomaterial, sechs hiesige Fabriken der Apparate- und optischen Branche und sämtliche Einfuhrfirmen. Untergebracht wird dies, unter dem Titel„Photo— Kino— Optik" stattfindende Fachmesse im vierten'Stockwerke des Meffepalastes. Als Nebengruppen werden eine Kollektivexpositioy des Verbandes der Optiker und eine Ausstellung von Photoamaieur-Arbeiten angegliedert werden. Erwärmung in Aussicht. Trotzdem in Nordeuropa noch sehr strenge Fröste anhalten, hat der Zufluß kalter Lust gegen unsere Gebie* aufgehört. Der Wind dreht nunmehr auch im Karpathengebiet gegen Südosten, und namentlich in Böhmen ist auf den höheren Bergen eine Frostmilderung eingetreien. Aus Südwefteuropa breiten sich gegen das Binnenland sehr langsam Druckstörungen in Begleitung einer Wetterverschlechterung, aus.— Wahrscheinliches Wetter von heute: In den böhmischen Ländern vom Südwesten her Bewölkungszunahme und allmähliche Erwärmung, später strichweise auch Niederschläge. Im Karpathengebiete zum Teil noch ziemlich heiter und strenge Nachtftöste..— W ett e r an ssi ch- l e it f ü r M o n t a g: Auch im Osten etwas wärmer. Vom Rundtunk tmlaMenswertat aus ProaramaMui Montag Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Presse. 10.40:.Schallplatten. 11.35: Orchesterkonzert. 12.10: Unterhaltungsmusik. 13.30:- Arbeitsmarkt. 17.40: Slowakische Lieder. 18.10 Deutsche Sendunc: Pädagogischer Funk. 18.25: Ungedruckte Gedichte von Seelen. 18.45: Deutsche Presse. 19.15: Englisch ftir Anfänger. 20.05: AuS dem Deutschen Theater: Männergesanpvereins-Konzert. 22.40: Deutsche Nachrichten.— Sender S.: 14.00. Schallvlatten. 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Glaser: Wagner italienisch. 14.50: Deutsche Meldungen. 19.10: Klavierkonzert.— Brünn: 13.30: Arbeitsmarkt und Sozialinformationen. 17.00: Kinderstunde. 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Mader: Frühjahrs- und Verjüngungskuren. 20.00 Harfentrio.— Mähr. Ostrau: 18.10: Deutsche Sendung: Arbeiterfunk: Berner: Zum 80. Todestag Heines.— Schallvlatten.— Preßiurg: 17.15: Violoncellokonzert. Dienstag Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Presse. 11.05: Deutscher Schulfunk. 11.45: Leichte Musik. 12.10: Opernouvertüren. 13.40: Unterhaltungsmusik. 17.20: Klavierkonzert. 18.1'*: Deutsche Sendung: Dr. Eiseft: Ueber die Statistik der Gewerbegenossenschaften. 18.35: Komvositionen von llllmann. 18.45: Deutsche Presse. 21.15: Rundftmkorchefterkonzert.— Sender S.: 7.30: Leichte Musik. 14/5: Deutsche Sendung: Bardach: Indische Resseeindrücke. 18.45: Ballettmusik.— Brünn: 17.40» Deutsche Arbei- tersendung:. Soziale Knformaiionen. Kulka: Wirtschafts- und Rechtsstellung des Geschäftsreisenden. 19.10: Zitherkonzert. 