16. Jahrgang Dienstag, 3. März 1936 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova«. Telefon 53C77. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. ElnttlptBis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Forle) Die Nordarmee des Nesus Ras Kassa und———A—" O Ras Seyum geschlagen LLlIl UHllULIß! Eine gewaltige Metzelei in Tembien Rom. lReuter.) Offiziell wird bekannt gegeben, daß die zweite Schlacht in Tembien mit einem vollkomnrenrn Sieg der Italiener über die Armeen des Raö Kassa und des Ras Seyum endete. Rom. Marschall Badoglio telegraphiert: Tie zweite Trmbien-Schlacht, dir am 27. Feber durch den Vormarsch des erythräischen Armeekorps vom Norden her und durch den Vormarsch des dritten Armeekorps vom Süden her begann und die in den folgenden Tagen in unbarmherzigen Kämpfen fortgesetzt wurde, endete mit einem vollkommenen Sieg der Italiener. Die Armeen des Ras Kassas und RaS Srjums versuchten vergebens dem Umschließungsmanöver zu entgehen und unternahmen heftige Gegenangriffe einerseits in der Richtung auf den Berg Uaria, andererseits auf den Flügel des dritten Armeekorps. Die feindlichen Abteilungen wurden überall mit ungeheuren Verlusten in die Flucht getrieben und ließen Waffen, Tragtier» und Material aller Art zurück. Zum ersten Male geschah es, daß die abessinischen Abteilungen in Massen ihre Waffen wegwarfen. Dir Reste dieser Armeen, die sich zu retten versuchten, werden ständig verfolgt und durch Flugzeuge bombardiert. Im Hinblick auf daS große Ausmaß der Schlacht und ihre Heftigkeit find unsere Verluste nicht groß. Sie werden bekanntgegeben werden, sobald fie genau festgrstellt sein werden. Die Auflösung auf feiten des Feindes ist vollständig. Rach der Niederlage Ras Drstas und Rds Mulugetas mußten zwei weitere hervorragende abessinische Heerführer die erdrückende llebermacht der italienischen Soldaten zu fühlen bekommen. Auch wenn man von den bekannten italienischen Uebertreibungen einen Abstrich macht, scheint die Tatsache festzustehen, daß die Nordarmeen des Negus zertrümmert, daß die einzige im Norden noch nicht geschlagene Gruppe, die Les Ras 3 m ruw» vor Aksmn-xjfi jjut wie abgeschnit- ten und Perloren ist. Die Armeeführex des Negus, haben, verleitet durch eine Unterschätzung der modernen Kriegstechnik und durch ihre Erfolge im Kleinkrieg, den unverzeihlichen Fehler begangen, sich der technisch und zuletzt auch zahlenmäßig überlegenen italienischen Armee' in regelrechten Feldschlachten zu stellen. Auch die Niederlage des Ras Testa Damptu bei Dolo hat den RaS Mulageta nicht belehrt. Er hat am Amba Aradam den Kmnpf gegen die schwere Artillerie der Italiener ausgenommen, die ungedeckt in langer Reihe wie aus dem Exerzierplatz auffuhr— da ihr ja nichts geschehen konnte— und binnen acht Minuten die abessinische„Artillerie", ein paar jämmerliche alte Geschütze, in Trümmer schoß. Der Ras Seyum und der Ras Kassa hätten, als die Italiener auch den Amba Aladgi besetzten, schleunigst den Rückzug nach den Furten des Takazzee antreten müssen. Statt dessen blieben sie mitten in der Falle, die ihnen Badoglio gestellt hatte. Flieger, Artillerie und Tanks scheinen den Berichten zufolge furchtbar gewütet zu haben. Diesmal dürften wirklich Tausende Abessinier tot verblieben sein. Immer wieder versuchten die schlecht bewaffneten Krieger des Negus in heldenhaftem Ansturin die feuerspeienden Stellungen der Italiener zu nehmen, immer wieder mähten die Maschinengewehre sie nieder, sandten die Flieger Tod und Verderben aus den Lüften. Die Italiener geben nunmehr selbst zu, daß die Armeen der Rast nicht jene phantastische Stärke besitzen, die sie ihnen zugeschrieben hatten. Ras Kassa soll nurüber 1 5.0 0 0 Mann verfügt. Ras Seyum dürfte ebensoviele Krieger besessen haben. Die Vernichtung dieser beiden Armeen bedeutet wohl die Zertrümmerung der abessinischen Nordfront. Auf dem Wege nach Dessye steht freilich in günstigem Gelände noch eine etwa 12.000 Mann starke Armee. Auch sie wird die Italiener nur aufhalten können, wenn fie auf eine große Schlacht verzichtet. Das Schicksal des Ras Jmru dürfte fich in den nächsten Tagen erfüllen. Trotzdem haben jene unrecht, die nun von einem vollen Sieg der Italiener sprechen. Noch ist für den Negus nichts verloren, wenn er endlich die Taktik des Kleinkrieges auf der ganzen Linie durchsetzt, wenn er Badoglio ins Leere stoßen läßt und erst dann, wenn die Italiener sich eine Blöße geben, sie durch kleine Unternehmungen beunruhigt. Diese Taktik hat de Bono in schwerste Verlegenheit gebracht, sie hätte vielleicht zum Fall MakalleS geführt, hätte der Negus nicht feine besten Truppen nach Godscham verschieben müssen, wo italienisches Geld einen Aufstand bewirkt hatte. Die Militärkritik wirft mit Recht die Frage auf, ob die Abessinier nach den Niederlagen im Süden und im Norden die moralische Kraft besitzen würden, den zähen Kleinkrieg fortzusetzen. Es taucht weiter die Frage auf, ob der Negus sich gegen die Opposition rebellierender Feudalherren wird halten können. Verloren ist, wie gesagt, der Krieg für ihn noch nicht. Niemand hat abessinische Siege im freien Feld erwartet. Die Italiener können nicht auf Dessye vorgehen,, ohne auch mit ihrem rechten Flügel über den Takazze und gegen den Tana- Se e vorzustoßen. Damit aber kommen sie in gefährliche Nähe der englischen Interesse nzone. Das ist wiederum eine Chance für den Negus, der auch binnen vier bis sechs Wochen mit dem Einsetzen der Regenzeit rechnen darf. Eine andere Frage ist es endlich, üb der Völkerbund sich nunmehr zuern st haften Taten aufraffen wird. Er steht nach sinnlos vertrödelten Wochen heute wieder vor der Gefahr, daß Mussolini den Krieg siegreich beendet und über Genf triumphiert. Das würde f ü r Hitler das Signal, mehr als das, die m o r a- lische Rechtfertigung sein, ebenfalls loszuschlagen und sich seinen Tell von der Beute zu holen. Die„Unabhängigkeit Oesterreichs", die Sicherheit Mitteleuropas überhaupt wird heute nicht i« der Rheinzone und nicht vor Memel oder Wien, sondern auf der Straße«ach Desshe verteidigt. Siegt Mussolini, so wird keine Macht der' Wett Hitler hindern'können, es seinerseits auch z« versuchen! 12,626.000 Arbeitslose in USA Minister Czech I in Dux Vertrauensmänner des Wahlkreises Laun einhellig für die Politik der Partei Sonntag, den 1. März, tagte in Dux der Kreisrat der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. an dem 80 Delegierte aus allen Bezirken im Wahlkreise Laun teilnahmen. Die Funktionäre erstatteten ausführliche Berichte über den Stand der Organisation und die soziale Lage der arbeitenden Menschen in diesem, von der Krise schwer heimgesuchten Gebiete von Lobositz bis Saaz. Im Mittelpunkt der von hohem sittlichen Ernst der sozialdemokratischen Vertrauenspersonen getragenen Konferenz, stand eine groß angelegte Rede des Partrivorsitzendrn, Minister Genossen Dr. Ludwig Czech. Dieser besprach in zlveistündigen Ausführungen die großen, internationalen, innerpolitischen, wirtschaftspolitischen und sozialen Probleme unserer Zeit, welche die ganze Oeffentlichkeit, besonders aber die Arbeiterschaft zutiefst berühren. Eingehend beschäftigte sich der Minister mit der Außenpolitik und den in ihr vorherrschenden augenblicklichen Tendenzen, berichtete auf dem Gebiete der inneren Staatspolitik über die Rekonstruktion der Regierung und die in Verhandlung stehenden Gesetzesvorlagen, um dann die dringenden sozialen Forderungen der schaffenden Menschen der ihnen gebührenden Betrachtung zu unterziehen. Einen breiten Raum im Referate CzechS nahm die Situation der Arbeitslosen ein, deren Dasein-allo- verantwortungsbewußten Fatloren der Republik bestimmen mutz, den Fragen der Arbeitsbeschaffung und Notstandslinderung erhöhte- res Augenmerk zu schenken. Die deutsche Sozialdemokratie hat gerade auf diesem wichtigen Gebiet innerhalb der Regierung alle Kräfte dem Dienst für eine gesunde Krisenhilfe geopfert. Dr. Czech gab hierauf, einen Ueberblick über die Arbeiten in der Koalition und analysierte die gegen die Sozialdemokratie gerichteten Gegenströmungen. Die K. P. C. habe eine Wendung um 180 Grad vollzogen und durch ihre letzten innerparteilichen Matznahmen alle scheinbaren Erkenntnisse aus den Entwicklungsverhältniffen über Bord geworfen, um nun wieder auf der alten Lüne des Vernichtungskampfes gegen die Sozialdemokratie zu landen. In ausführlicher Weise besprach Minister Czech die Stationen des Weges der Politik im Bereiche der S. d. P„ der sich vom ersten Aufruf zur„Sammlung aller Sudetendeutschen" über Böhm. Leipa bis zur letzten, sogenannten ,„Kul-/ turtagung" in Prag in anschaulicher Plastik als ständige Annäherung an die faschistischen Ideologien der totalitären, nazistischen Regime kennzeichnet. Czech erinnerte daran, wer es gewesen sei, dem die Pflege des wahren deutschen Kultur- gutes und aller Zweige der schöpferischen, befruchtenden Wissenschaft besonders ans Herz gewachsen ist und welche Funktion die Arbeiterbewegung als Kulturfaktor im nationalen und internationalen Rahmen erfüllt. Abschließend erklärte Genosse Czech, daß durch den Ausgang der Präsidentenwahl die antidemokratischen Kräfte in die Schranken gewiesen wurden und hunderttausende deutscher Arbeiter» Angestellter und kleine Leute in den Grenzgebieten der Tschechoslowakischen Republik als treue Hüter der Freiheit stehen, wissend, daß nur in der politischen. Demokratie ihr wirkli- cheS soziales Ziel Erfüllung findet.— Die Rede des Ministers wurde von der Tagung mit stürmischem Beifall entgegengenommen und der Kreisrat stimmte der Politik der Partei und ihrer parlamentarischen Vertretung einhellig zu. Polnisch-belgische Verhandlungen Brüssel. Montag nachmittags wurde der neue Handelsvertrag zwischen Polen und der belgisch-luxemburgischen Zollunion von dem polnischen Außenminister Beck und' dem belgischen Außenminister van Zee land unterzeichnet. Der Vertrag gilt zunächst für das Jahr 1936 und ist von da ab vierteljährlich kündbar. Nach der Unterzeichnung hatten Beck und van Zeeland eine lange Unterredung. Der Besuch des polnischen Außenministers in der belgischen Hauptstadt wird drei Tage dauern.