16. Jahrgang Nr. 41 Dienstag, 18. Feber 1936 ElRttlWls 70 HtHlf (•inschliafilich 5 H.ll.r Porte) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag xikeochova«. telefon swz. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Spanische Linksfront beim Ministerpräsidenten erobert die Mehrheit Monarchistisch-klerikale Reaktion geschlagen ✓ Alarmzustand verhängt Madrid. Die Wahlen ht Spanien habe« der Linksfront eine» entscheidenden Sieg gebracht. Schon die ersten Wahlergebnisse liehe« daraus schließen, daß die vereinigte Linksfront nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in viele» Provinzen große Erfolge errungen habe. Ze mehr Wahlergebnisse bekannt wurde«, desto klarer zeigte fich, daß die Linksfront knapp an die absolute Mehrheit im neuen Parlament herankommen oder fie sogar überschreiten werde. Montag nachmittags hat die bisherige Regierung offiziell verlautbaren lassen, daß die Linksfront die Mehrheit erreicht habe, und einen Aufruf veröffentticht, in dem zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Lande aufgefordert wird. Gleichzeitig wurde über das ganze Land für acht Tage der A l a r m z« st a n d»erhängt und der Ministerpräsident ermächtigt, nötigenfalls de« Kriegszustand z« proklamieren. Der Ministerpräsident erklärte, daß der Wille des Lölkes unbedingt respektiert werde» würde? ebenso würde er aber dir Ordnung im Lande mit allen Mitteln aufrechterhalten. Rach Bekanntgabe der ersten Wahlresultatr kam eS in Madrid zu Demonstrationszügen der Arbeiter durch dis Straßen der Stadt. Bei den Zusammenstößen wären 2 Tote zu deNagen. Die ArbeiKk plaNM fstr DieklStag einen 24stündtgrn Generalstreik zur Feier des Wahlsieges. Di« Meldung, daß fich im Parlament ein r e v o l u- tipnürer Ausschuß konstituiert habe, wird dementiert. Der Ministerpräfident berief die sozialistischen Führer Largo Caballero und Alvarez D e l a y o zu sich. Als die Bolksmasten, die fich bei der Puerto des Tol angesammelt hatten, hievon erfuhren, brachen fie in Hochruf ranf ihre F ü h r e r aus. Delavo erschien auf dem Balkon und forderte die Menge auf, Ruh« zu bewahren. Auf Ersuchen Caballeros hat di« Regierung beschlossen, alle politische« Häftlinge freizulassen und ihr« Einwilligung zur R ü ck k e b r d e r p o l i t i s ch e n Em i g r a«- ten zu geben. Das fett der Oktoberrevolution gesperrte BolkShan» in Madrid ist sofort ge- öffnet worden. Einer der Führer der Linken, der ehemalige Ministerpräsident Azuna, erklärte, er hoffe auf die Bildung einer reinen Linksregie- r« n g. Es wäre dies eine Regierung der Wie derbelebung der spanischen Demokratie«nd des Friedens im Lande und außerhalb der Grenzen. Unksregime in Barcelona eingesetzt Den größten Erfolg hat dir Linke in Katalonien errungen. Wie amtlich im Rundfunk mitgetrilt wurde, hat in Barcelona der rechtsstehende Generalgouverneur in Anbetracht der überwältigenden Mehrheit der Linken sein Amt nirdergrlegt. An seinem Nachfolger wurde der Linkskatalanc Moldes ernannt. Der neue Generalgouverneur hat die Mitglieder deS nach dem Oktoberaufstand aufgelösten Stadtrates wieder in ihre Aemter eingesetzt. Der ehemalige Bürgermeister von Barcelona S u n h e r erschien auf dem Balkon des Rathauses und forderte das auf dem Rathausplatz versammelte Bolk auf, Ruhe zu bewahren. Er erklärte, er hoffe, daß bald eine gesetzliche katalanische Regierung gebildet sein werde. Die versammelte Menge brach in I u b e l r u f e aus. Bisher 238 Sitze Auf Grand der-iS Montag anr Ist Ahr ehegelaufenen Wahlberichte werden den vereinigten Parteien der Linken 238 Sitze zugeschritben, das ist um einen Sitz mehr, als die absolute Mehrheit beträgt. Per King um Makalle gesprengt Badogllo schlägt den Ras Mulageta bei Enderta Rom. Das Propagandaministerium hat am 16. ds. unter Rr. 126 folgenden weitere« Heeresbericht veröffentlicht:/ Die Schlacht von Enderta, die am 11. Feber begonnen wurde und am 18. Feber mit erbitterten Kämpfen südlich von Makalle ihren Höhepunkt erreichte, ist gewonnen. Das erst« und dritte Armeekorps haben unter Ueberwindung des zähesten Widerstandes des Heeres von Mulugeta all« ihnen zugewiesenrn Ziele erreicht. Auf dem Amba Aradom, dem Bollwerk der feindlichen Ber- teidigung, weht die italienische Flagge, die von einer Abteilung Schwarzhrmden der Division „23. März" gehißt worden ist. Asmara.(Reuter.) In der Schlacht bei Enderta.. die seit der Eroberung Makatles die erste größere italienische militärische Operation an der Nordfront darstellt, hatten die Italiener 500 Gefallene und 1000 Verwundete zu verzeichnen. Die Zahl bet gefallenen Abessinier wird auf 5000 geschätzt. Die italienischen Linien wurden um zehn Meilen nach Süden verschoben. ,■ An der Schlacht beteiligten sich 70.000 Italiener, die Reserve bestand aus einer Division Askari. 55.000 reguläre abessinische Truppen in Khakiuniform unter dem Kommando RaS Mulu- geias wurden durch den italienischen Angriff von dem Amha-Aradam-Masfiv vertrieben. In der Schlicht spielte die Artilleri e eine wesentliche Rolle. Die leichte Gebirgsartillerie folgte den stürmenden italienischen Truppen in geringer Entfernung, während die schwere Ar- t i l l« r i e die. abessinischen Positionen in einer Entfernung von zehn Meilen(ca. 16 Kilometer) beschütz. Abessinier rücken In den Ogaden vor Addis Abeba. Tie Truppen deS Generals Rasfibu machen am Fafanflutz wettere Fortschritte. Sir marschieren an beiden Ufern aus Warandab zu, nachdem fie sämtliche italienische Sprrrposten, die mristens aus Simalitruppen bestanden, zum Teil vernichtet, zum Teil gefangen genommen batten. Auch in der Wüste südlich C« r a l e rücken dir abesfinischrn Truppen vor, wobei fie den Italienern starke Verluste beibrachten. Die Kampfhandlungen find srdoch vorläufig nur als Störungsversuche aufzufassen, um Unsicherheit in den italienischen Aufmarsch zu bringen."» Die Schlacht in Tembien hatte eine teilweise taktische Entlastung für die Garnison von Makalle gebracht,«her der neuerlicheVorstoß der Abeffjnier, der die Schwaczhemden-Division»28. Oktober" vernichtend traf,, hatte alle, italienischen Erfolge in Frage gestellt und die Bedrohung Makalles von neuem höchst akut gemacht. Marschall Badoglio mutzte sich über kurz oder lang entschließen, Makalle zu räumen, was einen schweren Prestigeverlust bedeutet hätte, oder aber alle Kraft zu sammeln, um den Ring zu sprengen, der Makalle umgab. Der Gewältstoß auf der Straße nach Amba Aladschi scheint sich aus rund/ zwei Drittel der italienischen Streitkräfte gestützt zu haben und ist anscheinend technisch sorgfältig vorbereitet worden. Er hatte, wie alle gut v o r b e r e i feien Operationen der Italiener im bisherigen Verlauf des Krieges, Erfolg. Die Front deS Ras Mulageta ist überrannt worden, wenn man auch die italienischen Meldungen mit Vorsicht aufnehmen muß und sich nicht einreden lasten darf, daß 30.000 Mann„zersprengt" wurden. Zersprengt zu werden ist für ein nur halb reguläres Militär wie das des NeguS ganz etwas anderes cklS für eine europäische Truppe. Daß die losen Förma- tionen der Amhara in der Panik auSeinandtrlau- fen. stimmt wahrscheinlich. Ebenso sicher aber ist, daß jeder versprengte Trupp von ein paar Dutzend Eingeborenen für die verfolgenden Italiener ein gefährlicher Feind istt• Der Fehler d e r a b e s s i n i s ch e n Generale ist es bisher immer gewesen, sich in festen Stellungen zur Schlacht sie lle n. oder feste. Stellungen angreifen zu wollen..Ätt beiden Fällen sind sie d e r it a lie- nis che n Waffe nie ch nII n i cht.ge- Wachsen. Ras Mulageta hätte vor dem Stoß Badoglios ausweichen müssen. Der Ehrgeiz der Unterführer, die„große Schlachten" gewinnen wollen, raubt dem Negus seine besten Armeen. Makalle ist entlastet, die Lage des Ras Seyoum und des Ras Kassa ist im Tembien nicht erquicklich, da Bagdoglio ihre rückwärtigenVerbin« düngen bedroht. Dennoch dürfte mit einer tiefer vordringenden italienischen Offensive nicht zu rechnen sein. Der neue Vormarsch würde sofort wieder alle'Rachteile des Terrains für die Italiener, alle Vorteile für die Abessinier aktivieren. Während im Norden die Italiener siegten, entwickelt sich i m S ü d e n, die von uns vor Tagen angekündigte Operation des Ras Nasibu, bezw. seines Stabschefs, des Türken W e h i b P äs cha, gegen die rechte F l a n k e G r a z i a n i s. In kleinen Plänklertruppen dringen die Abessinier in den Ogaden vor,'heben die Vorposten Grazianis aus und dröseln sein^rechte Flanke systematisch auf, so daß er mindestens zu einer umständlichen Krästeverschie- bung hinter seiner 700 Kilometer langen Front genötigt sein wird.. Die Karte flizziert die ungefähre Situation, v ö r dem italienischen Sieg bei Enderta. Sie kehrten reisiger wieder I Wenn wir in den letzten Jahren nach manchem schweren Schlag gegen die Arbeiterklasse und gegen die sozialisttsche Idee den Gegnern in ihrem lärmenden Triumph unseren alten Schwur„Trotz alledem!" entgegenhielten, wenn wir Freiligraths mutigen Fanfare von 1849 zitterten:„Bald reck' ich mich rasselnd in die Höh', bald kehr' ich reisiger wieder.. dann mochten die Sieger wohl meinen, es sei nur noch das Wort, das in uns lebt, die Tat aber werde auf sich warten lassen, denn sie meinten ja mit Kartätschen und Galgen, Konzentrationslagern und Standgerichten das unfehlbare Mittel zur Ueberwindung des Marxismus gefunden zu haben. Unterdessen haben manche Ereignisse der jüngsten Zeit das Gegenteil bewiesen. Nie aber hat sich seit den blutigen Schlägen der Konterrevolution die Wiederkehr der Vernunft, des Freiheitswillens, der gerechten Sache so herrlich manifestiert wie in diesen spanischen Wahlen, die nicht nur die blutigen Träume des Herrn Gil Nobles bedrohen, sondern der Reaktion in ganz Europaei nM em em to bedeuten. Vor nicht ganz eineinhalb Jahren hat die spanische Reaktion zum Schlage gegen die Demokratie, gegen den Sozialismus, gegen die Bauern und Arbeiter, zugleich auch gegen die nationalen Minderheiten ausgeholt. Barcewna wurde' on den schweren Geschützen der konterrevolutionären Armee beschossen, in Asturien wütete die Fremdenlegion, die ganze Bergwerke in Trümmer legte.dir Arbiter samt ihrdn Frauen reihenweise an dir Wand stellte und füsilierte, vor Kindermord nicht Halt machte, untz za all dem steuerte die reaktio- näre Weltpresse eine Begleitmusik von Greuelmär- chen bei, die jede Bluttat der Reaktion nur als.