20.10: Vollrkonzert,— ! Prrßbnrg: 17.50: Klavierkonzert. Groß sind die Schwierigkeiten des italienischen Nachschubs in Abessinien Dieses Bild veranschaulicht die außerordentlichen Schwierigkeiten^ mit denen her Nachschub der italienischen Front in Abessinien zu kämpfen hat. Schmale Wege ziehen sich in vielen Win-, düngen durch das Gebirge, und eS ist verständlich, daß die Autokolonnen hier nur schwer vor- . wärtskommen. Dportflugzeug bei Prag abgestürzt. Samstag um 16 Uhr 39 geriet das einfitzige Touristenflugzeug der Type D 10. CKAVN, welches dem Aeroklub des Hochschulsportes in Prag gehört, bei Rr. 40 Sonntaff, 46. Feber 1936 Seite 5 IRON-RADIO Vorführung ohne Kaufzwang Geldheirat wollte konnte und ■ Die Qualität und Leistung gibt den guten Ruf Nehmen Sie einmal weniger Wasser in den Kaffeetopf, wenn Sie den AECHT FRANCK einkochen. Sie werden erstaunt sein, um wieviel voller der Kaffee dann schmeckt, um wieviel aromatischer er ist und wie schön dann seine Farbe ist. Sie werden es kaum, glauben können. Drama um Nach zwei Monaten Ehe— blutige Katastrophe Gewerkschaftliche Solidarität. In der graphischen Industrie ist von einem Nachlassen des Krisendrucks bisher nichts zu spüren. Die Ar-, beitslosigkeit hat unter den Typographen seit langem ein außerordentlich hohes Ausmaß er-, reicht. Die Folge davon ist, daß die Unterstüt- zungSeinrichtungen der typographischen Gewerkschaften in steigendem Matze in Anspruch genommen werden. Durch die noch immer wachsenden Summen, die für die Arbeitslosen- und für die Lnvaliden-Unterstützunz zur Auszahlung gebracht werden müssen, muh die Zentralorganisa- tion der Typographen neue Wege suchen, um das bedrohte finanzielle Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Es ist erfreulich, daß die Buchdrucker in den verschiedensten Teilen des Landes durch die Leistung höherer Beiträge bereit sind, ihre solidarische Pflicht gegenüber den Arbeitslosen unb Invaliden-in vollem Umfang zu erfüllen. Der Verein der Buchdruckergehilfen in Mähren hat kürzlich beschlossen, den Mitgsiedsbeiträg aüf'4O- Kö pro Woche zu erhöhen. Beiträge in dieser Höhe, sind zweifellos ein bedeutendes Opfer der Gehilfenschaft. Aber sie bringt es, nm ihre Gewerkschaft ohne Erschütterung über die Krisehin- wegzubringen. der Gatte überhaupt auf,' mit seiner Frqu.'zu> sprechen und-begann Vorkehrungen zu der, Scheidung zu .treffen, Alles das vollzog ,sich, binnen zwei Monaten vom Augenblick der Eheschließung. Der, angeschossene Gatte,. der ckls Hauptzeuge bei. der Hauptverhandlung sich. nach. Kräften bemühte', seine Ftau soviel als möglich zu belasten, erklärte u. a. sie habe vor der Ehe allerlei ändere Verhältnisse gehabt und auch während des zweimonatigen Ehelebens stets die Gesellschaft fremder junger Leute gesucht. Dieser Zeuge machte keinen angenehmen Eindruck und der Eifer, mit dem er immer wieder, auf verschiedene intime Details zu-' rückkam,' rief daS Gegenteil' deS gewünschten- Ein- . Wie der Verteidiger bemerkte, hat' Anton Chälupa die Scheidungsklage inzwischen überreicht und gleichzeitig im Klagewege die Ab-' schreibung des seiner Frau gehörigen Anteils'.