Basialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Das japanische Wahlergebnis Sonntag, 23. Feber 1936 Azana greift durch! Demokratische Taten und faschistische Tendenzmeldungen Tokio.( Reuter.) Nach den definitiven Ergebnissen der japanischen Madrid. Die neue spanische Regierung hat ein Dekret erlassen, wo. Parlamentswahlen erhielten die Regie: mit alle Transaktionen aufgehoben werden, die in Spanien gegenwärtig für rungspartei Minseito 205, die die Rückgabe des Bodens an die Großgrundbesitzer durchgeführt werden. Das Dekret ordnet gleichzeitig an, die 3 a hlung der 3insen an die oppositionelle Seiukai- Partei Großgrundbesitzer einzustellen. 174 und die übrigen Parteien insge. samt 87 Mandate. Mit Unterstüßung kleinerer Gruppen dürfte Minseito eine Mehrheit für das Kabinett Otada zustandebringen. Einen Einfluß auf die Regierung besigen die parlamentarischen Parteien heute nicht mehr. Als interessantes und erfreuliches Symptom für die Stimmung der arbeitenden Schichten ist das Anwachsender Sozialdemokratie zu werten, wenn sie auch trotz ihres Erfolges eine kleine Fraktion bleibt. Es scheint, daß sie ihre Mandatszahl beträchtlich vermehren konnte. Tokio.( Reuter.) Eines der bedeutsamsten Symptome der japanischen Wahlen ist der unerwartete Erfolg der Proletarier Partei, deren 18 Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt wurden. Todesurteil gegen Weltschew und Stantschew Sofia. Samstag um halb acht Uhr früh hat das Sofister Kriegsgericht nach mehr als zweimonatiger Dauer in dem Militär- Verschwörungs- Prozeß gegen Oberst Weltschew und seine 26 Genossen das Urteil gefällt. Der Gerichtshof beriet über das Urteil drei Tage, während welcher Zeit er das Gerichtsgebäude auch nicht wäh= rend der Nacht verlassen durfte. Der Präsident der Republik hat das Dekret über die politische A mne stie unterzeichnet. Die Amnestie kommt allen Personen zugute, die wegen politischer oder sozialer Delikte verurteilt wurden, bzw. in Unter. suchung sind, und bezieht sich auch auf die in letzter Instanz verurteilten bas. kischen Stadträte. Die Regierung wird den Cortes über die Anwendung dieser Ermächtigung Bericht erstatten. Die Regierung hat angeordnet, daß die amnestierten Häftlinge sofort in Freiheit gesetzt werden. Der Ministerpräsident hat dem Generalprokura. tor bereits die nötigen Weisungen erteilt. Die Nachricht von der Verwirklichung der Amnestie hat in mehreren spanischen Städten Freudenkundgebungen ausgelöst. An mehreren Orten kam es dabei zu Ausschreitungen. Die Meldungen über Ausschreitungen werden von den Gegnern des neuen Systems jedoch sichtlich übertrieben. Der Generalpolizeidirektor von Madrid hat dem Havaskorrespondenten gegenüber in Gegenwart des Innenministers sehr entschieden die von einer Auslandsagentur veröffentlichte Meldung dementiert, daß während der Unruhen in Spanien 27 Personen getötet worden seien. General Franco, der Chef des Generalstabes, wurde zum Militäre kommandanten der Kanarischen Inseln und General Godet zum Kommandanten der Balearen ernannt. Zum Chef des Generalstabs der Armee wurde General Ogana ernannt. Doch deutsch- japanischer Aufteilung der Sowjetunion als Ziel Geheimvertrag? D Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 46 Freie oder organisierte Wirtschaft? Zur Frage der Zwangssyndizierung Die Entwicklung der kapitalistischen Wirts schaft in den letzten Jahren zeigt ein immer stärferes Abweichen von den alten liberalistischen Wirtschaftsgrundsäßen. Der Aufgabe des Freis handels folgte in raschem Tempo der Verzicht auf die freie Konkurrenz. In dieser Richtung wurde die viel gepriesene Unterneh merinitiative von den Kapitalisten selbst preisgegeben. Der Freihandel fiel, weil ihn die Industriellen selbst beseitigt haben wollten und weil sie selbst in im mer stärkerem Maße einen Schuß ihrer Produks tion und ihres Inlandsabsazes durch hohe Zölle forderten. Unter dem Regime der Schutzölle aber hatte die freie Konkurrenz feinen Sinn mehr. Wenn man sich durch Schutzölle hohe Inlandspreise sicherte, dann war es sinnlos, diesen ge= wonnenen Preisvorteil durch eine freie Kontur renz wieder zu beseitigen. Dieser Zustand führte zwangsläufig zu Preistonventionen, zu Kartellen, zu Monopolisierungen. Die Arbeiterbewegung stand dem Kartellies rungsgedanken von Anfang an feindlich gegens über. Sie erblickte in ihm ein Mittel zur Profitsicherung und darüber hinaus ein gefährliches Kampfmittel gegen die Arbeiterschaft. Diese Eins stellung zu den Kartellen ist in der Masse der Arbeiterschaft auch heute noch wirksam, und das hat seine gute Begründung. Der Arbeiter erblidt in jedem fapitalistischen Kartell einen bedeuten den Machtzuwachs für die Unternehmer und als Konsument betrachtet er das Kartell als ein Mits tel zur erhöhten Ausbeutung. ben stehende Gewerkschafter und WirtschaftspoliDie Gewerkschaften haben in ihrer prakti schen Arbeit die Machtfülle der bestehenden Kartelle oft und empfindlich zu spüren bekommen. Es wurden verurteilt: Oberst Weltsche w Die Ablehnung der Kartelle hat aber ihre Eriund Major Stantschew zum Tode, der Der Warschauer Mitarbeiter des ,, New Ukraine, müssen ein deutsches Ko mehrung nicht eindämmen können. 28 er für stenz nicht beseitigt, ihre Entwicklung und Vers Garnisonskommandant in Slivnica Oberst Iliew und Oberst Nedelfo zu zehn Jahren, acht Offi- ork Herald Tribune"( Pariser Aus- lonisationsobjekt werden. Gleichzei- die Beseitigung der Kartelle ziere dieser Garnison und der Grenzwache, die gabe) meldet unter dem 20. d.: tig mit dem deutschen Einfall nach Rußland eintritt und nicht selbst tons Weltschew am 2. Oktober die Reise zur Grenze In der Zeitung ,, Gonec Warszaw würden die Japan er die Sowjetunion im struttive neue Wirtschaftserleichtert und ihn in Sliwnica verborgen haben, sky" ist soeben folgende fenfationelle Fernost überfallen. Rußland soll im Falle des pläne borschlagen tann, müßte weiters Oberst Krstew, der anonyme Briefe gegen Nachricht veröffentlicht worden. Der Prager Sieges geteilt werden, wobei die wichtig zwangsläufig den früheren zu den König schrieb, zu acht Jahren schweren Ker- Mitarbeiter der Zeitung hat die Bekanntschaft sten Gebiete Westrußlandsund stand der freien konkurrenz fers. Der Pilot Lazarow erhielt ein Jahr Kerker eines Obersten von G. gemacht, der vor Ostsibiriens an Deutschland und Japan zurückwünschen. Der im praktischen Le= bedingt. Von Militärpersonen wurde General dem 30. Juni 1934 eine hohe Stellung fallen sollen. Der Mitarbeiter der New tifer aber weiß sehr gut, welches Unheil damit Zajmow freigesprochen, ebenso wurden sämtliche in der deutschen Reichswehr ein York Herald Tribune" hat sich an das polangestiftet würde. Solange der Bedarf nach Ware Zivilpersonen freigesprochen, insbesondere der ehemalige Minister Todorow, der ehemalige Po- genommen hat. Nach der Ermordung des Gene- nische Ministerium des Aus die Produktion und das Angebot überstieg, solange lizeipräsident von Sofia Natschew und die Füh- rals von Schleicher ist Oberst von G. nach Prag wärtigen mit der Bitte gewandt, von sich gab es normale Arbeitsmöglichkeiten. Mit der rer des politischen Zirkels 3weno" Kumanow geflohen. Wie nun Oberst v. G. behauptet, sei aus Stellung zu der Mitteilung des Gonee Rationalisierung der Produktion ist das Verhält und Karagulakow. Die Stunde der Verlesung des zwischen Deutschland und Japan eine ge- Warszawsky" zu nehmen, aber hat nur die Ant nis zwischen Produktion und Absatz bedeutend geUrteils, das öffentlich verlesen werden sollte, he ime ilitärallianz abgeschlof wort erhalten:„ Wir wissen darüber ändert worden. Die Produktion übersteigt in allen wurde geheimgehalten, so daß im Gerichtssaal jen. Deutschland sei hente mächtiger als 1914. garnichts". Zweigen der Wirtschaft den Bedarf bzw. die Abnicht einmal die Verwandten der Angeklagten Zwischen Berlin und der Sowjetunion sei weder und nur wenige ihrer Verteidiger anwesend eine Mitarbeit noch eine Verständigung möglich. haben. Diese Preisstürze würden die Mehrzahl jazmöglichkeit. In dieser Situation würde die freie Konkurrenz große Preisstürze zur Folge waren. Im Gerichtsgebäude und der Umgebung Rulan d, das, nach Ansicht der Deutschen der Produktionsstätten aus der Konkurrenz auss wurden außerordentlich umfangreiche Sicherheitsein künstliches Gemengsel von Raj schalten und vernichten. Eine ungeheuere Arbeitsmaßnahmen getroffen. sen, Sprachen, Religionen und Sitten darstelle, losigkeit wäre die Folge. müsse in ,, völkische Einheiten" zerlegt wer den. Ganz Südrußland, besonders die Oesterreich P wieder im Schlepptau Italiens? polnische Zensur eine Nachricht dieser Art durch Interessant ist jedoch die Tatsache, daß die gelassen hat. Der Mitarbeiter der New York Herald Tribune" fügt noch hinzu, daß die ja pa nische Militärmission in Warich a u zahlreicher sei als irgendeine andere. Militärische Vorbereitungen im Fernen Osten 1 Mit der Rückkehr zu alten Wirtschaftsmethoden kann man also den lebeln der heutigen Wirtschaft nicht beikommen. Mit dieser BegrünParis. Zu der Unterredung des österreidung verteidigen bekanntlich auch die Unterneh mer ihre Kartelle, an deren Eristenz und Wirkchischen Außenministers Berger Walde= samkeit sie immer mehr interessiert sind. negg mit Suvich meldet der Florenzer Sonderkorrespondent des Matin", der ein Gespräch Dieses Interesse kann von der Arbeiter( AP) Durch die Fertigstellung der strategisch| Linie zwischen dem Baikalsee und Wladivostok und Angestelltenschaft aber keinesivegs geteilt mit dem österreichischen Außenminister hatte, daß bis zur vollkommenen Regelung des italienisch- wichtigen 800 Kilometer langen Autostraße gearbeitet. Es handelt sich um eine Strecke vo. werden. Selbst wenn ihnen von der Unternehmerabeffinischen Konfliktes weder ein wirtschaftlicher Chabarowit Wladiwostok und den 2500 Kilometern, die über Nikolst und Blago- schaft eingeredet wird, daß die Startelle ihnen die Donaupakt, noch ein Nichteinmischungs- oder ein doppelgeleisigen Ausbau der Transsibirischen westschenst verläuft. Beide genannten Pläße find Arbeitspläße sichern, kann dies nicht das eingeNichtangriffspakt, noch auch ein Paft über gegen- Eisenbahn hat die militärische Position der USSR derartig befestigt worden, daß man sie bereits als wurzelte Mißtrauen gegen die Kartelle beseitigen. feitige Hilfe geschaffen werden wird. Desterreich gegenüber Japan eine gewisse Stärkung erfahrer Verdun des Fernen Ostens bezeichnet Die Maffe der arbeitenden Menschen hat auch in würde auch eine Teilnahme Sowjetrußlands an Personenkraftwagen benötigen auf der genannten Die Befestigungslinien verlaufen parallel zur dieser Frage den richtigen Instinkt. Strecke 18, beladene Frachtautos 3.0 Stunden Grenze und seßen sich aus einer Reihe von orts mitteleuropäischen Angelegenheiten ablehnen. Tatsächlich bringen die pris Der doppelgeleijige Verkehr auf der Transsibiris und unterirdisch angelegten Kasematten zusam- batwirtlichen Startelle außer schen Eisenbahn kann bereits in wenigen Monate men. Sechs Kilometer hinter der ersten befindet ordentlich große Schäden. Der amt aufgenommen werden. Die Arbeiten erforderten sich eine zweite Verteidigungslinie. Zwischen ber meisten bekannte Schaden liegt in der Preispoliaußerordentliche. Vorbereitungen. Riesige Sumpf den Linien wurden Tantfallen angelegt. Feld- tik der Kartelle. Es ist im ganzen Volle bekannt, flächen mußten trockengelegt werden. 