Sosialdemokra ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 16. Jahrgang Die Armee diktiert Samstag, 29. Feber 1936 Aufständische und Regierungstruppen eines Sinnes Washington. Zuverlässige Nachrichte aus Tokio, die die Ereignisse bis zum Freitag abend zusammenfassen, schildern die Lage als völlig in den Händen der Armee, und zwar der aufrührerischen und der sogenannten loyalen. Danach besteht kein Unterschied in der politischen Einstellung dieser beiden Gruppen. Beide wollen einen unmittelbaren Einfluß auf die Politik und daher auf den Kaiser. Daraus erklärt es sich, daß die Loyalisten nicht auf die Aufständischen schießen, obwohl diese auch Freitag noch die öffentlichen Gebäude besetzt halten und auch Freitag abend noch die Flagge der Aufrührer über dem Amtssitz des Ministerpräsidenten wehrt. Diktatur Arakis? Die Regierung scheint keinen Ausweg aus der Lage finden zu können. Eine bisher unbestä tigte Nachricht aus Tokio besagt, daß General Araki, der vom Jahre 1931 bis 1934 japanischer Kriegsminister war, eine Militär- Diktatur er richtet habe. Verschärfte Zensur Pressesperre? Die Zensur von Kabel und drahtloser Telephonie, die vorübergehend gemildert war, wurde 17 abends wieder verschärft. Die direkte Verbindung Peipings mit Tokio ist erneut unterbrochen. In Tokio rechnet man mit einer Pressesperre. Run auf die Banken Die Japanische Zettelbank verzeichnete wäh rend des gestrigen Tages mehr als eine Milliarde Jen an Auszahlungen. Auch die anderen Banken haben große Beträge ausgezahlt. General Araki Abschluß der Schuldebatte Henleins Streiter blasen zum Rückzug Prag. Im Abgeordnetenhaus, wurde am Freitag die Debatte über die lex Uhlir zum Abschluß gebracht und die Vorlage schließlich un= verändert angenommen. Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 51 Demokratie ohne Diskussion In der Kundgebung Henleins sind einige rechtigt anerkannt wird, wenn es sich um NeuPassagen, welche eine Analyse verdienen und aufnahmen in den öffentlichen Dienst oder um welche nicht der Berechtigung ermangeln. So die Personalpolitik der Staatsforstverwaltung 3. B. wenn Henlein von der Schaffung einer handelt. deutschen wissenschaftlichen Akademie spricht, drk im Venkov" vom 26. Feber. Besagter Artikel im„ Benkov" vertritt mit für welche sich auch der Präsident der Republik Recht den Standpunkt, daß sich mit bloßen Poliausgesprochen hat, ist das eine berechtigte For- zeimethoden keine Loyalität erzwingen lasse. Diederung, da auch den Magyaren die Errichtung sen durchaus vernünftigen Grundsatz möchten wir einer wissenschaftlichen Akademie bewilligt dringend auf die Gendarmerie Kontrollen ausa wurde. Auch an einer Stulturgemeinschaft der gedehnt wissen, die unsere Arbeitslosen schon Deutschen ist nicht zu zweifeln. Bei Henlein ist längst als unerträglich empfinden. Sehr richtig es überraschend, daß er auf jede Kultureigen- betont der„ Venkov", man müsse den Mut haben, art auf seiten unserer Deutschen verzichtet. Es die Wahrheit anzuhören und zu erforschen. Wir überrascht die ausdrückliche Betonung und laden den Artikelschreiber ein, die Tausende von Selbstverständlichkeit der deutschen Kulturge- Arbeitslosen in Nordböhmen, in den westböhmimeinschaft, welche heute ideologisch für die poli- schen und mährisch- schlesischen Grenzbezirken zu tischen Bestrebungen des neuen Pangermanis- besuchen, die in den letzten Wochen durch fliegende mus ausgenüßt wird. Der Inhalt des Vortra- Kontrollkommissionen der Landesbehörden aus der C3 ges ist zu zwei Dritteln geeignet zur Distus- Ernährungsaktion ausgeschaltet wurden. sion. Das, was wir schon gestern geschrieben stünde dafür, die Wahrheit über die Lage jener haben, die Form des Vortrags, der Widerhall Familien zu erfahren, die von höchstens 20 Krobei den Zuhörern, das ganze Milieu, die Rezi- nen pro Woche leben und davon noch Mietzins tationschöre, der Marsch, sind Sachen, welche bezahlen sollen und die Stimmung jener verzivei den Inhalt des Vortrags kompromittieren. felten Menschen kennen zu lernen, die aus der Ernährungsaktion gestrichen wurden, weil sie ein verschuldetes Häuschen bejizen. Die Partei Hen1. Es waren also kleine Aeußerlich- leins hat diese Leute unlängst zu Demonstratio keiten, die dem Verfasser des obzitierten Artikels nen aufgerufen, die in einigen Orten sogar zu an Henleins angeblicher Kultur- Proklamation fleineren Zusammenstößen mit der Staatsgewalt nicht gefielen. Die Form findet er unpassend. führten. Sie wird gewiß nicht verlangen, daß die Sprechchöre und Militärmärsche sind bei solch Lage der deutschen Arbeitslosen in der nationalfeierlichem Anlaß störendes Beiwerk, die den Ge- politischen Diskussion eine geringere Rolle spiele nuß beeinträchtigen. Ansonsten aber nimmt der als die Wünsche der Prager Professoren. Artikelschreiber Henlein wegen der Einladung Es ist schwer, eine Satire nicht zu schrei fremder Diplomaten und der Nichteinladung der ben. Schweigen aber wäre Verrat an unserer eigenen Regierung in den weiteren Ausführun=| demokratisch- republikanischen Aufgabe. Darumt gen, noch wacker in Schutz. Auch die Reise nach gilt diese Polemik auch nicht einer bestimmten Garmisch verzeiht er ihm großmütig, denn sie Partei und am wenigsten einer bestimmten Perfriedberger und der Porter Präsentiers war doch so harmlos unpolitisch, wie die Teil- son. Doch der Unernst und der Dilettantismus, marich! Dort, wo die Kultur zur Dienerin nahme unserer braven Hockey- Spieler und Ski- mit dem wahre Schicksalsfragen des Staates hiereiner Partei wird, höre sie auf, Kultur zu sein läufer an der Olympiade des Dritten Reiches. zulande vielfach behandelt werden, schreien zunt Wer das sudetendeutsche Kulturschaffen im Sinne Wie gesagt, zwei Drittel des Prager Henlein- Himmel. Die Wahrheit ist, daß jene Kreise, deren einer bestimmten politischen Richtung gleichschalten Vortrages betrachtet der Artikelschreiber als eine Sprachrohr der zitierte Artikelschreiber ist und wolle, leiste weder dem judetendeutschen Volk noch ganz solide Diskussionsgrundlage. Wären nicht so die nicht nur in einer Partei zuhause sind, einer der Kultur Dienste. Ein Erblühen der deutschen Kultur in der Tschechoslowakei ist nur möglich, wenn unpazifistische Militärmärsche dazu gespielt wor- ernsten Diskussion über die Grundfragen des uns die Demokratie erhalten bleibt und vervollkomm- den, ließe er wahrscheinlich über das restliche Drit- nationalen Zusammenlebens seit Jahr und Tag absichtlich aus dem Wege gehen. Wir fragen taunet wird. Fällt die Demokratie, dann wirs tel auch noch mit sich reden. aus dem sudetendeutschen Gebiet ein Ohne Neid und Parteihaß muß auch jeder sendmal: was soll aus den hungernden, verzweizweites Südtirol attivistische Deutsche diesen Ausbruch nationalen felten, im Elend versinkenden Massen im GrenzVon Dr. Neuwirths langaimiger Verteidigung Verständigungswillens mit ehrlicher Genugtuung gebiet werden? Und die Antwort: fliegende Konder Führer"-Rede sei die Behauptung verzeichnet. quittieren. Soll besagter Artikel vielleicht ein trollkommissionen gegen Ernährungsfartenbezie die Formulierungen Henleins seien eindeutig rno wohlgemeinter Wink an die deutschen Aktivisten her! Wir werfen die Frage auf: Was soll aus den sie bewiesen, daß er ein Kulturideal geformt habe, sein, daß man für gewisse Streise im tschechischen Industriefriedhöfen in den Exportgebieten werdas„ in feinem innersten Wesen demotratisch" sei. Dem Genossen Jasa will Neuwirth Lager nur auf dem Umweg über Genf, London den? Die Antwort: bei der Zuteilung des MarZur pflichtgemäßen Verteidigung des Füh- gar einreden, daß von Henlein oder von einem ver- und Garmisch- Berlin ein qualifizierter Diskus garine- Sontingents sollen die im deutschen GeZur pflichtgemäßen Verteidigung des Füh- antwortlichen Sprecher der op nie ein abfälliges ſionspartner werden kann? Diese Anregung hätte biete liegenden Betriebe noch mehr als bisher rers waren die Herren Dr. Neuwirth und Urteil über eine Rasse oder ein Volk gefällt, nie zumindestens den Reiz der Neuheit für sich. Kundt abkommandiert. Die Verteidigung war Wertunterschiede gemacht worden seien... Einen Man wird im deutschen aktivistischen Lager Henlein- Schlagwort von den sogenannten„ Demehr als schwächlich und auch schon rein äußer- kommunistischen Zwischenruf:„ Sind Sie für oder diesen Standpunkt des" Venkov" oder eines sei- nunziationen" der Linken. In solchem Falle ist lich bei Neuwirth durch die langen Zitate aus der gegen Hitler, für oder gegen die Konzentra ner politischen Redakteure ohne Aufregung zur aber die Henlein- Gesinnung so mancher Beamter tschechischen Presse, gegen die er anzufämpfen tionslager?" tut er mit der Ausrede ab, daß Kenntnis nehmen können. Ja, man fann im Ge- ein willkommener Vorwand, auch den Arbeitshatte, stark gehemmt. Sein Versuch, durch verein- das mit einer Kulturdebatte nichts zu genteil der angekündigten Diskussion mit Span- plak deutscher freigewerkschaftlicher Arbeiter und zelte hysterische Aufschreie die fehlenden Gegen- tun habe. nung entgegensehen. Der„ Venkov" möge sich un- Angestellter in Frage zu stellen. Wir fragen un argumente zu ersetzen, ging ebenfalls völlig Spaček( Nat. Ver.) befaßt sich mit den Schul- feretwegen teine Reserve auferlegen. Die Errich- zähligemale in den Spalten unserer Presse und verhältnissen im Hultschiner Gebiet, die den Anston daneben. zur ler Uhliř gaben. Spaček plädiert für die ung einer deutschen wissenschaftlichen Akademie von der Tribüne des Parlaments: wo bleibt die Nachträglich hat Herr Neuwirth in die Hen- eiserne Faust den deutschen Mitbürt wirklich eine Sache, für die nicht nur die ob- nationale Gerechtigkeit bei Vergabe von Staatsleinrede den Beweis hineininterpretieren wollen, gern gegenüber. jektive Notwendigkeit, sondern auch die Gerechtig- lieferungen und bei Neuaufnahmen in den öffent ,, daß sich Henlein mit den spezifischen Verhältfeit spricht. Das hat unsere Abgeordnete Kirlichen Dienst? Die Antwort ist ein Machnik- Ernissen im derzeitigen Deutschen Reich nich pal schon oft genug betont. Wenn sich der„ Ven- laß, der das bestehende Unrecht noch vergrößern identifiziert". Wäre auch nur die leiseste Spur Dr. Domin( Nat. Ver.) überfließt von Be fob" mit dem ganzen Gewicht seines großen Ein- will! zu einer solchen Annahme in der Rede wirklich teuerungen, daß seine Partei nationale Gerechtigkeit flusses für eine schlüsselmäßige Dotierung der Zu taktischen Zweden steigt dann zwischens vorhanden gewesen, so hätte sie der„ Venkov" anstrebe. Von Henleins Rede sagt er, sie sei die deutschen Studentenfürsorge einsetzen will, dann durch ein Diskussionsangebot über Fragen einer ficher ſchon längst entdeckt. So kann man aus die- Verkündigung des kulturellen Anschlusses an das werden ihm unsere sozialistischen Studenten da- deutschen Akademie und der Studentenfürsorge. Dritte Reich, fast aus jeder Zeile gebe die Sehnsucht für aufrichtigen Dank wissen. Nun wird man uns sen nachträglichen Interpretierungskünften nur nach der Erziehung im alldeutschen Geist hervor. Ec den Schluß ziehen, daß die SdP- Leitung an ge- ist gegen jede Beschränkung der Hochschulautonomie; aber den bescheidenen Hinweis nicht übelnehmen wissen objektiven Merkmalen erkannt hat, daß sich wenn an den deutschen Hochschulen Anlaß zu Be- können, daß das deutsch- tschechische Problem nicht Henlein mit dieser Kulturrede doch etwas zu schwerden vorhanden sei, so habe die Regierung ges nur die Fragen einer deutschen Akademie und der weit vorgewagt hat, und einen gewissen nug Mittel dagegen in der Hand. Studentenfürsorge umfaßt. Rückzug antreten möchte. Ein großer Teil der Debatte drehte sich wieder um Hen leins ,, Kulturred e". Genoffin Kirpal, die an die Herren von der Sdr eine Reihe präziser Fragen zum Thema Kultur im Dritten Reich" stellte, die sämtlich unbeantwortet blieben, hatte gegen einen ganzen Chor von Zwischenrufern anzukämpfen. Auf jeden Zwischenruf gab es eine hieb- und stichfeste Antwort. Das Haus verfolgte mit sichtlichem Intereffe diese Auseinandersetzung und quittierte den Erfolg der Genoffin Kirpal mit reichem Beifall der Linken. Kunz( BDL) hofft, daß das Gesez nicht zu einem erneuten Seelenkampf benügt wird. verkürzt werden. Der" Venkov" übernimmt das Einer Diskussion mit den deutschen Aktivisten weicht der„ Venkov" bewußt aus. Ihren totalitären Gegnern dagegen stellt er eine verständnisvolle Diskussion in Aussicht. Gelänge es diesen übergescheiten Politikern, Henlein in die Wir gestatten uns mit aller Offenheit aus Regierung zu schmuggeln, dann würden sie wieDie Vorlage wurde in beiden Lesungen an- zusprechen, daß es eine arge Spiegelfechterei wäre, der den Landbündlern und Christlichsozialen und Eingeleitet wurde die Debatte durch Zajíček ( Chr.