Einzelpreis 70 Heller (eintchliaBlich S Haller Porto) DER^DEUTTCH^H^OZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung präg xii., fochova a. Telefon 0077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Zohrgang Samstag, 22. Feber 1936 Nr. 45 120.000 dänische Arbeiter ausgesperrt Kopenhagen. Nachdem die Schlich- tungsinstanb die weiteren Bemühungen um die Beilegung des Arbeitskonfliktes in einer ganzen Reihe dänischer Industrien als aussichtslos aufgrgeben hatte, beschäftigte sich die Regierung am Freitag in einer Sitzung mit der dadurch entstandene» Lage. Rach der Sitzung erklärte Staatsministrr Staun in g, daß die Regierung vorläufig keine Schritte zu, unternehmen gedenke. Er gab weiter! seinem Erstaunen über die Ablehnung von! Erhöhungen einer Reihe sehr niedriger Lohnsätze seitens der Unternehmer Ausdruck und äußerte die Hoffnung, daß sich bald die Urberzeugung Bahn brechen möge, wie schädlich dieser Kampf sei,! dessen Ausbruch nun« n v.e r m e id l i ch fei. Die Aussperrung, die am Samstag abends! mit Arbeitsschluß in Kraft tritt, umfaßt etwa! 120.000 Mann, und zwar die Arbeiter der! Eisen-, Holz- und Textilindustrie, Maurer, Tischler, Maler, Zimmerleute, Schuhmacher, Tape- zirrer, Sattler und eine lange Reihe anderer Arbeiter. Amnestiegesetz Im Rundfunk angekdndlgt Madrid. Die Regierungsstellen haben durch Rundfunk brkanntgegeben, daß dem Präsidenten der Republik Freitag ein Dekret nnter- breitet werden wird, in welchem eine A m n e- fti» für politische Delikte erlassen sowie die Freilassung der Mitglieder der baskischen Gemeinderäte verfügt werden soll. Für Freitag und Samstag wurde der ständige Ausschuß der Cortes einberufen, um zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen. Hierauf wird die Regierung dem Parlamente eine Reihe von Anträgen zur Borlage' bringen, die sich auf die Agrarreform be-! ziehen. Um mit der Durchführung des Program-1 mrs beginnen zu können, daS die Linksfront vor j den Wahlen verkündet hat, wurden die einzelnen Ministerien angewiesen, dem Kabinette eine Reihe entsprechend ausgearbriteter Gesetzentwürfe vorzulegen. Madrid. Der ständige Ausschuß der Cortes hat den Amnestie-Entwurf der Regierung angenommen. Man rechnet damit, daß die Häftlinge im Laufe des Sonntags auf freien Fuß gesetzt werden. Um deinen preis Habsburger- Pari-. Die mitteleuropäischen Problem« befinden sich neuerlich im Vordergründe des internationalen politischen Interesses, wie die di« Florenzer Zusammenkunft des österreichischen Außenministers Berger-Waldenegg mit S« v i ch, die Reise des Generals Göring nach Polen, die neue Annäherung zwischen Italien und Deutschland und di« Belgrader Reise Dr. Hodjas beweise». „Petit Parisien" veröffentlicht Donnerstag aus Belgrad einen Artikel seines diplomatischen Korrespondenten Bourguese„Wie Belgrad auf das Tonauproblem blickt". Der Artikel kommt zu dem Schluß, daß der Standpunft der Belgrader Regierung vorläufig ein z u r ii ck h a l t e n d e r sei une sich erst nach den Unterredungen Dr. HodHas nut dem Prinzregenten Paul und mit dem Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadino- b i c klar abzeichnen dürste. Die Rückkehr der Habsburger auf den Thron würde Jugoslawien als Bedrohung des Friedens ansehm. Der Korrespondent schildert den elementaren»nd entschiedenen Widerstand Jugoslawiens gegen dir Rückkehr der Habsburger auf den Thron. Jugoslawien sei überzeugt, daß di« Rückkehr der Habsburger unmittelbar Revision und daher Krieg zur Folg« haben würde. Jugosiawien sei weiter überzeugt, daß die Habsburger statt einer Verhinderung des Anschlusses im Gegenteil sehr bald zu einem Wiederaufleben d eu: gemeinsamen Aktion kommen würde», di« früher Berlin mit Wien«nd Budapest aneinanderknüpftcn. Restauration Deshalb beabsichtige Jugoslawien nicht, sich nur mit vorläufigen Versprechungen in dieser Sache zufrieden zu geben und hält sogar gewissen politischen Kreisen Frankreichs vor, daß sie gegenüber den Plänen Otto Habsburgs„eine an Gun st grenzende Nachgiebigkeit" an den Tag legen. Dr. Hodia nach Belgrad abgereist Prag. Der Vorsitzende der Regierung und Minister für Auswärtige Angelegenheiten Dr. H o d Z a reiste Freitag m Begleitung des jugo- slawischen Gesandten P r o t i L zu einem offiziellen Besuch nach Belgrad ab. Im Salon des Masaryk-Bahnhofes hatten sich vor der Abfahrt des Balkan-Schnellzuges, an welchen ein Salonwagen angekoppelt wurde, zahlreiche Persönlichkeiten zur Verabschiedung eingefunden, darunter Gesandter Dr. K r o f t a, Sektionschef Bartos, Gesandter Dr. Wellner und das Personal der jugoslawischen Gesandtschaft mit Legattonsrat Dr. Bojiä und dem Militärattache Oberst BoZanoviä an der Spitze. *■» Budapest. Amtlich- wird gemeldet: Der Schnellzug, mit dem Ministerpräsident Dr. Hodzä in Budapest eintreffen sollte» wivd erst mit einer Verspätung von 42 Minuten eintreffen. In der Grenzstation Eop führ knapp vor Ankunft des Schnellzuges des Ministerpräsidenten ein Personenzug' in eine Zugsgarnitur, wobei zwei Waggons entgleisten. Der Schnellzug, in dem Ministerpräsident Dr. Hodja fuhr, mußte infolgedessen umgeleitet werden. Vie Kinderhilfsaktion des Gesundheitsministeriums 5000 bis 8000 gefährdete Kinder auf mindestens sechs Wochen in Erholungsheime « In zahlreichen spanischen Provinzen kam es am Donnerstag zu schweren Ausschreitungen gegen Angehörige der Rechtsparteien, deren Parteibüros und Versammlungslokale, ferner gegen Kirchen und Klöster. In verschiedenen Städten brachen die Gefangenen aus. Bei Amnestiekundgebungen fanden schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Linksradikalen statt, die insgesamt bisher fünf Tote und 31 zum Teil schwer Verletzte forderten. In Ferrol, Huelva, Malaga und anderen Orten wurden die Parteihäuser der Katholischen Bolkspartei und der Faschistischen Partei, ferner die nattonalen Versammlungslokale und ein theologisches Seminar gestürmt und in Brand gesteckt. Der Stadtrat von Madrid hat bekanntgegeben, daß die nach der Oktoberrevolution des Jahres 1934 entlassenen städtischen Angestellten wieder in die Dienste der Stadt ausgenommen werden. Die an ihrer Stelle seinerzeit aufgenommenen'Angestellten werden entlassen werden. Britische Kredite kür Abessinien? London. Wie verlautet, hegt man in britt- schen Kreisen die Absicht, beim Völkerbund die Wozu? Berlin. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat eine Anordnung erlassen, derzufolge die Diensfftelle des Oberbefehlshabers des Heeres mit sofortiger Wirkung die neue Bezeichnung „Oberkommando des Heeres" führt. Prag. Schon am 28. November des Bor- : jahres hatte Gesundheitsminister Genosse Dr. ! C z e ch im Gesundheitsausschutz des Abgeordnetenhauses eine Hilfsaktion für die Kinder von Arbeitslosen in Aussicht gestellt, um dr» Gesundheitszustand der besonders gefährdeten(aber nicht kranken) Kinder durch Zufuhr ausreichender ! Nahrung«nd guter Lust und vor allem durch j gute Unterkunft zu heben. Nunmehr hat Genosse Dr. Czech sein Versprechen eingelöst. Die angekündigte Aktion wird nach der bereits erfolgten Sicherstellung der finanziellen Mittel in den nächsten Wochen zur Durchführung gelangen. Es handelt sich um Arbeitslosenkinder, bei welchen Unterernährung, Entbehrungen und drückende Schmälerung der Lebensbedingungen sich in einer Weise äußern, die nicht ohne Einfluß auf ihre Gesundheit und Gesamtentwicklung bleiben kann. In gründlicher Vor- arbett hatte die staatliche Gesundheitsverwaltung in den Nofftandsbezirken besondere sanitäre Erhebungen durchgeführt, die ein äußerst unerfreuliches Bild von dem Gesundheitszustand und der Entwicklung der Kinder in diesen Notstandsgebieten ergaben. Erhärtet wurden diese Feststellungen noch durch die Berichte der Amtsärzte aus diesen Bezirken» welche über erhöhte Krank- hsitsdisposition und.Sterblichkeit an anstecken- ! den Kinderkrankheiten berichteten, die eine Folge der Unterernährung, der schlechten Wohnungsverhältnisse und der Unerfüllbarkeft der fundamentalsten Anforderungen der Hygiene sind. Gestützt auf dieses erschütternde Tatsachenmaterial, wandte sich das Gesundheitsministe- ,.....! rium an den Ministerrat mit dem Antrag, daß Gewährung von Krediten für den Ankauf vm. für die Arbeitslosenkinder aus den Notstandsbe- Lebensmitteln an Abessinien anzuregen, dessen szirken—. besonders dort, wodasEl end a m Arnwe und Bevölkerung an Nahrungsmitteln g r ö ß t e-n.isst— eine außerordentliche Er- Rangel leiden. Abessinien habe selbst nicht die§ holüngsaftion veranstaltet werde, in deren Rah- Mittel, um Lebensmittel anzukaufen.-men einige tausend der am meisten gefährdeten Kinder in geeignete Erholungsheime, Rekonvaleszentenheime, Erholungskolonien und Heimstätten, u. zw. insbesondere soweit sie in der Nähe der Krisengebiete und Industriezentren gelegen sind, gesandt werden sollen. Der Ministerrat stimmte diesem Antrag in seiner Sitzung vom 7. Feber 1936 zu und bewilligte zur Bedeckung dieser Aktion 5 Millionen Kronen, die zur Bekämpfung der Folgen der Arbeitslosigkeit bestimmt sind. Die Aktion wird nach sorgfältiger Auswahl durch Vermittlung der Schul- und der staatlichen Distriktsärzte durchgeführt und es werden die am stärksten gefährd et en Kinder berücksichtigt werden, wie dies bei der Beschränkung der finanziellen Mittel und der großen Zahl von Arbeitslosenkindern«mch nicht anders möglich ist. Die Vorbereitungen zur Realisierung dieser Aktion sind in vollem Gange. Der zur Verfügung stehende Betrag reicht auS, um etwa 5000 bis 8000 Kinder auf mindestens sechs Wo ch« n hindurch in den erwähnten Erholungsheimen unterzubringen und entsprechend z« verpflegen. Auch die Jugendlichen einbezogen Wie wir erfahren, bereitet das Ministerium im Rahmen dieser Aktion auch noch eine besondere Mion für die vom Krisennotstand sozial und ge- sundheitlich besonders hart mitgenommenen Jugendlichen vor, die ebenfalls in einigen ausschließlich für diesen Zweck bestimmten. Heimstätten erfolgen soll. Auch hier soll ein Mindeftauf- enthalt von sechs Wochen gesichert werden, um eine entsprechende Kräftigung der in die Aktion einbezogenen Personen zu ermöglichen. Der spanische ML Von unserem Madrider Berichterstatter Am Vorabend der spanischen Wahlen hatte die Linksfront ihre Anhänger in das größte Madrider Theater geladen und