16. Jahrgang Samstag, 7. Marz 1936 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung PRAG xii., FOCHOVA tz Telefon 53077. HERAUSGEBERS SIEGFRIED TAUB. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Scharfer Protest Englands in Rom London. Der britische Botschafter tn Rom wurde angewiesen, bei der italienischen Regierung sofort gegen die Bombardierung der britischen Roten-Kreuz-Ambulanz bei Quorum zu protestieren. Der Botschafter soll die sofortige Einleitung einer Untersuchung verlangen und darauf bestehen, daß den Militärbehörden in Ostafrika Anweisungen gegeben werden, die Wiederholung derartiger Ereignisse für die Zukunft zu vermeiden. Britischer Major getötet Addis Abeba. Der 62jährige britische Major Burgoyne, der sich mit abessinischen Truppen auf dem Rückmärsche gegen Quorum befand, wurde durch eine von einem italienischen Flugzeug abgeworfene Bombe getötet. Major Bur- goyne hatte dem abessinischen Kaiser im November vergangenen Jahres seine Dienste angeboten und war Offizier bei einem dem abessinischen Roten Kreuz zugeteilten Transport. Feindliches Flugzeug über Addis Abeba Addis Abeba. Ein italienisches dreimotori- ges Flugzeug erschien Freitag früh über Addis Abeba und kreuzte über der Hauptstadt in einer Höhe von etwa 7000 Fuss. Das Flugzeug wurde von Maschinengewehren beschossen, worauf es ver- schwand. Rickett fliegt nach Addis Abeba Alben. Dep belangte englische Finonzipann Rickett traf am Donnerstag im Flugzeug in Athen ein und wird über Alexandria nach Addis Abeba weiterfliegen.,, Eine britische Nase für Starhemberg Paris. ,2’ Oeuvre" meldet aus Genf, dass der Ton der Glückwunschdepesche, welche Vizekanzler Starhemberg nach dem Sieg der italienischen Truppen in Abessinien an Mussolini richtete, an britischen amtlichen Stellen als inopportun angesehen wurde. Das Foreign Office soll diese seine Ansicht dem österreichischen Gesandtem in London kategorisch be« kanntgegebcn haben. läge höchster Spannung Italiens Haltung noch ungewiß— Außenpolitischer Vorstoß Hitlers? Die Meldungen aus Genf und den anderen Brennpunkten der europäischen Politik lassen erkennen, daß die gegenwärtige Situation— knapp vor der Entscheidung, ob Italien aus einen Waffenstillstand in Abessinien eingeht oder die Petroleumfanktionen in Kraft gesetzt werden, deren weitere Folgen sich gar nicht übersehen lassen— ungewöhnlich ernst ist. So berichten u. a. die Londoner„T i m es",, dass Minister Eden am Donnerstag den britischen Minifterrat nicht im Zweifel darüber gelassen habe, dass nach, Andeutungen Mussolonis Italien des Embargo auf Naphtha mit dem Ä u stritt ausdem Völkerbund, der Ablehnung einer weiteren Teilnahme am Locarno-Pakt sowie mit der Kündigung des französisch-italienischen Militärabkommens und der Miederbesetzung der italienisch-französischen Grenze beantworten werde. In einem Interview mit dem Sonderberichterstatter des Pariser„Excelsiors" suchte Mussolini offenbar einen starken Druck auf Frankreich auszuüben, wenn er erklärte: „Der Sturm, der über Genf wütet, ist s e h r e r n st. Ich hoffe,— ich werde alles mögliche unternehmen, damit es nicht geschehe— daß diese Krise die italienisch-französische Freundschaft, die für den Welt- fr i.e d e n u n e p l ä ß l i ch ist, sich nich t trüben werd e." » Dazu kommen noch starke Befürchtungen, dass H i t l e r- D eütsch la n d in diesen Tagen die Welt mit neuen Ueberraschungen beglücken will. So meldet das Reuter-Büro aus Berlin: Reichskanzler Hitler wird die Welt wahrscheinlich mit einer neuen Tat überraschen, und zwar zu Ende dieser Woche. Das, was in Bor- trreitung steht, ist jedoch mit einem Geheimnis umgeben. Das offizielle Deutschland ist über den französisch-sowjetrussischen Pakt sowie über Stalins Bemerkung über Deutschland als Zone europäischer Gefahr e r- b o st. An gewissen Stellen wird angedeutet, daß Deutschland den französisch-somjetrussi^ schon Pakt als Bruch des Locarno« er- träges bezeichnen wird. Andernorts geht man noch weiter und führt an, daß Deutschland zum Zeichen des Protestes möglicherweise Heute Reichstag! Berlin. Der Reichstag ist aus Samstag Mittag um zwölf Ahr zusammenberufen worden. Aus der Tagesordnung steht als einziger Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Für elf Ahr vormittags sind die Botschafter der Locarno-Mächte zum Reichskanzler gebeten worden. ein Bataillon der Reichswehr ins Rheinland entsenden wird. Frankreich fordert neuerdings Rückendeckung London.(Reuter.) Die britische Regierung hat sich noch nicht entschieden, welche Antwort sie auf das Ersuchen des französischen Minipräsidenten Sarraut geben wird, im Sinne des Lorarnovertrages Frankreich für den Fall eines deutschen Angriffe die militärische Hilfe Englands zu garantieren. Vie läge besorgniserregend Die offizielle) Auffassung der Schweiz Bern.(SDA.) Bundesrat Motta erstattete dem Bundesrat einen ausführlichen Bericht über alles, was in den letzten Tagen in Genf vor sich ging. Nähere Mitteilungen hierüber können nicht gemacht werden, doch ist fest- zustellrn, daß Bundesrat Motta die Lage alS undurchdringlich«nd besorgniserregend betrachtet. Der Bundesrat hat die Mitteilung des Chefs des politischen Departe- ments gutgeheißen. RcYolvcrsdiossc In der Sknpsditlna Lesen den Ministerpräsidenten stojadinovK Vr Täler ein oppositioneller Abgeordneter/ Niemand verletzt Belgrad. Freitag mittags gab währen d einer Sitzung der Skupschtina der oppofittonelle Abgeordnete ArnautoviL auf den Ministerpräsidenten StojadinoviL vier Revolverschüsse ab. Da einige Abgeordnete dem Täter im letzten Moment in den Arm fielen, verfehlten die Schüsse ihr Ziel und es wurde auch sonst niemand von de» Anwesenden getroffen. Arnnuto- viä, der der oppositionellen Gruppe des ehemaligen Ministerpräsidenten Jevtiö angehört, wurde verhaftet, ebenso mehrere Abgeordnete seiner Gruppe. Der Sitzung, in der StojadinoviL ein aussenpolitisches Expose erstattete, nachdem er vorher auf die Haltung der Opposition zum Budget eingegangen war, wohnte das ganze diplomatische Korps bei. Während der.Rede des Ministerpräsidenten begann Arnautoviä zunächst von der Journalistenloge aus Zwischenrufe zu machen. Die Opposition batte bekanntlich beschlossen, den Budgetsitzungen überhaupt fern zu bleiben, Stoja- dinoviö forderte ihn auf, in den Saal zu kommen. Arnautovic leistete dieser Aufforderung Folge und nahm in der ersten Bank Platz, störte die Sitzung aber derart, dass er vom Vorsitzenden mehrmals verwarnt wurde. Mehrere Abgeordnete stellten fest, dass Arnautoviö angeheitert sei. Plötzlich erhob sich ArnautoviL, zog aus der Brusttasche den Revolver«nd schoß. In diesem Augenblick sprangen drei Abgeordnete auf ihn zu«nd packten ihn beim Arm. Arnau- . tiviö machte daraufhin mit dem Arm eine schnelle Rückwärtsbrwrgnng, wobei er einen Abgeordneten mit dem Revolvergriff am Kopfe verletzte. Unterdessen waren zwei weitere Abgeordnete herbeigesprungen, faßten Arnautov'iL beim Kopf und den Haaren und bogen seine» Kopf zurück, um ihm daS Zielen unmöglich zu machen, während andere den Arm des Attentäters hinunterdrückten, so daß zwei Schüsse in den Fußboden gingen. Dem Abgeordneten Eejovii gelang es schließlich, Arnautoviö die Waffe zu entwinden. Die unterdessen eingetroffene Polizei nahm Arnautoviä aus den Händen der Abgeordneten in Empfang und führte ihn ab. Ein Schuß blieb in der Wand oberhalb der Diplomatenloge stellen, der zweite Schuß beschädigte das Mauerwerk bei den Ministerbänken. Zwei weitere Schüsse stecken im Fußboden. Unter ungeheuerer Erregung wurde die Sitzung unterbrochen. Als nach Wiederaufnahme der Sitzung der Ministerpräsident an der Spitze des Kabinetts den Sitzungssaal betrat, wurde er stürmisch begrüßt. Auch die Opposition hatte sich dazu eingefunden. Vertreter der Klubs verurteilten in scharfen Worten das Attentat und sprachen dem Ministerpräsidenten ihre Glückwünsche aus. Der Vertreter des JevtiL-Klubs, dem der Attentäter angehört, wurde von den Regierungsabgeordneten a m S p re ch e n gehindert. Es wurden gegen ihn Rufe laut: B o r s G e richt! Namens der Regierungsmehrheit sprach der älteste Abgeordnete Jankoviö, der der Vermutung Ausdruck verlieh, dass hinter dem Attentat eine Gruppe von Leuten stehe, die eben in der heutigen Sitzung eine Gelegenheit zu dem Versuch sahen» die Situation zu beherrschen. StojadinoviL setzte dann sein unterbrochenes Expose fort. Im Laufe der Untersuchung hat die Polizei mehrere Abgeordnete des Jevtiö-Klubs angehalten und verhört. Weitere Verhaftungen werden erwartet. In Belgrad selbst wurden erhöhte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Die Polizei behauptet, daß oppofittonelle Abgeordnete in der Nächt vorher in einem Belgrader Nachtlokal eine Sitzung abgehallen haben, * Arnautovic ist 38 Jahre all und war Lehrer und Schulinspektor in Südserbien an der bulgarischen Grenze., Die benützte Waffe ist eine Parabellum-Pistole von 9 Millimeter Kaliber; ein Schuß aus ihr kann noch auf 800 Meter Entfernung tödlich wirken. 26. April— Wahltag in Frankreich Paris. Der Minifterrat hat die Kammerwahlen auf den 26. April und die engeren Wahlen'auf den 3. Mai festgesetzt. Die grgenwärttge Kammer wird wahrscheinlich am Freitag, de« 13. März, auseinandergehen. Die Wahlen werden höchstwahrscheinlich nach dem bisherige« Mehrheitssystem stattfinden. Rekord-Budget In England London. Dem Unterhause wird am 21. April das Butget vorgelegt werden, das die Höhe von 800 Millionen Pfund Sterling(rund 100 Milliarden ttc) erreicht. Seit dem Jahre 1931, das durch große finanzielle Störungen charakteri- siert war, hat das Staatsbudaet eine solche Höhe noch nicht erreicht^ Masaryk „Die Gerechtigkeit ist die Marhe- matik der Humanität." T. G. M. Zum erstenmal, seitdem er die Bürde des Präsidentenamtes niedergelegt hat, feiert der Präsident-Befreier, wie man ihn nun nennt, seinen Geburtstag. Daß es ihm gegönnt ist, den 86. Geburtstag zu begehen, wird die gesamte Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik als das Geschenk eines giftigen Schicksals betrachten und auch nußerhalll der Grenzen des Lande», dem daS Glück zuteil geworden ist, von einem Masaryk siebzehn Jahre regiert worden zu sein, sönlichkeit,—„the great old mau" nennt ihn jüngst unser englisches Bruderblatt— niü Ehrfurcht und Bewunderung erinnern. Wir gedenken heute des Sechsundachtzigjährigen nicht nur deswegen) weil er bis vor kurzem das von uns mitgewählte Staatsoberhaupt gewesen ist... Was Masaryk von vielen Herrschern und Präsidenten unterscheidet, ist, dass er die st ä r k st e g e i st i g e M a ch t d i e- s e s L a n de s ist und dass sein politisches und geistiges Werk nicht nur ein Volk und einen Staat geformt und zuttefst beeindruckt hat, sondern dass es auf die fernere Entwicklung des tschechoflowakischeft Volkes und dieser, Republik einen starken Einfluß ausüben und— wie wir hoffen— durch seine Menschlichkeit, Wahrhaftigkeit und Sittlichkeit alle finsteren Mackste einer barbarischen Reaktion, die sich als der Umbruch der Zeit ausgibt, niederzwingen wird. Masaryks Werk hat so Ungeheuer gewirkt, weil es universell ist, weil dieser fruchtbare Geist seine Nahrung allen Gebieten menschlicher Kultur entnommen und alle Seften des menschlichen Lebens erkannt hat. Masaryk ist stets vor allem Wissenschaftler gewesen, aber die Wissenschaft hat er nicht um ihrer selbst willen gepflegt, sondern sie diente ihm der Förderung des Lebens und der Gestaltung des Menschheitsschicksals. Mit Recht hat ihn der Prager Universitätsprofessor Utitz in einem Reichenberger Vortrag mft Plato vergli- chen, dem er darin ähnell, daß Masaryk die Einheft von Lehre und Leben verwirklicht hat— man könnte auch sagen, daß er einem Ideal des jungen Marx entspricht, der gefordert hatte, die Philosophen hätten die Well nicht nur verschieden zu interpretieren, sondern sie auch zu verändern. Die fanattsche Wahrheftsliebe, in der er kein Kompromiß kennt, zeigte sich genau so schon in der Schule, wie im Kampf um die Königinhofer Handschrift, im Hilsner-Prozeß, in den Auseinandersetzungen