- Soz.), der zunächst eine Reihe von Forderungenommen. Das Haus erledigte noch einige Jm die nationalpolitische Diskussion zwischen Tsche- vielleicht auch den deutschen Sozialdemokraten die gen über die Stellung der Religion im Unterrichte munitäten und nahm die Wahl der zwölf Mit- chen und Deutschen auf solche Nebenfragen zu Diskussion anbieten. Man braucht ja einen mög borbrachte und freie Entfaltungsmöglichkeit für fatho, glieder und der zwölf Ersazmänner des 28 a hI- beschränken. Es hat z. B. in der letzten Zeit der lichst geschwächten deutschen Partner in der Re lische Privatschulen verlangte. Wo teine deutschen gerichtshofes vor. Unsere Partei wird wie bekannte Machnik- Erlaß sehr viel Staub aufge- gierung. Und die höhere politische Strategie be= Schulen bestehen, müsse der deutsche Privatunterrich: bisher durch den Genossen Dr. Ha as vertreten. wirbelt. Er wird sich aus der Diskussion kaum steht wohl darin, die Reihen der eigenen Bundess gestattet sein. Dann präzisierte er Henlein gegen Ein Termin für die nächste Sizung wurde nicht ausschalten lassen. Die Partei Henleins bestreitet genossen zu beschießen, wie es seit Jahr und Tag über die Stellung der deutschen Christlichsozialen zur anberaumt. Am Abend wurden die Hand- damit ihre Agitation in hunderten Versammlun- mit Hilfe der staatssubventionierten Wolfpresse gesamtdeutschen Kultur, betonte die kulturelle Verschreiben des Präsidenten der Republik fundge- gen. Sie wird hoffentlich den Mut aufbringen, geschieht. bundenheit mit dem gesamten deutschen Volke, das Vnd das soll Staatspolitik sein? Sieht man aber nicht nur an der Spree, sondern auch an der macht, durch die die Herbsttagung der National- ihn auch dort zur Sprache zu bringen, wo ihr Donau siedle. Zu den verbindenden Elementen ge- bersammlung mit dem 29. Feber d. J. für be- plötzlich ein so weitherziges Verständnis winkt. denn nicht, wie sich an den Grenzen der Repuhöre die Sprache, die unsterblichen Werte eines endet erklärte wird und die beiden Häuser zur Er- Es würde uns sehr interessieren, vom„ Venkov" blik ein in seinen Lebensgrundlagen zutiefst erGoethe und Schiller, die Schöpfungen eines Baydöffnung der Frühjahrstagung für den 5. März zu erfahren, ob die Forderung nach dem natio- schüttertes Dreimillionenvolf in den Krämpfen nalen Schlüssel auch von deutscher Seite als be- der Verzweiflung windet, wie es mit allen Teus und Richard Wagner, nicht aber Ser Hohen Teinberufen werden. Seite 2 Samstag, 29. Fever 1936 Nr. 81 fein der Versuchung und allen Geistern der Verneinung ringt? Sieht man nicht die Schadenfreude des interessierten Ausländes, hört man nicht, wie Tag für. Tag iin Hitlerrundfunk aus dem tragisch-gefahrlich'en Tatbestand politisches Kapital geschlagen wird?- Es ist einfach nicht.zu glauben,, daß die tschechische Nachkriegspolitik, deren außenpolitischer Teil in allen Hauptstädten Europas Neid .und Bewunderung geweckt hat, ihre innenpolitischen Aufgaben mit so kleinen taktischen Mittelchen bestreiten will, wie sie in dem zitierten Artikel des„Venkov" empfohlen werden? Wer will von Diskussionsbereitschaft und Versöhnungsgeist rchen, der zugleich entschlossen ist, jeden ehrlichen Nerständigungswillen auf deutscher Seite verbluten zu lassen? Es ist nicht unsere Sache Prognosen zu stellen. Nur soviel sei gesagt: wer nicht fähig oder Willens ist,, sich mit den primitivsten Forderungen des deutschen Aktivismus äüsein- anderzuseyen, der will überhaupt keine Verständigung. Auf die Tauer wird man aber auch auf der tschcchischenRechten nicht mit kleinen taktischen Schachzügen gegenüber lebenswichtigen Proble- men auskommen, die gebieterisch nach einer Losung rufen. Rom. Marschall Badoglio telegraphiert.: Seit Donnerstag Morgen find unsere Truppen an der Erythräa-Front in Bewegung. Von der Somalifront ist nichts Besonderes zu melden, Rom. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, wird Italien bei den kommenden" Genfer Beratungen über die abeflinische"Frage nicht vertreten sein. Man erklärt die italienische Abwesenheit mit dem nicht vorhandenen Interesse Italiens an den Verhandlungen des Achtzehner-Ausschuffes. Graz. In einem Walde auf dem Schoeckl, einem fast 1500 Meter hohen Ausflugsberg der Grazer, wurden 86 Sozialdemokraten, die dort eine Zusammenkunft abhielten, verhaftet. Warschau. Der neue• tschechoslowakische Gesandte bei der polnischen Republik Dr. Juräj S l ä- v i k hat Freitag mittag dem Präsidenten der Republik Polen Moscicki sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Madrid. Arber Anordnung der Polizeidirekiion in Madrid wurden das Sekretariat und die Lokalitäten der faschistischen Partei der„spanischen Phalanx" in Madrid geschloffen. Washington. Präsident Roosevelt wird di« Einführung neuer Steuern Vorschlägen» deren Ertrag zur Finanzierung des neuen Agrarprogrammes und teilweise auch zu der Zahlung der Bons der ehemaligen Frontkämpfer ausreichen würde. Man schätzt die erforderlichen Mittel aus 766 Millionen Dollars. Schwedens Göttwalde'gegen Litwinoff. tR. F.s In der kommunistischen Partei Schwedens ist eine Spaltung eingetreten. Ein Teil der bisherigen Parteileitung wendet sich nach den von ihm ausgegebenen Mitteilungen nicht nur gegen die Einheitsfront mit der Sozialdemokratie— d. h. gegen die Anerkennung der erfolgreichen, positiven Arbeit der sozialdemokratischen Regierung—, ferner gegen die Mitgliedschaft der UDSR im Völkerbund und gegen di«. Sanktionspolitik. Das Organ dieser neuen Gruppe heißt-eigenartigerweise„Proletarische Einigung"! Es scheint, daß sich hier den Leuten vom Schlage eines Klemens Gottwald endlich, ein wirklich entsprechendes„Arbeitsgebiet" eröffnet hat.., Der Gesetzentwurf Iil Der Gesetzentwurf über die Baubewegung, den die Regierung eben dem Abgeordnetenhaus der Nationalversammlung vorgelegt hat, teilt die Materie in.sechs Hauptstücke, von denen die Hauptstücke I bis III die indirekte und die Hauptstücke IV bis Vl die direkte Förderung der Baubewegung behandeln. Nach dem Hauptstück I können Gründe st L ck e für den' Bau von Wohnhäusern, Wirtschaftsgebäuden,-gewerblichen Betriebsstätten, für öffentlichen Zwecken dienende Gebäude und für Kommunikationen, die zu diesen Bauten erforderlich sind,, enteignet werden. Die B a u e r l e i ch t e r u n H e n, welche im II. Hauptstücke enthalten sind, sollen im Interesse der Belebung der Bauunternehmung das Bau- bewilligungsversahren beschleunigen und Abweichungen von den geltenden Bauordnungen ermöglichen?^ Hauptstück III enthält Vorschriften über Steuer^ und Ge.hührenerleichte-, r u n g e n. Die wichtigste derselben ist die Befreiung der Neubauten von der Haussteuer samt Zuschlägen, welche Hausbauten mit Kleinwohnungen-und kleinen Betriebsstätten, di« im Jahre 1937 beendet wexden, auf 24 Jahre und denen, die im Jahre 1938 beendet werden, auf 23 Jahre zukommen soll. Die Gebührenerleichterung besteht in der Befreiung der Uebertragung von Neubauten von der Uebertragungsgebühr innerhalb drei Jahren nach der Bauvollendung. Nach dem IV. Hauptstück kann eine Unterstützung in der Form einer Staatsgarantie, vor allem für Hausbauten für Kleinst-" Wohnungen, ob es sich nun um Mietshäuser,: Ledigenheime, Nachtasyle- oder Familienhäuser! handelt, gewährt werden. Die Staatsgarantie.' kann auch für den Bau von Er h o lu n g sh ei-i m en, für die" Renovierungwon durch Elementar-: katastrophen beschädigten Häusern und für die! Renovierung unbewohnbarer Häuser zu Wohnzwecken erlangt werden. Subjekte dieser Unterstützung können neben Gemeinden und gemein- Klofat gegen Henlein Für Freitag abends hatte die tschechische nationalsozialistische Partei eine Versammlung auf die Slawische Insel in Prag einberufen, auf deren Tagesordnung die Stellung dieser Partei za Henlein und dessen jüngster Rede in Prag war. Bemerkenswert war, daß der Vorsitzende der Partei Klofäö selbst als Redner auftrat. Er beklagte es, daß die Deutschen nicht mehr das Volk Goethes und Herders seien und daß die Humanität unter ihnen keine Heimstätte mehr habe. Insbesondere auf der Deutschen Universität in Präg yerrsM'ein anttdenwkrütischev Geist/"tve«!t Wegen sich me Politiker' Mit den Zuständen an dieser Universität werden befassen müssen. Klo-' fäc nahm auch mit Entschiedenheit gegen jene' Kreise im tschechischen Volke'Stellung, welche" mit Henlein verhandeln wollen. Abg. Prof. Stränskh erklärte, die SdP sei geistig ein Kind der aufgelösten. Parteien, Die geistigen Führer der Tschechoslowakei seien nicht Göring und Goebbels, sondern Masaryk und Benes. Wenn die Tschechoslowakei deren Idealen treu bleiben werde, habe sie nichts zu fürchten. Die Versammlung war massenhaft besucht. ier die Baubewegung nützigen Bauvereinigungen auch Einzelpersonen sein, und zwar insoferne es sich um den Bau von Mietshäusern handelt. Die Staatsgarantie kann bis zu einem Gesamtbeträge von 300 Millionen Kö übernommen werden. Hauptstück V bringt für die Gemeinden neben der Unterstützung in Form einer Staatsgarantie auch /ine. Unterstützung in der Form eines Staatszuschusses, wenn die Gemeinden Mietshäuser für A rm e bauen. In diesem Falle kann der gesmnte Bauaufwand bis auf das Grundstück durch eine garantierte und vorhergehende nicht garantierte Anleihe gedeckt werden. Die Höhe des Zuschusses ist derart festgesetzt, daß die Darlehensannuität drei Prozent nicht übersteigt. Da auch die Gemeinden zur Verbilligung des Mietzinses in diesen Häusern einen weiteren einprozentigen Beitrag leisten, sollen, rechnet, der Entwurf damit!" daß der Mietzins der kleinsten Wohnung in diesen Häusern nicht 600 Xc jährlich übersteigen wird. Ausnahmsweise können mit dieser Unterstützung aucb gemeinnützige Bauvereine, in der Regel im Auftrage und in Stellvertretung der Gemeinden, bauen. Hauptstück VI gibt den Gemeinden und ausnahmsweise auch gemeinnützigen Bauvereinen die Möglichkeit, die Staatsgarantie und den Staatszuschuß im gleichen Umfange für den Bau von Familienhäusern und zur Beschaffung des erforderlichen landwirtschaftlichen Bodens für die Ansiedlung von Arbeitslosen zu erlangen. Hauptstück VII handelt von den Lohn- s ch i e d s g e r i ch t e n, die insbesondere zur" Schlichtung von Stritten berufen sind, die aus den kollektiven Arbeitsverträgen entstehen. Hauptstück VIII enthält gemeinsame und! Schlußbestimmungen. * Die Mieterschutz-Vorlage wurde noch nicht, erledigt, da einige Punkte innerhalb der Koalition noch bereinigt werden müssen. Hodia berichtet dem Ministerrat Prag. In der Freitag abgehältenen Sitzung des Ministerrates erstattete der Vorsitzende der Regierung Bericht über die letzten internationalen Ereignisse. Weiter referierte er über seinen Besuch in Belgrad und behandelte detailliert alle damit zusammenhängenden politischen und wirtschaftlichen Fragen. Nach durchgeführter Debatte wurde der Bericht mit Dan! und Zustimmung zur Kenntnis genommen. Genehmigt-wurden die Maßnahmen der Staatsverwaltung im-Rahmen der Feiern des '86.' Geburtstages des"Präsidenten Masaryk. Die für die Nationalversammlung vorbereiteten Gesetzentwürfe wurden behandelt und genehmigt. Gemäß dem Berichte der Wirtschaftsminister wurde der Regierungsverordnungsentwurf über die Wanderung der bisherigen Vorschriften über die Erzeugung und den Verkauf künstlicher Speisefette genehmigt; gleichzeitig wurden die Grundsätze für die Einführung einer Abgabe auf künstliche Speisefette genehmigt. Iwan Bucharin, der Chefredakteur des Re- gierungs-Zentralorgans der SSSR„Jswestija", besucht dieser Tage'die Tschechoslowakei. Heilte Ernennung Kroftas Wie in politischen Kreisen mit aller Bestimmt- heit verkantet, wird die Ernennung Dr. Kroftas zum Außenminister,«der dir eine Einigung innerhalb der Koalition bereits erfolgt ist, noch am SamStag publiziert werden. Der Präsident der Republik lud Donnerstag, den 27. Feber, die Vertreter des Gerichtswesens zum Mittagessen zu sich. AiUvesend waren: Justizminister. Dr. Ivan Derer, dis Repräfen- tanten der obersten Gerichte, der Oberprokura- turen und Obergerichte sowie auch die Vertreter des Verbandes tschechoslowakischer Richter und der Reichsgewerkschast der deutschen Richter. Keine Berschlechterung der Pensionsversicherung. Die pensionsversicherten