„gerechte Sühne roter Ausschreitungen" hinstcllte. Gil Nobles, der Führer der jesuitischei „Bolksaktion", glaubte sein Spiel gewonnen. Immer enger gestaltete sichfein Bündnis mit den Monarchisten, mit den kirchlichen und adeligen Großgrundbesitzern, immer frecher wurden sein: Forderungen. Die bürgerlichen Republikaner kapitulierten zum großen Teil vor den auftrumpfen- den Faschisten. Man warf den Jesuiten und den Grundherren Millionen in den Rachen, man baute die Errungenschaften der Revolutton im Eiltempo ab und als die bürgerliche Mitte des Herrn 2er- roux durch Korruptionsgeschichten bloßgestellt wurde, glaubte Gil Nobles freie Bahn zu haben. In diesem Augenblick durchkreuzte Alcala Za- m o r r a, der Präsident der Republik, em ehl- licher, wahrheitsliebender und gerechter Mann, kein Präsident aus dem Holz derer, die den Eid auf die Verfassung für einen Kasinowitz nehmen, die Pläne der Faschisten und Monarchisten. Za- morra berief ein Kabinett,, das die Durchführung anständiger Wahlen sicherzustellen schien und der Volksfront und im Wahlkampf so gut wie Seite 2 Dienstag, 18. Feber 1936 Nr. 41 keine Rolle gespielt. Die Träger der siegreichen Bewegung waren Sozialdemokraten undRadikale(also kleinbürgerlich-bäuerliche Linke)... Nun wird es freilich darauf ankommen, daß die spanische Linke ihre Staatskunst unter Beweis stellt. Die Beispiele der skandinavischen Genossen könnten ihr hiebei in vielen Punkten nützlich sein. Eine ebenso König Carol bündnistreu Paris. König Carol von Rumänien, der in den letzten Tagen in der Normandie weilte, erklärte dem Vertreter des„Excelsior" u. a.: Bei meinen Besprechungen mit den französischen Staatsmännern ergab sich zwischen unseren Regierungen vollkommene Uebereinstimmung über all» europäischen Probleme. Dort, wo die französische Armee ist, wird sich immerauch die rumänische Armee befinden. Schweden verstärkt Landesverteidigung Stockholm. Wie die Blätter melden, Hai der schwedische Ministerpräsident dem sozialdemokratischen Abgeordnetenklub im Reichstag genaue Informationen über den Reorganisationsentwurf betreffend die Nationalverteidigung erteilt, welchen die schwedische Regierung in den nächsten Tagen dem Parlamente vorlegen wird. Der Entwurf fordert einen Kredit von 138 Millionen schwedischer Kronen für die Landesverteidigung. Mussolinis Hand im Spiel? London.(Reuter.) Wie die britische Admiralität meldet, hat sich auf dem Kreuzer„Cunfl berland", der-zur Zeit im Trockendock von Chatham in Reparatur liegt, ein Sabotageakt ereignet. Der Vorfall ist bereits geklärt. Im Dezember des vergangenen Jahres kam es, der gleichen Nachricht zu folge, bereits zu ähnlichenSabotagever- suchen auf dem Dreadnought„Royal Oak" und dem Unterseeboot„Oberon", die im Hafen von Devonport vor Anker liegen. Wasch' mir den Pelz... Washington.(Reuter.) In eingeweihten Kreisen wird erklärt, daß die Regierung auch weiterhin einen mehr als durchschnittlichen Handel mit Italien und Abessinien nicht billigt. kluge wie entschiedene Politik tut not, um dir Revolution da fortzusetzen, wo sie 1933 abbrach. Für Europa sind die Corteswahlen ein Signal. Oe st erreich wird es hören und Italien und auch das getretene Volk Deutschlands. Ein erstes Grollen in der Tiefe läßt die blutbefleckten Throne der Tyrannen schwanken und verhpitzt allen, die es nicht glauben wollten: Wir kehren reisiger wieder! wiewohl in die neuen Gesetze keine Einschränkung ausgenommen wurde. Man glaubt, daß die Regierurig auch weiterhin einen Einfluß auf die Exporteure auSüben und sie warnen werde, daß ein mehr als durchschnittlicher H and e l mit den kriegführenden Staaten auf ihr eigenes Risiko und ihre Gefahr gehe. Der AüßenauSschuß des Repräsentantenhauses nahm einstimmig die Vorlage an, durch die das gegenwärtige Neutralitätsgesetz bis zum 1. Mai 1937 verlängert wird. New Jork.(Tsch. P. B.) Zwischen etwa 300 Polizisten und 12.000 Arbeitslosen, dir versuchten, z« den ArbeitSbrschaffrmgSbehLrden zu marschieren, kam es zn einem etwa halbstündigem Handgemenge. Dabei wnrden etwa hundert Personen durch Gummiknüppel»der durch Ausgleitm auf der vereiste« Straße verletzt. ' Belgrad. Am Diontag mußte die Plenarsitzung der Skupschtina, in welcher die Behandlung der HanbelHesetzes ausgenommen werden sollt?,'infolge' der stürmischen Obstruktion der Opposition gegen die Regierung auf Dienstag verschoben werden. Addis Abeba.(Reuter.) An halbamtlichen Stellen wird die Möglichkeit„starker Verluste" der Abessinier in der Schlacht südlich von Makale zugegeben, doch wird die italienische Behauptung, daß die Italiener Tcmbien beherrschen als lächerlich bezeichnet. Tokio. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums hat bestritten, daß der sowjetrussische Bolkskommifsär für auswärtige Angelegenheiten Litwinow eingeladen worden sei, Japan zu besuchen. Der Sprecher erklärte auch, daß das japanische Außenministerium nicht an eine neuerliche Einleitung von Verhandlungen mit den Sowjets denke. Dr. Hodta wieder In Präs• Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodza ist von seiner Pariser Reise Montag um 17 Uhr mit dem WieNdr Schnellzug am Masaryk- bahnhof in Prag eingetroffen, wo er offiziell begrüßt wurde. Nach seiner Ankunft' erklärte Dr. HodZa dem Prager Berichterstatter der Agentur Havas: Vielleicht nie seit Kriegsende hat sich eine solche internationale Lage ergeben,. welche im Interesse der positiven Arbeit für den Ausbau des Friedens soviel Initiative erfordert hätte, wie die heutige Lage. Ich kann mit Freude konstatieren, daß ich in Paris alle erforderlichen Elemente zu diesem Werke gefunden habe. Was die Tschechoslowakei und in Wahrheit auch die Kleine Entente betrifft, arbeiten wir weiter konstruktiv für den Frieden, mit der Begeisterung und der Ausdauer, welche dieses Werk erfordert» um zu einem gedeihlichen Abschluß gebracht werden zu können. Centralbauk und Verband der deutsche« SelbstverwaltuugSkörper. Ende Jänner ist in einem Teile der Presse die Nachricht verbreitet worden, der Verband der deutschen Selbstverwal- tungskörper hätte zwar seinerzeit gemeinschaftlich mit dem Verbände der deutschen Sparkassen bei den maßgebenden Stellen die Umwandlung der CB in eine Deutsche Sparkassen- und Gemeindenbank(Clearingbank) befürwortet, habe aber jetzt nicht mehr den Mut, sich rückhaltslos hinter diese Forderung zu stellen. Der Vorstand des Perbandes hat diese Nachricht mit Verwunderung zur Kenntnis genommen und sein Bedauern ausgesprochen, daß solche unrichtige Behauptungen verbreitet werden, ohne daß es der Verfasser für nötig erachtet, sich vorher Wer den wahren Sachverhalt zu unterrichten. Er hat festgestellt, daß das Gesuch wegen Errichtung einer eigenen deutschen Gemeinden- und Sparkassenbank seinerzeit von ihm und dem Verbände der deutschen Sparkassen über ausdrückliche Aufforderung der Regierung überreicht worden ist und daß die beiden Verbände nach wie vor diese Forderung vertreten. Es ist geradezu unverständlich, wie behauptet werden kann, sie hätten nicht mehr den Mut, für eine solche Forderung einzustehen. Wahr ist lediglich, daß es sich dabei, wie dem Verbände niemals zweifelhaft war, um eine Angelegenheit handelt, die von den maßgebenden Stellen in Politik und Bürokratie als nationalpolitische Forderung gewertet und dementsprechend behandelt wird, weshalb es begreiflich ist, daß die wiederholten, auch vom früheren Ministerpräsidenten Malypetr gemachten Zusagen bis heute nicht erfüllt worden sind. Unsere Stellung zu den ZwangSsyndikaten. Wir haben dieser Tage in einer Anmerkung der Redaktion zum Aufsatz eines unserer ständigen Mitarbeiter auseinandergesetzt, daß die Arbeiter- klasse nur an solchen Zwangssyndikaten ein Interesse hat,„in welchen sie einen gewissen Einfluß im Sinne der in dem betreffenden Industriezweig Arbeitenden, aber auch der Konsumenten im allgemeinen ausüben kann". Diese Darlegung wird nun von der„Roten Fahne" dahin gedeutet, daß diese Stellungnahme sich im Gegensatz zu jener unserer Getoerkschaften befindet, die an den Verhandlungen über die Bildung von Zwangssyndikaten teilgenommen haben. Selbstverständlich befinden wir uns mit unseren Gewerkschaften in voller Uebereinstimmung, da doch, wie die„Rote Fahne" wissen sollte, die Gewerkschaften Orga- nisationen sind, deren Sinn und Zweck die Ver- Her Zug der Hunderttausende durch Paris Paris. Der große Manifestationsumzug der Linksparteien und Organisationen, dir für die„demokratische und republikanische Ordnung" manifestierten, dauerte Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach sehr vorsichtigen polizeilichen Schätzungen beteiligten sich an ihm gegen 150.000 Personen. Der Umzug bewegte sich vom Pantheon aus auf dem Lateinischen Birrtel zum Boulevard St. Germain, über die Sully-Briicke, den Boulevard Heinrich IV., den Bastille-Platz bis zum Platz der Rationen, wo dann alle Organisationen in Ruhe auseinandergingen.' Um 16 Uhr 45 war die Spitze des Zuges auf der Plare des Nations angelangt, während das Ende des Zuges noch beim Pantheon hielt. In den Bolksvierteln wurde der Umzug stürmisch begrüßt und die Bevölkerung sowie auch die Teilnehmer des Manifrstationsumzuges sangen die Internationale. In zahlreichen Fenstern wehten rote Fahnen. Dagegen wurden in den übrigen Vierteln der Stadt französische Trikoloren ausgehängt. Die ganze Manifestation ging ruhig vor sich. Rur im Lateinischen Viertel veranstalteten junge Leute der Rechtsorganisationen kleine Maniftstationen, die aber von der Polizei zerstreut wurden. Rach 19 Uhr herrschte überall wieder Ruhe. Auch in anderen Städte«, hauptsächlich in Marseille, fanden Manifestationsumzüge der vereinigten Linksparteien statt. stören." Schumann hatte sich, seine Umgebung völlig vergessend, über den Hellseher gebeugt. Er war aschfahl, seine Lippen waren so trocken, daß sie ihn schmerzten. Er fieberte: „Weiter, weiter. Das ist meine Tochter Gabriele, bei Gott, das ist fie." Mardrier erhob sich: „Warum unterbrechen Sie mich denn? Wissen Sie denn nicht, daß man das nicht tun darf? Jetzt ist es vorbei. Ich habe ein furchtbares Ziehen im Hinterkopf, aber"— Mardriers Stimme wurde sieghaft hell, stieg an, trieb zusammenpeit- schend das ganze Publikum zu sich hin an das Podium—„Ihre Tochter Gabriele lebt, warum sollten nicht auch Ihre beiden andern Kinder leben? Wenn ich sie gesehen habe, ist sie also im Kriege nicht umgekommen. Diese Gewißheit haben Sie jetzt. Ich danke Ihnen. Im übrigen schließe ich den Abend." Er entfernte sich rasch, die Chance der fassungslosen Bestürmung Schumanns und die Be- tvunderung der Zuschauer ausnützend. Deren Staunen wurde noch ins Urcheimliche gesteigert durch die Art, wie Schumann wieder vom Podium herunterstieg, wankend, durch und durch erschüttert, mir Augen, die gar nicht mehr zu sehen schienen. Er stieß ein paarmal gegen Stühle und Menschen, entschuldigte sich nicht, gelangte auf den Korridor und schleppte sich auf sein Ziiümer. Havdee, die ihm sofort gefolgt war, fand ihn angezogen auf dem Bett liegend. Er sprach an diesem Abend kein Wort mehr. Alle Versuche, ihn dazu zu bewegen, wehrte er fast haßerfüllt ab. Aber er bat Haydse, bei ihm zu bleiben. Sie setzte sich in einen Sessel, ichne Licht zu machen. So erwartet« sie den Morgen. Gegen 5 Uhr schlief Haydee ein, Um 7 Uhr steckte Doktor Fisch seinen [ Kopf ins Zimmer, sah die seltsame Gruppe und zog sich wieder zurück. UND WAFFEN Roman von Manired Georg 11| Lkädchen geht in ein Geschäft. Wieso ist der FR AUEI\I’ lleine Finger ihrer linken Hand etwas entstellt? Schade, das wird vielleicht einen Mann einmal r Madrier zeigte triumphierend seine offenen, nach unten gesenken Handflächen dem PWlikum: „Herr Schumann denkt, er kann mit mir spielen. Ich bin doch ein Hellseher, kein Gedankenleser. Jedenfalls bilde ich mir nichts auf das Gedankenlesen ein. Das kann jeder bei ein bißchen Training. Daß ich also diesem Herrn hier etwas sage, wovon er selbst bereits Kenntnis hat, das ist nichts Absonderliches. Aber"—- Mardriers Stimme stieg plötzlich rasch an und fuhr schneidend auf Schumann nieder—„Sie wollen wissen, ob Ihre Kinder leben. Stimmt das?" „Ja. Sie hatten drei Kinder." „Ja." „Zwei Mädchen und einen Jungen." „Ja. „Sie wissen aber nicht, wo sie sind." „Nein." Mardrier setzte sich, preßte seinen Kopf in die Hände, drückte die Finger gegen die