mft Aehrenthal und Friedjung— in seinem persönlichen wie polftischen Leben. Was wir an manchen Männern der Wissenschaft man denke nur an Deutschland— gerade jetzt so schmerzlich vermissen, ist Masaryk stets in hohen: Maße zu eigen gewesen: Das Streben nach Er- kenntnis war ihm immer auch etwas Sittliches. „W iss e.n s ch a f t" so belehrt er uns,„bebe ut e t A r b e i t, Geduld, Genauig. keit, Aufrichtigkeit und Wahr- hajtigkeit, und d a Sa l le s sind Seite 2 Samstag, 7. März 1936 Nr. 57 nicht nur Eigen schäftender Vernunft, sondern auch sittliche Eigenschafte n", Diese tiefe Sittlichkeit hat ihn auch in die Soziologie und Politik ge- führt, er hat sich der Ausgestoßenen dieser Gesellschaft stets angenommen und seine hohe Autorität für die materiellen und kulturellen Forderungen der arbeitenden Schichten-eingesetzt. Im Mittelpunk all seines Deckens ist stets der Gedachte der Humanität, d. h. der Menschlichkest gestanden und es ist einer seiner schönsten Gedanken, daß er das Streben nach Humanität als den Daseinszweck seines Volkes bezeichnet und ihn in den Brennpunkt seiner Geschichtsphilosophie gestellt hat. Diese große Idee ist aber— man muß das heute mehr sagen als je— nicht nur tschechisches, sondern auch deutsches Kulturgut, es ist ebenso in dem Werk des größten deutschen Philosophen enthalten, Immanuel Kants, der in den Mittelpunkt seiner Ethik den Satz gestellt hat, der Mensch dürfe niemals Mittel zum Zweck werden, sondern müsse Selbstzweck sein, wie in den unsterblichen Dramen und Gedichten des volksnahesten unserer Klassiker, Friedrich Schillers. Dieser große Gedanke, dieser goldene Schatz in der Erkenntnis Masaryks ist aber nicht nur tschechisch und deutsch, er ist europäisch, er ist eine Blüte der Kultur aller Naüonen, eine zarte Blüte, die vom Sturm unserer Zett aufs ärgste bedroht ist, die aber zu hegen des Schweißes der Edlen wert ist und die zu erhallen sich alle der- einigen müssen, die eines guten Willens sind. So gehört also Masaryk nicht nur seinem Volke allein, er gehört auch uns deutschen Kul- turbürgern und tschechoflowakischen Staatsbürgern. Seine Menschlichkeit wäre nicht denkbar, wenn er nicht stets den Ncttionalismus, der im Angehörigen eines andern Volkes seinen Feind sieht, bekämpft hätte. Er hat es im allen Oester- reich, da sein Volk zu den beherrschten gehört hat, ebenso getan wie seit 1918, da das tschechoslo- wakische Volk Staatsnatton geworden ist. Nationalität und Menschlichkeit, d. h. Jnternationali- tät find ihm ebenso wenig Gegensatz wie dem ersten großen Toten des Weltkrieges: Jean JaürLs. I e m e hrMasaryks Geist instschechische Volk eindringt, desto bessersür uns Deutsche. Nichts wünschen wir sehnlicher, als daß Wirklichkeit werde die Inschrift unseres Staatswappens„Die Wahrhett siegt!", daß die Lehre des nun Sechsundachtzigjährigen wahrhaft Volksund Staatsgut und seine polüische Weisheit zur Richtschnur im politischen und sozialen Leben werde. Die Lehre Masaryks zu verwirklichen ist nicht leichte Es bedarf Geduld und harter Av bett, im Ideale zu verwirklichen oder ihnen wenigstens näher zu kommen. Die Wahl des bedeutendsten Schülers Masaryks, zu dessen Nachfolger ist— das können wir wohl sagen, trotzdem die Well von Waffen starrt und Frau Sorge täglicher Gast bei Millionen ist— ein guter Anfang. Mtt Masaryk und Benes zusammen für eine bessere Zukunft, für die Menschlichkeit, für eine bessere soziale Ordnung— so wollen wir weiterarbetten für die arbeitende Klasse, für das deutsche Volk, für Demokratie und Republik, für ein neues Europa, für die Menschlichkett! Das Fricdcnshabinctt gcsdicltcrt? Kokl Hirota: Oaimusho gegen Arakl Schanghai.(Tsch. P.-B.) Rach Meldungen aus Tokio sind die Bemühungen Hirotas zur Bildung eines neuen japanischen Kabinettes als gescheitert anzusehen, da die Armer ihre Mitarbeit versagt. * Tokio.(Tsch. P.-B.) General Teran- ch i hat die Uebernahme des Kriegsministeriums abgelehnt. Er begründet seinen Einschluß damit, daß er nach seinen Besprechungen mit den zuständigen Männern der Armee in der Zusammensetzung des geplanten Kabinettes keine Erneue rnngderStaalspolitik sehen könne, wie sie von der Armee gefordert werde. * Tokio.(Reuter.) Die Führer der jipa- nischen Armee Haven ihre Unzufriedenheit mtt den Vorschlägen betreffend die Ernennung der Mini-, ster, wie sie bisher Hiroate ausgearbeitet hatte, kundgetan. Sie erklärten, daß sie es ablehnen werde», einen Angehörigen der Armee ins Amt des Kriegsministers zu entsenden, wenn Hirota nicht vorher dem Wunsche der Armee enffprechrn würde, der Armee noch andere Ministerportefeuilles zuzuteilen. Die Rührer der Armee verweisen darauf, daß unter den bisher als Mitglieder des neuen japanischen Kabinettes genannten Persönlichkeiten viele Vertreter der Schwerindustrie seien, aus diesem Grunde habe die Armee ihren Exponenten, den General Terauchi, angewiesen, sein Versprechen, das Amt des Krttgs- ministers zu übernehmen, rückgängig zu machen. * Hirota, der soeben die Regierung gebildet hat, gehört zu derselben„Mittelgene- rajion" wie Sadao Araki, er ist jetzt 58 Jahre alt, nach japanischen Anschauungen eigentlich jung. Sein Vorgänger, Admiral Okada war genau zehn Jahre älter, der ermordete Finanzminister Taakhashi sogar zwanzig Jahre älter. Diese Altersbestimmung ist wichtig, weil in Japan, wie I kaum in einem anderen Lande, die Bestrebungen I der»jungen" Politiker danach gehen, d e n R i n g der„Alten" zu durchbrechen. In dieser Hinsicht scheint das neue Kabinett eilte bestimmte Konzession an die„junge Generation" zu bedeuten. Aber auch in einer anderen Hinsicht ist das neue Kabinett interessant. An ihm scheint kein einziger Parteipolitiker von Format beteiligt zu sein, während sogar die beiden letzten überparteilichen Kabinette Saito und Okada Führer der beiden großen Parteien einschlossen. Die Regierung Hirota ist jedoch nicht bloß eine Beamtenregierung, sondern auch eine ausgesprochene Regierung deS Außenministeriums, Gaimusho, wie man es in Japan nennt. Außer dem Ministerpräsidenten selbst, gehören dem Kabinett noch zwei Berufsdiplomaten, Matsudaira und Joshida an. Hirota selbst, der aus der diplomattschen Laufbahn hervorgegangen ist, war drei Jahre lang, 1930 bis 1932, Botschafter in Moskau, wo die russische Industrialisierung sind dtt damit zusammenhängende gesteigerte Wehrfähigkeit der Sowjetunion auf ihn großen Eindruck gemacht hat. Seit dieser Zeit hat sich in Hirota die Ueberzeugung geformt, daß man den Krieg gegen Rußland nicht leichtsinnig vom Zaun brechen dürfe. Wenn dieser Krieg unvermeidlich sei, so müsse man ihn jedenfalls sehr sorgfälttg wirtschaftlich, strategisch und vor allem diplomatisch vorbereiten. Hirota ist im September 1933 als Außenminister in die Regierung Saito eingetreten. Sein Vorgänger in Gaimusho war Graf Dasuda U ch i d a, der jedoch vollkommen unter den Einfluß von Aaraki, des damaligen Kriegsministers, geraten war. Man sagte damals, daß Uchida von den„Geheimräten" des Gaimusho gestürzt worden sei, weil er sozusagen gegen den-Korpsgeist verstieß. Hirota ist dagegen ein Exponent gerade dieses Korpsgeistes des Außenministeriums. Man muß von ihm eine sehr vorsichtige Außen- und eine noch vorsichtigere Innenpolitik erwarten, denn Hirota ist sich seine Schwäche gegenüber dem Militär den Klanen und' Hof- kliquen wohl bewußt. Keine „Vernichtungsschlachten“ Badoglios Sieg im Urteil englischer Fachleute Der militärische Mitarbeiter der„Time s", der die Aussichten des italienischen Feldzuges in Abessinien von vornherein als sehr gering he-j zeichnet hatte,, hat feine Haltung^ auch unter dem! Eindruck der letzte»Siegesmeldungen aus Asmara und Rom nicht geändert. Er bezeichnet diese Meldungen als Ve r s u ch e einer Massensuggestion, die in Europa zweifellos ihre Wirkung haben werde, in Abessinien aber, wo es weder Rundfunk noch Tageszeitungen gebe, keine Panik verursachen könne. Man habe allen Grund, die neuesten Siegesmeldungen mit der gleichen Skepsis aufzunehmen, die sich bei den früheren Berichten dieser Art immer bestätigt habe. Er erinnert die Leser daran, daß Badoglio schon vor einem Monat die vollständige Eroberung des Gebietes vonTembien gemeldet habe, in dem jetzt die Vernichtungsschlacht gegen Ras Kassa und Ras Seyoum stattgefunden haben soll. Der T a k a z z e, den die Italiener infolge ihres Sieges Werschritten haben wollen, ist von ihnen im Laufe des Feldzuges angeblich schon dreimal überschritten worden. Und wenn die Meldung von der Vernichtung der Armee des Ras Mulageta vor 14 Tagen wahr gewesen wäre, dann wäre es unverständlich, warum die italienischem Truppen dieser vernichtetes Armee erst eine Woche später unter größter Vorsicht südwärts gefolgt sind. Dennoch hält es der militärische Sachverständige der„Times" für wahrscheinlich, daß Ras Mulageta und Ras Kassa tatsächlich Niederlagen erlitten haben, wenn auch keine„vollständi-! gen" und.vernichtenden". Mulagetas Armee habe sich offensichtlich nach Süden zurückgezogen, und Ras Kassa, der in Ueberschätzung seiner eigenen Kräfte dennoch die Positionen in Tembien zu halten versuchte, sei offeWar aus ihnen vertrieben worden. In diesem Falle habe aber Badoglio noch immer nicht mehr erreicht als das Gebiet militärisch zu sichern> das die Ita- sliener schon im Herb st 1935 besetzt hatten, wobei sich erst iwch zeige» werde, ob nicht Ras Kassa bei seinem Rückzug Guerilla-Abteilungen zurückgelassen habe. Wett weniger steptisch steht den italienischen Siegesmeldungen Generalleutnant Tempi r l e y gegenüber, dessen„Kriegsanalysen" im„Daily Telegraph" in England starke Beachtung finden. Er glaWt nicht, daß Badoglio in seinen Kriegsberichten Werttieben habe und daß an der Taffache der beiden verlustreichen abessinischen Niederlagen zu zweifeln sei. Aber aus Badoglios Berichten geht selbst hervor, daß die abessinischen Armeen in Tem- k i e n, die man schon umzingelt glaubte, der Gefangennahme entgangen sind. Kritisch würde die Lage für Abessinien erst dann werden, wenn jetzt auch noch Graziani im SWen siegreich angreifen würde, denn eine Niederlage an der Südftont könnte zu schweren moralischen Erschütterungen führen. General Temperleh weist aber auf den dicht bevorstehenden Anfang der Regenzeit hin, die das Vordringen dex Italiener auf Monate hinaus unterbrechen werde. Er fügt allerdings hinzu, in Rom habe man ihn darüber informiert, daß die Italiener den Krieg auch während der Regenzeit fortsetzen zu können hoffen. Man erkläre in Rom, es sei nicht erwiesen, daß dieses Experiment unmöglich sei, da es ja bisher noch niemand versucht habe. Milde gegen die Nazis Wien.(Jntro) Nach dreitägiger Verhandlung wurde ein Hochverratsprozeß gegen sieben Nattonalsozialisten mit einem Urteil abgeschlossen, das wegen seiner Milde— verglichen mit den Urteilen, die gegen linksgerichtete Angeklagte gefällt werden— allgemein Erstaunen hervorruft. Die angeklagten Nazi waren beschuldigt, einen neuen Naziputsch geplant zu haben. Bei der Zusammenkunft der Angeklagten mit anderen, aus Deutschland geflüchteten Nationalsozialisten, wurde darüber beraten, Terroranschläge in Wien auszuführen. Geplant war ein Handstreich gegen das Bundeskanzleramt, auch sollttn mehrere Regierungsgebäude, Kirchen und Synagogen in die Luft gesprengt werden. Ferner waren Vorbereitungen getroffen worden, den zu lebenslänglichem Kerker verurteilten Minister Dr. Rmtelcn aus dem Gefängnis zu befreien. In der Verhandlung gab der eine Angeklagte zu, daß ihnen von dem Freund des Vizekanzlers Starhemberg, dem Waf- senschieber Uebelacker, der gegenwärtig als Komplize des Bankrotteurs Suchänek in Brünn in Untersuchungshaft ist, mehrere Maschinengewehre für die Nazi geliefert wurden. Die Angeklagten wurden wegen Verbrechens des„entfernten Hochverrates" zu zwei bis zweieinhalb Jahren Kex- ker verurteilt. Der Staatsanwalt hat gegen dieses Urteil keinen Einspruch erhoben. Line Kraftprobe New Aork.(Tsch. P.