Privatangestellten, besonders die weiblichen, sind in der letzten Zeit durch verschiedene Gerüchte stark beunruhigt worden. Diese wollten wissen, daß eine Verschlechterung der Leistungen der Pensionsversicherung unmittelbar bevorstehe. Hartnäckig erhielt sich vor allem die Behauptung, die im Pensionsversicherungs-Gesetz vorgesehene Leistung eines Ausstattungsbeitrages an weibliche Versicherte werde abgeschafft werden. An den Gerüchten ist kein wahres Wort. Für absehbare Zeit ist eine Berschlechterung der Leistungen der Petisionsversicherung nicht zu befürchten. In keiner Weise wird auch an die Wschaffung des Ausstattungsbeitrages gedacht. Beratungen der Kleinen Wirtschaftsentente. Freüag tagte die Plenarsitzung des Wirtschafis- rates der Kleinen Entente, der die Verhandlungsergebnisse der einzelnen Kommissionen, d. i. der gemischten handelspolitischen, Kommission, der Donau-, der Fremden-, der Flug-' und der Eisenbahnverkehrskommission vorgelegt wurden. Daneben wurden Fragen der Handelspolitik verhandelt. Frauen, f heraus zum Frauentag ♦ Die Schweiz beharrt auf dem Verbot der nationalsozialistischen Parteileitungen Bern. Der Bundesrat Motta empfing Freitag den deutschen Gesandten Freiherrn von Weizsaecker und überreichte ihm die vom Bundesrat in seiner Sitzung festgelegte Antwort auf die deutsche Rote vom 20. Feber. In der Antwortnote, die wörtlich nicht veröffentlicht wurde, wird einleitend anerkannt, daß die fremden Kolonien eines Landes das Recht haben, zu geselligen Zwecken züsammenzukommen. Die nätionalsozia- listische Partei, so wird in der Nöte weiter ausgeführt, habe die Eigenschaft und den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Die Leiter der Partei im Auslände, auch wenn sie im Gastlande als Privatperson angesehen würden, gelten in den Augen Deutschlands als Personen, die amtliche Pflichten und Befugnisse zu erfiillen haben. Auch ohne die Ermordung Gustloffs wäre der Bundesrat dazu gekommen, einmal die Frage zu prüfen, ob die Landesleitungen und die Kreisleitungen der NSDAP in der Schweiz tveiter geduldet werden könnten. Zum Schluß wird erklärt, der Bundesrat könne auf seinen Beschluß nicht zurückkommen. W«NhlER, FRAUEN I UND WAFFEN I ? Roman von Manfred Georg Copyright by Dr. M'anfred Georg. Prag Sie waren dort, wo sie saßen, ziemlich allein. Die Mehrzahl der Besucher drängte sich um die Tische in der Nähe des Hauses. Je länger Schumann Haydee betrachtete, Vf unter der Sonne sich wohlig reckte und mit allen" Poren fast sichtbar atmete, desto wunschloser fühlte er sich werden. Wie es ihm genügt hätte, hin "jeden Tag mft ihr hinaufzugehen, am Wege Bemerkungen über kleine Häuser, schöne Autos und putzige Hunde" zu machen und dann den hellen, reinen Gumpoldskirchner auf der Zunge zu spüren oder zu sehen, wie er in der mattbrckunen Kehl' des Mädchens in kleinen Schluckstößen hinunterrieselte. Hühner pickten an dem buschbewachsenen Abhang eifrig umher, eine Katze sprang geschmeidig auf einen leeren Stuhl neben Haydee, musierte verlangend die Speisen auf dem Tisch, krümmte den Rücken und verschwand mit einem Satz beim heraynahenden Schritt des Kellners. Ouer über den Weg zu seinen Kindern hattc sich Haydee gelagert. Er sah weit hinten in der Ferne Gabriele. Sie ging wie Haydöe. Rudol» und Theffa waren überhaupt nur weihe Schatten ohne Gesichtszüge, die so weit fort waren, daß es ganz ausgeschlossen schien, sie je zu erreichen. Haydee trug auf der linken Hand einen Ring mit einem länglichen roten Stein. Er hatte ih>" sckion oft gesehen, er war bei Ringen sehr emp kindlich. Wenn sie schlecht gefaßt waren; erregte»- sie in ihm einen Widerwillen, der fast bis zum Ekel ging. Sie bemerkte seine« Blick:„Du findest den Ring häßlich?" „Ich mag deine Hand ohne Schmuck lieber." „Ja natürlich," sagte sie, streifte den Ring ab und warf ihn, ehe er es verhindern konnte, in weitem Bogen den Hang hinunter ins Gras. Ein Huhn gackerte flatternd nach, suchte aufgeregt den an ihm vorbeigesausten Gegenstand und fand ihn nicht.„Aber das war doch nicht nötig," meinte e< beschämt. „Nötig?— Ich möchte nicht» daß du an mir etwas häßlich findest." „Um so mehr wirst du an mir häßlich finden. Ich habe zum Beispiel eine von einem Säbel ger- spalttne Schulter, Sie ist vernarbt.'Wer schön sieht es Nicht aus."— Sie ging nicht darauf ein. „Du wirst mich zu Dunaimis mitnehmen? Ich habe so viel von"ihm gelesen. Es gibt ja schon eine Biographie über ihn, nicht wahr?" „Zwei sogar. Er ist wirklich der geheimnis-, vollste Greis, den es gibt. Und der mächtigst». Obwohl viele sagen, daß er kaum noch bei Sinn-n ist. 86 Jahre soll er sein. Wenn er sterben wird, werden drei Kissen mit Orden, den höchsten der Welt, hinter thm hergetragen werden." „Ich bin schon sehr neugierig auf heut- abend. Mit einem berühmten Mann wie mit dir in einer solchen Gesellschaft..." „Wieso denn berühmt? Weil ein paar Schieber mich für einen guten Kaufmann halten?" „Ja, aber Makropulos ist doch mehr. Als Beauftragter von Dunaimis ist er eher ein Diplomat."—„Ja, wenn du die Grenzen so eng ziehst!". Sie lachte. Und Schumann mußte mitlachen Das war ihm so unheimlich, daß er abbrach. Wir lange war das her gewesen, daß er gelacht hatte. Er konnte sich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Er horchte in die Luft, als ob er der. Tönen, die schon längst verklungen waren, nachrufen wollte, zu bleiben. „Was machst du denn für ein erschrockenes Gesicht?" fragte Haydee. Er flüsterte:„Es ist so grauenhaft, mir fällt ein, ich bin doch immerzu durch die Straßen gegangen und mit Menschen zusammen gewesen, und alle haben gelacht, mir ist es aber immer nur so gewesen, als rissen sie komischerweise den Mund auf, ohne daß man etwas hörte. Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, daß man überhaupt lachen kann. In dieser Welt! Völlig unbegreiflich!" * Brüllendes Gelächter erschütterte den kleinen Festtaum, als gegen Mitternacht der Komiker und Conferencier Blaubusch, den Makropulos außer zwei musikalischen Virtuosen-Schwestern zur Unterhaltung seiner Gäste ins Imperial eingeladen hatte, die neuesten Witze erzählte. Blaubusch hatte rasch das Milieu erfaßt. Außer Ma- kropulos, Lendvai und der Fürstin Satorescu befanden sich noch eine Anzahl Herren im Raum, die man dem Aussehen nach für Gentlemen, dem Beruf nach für Bankiers und dem Benehmen nach für Gangster aus Ämerikafilmen gehalten hätte. Ferner sah man eine bekannte Gesellschaftsschriftstellerin, die zuviel Rot aufgelegt hatte und sich krampfhaft bemühte, ihren Nachbarn zu Attacken herauszufordern, einige Journalisten, mehrere Damen, die alle nur auf Adelstitel reagierten, und eine veritable Erzherzogin aus irgendeiner allen, verschollenen tirolischen Seitenlinie, die bei jedem Witz Blaubuschs ein Gebiß von gelben Pferdezähnen entblößte und heftig in die Hände klatschte. Schumann ging in dieser Versammlung prominenter Köpfe fast unter, während Haydee, in brennendes Rot gekleidet, von den Blicken bald dieses, bald jenes" Mannes auf das Schamloseste ausgezogen wurde. Sie nahm das alles nicht zur Kenntnis. Nur wenn die Fürstin Satorescu ihr mit einem kaum bemerkbaren Kopfheben zutrank, wandte sie sich etwas ängstlich ab. Es wurde viel getrunken. Außer Makropulos und Blaubusch war kaum jemand nüchtern. Beide blieben es aus demselben Grunde: Makropulos, weil er solche Symposia für die herrlichste Gelegenheit hielt, seinen Freunden und Bekannten! wirklich hinter das soignierte Benehmen des Alltags zu kommen. Blaubusch, weil er als Jude sowieso keinen Alkohol verttug, dann aber auch, weil das Honorar dieses Wends hoch war, und er für seine komplizierten Pointen einen klaren Kopf haben mußte. Er schaute verachtungsvoll Lendvai zu, der, sonst von einer geradezu furchtsamen Diskretion, zu seinem Nachbarn, einem Direktor der Oesterreichischen Kreditanstalt, so hemmungslos schwatzte, daß dieser zur Besinnung kam und unauffällig begann, sich Lendvais Worte zu notieren. Als Makropulos dies merkte, kam er langsam heran, schob Lendvai freundschaftlich zur Seite, ging vertraulich plaudernd mit ihm zur Tür hinaus und kam nach tvenigen Minuten allein wieder herein. Immer ungezwungener rollte das Programm ab. Mit innigem Vergnügen bemerkte Blaubusch, wie sich Makropulos an Lendvais Stelle neben den Direktor setzte, der das Manöver als solches gar nicht bemerkt hatte. Der Grieche hatte den andern mit Scherzen und heftigem Zugreden in kurzer Zeit syweit, daß er ihm die Notizen, die er sich gemacht hatte, zeigte. Als er gerade eine neue Zigarette begann, gab ihm Makropulos so ungeschickt Feuer, daß er an das Notizblättchen geriet und es anbrannte. „Sie stecken mich Wohl in Brand," stotterte der Direktor und drückte das drewiertel verkohlte Papier zusammen.„Sie sind ja ein feuriger Herr, kein Wunder, wo ich so viele schöne Frauen hier sehe. Das macht heiß." „Wein löscht, mein Lieber," eiferte Makropulos ihn an,„werden Sie mir nun endlich glauben, daß es Unsinn ist, sich von Vickers nichts zu borgen. Warum weigern Sie sich?"— Der Direktor stieß lange und gründlich auf: „Wie schlecht Sie informiert sind! Furchtbar schlecht!" „Ja, leider diesmal," zuckte Makropulos bedauernd die Achseln. (Fortsetzung folgt.) Nr. 51 Samstag, 29. Feber 1936 Srite 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Freigewerkschaftlicher Sieg Brief an den Zeitspiegel Gendarmerie als Arbeitsvermittlerin Ein Vertrauensmann schreibt uns: In Dörfel bei Friedland i. B. wurde im vorigen Jahr ein Bergbaubetrieb eröffnet. Der Bruttolohn beträgt dort für einen verheirateten Arbeiter 16 Kč pro Tag. Dieser Lohn bei ostböhmischer Betriebsausschuß- Wahl bejahend!"). Ich werde Ihnen das Gegenteil be- erschien jedoch der Betriebsleitung noch zu Am 24. Feber wurde bei der Firma Buhl in Schazlar die Betriebsausschußwahl durchgeführt. Die„ Union der Tertilarbeiter" erhielt 103 Stimmen, während die völ= kische Gewerkschaft nur 62 Stimmen erzielen fonnte, obwohl sie bei der Einreichung der Liste mit 76 Unterschriften aufgewartet hatte! Nun erhoben die Völlischen gegen diese Wahl, deren Ergebnis ihnen begreiflicherweise sehr unangenehm war, Einspruch und setzten auch tatsächlich für den 26. Feber eine zweite Wahl durch.( Unterdessen sollten wohl die Irregeführten" zur„ Bejinnung" ge= bracht werden.) Am 26. Feber marschierten auch noch sämtliche Angestellte, die bei der ersten Wahl nicht mitgestimmt hatten, zur Urne. Und das Ergebnis? " Die völkische Liste erzielte 74 Stim men, also ein Plus von zwölf Stim men, während die„ union der Tertilarbeiter" nunmehr mit 133 Stimmen, also einem Plus von dreißig Stimmen, aus der Wahl hervorging. Und die größte Ueberraschung: durch diesen ihren großen Stimmenzuwachs in nerhalb zweier Tage konnte die Union den Gegnern noch ein weiteres Mandat abneh men! Die gesamte sozialistische Arbeiterschaft unjeres Landes beglückwünscht die Schazlarer Tertilproleten zu diesem unbestreitbaren Sieg! Fragen, die nicht beantwortet wurden Genossin Kirpal stellt die SdP- Abgeordneten Was sagt Henlein zur Hitler- Kultur? Der Versuch der Henlein- Leute, in der Kam-[ gewendet) Ihre ganze Volfsgemeinschaft in merdebatte am Freitag die Genossin Kirpal durch Brüche gegangen."