Schläfen, und es schien, als verfiele er in einen Traum- züstand. Schumann stand mit verkrampften Fäusten und seine Lippen zitterten. Das Publikum krümmte sich atemlos vor Spannung. „Ich sehe,".beaann da Mardrier mit einer schleimigen, belegten Stimme,„ich sehe ein junges Mädchen durch eine Straße gehen, Wer -einen großen Platz jetzt mit Palmen, viel Palmen. Jetzt weicht sie einem Auto aus, es ist ein sehr belebter Platz, in der Mitte Unter einem großen weißen Schirm steht ein Schutzmann. Ein i hoher Dom ragt über die Dächer. Das junge Er versuchte Mardrier Wer das Ereignis, das ihn selbst erstaunt hatte, noch vor dessen Abreise zu sprechen, aber der lehnte merkwürdigerweise jede Auskunft ab und sagte nur etwas von oben herab: „Für manche ist Hellseherei ein Beruf. Das sind die Charlatane. Für mich ist es Beruf und Berufung. Aber Sie wären der erste Arzt, der dies glaubte. Ich komme WrigenS in einem Monat wieder durch Wien. Da könnte ich noch einen Abend für Sie frei machen. Soll ich wieder heraufkommen?" Fisch nickte eifrig, obwohl er sich etwas gekränkt fühlte. Der Kollege von der okkulten Fakultät hatte ihm diesmal zu gute Geschäfte gemacht. Er hatte es Wrigens an diesem Morgen nicht leicht. Die Sensation war für die Patienten reichlich aufregend gewesen. Sie waren unruhig, launisch, unzufrieden. In die beschauliche, ausgefüllte Welt ihres Krankseins, in der es sich so wundervoll leben ließ, und in der die Temperaturkurven der Fieberthermometer stärker erregten als die Meldungen der Zeitungen und Briefe, die sowieso etwas verspätet und abgestanden in diese Höhe hinaufkamen, war ein Ereignis eingebrochen. Kam hinzu, daß eine Sensatton nie allein kommt. Bei der Schwester Mela meldete sich in der Frühe ein wenig vertrauenserweckender Herr in Lederjoppe und Mütze mit einem ekelhaften, zugeschwollenen Auge, der dringend und in ziemlich unhöflichem Ton Fräulein Nazario zu sprechen wünschte. Melas ebenso abweisende wie höflichdiplomatische Antwort— sie liebte solche Gestalten nicht, wie diese da— wurde leider durchkreuzt durch die Tatsache, daß Havdee gerade mit dem sehr angegriffen aussehenden Schumann die Trepp« herunter kam. Der Bursche maß Schumann eher verächtlich als feindselig, ging auf Hayd<« zu, und beide entfernten sich rasch durch das Portal die Waldstiege hinauf, die unmittelbar dem Sanatoriumseingang gegenWer den i trrtung der Arbeiterinteressen ist und daher die Gewerkschaften den größten Wert darauf legen, Einfluß in den Zwangssyndikaten zu Wen, wie übrigens ein Fuicktionär des Verbandes der Glas- und Keramarbeiter in unserem Blatte vor kurzer Zeit klar dargelegt hat. Um den böhmischen Landesschulrat. Wir haben gestern eine Nottz gebracht, in welcher wir über einen Vorfall im Klattauer Bezirksschulausschuß berichteten. Dazu erfährt nun das„Nä- rodnj Osvobozeni", welchem wir unsere erste Nachricht entnahmen, daß die ursprüngliche Entscheidung des Landesschulrates, in welcher der Lehrer Maxa zum Sekretär des Bezirksschulausschusses in Klattau bestellt wurde, vom Landes- Präsidenten Sobotka als dem gegenwärttgen Leiter des Landesschulrates deswegen sistiert wurde, well der Bezirksschulausschuß einen Abände- rungSantrag vorgelegt hat, in welchem nicht der genannte Lehrer, sondern ein Lehrer Kowarik zum Sekretär des Bezirksschulausschusses vorgeschlagen wurde. Darnach habe der LandeSpräsi- dent nichts anderes getan als den Abänderungsantrag deS Bezirksschulausschusses Klattau genehmigt.— Landespräsident Dr. EWotka schreibt’:i einem Briefe an unS, der sich auf unsere Bemerkung bezieht, der Landesschulrat sei nun von einem Beamten geführt, der nicht dem Schulministerium, sondern dem Innenministerium unterstehe, daß nach dem Paragraph 40 des Gesetzes vom 24. Feber 1873, Nr. 17, im Wortlaut deS Gesetzes vom 24. Juni 1890 Nr. 46, der Landespräsident der Vorsitzende des Landesschulrates sei und daß er als solcher nach Artikel i, Abs. 3, deS Gesetzes Wer die Organisation der politischen Verwaltung vom 14. Juli 1927, Zahl 125, an die Vorschriften und Weisungen des Schulministeriums gebunden sei. Die Vorarbeiten am neuen Sttafgrsetzbuch. Am Montag wurden im Justizministerium unter dem Vorsitz des Justtzministers Dr. D e r e r die Fachberatungen Wer den umgearbeiteten Refe- renteneNtwurf des Strafgesetzentwurf es unter Beteiligung von Vertretern des Unifizierungsminist eriums, des Ministeriums für Nationalverteidigung und von Mitgliedern des Obersten Gerichtes und der Generalprokuratur, die mit der Mitarbeit an dem Entwurf betraut sind, eröffnet. Die Vorbereitungsarbetten an dem neuen Strafgesetzbuch sind damit in einem bedeutenden Maße vorwärtsgekommen. „Helft den Bürgerschulen!" Sonntag vormittags veranstaltete der Reichsverband der Bürgerschullehrer in der Tschechoslowakei gemeinsam mit den autonomen Korporattonen in einer Reihe von Städten öffentliche Jnformationsversamm- lungen unter dem Motto:„Helfet der Bürgerschule!" Unter.sehr zahlreicher Teilnahme der Oeffentlichleit und von Mitgliedern beider. Kammern der.Nationalversammlung wurden Resolutionen angenommen, in denen die organische Angliederung eines vierten Jahrganges an die Bürgerschulen und die Beschaffung qualifizierter Lehrkräfte für die Bürgerschulen gefordert wird. Die Liga gegen den Antisemitismus hielt am vergangenen Sonntag in Brünn ihre ganz- tzaalliche.Tagung ab, in der Berichte Wer die bisher geleistete Arbeit in Prag, Brünn und Preßburg erstattet wurden. In einer Resolution wurde u. a. auch zur Ermordung des Rational- sozialisten Äuslloff Stellung genonunen. Die Liga verurteilt diese KampfeSweise, weist aber darauf hin, daß der Ausspruch am Grabe Gustloffs „Nichts ist so verabscheuungswürdig wie der politische Mord!" eigentlich die schwerste Anklage des heutigen deutschen Regimes darstellt. Wegbeginn zum Sonnwendftein bildete. Schumann schien das an sich nicht sonderlich übel zu nehmen. Er ging nur ins Büro und meldete dort seine Abreise für mittag an. Also was hatte dieses junge/ schöne und elegante Mädchen mit einem solchen Kerl zu tun? Was hatte sie mit Schumann zu tun? War sie eine Hure? War sie eine Hochstaplerin? Daß jeder wußte, daß sie eine Tänzerin war, nahm man nicht zur Kenntnis. Während Fisch die Treppe zu den Patienten hinaufftieg, überlegte er: Wieso kann eine Tänzerin aus der Femina sich mit mir Wer FlaWert unterhalten oder im Gespräche behaupten und es sogar zu beweisen versuchen, daß der Roosevelt-Plan ein„kapitalistischer Quatsch" sei. Schade, daß sie ab reist! Er stand gedankenvoll am Fenster, als er Haydee und den ftemden jungen Mann aus dem Walde herauskommen sah. Sie hatten sich offenbar gestritten, Falten standen ihm böse über den Augen. Der Abschied war ziemlich kurz und feindselig. Fisch holte aus einer verschlossenen Schreib- ttsch-Schublade ein kleines, ledergebundencs Büchlein, auf dem in Golddruck die Worte„Mein Bestiarium" standen, in das er chronikartig Notizen Wer seine selffamsten Gäste eintrug, wenn sie abreisten. Er setzte sich nieder und schrieb: „Werner Schumann, Rittmeister, sucht seine Kinder, wird vielleicht einmal wahnsinnig oder ein großer Geschäftsmann." Er besann sich einen AugeWlick und setzte dann in Klmnmern dahinter:„oder ein Verbrecher". Dann schrieb er eine Zeile ttefer:„Haydee Nazario, seine Begleiterin, hat noch nichts mit ihm, ist angeblich Tänzerin, Eine Frau, die uWegrenzt lieben und unbegrenzt Verraten kann. Ihre Haut schien mir immer ein wenig nach Zimmt zu riechen. Summa summa- rum: Wieder einmal zwei Verrückte!" ^Fortsetzung folgt.) Nr. 11 Dienstag, 18. Feber 1936 Sudetendeutscher Zeitspiegel Westböhmische SJ steht treu zu den Verbandstagsbeschlüssen ,, Organisierte Strauchritterei" ,, Buschkleppermethoden" Christlichsoziales Urteil über die ,, Volksgemeinschafts"-Partei Sonntag tagte in Falfenau die Kreiskon ferenz der Sozialistischen Jugend Westböhmens. Die Konferenz, auf der es bei der Beratung über die Arbeitsformen und die Verbandstagsbeschlüsse Eines der härtesten Urteile, die bisher von zeitweilig äußerst lebhaft zuging, brachte eine| flare Entscheidung über die künftige Arbeit und deutschbürgerlicher Seite über die neuen Metho= die Stellung zu den wichtigsten Tagesfragen. Nach der Einleitung durch ein Lied eröffnete Genosse Michel Walter die Konferenz. Die Funktionäre fonnten von einem steten Aufstieg der Streisorganisation und von einer überaus regen Tätigkeit berichten. Der bisherige Kreisvertrauensmann Genosse Walter versuchte in seinem Tätigkeitsbericht seine ideologische Einstellung, die ihn schon oft in die Irre führte, zu begründen. In einem glänzenden, eindrucksvollen Refe rat zeigte hierauf der Verbandsvorsitzende Genosse Kern die Widersprüche in der Argumen tation Walters auf und stellte einige von Walter falsch verstandene oder falsch angewendete Be= griffe und Zitate klar und präzisierte dann die Aufgaben unserer Jugendbewegung in der heuti gen Zeit. Dem Referat folgte eine lebhafte Debatte, on der zehn Redner teilnahmen. Sie gestaltete sich zu einer gründlichen Abrechnung mit den Versu chen, die kommunistischen Einheitsfrontmanöver von hinten herum in der Jugendbewegung wirksam zu machen. Im Schlußivort geißelte Genosse Kern Disziplinwidrigkeiten und Fraktionsversuche und betonte, daß der Verbandsvorstand auf die Durchführung und strengste Einhaltung der VerDie zu dem bandstagsbeschlüsse achten werde. Referat des Genossen Kern vorgeschlagene Reso= Iution wurde einstimmig in, namentlicher Abstimmung angenommen. Sie lautet: ,, Die Kreiskonferenz stellt sich vorbehaltslos hinter die Beschlüsse des Verbandstages von Teplig- Schönau. Sie verurteilt alle Versuche, die or= ganisatorische und geistige Einheit des Sozialistischen Jugendverbandes von außen oder von innen zu gefährden und verweist insbesondere auf die unbedingte Notwendigkeit, die Stellungnahme des Verbandstages zu den kommunistischen Einheitsfrontbestrebungen zu respektieren. Ebenso ist jede Fraktionsarbeit innerhalb und außerhalb der Kreisorganisation unstatthaft. Die Kreisfonferenz fordert von der Kreisleitung und dem Verbandsvorstand die Anwendung der in den Sagungen enthaltenen Maßnahmen gegen jeden Bruch der Verbandstagsbeschlüsse." Bei der Neuwahl wurde der bisherige Sekretär Genosse Ernst zum Streisvertrauensmann geivählt. Nach einem Appell des Genossen Kern wurde die Konferenz geschlossen. ,, Was es im Zeichen der Volksgemeinschaft nicht geben sollte" In der Sonntagsfolge der ,, um bur= er Zeitung" findet sich folgender, vielsagender Bericht: den in der judetendeutschen Politik abgegeben wurden, findet sich in der jüngsten Sonntagsnummer des christlichsozialen Tagblattes..Da s Volt" in Jägerndorf. Es heist dort: ,, In lezier Zeit macht sich in politischen Verjammlungen eine gewisse Tattit bemerkbar, die man auf gut deutsch ,, stänker n" nennt. Irgendeine Partei hat, sagen wir draußen auf dem Lande eine Versammlung einberufen, in de: einer ihrer Abgeordneten oder Funktionäre ein Referat erstattet. Da erscheint eine Anzahl zumeist junger Leute, in ihrer Mitte ein Gegenredner, der zu gelegener oder auch ungelegener Zeit unter tumul tuöser Unterstübung seiner Trabanten seine Schlager anbringt, worauf die ungebetenen Gäste abziehen, ohne auf die Antwort zu warten, die ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten würde. Ist gerade kein Gegenredner zur Hand, so begnügen sich die Stoßtrupps mit Zwischenrufen und treiben dies, solange es nur angeht, ziehen abe: ab, sobald ihnen etwa eine Abrechnung unangenehm werden fönnte. Es liegt dieser Tattit offenbar die Erwägung zugrunde, daß man durch ärgerliche Zwischenfälle den Eindruck einer parteigegnerischen Versammlung zerstören oder wenigstens abschwächen und vielleicht auch für die Zukunft vielen den Besuch solcher Versammlungen verleiden könne, in denen nicht ganze Knüttelgarden aufziehen. Die solcher Gleichartigfeit Störungserscheinungen zivingt zu dem Schluß, daß es sich ur eine durch 1800! Statistischen Ermittlungen zufolge sind in der Republik von 1928 bis einschließlich 1935 1800 Fabriken gesperrt worden. Die Zahl der Fabriken hat in dieser Zeit um 15 Prozent abgenommen. Henleindemokraten Seite 3 Südamerika in Gärung Siegreiche Volksbewegung sin Venezuela SM 2 deu Caracas( Venezuela).