-B.) Im Zusammenhang mit dem Streik der New Iorker Liftboys wevden dauernd zahlreiche Zusammenstöße gemeldet. Es besteht nunmehr die Möglichkeit, daß die Küchen- und Restaurantangestellten in einer Gesamtzahl von etwa 5000 Personen in einen Sympathiestreik treten werden. Außerdem hat der Vorsitzende des Syndikates der Hotelbediensteten mitgeteilt, daß er heute dem Hotelpersonal in 35 Städten den Auftrag gegeben habe, in den Streik zu treten. Der Streik nimmt immer klarer den Charakter einer Kraftprobe zwischen den Angestellten und Unternehmern an. MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I ° Roman von Manfred Georg Copyright by Dr. Manfred Georg, Prag „Sie sind doch ein kompletter Narr. Aber ich habe Narren ganz gern. Sie sind intensiver als die anderen. Kann mir denken, daß Sie auf die Russen'eine Wut haben! Die machen einem sowieso das ganze Geschäft kaputt. Es ist doch lächerlich, was die versuchen! Neue Menschen! Was schon neu sein kann außer dem ewigen Leben! Man wird stinkend geboren und verendet stinkend. Wie lange deckt der Blumengeruch, den die Menschen Wer einen schütten, die Zersetzung? Ja, wenn es Gelehrte wären, würde ich sie gerne untersttitzen. Gelehrte, die nutzen etwas! Aber nur um den Kampf fortzusetzen? GlaWen die Herren Stalin& Co., daß sie die letzten sein werden? Daß nicht wieder Robustere kommen werden? Ich kann das Sinnlose nicht leiden! Meine Waffen bringen Geld, man kann sich etwas dafür kaufen! Man kann Platz machen damit auf der Erde, wenn es von zu vielen Hungerleidem wimmelt. Der alte König von Preußen hatte es erfaßt, als er in der Schlacht auf seine marode werdenden Soldaten einprügelte und sie fragte, ob sie denn ewig leben wollten. Sie speien doch auch auf das Leben, Rittmeister, nicht wahr? Warum sehen Sie den alten Dunaimis so an wie ein Tier im Zoo? Sie freut das nicht, daß ich hier so wie ein Wrack sitze und aus der gelben Knochenhaut meine Sprüchlein flüstere! Meine Tochter ist auch gestorben, und der gute König Georg auch und Ihre Kinder auch. Sehen Sie, und ich lebe! Und ich will Ihnen ein Geheimnis verraten. Sie können es ruhig weiter erzählen! Kein Mensch wird es Ihnen glauben oder sich darum kümmern: ich war damals ein bescheidener Basar-Kaufmann, als man mir die Depesche von dem Tod meines Kindes brachte. Ihnen hat's ja bloß ein bißchen den Verstand gekostet, die Sache in Gornitsch. Mich etwas viel Schlimmeres. Kein Psychoanalytiker kann mir helfen. Brüllen Sie vor Lachen, Herr Rittmeister, ich kann seit der Zeit nicht richtig Urin lassen. Jedesmal, wenn ich hinausgehe, weiß ich nicht: geht's oder geht's nicht? Jetzt mit dem Alter ist es noch schlimmer geworden. Mein Leibarzt stochert- an mir herum, daß ich vor Schmerzen wahnsinnig werde. Neulich war der Prinz von Wales- hier und hat mir von seiner Afrika-Reise er-- zählt. Meinen Sie, ich habe ein Wort zuge-, hört? Ich hatte einen solchen Drang, daß ich, wußte, ich würde sofort hinausgehen, wenn Seine' Hoheit verschwunden sein würden. Würde es glücken, würde es nicht glücken?" Der ganze Prinz von Wales kümmerte mich nicht. Und so hat mich nie etwas gekümmert. Manchmal bin üb incognito in Paris in die Bordells gegangen. Aber wer sich zu pissen fürchtet, fürchtet sich noch mehr zu... Aber glaWen Sie nicht, daß ich nicht geliebt habe. In Marseille bin ich an ihr votzbeigefahren. Sie packte in einem kleinen offenen Läden Sardinen in Büchsen. Rührendes Volkslied, wie? Wer ich kam ja nicht als Herr Dunaimis, sondern als Herr Jnconnu. Das Gelächter hätten Sie hören müssen! Nachher wurde sie noch obendrein mttleidig. Wer die Sache mit den drei Kindern, die macht mir wirklich Spaß," kicherte Dunaimis vor sich hin.„Da vergeht einem der Appettt an der Welt. Sie sind der richtige Mann für das Geschäft! Menschen tötet nur gern, wer sie haßt. Und richtig hassen tut nur der, der die Sinnlosigkeit eingesehen hat, mit der der einzelne seinen Glücks- oder Unglückslauf anttitt. Ausräumen, Rittmeister, ausräumen diesen ganzen Dreck. Oder zu den Negern gehen. Dahin, wo man noch sieht, wie all^s vor Fruchtbarkeit entzweiknallt, wo Zeugung und Tod nebeneinander. stehen, ineinander gehen, wo nicht eine ganze Existenz mit Radion, Krankenhäusern, Ratenzahlungen, Gefängnissen und Umsteigefahrscheinen dazwischen liegt. Nun gehen Sie mal zu den Negern, die brüllen ja vor Freude, wenn sie uns ankommen sehen, so komisch finden die uns. Und darum machen wir sie auch schön kaputt. Abrasiert muß dieser Erdball werden, und wir müssen rasch arbeiten! Eines Tages könnte man doch entdecken, daß der Satan persönlich unser Geld gedruckt hat. Gut, daß es nur einen Teufel, Wer keinen Gott gibt!" Ein Verrückter, dachte Schumann, direkt ein Verrückter! Vielleicht nicht immer, aber jetzt sicher schon eine ganze Zeit. Man würde mich einsperren, wenn ich das-je sagen würde. Der Mann, den der Prinz von Wales besucht, und bei dem sich für die nächste Woche der französische Ministerpräsident und der spanische Kriegminister angesagt hWen, kann nicht verrückt sein. Dunaimis machte ein Zeichen, daß er sich aus dem Rollstuhl erheben wolle. Schumann drückte auf eine Klingel, und ein großer, breitschultriger Mann, halb Krankenwärter, halb Leibgardist, kam herein und wickeüe die zerbrechliche Greisenfigur aus dem Stuhl. Dann umfaßt« er sie stützend und geleitete den sich mühsam Fortbewegenden zu einem mit einem Leinen Schreibtischchen kombinierten Sessel, in den er ihn be- hutsam hineinhob. Dunaimis uttterzeichnete ein ihm vorliegendes PWier und gW es dem Wärter zum Fortbringen. Dann erläuttrtt er: „Wissen Sie, was ich da eben unterschrieben HWe? Keinen GranatenlieferungAierttag, kein Gründerprotokoll einer A.-G. für GelbgaS. Nichts dergleichen, sondern etwas Erhebendes. Ich errichte an der Riviera, wo sowieso schon seit Fahren in vielen Orten Pleite herrscht, und man neue Attraktionen HWen will, ein riesenhaftes, nach den modernsttn amerikanischen Erfahrungen gebautes Genesungsheim für die Kriegsopfer aller Länder, ohne Unterschied der Rasse oder der Religion. Es wird wundervoll, sage ich Ihnen! Ein Pariser Architekt baut mir da auf herrlich ge lagerten Hügeln weiße Häuser hin. Sie werden ausseben wie Schiffe der Glückseligkeit, die unter südlichem Himmel hinaus ins Mittelmeer segeln. Bon weitem. Sie wissen ja, von weitem ist alles schön. Sie brauchen ja nicht heran- zugehen. Zerfressene Gesichter und Husten und Rümpfe auf kleinen Karren und abgehackte Glieder sie HWen das ja alles aus erster Hand gehWt. Aber ich muß zeigen, daß ich dankbar bin. Das sind doch alles meine Soldaten. Das sind die Soldaten des Waffenkapitalismus. Der Staat stellt sie mit Streichhölzern an die Ecke oder pfercht sie in kleine Tabak-Berkaufs- läden. Wir Wer sind das größere, dankbarere Vaterland, wir wevden ihnen Paläste an der Riviera bauen. Einttitt strengstens verboten natürlich! NW für Verwandte einmal in dec Woche von 5 bis 7. Wer wer reist schon aus dem Chaco oder aus China für zwei StuWen nach der Riviera?" Schumann war speiübel. Er war der Angestellte eines Jrrenhauskandidaten. Die untergehende Sonne fiel in das Zimmer. Ein gelber Fleck lag auf den Lippen Dunaimis'. Sie waren verschrumpelt, hatten schwarze Tabakscharten und hielten nicht dicht. M und zu wischte er mit einem seidenen Tüchlein einen Speichelfaden von seinen Lippen, der aus dem linken Winkel zum Kinn lief. Dann öffnete er sie und sagte sehr leise: „Ich komme darauf zurück. Mein jetziges Unternehmen wird mein letztes sein. Lange halte ich nicht mehr durch. Ich weiß, was mit mir vorgeht. Aber das möchte ich doch noch unter Dach und Fach bringen. Es ist eine Riesenaufgabe und wird die allgemeine Erkenntnis beschleunigen, daß es hoffnungslos auf der Erde ist. Die Rüstungen werden ins Ungemessene sttigen und unsere Aktten auch. Sie werden mich für unlogisch halten, weil mir etwas daran liegt, daß die Aktten steigen. (Fortsetzung folgt.). 3?r. 57 Samstag, 7. März 1938 Seite 3 fudetendcutsdier Zeifspie^cf Genosse Heeger sollte entführt werden Teilweises Geständnis der verhafteten SdP-Leute aus Jägerndorf Prag. Unsere gestrige Meldung von den Verhaftungen in Jägerndorf können wir nunmehr dahin ergänzen, daß die politische Persönlichkeit, deren Entführung von SdP-Leuten geplant war, unser Genosse Abgeordneter Hregerist, dessen mannhafter Kampf gegen die Hakrnkreuzgefahr gewissen Kreisen schon lange ein Dorn im Auge war. Das beweisen auch Drohbriefe, die Genosse Heeger in der letzten Zeit mehrfach erhielt. Dir Aufdeckung des Komplotts geht aus den SdP-Mann und ehemaligen Bezirkssäckelmari der SdP Kunz zurück, der am Montag bei»n srrer Parteiorganisation in Jägerndorf und bei der Polizei folgende Angaben zn Protokoll gab: Eine Gruppe von SdP-Leuten will den Versuch unternehmen, den sozialdemokratischen Abgeordneten Rudolf Heeger nach Deutschland zu verschleppen, wofür ihnen eine Belohnung von 5000 Mark und eine Stellung in Deutschland versprochen wurde. An der Angelegenheit sind beteiligt: Johann Schwarzer, Franz Spitzak und Willi Arbter, ferner ein aus Znaim stammender, dem Kunz jedoch dem Namen nach nicht bekannter Mann, der am Napellenweg wohnt. Kunz gab ferner zu Protokoll, daß der Bezirksleiter Ia- nuschke von diesen Vorfällen Kenntnis hatte. Die„Sudetendeutschen Preffebriefe" veröffentlichen eine Darstellung, daß die Anzeige Kunzes nur als ein„Racheakt" aufzufassen fei, weil Kunz wegen angeblicher Unterschlagung von 1000 KL aus der Partei ausgeschlossen worden sei und gerichüich verfolgt werde. Uns interessieren weniger die Motive des Kunz, sondern die Tatsache, daß die Polizei die Angaben des Kunz derart ernst nimmt, daß sie zu Verhaftungen geschritten ist. Das amtliche Pressebüro veröffentlicht am Abend sogar einen Bericht, in dem ein teilweises Geständnis derVerhafteten gemeldet wird. Es heißt darin: Dem Kreisgericht in Troppau wurden am Freitag sechs Mitglieder der Sudetrndeutschrn Partei aus Jägerndorf eingeliefert, die die Absicht hatten, den sozialdemokratischen Abgeordneten Heeger nach Deutschland zu verschleppe». Es sind dies: Johann Schwarzer, Wilhelm Arbter, Arthur Pelikan, Max B r e i d e l, Franz S p i L ä k und Stefan Gründler. Ihre Absicht wurde jedoch rechtzeitig aufgedeckt und ihre Ausführung vereitelt. Rach einem teilweisen Geständnis der Verhafteten bereiteten sie auch die Entführung des kommunistischen Führers Max Hartenberg vor. Beide Entführungen sollten gegen ein bedeutendes Entgelt erfolgen Das Hauptdieser Verschwörung war zweifellos Schwarzer, der seinen Genossen hohe Stellen in reichsdrutschen Diensten versprach. * Wir hoffen, daß es den Behörden gelingen wird, diesmal gründlich in diese mysteriösen Vorgänge innerhass» der SdP hineinzuleuchten und rücksichtslos die wahren Schuldigen festzustellen und der Bestrafung zuzuführen. Der kürzliche Mord an dem Genossen Rosenzweig ist noch ungesühni, da Hitler-Deutschland mit der Auslieferung des Mörders zögert. Mördern und Menschenräubern muß-unter allen Umständen das Handwerk gründlichst gelegt werden! Zwei neue Lokalorganlsationen In SQdwestböhmen Dieser Tage hielt unsere Partei inDesche- niH, einer Hochburg der SdP, eine Versammlung ab. An Ort und Stelle wurde eine Lokalorganisation der DSAP gegründet, der 21 Versammlungsteilnehmer als Mitglieder beitraten. Unsere»Zukunft" erinnert daran, daß noch im vorigen Jahr das Verteilen sozialdemokratischer Flugzettel in Deschenih im wahrsten Sinne des Wortes mit Lebensgefahr verbunden war.