3ahlreiche bahngeleise dienen der Sicherstellung des Nach daß z. B. das Zuderfartell den guder im Inlande Brücken und Unterführungen waren zu bauen schubs. Auch die Verbindungen nach der Aeußeren siebenmal teuerer verkauft als im Export. Die Da Chabarovst das Hauptquartier der Roten Mongolei werden in fieberhaftem. Tempo ausge Startelle in der Eisen-, Papier, Spiritus-, Ze= Armee ist, fadiwostof aber wahrscheinlich einer baut. Destlich des Baikaljees soll von Werchne mentindustrie etc. arbeiten nach demselben Prinder Hauptstöße der Japaner gelten dürfte, ist es Udinst nach Urga eine Bahn führen, die zipeigelei zip: Durch möglichst hohe Inlandspreise den ver= jest möglich, zwischen diesen beiden wichtigen Ben- fig gemacht werden soll. Dazu kommt noch eine ringerten Export zu finanzieren. tren mit großer Schnelligkeit Truppenbewegung weitere Linie von Noipojibirit über Semipalatin Für die Arbeiterschaft ist aber nicht allein nach liajulai im westlichen Teil der Aeußeren dieser Schaden entscheidend. Die Aufgabe der verzunehmen. Mongolei nach der mongolischen Hauptstadt Urga. I privatwirtschaftlichen Kartelle erstredt sich nicht Neue Abwehrfront Addis Abeba. Ras Mulugheta hat mit sei ner Armee die vorgesehenen Verteidigungsstellun gen füdlich von Matalle und östlich von Antals bezogen. Die rückwärtigen Bewegungen scheinen somit endgültig beendet zu sein. Seine Arme erhält außerdem neue Verstärkungen von Teilen der Danakil- Armee. Die Bergstellungen sollen i äußerster Eile ausgebaut werden. Die Stärt. der Armee Mulughetas beträgt zur Beit 80.000 Mann, Außerdem wird zur Zeit an dem Ausbau der Seite 2 Sonntag, 23. Feber 1936 Nr. 46 nur auf die Preisregulierung, sondern auch auf die-A U f t e i l u u g(Kontingentierung) des 2n- ländSabsatzes. Jedes Kartellmitglied erwirbt durch den Kartellvertrag ein bestimmtes Produktions« und Absatzkonturgent. Die Erfahrungen der Krise haben gelehrt, daß dieser Betätigungszweig der Kartelle bedentendc Gefahren für die Arrbeiterschüft mit sich bringt. Der durch die Kontingentzuteilung gesicherte Jn- landsabsatz ist für alle Unternehmer eine sichere Profitquelle. Mit allen Methoden der Rationali- sitzrung wird das Kontingent mit verringertem Arbeiterstand und in Kurzarbeit herausgearbeitet. Nur wenige dieser Fabriken pflegen als notwendige Ergänzung der Beschäftigung den Export. Sie machen mit dem sicheren Jnlandsabsatz bei sicheren Preisen ihr gutes Geschäft. Die amtliche Statistik muß daher trotzAnsteigens.der Produktion eine vermehrte Ar- b eit s l o s i g k e i t feststellen. Der Leidtra-.. gende ist in allen diesen Fällen der Arbeiter, der durch Jahre hindurch zu Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit und starken Verdiensteinbußen verurteilt wird. Die Kontingentierung bringt aber noch größere Nachteile für die Arbeiterschaft in jenen Fällen, wo die Unternehmer aus rein spekulativen Gründen ihr zugesprochencs Absa tz k o n t i ngent verkaufen und den Betrieb stillegen. Diese Erfahrung wurde in fast allen kartellierten Industrien, so besonders in der Zucker-, Papier- und Zement- industrie gemacht. JnderZuckerindustrie wurden innerhalb zehn Jahren wenigstens 30 Fabriken gegen Entschädigung stillgelegt. Die hiefür erforderlichen Millionenbeträge müssen die Konsumenten aufbringen. Das neue Zement« k ar t e l l hat die Stillegung der Fabriken in Maria schein und Hodolein gegen Kontingententschädigung ermöglicht. Der Inhaber dieser beiden Fabriken, die Anglobank, zieht es vor, eine sichere Rente zu beziehen, anstatt zu produzieren. Hochentwickelt ist das System der Kontingentverkäufe in den Kartellen der Papierindustrie. In dieser Industrie wurden in zehn FabrikenKontingente verkauft undüber 2000 Arbeite r d a u er n d arbeitslos gemacht. Die Inhaber der stillgelegten Fabriken beziehen jährlich zusammen rund neun Millionen KC an Kontingententschädigungen. Die Gegnerschaft gegen die Kartelle innerhalb der Arbeiterschaft hat also ihre volle Begründung. Und diese Gegnerschaft kann sich nicht verringern, je weiter sich die Monopolisierung der Industrie entwickelt. Denn mit dieser Entwicklung vervielfachen sich nur die Gefahren, die daraus der Arbeiterschaft erwachsen. Die geschilderte Tätigkeit der Kartelle schadet aber nicht nur.deruKonsumenten und den Arbeitern, sie sch4t ebenso dem Staate. In allen durch Kontingentverkäufe hervorgerufenen Betriebsstillegungen haben nur die Unternehmer den Nutzen. L h r e Ä r°b eiterüberlassen sie freimütig der soziale n F L r s.o r g e des Staates. Der Staat mstß also Millionenbeträge für Arbeitslosenunterstützungen aufhringtn, weil einzelne Unternehmer noch als stillgelegten Fabriken hohe Profite ziehen wollen. Der Staat ist aber außerdem noch geschädigt durch den eintretenden Steuerentgang bei allen Stillegungen. Schließlich haben die Kontingentverkäufe zu einer Verringerung des Exportes geführt, wodurch gleichfalls. staatliche Interessen geschädigt werden. Aus den Darlegungen ergibt sich, daß die privatwirtschaftlichen Kartelle einen ausschließlichen Nutzen stzr die Unternehmer darstellen, Während sie für die anderen an ihrer Wirtschaft Beteiligten ündt-ßwar für Staat, Konsumenten und Arbeiter unermeßliche Schäden bringen. Eine bloße Beseitigung der Kartelle aber kann im derzeitigem Entwicklungsstadium der Wirtschaft, besonders unter dem Drucke der Krise keine Besserung bringen. Penn die Rückkehr zur freien Konkurrenz würde, wie schon gesagt, eine wilde Konkurrenz, einen Kämpf aller gegen alle entfachen und es müßten bei diesem Kampfe Dutzende von Betrieben auf der Strecke bleiben. Die Arbeitslosigkeit müßte eine weitere Vermehrung erfahren. Auch dieser Zustand sann daher weder der Arbeiterschaft noch dem Staate erwünscht sein. Wenn sich jedoch die Bekämpfung des derzeitigen Kartellsystems im Jnteresie des Staates und der Arbeiterschaft als unbedingt notwendig erweist, so müssen andere Wege gesucht werden. Am naheliegendsten ist der Weg zur Z w a N g s- s h n d i z i e r u n g, unter der Aufsicht und Kontrolle des Staates, unter Mitwirkung her Gewerkschaften und Genossenschaften. Zwangssyndikate sind zwar auch Kartelle, aber sie sollen nicht mehr einseitige Interessen vertreten, sie sollen wirklich Organisationen der Produktion und des Absatzes sein. Daraus ergibt sich von selbst, daß die Zwangssyndikate den notwendigen sozialen Inhalt bekommen müssen. Das Systein der Unsere Leser werden sich daran erinnern, daß wir berests die Unwahrheiten festgenagelt haben, welche die kommunistische Presse anläßlich der Vorträge des Gen. Abg. Hedtoft- H a n s e n in mehreren sudetendeutschen Städten über die Verhältnisse in Dänemark gebracht hat. Aus dem nachfolgenden Brief unseres dänischen Freundes an die Redaktion geht noch deutlicher hervor, wie leichtsinnig die„Rote Fahne" ihre Leser informiert: Von'einem Freunde wurde mir die dortige kommunistische„Rote Fahne" mit dem Angriff auf meine Person übersandt. Bei uns haben die Kommunisten solcher Art Angriffe jetzt aufgegeben. Sie sind so höflich und nett geworden» daß man sie beinahe nicht wieded- erkennt. Als sie bei uns noch dieselben verleumderischen Töne anschlugen, wie jetzt in der dortigen„Roten Fahne", haben wir es gewöhnlich für unter unserer Würde gehalten, mit ihnen zu polemisieren und auf ihre verwogenen Behauptungen einzugehen. Wir hatten das auch nicht nötig, denn, die dänischen Arbeiter kennen ihren dtl und fallen darauf nicht herein.‘ Run versuchen sie also bei Euch Eindruck zu erwecken mit Lügen, die sie hier nicht einmal ihren Anhängern bieten dürften. Denn jedes Kind in Dänemark weiß, daß es Unwahrheiten sind. Da die deutschen Arbeiter in der Tschechoslowakei das aber nicht wissen können, will ich, abweichend von unserer: bisherigen Regel, ganz kurz die größten Unwahrheiten festnageln. Unwahrheit 1: Die„Rote Fahne" schreibt:„Nachdem die Unternehmer Lohnherabsetzungen bis zu 20 Prozent durchgesetzt hatten, gab die dänische Regierung im Jahre 1933 ein einjähriges Gesetz heraus, welches jeden Streik und jede Aussperrung verbot." Die Wahrheit ist, daß die Regierung durch das erwähnte Gesetz den Unternehmern die Kontingentverkäufe muß im vorhinein ausgeschaltet Und. unmöglich gemacht werden. Die Preispolitik ist nicht mehr nur unter Berücksichtigung der Gestehungskosten der letzten und veraltetsten Fabriken, sondern unter Berücksichtigung der Konsumenteninteressen zu gestalten. Die planmäßigere Organisierung der Produktion und des Absatzes erfordert aber auch die Berücksichtigung der* Arbeiterinteressen. Wenn die industrielle Produktion durch Zwangssyndikate geschützt werden soll, so muß damit notwendig verbunden sein der| Schuh der Arbeitsplätze, der Lohnschutz durch' Allgemeinverbindlichkeit der Kollektivverträge und die Ausweitung der BeschäftigungSmpglichkeit durch Verkürzung der Arbeitszeit bei ungekürzten Löhnen. Ohne diesen sozialen Inhalt würden auch die Zwangssyndikate in überwiegendem Maße ein Machti n st rument in den Händen der Unternehmer sein. Daraus folgert, daß wir fürcineplan- mäßige Organisierung der Produktion und des Absatzes eintteten, um die Hegenomiestellung der bisherigen privat- wirtschaftlichen Kartelle zu beseitigen und um eine erhöhte Sicherung der Existenz und der Interessen der Arbeiterschaft wie auch der Konsumenten zu erreichen. F. D. geplante Riesenaussperrung verbot und damit die Lohnherabsetzung von 20 Prozent verhinderte! Unwahrheit 2: Die„Rote Fahne" behauptet, daß durch ein Fleischgesetz die Viehbestände vernichtet wurden. Die Wahrheit ist, daß tuberkelverdächtiges und für die menschliche Ernährung ungeeignetes Vieh destruiett wurde. Unwahrheit 3: Die„Rote Fahne" behauptet, daß durch die Regulierung der Schweinebestände die Unternehmer und Großbauern gewannen. W a h r h e i t ist, daß die Schweinezucht fast ausschließlich von den Kleinbauern und mittleren Bauern, nicht aber vom Großgrundbesitz betrieben wird. Jedermann in Dänemark, besonders auch die Arbeiter, waren sich darüber klar, daß ein weiteres Absinken der Schweinepreise nicht nur für die dänischen Kleinbauern, sondern für die gesamte dänische Wirtschaft eine Katastrophe bedeutet hätte. Deshalb wurde die Schweineproduktion reguliert und in Einllang mit den Export- möglichkeiten gebracht. Dadurch wurde trotz eingeschränkten Exports ein- höherer Exporterlös erzielt. UüWahrheit 4: Die„Rote Fahne" behauptet,»chie Arbeiter zahlten drauf". Wahrheit ist, daß der Lebenshaltungs- index von 100 Einheiten 1914, auf f70 Einheiten im Jahre 1933 gestiegen ist, während der Lohnindex gleichzeitig pon 100 auf 230 Einheiten stieg, so daß der Reallohn sich um 60 Prozent erhöht hat. Unwahrheit 5: Die„Rote Fahne" behauptet, daß infolge der Krisenpolitik der sozialdemokratischen Regierung die Unzufriedenheit unter den sozialdemokratischen Arbeitern wachse. Wahrheit ist, daß die sozialdemokratische Regierung erst bei den FalletingSwahlen im Oktober 1935 oin glänzendes Vertrauens- Dle Präser Tagung des Wirtschaftsrates der Kleinen Entente Prag. Die jugoslawische Delegation für die Tagung des Wirtschaftsrates der Kleinen Entente trifft in Prag am Sonntag nachmittags ein» die rumänische Delegation am Montag früh. Der Wirtschaftsrat nimmt Dienstag in Plenarsitzungen seine Arbeit auf und wird sich mit handelspolitischen Fragen befassen. Votum bekam und ihre Stimmenzahl von 660,000 auf 760.000 steigerte. Unwahrheit6: Die„Rote Fahne" behauptet, daß unter den dänischen Arbeitern der Wille zur Einheitsftont wächst. W a h r h e i t ist, daß die dänischen Arbei- ter^nichts von den Kommunisten oder einer Zü^ sammenarbeit mit ihnen wissen wollen, sondern die Einheitsfront bereits in der Sozialdemokratie verwirklicht' sehen. Unwahrheit?: Die„Rote Fahne" behauptet, daß ich bei der Wahl 1932 dem kommunistischen Kandidaten unterlegen sei. Wahrheit ist, daß ich 1932 trotz starken Stimmgewinns auf Grund der besonderen I Wahlkreisgeometrie unseres Wahlkreises nicht gewählt wurde. Die Kommunisten aber haben , nicht in einem einzigen Wahllreis einen eigenen Kandidaien bekommen. Der kommunisttsche Kandidat Aksel Larsen, den die„Rote Fahne" erwähnt, war in einem ganz anderen Wahlkreis aufgestellt als. ich, und wurde nur mit Hilfe von Reststimmen aus dem ganzen Lande gewählt. Er bekam ein sogenanntes„ZulageRandat". Unwahrheit 8: Die„Rote Fahne" behauptet, daß ich die aus Deutschland geflüchteten Arbeiter als„deutsche Spione" bezeichnet hätte. W a h r h e i t ist, daß das von mir geleitete Matteottt-Komitee in einer kleinen Flugschrift die Vertrauensleute der Gewerkschaften vor Nazi-Spionen gewarnt hat, die ost auch unter der Maske von Flüchtlingen auftteten. Die Genossen in der Tschechoslowakei wissen ja aus eigener Erfahrung, wie vorsichttg man gegenüber der Nazispionage sein muß. Das dänische Matteotti- Komitee hat bisher zugunsten der politischen Flüchtlinge zirka eineinhalb Millionen KL eingesammelt und ist erhaben über den von der »Flöten Fahne" ausgesprochenen Verdacht, die polittschen Flüchtlinge zu beschimpfen. Diese sachliche Feststellung von Tatsachen mag genügen, um die Anwürfe der„Roten Fahne" niedriger zu hängen. Uns wird die kommunistische Hetzkampagne nicht davon abhalten, auf dem. als richtig erkannten und mit Erfolg oeschrstlenen Wege werter zu arbeiten. Wir brauchen uns wahrhaftig unserer Erfolge nicht zu schämen, die wir nicht zuletzt erreicht haben durch die Einigkeit undGe- schlossenheit der dänischen Arbeiterbewegung. Diese werden wir auch in Zukunft gegenüber allen Zerftlitterungsver- suchen tatkräftig verteidigen. /Keine noch sp wüste kommunistische Schimpfkanonade wird uns davon abbringen. Wenn Ihr. werft Genossen in der Redaktion, dieser sachlichen Feststellung Raum geben wollt, bin ich Euch sehr dankbar. Ich verspreche Euch, daß es das erste- und letztemal sein wird, daß ich für eine solche Polemik Euren kostbaren Raum in Anspruch nehme. Denn nützen wird es gegenüber den Kommunisten nicht viel. Unwahrheiten der Kommunisten Dänischer Sozialdemokrat prangert die„Rote Fahne" an MANNER, FRAUEN ,„Tas ist ja sehr ehrenvoll. Und woher kennt er mich?" „Erstens habe ich ihm einmal Ihren Namen genannt. So ganz nebenbei. Und ihm dabei erzählt, wie Sie damals die Czernowitzer Eisen« bahü-Sache gedreht haben, und was Sie daran verdient haben. Er war ganz begeistert. Dann aber haben Sie, lieber Rittmeister, doch wirklich einen ausgezeichneten Ruf als Geschäftsmann überhaupt. Sollte Ihnen das unbekannt sein?" „Du lieber Himmel— ich mache gute Geschäfte, ja, aber deshalb bekannt?! Ich