( Reuter.) Samstag wurde hier zum Zeichen des Protestes gegen die durch ein Dekret eingeführte Pressezensur der Generalstreik verkündet. Es kam zu Ausschrei tungen und Zusammenstößen, bei welchen sechs Personen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Sämtliche öffentlichen Dienste, darunter Telephon und Tramway, sind eingestellt. Die Zeitungen erscheinen nicht und die Arbeit in den Geschäftshäusern hat aufgehört. Die Demonstranten bea zentrale Weisungen vermittelte Taktik herrschen die Stadt und sind seit Freitag vormit handelt. Diese Aktion wird nicht selten so grob- tags Herren der Situation. Auf Ersuchen des schlächtig durchgeführt, daß fürzlich ein solcher Wolfes wurde der Gouverneur der Stadt abge= Zwischenredner in einer Ortschaft des Freiwal fett. Der Präsident der Republik Venezuela eni= dauer Bezirkes von anderen als seiner Partei als hob auch die Präsidenten der Staaten Lara und ,, Gesindel" sprach. Wenn diese organisierte Zulia ihres Amtes. Viele Häufer, besonders jene Strauchritterei in der sudetendeutschen der Beamten der ehemaligen Regierung, wurden Politik wieder heimisch wird sie war es unmit geplündert, die Einrichtungen der Wohnungen auf telbar nach dem Umsturz und ist es jeweils zu die Gaffen geworfen und dort verbrannt. Wahlzeiten dann ade deutsche Einigkeit! Ja, wer ist es denn, der diese Busch kleppermethoden wieder zur Dauerein= richtung im politischen Leben des Sudeten deutschtums machen will? Welcher Partei gehören die jungen Krawalleure an, die in alle möglichen Versammlungen einbrechen? Sie sprechen regelmäßig für iene Partei, die in dem letzten Wahlfeldzug unter dem Schlagwort ,, Volksgemeinschaft" gemacht und da mit einen glänzenden Sieg errungen hat. Die Volksgemeinschaft droht jetzt in die erbittertite Valgerei auszuarten. Das dürfte wohl nicht den Erwartungen jener Volksgenossen entsprechen, die sich so viel von einer Einheitspartei erivarteten. Aber nicht die, von der Edp verächtlich als„ Splitterparteien" bezeichneten Voltsteile sind die Störer des Friedens, sondern ausgerechnet die Verfechter der Volksgemeinschaft". " Nur ein Wort unsererseits sei dem hinzugefügt: Erkenntnis und Widerwille wachsen von Woche zu Woche.. Eine weitere Reuter- Meldung besagt: Der Generalstreit, der zwei Tage lang das Geschäftsleben in Caracas lähmte, wurde das f dem entschiedenen Eingreifen des Präsidente Contreras. Der Präsident ließ den Gouverneur der Stadt, auf dessen Befehl die Poli zei in die Menge geschossen hatte, verhaften. V:: dieser Schießerei waren zehn Personen getötet un zahlreiche verletzt worden. Präsident Contreras hat ferner den Präsidenten des Staates Lara und der Staatspräsidenten von Julia sowie zahlreiche von dem ehemaligen Präsidenten Gomez eingesetzt Beamte ihres Amtes enthoben. Außerdem hat Contreras zahlreichen Forderungen der Bevölke= rung entsprochen. Die Stadt hat bereits ein ganz normales Aussehen. Montag werden die Zeitungen wieder erscheinen. Polen bleibt beim Pilsudski- Kurs? Montag nachmittag wollten zwei Maurer in einem Hause der Maternigasse in Auſſig, in dem früher die Ressource- Schwemme untergebracht war, eine schadhafte Decke beseitigen und durch eine neue ersetzen. Während der Arbeiten stürzte die Decke ab und begrub die Arbeiter unter sich. Die erste Hilfe leisteten drei Straßenpassanten, die die Hilferufe hörten, und der Koch eines Restaurants. Später wurde die Feuerwehr zu Hilfe geholt, die für erste Hilfe der Verlebten sorgte. Der eine Arbeiter wurde im Gesicht und am Kopf erheblich verlebt, dem anderen wurde das Bein ausgekugelt. Beide Verunglückte wurden mit Sanitätswagen dem Auſſiger Bezirksfrankenhaus zugeführt. Eine Kommission untersucht die Ursache des Unfalles. Warschau. In einem parlamentarischen Erposé erklärte Ministerpräsident Koscialfowiti zur Außenpolitik, daß niemand mit der Zwei Maurer bei einem Deckeneinsturz lenderung ihrer Prinzipe und Richtlinien schwer verletzt rechnen dürfe. Diese Richtlinien seien für dem Bestreben nach Festigung des Friedens ge= Iange Jahre festgesetzt und seien von leitet. Keine Schwierigkeiten und keine Komplikationen und insbesondere kein von auswärts stammender Druck könne eine Aenderung der Hauptrichtlinien des Verhaltens Polens herbeiführen. Auf dem Gebiete der Innenpolitik erklärte der Ministerpräsident, eine Rückkehr zu den vor dem Mai 1926( dem Pilsudski- Umsturz) Polen herrschenden innerpolitischen Verhältninen sei ausgeschlossen. Es wäre unmöglich, daß zwischen zwei mächtigen Nachbarstaaten, bei welchen der konzentrierte Wille Millionenmassen mobilisiere, ein Polen existieren könnte, welches durch fortwährend wechselnde Regierungen ge lenkt würde. Oesterreichs Außenminister holt sich Rat Nordböhmisches Ehrengeschenk für Masaryk. Die Reichenberger Stadtvertre tung hat beschlossen, den Staatspräsidenten Dr. Beneš zu bitten, bei seiner bevorstehenden nordRom. Der Unterstaatssekretär für Aeußeböhmischen Reise auch Reichenberg zu besuchen. res Suv ich wird dem österreichischen AußenDie Stadtvertretung genehmigte weiterhin einen minister Berger Walden egg gelegentlich größeren Betrag für ein Ehrengeschent, dessen Aufenthaltes auf italienischem Boden in das von den nordböhmischen Städten gemeinsam den nächsten Tagen in Florenz einen Besuch ab= dem Altpräsidenten M as a rht überreicht wer- statten, um ihn zu begrüßen. Elend und Sittlichkeit. In einem Raum In einem Rundschreiben der Organisation der deutschen Landwirte Mährens( Nr. 30/1100 vom 4. Jänner 1936) witd anempfohlen, daß die landwirtschaftlichen Bezirksvereine ihre Sabun gen dahin abzuändern haben, daß in der Vollversammlung die Vertreter der Ortsvereine das Stimmrecht nur mit je einer Stimme für je 50 Hektar bewirtschafteter Grundfläche ausüben, das heißt also, zehn Kleinlandwirte mit je fünf Settar Besitz haben nur eine Stimme, während der Großbauer mit 50 Heftar ebenfalls eine Stimme hat. So wollen die mährischen Agrarier die alleinigen Beherrscher der Vereine bleiben und den Einfluß der Kleinlandwirte ausschalten. In den mährischen Organisationen herricht vorwiegend der Henleingeist. Die meiste Funktionäre sind z. Nigdorf.( Was es im Zeichen gleichzeitig auch Funktionäre der Henleinbewegung. Die erste Folge dieses übermächtigen Einflusses der Volksgemeinschaft nicht getritt also in der Richtung zutage, daß man die ben sollte.) Bandweber, welche auf von gleichberechtigte Vertretung der Kleinlandwirte den soll. einem Unternehmer aus dem Nixdorfer Katastral- unmöglich macht und deren Einfluß ausschaltet. gebiete in Groß- Schönau gepachteten Webstüh- Das ist echter hitlerischer Henleingeist. Dieses des Roßnier Armenhauses wohnte der Arlen arbeiten, erhalten für 100 Meter angefer- Rundschreiben offenbart den Herzenswunsch der beitslose B. mit seiner Frau und vierkinlen arbeiten, erhalten für 100 Meter angefer- Henleinagrarier, nämlich die kleinen Landwirte in der n. B. wurde jetzt unter der Beschuldigung, tigte Ware 2 Kč Akkordlohn. Sie können dem allen Körperschaften mundtot zu machen. Es ist sich an seiner zwölfjährigen Tochter nach in der Woche etwa 25 Kč verdienen, bei 40- Pflicht der organisierten Kleinbauern und Häus- mehrfach aufs schwerste vergangen zu haben, bis 48stündiger Arbeitszeit sind das 50 bis 60 ler und insbesondere der Kleinbauern- Funktio- festgenommen. So werden Menschen durch den näre, überall aufzuzeigen, wie es mit der Hen- Irrjinn der Wohnungsnot zu Verbrechern an den Teindemokratie in Wirklichkeit aussieht. Jeder eigenen Kindern... I Was wir zum Wesentlichen dieses Berichtes, Kleinbauer und Häusler ist dort nur ein Werkd. H. über die von den. Volksgenossen Unterneh zeug für die demagogischen und ehrgeizigen deutscher Bühnenleiter in der Tschechoslowakei und Prüfungen für Bühnenanwärter. Der Verband mern den Volksgenossen Arbeitern gezahlten Pläne der Herren Führer", während sie in der der Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republit Schundlöhnen zu sagen haben, ist so bekannt, daß eigenen Berufsorganisation über die Organiwir wohl verzichten können, an dieser Stelle dar- sationsführung und über die Vertretung ihrer auf einzugehen. Daß es so etwas im Interessen nach freier und gleicher Wahl mitbeZeichen der Volksgemeinschaft stimmen dürfen. nicht geben fol Ite", ist nicht nur die Ansicht des Nixdorfer ,, z"-Korrespondenten der Stumburger Zeitung", sondern auch der Rebat Dr. Walter Brand und die Wahrheitsliebe tion des Blattes selbst, denn sonst würde sie es Herr Dr. Brand hielt dieser Tage in gemacht haben wie die Redaktion der Warnsdor- Schreckenstein eine SdP- Gebietsversammlung ab, fer ,, A b we h r", die zwar denselben Bericht in der er, über die Not im sudetendeutschen Gebiet bringt, in der einleitenden Zeile aber die bezeich- sprechend, laut„ Ausfiger Tagblatt" folgendes nenden Worte ihres Korrespondenten, welche da sagte: lauten im Zeichen der Volksgemeinschaft" einfach wegst rich. Jedenfalls will es die Redaktion der ,, Abwehr" vermeiden, ihre Leser mit der Nase auf das Wesen der ,, Volksgemeinschaft" zu stoßen. Heller Stundenlohn. Diese Not sei durchaus nicht von heute ode: gestern. Aber die anderen judetendeutschen Par. teien hätten eben bisher in Prag nichts Beson deres von dieser Not erzählt, obwohl manches Jah hiezu Zeit war. Sie hätten sich eben bei den Koalitionsfreunden durch derartige Mitteilungen nicht unbeliebt machen wollen. Sie müßten es daher jetzt über sich ergehen lassen, daß die Sudetendeutsche Partei der Welt den Umfang und die Größe unseres Elendes einhämmere. Wie SdP- Abg. May Versammlungen ,, informiert"! In einer SdP- Versammlung in Shaa sprach Abg. Ma y aus Niedergrund auch über das Doppelverdienersystem und erklärte dabei, daß Vizepräsident Ta u b im Parlamente gegen die gesetzliche Regelung des Doppelverdienersystems Stellung genommen hat. Dazu stellen fen. wir fest, daß Abg. Ma y den Versammlungs- Brand ist. besuchern bewußt eine unwahre Information Wir brauchen dem wohl nichts entgegenzuhalUnsere Leser wissen jetzt, was Herr Dr. Uebrigens war in dieser Versammlung von Schandjustiz Wien. Das Schwurgericht in Leoben vers urteilte den 30jährigen Bergarbeiter se u če ra, der an den Feberkämpfen im Jahre 1934 teilgenommen hatte, nach der Tschechoslowakei geflüchtet und im vorigen Jahr wieder nach Oesterreich zurückgekehrt war, wegen Hochverrates zu fünf Jahren schweren Kerfers. Vom Rundfunk geben bekannt, daß die zwischen beiden Verbänden Empfehlenswertes aus den Programmen: Bühnenanwärter in Prag und Brünn Ende März bereinbarten Prüfungsstellen die Prüfungen für 1936 abhalten werden. Die Bühnenanwärter werden aufgefordert, sich bereits jetzt bei der Paritätıſchen Brüfungsstelle Brünn, Janáčekplatz Nr. 2a, anzumelden. Vernichtungskrieg gegen Eichhörnchen. In de i bocher Gegend nahe Melnik schien seit länger Beit eine Epidemie unter den Eichhörnchen aus gebrochen zu sein, die die Tiere geradezu aus rot tete. Jetzt verhaftete die Libocher Gendarmerie einen Mann namens Sochor, der einen grau samen Vernichtungskrieg gegen die unschuldigen Tiere geführt und zahllose bon ibnen erlegt hatte. Notleidende" Diebe... In Strafchniß bei Melnik beschlagnahmte die Gendarmerie große Men gen gestohlenen Bauholze 3. Die Täter sind meist Bauern, die zu den reichsten des Ortes gehören. GEDENKET aab, weil es nicht den Tatsachen entspricht, daß den 1200 Menschen, die der SdP- Berichterstatter bel allen Anlässen Mittwoch: Brag: Sender 2.: 10.05 Deutsche Presse. 