— Auch die gründende Versammlung der Lokalorganisation in Haid fand kürzlich statt. SS ließen sich sofort 15 Versammlungsteilnehmer einschreiben. Verzweiflungstat wegen vergeblicher Arbeitssuche Aus Karlsbad wird uns berichtet: In der Bräuhgusstraße in Fischern wurde von einem Wachmann gegen die Mitternachtsstunde des Donnerstag auf Lern Gehsteig ein junger, sich in Krämpfen windender Mann aufgesunden, in dessen nächster Nähe ein geleertes Lysolfläschchen lag. Die von dem Wachmann sogleich verständigte Karlsbader Rettungsgesellschaft überführte den inzwischen in Bewußtlosigkeit gefallenen Mann ins Krankenhaus, wo ihm der Magen ausgepumpt und ausgewaschen tvurde, worauf sich sein Zustand rasch besserte. Bei seiner Vernehmung gab er an, Josef Svoboda zu heißen und aus Dörfel bei Kaaden zu stammen; er befinde sich seit acht Tagen auf Arbeitssuche, ohne daß es ihm gelungen wäre, irgendwo Unterkommen und Verdienst zu finden. Da er den Hunger, dem er seit Tagen ausgeliefert war, nicht mehr ertragen konnte, habe er beschlossen, aus dem Leben zu gehen. Svoboda befindet sich noch in der Pflege des Krankenhauses. Bis er wieder hergestcllt sein wird, steht er neuerdings dem entsetzlichen Elend gegenüber, das ihn zum Lysol greifen ließ... Tas aussterbcnde Schuhmacherhandwerk. Wie uns aus Graslitz berichtet wird, ist nach einer Mitteilung der Genossenschaft der Schuhmacher im Graslitzer Bezirke in den Orten Schönau, Ursprung. Frankenhammer, Ruhstadt, Stein, Glasberg, Pechbach und Hochgarth das Schuhmachergewerbe buchstäblich ausgestorben, d. h. alle dort ansässig gewesenen Schuster haben entweder ihr Handwerk niedergelegt oder sind in andere Gegenden verzogen, da sie keine Existenzmöglichkeit mehr gesehen haben. Schwarzbrennereie« in Rordböhmrn. In den letzten Tagen wurden mehrere Schwarzbrennereien aufgedeckt, zuletzt eine in Schön- linde, die von zwei Niedereinsiedlern, namens E. Liehr, Vater und Sohn, unter der Vorspiegelung einer Leimsiederei betrieben wurde. Wie die Detektive der Finanzbezirlsdirektion Reichenberg feststellten, handelt es sich bei den beiden Liehr um die gleichen Personen, die vor wenigen Tagen in der Tamme'schen Drandruine in Rührsdorf am Kleis eine Brennerei einrichten wollten, jedoch das Feld räumten, bevor es den Behörden gelang, das Nest auszuheben. Die beiden Liehr wurden am Mittwoch abends bei ihrer Rückkehr nach Niedereinsiedek verhaftet. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit. steht die vorangegangene Entdeckung einer im Bau befindlichen Destillationsanlage in der Waschküche einer ehemaligen Fleischerei in W a r n s d o r f, wo man nebst einem Abflußrohr einen Kupferkeffel fand, der ursprünglich zu einer in Karbid entdeckten Berliner Ehrung für Henlein Am 4. März, dem sudetendeutschen Gedenktag, erschien die„D e u t s ch e A l lg e mein e Z e i t u n g" in Berlin nicht nur mit einer entsprechenden Erinnerungsnotiz, sondern stellte an die S p i tz e des Blattes folgende fette Zeilen: Die höchsten Tugenden drS deutschen Mannes find: Treue, Tapferkeit, Pflichterfüllung und Ehrgefühl. Kunrad Henlein. Uns fehlt in dieser Aufzählung eine Eigenschaft: Loyalität. Und deshalb stellen wir loyal fest, daß Herr Henlein natürlich nichts dafür kann, wenn das Dritte Reich ihn als einen der" Seinen bezeichnet und als Muster(natürlich der Demokratte) hinstellt... Der Jammer In Königsberg a. E. Aus Königsberg a. d. E. wird uns gemeldet: Bor wenigen Wochen machte eine Meldung die Runde durch die Zeitungen, nach welcher in der Stadt Königsberg jeder fünfte Einwohner der Arbeitslosigkeit anheimgefallen ist. In der Zwischenzeit hat sich die Sftuation der Bevölkerung dieser Stadt abermals verschlechtert,. denn aus einer soeben fertiggestellten amtlichen Statistik ergibt sich, daß in Königsberg nicht weniger als 1 050 Personen ohne jeden Ver dienst sind. Die Notlage dieser Leute erhellt aus der Tatsache, daß nur 156 Arbeitslose die Gewerkschaftsunterstützung und 495 die staatlichen Lebensmittelkarten erhalten, während die übrigen sich durch Gelegenheitsarbeiten, Bettel usw. notdürftig über Wasser zu erhalten versuchen. Gegenüber der gleichen Zeit im Jahre 1934 weist der Stand der Arbeitslosen eine Zunahme von nahezu 300 Personen auf. Oie Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 8. März, 14.80 bis 14.45 Uhr: Wieviel Bücher werde« hei»»S gedruckt?(Dr. I. W. Brügel); Mittwoch, 11. März, 18.20 bis 18.40 Uhr: Arbeitsgruppen im Unterricht— ein Beitrag zur sozialen Erziehung der Jugend(Dr. Alois M ü hl- berge r-Trautenau); Freitag, 13. März,' 18.35 bis 18.48 Uhr: Aktuelle zehn Minuten; Sonntag, 15. März, 14.30 bis 14.45 Uhr: Mofful-Oel und Krieg(Ruth Körner). Genosse Adolf Schmid- Landskron. Der Kreisvertrauensmann der Partei in Ostböhmen feiert am 10. März seinen sechzigsten Geburtstag. Genosse' Schmid hat sich seit Jahrzehnten um die Arbeiterbewegung reiche Verdienste erworben. Starhemberg In Rom „Ich will’s gewiß nicht wieder tun...“ Brennerei gehört hatte, von dort aber spurlos verschwunden war. In die Angelegenheit verwik- kelt und vorläufig fe st genommen worden waren sechs weitere Person en, darunter vier Warnsdorfer, der Hauptbeteiligte, der die Geschäfte finanzierte, zwei Abnehmer des ungesetzlich gebrannten Alkohols und ein Agent, der als Mittelsmann auftrat. Der eine der Hauptbeteiligten, der 37jährige Destillateur Otto Abeles aus Warnsdorf, hat sich in der Zelle des Warnsdorfer Bezirksgerichtes erhängt, nachdem er den Sachverhalt nach anfänglichem Leugnen eingestanden hatte. Die Bezirkskonferenz Elbogen, von 105 Delegierten besucht, konnte folgenden günstigen Bericht entgegennehmen: Erhöhte Mitgliederzahl, steigender Umsatz an Beitragsmarken, besondere Agilität der Frauen.— Das politische Referat erstattete Genosse Wondrak- Karlsbad. An Stelle des Genossen Danzer, der mehr als ein Jahrzehnt den Bezirk führte und nun mit Rücksicht auf seine Gesundheit zurücktrat, wurde Genosse. Schmidtkunz- Chodau zum Bezirks- vertrauenÄnann gewählt. Prüfungen für Bühnenanwärter. Der Verband deutscher Bühnenleiter in der Tschechoftowakei und der Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republik geben bekannt, daß die zwischen’beiden Verbän- ! den vereinbarten Paritätischen Prüfungsstellen'die Prüfungen für Bühnenanwärter in Prag und Brünn am 26. März 1936 abhalten werden. Die Bühnenanwärter werden aufgefordert, sich bis spätestens 15. März 1936 bei der Paritätischen Prüfungsstelle, Brünn, Jänäkekplatz 2a, anzumelden. Den angemeldeten Prüfungsanwärtern werden die notwendigen Unterlagen von der Prüfungsstelle zugesandt. Masaryk-Feier In Präs Prag. Im Smetanasaal des Repräsentationshauses wurde Freitag abends eine offizielle Feier des 86. Geburtstages T, G. Mgsaryk abgehalten, an der Präsident Dr. Benes, die Vorsitzenden der beiden Häuser, mehrere Minister, Parlamentarier und Vertreter der Behörden beiwohnten. Die Festrede hielt Schulmimster Dr. Fran k e. Vom deutschen Blut Ein schwedischer Journalist übermittelt uns folgende Reiseeindrücke: Kufstein am Inn, die kleine, wunderschöne Stadt, liegt dicht an er tirolisch-bayerischen Grenze— so nahe sogar, daß ein Teil des Bahnhofes Deutschland gehört, während der andere österreichisch ist. Dis vor wenigen Jahren war Kufstein der Durchgangsort für unzählige deutsche Wanderer, vor allem für die Rucksacktouristen, und das Ge- schästsleben blühte. Seitdem Deutschland die Ausreisesperre eingeführt hat, kommen aber kaum noch Deutsche über die Grenze. Aber es reisen auch keine Tiroler mehr hinüber nach Deutschland. Denn nur jene Tiroler, die politisch„zuverlässig" sind, dürfen nach Deutschland fahren. Geistliche zum Beispiel. Und die haben kein Verlangen danach. Die gesamte Bevölkerung aber ist„politisch verdächtig"— uxd darf nicht über die Grenze. Nachbarn wissen nicht mehr, wie es beim Nachbarn aussieht. Und nun macht man sich in beiden Ländern falsche Vorstellungen, glaubt jeder vom Lande des andern, dort seien paradiesische Zustände, hat jeder Sehnsucht nach dem Lande, in dem er nicht mehr zuhause ist... Ab und zu kommt einmal ein verirrter Ausländer nach Kufitein und ist hochwillkommen, weil er einem oder zwei Dutzend Zoll- und Devisenbeamten, die von den Steuern der noch nicht Arbeitslosen bezahlt werden, ein bißchen Abwechslung in die Langeweile ihres Daseins bringt. Sie können in einen fremden Paß gucken und können eine Menge unnötiger Fragen stellen und können sich wichtig machen und tun, als ob sie etwas täten. Dann schläft alles wieder ein. Das Städtchen sieht aus, als schliefe"es ununterbrochen. In dem Hotel, das einige Wochen meine Wohnung war, gibt es hundertzwanzig Zimmer. Meistens waren nur fünf besetzt... Kufstein besitzt eine große Sehenswürdigkeit: die alte Burg Geroldseck, deren Türme sich hundertfünfzig Meter über das Straßenniveau erheben, und die in die Festung eingebaute Orgel, die neben der das Empire-Kino am Leicester Square in London die größte oder doch eine der größten der Welt sein dürfte. Mese„Heldenorgel", die eintausendsechshundert Pfeifen hat, wurde vor ungefähr zehn Jahren von der Bürgerschaft der Stadt gebaut. Auf ihr wird täglich um sechs Uhr abends ernste, edle Musik gemacht zum Andenken aller Toten„deutschen Blutes", die im Weltkriege fielen. Beiderseits der Grenze hört man die feierlichen Klänge durch die Winternacht drängen. Acht Kilometer nach allen Richtungen. Sie dringt in die tirolischen Dorstvirtschaften und in die bayerischen Bauernstuben... Täglich wird das Konzert mit der österreichischen„Volkshymne" beendet. Bekanntlich wird zu der Haydnschen Melodie auch der Text des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles" gesungen. Sollte nun einmal ein Zuhörer diesseits der Grenze, in Tirol, so laut, daß ihn jemand hören und denunzieren kann, die Worte des in Deutschland amtlich zugelaffenen und sogar anbefohlenen Liedes mitsümmen, mutz er für ein paar Monate in den Kerker wandern. Und der Bayer, der es wagen würde, den in Oesterreich vorgeschriebenen Text zu singen, müßte eine längere intime Bekanntschaft mit dem Konzentrationslager Dachau dafür auf sich nehmen. Aber zu einer Zeit, da keine ausländischen Olympiade-Besucher auf offizielle Einladung die dortigen idealen Verhältnisse studieren. Es ist recht-interessant, unter den Lebenden deutschen BluteS zu wellen. Jedenfalls für den, der mit eigenen Augen zu sehen gewöhnt ist und zu erkennen vermag, wie die Diktaturen aller Art die Menschen verknechten und verblöden, und wer an die Luft'der Freiheit gewöhnt ist, merkt erschüttert, wie die Lebenseinstellung der. Menschen unter der Diktatur, auch die Einstellung der einer Diktatur anhängenden Menschen, eine zutiefst unnatürliche und unglückliche ist und wie kindisch-rebellisch ihr vermeintliches Heldentum. In Kufstein erzählte man mir, daß nach der Ermordung des Kanzlers Dcllfuß zweihundert Nazi und acht Nazi-Mädchen als Geiseln verhaftet worden waren. Den Männern wurden die Köpfe umwickelt— sie sollten ihre vaterländischen„Erzieher" nicht erkennen— und dann wurden die Verhafteten bis zur Bewußtlosigkeit verprügelt.— Das war in der Gegend, in der man sich Hakenkreuze in die Gummiabsätze schnitt und dann durch Herumlaufen auf der Landstraße Fußpropaganda machte... Alles ist hier„unzuverlässig". Man ist entweder ein Roter oder ein Nazi. Die Nazi-Mit- glieder eines Autoklubs grüßen mit„Auto- Heil!", die Segelflieger mit„Lust-Heil!"» die Wintersportler mit„Ski-Heil!". Den Anhängern der verbotenen Nazipartei schmeckt der verbotene Heilgruß ganz besonders. Wenn sie auch nicht laut sagen dürfen, was sie bei Auto- oder Ski-Heil! denken. Das laut zu sagen— das bringt ein paar Monate Gefängnis. Ich war Zeuge, wie ein alter zerlumpter Bettler in ein Restaurant spazierte, geradenwegs auf einen hohen Gendarmeriebeamten zu, und ihn laut mit dem verbotenen Nazi-Gruß anrief. Lachend ließ er sich abfichren— er hatte sich ein Winterquartier beschafft. Jenseits der Grenze, auf der bayrischen Seite, geschieht Aehnliches, was nicht bis zu den Ohren der Sportler in Garmisch-Partenkirchen dringt. Dort kann man eingesperrt werden, wenn man bei bestünmten Anlässen den Nazi- Gruß nicht gebraucht! Und man sehnt sich dort- drüben gar nicht mehr nach Gelegenheiten, „deutsch" zu grüßen. Man vermeidet es, wo man nur kann, und nur ab und zu ist ein ironisches „Ski-Heil!" zu hören.„Grüaß Gott!" ist der bayrische Gruß geblieben.