( Zwischenrufe: ,, Wieso?" Lärm zu stören, hatte ein klägliches Ergebnis: Sie erhielten auf jeden Zwischenruf die treffende Antwort, als sie aber auf flare Fragen Antwort geben sollten, drückten sie sich. Genossi: Kirpal erinnerie daran, daß die deutsche Deffentlichkeit wegen der Vorlage aunächst start beunruhigt war, weil man anneh men mußte, daß eine Zwangseingliederung bieler Kinder in an derssprachige Schulen erfolgen könne. Diese Beunruhigung hat sichh nun gelegt. Bis jetzt war es so, und das ist unvereinbar mit den demokratischen Grundsäßen, daß kapitalskräftige Eltern die Möglichkeit hatten, ihre Kinder dem öffentlichen Schulunterricht zu entziehen. topfgericht!" Heiterkeit) und dabei auch geistige So st zu übernehmen. Wie stehen Sie zum Völkerfrieden und zur Völ terberföhnung( Neuwirth: Unbedingt weisen! Ich habe das„ V ö Itische Jahr hoch. So suchte man statt der älteren Arbu dh" studiert, das durch drei oder vier Jahre als beiter jüngere Menschen für einen Tagelohn Lehrbehelf in Ihren Turnvereinen benüßt von 12 Kč brutto einzustellen. Obwohl der und erst vor etwa zwei Monaten von der Staats- Betrieb nur im ,, Kleinen" geführt wird, waren anwaltschaft beschlagnahmt wurde. In doch nicht immer genügende Arbeitskräfte diesem Buche die Rednerin zitiert wörtlich unter Angabe der Seitenzahl gibt es ein Gelöbnis, für für diesen hohen Lohn zur Verfügung. Doch den Wiederaufstieg einzustehen gegen die Grenz- die Betriebsleitung weiß sich zu helfen. Sie pfähle in diesem Lande"; denn die Zeit der Be- wendet sich an die zuständige Gendarmefreiung muß kommen und wehe jenem Volke, das rie- Station in Kunersdorf. Und diese sich mehr genommen, als ihm zutam; an ihm wird hilft auch. Unter dem Hinweis, daß sonst sich ein furchtbares Schicksal rächen". Die Rednerin der Entzug der Unterstützung zitiert weiter, immer wieder von SdP- Zwischen droht, vermittelt sie die von der Betriebsleirufen unterbrochen, die Reichszeitung der deut- tung angeforderten Arbeitskräfte! Die Beschen Erziehung" und daraus einen von Hitler berfaßten Artikel, in der der Jugend das Gehorchen triebsleitung braucht nur mitzuteilen:„ Wir als großes Erziehungsideal gepredigt wird. 3um brauchen morgen drei Arbeiter," so stehen Schluß stellt Genossin Kirpal fest, daß fürzlich aus schon am anderen Morgen prompt drei neue dem Namen der Leipziger pädagogischen Bentral Arbeiter da. Allerdings muß gesagt werden, Namen bücherei, der Komenius- Bücherei, der die von der Gendarmerie geschickten ,, komeniu 3" ausgemerzt wurde, was über Leute nicht immer eingestellt wurden, denn deutlich den Kultur-" und Erziehungs"-Weg des manche waren nicht kräftig genug. Ja, von der SdP bewunderten Dritten Reichs kenn- für 12 Kč Brutto- Tagesverdienst kann man zeichnet. doch auch etwas verlangen! " Deutschlands Weg der Erziehung geht über Bomben und Gewehre. Wir wollen in Freiheit und Demokratie eine freie Schule, die den jungen Menschen zum Fortschritt, zum Bölferfrieden und zur Völferverständigung erzieht!" Gestapo- Beamter in Bodenbach verhaftet Weil Ihr Kamerad Arbeiter und Ihr Kamerad Arbeitsloser nicht hineindurfte, denn erstens haben diese gar keine Einladungen für diese Kundgebung bekommen und zweitens hätten Wie wir in Erfahrung bringen konnten, wursie auch nicht über den dunklen Anzug verfügt, den am Donnerstag in Bodenbach bei ihrer Anden Herr Henlein wünscht, wenn er eine ful- funft mit dem Berliner Schnellzug zwei Personen turelle Kundgebung vorliest. in Haft genommen, von denen der eine ein BeamEins ist an dieser Kundgebung erfreulich: Henter der Berliner Gestapo ist. Es soll der Tein hat ein offenes Bekenntnis begründete Verdacht bestehen, daß er in besonderer zum Dritten Reiche abgelegt.( Wider- Mission in die Tschechoslowakei entsendet wurde, spruch). Allerdings lüftete er die Maste nur und zwar zum Zwecke der Bespielung hier halb; jedoch er identifizierte sich mit Goebbels, weilender Personen. Göring und Hitler, gleichzeitig aber auch mit einem Streicher.( Zurufe: ,, Wieso denn?") Er hat doch die Besetzung der Lehrkanzeln an den hochdeutschen Hochschulen mit ausschließlich völfischen Professoren und die Ausschaltung artfremder, d. h. nicht rassenreiner, Lehrkräfte verlangt. Gefehlt hat lediglich, daß er noch die Prüfung auf die arische Großmutter verlangt hätte! Nicht lange vorher hat ja Herr Dr. Hodina verlangt: Weg mit allen jüdischen Direktoren. Gestern aber hat sich Herr Karmasin auf die tiche choslowakische Verfassung berufen und ihre Einhaltung verlangt. daß Unsere Volksgemeinschaftler, die ja auch ihre eigene Arbeitsvermittlung haben, freuen sich über den neuen Konkurrenten. Denn er besorgt diese Arbeit ganz in ihrem Sinne. Die Maßnahmen der Regierung und der gesetzgebenden Körperschaften aber werden so illusorisch gemacht. Sollte die Gendarmerie wirklich kein anderes Betätigungsfeld haben? Es wird wirklich höchste Zeit, daß die obligatorische Arbeitsvermittlung unter Kontrolle der Gewerkschaften Gesetz wird. Sonst werden alle gesetzgeberischen Maßnahmen, wie Sicherung der Kollektiv- Verträge und das Recht der Arbeitslosen, Arbeit, die nicht zu Vertragslöhnen oder ortsüblichen Löhnen entlohnt wird, abzulehnen, zunichte gemacht. Der Henleinpropaganda aber wird täglich neues Wasser auf ihre Mühlen geleitet. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 1. März, 14.30-14.45 Uhr: Charlotte Masaryk( Hans Licht wit). Mittwoch, 4. März: 18.20-18.40 Spanien hat gewählt( Josef Ka ut), Freitag, 6. März, 6. März, 18.35-18.45 Uhr: Aktuelle zehn Minuten, Spina aus dem deutschpolitischen Arbeitsamt ausgetreten. Wie mitgeteilt wird, hat Minister Spina seine Stelle als Vorsitzender- Stellvertreter des deutschpolitischen Arbeitsamtes.niedergelegt. Dieses Amt ist eine gemeinsame Einrichtung aller judetendeutschen nichtmarristischen" Parteien, welches diese Parteien mit politischem Material beliefert. Der Leiter des Amtes war lange Jahre der jetzige SdP- Abgeordnete Kundt. In der leßten Zeit häuften sich die politischen und finan ziellen Schwierigkeiten der ganzen Einrichtung, die überallhin Bettelbriefe aussandte mit der komischen Begründung, daß durch die Zersplitterung des deutschen Parteienwesens. d. H. durch den Wahlausfall vom 19. Mai, die Mittel, die dem Amt geber zur Verfügung gestanden waren, geringer ge- W. Brügel). worden sind. Dieses Rundschreiben war vom Minister Spina ebenso unterschrieben, wie von Konrad Henlein, die beide Vorsitzende- Stellvertreter des deutschpolitischen Arbeitsamtes ge= Wie stellt sich Herr Henlein zu der deutschen wesen sind. Nun hat Minister Spina aus den Unkultur der Bücherverbrennungen?| politischen Gegensätzen, die im Arbeitsamt herrschWie stellt sich Herr Henlein zu dem Verten, die Konsequenz gezogen und es bleibt abzujagen deutscher Wissenschaft- warten, ob auch der Bund der Landwirte als ParMeine Herren, Hand aufs Herz: Wenn Sie die ler, Gelehrter, Profefforen, sozialistisch und frei- tei das deutschpolitische Arbeitsamt berläßt. Möglichkeit gehabt hätten, an der leg Uhlir im Sub- heitlich denkender Lehrer und anderer Menschen? fomitee mitzuarbeiten und die Aenderungen erzielt Verurteilt Herr Henlein, verurteilen Sie, „ Ich hatte in den zivei letzten Kulturdebatten im Ausschuß Gelegenheit, Tatsachen als Beweise dafür anzuführen, daß es trotz wiederholter Zusicherungen früherer Schulminister einen Seelenfang auf anderssprachige Kinder gibt. Wir halten diese Beschwerden aufrecht und wollen unser Bemühen nach wie vor darauf richten, daß diesem Uebelstand abgeholfen wird. Bis heute müssen noch 321 deutsche Schulkinder privat unterrichtet werden, weil in ihrem Wohngebiete feine öf= fentliche deutsche Schule zu verzeichnen ist. Darum haben wir unsere ganz Tatkraft darauf verlegt, die ler Uhlič so zu gestalten, daß diesen Kindern der Unterricht auch weiter gesichert bleibt. Herr Kollege Karmasin hat uns gestern wegen der im Subkomitee geleisteten Arbeit verhöhnt. Dabei befindet er sich jedoch in der Beurteilung des Gesetzes mit seinem Klubkollegen Hodina in Widerspruch, der seinerzeit erklärte, er freue sich, daß der leg Uhlič alle Giftzähne ausgebrochen worden sind. Der eine Herr verlangt also die Einhaltung der demokratischen Verfassung, der andere rennt gegen dieselbe Verfassung an, nämlich gegen den Paragraph 106, der Ausnahmen des Standes, der Religion und der Geburt nicht zuläßt. Beantworten Sie uns klipp und klar folgende Fragen: moral werde? Der erdichtete Wilderer- Ueberfall. Ein Drahowizer Heger hatte, wie wir berichteten, bei der Genwas meine Herren, die Konzentrations= hätten, die tatsächlich durchgeführt wurden darmerie angezeigt, daß er mit drei Wilderern in hätten Sie da für ein großes Wesen daraus gemacht lager oder erklärt er sich auch damit solidarisch, ein heftiges Feuergefecht verwickelt worden in Ihren Zeitungen und in der aleichgeschalteten daß Räubermoral zur Staats- fei. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben nun, Provinzpresse! Da wäre gestanden: Ein großes Verdaß der Heger den dramatischen Ueberfall mit allen dienst der Sudetendeutschen Partei. Sie mußte erst Herr Henlein hat jetzt nicht mehr die Ausrede, seinen Einzelheiten frei erfunden hatte, um von kommen, um das Deutschtum zu retten! In Wirt- daß er keine Gelegenheit gehabt hätte, die reichslichkeit haben Sie daran nicht mitarbeiten können. deutschen Verhältnisse kennen zu lernen. Er war in sich reden zu machen. Er wird sich wegen Irre sondern nur die Mitglieder des Subkomitees und Aachen und in München, hatte die„ Ehre", mit führung der Behörden vor Gericht zu verdarum bleiben die Aenderungen deren Verdient. Wir Herrn Hitler zu speisen( 3wischenruf:„ Ein& i n- antivorten haben. h..ben im Kulturausschuß die ganzen Jahre hindurch. auch als wir noch in der Opposition standen, nur unsere Arbeit für die Förderung des deutschen Kulturwesens und des Kulturwesens überhaupt fortge= setzt, eine Arbeit, die wir bereits im alten Oester reich begonnen haben. Für uns war es selbstverständlich, daß diese Arbeit unter feinen Umständen eine Unterbrechung erfahren dürfe." Vichfuttermangel gefährdet Kleinbauern Zahlen sprechen Sonntag, 8. März, 14.30-14.45 Uhr: Wieviel Bücher werden bei uns gedruckt?"( Dr. J. Bundesturnfest- Informationen! S R ATUS Die erste dest a schrift mit Bildern vom Bundeswintersporttag in Joachimsthal ist in Vorbereitung. Vereine, welche noch nicht bestellt haben, müssen das bis spä= testens 10. März tun, da nur soviel Stück in Drud gege= ben werden, als von den Vereinen bestellt wurden. Voraussichtlicher Umfang 30 bis 32 Seiten, Preis Kč 2.-. Aus dem Bergstädtchen Närschan im Böhmerwald meldet uns die dortige Vereinsleitung: Wir geben für das Bezirksturnfest in Tachau und für das Bundesfest eine eigene Werbeschrift heraus. Eine besondere Hausagitation für das Buns desturnfest wird im kommenden Monat durchgeführt. Kaiz 容 In den westböhmischen Bezirken hat die Bezirk Elbogen, Ortsgruppe A Itsatt I: Als Genoffin Kirpal hierauf auf die letzte zweijährige Mißernte zu großen Schäden im leß- Viehstand vor den Mizerntejahren bei 21 Land,, Kulturrede" Henleins im Prager ten Jahre fast zu einem vollständigen Ausfall wirten 59 Rinder, derzeit 35, abverkauft infolge Der erste Bezirk ist mit seiner Meldung für die Deutschen Haus übergeht, scharen sich die SdP des wichtigsten Viehfutters geführt. Die Preis- Futtermangel 24. attive Beteiligung zum 3 Bundesturnfest fertig! Abgeordneten um die Ministerbank und bemühen überhöhung der Futtermittel, macht es nahezu Ortsgruppe Nallesgrün: Viehstand Der 8. Bezirk im 5. Kreise( Seestadtl) meldet: sich krampfhaft, die Genossin Kirpal durch un- unmöglich, daß diese landwirtschaftlichen Schichunterbrochene Zwischenrufe aus dem Konzept zu ten den zur Erhaltung ihres Viehstandes not- vor den Mizerntejahren bei 14 Landwirten 37 Wir sind mit der ersten Arbeitsaufs bringen. Wiederholt vollführen sie einen derarti- wendigen Futtermittelbedarf zukaufen können. Rinder, derzeit 22, abverkauft infolge Futter- 9 a bez um 3. Bundesturnfest fera gen Straw a I l, daß der Vorsitzende mehrmals Die so erzwungene Einschränkung des Viehstan- mangel 15. Drei Kleinlandwirte mußten ihr ein- ig und melden nachfolgend vereins- bezw. bezirksa mit der Glocke eingreifen muß. Es gelingt ihnen des führt zu einer Zerstörung fleinbäuerlicher 3iges Stück Vieh verkaufen und sind derzeit über- weise unsere attive Beteiligung. nicht, die Rednerin mundtot zu machen, sondern Existenzen. Die nachstehenden Ergebnisse einer haupt ohne Vieh. Bezirk Teplit, Ortschaft Sensomit: sie müssen im Gegenteil auf jeden Zwischenruf Erhebung, die der Zentralverband der deutschen schlagfertige Antworten und entsprechende Ab-| Kleinbauern und Häusler bei einer kleinen An- Hier hatten früher die Kleinlandwirte etwa 50 fuhren einstecken. Genossin Kirpal nennt die zahl seiner Ortsgruppen veranstaltete, geben ein Stühe, derzeit 28, abverkauft infolge Futterganze Aufmachung der Kundgebung eine Goebbel- deutliches Bild der unheilvollen Entwicklung: Be- mangel 22. sche, einen großen Zirkus, wobei nach reichsdeut zirk Ne u det, Ortsgruppe SchindIwald: schem Muster SA- und SS- Ordner den Dienst geregelt haben. Auf Protestrufe der SdP stellt sie fest, daß es tatsächlich Ordner mit roten Armbinden und Abzeichen, daneben aber uni formierte SS Ordner in weißem Hemd und schwarzer Krawatte gegehen hat. Von drüben sind auch die preußischen Feld mebel kommandos übernommen worden. ,, Bei dieser Kundgebung ist( an die SdP Bezirk Elbogen, Origruppe Schlag= Viehstand vor den Mißerntejahren bei 26 Mitgliedern 38 Rinder, derzeit 22 Rinder, abver- genwald: 70 Kleinlandwirte verkauften infauft infolge Futtermangel 16; außerdem wurde folge Futtermangel 94 Rinder, zwei Pferde und 78 Biegen. der frühere Stand von 3 Schweinen gänzlich ausgelassen. Bezirk Tachau, Ortsgruppe Is ch a u: Viehstand vor den Mißerntejahren bei 21 Landwir ten 57 Rinder, derzeit 34, abverkauft infolge Futtermangel 23. Diese Zahlen sprechen für sich selbst. Eine weitere Ausdeutung ist überflüssig, aber es muß die Frage aufgeworfen werden, ob man weiter die Viehzucht der Kleinbauern so zugrunde gehen las= sen soll. . Erwachsene Kinder Hohenofen Kommern Kunnersdorf Seestadtl Trupschiz Udwitz Ullbersdorf 45 50 . a 10 20 0 35 30 27 36 47 58 • 32 88 9 27 60 15 Neudorf im Erzgebirge. 