«» 1 seinem Gute beantragt, was keinesfalls ein schlech- I teS Geschäft wäre... denn das würde bedeute»,. daß Anton Chalupa aus dem Titel eines Schadenersatzes für die erlittene Verletzung die Mitgift sei«' ner Frau behalten könnte. Wobei'zu bemerken ist, daß die Verwundung keinerlei: Folgenhinterlassen< hat, wie die ärztlichen Sachverständigen vor Gericht bezeugten. Ndch stärkeren Eindruck machte im- Publikum die weitere Erklärung des Verteidigers, z daß Anton Chalupa in seiner Scheidungsklage die. Bestreitung seiner künftigen Vaterschaft«»gekündigt- , hat, also die Ableugnung des noch gar nicht gebo- i I renen Kindes unter Berufung aus die angebliche lln-, Ikon.»Solid** 312.. Kt 1660- Iron„Imposant** Superhet 427 « 2440--' Iron„Exklusiv** Superhet 527 icr 2720— Heine eben nicht aus seiner deutschen Haut heraus. Er übertrieb keineswegs, wenn er lächelnd zugab, daß das alte Deutschland mit allen seinen Spießbürgergefühlen in seiner Brust sitze. Nur zu gern ließ er sich an die Heimat erinnern und an alles, was sich mft dem Begriff verband, „an duftige Lindenbäume, an H ö l t y S Gedichte, an den steinernen Roland vor dem Rathaus-, an den alten Konrektor,-an seine rosige Nichte, an das Forsthaus mit den Hirschgeweihen, an schlechten Tabak und gute Gesellen, an(Wcoßmutters Kirchhofsgeschichten, an treuherzige Nachtwächter, an Freundschaft, an erste Liebe und an allerlei andere süße„Schnurrpfeifereien", und in den Stunden, da er sich trostlos ins Exil gebannt fühlte, stöhnte er auf vor Hesmweh: O Deutschland, meine ferne Liebe; > Gedenk ich deiner, wein ich fast l Das muntre Frankreich scheint mir trübe, Das leichte Voll wird mir zur Last. Äm politischen Sinne freilich war das vormärz- tersuchung„,H e i n r i ch Heine a l s D e n- k e r" tut Henri Lichtenberger dar, der Dichter habe Frankreich nur sehr oberflächlich gekannt, den französischen Charakter nicht tiefer erfaßt als die meisten Zeitgenossen und im allgemeinen nur glänzende Variationen über ein wohlbekanntes Thema und Schema geliefert, nämlich das vom geistreichen und leichtfertigen, geselligen und frivolen, gleichheitssüchtigen und materialistischen, für Ruhm und Freiheit begeisterten Franzosen. Als echter deutscher Dichter ganz gesättigt bcutfchct slanA/ zuteil wurde. Die Schwiegereltern duldeten z. B, im Familienalbum keine Photographien der„armen Braut" und ihrer„hergelaufenen Verwandtschaft". Gatte und Schwiegereltern sparten nicht mit giftigen Anspielungen auf die unzureichende Mitgift. Als Zdenka merkte, daß in ihrem Mann die Scheidungs- absicht reifte, bat sie. ihn. kniefällig:. „Ich trage doch dein Kind.— Verstoße mich nicht!" Anton Chalupa winkte nur mit einer Handbewegung ab und so trieb die Situation der Katastrophe zu. Am 12. November v. I. vormittags fuhr Anton Chalupa nach Z l o n i c e zur Sparkasse, um über ein Darlehen au verhandeln. Dieses.Darlehen sollte dazu dienen, de» Liegenschaftsanteil seiner Frau abzulösen, denn damals bestand noch'keine Aussicht, die Ehetrennung ohne diese Ablöse durchzuführen. Instinktiv spürte seine Fram daß etwas im Gange war. Auf ihre Fragen bekam sie keine Antwort/ Nach"derti Mittagessen legte- stch' Anton Chalupa auf' daS Sof^zum'MfttagSsMaf.