• s Washington. Die Amerikanische Ar- -eilSföderation gibt in einer amtlichen Meldung brkannt, daß im Verlaufe des MonateS Jänner 1936 1,299.000 Arbeitslose neu gemeldet worden find, Di« Gesamtzahl der Arbeitslosen im Jänner wird demnach auf 12,626.000 geschätzt. Washington. Das Schatzamt kündigt die Auslegung einer neuen Anleihe in der Höhe von 1809 Millionen Dollar an. Davon find 800 Millionen zur Ausfüllung der flüssigen Barreserven für die Arbeitslosenunterstützungen, die Farmer-Rochilfe und di« Auszahlungen für die ehemaligen Frontkämpfer vorgesehen. Insgesamt beansprucht das Schatzamt 1250 Millionen Dollar Bargeld. Dies ist die größte Bargeldforderung seit dem Weltkriege. Die neuen Finanzmaßnahmen erhöben die Staatsschuld auf 31.3 Milliarden Dollar. Dies ist die höchst« Staatsschuld in der Geschichre der Bereinigten Staaten von Amerika. Oie Flucht vor der Verantwortung Die„Rote Fahne", das deutsche Blatt der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, Weitz(wenn nicht zufällig Gottwald einen kilometerlangen Artikel. schreibt) mit ihrem Raum nichts besseres anzufangen als nunmehr Tag für Tag eine nichtswürdige Hetze gegen die Sozialdemokratie und ihre Vertrauensmänner zu betreiben. Keine Schrift ihrer Druckerei scheint der Redaktion groß genug, um dieses klägliche Verleumden und Vernadern sozialdemokratischer Funktionäre, das sich kommunistische Poknik nennt, ihren Lesern recht augenfällig zu machen. Was die Kommunisten in den letzten Wochen trei- ben, die Umkehr, die sie in ihrer Politik vollzogen haben, zwingt den Parteivorstand und alle unsere Organisationen reinen Tisch zu machen. Die Wendung in der kommunistischen Politik, die durch Gottwald hervorgerufen wurde, leit et eine Periode vollkommener Verantwortungslosigkeit der KP E ein. Die Kommunisten haben bei der Wahl des Präsidenten, und bei.der Abstimmung des Budgets begonnen eine realere, ve.rantwoy- tungsbewußtere Politik zu machen und gerade das ist es, was Gottwald und seinen Hintermännern nicht gefällt. Sie machen es sich wieder sehr bequem, sie werden nichts anderes tun als schreien und die Verantwortung für daS Wohl und Wehe der arbeitenden Klaffe der sozialdemokratischen Partei überlassen. Ein Beispiel für diese Flucht der Kommunisten vor der Verantwortung ist die in der „Roten Fahne", veröffentlichte Resolution des ZK-Plenums der KPC, das vom 2s. bis 26> Feber tagte. Es wird da z. B. verlangt, die Arbeiterschaft solle den Kampf gegen die agrarische Rechte führen. ES scheint, daß die Kommunisten glauben, den erfolgreichsten Kampf gegen die Herren Stoupal und Vranh führen zu können, wenn sie— den Taub beschimpfen, von dem sie-den Arbeitern einreden wollen, daß er das Proletariat spalte! Sie verlangen Besserung des Schicksals der Arbeitslosen, aber was haben sie bisher fürdieArbeitslosen getan? Sie haben dafür die Sorge großmütig der Sozialdemokratie überlaffen. Sie verlangen Festigung des Bündnisses der Tschechoslowakischen Republik mit der Sowjetunion und in gleichem Atem ziehen sie gegen die sozialistischen Parteien zu Felde, die allein durch ihre Anteilnahme an der Regierung die Annäherung an die Sowjetunion möglich gemacht habeir. Die ganze Weisheit der Kommunisten erschöpft sich in allerlei M a n.ö v« rn. Sie sind eine Partei der Manövristen. Sie versuchen durch Manöver hie und da einen sozialdemokratischen Jugendlichen zu sich herüberzuziehen, sie gründen nach außen hin neutrale Vereine, um einen oder den anderen Sozialdemokraten für ihre dunklen Zwecke einzuspannen und sie glauben der Arbeiterbewegung wer weiß wie genützt zu habön, wenn sie irgendeinen Proletarier dazu verän- lassen nach Rußland zu fahren, um ihn dann in ihren Dienst zu stellen. S i e b r i n g e n e s z u- Wege, ununterbrochen von der Einheitsfront zu reden und dabei -die Sozialdemokratie lustig anzugreifen. Sie haben nach dem siebenten Weltkongreß wochenlang von der Einheitsfront geredet, jetzt aber charakterisieren sie in ihrer schon erwähnten Resolution diese ihre eigene Politik der Einheitsfront, die sie monatelang betrieben haben, folgendermaßen: . Man unterlag der Tendenz, den Unterschied zwischen der kommunistischen Politik des Klaffenkampfes und der sozialdemickratischen Politik des Klaffenfriedens in der falschen Hoffnung zu ver- wsschen,'daß dadurch und durch«in gutmütiges Zureden den reaktionären Führern die Bildung der Aktionseinheit beschleunigt wird. Und an anderer Stelle; In der KPC..:. begann man zu vergessen, daß die Bildung der Gewerkschaftseinheit auf der Grundlage des Klaffenkampfes ohne Kampf gegen die sozialdemo- k r a t i s ch e P o l i t i k der Klaffen zusammen mit der Bourgeoisie und ohne Wirtschaftskampf gegen di« Unternehmer nicht erreicht 'werden kann. Sie haben also monatelang von der Einheitsfront gesprochen, jetzt aber erzählen sie von Sette 2 Dienstag, 3. März 1938 Rr. 53 reaktionären/Führern(nämlich den Sozialdemokraten), behaupten, daß die Einheit ohne Kampf gegen die sozialdemokratische Politik überhaupt nicht möglich ist und stellen die Politik unserer Partei und Gewerkschaften auf eine Stufe mit der Politik der Unternehmer! Und da haben noch einzelne gutmütige Menschen geglaubt, daß die Kommunisten die Einheitsfront wirklich wollen! Während so die Kommunisten den Kamps gegen die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften predigen, flunkert die„Rote Fahne" davon, daß Gottivaw die Einheit, Taub aber die Spaltung will. Trotzdem es die Kommunisten siird, welche die Arbeiterbewegung gespalten und an der Tragödie der Arbeiterklasse in den letzten Jahren ein gerüttelt Maß von Schuld tragen, erzählen sie noch etwas von der Einheit, während ihre ganz«Praxis daraufhinaus- geht, die proletarischen Reihen trotz des Kampfes gegen den Henlein-Faschismus zu spalten. Das augenscheinlichste Beispiel war, was sich vor kurzer Zeit in Ru m b u r g abgespielt hat. In Rumburg, wo die ideologische Erschütterung in der SdP am stärksten ist, hat Genosse Abgeordneter Jaksch in einer Versammlung gesprochen. Was tun die Kommunisten? Sie gehen hin in die Versammlung, aber reden nicht gegen Henlein, sondern— gegen Jaksch. Mit solchen Menschen eine Einheitsfront zu machen, ist unmöglich, da sie den Kampf der Arbeiterschaft gegen denFaschiSmuS— und eS gibt nichts wichtigeres als dies—■ immer wieder stören Genf. Der Achtzehner»Ausschuß der Dank- tionskonferenz befaßte sich am Montag zunächst mit der bisherigen Durchführung der Sanktionen. DaS Hauptinteresse des Ausschufles richtete sich jedoch auf die Erklärung des französischen Außenministers Flandin, daß der Dreizehneraus» schuß des Kölkerbundrates zufammentreten und die kriegführenden Staaten aufforder« solle, den Konflikt zu beenden. Der britische Außenminister Eden billigte zwar den Äntoag der französischen Delegation, erklärt» aber nachdrücklich, daß die englische Regierung bereit sei, die P e t r o l e u m e i n- fuhr nach Italien mit einem Embargo zu belegen, wenn auch die übrigen Staaten, insbesondere jene, welche sich mit dem Petroleumtransport befassen, die PetroleumsaHktio- nr»«»wenden. Nach kurzen Kundgebungen der > Delegiert«» Polens und Spaniens wurde der französische Antrag angenommen. Der Dreizehnerausschutz des Bölkervund- rates wird bereits DienStag vormittags zusam- mentreten, um zu prüfen, auf welcher Grundlage m»n sich an die kriegführenden Staaten mit konkreten Vorschlägen wenden könnte. * London. In Londoner Kreisen wurde die Nachricht, daß Italien den Völkerbund verlassen würde, wenn neue Sanktionen eingefsthrt würden. vollkommen ruhig ausgenommen. In gut informierten Londoner Kreisen ist man der Ansicht. daß die kürzlichen Beratungen zwischen Mussolini und dem deutschen Botschafter in Rom zu keiner definitiven Abmachung geführt MANNER, FRAUEN I UND I Roman von Copyright by Dr. Manfred Georg. Prag Wie im Panoptikum, dachte Blaubusch, machte eine gemeffene Bewegung gegen die Fürstin und forderte Haydöe zum Tanz auf. Sie lag ibm schwer in den Armen, walzte im Grammophonlärm ein wenig mit ihm müde herum und ließ sich dann gern auf den kleinen Balkon des Saales führen. Sie lehnte sich kindlich-vertraur an Blaubuschs Schulter. Der Geruch ihres Parfums und ihrer Harrt überströmte den alternden, häßlichen Komiker, so daß er ganz benommen war, kindlich auf den Mond hindeutete und meinte: „Na, Kindchen, der ist auch schön müde heute. Hat fast die ganze Reise hinter sich." Haydee stützte sich auf das Geländer und fragte fast verständnislos: „Hinter wem, bitte?" Ach, du lieber Gott, dächte Blaubusch, das sind Aufträge! Und laut: •„Ich meine, der Mond hat heute seine Reise hinter sich.", Haydee war auf das Stühlchen, daS am Geländer stand, gesunken:.. „Ach so. na und?" Blaubüschs Brauen zuckten. „Und? Na, nun geht er schlafen." „Und dabei wollen Sie ih• stören?" DaS habe ich mir immer gewünscht! Resoluter ging Blaubusch auf sein Ziel los: „Nein, gar nicht. Und Sie auch nicht, mein Fräulein. Sie gehen doch auch bald schlafen? Kann ich Sie nicht nach Hause begleiten?" ..Ich gehe nicht nach Hause, ich bleibe hier." und hemmen. Ihr Scheinradikalismus ist nichts anderes, als Hilfe für die Reaktton. Das Köstlichste aber ist, daß die Kommunisten behaupten, unser Parteivorstaird hätte seine Beschlüsse, die eine klare Situation geschaffen haben, gegen den Willen unserer Parteimitglieder gefaßt. Das wagen diejenigen zu sagen, welche in ihrer Partei absolut keine Demokratie dulden, und jeden Menschen ausschließen, dessen Meinung auch nur im Winkel von einem Grad von der offiziellen Parteilinie abweicht. Ihre Resolutton „Ueber die bolschewistische Ordnung im Organisationsleben der KPC", in derselben Sitzung gefaßt wie die ersterwähnte Entschließung, fordert zur Wahl von Kaderkommissionen auf, die nicht nur alle Menschen überprüfen sollen, die irgendeine Funktion der Kommunistischen Partei bekleiden, soirdern auch die Delegierten zum siebenten Parteitag derKP§: Die kommunistischen Organisationen wählen zwar die Delegierten, aber zugelassen werden zu dem Parteitag nur jene, die von der Kaderkommisiion, d. h. von Gottwald und Konsorten zugelaffen werden. Uns Sozialdemokraten aber wollen sie von Parteidemokratt« etwas erzählen! Unsere Konferenzen und Parteitage werden auf durchaus demokratische Weise gewählt und die auf dem demokratischen Prinzip konstituierte Reichskonferenz unserer Partei vom 22. März wird den Kommunisten zeigen, daß die Partei eines Sinnes ist: Schärf st erKampf gegen den sudetendeutschen Faschismus, aber auch keine Diskussion mit jenen, die unsda- bei in den Rücken fallen! haben. Man ist der Ansicht, daß beide Seiten bloß vorsichtig das Terrain sondierten und den Boden für den Fall vorbereiteten, daß Italien kraft der Umstände sich zu engeren Beziehungen zu Deutschland veranlaßt sehen würde. Anschluß Deutschlands an dar Flottenabkommen? London. Die deutsche Reichsregierung hat Großbritannien mitgeteilt, daß sie bereit sei, mit Großbritannien über einen bilateralen Vertrag auf der Grundlage des Abkommens über die Einschränkung der qualitativen Rüstungen zur See zu verhandeln. Das Abkommen könnte bei der Londoner