Mittwoch, 4. März 1936 Nr. 54 16. Jahrgang Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEM REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung mag xu., fochova 62. Telefon»077. HERAUSGEBER! SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, MAG. Versagt Genf? Statt Sanktionen: Verhandlungs-Angebot und Verschleppung Genf.(Tsch. P.-B.) Der Dreizehnrrausschutz des Bölkerbundrates, der heute Nachmittag zusammentrat, faßte nach etwa einstündiger Debatte folgenden Beschluß: Der Dreizeh- nerausschuß wendet sich auf Grund der ihm durch die Resolution des Bölkerbundrates vom 10. Dezember». 2. zuteil gewordenen Ermächtigung an die beiden kriegführenden Staaten Italien und Abessinien mit dem dringenden Appell, im Rahmen des Völkerbundes und im Geiste des Bölkerbundpaktrs sofort Verhandlungen zwecks baldiger Einstellung der Feindseligkeiten und der definitiven Wiederherstellung des Friedens einzuleiten. Der Drrizrhnerausschnß wird am 10. März zusammrntretrn, um die Antworten der beiden Regierungen zur Kenntnis zu nehmen. Diesem Kommunique gingen längere Beratungen der französischen und der englischen Delegation voraus, welche insbesondere den Umstand betrafen, ob der Achtzehnerausschuß der Sanktionskonferenz seine Aufgabe weiter fortsetzen soll. Man rechnet damit, daß einstweilen nur der besondere Sachverständigenausschuß die Frage der Anwendung der Petrolrumsanktionrn wird näher prüfen können. Hinsichtlich der Lösung des Wesens des italienisch-abessinischen Konfliktes ist man der Ansicht, daß Minister Flandin seine Anregung durch direkte diplomatische Verhandlungen mit der römischen Regierung ergänzen wird, damit so der Dreizehnerausschuß am. 10. März zur Behandlung der Grundlage für rin künftiges Einvernehmen zwischen Abessinien und Italien schreiten kann. Dio Folge des Sieges in Tembien: Italienische Herrschaft an der Donau bleibt! Herausfordernder Ton Mussolinis gegen Prag Rom.(Stefans.) Dienstag Vormittag trat unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Mussolini der Wintsterrat zusammen. Der Duce gab eine Erklärung ab, in der er«. ä. sagte: Der Versuch, der in letzter Zeit unternommen wurde, die frage ohneI t a l i e n und deshalb gegen F t a l i e« zu regeln, ein Versuch, der in Paris, jedoch nicht von der Pariser Regierung ausgearbeitrt und der von der französischen Regierung nicht gebilligt wurde, ist bereits g e- s ch r i t e r t, wie es auch gar nicht anders sein konnte. Es ist fast überflüssig zu wiederholen, daß eine kollektive Besserung der Verhältnisse im Donaubecken unsere Beteiligung berücksichtigen und unsere Interessen oder die Zntttefstn dkt Staaten beachten muß, die an Ftälien gebunden' sind. Än Verbindung mit dieser ganzen Frage wird in den Tagen vom 18. bis 20. März in Rdm eine italienisch- österreichisch- ungarische Konferenz stattfinden. Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister Berger-Wgl-| drnegg, der ungarische Ministerprpfident Gömbös und Außenminister Kanya werden Gäste der italienischen Regierung sein, dir glücklich sein wird, sie begrüßen zu können. Technik gegen Menschen Die Metzeleien In Tembien dauern an Rom.(Stefani.) Marschall Badoglio gibt in dem amtlichen Kriegsbericht Nr. 144 folgende Informationen über die Lage auf den Kriegsschauplätzen: Die italienischen Abteilungen vertreiben ständig den Feind auf dem ausgedehnten Kampfplatz von Tembien, wogegen inzwischen Flugzeuge die flüchtenden Abessinier verfolgen, die versuchen, bis zu den steilen Schluchten von Semien zu gelangen. Du Folgen der abessinischen Niederlage kommen erst jetzt in ihrem katastrophalen Stand zum Vorschein. Der Feind liest auf den Schlachtfeldern einigte taufen Mann. Die Italiener verloren 30 Offiziere; 450 italienische Soldaten und 110 eritreische Soldaten wurden verwundet. Zwei italienische Flugzeuge sind zu ihren Ausgangsbasen nicht zurückgekehrt. Zum ersten Male in der Geschichte der Kolonialkriege würden in den Kampf gleichzeitig viele Einheiten mit zahlreicher motorisierter Artillerie, kleinen und mittleren Kalibers und mit raschen Tanks eingesetzt, während auf dem Horizont Wolken von Flugzeugen auftauchten.. Alle diese sehr komplizierten Operationen lourden regelmäßig und ungeachtet der Hindernisse; welche unüberwindlich zu sein schienen, durchgeführt.. Das"dritte Armeekorps wurde von Gaela in ein äusserst schwieriges Terrain verlegt und bahnte gleichzeitig bei dem Vormarsche den Weg für die Automobile in einer Länge von achtzig Kilometern. An jedem Tage wurden tausende Tonnen Material aller Art befördert und das gesamte Armeekorps wurde zweimal durch Flugzeuge mit Lebensmittelvorräten versehen. Viele Batterien mittleren Kalibers, welche von schweren Traktoren gezogen wurden, wurden auf eine Entfernung von H10 Kilometern verlegt. Sie fuhren täglich 150 Kilometer zeitweise auf bei den Operationen vorbereiteten Wegen. An zwei Tagen wurden in die Operationszone von Massaua mittels AutoS 1500 Maulesel tranporticrt. Während der Schlacht arbeiteten mehr als 800 Radiostationen, Von abessinischer Seite wird die Schlacht! in Tembien' nicht so schlimm beurteilt. So! wird gemeldet, dass der vernichtende Stoss' nur den linken Flügel des Ras Seyum erfasst habe, während westlich und nordwestlich grössere Heeresteile außerhalb des Gefechts geblieben und daher noch intakt seien, ebenso wie ein Teil der Truppen des Ras Mulageta, der den Amba Aldgi ohne Kampf geräumt hatte. Allerdings sind diese Kräfte von der Armee des Ras Jmru ge. rennt. Dass zwei Armeen, die des Ras Kassa und des Ras Seyoum geschlagen wurden. I erweist sich als irrig. Es gab nämlich hier nur eine Armee, da der Ras Kassa seit einiger. Zeit Konunandant der gesamten Nordfront war, die aus den grösseren Gruppen des Ras Muka- geta, des Ras Seyum und des-Ras Jmru bestand. . Di« Skizze. zeigt die Stoßrichtungen d)r beiden südlichen Korps Badoglios nach der Eroberung des Amba Arädam. Durch die Mulde von Gaelq gelangte das III. AK. der Italiener in die Flanke der Abessinier, die von Norden zugleich von dem ccythräischen Askari-Korps angegriffen wurden. Nicht nur eine demokratische- eine soziale Republik Aus der Rede des Genossen Dr. Czech in Dux Wir bringen nachstehend einen Auszug aus der Rede,.die Genosse Dr. Czech vor den Vertrauensmännern des Launer Wahlkreises. am 1. März in Dux gehalten hat: Die Internationale tage Nach einer eingehenden Analyse der internationalen Situation faßte Genosse Dr. Czech seine Darlegungen über die internationale Lage dahin zusam men, daß sie als überaus ernst bezeichnet werden müsse mrd daß es der äußersten Anspannung-der demokratischem Kräfte Europas bedürfen werde, um aus. den. kontpsizierten,.zum Teile auch-chaotischen Verhältnissen, in denen sich Europa befindet, einen Weg zum Besseren zu suchen. Es sei wohl richtig, daß der Faschismus in manchen Ländern vollständig an die Wand gedrückt sei und daß in dielen anderen feinem Vordringen Halt geboten wurde. Aber es hieße sich den fchlversten Täuschungen binzugeben. wollt« man übersehen, daß in großen Teilen Europas, in Deutschland. Italien, Bolen/ Ungarn und in Oesterreich die faschistischen Kräfte heut« noch ungebrochen fortbestehen und«ine ernste ständige Bedrohung des Friedens Europas bilden. Hält man sich die Gefahren vor Augen, di« aus den Vorgängen auf dem abessinischen Kriegsschauplatz, aus. den Ereignissen im Fernen Osten, aus der ständigen Beunruhigung Oesterreichs durch die sich immer steigernde Betriebsamkeit der Habsburger resultieren, dann ist sicherlich nicht zu viel gesagt,'wenn man die internationale Situation als äußerst schwierig kennzeichnet.■ Und darum müssen alle Bemühungen begrüßt wrrdeu, die auf ihre Entspannung gerichtet sind. Hierher gehören msbefondere die Anstrengungen um die Organisieruug der wirtschaftlichen und poli» lichen Verhältnisse im Donaubereiche und da- init auch in Mitteleuropa. Allerdings sind wir uns dessen bewußt, daß allen Bemühungen um die Schaf- fung einer kollektiven internationglen Friedensorganisation nur dann Erfolg beschieden fein kann, wenn sie mit der Unterstützung Frankreichs und Englands und— was wohl nicht erst betont werden muß.— auch lliußlairds rechnen können. Und indem wir dies ausfprechen, sind wir bei der Kernfrage d«S- Friedensproblems angelangt, daß nämlich nur eine auf die gesamten demokratische» Kräfte Europas gestützte Friedensorganisation volle Garantie für die Befriedung Europas und damit für die Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Welt zu.bieten vermag. An der Herbeiführung dieses Zustandes arbestet unser" Land seit Jahr und Tag unausgesetzt und es har daher einen guten Anteil daran, daß es trotz der vielen Gefahren, die uns umlauern, trotz des allgemeinen Wettrüstens, das ein« der größten Gefahrenquellen ist. bisher noch immer gelungen ist. die Katastrophe eines neuerlichen Weltbrandes abzuwenden. ES muß nickt erst gesagt werden, daß"i dieser Entwicklung auch die. sozialistische Arbeiter- kl ässe mst beigetragen hat. die die Friedensarbeit unseres Landes, die sich vielfach auch weit über die Grenzen unseres Landes hinaus auswirkte, mit dem Einsatz ihrer ganzen Kräfte unterstützte.' Innenpolitik und Wirtschaft Genosse Czech wendet! sodann der eingehenden Betrachtung der. innerpolitischen. V erhältniffe' zu,' wobei er von der Präsidentenwahl ausging, die einen neuen Abschnitt der Koalitionspolittk einleitete. Die Tatsache, daß es gelungen ist. die Präsidentenwahl im ersten Wahlgang durchzuführen und hiebei di« rechtsstehenden Elemente im tschechischen, aber auch die faschistischen im deutschen Lager zur Teste zu schieben und vollständig zu. isolieren, wurde von allen demokratisch fühlenden Schichten der Bevölkerung. ganz besonders aber von der Arbeiter- tzlasse. freudvoll quittiert. Denn schließlich konnte die neue Regierung nach den sehr unerquicklichen Antezedentien des Wahlganges einen großen Erfolg für sich buchen, der, wie das besonders von der Arbeiterklasse gewünscht wurde, auch eine feste'Basis für di« Koalition bildet. Es wäre sinnlos, dabei verschweigen zu wollen, daß es in den ersten Anfängen der neuen Regierung nicht ohne Reibungen abging und daß die Regierung in den drei Monaten, die seit der Wähl verstrichen sind, große Schwierigkeiten zu überwinden batte, die auch nach außen manifestiert wurden und beim lauernden Gegner große Hoffnungen erweckten. Aber dies« Hoffnungen haben sich als trügerisch erwiesen. Die Regierung bat seit ihrer Neukonstituierung. wenn auch unter vielen Erschwer- nissen, wie sie ja schließlich im Wesen einer Koalitionspolitik liegen, positive Arbeit geleistet, die nun. da der. neue Außenminister bestellt und di« Arbeiis- kräfie des Ministerpräsidenten für die innerpoli- tischen Aufgaben freigegeben sind, ein flotteres Tempo erfahren soll. Nun wird auch die Frage der Regiermigskonstruktion der baldigsten Bereinigung-, gugeführt. werdep. können und damit allem Gerede über die angeblichen Risse innerhalb der Koalition und über iüreti bevorstehenden Zerfall ein Ende bereitet sein. Genosse Dr. Czech kam im Zusammenhang damit auch auf die Verhandlungen mit der Hlinkagruppe, mif die Frage der Blockbildungen innerhalb der Koalition, auf gewisse national politische Fragen, wie insbesondere auf den bekannten Liefe- rungserlaß, zu sprechen und wandte sich dann den wirtschaftlichen Probleme» zu. wobei er sich sehr eingehend mit der Frage der Wiederbelebung der Industrie. der Förderung des Exportes, der Arbeitsbeschaffung, der staatlichen In- vestitionspolittk befaßte. In diesem Zusammenhänge berichtete er. über die beiden Bauförderungsvorlagen. das Mieterschutzgesetz, die Verlängerung der Wirksamkeit'der Kollektivverträge und besprach die staatlich« Winterhilfsakiion fiir Arbeitslose sowie die im Zuge befindliche KinderhilfSaktton. durch die 9200 Kinder von Arbeitslosen in di« staatliche, auf gesundheitliche Basis und unter ärztlichen Schutz gesteuie Erholungs- und Hilfsaktion eingegliedert werden. Genosse Dr. Czech"erwähnte in diesem Zusammenhänge. daß sich die Partei bei alledem der außerordentlich schwierigen Situation der arbeitend« Schicht« bewußt sei und daß sie dabcr unermüdlich und mit dem Einsätze aller Kräfte auf«in« Besserung ihrer Lage hinarbeitr. Gerade diese Aufgabe sowie die schwere Verantwortung, die sich für die sozialistische Arbeiterklasse aus der internationalen Konstellatton und auS• der Situation des Lande- ergibt, sei für sie bestimmend, auch weiter im Koalitionsverbande zu verbleiben und alles daran zu setzen, daß nicht der Staat, die Demokratie und di« arbeitenden Schichten des Landes die Beute faschistischer Elemente werde. Die Wendung der Kommunisten Gerade aus diesen Gründen beklagen wir eS. daß die Kommunistische Pattei mitten in den schwersten Stunden, die wir jetzt verleben, die Politik der Besinnung,, an die.sie sich nach dem Eintritt der Sowjet-Union in die internationale Politik und nach dem’’ w’ r*Tufi ihres Freundschaftsbündnisses mit der Tschechoslowakei hergngearbeitet hatte, wieder verläßt und nun wieder zu neuen Abenteuern auSzieüt. Wie anders will man denn... den neuesten kommunisnschen Umsturz, den lebten Putsch des Herrn Gottwald bezeichnen, dessen Opfer nicht nur der Ehefredaktewc des..Rudi! Prävo* Budin und di« Sekretäre Svecma und Slanfkh geworden sind, sondern auch die kommunistischen Arbeiter sein werden. Hundertfältig hätte Gottwald, der monatelang in den hohen Sphären des Moskauer Olvmp thronte und als einer der Sekretäre der Komintern die Politik seiner Pattei zu verfolgen Gelegenhett hatte, von dütt aus den Bannfluch gegen den„Klassenfeind" und„Verräter" Budin erlassen und Ordnung schaffen können. Doch er-überließ die-Partei gttrost dem„fremden Ele- Seite 3 Mittwoch, 4. März 1936 Nr. 54 ■nwnt", bis das„Verbrechen""vollbracht,war.