„Guten Tag" sagt man nicht. Auch die einfachste Bäuerin weiß, daß der gute Tag vorbei ist. Unmittelbar an der Grenze, in Bayern, im Bereiche der Orgelklänge von Geroldseck, habe ich eine der besten der vielen neudeutschcn Anekdoten gehört: Auch Goebbels war in den Verdacht der politischen Unzuverlässigkeit geraten. Aber eine Untersuchung seines Schreibtisches durch die Gestapo hat ihn glänzend rehabilitierte Man fand nur die Ergebnisse der Volksabstimmung von— 19371 Orgelmusik für Tote deutschen Blutes— fiese Unzufriedenheit beiderseits der Grenze—- hier Sehnsucht nach dem Verbotenen— und drüben Abscheu gegen eben dasselbe, was hier verboten und dort Gebot ist— wie müßte das belustigend wirken, wenn eS nicht so traurig wäret Turnip. Seite 4 Samstag, 7. März 1936 Nr. 57 Vorbereitung der HL Internationalen Arbeiter-Olympiade in Antwerpen 1937 3agewuigMten Der„Führer* Im Kries ist ein beliebtes Thema des faschistischen Patriotismus. Der Gefreite Hitler, der Sergeant Mussolini, sind heute schon legendäre Figuren. Es darf eben darum als ein historisches Verdienst angesprochen werden, würdig des Lohnes, den die Bücher Emil Ludwigs ihrem Autor und leider nicht-em schlichten anonymen Historiker einbringen, von dem hier die Rede geht,-aß in der„Neuen Weltbühne" ein „ungenannter Soldat" die Kriegstätigkeit des Duce quellenkrstisch untersucht. Der Ungenannte hat sich die Mühe gemacht, das Tagebuch Mussolinis aus der Kriegszeit mit allen Regimentsgeschichten und kriegshistorischen Einzeldarstellungen zu vergleichen, die über die Front, die Kampftage und Aktionen berichten, von denen auch Mussolini erzählt. Und es ergibt sich, man lese und staune, daß der heldenhafte Duce kein Kriegsfreiwilliger war, wie er immer erzählt, sondern erst ein Vierteljahr nach Kriegsbeginn eingezogen wurde. Es ergibt sich, daß der Bersagliere Mussolini vom ersten Augenblick an den Ofsizieren als der Chefredakteur des „Popolo d'Jtalia", also des mächtigsten nationalistischen Blattes, als das Haupt der Kriegskampagne bekannt, daß er also von ihnen gefürchtet war und dementsprechend verhätschelt wurde. Es ergibt sich, daß der Duce ein ausgespro- chenerTachinierer gewesen ist, der pünktlich vor jeder größeren Kampfhandlung ins Hinterland verschwand, sei es, um einen Kurs zu besuchen, fei es wegen seines„Magenleidens". Es erweist sich, daß er an keiner wirklichen Schlacht, an keiner der blutigen Offensiven des ftalienischen Krieges teilgenommen hat. Während eines dyeieinhalbjährigen Krieges war der Held Benito alles in allem 38' TägeimSchützengraben. Seine Verwundung zog er sich in der E t a p p e bei einem Granatexerzieren zu, durch einen Rohrkrepierer, nicht in der Schlacht also, sondern durch einen technischen Unfall. Und nach- her— die Wunden.waren nicht schwer, wenn auch schmerzhaft(Fleischverletzungen im Gesäß vor allem)— blieb Benito, wie seine Lobhudlerin Sarfatti sagt, nur noch im„moralischen Schützengraben", in der Redaktion zu Mailand nämlich. Eine historische Meisterleistung, diese Arbeit eines Ungenannten, der das Ehrendoktorat aller Universitäten der Well verdiente, aber keines er- halten wird, weil Ehrendoktorate im allgemeinen auch für die„Führer" und Tachinierer da find genau so wie Kriegsorden» Ruhm und das Blut— der Andern. Guter Start der Ervortmeffe. Die diesjährige Prager Exportmeffe setzte sehr lebhaft eiy, denn der erwartete starke Auslandsbesuch ist eingetroffen. Leider zeigten sich jedoch nicht alle Aussteller vorbereitet. Eine ganze Reihe von Firmen hatte die Installation ihrer Stände noch nicht beendet, was sich im Messeverkehr störend bemerkbar machte. Die Eröffnung der Frühjahrsmesse um zivei Tage früher als sonst hat sich als gut erwiesen. Donnerstag kamen bereits derart viele Ausländer aus Leipzig, daß künftighin für einen eigenen Sonderzug wird Sorge getragen werden müffen. Im Nachfragedienst der Messe meldeten sich bedeutend mehr Ausländer als im Vorjahre und insbesondere ftls zur Herbstmesse, für die erstmalig die Exporttage eingeführt wurden. An der Spitze der Auslandsbesucher stand Holland. Es folgte: die Schweiz, Frankreich, Polen, England, Schweden, Belgien, Spanien etc. Groß ist auch die Beteiligung der Nachbarstaaten Deutschland, Oesterreich und Ungarn, ferner Jugoslawiens und Rumäniens. Die meisten Ueberseekäu- fer kamen aus den USA, weitere aus Südafrika, Argentinien, Australien, Aegypten, Kanada, Marokko und Palästina. Viele Käufer blieben hiebei noch unerfatzt, da sie zur Fahrt nach Prag die Leipziger Messeausweise benützten und sich deshalb nicht im Nachfragedieuste melden mußten. Der Geschäftsverkehr setzte zum Teil bereits vor Messebeginn ein. So kauften Donnerstag Besucher aus, Frankreich und der Schweiz Preßglas. Freitag kam es schon vielfach zu Geschäftsabschlüssen. Vorläufig liegt Glas und Porzellan am besten mit Verkäufen nach Frankreich, den USA, Holland und Brasilien, ferner Spielwaren mit Mu- sterbestellungen nach Frankreich, Holland, England, Rumänien und der Schweiz. Für Hausund Küchengeräte interessierte sich die Schweiz, Holland, England und Ungarn. Auch die Lederwarenindustrie konnte bereits für den Export arbeiten. Im allgemeinen sah man in den Ständen des Messepalastes wesentlich mehr Ausländer als sonst. Masaryks„Soziale Frage". Zum 86. Geburtstage des Präsidenten hat der Verlag„Cjn" eine Neuausgabe der. 1898 erschienenen„Otäzka soziälni"(Die„Soziale Frage") neu herausgegeben, in der sich Masaryk mit den philosophischen und soziologischen Grundlagen des Marxismus befaßt-.. Vorläufig ijt' nur der erste Band Arbelter-AiHHlltoiulrcfi der Mitten im Presselärm für die Hitler-Olympiade in Berlin haben in aller Stille, aber mit großer Emsigkeit die Vorarbeiten für die Arbei- ter-Sportolympiäde begonnen, die im nächsten Jahre in Antwerpen stattfindet. Wie es üblich ist, soll der großen Sommer-Olympiade eine Olympiade des Wintersports vorausgehen. Als Ort der Wintersport-Olympiade wurde Johannisbad in der Tschechoslowakischen Republik bestimmt. Zur Einleitung der Vorarbeiten fand gestern im Prager Bollshaus eine Präsidialsitzung der SASJ statt. Nach Berichten des Präsidenten Julius Deutsch und des Sekretärs Rudolf S i- l a b a wurde eine Reihe von Beschlüssen organisatorischer und technischer Natur gefaßt. Bon Bedeutung ist insbesondere der Beschluß, dem Olympiade-Komitee zu empfehlen, alle jene Arbei- ter-Sportverbände zur Olympiade nach Antwerpen einzuladen, die die Gewähr dafür bieten, daß herausgekommen, bis das ganze Werk in der Neuausgabe vorliegen wird, werden wir es einer Würdigung unterziehen. Das Vermächtnis I. P. Pavlovs an die russische Jugend. Einige Tage vor seinem Tode hat der berühmte russische Gelehrte I. P. Pavlov für die Sammlung„Generation d er Sieger", die vom ZK des K om s o m o l herausgegeben wird, einen kurzen Aufsatz geschrieben, der jetzt die Bedeutung eines Vermächtnisses des großen Gelehrten an die russische studierende Jugend erhält:„Was möchte ich der Jugend meines Vaterlandes wünschen? Vor allem— Konsequenz. Konsequenz, Konsequenz und nochmals Konsequenz!... Lernt zuerst das ABC der Wissenschaft kennen, ehe ihr versucht, ihre Gipfel zu erklimmen... Versucht nie den Mangel eures Wissens durch irgendwelche auch noch so kühne Hypotherfn und Vermutungen zu verdecken. Gewöhnt euch an Zurückhaltung und Geduld. Lernt die wissenschaftliche Kleinarbeit zu schützen. Wie vollkommen auch der Flügel sein mag, würde der Vogel nie sich in die Höhe zu heben vermögen, wenn er sich nicht auf die Luft stützen könnte. Die Tatsachen— das ist die Luft des Wissenschaftlers. Ohne sie könnt ihr euch nie in die Höhe heben. Ohne sie sind eure Theorien leerer Wahn. Aber indem ihr experimentiert und beobachtet, müßt ihr vermeiden auf der Oberfläche zu bleiben. Verwandelt euch nicht in Sammler von Tatsachen. Sucht danach, hinter das Geheimnis ihrer Entstehung zu dringen. Sucht angestrengt na chden Gesetzen, die die Ereignisse beherrschen. Und, zweitens, empfehle ich euch Bescheidenheit. Bildet euch niemals ein, alles zu wissen. Und wie hoch auch die Umwelt euch einschätzen mag, sollt ihr immer den Mut haben, sich selbst zu sagen: Ich bin ein unwissender Mensch. Erlaubt nie dem Hochmut Herr über euch zu werden. Und, drittens, Leidenschaft. Vergeßt nie, daß die Wissenschaft von dem Menschen sein ganzes Leben verlangt. Und wenn ihr sogar zwei Leben leben könntet, so würden auch diese beiden nicht genügen. Die Wissenschaft verlangt gewallige Anstrengungen und große Leidenschaft. Seid also leidenschaftlich in eurer Ar- beit und in euren Bestrebungen." Schach dem Terror! Unterrichtsminister Guernut beschloß, daß die Universitätsvorlesungen des Professors Jezö nicht eingestellt werden. Alle eventuellen Exzedenten werden verhaftet und bestraft werden. Nur ein Arbeiter! Am Ostersamstag 1935 hatte ein Danziger SA-Truppen lührer einen katholischen Hafenarbeiter, Vater von sieben Kindern, mit seinem Dienstdolch ermordet. Die nationalsozialistischen Richter verurteilten den Mörder zu der milden Strafe von nur zwei Jahren Gefängnis. Aber selbst diese Strafe brauchte er nicht abzusitzen, schon Ende Jänner 1936 ift der Mörder aus dem Gefängnis entlassen worden. Ar- beiterlüben gelten den Nationalsozialisten! nichts. Theaterbrand in Nizza. Das Theatergebäude und der Spielsaal Eldorado Casino in Nizza wurden in der Nacht auf Freitag durch einen Brand vernichtet. Die Ursache des Brandes ist wahrscheinlich Kurzschluß. Einige Minuten vor dem Brand hatten an 4000 Personen die Räumlichkeiten verlassen. Der Materialschaden beträgt an drei Millionen Franken. Die rumänische Polizei färbt Demonstranten. Die rumänische Polizei hat ein Verfahren angenommen, das bisher nur in der Bakteriologie angewandt worden ist: sie färbt jene, die sie erkennen will. Bei den letzten Unruhen griff die Feuerwehr ein, die die Demonstranten mit Feuerspritzen auseinandertrieb. Während sonst aber nur reines Wasser gespritzt'wird, war die Flüssigkeit diesmal gefärbt, so daß die Polizei die einzelnen Demonstranten nachträglich erkennen konnte. Der Polizeibericht betont, daß der Farbzusatz unschädlich sei, womit sie zweifellos die Demonstranten in gesundheitlicher Beziehung trösten will, nicht aber die über die Kosten der chemischen Reinigung der Kleider. Alles in allem eine barbarische Prozedur! Millionärsflucht vor dem Wolkenkratzer. Während der„dernier cri" von den amerikanischen Millionären verlangte, daß sie ihre Appartements unbedingt im obersten Stockwerk der SASI noch In diesem Jahr ihre Teilnahme dazu beiträgt, die Arbeiter-Sport- Olympiade zu einer möchtigen Kundgebung für die Freiheit der Völker und den Weltftieden zu gestalten. Was die Teilnahme von Verbänden der Roten Sportinternationale anbelangt, werden die Verhandlungen^ die bereits vor Monaten begonnen haben, weitergeführt werden. Nach einer Darstellung des technischen Leiters S i m e k über die im Gange befindlichen technischen Arbesien und einem Berichte des Senators Heinrich Müller über den internationalen Pressedienst wurde beschlossen, den nächsten Kongreß der SASJ am 29. u. 30. August d. I. nach Antwerpen einzuberufen. Dieser Kongreß soll die endgültigen Beschlüsse über die Organisierung und die Teilnahmeberechtigung an der Arbeiter-Sport-Olym- piade fassen. Wohnhaus-Wollenkratzer hätten» hat jetzt der Streik der„Fahrstuhl-Operateure" genannt Liftboys die alten guten Borkriegssitten wieder aufleben lassen: man bevorzugt die beletage, da es durchaus nicht jedermanns Sache ist, 20 oder 40 Stockwerke zu Fuß zu gehen. Davon abgesehen, bringt der Streik der Fahrstuhl-Führer sehr ernste wirtschaftliche Störungen mit sich; Stock Exchange mutzte den Börsenverkehr abbrechen, ebenso die Manhattan Bank, deren Gebäude nicht weniger als 65 Stockwerke hat; Rockefeller Center und Empirö State Building mußten auch geschlossen werden. Charakteristisch ist, daß die New Uorker Millionäre einen Sturm auf die bisher so verschmähten Hotelzimmer im ersten Stock unternehmen, für die phantastische Preise verlangt und bewilligt werden. 