an das Mikrophon des Rednerpults unzählige Lokale in der Hauptstadt und in allen Provinzen des Landes angeschlossen. Hunderttausende Menschen hörten A z a n a, den Führer der finken Republikaner, Largo Caballero und Jofl D i a z, die beiden Köpfe der Arbeiterparteien. Seltsam kontrastierte, die Stimmung der Redner mit der der Massen: die oaren trunken vor Begeisterung, tobten und schrien, ballten die Fäuste und warfen die Arme in die Lust, während ihnen ernste, nachdenkliche Worte zugerufen wurden, schwer von Sorge und bangen Vor-, gefiihls...' In den spanischen Wahlkampf, in den eine Regierung gezogen war, objektiv zwischen rechts und links zu schlichten, trat in letzter Minute eine neue Figur ein: Juan March, Großindustrieller, vielfacher Millionär, einflußreicher Politiker: damit allein ist der Mann nicht charakterisiert. Er ist der Prototyp des spanischen Kapitalisten, dem nichts gilt als die Parole:„Bereichert Euch", der über Leichen geht, kein Mittel scheut und keine Schwierigkeiten kennt, den Schmutz nicht meidet und die Korruptton noch weniger. Er ist kalt und berechnend und zugleich wagemutig und abenteuerlustig. Vaterland, Partei, Religion, Moral—- was kümmert ihn das alles? Sein Vermögen stammt aus riesigen Schmuggelaffären, zu denen willige Funkttonäre stillschwiegen, und Schiebungen mft Staatsvermögen, an denen hohe und.allerhöchste Kreise mitbeteiligt wurden. March-ist de» letzte Pirat des Mittelmeers. Die spanischen Rechten haben den Oktober* aufstand provoziert, und dann, auf die Bajonette der Truppen gestützt, fünfzehn Monate das Land ausgeplündert. Die spanischen Linken haben im Ottoberaufstand ihr Leben gegen den Faschismus in die Waagschale geworfen und Repression und Diktatur in eisernem Widerstand überwunden Dem Präsidenten blieb nichts mehr, als ihnen die Stimme wieder freizugeben. Dafür bedrohten ihn die tödlich getroffenen Rechten mit Staatsstreich und Absetzung. Bon den Linken aber hatte er dir Entmachtung seiner Klasse, das Ende der Feudalherrschaft über Spcksiien zu erwarten. Also sandte er seine Regierung, die Schiedsrichterin der Wahl, mit in den Kampf, links und rechts zugleich zu brechen. March erkannte das Gewagte solchen Beginnens. Tief bis in die Reihen der Mittelflasse ging der Abscheu vor den Faschisten, die das Land geknebelt und die Menschen entwürdigt hatten, di» Ncgerhorden auf Christen losließen, in Blut und Schrecken wateten und in Schmutz und Fäulnis Nicht mehr allein die Arbeiter waren die Unterdrückten: jeder freie Spanier war mit ihnen geknechtet und geknebelt. Die Linksfront der Proletarier und aufrechten Bürger mußte alle Dämme überrennen. Es. galt, sie zu verstärken, dem Einfluß des Kapitals und Großgrundbesitzes, dre Macht der Kirche und der Tradition auch noch die reale Gewalt des Staates zu leihen für dieser, schicksalsentscheidenden Kampf. Die Regierung war bereit. Die Faschisten waren es auch» SI? hatten einen Blankoscheck von March erhalten, m'j dem sie die schwindelnde Summe von acht Millionen Peseten einkassieren konnten, und vom Regierungschef die Zusicherung, er werde auS den Urnen Kandidaten in Ueberfülle für sie heraus- zaubern. Auf 42 Millionen Peseten schwoll der Wahl- fonds der Faschisten. Ein Trommelfeuer von Propaganda konnte sich über das Land ergießen. Centimosweise trugen die Arbeiter ihre Wahlbei- träge zusammen. Pistoleros und deren natürlich« Gegenpoden, die Schutzleute, verhinderten, daß d'e damit erworbenen Plakate geklebt würden. Redner wurden verhaftet, Versammlungen verboten. Wahlschwindel im großen systematisch vorbereitet. Die Regierung war nun offiziell ins Rechtslage! eingeschwenkt. Ihre Kandidaten figurierten in' den Rechtslisten. Ihre Gouverneure hatten die entsprechenden Instruktionen bekommen und bis zum letzten Dorfpofizisten weitergegeben. Da war vorgesehen, die Uhren in den Wahlkollegien vorzustcl- len, um den Landarbeitern, die kilometerweit anmarschiert kommen, ihr Stimmrecht zu raub?», und wer wider Exwarten doch rechtzeittg anlang--n i könne, den sollte die Guardia Civil als„verdäch- Leite 2 Samstag, 22. Feber 1936 Nr. 45 tm" zurllckhalren. Nichts war vergessen: Pan- z»rautos und Ueberfallwagen fuhren schreckeinflü- ßcnd durch die Straßen der Städte und die Ar- beiterbezirke waren von der Polizei zerniert. Es ereignete sich, daß Arbeiter durch eine Kette von Wachen mit aufgehobenen Händen zum Wahl» lo.kal zu gehen hatten, wo, knapp vor der Urne noch die letzten Abschreckungsversuche gemach! wurden. Kam da ein junges Proletariermädel, aus deren Zunamen, wenn man zwei Buchstaben verstellt, das spanische Wort für Dirne gemacht werden kann.»Also Sie sind die Dirne", fragt sie der Präsident der Wahlkommission.„Nein"— „Doch"— von allen Seiten fliegt her Hohn gegen das junge, unschuldige Wesen. Aber sie hält sich: „Güt", sagt sie,„soll ich als Dirne, gelten, aber ich wähle." Alle, alle haben sich gehalten. Gie haben gekämpft für die Freilassung ihrer Gefangenen. Sie haben gekämpft für die Bestrafung der asturi- schey Mörder. Sie haben gewußt, warum si: siegestrunken sein dürfen, ehe der Wahlgang noch begonnen hatte: sie haben, mit dem sicheren Instinkt der Masse, den Triumph vorgefühlt. Die ivaren stark, weil sie einig waren; selbst die Anarchisten haben, zum ersten Mal in ihrer Geschichte, gestimmt:„gegen die Henker des spanischen Proletariats". Paris. In der Kammer kam es Freitag zu Vorstößen der Rechten, die einen nach dem Mtentat auf Leon Blum erfolgten Angriff von Anhängern der Linken auf ein Beretnslokal der Royalisten in einem Pariser Bezirk zur Debatte stellen wollten, um den peinlichen Eindruck des Attentats auf Blum zu verwischen. Ministerpräsident Sarraut wurde jedoch sehr energisch und erklärte, daß dieser Angriff nur eine Folge des Anschlages auf Leon Blum gewesen sei. An Hand von Zitaten des Royalistenblattes„ArtionFraneaise" wies Sar- raut nach, daß es sich bei dem Attentat ans Blum um eine kangennd s n st em a t i- sche Vorbereitung zur Aufstachelung der Leidenschaften ähnlich jener Haßkampagne gehandelt habe, die zu Beginn des Welt- Zehn Jahre Kerker kür gewerkschaftliche Betätigung Wien.(Jntro.) Das Landesgericht hat Unter Vorsitz dLS aus"vielen Ständgerichtsprö- zessen bekannten Richters Dr. Meixner am 15. Feber den Gewerkschaftsbeamten Rudolf Holowatji wegen Hochverrates zu zehn Jahren schweren Kerkers und den Tischler Ferdinand Steindl zu fünf Jahren schweren Kerkers, verurteilt. Hochverrat haben die beiden dadurch begangen, daß sie sich bemühten, die von der Regierung Dollfuß aufgelöste freie Gewerk- schaftderHolzarbeiterzu erneuern und weiterzuführen, wodurch sie die Wiederherstellung des Koalitionsrechtes und der sozialen Schutzgesetze gefordert hatten. In der! jetzt bekannt gewogenen Urteilsbegründung sagt das Gericht:„Als erschwerend wurde angerwm- Als die Barcelonaer Ergebnisse bekannt wurden— dort kandidierten die fest Oktober gefangen gehaltenen Leiter der katalanischen Polstik — demissionierte der Regierungsgouverneur auf der Stelle und keine acht Stunden später zog der vertriebene frühere Bürgermeister ins Rathaus von Barcelona«in; sein erster Gruß galt„den geliebten abwesenden Brüdern, die bald unter uns sein werden". Der General Males, ein aufrechter, alter Republikaner, der die Generalidad übernahm, will sie nur bewahren, um sie„in die rechten Hände geben zu können: in die Hände jener, die heute noch im Kerker sitzen". Im Madrider Gefängnis spielten sich herzzerreißende Szenen ab: die Häftlinge umarmten sich, weinten und lachten, ganz wie'die Tausende, die vor dem fest Oktober geschloffenen Madrider-Volkshaus seine Wiedereröffnung erwarten. Mit Jubel drangen sie dann in die wohlvertrauten Räume ein, er schallt über die Straßen, dringt zum größten Platz Madrids, wo eben ein haushohes Plakat abgeräumt wird, dgP Gil Nobles, den Faschistenführer zeigt, der gestern erst ausgerufen hat, ihm alle Mackit za geben. Heute hat alle Macht das spanische Volk. Die nächsten Monate werden zeigen, ob und wie das spanische Volk feine Macht zu gebrauchen versteht. kriegeö zur Ermordung des sozialistischen Deputierten I a u r s s geführt hat. Der von der Regierung genehmigt« Umzug der Linken durch Paris am Sonntag, bei welchem kein einziger Blutstropfen vergossen wurde, habe Frankreich und der Welt gezeigt, daß die Freiheit der Gesinnung inFrankreich nicht ge st orhen sei. Dem Verlangen Sarrauts nach Vertagung der Interpellation auf unbestimmte Zeit wurde schließlich mst 380 gegen 151 Stimmen Rechnung getragen. Paris. Der Privatangestellte I o n o t, der als einer der Teilnehmer an dem royalistischen Ueberfall auf den Abgeordneten Blum erkannt wurde, wurde verhaftet. Es wird gegen ihn die Anklage erhoben werden. men» daß Holowatij in seiner Verantwortung erklärt hat:„Ich war immer Sozialist und werde es bis an meinLebens- e n d e bleiben." Dadurch hat der Angeklagte ein solches Bethalten art den Tag, gelegt, däh. seine Zugehörigkeit zu der verbotenen Partei klar geworden ist."