-aS zu hindern ihn.nur ein telegraphisches Wort gekostet hätte. Doch er weiß schon, warum es nicht geschah. Nun soll der..Hauptherd" des Opportunismus aus» gerottet und dann— wie aus der für den Avril» Kongreß der Kommunistischen Partei vorbeveiteten Resolution hervorgeht— der Sozialdemokratie, der Partei-es..Klassenfriedens" und der.Kapitulation" der Krieg erklärt werden. Mit Hilfe des neuen „Kaders, die alles entscheiden" und denen als ein« Art von Regierungekommisinren di« gesamte Partei unterstellt sei« soll. wird nun wieder auf den„Sozialdemokratismus". als die„Theorie und Praxis der Kla"«nzusammen» arbeit mit der Bourgeoisie" munter losgedroschen und der edle Kampf soll nach Bedarf noch„verstärkt werden". Wir stehen also vor einer Drehung der kommunistischen Taktik und Politik um 180 Grad und müssen uns mit der Tatsache abfinden. Sie zeigt uns, wie recht wir haten. als wir bisher— aller EinheirSfrontlockung zum Trotz— sicher unseren Weg gingen und uns durch das„BolkSfront"»Gesäusel nicht von der Bahn abbringen ließen, die uns durch unsere schicksalssÄveren Aufgaben vorgezeichnet sind. So bedauerlich das neueste Husarenstück Gottwalds vom Gesichtspunkte der Gesamtinteressen der Arbeiterklasse sein mag. so schafft«i doch klar« und eindeutige Verhältnisse. Es hilft Herrn Gottwald nichts, wenn er noch so krampfhafte Versuche macht, den Spieß umzudreben und uns der„Haltung der Arbeiterklasse" zu bezichtigen. Die sudetendeutschen Arbeiter werden ihm dabei nicht auf den Leim gehen. Angesichts der uns allseits drohenden Gefahren werden wir aber jetzt mehr denn je für den Zusammenschluß des internationalen klaffenbewußten Proletariats kämpfen, der sich, wie die Erfahrung lehrt, einzig und allein im Rahmen der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterklasse bewerkstelligen läßt. Und nun noch etwa- zu Konrad Henleins Kulturrede Sie konnte nur jene Kreis« überraschen, die sich als ahnungslose Engel in die Netze der Sudetendeutschen Partei fangen ließen. Wir dagegen hatten den Charakter dieser Partei vom ersten Augenblick erkannt und mit unserem Urteil nie zurückgehalten. Nun. da Herr Henlein das erlösend« Wort gesprochen bat und der Schleier weggezogen ist. ist voll« Klarheitfüralle Weltgeschaffen. Es war höchst« Zeit! Lanae genug hat der „Führer" allen Herausforderungen widerstanden und sich, so oft er gestellt wurde, prompt in tiefster Geheimnis gehüllt. Nun habe« sich aber di« letzt«» Rebel verflüchtigt. Daß es über kurz oder lang so kommen müsse, darüber bestand bei uns nie auch nur der leiseste Zweifel. Seit dem 19. Mai. dem Tage des„Aufbruchs" hat die Sudetendeutsche Partei die krampfhaftesten Versuch« unternommen, das Wahlergebnis auch parteimäßig nutzbar zu machen und sich— koste es. war es wolle— an eine Machtstellung heranzuarbeiten. Aber niemand wollte vom„Trojani«" scheu Roß" etwas wissen. Es kam di« Regierungsbildung. die Parlamentskonstituierung.«S kam die Präsidentenwahl, es kam die resultatlos« Reise in die Schweiz und nach England. Es kamen schließ!'* auch die heißersehnten Koalitionsschwierigkeiten, die einen kleinen Hoffnungsschimmer boten. Doch aller ging daneben und«S war wieder nichts. Inzwischen ist die Partei eines Teiles der seinerzeiiigen Schutzpatrone verlustig geworden. Bald darauf begannen sich einige von den Allergetreuesten und Zähesten zu verlaufen. Jeder weitere Tag machte dann alle Hoffnungen und Spekulationen zuschanden und führte zur immer größeren Isolierung, Ratlosigkeit und Bedeutungslosigkeit der«artet, die 1,250.000 Stimmen auf sich vereinigt batte und die stärkste Partei im Staate geworden war. Die Unzufriedenheit der Massen wuchs mit jedem Tage und damit auch ihre Radikalisierung,. Die Partei lebt« dann nur noch von dem kümmerlichen Brote der „Ez«ch-Kaften"-Jnterventionen’ und der' VolkS- bilfe- Sanmilungen, die gerade noch dazu' ausreichen konnten,'»''tUn paar Naiven„Erfolge" vorzumachen. In dieser Lage mußte etwas besonders geschehen und das Fazit war der Frontal-Angriff im Prager Deutschen Hause, die Kulturrede.' Sie hatte einen Bombenerfolg, aberbeiwem? Im tschechischen Lager aber rief sie einen wahrhafte» Aufschrei hervor. Wenn ich mich nun dieser Rede zuwende, fällt es mir gar nicht ein, mich viel mit ihrer Nürnberger Aufmachung zu beschäftigen, mit dem Publikum, mit den Versen und dem Sprechchor und dem Vorspruch des Dichter- Plever. welcher uns die erstaunlich« Tatsache vermittel, daß die Partei des Herrn Henlein„mit Eiden geboren ist" und der uns dann sofort darüber beruhigt, daß die Partti diese Eide nicht zu brechen beabsichtigt. Na, seien wir frohl Biel interessanter als die Aufmachung der Veranstaltung ist schon der Inhalt der Kundgebung. Noch in Böhm.-Leipa verwahrte sich Herr Konrad Henlein gegen alle„gedanklichen und sprachlichen Anleihen bei Hitler" und besonder- dagegen, daß er „bei ihm nicht in die Schule gegangen sei" und nun sehe man sich eine kleine Sprachtollektion der Rede an: ,Has Volkstum" und die„Volkheit" die„blutmäßig, unverdorbene Zusammensetzung de? Volkes", den„Aufbruch" des neuen„GemeinschaftSaedan- kens", die„Feste mit StammeSverbundenheit". die „Förderung neuer Baugesinnung" das„hohle Literatentum" und die.dekadente Aspbaltliteratur". alles termini technici echtester nazi- stischerPropaganda. Roch in Böhm.-Leipa schwört Herr Henlein alle Totalitätsbestrebungen ab. In Prag aber macht er im Beisein der höchsten katholischen Würdenträger und deS früheren christlich-sozialen ParteiobmanneS Hilgenreiner einen verttablen TotalitätSangriff nach der christlichsozialen Partei hin. nachdem er den größten Teil aller anderen bürgerlichen Parteien seinem Totalitätsinventar bereits einverleibt hatte. In seiner ersten Kundgebung im„Blauen Stern" erzählte er den versammelten Journalisten, daß das sudetendeutsch« Volk vom„Schicksal in den tschechoslowakischen Raum" gestellt wurde und auch hier sein Schicksal gestalten werde. Er bckäftigte die- in Böhm.-Äeipa, indem er erklärt, daß„das sudetendeutsche Volk trotz aller gesamtdeutschen Kulturgemeinschaft seine gesellschaftlichen und politischen Erneuerungsbestrebungen eigenständisch immer wieder bekunden müsse". Um dieses Wort zu unterstreichen, wendet er sich mit aller Entschiedenheit gegen den „Panslawismus und Pangermanismus", die zum „BernichtungSkampf aller Völler gegeneinander" und zur„unausweichlichen Katastrophe" führen. Und heute erbebt Henlein seine Stimme gegen die.Lüch» tun« sudetcndeutscher Kultur", wendet sich gegen die tschechoslowakische Kultur als..Mischkultur", die di« Kulturkraft deS Volker schtväche und vollzieht so nach allen Regeln der Kunst die Engliederung der sudetendeutschen Kultur in die nazistische und damit ibf« Gleichschaltung. Und so-erleben wir er. daß die Sudetendeutsche Partei dem sudetendeutschen Bolle nichts mehr und nichts weniger als den Verzicht aus die Gestaltung einer eigenen Kultur auferlegt. oder noch besser gesagt, daß die Judetendentsch« Partei auf dir srldständige und bodenständige Kulturarbeit und Kulturrntwickluna ihrer Heimat, ihr«!„Vaterlandes" zugunsten der Unkultur und deS Ungeistes ihre-„Mutterlandes" verzichtet. Noch in Böhm.-Leipa reicht Henlein dem tschechischen Boll, für da- er sehr warme Worte findet, die Hand für Verständigung und heute bezeichnet er es als..Nachbarvoll", dessen Ziel er nicht sein kann, die Kultureigenschaften der Völler zu„vermengen". Heute will er von der gemeinsamen Entwicklung, von einer Zusammenarbeit der beiden Nationen nichts wissen und auch nichts von der Schicksalsverbundenheit beider Völker. Kein Wort der Ablehnung des deutschen Nationalsozialismus, gegen den er in Böhm.-Leipa„Vorbehalte" machte und den er inzwischen als loyaler Staatsbürger in München und Garmisch-Partenkirchen in seiner ganzen Leibhaftigkeit kennenzulernen Gelegenheit hatte. Kein Wort der Berurteilung der reichrdeutschen Raffenschande, kein Wort gegen die Verbrennung tausender deutscher wissenschaftlicher und literarischer Meisterwerke, kein Wort geqen die Verjagung deutscher Gelehrter und deutscher Männer der Wissenschaft. kein Wort gegen die Einkerkerung von Schriftstellern von Weltruf, kein Wort gegen die Ausbürgerung eines des größten der lebenden deutschen Dichter. So stehen wir denn vor dem offenen Bekenntnis Henleins zur Kultur deS reich-deutsche« Faschismus, zum 9—»ist und Haß- geisie, der jetzt Deutschland niederhält, der die Freiheit der deutschen Menschen, die Freiheit der geistigen Entwicklung eines großen Volles knebelt und der Deutschland in ein einziges großes geistiges Konzentrationslager verwandelt. Sozialismus und Kultur Die sozialistische Arbeiterklasse setzt dem Kulturprogramm des Herrn Henlein ihr eigenes entgegen und verwahrt sich mit aller Entschiedenheit dagegen, daß er sich anmaßt, die deutsche Kultur nur für sich, i-in« Partei und seine Professoren zu pachten. Die sozialistische Arbeiterklasse hat sich ihr Kulturprogramm bereits vor Jahrzehnten erarbeitet, zu einer Zeit, al» die Schöpfer des Prager Kulturprogramms lange noch nicht auf der Welt waren. Wer anders als die deutsche Sozialdemokratie war es, iss« die deutsche Arbeiterklasse in jabr- zehutrlanzer«ühseliaer Arbeit aus der geistigen vamachtung emporhob und mit den gewaltigen internationalen und reich-deutsche« Geifte-schäven vertraut machte, mit den gewalsiaen Schöpfungen Goethes, Schillers, Hegels, Kant». Beethovens und MozartS, aber auch Marx' und Engels'? Den Herren von drüben sei es. wenn sie es nicht wissen sollten, gesagt, daß die Arbeiterbewegung in ihren Anfängen aus der BildunaSbeweguna erwuchs und sich bis zur heutigen geistigen Reif« und zum heutigen kulturellen Niveau emporarbeitete. Durch viele Jahrzehnte war es die Arbeiterschaft allein, die den Kampf für eine freie Schule und für die Lehrer aesi'ibrt. Organisationen der Kunst und Körperpflege ins Leben gerufen bat und so durch Jahrzehnte der wahre Bannerträger der Kultur gewesen ist. Und was von der Arbeiterorganisation gilt, gilt auch von uns, die wir alle, was wir geworden sind, -en großen deutschen MeisteSheroen verdanken, vor deren Größe wir un- beute in Ehrfurcht beugen und denen unsere Liebe und Verehrung gilt. Doch wir stehen nicht nur in Treue