50 Hareth 40. 5 B Der 8. Kreis im 5. Bezirk stellt 293 Erwachsene 332 Kinder für die Freiübungen. und Der Termin für diese Meldung läuft erst am 15. März ab. Seite 4 Samstag, 29. Feber 1936 Jagesneuigkeiten ECC Hat Herr Dr. Neuwirth Sandners Geburtstag gefeiert? In seiner gestrigen Parlaments- Rede leiftete sich Dr. Neuwirth von der SdP in einer Zwischenbemerkung einen ganz unqualifizierbaren Angriff auf die sozialdemokratischen Abgeordneten, der in seiner ganzen Erbärmlichkeit angeprangert zu werden verdient. Dies umso mehr, als Herr Dr. Neuwirth, von Genossen Zischka in Zwischenrufen zur Richtigstellung aufgefordert, zwar seinen Irrtum einbekannte, aber nicht das leiseste Wort der Entschul. digung fand. Der Kommunist Appelt, der dem Herrn Dr. Neuwirth aus zahlreichen Kontraversen sicher sehr gut bekannt sein muß, hatte in einem Zwischenruf irgend eine Anspielung auf den guten Wein gemacht, dem Herr Dr. Neuwirth die Inspiration zu seiner Rede zu verdanken haben dürfte. Neuwirth reagierte darauf mit den Worten: Besoffen wurden nur die sozialdemokratischen Abgeordneten, welche zu uns agitieren kommen, denn sie! vertragen den Wein nicht." Das wäre ein Fall für den Professor Freud. Wieso läßt sich Herr Dr. Neuwirth ausgerechnet an den Sozialdemokraten 4.P 4.P Die Amnestie in Spanien Unter den von der neuen spanischen Regierung freigelassenen etwa 20.000 politischen Häftlin gen befinden sich zumeist Sozialisten und Kommunisten, die seinerzeit den blutigen Bürgerfrieg entfesselt hatten, und die sich nun auf unserem Bilde zu einem Demonstrationszuge formieren. Dem Aeltestenrat der Kammer liegt bereits ein Ge06125 such vor, die Auflösung um einen Tag zu verschieben und am Sonnabend, den 14. März, vorzunehmen. Der sogenannte Kirchenzehent, der seit Jahrhunderten eine wichtige Einnahmsquelle der englischen Pfarrgeistlichen abgegeben hat, soll abgeschafft werden. Ein dahingehender Gesezesantrag wird dem englischen Parlamente kurz nach Ostern vorgelegt werden. die But aus, wenn ein Kommunist ihn Garmisch- Partenkirchen, die stellenweise im natio- Tag ihr Abgeordneten- Dasein vorläufig abschließen. reizt? Ist der Haẞkomplex gegen die Sozis bei nalsozialistischen Sinne gefärbt war, ins Auge geihm so entwickelt, daß er ganz automatisch nur faßt worden. in ihnen die Urheber vermutet, wenn ihm was Unangenehmes zustößt, oder hat er den Zwi schenrufer nur verkannt? Gegen die letztere zunächst naheliegende Annahme sprechen leider auch sehr triftige Gründe: Neuwirth ist unseres Wissens nicht turzsichtig. Er kennt aus Auseinandersetzungen im Parlament sicher alle unsere Genossen, aber ebenso sicher auch die paar deutschen Kommunisten, die mit ihm schon manchen harten Strauß ausgefochten haben. Steiner unserer Genossen stand auch nur in der Nähe, als Appelt seinen Zwischenruf machte, feiner sieht ihm auch nur ähnlich. Die britischen Gewerkschaften gegen den getarnten Nazisport. Der Generalrat der britischen Gewerkschaften nahm eine Dentschrift seines Generalsekretärs Sir Walter Citrine über die er ſtartende Hitlerpropaganda in England zur Kenntnis. Citrine jetzt sich insbesondere mit der nationalsozialistischen Propaganda auseinander, die unter dem Deckmantel des Sportes von Und trotzdem diese Verwechslung? Auch Deutschland in England, aber auch in anderen Professor Freud hätte vergebens nach ihrer Ländern, getrieben wird und protestiert gegen die eigentlichen Ursache gesucht. Auch für den scharf- Tätigkeit des reichsdeutschen Sportführers Linde sinnigsten Grübler kann es da nur eine einzige mann. In scharfen Ausdrücken wendet sich dann natürliche Erklärung geben, wollen wir den Fall der Führer der Gewerkschaften gegen die natio nicht als hoffnungslos in das Reich der meta- nalsozialistische Rassendoktrin und gegen die Abphysischen Dinge verweisen: Hat Herr Doktor haltung der olympischen Spiele in Deutschland, Neuwirth vielleicht des Nachts vorher die feucht- an welchen teilzunehmen, sich jeder Kulturbürger fröhliche Feier mitgemacht, mit der SdP- KameNaziflucht aus Polen. Englische Blätter beraden den 31. Geburtstag ihres Klubvorfizen- richten, daß jüngst 400 Nazis polnischer Staatsden Sandner begangen haben? Es würde bürgerschaft über die schlesische Grenze ins Dritte uns wirklich ein Stein vom Herzen fallen, wenn Reich geflüchtet sind. Das geschah nach der AufHerr Dr. Neuwirth uns dies bestätigen könnte lösung ihrer Partei durch die polnische Regierung. und so doch noch der Beweis zu erbringen wäre, Diese Partei hatte rund 5000 Mitglieder, die daß selbst eine so unlösbar scheinende Verwechs- natürlich militärisch ererziert wurden. Gegen die lungsgeschichte letzten Endes doch auf ganz Führer und Instruktoren schwebt eine Unternatürliche Weise ihre Erklärung fin- fuchung wegen Hochverrat. Die Flüchtlinge waren den kann... Sicher würden die beleidigten Ge- zum Teil mit reichsdeutschen Waffen versehen. nossen dann auf jede Genugtuung gern verzichten! Der Doppelmörder von Königsfaal, Georg Béro, ist Freitag früh im Prager allgemeinen Stranfenhaus gestorben. Ein erschütterndes Dokument sozialen Elends Tiefert ein Prozeß, über den aus Ungarn berichtet wird. In Debreczin stand ein Dienstmädchen Julia Balga wegen Diebstahls vor Gericht. Sie hatte das Gebiß ihrer Herrin gestohlen und gab die Tat auch ohne weiteres zu. Auf Vorhaltungen des Gerichtes, daß das Gebiß für sie doch völlig wertlos gewesen sein muß, gab sie als Motiv der Tat Rache an. Sie habe in ihrem Leben schon mehrere Stellen gehabt, aber nirgends sei sie so schlecht behandelt worden. Vor allem hätte sie fast immer hungern müssen. Sie wußte, daß ihre Herrin ohne das Gebiß nicht essen könnte; sie habe es gerade darum gestohlen, damit auch diese einmal die Qual des Hungers kennenlerne. Troß dieser menschlich durchaus verſtändlichen Zusammenhänge verurteilte sie das Gericht zu drei Monaten Gefängnis, allerdings mit Bewährungsfrist. Denkmal für Pawlow. Der Rat der Volkskommissäre hat beschlossen, dem verstorbenen weltberühmten Wissenschaftler Pawlow auf einem im Zentrum Leningrads gelegenen Play ein Dentmal zu errichten. Das erste Leningrader medizinische Institut wird seinen Namen tragen und die Akademie der Wissenschaften wurde beauftragt, di. Werke des Gelehrten in russischer, englischer, französischer und deutscher Sprache erscheinen zu las fen. Das Gehirn Pawlows soll im Moskauer Institut für Gehirnforschung aufbewahrt werden. Der Witwe Pawlows wurde durch den gleichen Beschluß eine monatliche Rente von 1000 Rubein zuerfannt. Schmiegers Sturz. Professor Wilhelm Schmieger, der bekannte Ansager der österreichischen Rundfunkgesellschaft Ravag, hat auf alle seine sport lichen Funktionen verzichtet, um seiner Suspendies rung zu entgehen. Diese Suspendierung war in jolge jeiner Reportage von der Olympiade in schämen solle. Nr. 51 Cheyenne- Indianern überfallen worden war. Ohne das rechtzeitige und tollfühne Eingreifen des jungen Anaben wäre es den Cheyenne- Indianern gelungen, den ganzen Stamm Kaw hinzumorden. Curtis' Karriere war sehr romantisch. Nachdem er einige Zeit Straßenverfäufer in New York gewesen war, wurde Curtis als Sechzehnjähriger Jockey und gewann im Jahre 1876 bei den Jubiläumsfeiern das berühmte Rennen in Kansas City. Hierauf war er zwei Jahre Zeitungsreporter, gab aber diesen Beruf auf, um sich dem Studium der Rechte zu widmen. Im Jahre 1892 wurde er in das Repräsentantenhaus und im Jahre 1907 in den Senat ge= wählt. Vizepräsident der Vereinigten Staaten war er in den Jahren 1929-1933 unter der Präsidentschaft Hoovers. Aftapowo nach 25 Jahren. Acht Tage verbanden die bis dahin fast völlig unbekannte fleine Station Astapowo mit dem Namen des Grafen Leo Tolstoj und machte sie berühmt. Jetzt heißt diese Station „ Leto Tolstoi", denn die letzten sieben Tage seines Lebens verbrachte der große russische Dichter auf dieser Station, in der Dienstwohnung des Stationsvorstehers Osolin, und dort hat er auch seinen Tezten Atemzug getan. Das Sterbezimmer Tolstojs ist nun in ein Tolstoimuseum umgewandelt worden. Es ist dort alles genau so erhalten geblieben, ivie bor fünfundzwanzig Jahren am Sterbetage des Dichters, und es fehlt nicht die geringste Kleinigkeit, auch nicht die Medizinflaschen und die Sauerstoffballons, ja sogar die von Tolstoj zerrissenen Papierschnigel liegen noch dort, wo er sie hingeworfen hat. Am 20. November, am 25. Sterbetage des Dichters, wurde in diesem Stationsgebäude, im Gang, der sich dem Sterbezimmer anschließt, eine Ausstellung eröffnet, die sich ausschließlich auf jene legten sieben Tage des Lebens von Tolstoj bezieht, auf die Zeit also, die er in Astapowo verbracht hatte. Alle in Astapowo eintreffenden Züge bleiben etwas länger stehen, um den Reisenden Gelegenheit zu geben, diese Ausstellung völlig kostenlos übrigens 811 besichtigen. Man sieht neben Photographien und Die weißen Zwerge im All. Der ungewöhnlichste Zeichnungen, die alle Episoden aus diesen sieben Stern, der bis jetzt bekannt ist, wurde kürzlich von Tagen wiedergeben, auch noch den Text der dechiffDr. G. P. Kuiper des Havard College- Observatorierten Telegramme, die sich die damaligen Behörden riums studiert. Er ist nur ein Achtel der Erde groß anläßlich der Flucht Tolstois und seiner Erkrankung und doch soll sein Gewicht nahezu eine Million mal in Astapowo zusandien. Die Telegramme sind zum soviel als das der Erde betragen. Sterne gleich die Teil erschütternd. So depeschierte z. B. der Chef ſem werden weiße Zwerge genannt. Dieses ist der der Kreisgendarmerie seinem nächsten Untergebenen: sechste, der bis jetzt entdeckt worden ist. Der erste war „ Telegraphiert, wer erlaubte Leo Tolstoj Aufenthalt der um den leuchtenden Sirius kreist. im Stationsgebäude Astapoivo in einem Raum, der der Stern, Jeder Kubikzoll dieses Sterns wiegt eine Tonne, nicht zur Krantenaufnahme bestimmt. Gouverneur das ist sechshundertmal weniger als Dr. Kuipers hält nötig Maßnahmen, zur Weiterbeförderung in Stern, aber niemand glaubte es, als Dr. Adams vom Krankenhaus oder ständigen Wohnort. Befehle un Mount- Wilson- Observatorium 1914 diese Ent- unterbrochen in Astapowo zu sein. Kommandiert deckung machte. Vielleicht ist das Bemerkenswerte an dorthin fünf Gendarmen. Telegraphiert Zustand des Dr. Kuipers Stern die ungeheure Anziehungskraft, Kranken." Der Gouverneur von Tambow telegradie dieser Stern auf jeden Körper, der in seine Nähe phierte dem Gouverneur von Rjabani, zu dem Astakäme, ausüben würde. powo gehört:„ Wenn Hilfe nötig, tann Polizei und Das Land, wo Großmütter Sti laufen. In Landjäger entsenden." Der Gendarmerie- UnterMontenegro ist das Stilaufen so populär und ver- offizier aus Astapowo telegraphierte wiederum dem breitet wie sonst nirgends auf der Welt, nicht einmal Bostenältesten von Dantow, das in der Nähe liegt: in den standinavischen Ländern. Jeder Weg außer Erivarte euch in Astapowo bewaffnet und mit Pa halb der Dörfer wird auf den Brettern zurückgelegt, trcnen versehen." Die Eisenbahnverwaltung beabund es ist keine Seltenheit, daß 70 und 80 Jahre sichtigt übrigens, das historische Stationsgebäude, alte Frauen weite Entfernungen auf Stiern zurück- das unter Kulturdenkmalschutz steht, im Stile der legen, wobei jie auch noch Lasten auf dem Rücken Zeit zu restaurieren und dem Museum eine Bibliotragen. Die alten Damen von Montenegro sind sehr thet anzugliedern, die ausschließlich Werke Tolstojs geschickte Stiläuferinnen, und man hört nur sehr und über Tolstoj in allen Sprachen enthalten wird. selten von Unfällen. " Eine neue Berrücktheit. In der riesenhaften Bor- Arena Madison Garden( New York) fand vor einigen Tagen eine Veranstaltung statt, die eigent lich nicht hierher gehörte. Es handelte sich um ein Bridgeturnier, das von Tausenden von Besuchern mit lebhaftem Interesse verfolgt wurde. Die Karten wurden dabei feineswegs auf einen Bridgetisch gea legt, sondern