Flottenkonferenz abgeschloffen werden. Es ist selbstverständlich, meldet Reuter, daß die Porschläge, welche iy diesem bilateralen bri- tisch^deutschett Vertrag' aüfgessoMmen werben würden, nur dann in Wirksamkeit tteten'würden, wenn ähnliche Vorschläge auch von andern Seemächten angenoinmen werden würden. Aus London wird weiter mitgeteilt, daß die Verhandlungen über ein bilaterales qualitatives Flotten-Wrüstungsabkommen nur dann ausgenommen werden würden, wenn zwischen Großbritannien und Sowjetrußland ein analoges bilaterales Abkommen abgeschloffen würde. * London. In Erwiderung auf eine Interpellation im Unterhaus« erwiderte Morrison, daß die britischen Sicherheitsvorkehrungen im Mittelmeer in ihrem bisherigen Umfang ungefähr 500.000 Pfund Sterling monatlich kosten. „Na, wenn Sie aber nach Hause gingen? Wo gingen Sie denn da hin?" „Zu meinem Geliebten." Na endlich, dachte Blaubusch. „Haben Sie ihn denn auch wirklich lieb?" Hahdee erwachte unvermittelt eine Minute, starrte Blaubusch völlig entgeistert an und meinte: «Das geht Sie einen Schmarrn an, alte Dame. Ich gehe nicht mit Ihnen ins Bett. Ich habe für solche Sachen überhaupt nichts übrig." Wen meint sie? überlegte Blaubusch. Mich oder die Fürsttn? Er griff rasch zu, sonst wäre ihm Haydie vom Stuhl gefallen. Er hielt sie mühsam aufrecht. Sie barg ihren Kopf an seiner Brust: „Gute Nacht", sagte sie. Blaubusch stand reichlich verlegen da. Das Gesicht Haydtes war so entspannt. Der Conflren- cier mußte an seine kleine zwölfjährige Tochter zu Hause denken. Er war sentimental. Und weil er senttmental war, gloffierte er dauernd sich selbst. Die richtige Rolle für dich, du alter Esel, brummte er vor sich hin. Kindermädchen bei Mondenschein l Von irgendwoher kam ein bißchen Musik, ganz schwach. Der Wind spielte in den Haaren Hatzdees, blies ihr ein paar Strähnen über das Gesicht. Blaubusch wagte nicht, sich zu rühren. Hinter ihm wurde die Tür geöffnet, und Makro- pclus warf ihm einen fragenden Blick zu. „Sie schläft", bedauerte Blaubusch. Der Grieche zog ein höhnisches Gesicht: „Sie haben ihr wahrscheinlich zu viel Witze erzählt." „Bei Gott", schwur Blaubusch,„sie hat sie alle allein gemacht.. Aber würden Sie sie mir vielleicht abnehmen?" „Aber»»ein, das besorge ich schon." Schumann war zu der Gruppe getreten und fuhr erklärend zu MakropuloS fort: „Ich habe mir nur unten auf der Straße ein bißchen einen ftischen Kopf geholt. Komm, I Verwaltunssreform in der Slowakei Hodia kündigt Kompetenz-Erweiterung der slowakischen Verwaltungsbehörden an In einer Rede, die er Sonntag in Kaschau hielt, deutete der Ministerpräsident an, in welcher Weise die Regierung den flowakischen Forderungen entgegenzukommen gedenkt. Dr. HodZa sagte unter anderem: Konsequent und systematisch arbeiten wir daran, daß sich die Slowakei im gesamtstaatlichen Leben jene Geltung und jenen Platz sichere, die ihr gebühren. Die Einheit des Staates, an welcher der Slowakei in erster Reihe gelegen ist, verträgt nicht nur, sondern erfordert gerade vom Standpunkt der Vereinfachung der Administrative die Festigung und Erweiterung der Befugnisse der flowakischen a u t o n o- men Faktoren und der administrativen Exposituren und zwar schon deshalb, weil dadurch die Zentralämter von jener Arbeit befreit werden, welche die lokalen Organe zuverlässig leisten, da sie die örtlichen Verhältniffe gut kennen. Wir gehen in der Slowakei und in der ganzen Republik einer Annäherung der Gesinnungen und der Herzen, sowie einer Konzentration aller derjenigen entgegen, welche ernstlich unserem Staate alle Bedingungen zum Aufschwung und zur Stärke verschaffen wollen. Außenpolitik der SdP — das Verderben des Sudetendeutschtums Beachtenswerte Stimme eines tschechischen Politikers Im ,Lkeuen Morgen" äußert sich ein ungenannter tschechischer Politiker über die sogenannte Kulturrede Henleins und wefft auf einen Umstand hin, der tatsächlich Beachtung verdient. Er sagt u. a-: Die Hitlerideologie wird von der überwiegenden Mehrhett der Tschechen wbgelehnt, sicher eher zum Nutzen als zum Schaden des Sudeten- deutschtums, aber es gibt immerhin eine, wenn auch verhältnismäßig geringe Gruppe unter den Tschechen, um Gajda und Stkibrnh, nämlich die extrem«Rationalen, die dieser Ideologie sicher nicht unfreundttch gegenüberstehen und die vielleicht auch bei Henlein eine gewisse Sympathie genjeßen, vor allem, weil sie auch in der R u tz- landfrage ungefähr auf der„deutschen" Lini? stehen. Auch in der Volksgemeinschaftsideologie gibt es da gewisse Berührungspunkte. Diese Gruppe wäre vielleicht auch zu einer gründlichen Revision der Außenpolitik der Tschechoslowakei bereit, wenn sie zur Herrschaft käme. Sie"wä?e sicher nicht abgeneigt, ist das sowjetfeindliche Lager einzuschwenken und mit oder gegen Deutschland etwa die gleiche Politik zu treiben wie Polen. Das wäre für Hitler sicher ein ganz beachtlicher außenpolitischer Erfolg, es fragt sich nur, um welchen Preis. Aber eigentlich ist das gar kein« Frage, der Preis wär« doch nur derselbe, den sich Polen stillschweigend ausbrdungen hat und den Httler auch ebenso stillschweigend bezahlt: nämlich ein unbehindertes Vorgehen gegen die deutsche Minderheit. In der Tschechoflowakei und darüber sollte man sich auch im Lager Henleins einmal klar werden— liegen die Dinge in dieser Hin- Haydee, wir müssen nach Hause, es ist spät." Sie erhob sich sofort, murmelte aber schlaftrunken: „Eine lange Reise mache ich aber heute nicht mehr. Das habe ich der alten Dame schon gesagt." «Sie meint mich", erläuterte Blaubusch auf Schumanns ratlosen Blick. Mit Mühe brachte der Rfttmeister Hahdee durch den Saal. Draußen im Borraum auf einer Bank schlief Direktor Lendvai und sein Smoking- Hemd blähte sich wie ein Segel. Die Erzherzogin verschwand gerade mit einem jungen Journalisten, der voll Stolz um sich blickte, ob auch alle sahen, mit wem er wegging. Dann waren sie endlich auf der Straß«. HahdLe ging traumverloren im Takt seiner Schritte neben ihm her. Im Hotel war sie nur mühsam zu bewegen, sich vor dem Ins-Bett- Steigen auszufleiden. Schließlich rollte sie sich schnurrend wie ein kleines Tier zusammen und versuchte, auf dem Betworleger sich zur Ruhe zu begeben. Schumann hob sie auf, und als er mit dieser Weichen, warmen Last beladen dastand, schien es ihm, als habe er das Leben dieses Mädchens vor irgendeiner großen unbekannten Gefahr geborgen und sei für ewig verpflichtet, sie auch weiter davor zu schützen. » Unterdessen war cS Makropulos gelungen, Lendvai zu ermuntern." Er führte ihn auf die Toilette, veranlaßte ihn, dort den Rausch, den er ttug, herzugeben und gin» mit ihm auf den kleinen Balkon, auf dem Blaubusch noch die holde Erinnerung von eben hütete. Er erhob sich mit einer demütigen Entschuldigung und verschwand. Der Budapester Bankier glotzte stumpf in den schon ganz zart über den Häusern dämmernden Morgen und ärgerte sich, daß er getrunken hatte. Er war das. was er eine zerrissene Seele nannte. Er verachtete das Trinken und ließ sich doch dazu verleiten. Er las Philosophen, . sicht gar nicht viel anders. Eine Aenderung der Außenpolitik wäre wahrscheinlich auch mit einer Aenderung in der Innenpolitik verbunden und ein Einschuß Hitlerfreundlich- leit in a uße npo li ti sch e r H i ns i cht würde auch in der Tschechoslowakei gründlich kompensiert mit einem alle Rücksichten fallen lassenden Vorgehen gegen alles Deutsche in der Innenpolitik. Hiüer würde dagegen genau so wenig eimvenden, wie im Falle Polen oder Italien. Das Sudetendeutschtum würde I jedenfalls— wie die Dinge heute liegen— von einer außenpolitischen Wandlung der Tschechoflowakei überhaupt nichts profitieren. Es käme nur aus dem Regen in die Traufe. Es bliebe auf der Strecke Prctz—Berlin als das zerschun- dene Opfer liegen. Amtsübergab« im Außenministerium. Der Vor- i sitzende der Regierung Dr. Milan Hodja übergab Montag formell im Beisein der Chefs der Sekttonen und Abteilungen die Verwaltung des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten an seinen Nachfolger, den Minister Dr. Kamil Krofta, und verabschiedete sich in einer kurzen Ansprache von den Anwesenden. Minister Dr. Krofta dankte dem Vorsitzenden der Regierung in innigen Worten. Im Patscheider-Prozetz begann am Montag in Anwesenheit aller Angeklagten der Staatsanwalt Dr. Chalupa aus Troppau in deutscher Sprache sein Plädoyer. Er gab zunächst eine Uebersicht über"die deutsche antistaatliche Tätigkeit im Grenzgebiet aller Nachbarstaaten Deutschlands und über die antitschechische Propaganda. Sodann ging er zur hochverräterischen Tätigkeit der Angeklagten über. Insbesondere verwies er auf die Differenzen Mischen der äußeren und der inneren Polittk dieser deutschen Kreise: nach außen loyal, insgeheim aber arbeitete man gegen die territoriale Integrität des Staates. Erst die Auffindung des Sonderbefehls vom 4. Oktober 1033 habe es ermöglicht, den Schleier von diesem geheimen antitschechischen Lager zu ziehen. In diesem Lager hätten sich einige der Angeklagten befunden, die durch Jahre Hochverrat betrieben hätten, und zwar nicht nur gegen den Staat und die tschechoflowakische Nation, sondern auch gegen das staatstreue deutsche Volk in der Tschechoflowakei. Dienstag wird der Staatsanwalt sein Plädoyer beenden. Toulouse. Montag fand unter Beteiligung von rund 2000 Delegierten die erste Sitzung des Kongresses der vereinigten allgewerkschastlichen Föderationen statt. Im Präsidium sind sowohl Delegierte des ehemaligen Allgewerkschaftlichen Arbeitsverbandes als auch Delegierte des ehemaligen Kommunistischen A.rbeMvxxltzndeS' vertreten. Die Hauptfragen des Kongreßprogramms, die Ausarbeitung von Statuten, die Angliederung des neuen Verbandes an eine Internationale, das Verhältnis zu den politischen Parteien u. ä. wurden einzelnen Kommissionen zugewiesen. Kairo. Montag begann der britische Hohe Kommissar Miles Lampson die Beratungen mit der ägypttschen Delegation, um definittv die vier Punkte, die in der ägyptischen UnabhängigkeitSerklärung vom Jahre 1022 ausbedungen worden waren, zu regeln. Es find dies folgende Punkte: 1. Die Sicherheit der britischen Reichsverkehrslinien in Aegypten. 2. Die Betteidigung Aegyptens gegen fremde Angriffe. 3. Schutz der Jntereffen der ftemden Minderheiten. 