845.755 zahlende Rundfunkhörer. Der tsche- choslowakische Rundfunk-hatte am 1. Feber d. I. 845.755 zahlende Rundfunkhörer; davon entfallen auf die Postdirektionen Prag 459.234, Pardubitz 83.470, Brünn 142.695, Troppau 68.832, Pretzburg 62.983, Kaschau 23.141, Karpatho- rußland 8400. Großer Juwelendiebstahl in Preßburg. In den Juwelierladen des Albert Böbel in Preßburg, drangen Freitag mittags unbekannte Täter ein und entwendeten verschiedene Schmuckgegenstände im Werte von rund 200.000 XL. Obzwar das -Geschäft in einer der belebtesten Straßen gelegen ist, führten die Einbrecher ihre Tctt vollkommen unbeobachtet aus und es gelang ihnen, spurlos zu verschwinden. Die Polizei hat energische Nachforschungen eingeleitet. Axthieie gegen die Lebensgefährtin. Auf dem Lerchenfelder Gürtel in Wien spielle sich am Freitag eine blutige Tragödie ab. Der 65jährige peu- fionierte Johann Emmerich überfiel seine 48 Jahre alle Gefährtin Marie Adam mit einer Axt und brachte ihr eine tödliche Verletzung bei, worauf er sich mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitt. Emmerich wurde wt ayfgefunden. Seine Gefährtin ringt im Krankenhaus mit dem Tode. Zwiespalt wegen der Wohnung, trieben Emmerich zu der Tat. FamUientragödie. In der Gemeinde Pradl bei Innsbruck wurde die dreiköpfige Familie des Portiers des Städtischen Schlachthauses Friedrich Liebenwein unter Anzeichen schwerer Gasvergiftung bewußtlos aufgefunden. Der Arzt stellte bei Frau Liebenwein sowie dem 15jährigen Sohn den. bereits eingetretenen Tod fest, während der Familienvater in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus geschafft wurde. Es handelt sich um eitze Familientragödie infolge Krankheit und Elend. Deutsch-tschechischer Jugcndaustausch. Familien, die einen Tausch- oder Kostplatz über die Ferien im tschechischen Gebiet suchen oder einen Kostplah anbieten, melden sich beim Jugenddienst, Prag 2, Borsil- skä 2. Ueber Verlangen und gegen Spesenbeitrag von 60 Hellern in Marken erfolgt die Zusendung der in der Neuauflage erschienenen Schrift„Ferienauf- enthalt unserer Jugend im fremden Sprachgebiet", welche wieder eine Anzahl auffchlußreicher Eltern- und Kinderbriefe enthält.— Auch Familien, die einen tschechischen Studenten oder eine Studentin über dieFericn zu ihren Kindern zwecksKonversatinn unentgeltlich in ganze Verpflegung nehmen wollen, kann bestens entsprochen werden. Nähere Auskunfterteilung und Entgegenahme von Anmeldungen auch durch die auswärtigen Amtsstellen des Jugenddienstes. Der„Engel" Mrs. Ban der Elst. Van der Elst hat sich schon immer durch ihre exzentrischen Ideen ausgezeichnet. Als reiche Witwe eines holländischen Plantagenbesitzers kann sie sich jede Passion leisten. Zuerst war sie begeisterte Spiritistin, dann gab sie sich der„schwarzen Magie" hin, wobei sie mit der Polizei in Konflikt geriet, endlich wurde sie Anhängerin der„Christian Science", und seit einiger Zeit ist sie Vorkämpferin der Bewegung gegen Todesstrafe. Als solche wurde ihr Name wiederholt bei Protestresolutionen und Kundgebuklgen genannt. Nun- hat sie die Idee^gehabt, ihre nach ihrer Auffassung für die Menschheit segensreiche Erscheinung im Bilde festzuhalten. Sie beauftragte eine Künstlerin, ein Gemälde anzufertigen, das den Namen ftagen sollte:„Mrs. Van der Elst steigt vom Himmel als Trösterin der Menschheit hernieder". Als Honorar wurden 250 Pfund vereinbart, und für diese Summe schuf die Malerin ein Riesenbild. Dieses Bild kann man noch nicht im Museum bewundern, wohl aber im Gerichtssaal. Denn Mrs. Van der Elst weigert sich, das Honorar zu zahlen, obwohl das Bild sie als Engel in Begleitung himmlischer Heerscharen zu einer knienden Menge vom Himmel herabschwebend darstellt. Aber sie findet, daß dieser Engel ihr nicht genügend ähnlich sehe. Vor allem seien die Hände eher die eines Skeletts als die gepflegten Hände einer Lady. Das Wetter. In unseren Gegenden hat sich eine ziemlich bedeutende Wärmegrenze ausgebildet. Im Karpathengebiet war es Freitag noch warm, während- nach Böhmen langsam vom Nordwesten her kühle Luft eindringt.- Auf den böhmischen Bergen' herrscht wieder llichter Frost und stellewvesse sollt Schnee. Entlang der Temperaturgrenze rucken von Süden her kleine Druckstörungen vor, unter deren Einfluß sich das Wetter weiter verschlechtert.— Wahrscheinliches Wetter von heute: Vorwiegend bewöltt, stellenweise Niederschläge, vom Westen her allmählich fortschreitende Abkühlung.—W etteraussichten für Sonntag: Im Westen der Republik veränderliche Bewölkung und tagsüber wieder etwas wärmer. Im Karpathengebiet noch hie und da Schauer, auf den Bergen leichter Frost. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus den Programmeei Sonntag Prag, Sender L.: 7.30: Konzert aus Karlsbad. 9.50: Russische Chöre. 10.10: Ucbertragung au§ dem Parlament: Masaryk-Tag des Auslandes. 11.45: Schallplatten: Mozart. 17.20: Deutsche Sendung: Uebertragung aus Karlsbad: Philbarmonisches Konzert. 18.50: Deutsche Presse. 19.55: Berühmte tschechische Sänger. 20.50: Konzert: schwedische Musik. 22.25: Deutsche Presse.— Sender S.: 14.30: Deutsche Sendung: Arbeitersunk: Dr. Brügel: Wieviek Bücher werden bei uns gedruckt? 14.45: Kammermusik. 15.05: Liederzhklen von Schumann. — Brünn: 12.20: Buntes Mittagsprogramm. 17.50: Deutsche Sendung: Mährische Musikkultur— Unterhaltungskonzert.„— Mähr.-Ostrau: 16.00: Heiterer Nachmittag. 17.50: Deutsche Sendung: Plauderei mit Ostrauer Autoren.— Preßburg: 8.30: Violoncellokonzert. 18.10: Unterhaltungsprogramm.| Es sieht nicht nach Frieden ausl In Neapel sind zahlreiche weitere Lastwagen und Flugzeuge nach Ostafrika verladen worden. i Nr. 57 Samstag, 7. März 1938 Seite 5 Stettin.(AP.) In den Stöwer-Werken, die neuerding- ihren Betrieb größtenteils auf die Herstellung von Maschinengewehren und Flugzeug- mowren umgestellt haben, wurden 60 Arbeiter wegen oppositioneller Tätigkeit verhaftet. Madrid.(AP.) Nunmehr haben die letzten Kolonialtruppen die Provinz Asturien verlassen, wo sie nach dem Okwberaufstand stationiert worden waren. Toulouse. In der Sitzung des neuen Präsidiums des vereinigten Allgewerkschaftsverbandes der Arbeit wurde der bisherige langjähriae Sekretär des Allgewerkschaftsvevbandes der Arbeit(EGT) I o uha u x zum Generalsekretär gewählt. Von den sechs Stellvertretern des Generalsekretärs gehören vier dem ehemaligen Allgewerkschaftsverband der Arbeit und zwei dem kommunistischen Arbeitsverband an. tlustanck ; Die neue Situation im italienisch-abessinischen Konflikt. Der bekannte Fachmann auf dem Gebiete des Kolonialkrieges, General D u v a l, versucht im„Journal des DLbats" ohne die Bedeutung der italienischen Siege an der Nordfront verkleinern zu wollen, praktische Folgerungen aus der neuen strategischen Situation zu ziehen. Marschall Badoglio behauptet, datz der Ne- gus keinen Widerstand mehr leisten könne. Aber man müsse bei der Einschätzung dieser Behauptung das optimistische Temperament des italienischen Feldherrn in Rechnung stellen. Die Abessinier seien noch immer imstande, einer Guerillakrieg zu führen, und ein solcher Krieg sei auch das Vernünftigste, was sie von Anfang an tun konnten. Wenn Italien seine jetzigen Siege bis zur letzten Konsequenz ausnutzen will, so kann der Krieg noch sehr lange dauern. Die Schwierigkeiten, die noch zu überwinden seien, seien größer als jene, die die italienischen Truppen bereits überwunden haben, und zwar in demselben Verhältnis, in dem die GeüietSfläche cvon Abessinien größer ist als jene der Provinz Tigre.— Der römische Mitarbeiter des großen Pariser Jnforma- tionsblattes„Paris Midi" berichtet, daß Italien keine Friedensvorschläge machen werde, jedoch bereit sei, jeden Vorschlag, den man Rom machen könnte, zu prüfen. Trotz der Regenperiode werde der italienische Vormarsche weitergehen. Italien beabsichtige nicht, in den eroberten Positionen stehen zu bleiben.— Der offiziöse„Popolo d'Jtalia" behauptet in einem Leitartikel, daß die Stimung in Rom sehr zuversichtlich sei. In Rom laufen Gerüchte um.wonach irt den nächsten Tagen außerordentlich wichtige Ereignisse zu erwarten seien. Man werde durch keinerlei Drohungen erreichen können, datz Italien auf Ziele verzichte, die es sich gesetzt habe. Amerika schätzt sich gegen Japan.-(A.P,) Zwischen den Bereinigten Staaten und Panama ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der sich auf die Verteidigung des Panama-Kanals erstreckt und auf ein gegen Japan gerichtetes Verteidigungsbündnis hin- ausläuft. Den militärischen Bedürfnissen der Vereinigten Staaten ist dabei weitgehend Rechnung getragen worden, und die militärischen Bestimmungen sind auf die Lage im Stillen Ozean zugeschnirten. Die Bereinigten Staaten verzichten auf das im Vertrage von 1903 zugestandene Jnterventionsrecht. Der Betrieb und der Schub des Kanals werden der gemeinschaftlichen Verantwortung beider: Staaten unterstellt. Amerika erhält das Recht zu Manövern im Kanalgebiet und zu allen Maßnahmen, die zum Schutz des Kanals notwendig werden können. Im übrigen sind Panama ziemlich erhebliche Zugeständnisse gemacht worden. ES erhält ztvei Funksender, in La Palma und Puerto Obaldia. Außerdem wird ihm das Recht zugestanden, eine Autostraße von Panama nach Colen zu bauen. Da die Kanalzone die Republik in zwei Teile schneidet, werden zwei Korridore geschaffen. Ein Korridor verbindet Colon mit dem Rest des Gebietes von Pananm und untersteht der Verwaltung von Panama, der zweite Korridor verbindet Madden Damm mit der Kanalzoue und steht unter amerikanischer Hoheit. Panama erhält wirtschaftliche Konzessionen innerhalb der Kanalzone. Schließlich erhält Panama rückwirkend den vollen Betrag für die Kanalmiete, di« zuletzt in Papierdollar bezahlt worden war. Die U. S. Ai verzichten auf das Recht der Beschlagnahme von Ländereien innerhalb der Städte Colon und Panamas „Gwenn Ha Du" greift wieder ein. Seit dem Jahre 1932 scheint eine'bretonische Geheimorgani- sation zü existieren, die sich„Gwenn Ha Du" nennt (Schwarz und Weiß, die bretonischen Nationalfarben); damals, als man zum ersten Male von ihr hörte, wurde der Verdacht geäußert, datz diese Auto- nomistrnpartei die Unterstützung einer fremden Macht habe, die die französische Innenpolitik irritieren wollte. Nun rührt sich„Gwenn Ha Du" seit nach längerem Stillschweigen wieder und versendet an führende Persönlichkeiten Frankreichs ein Rundschreiben,' in dem er darauf hinweist, daß die Bretonen seit 66 Jahren Schulunterricht in der breto- nischcn Sprache reklamieren und dem Unterrichtsminister eine Frist von einem Monat seht, innerhalb welcher keine Ansprüche befriedigt werden sollen. 'Xatt! Nicht einfach Margarine, sondern... Vitello-Margarine sollst Du verlangen! Das hat Dir Deine Muster auch sicherlich gesagt.Und merke Dir: sie hat guten Grund, gerade auf Vitello zu bestehen! Sie weih ja, datz Vitello stets frisch und stets in hervorragender Güte zu haben ist. DELIKATESSE Geisteskrankheiten In der Tsdicdioslowakcl Irrcnplleite Im IMrte der Statistik Die zahlreichen pessimistischen Aeutzerungen verschiedener Fachleute Wer die Zunahme derGei- steskranlkheiten in den Nachkriegsjahren mit ihren vielfachen unheilbaren Folgeerscheinungen sozialpolitischer Art,, legen ein gründliches Studium dieser Frage nahe. Das StatistischeStaatS- amt hat denn auch zu Beginn des Jahres 1932 die Registriermethoden, durch welche alle wesentlichen Momente. bei den Pfleglingen der Heilanstalten möglichst gründlich erfaßt werden sollen, grundlegend umgestaltet. Die„Mitteilungen" des Siatistsschen Siaarsamies legen nun der Oeffentlichteit die ersten Ergebnisse für den seither vergangenen dreijährigen Zeitabschnitt vor.. Die Art dieser Erhebungen läßt hoffen, daß im Lauf der Zeit eine sehr verläßliche Grundlage für ein eingehendes'Studium dieses schwerwiegenden Problems gewonnen wird. Die Statistik ersaßt die Patienten, welche entweder geheilt entlassen wurden oder in der Anstaltspflege verstorben find. Diese Methode hat gegenüber jener, die diese Erhebung gleich bei A u f n a h m e n der Kranken durchführt, den Vorteil gründlicher und präziserer Erfassung des Krankheitsverlaufes. Vom sozialpolitischen Standpunkt interessieren in dieser Jrrenstatistik vor allem di« für die einzelnen sozialen Gruppen errechneten Vergleichszahlen. Auf 10.000 Einwohner unseres Staates entfallen 6.5 nach obgenannter Methode erfaßter Geisteskranker. Nach Ländern aufgeteilt, ergibt sich die merkwürdige Tatsache, datz Mähren-Schlesien mit 7.7 per Zehntausend an der Spitze steht. Böh- nm weist bloß die Ziffer 6.8 aus, die Slowakei nur 5.0 und Karpathorutzland gar nur 3.7. Innerhalb der Landesterritorien springt zunächst ins Auge,' daß die Bewohner der größeren und großen Gemein-, wesen das höchste Kontingent stellen(in Gemeinden, unter 5000 Einwohnern 5.1, in solchen über 50.000 Einwohnern 16.2 per Zehntausend!). Bei den Großgemeinden mutz allerdings einerseits der ständige Bevölkerungszufluß vom Lande her in Rechnung gestellt werden, ferner die durchgreifende Aussiebung kranken Menschenmaterials und das größere Verständnis einer intelligenten Bevölkerung für geistige Abnormalitäten, die anderswo Wersehen bleiben, bis sie zum offenkundigen Ausbruch kom men. Immerhin sind die Zahlen der großen Gemeinden im Vergleich zum Durchschnitt erschreckend hoch: Prag 16.8, Brünn und Troppau 14.4, Kascha« 12.8, Preßburg 12.2, also durchschnittlich das Doppelte des Staatsdurchschnitts! Von den böhmischen Provinzbezirken zeigen ungünstige Zahlen M a- rienbad(7.3), Reichenberg(6.9), Tep- litz(6.5), Aussig(6.6), in der gleichen Rangordnung rangiert aber auch Eule, Semil und Hotowitz. Die günstigsten Zahlen weisen Lu- ditz(2.2), Starkenbach(2.7) und Friedland(2.8) aus. In Mähren-Schlesien zeigt der Bezirk Mähr.