10.15 Deutscher Schulfunt. 11.05 Salonorchester. 12.19 Opernarien. 13.40 Deutscher Arbeitsmarkt. 16.53 Jugendtheater. 18.10 Deutsche Sendung: SportvorSchau. 18.20 Arbeitersendung: Rehwald( Reichenberg): Worum geht es jetzt in unserer Textilinduſtrie? 18.45 Deutsche Preſſe. 19.25 Konzert des Trompeterchors. 20.20 Frauenchöre. 22.15 Tanzmusif. Sender St.: 14.15 Deutsche Sendung: Kinderstunde. 14.50 Deutsche Presse. 18.45 Chanfons auf Schallplatten. 19.10 Violinkonzert. Brünn: 17.40 Deutsche Sendung: Unterhaltungsmusif. Mähr. Oftrau: 13.40 Leichte Musik. Donnerstag: Prag: Sender L.: 10.05 Deutsche Presse. 11.05 Jazzorchester. 12.10 Leichte Mujit. 13.40 Leichte Mujit. 15.35 Opernizenen. 17.45 Deutsche Sendung: Heitere Jugendstunde mit Musit. 18.10 Machunzo: Arbeitslosigkeit, das Schicksal unserer Tage. 18.45 Deutsche Presse. 19.15 Englisch für Anfänger. 19.40 Volkskonzert. Sender St.: 14.15 Deutsche Sendung: Winterniß: Dienst und Rat als Kundenwer bung. 14.30 Schallplatten. 19.10 Volkslieder. | Brünn: 13.30 Deutscher Arbeitsmarkt. 17.15 Opernarien. 17.40 Deutsche Arbeitersendung: Jurda: Die Frau in der Sozia.verficherung. Mähr. Ostran: neue Bücher; Opernarien. Genoſſe Ta u b gegen die Schaffung des Dop- jah", nach den Angaben unserer Gewährmann der Arbeiter fürsorge! 18.10 Dentice Sendung: Dr. Michalitſchte: Ueber pelverdienergesetzes aufgetreten ist. gerade nur die Hälfte tatsächlich vorhanden. Seite 4 Dienstag, 18. Feber 1936. Wintersport- Sonntag des Atus 19 Ueber 3000 Besucher in Joachimsthal Gelungene Grenzlandkundgebung Ein neuer Schanzen- Rekord: 64.5 Meter Das Bundes- Wintersportfest des Atus in mit 64.5 Meter einen neuen Schanz Jeachimsthal wird immer zu den größten und rekord aufstellte, wollte der Jubel kein Ende schönsten derartigen Veranstaltungen gerechnet nehmen. iverden müssen. Tausende Menschen haben daran teilgenommen. Um wieviel größer wäre aber die Beteiligung gewesen, wenn nicht ein neuer Wetterumbruch ungezählte Menschen veranlaßt hätte, lieber daheim zu bleiben, als das Geld vielleicht doch unnüz auszugeben. Nach Abschluß der Läufe am Sonntag wurde im größten Saal von Joachimsthal ein& ejt a bend veranstaltet, der die Massen leider nicht fassen konnte. Es wurden an diesem Abend verzügliche Leistungen der Turner und Turnerinnen und Sänger geboten. Die Joachimsthaler hätten ihre Stadt lieber Am Sonntag vormittags wurden die Läufe auch in einem tief winterlichen Bild und die zum Abschluß gebracht, worauf eine Grenz Waldungen im Rauhreifschmud gezeigt, als in landfundgebung für Demokras einem Stadium, das sich senst im März oder April tie und Volksverteidigung bergeltend macht. Dennoch fanden sich am Sonntag froß Regenwetter gegen 3000 Menschen in Joachimsthal ein und als dann am Nachmittag bei aufheiternder Witterung der Marsch zur Schanze angetreten wurde, gab es nur frohe Gesichter. Unter Vorantritt der Joachimsthaler Bergkapelle ging es durch die Stadt und so oft man sich umblickte, sah man einen Wald geschulterter Bretter, deren Träger von den Massen, die den ganzen Wald säumten, immer wieder freundlich begrüßt wurden. Alle Wege, die zur Schanze führten, waren schivarz von Menschen, die mit Beifall nicht fargten. Als dann der junge tschechische Sportler Skoda aus Groß- Hammer Jagesneuigkeiten Nationale Produktion" saßen und wir mußten mindestens 100 Meilen zurüdlegen, bevor wir zur Verpflegsbasis gelangten. Mein Kamerad erblickte zuerst das Flug zeug des Rettungsdampfers ,, Discovery II", das Konserven abwarf und uns den Weg zum Meer zeigte." Nr. 41 IV. internationales Treffen des Verbandes für Arbeiter- Winter- Touristik am 15. 16. Feber auf der Königshöhe Professor Jèze hielt Montag an der juridi Samstag abends fand im Naturfreunde- Saus schen Fakultät seine Vorlesung ab, die in größter ein Begrüßungsabend statt, wobei die GeRuhe verlief. nossen ügI( technischer Ausschuß), Peuter ( Verband der tschechischen Arbeiter- Touristen) und Gefecht mit Räubern. An der bulgarisch- Strnad als Obmann des Verbandes Ansprachen türkischen Grenze bei der Stadt Zlatograd kam hielten. Gesangliche und musikalische Darbietungen es Samstag zwischen einer bulgarischen Polizeipatrouille und zwei türkischen Räubern zu einer Naturfreunde- Delegation war leider nicht erschienen sel wurden die Räuber erschossen. Sie hatten vierter Schneefall. Die Bahnen waren jedoch gut und bei sich. Schießerei. Nach einem dreistündigen FeuerwechKarabiner, 400 Patronen und eine Bombe Die richtige Atmosphäre. Bei dem SamsMitternacht eine Stinkbombe geplaßt. Der tag stattgefundenen Wiener Opernball ist nach Vorfall hat keine Störung des Balles verursacht. Es muß recht gemütlich zugegangen sein, wenn man die Stinkbombe nicht störend empfunden hat! Flugboot überfällig. Die Deutsche LuftDer Täter fonnte noch nicht eruiert werden. berschönerten die Stunden. Die gemeldete ungarije Am Sonntag berrschte tubes Wetter und leich die Läufe wita durchwegs über sechs Kilometer felten sich rasch ab und brachten u. a. folgende Er gebnisse: Bei den Jugendlichen( bis 18 Jahre) liefen Novotny( tsch. Arb.-T. Lučany) in 31:02, Mrkout ( Naturfreunde Rumburg) in 31:42, Selma Wiesenthoner( Naturfreunde Preßburg) in 44:15 und Stel sig( Naurfreunde Prag) in 33.46 durch das Ziel. laufen. Bei den Sportlerinnen siegte Ko beutová( tsch. Arb.-T. Prag) in 32:19. Von den Von den Gästen wurde die beste Zeit mit 27:12 geanstaltet wurde, auf der in Vertretung des verhinderten Genossen Taub Genosse Paul aus Prag, ferner Genosse Šimet und Genosse Ilmann für den Bundesvorstand sprachen. Am Nachmittag setzte sich dann der Festzug zur Sprungschanze in Bewegung, worauf das Springen seinen Anfang nahm. In der Kombination, die aus dem 4- Kilometer- Abfahrtslauf, 15- m.- banja teilt mit: Das deutsche Postflugzeug, das Langlauf und dem Sprunglauf besteht, erzielte am 15. d. M. von Südamerika kommend in in der Jugendklasse Esta Werner aus Aber- Afrika eintreffen sollte, hat seinen Bestimmungs- Gästen ist die Bestzeit 29:27. Das Laufen der Antham die Note 57.459, bei den Sportlern 1. Klasse ort nicht erreicht. Es ist möglich, daß die Funk- fänger wurde eine Beute von Trautenauer NaturBohuslav Škoda aus Světla die Note 58.450 anlage des Luftbootes unklar wurde, daß die Be- freunden, von denen Baudisch mit 30:04 der Beste und in der Gruppe der Sportler 2. Klasse Rudolf sabung Bathurst verfehlte und an einer anderen mar. Bei den Alterssportlern gewann ais Sober aus Nieder- Altstadt die Note 53.726. Stelle der afrikanischen Küste gelandet ist. Die Gast Rieger( Neuwelt) in 25:56; Der Gablonzer Suche nach dem Flugboot wurde bereits auf Naturfreund Fischer benötigte 26:34. Jm Manns schaftslauf benötigten die Naturfreunde Reis chenberg 26:40, die Prager tschechischen Arbeitertouriſten 27:44 und die DTJ Großhammer 28:55 Dis Bestzeit lief eine Gästemannschaft mit 26:06. Den Kombinationslauf( 15 Km. und 4 Km. Hin dernis) gewann Franz Humpel( Naturfreunde Reis chenberg) mit 1:15:32 vor Kohout( DTJ Reichenberg) 1:15:32 und Hugo Fischer( Naturfreunde Gablonz) 1:17:17. Jm Slalom fiegie Humpet turfreunde Graupen) 48 Sek. und Vohnout( tſch Arb.-T. Lučany) 50 Sek. Die Strecke war 300 Meter lang und hatte ein Gefälle von 80 Meter. Der bekannte Flieger Lincoln Ellsworth, der mit seinem Begleiter einen Flug in die Antarttis unternommen hatte, und nach einer NotTandung nach dreiwöchigem Umherirrens am 17. Jänner gerettet wurde, ist an Bord des Rettungsschiffes Discovery II" in Melbourne eingetrof fen. Nach einem 15stündigen Flug", erzählte Elsworth ,,, trafen wir über einem von Gletschern genommen. Daß Nationalismus die erste Stufe von wimmelnden Gebiet ein und waren gezivungen, nachträglich erfährt, ist während des Besuches König( Naturfreunde Gablonz) in 45 Set. vor Mörl( Na. Irrjinn ist, hat sich noch in jedem Strieg erwiesen. Die kriegstollen Staliener sind eben wie der in der Geistesverfassung angelangt, die auf Außenstehende nicht anders wirkt, als wenn einer am hellichten Tag nackt über den Markt marschiert. Täglich langen aus Italien Meldungen wie die folgende ein: Rom. Aus Turin wird mitgeteilt: Der Ausschuß des nationalen Modeamtes, der mit der Prüfung der einheimischen Toiletten modelle betraut ist, hat 300 italienischen Modehäusern 3500 Gerantiezeichen ausgefolgt. Diese Modelle, deren nationale gertunft auf diese Weise amtlich bestätigt wurde, find dazu bestimmt, die Modelle zu ersetzen, welche die italienischen Schneider bisher aus dem Auslande beschafften. Den wahrhaft nationalen Gütern des faschistischen Staates ist man aber auf der Spur, wenn man folgende Meldung zur Kenntnis nimmt: Rom. Um die nationale Produk tion in Italien möglichst auszunüßen, wurden in der letzten Zeit Maßnahmen zur Verbreitung der Anpflanzung des Rizinusbaumes getroffen. Aus diesem Baum wird das zur Schmie rung von Explosivmotoren geeignete Ri ainus öf gewonnen werden. ununterbrochen in einer Höhe von 2000 Meter zu fliegen. Wir landeten schließlich auf einer großen Hochebene, wo es keine Gletscher und keine Abgründe gab- und haben damit die bisherige Anschauung widerlegt, daß es in den antarktischen Gegenden nicht möglich sei, passende Landungsgelegenheiten zu finden. Ich glaube, daß es vielleicht möglich wäre, mittels Flugzeugen ganze Erpeditionen mit Schlitten und Hunden in diese Gegenden zu schaffen und so eine Erforschung der Antarktis durchzuführen. Schneestürme zwangen uns dann, sieben Tage hindurch, im Zelt zuzubringen und erst nach dieser Zeit waren wir in der Lage, auf Schlitten unsere Weiterreise anzus treten. Diese Etappe unserer Expedition war die schwierigste, da wir keine richtigen Landkarten beBei den Fernsehversuchen der Deutschen Reichs. poft in Berlin gelang es, auf Kabelleitungen absolut genaue Bilder auf eine Entfernung von 395 Kilo metern zu übertragen. Es ist dies das erstemal, daß Versuche auf eine solche Entfernung gelungen sind. Dadurch ist es möglich, daß bei Telephongesprächen die beiden Gesprächspartner einander sehen können. Ein ungern gesehener Gast. Wie man erst jetzt Karols von Rumänien ein Gast nach Paris gekommen, der den König sprechen wollte, jedoch nicht vorgelassen wurde. Dieser Gast ist der leibliche Sohn König Karols," Prinz Mircea", der aus der morganatischen Ehe König Karols mit Frau Bizi Lambrino entsproffen ist. Karol war damals