— Diese bemerkenswerte Begründung des Urteils gibt aiffo zu, daß die heutigen österreichischen, Gerichte nicht wegen strafbarer Handlungen, sondern für Gesinnungen verurteilen. •- Wien. Wie die.Katholische Kirchenzeitung" berechnet, sind nun sämtliche Führer der reichsdeutschen Katholiken gezwungen, im Ausland zu leben. Darunter befinden sich: die früheren Reichskanzler Dr. Wirth und Dr. Brüning, Prälat Dr. Kaas, Pater Stratmann und die ganze Redaktion der Jesuitenrevue„Stimmen der Zeit" sowie viele andere. Die Steuerreform Dr. Trap! behält sich Stellungnahme zu den Richtlinien noch vor Prag. Schon in den ersten Beratungen des parlamentarischen Subkomitees für die Steuernovell«, bzw. des engeren Koalitionskomitees hatte sich die Empörung weitester Bevölkerungsschichten über die Methoden der Finanzverwaltung bei der Bemessung und Eintreibung der Steuern in ziemlich explosiver Weise Luft gemacht, so daß sogar der Ministerpräsident vermittelnd eingreifen müßte. In der gestrigen Sitzung des weiteren Subkomitees kam es nun zu gegenseitigen Erklärungen, die die bestehenden Verstimmungen beseitigen und so die Voraussetzungen für eine von rein sachlichen Gesichtspunkten geleitete gründliche Durcharbeitung des Entwurfes schaffen sollen!. Der Vorsitzende Teplansky stellte einleitend fm. daß von Differenzen zwffchen der Koalition und dem Finanzministerium nicht gesprochen werden könne, da beide Teile ein Interesse daran hätten, daß dieSteuerbemessungen nicht nur den Interessen des Fiskus, sondern auch der wirtschaftlichen Tragkraft der Steuerzahler entspreche. ,Man werde daher gemeinsam nach Wegen suchen, um die Finanzverwalwng zu entlasten und da- Vertrauen der Steuerzahler zu heben. Dann referierte Dr. N o v a k über die am Dcnnerstag vom Koalitionskomitee formulierten Richtlinien für die Reform. Das Gesetz soll keine Rückwirkung haben. Das Steuerjahr wäre so zu ändern, daß di« Steuern für das Jahr 1936 auf Grund der Borschreibungen für das Jahr 1935 eingehoben werden sollen. Ferner wird angeregt, daß die Gemeinden die auto- nomen Zuschläge wieder selbst einheben können. Hierüber entspann sich im Subkomitee eine längere Debatte, in die auch der Finanz- Minister Dr. Trapl eingriff. Zu der Forderung nach Aenderung des Steuer, jahres könne er im Augenblick nicht definittv Stellung nehmender sei aber nicht grundsätzlich dagegen. WaS die Vereinfachung der Steueradministrattve betrifft. suche die Finanzverwalwng selbst nach dem möglichst größten Ausmaß dieser Vereinfachung. Die Forderung, daß die Gemeinden wieder selbst ihre autonomen Zuschläge einheben sollen, hält der Minister für einen Rückschritt, da man in anderen Staaten gerade das System der Zuschläge aufgebe und Zuteilungen aus einheitlichen Steuern einführe. Man möge auch hier der Finanzverwalwng die Möglichkeit lassen, die Sache im einzelnen zu studieren und dann erst ihren Standpunkt zu beziehen. Bezüglich der Rückwirkung verwies Dr. Trapl neuerdings darauf, daß die Finanzverwalwng bereits für 1936 mit gewissen Mehreinnahmen rechne; in viel größerem Ausmaße würde dieses Plus an Einnahmen noch der Selbstverwalwng zugute kommen. Es wäre zu bedauern, wenn einzelne Bestimmungen für das Steuerjahr 1935 nicht mÄhr zur Geltung kommen sollten, beionderS chn Fällen, wo«ine un-begründete Steuerhimcrziehung Vorlage. Er werde seinen Standpunft erst in einigen Tagen bekanntgeben und vorher noch die Entscheidung der Regierung einholen, ersuche aber, deshalb die Berawng der Novelle nicht zu verzögern. Masaryk gegen die Feier seines Geburtstages In der kommenden Woche sollten beide Häuser der Nationalversammlung den von den koalierten Senatsparteien eingebrachten Gesetzesantrag zur Annahme bringen, durch den der 7. März, der Geburtstag MasarykS, zum Staatsfeiertag erklärt werden sollte. Der Präsident-Befreier hat jedoch ausdrücklich den Wunsch zum Ausdruck gebracht, von dieser becchsichtigten persönlichen Ehrung A b- st and zu nehmen. Die Koalitionsparteien konnten nicht umhin, diesem Wunsche T. G. Ma- saryks, der seiner persönlichen Bescheidenheit und Schlichtheit entspricht, Rechnung zu tragen, und werden daher von der Behandlung des Gesetzentwurfes Abstand nehmen. Unser Handel mit Rumänien Offizielle Intervention in Bukarest Bukarest. Der tschechoslowakische Gesandte Seba hatte mit dem Ministerpräsidenten Ta- tarescu eine längere Unterredung über dsi beide Länder interessierenden wirtschaftlichen Fragen. Gesandter Seba brachte dem Ministerpräu- denten insbesondere die Wünsche der tschechoslowa- kischen Exporteure zur Kenntnis. In einer vom Gesandten dem Ministerpräsidenten bei dieser Gelegenheft überreichten Note werden Vorschläge zur Belebung des tschechoslowakisch-rumänischen Handelsverkehres gemacht. Insbesondere handelt es sich in diesem Zusammenhang um die Tatsache, daß der rumänische Export nach der Tschechoslowake« in den. letzten drei Jahren g e st i e g e n, der tsch»« choslowakische Export nach Rumänien im gleichen Zeitraum jedoch zurückgegangen ist. Auch besteht auf tschechoslowakischer Seite der Wunsch, das gegenwärtige Ueberwiegen der Ausfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten nach Rumänien durch eine Erhöhung de r Aus fuhr v o n Fertigwaren aüszugleichen. Ministerpräsident Tatarescu hat das Vorbringen des Gesandten Seba in entgegenkommendster Weise ausgenommen. In den Wirtschaftsverhandlungen mit Oesterreich ist eine kurze Pause eingetreten, die bis Anfang nächster Woche dauern wird. Der bevollmächtigte Minister Dr. F r i e d m a n n fährt in der Zwischenzeit nach Prag zur Berichterstat- tung und zur Einholüng neuer Instruktionen. Die nächste Plenarsitzung des Senates findet am Mittwoch, den 26. d. M., um 15 Uhr statt. Der Präsident der Republik empfing gestern den Chef der französischen Milftärmission General F a u ch e r und den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Rumäniens Theodor E m a n d i. Schließlich empfing der Präsident den deutschen Gesandten Eisen- l o h r. Die Schweiz läßt sich Zelt Bern. In der Freitag-Sitzung des Bundesrates, die sich mft der deutschen Protestnote befaßt«, gab der Chef des volftischen Departements, Bundesrat Motta, Kenntnis von dem Eingang und Inhalt dieser deutschen Protestnote. An die Kenntnisnahme dieser ziemlich umfangreichen Note knüpfte sich ein v o r l ä u f i g e r M e i* nungsaustausch an, doch wird der Bundesrat, die Allgelegenheft erst in einigen Tagen behandeln, und zwar in aller Ruhe, nachdem der vom Polftischen Departement im Einvernehmen mit-, dem Justiz- und Polizei departe- ment aufzustellende Entwurf einer Antwort dem Bundesrat vorliegen wird. Da an der nächsten Sitzung des Bundesrates der Chef des Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrat Baumann, nicht anwesend sein wird, kann, die weitere Behandlung der. Angelegenheit er st in achtTagen erfolgen. Scharfe Sprache Sarrauts gegen die Rechte MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I ? Roman von Manfred Georg In dieser Nacht betete Schumann. Er wußte nicht zu wem, er wußte Nicht für wen, er wußte nur: daß nach so vielen Jahren der Beschwernis ein neuer Abschnitt seines Lebens begonnen hatte, dessen Gefahren und Leiden alles andere nur als ein Vorspiel erscheinen lassen würden. Nachher ttäumte er von Mardrier, der, einen Körb auf dem Rücken, eine unendlich lange Straße ihm entgegen kam. Obwohl er im Traum sofort Mardrier und seine alte,'ungeheuerliche Begegnung vom Bache bei Gornitsch identifizierte, blieb diesmal die-Angst aus. Denn er erhob sich leicht vom Boden, überflog Mardrier und sah, daß dessen Korb leer war. Dann wachte er auf, fühlt: die Atenmähe Haydees, wühlte den Mund in ihr Haar und schlief traumlos bis zum Morgen. Zwei Tage waren vergangen, die Schumann in einer Art Dämmerzustand verbracht hatte. Er saß in den Cafes, trank unzählige Schwarze, sah unzählige illustrierte Zeitungen durch, ging in Filme und wußte, als er herauskam, nicht, was er gesehen hatte. Einmal traf er einen Bankier, der ihm eine Stunde lang einen Vortrag über alle die Gründe hielt, die für eine möglichst rasche Zeichnung der neuen Völkerbund-Anleihe in Frage kamen. Er hörte überhaupt nicht zu, erinnerte sich nur dunkel, einen Scheck über 20.000 Schilling gezeichnet zu haben. Nur um den Burschen loszuwerdeu. Seine Rede war wie. der dauernde Lärm eines Wasserfalls gewesen, der ihN betäubt hatte. Am Nachmittag des zweiten Tages hatte Schumann sich plötzlich in einem kleinen Stundenhotel gefunden. Wenn' er jetzt nachdachte,, dann sah er blitzarttg nur noch ein kleines Kreuz auf der Höhe zweier Brüste baumeln und den etwas verfilzten Scheitel eines Portiers, der sich verbeugte. Vergeblich versuchte Schumann, während er in der Halle des Grand Hotels darauf wartete, daß Mardrier ihn herausrufen laffen würde, dieses Mosaik zusammen zu setzen. Als er in der Nacht des entscheidenden Abends, unter heftigen Fieberanfällen von Kopf bis Fuß erschauernd, inL Hotel zurückgekrhrt war, hatte er Haydee nicht mehr vorgefunden. In. einem Brief, den er auf dem Tisch fand, stand in ganz ruhigen, undramatischen Zügen nur die kurze Mitteilung:„Alles in Ordnung. Erhiett Telegramm, sofort ins Engagement zu fahren. Auf Wiedersehen. Much luckl" Merkwürdig, während er jetzt noch einmal diese paar Worte las, blieben seine Augen aus dem letzten Punkt haften. Er war weder größer noch kleiner als die sonstigen Interpunktionszeichen, aber die weiße, unbeschriebene Fläche, die sich unter ihm breitete, kam Schumann wie ein unbegangenes Feld vor, durch das er noch würde hindurchschreiten muffen. Plötzlich würden überall Worte und Zeichen um ihn wachsen. Wenn er sich nur nicht darin verirrte! In einer sinnlosen Aufwallung hielt er das Papier gegen das Licht, als suche er nach einer Geheimschrift, die sich in seinem Faser-Geäder verbergen könnte. Er fühlt« sich mü einem Male angesehen. Der Blick kam aus einer Gruppe am Nebentisch, die, in weiche Sessel tief versunken, um ein Ge- häuf von Mokkatassen schwätzte. Es wurde aus- schlietzlich französisch gesprochen und alles war an die Frau gerichtet, die jetzt rasch das Lorgnon weg tat, mit dem sie ihn gemustert hatte. Es überraschte Schumann gar nicht, Mardriers Begleiterin hier zu treffen. Schließlich wohnte dieser ja hier. Eher war er interessiert, diese Dame, die er bisher nur im unsicheren Licht des halbdunklen Femina-Zuschauerrayms und zwei Sekunden rn Haydees Garderobe gesehen hatte, genauer be trachten zu können. Es war ihm unmöglich, ihr Alter zu schätzen. Rur, daß ffie nicht jung sein konnte, war sicher. Aber wie all war sie wirklich? Alles an ihr war straff, sah natürlich aus, sie war nicht auf jugendlich zurechtgemachtt Ihre Bewegungen hatten die Eleganz einer Achtzehnjährigen. Die Augen, etwas ttefliegend, wären von einer intensiven Lebhaftigkeit, der man nicht ausweichen konnte, die betont einfache Linie der Kleidung zeigte einen raffinierten Schnitt, der bei äußerster Dezenz die Geschmeidigkeit eines volleset trainierten Körpers ahnen ließ. Nur über dem linken Auge lag, fein wie. ein Strich? sich von der sanft schwingenden Braue abhebend und auch gär nicht verdeckt, eine kurze, scharfe Falte, die wie ein erfrorenes Zucken war und dem ganzen Gesicht— Schumann wußte nicht, wieso— etwas im tiefsten Erfahrenes und Drohendes gab. Als Typ schätzte Schumann sie auf Rumänin, auf eine jener von altem lateinischen Blut, von der hohen Kultur französischer Schule wundervoll zurechtgeschliffenen Bukarester Frauen, deren Krönung vor Jahren noch die herrliche Maria von Rumänien