zu jener Kultur des deutschen Volles, die wir in jahrzehntelanger Arbeit mitaufbauen halfen un- di« zu ächten sich Herr Henlein anschickt, sondern wir fühlen uns auch mit dem Kultur streben unserer tschechischen Brüderverbunden, mit denen un» ein gemeinsames Schicksal verknüpft. Mit ihnen zusammen wollen wir— gegen eine Welt des Faschismus'— die Kulturintereffen des deutsch«» und tschechischen Volke», aber auch ihre demokratischen und kulturelle« Einrichtuagen und den Staat selbst verteidigen, an dessen Grenze« di« deutschen arbritm» don Menschen als treue Hüter stehen in der Erkenntnis, dass nur in der politischen Demokratie ihre wirklichen sozialistischen Ziele Erfüllung finden werden. Hand i« Hand mit dem tschechischen Proletariat werden sie alle» daran setze«, daß dir Tschechoslowakische Republik nicht nur eine demokratische bleibe, sonder« auch eine soziale werd«. Dafür wollen wir alle unsere Kraft einsetzen. Rur so werden wir die arbeitenden Menschen dirse- Staates wiederum ein grosses Stück nach vorwärts — ihrem endgültigen Ziel entgegrnführen! Wehrmacht und Sozialpolitik Im Rahmen des Vortragszyklus über die Wehrhaftigkeit, welchen der tschechoslowakische Lffiziersverbanb veranstaltet, sprach Dienstag abends Fürsorgeminister Genosse N e i a§ über „Die sozialen Voraussetzungen einer erfolgreichen Verteidigung des Staates". Er behandelte die bereits getroffenen oder erst geplanten^sozialpolitischen Maßnahmen unter dem Gesichtswinkel ihrer Bedeutung für die Wehrmacht. Die Arbeitslosigkeit, führte er u. a. aus, ist eines der wichtigsten Probleme, mit welchem sich die Soldaten beschäftigen müssen; infolgedessen auch mit jenen Sektoren unserer Wirtschaft, welche Export, öffentliche Arbeiten, Baubewegung und Belebung der Industrie und Landwirtschaft' bilden. Schon wenn man sich vergegenwärtigt, daß in anderen Ländern Lastzüge auf einem guten Eisenbahnoberbau so schnell wie unsere Schnellzüge sichren, daß dort auch im Grenzgebiet ein vollendetes Telephon-, Telegraphen- und Radionetz besteht und daß die Straßen, ob staatlich oder nichtstaatlich, unvergleichlich besser siird als bei uns, wird es selbstverständlich, daß die Armee alle Bemühungen unterstützen muß, welche auf Vermehrung und Beschleunigung der öffentlichen Investitionen gerichtet sind. Nicht geringer darf das Interesse z. B. an der Baubewegung sein, welche eine der Voraussetzungen für die Volksgesundheit ist. Eine vollkommene Sozialgesetzgebung, welche jenen Schichten ein angemessenes Lebensniveau sichert, die der Armee den größten Teil ihrer Angehörigen stellen, liegt eben so sehr im Interesse des Heeres. Präsident Benes sagte einst, daß unsere demokratische Armee eine Arbeiter- und Bauernarmee sein werde. Wir müssen daher gerade dort helfen, wo die Wirtschaftsnot am größten ist. Der Minister besprach dann eingehend die Bedeutung und Leistungen der Sozialversicherung und der Fürsorge für die Kinder, Mütter und die Heranwachsende Jugend und polemisierte gegen die Kritiken an der Arbeitslosen-Unterstützung. So wie er bereits an einer früheren Stelle seiner Rede als dringendste Aufgabe der Sozialpolitik die Arbeitsbeschaffung bezeichnet hatte, die nach und nach die Unterstützungen ersetzen soll, vertrat er entschieden den Grundsatz, daß die Unterstützungen für Arbeitslose nicht nur eine selbst- berständliche Pflicht sind, sondern auch im höchsten Interesse des Staates liegen:„Nur harte unböse Herzen können sich dazu ablehnend verhalten und Unterstützungen als herausgeworfenes Geld betrachten." Den Schlußteil seiner Rede Ipidmete der Fürsorgeminister den sozialey Fragen der Soldaten und Offiziere. Regelung von Hochschulfragen durch Ermächtigungsgesetz Wie das„Prager Tagblatt" meldet, hat das Ministerium für Schulwesen den Fakultäten den Entwurf eines Ermächtigungsgesetzes zugehen lassen. Demnach wäre die Regierung berechtigt, durch Regierungsverordnung Frageri des Hochschulwesens zu regeln. In erster Reihe handelt es sich dabei um das Vorschlags- rc ch t der Fakultäten für freiwevdende oder zu begründende Professuren. Bisher durfte di« Regierung nach dem Wortlaut des Gesetzes niemanden ernennen, der nicht von der Mehrheit eines Profefforenkollegiums oder von einer wenigstens zwei Fünftel betragenden Minderheit zur Ernennung vovgeschlagen war. MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I Roman von Mvnfred Georg Copyright by Dr. Manfred Georg. Präs Bor allen Dingen möchte ich gerne wissen, 06 sie irgendeinen Einfluß auf Schumann hat. Schließlich bekommt er eine wichtige Mission, und ich habe ihn gerade dazu genommen, weil er so allein war. Das Frauenzimmer wird ihn doch stören." Lendvai stocherte in den Zähnen: „Ich hab sie nur am Anfang des Abendbeobachtet, als ich noch nüchtern war. Sie hat mit niemandem geflirtet. Aber alle mit ihr. Und di« Fürstin ist obendrein in Flammen. Heute gleitet das alles noch an ihr ab. Aber man muß sie daran gewöhnen. Gewöhnung verdirbt. Im übrigen gibt's da keinen Schlachtplan. Man muß den Augenblick abpassen." „Augenblick abpaffen l Wieder so langweilig« Geschichten. Wir haben doch gute Verbindungen. Wahrscheinlich schläft oder lebt sie doch mit ihm zusammen. Könnten wir ihr nicht die Polizei auf den Hals schicken? Wir jagen sie ein bißchen durch die Länder, bis sie aus Europa verschwindet." „Schade um die Frau l" „Was heißt das: schade? Sie liegt am Ende im Grab und stinkt wie alle anderen. Wenn Sie wollen: nehmen Sie sie sich doch mit nach Budapests Also ich überlass« Ihnen das, wie Sie sie beiseite schäften. Aber wenn Schumann mit seiner Arbeit anfängt, muß die Angelegenheit bereinigt sein. Mit den Spesen dafür brauchen Sie nicht kleinlich zu rechnen. Ich weiß, daß das Geld kosten kann." ♦ Am nächsten Tage kam Schumann ganz früh zu Makropulos ins Hotel. Dieser bemerkte sofort wohlgefällig die Veränderung. Nichts mehr von jener leichten Auftäffigkest in der Stimme. Er war wieder der korrekte, verschlossene, selbstbewußte Kaufmann von militärischem Zuschnitt, der hier den Vertrag unterschrieb und gleichzeitig in einem einstündigen Vortrag den Gesamtentwurf seines Planes skizzenhaft, aber mit einer bezwingenden Logik in den großen Linien erläuterte. Er war schon im Reisebüro gewesen, hatte alle Vorkehrungen gettoften, sich aus eine fast zauberhafte Art Püffe und Devisen verschafft und teilte mit, daß er am nächsten Ta« mit seiner Sekretärin, Fräulein Nazario, abfahren würde. Er wollte aber schon jetzt zu Dunaimis, um für den Fall, daß er mit den Vorarbeiten schon von seiner Reise aus einsetzen könne, die Zustimmung dafür zu haben. Rur die Linie der Vorarbeiten sei noch zu bestimmen. „Ich kenne ja ungefähr aus meinen eigenen Geschäften die verschiedenen Personen und politischen Verhältnisse", schloß Schumann.„Wo treffe ich Ihre Vertrauensmänner?" „Ich werde Ihnen die Adressen in Zürich und Paris geben. Hier in Wien besorg« ich die Sachen selbst. Ich bleibe noch mindestens zwei Monate in der Stadt. In Budapest macht das Lendvai. Prag ressortiert eigentlich von Zürich, auf jeden Fall merken Sie sich die Adresse: Baron Beckmann, Esplanade. Ich schicke Ihnen nachher noch unseren russischen Verttauensmann, Herrn Glazunoff, der erst vor kurzem aus der Union zurückgekommen ist. Sie werden sich rasch in den Apparat hineinfinden. Kleinigkeiten überlassen Sie ruhig unseren diversen Büros. Man ist da gewohnt. Befehle verständnisvoll auSzufühven. Uebrigens: ist die Sekretärin, mit der Sie fahren, die Dame von gestern abend?" „Jawohl. Ich bin der Meinung, daß für solche Geschäfte, wie wir sie Vorhaben, schöne Busen praktischer sind als Spitzngseu." „Ja, wenn es nicht gerade Privatsekretärinnen sind. Aber daß man iiber das Bett der Privatsekretärin auch leicht-u Schreibtischen kommt. sollte Ihnen doch aus den schlechtesten Filmen bekannt sein," sagte Makropulos mürrisch. „Und umgekehrt! Auch zu den Schreibtischen anderer. Wir drehen ja außerdem keinen Film, sondern machen sachliche Geschäfte ohne Romantik." „Bitte schön, ich mische mich nicht in Ihre Angelegenheiten. Sie übernehmen die Verantwortung. Auf dem Laufenden halten Sie mich wohl durch ein paar kurze Stichworte?" „Selbstverständlich." „Und vergessen Sie nicht, Herr Rittmeister, daß unser Geschäft gleichzeitig die Sache des Rechtes und der Moral bedeutet. Ich brauche Ihnen ja keine langen Vorträge zu halten. Die Erreichung unseres Zieles würde für ein Jahrhundert die Ausschaltung eines politischen Moments bedeuten, das geeignet ist» den gesunden Aufbau der Wirtschaft und das Widerspiel der Kräfte im freien Wettbewerb, das noch immer die Grundlage des Lebens war, zu sichern." „Sie imitteren die Philosopheme des Herrn Direktors Lendvai?" „Ja, weil ich nämlich das Wort durchaus nicht unterschätze. Es sollte auch nur eine Anspielung sein, daß Sie mir in Ihrem Vorberei- ttmgsplan die journalistischen Verbündeten nicht vergessen!" Schumann gab keine Antwort. Ihm kam Makropulos so altmodisch vor. Er merkte, wie der Grieche, durch sein Schweigen irritiert, nach einem abschließenden Wort suchte. Wer dieser ganze Mann war so unoriginell, daß es Schumann geradezu reizte, ihm dabei nicht zu helfen. Er verabschiedete sich mit einer Verbeugung und ein paar blassen Worten. Mgkropulos blieb noch einen Augenblick an seinem Schreibtisch sitzen. Er war sich zum ersten Male in seinem Leben nicht ganz klar darüber, ob er einen guten oder einen schlechten Berttag gemacht hatte. Sachlichkeit war ja ganz schön, aber etwa» mehr Ergebenheit hätte schon dabei sein können. Herr Glazunoff kam am Nachmittag. Es war ein blonder Russe mit einem breiten, freundlichen Gesicht, lachenden Augen, und sein Fleisch war fest und prall. Er berichtete eingehend von den Schwierigkeiten, die die russische Regierung hatte, von den latenten oppositionellen Strömungen, von den ausländischen Agenten, die in der letzten Zett wieder Erfolge melden konnten, von der Rolle der diplomatff"ien Vertreter, soweit sie mit Dunaimis in Verbindung standen. Es war ein sehr gründlicher Bericht. W und zu suchte Glazunoff in seinem Notizbuch nach Zahlen, Exportziffern, Produktionszahlen. Die Industriespionage, die er leitete, schien vorzüglich zu klappen. „Sagen Sie," erinnerte sich plötzlich Schumann,„gibt es nicht einen Namensvetter, der in Moskau Broschüren gegen die europäischen Kabinette mit oft höchst unangenehmen Einzelheiten versenden läßt?" Glazunoff sah von seinem Notizbüchlein auf; „Namensvetter? Das bin ich. Sie können sich gar nicht denken, wie radikal ich bin. Muß ich doch sein, um drüben ungestört arbeiten zu können!" „Was waren Sie denn früher?". „Ganz früher war ich Leiter einer Beobachtungsabteilung im Petersburger Polizeipräsidium." „Als eS noch nicht Leningrad hieß?" „Natürlich. Aber das ist längst vergessen. Soioeit es überhaupt jemand gewußt haben sollte. ES war natürlich eine Geheimabteilung." Schon im Kriege hatte Schumann nicht allzu viel für derarttge Existenzen übrig gehabt. Dieser hier, dessen offenes, ausdrucksloses Gesicht geradezu zum Uebersehen eingerichtet war, war ihm besonders unsympathisch. Er hatte schlechte Hände. Dicke Pratschen, zwischen denen eine Zigarre stak, wie menn man einem Schneemann einen Stock in die Hand bohrt, und unappetitlich kurze Nägel. (Fortsetzung folgt.) Seite 3 Mittwoch, 4. Mär, 1S3S Nr..'>4 im 26. Nach Verlesung der zur relevant für das „widerspruchsvoll" um um um um 856 Höher, 8.518 kleiner, 43.570 kleiner, 14.S3S kleiner. Fstr der für die Freiübungen. 