- Seine 'Fr'üu nahm seinen Revolver, der auf' dem Nachttischlag und feuerte ihn aus. fünfzehn Schritt Entfernung gegen d'en Kopf ihres Gatten, ab.. Die Kugel durchschlug den Kopf von Schläfe zu Schläfe,.ohne aber ernste Folgen nach sich zu ziehe». Nach der Tat ging Zdenka Chalupa, nachdem sie den Revolver neben das Sofa gelegt hatte, ruhig in den'Keller und begann, Kartoffeln auszuklauhen, Ihre Verteidigung lautet dahin, daß sie der Gttwnke an die Schande, die ihr durch die Scheidung nach zweimonatlicher Ehe drohte, außer sich gebracht habe, zumal sie an das Kind dachte, mit welchem sie schwanger ging.- Obwohl nur drei Zeugen geladen W. den 18. Feber 1936, im Vortragssaal des Ministeriums für soziale Fürsovge. Prag II, Palackkho näm. 4. um halb 8 Uhr Borträge von Dr. Stuchlik über:„Der Arzt und die Gesellschaft" und von Dr. Techn. Jng. BerunaL Wer.Technik und Gesellschaft" statt. Der Dlm 0er Solem Die Erzeuger des„Golem"-Filmes sind sichtlich stärker von dem historischen Milieu der Prager Renaissance als von der jüdischen Sage angezogen woeden, tzie im Film ihpos mnstisch-tabvaliiriichen Zaubers enttlewet wird'und eine moderne, sehr zeitnahe Symbokhaftigkeit annimmt. Wir begegnen also nicht wie bei Meyrink oder Leppin dem Golem als geheimnisvollen Gast in unserer Zeit, sehen auch nicht di» Entstehung des Zauherwesens aus Lehm unter den Händen des Hohen Rabbi Löw, sondern erleben eine erste Re- Inkarnation der Sagengestalt unter der Generation, die auf die Periode des Hohen Rabbi folgt. Im Mittelpunkt des Films steht der K a i s e r R u d o I f II., eine allerdings fesselnde Gestalt, die einen so großen Charakterdarsteller wie Harry Baur schon reizen kann. Der historische Rudolf ll. ist«ui«, vielumstrittene Gestalt. Zweifellos war er ein Psychopath, von Schwermut und Verfolgungswahn geplagt, aber er war nicht ohne Größe und man dankt ihm immerhin große künstlerisch und kulturhistorisch werwoll« Sammlungen, dankt ihm die Blüte der Prager Renaissance und die Förderung der großen Astronomen Tycho de Brah« und Johannes Kepler. Rudolf ll. war doch mehr als ein abergläubischer Sonderling und wüster Schlemmer, er war vor allem einer jener typischen Menschen von der großen Zeitenwende. deren Jakob Burckhardt in seiner Kultur der Renaissance so viele gezeichnet bat. • In dem Film ist der Kaiser«in Irrer schlechthin und so grauenhaft großartig Harry Baur diesen Wahnsinn auch spielt, so wundert man sich, daß ibn nicht die Gestaltung des Zwischenreiches zwischen Weisheit und Irrsinn, Genie und Wahn, mehr gelockt bat. Der Golem ist das Gespenst, vor dem der Film- Kaiser sich fürchtet und das er um jeden Preis ver- Der Emigrant Oskar Maria Graf liest am Donnerstag, den 20 Feber, 20 Uhr im großen Saal des Handwerkervereines, Prag ll, Smetky 22, zum erstenmal in Prag aus eigenen Werken. Wir bringen aus diesem Anlaß nachfolgendes Gedicht in Prosa: Kennst Du das: Aufwachen in der Nacht, aufgeschreckt werden von der Stille, die unsagbar fremd und starr im engen Zimmer brütet...? . Isis ein Sarg, in dem Du liegst? Oder bist Du ins Nichts gesunken? Kennst Du das: Mit wehrlos offenen Augen hineinschauen in einen unbegreiflichen