4. Sudan. schwärmte für Gerechtigkeit und macht: Geschäfte, bei denen die kleinen Leute, für die er in seinen Wirtschaftsartikeln eintrat, oft erheblich Gelverloren. Makropulos liebte solche Leute mit „Zwiespälten" nicht sehr. Wer da diese in manchen liberalen Kreisen sehr angesehen waren, und Lendvai als enragierter Pazifist galt, der nur .gerechte Rüstungsgeschäfte" finanzierte, so war er ihm wichtig. Wichtig auch wegen der Kenntnis der menschlichen Seele, die er besaß. Während Makropulos ein Draufgänger war, der von vornherein mit der absoluten Bestechunqsbereit- schaft der Menschen rechnete, wußte Lendvai ausgezeichnet Bescheid um die subttlen Notwendigkeiten, die erfüllt werden mußten, um bei etwas komplizierteren Charakteren zum Ziele zu gelangen. „Der Schumann hat den Vertrag mitgenommen, ohne ihn unterschrieben zu haben", begann Makropulos. Lendvai betastete seine Schläfen: „Eigentlich ein gutes Zeichen, daß er an- geschwipft nicht unterschreibt. Warum ärgern Sie sich darüber?" „Weil ich ihn doch im Grunde gar nicht kenne. Gewiß, die Auskünfte und Beobachtungen sind umfassend, und sein Tick, die Kinder zu suchen, hält ihn ab, sich sonst irgendwie privat zu verlieren. Wer er hatte so einen merkwürdigen Ton in der Stimme. Leute, die bisher gewohnt waren, so allein ihre Geschäfte zu betreiben, sie mit Erfolg zu betreiben, bilden sich ost wer weiß was ein. Außerdem: er läuft da mit so einem Mädel herum— mir gefällt das nicht." Lendvai hatte, wie alle Menschen seiner Art, keine allzu große Meinung von Frauen: „Mso was kann das schon kosten?" „Das läßt sich nicht übersehen. Hier auf dem Fest hat sie sich benommen wie ein kleines Mädchen. Das ist eben das Schlimme. Sowas ist schwer zu bestechen. Oder auch nur abzulenken. (Fortsetzung folgt.) Genf als Friedensvermittler! Ein Antrag Flandlns angenommen WAFFEN Manfred Georg| Nr. 53 Dienstag, 3. März 1936 Seite 3 fudetendeu tediet Zeifepie^cf Der Tachauer Mörder— SdP-Ordner! Schwere Blamage der SdP In Troppaii Willi Zucht, der in der Vorwoche bei Tachau de« Arbeiter Heidenreich erstach und der sich inzwischen der Polizei in Tachau gestellt hat, hat ein«„interessante" Vergangenheit. Er war bereits fünfundzwanzig- malvorbestraft. Und noch bemerkenswerter ist, daß dieser Mensch, in seinerHeimat als asoziales Individuum geltend, im Wahlkamps 1935 in einer Versammlung in Altzedlisch von der SdP al- Ordner gegen die Anhänger unsever Partei eingesetzt wurde. Also war Willi Zucht— wir denken an Potempa— auch rin „Kamerad"! Verhaftung eines SdP-Ortslelters Sonntag abends wurde der Ortsleiter Kanneberger der SdP in Bensen, der in Aussig als Techniker beschäftigt ist, von der Gendarmerie verhaftet und dem Kreis- gerichte in Leitmeritz eingeliefert. Üeber die Gründe dieser Verhaftung erfahren wir unter anderem folgendes: Kanneberger teilte einem anderen Funktionär der SdP mit, daß er in Deutschland in Stellung war, aber wegen feister tschechoslowakischen Staatszugehörigkeit wieder abreisen mußte. Wenn er aber hier im Sinne des Dritten Reiches sich betätigen würde, hätte er Aussicht, draußen wieder eine Stellung zu bekommen. Er scheint nun Andeutungen gemacht zu haben, daß er dazu die Hilfe des erwähnten Funktionärs benötige. Diesem wurde die Sache bedenklich und er wandte sich angeblich an die Bezirksleitung der SdP in einem Schreiben und verlangte Weisungen. Da er keine Antwort erhielt, erstattete er die Anzeige. Darauf wurde Kanneberger in Haft genommen und einige Haussuchungen vorgenommen, wobei belastende- Material gefunden wurde. Kanneberger wurde nach Leitmeritz eingeliefert, und die anderen jedoch auf freien Fuß belasten. Wegen einer Aeußerung, die gegen das Schutzgesetz verstößt, wurde ferner der Klempnermeister Franz Hegenbarth verhaftet und dem Kreisgerichte überstellt.• „Mit der Reaktion diskutiert man nicht.. Gehörig aufgipulvert durch den Hinauswurf ihres bisherigen Chefs Budin und neu gestärkt, durch den wundertätigen Geist Gottwalds durchsuchen die Redafteure der„Roten Fahne" nunmehr täglich die Spalten unserer Presse nach Stoff für billige Polemiken. Daß an dieser Stelle unlängst einige deutliche Worte an die Adresse des„Venkov" gerichtet wurden, ist für da- Kommunistenblatt ein schöner Anlaß, zweispaltig zu jubilieren:„Jaksch gesteht Bankrott". Di«„Rote Fahne" stellt sich dabei noch dümmer als sie nach den neuesten Moskauer Vorschriften eigentlich sein müßt«. Es ist nur ein schäbige- Ablenkungsmanöver, einen ernsten Appell an die staatspolitische Verantwortung der tschechischen Parteien auf eine Stufe mit den seitenlangen Bankrotterklärungen der kommunistisch«» Führer zu stellen. Am Hause des Gehenkten soll man bekanntlich nicht vom Strick reden. Eine Partei, deren bisherige Führergarnitur sich wieder einmal öffentlich ins Gesicht spucken muß, ist hervorragend dazu legitimiert, uns Sozialoemo- kraten„Bankrott" vorzuwerfen. Die„Rote Fahne" schließt ihre Enthüllung mit einer furchterweckenden Drohung:„Mit der Reaktion diskutiert man nicht. Gegen die Reaktion kämpft man." Das soll sie dem Litlvinofs erzählen, wenn er nächstens wieder nach Genf oder sogar in die Hauptstadt des japanischen Imperialismus reist. Uebrigens: vor der Präsidentenwahl haben auch unsere Kommunisten sehr gern diskutiert— auch mit tschechischen Agrariern. Sie rühmten sich damals laut, daß sic bis in die Reihen der tschechischen Agrarpartei hinein eine erfolgreiche Propaganda für Benes entfaltet hätten. Jedenfalls haben unserere Ober-Revo- luzzer am 18. Dezember ganz brav an der Seite der tschechischen Agrarier die Hände erhoben. Heute soll es nimmer wahr sein. Weil die Demokratie vorläufig gesichert ist, wgllen sie nur noch kämpfen— mit dem aufgerissenen Maul natürlich. Die Geliebte angeschossen, sich selbst getötet In Holschitz bei Brüx erschien Montag der 25jährige Arbeitslose Wenzel Drescher aus Ha- reth bei seiner Geliebten Anna Schwenda, die dort bei einem Landwirt bedienstet ist. Rach einem kurzen Wortwechsel feuerte Drescher gegen die Schwenda einen Revolverschuß ab, der das Mädchen jedoch nur leicht verletzte. Da sie jedoch trotzdem zu Boden sank, war Drescher der Meinung? sie getötet zu haben, und verübte Selbsmwrd durch Erschießen. Vekfentllche Versammlung der Opposition rechnet ad Die starke und organisierte oppositionelle Gruppe in der Troppauer SdP, die seit langem von sich reden macht, Hatte für den 29. ds. ins Schützenhaus in Troppau eine öffentliche Versammlung einberufen. Als Redner war Doktor Robert Goldberg aus Prag erschienen, der wegen seiner Kritik an dem Spann-Faschisten Walter Brand im Sommer vorigen Jahres aus der SdP ausgeschlossen worden ist. Im Jänner hatte man in Rumburg noch den Oppositionsredner Pfeifer niedergeschrieen. Die Henleinpreffe brachte auch für die Troppauer Versammlung eindeutige Drohungen, daß jeder Versuch zur Opposition niedergeschlagen werden sollte. Der Opposition ging es vor allem darum, zu beweisen, daß heute, kurze Zeit nach dem.Erdrutsch" vom 19. Mai, eS trotz diesen Drohungen möglich ist, eine öffentliche Versammlung durch- zuführen. Dieses Vorhaben ist gelungen, obwohl die SdP mit allen Mitteln die Versammlung zu sprengen versuchte. Schon der erste Versuch, die Bersamm- lungSleitung zu terrorisieren, scheiterte. Als der Redner zu sprechen begann, setzte minutenlanges Geheul ein, das sich nach jedem Satz deS Redners wiederholte. Man versuchte auf alle mögliche Weise den Redner auS dem Konzept zu bringen und ihm die Beendigung der Rede unmöglich zu machen. Als die Ausführungen Goldbergs über das Versagen des Spann'schen Ständewesens in Oesterreich auf das Interesse der Zuhörer stießen, wurden die Störungen, vom Kreisleiter Barwig dirigiert, aufs neue ausgenommen. Auch die sichtlich unangenehmen Andeutungen über die Molle des Kameradschaftsbundes wurden durch Gebrüll zu ersticken versucht. Hiebei taten sich besonders die.züchtigen deutschen Frauen" unter Führung der Kreisleiterin B r d a hervor. Den schlagenden Argumenten des Redner- gegenüber, der den Zwischenrufern die Antwort nicht schuldig blieb, versagte schließlich die wohlorganisierte Radautaktik. Dr. Goldberg charakterisierte, ohne daß die Herren noch zu widersprechen wagten, die vielen Gesichter der SdP, die in Prag, in Genf, in London, in Aus sig lwer in Garmisch Partenkirchen immer eine andere Maske trage, je nach der Macht, bei der sie schnorre. Der Redner erklärte, daß die SdP daS politische Leben in der Tschechoslowakei geradezu vergiftet habe. Er sorderte eine ehrliche demokratische Politik und Zusammenarbeit der deutschen Parteien, welche durch di« Katastrophenpolitik der SdP heute unmöglich gemacht wird. Der Redner erklärte, daß der Gedanke der völkischen Solidarität, nicht den Gedanke" der Totalität im Vordergrund stehen müsse. Eine reaktionär« Volkspartei werden die Volksgemeinschaft nie verwirklichen, dies könne nur eine wahrhaft sozialistische Volkspartei. Endlich geißelte Dr. Goldberg noch die unwürdigen Methoden der SdP-Leute und erklärte, man müsse aus ihnen schließen, daß eS durch die Erziehungsarbeit der SdP mit den Sudetendeutschen sehr bergab gegangen sei. Die Opposition werde, schloß Dr. Goldberg, Fortschritte wachen und, wenn die SdP-Führung nicht andere Wege beschreite, werde sie eines Tages isoliert dastehen. Der oppositionelle Redner konnte bei verhältnismäßiger Ruhe im Saale seine Ausführungen beenden. Nachdem auch noch ein zweiter Redner der Opposition zu Ende sprechen konnte, war es klar, daß die bestellten Terrorversuche der Drahtzieher gescheitert waren. Als größte Blamage kann die SdP aber buchen, daß ihr eigener Kreisleiter Barwig nichtzuWortekommen konnte, da seine Gesinnungsgenossen den ersten Zwischenruf von der Gegenseite(und zwar:»jetzt spricht der erste bezahlte Redner!") mit Tätlichkeiten beantworteten und den ehemaligen eigenen Kreisleiter Dr. Hmnpl bedrohten, worauf der Regierungsvertreter die Versammlung auflöste. Als hierauf die SdP-Leute durch Absingen ihres Kampfliedes demonstrierten, räumte die Polizei den Saal. Der Boden deS Borhauses war mit Glassplittern besät— ein würdiges Symb ol der faschistischen Volksgemeinschaft. Die Taffache und der Verlauf der ganzen Versammlung beweisen, daß der Henlein- i au b ei z u v e r fliegen beginnt,. Wichtige Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts über Versicherungspflicht der Bedienerin Eine Krankenversicherungsanstalt hatte seinerzeit einem Arbeitgeber die Kranken-, Altersund Invalidenversicherung mit rückwirkender Geltung vom Jahre 1927 für seine Bedienerinnen vorgeschrieben. Der Arbeitgeber trat, nachdem seine Berufung vom Bezirks- und LandeS- amt abgewiesen worden war, den Beschwerdeweg zum Ober st em Verwaltung s g e r i ch t an. In der Eingabe betonte er, daß seine Bedienerinnen nicht der Versicherungspflicht unterliegen, da sie nur eine gelegentliche und Nebenarbeit verrichten und in ihrem Hauptberuf im Haushalt ihrer Eltern tätig sind. Es handelte sich um die Töchter von Arbeitern in Eisenwerken, die mit Eltern in gemeinsamen Haushalt lebten. DaS Oberste Verwaltungsgericht wies die Beschwerde als unbegründet ab. In der Begründung heißt es, daß die Arbeiten der beiden Bedienerinnen alsHauptbe- schäftigung änzusehen seien, da zur Führung ihres Haushalts ihre Mutter allein genüge. Auch sei unwesentlich, daß sie neben gelegentlichen Entlohnungen in Naturalien vom Arbeitgeber nur je XC 100.