58. der Strafakten solcher „unerheblich" nicht seien und nur auS Indizien und„Pseudoindizien" beständen. Gleichwohl befaßte er sich mit einzelnen Punkten der BeweiSanttäge, um„darzutun", daß sie unzulänglich seien. Aber über diese Punkte wollte sich Herr Dr. Metzler vorläufig nicht äußern. Dagegen erklärte er, zu einem Punkt der Be- weiSanttäge sofort Stellung zu nehmen, u. zw. zu den vertraulichen Befehlen der SA-Standarte 13 4. Es seien Falsifikat«, was er später nachweisen werde. In» dessen stellte Dr. Metzler sofort einen sehr interessanten Antrag: nämlich den Sturmbannführer Gütz, den„angeblichen" Autor jener Befehle, plS Zeugen zu laden. Er werde dafür sorgen, datz dieser Zeuge sich Bei der Dienstag fortgesetzten Verhandlung gelangte zunächst ein auherordentlich umfangreicher Schriftsatz zur Verlesung, der die bereits seinerzeit eingebrachten BeweiSanttäge ergänzt. Die Uebersicht über das beantragte Material kann sich natürlich nur auf ganz knappe Andeutungen beschränken. So wird unter. Beweis gestellt, datz HenleinS„Bewegung", die auf dem„Führerprinzip" aufgebaut ist, eine Imitation der Hakenkreuzbewegung ist. In diesem Zusammenhang wird auf das bekannte„Treuegelöbnis" der SdP-Parlamen- tarier zu dem„Führer" Henlein verwiesen. ES wird aufgezeigt, wie pünttlich der reichsdeutsche Rundfunk über- di» innerpolitischen Vorgänge fn der Tschechoslowakei zu berichten weiß— natürlich im Sinne der Henleinleute. Ferner wird auf die Verbindungen mit dem geflohenen ehemaligen Abg. Jung hingewiesen, ferner auf den Geldzuflutz aus dem Tritten Reich. In diesem Zusammenhang wird auch die bekannte Reichenberger Zusammenkunft im November 1988 angeführt, bei der Henlein sämtliche deutschen bürgerlichen Parteien für die Eingliederung in seine„Bewegung" zu gewinnen suchte unter Hinweis auf seine„unbeschrätzk- ten Geldmittel", aus welchen er die Schulden der willigen Parteien und insbesondere die Kosten der Preffe zu decken versprach. Der Finanzierungsfrage der SHF widmet der Schriftsatz der Verteidigung überhaupt grohe Beachtung. Insbesondere, beruft er sich auf finanzielle Transaktionen, die über nazistische Kreise in Oesterreich geleitet wurden, wozu sich noch Beziehungen zu der bitlerischen„Oesterrrichischen Legion" gesellten. Als Mittelsmänner werden zwei Mittelschullehrer bezeichnet: der Wiener nazistische Realschuldirektor P a r t i s ch und der Professor K l e m t n t. Weiters beruft sich der Beweisantrag auf die Zeugenschast des ehemaligen(kürzlich anSgrtür- gerlrn) BizrbundeSkanzlerS Winkler, der den Tr. Reuwitth vor de« finanziellen Kurierdiensten warnte, in welche» er mehrfach in Wien erschienen sei und bei solcher Gelegenheit auch dir Bekanntschaft der Wiener Polizei gemacht habe. WaS die Verbindung mit ausländischen staatsfeindlichen Faktoren betriffft fühtt der BeweiS- anttag noch allerlei Einzelheiten an, die sich auf mehrere bekannte Funktionäre der heutigen SdP beziehen. Nicht weniger als 20 Seiten des SchriflsatzeS sind der Wühl- und Hetzpropaganda gegen andersdenkende »der anderssprachige Mitbürger im Randgebiet gewidmet und mit einer Fülle von Beispielen belegt. Schließlich beruft sich der Beweisantrag auf die zahlreichen Strafverfahren nach dem Schutzgesetz, die nahezu bei allen Gerichten im Randgebiet gegen Mitglieder der SdP anhängig sind. Rehmen wir gleich vorweg, datz das Gericht die Requirierung von 8 5 Art beschlotzl einstelle, deffen Adresse er gleichzeitig namhaft machte: dieser vom Verttettr des Herrn Henlein als Entlastungszeuge geführte SA-Führer ist im Zivilberuf Gewerbeschulrat in Chem- n i tz und wohnt S chlotz stratze 27. Nach mehr als einstündiger Beratung verkündete das Gericht den Beweisbeschlutz, durch welchen die meisten angebotenen Beweise zugelaffen werden. DaS Beweisverfahren dürfte einen sensationellen Verlauf nehmen. Das österreichisch« B u ndeSkanzleramt wird um Ausfol- gung gewisser Akten ersucht, der ehemalige Vizekanzler W i n k l e r als Zeuge geladen werden. Desgleichen zahlreiche Parlamentarier der verschiedensten Lager. Und auch der SA-Führer Götz aus Chemnitz wird herbeieilen, um für Herrn Henlein zu zeugen... Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit v e r t a gt. rb. Araki— der zweite Hitler Er nimmt die Verantwortung auf sich Tokio.(Reuter.) General Araki teilte dem gegenwärtigen Kriegsminister Kawaschima mit, daß er und seine Militarkollege» im Oberste« Kriegsrat dieLcrant Wartung für b i e während des Aufstandes der vergangenen Woche begangenen Mo r d e auf sich nehme» nud daß sie deshalb aus dem Rate znrückgetreteu sind. Kawaschima wird die Angelegenheit morgen dem Kaiser zur Entscheidung unterbreiten. Es handelt sich um die Generale Araki, Masaki, Abe, Nischi, Keraaschi nnd Uyeda.(Man wird sich in diesem Zusammenhang der Rede Hitlers»ach deu Morden am 30. Juni 1934 erinnern.) Abg. Dr. Neuwirth) eine ab, in welcher er beantragte, die angebotenen Beweise als zuznlaffen, die BeweiSanträge seien nicht Thema der Anklage, weil sie Auflösung der bulgarischen Militärllga Sofia.(BTA) Dienstag wurde der Jahrestag der Befreiung Bulgariens und Unterzeichnung des Verttages in San Stefano in der Alexander Njewski-Kathedrale mit einem Festgottesdienst feierlich begangen. Nach dem Fcst- gottesdienst nahm Kriegsminister General Lukow die Parade der Sofioter Garnison ab, worauf im großen Saal des.OffizierSkasinos eine Versammlung des Offizierskorps der Sofioter Garnison und der Komntandanten der Provinzgarnisonen stattfand. General Lukow verlas einen Befehl, durch den die Militärligä aufgelöst und allen Garnisonskommandanten angeordnet wird, persönlich alle Archive und Dokuinente der Militärliga zu vernichten. Durch den Befehl werden auch die Offiziere ihrer Verpflichtungen enthoben, welche sie freiwillig oder pflichtgemäß übernahmen, mit Ausnahme des Treueides für König und Vaterland, gleichzeitig wird den Offizieren verboten, sich in irgend einer Weise mit Politik zu befassen. Allgemeine Wehrpflicht In China? Nanking. Die Zentralregierung hat mitgeteilt, daß die allge'.'ieine Wehrpflicht unverzüglich in ganz China in Kraft gesetzt wird. Alle körperlich tauglichen Chinesen im Alter von 18 bis 45 Jahren müssen sich einer zweijährigen militäri- Itallenische U-Boote als ungebetene Gäste bei englischen Manövern London. Großadmiral Sir Roger KeveS sagte in einer Versammlung in Oxford über die englisch-italienische Spannung im Mittelmeer, daß die Regierung fast die gesamte englische Flotte ins Mittelmeer gesandt und daß Mussolini sofort seine ganze Flotte um Malta herum mobil gemacht habe. Der Großadmiral machte ferner zum erstenmal Mitteilung über einen Zwischenfall, von dem die britische Oeffentlichkeit bisher nichts erfahren habe, die aber den Generalstäben anderer Mächte wohl bekannt sei. Kurz nachdem englische Unterseeboote Abwehrübungen bei Ddalta begonnen hätten, seien italienische U-Boote überall „wir K o r k st ü ck t“ ansgetaucht. Ihre Kommandanten hätten Uebrrraschung geäußert, daß sie sich bei Malta befänden, wo sie doch geglaubt hätten, auf der Höhe von Tripolis zu sein. So weit der Bericht des Tsch. P. B. Daß italienische U-Bootkommandanten nicht wissen, ob sie bei Tripolis oder bei Malta sind, ist natürlich ein Unsinn, den nicht einmal die Frau Blaschke glauben würde. Offenbar hatten die britischen Schiffe die Anwesenheit untergetauchter fremder U-Boote bald bemerkt und in diese Richtung zur Warnung ein paar scharfe S ch ü s s el o S g el affe n,. worauf dann die italienischen Boote es doch für geraten hielten, an die Oberfläche zu kommen und sich mit ihrer Ortsunkenntnis zu entschuldigen. Jedenfalls zeigt diese Episode, wie leicht derzeit im Mittelmecr die Kanonen beim kleinsten Zwischenfall plötzlich losgohen können... Dlmmerts wieder einmal In der„Bohemla"? Die„Bohemia" vom Dienstag bringt aus der Feder von F. B. einen Leitartikel, dessen Kernstück wiedergegeben zu werden verdient. Es heißt dort nach einer Erwähnung des IS. Mai: Diese Wahlen haben einer deutschen Partei «inen gewaltigen Stimmenerfolg gebracht; aber von einer Volksgemeinschaft im vollen Sinne des Wortes kann bei einer objettiven Betrachtung de» Lage keine Rede sei«. Wir find davon im Grunde weiter entfernt als in den Tagen, wo in Reichenberg über den Volksrat beraten und die Zuziehung der Sozialdemokraten von dem alten Kämpfer für deutsche Dinge, Wilhelm Braß in Hohenstadt, befürwortet wurde. Denn rund 88 Prozent der deutschen Bevölkerung stehen außerhalb der Sudetendeutschen Partei. Wäre es wirklich ein so großer Gewinn für das sudetendeutsche Volk gewesen, wenn sich volle hundert Prozent der Wähler zur Sudetendeutschen Pattei bekannt hätten? Di« Entwicklung der letzten Monate lehrt, datz dies kein ungetrübtes Glück bedeutet hätte. Dieses parteimäßig voll geeinte Deutschtum wäre den Tschechen als«ine Front gsgenübergestanden, die zu einem eisernen Zusammenschluß der tschechischen Gruppen geführt und den in der Politik so wichtigen Elastizitätsfaktor vollkommen ausge- ’ schaltet hätte. Es wäre zu einem Zweifronien- krieg gekommen, in dem die Tschechen schonungslos und mitt der ganzen Staatsmacht gegen alles Deutsche borgegangen' wären. Erfreuliche, wenn auch späte Erkenntnis... dieses Schriftsatzes gab der Bertteter HenleinS Dr. Metzler(Konzipient des längere Ettlärung Preßprozeß Henlein—Arne Laurin Ein SA-Führer meldet sich als Entlastungszeuge Prag. Dienstag fand einer der aufsehen, erregendsten Pretzprozesse, die gegenwärtig beim hiesigen Kreisgericht anhängig sind, seine Fortsetzung. Es handett sich um die Ehrenbeleidigungsklage, die seinerzeit KonradHenlein gegen den ■ Chefredakteur der„PragerPresse" ArneLaurin wegen des Vorwurfs hakenkreuzlerischer und staatsfeindlicher Gesinnung eingebracht hat. Wir haben anläßlich der ersten Verhandlung am 21. September eingehend über diesen Fall berichtet. Bei der ersten Verhandlung bot der Anwalt des geklagten Redakteurs, Tr. Bouöck, einen außerordentlich umfangreichen Wahrheitsbeweis bzw. Beweis des entschuldbaren Irrtums an, dessen Ausführungen berechtigtes Aufsehen erregten. Dr. Boucek legte damals dem Gericht zwei Photo» graphien„streng vertraulicher" Beseh le der SA-Standarte 184 in P l a u e n vor (datiert vom 19. Dezember 1983 und vom 8. März 1934), in denen, wie ettnnerlich, den untergeordneten SA-Stellen aktive wie auch indirekte Unterstützung der sudetendeutschen Heimatfrontbewegung auferlegt wurde.(Assistenz von SA-Leuten bei SHF-Versammlungen, wobei die Sturmtruppler mit falschen Legitimationen der sozialdemo- kratischen(l) Partei versehen werden sollten usw. Unterschrieben waren die Befehle von einem Sturmführer G ö tz.) Außerdem wurden in den Beweisanträgen der Verteidigung verschiedene Verbindungen der SHF mit.auswärtigen staatsfeindlichen Faktoren unter Beweis gestellt, wie auch deren staatsfeindliche Betätigung unter der Bevölkerung der deutschen Randgebiete. Zum Rapport Wir».(Tsch. P.-B.) Vizekanzler Star- hemberg reist zu einem mehrtägigen Aufenthalte nach Rom ab. Unmittelbar nach dem Besuch des Vorsitzenden der tschechoflowakischen Regierung in Wien, längstens aber Ende der nächsten Woche wird sich Bundeskanzler Dr. Schuschnigg nach Budapest beheben, nm den letzten Besuch des un- gattschen Ministerpräsidenten in Wien offiziell zu erwidern. Gegen Monatsende wird dann eine Reise des österreichischen Bundeskanzler- Schuschnigg nach Rom zum Besuch des Ministerpräsidenten Mussolini folgen. ER an IHN Wie«. Starbemberghatan Mussolini folgendes Telegramm gerichtet:„Mit den Faschisten Italiens durch eine gemein sameKampfidee verbunden, nehmen wir österreichischen Heimatschützler innigen Anteil an Freud und Leid unserer Kameraden in Italien. Mit aufrichtiger und stolzer Freude erfüllen unS daher die Siege und Erfolge der letzten Tage und wir senden Euer Exzellenz unsere herzlichsten Glückwünsche und Wünsche für die Zukunft, die im Zeichen des Faschismus stehen möge." scheu Dienstzeit unterziehen. Bu ndestu r nf est-lnf ormat ionen I Ein nachähmungS- wetter Beschluß ' wurde am KreiSver- bandstage der Futz- baller(5. Kreis) in Aussig gefaßt: Bei allen kommenden Wettspielen wird von jedem Besucher ein.