noch Prinz und hat Frau Lambrino den Prozeß nicht verziehen, den fie gegen ihn nach ihrer Trennung angestrengi hat. Prinz Mircea besucht ein Lyzeum bei Paris und Frau Lambrino ist auch heute noch eine recht bekannte Persönlichkeit in gewissen Pariser Kreisen. Weitere Erwärmung. Aus West- und Südwesteuropa, wo Montag nachmittags durchwegs plus 10 bis plus 15 Grad Celsius verzeichnet wurden, dringt allmählich eine weitere Erwärmung gegen das Binnenland vor. In unseren Gegenden stieg die Natur siegt über Technik Glatteis, Stürme und Nebel legen Auto* Das Treffen verlief in vollster Ruhe und ohne besonderen Unfall. Temperatur in den tiefen Lagen beinahe überall über Null Grad an. Das Gebiet strenger Fröfte beschränkt sich nunmehr auf Nordſkandinavien, sinn land und Rußland. Wahrscheinliches WetterWetter von heute: Vorwiegend bis wechselnd bewölkt, nur vereinzelt leichte Niederschläge, von Südwesten her weitere Erwärmung. aussichten für Mittwoch: Andauer des etwas unbeständigen und relativ warmen Wetters. * Sofia. Die Gesamtzahl der Opfer der letzten tatastrophalen Schneestürme in Bulgarien wird auf 110 geschätzt. Das Schwarze Meer hat sich beruhigt und liefert seine Opfer aus. Bei und Flugverkehr lahm und verursachen zahlreiche Unfälle Varna wurde ein vollfemmen vernichtetes FischerSegelschiff an die Küste gespült. In seiner Ka Böhm. Budweis. In der Nacht auf Eine Anzahl von Flugzeugen war gezwungen, iite wurde ein toter Matrose gefunden. In der Sonntag tehrte eine viergliedrige Gesellschaft nach mehrstündigem vergeblichen Kreuzen nach Nähe des Hafens Antiola wurde ein griechisches von Sportfreunden in einem Versonenauto von dem Kontinent zurückzukehren. Die am Sonntag Segelschiff an die Küste geschleudert. Auf beiden der Winterolympiade Garmisch- Partenkirchen in Croydon eintreffenden Flugzeuge wurden mit Segelschiffen befanden sich im ganzen acht Fischer, nach Hause zurück. Auf der Staatsstraße bei Hilfe von drahtlosen Anweisungen auf den Lan- die alle ums Leben kamen. Einige weitere SegelWinterberg geriet der Praga- Wagen auf der dungsplatz geleitet. Infolge des Nebels können schiffe werden noch vermißt. Wir gestehen, bisher nicht gewußt zu haben, glatten Fahrbahn ins Schleudern, überschlug sich die Flugzeuge nach Paris, Belgien und Deutschdaß es sich bei dem Rizinus öl, mit dem dreimal und fiel schließlich in einen tiefen Gra- land nicht starten. Kopenhagen. In der Nacht zum Sonntag derfaschistische Herrschafts. ben. Als die Infaffen aus den Trümmern des setzte in ganz Dänemark S ch n e est ur m'ein, Istanbul. Nach Wiederherstellung der durch der den Sonntag über anhielt und zu ernsten apparat feit fünfzehn Jahren Wagens geborgen wurden, wurde festgestellt, daß geschmiert wird, um ein fremdländisches blikanischen Versicherungsgesellschaft und Mit- zerstörten Verbindungen ist ein leberblick über gen kam der Kraftwagenverkehr zwischen den Inich miert wird, um ein fremdländisches der 51jährige Direktor der Zweigstelle der Repu- die Unwetterverheerungen der vergangenen Tage Verkehrsschwierigkeiten führte. Ganz zum ErlieProdukt handelt. Umso erfreulicher für die Ita glied des Verwaltungsausschusses des Autoklubs die bei dem Schneesturm ums Leben gekommenen seln Seeland und Falster. Auf zahlreichen Strekliener, daß man ihnen national produziertes der Tschechoslowakischen Republik, Franz Bu st a, Menschen möglich geworden. Die Zahl der To- ten der Staatsbahnen waren Verspätungen an Rizinusöl einflößen wird, wenn sie gegen den der den Wagen lenkte, den Todgefunden ten beträgt nach den bisherigen Schäßungen 102. der Tagesordnung, der Zugsverkehr konnte jedoch Duce murren! Was aber wird Hitler tun, um hatte. Sein Bruder, der 44jährige Restaurateur 6000 Stüd Vieh sind dem Unwetter ebenfalls in allgemeinen durchgeführt werden. Dagegen feinen Untertanen die Begeisterung auf gut na- Adolf B u st a, sowie der 36jährige Advokat Dr. zum Opfer gefallen. Die Handelsflotte hat einige tionale Art einzubleuen? Wieder sieht man daß Ottokar ulec erlitten zahlreiche Verletzungen Segler verloren. Deutschland Kolonien braucht. Denn nur dort am Kopfe und wurden nach erster Hilfeleistung findet man Original- Nilpferd. durch den Arzt nach Böhmisch- Budweis überLeder zur Erzeugung national einwandfreier führt. Der vierte Mitreisende, der Bäckereibesitzer Josef Po uz a r, erlitt leichte Beinverlegungen Peitschen... und eine Gehirnerschütterung. Die Leiche des Direktors Busta wird heute nach Böhmisch- Budweis überführt werden. Der Mörder von Königsfaal ist zwar seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus taum vernehmungsfähig, er wird jedoch trotzdem ständig von Detektiven bewacht, welche die wenigen Iglan. Auf der ganzen Böhmisch- MähriWorte, die er von Zeit zu Zeit spricht, berfolgen, schen Höhe bildete sich Sonntag bei einem Frost um über die Hintergründe der Morde etwas zu von 2 Grad Glatteis, das den gesamten Autoerfahren. Vor allem trachtet die Polizei den mobilverkehr lahmlegte. Auf den Straßen fam es Mann zu eruieren, der Pero den Revolver ver- zu vielen kleineren Havarien, bis jetzt wurde aber fauft hat. Peros Zustand ist nach wie vor ernst noch kein ernsterer Unfall gemeldet. Viele Autound die Aerzte rechnen damit, daß er seiner Ver- mobilisten waren gezwungen, ihre Wagen in Icgung erliegen wird. Iglau zu lassen und sind mit der Bahn nach Neue Rettungsanker für Hauptmann. Die Hause zurückgekehrt. fubanische Polizei forscht im ganzen Lande nach Wien. Das plötzliche einsehende Glatteis hat einem Deutschen, dessen Name nicht angeführt wurde. Dieser hatte einen Brief von jenem 3. Sonntag abends in Wien zahlreiche Unfälle verFischer erhalten, der im Verlauf des Prozesses ursacht und auf der Straße zwischen Gablig und gegen Bruno Hauptmann der Teilnahme an der Burfersdorf ein s ch to eres AutobusunEntführung des Lindbergh- Kindes beschuldigt lid zur Folge gehabt. Ein großer mit Wiewurde. In dem Brief ersuchte Fisch den Deutner Stifahrern besetzter Autobus geriet auf der schen, das aus dem Lösegeld für das Lindbergh Geimfahrt infolge der Glätter ins Schleudern Sind stammende Geld auf Stuba in Umlauf zu und stürzte schließlich um, Die herbeigerufene jezen. Der Deutsche überreichte das Schreiben Rettungsgesellschaft fand zwölf Schwer- und einem Advokaten, worauf er verschwand. Der Leichtverlette vor. Brief soll gestern dem Gouverneur Hoffmann überfandt worden sein. Der Polizei liegt sehr an London. Seit zwei Tagen ist London in der Ergreifung dieses Deutschen, da sie seine dichten Nebe I gehüllt. Er hat den Verkehr Enthüllungen für sehr wichtig für das Schicksal zu Lande, auf dem. Meere und in der Luft außer Bruno Hauptmanns ansieht, der nunmehr im Ge- ordentlich behindert. Die Flugzeuge fonn jängnis von Trenton seine Hinrichtung erwartet. ten am Samstag in Croydon nicht landen. mußte auf vier Privatbahnstrecken der Verkehr ganz oder teilweise eingestellt werden. Rückkehr vom Nordpol? So lief fürzlich das Frachtschiff„ Pilsudsti" nach einer längeren Fahrt im Hafen von New Yort ein. Die große Kälte, die augenblicklich drüben in Amerika herricht, hatte das Schiff mit einem dicken Eispanzer überzogen. Nr. 41 Dienstag, 18. Feber 1936 Seite 5 IMzwlrtechtft and äoLÜckpoiW Sport-Spirt-JiMpefp(fe

ses der. Fgll sein, so wäre«unwirksame Durch- führuns^dor-iSelsperr« bei- KickotzlosW» Bettzstigusig der übrigen Oelexporüänder gesichert.. Wie aber, wenn die erstgenannte Eventualität eintritt? Das ist der Fall, auf den die Sanktionsgegner' spekulieren. Dagegen muß aber darauf hingewiesen werden, daß selbst dann eine wirksame Oelsperre möglich wäre, wenn England mit hinreichender Entschlossenheit die Konsequenzen zieht. Ein Korrespondent der„Basler Nachrichten" hat darauf aufmerksam gemacht, daß im Falle einer wirklich entschiedenen Haltung Englands die amerikanischen Oellieferanten allen Grund hätten, sich vor einer Durchbrechung der Sanktionsfront zu hüten. In diesem Falle würde nämlich für sie die Gefahr entstehen, daß sie die vorübergehende italienische Kriegskonjünktür mit sehr wesentlichen, dauernden Einbußen auf dem britischen Weltmarkt zu bezahlen hätten. Da vor allem di« USSRuW Rumänien als sichere Partner eines Oelembargos anzusehen sind, würden vor allem diese Länder mit Recht verlangen, daß ihnen auf dem Markte Les' britischen Imperiums ein Ersatz für den Ausfall an italienischen Lieferungen gesichert werde. Als namentlich Rußland(vor allem für Australien), aber auch Rumänien verkehrsgeographisch gün-. st i g e r liegen als die amerikanischen und venezuelanischen Oelfeldcr. Dieser Umstand könnte dazu beitragen, daß diess neu nnß«knüpften Handelsbeziehungen dauern d e n Charakter annehmen und so die amerikanischen Oelsirmen aus wesentlichen Teilen des Weltmarktes verdrängen würden. Das sind. Erwägungen, die bei den amecikani-. scheu Petroleumkapitalisten sicher nicht ohne Ein-; druck bleiben werden—.falls England.nicht Wiederum wie zu HoareS Zeiten ümfällt,..sondern dem Prinzip der kollektiven Sicherheit mit Einsatz aller vorhandenen Mittel zur Geltung'verhilft.. Oelsperre erfolgreich wenn... Prag. Die Heger Wenzel Pokorny und Anton Mak unternahmen am Abend des 9. November ihren üblichen Streifgang im Waldrevier zwischen Vonklasy und R o b l i n bei Rado- ttn an der Beraun. Es war gegen sechs Uhr abends, als sie- plötzlich aus dem Walddickicht drei Schüsse fallen hörten. Der Heger Pokorny lief in der Richtung, aus welcher die Schubdetonationen kamen urid erblickte auf einer kleinen. Lichtung zwei dunkle Gestalten, die sich zur Flucht wandten, als sie feiner ansichtig wurden. Pokorny nahm die Verfolgung auf, wobei sein Blick auf einen dritten Mann siel', der utit dem Gesicht?u ihm gekehrt, auf der Erde lag. Der Heger ahnte Gefahr und warf sich zu Boden. Im gleichen Moment krachte ein Schuß und Po- Der Weltschande erster Teil — beendet Am Sonntag wurden die Olympischen Winterspiele unter großem Tamtam und massenhaft hin- • dirigierten Zuschauern beendet. Es war aber auch schon höchste Zett, denn Samstag abends setzte em ’ Föhnwetter ein und Sonntag- gab es dazu auch noch Regen. Also kein glücklicher Abschluß. Abends sano . die Siegerehrung statt, zu der die Zuschauer kräftig ihr„Sieg-Heil" Brüllten. Beschämend war eS, als neben der deutschen. Hymne auch npch jenes Lied auf- ; klingen durfte, das heute im Dritten Reich die„Glorifizierung" einer traurigen„Freiheit und Gleich- heft" darstellt. Jenes blutbefleckte Lied, von welchem man nur mit' Abscheu sprechen kann. Nun, die bür- gerlichen Sportler haben sie hingenommen und find stramm dabei gestanden— und das, obzwar viele von ihnen gerade nicht jene„Aufnahme" gefunden, die sie laut den Versicherungen des Internationalen Olympischen Komitees erwartet halten. Was hat >. schon der olympische Sieg- zu besagen, den größten -.„Sieg" hat doch das Hitlerreich errungen: Die Mach'. seiNer Propaganda für das„neue Reich" war äußert' , ordentlich— und darauf kam es den Nazis in erster '. Linie an.