- Ostrau die gleiche hohe Ziffer wie W a g st a d t (12.1) und auch der Bezirk Jägerndorf schneidet höchst ungünstig ab(11.2), ebenso wie der Bezirk Fr e i st a d t. Die günstigste Ziffer Mährens (und der ganzen Republik) hat Litovel(1.4), ferner Mährisch-Schönberg(2.1) und Hohenstadt(2.6).‘ Die Statistik zeigt ferner, daß Männer für Geistrskrankhriten weit anfälliger sind als Frauen. Unter den Frauen Werwiegi aber unter den Geisteskranken— im Gegensatz zu den Männern— das Kontingent der Ledigen. Di« statistischen Zahlen zeigen ferner, datz das nationale und konfessionelle Moment sich in keiner erfaßbaren Weise auswirkt, mit Ausnahme der Mischen Konfession, die die ungünstigste Ziffer von 11.7 aufweist. Das kann freilich nicht Werraschen, denn di« unter dem formalen Be- kenninismerftnal erfaßten Patienten sind eben größtenteils Angehörige der größeren Gemeinwesen und teilen das sozialbiologische Schicksal ihrer Umweltgruppe.• Di« Erfassung der'Geisteskranken nach Be- rmfsklassen könnte aufschlußreich sein, wenn das nun einmal festgelegte' Schema dieser Gruppierung eine klare Analyse zuließe, was leider nicht der Fall ist. Der Einleitungstext der Publikation, auf die wir uns hier beziehen, stellt übrigens fortlaufend weitere statistische Vorarbeiten des Materials weitere statistische Verarbeitungen des Materials in Aussicht. rb. Man ist der Ansicht, daß hinter„Gwenn Ha Du" ein Anhänger der brewnischen Barden- und Druiden- Organffation steckt. MWzll M WM Gefesselter Außenhandel, Verstehst du was von Papageien? Wenn sie deutlich reden, schon...■ Der tschechoslowakische Außenhandel hat im Jänner 1936 insofern die Entwicklung des vorigen Jahres fortgesetzt, als er eine Steigerung der Einfuhr- und Ausfuhrumsätze in den Ländern, des Sterlingblocks und des Goldblocks brachte. Nach den Ländern, mit denen der Handelsverkehr durch Clearingverträge geregelt ist, trat eine weitere Abnahme der Ausfuhr ein. Aus den Län? dern des Sterlingblockes und den Vereinigten Staaten, also aus den Ländern mit abgewerteter Währung,, führte die.Tschechoslowakei im Jänner für 144 Millionen XL Waren ein. Das sind 29,9 Millionen XL oder 26.2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausfuhr in die gleichen Länder betrug 155 Millionen XL. Das sind um 18 Millionen XL oder 13.2 Prozent mehr. Der Ausfuhrüberschuß ist um 11,8 Millionen XL kleiner als im Jahre 1935. Bedeutend stärker hat sich' die tschechoslowakische Einfuhr aus den Goldblockländern.erhöht. Sie stieg um 26,9 Millionen XL auf 88.8 Millionen XL. Die Zunahme beträgt dem- >. nach 43,4 Prozent. Dagegen ist die Ausfuhr nur um 3,7 Millionen XL auf 63,8 Millionen XL oder um 6.2 Prozent gestiegen. Aus den Clearingländern hat die Tschechoslowakei für 94.6.Millionen XL Waren eingeführt. Die Zunahme beträgst 19.7 Prozent. Bei der Ausfuhr in die Clearingländer ergibt sich eine Verminderung um 7,6 Millionen auf 116,8 Millionen XL. Die Abnahme beträgt 6.1 Prozent. Kreditanstalt der Deutschen weiganstalten in:__________. Aussig a. E., Brünn, DerwaltuugSkapital Komotau, Teplitz, ggg Millionen XL. n. a. m. tzaftungSkapital 90 Millionen Xi. Hl Meserlassungen. Erhöhte Arbeitsleistungen auch in der Landwirtschaft der SSSR. TASS meldet am, 20. Feber aus Kiew, wie wir der„Leningrad- skaja Pravda" vom 21. Feber 1936 entnehmen,■ daß in der ganzen Ukraine die Arbeitsnormen der Kollektivwirtschaften erhöht wurden, und zwar, durchschnittlich um 10 bis 15 Prozent. Ejw Traktor hat in einer Schicht 12 bis 15 Hektar zu bearbeiten. Auch in der Landwirtschaft hat also die Stächanovbewegung zur' Erhöhung: der Arbeitsleistungen geführt. Heiratsschwindler als Keuschheitsapostel Prag. Eines Tages erschien die 26jährige Per-> käuferin Emma B. auf dem Polizeikommissariat und erzählte schluchzend und in abgerissenen Worten von' der furchtbaren Lebensenttäuschung, die sie betroffen hatte. Ihr Bräutigam, der 30jährige Privatbeamte Franz Ryn s.a, hatte ihr den Laufpaß gegeben. Und außerdem hatte er ihr vorher ihr ganzes kleines Vermögen von 18.000 XL herausgelockt' uist> ihr bei dem Abschied nur 1000 XL zurückgegeben. Der Rest bljeb verlören. Der Bräutigam war ein gewöhnlicher Heiratsschwindler gewesen. Er gab sich als Eigentlichen Inhaber" des Verlagsunternehmens„Vesna" aus und redete seiner Braut ein, er könne bloß deshalb nicht öffentlich als solcher auftreten, weil er einmal in. Ausgleich gegangen sei. Daher sei er auch außen- hin bloß Angestellter dieses Verlages, in Wirklichkeii aber dessen Herr und' Meister und die im Firmenregister als Inhaberin eingetragene Frau Marie Safer sei eine bloße Figur. Daren war natürlich kein wahres Wort, da aber Nhnsa gleich am Anfang der Be- tanntschaft ernste Heiratsabsichten äußerte und großartige Zukunftspläne entwarf, ließ sich das Mäd- chen beschwatzen und gab dem Betrüger nach und nach ihr ganzes Geld. Um sie noch mehr in Sicherheit zu wiegen, redtete er ihr zu, um die Gewerberechtigung anzusuchen und die arme Emma B. schrieb tatsächlich Gesuche und lief die zuständigen Kanzleien ab, um die vermeintliche Grundlage.ihrer gemensamen künftgen Erstens aufzubquen. Franz Nhnsa trieb die Sache so weit, daß. er. i das Aufgebot anmeldete.-Plötzlich,.14 Tage vor der Hochzeit, forderte er mir nichts, dir nichts- seine Braut aus. von der Verlobung zurückzujreten. Zu dieser Zeit war nämlich Emma B. bereits völlig aus- ■ geplündert und arm wie die sprüchwörtliche Kirchenmaus. Emma. ging, auf diesen Vorschlag natürlich Nicht ein. Daraus loste der feine Bräutjgam die Ver- lobung seinerseits auf. Von dem heräusgelockten Geld gab er der. gewesenen Braut ganze 4000 XL zurück.'.-j /''. Vor dem Strafsenat Trost des Verbrechens d e s B e t r u g e s angeklagt,.erklärte Nhnsa das ganze für eine ganz karre k t e geschäftliche Sache. Seine Braut sei-.seine„Geschäfts-, teilhaberin" gewesen und die 18.000' XL eben em „Geschäftsanteil". Da da„Geschäft" aber gescheitert sei, müsse sie eben den Verlust ihres Anteils, in Kauf nehmen. Diese bei HeiratS- und Kautionsschwindlern gang mrd gäbe, Verteidigung brach natürlich zusammen, da das angebliche Geschäft sich als Schwindel heraüsstellie. Bezeichnend für diesen Burschen ist aber/-.die Motivierung der Auflösung dieses Verlöbmsses. Er erklärte nämlich, seine Braut habe ihm— vierzehn Tage vor der Ehe—„U n s i t t l i ch e Anträge" gestellt, die er als reiner Charakter natürlich entrüstet zurückwies, zumal er geargwöhnt habe, sie wolle durch vorzeitige Intimitäten eine bereits vorhandene Schwangerschaft ihm'zuschieben. Die von Staatsanwalt Dr. Jelinek vertretene' Anklage erklärt diese absolut unbegründete Verdächtigung des schwer geschädigten.Mädchens mit Recht als läppische und widerwärtige Ausflucht. Der Gerichtshof war gleicher Ansicht-und ver- nrteilteden Heiratsschwindler zu acht Monaten . s ch w e r e n Kerkers.•■’ Mitteilungen aus dem Publikum. Alles staunte, als zum ersten Male die neurften Frühjahrsschuhe im Schaufenster erschienen. Sie find leicht, luftig, und elegant. Bitte, probieren Sie diese unverbindlich in unserer Verkaufsstelle.. Frühling in allen Winkeln. Uüberall'Sonne, überall neues Leben. Lfuch auf Sie wartet bereits der Frühling. Jawohl, schauen Sie nur einmal zu Baka. 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Aager Zeitun- Ganzstaatliche, nicht Weltausstellung Der Stadtrat empfiehlt das Jahr 1941— Großes Bauprogramm Der Stadtrat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Plan einer Weltausstellung in Prag und faßte folgenden Beschluß: TLr Stadtrat begrüßt den Gedanken, in Prag eine große Ausstellung zu veranstalten und ist bereit, zur Verwirklichung dieses Planes nach Kräften beizutragen. Obwohl das Jahr 1938, in welchem de^r zwanzigjährige Bestand der Republik gefeiert werden wird, durch seine Bedeutung dafür geeignet wäre, kann der Stadtrat diesen Zeitpunkt nicht empfehlen, weil die Frist nicht nur für die Vorbereitungen zur Ausstellung, sondern auch für die Durchführung der in diesem Zusammenhang unbedingt notwendigen städtischen Einrichtungen zu kurz ist. Der Stadtrat spricht sich • für die Veranstaltung im Jahre 1941 aus, in welchem Prag eine Million Einwohner erreicht haben wird und in welches der 180. Jahrestag der im Jahre 1791 in Prag abgehaltenen europäischen Industrieausstellung und der 50. Jahrestag der Jubiläumsausstellung vom Jahre 1891 fallen wird. Diese fünfjährige,Frist entspräche den notwendigen Vorbereitungen für ein derart großes Unternehmen. Bei angestrengter Arbeit könnten in dieser Zeit,alle notwendigen städtischen Einrichtungen vollendet sein, und zwar insbesondere: die Rekonstruktion der Stefänik-Brücke und der Bu- stLhrader Bahn, der Umbau der Filtrierstation, die Verschiebung des Wehrs in Troja in der Richtung nach Podbaba, bie* Ueberbrückung des Ma- saryk-Bahnhofs und des Nusler Tales, die Herrichtung der Ausfallskommunikationen und der Bau der Kommunikation auf den Laurenziberg, die Regulierung der Moldau oberhalb und unterhalb von Prag. Der Stadtrat empfiehlt nicht die Abhaltung einer Weltausstellung, sondern spricht sich für eine ganzstaatliche Ausstellung aus, welche die kulturelle Entwicklung, den sozialen Fortschritt und die wirtschaftliche Bedeutung der Republik innerhalb der Weltproduktion und des Welthandels dokumentieren sollte. Der Stadtrat betraut das Präsidium mit der Ausarbeitung einer Denkschrift an den Präsidenten der Republik und den Vorsitzenden der Regierung. In diesem Memorandum soll die Bedeutung der Ausstellung geschildert und auf die Notwendigkeit einer Reihe neuer städtischer Einrichtungen verwiesen werden. Die Regierung soll ersucht werden, in diesen Fragen eine Entscheidung zu troffen und alle notwendigen Vorkehrungen zum Beginn der Vorbereitungsarbeiten zu beschließen. Sollte das Jahr 1941 mit Rücksicht auf die ungewissen Verhältnisse als vorzeitig angesehen werden, soll das Jahr 1943, in welches die Vierteljahrhunderffeier des Bestandes der Republik fällt, in Erwägung gezogen werden. Diebstahl i« Tcnnioflub. Im Karolinentha- ler Tennisklub, der im Schlößchen„Heinobka" untergebracht ist, entwendeten in der Rächt auf gestern unbekannte Täter eine Zentrifugalpump« der Marke „Sigma" mit dem dazugehörigen Elektromotor im Werte von 5000 KL. Verkehrsunfälle. Der Eisenbahnangestellte Jan SerH aus Michlr, fuhr gestern nachmittags mit seinem Rade durch die Palackhstraße in Wrschowih, als ihn vor der WaldeSschen Fabrik der hinter ihm fahrende Automonteur Franz Cerny aus Straschnitz mit seinem Motorrad überholen wollte, wobei die Fahrzeuge sich ineinander verhakten und beide Fahrer zu Boden fielen. Sie wurden auf die Klinik JirLsek gebracht, ihre Verletzungen sind aber nur leichter Natur.