— monatlich erhielten'. Von ihrem Verdienst halfen sie den Eltern zum Unterhalt der unmündigen Geschwister und trugen so zum gemeinsamen Haushalt bei. Ihre Väter seien nicht so situiert, daß sie den Beitrag nicht benötigen werden. Diese Entscheidung des Obersten Verwal- tungSgerichtShofeS bringt über den bisher recht unflaren Begriff»Bedienerin" versicherungsrechtlich endlich Klarheit, was für diese Kategorie ar-, beitender Frauen überaus wichtig ist. Glaudenskampf in Roßbach. Zwischen einem Teile der Roßbacher evangelischen Kirchengemeinde und ihrem Pfarrer Ottomar Müll- n e r bestehen seit Jahren persönliche und welt- anschauliche Fehden, die ihren Ausdruck nicht zuletzt darin fanden, daß vielfach die Zahlung der Kirchensteuer eingestellt wurde. Mehrmals mußten zu Begräbnissen auswärtige Geistliche herangezogen werden, da sich Leute weigerten, ihre Toten von Pfarrer Müllner einsegnen zu lassen. Auf der anderen Seite verfügt Pfarrer Müllner aber über einen Anhang und es kam in letzter Zeit so weit, daß bei der evangelischen Kirchengemeinde ein« ganze Anzahl von Austritten angemeldet wurden, im Zusammenhang« einer angeblich von Pfarrer Müllner beabsichtigten Gründung einer Herrnhuter Gemeinde in Roßbach. Der Konflikt erreichte nun einen Höhepunkt in der vorläufigen Amtsenthebung des Pfarrers durch die vorgesetzte KarlSbaderKirchenbehörde und der gleichzeitigen Einleitung einer DiSzipli- naruntersuchung gegen ihn. Die 4300 Einwohner zählende Gemeinde Roßbach ist fast ganz protestantisch und die Rohbacher evangelische Kirche eine der ältesten im ganzen Gebiete der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Roßbach hatte bereits in der Umsturzzeit einmal eine heftige Kirchenfehde erlebt, als der damalige Ortspfarrer Kettenbach, ein fanatischer Eiferer, versuchte, eine Art eigener kommunistischer Reli, gion zu begründen. Er hatte in jener bewegten Zeit großen Zulauf und predigte im Büßer- gewande die allgemeine Verbrüderung, bis die Kirchenbehörden seinem Sektierertum einen Riegel vorschoben. Auch die neue, durch Pfarrer Müllner veranlaßte Fehde, hält die ganze Gemeinde in großer Spannung. Henlein«nd die Folgen. Der Troppauer „Sudeten-Gebirgsverei n", der antistaatliche Agitation getrieben und seine Mitglieder zum Eintrift in den reichsdeutschen Arbeitsdienst »eingeladen" hatte, ist von der Polizei aufgelöst worden. Die Gemeindekasse erbrochen. Unbekannte Täter brachen in die Kanzleiräume deS Gemeindeamtes Ullersdorf bei Dux ein, brachen den dort befindlichen eisernen Geldschrank auf und entwendeten 2731 XL in bar sowie ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 30.000 XL. Die Sicherheitsbehörden haben die Nachforschungen nach den Tätern ausgenommen. Marienbadrr Kurbaddirektor nach Palästina berufen. Der Direktor der Marienbader Kurbadeanstalten, Ingenieur D o b e r a u e r, ist nach Tile- rias'in Palästina berufen worden, um die Richtlinien für die Verwendung der neu gefaßten und, aus Römerzeiten bekannten TileriaS-Warm- quellen für Badekuren aufzustellen. Zwischen Himmel und Erde. In eine entsetzliche Lage kam in Ploschkowitz bei Leitmeritz ein Arbeiter, der mit dem AuSsägen dürrer Aeste an einer Obstbaumstraße beschäftigt war. AIS er in einen Baumwipfel gekletteft war und in einem sogenannten.Zwiebelast" festen Fuß gefaßt hatte, um einen überhängenden Ast abzusägen, riß der Ast und der Unglückliche hing, mit dem Fuß im Zwiebelast, zwischen Himmel und Erde kopfunten. Seine verzweifelttn Hilfeschreie wurden von niemandem vernommen, nach einiger Zeit verlor er daS Bewußtsein. Schließlich wurden Holzsammler auf den Verunglückten aufmerksam, die seine Rettung veranlaßten. Nachwahlen bestätigen den spanischen Linkssieg Madrid. In fünf spanischen Wahlbezirken fanden am Sonntag Ergänzungswahlen von 20 Abgeordneten statt. Die Ergebnisse dieser Wahlen werden keinen Einfluß auf die Gruppierung der Mehrheit üben. Den ersten Meldungen zufolge bestätigte auch bei der sonntägigen Wahl d i e Linke ihren Erfolg, den sie vor zwei Wochen erzielte. Die Volksfront veranstaltete in Madrid ein« Feier ihres Wahlsieges, die einen durchaus ruhigen Verlauf. ahm. Bei dem Vorsitzenden der Regierung erschien bei dieser Gelegenheit eine Delegation, an deren Spitze der sozialistische Führer B a st e i r o und der Vorsitzende der republikanischen Union Martinez Barria standen, die dem Ministerpräsidenten die Fordeningen der Manifestanten verdolmetschten. Insbesondere werden die Erweiterung der Amnestie, die Ausnahme ausgedehnter öffentlicher Arbeiten und die A u f- lösung der faschistischen und monarchistischen Organisationen gefordert. Auch Arbeitsfront von der Schweiz eingestellt Bern. Die schweizerische Bundesanwaltschaft ließ dem in Basel wohnhaften deutschen Staatsangehörigen Schrader wissen, daß seine Tätigkeit als Landesgruppenleiter der Deutschen Arbeitsfront als ein Teil der Tätigkeit der Landesleitung der NSDAP unter das bundeSrätliche Verbot falle und somit endgültig nicht mehr ge st att et sei. Den deutschen Sportvereinigungen in der Schweiz wurde jedes öffentliche Auftreten in geschloffenen Formaftonen, Marschkolonnen und so weiter verboten. Japan braucht einen„starken Mann" Tokio. Die Bildung der neuen Regierung dürfte erst in einigen Tagen erfolgen. Prinz S a y o n j i, der Berater des Kaiser-, traf hier ein und hatte Besprechungen mit dem Kaiser und anschließend daran mit dem Präsidenten des Geheimen StaatSrates. Nach Ansicht der Armee müsse der Ministerpräsident eine starke Persönlichkeit sein, die imstande wäre, die Krise zu be- seittgen. Die Meldung, daß alle Offiziere der Aufständischen Selbstmord begangen haben, scheint sich nicht zu bestätigen. Offiziell Ivird nur der Selbstmord des Kapitäns N o n a k a, des Führers der Aufftändischen, bestätigt. Dagegen hat ein Oberleutnant des gegen die Aufständischen eingesetzten Leibregimentes gemeinsam mit seiner Frau Harakiri verübt, weil er es angeblich Nicht ertragen konnte, daß japanische Truppen gegeneinander kämpfen. Außerdem hat sich ein Major des 3. Infanterieregimentes erschossen, weil sein Versuch, die Aufständischen zur Rückkehr in die Kasernen zu bewegen, vergeblich geblieben war. Auch der Munitionsoffizier deS meuternden Regimentes hat Selbstmord begangen, weil er sich oafür verantwortlich fühlte, daß die Meuterer scharfe Munitton fassen konnten. Im Kriegsministerium hat wieder ein Hauptmann einen Major angeschossen und schwer verwundet, weil er dem Kriegsminister Vorschläge für die Versöhnung mit den Aufständischen machen wollte. Wie Okada flüchtete Im Sarg neben der Leiche seines Schwagers Schanghai. Das Blatt„North China News" berichtet, daß unter folgenden dramatischen Umständen der japanische Ministerpräsident Okada sein Leben vor dem Angriffe der Aufftäiwischen gerettet hat: Oberst Mitsui, ein Schwager Okadas, ließ sich, als er bemerkte, daß ihn die Angreifer für den Admiral Okada hielten, an Stelle Okadas erschlagen. Okada, von seinen Dienern rechtzeitig auf di« Gefahr aufmerffam gemacht, verbarg sich im Hause in einem Metallkofser. Auf den Irrtum der Angreifer ließ dann Okada* seine Familie aufmerksam machen, als sie gekommen war, um seine Leiche zur letzten Ruhe zu bestatten. Okada legte sich mit Hilfe seiner Familienmitglieder und der Dienerschaft insgeheim i n einen Sarg von großen Ausmaßen, in welchem der Leichnam seines Schwagers ruhte, und wurde so aus seinem Hause weggebracht, das von Aufständischen besetzt gehalten wurde. Textllarbeiterstreik In Lodz Warschau. Der Streik in der Lodzer Textilindustrie nimmt bisher einen ruhigen Verlauf. Im Streik befinden sich 30.000 Textilarbeiter von Lodz und 10.000 Textilarbeiter in den übrigen Zentren der Texftlindustri«. Die Textilindustriellen, deren Betriebe von dem Sfteik betroffen sind, neigen mit Rücksicht auf die beginnende Sommersaison zu Verhandlungen mit den Streikenden. Seiit 4 Dienstag, 3. März 1936 Nr. öS Die Blut-Mystik der japanischen Gehelmbünde (MTP.) Mit immer wachsenderer Klarheit erkennt man, daß der Putsch von Tikio durchaus das Werk der großen japanischen Geheimbünde ist, aber nicht ausschließlich, wie man angenommen hatte, das Werk des„Schwarzen Drachen". Ein amerikanischer Reporter, der seit Jahren in Tokio lebt, hat die Existenz von nicht weniger als 17 großen Geheimbünden feststellen können, denen Hunderte, vielleicht tausende kleinere unterstehen. Diese 17 großen Bünde find aber durchwegs von der Militärpartei dirigiert, von den„Maffias", die nun Tokio unter Blut gesetzt haben. Der Heldentod des Leutnants Kusukara Unter den Experten der japanischen Delegation bei der Londoner Marine-Konferenz des Jahres 1930 war auch der Leutnant Kusukara. Als das Abkommen unterzeichnet war, durch welches der Entwicklung der japanischen Flotte Schranken auferlegt wurden, schloß sich Kusukara in feinem Hotelzimmer ein, leerte eine Flasche Whisky und beging Harakiri, indem er sich, nach alter Samurai-Sitte, den Bauch Mit seinem Offiziersdegen aufschlitzte. In seinem Zimmer fand man die lakonische Nachricht:„Ich wollte gegen die Schmach protestieren, welche die Regierung meinem Lande zufügt." Ein Freund des glorreichen Soldaten, der Leutnant Moitiro, kam rasch genug an das Totenbett, um in einem Gefäß das ausströmende Blut des Sterbenden zu sammeln; in tiefstem Geheimnis brachte er die Reliquie nach Tokio. Im November 1930 versammelten sich heimlich 2.3 Kameraden des Leutnants Kusukara, durchwegs junge nationalistische Offiziere, und jeder öffnete sich eine Vene, in die er einen Tropfen vom Blute Kusukaras eintreten ließ. Hierauf schworen, die 23, die Regierung zu stürzen, die, ihrer Meinung nach, das Land entehrte—r das war die Geburtsstunde der„Ketzöumei-Domei", der„Brüderschaft vom Blute". „Der Herr Ministerpräsident wird gebeten, . sich nmzubringen!" In den Jahren 1930/32 ermordete die Brüderschaft 24 hochgestellte Persönlichkeiten. Ihr letztes Opfer war N e n u k a i, der damalige Ministerpräsident. Bom Respekt zurückgehalten, den sie feinem hohen Alter zollten, wollten sie ihn nicht ermorden; sie ließen ihm also einen in Seidenpapier gewickelten Dolch auf den Schreibtisch legen und die kurze Mitteilung:„Der Mann, der Japan entehrt, kann Buße tun, indem er Selbstmord begeht." Drei Tage warteten sie— dex Premierminister beging nicht Selbstmord. Am vierten Tage wurde er niedergeschosien. Die Täter, drei Terroristen, wurden zu milden Strafen verurteilt, da das Gericht die edlen Motive zu achten erklärte, die sie zu ihrer Tat getrieben hatten. Maffenterror und Terroristen in Masse Nach dem Tode Aenukais verschwanden die »Lrtzoumei-Domei" sehr bald, fanden aber zahlreiche Nachahmer, die romantische Benennungen lieben,„Schwarze Teufel",„Rächer des letzten Tages",„Brennende Herzen",„Bruderschaft vom Heiligen Lotus", sich aber trotz der Romantik der modernsten Technik bedienen und stets über Dlafchinengcwehre allerletzten Modells verfügen, über die raffiniertesten chinesischen Geheimgifte und die kugelfestesten Panzerautos. Ihre geheimen Papiere verstecken sie nicht in Ruinen, sondern, viel bequemer und sicherer» in Bank-Safes. Ihr Programm läßt sich im wesentlichen in drei Punkten zusammenfassen: 1. Kampf gegen jode Regierung, die den Eroberungskrieg in China und Rußland zurückweist. 