erschienen, sieben Meter groß, auf besonderen Tafeln. Die Spieler selbst saßen in einem Nebenraum, unsichtbar den Zuschauern. Der Spiela verlauf wurde telephonisch durchgegeben, und auf Grund der Weisungen wurden die SpielkartenTafeln entsprechend angeordnet. Grossist von Federkielen. Niemand würde glauben, daß sich auf der Welt noch jemand mit der gewerbsmäßigen Herstellung von Federfielen befaßt. Es gibt aber einen Erzeuger dieser Ware. Es ist Veinliche Begrüßung eines Berliner Nazi- ein gewisser S. Grey Barion in Peckham in Engprofessors in Warschau. In der Warschauer Ge- land, der jährlich viele Tausende von Federkielen sellschaft der Akademiker hielt als Gastredner der herstellt und sie in die ganze Welt versendet. Die Berliner Universitätsprofessor König einen Vor- Aristokraten unter den Federfielen find jene aus trag, bei dem es zu Tumultszenen fam. Als Pro- Schwanenfedern, von denen einer auf etwa fünf bis fessor König das Rednerpult betrat, fand er einen sechs Kč kommt. Am seltensten sind aber die Kiele Blumenstrauß vor, in welchem ein Brief steckte. aus Pfauenfedern und Barton stellte während seiner In dem Brief wurde Professor König aufgefor- ganzen Tätigkeit nur eine einzige für einen Adeligen Es bleibt warm. Die Druckpression über Westdert, die Blumen an den Gräbern der von den zur Hochzeit her. Dieser züchtete nämlich auf sei Nationalsozialisten ermordeten Sozialisten nie- nem Gute Pfaue und wollte zur Unterzeichnung sei- Europa löst sich vollkommen auf. Dagegen ist die derzulegen. Der Berliner Gast verwahrte sich nes Hochzeitsvertrages keine andere Feder benüßen Störung, welche Freitag früh über Mittelitalien schreiend gegen den Ton dieses Briefes und for- als den Kiel eines seiner Pfaue. Mr. Barton er lag, weiter nordwärts gewandert und hat sich dabei derte durch seine ausfällige Art den Widerspruch zeugt aber noch Zahnstocher aus Federn und ihre noch verstärkt. Unter ihrem Einfluß strömt unseren des Großteils des Publikums heraus. Es fam zu Bahl geht jährlich in die Millionen, da ein Mädchen, Gegenden warme Luft aus dem Gebiet der Ballanheftigen Krawallszenen, welche die Abhaltung des das nur etwas mit der Herstellung vertraut ist, täg- balbinsel zu, wo nachmittags stellenweise plus 19 Grad verzeichnet wurden. Auch bei uns stieg die Vortrages in Frage stellten. Erst nachdem die lich über 4000 Stück herstellen kann. Temperatur in Uzhorod bereits auf plus 11 Grad, Polizei in den Vortragssaal gerufen wurde und Ein amerikanisches Dnell. Ein Polizeibeamter eine Anzahl Hörer, zumeist Studenten, den Vor- aus Denver in Colorado bemerkte auf der Land- in Pieštany auf plus 10 Grad an. In Böhmen regtragssaal verlassen hatte, konnte der Nazipro- straße zwei Autos, die in schnellem Tempo einander fessor seine Rede beginnen. entgegenfuhren. Im Moment, wo sie einander Unfall in einem russischen Zoo. Im Zoologischen begegneten, wurde von jedem der Insassen ein Schuß Garten von Kiew hat sich ein tragischer Unfall er- abgegeben. Der Polizist setzte seine Trillerpfeife in eignet. Ein zwölfjähriger Junge war zu nahe an den Tätigkeit, beide Autos hielten auch ohne weiteres an, gebiet noch weitere Erwärmung. Wetterau s Löwenkäfig herangetreten. Der Löwe schlug mit sei- Die Insassen legitimierten sich als Bennett und ner Pranke auf das Kind, bekam es zu fassen und Nicholson, zwei Bürger aus Denver. Sie hätten einen lichten für Sonntag: Andauer der unbestänzog ein Bein durch das Gitter. Der Knabe wurde sändel miteinander auszutragen gehabt und auf digen Witterung, erneut etwas kühler. ohnmächtig, und es gelang dem Löwen, im Augen- diese ungewöhnliche Weise ein Duell durchgeführt. blick auch das zweite Bein hereinzuziehen, so daß das Der Polizeibeamte scheint für diese merkwürdige Vom Rundfunk Kind nur noch mit dem Oberkörper heraushing. Da Duellform volles Verständnis gehabt zu haben. Er Empfehlenswertes aus den Programmens kein Dompteur zur Stelle war, gelang es den Wär- belegte beide nur mit einer geringen Geldstrafe tern eine ganze Weile nicht, das Raubtier zu ver- wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Sonntag jagen. Der Löwe wurde vielmehr nur noch wilder, Bom Indianerknaben zum Bizepräsidenten Prag, Sender 2.: 7.30: Konzert aus Karlsals man mit Eisenstäben auf ihn losging. Nach länder Vereinigten Staaten. In New York starb dieser bad. 9.15: Klavierkonzert. 10.05: Mužits Salongerem Kampf konnte man endlich das Kind, das 26 Tage im Alter von 76 Jahren der ehemalige Vize- quartett. 12.20: Militärtonzert. 15.00: Bum Majamehr oder minder schwere Verlegungen erhalten präsident der Vereinigten Staaten von Amerika cht- Tag des tschechoslowakischen Auslandes. 17.50: Deutsche Sendung: Welttheater: Hanneles Himmel hatte, befreien. Charles Curtis, der indianischer Herkunft war. fahrt von Gerhart Hauptmann. 18.50: Deutiche nete es bei plus 6 bis 7 Grad. Der allgemeine Wettercharakter dürfte noch ungünstig bleiben. Wahrscheinliches Wetter Samstag: Vorwiegend bis wechselnd bewölkt, unbeständig, strichweise Niederschläge, mild, namentlich im KarpathenDas abergläubische Parlament. Die französische Seine Mutter war die Tochter eines französisch- fana- Bresse. 20.00: Uebertragung aus dem Smetanajaal: Kammer soll am 13. März aufgelöst werden. Diese dischen Einwanderers, der ein halbindianisches Mäd- Eymphoniekonzert. 22.25: Deutsche Preise.- SenMitteilung des Präsidenten Bouisson hat bei manchen aus dem Stamme Kaw geheiratet hatte. Seine der S.: 14.30: Deutsche Sendung: Arbeiter chen Abgeordneten geradezu eine Panit erzeugt. Jugend verbrachte Curtis bei den Angehörigen die- funt: Lichtwis Hans: Charlotte Majaryf. 14.45: Hörfolge. Brünn: 11.15: RundfunkorchestertonDenn dieses Daium ist nicht nur der Dreizehnte, ses Stammes in Kansas, unter denen sein Name sondern überdies noch ein Freitag. Und die aber infolge eines verwegenen Rittes legendär wurde, sert. 17.50: Deutsche Sendung: Dr. Sadina: Gedanten zu Volk und Staat. gläubischen Parlamentarier, die um ihre Wieder den er im Alter von sieben Jahren auf einem unge- Ditrau: 9.40: Streichquartett. wahl ohnehin besorgt genug sind, befürchten das sattelten Pferd unternahm, um amerikanische Trup- Klavierquintett. schlimmste, wenn sie gerade an einem solchen böjen pen zu Hilfe zu rufen, da sein Stamm von den mittag: Bopuläre Mujit. Konzert. Mähr.Breßburg: 18.10: Raschan: 16.00: Heiterer Nach Nr. 51 Samstag, 29. Feber 1936 Var Quellgebiet des Webl-Schebeli mit den charakteristischen Gubuabergen im Hintergrund, die Kamelhöckttn gleichen^ IRON-RADIO Die Qualität und Leistuns gibt den guten Ruf Iron„Solid“ 312.. Kc 1660- Iron„imposant“ Superhet 427 XL 2440— Iron„Exklusiv“ Superhet 527 K« 2720*— Vorführung ohne Kaufzwang in den Warenhäusern Präs, Bodenbach, Böhm. Leipa, Eger, Pal« • kenau, Karlsbad, Komotau und in allen ■ Radiofachgeschäften 3139 der Warenhaus-Kommanditgesellschaft Kreisky, Lorenz& Co. I duslanU die Volkswirtschaft und Sozialpolitik chen lind ren, sozialistischen Gemeindeverwaltung der Stadt Tours eiiigerichtete Lager für spanische sozialistische Emigranten aufgelöst worden— treibt das schlechte Gewissen Hunderte von reaktionären Politikern, Mitgliedern des hohen und höchsten Adels, Großindustrielle und Groß-Schieber aus ihrem jetzt so ungastlich gewordenen Vaterland. Wie wenig diese großen Patrioten von einst das heutige Spanien noch als ihr Vaterland anerkennen, zeigt der umfangreiche Kapitalschmuggel, dem auf Grund besonderer, verschärfter Vorschrifteir energisch entgegengetreten wurde. Allein an der Grenzstation Hen- daye wurden Millionenbeträge beschlagnahmt, welche die. neuen Emigranten. über die Grenze schaffen wollten. Bor der Einberufung des griechischen Paria- ntentS. Die griechische Regierung hat das Parla- ntent zum 4. März emberufen. Das Parlament soll in seiner Tagung nach dem Mißerfolg der Beratungen des Königs mit den Führern der einzelnen Parteien definitiv darüber entscheiden, welcher Partei das Mandat zur Bildung der künftigen Regierung übertragen werden soll. Einige Führer der gemäßigten republikanischen und monarchistischen Parteien sind bestrebt, noch vor der Einberufung des Parlaments die beiden Führer Tofulis und Tsal- daris zu veranlassen, die unterbrochenen Verhandlungen über die Bildung einer Koalitionsregierung wieder auszunehmen. Diese Aktion hat aber nicht viel Aussichten auf Erfolg, da Tsaldaris sich weiterhin weigert, den Beniselisten das Innenministerium zu überlassen. Das Innenministerium hat dieser Tage die definitive Mandatsverteilung be- kanntgegcben. Die monarchistische Gruppe umfaßt die Partei Tsaldaris mit 72 Akandatcn, den nationalradikalen Verband, Gruppe Theotokis, mit 60 Mandaten, die extremen Royalisten des Generals Metaxas, die sogenannten Freidenker, mit sieben und die neue Partei der mazedonischen Regionali- sren mit vier Mandaten, verfügt also über insgesamt 143 Mandate. Ihnen gegenüber steht das republikanische Lager mit 142 Mandaten(liberale Partei 127, republikanische Koalition 7, Agrarpartei 4, kretisch« republikanische Dissidenten 2, Unabhängige zwei Dkandate). Die Kommunisten, welche außerhalb der beiden großen Lager stehen, sind durch 15 Abgeordnete vertreten. Der Stand unseres Sparkassenwesens Wendung zum Besseren— Deutsche Sparkassen am härtesten getroffen (R. F.) Die Entwicklung des Einlagenstandes der tschechoslolvakischen Sparkassen wies im letzten Jahre eine entschiedene Besse- r u n g auf. Während im Jahre 1934 die Abzüge noch um 740 Millionen KL überwogen, ergab sich 1935 ein Einlagenüberschnß von 13 Millionen, also eine Besserung um 753 Millionen Kö. Seit dem Jahre 1930 ist der Einlagenbestand aller Sparkasien um 8.5 Prozent auf die Höhe von 21.325 Millionen KL gestiegen. Hie Sparfreudigkeit hat also auch in den schwersten Krisenzeiten nicht abgenommen, wenn auch die Spar Möglichkeit natürlich wesentlich beeinträchtigt worden ist. Die Folgen des Kriseneinbruchs sind bei den deutschen Sparkassen am deutlichsten sichtbar geworden. Dort ergibt sich gegenüber 1930 kein Ansteigen der Einlagen^ sondern ein Sinken um ein halbes Prozent. Bei den tschechischen Sparkassen betrug die Zunahme der Einlagen 1930 bis 1935 zwölf Prozent, bei denen in der S l 0- w a k e i sogar 79 Prozenti Dies dürfte zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß bei den Slowaken das Sparkafsabuch den Sparstrumpf zu ersetzen beginnt. Die 21.3 Milliarden Spargelder sind natürlich ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Kreditwesens. 5.5 Milliarden sind in Staatspapieren, und 12.2 Milliarden in langfristigen Darlehen (Gemeindeanleihen und Hypotheken) angelegt. Der letztere Posten weist gegenüber 1934 einen Rückgang um 400 Millionen auf. Seit der ersten Hälfte 1935 hat sich jedoch der Kreditverkehr wieder belebt. Mademoiselle X Aus den Akten des VransAslschen Geheimdienstes Im zweiten Jahr des Weltkrieges hatten es Genfer Behörden schwer. Ter Kanton wim- sie müsse in die Schweiz fahren und möchte bei der Rückkehr an der Grenze keine Schwierigkeiten haben. Der Dramatiker möge ihr deshalb zu einem bestimmten Datum eine Depesche schicken, die ihre sofortige Rückkehr nach Paris fordere, mn in dem neuen Stück des Autors die Hauptrolle zu übernehmen. . Der Dichter sagte nach einiger Ueberlcgung zu, aber dann schien ihm die Sache doch nicht geheuer, und er erstattete Anzeige beim Pariser Militärkommando. Man ließ Marya trotzdem nach der Schweiz fahren, aber mtter der Bedingung, [ daß sie dort für den französischen Nachrichtendienst arbeiten werde. Dies tat sie auch. Sie setzte sich sofort mit dem französischen Konsul in Lausanne in Verbindung und bekam eine Reibe von Aufträgen, die sich auf die Beobachtung der gegsteri- schen Spionage bezogen. Marya sprach vorzüglich deutsch, und es war ihr deshalb leicht, in diesen Kreisen Eingang zu finden. Ihre Beobachtungen übermittelte sie je- wcils dem Konsul, als dessen offizielle Freundin sie galt. Später verlegte sie ihre Tätigkeit nach Genf. Aber der Rumäne wußte seine Maitresse zu überzeugest, daß es für sie vorteilhafter wäre, ihre Dienste der Spionage der Mittelmächte anzubieten und zur Belohnung dafür Nachrichten zu erhalten, die allerdings falsch seien, aber den Franzosen willkommen erscheinen würden. Marya schlug ein. Einige Monate hindurch ging alles gut, aber dann schöpfte der französische Geheimdienst Verdacht und beschloß, sich der schönen Polin zu entledigen, die zuviel wußte und darum gefährlich werden konnte. Was weiter geschehen ist, wurde nie aufgeklärt, obwohl man in Genf die Wahrheit ziemlich genau ahnte. Sicher ist nur, daß ein zuverlässiger Mann„in vertraulicher Mission" nach Genf geschickt wurde.