-Das sportliche-Ereignis war nur Mittel zum Zweck! Wir brauchen uns nicht zu.wundern, wenn-in-den-nächsten- Tagen, uud Wochen vow'ge-, wiffer bürgerlicher S.este„Lobeshymnen" angestimmi, werden, auch von Sportlern aus' demokratischen' Ländern, vergessend all den Unbill— wie ihn z- B. die tschechoslowakischen Eishockeyspieler zeitweilig zu spüren bekamen—und daß ein Großteil von ihnen - doch nur dazu anwesend war, als Paradepferde für -Nazi-Aktionen zu dienen. Als im Nazi-Schulfunk(!) über diese Veranstaltung ein HöÄild gesendet wurde, da konnte de: Ansager abschließend mit großer, fühlbarer Genugtuung feffftellen, daß alle ausländischen Gäste voll Staunen über das Dritte Reich seien und daß st-, es noch„lieben" werden.' Ueber den Geschmack kann man bekanntlich verschiedener Meinung sein. Aber daß am Schluß der„Siegerehrung" der Präsident deS IOC, der franzästsche Graf Baillart» Latour, gegenüber den Fahnen der einzelnen Nationen den„deutschen Gruß" leistete, das zeigte viel deutlicher, wieviel eS geschlagen hat. Der bürgerliche Sport enthüllte hier sein wahres Gesicht, und jene, die dieses nicht wahrhaben wollen, sind um nichts besser, da sie doch ohne Widerspruch die ganze Verhöhnung der olympischen Idee— Frei« i heit und Gleichheit— unter dem Zeichen des Haken- „ ckreuzes mitmachten... Am Sonntag vormittags wur.de auf der größt»:«» » Schanze bas Spezialspringen durchgeführks Die er- - hofften 80 Meter wurden nicht erreicht. Sieger wurde der Norweger Birger Ruud mit Rot« 232, 75[■. ■ und 74.5 Meter, vor den Schweden Eriksson, 280.5,. ■ 76 und 76 Meter, Andersen(Norwegen) 228,9, 74 und 75 Meter. Als bester Mitteleuropäer placierte sich der Pole St. Marusarz an fünfter Stell« m.r .Rote 221.5, 73 und 75.5 Meter. Di« tschechoslowakischen Vertreter belegten folgende Plätze: 26. Lukas, 69 und. 71 Meter; 28. Knahl, 64, 64.5; 31. Lahr, 64.5, 66 und Budarek, 59, 62 Meter, Das Eishockey-Spiel Kanada gegen. A m«» rika endete nach großer Überlegenheit der Kanadier nur mit ihrew knappen 1:0-Sieg. Dadurch kam England an ersterStelle, was insofern ein- Ueberraschung bildet, als Kanada immer den End» . sieget stellen konnte.. Ligabeginn Am Sonntag begann offiziell die Liga mit ihrer Frühjahrssaison. Das Prager Derby Slavia— Sparta wurde wegen schlechten Bodenverhältnissen abgesagt; in der Provinz jedoch waren die Schiedsrichter nicht so zimperlich, obwohl die Spiel- Plätze nicht viel besser waren. Diesmal wollen wir ein Spiel vorweg nehmen, da es den größten Torsegen brachte: SK Pillen gegen DSB Saaz: Wenn auch die Annahme b:- stand, daß die Saazer eine Niederlage erhalten werden, so ist jedenfalls das Endergebnis von 11:1 (8:0) für eine Ligamannschaft doch des guten zuviel. Der Abstieg für diese„Saazer" steht zwar noch nicht fest aber er kommt. In N a ch o d revanchierte sich der SK für seine Herbstniederlage mit einem Sieg über den Tep- litzer FK mtt 4:1(1:1) und die Teplitzer bleiben weiterhin erster Abstiegskandidat. Dem SK K l a d n o gelang auf eigenem Platz» ein knapper 1:0-Sieg über die Viktoria Pil« s e n,. deren Angriff versagte. In Brünn fand die Begegnung Z i d e n i c e und ESK Bratislava statt, welche nach gleich- wertigem Kampfe 1:1(1:0). endete.'- Bilanzbericht der Kreditanstalt der Deutsche« KL 2,1 Millionen Reingewinn. Wieder 4% Dividende. Die K. d.. D. hielt am 15. Feber 1936 ihre Bilanzsitzung ach. Der Abschluß 1935 zeigt trotz des schwierigen Wirtschaftsjahres eine günstige Entwick-. lung. Die genossenschaftlichen Grundlagen der Anstalt haben durch Vergrößerung des Aktienkapitales um Kd 4,377.000.— auf Kc 40,237.000.— und die Erhöhung des Mitgliederstandes auf 86.841 Genossenschafter eine weitere ansehnliche Ausdehnung und Vertiefung erfahren. Ueber die Bilanzsihung der K. d. D. erhalten folgende Mitteilung: „Aufsichtsrat und Vorstand-, der K. d. D.. haben in gemeinsamer Sitzung di« Jahresrechnung für 1935 genehmigt und mit Befriedigung das günstige Jahresergebnis zur Kenntnis genommen. Es wurde beschlossen, der am 1. März 1936 stattfindendey 25. ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, aus dem Reingewinn von jKL 2,157.108.35 wieder ein« 4%i0c Anteilverzinsung(Dividende) auSzuschütten, KL 450.000.— den' Reserven und KL 250.000.— der Pensionszuschußkassa für Beamte und Angestellte der K. d. D. zuzuweisen. Der Rest- von KL 85.928.15 soll.auf neue Rechnung vorgetragen werden." Dem Geschäftsbericht des Vorstandes, ist zu entnehmen, daß im Jahre 1935 über KL 7,500.000.— neues Aktienkapital gebildet wurde und daß 4415 Mitglieder der Anstalt beitraten. Zufolge früherer Kündigungen schieden 2017 Mitglieder mit einem Anteilkapital von KL 1,887.450.— aus, zufolge Zwangsrealisierungen bei 498 Mitgliedern wurden KL 1,316.200.— verrechnet. Die Reserven betragen rund KL 10,200.000.—, da- Haftungskapital erhöhte sich auf 90 Millionen KL. Die- bereits im Jahre 1934 einsetzende Ein- lagensteigertzng hielt' 1935 an. Außerordentlich erfreulich wirkt der Einlagenzuwachs von rund KL 103 Millionen, der nur zum geringen Teil'aus der Uebernahme von Einlagen von zwei mit der Anstalt fusionierten örtlichen Kaffen stammt. Die Gesamteinlagen, Spar- und Kontokorrenteinlagen betragen KL 890 Millionen, die Bilanzsumme ist auf. KL 952 Millionen angeftiegen. 49—12 lsuch ten M ord mit acht Stimmen^ die wei- •\ ttren. Schuldfragen auf-Uebertretung des nicht voll- f endeten Diebstahls(durch Wilderet) und Uebertretung des Waffenpa te nt e s Lin- stimmig. Der Schwurgerichtshof verurteilte den Angeklagten zu fünf Jahren schweren Kerkers. rb. Der Vorstand des DFB hielt am Sonntags eine Sitzung ab, in der u. a. die Frage des Nationalitäten-. katasters besprochen und die Absicht der EsAF abge- lehnt wurde. Die Regelung der ausländischen Spieler(zwei) sei erreicht und genügend. Ferner will der DFB einen Antrag einbringen, der die Umwano- lung der Sperren in Geldstrafen verhindern soll. Eine lange Debatte gab es über das Budget des DM, welches rund 100.000 KL vorsieht.. In dec Nordgaukasse hat es. bekanntlich nicht gestimmt. Der Kassier wurde aber bei der letzten Gauversammlung zum Sekretär gewählt. Der Vorstand des DM Lat nunmehr diese Wahl nicht genehmigt. Sonstige Fußballergebniffe. B u d a p e st: Hnn- garia gegen Zuglo(Fusion Soroffar und.7. Bezirk' 8:2(2:2), Ferencvarös gegen Tprökves 8:1, llspest gegen Attila 4:0.— Wien: Admira gegen Rapid 6:5(4:2), Vienna gegen Sportklub 8:0, Austria gegen Hakoah 2:1(i:0), WAC gegen Liberias 2:0, Wacker gegen FC Wien 1:1(1:0).— Brüssel: Polen gegen Belgien 2:0(1:0). Der tschechoslowakische Zuckerexport Im tschechoslowakischen Zuckerexport sind in den ersten vier Monaten des Zuckerjahres 1935/36 bemerkenswerte Veränderungen zu verzeichnen. In diesen vier Monaten wurden insgesamt 715.549 Meterzentner Zucker im Rohzuckerwerte zur Ausfuhr gebracht. Das find 41.229 Meterzentner weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres, in der 756.778 Meterzentner exportiert wurden. An dem Ausfuhrrückgang ist die Zuckerindustrie der einzelnen Gebiete unserer Republik sehr verschieden beteiligt. Die böhmischen Raffinerien haben. allein 127.721 Meterzentner weniger exportiert als in den ersten vier Monaten des vorhergehenden Zuckerjahres. Bei den Raffinerien in der Slowakei betrug der Rückgang nur 5048 Meterzentner. Dagegen verzeichnen die Raffinerien in Mähren- Schlesien eine Exportsteigerung' in der gleichen Zeit von 91.540 Meterzentnern. Diese Zunahme beträgt etwa ein Drittel des vorjährigen Exports. Während bisher an der Spitze der Ausfuhr stets die böhmischen Raffinerien gestanden haben, ist nunmehr die schlesisch-mährische Zuckerindustrie an die erste Stelle gerückt. Die in den ersten vier Monaten zur Ausfuhr gebrachte Zuckermenge macht etwa 40 Prozent der für den freien Export zur Verfügung stehenden Ueberschüsse aus. Für die weiteren acht Monate stehen zur Zuckerausfuhr etwa noch 1,1 Millionen Meterzentner zur Verfügung. Es muß demnach für das ganze Zuckerjahr mtt einem Rückgang des Exports um etwa 350.000 Meterzentner gerechnet werden. In diesem Zusammenhang muß immer wieder daran erinnert werden, daß bei dieser von Jahr zu Jahr fortschreitenden Einschränkung des Zuckerexports die Aufrechterhaltung der hohen Zuckerpreise im Inland sich immer weniger recht- fertzgen läßt. Sie wurden seinerzeit in dieserun- erträglichen Höhe festgesetzt, weil mit den Gewinnen der Export der Zuckerindustrie finanziert werden sollte. Der beträchtliche Rückgang des Zuckerexports beansprucht nicht mehr jene Summen zur Finanzierung wie noch vor Jahren. Bei der sozialen Lage unserer Bevölkerung ist es nicht zu verantworten, daß die Zuckerindustriellen die Uebergewinne in die eigene Tasche fließen laf- . iirnt) Hörle He öahupg über sich wmMrfey. Dem' ,,'Wcha H.jjwfum JWli«ÄW»^’ ar CJ} es mpAstt Geschpfi- , stücke, entweder g rob e S ch r ö Ffo t n e r, od e r"g e h a ck t e's B l e t." Weniger stehen ge- , blieben wär«, hätten ihn die Projektile seiner Meinung nach sicher getroffen. Der Schütze, den d^r Heger nicht zu erkennen vermochte, entkam hierauf in dem dunklen Walddickicht. Das begab sich kurz vorsechsUhr. Der Heger bemerkte noch, daß der Flüchtende einen langen Mantel trug! Bei genauer Besichtigung des Tatortes fand man drei Pftopfen aus Zettungspapier, wie sie zum Feststopfen der Schrotkörner in den Patronen verwendet werden. Der Verdacht konzentrierte sich schließlich auf den, 33jährigen,. in-der Wodraner Zuckerraffinerie beschäftigten Maurer Stanilav Wittman», der in der Umgebung als passionierter Wilderer gilt. Die Haussuchung brachte verschiedenes belastendes Material zutage. Man fand eineSchrot- flinke Und eine Kugelbüchse(für welche Wittman»'natürlich ttintn Waffenpaß besaß). ES sind sehr hübsche Waffen mit aufmontiertem Reflektor für nächtliche Pürschgänge.'Die Gewehre waren scharf geladen und wäre» kurz vorher benützt worden. Die Pftopfen der bei Wittman» vorgefundenen Patronen, die mtt gehacktem Blei geladen waren,, bestanden aus dem. gleichen Papier, wie die am- Tatort aufgefundenen. Ferner wurde ein langer Mantel vorgefunden und ein Paar, kotbefleckte Gummistiefel, deken Abdrücke mit'den Spüren über- einstimmte, die der Schütze bei seiner Flucht hinterlassen hätte: Die. Staatsanwaltschaft überreichte gegen Witt- mann die Anklage wegen n i ch t v o l l e n d e- tenMordes, über die gestern das Schwurgericht unter Vorsitz- dos GR. Dr, Krystuf. ek zu verhandeln hatte. Gegenüber-den belastenden Indizien, bestritt der Angeklagte enffchieden die ihm zur Last gelegte Tat und bot einen A l i b i b e w e i s an. Er erklärte, er habe sich nach der Lohnauszahlung bis gegen halb sechs-Uhr in- der Kantine der Raffinerie aufgehalten, dann habe er sich auf das andere Moldauufer überführen lassen, sei/mit dem Rad nach- Cernosice gefahren, wo er Einkäufe besorgte und nach einem kurzen Aufenthalt in einem Gasthaus nach Hause gegangen,^ wo ihn dann ein Freund besucht habe. Die geführten Alibizengen sagten größtenteils unbestinnnt aus. Die Wirte und Geschäftsleute hatten angesichts des größeren samstägigen Kundenbesuches auf die einzelnen Kunden nicht näher geachtet, zumal keiner von-ihnen den Angeklagten näher kannte. Dazu kommt noch, daß der Tatort von der Wohnung des Angeklagten nur einige hundert Schritte enffernt ist und dieser also in kürzester Zeit zu Hause sein konnte, so daß ein verläßliches Alibi unter allen Umständen schwer zu erbringen wäre. Außerordentlich hartnäckig gestaltete sich das Rededuell zwischen Staatsanwalt und Verteidiger Wer die Bedeutung und Beweiskraft der vorliegenden Indizien, hinsichtlich derer der Verteidiger betonte, daß sie k«- i N e s f a l-'l szureindeuti» gen IN« b e r f ü h r u n g des Angeklagten hinreichten. Nach einstündiger Berattmg bejahten die Geschworenen die Schuld frage auf. ver- Seite 6 »Sozialdemokrat" Dienstag, 18. Feber 1936 Nr. 11 . Skelett mit Medaillen. Gestern. vormittag- wurde, beinr Herrichten eines Linderspielplatzes in ,Koschixsch in der Tiefe von etwa einem Meter ein mälmliches Skelett gefmrden. Seine Hände uns Firste waren mit großen Steinen beschwert und neben, dqm.Kopf lag ein Medaillon mit dem Bildnis des bl. Franziskus von Assisi. Das Gerippe wurde nach Besichtigung durch den Polizeiarzt, der feststellte, daß es etwa 12V Jahre in der Erde gelegen war, zur Bestattung freigegeben. Der Kellner Erlebach, dessen Abenteuer Freitag gemeldet worden war— er war angeblich von einem Unbekannten angeschoffen und beraubt worde^— Hai nch, wie anzunehmen war, selbst angeschossen. D-: 3500 Kd, die er bei sich gehabt hatte, waren de- fraudiert. Filmoperateur vom Strom getötet. Im Filmatelier Grofofilm in Prag II, Jäista Nr. 1, arbe.