„Solidatttäts- beitrag" von 20 Hellern eingehobey, und an den KreiS abgeführt. Die Gesamteinnahme, welche 6000 Kc betragen dürfte, wird dazu verwendet, um allen arbeitslosen Fußballern die Teil- nahme am Bundesturnfest zu ermöglichen. Damit ist die Beteiligung aller Fußballer deS 6. Kreises zum 3. Bundesturnfest gesichert. Die Bezitte, die zum näheren Gebiet Komotau gehören, waren die ersten, die sich bereit erklätten, die gesammelten Be- ttäge zur Verteilung an die Spottgenoflen weiter entfernten Gebiete dem Futzballkreise Verfügung zu stellen. Im Zwittauer Bezirke wurden vom Jänner bis 1. März laut Arbeitsplan zum 3. Bundesturnfest von den Bezirkstechnikern 18 Vereinsbesuche, bzw. Turnstunden für Männer, Frauen und Kinderturnen durchgeführt. Diese Aktton läuft bis 15. März und stellt die erste Kontrolle der Bezirkstechniker für die zu turnenden Uebungen am 3. Bundesturnfest dar. Der 3. Bezirk im 5. Kreise(Komotau-Fest- bezirk) meldet uns: Wir sind mit unserer ersten Die Arbeitslosigkeit In hlordböhmen Geringfügige Senkung im Vormonat— Bewilligte, aber nicht durchführbare Not« Standsarbeiten Im Laufe des Febers ist die Arbeitslosigkeit Bereiche der Reichenberger Landeszentrale für Arbeitsvermittlung von 146.77S auf 145.373 zurückgegangen. Der Arbeitslosenstand ist damit gegenüber Feber 1935 gegenüber Feber 1934 gegenüber Feber 1933 gegenüber Feber 1932 Die Fristzur Vollendung von 108 Notstands arbeiten, die infolge der ungünstigen Witterung nicht weitergeführt tmtden konnten, wurde bis Ende März verlängett, neue Beiträge wurden für 76 Noistandsarbeiten bewilligt. Tci diesen 184 Arbeiten hätten mehr als 10.000 Perscncn schon im Vormonat Beschäftigung gefunden, wenn die erivähnten widrigen Umstände die Arbeit nicht aufgehalten hätten. Eine Böhmerwaldfichtr aus der Zeit KarlS IV. gefällt. Im Urwald beim Plöckensteiner See im Böhmerwald wurde dieser Tage eine riesige Fichte gefällt. Der Baum, der in 1150 Meter Höhe wuchs, begann im Vorjahr zu vettrocknen. weshalb sich die Forstverwaltung zur Fällung entschlossen hat. Die Fichte war 28 Meter hoch und am Baumstumpf wurden 544JahreSringe gezählt. Danach war der Baum ankOOJahre alt, so daß er seit der Zeit der Herrschaft König Karls IV. herangewachsen ist. Die Forstverwal- tung hat an verschiedene böhmische Museen Längsschnitte deS Baumstammes verteilt. Strafantrag Im PatschelderprozeB Staatsanwalt fordert schweren Kerker bis zu fünf Jahren Mähttsch-Oftra«.(Tsch. P.-B.) Im Prozeß gegen Dr. Patscheider beendete Dienstag der öffentliche Ankläger, Prokurator Chalupa, seine Rede. Er schloß mit der Erklärung, daß di« Klage gegen alle wegen des Verbrechens nach Paragraph 2, Absatz 1 und 2 des RepubliffchutzgesetzeS begründet sei. Da es sich um ein« gemeinsame Arbeit aller Angeklagten mit dem gleichen Ziel und Zweck handelte und da die Angeklagten eine Verschwörung gegen den Staat schufen, mühten die Handlungen aller Angeklagten als der Hunger ihn in. eine Ortschaft trieb. Er gestand und gab als. Beweggrund seiner Tat an, daß die Frau ihn nicht erhören wollte. Ehrung. Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet neue Ausbürgerungen, u. zw. unter anderen: Oskar Ed e l(sächs. Landtagsabgeord- neter), den früheren Regisseur des Düsseldorfer Stadttheaters Wolfgang Langhoff(Autor der.„Moorsoldaten") Frau Rosa Levine-Meier, Witwe des in der Münchener Rätezeit standrechtlich erschossenen Kommunistenführer Levine, und A r n old Zweig. Wahres Heldentum. Nach elftägiger Dauer wurde der Hungerstreik der Bergarbeiter der Kohlengruben»Kasimir" und„Julius" in Sos- nowiee, die diese beiden Gruben besetzt hatten und sich weigerten, sie wieder zu verlaffen, ehe die Grickenverwaltungen die angeordnete Lohnherabsetzung-nicht zutucknehme. beendet..Die streikenden Bergarbeiter, die durch den, Hungerstreik aus das äußerste erschöpft waren, entschlossen sich erst dann, die Kohlenschächte zu verlassen, als ihnen mitgeteilt wurde, daß die Grubenverwaltungen beschlossen haben, sich dem bevorstehenden außerordentlichen schiedsgerichtlichen Verfahren zu unterwerfen, durch welches die Angelegenheit der Bergarbeiterlöhne im Dombrowaer und Krakauer Kohlenrevier in den nächsten Tagen definitiv erledigt werden soll. 60 Bergarbeiter wurden infolge vollkommener Erschöpfung ins Spital überfiihrt. Tragödie arbeitsloser Bergarbeiter. Aus einem sogenannten„wilden Schacht" bei Sos- nowitz(Kattowitzer Revier), auf welchem wegen Unrentabilität die Kohlenförderung eingestellt wurde, ereignete sich während der Exploi- tierung des Schachtes durch arbeitslose B e r g l e u t e ein schweres Unglück. Vier Arbeiter wurden durch hrrabftürzende Gesteinsmassen verschüttet. Zwei von' ihnen waren auf der Stelle t o t,' die beiden anderen erlitten schwere Verl e tz u n g e n. Zunahme der Hasard- und Falschspieler. Wegen der bedenklichen Zunahme des Falsch- und Hasardspieles auf dem Lande wurden die Bezirks-und Gendarmeriebehörden, angewiesen, der Verfolgung dieser Unsitte ein besonderes Augenmerk zu widmen..Namentlich in einigen Gebieten Böhmens treten die Falschspieler gewissermaßen organisiert auf und verfügen über einen Stab von Zutreibern und Spitzeln. Zwecks besserer Verfolgung der llebelfäter sollen nun auch die Gastwirte sowie die in Frage kommenden Organe per Staatsbahnen zur Mitarbeit mit den Sicherheitsbehörden aufgefordert werden. Später Heimkehrer. In Uzbörod wurde der ungarisch« Staatsangehörige Michal Horbäch aus Raab in Ungarn angehalten, der über Karpathenrußland aus der russischen Kriegsgefangenschaft zu Fuß nach Ham« zurückkehrte. Er wurde im Jahre 4916 in den Karpathen gefangen, genommen und nach Sibirien verschickt, wo er bis. zum Jahre 1917 zu Zwangsarbeit verurteilt war. Während des sotojctruffischen Regimes war er in einem staatlichen Gut beschäftigt'worden. Er war mit seiner nennt Heimat sehr zufrieden, bis ihm im Jahre 1934 die Sehnsucht nach seiner alten Heimat erfaßte.-Er legte 1600 Kilometer zu Fuß zurück. Seine Mutter besitzt in Raah«ine Wirtschaft. Horbach wurde nach eintägiger Ruhepause freigelaffen und begibt sich in seine.Heimat. Der englische Hof für Abessinien. Dr. Martin, der abessinische Gesandte am Hofe von St. James, hat soeben eine Sammlung zugunsten seines Landes eröffnet. Dem Vernehmen nach laufen die Zeichnungen sehr lebhaft ein, obwohl die Mindesksumme, die akzeptiert wird, mit-10 IPfund festgesetzt ist; über das Minumum hinaus lönnen auch nur durch zehn teilbare PsuNdsum- nten angemeldet werden.-" Schweigen ist Gold. Nicht nur gute rednerische Leistungen werden im Parlament mit lebhaftem Beifall belohnt; die Deputierten hören so viele Reden, daß ihnen eine Rede, die nickt gehasten wurde, oft lieber ist als die beste cicero-tz nische Leistung. Dieser Tage wurde in der Pariser Kammer ein Gesetzentwurf über die Entschuldung des Ackerbaues verhandelt, und zahllose Redner standen auf der Liste, so daß eine Nachtsitzung drohte. Einer der Deputierten verzichtete daraufhin auf das Wort, und das„Journal Officiel", das den stenographischen Bericht publiziert, referiert folgendermaßen: Monsieur'Scrda verzichtet auf das Wort.(Lebhafter Beifall auf allen Bänken!) Eine Ausstellung der katholischen Presse. Ain 12. Mai wird in der Stadt des Vatikans die internationale Ausstellung der katholischen Presse eröffne: werden. Die Ausstellung wird sich in drei Abteilungen gliedern, von denen die erste allgemeinen Charakter trägt, während die zweite die einzelnen Staaten der ganzett Welt und di« dritte die Presse verschiedener religiöser Orden, der Missionäre us>v. umfassen wird. Denkmal einer Kuh— natürlich in USA. Bei aller Abstumpfung gegen amerikanische Exzentri- täten kann man doch nicht an dem eigenartigsten Denkmal der Bereinigten Staaten achtlos Vorbeigehen— dem Marmorstandbild einer Kuh, das die Stadt Seattle im Staate Washington errichtet hat. Diese brave Kuh ist, war vielmehr die Trägerin des Weltrekords der Milchkühe und lieferte pro Jahr 16.778 Liter Milch, was einen Durchschnitt von 45 Litern pro Tag ergibt. Wenn aber die Erwartungen nicht trügen, so wird neben ihrem Denkmal bald noch ein zweites gleicher Art stehen, das eines ihrer Enkelkinder. Die Tradition der braven Kuh ist nicht ausgestorben und man erfährt, daß zehn Jahre nach ihrem Tode ihre Enkelin zu Ruhm und Ehren gelangt ist, da sie eS bereits mit 16.303 Liter gebracht hat, somit als Rekord-Anwärterin angesehen werden kann. Verdun, die ordensgeschmückte Stadt. Bei Gelegenheit der großartigen Feiern zum 20. Jahrestag der Schlacht von Verdun erfährt man, daß die Stadt einen eigenartigen Weltrekord hält: sie ist die meistdekorierte Stadt der Welt. Im Rathaus von Verdun find in einer einzigen Vitrine folgeitde Auszeichnungen aufbewahrt: das Kreuz der Ehrenlegion, das französische Kriegskreuz mit zwei Palmen, das englische.Military Croß", die italienische Kriegsmedaille, das amerikanische und rumänische Kriegskreuz, der belgische Leopolds-Orden, das*ruffische St. Georgs-Kreuz, die serbische Tapferkeitsmedaille, ebenso die montenegrinische, das Turm- und Degen- , Kreuz von Portugal, das enhländische Fxejheits- 'kreuz, das griechische Kriegskreuz, der Orden des 'Gesteckten Tigers von China, ein japanischer Ehrensäbel, eine englische und eine katalanische Ehrenfahne. Beratungsstellen für Berufskrankheiten. Der H. Internen Klinik(Vorstand Prof. Dr. I. Pelnar) der Karls-Universität in Prag II., Allgemeines Krankenhaus, ist nunmehr«ine Beratungsstelle für Berufskrankheiten angegliedert worden, die in der Ambulanz der Klinik untergebracht ist. Die Beratungsstelle, die unter der Leitung des Assistenten der Klinik Dr. I. Reisinger steht, ordiniert jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr.— Eine weitere Beratungsstelle für Berufskrankheiten wurde bei der Abteilung für Jndustriehvgiene und Arbeitsmedizin des Hygienischen Institutes der Deutschen Universität in Prag II., Preßlovä 7, errichtet. In dieser unter der Leitung des Prof Dr. I. Löwy stehende Beratungsstelle werden Konsultationen jeden Dienstag und Freitag von 11 bis 13 Uhr vorgenommen. Relativ warm. Der Luftdruck ist über dem Binnenland noch gestiegen und der Himmel hat sich in unseren Gegenden in den Mittagsstunden des Dienstag meist auSgeheitert. Unter dem Einstuß der Sonnenstrahlung ist die Temperatur an vielen Orten auf plus 10 Grad gestiegen; mich in den höheren Gebirgslagen wurden nachmittags stellenweise plus 5 Grad erreicht. Die über dem Mittelmeer lagernde mrd durch warme aus Afrika stammende Luft gespeiste Truckstürung veranlaßt in Norditalicn Regenfälle, welche sich etwas weiter gegen das Binnenland ausbreiten können.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Wechselnd bewölkt und bei mäßigem Südostwind im allgemeinen ein wenig wärmer; am Südwestrande der Republik etwas stärkere Bewölkung und später strichweise Niederschlagsneigung.— Wetteraussichten für Donnerstag: Andauern der relativ warmen Witterung. Vom Rundfunk empfehlenswerten aus«len Programmen! Donnerstag: Prag, Sender L: 10.15: Deutsche Presse, 12.10: Prager Blasquintett, 12.85: Salonorchesterkonzert, 17.45: Deutsche Sendung: Jugendstunde, 18.10: Sekretär Hölzl: Zur sozialen Lage des BöhmerwaldarbesterS, 19.10, Englisch für Anfänger, 21.15: Nundfunkorchestcrkonzert, 22.15: Kompositionen von Joh. Strauß. Sender S: 7.30: Leichte Musik, 14.15: Deutsch« Sendung: Dr. Fernegg: Entwicklung der Lohngestaltung, 14.50: Deutsche Presse, 18: Salonquartett.— Brünn 11: Schallplatten, 13.30: Deutscher Arbeitsmarktbericht, 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Anny Hübl: Zum inter-. nationalen Frauenkongreß.— Möhrisch-Ostrau 18.10: Deutsche Sendung: Konzert des Collegium musscum an der Prager Deutschen Universität.