habe weder Trusts, noch Konzerne noch sonst etwas zusam-v mengebracht, habe keinerlei wirkliche Macht in den Händen..." „Ja, warum eigentlich nicht?" „Weil es mich einen Dreck interessieren würde, zu dem ganzen Schwindel noch einen Schwindel hinzuzufügen. Außerdem brauche ich das Geld für andere Dinge." «Also mich geht das ja nichts an, aber wenn MakropuloS Sie bittet. Sie keimen lernen zu dürfen, dann schlagen Sie das nicht ab." Billin« ger wurde Plötzlich wie ein Kind:„Bitte, tun Sie mir mich persönlich den Gefallen. Sprechen Sie in Gottes Namen drei Worte mit ihm. Wenn Sie ablehnen, fällt es auf mich. Und ich habe einen alten Vater..." Wenn Billinger die Walze seines alten Vaters, den er zu ernähren hatte, auflegte, war es nicht auszuhalten. Schumann war überzeugt, daß es Billingers altem Vater ausgezeichnet ging, aber er hatte eine Schwäche für diesen wen digen, immer hilfsbereiten, verdiensthungrigen Burschen, der als Agent für Theater, Variete, Heiraten, aber auch für Börsen-, Getreide- und andere Geschäfte sich betätigte, und in all dem Morast, in dem er herumstapfte und sich bespritzte, um eine Geliebte, von der er abhängig war, zu ernähren, den lächerlich-komischen Traum bewahrte, inmitten der Theaterpleite Wiens einmal als Theaterdirektor sein Geld zu verdienen. „Also gut, Billinger, sagen Sie dem Herrn, daß ich ihn im Büro aufsuchen werde." „Aber Büro! Hier ist doch der gegebene Ort. Man ist doch zwanglos. Uebrigens hat die Dame mich auch nach Ihnen gefragt. Sie haben doppeltes Interesse erregt." „Und wer ist das?" „Sie ist die geschiedene Frau eines rumänischen Ministers» Kind aus einer italienisch-rumänischen Ehe. Vater: alter römischer Adel." „So ähnlich habe ich es mir gedacht. Und was hat sie mit den Leuten da zu tun?" „Sie hat große Beziehungen. Sie kennen doch die Internationale des Adels." In diesem Augenblick kam der Portter und meldete, daß Herr Mardrier bitten lasse. „Lassen Sie sich die Zukunft sagen?" ver- ivunderte sich Billinger.„Was ist denn mit Ihnen los? Erst erkundigen Sie sich nach Gyimes' Tänzerin, und jetzt gehen Sie zum Hellseher? Ich werde aus Ihnen überhaupt nicht mehr klug!" „Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf, Dillinger! Also gehen Sie zu Ihrem Tisch zurück. Wo ist das Büro? Ach, er wohnt drüben im„Imperial". Na gut, ich werde ihn anrufen. Und wenn ich was mache mit ihm, so bleibts bei unserer Provision für Sie wie immer." Billinger sah ihm freudig nach und rieb beglückt seine Unterlippe mft dem linken Zeigefinger. Er mochte Schumann gern. Er vergalt dessen Sympathie mit einer Anhänglichkeit, die et sonst seinen Geschäftskunden gegenüber durchaus nicht bewies. Aber er mochte diesen alten Mili tär, der verschlossen, sachlich und ehrlich war und noch niemals versucht hatte, ihn um seine Beteiligung zu betrügen. Bei Schumann brauchte, er nicht alle die Kniffe, Fallen und Vorsichtsmaß-' regeln anzuwenden, zu denen er sonst selbst bei den renommiertesten Instituten, mit denen er arbeitete, gezwungen war. Hier war eirt Wort ein Wort, das Leben schien natürlicher, allerdings, wo der Privatmann Schumann begann, erhob sich eine Mauer aus Reserve und Ablehnung, die undurchdringlich war. Aber Billinger wollte ja auch nicht Psychologie treiben. * Je mehr er sich der Tür Madriers näherte, desto finsterer wurde Schumanns Miene. Eine Woge von Abscheu und. Wut erfüllte ihn, er hatte einen schlechten Geschmack im Munde. Gleichzeitig klopfte sein Herz in Angst, wie das eines Kandidaten, dem das entscheidende Examen bevorftand.' Er maß Madrier nach der kurzen Begrüßung scharf und feindselig. Dieser war höflich, aber die Maske dieser Höflichkeit lag nicht dick auf. Die Schritte, mit denen er durch das Zimmer ging, waren durchaus nervös, während der Mund uiwerbindlich scherzte. „Also", begann Schumann,„meinerseits sind die Bedingungen eingehalten worden. Ich nehme an, daß Sie sich Ihrerseits nicht drücken werden." „O nein", meinte Madrier,„das kann ich ja gar nicht. Ich weü»e mir meinen Ruf doch nicht von Ihnen ruinieren lassen. Obwohl Sie mich ganz gemein hineingelegt haben." ■„Verzeihung? Ich begreife Sie wirklich nicht. Ich habe zwar nicht die Absicht, mich mit Ihnen über das Vorgefallene zu unterhalten. Aber ich zähle mindestens Takt zu Ihren guten Eigenschaften." Mardrier trat auf ihn zu. Er lachte gezwungen. Um die Mundwinkel herum war er fahl. „Darf ich fragen, wo die Dame eigentlich ist?" „Das weiß ich nicht." „Sie ist doch abgereist?" „Hat sie Ihnen das angekündizt?" „Angekündigt nicht. Aber ich nehme an, daß, wenn man etwas stiehlt, man sich in der Regel auf und davon macht." „Haydke hat Ihnen etwas gestohlen?" Schumanns Stimme war so ehrlich entsetzt und bestürzt, daß Mardrier fast guter Laune wurde: „Entschuldigen Sie schon, aber dann haben Sie Wohl auch nicht gewußt, was Sie mir da zugemutet haben? Mir eine solche Frau zu schik- kenl Ertragen Sie's, wenn ich es Ihnen erzähle?" Schumann zuckte mft den Achseln. Es war ihm widerlich, von diesem Manne über Haydke etwas zu erfahren. Aber Mardrier schlenderte, die Hände in den Hosentaschen vergraben, im Zimmer umher und hatte schon begonnen: „Es war grauenhaft. Sie kam und war bereit. Von einer Gefühlskälte, die ich nicht erhitzen konnte. Ich kam mir lächerlich vor. Ich wollte sie hinauswerfen. Sie bestand auf der Verabredung. Veränderte sich, erhitzte mich. Ich fiel darauf hinein» stand plötzlich wieder vor einem leblosen Stück Holz. Ich wurde wütend. Halten Sie sich die Ohren zu, Herr Schumann, ich könnte mir denken» daß Sie das Mädchen lieben. Ich schlug sie. Sie lachte mich aus. Zuerst. Dann fiel sie zusammen. Ich bin unsentimental, mein Vergnügen braucht nicht das des andern zu sein. — Nachher lag sie da, ebenso leblos wie vorher. Lächelte. Aber nicht zu mir. Es war ekelhaft. Es war ein glatter Betrug. Haben Sie übrigens gewußt, daß dieses Mädchen eine Jungftäu war? Ich tva» platt." Schumann hatte die Augen geschlossen. Er antwortete nicht. Er fühlte, wenn er jetzt äufste- hen würde, würde sich alles zu drehen beginnen, und er würde in dem Wirbel hinstürzen (Fortsetzung folgt,? Mr. 46 Sonntag, 23. Feber 1936 Seite 3 Kommt die Oelsanktion? Sudetendeutscher Zeitspiegel Genf. Der Präsident ceur eintreffen. und Dr. Heinrich Lumpe gestorben Der überall bekannte, von seinem Wirken für den Vogel- und Tierschutz bekannte Dr. H. um pe aus Aussig, der sich zu einem Erholungsurlaub in Eichwald aufhielt, ist dort plös. lich gestorben. ferenz Vasconcellos hat den Achtzehnerausschuß für den 2. März einberufen. Auf der Tagesordnung steht der Bericht der Sachverständigen über die Durchführung der bestehenden SankEin lehrreicher Streik flog die ganze saubere Geschichte auf. Linden Aerzte des Gesundheitsdienstes ohne Schwierigs tionen und als zweiter Punkt die Beschlußfassung thal wartete das Ergebnis der Bücherprüfung feiten an ihnen beteiligen fönnen. Die in den über die Ausdehnung der Ausfuhr- Volksgemeinschaft in der Praxis nicht ab, sondern floh am 1. Feber 1936 Surfen gewonnenen Erkenntnisse werden die verbote auf Petroleum, Eisen, Stahl und Am 18. Feber legten Maler, Malerinnen über die Grenze nach Deutschland. Teilnehmer in ihrem Wirkungskreis in allen GeKohle. bieten des Staates weiter verbreiten fönnen; ste R. Nun stellte sich der wahre Sachverhalt heraus: Formsprißer der Porzellanfabrik Die neue Tagung der Sanktionskonferenz Aus der Kaffe des Vereines fehlte ein Bar- werden so Vorfämpfer der weiteren Arbeit auf werden einige Staatsmänner zu diplomatischen Sampf in Grünlas spontan die Arbeit nieder, betrag von rund 4000 Kč. Außerdem waren dem Gebiete des öffentlichen Gesundheitswesens Erörterungen über aktuelle politische Fragen be- da sie den vertraglichen Mindestlohn nicht erreichWertpapiere in unbekannter Höhe gestohlen und werden. nüßen. In Genf werden u. a. der britische ten. Am nächsten Tag erschien während einer verkauft worden. Den Erlös hatte Lindenthal Außenminister Ę den sowie der französische Aussprache der Streifenden mit dem Vertreter des Glas und Seramarbeiterverbandes der für sich verwendet. Außenminister landin und der französische Minister für den Völkerbund Pa u 1= Bon- SP- Ortsleiter Guth a, um im Auftrage der SdP den Streit beizulegen. Die Arbeiter und Arbeitervertreter bedeuteten ihn aber kategorisch, daß dies eine gelverkschaftliche Angelegenheit sei und eine Partei, insbesondere die Sdp, dabei nichts zu suchen habe. Damit, daß Arbeiter um 20 oder 30 Kč die ganze Woche schuften sollen. müffe einmal aufgeräumt werden. Das möge der dp- Mann seinem Freunde Kämpf berichten. Herr Guha machte nun im Auftrag des Der feine Mann hat zwei Drittel des gestoh Derrn Kämpf die Mitteilung, daß, wenn die Maler und Malerinnen die Arbeit nicht aufneh lenen Geldes im Kartenspiel verloren un men, der Betrieb still gelegt würde. das übrige in Gasthäusern durchge= Auch diese Einschüchterung wirfte nicht und es ist bracht. Dubende seiner ärmiten Vol's enoise 1 bezeichnend, daß selbst die Henleinanhänger gegen hat dieses Muster eines Volksvertreters um die Guha waren. Die Verhandlungen zur Beilegung legte Unterstüßung gebracht! des Streifes bei der Bezirksbehörde in Elbogen zeitigten am nächsten Tage folgende Vereinba rung: Hodža in Belgrad Ordenstausch Belgrad. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodža wurde Samstag um halb 1 1hr von dem Prinzregenten Baul in deffen Villa in der Tolstoistraße in Audienz empfangen. Brinzregent Paul überreichte bei dieser Gelegenheit dem Vorsitzenden der Regierung Dr. Hodža den jugoslowakischen Orden des Weißen Adlers erster Klasse. Der Vorsitzende der Regierung überreichte daraufhin dem Prinzregenten das Abzei chen des Ordens des Weißen Löwens erster Klasse mit Kette für militärische Verdienste. 1. Die Porzellanmaler, Malerinnen und Um 1 Uhr gab Prinzregent Paul zu Ehren des Vorsißenden der tschechoslowakischen Regierung ein intimes Effen. Nachmittags, furz vor Fondspriser werden in den Betrieb am 24. Feber 16 Uhr. stattete der Vorsitzende der Regierung wieder aufgenommen, und zwar so, daß längstens Dr. Hodža einen Besuch beim Innenminister Donnerstag, den 27. Feber, alle in Streik ge= Dr. Korošec in dessen ohnung ab und betretenen Arbeiter mit den alten Rechten beschäf= suchte hierauf den Minister jür Heeresivesen und tigt sind. Falls Mangel an Arbeit eintritt, wird Marine General Živkovič sowie den Bür- Turnusarbeit eingeführt. germeister der Stadt Belgrad Jlič. Um 18 Uhr besuchte der Vorfit ende der Regierung Dr. Sodla zum zweitenmal den Vorjizenden der jugo" awischen Regierung und Außenminister Dr. Stojadinovič. Ein neues Gesetz über die Haftung der Notare.( Intro). Im Zusammenhang mit Unterschleifen in Notariatskanzleien, die geeignet waren, in weiten Streisen der Bevölkerung das Vertrauen in die Institution der öffentlichen Notare zu erschüttern, wurde im Justizministerium ein Gefeßentwurf über die Haftung der Notare ausgearbeitet. Nach diesem Gesek, das bereits den Parteien der Regierungstoalition zur Stellungnahme vorgelegt wurde, werden alle öffent lichen Notare verpflichtet, eine Staution von 50.000 Kč in Einlagebüchern zu deponieren. Wie Intropreß erfährt, findet dieser Gesebentwurf auch die Zustimmung der Notariatskammer, da es deren Wunsch entspricht, das Vertrauen in die Institution der öffentlichen Notare wieder zu festigen. Ob nun Lindenthal in Deutschland nicht das richtige Verständnis für seine heroische Arbeit zur Reinigung des politischen Lebens der Sudetendeut schen und das notwendige Entgegenkommen fand oder ob ihn Sehnsucht an den Ort seiner segens reichen Tätigkeit zurücktricb jedenfalls weilt er am 13. Feber wieder zu Besuch in der Tscheches slowakei. Er wurde aufgegriffen und verhaftet und sist nun im Gefängnis des Bezirksgerichies in Jauernig. 37 Schulungskurse für 2000 Amtsärzte Auf dem Geblet der sozialen Hygenie Für den Monat März hat das Gefundheitsministerium eine Reihe von Schulungskursen für Amisärzte angefest, in denen die im staatlichen Gesundheitsdienst beschäftigten Aerzte namentlich 2. Die Firma legt der Bezirksbehörde in zur Erfüllung ihrer fozialgefundheit Elbogen bis 2. März 1936 die effektiven Ver- lichen Aufgaben von Fachleuten geschult werden dienste der Arbeiterschaft für zwei geschloffene follen Um eine größtmöglichste Beteiligung an Perioden von sechs Wochen vor. Der Vertreter diesen Kursen, die für Bezirks, Gemeinde- und der Firma R. Kämpf erklärt, daß es den Arbei den die Sturie dezentralisiert und in die Zentren der Firma R. Kämpf erklärt, daß es den Arbei- Distriktsärzte bestimmt sind, sicherzustellen, wur fern vollkommen freisteht. einen Betrieb der einzelnen Wirtschafts- und Industriegebiete auch 11 3 zu wählen. In der am Nachmittag desselben Tages stattgefundenen Versammlung wurde nach eingehender Berichterstattung und Aufklärung diese Vereinbarung ein st i m mig angenom= men und eine Preiskommission gewählt, welche der Firma bekanntgegeben wurde und die bei den Preiserstellungen neuer Artikel mitzuwirken bat. Damit ist der Anfang gemacht, daß nicht wie sondern auch die Arbeiter mitzubestimmen haben. bisher das Diktat des Unternehmers allein gilt, SdP- Vertreter 4000 Kronen " des Staates verlegt. Für das deutsche Gebiet lommen die Kurse in Aussiq Tepliß- Schönau, Trautenau, Reichenberg, Karlsbad, Brünn, Iglau, Znaim, Mähr.