- txte gestern vormittags um 11 Uhr der 20jährige Jilmoperateur Ottokar Prochäzka aus Smichov an der Reparatur derTonfiltnapparatur, als er vom 220 Bolt starken elektrischen Strom erfaßt, tot zusam- yrenbrach. Die Leiche wurde nach polizeiärztlich n Besichtigung ins Institut für gerichtliche Medizin ai der deutschen Universität gebracht. Büberei. Sonntag abends erschien der Parkett- Wichser Karl Prochäzka aus Prag, Smeikagasse, auf her Polizeidirektion und gab an, daß ihm ein unbe» kqnnter Täter mit dem Projektil einer Sechs-Mill- meter-Flobertpistole zwei Fensterscheiben in der Wohnung zerschossen habe. Der Schutz, der von der Straße her abgefeuert worden war, habe Prochäzka am Kopf gestreift, aber nicht verletzt. Jutftst und Mssew Präser Konzertsaal ..In den Prager Konzertsälen herrscht wieder einmal sehr lebhafter Betrieb. Was beweist, daß sich weder die Konzertunternehmer noch die Konzertkünstler selbst durch die geringe Anteilnahme des Publikums an ihren Veranstaltungen abschrecken lassen.. Verhältnismäßig großem Interesse begegnen nur die Konzerte der Prager Tschechischen Philharmonie. Diese hat Heuer einen großen Mahler-Zh.klus ins Werk gesetzt, der sich der besonderen Teilnahme des Publikums erfreut. Im dritten dieser Mahler-Abende dirigierte K. B. Jiräk die sechste oder tragische Symphonie des großen sudetendeutschen Meisters, im vierten Alexander Zemlinsky die..Neunte", dieses weltferne, so. ganz den Mahlerschen Sinn von der Ver- gängksthkeit des Irdischen und der Hoffnung auf das Ueberirdische offenbarende, groß angelegte symphonische Genmlde. Beim Vergleich der reproduktiven Kunst dieser beiden Konzerte zeigte es sich deutlich, wie sehr Zemlinsky gerade als Mahler-Dingen; Autorität ist. Ohne di« Verdienste Jiräks schmälern zu wollen, der an Mahlers Musik mit aller Sorgfalt und Liebe des echten Musikers herantritt und ihr Klangbild überzeugend ausbaut;— aber bei Zemlinsky kommt zur peinlichsten Sorgfalt- und Gründlichkeit der Wiedergabe ihre unerhörte Verinnerlichung, ihre ekstatische Gefühlsstärke und zur wirklichen Offenbarung werdende Ausdruckstiefe. Beide Dirigenten leiteten ihre Mahler-Wende mit klassischer Musik«in; K. B. Jiräk mit der köstlichen Symphonie in D-Dur von Joseph Haydn, die wegen ihres rhythmisch originellen Andante-Satzes den Namen„Uhren"-Symphonie trägt, Zemlinsky mit W. A. Mozarts„Figaro"-Ouvertüre und desselben Meisters entzückend leichtbeschwingtem, Klavierkonzert in A-Dur, das die Pariser Pianistin Germaine Leroux mit klarer Technik und delikatem Anschlag spielte.— Ein sehr interessantes Kammermusik-Konzert hatte im Rahmen eines vom tschechoslowakisch-rumänischen Institut veranstalteten Zyklus zeitgenössischer rumanisch e r M u s i k die Musiksekttvn des Prager Tschechischen Kunswereins(Hudebni Matice llmelecke Be- sedy) in Szene gesetzt. Die Werke der zeitgenössischen rumänischen Koniponisten, die man bei diesem Konzerte hörte, zeigten die moderne rumänische Tonkunst im Lichte einer gemäßigt modernen Musikrichtung, die sich auf formale Strenge sticht und teilweise auch von den Elementen der Nationalmusik beeinflußt ist. Zur Aufführung gelangten: Ein drei- sätziges Streichquartett von M. I o r a, ein Trio für Violine, Viola und Cello chon Mihalovici, eine Sonatine für Klavier von M. N e g r e a, eine Sonatine für Flöte, und Klavier von S. G o- l e st a n und rumänische National- und Volkslieder in der Bearbeitung von Sabin V. Dragoi. Die künstlerischen Mittler des Konzertes waren: Das Prager Quartett der Herren Schwcyda, Berger, Cerny und Veötomov, der Flötist Hertl, die Sängerin Pixova und der Pianist Sole.— Daß die Klavierkonzerte de- genwärtig in den Prager Konzertsälen vorherrschend sind, bewiesen die mehr oder weniger künstlerisch bedeutenden Klavierabende der Pianisten H. W. Süßkind(eines hochbegabten jungen Prager Künstlers), Prof. Josef Wagner(eines mehrfach preisgekrönten Pianisten), Clifford Curzon und der jungen französischen Pianistin Lucienne D e l- forge.— Schließlich ist diesmal noch zweier wertvoller Schülerkonzerte zu gedenken, die das fleißige Prager Ts chechisch«Staats- konservatorium für Musik veranstaltet hatte; eines Klavierabends der Meisterschülerinnen und Meisterschüler Prof. Wilhelm Kurz' und eines öffentlichen Musikabends verschiedener Instrumentalisten. E. I. Arbeitervorslcllimg." Guter Besuch und fröhliche, fast übermütige Stimmung zeichneten die Arbeitervorstellung am 16..Feber aus. Shakespeare-ec- wies sich als rechter Sorgenbrecher, als der unsterbliche Zauberer, der so heitere Freude schenken kann, wie er zu erschüttern vermag, und wie in den erfreulich vielen allgemeinen Vorstellungen, die„Was i h r w o l l t" boten, weckte das lustige Spiel auch in der Arbeitervorstellung rechtes Ergötzen, schuf es jene behaglich-frohe Stimmung, die frei ist von jedem unangenehmen Untert n, die keinen bösen Nachklang zurückläßt. Es gab viel Beifall, auch bei offener -Szene, und nach manchem auch heute zeitgemäß wirkenden Wort. Die Darsteller waren dieselben wie bei den bisherigen Aufführungen, so daß ihre Leistungen nicht mehr besonders gewürdigt werden müssen und nur gesagt zu werden braucht, daß de?Loer- auS herzliche Beifall ebenso wie dem lieben anmutigfröhlichen Werk Shakespeares auch ihnen galt —fb— Neunte Arbeitervorstellnng Sonntag, den 1. März, im Neuen Deutschen Theater: Katharina Ismailowa(Lady Macbeth in der Kleinstadt,. Oper in vier Akten und neun Szenen von Dimitri Schostatowitsch. Der allgemeine Vorverkauf beginn, Donnerstag, den 20. Feber, bei Optiker Deutsch. Graben, Koruna.* Wochenspielplan des Neuen Deutsche». Theaters. Heute, Dienstag, abends halb 8 Uhr: Ein Verbrechen, A 2.— Mittwoch 7%: Der heiligeAntonius, BI.— Donnerstag 7 KatharinaJssmailowa C 2.— Freitag 7>/i:Unentschuldigte Stunde, D 2.— Samstag Der Freis chü tz. neuinszeniert, B 2.— Sonntag 2'/i: Unentschuldigte Stunde, 7%: Der heilige Antoni u S. D 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Dienstags, abends 8 Uhr: Christian.— Mittwoch 7%: Der goldene Kranz, Erstaufführung, Gastspiel P. Kramer-Glöckner.— Donnerstag 8: Was Ihr wollt.— Freitag 8: Christia n. Theatergemeinde des Kulturverbandes und" freier Verkauf.— Samstag 8: Der goldene Kranz. Gastspiel Kramer-Glöckner.— Sonntag 3: Christian. 8: Der goldene Kranz. Der Ole Jugendsünde Ein tschechischer Avantgavdefilm, aber kein snobistischer, sondern ganz im Gegenteil ein einfach natürlicher, der sich in eine Wald- und Wiesenlandschaft verliebt hat, in eine Mühle am rauschenden Bach und ein sommerliches Gartenhaus, in dem eine Sludentenschar ihr« Feiertage vorbringt. Ein Film aus Brünn, wo es— man möchte fast sagen: zum Glück— keine Filmateliers gibt und wo man dcs- hall> in die Natur hinausgehen muß, wenn man Szenerien für lebende Bilder braucht. Der Regisseur Ales Podhorsky(vom Brünner Natumaltheater) hat mit dem Kameramann Josef Buzek stille und stimmungsvolle, sonnige und heilere Szenen ausgenommen, eine verfilmte Pastoral«, die mehr Eindruck macht als alle Kulissenherrlichkeiten, die uns, der tschechische Film bisher geboten hat. Nur einen, allerdings argen Fehler hat(wenq man von den Niängeln der Synchronisierung absieht) das so glürlich begonnene Werk: es hat ein« HanAung von einer Müllerstochter, einem schurkischen Verführer und einem schüchternen, aber"treuen Verehrer, der sich mit der verführten Müllerstochter am Ende verlobt,— eine Handlung, die in ihrer primitiven Kontrastierung, ihrer billigen Moral und ihrer unfreiwilligen Komik den guten Eindruck des Film beinahe zerstört und ibn zu seinem Schaden dem. Verdacht aussetzt, ein Beitrag zur heutigen Jugendproblematik sein zu wollen. Die Hauptrollen spielen die in natürlicher Umgebung besonders reizvoll wirkende Hana Vitovä, der Vater-Darsteller Valentin Sindler, der jugendliche Otto Ballon und der Bonvivant Viktor Ostry, der hier den Verführer mimt.—eis— Oer Tod auf Urlaub In einem Bühnenwerk von Albert Canel, das diesem Hollywood-Film zur Vorlage diente, tritt der Tod persönlich auf,— ein origineller Einfall ohne Frage. Daß der Tod drei Tage Urlaub genommen hat, ist auch kein schlechter Einfall und es hätte sich manches daraus entwickeln lassen, wenn man etwa gezeigt hätte, wie schäbig die Machthaber dieser Erde dastäuden, wenn sie drei Tage lang ohite Todes-" drohung auskommen müßten. Hier aber, in dem verfilmten Bühnenstück, wird nur von der„Ueber- füllung" gesprochen, die bei einem Dauer-Urlaub des Todes eintreten würde, und im übrigen werden uns die wehleidigen" und romantischen Gefühle des Todes vorgeführt, der sich— an der italienischen Riviera und in der Maske eines exotischen Operettenprinzen— erst ins Leben und dann in eine junge Aristokratin verliebt, die ihm schließlich ins Schattenreich folgt, woraus gefolgert wird, daß die Liebe ebenso stark wie der Tod sei. Es wird überhaupt viel in Sentenzen gesprochen, aber das einzig Interessante bleibt nur die Darstellung der originellen Hauptrolle durch Fredric Morch, der die Allegorie in Uniform und Frack mit einem interessanten Nebeneinander von gespenstischen, melancholischen und noblen Zügen personifiziert.—eis— Verlanget überall Volkszünder Der Direktor unserer Gesellschaft Herr Dr. Wilhelm Berliner ist am 17. Februar 1936 den Folgen einer Mittelohrentzündung erlegen. Die Anstalt, der er in beispielloser Treue seit einem Menschenalter diente, jeder einzelne, der ihr verbunden ist, verdanken ihm unsagbar viel! Sein Werk war ihm alles! Langem, schweren Leiden trotzend, lebte er, geleitet vom Geiste unbegrenzter Selbstaufopferung, bis zum Tode nur seiner Arbeit. Ein wahrhaft Großer an Geist und Kraft, aber auch an Güte, ist dahingegangen; wer ihn kannte, weiß, was wir verlieren, und wird seiner nicht vergessen. Wir begraben unseren teueren Toten Donnerstag, den 20. Februar, 12 Uhr mittags. Verwaltungsrat und Direktion der Lehensversicherungsgesellschaft Phönix B ez ugsbedinguna e n: Bei Zustellung inS HauS oder bei Bezug durch die Bost monalsich tii 16.—. vierteljährig KC 48.—. halbjährig Kc 06.—, ganzjährig Kö 192.—.— JViferaie werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarkeu.— Dir Z»st»ngsfrankatur wurde von der Post- und Tete-, araphenüirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VIUI930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Druck-. Verlags- und Zeitungs-A.-G.. Prag.