gewesen war. Bon ihrer Runde kannte Schumann nur den Einen, der wie ein Ungar aussah, groß, schlank, mit fahlem Gesicht, Lberelegant angezogen. Er speichelte seine Worte mehr, als daß er sie sprach. Die Uebrigen waren offenbar Wiener Geschäftsleute, darunter einer, den man zuerst gar nicht sah, weil er so klein und winzig war, fast ein Zwerg. Er hatte ein Kinderköpfchen mit roten Bäckchen und ganz falttge Gxsichtszüge, war wenig sorg- fälttg gekleidet und baumelte zwei fragile Füße in knittrigen Gamaschenschuhen vom Sessel, ohne den Boden zu erreichen. Erst als Schumann genauer hinblickte, bemerkte er, daß der kleine Mann bucklig war. In diesem Augenblick schwenkte Blllinger, der täglich an den frühen Nachmittagen durch die Vestibüls der Ringstraßen-Hotels wasiderte, um im Vorbeigehen Gelegenheiten an diesen Kreuzwegen der internattonalen Refferouten zu pflük- ken, in die Haffe. Er steuerte geradewegs auf Schumanns Nachbartisch zu. Sein Lächeln erstarb, das Armfuchteln, mit dem er sich gewöhnlich bei der ihm etwas schweren Rede Lust und Mut zu machen pflegte, wurde zu einer ungeschickten Devotheit, kurz, Bilfinger trat an den Tisch wie eine Art Kammerdiener, der Furcht hat, jede Minute gekündigt zu werden. Man begrüßte ihn kühl und sprach zuerst gar nicht mit ihm. Er machte vergeblich einige Ansätze, woffte offenbar auch ein größeres Dokument aus der Brusttasche holen» aber der Bucklige winkte mit der Spitze seiner Virginia ab, und das Gespräch rollte über den armen Billinger erbarmungslos hinweg. Jetzt bemerkte er Schumann. Es war ihm eine Erlösung, hinüber zu grüßen, eine Verbindung mit der Welt außerhaw seines Tisches herzustellen. Sein Erfolg war sogar besonders groß. Die' Dame in Schwarz neigte sich zu ihm und fragte ihn etwas, worauf Billinger steudig erwiderte. Er machte lange Erklärungen, die auch die Aufmerksamkeit des Buckligen zu erregen schienen. Dann erhob er sich und kam zu Schumann: „Hören Sie, das ist ja ein guter Zufall, daß ich Sie hier treffe. Der Herr dort drüben würde sich freuen, Ihre Bekanntschaft zu machen. Laffen Sie sich das nicht entgehen. Er ist einer der wichtigsten und reichsten Leute Europas." „Wie heißt er denn?" Billinger strahlte:„Aristides Makropulos. Er hat von Ihnen gehört." „Das wundert mich aber. Was ist denn von mst zu,hören?" «Ja, das ist ein« merkwürdige Sache. Dieser Grieche sammett Menschen für sein Geschäft. Er beobachtet überall, wer im Handel, in der Industrie, im Bankwesen austaucht, und wenn er Leute findet, dst ihn interessieren— und ihn interessieren nur Leut«, dst ihm impon»-»-n— so zieht er sie in seinen Kreis." (Fortsetzung folgt.) Nr 45 Samstag, 22 Feber 1936 Seite 3 fudetendeu tsrfiev Zcifepiegef Ein verdienstvoller Parteiveteran Als verdienstvoller Pionier der Arbeiterbewegung, in allen Bevölkerungskreisen weit über die Grenzen Haidas hinaus geehrt und beliebt, begeht nach einem an Arbeit und Erfolgen reichen Leben am 24. Feber unser Genoffe Alexander Pfohl aus Haida bei voller Gesundheit seinen 70. Geburtstag. Als Kind eines armen Glasmalers in Neuwelt(Riesengebirge) geboren, erlernte er das Malerhandwerk. Im Jahre 1885 kam er nach Haida. 1888 gründete er eine eigene Werkstätte, die er noch heute betreibt. Als äußerst geschickter Fachmann hat er hervorragenden Anteil an der Veredelung unserer Glasindustrie und manches reizvolle, aus seiner Künstlerhand hervorgegangene Glasprodukt fand dauernden Ehrenplatz im Haidaer Museum für Glas- und Keramik, das am 14. Mai 1893 eröffnet wurde und seine Entstehung der tatkräftigen Arbeit P f o h l s und eines kleinen Kreises fortschrittlicher Berufskollegen verdankt. So tüchtig er in seinem Berufe ist, so ist er es auch als Organisator in der sozialistischen Arbeiterbewegung, der er sich als noch junger Mann anschloß. Als im Jahre 1890 der Gedanke auftauchte, einen Glasarbeiter-Fachverband für das Gebiet Haida-Steinschönau ins Leben zu rufen, war Pfohl einer der ersten, der mit voller Tatkraft Hand anlegte. Ein Fachblatt, die„Glas- Arbeiter-Zeitung", wurde gegründet, deren erstes Exemplar bereits am 5. September 1890 erschien und das später in das Wochenblatt„Nordböhmischer Volksbote" umgewandelt wurde, dessen erste Ausgabe am 6. November 1891 erfolgte und mächtig zur Verbreitung der sozialistischen Ideale beitrug.' Genosse Pfohl war auch Mitbegründer der „ReichenbergerKrankenkaffenzweigstelle" in Haida und zu Wiederholtenmalen Vertrauensmann unserer Lokalorganisation. Ein weiteres Feld seiner Tätigkeit für die Arbeiterschaft bildet der„Ar- beiter-Turn- und Gesangverein Vorwärts" Haida, dessen Gründung im Jahre 1901 erfolgte. Genoffe Pfohl war als Gründer während der ersten fünf Jahre ununterbrochen, dann nochmals im Jahre 1909-10 Vorsitzender dieses Vereines, der jahrzehntelang der Kernpunkt der sozialistischen Bewegung Haidas gewesen ist. Im Jahre 1896 kam Genosse Pfohl in die Stadtvertretung, wurde alsbald Stadtrat und ist seit dem Jahre 1919 bis zum heutigen Tage Bürgermeister-Stellvertreter. In dieser 40jährigen Amtstätigkeit widmete er stets sein ganzes Augenmerk und seine bis heute ungebrochene Kraft dem Wohl der arbeitenden Bewohnerschaft. Wir entbieten unserem Genossen Pfohl zu seinem 70. Wiegenfeste die aufrichtigsten Glückwünsche und hoffen, daß er seiner Familie, unserer Bewegung und allen, die ihn schätzen, noch viele Jahre bei voller Gesundheit erhalten bleiben möge. Aus einem sehr gemischten Praktische.Volksgemeinschaft 4 nord böhmischen Betriebe Vor dem Tetschner Bezirksgericht läuft eine interessante Ehrenbeleidigungsklage der Firma Klemens Müller, Nähmaschinenwerke in Büna u b u r g, resp. deren Generaldirektors Neumann aus Prag gegen den Metallarbeitersekretär Genossen P u l S in Bodenbach. Zu Beginn des Jahres 1934 brach in der genannten Fabrik, die früher ein Zweigbetrieb der gleichnamigen Firma in Dresden war, ein Lohnkampf auS. Durch die Schuld gelber Streikbrecher ging der Streik verloren. Eine ganze Anzahl freigewrrk- schastlich organisierter Arbeiter wurde gemaßregelt; unter ihnen auch der Obmann des BetriebSausschus- seS. Wegen dieser gesetzwidrigen Entlassung wurde gegen DirekwrNeumann eine Anklage wegen Terror erhoben, doch ist dieser Prozeß noch nicht entschieden. Die nun selbständige Firma wird vom erwähnten Generaldirektor— einem tschechisch-jüdischen Nähmas chinenhändler und der Anglobank betraut. Maßgebende Beamte sind«über noch heute Reichsdeutsche. In der Arbeiter- fchaft gibt die völkische Gewerkschaft den Ton an. Der jetzige Obmann des Betriebsausschusses ist«in Vertreter dieser Gewerkschaft. Daß zwischen der Firma und der freien Gewerkschaft der Metallarbeiter seit dem Streik ein gespanntes Verhältnis besteht, ist erklärlich. Dem geklagten Genossen Puls wird vorgeworfen, daß er im Juli 1935 bei zufälligem Zusammentreffen zu einem Kollegen, woher ein Mitglied -der völkischen Gewerkschaft auf der Straße zuhorchte, über"Mi' finanzi eTI e Lage vet Firma einige Bemerkungen gemacht hatte.(Um die Arbeiter vor eventuellem Schaden zu bewahren.) Der Horcher, ein gewisser P a tz e l t, machte hiewon dem Obmann des B. A. namens Beer Mitteilung, der dann schnurstraks zur Firma ging und dort das Gehörte weitergab. Der Direktorstellvertreter Liebelt ließ eine Art Protokoll verfassen und dies von den Tatzeugen unterschreiben. Damit ausgerüstet, wurde der Klageweg betreten. Der Geklagte trat den Wahrheitsbeweis an und brachte durch seinen Anwalt eine Reihe von Beweisanträgen ein. Zuerst hatte die Firma selbst geklagt. Da aher diese juristisch zu einer Ehrenbeleidigung nichtlegiti- m i e r t ist, wurde sie k o st e n p f l i ch t i g in der ersten und bei der erfolgten Berufung auch in der zweiten Instanz(Kreisgericht Leitmeritz) ab» gewiesen. Sodann sprang der Generäldirek- wr R e u m a n n in di« Bresche. Zirka 15 Zeugen wurden beiderseits vor das Tetschner Bezirksgericht geladen. Aus den Aussagen des bisher einvernommenen Zeugen, insbesondere durch die bestätigenden Angaben des Direktorstellvertreters und des Obmannes des B. A. ging hervor: Daß die Firma der Bezirkssozialversiche- rnngSanstalt in Tetfchen 116.000 Kd an Beiträgen schuldig«ar und über erfolgte« Antrag dir AutoS des Werkes gepfändet wurden;- daß eS Lohnrückstände gab, die Unterstützungen aus dem ArbeiteruntrrstützmrgsfondS der Arteiter(veranstaltet von der Firma) gekürzt worden sind und die Firma tri der Bünantnrger Raiffrisenkasse ei» Darlehen von 50.000 XL anstrebte, nm die Löhne auszahlen und Material einkaufen z« könne», wobei fünf Angestellte und Arbeiter als Darlehensnehmer und zehn als Garanten zu fungieren hatten. Die erwähnte Kasse hat unbeschränkte Haftung,(Später wurde das Darlehen ebenso bezahlt wie die Schuld an die B.S.B.A., wobei die Anglobank für 60.000 Xi die Bürgschaft übernahm, ei wurden Arbeiter ausgenommen und voll bis Ende Jänner 1936 gearbeitet.) Zeuge Liebert gab zu, daß die Firma 1934.