—' Pres-burg 15: Orchesterkonzert. Nr. 54 Mittwoch, 4. März 1936 Seite 5 Von den Toten auferstanden Der ursprünglich als tot gemeldete Ministerpräsident O k a d a, der auf abenteuerliche Weise der Mordstaffel entgangen ist du&tand General Doihara, der Mann Im Hintergründe (GB.) Eine der interessantesten Gestalten der japanischen Armee ist zweifellos der Generalmajor Kenji Doihara, Chef des Gehei m- L i e n st e s der Kwantung-Armee. Es ist sehr wahrscheinlich/ daß Doihara, der zur Gruppe Araki-Mazali gehört, an der Organisierung des Tolioter Militärputsches beteiligt war. Er ist einer der militärischen Draufgänger, in dessen Hand die Geheimfäden der japanischen Aktion in Nordchina zusammenlaufen. Seine geheimnisvollen Verbindungen mit den chinesischen Generälen und mongolischen Fürsten, seine rätselhaften Reisen, die immer wichtigen Vorstößen der japanischen Soldateska vorangehen, lassen ihn als den„Ober st Lawrence der Mandschurei" erscheinen, wie er auch häufig in der chinesischen Presse genannt wird. Im November vorigen Jahres ist in der Laufbahn von Doihara eine plötzliche Hemmung eingetreten. Er hatte nämlich bereits alle» vorbereitet, um ein zweites Mandschukuo in Nordchina zu organisieren,«her da ist plötzlich das Kriegsministerium in Tokio und besonders die Admiralität dazwischengefahren. Man hat in Tokio offenbar befürchtet, daß das radikale Vorgehen des japanischen Militärs in Nordchina Amerika dem „perfiden Albion" in die Arme treiben werde. Außerdem scheint Doihara dem ungekrönten König von Mandschukuo, dem General M i n a m i, dem Oberkommandierenden der Kwantung-Armee und zugleich dem japanischen Botschafter in der Mandschurei, in die Quere gekommen zu sein. Man befürchtet überhaupt den Einfluß Doihatas auf die jungen Offiziere, so daß man ihn eigentlich kurz vor dem Tokioter Putsch irgend wohin in eine ehrenvolle Verbannung senden wollte. Aber man sprach um diese Zeit in den Kreisen der Kwantung-Armee ganz offen davon, daß es gefährlich wäre, ihn nach Tokio zurückzuberufen, weil er fähig wäre, einen Militärputsch zu organisieren. Der neue Schachzug Hitler- und die französische Press«. Die Unterredung des„Führers" mit dem Vertreter des„P a r i s M i d i" hat in Paris ein großes Aufsehen erregt. Der neue Schachzug Berlins begegnet im allgemeinen einem großen Skeptizismus, obgleich man die Bedeutung des Interviews nicht unterschätzt. Noch nie habe Hitler, schreibt das große Abendblatt„ParisSoir", sich in so offener Form uns angebie- So Mord der Feind Bon Monfalcone bis über den Doberdo hinaus sammelt ein Zeltlager hinter dem Jsonzo die Kriegsgefangenen. Einmal ist es eine Patrouille, die abgefaßt wird, ein andersmal sind es Trümmer irgendeiner Sturmkompanie, dann die Verteidiger eines unhaltbar gewordenen Grabenstückes, die den Italienern in die Hände fallen. Alle Sprachen der alten Armee schwirren durch die Zeltreihen. An einem frostigen Morgen brüllt der Dolmetsch zur Vergatterung, zum Abmarsch in das Innere des Landes. Italienische Frontinfanterie zieht mit uns rückwärts, Kaum daß die Soldaten die Freude verbergen Können, endlich, wenn auch nur auf kurze Zeit, aus den Höllengräben da vorne befreit zu sein. Sie lachen und schwätzen in ihrer singenden Sprache, verteilen Zigaretten und marschieren sorglos neben uns in den weiten Tag hinein. Die italienische Tiefebene liegt groß ständig vor unseren Blicken. Immer dunstiger werden die Höhenrücken hinter uns, verschwinden gegen die Mittagsstunde im Schlußstrich von Hinunei und Erde. dert, noch nie haben seine Vorschläge einen so dringenden Charakter gehabt. Der Führer schwöre, daß er sich aufrichtig mit Frankreich verständigen wolle. Aber um das zu beweisen, gebe es nur ein Mittel: die Rückkehr n a ch Genf.— Das konservative„Journal des Dubais" schreibt:„In der letzten Zeit beginnen alle Nachbarstaaten Deutschlands aus dem tiefen Schlaf, In dem sie sich befanden, zu erwachen und fangen an zu verstehen, daß es nur eine Friedensgarantie gebe, nämlich ihre eigene Macht. Legende und Wirklichkeit General Araki, heute erst 59jährig, von 1931 bis 1933 Kriegsminister in den Kabinetten von Jnukai, der am 15. Mai 1932, und von Saito, der am 26. Feber 1936 ermordet wurde, ist der Sohn eines S ä m u r a i, eines Militär- edelmannes. So steht eS wenigstens im letzten Jahrgang des„Japanischen Jahrbuches",, in Wirklichkeit ist jedoch Araki der Sohn eines armen Schullehrers, der allerdings die Tochter eines kleinen LandedelmanneS geheiratet hatte. Arakis Vater stand einer Volksschule in der Tokioter Vorstadt Uoshitvara vor, dem berühmten Teehaus- und Geishaviertel der Hauptstadt. Aber sehr bald mußte er seine Schule verkaufen und den Posten eines einfachen Lehrers in Aokohama annehmen, die Familie blieb aber in Noshiwara und lebte dort in den ärmlichsten Verhältnissen. Arakis Mutter mußte sechzehn Stunden täglich in einem Konfektionshaus arbeiten, um einen kleinen Zuschuß zum kärglichen Gehalt des Mannes herauszuschinden. Der kleine Sadao hat seit seinem zwölften Lebensjahr zu seinem Unterhalt beigetragen, indem er Abschriften für einen Beamten machte. Aber er schlägt sich durch, der kleine Mann, er absolviert das Lyzeum und später die Militärschule, ohne daß" er von der Familie unterstützt wird. Mit neunzehn Jahren ist er endlich Unterleutnant, mit vierzig Den Monatsgehalt, wovon er die Hälfte der Mutter abgibt, die er bis zu ihrem Tode verehrt. Während des russisch-japanischen Krieges 1904-5 tut er sich hervor, ist verwundet und wird Leutnant. Dann ist er Militärattache in Petersburg. 1911 wird er nach Tokio berufen, wo ihn ein Posten beim Generalstab erwartet. Während seiner Reise auf der transsibirischen Bahn wird er verhaftet, man findet bei ihm verdächtige Skizzen, er soll vor das russische Kriegsgericht kommen. Aber er droht dem russischen Gendarmerieoberst mit Selbstmord, wenn man ihn nicht augenblicklich losläßt. Diese Drohung schlägt durch, Araki ist frei. Während des Weltkrieges befindet sich Araki bei der japanischen Okkupationsarmee in Sibi- ,vi«n> Eines Tages, als er Truppen inspiziert, bemerkt er einen jungen Soldaten, der in seinem leichten Mantel vor Kälte zittert. Da reicht ihm der Hauptmann Araki seinen Pelz mit den Worten:„Gib mir deinen Mantel, mich friert es ja nicht so". Als Sadao Araki vor sieben Jahren die Division von Kumamoto, im Süden von Kvushu, befehligte, ist er bereits der p o p u- Volkswirtschaft and Sozialpolitik Diktatur Uber die Verbraucher? Das Handelsministerium hat den Entwurf einer Verordnung ausgearbeitet, der in seiner Wirkung nichts weniger bedeutet als die Aufrichtung einer Preisdiktatur der Gewerbetreibenden über die Verbraucher. Der BerordnungSentwurf beschäftigt sich mit den Preisbeschlüssen der.Gewerbegenossenschaften. Der Entwurf gibt diesen Unternehmervereinigungen die Berechtigung, nach einem in ihrer Generalversammlung gefaßten Beschluß, daß in ihrem Unternehmungszweig ein Notstand eingetreten sei, dem nur durch eine Preisregelung abgeholfen werden könne, dem LandeSamt eine Preiskalkulation mit dem Antrag vorzulegen, allgemeinverbindliche Preisrichtlinien festzusetzen. Nach Anhörung der zuständigen Handelskammer setzt das LandeSamt, Hitler will nun unter diesen Nachbarstaaten Verwirrung stiften und diesen Prozeß des Erwachens stören, um Deutschland Zeit zu geben, seine Wiederaufrüstung zu beenden.— Sogar das Organ der Finanzkreise,„L'Jnformation" meint, daß, während die übrigen Völker alles mögliche unternehmen, um den Frieden aufrecht zu erhalten. Deutschlandstillschweigend a u f r ü st e t, und zwar in einem unglaublichen Umfange. sarste General von Japan. Während der Manöver, die er leitet, bringt man ihm ein Telegramm, seine Mutter liege im Sterben. Wirderan das Todeslager der anaebeteten Mutter eilen? Rein, der kaiserliche Drenst geht vor. Er zeichnet auf. einem Blatt Papier die Umrisse des Berges Fuji, des heiligen Berges der Japaner, und schickt es der sterbenden Mutter. Das ist die Legende. In Wirklichkeit ist Sadao Araki der'„politische General", wi« er im Buche steht. Er begnügt sich nicht mit hem Militärdienst, er erstrebt die Impfung der ganzen Nation mit seiner militärischen Ideologie. Man nennt ihn gewöhnlich den„P laud e- wer", die Feinde nenNen ihn sogar einen Schwätzer. Denn Araki ist sehr mitteilsam und hält mit seinen Aeuherungen über die verschiedensten Probleme nicht' zurück. Dabei ist er ein politischer Intrigant ersten Ranges: er hat es verstanden, sich zum Sprachrohr aller unzufriedenen Elemente in der Armee zu machen. Was ihn mit diesen Elementen verbindet, ist die Verachtung von allem, was nicht Militär ist. Der Staat und die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Familie sollen der Armee dienen. Das oberste Gesetz sei das Wohl des Heeres. Denn das Heer sei das Vaterland. Damit verbinden sich sehr natürlich„antikapitalistische" Tendenzen. Aber Araki ist ein Politiker und dabei ein rücksichtsloser. Er ist bereit, jederzeit sich selbst für seine Idee zu opfern. Um so mehr sieht er in seinen Anhängern bloß Werkzeuge, die jederzeit geopfert werden können und müssen. Das haben jetzt die„jungen Offizier«" erfahren. Ihr Vorstoß lag auf der Linie des Kampfes Arakis um die oberste Macht zunächst in der Armee, später vielleicht im Staate. Die Putschisten des 26. Feber haben ihre Schuldigkeit getan, sie halfen das Kräfteverhältnis zugunsten Arakis zu verschieben; damit war ihre Rolle erledigt. Die„jungen Offiziere" empfehlen sich auf japanische Art von der historischen Bühne: sie begehen Seppuku, Hara-kiri, Selbstmord. Der Europäer wird vjelleicht sagen, Araki.habe sie verratey. Vicllcicht hat das dieser oder jener der Selbstmörder selbst geglaubt. Vor ein paar Jahren sprach man dunkel von einem Attentat auf Araki durch einen jungen Offizier. Ob dieses Gerücht wahr ist, wissen wir nicht. Aber die Rechnung zwischen Araki und seinen Anhängern steht in jedem Fall« nicht ganz klar. wenn der Antrag für begründet gehalten wird, in einer amtlichen Verlautbarung die Preise fest. Es kann sie bei einer wesentlichen Aenderung der Wirtschaftsverhältniffe wieder aufheben. Gegen einen abweisenden Bescheid der Landesbehörde kann die Gewerbegenossenschaft beim Handelsministerium Berufung einlegen, ebenso für den Fall der Aufhebung der Preis-Richtlinien. Das Bezirksamt ist verpflichtet, darüber zu wachen, daß die Preis-Richtlinien nicht unterboten werden. Gegen eine derartige Verordnung müssen große Bedenken geltend gemacht werden. ein neues buch Keynes John Maynard Keynes, der englische Nationalökonom, dessen Buch über„Die wirtschaftlichen Folgen der Friedensverträge" noch in allgemeiner Erinnerung ist, hat ein neues Buch geschrieben, daS in England großes Aufsehen erregt. Es heißt„Allgemeine Theorie der Beschäftigung, Ausweis für den Monat Feber (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingeklammerte Wahlfonds.) Bodenbach: XL 5600.—(1400.—), B r ü n n: XL 2000.—(500.—), Karlsbad: XL 5040.—(1260.—). Kezmark: XL 70.—, L a n d S kr o n: XL 400.—(100.—), Pilsen- B u d w e i S: XL 1360.—(840.—), Prag: XL 867.—(»0.—), Preßburg: XL 48.— (12.—),R eichenberg: XL 1294.—(806.—), Sternberg: XL 1900.—(440.—), Teplitz- Saag: Xi 2400.—(600.—), Troppau: XL 2060.—(480.—). des Zinses und des Geldes" und bringt ein bemerkenswertes Abrücken des ursprünglich streng liberalistisch eingestellten Gelehrten von der Konkurrenzfreiheit. Er erklärt, daß die Auffassung der Krise als Abweichung vom wirtschaftlichen Gleichgewicht, die automatisch wieder ausgeglichen wurde, nicht mehr zutreffe. Es sei auch unzulänglich, einen Widerstreit zu konstruieren zwischen einer Steigerung der Investitionen und einer Erhöhung des Verbrauches; die Investitionen hängen von der erwarteten Zunahme des Verbrauches ab. Aber die jeweils brachliegenden Kapitalien werden heut« ost nicht verwertet— teils aus Mangel an Vertrauen, teils an Initiative— wenn der Staat nicht eingreift. Er muß vor allem daS Währungssystem so gestalten, daß-eine großzügige wirtschaftliche Aktivität möglich ist, die Zinssätze so niedrig zu halten, daß sie den Anreiz zu Investitionen geben und schließlich selbst die Richtung der Investitionen beeinflussen oder lenken, um das Gleichgewicht der Wirtschaftsentwicklung zu bewahren. Daher sind nach Keynes auch öffentliche Arbeiten durchaus gerechtfertigt, sobald die Privatinitiative nicht ausreicht. Schließlich polemisiert er auch gegen Lohnkürzungen in Krisenzeiten, da diese Art von Kostensenkung zur Verminderung des Verbrauches und da- mit doch zu erhöhter Arbeitslosigkeit führe; Keynes möchte grundsätzlich die Privatinitiative bewahrend, hält aber, wie man sieht, sehr weitgehende Reformen für notwendig. Die Maschinen Im Außenhandel In Nebereinstimmung mit dem gesamten tschechoslowakischen Außenhandel hat auch die Ein« und Ausfuhr von Maschinen und Instrumenten— die Elektroindustrie ausgenommen— in den Krisenjahren einen starken Rückgang er- fahren. Es betrug: Einfuhr Ausfuhr in Millionen Kronen .1930 583 473 1981 405' 333' 1932 193 209 1933 132 125 1934 176 191 1935 208 231 Bis 1933 war die Einfuhr an Maschinen und Instrumenten auf weniger als em Viertel von 1932 und die Ausfuhr auf ettvas mehr als ein Viertel zusammengeschrumpft. 