Tod? Und kein Mensch ist da, dem Du rufen kannst. Kein Ding um Dich lebt. Alle vertrauten Erinnerungen sind erstorben, und Du selber bist Dir fremd. Nur diese dunkle, wesenlose Stille schließt Dich ein. Du hast das Atmen ganz vergessen, als hätte jemand Deine Brust Dir eingetreten. Du wagst nicht. Dich zu rühren. Nach einer Weile erst, schier nichten will. Der Golem.wird aber auch zum S y m b ö l der Revolte, die den geknechteten Juden zu ihrem Recht helfen soll. Er reitet sie vor Galgen und Scheiterhaufen, tötet den Renegaten Lang, der als Günstling und Kanzler Rudolfs die Juden bedrückt hat und bereitet so dem Erben des Kaisers, dem Erzherzog Mathias, den Weg. Sehenswert sind die schausvielerischen Leistungen Harry Baurs, der schönen Germaine Aussatz, die mit ibren Reizen nicht geizt, und einiger anderer Darsteller, sehenswert aber ist vor allem die üppige Regie Julius Du- v i v i e r s, die alle Greuel und alle Pracht der Renaissance auskostet. Man sieht die Folterknechte, die Sterngucker und Alchtzmisten an der Arbeit, erlebt das Ghetto und die Synagoge,, den kaiserlichen Palast'und die Löwenzwinger im Hirschgraben, sieht ein Turnier und die kaiserlichen Marställe. das Boudoir der schönen Gräfin Sttada und die Genscher des Kaisers, begegnet en passant der Pest, der Cholera und einigen Hungerkrawallen, kurz es kehlt nichts, was die Nerven aust-eitschen und was die Pbantasie" eines Regisseurs anregen kann, der an Delacroix geschult sein:nuß. -„Der Golem" ist jedenfalls einer der sehenswertesten Filme der letzten Jahre. Nicht unerwähnt bleibe der gepflegte Dialog in einem erfreulicherweise gut verständlichen Französisch. Fr. Germaine Auffcy ist die Partnerin von Haary Baur in dem heimischen Film„Golem". der Tartei Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag. Dienstag, den 18. Feber, um 8 Uhr abends im Parieiheim, Närodni 4, wichtige Sitzung der Bezirksvertretung, zu der alle Mitglieder erscheinen mögen. Tie Mattabi Winterspiele werden am Montag in nska Bystrica eröffnet. Die Wettkämpfe beginnen am Dienstag, an welchem Eishockehspiele, Eisschnelläufe und die 4X10-Kilometer-Stafette dürchgeführt werden. Olympische Winterspiele. Am Samstag wurde der 50-Kilometer-Lauf ausgetragen, der den Schweden die ersten vier Plätze brachte. Siegel war Biklund in 3:30:11 Std. An neunter Stell- kam Musil(Tschechoslowakei)/in 3:46:12; an 15 unp 19. Stelle Svatos bzw. Novak.— Im Zweier- Bob siegte der Bob-»Amerika 1" in der Gesamtklassifizierung mit 5:29.29 vor»Schweiz 2" in 5:30.64. Die tschechoslowakischen Bobs besetzten den 16. bzw. 20. Platz.— Im Eiskunstläufen der Frauen wurde die Kür ausgetragen.' Die Norwegerin Sonja Henie kam in der Gesamrklassifizierung auf den ersten Platz mit Note 427.5 und Platzziffer 7 vor der Engländerin Coledge mit 418.1—13. Die Tschechoslo- wakinnen Hruba und Metzner besetzten den 17. bzw 20. Platz.