-Marya wurde von ihm zu einem Souper eingeladen, das sehr fröhlich verlief. Sie sprach dem Champagner reichlich zu, und es war selbstverständlich, daß ihr Begleiter sie in ihr Hotel zurückbrachte. Am nächsten Morgen wurde Marya in ihrem Zimmer tot aufgefunden. Sie lag in ihrer dekolletierten Abendrobe auf dem Bett, und im Zimmer waren eine Menge Blumen zerstreut. Alles deutete darauf hin, Marya habe aus Liebeskummer Selbstmord verübt. Der Genfer Polizeiarzt beschlagnahmte eine Kaffeetaffe, in deren Bodensatz Zyankali festgestellt wurde. Diese Feststellung stimmte mit dem Ergebnis der Obduktion überein. die melte von Spionen. Sie gaben sich als Rentner, Aristokraten, Künstlerinnen aus, hatten gültige Pässe, und die Behörden mußten sie infolgedeffen dulden, trotzdem sie genau wußten, mit wem sie es zu tun hatten. Im Genfer Kursaal hatte Georges Casella sein Lager aufgeschlagen, der Chef des französischen Abwehrdienstes. Er kommandierte über ein Dutzend Tänzerinnen, Kellner, Croupiers, Journalisten, Kaufleute. Die Gegner, Deutsche und Oesterreichcr, operierten in den Bierlokalen und Tavernen der Vorstadt Carouge, in der auch Le- I nin eine Zeitlang wohnte, und in den berüchtig- I test Cafes der Rue de Cendrier. Eines Morgens wurde im eleganten Hotel |Z. eine auffallend schöne Fremde, die sich als I französische Schauspielerin ausgab, tot aufgefun- den. Die Genfer Polizei war sich nach kurzer Untersuchung darüber klar, daß Mord vorlag. Als sie jedoch ihren Bericht an die Zentralstelle in Bern abgeschickt hatte, kam sofort die bündige Weisung:„Untersuchung einstellen, es handelt sich um Selbstmord I" An diese Behauptung glaubte natürlich leist Mensch, aber die Weisung war klar und deutlich. In Bern wußte man genau, was man zu tun hatte, und die Schweiz wollte alles vermeiden, um mit Frankreich oder Deutschland Schwierigkeiten zu haben. Wer war diese geheimnisvolle Frau, von der im Polizeibericht nur als von„Riademoiselle X." die Rede war? In Genf und Lausanne nannte man sie „die schöne Marya", und man hatte Grund, anzunehmen, daß sie Polin war. Es war auch richtig, daß sie der französischen Bühne angehörte, unter einem in der Künstlerwelt sehr bekannten Pseudonynr. Sie war wundervoll gewachsen, blond, milchweißes Gesicht, große schwarze Augen. Sie sprach vorzüglich französisch, das in der Aufregung einen leicht slawischen Akzent annahm. Sie sprach aber auch deutsch, italienisch, russisch und vor allem natürlich polnisch. Sie war als Kind eines höheren Staatsbeamten in Warschau geboren, war jedoch abenteuerlustig und floh, kaum 16 Jahre alt, mit einem russischen Adligen nach Paris. Dort glitt sie allmählich von Stufe zu Stufe, wußte aber den Schein zu wahren und hatte in kleinen Bühnenrollen gute Erfolge. Nach Kriegsausbruch sandten die französischen Behörden eine Anzahl Theatertruppen zu Gastspielen an die Front und auch in die neutralen Länder. Marya, die einer dieser Truppen angehörte, kam so nach Holland, der Schweiz und auch in die französische Etappe. Es fiel auf, daß sie sich viel mit Offizieren abgab. Aber als man Verdacht geschöpft hatte, schwand er bald wieder; denn über Marya war plötzlich die wahre Liebe ! gekommen; sie wurde Maitreffe eines Rumänen, der eine dieser Gastspieltruppen als Impresario leitete. Als man wieder nach Paris zurückgekommen war, verabschiedete Marya ihre übrigen Verehrer und blieb ihrem Rumänen treu. Aber dieser selbst fiihlte sich in Frankreich sehr unsicher. Er" hatte einen Bruder, der in Bern wegen Spionage | für die Mittelmächte verhaftet wurde und dafür j sechs Monate Gefängnis bekam. Maryas Gelieb- , ter zog es daraufhin vor, den Staub Frankreichs von seinen Füßen zu schütteln, und flüchtete in die Schweiz zurück. Marya versprach, ihm bald dorthin zu folgen. Allein, fühlte sie sich in Paris sehr unglück- , lich. Ihr Liebhaber schrieb ihr aus Lausanne dringende Briefe, und nach vier Wochen gab man ihr durch Fürsprache eines Ministers in der Tat die 1.2 Milliarden in anderen Wertpapieren, Ausreiseerlaubnis nach der Schweiz. Marya ahnte aber, daß man sie nicht wieder nach Frankreich ! hineinlassen werde, und versuchte es deshalb mit einer List. Am Morgen vor ihrer Abreise rief sie einen der bekanntesten Pariser Lustspieldichter ans Telephon und bat ihn um einen kleinen Dienst: Ter franco-russisch« Vertrag. In seiner Rede während der Debatte über die Ratifizierung des sowjetruffisch-französischen Paktes würdigte, wie bereits kurz gemeldet, der radikalsozialistischc Deputierte und ehemalige Lustfahrtminister Pierre Cöt die Bedeutung des sowjetruffischeu j Flugwesens, Er lehnte den Einwand ab, daß’ zwischen Deutschland und Sowjetrußland keine, gemeinsamen Grenzen bestünden und erklärte,| daß es eine gemeinsame Grenze zwischen Sow-1 jetrußland und Rumänien gebe. Da Frankreich> einen Vertrag mit der Kleinen Entente besitze, sei es notwendig, an die Eventualität eines Krieges zu denken, bei welchem Frankreich die Kleine En- j tente nur auf dem Wege über Sowjetrußland! versorgen könnte. Schließlich existiere, wie Cot I wörtlich erklärte, für die Sowjetlustfahrt Frage von Grenzen überhaupt nicht. Spaniens neue Emigration.(R. F.) Zur glei-, Zeit, wo sich die spanischen Gefängniffe öffnen! die Linksemigranten in ihre Heimat zurückteh-! — so ist in den letzten Tatzen das von der Wie war„Mademoiselle X." jedoch vergifte* worden? In Gens ahnte man einiges, aber Bern gebot Schweigen, und man mußte gehorchen. Tas „Dossier Mademoiselle X.“ ruhte fast 15 Jahre hindurch unter sicherem Verschluß. Erst als Robert Boucard die Genehmigung erhielt, die französischen Geheimdienstakten des Weltkrieges eiu- zusehen, die ja heute keine Staatsgeheimnisse mehr enthalten, entrollte sich das hier gezeichnete klare Bild der inneren Zusammenhänge.(MTP) Existenzkampf bis aufs Messer Prag. Zu den zahlwsen Gewerbetreibenden, die durch die sinkende Kaufkraft der arbeitenden Schichten in Bedrängnis geraten sind, gehört auch der 42jährige Kaufmann August Merha, der in der Bezirksstadt Hokovice einen Lebensmittelkiosk betrieb. Mit dem Einbruch der Krise und dem sinkenden Beschäftigungsgrad in der Eisenindustrie, die in diesem Teil des Brdywäldes einst eine bedeutende Rolle gespielt hat, verringerte sich natürlich auch der Umsatz der Kaufleute und Gewerbetreibenden und auch der kleine Betrieb Merhas lvurde betroffen. Ter Inhaber erklärte, sich indessen den immer empfindlicher werdenden Geschäftsausfall auf primitivere Art und schob die ganze Schuld für sein geschäftliches Malheur darauf, daß sich im Betrieb der Firma Hofman eine.Kantine etabliert hatte, die ihm vermeintlich die Kunden wegnahm. Es scheint, daß dies« Vorstellung, die zum mindesten stark übertrieben war, mit der Zeit zu einer fixen Idee wurde, die den Kioskinhaber mit verhängnisvoller Macht packte und nicht mehr losließ. Sein besonderer Haß richtete sich gegen den Werkmeister VojtichUhlsti, dem er die Verantwortung für die Errichtung dieser Kantine zitschob. Im Herbst 1931 ließ er sich aus dieser Einstellung j heraus zu einer schweren Gewalttat hinreißen, der unschuldige Personen zum Opfer- fielen. Er dtaug nämlich, mit einem großen Fleischermesser bewaffnet,'in die Wohnung des verhaßten Werkmeisters ein, wo er aber nur dessen Gattin und Schwiegermutter vorfand. Wie toll ' warf er sich auf die beiden Frauen und brachte der Frau Uhlltr schwer« Stichverletzungen bei, währeird deren Mutter mit leichteren Wunden davontam. Damals erhielt er vier Monate Kerker bedingt auf drei Jahre. Während dieser Bewährungsfrist benahm er sich vernünftig. Kaum aber waren die drei Bewährungsjahre vorbei, so unternahm er einen neuen Vorstoß gegen llhlckk, der ihn zum zweiten Riale auf die Anklagebank brachte, diesmal unter der Anklage der gefährlichen Drohung. Am 11. Jänner erschien nämlich Merha beim Prokuristen der Firnta Hofman und erklärte in aufgeregter Art, daß Werkmeister Uhlllr gegen ihn unter der Arbeiterschaft intrigiere und ihm die Kunden abspenstig mache. Er stellte also der WerkSlei- tung ein Ultimatum: Entweder werde, durch öffentlichen Anschlag, der Arbeiterschaft Mirrhas Kiosk als Äaufquelle anempfohlen,— und zlvar bis 12 Uhr mittags— oder er werde den Werkmeister Uhlilr abkrageln. Da nach den Erfahrungen mit Merha nicht zu spaßen war. ließ der Prokurist tatsächlich eine Kundmachung plakatieren, tn, welcher eS hieß, das gegen den Kioskinhabcr nichts einzuwenden sei. Gleichzeitig aber machte er insgeheim die Gendarmerie auf die Drohungen Merbas aufmerksam, die ihn ins Gebet nahm und ihm zuredete, solche Sachen zu unterlassen, da sie sehr üble Folgen haben könne. Merha nahm sich indessen diese Warnungen nicht zu Herzen, sondern erklärte den Gendarmen, er müsse den Werkmeister Uhlür unter allen Umständen umbringe n, auch wenn er I dafür ins Kriminal kommen sollte. Da er verstockt bei dieser Meinung beharrte, blieb nichts übrig, als ihn in Verwahxungshast zu nehmen. Und da der bedrohte Werkmeister begreiflicherweise erklärte, er empfinde„begründete Furcht",, überreicht« die Staatsanwalffchaft in Anklage wegen„gefährlicher Drohung". Gestern verhandelte der Straffenat Beck die Straffache und gewann von dem Angeklagten öffenbar nicht den besten Eindruck. Die Strafe lautete auf acht Monateschweren Kerkers unbedingt. rb. „Sozialdemokrat" Samstag, 29. Feber 1936. Nr. 51' Feile 6 Agger AeMng Rückker in die vergaste Wohnung Vorgestern abends kehrte die 28jährige Damenschneiderin Anna Tenkl in ihre Wohnung in Wrschowitz zurück, die sie gemeinsam mit ihrer 29jährigen Schwester Marie, die gleichfalls Damenschneiderin ist, bewohnt, fand jedoch die Kette von innen vorgeschoben, so daß sie den Hausmeister Emanuel Suntych ersuchte, die Tür zu öffnen. Dies gelang ihm nach kurzer Zeit, doch fand er die Tür von einem schweren Gegenstand verstellt; als er trotzdem in die Wohnung eingedrungen war, wollte ihn die Tenkl auf den starken Gasgeruch aufmerksam machen, aber Suntych spürte ihn nicht und zündete ein Zündhölzchen an, das das in der Küche angesammelte Leuchtgas zur Explosion brachte. Die Fensterscheiben in der Küche zersprangen und die Vorhänge gerieten sofort in Brand, doch konnte das Feuer rasch gelöscht werden. Nun fand man Marie Tenkl in der Küche bewußtlos am Boden liegen. Sie und auch ihre Schwester blieben bei der Explosion unverletzt; Suntych hat einige Brandwunden im Gesicht erlitten. Auf der Klinik Schmidt stellte sich heraus, daß es sich nm einen Selbstmordversuch der Marie Tenkl, wahrscheinlich aus unglücklicher Liebe, handelt. Zwei Selbstmordversuche. In der Nacht aus Freitag wurde die 33jährige reichsdeutsche Emigrantin Luise Bernstein, aus Sächsisch-Kamnitz, derzeit Prag I., Michalskä, im Auto auf die Klinik Pelnär gebracht, da sie eine größere Dosis Sublimat genommen hatte. Das Motiv ihrer Tat ist. da sie aus ihrer Betäubung noch nicht erwacht ist, unbekannt.—■ Gestern vormittags wurde der 31jährige Kutscher Emil Podhorsky aus Kobylis, der sich kurz vorher in selbstmörderischer Absicht die Adern ausgeschnitten hatte, auf die Klinik Jiräsek gebracht. Weiterentwicklung darstellen, sind als außerordentliche Maßnahmen anzusehen, deren Zukunft zu bezweifeln ist, die aber der Ausdruck der Not und ein Versuch sind, die heutige Anarchie dadurch zu meistern, daß man zu den alten Methoden zurüÄehrt, die breiten Massen rücksichtslos zu beherrschen und niederzuhalten Und die Lasten auf ihre Schultern abzuwälzen. Immer noch haben die breiten Schichten» alle Erschütterungen auf ihre Kosten durchmachen müssen. In dieser Situation hat der Sozialismus die Aufgabe, zu beweisen, daß er die großen Aufgaben zu meistern versteht.' Er muß klar, bestimmt, entschieden und bereit sein, wie dies die schnell wechselnde Situation erfordert. Hier muß man auf das Vorgehen der Sozialisten in der tschechosiowakischen Innenpolitik verweisen. Sie haben sich grundsätz- lich gegen jedwede Diktaturmethoden gestellt, gegen rechts wie gegen links. Sie haben die Konsequenzen der Entwicklung der Weltsituation für unsere Verhältnisse streng real abgeschätzt und haben sich bemüht, manchmal auch um den Preis schwieriger Kompromisse, mit den demokratischen Elementen des bürgerlichen Lagers loyal zu kooperieren. Diese Kooperation hat auch dem Geist der tschechischen Geschichte entsprochen. Das kompromißlose Verhalten der Taboriten hat sie nach Lipanh ins Verderben geführt, während Luther in seinem Kampf gegen Rom bestehen konnte, weil er sich mit den Fürsten verband. Die Hussiten aber muhten ±±±£4*..»