(trotz herabgesetzter Löhne) mit Verlust abschnitt. Interessant war auch die Feststellung, daß das bei der Raiffeisenkafle durch Vermittlung der Beam- -ten und Arbeiter, die Genossenschaftler sind oder eS werden mußten, aufgenommene Darlehen in den Handelsbüchern der Aktiengesellschaft, die unter Patronanz der Anglobank steht, gar nicht geführt wurde. Erwähnt sei, daß ein Zeuge, der aufgefordert worden war, das oberwähnte Protokoll zu unterschreiben und es auch tatsächlich unterschrieb, während der Verhandlung in einem wesentlichen Punkt« der Aussage seines Vorgesetzten(Direktorstellvertreter) trotz der erfolgten Konfrontation wider- Alte Gebräuche im Isergebirge „Hutznstoben bei uns und drüben" war ein Artikel überschrieben, der vor kurzem in der „Frauenwelt" über alten BesuchSbrauch im Erzgebirge berichtete. Aehnlicher Brauch war bis um Me Jahrhundertwende auch im Jsergebirge im Schwange. Heute ist davon Wohl nichts mehr, oder nur noch sehr wenig bekannt. Bis in die Achtziger- und Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts aber war das„Zun Rock'n giehn" und das„Zun Licht'n giehn" im Jsergebirge allgemein üblich. „Zun Licht'n giehn" war eine Gepflogenheit, wonach die Nachbarn und auch entferntere Ortsbewohner mit Handarbeiten und verschiedenen Beschäftigungen, aber auch mit beruflicher Aicheit, wie dies besonders bei den Perlenbläsern, den„Fertig- inachern" usw. der Fall war, während der Abendstunden, d. h. solange die Stuben beleuchtet waren, zu Bekannten oder zu Nachbarn gingen, um bei gemütlichem Plausch einige Stunden zu verbringen. Alt und jung pflegte diesen Brauch. Oft genug wurde der ,Mcht'ngang" von den.jungen Leuten als Gelegenheit benützt, sich ein trautes Stelldichein zu ;eben und so„Bekanntschaften" zu festigen oder an- »bahnen. Daß bei den ,Lichr'ngängen" nebst ernstem und heiterem Diskurs auch allerlei Allotria getrieben ivurde, versteht sich von selbst. Bei lustigem und ernstem Plausch verrann eben 'die Zeit viel schneller und oft War es ganz„unversehens" Mitternacht geworden, wenn man sich auf den Heimweg besann. In den langen Herbst- und Winternächten sah man zu später Stunde Laternenfunzeln den Ort durchqueren und gewöhnlich konnte man an den Wegen der Lichter feststellen, wo wieder ein„Licht'n- aang" gewesen war und wer daran teilgenommen hatte. Daß bei solchem„Licht'ngang" auch damals schon viel über„Politik" und die Rot der Zett gesprochen wurde, ist selbstverständlich. Daß aber dabei der Staat in Gefahr gekommen wäre, wie dies jetzt in den.Hutz'nftuben" im glorreichen Hitlerreiche nach den Berichten der letzten Zeit der Fall sein soll, davon weiß die Chronik nichts zu erzählen. Etwas„ausgiebiger" als der.Mcht'ngcmg" war der„Rock'ngang", der zum Unterschied von dem ersten nicht aus einige Abendstunden beschränkt war, sondern sich auf den ganzen Tag, die ganze Woche, ja oft auch auf mehrere Wochen ausdehnte. Dies war besonders bei den Perlenbläsern der Fall, die mit ihrem wenigen Werkzeug und den dazugehörigen Arbeitsmaterialien sich bei Bekannten, Freunden oder Nachbarn zu beruflicher Arbeit niederließen und gemeinsam mit dem Gastgeber arbeiteten. Es war nicht selten, daß in einem Hause mehrere„Rock'ngänger" sich zu gleicher Zett einfan- den, so daß es in solchen kleinen Stuben dann manchmal„etwas g'drange" wurde, zumal ja dieselbe Stube von dem Gastgeber auch als Wohnung benützt wurde. Bei der gemeinsamen Arbett der„Rock'ngänger" und der Gastgeberfamilie verrannen die Stunden viel schneller, als wenn der Perlenarbeiter und auch andere allein zuhause arbeiteten. Gesang und Erzählungen, Dorftratsch, Heiratsgeschichten, Modeberichte und was das Leben sonst noch bringt, würzten die Arbeit und ließen die Stunden und Tage schnell dahinfliegen. Neckereien, Ulk und mancherlei tolle Streiche wurden da vollführt. Es ging bei diesen„Rock'ngängen" mitunter recht bunt zu; kein Wunder, daß bie„Gastgeberfamilie" dann manchmal froh war, wenn der oder die lieben„Rock'ngänger" endlich ihr„Höckl" packten und sich davontrollten. Wenn die nächste Woche ein neuer„Rock'ngänger" sich einfand, ging das Spiel eben von neuem an. So fanden denn die Leute, die ja oft recht einsam in den Häusern an den Berghängen und in den Allen Winkeln der Dörfer wohnten, Abwechflung in ihrem ewig gleichen Alltag. Die rasch dahinfliegende Zeit hat mit diesen alten Bräuchen fast gänzlich aufgeräumt. Richt nur das Leben der Arbeiter als Einzelschicksal ist in den letzten Jahren schwerer geworden, sondern auch die Grundlage der Lebensmöglichkeiten für die Gesamtheit der Arbeiter, die Gesamttndustrie und ihre einzelnen Branchen, deren Arbeitsweise, die die Betätigung der alten Gebräuche ermöglichten, ist schweren Erschütterungen unterworfen worden- So ist z. B. die Perlenbranche, in der einst etwa 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäfttgt waren und bei welcher die„Rock'ngängerei" ganz besonders in Uebung war, faft gänzlich auS unserer isergebirgi- schon Heimat verschwunden. Nur wenige Dutzende find es noch, die in der Perlenbranche Beschäftigung und kargen Lohn finden, was ja übrigens in den anderen Branchen unserer Glasindustrie nicht anders ist. Begreiflich, daß unter diesen Umständen auch der alle Brauch der„Rock'ngängerei" immer mehr und mehr verschwand... Eine ander Gepflogenheit, in einzelnen Dörfern deS Jsergebirge- altgewohnter Brauch, war der sogenannte„Leichenwache" oder„Totenwache". Wenn jemand gestorben war, blieb die Leiche bis zum Begräbnisse im Hause. Entweder blieb die Leiche in der Wohnstube und wurde dort aufgebahrt, oder sie wurde inS Vorhaus gebracht und dort aufgebahrt, je nachdem die Raumverhältniffe es gestatteten. Als eS noch keine LeichenbestattungSunterneh- mungen gab, mußten sich die Angehörigen des Verstorbenen um alle Vorbereitungen zum Begräbnis selbst kümmern. Der Sarg mußte eigens beim Tischler bestellt werden, auf der Pfarrei müßte der Be- zräbnistag mtt' seinen Zeremonien vereinbart und beim Totengräber das Grab bestellt werden. Auch um Musik, Sänger und Träger mußten sich die Angehörigen kümmern. Nicht zu vergessen die.Leichenwäscher".„Tudt'nobwasch'r" war der Ausdruck für diese Funktion, die gewöhnlich Frauen oblag. Bis der Tischler den Sarg lieferte, was zwei bis drei Tage dauerte, blieb die Leiche auf dem „Brett" im Vorhause oder in der Stube liegen. An den Abenden vor dem Begräbnisse fand die „Leichenwache" statt. sprach und erklärte, er habe das Protokoll nur gefertigt, «m nicht auf die Straße zu fliegen. Der Obmann deS B.-A. bemerkte u. a., er selbst habe—„ohne einen Druck auszuüben"— bei Kollegen, die einen Besitz haben, interveniert, damit sie für die Firma, die in einer momentanen finanziellen Klemme war, das benötigte Geld aufnehmen. Von den hohen Rückständen an die B.S.V.A. in Tetschen habe er nichts gewußt. Herr Direktorstellvertreter Liebert(ein Reichsdeutscher) meinte, alles sei geschehen, um den Arbeitern zu helfen. Auf Einwendung des Verteidigers gab er zu, daß auch die Firma selbst ein Interesse an diesen Transakttonen hatte. Zur Vervollständigung des Bildes sei erwähnt, daß der Zeuge P a tz e l t(auf die Frage des, Verteidigers) dezidiert zugab, daß bei der deutschvölkischen Gewerkschaft auch— tschechische Mitglieder vorhanden find. Da die Verhandlung, deren Protokoll mtt Rücksicht auf die Person des Klägers vielfach tschechisch geführt werden muß, noch nicht beendet ist, kann ein abschließender KommeMar derzeit nicht gebracht werden. Ueber den Ausgang dieses Prozesses werden wir natürlich berichten. Wesen versuchten Menschenraubs verurteilt Vor dem EgererKreisgericht standen der Kaufmann Rudolf Werner Löffler aus Crimitschau in Sachsen und der Chemiker Bruno Debrag aus Jferlohe in Westfalen unter der Anklage, das Verbrechen des v e r s u ch- ten Menschenraubes begangen zu haben. Die beiden Burschen waren im August des vergangenen Jahres nach Breitenbach an der sächsischen Grenze gekommen, um Emigrantenauszuspähen. Durch ihr Verhalten machten sie sich bald verdächtig und konnten unschädlich gemacht werden, ehe sie weiteres Unheil anrichteten. Die Angeklagten—- stramme Nazis, die von nichts etwas wissen wollten— leugneten, wurden aber durch die Beweisaufnahme restlos überführt und zu je einem Monat strengen Arre st s und zur Landesverweisung verurteilt. 4» In diesem Zusammenhang ist es nicht uninteressant, wie die Henlein-„Zeit" zu diesem Prozeß Stellung nimmt. Sie bemüht sich gar nicht, ihre S Y m p a t h i e für die braunen Menschenräuber zu verbergen, bringt den Prozeß unter dem ironischen Stichwort:„Spione" und erklärt mit aufrichtigem Bedauern,„daß die Personen, die sie(die Menschenräuber nämlich. Sieb.} um Auskunft fragten, unglückseligerweise fastdurchwegs Sozialde- m o k rate n w ar e n". - Es geht eben nichts über die„Loyalität" unserer Henlein-Nazisten—1 Die Präser Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 23. Feber, 14.30—14.45 Nhrr Die größte Revolution(F. T e j es s y-Aussig), Mittwoch, 26. Feber, 18.20—18.40 Uhr: Die neue Schule(Josef H u d l-Aussig), Freitag, 28. Feber, 18.35—18.45 Uhr; Aktuelle zehn Minuten, Sonntag, 1. März, 14.80—14.45 Uhr: Charlotte Masaryk(Hans L i ch t w i tz). Nachbarn, Freunde oder Verwandte fanden sich abends im Trauerhause ein.„Wach'n giehn" war der Ausdruck für diese Gepflogenheit. Die„Wachleute" saßen um Tische, auf Stühlen und Bänken herum. Ein Teil der„Wachleute" beschäftigte sich mit Kartenspiel und anderem Zeitvertreib, wobei eS mitunter zuging, als wäre man im Wirtshaus gewesen. Andere unterhielten sich durch Gespräche, bei denen der Lebenslauf und die Wirksamkeit des Verstorbenen nach allen Seiten hin besprochen, die Angehörige» getröstet und ihre Zukunft beraten wurde. Auch andere Begebenheiten, von den Ortsereignissen bis zur Weltgeschichte, wurden da„durchgehechelt". Das ging sehr oft bis nach Mitternacht so fort. Daß diese.Leichenwachen" für die Angehörigen, die ja gewöhnlich dann bei den Löuten sitzen bleiben mußten, keine Erholungsstunden waren nach den Aufregungen, die dem Tode eines Angehörigen vorauSgehen, ist Wohl erklärlich. Denn es war manchmal ein ganz„hübscher SumS", der sich da brett machte. Kamen viele„Wachleute", fehlte es an Sitzgelegenheiten und dann mußten in den Nachbarhäusern Tische, Stühle und Bänke zusammengeborgt werden. Auch der Bettrand, die Ofenbank, Kisten und Kasteln wurden als Sitzgelegenheit benützt. Die Stube konnte die vielen„Wachleute" manchmal nicht fassen. Neben der Leiche und bei der Trauer der Angehörigen waren nicht selten die größte Fröhlichkeit, allerhand.Luderei" und Spässe istr Gange. Kerzenlicht und Leichengeruch konnten die Unterhaltungen nicht weiter beeinttächtigen. Nicht etwa, daß die„Wachleute" pietätlos gewesen wären. Aber der alte Brauch der„Leicheäwache" zeittgt« eben solche Blüten. Heute ist dieser Brauch wohl fast ganz der Ver« geffenheit anheimgefallen. Ob es schade darum ist? Auch in den abgeschiedensten Gebirgsdörfern wandeln sich mit den Zeiten die Sitten und Gebräuche. G. R ö h s l e r, Grünwald a. R. Seite 4 Samstag, 22. Feber 1936 Nr. 45 Per deutsche Tod Gegen Krise und Faschismus! Borwärts-um Sozialismus! ist die Parole des SdP>Par!amentarler sind„nicht! weiter als politische Laufburschen** Die„Deutsche Landpost" veröffentlicht eine Zuschrift, deren Verfafser unter anderem folgende gesprächsweise Aeußerung eines«führenden SdP-Politikers" wiedergibt: «Die politische Meinung wird in der SdP von einigen wenigen gemacht, die den Partei, apparat in der Hand haben. Auch die Parlamentarier haben in der SdP nicht vielzubedeuten. Sie sind im Grunde genommen nichts weiter als politische