- Schönberg und Jägerndorf in Betracht. Als Lehrer fungieren Professoren und Dozenten der Hochschulen, Fachleute der sozialen Gesundheitsfürsorge und leitende Aerzte des staatlichen Gesundheitsinstitutes und der Landesämter. Aerzten des öffentlichen Gefundheitsdienstes die Die Vortragsthemen der Kurse geben den Möglichkeit, ihre Kenntnisse auf dem Gebiete der defraudlertialmedizin und Sozialhygiene und auch in anderen Zweigen ihrer Tätigkeit zu ergänzen. n der heutigen Zeit erscheint es insbesondere nötig, daß unsere Aerzte durch engen Sontatt mit der Bevölkerung deren gesundheit. liche Bedürfnisse fennen lernen. Auf der Tagesordnung der heurigen Kurse steht die Festsetzung der sozialge undheitlichen Arbeit der Amtsärzte im Geiste des Programms, Der Leichnam Dr. Lumpes wurde im Hammerteich gefunden. Der 77jährige hat anscheinend seines törperlichen Leidens wegen er litt unter den Freis einseitigen Lähmungserscheinungen tod gewählt. VOLKSZUNDER VOLKS ZUNDER SXTON Du hilfst mit scheinbar Kleinstem am Großen bauen, wenn Du immer und überall nur Volkszünder verlangst! Nach Deutschland geflüchtet bei einem Besuch in der Tschechoslowakei verhaftet Bäderabkommen mit Deutschland und Ungarn perfekt. Die Verhandlungen über die Siche Der Bezirksvertreter der EdP im mährischen rung des Bäderbesuches durch Bereitstellung von Städtchen Jauernig, ein Friseur namen.3 Geldmitteln auf das sogenannte Bäderkonto, die Alois Lindenthal, übte seit dem Jahre 1933 mit Deutschland und mit Ungarn gepflogen wur- auch die Funktion eines Kassiers im Kranten welches der Gesundheitsminister Genosse Dr. den, wurden dieser Tage zum günstigen Abschluß und Begräbnis Unterstüßungs- Czech in seinem Erpofé zu Ende des Vorjahres gebracht. Den Besuchern der tschechoslowakischen berein Selbsthilfe" in Jauernig aus. Schor. Bäder aus Deutschland stehen in diesem Jahre seit langer Zeit munfelten Eingeweihte, daß die bereits lange vor Beginn der Saisen die notwen- Finanzgebarung des Vereines Selbsthilfe" nicht digen Beträge in tschechoslowakischen Kronen zur ganz zimmerrein sei, denn es wurde nie eine Jah Verfügung. Bei den Verhandlungen mit Un- resabrechnung über die Kassagebarung vorgelegt garn ist es gelungen, den Betrag, mit dem das und bis zuletzt in den Jännertagen des Jahres Väderkonto dotiert wird, auf ein Mehrfaches zu 1936 blieb das Drängen nach einer Abrechnung erhöhen, wodurch man den Besuch aus Ungarn unbefriedigt. Da entschloß sich ein Funktionär wesentlich zu steigern hofft. des Vereines Selbsthilfe" zur Anzeige. Sun Wochenende stattfinden, damit sich alle um einen ganz gewöhnlichen Betrüger. Von der Straße berdienen. " aufgestellt hat. Rund 2000 Amisärzte perben 37 regionalen Kursen im Laufe des März die Mög lichkeit haben, sich mit diesem Programm in allen Einzelheiten vertraut zu machen. Die Kurse werden mit Amtstagen ver bunden sein, an welchen in freier Aussprache die Aktualitäten und Notwendigkeiten des Dienstes behandelt werden sollen. Sie werden stets a m Achtung auf einen Schwindler! Zu einer Frau H. in Bodenbach, die von der Zentralsozial versicherungsanstalt in Prag eine Witwenrente bezieht, kam dieser Tage ein unbekannter Mann, der sich als Vertreter der ZSVA ausgab und erflärte, daß ihr außer ihrer Nente noch ein einmaliger Beitrag( Alterszuschuß) gebühre. Er lockte ihr 21 Kč für Stempel und Gebühren heraus. Die 35VA macht aufmerksam, daß alle Gesuche um Renten sowie alle Beilagen hiezu stempel- und nebührenfrei sind und daß daher niemand berechtigt ist, von einem Gesuche steller oder Rentenbezieher irgendwelche Gebühren zu verlangen. In dem geschilderten Fall handelt es sich Die Menschen mit dieser einzigen Warengattung| Brot. Zum größten Teil sind auch sie überflüssig| den Straßen des goldenen Prag versuchen ihre lungern zu Millionen in der Welt herum: kein geworden. Sie sind auch auf die Straße hinausge- Brotkrümchen zu verdienen. Ich wohne etwas außerhalb der Stadt und Mensch braucht sie. Die Erwachsenen des armen jagt worden und versuchen, mit Mitteln, die ihnen Die fleinen Jungen aus dem Often, aber auch kann jeden Tag beobachten, wie früh morgens die Osten sind daher zum Zuhausebleiben verurteilt; nur zur Verfügung stehen, ihr tägliches Brot zu aus dem Westen, Süden, Norden und aus dem Herzu erbetteln. Diese Stadtjungen zen der Repubik sind Mahner, unbewußte apokalyps fleinen slowakischen Jungen mit ihren Küchenartis also müssen die Kleinen hinaus in die Welt, Geld verdienen oder handeln zwar nicht mit Kleiderhaken; sie versuchen tische Reiter ihres eigenen Schicksals und des Schicks feln, Kleiderhaken die Wanderschaft nach der Stadi Aber mit diesem Geldverdienen geht es nicht von Hemdknöpfen und Rasierklingen angefangen fals der Gesellschaft. Apokalyptische Reiter, die antreten. Ihr Alter ist sehr verschieden, aber die meisten stehen noch in schulpflichtigen Jahren. Wo- Brüder in der Heimat vorstellen. Die Stadt hat kaufen. so leicht, wie sich dies die Eltern oder die großen bis zu dicken Romanbänden alles mögliche zu ver- heute noch kleiderhaken, Rasierklingen, RomanSie laufen und flüchten vor dem Wach- bände versuchen zu verkaufen oder betteln gehen. rin sie gleich sind, ist ihr gesundheitliches Aussehen: ihre eigenen Sorgen, wenn auch für die Antömm- mann, wenn er am Horizont erscheint ebenjo, Aber sie können die Gesellschaft morgen auf diese die Unterernährung widerspiegelnde blasse Gejich linge aus dem Osten im ersten Augenblick diese wie die Jungen aus dem Osten. Oder sie stehen Kleiderhaken hängen, wenn die Gesellschaft ihnen Schuhe. Nachts über schlafen sie in irgendeinem große Stadt jo erscheint, als wären hier die Leute bei den Büfetts und Automaten herum und warten nichts mehr bieten kann, als Hunger, Berlumptheit Maffenquartier zusammengepfercht. Hier tauschen alle reich und ihre Taschen voll Banknoten. Aber dies auf einen wohltätigen Menschen, der ihnen einen und Hoffnungslosigkeit. sie ihre Erfahrungen aus und machen für den näch erweist sich sehr bald als Täuschung. Die Menschen Teller Suppe spendet. sten Tag ihr Wanderungsprogramm fertig. ter und ihre zerlumpten Kleider und zerrissene Amerika ist beit, Prag ist näher; aber das hier sind zwar nicht so abgerissen wie die kleinen Für beide Jungen- Gruppen ist noch das erträge Brot ist am weitesten: egal, ob man Kleiderhaken, Wanderer, aber sie rutschen auch fortwährend tie- lich, daß die Polizei sie zwar nicht duldet, weil Maschinen, Erfindungen, Textilien, Hand- oder Die gesammelten Erfahrungen sind schlimm, fer und tiefer auf der sozialen Stufenleiter hinun- sie meistens feinen Sausiererschein haben, aber Stopfarbeit anbietet. Das Brot muß näher gebracht aber dennoch bleiben sie hier, in dieser Stadt. Sie ter. Die verhältnismäßig gutgekleideten Stadtmen- sie auch nicht ernstlich verfolgt. Der Polizeimann werden. Besonders für die Jugend, deren physische sind hierher gebunden, diese Stadt ist ihr letzter Zuschen kämpfen auch sehr hart um das tägliche Brot, tut seiner Pflicht damit genüge, wenn diese illegalen und geistige Konstitution noch so vieler, aber so fluchtsort. Sie kommen aus dem Osten der Repu- und fast ebenso vergeblich, wie die kleinen slowa Händler von der Oberfläche terschwinden, sobald vieler Kalorien und Vitamine bedarf. Wenn man blif, wo die Arbeitslosigkeit noch größer ist als hier. fischen Jungen vergeblich ihre Kleiderhaken an den er erscheint. Unerfahrene fallen trotzdem in die die Jugend von dieser gesellschaftlichen Rachitis nicht Besonders die Arbeitslosigkeit des Landproletariats, Mann zu bringen versuchen. Außerdem: Kleider- Hände der Polizei, aber daran sind sie selbst schuld: befreit, so wird das ganze Knochengerüst der Geund sie sind Landproletarier. Dort, in ihrer enge- haken haben die Stadtmenschen schon genügend zu statt um die Ecke zu gehen, wenn der Wachmann sellschaft schwer krank. Die Zukunft ist die Fortsetren Heimat, haben sie nichts mehr zu suchen: die Hause, aber ihre Kleider werden immer weni- erscheint, bleiben sie stehen und so 3tvingen sie zung der Gegenwart. Daraus folgt, daß die Ge= Familie ist zu finderreich, um alle kleinen hungrigen ger. Von den alten Kleiderhaken werden immer förmlich den Mann der' Ordnung, sie zu packen. genwart auch an die Zukunft denken soll, wenn sie Mäulern etwas bieten zu können. Die Eltern find mehr überflüssig. Seit einiger Zeit herrscht unter den Es ist merkwürdig wie man bei diesen Fäl- eine würdige Fortseßung haben will. Aber mir gezwungen, die Jungen in die Welt hinaus zu Kleiderhaken auch Arbeitslosigkeit. Die Türen der len auch beobachten kann, wie das Leben, wie scheint, die Gegenwart ist zu sehr mit sich selbst beschicken: ihr Brot allein zu verdienen. Kleiderschränke sind für neue Kleiderhaken- Einwan- die harten Geseze des Elends die geschriebenen Ge- fchäftigt, hat zuviel von den kleinen, täglichen Sor Früher wie lange ist es schon?, gingen derer ebenso geschlossen, wie die Tore der Staaten setze im stillen, im Einbernehmen mit der Bevölke- gen, vor denen sie die heraufziehenden Gewitternur die Erwachsenen auf die Wanderschaft. Aber für die Arbeitsuchenden. Also, aus dem Stadtmen- rung, durchbrechen, paralysieren, So entsteht ein wolfen auf dem Horizont nicht merken kann. dann viel weiter, nach Amerika. Jezt tönnen die schen ist nicht viel zu holen: das ist die die erste neuer Rechtsbegriff, ein neuer Moralbegriff, dem Es könnte wer sagen: Wer wird sich schon vor Erwachsenen nirgends hin: die Tore der Staaten große Enttäuschung, die die kleinen Jungen aus der Staat sich nur mit einer fauren Miene ent- einigen zerlumpten Burschen fürchten? Es wäre gesind für Arbeitsuchende geschlossen. Wer als sein dem Osten hier erleben. gegenstemmt, wenn es schon sein muß. Der lacht. Wozu ist denn die Polizei da? Dazu. einziges Vermögen" nur seine Arbeitskraft nen- Eine weitere Enttäuschung für sie ist die, daß Staat und deren berufene Hüter denken wahrschein Aber: bei Erdbeben schüßt keine Polizei gegen Hausnen kann, der ist unerwünscht. Die Ware Arbeit sie hier eine ziemlich große Konkurrenz vorfinden: lich: Es sind meine Söhne, meine Kinder, meine einsturz. Das Fundament ist angefault. Man soll ist billig, zu billig geworden: nicht einmal für die Stadtjungen. Denen geht es ebenso wie ihnen. Bürger, wenn sie auch statt aus Amerika Dollars es schnell und gründlich reparieren! Schleuderpreise will sie jemand dort drüben haben. Sie haben auch keine Arbeit und zu Hause fein nach Hause zu schicken, in zerlumpten Kleidern auf 5. S. Seite 4 Die staatstreuen SdP- Funktionäre... Wir haben schon vor einigen Tagen darüber berichtet, daß die Bezirksbehörde einmal in den Hakenkreuznestern Eichwald herumgestöbert und dort allerhand„ Edelsteine" gefunden hat, die von den diversen Elstern zusammengetragen wurden. Wenn unsere Presse vor Monaten schon die maßgebenden Sicherheitsorgane auf die Vorkommnisse in diesem Ort aufmerksam gemacht hat, so tat ji: dies, weil schon die Sperlinge von den Dächern pfiffen, was sich da alles an staatsfeindlicher Bes tätigung abspielte. Die Teplißer Bezirksbehörde leitete nun umfangreiche Erhebungen ein und lud acht Personen zur Einvernahme vor. Bei den durchgeführten Haussuchungen, die zur gleichen Zeit erfolgten. tourde viel Material beschlagnahmt. Vier Pece fonen wurden verhaftet, und zivar: Josef Liebscher, Eichwald, Anton Wittig, Wistriz, Wilhelm Petr, Eichwald, Karl Purfert, Eichwald. Gegen sie wird die Anklage nach dem§ 2 des Schutzgesetzes erhoben! Die politische Zugehörig keit dieser Leute ist recht interessant: Liebscher ist Mitglied der SdP; Wittig war früher Hakenkreuzler und betätigte sich jetzt für den Gedanken der Bolfsgemeinschaft. Er war auch Funftionär des deutschvölkischen Turnvereines und s: nebenbei reichsdeutscher Staatsangehöriger. Petr soll parteilos sein, während der Karl Purkeri cine ganz große Nummer repräsentiert. Er ist nämlich Presse- und Werbeleiter der SdP. Volksgesundheits- Aktion Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit verjendet folgenden Aufruf: Es steht nicht gut um unser Volf. Wirtschaftsnot und wachsende Volksverarmung bedrohen unsere beste Hoffnung, die Jugend. Schwindsucht und Luſtseuche. Wohnungs- und Berufselend, jugendliches Sterben und Siechtum jeder Art, Alkohol und Tabat zermürben den Nachwuchs. Die meisten Stulturvölker haben aus eigener Kraft die volksgesundheitliche Fürsorge aufgebaut und den Stampf gegen alle Volfskrankheiten mit Erfolg begonnen. Auch das Deutschtum unseres Staates hat sich auf überparteilicher Grundlage eine solche KampfFrauentag! Sonntag, 23. Feber 1936 Ein