1934 und 1935 ist sowohl eine Erhöhung der Einfuhr als auch der Ausfuhr festzustellen, wobei di« Ausfuhrsteigerung etwas stärker ist. Bemerkenswert ist dabei, daß in den beiden letzten Jahren die Ausfuhr höher liegt als die Einfuhr, während bis 1931 und 1933 die Einfuhr die Ausfuhr überstieg. Man muß allerdings berücksichtigen, daß in den letzten Jahren in erheblichem Umfang gebrauchte Maschinen aus der Tschechoslowakei ausgeführt worden sind. Die niwerländische Kimslseidenindustrir befindet sich in einer schwierigen Lage, da es immer schwieriger wird, mit Japan zu konkurrieren, und da Holländisch-Jndien und auch Britisch-Jndien ihre Bedeutung als Märkte für die' niederländisch« Kunst- seidenindustrie verloren haben. Die Belegschaft der Aku, die seit mehreren Jahren keine Divideiede mehr zahlen konnte, beträgt nur noch 8300 gegen 8600 im Jahre 1928. Sadao Araki— der kommende Mann Japans? Aus einer betonierten Stellung, die fast unsichtbar durch die Ebene läuft, steigt funkelnagelneu« Reservemannschaft. Ihr Riemenzeug und Uniform muß vor ein paar Tagen noch irgendwo in einem Magazin aufgestapelt gewesen sein. Zur Mahlzeit eine dünne Suppe, dann geht der Marsch weiter. Die Hände ständig am Gewehr, kein Wort mit uns verlierend, die Blicke kreisend über unseren Doppelreihen, marschieren die neuen Wachsoldaten neben uns. Im Denken der Neuen sitzen das Dienstreglement und die Krieg sartikel. Nach drei Stunden übergeben sie uns einer Kavallerieabteilung, die uns an der mit Pappeln besteckten Straße erwartete. Blutjunge Burschen. Zum Wundern fast, wie sie die großen starken Pferde, den langen Säbel meistern können. Auf ihren Köpfen stecken sturmbandgeschnallte Ungetüme von Tschakos. Unter dem Sattel liegt ein zottiges Ziegenfell. Malerisch verwegene Gestalten wenn das wären! Wenn ein kräftiger Bart an Oberlippe und Kinn vorhanden, wenn aus kühnen Augen ein Will« leuchtete:„Siegen oder sterben!". Das wären die Nachkommen von Garibaldis berühmten Freischülern, die die italienische Einigkeit ge- jchaffen. Wer auf den großen Rossen sitzen junge Buben mit milchigem Gesichte und heimatsehnsüchtigen Augen. Aengstlich treiben sie ihre Pferde zu beiden Seiten aneinander und drücken unsere Doppelreihe in die Enge. Pfevdeleiber links und rechts, hinten und vorne. Eine klein« enge Straße macht den Marsch inmitten der tänzelten, unruhigen Tiere beängstigend. Rechts von unserer Doppelreihe will ein Pferd seinem Reiter nicht gehorchen. Bald steigt eS hoch auf die Hinterfüße, bald drängt es quer über die Straße und quetscht die Reihen der Gefangenen aneinander. Der Junge im Sattel hat alle Mühe, aufrecht zu bleiben. Er wird noch erregter, als eine Charge grobe Worte nach ihm schleudert. Neben der Straße liegen in gewissen Abständen weidenumwachsene rechteckige Teiche. Ihre Wasser sind tiefdunkel. Wir bemerken weder einen Zu- noch Wlauf. Irgendeiner aus den benachbarten Doppelreihen meint,„diese Tümpel hat sicher der Krieg geboren", dann ist wieder alle Aufmerksamkeit der Straße und den unruhigen Tieren zuge- jpendet. Feind und Freund ziehen weiter in das italienische Hinterland hinein. Da kommt schon wieder solch ein tiefdunkleS Wasserbecken. Ganz nahe tritt eS an die Straße heran. Das Pferd mit seinem Jungen neben uns vollführt lebensgefährliche Bewegungen. Wir flüchten aneinander. Die Marschovd- nung droht sich aufzulösen, da tritt daS Tier daneben und stürzt kopfüber mit seinem Reiter in das unheimliche Wasser. Wellenringe schlagen an die nahen Ufer. Entsetzt blicken wir und die Kmneraden des jungen ReiterS nach dem Wasser, aus dem Blasen brodelnd aufsteigen. Da taucht das Pferd empor,' der Sattel ist leer... Eisiges Schweigen in der ganzen Kolonne. Von vorne kommt ein Offizier gesprengt, fragt hastig nach dem Borgefallenen. Eine kurze Meldung— und über unsere Köpfe schallt das Kommando: e tutti avanti!" x Lange einförmige Straßenkilometer haben uns den jungen wten Reitersmann vergessen lassen. Was wird sein Truppenkörper an die Mutter des Jungen gemeldet haben?„Heldentod?" Jos. Egerer. Seite 5 „Sozialdemokrat' Mitttvoch, 4. März 1936. Rr. 54 Iraqer fei-tium Deutsch-demokratische Kritik an Henleins Kulturprogramm In einer vom Prager Bildungsausschutz-er Deutsch-demokratischen Partei. einberufenen Ver« sammlung im Deutschen Hause sprach am.Montag Direktor Scholz über die Fragen der sudetendeut-- schen Kultur,. zu denen sich. Konrad Henlein. eine Wothe zuvor am gleichen Orte geäutzert hätte. Der Sprecher der Deutsch-Demokraten lehnte' die von Henlein geforderte Gleichschaltung der sudetendeutschen Kultur.ab, die nicht eine„Sonderkultur'', sondern eine eigene' Kultur sei.und der das Sudetendeutschtum treu bleiben müsse, wenn es sich als Minderheit im Staate geistig behaupten wolle. Es bedeute"eine, schwere Gefährdung dieser. Kultur, wenn man das Sudetendeutschtum in Echt-Deutsche und in'Kaum-Teutsche aufspalten wolle und wenn man mit dem Schlagwort„Mischkultur" die Prager deutschen Kultureinrichtungen, das Deutsche Theater, die Urania und die deutsche Sendung herabsetze. Dieses Vorgehen, das eine gtvbe Undankbarkeit gegenüber einem grotzen Teile der Vorkämpfer deutscher Kultur im Staate bedeute, erinnere an die Parole der Schönerer und Wölf„Durch Reinheit zur Einheit"^ die schließlich zur völligen Isolierung der Sudetendeut- schen geführt hab«. Das Henleinsche Bekenntnis zur gesamtdeutschen Kultur werde von seinen Anhängern als kritiklose Verhimmelung alles dessen verstanden, was aus dem Deutschen Reiche komme, dessen gegenwärtiges. Regime mit den Konzentrationslagern und Bücherverbrennungen, mit dem„Stürmer" und den Mrrcherger Gesetzen Leistungen aufzuweisen habe, die man nicht als Ausdruck deutscher Kultur bezeichnen könne. Wahre Kultur vertrag« überhaupt keine Uniformierung, und der geforderte Verzicht auf die eigene sudetendeutsche Kultur stehe auch im Widerspruch zu der gepriesenen Bodenständigkeit, so wie die Losuitg„Los von Prag" wiederum im Gegensatz zu der Forderung stehe, ine Deutsche Universität in Prag zu erhalten. Tie Sudetendeutschen, die Minderheit und Grenzvolk sind, könnten auf eine Verständigung mit anderen Nationen nicht verzichten. Ter Weg der Totalität würde sie in das Schicksal Südtirols hineinfübren, der Weg der geistigen Selb- sländigkest aber könne ihnen die Stellung des Schweizer Deutschtums bringen. ' So bemerkenswert diese ablehnende Antwort aus deutschbürgerlichem Lager auf Henleins„Kultur"- Bestrebungen ist, so unklar blieb sie freilich in der pysitiven Erkenntnis der Probleme. Die Berufung auf die eigene sudetendeutsche Kultur, die mit einer besonderen Würdigung der„Heimatkunst" verbunden war, scheint uns in einer Zeit, in der die deutsche Kultur überhaupt aus dem Spiele steht, nicht ausreichend zu sein. Wer mit der Ablehnung der Kon« zentratiouslagerkultur das„Zugeständnis" verbindet, datz unter dem Hitler-Regime manches„besser" geworden sei und auch„Kulturwerte" geschaffen worden seien(ohne sie freilich nennen zu komjeM, gibt sichrer Illusion hin, als könne man zwischen oer hitlepischen Sonder-„Kultur" und der von ihr mir Vernichtung bedrohten Menschheits-Kultur noch irgendwie vermitteln, lknd wem die sozialistische Kritik an manchen deutschen Kulrurstätten ebenso verderblich erscheint wie die von Henlein geübte, der übersieht,, datz es uns nicht auf die blohe Erhaltung von kulturellen Einrichtungen ankommen darf, sondern auf die Erfüllung ihrer kulturellen Aufgaben.. Bau-Absichten der Salesianer in Prag. Tie Salesianer beabsichtigen in Prag den Bau eines grotzen Jugendheimes. Das Heim soll in Kobylis mir einem Aufwand von mehreren Millionen K6 errichtet werden. Zwecks Beschaffung der Mittel und Erledigung der vorbereitenden Arbeiten verhandelt in Prag Dr. Trochta als Vertreter des Ordens. Textil-Rohstoffe und ihre Verarbeitung. Heber dieses Thema veranstaltet die Union der Geschäftsreisenden und Vertreter einen Kurs in acht Vorträgen. Der Kurs beginnt am 8. März d. I. Informationen erteilt das Sekretariat in Prag II., na Zbotenci 18. Bon der Stefanik-BolkSsternwart« in Prag. Im März ist die Sternwarte auher Montag täglich um 7 Uhr abends dem Publikum zugänglich, an Sonn- und Feiertagen vormittags von 10 bis 11 Uhr, nachAdolf Wohlbrück M Michael Strogov in dem Film„Der Kurier des. Zaren" mittags von 3 bis 4 Uhr und abends von 6 bis 8 Uhr. Für Massenbesuche von Volks- und Bürgerschulen sind die Abendstunden von 18 bis 19 Uhr und für Mittelschulen und Vereinsbesuche von 20 bis 21 Uhr vorbehatten. Zur Besichtigung der Einrichtungen sind Schulbesuche auch während der Tagesstunden— außer Monrag— täglich Erwünscht. Massenbesuche von Schulen"und Vereinen sind vorher im Büro der Sternwarte, telephonisch— Nr. 463-03— anzumelden. Befichtigungsprogramm für März: vom 1. bis 8. kann der Mond und Doppelgesttrne beobachtet werden, vom 10. bis 25. an klaren Abenden kosmisch« Rebel, Sternhaufen und Doppelgestirne, Ende März wieder der Mond und Doppelgestirne. Eintritt in die Sternwarte direkt von der oberen Station der Drahtseilbahn am Petrin. Iümst und. Mssra Friedrich Schiller Im Dritten Reich Eine vielsagende Kritik In der„F r a n k f u r t e r Z e i t u n g" finden wir folgenden, vom 2. März d. I. datierten Theaterbrief aus B e r l i n: „Eine merkwürdige Bühnenbearbeitung lag der Aufführung des Deutschen Theaters von»Kabale und Liebe" zugrunde. Es fehlte der Abschied der Lady Milford von ihrer Dienerschaft, die Abrechnung zwischen Ferdinand und dem Hofmarschall von Kalb, der grotze Ferdinand-Monolog, der Auftritt zwischen Ferdinand und dem Präsidenten, in dem sich Ferdinand von seiner Luise betrogen wähnt. Ja, hätte es mit solchen Streichungen«in Bewenden gehabt! ES gebrach aber auch an dieser verwegenen, brüsken, sattrischen Eharakterzeichnung des jungen Schiller, am Aeberschwang der Werther-Zeit, an der hold verstiegenen, sinnbetörten und finnbetörenden Pathetik. All diese Gebrechen nun gehen innerlich — freilich auch bei mehrfach versagendem Könne n— auf eins zurück: myn hatte den Mut zum jugendlichen Schiller nicht ausgebracht, den seelische» Mut.(Regie: Heinz Hilpert.) Was übrig blieb? Eine Aufführung, der es keinesfalls an Beifall fehlte. Ein Bühnenstück, das, auch derart gerupft, diese einzig geartete Spannungskräft bewährte, auch für den, der die Szenenfolge, den Inhalt jedes Auftritts kennt. Was bei dieser Aufführung des Deutschen Theaters— auf dieser Bühne gab einst Kainz den Ferdinand, später den Wurm— von„Kabale und Liebe" übrig geblieben war? Nicht viel mehr ass die K ab a11*. So also spielt man Schiller im Dritten Reich; jenen Schiller, den uns jüngst«in im Kunstgebiet dilettierender Leitarttkler der Henleinsche»»Leit" als den deutschen Dichter vorstellen zu müssen glaubte! Run aber erwäge' man noch, wie vorsichtig und ängstlich reichsdeutsche Blätter bei jeder Kritik zu Werke gehen müssen— und man wird sich erst richtig vorstellen können» zu welcher Verhunzung des grotzen Dichters der Mangel an „seelischem Mut" nun in Berlin geführt hat. Und das ist also das Theater, das Henlein bei uns einführen möchte... Unsoung Pal Unsoung P a i ist ein koreanisch-japanischer Maler. Tas erweckt Erwartungen, die jedoch in der Ausstellung seiner Bilder im Kunstverein für Böhmen enttäuscht werden. Wenn Pai vielleicht eine Verschmelzung der künstlerischen Üeberlieferung seiner Heimat mit europäischem Kunstschaffen anstrebt, so ist ihm das noch in keinem seiner Bilder gelängen. Eher hat man den Eindruck, als ob Pai als Schüler des Berliner Malers. Ferdinand Spiegel bemüht wäre, seine japanisch« Handschrift'vor europäischen Vorbildern zu verlernen. So gegensätzlich wie die Landschaftsgebiete, denen die Mottve seiner Aauarelle und Tuschzeichnungen«ntttammen— Rotterdam und Salzburg, Rügen und Rhön, Amsterdam und Harz, Holstein und Alpen—; so gegensätzlich hängen auch die Oelbilder nebeneinander, das naturalistische Portrait eines vom Laster verwüsteten Fraueuanttitzes neben dem dekorativ gehaltenen. Kinderbildnis in koreanischem Festkleid, die minu- ttöse Wiedergabe der Seidenstickerei auf einem japanischen Gewand neben der schnell hingesirichenen Studie aus St. Cloud, das nut feiner Tuschfeder auf Oelgrund gezeichnete javanische.