Laufburschen, denen die Interventionen zugeteilt werden, die im Plenum und in den Ausschüssen reden muffen und in der Provinz Versammlungen abzuhälten Haden. Die Politik an sich wird ohne sie gemacht und darf den Politiken nicht einfallen, gegen diese Politik anzukämpfen und auf einer eigenen politischen Meinung zu beharren, wenn sie sich nicht umnöglich machen wollen. Hinter den Wahlkreiskandidaten steht niemand. Das Volk steht hinter der Partei, da4 heißt hinter den paar Leuten, die den Parteiapparat in der Hand halten. Diese Herren sind in Wirklichkeit die von Konrad bevollmächtigten Minister und wenn Sie heute in unser Haus in der Hhbernskä kommen, haben Sie durchaus den Eindruck, in einem sudetendeutschen Ministerium zu sein!" Genau so haben die Hunderttausende, di- den.Henleins nachliefen, sich die„Volksgemeinschaft" vorgestellt... Der Glasbeirat ernannt. Das Fürsorge- n'inisterium hat den in der Regierungsverordnung über das Syndikat in der Glasindustrie vorge. siheuen Beirat, welcher aus je 14 Vertretern bei Arbeitnehmer und der Arbeitgeber sowie den entsprechenden Ersatzmännern besteht, ernannt. Als Mitglieder der Angestelltengruppe gehören dem Beirat an: G. Neumann, Verband der Glasarbeiter, Teplitz(E. Karger, Glasarbeiter, Eichwald), K Viktors. Verband der Glasarbeiter^ Teplitz- Schönau(K. Svagr, Flaschenarbeiter, Türmitz). F. Liebel, Sekretär des Verbandes der Glasarbei- terschast, Teplitz(I. Kubät, Glasarbeiter. Röhrs- darf bei Zwickau), I. Jungbauer, Sekretär des Verbandes der Glasarbeiter(B. Vondräkek, Glasarbeiter, Aussig), T. Korvas, Senator und Sekretär des Verbandes der Glasarbeiter, Gaya(I. Skarva, Sekretär desselben Verbandes). R. Rech- zicgel, Redakteur, Teplitz(I. Andörfer, Glasarbeiter, Zückmäntel), F. Sebek, Sekretär des Glas» arbeiterveröandes, Teplitz(B. Hujek, Glasarbeiter, Alschowitz), Jos. Schweinfurter, Sekretär des Verbandes der Glasarbeiter in Teplitz(F. Deiner, Gießer, Zuckmantel), F. Blazek, Sekretär des Glasarbeiterverbandes, Deutschbrod(K. Choutka, Glasarbeiter, Schützendorf), H. Friese, Sekretär. Tannwald(E. Nllmann, Sekretär), I. Strauß Redakteur, Teplitz(I. Janus, Glasarbeiter, Ta- tobyt bei Turnau), I. Katzer, Sekretär des Einheitsverbandes der Glasarbeiter, Prag(A. Grünz- ner, Sekretär detzAllg. AngestelltenverbandeS, Reichenberg), R. Poläöek, Glasarbeiter, Settenz-Tep- litz(I. Choutka, Schleifer, Kosten), F. Jahoda. Sekretär in Kosten(F. B. Kugner, Glasarbeiter, Steinhügel bei Kosten. Im Alkoholrausch gestorben. Freitag nachmittags wurde die Karlsbader Polizei in ein Haus am„Laurenziberg" gerufen, weil dort das Ehepaar Kaspar schon seit zwei Tagen seine Wohnung nicht mehr verlassen habe. Nach dem gewaltsamen Oeffnen der Tür bot sichrer Polizei ein schreckliches Bild: In der vollständig verwahrlosten und verschmutzten Wohnung lag der 77jährige Josef Kaspar nackt in völlig befinm- kenem Zustand bei der Tür, während seine Frau in der Mitte des Zimmers regungslos am Boden lag. Der herbeigeholte Polizeiarzt konnte nur den Tod der Frau feststellen, der infolge eines Herzschlages eingetreten war. Die Untersuchung ergab, daß beide unmäßige Mengen vonAlkohol zu sich genommen hatten, worauf der Tod der Frau zurückzuführen ist. Der Mann wurde ins Krankenhaus über» führt. Das Ehepaar lebte in geordneten Verhältnissen. Bisher konnte nichb eruiert werden, was die beiden alten Leute zu diesem Alkoholexzeß bewogen hat. Beraubung de« Fischerner Konsumvereins. In der Nacht zum Donnerstag brachen bisher nicht eruierte Täter in dir im„Sacherhof" in Fischern untergebrachte Filiale des Konsumvereins„Bor- wqrts" ein und entwendeten aus den Geschäftsräum- lichkeiten größere Mengen Fleisch, Selchwaren, Wurste usw., worauf sie auch dem anschließenden Kolonialwarenladen des Konsumvereins einen Besuch abstatteten; von dort nahmen sie eine größere Menge von Strickwaren, Kolonialwaren und anderes mit sich, ohne indessen die dort aufgestellten Registrierkassen zu beschädigen. Die Höhe der durch den Ein-- bruch verursachten Schadens konnte bisher nicht sichergestellt werden, rrächtlich Die letzte Monatsausgabe der sog.„Grünen Berichte", der Deutschlandberichte der Sopade, registriert folgende Tatsachen: „In Hilbersdorf(Sachse«) hat der als „Marxist" verhaftete Arbeiter Lippold angeblich in der Zelle Selbstmord verübt. Im Volk spricht man von einem Mord. Ein leitender Angestellter eines Dortmunder Industriewerkes,»in Zentrumsmann, verweigerte den Hitlergruß. Er erklärte, wenn man ihn zwinge, den Arm hoch zu heben,«erde er dazu sagen:„So hoch liegt bei Euch der Dreck". Der Zentrumsmann wurde verhaftet und zu Tode geprügelt. Der Sozialdemokrat Pierschel wurde kurz vor Weihnachten verhaftet und nach Chemnitz gebracht. Einige Tage später wurde er als Leiche nach seinem Heimatsort zurückbefördert. Rach amtlicher Beahuptung hat er sich selber erhängt. In Reichenberg in Sachse« starb der sozialistische Arbeiter Fränkel im Gefängnis. Die Polizei behauptet Selb st mord. Im Krematorium Zwickau wurde ein Schutzhäftling eingeäschert, der angeblich im Gefängnis aus einem Fenster aus dem dritten Stockwerk gesprungen war. I« Dresden beging rin Lagerhalter des Konsumvereins namens Michael die Unvorsichtig- Linksfront Hört ihr den dröhnende« Schritt in Europa, Toulon uud Paris, Madrid, Barcelona. Wie eS geschah, wird es wachsen und sein, wird es marschiere« in Zehnerrrihn. Ihr Faschisten, ihr müßt weichen, wo des Balkes Farben weh». Laßt die Hellen Banner steige«. Hißt der Freiheit Siegeszeichen. Was wir wolle«, wird geschehe«. Henker nnd Häscher und Attentate, Putsche und Aiorde und Kanonade. Wie sie gemacht, wird die Rechnung sein, zahlbar in dröhnende« Zehnerreihn. Ihr Faschisten, ihr müßt weichen, wo des Volkes Farbe««eh«. Laßt die Hellem Banner steige«. Hißt der Freiheit Siegeszeichen. Was wir wolle«, wird gescheh«. Greife du Bdeer der dröhnende« Schritte hin nach Berlin durch Europas Mitte. Daß Deutschland es will, was Spanien gekonnt: Im gleichen Schritt, das Volk an die Front. Dann Faschisten, müßt ihr weichen, wenn des Boltes Farben wehn. Laßt die Hellen Banner steigen. Hißt der Freiheit Siegeszeichen. WaS wir wolle«, muß gescheh«. Kurt Doberer. Deutsche Probleme! Eine Münchner Zeitung hat„entdeckt", daß der P a p st P i u s XI. kein reiner Arier seil Er soll der Sohn einer holländischen Jüdin sein, und würde er im heutigen Deutschland leben, wäre er zweifellos dem Arierparagraphen verfallen. Diese Erfindung der nationalsozialistischen Zeitung hat unter den deutschen Katholiken einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Während des feierlichen Gottesdienstes in der Kirche des hl. Michael in München hat der K a r d i n a l Faulhaber in Anwesenheit von zehntausend Andächtigen die Behauptung, Papst Pius XI. sei kein Arier, für eine Verleumdung erklärt. Die Kirchenbesucher brachten dem Kardinal sowie dem gleichfalls anwesenden Kronprinz Rupprecht von Bayern eine stürmssche Ovation dar. Humanität... Der älteste Mann der Bereinigten Staaten von Nordamerika, Salomon Franklin R i ck n e r, ist jetzt 118 Jahre alt. Er muß im A r m e n h a u S zu St. Paul im Staate Nebraska leben, Bor einigen Monaten wurde er von den Aerzten bereits aufgegeben, ist aber wieder gesundet und lebt nun weiter als Nestor aller Aankees... im Armenhaus. Morde aus Aberglauben. Wie aus Nairobi berichtet wird, haben sich im Gebiet des Som- buru-Stammes in Kenya eine Reihe von Mordfällen ereignet. Bei dem Negerstamm herrscht der! Glaube, daß ein Jüngling erst dann voll mann- j bar sei, wenn er einen Gegner mit dem Speer getötet habe. In den letzten Tagen sind nicht weniger als vier Opfer dieses grausamen Aber- glaubens aufgefunden worden. SchiffStragödi« auf der Weser. Freitag nachts wurde auf der Unterweser der holländische Mowr-Leichter„Dipping V" aus bisher ungeklärter Ursache von dem englischen Dampfer Lagosian" gerammt. Der Leichter legte sich aus die Seite und trieb kieloben.' Der Kapitän mit seiner Frau und seinen beiden Kindern sowie ein Mann der Besatzung sind dabei ums Leben gekommen. Ein BesatzungSmitglied konnte von dem englischen Dampfer sofort gerettet werden. Der letzte Mann des Leichters befand sich noch im sich durch Klopfzei- Jn dieser schreckliches kett, Httlerwitze zu sammeln und kn seinem Pull aufzubewahren. Er wurde denunziert» verhaftet und zu Tode geprügelt. Der Polizeibericht meldete Selbstmord durch Erhängen. Ein Dresdner Schutzmann wurde entlassen, weil er trotz wiederholter Mahnungen den Hit- lergruß nicht anwandte. Eine ihm feindlich gesinnte Frau denunzierte ihn, er habe sich über das Raziregiment abfällig geäußert. Aus Angst vor den Folgen erhängte er sich. In Dresden-Löbtau lebte ein Ehepaar in Unfrieden. Der Mann war ein Gegner, die Frau eine Anhängerin des Razisystems. Die Fra« erzählte in der Partei von den Aeußerungen ihres Mannes. Darauf wurde der Mann von der SA verhaftet, ein paar Tage darauf war er tot. Die Frau, die alle Erzählungen von verübten Grausamkeiten als„Greuelmärchen" abzulehnen pflegte, hatte solche Folgen nicht vorausgesehen. Sie ist völlig verzweifelt. In Hamburg-Billstädt wurden, wie auch sonst überall, zahlreiche Sozialdemokraten verhaftet, unter ihnen eine Frau Collau. Einige Tag» nach der Verhaftung fand man die Fra» in btt Zelle erhäng t." Das alles sind Tatsachen aus den letzten Wochen. So endete das dritte Hitlerjahr, so begann das vierte. Lage hat er fünf Stunden ausgehalten, bis er gerettet werben konnte. Eigenartiger Streik. Wie aus Ceylon berichtet wird, ist dort ein Verkehrsstreik auSgebro- chen, der den gesamten Verkehr auf der Insel lahmgelegt hat. Der Streik richtet sich gegen eine Verordnung, die bestimmt, daß Autolenkern die Lizenz entzogen werden soll, wenn sie zehnmal verurteilt worden sind. Dänemark im Schneesturm. Die Verkehrsschwierigkeiten in Dänemark infolge des Schneesturmes nehmen immer größeres Ausmaß ait. Eine ganze Anzahl kleiner und größerer Städte ist von der Umwelt so gut wie abgeschnitten. An vielen Orten mußte Militär herbeigerufen werden, um Menschen und Kraftwagen aus den Schneewehen zu graben, die mehrer« Meter hoch sind. Der Verkehr mit Deutschland ist dem Erliegen nahe. Durch Grubengase getütet. Auf der Doro- theen-Grube in Sosnowitz(Revier Dombrowa) traten am Freitag bei Bohrarbeiten im Schacht plötzlich Kohlengase auf. Unmittelbar darauf ging eine Kohlenwand zu Bruch und begrub fünf Bergleute. Eine mit Gasmasken ausgerüstete Rettungskolonne nahm sofort die Bergungsarbeiten auf. Zwei der Verunglückten konnten bald freigelezt werden. Einer von ihnen war bereits tot, der andere hatte lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Nachmittags wurden dann die Leichen der drei anderen Verschütteten geborgen. Abends nahmen die Gasausbrüche einen solchen Umfang an, daß der gesamte Betrieb eingestellt werden mußte. Mexikanische Banditen überfielen einen Lohngeldtransport bei Tuxpan im Staate Naya- rit und raubten 18.000 Pesos. Mehrere Personen wurden bei dem Feuergefecht mit der Bedek- kung getötet und mehrere verwundet. Erdbeben in Japan. Freitag vormittags wurden die Städte Osaka, Kioto und Kobe von einem schweren Erdbeben heimgesucht. In Osaka ist an verschiedenen Stellen Feuer ausgebrochen. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Der Telephon- und Telegraphenverkehr ist miterbrochen. Der Herd des Erdbebens liegt zwischen.Kioto und Osaka. Di- Erdbebenwarte in Tokio spricht von einer selten großen Ausdehnung des Erdbebengebiets. Nach den bisher vorliegenden Berichten wurden fünf Personen getötet und 16 verletzt. Zwölf Häuser wurden völlig, 17 zum Teil zerstört. Bei einem in Osaka ausgebrochenen Brand wurden drei Schornsteinfeger, die sich gerade auf dem Dache befanden, herabgeschleudert und getötet. Ei« Rekord der Borsichtigkeit. James Smith, 78 Jahre all, Rechtsanwalt aus Kansas City, mußte vor einiger Zeit eine Geschäftsreise nach Europa unternehmen. Alles stand bereits zur Abreise bereit, aber des alten Herrn hatte sich plötzlich eine Zwangsidee bemächtigt: er werde während seiner Europareise entweder entführt oder auf irgendeine andere Weise geheimnisvoll verschwinden und seine Familie werde ihn nie wiederfinden können. Was tun? Endlich hat ein Freund einen Ausweg gefunden! Smith hat einen ausführlichen Reiseplan zusammengestellt, in dem alle Ankunsts- sowie Abreisedaten fixiert, alle Hotels, in denen er absteigen wird, verzeichnet waren. Diesem Reiseplan war eine ausführliche Personalbeschreibung mit einer Phowgraphie beigefügt. All dies wurde nun in vielen Exemplaren vervielfältigt und an alle Polizeibehörden und Hotels in allen Städten, die er auf seiner Reise besuchen wollte, versandt. Und erst nachdem die Polizei seiner Vaterstadt alle diese Maßnahmen für richtig und ausreichend erflärt hat, begab sich der vorsichtige Mr. Smith auf die Reise. Die Ueberschwemmungen in Andalusien dauern an. Betroffen sind insbesondere die Gebiete von Zamora, Valladolid und Bajadez. In Andalusien mußten etwa 2800 Familien evakuiert und übersiedelt werden. Opfer an Menschenleben werden nicht gemeldet, doch haben die Ueberschwemmungen sehr großen Materialschaden angerichtet. Der Fremdenverkehr im Jänner 1936 war in der Tschechoslowakei zahlenmäßig schwächer als im Dezember 1935. Der Zustrom von fremden Staatsangehörigen zu uns war im Jänner d. I. mit 93.700 Personen fast um 20 Prozent niedriger als im Dezember 1935 und nur um 4 Prozent besser als im Jänner 1935. Auch die Reisen unserer Staatsbürger in- Ausland(78.600 Personen) gingen im Jänner d. I. gegenüber Dezember 1935 zurück, und zwar annähernd um 13 Prozent, gegenüber Jänner 1935 find sie jedoch um 19 Prozent gestiegen.. Die AufeMhaltsdauer der ausländischen Besucher bei uns hat sich gegen den Dezember zwar beinahe um 30 Prozent verlängert, doch bleibt sie um zwölf Prozent hinter dem Jänner 1935 zurück. Der Auf-, enthalt unserer Staatsbürger im Ausland« war um ungefähr 10 Prozent kürzer als im Dezember und um 6 Prozent geringer als im Jänner 1935. Im Jänner d. I.(Dezember 1935) haben die Ausländer bei uns annähernd 217.000(167.000) Tage verbracht, unsere Staatsbürger im Ausland ungefähr 85.000(88.800) Tage. Abkühlung von Nordosten her. Aus Polen, wo Freitag nachmittags an vielen Orten minus 10 bis minus 15 Grad verzeichnet wurden, beginnt die Kaltlust nunmehr allmählich über unsere Gebiet» vcrzudringen. In Südweftböhmen und in der flowa« kischen Donauniederung betrug die Temperatur bei schönem Wetter am Freitag zwar noch plus 7 bis plus 9 Grad, am Nordostrand der Republik behauptete sich jedoch bereits ganztägig er Frost und verschiedentlich hat es dort etwas geschneit. Sehr warm ist es in Algerien und in Tunis, von wo Freitag nachmittags bis plus 32 Grad gemeldet wurden.— Wahrscheinliches Wetter vonheute: Wechselnd bis vorwiegend bewölst, hie und da leichter Schneefall, namentlich an der Aufwindseite der Berge, vom Nordosten her Ab- kühl« n g.— Wetteraussichtenfür S onntag: Im Falle einer Ausheiterung Verstärkung des Nachtfrostes. Vom Rundfunk ln»Mil««»w. Holzbauten und anderen Zimmermannsarbeiten wird Samstag, den 29. d. M., um 16 Uhr im Gewerbeforderungsinstitut in Prag II., Lützowova 25, eröffnet. Die. Ausstellung ist vom 1. bis 15. März zwischen 10 und 17 Uhr zugänglich. Eintritt frei. Henciitssaak Ein Menschenwrack auf der Anklagebank 67jähriger Krüppel unter Anklage versuchten Gattenmordes.— Dramatischer Abschluß der Schwurgerichtsperiode Prag. Der Prozeß, der gestern als letzter Fall der Schwurgerichtsperiode verhandelt wurde, war einer der eigenartigsten und dramatischesten Verhandlungen dieser an merktoürdiqen Fällen sicher nicht armen Session. Schon der Auftakt zu diesem Prozeß war ungewöhnlich. Der Angeklagte betrat nämlich nicht den Gerichtssaal, sondern wurde von einem Sträfling auf dem Rücken zur An- k l a g e b a n k getragen, von der er sich auch während der Verhandlung nicht erhob. Dieser .Fleischhauermeister FränzHrudka aus Pre- r o va. d. E. ist rin kümmerliches Menschenwrack. Er steht im 67. Lebensjahr, ist schwer zuckerkrank und vor zwei Jahren mußte ihm das rechte Bein amputiert werden. Außerdem hat er«inen Schlaganfall erlitten. Ohne fremde Hilfe kann er sich nicht bewegen und so blieb nichts übrig, als einen kräftigen Sträfling zu beauftragen, den Angeklagten huckepack, in und aus dem Gerichtssaal zu befördern. Und dieser hinfällige Greis, besten ausgezehrter Körper und. Gesicht verraten, daß seine Tage gezählt sind, stand vor dem Schwurgericht unter Anklage des Mordversuches, der Anstiftung zum Mord, der Verleitung zur falsche« Zeugenaussage und der Neberiretung deS WaffmpatentrS. Und. das Opfer seiner Anschläge> war seine eigene F rau!.. Den" Vorsitz führte GR Dr. Trosts die Airklage vertrat Staatsanwalt Dr. Neureiter. Franz Hrudka lebte seit 1912 mit seiner Frau Antonie, geb. Holan, in zweiter Ehe. die, wohl hauptsächlich aus feinem eigenen Verschulden, nicht besonders glücklich war. Er betrieb eine gutgehende Fleischerei und mit materiellen Sorgen hatte die Familie nicht zu kämpfen. Doch hätt: Hrudka verschiedene Liebesabenteuer und unterhielt durch mehrere Jahre ein offenes Verhältnis mit der Stütze, die den Haushalt besorgte, da beide Eheleute von ihrem Geschäft in Anspruch genommen waren. Immerhin verlief das Zusammenleben zunächst ohne schwerere Differenzen, da seine, um 17 Jahre jüngere Frau sich mit den Dingen ab^and und nach außen hin den Schein eines erträglichen Ebelebens zu wahren wußte. Als aber die fortgeschrittene Zuckerkrankheit des Angeklagten die Amputation seines rechten Beines notwendig machte. begann er seiner Fra« das Leben z«: Hölle z« machen. Zunächst warf er ihr nur geschäftliche llntüch« tstckeit vor. Dann überwarf er sich auch mit seinem Schwiegervater, weil dieser nicht zum Verkauf eines kleinen Stückes Grund, das seine Tochter als Mitgift mitgebracht hatte, seine Zustimmung geben wollte. Offenbar hatte er einen krankhaf- t e n H a ß gegen seine Frau und deren Familie gefaßt, der sich bei dem geringsten Anlaß in Beschimpfungen und Mißhandlungen Luft machte. Und schließlich nistete sich in dem Gehirn des Kranken die fixe Idee rin, daß ihn seine Frau betrüg». Nehmen wir gleich vorweg,, daß das Beweisverfahren auch nicht die Spur eines begründeten Verdachtes in dieser Richtung erbrachte. Im Gegenteil — die heute 50jährige Frau, die den besten Eindruck machte, hat ihren kranken und ewig grollenden Mann aufopfernd gepflegt. Rach Aussage eines Zeugen mußte sie z. B. in der Nacht acht- bis zehnmal aufstehen, um den hilflosen Kranken auf das Klosett zu tragen.. . Hrudka hatte also die fixe Idee gefaßt, daß ihn seine Frau mit seinem 21jährigen Gehilfen Wenzel Vqniöek hintergehe. Kein Wunder, daß die Frau schließlich der ewigen Szenen müde wurde und erklärte, sie werde sich scheiden lassen. Das war im Herbst 1934 und der unmittelbare Anlaß zur Einbringung der Scheidungsklage war eine SBe> drohung ihres Vaters, von der die Frau Kenntnis erhalten batte.. Mit seinem Schtriegervater lebte Hrudka. wie erwähnt, in Unfrieden. Als der Gehilfe Vanicek drei Tage nach feinem Eintritt in Gegenwart des Angeklagten ein geschlachtetes Schwein behandelt«. meinte er. es,wäre güt„den.alten Kerl(nämlich den Schwiegerväter) ab zuschlacht en. wie ein Schwei n". Einige Wochen später sollte eine Kalbin-des verhaßten Schwiegervaters geschlachtet werden.-Diesmal'wurde Hrudka deutlicher. Er nahm IRON-RADIO Die Qualität und Leistung gibt den guten Ruf Iran„Solid» 312.. KC 1660— Iran»Imposant» Superhet 427 Kt 2440— Iran„exklusiv Superhet 527 « 2720*-* Vorführung ohne Kaufzwang ^SC-Warenhäuser , Prag, Sodenbach, Böhm, Lelpa, Eger, Pal« kenau, Karlsbad, Komotau und In allen ■ Radlofachgeschlften 3139 den Baniöek, obwohl er ihn als vermeintlichen Liebhaber seiner Frau haßte, beiseite und sagte ihm: „Wenzel, ha« daneben und klopf' den Alten a«f den Schädel! Schieb's auf de« Zufall— ich geb' dir dafür 1000 KC. Als nun die Frau die Scheidungsklage•. einreichte. fuhr Hrudka mit seinem ehemaligen Gehilfen nach Prag, traktierte ihn und redete ihm zu. vor Gericht feint verfänglichen Anträge nachträglich als bloßen Spaß hinzustellen. wofür er ihm eine Belohnung in Aüssicht stellte. Vaniöek, der vor Gericht einen sehr guten Eindruck machte, lehnte dieses Ansinnen ebenso energisch ab, wie die vorhergehenden und so nahm die Sache ihren Lauf. Das Geschäft war aufgelöst, Hrudka überfiedelte nach Rimburg. seine Frau ging zunächst zu ihrem Vater und kehrte dann nach P i e r 0 v zurück. Franz Hrudka, dem nach eigener Erklärung „alles egal war", war indessen nicht gesonnen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. So kam denn, am 9. November die„Abrechnung", deren er schon früher Bekannten gegenüber Erwähnung getan hatte.