2. Kampf gegen den Marxismus. 3. Kampf gegen die großen Wirtschaststrusts. Bushido, das blutige Sittengesetz Sachverständige sind der Ansicht, daß die Geheimbewegungen seit 1932 derartigen Auf- schwung gewonnen haben, daß ihnen heute mindestens 35 Prozent der japanischen Offiziere angehören, die alle den uralten, grausamen Sittenkodex des Bushido hochhalten. Bushido verlangt die Aufrechterhaltung der alten Einfachheit der Sitten, die Mißachtung von Geld und Geldeswert, Opfermut für Kaiser und Vaterland.'Infolgedessen verlangen die Geheimbünde von jedem Reichen, der ihnen beitritt, eine Spende, die nicht weniger als die Hälfte seines Vermögens beträgt. Das Kapital der Geheimbünde soll enorm sein: man spricht von einer halben Milliarde Ven. Dieses Geld wird nicht nur zum Ankauf von Waffen aus Stahl verwendet, sondern auch zum Ankauf der viel gefährlicheren papierenen— die Geheimbünde verfügen über eigene Zeitungen, sie anerkennen die sechste Großmacht, und jede der Ivichtigeren Organisationen kann sich rühmen, ein «sympathisierendes" Blatt zu haben. Minister und StarS sterben Die Geheimbünde terrorisieren nicht nur Staatsmänner, sondern wenden sich rücksichtslos gegen jeden, der ihnen irgendwie im Wege zu stehen scheint. So ermordete im Jahre 1934 der „Schwarze Drache" die Kinodiva Tsuru Aoki, die in Hollywood mit dem großen japanischen Schauspieler Sessue Hayakama gedreht hatte. Nach ihrer Rückkehr nach Japan wurde sie die Geliebte des Prinzen Konoya. des Senatspräsidenten, und die Nationalisten beschuldigten sie, ihren Einfluß, der, unbestreitbar war, zugunsten Amerikas aus- zuüben. Eines Wbends, im Theater, in ihrer Garderobe, erhielt der Star einen herrlichen Chrysanthemenstrauß, in dem sie folgenden Brief fand:„Wir bewundern Dein Talent, sind aber leider verpflichtet, es zu töten." Tsuru Aoki lachte und jedermann, dem sie ihr Erlebnis erzählte, meinte,, sie wolle amerikanische Reklamemethoden nach Japan importieren. Bereits am nächsten Morgen war sie tot. Am 28. März 1935 wurde der Chef der Staatspolizei, Tsutya, der zahlreiche Geheimnisse der Bünde kannte und den Bankier Suzuki stützte. ein Kind erhängt sich Die Spalten der Zeitungen sind voll von Selbstmorden aus Not. Wenn Menschen jahrelang arbeitslos find und auch in Zukunft nichts anderes vor sich sehen als den endlosen Ablauf von Trostlosigkeit, dann gebricht es ihnen an Mut, ein solches Schicksal weiter zu tragen. Und sie machen Schluß. Aber selbst in der Kette menschlicher Tragödien, die die kapitalissische Krise auf dem Gewissen hat, gibt es noch Höhepunkte des Tragischen. Wir wollen von einem solchen berichten. Die Geschichte spielt ist W i e n, im schwarz gewordenen Wien, im Wien, das die Mietzinse der Gemeindewohnungen er- barmungslos verdoppelt hat. In einem kleinen städtischen Siedlungshaus auf dem Lagerberg wohnt die Familie eines Arbeiters, der in einem städtischen Betrieb beschäftigt ist. Ter Mann bezieht einen knappen Lohn, von dem noch alles Mögliche abgezogen wird. Und überdies muß er monatlich volle 45 Schilling Zins abführen. Es bleibt zu wenig zum Leben, zu viel zuni Sterben. Seine drei älteren Söhne sind arbeitslos, Walter, der jüngste ist dreizehn Jahre alt. In wenigen Monaten wird er die Schule verlassen und dann sieht auch er nichts vor sich als das beschämende Dasein eines unnützen Essers mehr. Die Mutter, zernnirbt von Not, ist in der letzten Zeit ost unwirsch. Streit gibt es häufig, denn die Not ist der sicherste Zerstörer des Familienglücks. Und so reist in Walter ein furchtbarer Entschluß: sich einfach aus diesem Leben davonzuschleichen. Unter, dem Vorwand, das Klosett aufzusuchen, geht er eines Abends auf die Veranda, befesfigt eine Rebschnur am Balken des Geländers und hängt sich auf. Von unbestirnrnter Angst erfaßt, hält die Mutter Nachschau. Noch kommt sie zurecht, um die Schnur durchzuschnciden. Ohnmächtig fällt ihr der Bub in die Arme. In der Kinderklinik, als er die Augen aufschlägt, ist des Jungen erste, bange Frage:„Kostet es die Eltern auch besfimnit nichts, wenn ich hier liege?" Erst wiederholten Beruhigungen schenkte er Glauben. Und wenn er wieder„gesund" ist und die Klinik verlassen kann? Was wird dann mit Wal- ter geschehen? Kann der Vater den hohen Zins nicht bezahlen, so werden sie alle delogiert, das ist jetzt so üblich geworden in Wien. Unter Karl auf den es die Terroristen besonders abgesehen hatten, nach vorangehender Warnung, trotz aller Maßregeln, am angesagten Tage ermordet. Der Präsident war als Passagier in einem. Flugzeug der Linie Tokio-—Mgasaki, simulierte, um den Mord zu entgehen, Sclbsünord durch Vergiftung, indem er ein Mittel gegen Luftkrankheit einnahm, ein anwesender Arzt, sein Komplize, stellte den Tod fest. Die angebliche Leiche sollte nach Europa überführt werden, aber der Pilot des Flugzeuges, ein Geheimbündler, zerstückelte sie.'• So arbeiten die Geheimbünde. Heldenhaft, maßlos und furchtbar in ihrer Blutrüntzigteit kämpfen sie um ihr Idol, bemüht, den Ruf des Hauptmanns Aido zu verwirklichen, eines der Mörder Aenukais: „In zwanzig Jahren muß die aufgehende Sonne die ganze Welt erleuchtens" Seitz hätte Waller nicht zur Rebschnur greifen müssen, aber der darf jetzt nur unter Bewachung auf die Straße gehen. Richard Schmitz aber, der ernannt«>H e r r von W i e n. ist ein gar strenger Hausbesitzer. Der versteht es, Zinse einzutreiben. In einem Satze die Charakteristik unserer Zell: Ein Kind erhängt sich, um die Not der Ellern zu lindern! Krise auch der Bahnhofswirtschaften. Die mährischen Pächter der Bahnhofsrestauränts haben an das Eisenbahnministerium ein Memorandum gerichtet, worin sie Aufhebung der 25pro- zentizen Ermäßigung für die an Eiseybahnange- stellte verabreichten Getränke und Speisen fordern. Gleichzeitig fordern die Pächter billigere Frachttarife für ihr« Bier- und Getränkebezüge sowie die Ueberlassung von Kohle zu Regiepreisen. In dem Memorandum wird ferner darauf hingewiesen, daß der Pachtschilling für die Bahnhofswirtsckmften unverhältnismäßig teuer sei in einer Zeit, da deren Einnahmen um etwa 50 Prozent gesunken sind. Die von der Eisenbahnverwaltung bisher bewilligten fallweisen Pachtherabsetzungen werden als ungenügend bezeichnet. Soldatenselbstmord. Auf dem Hutberg bei Komotau wurde die Leiche des Soldaten I. Jaros äufgefunden. Er hatte Selbstmord durch I Erhängen verübt. Jaros diente beim Jnfante- rie-Rxgiment Nr. 46 und tvar seit acht Tagen als abgängig gemeldet worden. Bor seinem Abgang soll ihn seine Geliebte besucht und ihm mllzeteilt haben» daß sie von ihm ein Kind erwarte. Darin dürfte das Motiv der Verzweiflungstat zu suchen sein. Das Prager Straßenbahnunglück. Mit Ausnahme der beiden schwerverlebten Frauen Wurden alle bei dein Zusammenstoß vor dem Museum Verletzten im häusliche' Pflege entlassen. Ueber die Ursachen des Unglücks herrscht bis heute keine vollständige Klarheit, da die zahlreichen Zeugenaussagen in wichtigen Punkten auseinandergehen. Bor allem komüe die Frage, ob der Zusammenstoß eine Folge der Entgleisung des Straßenbahnwagens oder umgekehrt die Entgleisung eine Folge des Zusammenstoßes mit dem Auto war, noch nicht eindeutig beantwortet werden. Flüchtender Dixb schießt einen Knaben nieder. In der Nacht auf Sonntag'brang ein bisher unbekannter Dieb in den Hühnerstall des Landwirtes Prade in Ober-Proschwitz(bei Gablonz) ein, wurde jedoch durch die Hausbewohner aufgescheucht und ergriff die Flucht. Der Landwirt Prade und sein 13jähriger Sohn nahmen die Verfolgung des Diebes auf und der junge Prade hätte ihn bereits eingeholt, als der llichekannte sich plötzlich umdrehte und einen Schuß abgab,! der den Knaben in die rechte iBrustseite tra f. Er wurde- schwer verletzt I in das Gablonzer Bezirkskrankenhaus eingeliefert. Die Behörden haben die Nachforschungen nach dem Täter eingeleitet. Wegen eines roten Halstuches sechs Wochen eingesperrt wurde ein 27jähriger Mann in Frankfurt a. M. Das wurde als grober Unfug angesehen; noch dazu erklärte der Schwerverbrecher, daß das Halstuch von einer roten Fahne herstammt, die er als Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation erhalten hatte. Im braunen Hitlerreich ist Rot nicht beliebt; aber deshalb bleibt es das Symbol der Zukunftshoffnung aller Unterdrückten. Reue Sensation um Frau Lindbergh. Der Sohn des früheren amerikanischen Botschafters in Mexiko, Dwight Morrow, hat dem Polizeichef van New Jersey angezeigt, daß ihm die Briefe seiner Schwester, der zur Zeit in Großbritannien lebenden Gattin des Obersten Lindbergh, gestohlen worden seien. Tie Briefe sollen nach Angabe Dwight Morrows wichtige Informationen über die Entführung des Lindbergh-Kindes und dem Hauptmann-Prozeß selbst enthalten.. Der Offizier des Regus. In einem Walde unweit des bulgarischen Dorfes Giavanovcec, welches an der jugoslawischen Grenze liegt, fanden Bauern einen erschöpften, exotisch aussehenden Mann, der dem Offizier der Grenzwache erklärte, er heiße Zumlmati Schlumu und sei abessinischer Offizier. Er wolle neuerdings nach seiner Heimat zurückgelangen. Er spricht ziemlich gut englisch und französisch. Er gab an, bei den ersten Kämpfen im Oktober des Vorjahres an der abessinischen Südfront verwundet worden zu sein, wobei er in italienische Kriegsgefangenschaft geraten sei. Er wurde hierauf nach Italien transportiert, von wo er vor zehn Tagen nach Jugoslawien fluchtete, welches Land er von der italienischen Grenze her bis zur bulgarischen Grenze zu Fuß in sechs Tagen durchwanderte. In Sofia, wo er bis auf wellereS verbleiben wird, hat die Ankunft dieses exotischen Kriegers das größte Interesse hervorgerufen. Zu Fuß ins vierzigste Stockwerk. In New Dork nimmt der Streik der privaten und Hotel- Liftboys und anderer Hotelangestellten unvorhergesehene Ausmaße an. Er dürfte offenbar den Verkehr in einem großen Teil von New Dort lahmlegen. Die Leiter der Gewerkschaftsorganisationen versuchten im Laufe der Nacht auf Montag im ganzen Stadtgebiet, ihre Mitglieder zur Einstellung der Arbeit zu veranlassen. Mehr als 150.000 Arbeiter und 11.000 Gebäude werden von dem Streck betroffen. Die Gewerkschaften fordern bessere Löhne und kürzere Arbeitszeit. Sie^lben einen Streiffonds von 500.000 Dollar. Der Vorsitzende der Gewerkschastsorganisa- tion lehnte jeden Vergleich ab. Der Bürgermeister hat angeküudigt. daß die Stadtbehörden den Fahrstuhlbetrieb in allen über sechs Stockwerke hohen Wohnhäusern übernehmen werden. Für diesen Notdienst werden etwa 40.000 Stadtangestellte eingesetzt werden. „Kaiser Wilhelm, komm doch wieder runter!"