phantastischer Blick über Amerikas größten Staudamm Der berühmte Boulderdamm, Amerikas größter Staudamm, der in vieljähriger Arbeit an der Grenze zivischen den Staaten Nevada und Arizona errichtet wurde, um die gewaltigen Wasserkräfte des Colorado- Flusses auszunußen, wurde vor kurzem fertiggestellt. Das Wasser beginnt nun das riesige Tal zu füllen. Dies Bild gibt einen Blick über die ausgedehnte Anlage, die wirklich als ein Meisterwerk betrachtet werden kann. Jagesneuigkeiten sucht und sich von SdP- Jungfrauen schwarz auf weiß sagen läßt, was nazistische Sittlichfeit ist! Bergarbeiterlos. Am Freitag, den 21. Feber. verunglückten auf dem Paul- Schacht II in OberKB kämpft für die Sittlichkeit leutensdorf, furz nach 5 Uhr nachmittags, der Die Rundschau", das Organ des Rame- Bergarbeifer Josef Seffl aus Bruch tödlich. Der radschaftsbundes, schießt jetzt schon zum zweiten- Unglücksfall ereignete sich durch einen Deckenein mal wie ein gereizter Stöter auf die Deutsche bruch, wodurch Seffl unter den Stohlenmassen bePresse" los, weil diese ein Inserat veröffentlicht graben wurde. Er konnte nurmehr als Leiche gehat, in dem zum Kaufe der Konrad Heidenschen borgen werden. Hitlerbiographie aufgefordert wurde. Ohne uns in den Streit einmischen zu wollen, möchten wir doch den interessanten Fall registrieren, daß ein Blatt das Kunststück zuwege bringt, ein Buch, das ihm politisch wider den Strich geht, mit der Begründung schlecht zu machen, es Festtag! enſittlich. Kampftag! Nr. 46 zu haben scheint. In einer südwestdeutschen Groß stadt flatterte in diesen Tagen zahlreichen Perjonen folgendes bezeichnende Rundschreiben ins Haus:„ Sehr geehrter Herr! Wieder steht der Fasching vor der Tür. Sie sollten diese für Ehes scheidungsprozesse so günstige Gelegenheit nicht ungenützt vorübergehen lassen. Ich habe schon viele Beobachtungen zur Faschingszeit erfolgreich durchgeführt und das zu einer Ehescheidung notwendige Material liefern fönnen. Möchten Sie meine Dienste in Anspruch nehmen, so erbitte ich rechtzeitig Benachrichtigung, damit ich eine Einteilung meiner Zeit für die Faschingstage vornehmen kann. Ich verfüge auch über gewandte und verschwiegene Mitarbeiter und Assistentin nen und arbeite rasch, diskret und zuverlässig. Ich würde mich freuen, recht bald von Ihnen be schäftigt zu werden, und empfehle mich Ihnen..." Kommentar überflüssig! Hotelbrand. Das Grandhotel in Frederikstadi ( Norwegen) ist durch einen blößlich ausgebrochenen Brand vernichtet worden. Die Hotelgäste mußten durch die Fenster der Zimmer gerettet werden. Zwei Personen sind bei dem Brande ums Leben gekommen. " Bombenerplosion. An Bord des Dampfers Antonierra", der Kisten mit Bomben mitführte, entstand eine Explosion, bei welcher ein Arbeiter getötet und vier verlezi wurden. Der Dampfer selbst blieb unbeschädigt. Kinderstadt, von Kindern erbaut. In der Nähe Leningrads bauen Kinder im Alter unter 15 Jah rer. ihre eigene Stadt, in dem es Werkstätten zum Bau von kleinen Flugzeugen, Sportpläße, ein Kino und sogar eine Miniatureisenbahn geben wird. Die Kinder werden Kino und Eisenbahn selber bedienen und dabei auch Eintritts- und Fahrkarten verkaufen. Ter Erlös soll dem weiteren Ausbau der Stadt zugute kommen. Die neue fleine Kinderstadt wird den Ramen„ Pionierstädtchen" bekommen. Endlich! Dieser Tage sind die amtlichen Stichtlinien für den Feuerwehra dienst des zibilen Luftschuße 3 den Gemeinden zugestellt worden. Diese Richtlinien stellen eine Ergänzung des erlassenen Gesetzes dar und geben den Gemeinden Anleitung, wie sie den Feuerwehrdienst aufbauen und die Schulung der Bebölferung eröffnen sollen. Die Gemeinden, denen vor allem der Schutz der Interessen der Bevölkerung austeht, finden in diesen Richtlinien einen wertbollen Behelf bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Weitere Richtlinien werden ausgearbeitet und in Abschnitten herausgegeben werden. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programment Montag: Im Mordprozeß Seefeld, der seit dem 21. Jänner d. J. vor dem Schweriner Schivurgericht Wahrscheinliches Wetter heute: Vorwiegend bis verhandelt wurde, wurde folgendes Urteil gefällt: Der Angeklagte Seefeld wird wegen Mordes in wechselnd bewölft, strichtweise Niederschlagsneigung, wolf Fällen zum Tode und lebenslänglichem bom Südwesten her erneut Erwärmung. WetterEhrverlust sowie wegen Sittlichkeitsverbrechen zu aussichten für Montag: Unbeständig und insgesamt 15 Jahren Zuchthaus und sieben Jah- mäßig warm. ren Chrverlust verurteilt. Die Entmannung und Seidens Hitler- Biographie paßt dem KB Sicherungsverivahrung werden angeordnet." Der notürlich vor allem deshalb nicht, weil sie eine Angeklagte nahm das Urteil ohne Bewegung auf. stelle in der„ Deutschen Arbeitsgemeinschaft für wahrheitsgetrete Darstellung der Persönlichkeit Rassische Verkehrsregelung. Das ZentralVolksgesundheit" geschaffen. Die Aufgaben, die und des Werdeganges des„ Führers" gibt. Aber blatt der NSDAP für Kommunalpolitik Die. zu bewältigen sind, sind groß. Allein an Tuber fulcse sterben alljährlich in der Tschechoslowakischen se mutig sind die Helden um Henlein wieder nationalsozialistische Gemeinde", Berlin, bruci Brag, Sender 2: 10.05: Deutsche Preſſe, Republik 28.000 Menschen. Unter den Volks nicht, daß sie das offen aussprechen würden. Also einen Aufsatz mit der Ueberschrift: ,, Germa 10.40: Schallplatten, 11.05: Schulfunk für Bürfrankheiten leiden alle, die Kinder, die Jugend, schmähen sie das Buch als pornogra- nische oder romanische Verkehrs- gerschulen, 12.10: Opernfantasien, 13.30: Ar. beitsmarkt, 13.40: Chansons, 17: Kinderede, 18.10: die Männer und Frauen, die Mütter und Väter, phisch". Dabei sind in Heidens Darstellung regelung?" Es heißt darin: das ganze Volt. Durch planmäßige Bekämpfung gewisse Fragen, die heute in der Weltmeinung Auch die neuzeitliche Abwicklung des moto: Deutsche Sendung: Tauber: Die Presse als Großmacht, 18.20: Mit Schi und Rodel ins Schneebergrisierten Verkehrs trägt. überall unverkenn der Volkskrankheiten tann viel Not und Elend gar nicht mehr strittig sind, gewisse Ansichten, verhindert werden. Alle aber müssen mitarbeiten, die man notorisch nennen könnte, sehr vorsichtig bare Züge nationaler und rassischer Eigenheit. gebiet, 18.45: Deutsche Presse, 19.30: Aus dem Nationaltheater: Marienspiele", 22.50: Deutsche Sämtliche nordischen Länder haben die von mithelfen, Krankheiten zu bekämpfen, die unserer und ohne jede sensationelle Aufmachung vorLondon übernommene, altbewährte Verkehrsre- Nachrichten. Sender S: 14: Opernduette, 14.50: Volksgesundheit und unserer Volkswirtschaft die Deutsche Sendung: Dr. Swoboda: getragen. gelung, d. h. das abwechselnde Sperren des Längs- Ouvertüre. Brünn 13.30: Arbeitsmarkt und So schwersten Wunden schlagen, alle müssen sich einDas Blatt des KB scheint im übrigen nicht und Querverkehrs durch Ausstrecken des Armes zialinformationen. 17.40: Deutsche Sendung: Ju crdnen in diesem unerläßlichen Abwehrkampf. des Polizisten... Wenn nun diese Verkehrsrege- gendstunde, 20.25: Symphoniekonzert. MährischZielbewußte und organisierte Volksgesundheits- 3 merken, wie lächerlich es sich damit macht, lung in romanischen und südlichen Ländern sich Ostrau 17.15: Chansons, 18.10: Deutsche Sendung: pflege muß Erfolge zeitigen. Sparen wir nur daß es die Pornographie" Heidens bekämpft, weniger eingebürgert hat, so liegt das eben darArbeiterfunk: Hübsch: Die heutige Jugend, einen fleinen Teil der Unkosten für Strankheiten aber die inkriminierten Stellen wörtlich zitiert. an, daß der Romane an Stelle von Presburg 15: Rundfunkorchesterkonzert. aller Art, so berdienen wir der Volkswirtschaft Darunter auch über Röhm und eines das Zucht und Ordnuna gern die eigene direkt und indirekt viele hunderte Millionen. Das Folgende: rassische Beweglichkeit, die Improtommt uns allen zugute. Die öffentliche, vom visation des Augenblics jetzt, mit der er schlecht bewilligte und recht durchkommt. Innenministerium gesamtstaatliche Sammlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit findet in der Zeit vom 1. bis 31. März statt. Spendet für die Erhaltung der beltsgesundheitlichen Einrichtungen. ihrer Einvernahme beim Polizeiamte aus, der " Dienstag: Die Opern Prag, Sender 2: 11.05: Deutscher Schulfunt, 12.10: Unterhaltungsmusif, 13.40: Chansons, 17.50: Leichte Musit, 18.10: Deutsche Sendung: Heut gebt's hoch her, Faschingsrummel, 18.45: Deutsche Preise, 19.10: Schallplatten, 21.10: Star,, Er begann seinen Urlaub mit ein paar wilden Tagen in Heidelberg in Gesellschaft seines Stabes und sonstiger Freunde. Sie ließen ihrer Daß die Juden in Tel Aviv der nordischen VerNeigung jeder Art zügellosen Lauf; die Käufe von fehrsordnung frönen, ist einzig ihrem angebore Puder und Schminte fielen den Geschäftsleuten nen Hang zur Raffenschande zuzuschreiben. neval, 22.15: Tanzmusik. Sender S: 7.30: Unterauf. Neudeutsches Sittenbild. Daß der National- haltungsmusif, 14.15: Deutsche Sendung: Dr. Seine rechte Hand war ein Standarten- sozialismus das Denunziantentum von Staats Kreitner- Dr. Nettl: Alt- Prager Karneval, 14.50: Deutsche Presse. Brünn 17.40: Deutsche Arbeiführer namens Schmidt, der allgemein den Sp; b- wegen gefördert hat, ist keine Neuigkeit mehr. Adolf Schmidt: tersendung: Soz. Informationen, namen ,, Fräulein Heines" führte. Dieser Schmidt Eine derartige fragwürdige und zweifelhafte Berühmte Revolutionäre im Eril. Mährischhat Breslauer Gymnasiasten gezivungen, ihm und Erziehungsarbeit" pflegt gewöhnlich ihre Ostrau 15: Orchesterfonzert, 7.35: Liederfonzert, dem Heines zu Willen zu sein" Früchte zu tragen. Davon zeugt auch der neueste 18.10: Deutsche Sendung: Landwirtschaft. Broterwerb, den man in Deutschland gefunden schau 12.35: Orchesterkonzert. Wenn das Pornographie ist, was ist denn dann zu Goebbels Rundfunkrede nach dem 30. Juni zu sagen, in der nicht nur die Homoferualität Heines' und Röhms behauptet, sondern auch eine gewisse„ widerliche Ka Die iberische Sintflut vier Monate Regen Neberfall auf eine Arbeiterfrau. Am Don= nerstag in den späten Nachmittagsstunden erschien in der Wohnung des Arbeiters Fickert in Dra howi ein etwa 35 bis 40jähriger Mann, der die allein in der Wohnung anwesende 28jährige Frau Paula Fickert um ein Almosen bat. Als die Frau erflärte, fein Bargeld zu befizen, bat sie der Bettler, sie möge ihm wenigstens ein Stück Brot geben. Die Frau wandte sich zum Speisschrant und griff nach einem halben Laib Brot; in die sem Augenblicke habe sich, so sagte sie später bei Szene" ausgemalt wurde? In den Rundfunk Liffabon. Die dauernden Regengüsse, die in gesezt worden. Das Wasser erreicht in den Bettler von rüdwäris auf sie gestürzt, habe sie gesprochen, zu Frauen und Kindern und keuschen Portugal seit vier Monaten niedergehen, ver- Straßen eine Höhe bis zu mehreren Metern. mit beiden Händen am Halse erfaßt, gewürgt und Kameradschaftsbündlern würde damals eine wandelten die Landschaften in ein einziges Mo- Bahlreiche abseits gelegene Bauernhöfe sind von zu Beden geworfen, worauf sie das Bewußtsein Schlafzimmeraffäre, die Goebbels sozusagen rastfeld, so daß die Ackerbestellung unmöglich ge- ieder Verbindung abgeschnitten. Die Rettungsberloren habe. Der Fremde band dann der Frau brühwarm und blutwarm überdies macht und die Aussaatzeit verlorengegangen ist. arbeiten werden erschwert durch wolkenbruchartige mit einem Spagat die Füße zusammen und legte in allen Einzelheiten schilderte. Wagt die Tausende von Landarbeitern find arbeitslos ge- Negengüsse, die fortgesetzt über die überschwemm die Ohnmächtige auf einen Tisch, worauf er„ Rundschau" wirklich den Herrn Propa- worden; sie sehen dem größten Elend entgegen. ten Gebiete niedergehen. In Sevilla sollen bis daran ging, die Wohnung nach Geld zu durch ganda minister deshalb einen Por. Bei Villa França zerstörte der Tejo- Fluß die jetzt 10.000 bis 12.000 Personen in Notquarsuchen. Er scheint in seiner Arbeit gestört wornographen zu nennen? Oder ist es nicht Deiche und überschwemmte 150 Quadratkilometer tieren untergebracht worden sein. fruchtbarstes Weideland. Der Viehbestand konnte In Valladolid trat der Esguevafluß aus den zu sein, denn es ist, wie nachher festgestellt dasselbe, wenn Goebbels die Details schildert nur mit größter Mühe vermittels Broten gerettet feinen Ufern und setzte u. a. auch das Cervantesiverden konnte, aus der Wohnung nichts verwerden. Seit 27 Jahren hat man eine derartige Haus unter Wasser. Allein in den Bibliothetsschivunden. Die Frau wurde etwa eine halbe und Heiden nur die Tatsachen erwähnt?! Den Versuch übrigens, etwa den Inhalt der Ueberschwemmung nicht mehr erlebt. Die Eisen- zimmern erreichte das Wasser eine Höhe von zwei Stunde später von ihrer in die Wohnung zurüdtehrenden fünfjährigen Tochter aufgefunden; das Heidenschen Behauptungen zu bestreiten, macht bahnlinien find an vielen Stellen zerstört. Der Metern. Ueber zweitausend Bände sowie wertSind schlug Lärm, Nachbarn eilten herbei und