— Der Chauffeur Jaroslaw Sykora fuhr gestern nachmittags mit feinem Personenauto P—21.988 von KrL nach Pankratz, als ihm auf dem Wege das 16jährige Lehrmädchen Marie Caslava in den Weg lief urtb zu Boden geworfen wurde. Da sie über Kopfschmerzen klagte, brachte sie der Chauffeur auf die Klinik Jirtisek, wo nur leichte Verletzungen festgestellt werden konnten. Auflassung des Postamtes Prag 46. Mit dem 20. März 1936 wird das Postamt Prag 46 in Prag 7, Skuherskeho Nr. 23-25, aufgelaffen. Vom 21. März 1936 angefangen wird mit der Bestellung der Paketsendungen im unteren Teile von Buben«! bis zur Pellestraße das Postamt Prag 14 in Prag 7, Letenskä näm. 383, betraut. Die übrigen Verrichtungen deS ausgelassenen Postamtes inklusive Rohr- postbetrieb wird das Postamt Prag 86 im Palais der Mustermesse verrichten. Vorträge Benes und das geistige Erbe Masaryks lieber dieses Thema sprach am Freitag anläßlich des Geburtstages des Präsidenten Masaryk Univer- siiätsprofeffor Dr. Oscar Kraus im Mhnensaale der Urania, dessen Podium mit den Staatsfarben und dem Bilde Masaryks geschmückt war. Der Redner ging davon aus, daß das Wirken des Masarpk- Schülers Benes ebenso wie das seines Lehrers auf philosophischer Weltanschauung fundiert sei. Benes habe selbst bekannt, daß er den Weg zu Masaruks Realismus nicht ohne Jtonflifte gefunden habe. Der Positivismus habe ihn statt beeinflußt, und erst die gründliche Auseinandersetzung mit Kant. Descartes. Hmne und Locke habe ihn jene Synthese finden lassen, die Viasaryk in seinem kritischen Realismus vorge- zeichnet hatte: die Ergänzung des nur naturwissenschaftlichen Positivismus durch die Psychologie und den in einer theistischen Religion(von der inneren Zwecknäßigkeit alles Geschehens) gipfelnden Huma- nitätsgedanken. Die Entschlüsse, die Benes als Dreißigjähriger bei Kriegsausbruch faßte, seien nach seinem eigenen Bekenntnis die praktischen Folgerungen aus jenen philosophischen Erkenntnissen gewesen. Er tat den gleichen Schritt wie Masaryk. und wenn Professor Kraus darauf hinwies, daß er selbst und sein Lehrer Brentano trotz der gleichen philosophischen Grundüberzeugung damals eine andere Einstellung zu den politischen Ereignissen hatten, so tat er das, um einmal die äußeren Einflüsse anzudeuten, denen sich auch der Philosoph schwer zu entziehen vermag, vor allem aber, um darauf hinzuweisen, daß bei Masaryk und Benes das politische Interesse stärker noch als das philosophische entwickelt war. Die Bedeutung beider als Politiker.beruhe aber auf ihrer philosophischen Weltanschauung, vor allem auf der Erkenntnis, daß der Staat als Verwirklichung ethischer Forderungen und die Demokratie als praktische Humanität zu verstehen sei. Beness Völkerbundpolitik sei eine Konsequenz aus dieser Auffassung des Staates, sowie sein Bestreben, die persönliche Freiheit mit den kollektivistischen Tendenzen in Einklang zu bringen, ein« Konsequenz aus der philosophischen Auffassung der Demokratie sei. Der Mann, der beute an der Spitze des Staates stehe, habe neben der Erkenntnis des Möglichen und der Menschenkenntnis den unerschütterlichen Charakter als Voraussetzung für den Politiker bezeichnet. Bei ihm selbst sei diese Forderung, überzeugend erfüllt, und wenn er seine politische Auffassung als nüchternen und kämpferischen Optimismus bezeichne, dann sei zu wünschen und zu hoffen, daß er diesen Optimismus in der Lösung der äußeren und inneren Probleme des Staates bestätigt sehen weiche.—eis— Kunst tmd Mssen. Richard Tauber sang an seinem zweiten Gastspielabend im Deutschen Theater den Chinesenprinzen in Lehtirs.Land de s-L ä ch e l n s". Diesmal wars ein vom Anfang an ungetrübter erlesener Genuß, der natürlich mit dem„Du bist mein ganzes Herz...." seinen Höhepunkt erreichte; und zwar fünfmal, darunter englisch, französisch und mit einer Zusatzstrophe. Den vielen Epitheta, die man Tauber neuerlich nach der„Giuditta" verleihen mußte, ist diesmal noch das entzückender Liebenswürdigkeit auch im Darstellerischen anzufügen. Das'Haus raste Beifall— einer„volksverwurzelten" Kritik wie zum Trotz. Und wir wünschten, daß der große Künstler bald wieder käme, als Jose, Cavaradossi oder einmal als Hans; und wenn schon wiederum in einer Operette, so als hier unvergessener und unvergeßlicher Barinkay.— Die Vorstellung stand übrigens auch sonst auf sehr gutem Niveau. Anny Coty hatte einen ihrer bisher besten Prager Abende, stimmlich, gesanglich und schauspielerisch; und zu ihr, zu dem ungemein sympathischen Gustl des Herrn Padlesak und dem erheiternden Obereunuchen Dörners gesellte sich gastierend Christ! H a n s h als reizende Darstellerin und Tänzerin und zudem im Besitz einer angenehm flingenden Soubrcttenstimme. l. g. Sie wollen keine Operetten mehr! Die ländlichen Besucher des O l m L tz e r Theaters haben es durchgesetzt, daß statt der bisher regelmäßigen Operettenvorstellungen an Samstagen und Sonntagen Aufführungen von Schauspielen und anderen künstlerisch werwolleren Stücken angesetzt werden. Wochenspirlplan des Renen Deutschen ThraterS. Samstag halb 8 Uhr:' A! d a, B 1.— Festvorftel- lung zugunsten der Pensionsanstalt des Deutschen Theaters, neuinszeniert.— Sonntag halb 3 Uhr: Derhei l i ge Antonius, 8 Uhr: Lhsi- st r a t a, Erstaufführung A 2.— Montag halb 8: Der Bettelstudent, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Die Frau mit den 100 Affären, Ensemblegastspiel Leopoldine Konstanten, Al.— Mittwoch halb 8: Die« r st e L e g i o n, B 1.— Donnerstag halb 8:DerRosenkavalier, neuinszeniert, CI.— Freitag halb 8: L y s i* stra t a, D 2.—■ Samstag halb 8: Lysistrata, CI.— Sonntag halb 3: Unentschuldigt« Stunde, Arbeitervorstellung, halb 7: DieWal- kür e, Gastspiel Anny Konetzni, B 2. Wochenspielpla» der Kleinen Bühne. ScnnStag halb 8:Kind im Kampf.— Sonntag 3 Uhr: Der goldene Kranz, Gastspiel Pepi Kramer-Glöckner, 8: College Crampton.— Montag 8 Uhr: DergoldeneKranz, Bankbeamte I, Gastspiel Kramer-Glöckner—Diens- tag8:College Crampton.— Mittwoch 8 Uhr: UnentschuldigteStunde, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Donnerstag halb 8: Alle Rechte Vorbehalten, Erstaufführung.— Freiwg 8: Alle Rechte Vorbehalten, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Anna sagt nein, volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8 Uhr: Die erst« Legion, 8 Uhr: Alle Rechtevorbehalten. Der Dim. Film-Aktualitäten Es ist bemerkenswert, daß es in Prag nun schon ein zwettes Kino gibt, das sein Programm nicht mit Lust-, Trauer- oder Singfpielen, sondern mit Wochenschauen und Kulturfilmen bestreitet, mit Aufnahmen also, die, ob sie nun bedeutend sind oder nicht, wenigstens Aufnahmen der Wirklichkeit sind. Daß sich zum„Kinema" nun auch noch das Bio ,Koruna" als Aktualitäten-Kino gesellt hat, beweist, daß ein immer größerer Teil der Publikums die kurzen Reportagen auf der Leinwand den Liebes- und Kriminalgeschichten vorzieht, und es ist Izu hoffen, daß das verstärkte Interesse des Publikums auch ein stärkeres Interesse der Produzenten am Wirflichkeitsfilm zur Folge haben wird. Daerste Programm des neuen Aktualitäten-Kinos „Koruna" bringt vier verschieden« Wochenschauen, eine Reportage aus Athen und je eine farbige und gezeichnete Disney-Groteske. Der Zuschauer wandert also mit den Augen durch viele Teile der Wett und manche Ereignisse der Gegenwart— vom abessinischen Krieg bis zum Münchener Karneval, bei dem, wie die(leider nur flüchtigen) Bilder zeigen, die Volksmeinung über das Hitler-Regime recht deutlich zum Ausdruck kam, am witzigsten in einem Wagen, der„Kraft durch Freude" zusammen mit dem anbefohlenen Kinderkriegen verspottete, und durch eine Gruppe von Abessiniern, die hinter dem Schilde marschierten„Wegen Abstammung zum HeereÄiienst nicht zugelasscn". Der Humor der Disney-Grotesken hat einen freundlicheren, märchenhaften Hintergrund, aber es ist erstaunlich, wie gut sich gerade dies« irreale Gattung des gezeichneten und gemalten Films mit dem realen Reportagefilm verträgt.(—eis— flua der Partei. Konstituierung der Bezirk-Vertretung. Montag um 8 Uhr im Parteiheim. VudnsnachdchUn Ortsgruppe Gross-Prag des Arbeiter-Abstinentenbundes in der Tschechoslowakischen Republik Generalversammlung am 27. März 1936 um 8 Uhr abends im Vereinshenn Prag II, Närodni tr. Rr. 4. Tagesordnung:!. Berichte, a) des Obmannes, b) des Kassiers. 2. Unsere nächsten Aufgaben. 3. Neuwahlen. Vorsitzende Maria Deutsch. 8port-5piet-Xorp«pftege 5. AtuS-KreiS.(Fußball.) Allen Bezirksund Gruppenleitern des Kreisgebietes diene zur Kenntnis, daß die Meisterschaftsspiele der 1. Klaffe mit dem 2 9. M ä r z 1936 beginnen. Die JCitidecs (ceiutde „HALLO, KINDERI“ Die Roten Falken erwarten euch zum Mummenschanz! Sir haben noch besondere Ueber- raschungen in ihrem Programm; aber im Hauptteil, der„Rosine Rollerjan rollt um dieWelt", werdet ihr selbst mitwirken können! Nur müßt ihr euch lustige und exotische Kleider ausdenken! Wir laden für Sonntag auch alle Eltern herzlichst rin! Sonntag nachmittag im Großen Saal des Odborovy düm! Freundschaft! Die Roten Falken. Genossen werden daher ersucht, die Gruppeneinteilung sofort der Kreisspielleitung zu übermitteln, da Kreisverzeichniffe angefertigt und allen Vereinen zugesandt werden. Bon feiten des Bundes ftnden Kurse statt, an denen die Fußballer zwecks Erlernung der Sondervorführung zum Bundesfest teilzunehmen haben. Der Kreisfußballertag hat beschlossen, eine Solidaritätsaktion einzuleiten, welche eö ermöglichen soll, alle arbeitslosen Fußballer unentgeltlich zum Bundesfest nach Komotau zu bringen. Dazu benötigen wir die Mitarbeit aller Funktionäre und das Verständnis unserer Sportanhänger. Nähere Mitteilungen folgen.— Die Kreisspielleitung. Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Katz im Sack." Mazda Schneider.— Adria: ,Ln den Gäßchen von Paris." M. Chevalier.— Fr.— Alfa:„Die sündigen Frauen von Boom." Regie Feyder.— Fr. — Avion:„Großfürstin und Kellner."— A.— Be- ränek:„Die Liebe der Marquise de Pompadour." — D.— Feniz:„Prinzessin Inkognito." Jeanette MacDonald.— A.— Flora:„Die Liebe der Marquise de Pompadour." Nagy.— D.— Gaumont: „Das Licht seiner Augen." Heimischer Film.— Hollywood:„Die Mädel vom Moorhof."— D.— Hvizda:„Revolution des Blutes und des Geistes." Dot. Film.— Julis:„Das Licht seiner Augen." Heimischer Film.— Kinema, B. Th.: Journale, Groteske, Reportagen. Ab halb 2 bis^7.— Koruna: Aktualitätenbühne: Journale, Groteske, Reportagen von 2 bis 10 Uhr abends. Auch für Jugendliche.— Kotva B. 36:„Das Geheimnis des versunkenen Schiffes."— R.— Lurerna:„Prinzessin Inkognito." I. MacDonald.— A.— Metro:„Me letzten Bier von Santa Cruz."— D.— Olympie:„Die Liebe der Marquise de Pompadour." Nagy.— D. — Passage:„Der Kurier des Zaren." Ad. Wohlbrück.— D.— Praha:„Das Licht seiner Augen." — Tsch.— Radio:„Peter Ibbetson." G. Cooper, —«.— Skaut:„Die Wildkatze." H. Piel.— D.— Svistozor:„Der Kurier des Zaren."— D.— Alma:„Congorilla." Dschungel-Expedition.— Baikal:„Jänosik." Regie Mac Friö.— Tsch.—, Belvedere:.Katharina— die Letzte." Franz. Gaal.— D.— Beseda:„Die Liebe der Marquis« de Pompadour." Nagy.— D.— Carlton:„Fort mit den Sorgen." Laurel und Hardy.— A.— Illusion: »Jänosik."— Tsch.— Kapitol:»Wien, du Stadt meiner Träume."— Konvitt:„Die Wildkatze."— D.— Lido II:„4% Musketiere."—D.— Louvre: „Jänoßik."— Maceska:„Jänosik."— Tsch.— Rory:„Die Liebe der Marquise de Pompadour." Nagy.— D.— Sport:.Länosik."— Tsch.— U Bejvodü:„Der rote Pimpernell."— E.— Bälde!:.Zänosik."— Tsch.— Beletrhy:.Hoheit tanzt Walzer."— D.• VERLANGEN SIE In jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER 1 Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cie., Pilsen • Ind die allerbesten! Aoglo-Elenenlar Versicherung»-Aktiengesellschaft in Wien Direktion kür die C. 8. R. in Prag General-Agentschaft Reiehenberg empfiehlt sieb zum Abschluß von Feuer-, U nfall-, Haftpflicht-,Einbruch-^Anto-,Transport-, Glas-, Zeitkarten-, Reisegepäck und Wetterversicherungen zu kulanten Preisen Bargarantiemittel in der ÖSR. 63 Millionen. 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