(WF) Die Statue Kaiser Wilhelms I. in Görlitz hatte kürzlich eines Morgens ein Schild mit folgendem Text umhängen:»Kaiser Wilhelm, komm doch wieder runter— im Dritten Reich gehts drüber und drunter" I Eine ganze Menge Menschen erfteuten sich daran, ebe ein Schutzmann pflichtgetreu, aber sichckich ungern das Schild entfernte. Ein Ministerium wird gepfändet. Ein Arbeiter, der im ungarischen Justizministerium einen Unfall erlitten hatte, hat das Ministerium auf Schadenersatz verklagt und ist damit durchgekommen. Da das Ministerium sich weigerte, die Summ zu zahlen, wurde es vor einigen Tagen regelrecht von einem Gerichtsvollzieher gepfändet. Die Einrichtung eines Büros samt den Teppichen tragen nunmehr den „Kucktzf". Es ist zu betonen, daß«S sich'dabei um das Justizministerium, das heißt die Oberste Behörde für derlei Streiffälle, handelt. ' Katastrophe am Bahnübergang. Bei Brioude in der Auvergne wurde.ein Kraftwagen auf einem Bahnübergang vom Zuge erfaßt. Bon den fünf Jn- , fassen des Wagens kamen drei ums Leben, zwei erlitten schwere Verletzungen. Wahrscheinliches Wetter von heute: Wechselnd bewölkt, keine oder nur vereinzelte geringe Niederschläge. Im Karpathengebiet im ganzen noch etwas wärmer als im Westen, ruhig.— Welterausfichten für Mittwoch: Weiterentwicklung unsicher.- Vom Rundfunk taHaNMiwertas mm 4m HagrMMMi Mittwoch: Prag, Sender L: 10.05: Deuffche Presse, 10.15: Deuffcher Schulfunk: Hörspiel, 12.10: Kompositionen von Mozart, 13,40: DeuffcherAlcheitsmapkt, 16.55: Theater für die Jugend,' 17.40: Schallplatten, 18.10: Deuffche Sendung: Dr. Hoop: Sportbericht, 18.20: Arbeiterfunk: Josef Kaut: Die spa- nffchen Wahlen, 18.40: Sozialinformationen, 18.45; Deuffche Presse, 21.25: Uebertragung aus Straßburg. Sender S: 7.30: Salonorchefter, 14.15: Deutsche Sendung: Oberlehrer Scholz liest wemg bekannte Balladen für die reifere Jugend, 18: Leichte Musck, 19.10: Liederkonzert,— Brünn 13.20: Schallplatten:Schubert, 15:Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deuffche Sendung: Jng. Pohl: die osffchle« fische Bergwelt.— Preßburg 12.35: Orchesterkonzert, 21.25: Beethoven: Trio in C-Moll.— Kascha« 20.10: Liederkonzert. Verwundete kehren heim Ein Bild, wie man es jetzt in Neapel öfters sehen kann: ein Lazarettschiff mit Verwundeten aus Abessinien ist angekommen. Die Landungsbrücken sind ausgelegt und am Kai waren zahlreiche Krankerüvagen, die die verwundeten und erkrankten Soldaten aufnehmen sollen. Nr. 53 Dienstag, 3. März 1936 Seite 5 Influenza als gefährliche Seuche. Eine eben aus Angmazffalik per Radio eingetroffene Meldung berichtet, daß die E s k i kn o s im Inneren Grönlands zum ersten Male von der Influenza heimgesucht werden, der sie w i d e r- stamdslos zum Opfer fallen; die Jnflu- enza fordert viel schwerere Opfer als die schwerste Infektionskrankheit, und der tausend Mann zählende Stamm in dieser Jnlandsregion Grönlands ist bereits dezimiert. Man vermutet, daß der Stamm sich gelegentlich seines letzten Hafenbesuches zwecks Felltausch infisziert hat. Die Situation ist um so ernster, als gerade die Männer am schwersten erkranken. Eine französisch-schweizerische Hilfsexpedition ist bereits unterwegs, um Hilfe zu leisten. Blattern in Kalkutta. Nahezu 40u Personen sind in den ersten Febertagen in Kalkutta an Blattern gestorben. Die Epidemie wütet noch. In der einen Woche starben von 809 Erkrankten 20t und in der vorhergehenden von 270 Fällen 189. Die Mdtische Gesundheitsbehörde dringt darauf, daß sich jeder impfen laßt. Vor der Stadt ist ein Sonderkranken- hauS eingerichtet worden. Bis jetzt sollen Europäer nicht unter den Toten sein. In Dacca wüten die Blattern ebenfalls. Das ist die zweite Stadt Bengalens, in der Todes'älle infolge Blattern zu verzeichnen sind. Schnellverkehr auf der Pariser Untergrundbahn. Die Pariser„Metro" ist das wichtigste Verkehrsmittel der Metropole und befördert täglich die phantastische Zahl von 8,000.000 Pasiagieren, das heißt, daß im Dmchschnitt fast jeder Pariser einmal täglich die Untergrundbahn benutzt. Um diesem Ansturm gewachsen zu sein, wird jetzt auf mehreren Linien die Fahrtgeschwindigkeit von 20 St/Km. (einschließlich der Aufenthalte auf den Stationen) auf 23, St/Km. gesteigert. Der Verkehr beginnt um 3 Uhr früh mit nur 37 Zügen und steigert sich dann in den Hauptverkehrszeiten, in denen zwischen 8 und 9 Uhr früh und 6 und 7 Uhr abends über 300.000 Personen in die Betriebe eilen, auf nicht weniger als 450 Züge. Oesterreichisches Zwei Häftlinge unterhalten sich nach Fehs Ausscheidung aus der Regierung, ein Roter und ein Brauner: .Weshalb sitzest du hier?" .Ich habe vor zwei Wochen„Nieder mit Feh!" gerufen.— Und du?" „Ich habe vor einer Woche.Hoch Feh!" gerufen!" Einige Weinkenner diskutieren über die neuen Weinsorten: „Die beste Sorte ist Fey-Abzug." .Ja, aber wenn man Starhemberg-Abzug verlangt, kriegt mait statt dessen Wöüersdo.rfer-Lager.!" • w.••• mOPVlW Wer in Oesterreich behauptet, Wollersdorf se? ein Konzentrationslager, kommt ins WöllerSdorfer Anhaltelager. 75 neue Häftlinge in Wollersdorf. Tas heißt auf Regierungsdeutsch: Den Schwierigkeiten in der gesinnungSouißigen Umstellung' der österreichischen Arbeiterschaft kann nur durch.anhaltende" soziale Maßnahmen Einhalt geboten werden! Rätsel aus einer illegalen österreichischen Zeitung: DaS erste Wort, das fühlt das Herz fern von dem Heimatland. Ein Buchstab' mehr— dann macht es heut die Heimat uns zuschand'. (Auflösung: Heimweh— Heimweh-r.) Vor zwanzig Jahren starb Carmen Sylva Am 2. März 1916 verstarb die Königin Elisabeth Von Rumänien, die unter dem Pseudonym■ Carmen Sylva als Dichterin Weltberühmtheit erlangte: Ihre zarten, ost schwermütigen Lieder und Märchen, denen zahlreich? andere Dichtungen sowie LebenSettnnerun- gen folgten, fanden viele Freunde. Sie war die Tochter des Fürsten Hermann zu Wied-Neuwied und vermählte sich 1869 mit Karl I., dem späteren Köniz von Rumänien. IWfcswtediaft und Somlpalttife Die Arbeitslosigkeit in der CSR 1929-1935 (Aus dem Jahresbericht der Tschechoslowakischen Nationalbank für das Jahr 1935.) 25jährige Bestandsfeier der Kreditanstalt der Deutschen Der Festsaal des Deutschen Hauses, in dem die 25. Hauptversammlung am Sonntag, den 1. März l. I., stattfaitd, hatte Festgewand angelegt. Aus allen Teilen der Republik waren Vertreter tmrtschafflicher Organisationen^ Delegierte, und Beamte-der Anstalt zur Feier des 25jährigen Jubiläums der KdD erschienen. Nach der Begrüßungsansprache hielt der Präsident der KdD Dr. Schreiter-Schwarzenfeld einen Rückblick über die Entwicklung der Anstalt. In den letzten 25 Jahren drängen sich Geschehnisse zusammen, die sich sonst in der Geschichte in hundert Jahren und noch längeren Zeitabschnitten abspielen. Diese Ereignisse sind nicht ohne schädliche Wirkung auf das wirtschaftliche Leben geblieben. Die KdD hat alle Belastungsproben gut überstanden und<-uch im letzten Fünfjahrsabschnitt, in welchem die Welt den größten wirtschaftlichen Erschütterungen ausgesetzt war, gut überdauert und ungehindert ihren Aufstieg genommen. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Präsidenten der Anstalt hielt das Vorstandsmitglied Direktor Anton Kiesewetter ein mehr als einstündiges Referat. Er umriß die Aufgaben der KdD als Genossenschaft für die sudetendeutsche Wirtschaft im besonderen und ihre große Bedeutung im Wirtschaftsleben des Staates. Die KdB könne nicht mit den Augen des„Nur-Wirtschastlers" angesehen werden, ihr Aufgabenkreis ist viel weiter gezogen. Die wirtschaftliche Betätigung darf, nicht Selbstzweck sein, sie muß dem Wohle des Volkes dienstbar gemacht werden. Die Grundgedanken der Genofsenschastsbewegung, Selbsthilfe, Selbstverantwortung waren im deutschen Volke immer besonders lebendig. Im Vordergrund steht die Verantwortlichkeit gegenüber den Mitgliedern und dem Volke. Nicht immer der sei der beste Deutsche, der tgglich mehrere Male sein Volkstum beteuere, sondern jener, der in den alten Tugenden des Volkes wirkt und schasst. Ebenso sei auch nicht jener der beste Staatsbürger, der die größte Fahne in den Wind hängt, sondern jener, der bewußt in stiller tätiger Arbeit seinen Pflichten lebt. Dankbar anerkennt der Vortragende die Einstellung jener Kreise im tschechischen Volke, die sahen, daß die KdD nicht nur ein Faktor des Sudetendeutschtums, sondern auch ein Aufbaufaktor der Wirtschaft unseres Staates sei. Der KdD erwachse die Aufgabe, die kleinen und mittleren Einzelwirtschaften zu betreuen, ohne in dieser Tätigkeit mit anderen Unternehmen konkurrieren zu wollen; es ist die Losung der KdD: miteinander— nicht gegeneinander. Groer Beifall lohnte die Ausführungen des Vorttagenden. Rach Erstattung des Wirtschaftsberichtes durch Direktor Dr. Baumann und dcS Geschäftsberichtes durch Direktor Pulz verlas daS Mitglied des Aufsichtsrates Schweighofer den Bericht des Aufsichtsrates, der auch der verstorbenen Mitarbeiter der KdD in herzlichster Weise gedachte. Die Erledigung weiterer Punkte der Tagesordnung, Prokuristenernennungen, Wahl der Aufsichtsratsmitglieder usw. erfolgte in einmütiger Weise. I ad. 2833 Aussteller auf der Prager Frühjahrsmesse. Nach vorläufigen Erhebungen meldeten sich zur Beteiligung an der Prager Frühjahrsmesse 2833 Aussteller, die eine Fläche von 36.725 Quadratmetern belegen. Bon der Gesamtausstellerzahl entfallen 2708-Aussteller auf heimische unb~t25 ausländische Firmen..Jm Vergleich zur letzten Meffe stieg die Ausstellerzahl um nicht ganz 2% und die Fläche um- 8%. Zieht man die vorüberzegangene Frühjahrsmesie zum Vergleich heran, so entspricht die Beschi^ung der bevorstehenden Messe jener der Frühjahrsmesse 1934, die infolge der Devalvation