(„Für meine Alte hab ich schon einen Revolver in Aussicht. Aber er kostet 250 Kd— das muß ich mir also noch überlegen!") An jenem Tag. gegen halb 8 Uhr früh erschien er unvermutet in Pterov. Auf der Straße begegnete er seiner neunjährigen Nichte Zdenka. die wie alltäglich seiner Frau einen Topf Milch ins Haus trug. Er schloß sich dem Kind« an und fand auf diese Weise Einlaß in das HauS seiner Frau, das ihm sonst sicher, verschlossen geblieben wäre. denkt diese lebte in ständiger Furcht vor. ihm. So blieb auch vor Schrecken starr, als er plötzlich vor ihr auftauchte. Er zog den Revolver, sagte„da!" und feuert« aus nächster Nähe einen Schuß gegen ihren Kopf ab. der aber feblging und nur die H a u t a m H a l s verbrannte. Seine Frau flüchtete ins Nebenzimmer, in welches eine Glastür führte. Run schoß Hrudka zum zw eitenmal. Diesmal traf er seine Frau, die fich in blindem Entsetzen ein Kissen vor das Gesicht hielt, in den rechten Zeigefinger." Der 76jährige Schwiegervater eilte herbei und mit Hilfe der Ueberfallenen gelang es, den Angeklagten unschädlich zu machen. Auf der Gendarmerie erklärte dieser, er habe seine Frau erschießen wollen und fügte hinzu: „Schade, daß ich so schlecht sehe! Sonst hätte ich sie schon getroffen. Bei der Hauptverhandlung erklärte er indessen, er habe durch seinen ersten Schuß seine Frau bloß erschrecken wollen, während ber zweite nur versehentlich losgegangen sei. Seine Frau entschlug sich, obwohl er sein« nichtigen Verdächtigungen auch vor Gericht aufrecht erhielt, der Aussage. Ihr Vater dagegen sagte aus. Als Hauptzeuae wurde der Gehilfe Wenzel Banidek unter Eid«invernommen. Seine Aussage deckte sich mit dem bereits geschilderten Sachverhalt. In den Nachmittagsstunden stellte der Verteidiger den Antrag, als Entlastungszeugen die Kinder aus Hrudkas erster Ehe eirijpiverneh- men. Bemerkenswert war die auffällige Erbitterung gegen dir Stiefmutter, die insbesondere in der Aussage der ältesten Tochter des Angeklagten Marie, verheiratete I a n 0 t a, zum Ausdruck kam. Der Sohn Franz Hrudka stellt« dagegen seiner Stiefmutter ein günstiges Zeugnis aus. Die ärztlichen Sachverständigen erklärten den Angeklagten, für zurechnungsfähig und schlossen auch zeitweilig« S i n n e s v e r- Wirrung im Augenblick der Tat aus. Die Verhandlung däuerte bis in die achte Abendstunde. Die Geschworenen" bejahten lediglich die Schuldfrage auf n i ch t v 0ll e n d eten M 0 r d m i te lfStiinme n und mit Einstimmigkeit die Frage auf llebertretung des Waffe n p a t e n t e 8. Dagegen wurde sowohl die Schuldfrage auf Anftiftün g zum Mord, als auch zur Anstiftung zur falschen Zeugenaussage einstimmig verneint DaS Urteil, tief unter dem Strassab bemessen, lautete auf vier Jahre schweren Kerkers. rb. Gattenmörder Karl Würdig— lebenslänglicher Kerker In der Herbstsession des.Prager Schwurgerichts wurde■ bekanntlich' ngch dreitägigem Sensationsprozeß der Friseur Karl Würdig wegen meuch» 1 krischen Raubmordes an seiner Fra» die er kurz nach der Eheschließung in der Moldau ertränkt hatte, um sich ihres Vermögens zu bemächtigen, zu fünfundzwanzig. Jahren schweren Kerkers verurteilt. Nun hat das Oberste Gericht in letzter Instanz in dieser Sache entschieden. Die Nichtigkeitsbeschwerde des Verurteilten wurde abgewiesen, dagegen gab das Oberste Gericht der Berufung des Staatsanwaltes wegen zu niedrigen Strafausmaßes statt und wandelte die verhängte Strafe in lebenslängliche Kerkerstrafe um. Vorträgo Vorlesung Oskar Maria Graf Auf Einladung der.Linksfront" las der bayrische Erzähler Oskar Maria Graf, der seine Heima^ seit HitterS Machtergreifung verlassen hat, im Saale deS Deutschen Handwerkervereins Proben auS alte ren, neueren und noch ungedruckten Werken, lebhaft gefeiert von einem zahlreich erschienenen Publikum, das den Gast zur Verlängerung der Vortragsfolg« nötigte. Am echtesten und eindrucksvollsten wirken in der Wiedergabe durch den Autor die»bodenständig" bayrischen Geschichten, humorvolle und nachdenkliche Kindheitserinnerungen, Dorfgeschichten und münchnerische Anekdoten, di« in ihrem derb-melodischen Tonfall, ihrer llnverblümtheit und ihrer gelassenen Pointierung die Persönlichkeit des Verfassers ebenso klar spiegel« wie den Menschenschlag, unter dem er ausgewachsen ist. Lu Grafs neuuien Arbeiten'weicht der Humor freilich vor der Tragik des Zeitschicksals: in einem Gedicht-Zyklus„Emigranten"(der, nach den vorgetragenen Proben, von den lyrischen Fähigkeiten Grafs nicht voll überzeugt und allzusehr in der Klage umS Verlorene befangen scheint) und in einem in Oesterreich spielenden Emigrations-Roman»Der, Abgrund"(von dem man nur einige Milieu-Schilderungen zu hören bekam) yersucht der Dichter offenbar wieder Erinne» rungs- und Bekenntniswerke zu schaffen wie seinerzeit das Buch»Wir sind Gefangene", das seinen Ruf begründete. Die Bruchstücke, die er las, lassen kein Urteil über das künstlerische Gelingen und die pol- tische Klarheit dieser werdenden Werke zu. Aber daß sie Bekenntnisse zum Kampf und Leiden für eine bessere Zukunft sein werden, läßt sich schon heut-. sagen.—eis— JCunst und Mssen. Arbeitervorftellung„Katharina Ismailowa". Oper von Dimitri Schostakowitsch, welche vor kurzem bei der Uraufführung einen vollen Triumph feiern konnte, am Sonntag, den 1. März, um halb 3 Uhr. Karten täglich(8 bis 2, 4 bis 6 Uhr) bei Optiker Deutsch, Koruna. Jugendlich« haben keinen Zutritt. Wochenspirlplan des Rene« Deutsche» Theater-. Samstag halb 8: Der Freischütz, neuinszeniert, B 2.— Sonntag halb 3:Dieunent- schuldigteStunde, halb 8: Der heilige A n t 0 n i u s, D 1.— Montag halb 7: Wallenstein, Theatergemeinde der Jugend, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Der Freischütz, Al.— Mittwoch 8: U n e n t- s ch u l d i g t e S t u n d e, B 2.— Donnerstag halb 8: De r flieg e n d« H 0 l l ä n d e r, Wagner-Zyklus V, C 1.— Freitag halb 8: D e r Frei s ch ü tz, D 1.— Samstag halb 8: Orpheus in der Unterwelt, Festvorstellung zugunsten der Pensionsanstalt des Deutschen Theaters, neuinszeniert, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 3: Katharina Jsmailo« wa, Arbeitervorstellung, halb 8:Un entschuldigte Stunde, C 2..- Wochenspirlplan der Kleine« Bühne. Samstag, 8: DergoldeneKranz, Gastspiel Kramer-Glöckner.— Sonntag 3: Christian, Gastspiel Kramer-Glöckner, 3: Dergoldene Kranz.— Montag 8: C h r i st i a n, Bankbeamte I.— Dienstag 8: Unentschuldigte Stun de..— Mittwoch 8:WasJhrwol l t, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8:! K i n d im K.a m p. f, volkstümliche Vorstellung.—Freitag 8: D e r g 0 l d en e K r a n z, Theatergemeinde deS Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8:.S i e erste Legion. — Sonntag 3: Was Jhrwollt, 8: Die e r st e L e g i o.n.- Aus, der Partei Bezirksorganisation Prag der Arbeiterfürforge. Ausschüßsitzung Montag, den 24. Feber 1936, um 8 Uhr Narodniheim. Vereursilacstnckteg, WMWWWWWWWWWWWMWWWWWWWWW^nWMMM Deutsche Volkssinggemeinde Prag Infolge Dachstuhlbrandes in unserem Probelokal entfiel diesen Dienstag die Probe. Da wir zu spät davon benachrichtigt wurden, konnte« wir die Genossinnen und Genossen nicht benachrichtigen und ersuchen um Entschuldigung.— Nächste ProbeDienStag im alten Probelokal(Beseda), für Frauen um 7 Uhr, für Männer 8 Uhr abends.— Dringende AuSschutzsitzung um 7 Uhr desselben Tages. Der Ausschuß. 6. Roter Klubabend der Prag, G am Sonntag, den 2 3. Feber, um 18 Uhr im Palac Kowa, Revo« lukni trrda.— Programm.’— Eigene Kapelle.— Klubbetrieb.— Gäste willkommen! Der traditionelle Angrsteüteu-Ball der Ortsgruppe Prag deS All-A-Ver findet am 29. Feber (SamStag) im Heinesaal statt. Reklamationen an die Ortsgruppenleitung,- Prag II., Füg- nerovo näm. 4. filme in Prager LicMspielhäiiseni Urania-Kino:„Das Einmaleins der Liebe." Luise Ullrich, Paul Hörbiger, Theo Lingen.— Adria:„Golem." Harry Baur. Regie I. Duvivier. — Fr.— Alfa:„Der schwarze Engel." Oberon, March.— E.— Avion:„Frigo— Wohltäter der Menschheit." Keaton.— A.— BerSnek:„Variete." Annabella, Hans Albers.— D.— Ffniz: „Sequoia." Auch für die Jugend!— Flora:„Barre ie."— D,— Gaumont:»Einen Tag Millionärin."— A.— Hollywood:„Einen Tag Millionärin."— A.— Hvtzda:„Congorilla." Dschungel« Exp.— Julis:»Bretter, die die Welt bedeuten." Szakall.-7- D.— Kinema: B-Th.: Journale, Groteske, Report. Ab$42—%7. Koruna:»Die Wildkatze." H. Piel.— D.— Kotva:„Frigo— Wohltäter der Menschheit." Keaton.—- A.— Lacerna:„Golem." Harry Baur. Regie I. Duvivier. — Fr.— Metro:„Sequoia." Jean Parker.— D. — Olympier„Der Student von Prag."-— D.— Passage:„Der ideale Gatte."— D.— Praha: „Die Wildkatze."— D.— Radio:„Die rote Zarin." Marlene Dietrich."— A.— Skaut:„Die rote Zarin." Marlene Dietrich.— A.— Svttozor: „Der kleine Oberst." Temple. Für die Jugend.— A.— Alma:„Sieöc und die erste Eisenbahn."— D.— Bajkal:„Barieti."— D.— Belvedere: „Königsmark."— Fr.— Beseda:„Barietä."•— D.— Carlton:„Die rote Zarin." Marlene Dietrich.— A.— Illusion:„Die rote Zarin."— A.— Konvikt:„D i«Elende n." Nach dem Roman von Victor Hugo.— Fr.— Lido II.:„E skim 0." Regie W. S. van Dyke.— Louvre:„Melodie der Welt 1936."— A.— MaceSka:„Melodie der Welt 1936."— A.— Roxy:„Nur ein Komödiant." Rudolf Forster.— D.— Sport:»Die Elenden."— Fr.— U Brjvod«:„Es geschah in einer Nacht!" Cl. Gable.— A.— Baldrk:„Melodie der Welt 1936."— A.— Beletrhy:„Variete."— D. Mitteilungen aus dem Publikum. Bei Erkältungen, Schmerze« in den Gelenken und Gliedern sind Togal-Tabletten unübertroffen. Wenn vielen Tausenden dieses Mittel Linderung brachte, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. In allen Apotheken. 1 Eine frohe Nachricht für Hausfrauen. Bei altbewährter, gleicher Qualität kostet das Paket Radibn nur noch Kc 2.50. Radion nimmt Ihnen nicht nur die Plage des Waschtages, sondern wäscht nun auch noch billiger. Sparen mit Anzeigen helBt der Inserierenden Konkurrenz heHen Lvet« Steve veredelt auf amerikanischer Grundlage, wunderbar der- wurzelt, in aeradesten und neuesten Laselsorten. die auch in westlichen Teilen reifen. 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