die Rundschau" nicht. Sie regt jich nicht über Zugsverkehr mußte dementsprechend teilweise ein volles Mobilar aus der Zeit des Dichters Cerbefreiten die Frau von ihren Fesseln, worauf die die Schweinereien, auf, sondern darüber, daß gestellt werden. Das Unwetter hat noch nicht vantes sind vernichtet worden. Die Ueberschwem nachgelassen. mungen in Zamora sind die größten, die man Anzeige bei der Polizei erstattet wurde. Jm Qu- man sie nicht taftvoll verschweigt. Auch aus den anderen Teilen der iberischen seit dem Jahre 1860 erlebt hat. Der Duero- Fluß sammenhange damit veranstaltete die KarlsKonrad Heiden bleibt trotzdem zu raten, daß Halbinsel, so aus den meisten spanischen Pro- führt viereinhalb Meter Wasser über dem noreine Razzia im Karlsbader Polizeirayon, wobei er vor der Neuauflage seines Buches einmal eine vingen, laufen fortgefezt neue alarmierende Nach- malen Stand. Der Verkehr auf den Landstraßen 30 Personen verhaftet wurden, unter denen sich kulturelle Veranstaltung der richten über die Ueberschwemmungskatastrophe, ist größtenteils lahmgelegt. Bei Sardo wurde möglicherweise auch der Täter befindet, doch Henlein Ie ute, jagen wir einen natio- besonders in Sevilla, Hamora und Valladolid, ein. eine 40 Meter lange Brücke von den reißender nalen Ballin leinaugezd, be Jn Sevilla jind ganze Stadtviertel unter Wasser Fluten fortgeriffen. fcnnte er bisher nicht sichergestellt werden. baber Staatspolizei noch in der folgenden Nacht " Nr. 46 Mae West in dem jest von der Zensur zugelassenen Film ,, Ich bin kein Engel" Sonntag, 23. Feber 1936 Hitler und der abessinische Krieg 11 Seite 5 Gesund bleiben ist besser als ,, gesund werden!" PEROLA- Kornkaffee gibt Kraft und Gesundheit. Und AECHT FRANCK, der ihn so wohl. schmeckend und aromatisch macht, wirkt überaus günstig auf die Verdauungstätigkeit. Darum bleibet lieber gesund durch Perola Auch zu Perola: Aecht Franck. Der bekannte französische Historiker, Publi- r ung von Abessinien set kinderzist und Außenpolitiker Jacques Bardour leicht, der Krieg werde nicht lange dauern, die veröffentlicht in Paris Midi"( vom 19. Feber) Vorteile, die der Sieg Italien bringen werde, einen äußerst sensationellen Aufias feien kolossal. Um diesem Urteil de deutschen über die Vorgeschichte des Krieges Experten den notwendigen Nachdruck zu geben, 3 toischen falien und Abessinien. eilte Ribbentropp selbst nach Rom und überbrachte Der Name des Akademikers und Historikers Bar dem Duce eine in italienischer Sprache verfaßte dour, der zugleich ein ständiger außenpolitischer Denkschrift, in der unter anderem nachge= Mitarbeiter des ,, Temps" ist, bürgt dafür, daß wiesen wurde, daß jene europäische Nation, die es sich hier nicht um leichtsinnige Kombinationen sich in Abessinien festsezen werde, gleid, zeitig zu handelt. Nach Ansicht von Barbour bildet die be- Herrin des Niltales, des Suezkanals und Aegyp= fannte zusammenkunftzwischen sittens würde. Mussolini soll diese Denkschrift mit ler und Mussoliniam 16. uni zustimmenden Anmerkungen bedeckt haben, wo1934 den Wendepunkt in der Außenpolitik nach die deutsche Regierung die Denkdes Duce. Es sei damals Hitler gelungen, schrift famt den Anmerkungen photographieren Mussolini davon zu überzeugen, daß ließ und die Photographie in die Deutschland noch mehrere Jahre der Aufrüftung Hände des britischen Außenminibrauche, um sich alsdann an die gewaltige Revisteriums spielte. Das soll später auf die brision der Verträge heranzuwagen. Mussolini habe tische Politik und besonders auf die Verstärkung nun daraus den Schluß gezogen, daß man alle der englischen Flotte im Mittelmeer von Einfluß materiellen und moralischen Kräfte des Faschis- gewesen sein. Am 15. September 193 haben in mus auf die afrikanische Expedition werfen könne, Nürnberg geheime Verhandlun aus der das Regime gestärkt und die faschistische gen zwischen nationalsozialistischen und italieni- hinaus verkauft wird. Die Höhe dieser Prämien Jugend gestählt herausgehen werde. Allerdings schen Führern stattgefunden, und eine Woche ist nicht unbedeutend. Kollektivwirtschaften, die haben die französischen militäri später trafen sich angeblich ebenso diskret dem Staate zivischen 10 und 50 Beninern Weischenachleute, die daraufhin i: konfiden- Sitler und Mussoliniam abrtatis zen verkauft hatten, erhalten für jeden Zentner tieller Weise von Rom angefragt wurden, vor fchen fer Die Nachricht über die geheime Weizen, der darüber hinaus geliefert werden den Schwierigkeiten des afrikanischen Feldzuges Zusammenkunft zwischen dem Duce un. Sitler ist wird, eine Zugabeprämie von 10 Prozent zu dem gewarnt. Aber der deutsche Botschafter in Rom offiziell dementiert worden, aber Bardour erklärt, bestehenden Einkaufspreis. Bei einer bisherigen babe sofort die Beriner Fachleute kom- daß drei Augenzeugen, alle drei von verschiedener Lieferung von 50 bis 100 Zentnern erhöht sich men lassen, die der Ansicht der Franzosen eine Nationalität, die Tatsache der geheimen Zusam für jeden Zentner Weizen, der das bisherige Lieferungsquantum übersteigt, der Preis um ganz andere These entgegensezten: die Ero be mentunft im Gespräch mit ihm bestätigt haben. 15 Prozent. Und so geht die Steigerung weiter. Kollektivwirtschaften schließlich, die über 1000 Bentner Weizen lieferten, erhalten für ieden Zentner Weizen, den sie über das bisberige Lieferungsquantum hinaus an den Staat abgeben, eine Zugabeprämie von 100 Prozent zu den bestehenden Weizen- Einkaufspreisen. In der Verordnung wird weiter bestimmt, daß Kolleftibwirtschafter, die bisher 15 bis 25 Kilo Weizen an den Staat verkauften, und zivar auf einen of gerechnet, für jedes über das bisherige Lieferungsquantum an den Staat verkaufte Nilogramm Weizen zu den bestehenden Einkaufspreisen eine Zugabeprämie von 10 Proz. erhalten. Auch hier ist natürlich eine Steigerung vorgesehen auch hier ist natürlich eine Steigerung vorgesehen und bei einer Lieferung über eine bisherige LieZugabeprämie 100 Prozent zu den bestehenden Einkaufspreisen. Diese Verordnung der höchsten Stellen in der SSSR zeigt flar und deutlich, daß man in Sowjetrußland bestrebt ist, die Versorgung mit Weizen entsprechend zu sichern. Die Preiserhöhung, aber noch vielmehr das oben erwähnte Prämiensystem, werden ihre Wirkung nicht verfehlen, ganz abgesehen davon, daß natürlich auch bereits die Stachanam Beinegung in den Kolchoſen ihren Einzug gehalten hat. Todesstrafe gegen österreichische Sozialisten? Schiff in Flammen. An Bord des amerikanischen Petroleumdampfers Alberthill" entstand eine Explosion und ein Brand. Die 32töpfige Be fazung fämpft verzweifelt mit den Flammen. Das brennende Schiff befindet sich etwa 200 Meilen von Jund hat seit seiner ersten Wahl zum Präsidenten der Küste der Süd- Karolinen entfernt. Mehrere de3 Nationalfongresses. J. 1998, die meiste Zeit im Schiffe eilen dem gefährdeten Dampfer zu Hilfe Gefängnis verbracht. Man nimmt jetzt im allgeDas Nudisten- Schiff. Auch in Amerika ist die( P.G.) In dem Prozeß gegen 27 österreis meinen an, daß er wahrscheinlich zum geistigen Radikultur in manchen Kreisen hoch en vogue. Aller- chische Sozialisten, die des Hochverrats angeklagt nachfolger des Mahatma Gandhi dings kann man sie in den Staaten nur schwer aus- herden, weil sie am Wiederaufbau der sozialisti- wird. Der Nationalfongreß soll zu Ostern wieder üben, weil die Wächter des Gesezes wenig Ver- fchen Bewegung mitgewirkt haben sollen, ist der eröffnet werden, und Pandit Nehru hat in einer ständnis dafür haben, daß man als Adam und Eva Beginn der Hauptverhandlung für den 16. März Kundgebung an die Presse erklärt, der„ Kongres untergefaßt über den Broadway läuft. Einer der angesetzt worden. Wie nunmehr bekannt gewor: werde den sampf für Indiens Unab eifrigsten Anhänger der Nadtfultur ist der Mil- den ist, wird der Staatsanwalt gegen die zwei als hängigkeit fortfeßen". Diese Erklärung wird lionär Allard. Um mit seinen Freunden unbelästig Rädelsführer" bezeichneten Angeklagten, den in einigen englischen Kreiſen ſo aufgefaßt, daß der in paradiesischer Nadtheit sich sonnen zu können, ehemaligen Redakteur der Arbeiter- Zeitung" Nationalkongreß der britisch- indischen Regierung charterte er eine Yacht, und die Gesellschaft fuhr von Karl Hans Sailer und die frühere Textilarbei- feine Mitarbeit bei der Einführung der Florida los. Sobald man auf hoher See war, terin Marie Emhart die Todesstrafe beau neuen indischen Bundesverfassung ferungsmenge von 500 Kilo Weizen, beträgt die warfen alle die Kleidung ab. Der Kapitän, der vor tragen. dem Zweck der Reise nicht verständigt war, fand das Es ist nicht anzunehmen, daß die österreichiVerhalten joding" und weigerte sich, das Kom- sche Diktatur es wagen wird, tatsächlich Todesmando weiterzuführen, es sei denn, daß seine Pas urteile vollziehen oder auch nur verhängen zu las= fagiere sich wieder als zivilisierte Menschen benäh- sen. Aber schon die bloße Tatsache, daß TodesAllard fand dagegen, daß er für sein Geld urteile gegen Menschen gefordert werden können, tun und lassen könne, was er wolle. Der Kapitän denen die Anklage selbst nichts anderes vorwirft berließ daraufhin die Kommandobrüde und schloß als die Betätigung sozialistischer Gesinnung und fich in seiner Stajüte ein. Allard, der nicht nach die Aufrechterhaltung von Beziehungen zur Sozia geben wolle, stellte sich selbst ans Steuer. Aber aub listischen Arbeiter- Internationale, verrät mit aller das Schiff protestierte gegen so viel Nadtheit; zwei Deutlichkeit den Charakter dieses Prozesses. OffenStunden später lief es auf einem Riff auf. Die bar wollen die österreichischen Machthaber durch den Nudisten, die sich vorsichtigerweise wieder bekleidet Antrag auf Todesstrafe erreichen, daß jede noch so hatten, wurden samt und sonders gerettet. furchtbare Kerkerstrafe, die sie zu verhängen gedenken, als verhältnismäßig milde erscheint. Aber men. Mattoni's Gießhübler mit heißer Milch. dieses Manöver wird nicht gelingen! bersagen werde, was für die weitere Gestaltung der Beziehungen zwischen Großbritannien und Indien von großer Wichtigkeit sein kann. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Um die Erhöhung der Weizenproduktion in der SSSR ( B. S.) Die ,, Leningradskaja Pravda" vom 12. Feber veröffentlicht die Verordnung des Sovjets der Volkskommissäre der SSSR und Karl Kautsky: vom 11. Neber 1936, die auf eine Erhöhung des Aus der Frühzeit des Zentralfomitees der Kommunistischen Partei Ertrages der Weizen produzierenden Kollektivwirtschaften hinzielt. Die Verordnung sieht vor: Die indischen Nationalisten sesen ihren Kampf 1. eine Erhöhung der Anschaffungspreise für ført. Zum Vorsitzenden des Allindischen NatioWeizen ab 1. Juli 1936 um 1 Rubel 20 Ropeken ein altbewährtes natürliches Heilmittel bei sust enn altongresses, der die wichtigsten Parteien für den Zentner und 2. die Festseßung von Zuund Heiserkeit. Früh und abends 1-2 Gläser; Indiens vereinigt, wurde soeben wieder Pandit gabeprämien auf jenen Weizen, der von den ½ heiße Milch, 2 Gießhübler. Aerztlich empfohlen. Jawaharlal Nehru gewählt. Nehru gehört Stollettivwirtschaften bzw. deren Mitglieder an 8299 zum linken Flügel der indischen Nationalisten den Staat über die für sie festgesetzte Menge USA- Film Kriegserinnerung wenn... Bei der politischen Konjunktur braucht kein Tankerfinder Angst zu haben, daß ihm seine Ware im Lager verschimmelt. des Marxismus Engels Briefwechsel mit Kautsky, 400- Seiten, farton. Kč 70.- 3u beziehen durch die Zentralstelle für das Bildungswesen Prag XII., Slezska 13. Alfred gewinnt, Papa zahlt Im Publikum befand sich auch der kleine Alfred und sein Freund. Der Freund wettete 25 Cents, daß es Alfred unmöglich sei, den Ballon mit einem Gummiband und einem Stanioltügelchen zum Plazen zu bringen. Alfred zielte, schleuderte sein Kügelchen md gewann. Die Maid sted soll das dreiundzwanzigste Opfer des toten Pharaos sein. Selbstverständlich tun die Zeitun gen bei diesen Feststellungen ein klein wenig In St. Petersburg, einer Stadt der USA, ironisch; aber hinter ihrer Ironie sieht man ganz trat in einem Kabarett ein Girl auf, das mit unziveideutig den alten Aberglauben, den Ge- nichts weiter bekleidet war als mit einem ziem danten:„ Etwas muß doch dran sein." Breasted lich durchsichtigen Gummiballon, den sie vor den selbst war natürlich weniger gespenstergläubig. Leib hielt. Er sagte, es sei alles dummes Gewäsch. Bei einer früheren Gelegenheit erklärte er: Ich troße diesem Fluch. Wenn ihm überhaupt jemand ausgesezt war, so war ich es. Ich habe zwei Wochen lang in Tutanchanoms Grab geschlafen. Ich habe meine Mahlzeiten dort eingenommen. Ich habe mich mein Leben lang nicht wohler gefühlt." So, mit dem Fluch über seinem Haupte, is floh in die Kuliffe, um sich zu bedecken. der Mann siebzig Jahre alt geworden. Dann hat ihn, wie die aufgeklärten Journalisten erfas ja im Grunde alle doch glauben, der tote Pharao endlich erwischt. Mit Hilfe seiner Verbündeten, der Streptolotten.