— In der Eishockey-Schlußrunde svielre die Tschechoslowakei gegen Kanada und wurde verdient mit 7:0 geschlagen. England und Amerikr spielten 0:0. Wtteiliuigificier»Urania« Deutscher Vertrag Dr. Alice Masaryk und Prof. Kozäk:„Die Jugend und dc>s tsche- choslowakischeRoteKr- ü z." Mon» tag. den 24. FÄier, 8 Uhr. Vorverkauf: Urania, Andrö. Wetzler. Heute 10 Uhr: Führung in die schwedische Ausstellung. Erklärungen: Dr. Life Adler. Treffpunkt vor dem Klementinum, Kreuzherrenplatz. Heute 11 Uhr vormittags:„Trara um Liebe." Lustspiel. Eggerth, Wüst, Alexander. Reihe:»Lustige Reprisen". „Gesunde Zähne— gesunder Körper." Lickt- bildervortrag Dr. Kurt Kapper. Di wichtigsten Zahnerkrankungen, ihre Folgen, Verhütung und Heilung. Montag 8 Uhr. Karten: Urania. Andrö, Wetzler. Unvergeßliche Filme:„Die sechs Frauen Heinrichs VIH." Unwiderruflich letzte Vorführung: Montag)49 Uhr. „Die Geschlechtskrankheiten und ihre Bede«, tungs für die Volksgesundheit." Lichtbildervortrag Doz. Dr. Richard Wagner. Dienstag 8 Uhr. „Zeugen antiken Geistes und Lehen»." Zweite Reche, dritter Abend: Prof. Fr. Slotty: ,Tar- quinia". Aus der Kultur und Geschichte' der Etrusker. Lichtbilder. Freitag 8 Uhr. Masarhk-Dolkshochschule Rundfunkstudio. Oberspielleiter Viktor S o r- d a n. Montag, 6 Uhr, Beginn des Kurses. Culbertson-Bridgetur». Anfänger Montag halb 7 Uhr, Fortgeschrittene dreiviertel 8 Uhr. Eintritt jederzeit möglich. „Erwirb Kunstverständnis." Dr. Lili P o> a- s ch e k. Praktische Uebungen am Kunstwerk. Lichtbilder. Montag 8 Uhr. „Künstler sprechen über Kunst." Zweiter Abend: Fritz Feigl:„Die Malerei". Donnerstag 8 Uhr. Arania-Kino Armin Berg mit seinem luftigen Programm mir noch heute als Bühnenschau. Lachen ohne Ende. Dazu das Schlagerlustspiel»Der Kampf mit demDrachen". Sandrock. Englisch. Vorstellungen 2(ohne Bühnenschau). 4. 6.%9 Uhr. „Trara um Liebe." Lustspiel. Eggerth, Wüst, Alexander. Heute 11 Uhr vormittags filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:„Der Kampf mit dem Drachen." (Sandrock, Englisch.)— Bühnenschau: Armin Berg, - Adri«:„Golem."(Fr.— Harry Baur. Regie: Luvivier.)— Alfa:„Der schwarze Gugel."(A.) — Avion:„Der Tod auf Urlaub."(A.)— Bera- nrk:„Tie Kreuzritter."(A.)— Frnix:„Melodie der Welt 1936." lA.)— Flora:.Hie Elen, den." lA.— Nach Victor Hugo.)— Gaumont: „Zirkus Saran."(D.— Pat und Patachon.)— Hvkzda:„Congorilla."(Tsch.)— Julis:„Die Komödiantenprinzeffin."(D.)— Kinruiu: Journale, Grotesken, Reportagen,(halb 2 bis dreiviertel 7.)— Koruna:„D'er Denunziant."(A.— Victor MacLaglen.)— Kotva B 36:.Jugendsünde."(Tsch.)— Lacerna:„Golem."(F.)— Metro:„Die Komödiantenprinzeffin."(D.)— Olympic:„Eskim o."(A.— Regie S. B. van Dyke.)— Passage:„Der ideale Gatte."(D.)— Praha:„Männer in Uniform."(A.)— Radio: „Die Kreuzritter."(A.)— Staut:„Die Festung der Verfluchten."(Fr.)— Svötozor:„Der kleine Oberst."(A.— Sh. Temple.)— Alma:„Fort mit den Sorgen."(A.— Laurel und Hardy.)— Baikal:„Die Kreuzritter."(A.)— Belvedere:„Die Kreuzritter."(A.)— Beseda:.Katharina— die Letzte."(D.— Franziska Gaal.)— Carlton:„Die ganze Welt dreht sich um Liebe."(D.)— Illusion: „Katharina— die. Letzte."(D.)— Kapitol:„Es geschab in einer Nacht." lA.— Clark Gable.)— Konvikt:„Der Student von Prag."