einen kräftigen Austrieb zeigte. Die diesjährige Beteiligung erreichte somit ziffernmäßig im allgemeinen die Höhe der letzten Messen, in einigen Exportgruppen weist sie jedoch eine merkliche Zunahme auf, die in der Ausstellerzahl nicht zum Ausdruck kommt, nachdem andererseits einige kleine Firmen wegfielen. Der Kampf der jugoslawischen Arbeiter (I. I.) Trotz aller Versprechungen, die Diktatur abzubauen, besteht in Jugoslawien noch immer der Zustand, daß die Arbeiterschaft zwar gewerkschaftliche Organisattonen besitzt, ihre poli- , ttsche Partei aber verboten ist. Der Kampf der I jugoslawischen Arbeiter richtet sich daher in erster Linie auf die Wiedererringung der Freiheit der politischen Organisation. Am 9. Feber fand in Belgrad eine sozialistische Versammlung statt, di« zu einer großen Kundgebung wurde. Genosse Dr. Zivko Lopa- l o v i L entwarf zunächst ein Bild der polittschen l Lage Jugoslawiens. Durch die Wahlen im vergangenen Mai wurden Hoffnungen geweckt, da es i bei diesen Wahlen gelungen war, gewisse Ele- | mente von der Macht zu verdrängen. Jetzt aber . schicken sich diese Elemente an, abermals ans Ruder zu gelangen. Ist ein solcher Rückschlag möglich, soll ein ganzes Jahr für die polittsche Entwicklung verloren gegangen sein? Die gegenwärtige Regierung Stojadi- n o v i c, die als ein Üebergangsregime gedacht war, erhäll dadurch überflüssigerweise einen Dauercharakter. Bor allem aber ist diese Verzögerung mit großen Gefahren für alle demokratischen Kräfte verbunden. DaS Hauptproblem ist daher, die Rückentwicklung zur Diktatur zu ver- hindern. Erst dann kommen alle übrigen Fragen an die Reihe. Die kroatischen Nafionalisten wollen jedoch nur die kroatische Frage gelöst wissen. Die Unterordnung der bürgerlichen Opposition unter den kroatischen Nationalismus hat den großen moralischen und politischen Erfolg, den sie bei den letzten Wahlen errungen hat, wieder völlig zerstört. Was soll unter diesen Umständen die Arbeiterklasse tun? In der Wirtschaftskrise ist die Tättgkeit der Gewerkschaften sehr beschränkt; die Gewerkschaften brauchen politischen Schutz, Erweiterung der polittschen Freiheit. Hauptsache ist daher, daß wir eine politische Organisation und eine Massenbewegung schaffen. Wir geben uns keiner Illusion hin, daß wir morgen schon die politische Macht ergreifen können; uns genügt, wenn wir eine Bewegung schaffen, die der Kraft der Lohnarbeiterschaft und der ihr nahe stehenden Schichten in der Stadt und auf dem Lande entspricht. Das Programm soll nur die allerunmittelbarsten Lebensforderungen dieser Schichten enthalten. Die Versammlung stimmte einmütig einem Antrag zu, daß die Gründung einer„Sozialistischen Vereinigung des arbeitenden Volkes" bei den Behörden angemeldet werden soll. Wiener Strassenbahner gegen den Heimwehr. faschismnS.(Jntto.) Im Arbeiterheim Favoriten, welches nach der Feber-Revolution beschlagnahmt und den faschistischen Vereinen übergeben wurde, fand die Generalversammlung des Unterstützungsvereines der StraßenbahWediensteten statt. Der große Gartensaal war voll besetzt, es hatten sich auch Vertreter der vaterländischen Front, des Sozialministeriums, der Gemeinde Wien und des Heimatschutzes«ingefunden. Der Bericht des Vorstandes wurde von del! Versammlung mit eisiger Ruhe aus genommen. Als dann zur Neuwahl der Vereinsleitung geschritten wurde, für deren Zusammensetzung nur ein einziger Vorschlag vorlag, dessen Annahme der Heimwehrvertteter Major Weiser forderte, zeigte es hoben.— SamSrag halb 8. A l d a, B 1.— «onntag halb 3: Der heilige Antonius, 18 Uhr; 2 y s i st r a Erstaufführung, A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8 Uhr: UnentschuldigteStunde.— Mittwoch halb 8: College Crampton, Bankbeamte II und freier Verkauf. Donnerstag 8: UnentschuldigteStunde.— Freitag 8:Coll«geCrampton, Theaterge- mcinde des Kulturverbandcs und freier Verkauf. — Samstag halb B: Kind im Kampf, volkstümlich« Vorstellung,— Sonntag 3 Uhr: Der goldeueKranz, 8 Uhr: College Crampton. §pHft-8piet-Xörp«rpsteHe —l-nw—l!■ II HIT- IIIW—■■ Deutsche Ligaklubs geschlagen Tie sonntägigen Ligaspiele standen im Zeichen schöner Kämpfe, in denen teilweise die Favoriten hoch gewannen. In Prag halte Slavia mit Viktoria Pilsen, welche erstmals mit Paly antrat, lange Zeit harte Arbeit, um aber gegen Schluß doch sicher das Match für sich zu entscheiden. Sparta hatte es mit dem D F C eigentlich nicht so schwer. Es genügte eine Halbzeit, um den Sieg festzustellen. Beim DFC versagte der Angriff, welcher bei weniger „Respekt" nach der Pause das eine oder andere Ttzr hätte schießen müssen..., aber so wechselten du Spieler untereinander die Plätze und was dabei herauskam, war ebenso bedeutungslos und furchtsam wie zuvor. Dem Teplitzer FK gelang es in K l a d n o nicht, den sich in schwacher Verfassung befindlichen SK auch nur einen Punkr abzunehmen und die Saazer kämpften wohl in K o l i n, ohne aber die Niederlage verhüten zu können, weil bei ihnen— gleich mit Teplitz— keine energiestarken I Stürmer vorhanden sind. Für die deutschen Klubs wird jetzt die Situation immer schlechter; für Teplitz ist sie sogar schon hofinungslos. Der Pilsener S K ist derzeit die„Ueberraichung" in der Liga und hat sich bis auf den vierten Platz vorgearbeitet. Diesmal mußte der CS KPretzburg daran glauben, noch dazu hoch. In Brünn gab eS ebenfalls zwe' JCütdec: freunde „HALLO, KINDER!“ Am Sonntag, den 8. März, um 3 Uhr könnt ihr am Mummenschanz der Roten Falken selbst trilnrhmen. Die Parole lautet:„Rosine Rollerjan rollt um die Welt", innnnizxnnnznnxnxxzznz Spiele. Zidenice holte sich beide Punkte nach Kampf vom SK Nachod und Mor. Slavia verlor gegen SK Protznitz. Tie Ergebnisse: Slavia gegen Viktoria Pilsen 7:2(2:1), Sparta gegen DFC 3:0(3:0), SK. Kladno gegen TFK 5:3(2:1), AFK Kolm gcg. TSV Saaz 2:1(1:1), SK Pilsen gegen ESK Pretz- burg 6:2(3'2), Zidcnice gegen SK Nachod 2:0 (0:0), Mor. Slavia gegen SK Proßnitz 2:4(1:3). Ti« Frühjahrssaison der Divisionäre brachte mit den ersten Spielen auch schöne Ueberraschungen. I» der.Mittelböhmischen" gewann Viktoria Zijkov gegen SK'Nusle unerwartet hoch mit 5:1, Bohemians schlugen Lyssa gar 13:0, CAFE spielte mit Sparta Kosir 0:0, Rapid Weinberge wurde von Union Zijkov 0:1 geschlagen, Cechie Karlin siegte über Meteor VIII mit 4:2, Sparta Kladno konnte daheim gegen den Letzten der Tabelle, Viktoria Nusle, nur ein 2:2 erzielen und Slavoj VIII gewann gegen Nuselsky SK 5:3.— In der mährisch-schlesischen Division konzentrierte sich das Interesse auf di« Baka-Mannschaft, welche u. a. Cambal(ehemals Slavia Prag) als Verstärkung erworben hatte. Das erste Spiel der Bala-Elf gegen Polonia Kar- win ergab jedoch nur ein 3:3(2:1). Ferner spielten: SK Prerau gegen Schles.-Ostrau 2:4!, Kral. Pole gegen Han. Slavia 1:1, Moravia Brünn gegen Slovan M.-Ostrau 2:1, SK LImütz gegen SK Freistadt 1:0, Ostrauer Slavia gegen Zabovkesky 5:2. Sonstig« Fusiballergebniffe. B.- Budweis: CSK gegen DFK Kruman 5:0, DFC gegen SK Vierhöf 4:3.— Karlsbad: KFK gegen DFC 2:1. — Komotau: DFK gegen CSK Bilin 5:5(3:1). — Teplitz: VfB gegen FK Lobofitz 9:2. Kö- niggrätz: SK gegen DSV Trailtenau.5:1,— Brünn: Sparta gegen TSV 4:2.— Budapest: Ujpest gegen Salgotarjan 10:0, Hungaria gegen Kis- pest 1:0, FerencvaroS gegen Bocskai 2:0.— Wien: Hakoäü gegen Vienna 3:0!, Admira gegen Fav. SC 8:3, Rapid gegen Liberras 2:1, FC Wien gegen Austria 1:1(1:0), Sportklub gegen WAC 2:1, FAC gegen Wacker 0:1.. Tas„Wasa"-Skilaufe«, eine der größten nordischen Konkurrenzen, wurde am Sonntag in Schweden auf einer 85. Kilometer langen Strecke durchgeführt und von Sven Hanffon in 6:31:55 Srd. vor Häglund in 6:32:23 Std. gewonnen.' Tie bekannt«« Holmenkollen-Wintersportkämpse bei O s l o wurden am Sonntag beendet. Ten Spezialsprunglauf gewann Reidar Andersen mit Note '225.60(48, 47.5 MKert? BirKer Rstiitz kam am den vierten Platz. Die Kombinafion holte sich Hofs- bakken vor dem Olympiasieger Hagen. Eishockey. Kanada weilte in Berlin und gewann 10:0 und 3:1.— Tas Amerika-Team siegte in Basel über die Schweiz 1:0.— R a pi d Prag wurde am Samstag in Wien vom WEV mit 1:7 geschlagen!— Paris: Streatham London geg. Francais Volants 7:2.— London: Wembley Lyons gegen Stade Francais Paris 3:0. Tie Wintersportkämpse um den Minister-Terer- Pokal in Strbske Pleso endeten mit dem Gesamtsiege Lahrs(HTW>. Ter Sieger gewann den Spezialsprunglauf mit 51.5 und 52.5 Metern sowie die Kombination. Der Dior Sabotage. Dieser amerikanisch« Kriminalfilm (dessen ursprünglicher Titel„Dtord bei.der Marine" weniger Illusionen als die hiesige Firmicruug aufkommen läßt) ist genau so konstruiert und muvahr- scheinlich wie die meisten seiner Gattung. Daß ein« geheimnisvolle Kriegsmaschine, gegen die schon mehrere Attentate verübt wurden, gerade an einem allgemeinen Besuchstage auf dem Schlachtkreuzer monfiert wird, im Beisein Dntzendcr von Gästen, unter denen auch der Konsul eines freutden Staates und ein Zeiiungsreporter ist. erscheint wenig glaubwürdig. aber daß aut Ende der Mörder, der die Installierung der neuen Maschine Verbindern null, keiner von den Gästen, sondern der Erfinder selbst ist. wirkt für einen, der in Kriminalgeschichten nicht unerfahren ist. keineswegs überraschend. Der Autor dieser Kriminal-Novelle, Edgar S e l d g w i ck, hat die Verfilmung selbst besorgt, in einem etwas ordinären Stil, in dem sich billige Witze mit heroischen Phrasen. Prügeleien mit Verbrechen und leere Strecken mit aufregenden Momenten mischen. Die Hauptdarsteller. Robert Taylor und Jean Parker, überragen ebenfalls nicht den Durchschnitt des Gewohnten.—eis— Vereiasaaciuichten Deutsche Volkssinggemeinde Prag Zur Dienstag-Probe werden alle aktiven Mitglieder zu erscheinen ersucht, da wir am 4. März beim Internationalen Frauentag mitwirken sollen. An diesem Abend wird auch ein tschechischer Gesangver ein singen; darum wollen wir zeigen, dah in Prag auch ein deutscher Arbeitergesangverein existiert und daS Sein« leistet. Frauen um 7 Uhr, Männer um 8 Uhr in der.Brseda". DerAuSschuß. internationaler Frauentag mit der Parole: Segen Krise und FasiHtSmus- vorivürtd zum Goziatrdmud am Mittwoch, den 4. März, um 7 Uhr, im großen Steiner-Saal des Lidovh düm, Prag II.» Hhbernska 7. Rednerinnenr Gen. K i r p a l(deutsch) und Gen. Karpiskova(tschechisch). Rezitationen, Gesang, Sprechchöre. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich stc 16.—. vierteljährig KC 48.—, halbjährig KC 96—, ganzjährig KC 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsirankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.— Druckerei:..Orbis". Truck». Berlagtz- und Zeitungs-A.-G. Prag.