( Ein moderner Herr, der Pharao!) Wenn im Jahre 2007 ein ägyptischer Wasserträger im Alter von hundert Jahren stirbt, wird es auch noch einige Journalisten geben, die nachrechnen, daß er 1922 als Fünfzehnjähriger beim Ausbuddeln Tutanchamons mitgearbeitet hat und mithin das dreihundertsiebenundneunzigste Opfer des rachsüchtigen Herrschers ist. Alfreds Vater wurde zu 28 Dollar Schadenverurteilt. Das Loch in der Fifth Avenue digkeit von 100 Meilen erreicht er auf Rädern;| verdanken war, daß die ägyptischen Behörden die] ,, Frankreich, England und Deutschland" überbei Fortbewegung mittels Raupen macht er aber Einwilligung zur Graböffnung erteilten. Brea- flüssig machen soll. immerhin 65 Meilen( 104 Kilometer) in der Stunde. Seine Besatzung wird aus zwei bis drei Mann bestehen. Der Tank wird u. a. mit einem Der Weltfrieg wäre ganz anders ausgegangen, 7.5 Zentimeter- Geschüß ausgerüstet sein. Diesen Tank also bietet Mister Christie sei Das Staatsdepartement in Washington ner Regierung an unter der Bedingung, daß wird nächstens geheime Atten aus dem Weltkrieg sie ihm sofort 450.000 Dollar auszahlt, die das beröffentlichen, aus denen hervorgeht, daß der Kriegsministerium ihm für seine Lieferungen seit Staatssekretär Lansing im September 1916 sechzehn Jahren schuldet, und die Finanzierung England warnen wollte, es bringe durch sein der Auswertung seiner neuen Erfindung überVerhalten die Vereinigten Staaten dazu, sich nimmt. Andernfalls, d. h. wenn die US ihre auf feiten der Zentralmächte Schulden an Christie nicht zahlen, wird sich der am Weltkrieg zu beteiligen. Präsident Wilson Erfinder genötigt sehen, ſein ſegenbringendes berhinderte die Absendung des Briefes, ließ aber Instrument anderswohin zu verkaufen. Er hat in London durch den Botschafter Page Vorstellun bon Deutschland ein Festangebot von 600.000 gen erheben. Die Vorwürfe, die Lansing in sei Dollars, von der Sowjetunion das Angebot einer nem Brief erhebt, beziehen sich unter anderem Monatsrente von 10.000 Dollar; andere Offerdarauf, daß die Engländer militärpflichtige An- ten liegen vor von Italien, Frankreich, China. gehörige der Ententestaaten auf offener See von amerifanischen Schiffen geholt, daß sie ameriTanische Schiffe in philippinischen( also ameri fanischen) Häfen durchsucht, daß sie Briefe zensiert, den Kabelverkehr der Vereinigten Staaten mit neutralen Ländern erschwert und verhindert Als man im November 1922 den Pharao und daß sie schtvarze Listen von amerikanischen Tutanchamon ausbuddelte, ergab sich, daß seine Firmen aufgestellt haben. Grabkammer, nach der Sitte alter Zeiten, mit Die Veröffentlichung des Staatsdepar cinem romantischen Fluch etikettiert war:„ Der tements foll der amerikanischen Oeffentlichkeit Tod komme auf schnellen Flügeln zu dem, der an Der liebe Gott persönlich 3eigen, baß auch ein Neutralitätsgefeß nicht das Grab des Pharaos rührt." Und in der Tat: In USA gibt es eine religiöse Sette, deren unter allen Umständen die USA davor schüßt, in eine Reihe der an der Ausgrabung Beteiligten einen fünftigen Strieg hineingezogen zu werden. starben bald darauf. Der Aberglaube, der selbst Haupt, der Negerprediger George Bafer, bisher schon von den ,, Flügeln des Todes" gestreift war, Göttlicher Vater" hieß. Auf einer Versamm erholte sich in aller Welt wieder; die Tutancha- lung, an der einige hundert Delegierte teilnah- Am nächsten Morgen famen sie nicht wieAmeritas bedeutendster Tankbauer, J. mon- Toten waren für ihn belebende Injektionen. men, ist nun beschlossen worden, daß Bater Gott der, und an den folgenden Tagen auch nicht. Was In Dezember 1935 ist der Professor James ist. Eine einzige Stimme war dagegen. Der neue von ihnen blieb, war das Loch in der Fünften Walter Christie, hat der amerikanischen Regierung mitgeteilt, daß er ein neues Modell. Henry Breasted, der Egyptolog der Chicagoer Gott ist ein Knirps; aber er hat sich vier stramme, Avenue. Als schließlich wütende Geschäftsleute die einen„ fliegenden" Tant, erfunden habe, der 100 Universität, an einer Streptokokken- Infektion ge- handfeste schwarze Erzengel zugelegt. Von ihnen städtischen Behörden anriefen, stellte sich heraus, Meilen( 160 Kifometer) pro Stunde machen storben. Und prompt weisen die Blätter darauf flantiert nahm er die Huldigung seiner Anhän- daß niemand etwas von der Sache wußte. SchließDie Versammlung, auf der sich lich buddelte man das Loch wieder zu; aber bis fann. Er wiegt 4500 Pfund, fann von einem hin, daß er zwei Tage vor dem Jahrestag der ger entgegen. Bombenflugzeug hinter die feindlichen Linien ge- Oeffnung des Tutanchamons- Grabes verschieden seine Rangerhöhung vollzog, war einberufen heute weiß man nicht, wer es hatte graben laſſen. tragen und abgeworfen werden, wenn das Flug ist, jener verhängnisvollen Handlung, an der er worden, um über die Einsetzung einer Weltregie- Man vermutet natürlich, daß es auf Grund einer eug drei Meter über der Erde ist. Die Geschwin- insofern beteiligt war, als es ihm seinerzeit zu rung zu beraten, die staatliche Mächte ivie Wette geschehen ist. Der fliegende Tank Tutanchamons Rache " Die Fünfte Avenue ist neben dem Broadway die repräsentativste Straße von New York. Vor einigen Jahren erschien eines Morgens eine Kolonne Arbeiter mit Schaufeln, Biden und pneumatischen Bohrern. Sie steckte ihr Arbeitsbereich mit roten Flaggen ab und begann ein Loch zu graben. Der Verkehr kam ein wenig durcheinander; aber bald tauchten Schußleute auf und übernahmen die Regelung. Die Arbeiter arbeiteten den ganzen Tag durch, brachten ein schönes, großes Loch zustande und legten die Wasser- und Gasleitungsröhren frei. Am Abend 30gen sie ab. M. B. Teile 6 „Sozialdemokrat' Sonntag, 23. Feber 1936. Rr. 46 Vor dem Besinn des Krankenhausbaues In Motol Der Ministerrat genehmigte kürzlich den Kaufpreis für die Gründe, welche für den Bau des neuen öffentlichen Krankenhauses in Motol von der Prager Stadtgemeinde angekauft werden tollen, und betraute das Gesundheitsministerium damit, im Einvernehmen mit den beteiligten Mini-, steten den definitiven Kaufvertrag abzüschlietzei,. Gleichzeitig gab der Ministerrat Weisung, daß alle auf die Verwirklichung des Projekts abziel ende n Arbeiten mit größter Beschleunigung durchgeführt werden. Damit gewann das Bauprojekt konkrete Gestalt. In rechtlicher, finanzieller"und wirtschaftlicher Beziehung wird das-Krankenhaus zwar eine Filiale des Prager allgemeinen Krankenhauses sein, in bezug auf die Heilbehandlung jedoch eine s e l b st ä n d i g e Krankenhauseinheit, die wie jedes andere öffentliche Krankenhaus zur Ausnahme von Kranken aller Art eingerichtet sein wird.. Der projektierte Aufwand von fast 90 Millionen Kö wird zu 50 Prozent aus den Mitteln des Prager Krankenhausfonds und zu 50 Prozent aus der Staatskasse, und zwar den Mitteln des Schulministeriums, gedeckt werden. Das Krankenhaus wird mehr als 1300 Betten haben und als klinisches Krankenhaus, also analog der Anstalt im Innern d:r Stadt, geführt werden. Die für das Krankenhaus ausersehenen Grundstücke haben ein Ausmaß von annähernd 70.000 Quadratklaftern, wodurch es möglich wird, daß die projektierten Pavillons unter Berücksichtigung der modernen hygienische, Anforderungen ausgestaltet werden und dabei noch eine genügende Reserve für eine Erweiterung in der Zukunft bleibt. Im März d.. I. wird auch schon der Konkurs auf die ideelle Lösung des Krankenhausbaues ausgeschrieben werden; das bedeutet einen weiteren wesentlichen Schritt nach vorwärts. An der beschleunigten Realisierung des Projekts sind vor allem das' Gesundheitsministerium, ferner aus Unterrichtsgründen(Kliniken) das Schulministerium und naturgemäß die Stadt Prag interessiert, denn das Motoler Krankenbaus soll vor allem dem kritischen Mangel a' Krankenhausbetten in Groß-Prag entgegenwirken und im Zusammenhang damit auch die Krise der Prager Kliniken lösen., Gewiß wird es auch die gesamte Oeffentlich- leit mit Genugtuung quittieren, daß das Projekt konkrete Formen angenommen hat. Denn allein -die Errichtung der Anstalt wird dik beschästtgUNgS- Iümst und Mssen- Der Freischütz Endlich, nach jahrelanger Pause, ueuinszeniert und neneinstudiert, im Deutschen Theater, wo er Nie hätie fehlen sollen, der.Freischütz"! Alt« und jung« Opernliebhaber freuten sich auf ihn wie Kinder, im voraus festlich-freudig berührt von der Vorstellung des Wiederlebendigweqdens teuerster musikalischer Erinnerung, unsterblichsten deutschen Musikguts. Völlig nebensächlich dabei, die Frage nach'einer psychologischen Einstellung unserer Zeit zum„Freischütz", beantworten zu wollen. WaS über die Schwächen der gespensterromanhaften Unterlage des Buches, über kleine Lächerlichkeiten des Textes, über das Fragwürdige dieser halb süßlichen, halb gruseligen Romantik zu sagen ist, ist seit mehr als einem Jahrhundert so oft gesagt worden, daß jede Wiederholung banal und ohnmächtig klingen muß, weil weder geistvolle Analysen, noch seichter Theaterwitz(der sich ja am..Freischütz" von jeher austobte) Carl Maria v. Webers Genietat etwas anzuhaben vermochten, weil eben in diesem an der.Wasserscheide der deutschen Oper" stehenden Werk selbst noch das Unwirklichste von Handlung, Szene und Wort im Goldtiegel eines der größten Musiker zu lauterer Wahrheit geworden ist. Freilich, die Nachkriegsgeneration wird sich vielleicht erst durch die Ueberschätzungen des Jägeryergnügens, durch Re Altväterlichkeiten des Jungfernkranzes, durch di« Wolssschlucht, durch di« ganze himmelblaue Naivität und durch das schaurige Hirngebein durchschlagen müssen,«he all dies wesenlos versinkt vor den Wundern der bezaubern- sren aller Ouvertüren, vor dem. berückendsten aller musikalischen Waldträume, vor dem innigsten aller Operngelieie, vor der ewigen, weil echten Volkstümlichkeit dieser Kavatinen, Märsche und Walzer, der Hörnerdialoge, Cellomelodien, Klarinetten- und Oboengesänge, vor dem Uebermaß genialer Einfälle in strahlendstem Gewand. - Die gestrige Erstaufführung, vor ausgezeichnet besuchtem und überaus beifallsfreudigem Haus, zeugte von gewissenhaftester Sorgfalt, hohem Ernst und beträchtlichem Können in musikalischer, regiemäßiger, bildnerischer und technischer Hinsicht. Vor allem, wird Kapellmeister Zweig, in der Chorvorbereitung durch Schick verläßlich unterstützt, durch Sauberkeit, Sicherheit und Präzision in der mm'ikalischen Führung und Gestaltung der großen Aufgabe gerecht und weiß insbesondere innige Verhaltenheit und die frommen Weisen sehr würdr- und eindrucksvoll nachzuzeichnen; manches Tempo freilich wünschte man rascher genommen, die Ouvertüre kiinnte tiefere Durchgeistigung und zugleich mehr mystischen Zauber vertragen. Im. Orchester hatten vor allem die Holzbläser, aber auch die Hörner, dann die Bratsche ihren großen Tag; dagegen mangelt es. losen Arbeiterschaft und dem Gewerbestand Artz e i t s mö gl i ch k e i t en gewähren. Daneben setzt die Realisierung desProjekts auch verschiedene Jnvestitionsarbeiten, z. B. Kommunikationen, Kanalisationen, Wafferleitungsanlagen usw. voraus, was weitere Arbeitsgelegenheiten bedeutet. Schließlich wird das Projekt auch den technischen Fachkreisen Möglichkeiten zur Betätigung bieten.. Unfall. Vorgestern abends wandt« der Chauffeur Zdenek Veran aus Bubentsch vor dem Smichower Bahnhof sein Lastauto um. wobei der mitfahrende 29jährige Josef Poe aus Smichow vom Sitz fiel und mit einer schweren Gehirnerschütterung und einer Rißwunde am Kopf liegen blieb. Er wurde auf die Klinik Schlaffer gebracht. Diebe mit der Bente gefaßt. Vorgestern nachmittags hielt die Polizei in der LeihamtSgafse. den 25jährigen Chauffeur Jan Cepka und den 2Sjäh- ritzen Maschinenschlosser Anton Springl an. die verschiedene Gegenstand« behausten, deren Herkunft sie nicht»angeben konnten. Auch wurde festgestellt, daß sie kurz vorher im Leihamt verschiedene Gegenstände versetzt hatten und am Abend hatte es sich herauSgeftellt, daß sie am selben Tage in der Ressel- gaffe eine Wohnung ausgeraubt hatten, wobei ihnen zwei Koffer mit Schmuck, Kleidern, einem Radioapparat, Wäsche etc. im Werfe von 3000 Aö in die Hände gefallen waren. Die Beute konnte daher noch vollständig beschlagnahmt und den Geschädigten zurückgestellt werden, ehe sie, die den ganzen Tag außer HauS sind, den Diebstahl bemerft hatten. Giftgase im AvtobuS. Der Autobus der Staatsbahnen D—50.113, gelenkt vom Chauffeur Karl Macek aus Jungbunzlau, fuhr gestern morgens von Jungbunzlau nach Prag, als bei Gbell der Chauffeur eine Explosion im Hinteren Teil tzes Autobus vernahm. Er untersuchte den Wagen, in dem 12 Passagiere fuhren und setzte die Fahrt fort. Als der AutobuS nach Prag kam, wurde der Chauffeur von einem der noch sieben Mitreisenden aufmerksam gemacht, daß ein weiblicher Fahrgast ohnmächtig geworden sei und kurz darauf erlitten auch sämtliche anderen Passagiere Obnmachtsanfäll«. Sie wurden in der Apotheke„Medica" auf dem Pokik zu sich gebracht und mit der Rettungsstation auf die Klinik Hynek gebracht. Die Kutschersfrau Anna Semräd aus Radonitz wurde dort in Pflege belassen. Eine Untersuchungskommission der Staatsbahnen stellte fest, daß die Heizung des Wagens defekt gewesen sei, so daß Kohlengase entweichen könnten. Der Autobus wurde repariert und wieder dem Verkehr übergeben. Bei trägem Darm«rd schlechte« Magen benutze man öfters das seit einem Menschenalter bekannte natürliche„Franz-Joseft'-Bitterwasser, das — früh nüchtern ein GlaS voll— mild und angenehm, prompt und sicher wirkt! Aerztl. empf. .........