+ Am. 'Sanatorium Martinstal, Leitender Arzt Dr. A. Gaube. Moderne Heilanstalt für alle inneren und Stoff» tbechfelkrankhetten, rheumatische Erkrankungen, Nervenkrankheiten, Moorbad. Pauschalkuren von 1000 bis 1600 Kc, Winterlaison. Prospekte und Auskünste: Praa. Tel. 36—388. 3297 gegen zwei mächtige Feinde, Rom und den tschechischen Adel, schließlich unterliegen. Die Demokratie ist ein Pfeiler des Sozialismus; der Sozialismus zeigt sich daher als mächtiger Faktor und Anhänger aller demokratischen Einrichtungen. Er stellt sich gegen alle Diktaturbestrebungen auch dann, wenn sie für ihn selbst verlockend wären. Daraus ist z. B. auch sein scharfer Widerstand gegen Henlein zu erklären. Hampl streift das Henleinproblem flüchtig, verweist auf die Verschiedenheit seiner Anhängerschaft, die sich auch im Verhältnis zum Staat auswirkt. Die Offenheit und Aufrichtigkeit, die das deutsche Volk bisher auszeichnete, ist anscheinend in der Henleinbewegung spurlos verschwunden... In der Tschechosiowakei sind nur demokratische Regime möglich. Experimente mit Staat und Bevölkerung können sich nur Staaten leisten, die n a t i o n al homogen sind. Daran sollten alle denken, die da glauben, daß man auch bei uns mit faschistischen Methoden auskommen könnte. Jedes Kokettieren mit dem Faschismus müßte zur Katastrophe führen, die zuletzt der ganze Staat büßen müßte. Stitertiattotioler Frauentag mit der Parole: Segen ftrtfe und- borfoörM zum Sozialismus amMittwock, den 4. Marz, um 7 Ahr, im großen Steiner-Saal des Lidovh düm, Prag II., Hhbernska 7. Rednerinnen r Gen. K i r p a l(deutsch) und Gen. Karpiskova(tschechisch). Rezitationen, Gesang, Sprechchöre. Vorträge „Oer Sozialismus in der Demokratie** Im Rahmen eines Vortragsabendes der„Nova Svoboda" sprach gestern Genosse H a m p l, der Vorsitzende der tschechosiowakischen Sozialdemokratie, über das Thema:„Der Sozialismus in der Demokratie". Hampl ging dabei weniger von rein theoretischen Erwägungen als von der Rücksichtnahme auf die Tagesereigniffe und die Bedürfnisse der Situation aus, in der wir uns gegenwärtig befinden. ... In außerord^yjlich bewegten Zeiten zeigt sich eine Reihe von P ar a ö o x e n, Ueberraschungen und widerstreitenden Ansichten, zum Schluß aber siegt der kühle Verstand, der klar aufzeigt, mit welchen: Argumenten, ob sachlichen oder egoistischen, die einzelnen-Gegner kämpfen und welche Berechtigung die einzelnen Disziplinen haben. Eines der bekannten Paradoxe ist z. B. die Tatsache, daß in diesen schlechten wirtschaftlichen und unsicheren politischen Zeiten -ie Mittel schichten und die kleine Intelligenz aus Angst vor der unsicheren Zukunft und getrieben von dem Gedanken, daß es besser sei, auch die schlechteste Existenz nur eben zu erhalten, nach rechts mar sch i e r e n, gegen ihr Interesse und vielfach gegen die Stimme ihres Herzens, weil sie einen Kampf um eine bessere Zukunft an der Seite des Sozialismus einfach nicht riskieren wollen. Tas hat man in Deutschland und in Oesterreich erleben können. Demgegenüber bemüht sich der Sozialismus überall dort, wo er bestimmte Positionen hat und wo er vor die praktische Lösung der wirischaft- lichen und politischen Probleme gestellt wird, die Verantwortung zu übernehmen und den Beweis zu führen, daß er aufgehört hat, eine Utopie zu fein und die Rolle des Fortführers der geschichtlichen Entwicklung übernimmt. Als Muster dieser Verantwortungsfreudigkeit in schwerster Zeit führt Hampl ausdrücklich die deutsche Sozialdemokratie.in der Tschechoslowakei an, dse sich nicht beiseite stellt, sondern trotz großen Opfern ihre als richtig erkannte positive Sendung zu erfüllen sucht. Der reichsdeutschen Sozialdemokratie sind objektiv gewisse Fehler vorzuwerfen, vor allem das Festhalten an der unpopulären Erfüllungspolitik; die Hauptschuld trägt die Zersplitterung der Linkskräfte durch die Taktik der Kotnmunisten. Der Fall der, österreichischen Sozialdemokratie sei mehr nur schon der Reflex der Entwicklung der Verhältnisse in Deutschland. In de. zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Liberalismus seine Blütezeit durchgemacht. Der Sozialismus, gestützt auf die großen Humansiätsideale, wurde sein Erbe imb der Fortführer dieser Entwicklung. Daran än- derr die Tatsache nichts, daß diese Entwicklung durch den Weltkrieg gewaltsam unterbrochen wurde und die abnormalen Verhältnisse bisher andauern. Heute befindet sich Europa im Zustand der Revolution; die augenblicklichen Verhältnisse können darum nicht Maßstab für die Logik der Entwicklung sein. Einer Beruhigung der Welt stehen zwei Tatsachen entgegen: die ungelösten Probleme, die in eine ständige politisch-militärische Spannung münden und eine fast akuteKriegsgefahr berbeiführen, andererseits die erhöhte Anarchie in Produktion und Distribution, die auf die Rationalisierung und auf den Kampf der Interessentengruppen zurückzuführen ist, die an den bisherigen Wirtschaftssystemen hängen, aber einer Neuvrdnimg werden weichen müssen. Tie diktatorischen, faschistischen Systeme, die eine Unterbrechung der logischen Kirnst und V&A$tn Konzertdebüt. Eine junge deurschprager Künstlerin, die P i a n i st i n G e r t a R e s«k, die in der Schule der Prager Deutschen Musikakademi« ihre grundlegende pianistische Ausbildung erhalten hat und gegenwärtig einen Klaviermeisterkurs am Prager Tschechischen Staatskonservatorium absolviert, hat vorgestern zum erstenmal ein eigenes Konzen veranstaltet. Die Wahl des Programms und der Bortragsstücke zeugte davon, wie ernst Gerta Resek ihre Aufgabe nimmt und wie sie ihr geistig-musikalisch gegenüberfteht. So spielte sie als Hauptwerk der Vortragsfolge die 32 Variationen über ein eigenes Thema in C-Moll von Beethoven, die sowohl an die Technik als auch an die Intelligenz des Pianisten bedeutende Anforderungen stellen und in ihrer rhythmischen und dynamischen Vielseitigkeit bei knappster Ausdrucksform vollkommene Konzen- trierkheit im Vorrrage voraussetzen. Sie gelangen ihr ebenso vortrefflich wie die drei kleinen Charakterstücke von Brahms; in den Präludien Debussys zeigte sie sich auch als kulrivierte Anschlagskünstlerin, während die Marioneiren-Musiken Fidelio Finkes ihren Sinn für Humor offenbarten. Was ihr noch zu elementarer Kraft des Ausdruckes und Anschlages sowie an Tiefe des Gefühles(wie etwa bei Brahms und Beethoven) fehlt, wird mit der Zeit von selbst kommen. Künstlerischer Helfer der jungen Pianistin war der wohlaktreditierte Prager deutsche Konzertsänger und Bassist Dr. Heinrich E h m, der in vornehmer Programmwahl unck mit einfühlendex Vortragsgestaltung Beethovens Liederzyklus„An die ferne'Geliebte" und einige ausdrucksernste Gesänge von Mahler und Z e m- l i n s k h sang. Das Konzert fand im zweckmäßig schönen U n i t a r i a- S a a l statt; soll dieser aber seiner Konzertbestimmung gerecht werden, dann ist eine Aenderung der völlig unzulänglichen und unerträglichen GarderobeverhälttiiffL unerläßlich. E. I. Oeffentliches Konzert der Deutschen Musik- Akademie am Montag, den 2. März, Lyzeumssaal, Charvatova Auf dem Programm Werke von Hindemith, Hlobil, Petyrek, Lendvai und Finke. Ferner: S olisten konz ert, Mittwoch, den 4. März, 20 Uhr. Montag Konzert sudetendeutscher Komponisten in der Kleinen Bühne. Kompositionen von Wessely- Prag, Feiertag-Komotau, Bammer-Rumburg, Sim- briger-Auffig, Pissarowitz-Prag. Mitwirkend: Tilde Merz, Elisabeth Hafenbraedl-Blum, Luise Eckstein (Gesang); am Klavier: Fritz Rieger. Streichquartett und Streichsextett, ausgeführt von Mitgliedern des Orchesters des Deutschen Theaters. Preise: Nur Kd 6.—, 12—, 18.—. Tenys Amiel: Die Anfgevlühte,(Schauspiel, erstaufgeführt im Ständetheater). Dieser„große Schlager der heurigen Pariser Saison", wie die Reklame erzählte, wollte den Beweis erbringen, daß die romantische Liebe zu einer gänzlich unmodernen, zurückhaltenden, schöngeistigen, und dabei voll aufge- blühten Frau unter der heutigen männlichen Jugend noch nicht ausqestorben ist und daß die Mutter als Weib dort siegen kann, wo die junge, nach der Art der heutigen Generation herbe, unpathetisch« Tochter blutenden Herzens entsagen muß. Diesem Kampf um Liebe zwischen der Tochter und Mutter liegt entweder der Reiz der raffinierten, erfahrenen Frau oder die Sehnsucht der Männer nach Verständnis und Zärtlichkeit zugrunde. Die zweite Alternative wählte Amiel zu seinem Stücke; durch die falsche Besetzung der Hauptrolle mit Frau Pakovä wurde jedoch aus dem französischen Konversationsstück«ine unfreiwillige Groteske, denn mit der Hauptdarstellerin steht und fällt das Stück. Frau Sejbalovä hat in der Tochter das moderne Mädchen richtig verkörpert: aus den männlichen Rollen ließ sich nicht mehr herausholen. m. i. Heut« Festvorstrllnng halb 8 Uhr, neuinszeniert „Ophcus in der Unterwelt" von Offenbach. Neuausstattung! Zum erstenmal auf der Drehbühne. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: O r p h e u s in der Unterwelt, Festvorstellung zugunsten der PensionSan- swlt des Deutschen Theaters, neuinszeniert, Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 3: Arbeitervorstellung: Katarina Ismailowa, halb 8 Uhr: UnentschuldigteStunde, C2.— Montag 7: Was Ihr.wollt, Theatergemeinde der Fugend, Monnement aufgehoben.— Dienstag halb 8:DerheiligeAntonius, A 2.— Mittwoch halb 8: G i u d i t t a, Gastspiel Richard Tauber, Abonnement aufgehoben. Donnersrag halb 8: D« r F r e i s ch ü tz, C 2. — Freitag halb 8: LanddesLächelns, Gastspiel Richard Tauber, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: A! d a, B 1.— Sonntag haw 3: Der heilige Antonius, 8 Uhr: L y s i st r a Erstaufführung, A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Die erste Legion.— Sonntag 3 Uhr: Was Ihr wollt, 8 Uhr: Die e r st e Legion, Montag 8: Konzert sudeten- deutscherKomponisten.— Dienstag 8 Uhr: Unentschuldigt« Stunde.— Mittwoch hach 8: College Crampton, Bankbeamte II und freier Verkauf. Donnerstag 8: Unentschuldigte Stunde.— Freitag 8: College Crampton, Theatergemeinde des KulturverbandeS und freier Verkauf. — Samstag halb 8: K i n dimKampf, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8 Uhr: Der g o l d en e K r a n z, 8 Uhr: College Crampton. JCindec= fceiutde „HALLO, KINDER!“ Kommt ihr auch am Sonntag, den 8. März,«m 3 Uhr ins Ldborovh düm zum Mummenschanz der Roten Falken? mximu«mHHminxnnxn Vereinsnacimckten Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Ausschußsitzupg, Montag, den 2. März, um 20 Uhr im Parteiheim. Allgemeiner Angcstellten-Berband, Prag. Amtsstunden: Mittwoch, 6 bis 8 Uhr, Narodni 4/1II.— Die Monatsversammlung vom 4. März wird auf den 18. März verlegt. An diefem Tage findet eine Versammlung der Jungen Generation statt. Beachtet die neue Meldung^ Vorführung eines Amateur- Reise.filmeS.. Mitteilungen aus dem Publikum. Reue Pauschalpreise im Sanatorium Martinstal, Zwickau i. B. Das Sanatorium ist infolge seiner schönen Lage im waldreichen Grenzgebiete Rordböhmens sehr gut besucht. Die Besucherzahl stieg während der drei Wintersaisonen von 299 der Eröffnungssaison 1933/34 auf 366 der Wintersaison 1935/86. Ein Beweis, daß sich das Sanatorium infolge seiner modernen Einrichtungen, guten fachärztlichen und kaufmännischen Führung und seiner Leistungen immor größerer Beliebtheit erfreut. Stetes freundliches Entgegenkommen, welches dort dem Gast und Patienten bewiesen wird, sichert dieser Heilanstalt von Jahr zu Jahr einen größeren Kreis von Stammgästen. Die neuen Preise, welche ab 1. Feber l. I. in Kraft traten(Pauschalkuren von 1000 bis 1600 Kä), zeigen wiederum, daß es mit dem Sanatorium unaufhaltsam vorwärts geht, daß die kommerzielle Leitung dieser Anstalt bemüht ist, die Preise zu vereinfachen und herabzusetzcn, um so jedem Interessenten einen Aufenthalt in diesem modernen Sanatorium zu ermöglichen. Verlangen Sie ausführliche Prospekte mit Preisblatt über Pauschalaufenthalte. Die Anreise ist sehr bequem. 8297 filme in Prager Lichtspielhäusern Adria:»In den Gäßchen von Paris." Chevalier. Fr.— Alfa:.D i e sündigen Frauen von !Boom." Regie Feyder. 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Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Tie Zeitungsfrankarur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G. Prag.