„Volksfest" neben dem impressionistischen„Litgensee im Schnee". Ob. der jetzt 38jährige Maler auS so vielerlei Versuchen noch einen eigenen Sttl gewinnt, bleibt vor diesen Bildern eine offene Frage.. Id. Abend sudrtendentscher Komponisten. Datz das Prager Deutsche Theater dieses Konzert in der Kleinen Bühne veranstaltet hatte, ist merkwürdig. Denn bisher hat dieses repräsentative sudetendeutsche Kunstinstitut wenig Teilnahme für die sudetendeutschen Komponisten— namentlich für jene aus der Provinz— gezeigt. Sollten da nicht andere als musikkünstlerische Gründe entscheidend für dies« Veranstaltung gewesen sein? Im übrigen zeigt« dieses Konzert, datz grotze und Aufhorchen machende Talente unter den zeitgenössischen sudetendeutschen Tonsetzern nicht zu. finden sind. Was man zu hören bekam, war teilweise anständige, teilweise zahm« Ar« zeit, zeigte weniger fortschrittliche und eher rückschrittliche Tendenzen. Stark eklektisch im Sinne Hugo Wolfs waren die Lieder W. M. Wesselys (Prag), balladenhaft und spröd im Ausdruck die Lieder des Komotauer Hans Feiertag, sehr sauber im Satz und in der Form erwies sich eine in- ventionSreiche und rhythmisch aparte fünfsätzige Klavier-Suite von dem Rumburger. Johannes B a m» m e r, während seine Lieder allzu veraltet im Stil wirkten. StimmungSlyrik von gemässigt moderner Haltung mit Betonung des exottschen Charakters offenbarten die sieben Lieder mit Streichquartettbegleitung nach altjapanischen Texten von dem Nussiger Heinz Simbriger, Gesänge, die nur zu gleichförmig wirken und die Singstimme nicht immer vorteilhaft behandeln; schmissig und witzvoll, allerdings doch etwas zu improvisatorisch kurzatmig in der Durchführung gab sich eine Ouvertüre„Pour fix" von dem Prager K. M. P i s a r o w i tz.. Ausführende Künstler des Konzertes waren: Kapellmeister Rieger(allgemeine musikalische Leitung, Kiaviersolo und Klavierbegleitung), die Sängerinnen Tilde Merz, Elisabeth Blum-Hafenbraedl und Luise Eckstein und ein aus Orchesterspielern des Deutschen Theaters gebildetes Kammermusikensemble der Herren Klein, H a b e l,. D v o i a t. Buch» e r, Ibl und Prinz. Die Teilnahme des Publikums an dem Konzert war nur sehr gering. E. I. Comedie franraise. Im vollen Glanze, unter Anwesenheit von Diplomaten und Polittkern. fand am Monmg im tschechischen Rattonaltheater«ine Vorstellung der Pariser Comedie frantzaise statt. Dieses auf eine Vergangenheit von 250 Jahren zurückblickende Theater, deffen klassische und konservative Spielweise berühmt ist. zeigte in den beiden Stücken, der dreiaktigen Komödie„On ne badin« pas avec l'amour" von Alfred de Müsset und dcm Einakter„LeS grands gartzons" von Paul Mraldy, dass es versteht, die schauspielerische Tradttion auch dem modernen Zuschauer künstlerisch sympathisch zu machen. Jeder von den Spielenden sah es als sein« Aufgabe an, die Gefühle Und Leidenschaften durch di« Tonweise und Färbung der Sprache zum Ausdrucke zu bringen, etwa so wie eS die alten Meister auch auf mitteleuropäischen Bühnen vor Jahrzehnten zu tun vflegteu. Manchntal wirkte das Parhos etwas fremd, patzte aber trotzdem in den Rahmen des Ganzen. Vor allem trafen es alle, die Schönheit der französischen Sprache meisterhaft erklingen zu lassen und«in jedes Wort klar auszusprechen. Der Sprechweise war die Mimik angepatzt. Die AuS« stattting war in tradittoneller Weise gehalten. Ta- Publikum spendete den Schauspielern stürmischen Beifall. r. i. Wochenspielplan des Rene« Deutschen Theaters. Heute Mittwoch, halb 8: Giuditta, Gastspiel Richard Tauber, Abonnement aufgehoben. Donnerstag halb 8: D e r F r e i s ch ü tz, C 2. — Freitag halb 8: Land d e S L ä ch e l n s, Gastspiel Richard Tauber, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: A! d a, B 1:— Sonntag hall» 3: D e r heilige Antonius, 8 llhr: L y s i st r a Erstaufführung, A 2. Wachenspielplan der Kleinen Bühne. Heute Mittwoch halb 8: College Crampton, Bankbeamte II und freier Verkauf. Donnerstag 8: UnentschuldigteStunde.— Freitag 8: College Crampton, Theaterge« meinde-des Kulturverbandes und freier. Verkauf. — Samstag halb 8: K i ndim Kampf, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 3 Uhr: Der goldeneKranz, 8 Uhr: College Cr a m p.t o n. JdfuUcs Ä freunde „HALLO, KINDER!“ Am Sonntag, den 8. März»»m 3 Uhr könnt ihr am Mummenschanz der Roten Falken selbst teilnehmen. Die Parole lautet:„Rosine Rollerjan rollt nm die Welt". Der Kurier des Zaren Der gute alte Jules Verne hat uns schon um die Erde in achtzig Tagen und auf den Mond geführt und nun erleben wir mit ihm die aufregende und grauenvolle Reise des Kuriers des Zaren nach dem von den Tartaren umzingetten Irkutsk. Jules Verne hat mit unseren Iierven nicht gespart. Do gibt es erregende Reirerjagden, es wird, gemordet, und gesengt, gepeitscht und geblendet. Wenn man von dem etwa- dick aufgetragenen Patriotismus absieht, ein durchaus fesselnder Abenteuerfilm-der mit grotzem Aufwand an Mitteln, packend von A bis Z, unter der einfallsreichen Regie Eichbergs gedreht wurde. Und etwas empfindet man besonders angenehm"Cs gibt' wenig Kulisseuzauber. Di« Aussenaufnahmen sind in Bulgarien gedreht worden und wir sehen prachtvolle Landschaftsaufnahmen, verwegene Ritte auf schwierigem Gelände, die Ruh« des weiten Landes, Schäfevidyll neben den Schrecken brennender Dörfer, durch die der Tartaren wild« Jagd braust. Die Darstellung, der romanhaften Handlung ist dem schönen Rahmen durchaus ebenbürtig. . Es ist jetzt die Zeit der grossen Wiederkehr im Film angebrochen. Auch der„Kurier de« Zaren" war schon einmal da, damals mit Iwan MoSjukin. Run ist W o h l b r n ck der erlebnisreiche Kurier und er spielt ihn mü einem in Ton und Haltung leicht altmodischen Stich— diese Anpassung an den Sttl der Zeit war schon in„Maskerade" seine Stärke—- ganz so, wie man sich als Junge, wenn man bebend seinen JuleS Verne laS, den grotzen Helden vorgestellt hat. Vkaria Andergastist feine durch Natürlichkeit ansprechende Partnerin. Besonders bemerkenswert ist Lucie H ö f l i ch, di« Mutter des Kuriers, die diese leidende Riobe mit den einfachen Mitteln der älteren Schule zu ergreifend er Gröhe emporhebt. Alexander G o l l i n g spielt«inen richtigen Schurken, ohne den es einen richtigen Jules Verne nicht gibt. Auch Humor darf nicht fehlen und so tauchen zwei Kriegsberichterstatter auf, die wohl damals die berühmte„Tartaren- nachricht" erfunden haben, von denen besonders Theo Lingen als unerschütterlicher Engländer erheitert. Für empfindsame Seelen mag der Film des Guten zu viel bringen, aber toer das Gruseln lernen will, der kommt voll auf seine Rechnung. jk. 8pKrl-8piek-1iorperpstLge Reichem Kreis Jeder Preis am Bundes turnfest? Es ist' allen Ains-Mitgliedern bekannt, daß die beiden grotzen Atus-Kreise(5. und 6. Kreis) einen Wettstreit begonnen haben, welcher Kreis am Bundesturnfest in Komotau das stärkere Kontingent an aktiven Teilnehmern und an Wettkampffiegern stellt. Tas BundeSwintersportfeft har der Losung des 5. Kreises„Jeder Preis dem 5. Kreis" nicht ganz rechtgcgeüen. An der Spitze steht im Wintersport der 4., 6. und 7. Kreis. Anders ist es schon in den Sommersportarten, wie Leichtathletik, Schwimmen, Turnspiele. Es ist aber heute schon klar, datz sich die übrigen Kreise, stark vorbereiten, um am BundeSturnfest bestehen zu könne». Besondere Vorbereitungen treffen die Geräteturner im 6. Kreis. Dem ZusammegturNeu in Reu- dek und Königsberg folgte das Auftreten der Kreis- Geräteriege der Turner am Festabend in Joachims- tbal und das Turnen der Turnerinnen deS 1. Bezirkes. Samstag, den 7. März, werden je eine KreiSriege Turner und Turnerinnen ans eine Einladung des 5. Kreises in Bodenbach zu einem Kreisgrräte. Wettkampf aittrete«. Ausserdem fahren zwei unserer besten Geräte» turnet am gleichen Tag nach Budapest, um in der Verbandsriege für den Atus zu turnen. Damir sind jedoch die Vorbereitungen des 6. Kreises nicht abgeschlossen. In den Bezirken werden zur Zeit die Geräte-Serienwettkämpfe ausgetragen. Der 1. Bezirk hat in Reudek die Bezirksgerätemeister ermittelt, Turner Bärringen und Turnerinnen Altrohlau haben sich bereits für die Kreisausscheidung als Bezirksmeister qualifiziert. Der 2. Bezirk(Eger, Asch) hat Sonntag, den 1. März, in A s ch seine Ausscheidung getroffen. Im Rahmen einer grösseren BLhnenveranstattung wurde unter Mitwirkung der Sänger und SJ das Aus- scheidungsturnen festlich durchgeführt. Mit 163.5 Punkten blieb abermals die Turnermannschaft Eger vor AtuS Schönbach bei Asch(146 Punkte» siegreich. Auch bei den Turnerinnen hatte Eger Erfolg, mit 177 gegen 158 wurde die Turnerinnen- Mannschaft Asch geschlagen. Der 2. Bezirk führt auch für die Kinderabteilungen Geräte- manuschaftskämpf« durch..Mtt dem knappen Resultat 178 zu 175.5 gewannen die Ey erer Schülerinnen den Kampf vor Asch. Die BormeldungenfördasBundes- t u r n f e st wurden bis zum 1. März von 20 Atus- vereinen des 6. Kreises«ingeschickt. Diese 20 Vereine melden: 201 Knaben, 204 Mädchen, 259 Turnerinnen und 336 Turner zu den allgemeinen Freiübungen. Weiter wurdest 126 Wettkämpfer und 3V Abteilungen zum Vereinswerturnen gemeldet. Von diesen 20 Vereinen wurden 1278 Aius-Wand- kalender umgesetzt. 15 Prozent aller AtuS-Bereinx deS 6. Bezirkes meldeten 1000 aktive Teilnehmer! Rekord-Jagd In der SSSR Zehn junge Arbeiterinnen der Moskauer Elektro-Fabrik legten auf Skiern die 2400 Kilometer lange Strecke Moskau—Tobolsk in 35 Tagen zurück und stellten damit eilten Rekord im Frauen- Distanzlauf auf. Tie durchschnittliche Tagesleistung betrug 65 Kilometer. Der AbteilungZkommandant der sibirischen Armee Kapustin und der Soldat der Roten Armee legten auf Skiern in 24 Smnden 200 Kilometer bei einer Kälte von 28 Grad Celsius zurück und überboten damit den von Dwirsky vor kurzem aufgestellten R e k o r d. Serebrjanikow, ein junger sowjetrussischer Skiläufer, legte in 48 Stunden eine Strecke von 850 Kilometern zurück und schuf damit einen neuen Rekord im Tistanzlauf. In Moskau schwamm ein« Studentin der Hochschule für Leibesübungen 100 Dieter Brust in 1:23 Min.; dies« Zeit ist besser als der offizielle bürgerliche Weltrekord. Ueber 4X100 Meter Brust schwamm eine Staffel des gleichen Jnstttuts die sehr gute Zeit von 4:58.7 Min. Di« sowjetrnssischen Eisschnellauf-Meisterschaften sanden in M o s k a u bei Anwesenheit von 10.000 Zuschauern statt. Bei den Frauen siegte über 500 Meter Walowow in 51.8 Sek., über 1500 Meter Paromow in 2:51.2 Min. Bei den Männern gewann Kaptchinskh die 500 Meter in 45.3 Sek.; der Norweger Pedersen, welcher äusser Konkurrenz startete, erzielte eine Zeit von 45.1 Sek. Im Laufen über 6000 Meter blieb Anikanow in 9:06.4 Min. erfolgreich. Ter Norweger Wahl benötigte 9:15.7 Min VerdnsnacArichUn Heute keine Gruppenabende. Wir beteiligen uns alle am Frauentag um 19 Ubr im Volksbaus. Steinersaal.(Blaues Hemd.) Sonntag Wanderung, halb 9 Ubr Endstation der 17er und 21er, Hodkowicky. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KS 16.—, vierteljährig Ki 48.—. halbjährig K2 96.—, ganzjährig Kö 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektton mit Erlatz Rr. 13.800/VI1/1930 bewilligt.— Druckerei:„Orbis". Drucks Verlags- und Zeitungs-A.-G. Prag.