-V.'■ SIN nicht erst beim„Freischütz", den Geigen an Klangstärke und Jubelfähigkeit. Im allgemeinen als vortrefflich gelungen darf di« Inszenierung durch den Gastregisseur Dr. Herbert Graf bezeichnet werden, dem Pirchan, Korulan und Leminger verständnisvolle Helfer waren. Graf unterstreicht erfreulicherweise das Volksmäßige durch Einfachheit, ohne zuviel„Bewegungsregie" zu produzieren. DaS unlösbare Problem der Wolfsschlucht ist originell, einfallsreich behandelt, ohne an die hier so nahe Grenze der Lächerlichkeit zu rücken(der im übrigen freilich diese„Freischütz"-Aufführung so wenig wie je eine andere ganz zu entgehen vermag). Nicht sehr stilvoll geriet bas zweite Bild, das in seiner Täselung und Fensterlosigkeit mehr einer modernen Diele als einer ForstbauSstwbe zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges glich. Was die gesangsolistischen Leistungen anlangt, gebührt den Damen in der Nennung der Vorrang. Hilde Ko n etz ni singt insbesondere die Arie der Agathe mit großer, schöner und kultiviert behandelter Stimme, wenn auch nicht ganz ruhig in der Bildung zumal exponierter Höhentön«. Herta Rahn ist musikalisch-gesanglich ein musterhaftes und übrigens auch ein darstellerisch und erscheinunaSgemäß sehr degagiertes und schmuckes Aennchen: allerdings müßte nm; den Möglichkeiten größerer Stimm- Ergiebigkeiten Aufmerksamkeit geschenkt werden- Herr B a u m ist em durchaus passabler Max. obzlvar ibm die Partie zu tief liegt und auch zu starke dramatische Ansprüche an ein rein lyrisches Organ stellt. Scheidl entledigt sich seiner Aufgabe gut künstlerisch mit Anstand und Geschick, obzwar sein Kaspar die nötige Stimmschwärze und— seltsam genug bei Scheidl— die erforderliche Dämonie in der Darstellung vermissen laßt. Die Prosa laßt überdies ganz allgemein zu wünschen übrig. Sollt« der Gast» regisseur sie für nebensächlich halten? Zu erwähnen noch die durchaus guten Leistungen der Herren Gutmann(Kuno). Hagen(Ottokar) und Göllnitz(Kilian) und die C h ö r«. di« insbesondere im letzten Bild ausgezeichnet klangen. Kürzung um di« dramaturgisch gewiß nicht überflüssige, dennoch aber entbehrliche Szene der Jägerburschen im letzten Aufzug hätte der Aufführung, die so«twa- überlang gerret, kaum geschadet. Trotz aller Einwände ein schöner Abend. L. G. „einst. Jett« und Immer" Uraoffährong im Stadttheater Teplitz- Schönau Der in Teplitz-Schöuau als Sekretär der Kaufmannschaft tätige Dr. Mayer-Erner übergab am Donnerstag der Öffentlichkeit seine neue Komödie „Einst, Jetzt u n d I m m e r". Das soll nach einem Geleitworte des Autors heißen, daß jederzeit und in jeder Form immer nur die„Kraft schöpferisch" sei und daß ihr daher auch das Clus der Partei Bezirksorganisation Präs der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Einladung zu der am Freitag, den 28. Feber 1936, um 8 Uhr abends im großen Saal« des Gewerkschaftshauses, Prag I., Persttzn 11, startfindenden Jahrei-Versammlung Tagesordnung: Berichte: des Verttauensmannes. des Kassiers,- der Kontrolle. Neuwahlen. Die nächsten politischen Aufgaben. Referent Genosse Dr. Emil Strauß. AstfäLigeS. Zutritt zur Jahresversammlung haben nur Parteimitglieder, welche mit den Beiträgen nicht länger als drei Monate im Rückstand sind(ausgenommen Arbeitslose) gegen Vorweisung der Mitgliederlegitimation. Wir machen aufmerksam, daß ohne Mitgliederaus- weir kein Einlaß gewährt werden kann und ersuchen daher,. um unliebsame Differenzen zu vermeiden, die Mitgliederlegitimation unbedingt mitzubringen. „Fs e i h e i t" Tie Bezirksvertretung. Deutsche Volksslnssemelnde Prag Infolge Dachstuhlbrandes in unserem Probelokal entfiel diesen Dienstag die Probe. Da wir zu spät davon benachrichtigt wurden, konnten wir die Genossinnen und Genossen nicht benachrichtigen und ersuchen um Entschuldigung.’— Nachstö ProoeDienstag im alten Probelokal(Beseda), für Frauen um 7 Uhr, für Männer 8 Uhr abends.— Dringende Ausschutzsitzung um 7 Uhr desselben Tages. Der Ausschuß. 6. Roter Klubabend der Prag, heute S o^n n t a g, 23. F< b e r, um 18 Uhr im Palac Kowa, Revo- huöni tkida.— Programm.— Eigene Kapelle.— Klubbetrieb.— Gäste willkommen! Der traditionelle Angestellten-Ball der Ortsgruppe Prag des Lll-A-Ver findet am 2V. Feber (Samstag) im Heinesaal statt. Reklamationen an die Ortsgruppenleitung, Prag II., Füg- nerovo nam. 4. filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:.Das Einmaleins der Liebe." Luise Ullrich, Paul Hörbiger, Theo Lingen.— Adria:„Golem." Harry Baur. Regie I. Duvivier. Fr.— Alfa:„Der schwarze Engel." Oberon, March.— E.— Avion:„Frigo— Wohltäter der Menschheit." K e a t o n.— A.— Berünek:„Variete." Annabella, Hans Albers.— D.— Fcnix: „Sequoia." Auch für die Jugend!— Flora:„Barrett."— D.— Gaumont:„Einen Tag Millionärin."— A.— Hollywood:„Einen Tag Millionärin."— A.— Hvczda:„Congorilla." Tschungcl- Exp.— Julis:„Bretter, die die Welt bedeuten." Szakall.— D.— Kineura: B-Th.: Journale, Groteske, Report. Ab?j7. Koruna:»Die Wildkatze." H. Piel.— D.— Kotva:„Frigo— Wohltäter der Menschheit." Keckton.— JK.—£«* rerna:„Golem." Harry Baur. Regie I. Duvivier. — Fr.— Metro:„Sequoia." Jean Parker.— D. — Olympic:„Der Student von Prag."— D.-7- Paffagc:„Der ideale Gatte."— D.— Praha: .Die Wildkatze."— D.—. Radio:„Die rote Zarin." Marlene Dietrich."— A.— Skaut:„Die rote Zarin," Marlene Dietrichs—A.— Svitozor: „Der kleine Oberst-" Temple. Für die Jugend.— Ä.— Alma:„Liebe und die erste Eisenbahn."— D.— Bajkal:„Barietö."— D.-— Belvedere: .Königsmark."— Fr.— Beseda:„BarictS."— D.— Carlton:„Die rote Zarin." Marlene Dietrich.— A.—- Illusion:„Die rote Zarin."— A.— Konvikt:„D i« E l e n d e n." Nach dem Roman von Victor Hugo.— Fr.— Lido II.:„Eskim 0." Regie W. S. van Dyke.— Louvre:„Melodie der Welt 1936."—- A.— Maccska:„Melodie der Welt 1936."— A.— Roxy:„Nur ein Komödiant." Rudolf Forster.— D.— Sport:.Die Elenden."— Fr.— U Bejvodu:.Es geschah in einer Nacht!" Cl. Gable.— A.— Baldek:.Melodie der Welt 1936."— A.— Beletth«:.Barietk."— D. uwralische Recht zukomme,„alle im W e-g e stehenden Hindernisse gewalt- zsamzubeseitige n". Da die der ,Mraft" vorgestellten„höchsten Ziele" in. ihrer sittlichen Wertung ziemlich wandelbar find, könnte man solcher Moralsetzung leicht mitztrauisch gegenüberstehen in einer Zeit, die zu Totalitäten aller Art neigt. Aber soweit kommt Wayer-Exner nicht. Sein Flug zu den „höchsten Zielen" der auf Macht gestützten Kraft löst sich in Nebeln auf, deren Spuk einen Ritter Christoph, den Ahnherren derer von Sonneburg, veranlassen, aus dem Bilde in der Ahnengalerie eines verschuldeten Schlosses zu steigen und dem Bankkapitalisten Peterweiler zu begegnen. „Einst" und„Jetzt" stehen nun einander gegenüber. AuS diesem Bis-^-vis ergibt sich, datz eben Kraft doch immer das Siegreiche und Zeugende gewesen ist.. und es(das ist des Autors Ueberzeugung) auch immer bleiben wird. Der Kraftkerl von damals, der Raubritter Christoph, hats gemacht und der Grotzfinanzmann von heute, der alle Börsen in die Luft fliegen lätzt und Millionen ins Elend treibt, der schafft's auch. Aber was— das sagt der Autor nicht. Er sagt zwar vieles und vielleicht ist die Antwort auf diese wichttgste Frage auch dabei; nur.. versteht es der wahrscheinlich weniger von schöpferischer Kraft begnadete Hörer nicht. Da er somit nach wenigen Versuchen, sich gedanklich an der Komödie zu betei« gen, das Vergebliche solchen Tuns einsieht, vergnügt er sich an den saft- und kraftschwellenden Vokabeln deS aus dem Moder einiger Jahrhunderte erstandenen Buschkleppers Christoph und bewundert die Aufopferung der Darsteller, di« unter Direktor H u r r- l e S Regie bemüht sind, wesenlosen Gestalten Leben einzuhauchen. Dabei verbrauchen Fritz Kenne- m a n n, Anna Müller-Prem. Ernst Wagner, Ferry R a d l, Viktor Saxl und Felicitas C 0 r d a schätzenswertes, künstlerisches Gut. Der Aufiiger Gast Albert Walter interessiert als ausgezeichneter Charakterbildner. Ein sehr wohlwollendes Publikum bestätigte mit Beifall die Ausnahme von der Regel, datz der Prophet im eignen Lande verkannt werde mit der Einschränkung, datz es sich dabei weniger um eine Wertung der Prophezeiung, als um eme Anerkennung für dankenswertes, schauspielerisches Bemühen handelte. Ernst T h ö n e r. Wochenspirlplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Sonntag, halb 3 Uhr: Dieunent- schuldigte Stunde, halb 8:Der heilig« Antonius, Dl.— Montag halb 7: Wallenstein, Theatergemeinde der Jugend, Abonnement aufgehoben/— Dienstag halb 8: Der F r e i s ch ü tz, A 1.— Mittwoch 8. Unent« schuldigteStunde, B2,— Donnerstag halb 8:DerfliegendeHolländer, Wagner-Zyklus V, C 1.— Freitag halb 8: D e r Freis ch ü tz, D 1.— Samstag halb 8: Orpheus in der Unterw elt, Festvorstellung zugunsten der Pensionsanstalt des Deutschen Theaters, neuinszeniert, Abonnement aufgehoben.— Sonntag hall« 3: Katharina Ismail 0« w a, Arbeitervorstellung, halb 8:Unents chul- digte Stunde, C 2.-- Wochenspielplan der Kleine« Bühne. Heute, SüüntäK; nachm. 3 Uhr: Christian, Gastspiel Krarner-Glöckner, st: Dergoldene Kranz,— Montag 8: Christian, Bankbeamte I.—- Dienstag 8: Unentschuldigt« Stund«— Mittwoch 8:Was Ihr wollt, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Kind imKamp f, volkstümliche Vorstellung. Freitag 8: Der goldeneKranz, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— SamStag 8: Die erste Legion. — Sonntag 3: Was Ihrw 0 l l t, 8: Die erst e Legion.— Die Sitzung des Bezirksvereines»Arbeiterfürsorge" findet Montag, den 24. Feber, um 20 Uhr nicht im Närodni-Heim, sondern bei Genossin Deutsch(Prag VII., Binäkska 21) statt. Dec Mm Der Wohltäter der Menschheit Das ist der letzte Film des amerikanischen Groteskkomikers BusterKeaton, dessen Stern zur Stummfilmzeit dicht neben dem Charlie Chaplins strahlte, aber im Zeitalter des Sprechfilms zu verblassen- begann. Nun wird wieder über ihn gejubelt, obgleich der Film, in den: er hier auftritt (und der ursprünglich»New-Uorker Seitenwege" hieß) ein Kompromiß ist, das Werk zweier Regisseure und mehrerer Textschreiber, die sich wiederum recht wahllos an die verschiedensten Vorbilder gehalten haben, so datz ein Flickwerk aus allerhand grotesken, zuweilen auch grausam komischen Situationen entstand, das nur stellenweise an Chaplin- .Lichter der Großstadt" und an„Emil und die Detektive" erinnert. Die Rahmenhandlung ist die Geschichte eines Millionärs, der sich aus Liebe zu einem Ästädchen aus dem Volle als Wohltäter verwahrloster Kinder erweisen will, was ihm nicht leicht gemacht wird, zumal eine Gangsterbande gegen ihn. hetzt, vor der ihn dann am Ende die anfangs feindseligen Sttaßenjungen retten. Buster Keaton spielt die Rolle dieses Millionärs(der den schönen Namen Homer Harmon trägt) mit dem traurigen Staunen, der phantastischen Ungeschicklichkeit und der unbeabsichtigten Tapferkeit, die seit je zum Wesen seiner Komik ge- hörten. Am hinreißendsten ist er natürlich in den stummen Szenen: meinem grotesken Boxkompf(der trotz Chaplins Vorbild in den„Lichtern der Großstadt" nicht wie eine Nachahmung wirft), beim Zerlegen einer Ente(aus welcher der hiesige Uebersetzer übrigens eine Gans gemacht hat) und am Ende bei dem Kampf mit seinen Verfolgern. Hier, wo er von den Sprachfeffeln befreit und von seinen Mitspielern fast unabhängig ist, kann er noch ! einmal die groteske Meisterschaft zur Geltung I bringen, die ihn unvergeßlich niachen wird.—eis— • Einen Tag Millionärin heißt ein Rührfilm aus Hollywood, in dem gezeigt wird, wie eine arme Mutter. um das Glück ihrer Tochter zu fördern, für einen Tag als reiche Lady auftritt, mit dem gewünschten Erfolg selbstverständlich. In Änbettacht der Tatsache, daß im Film das golden« Mutterherz schon reichlich abgegriften ist. wirken die unwahrscheinlichen Vorgänge hier doppeft kitschig. Aber die Hauptdarstellerin May Robfon(die-wir seit der ergreifenden Altersheim-Episode in dem Film„Wenn ich eine Million hätte" in bester Erinnerung haben) ist eine so echte und zu Herzen gehende Schauspielerin, daß sie selbst diesen Kitsch stellenweise adeln kann. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Bost monatlich Kd 16.—. vierteljährig KC 48.—. halbjährig Kd 96.— ganzjährig Kd 192—.— Jnieraie werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einienduna der Retourmarken. Die Zritunaskrankatur wurde von der Poft- und Tele- araphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VI 1/1930 bewilligt.— Druckerei:..Orbis". Druck«. Verlags« und Zeitungs-A.-G.. Prag.