Nr. 127. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,80 M., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags Nummer mit Illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungs Breislifte für 1899 unter Mr. 7820 Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. 11 dojed necect an Vorwärts ঙ Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. getle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der& rpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Gonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Nr. 1508, Telegramm: Adresse: Socialdemokrat Berlin" 806 Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 3. Juni 1899. unblutige Bürgerkrieg" fraß die besten Säfte der Nation vorlage Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Feinde haben wieder einmal für uns gearbeitet. Nieder mit der Zuchthausvorlage! nicht schlechter und nicht besser als wir erwarteten. Vom nationalen Zuchthaus. auf, und die Staatsmänner sahen ein, daß es so nicht Wir wundern uns nicht bei der Rückständigkeit unseres weiter gehen könne. Im Jahre 1824 beantragte die Re- Verfassungswesens, war die Zuchthausvorlage nur die logische Mir marschieren an der Spike der gierung die Aufhebung des Zuchthausgesezes. und natürliche Konsequenz der politischen Lage und der VerCivilisation." Anfangs 1825 wurde auch wirklich mit großer Mehrheit die Aufhältnisse des Preußisch- Deutschen Reiches. Wir sind allen übrigen Völkern voran hebung beschlossen, und durch diesen Beschluß, wie Das Zuchthausgefeß wird fallen; und die Socialdemoauf dem Gebiete der Socialreform" der alte osef Hume, der Freund Robert Owens' sich fratie, deren Ausrottung es bezweckt, wird aus ihm ein Arsenal das sind die zwei stolzen Worte, die von berufenen und ausdrückte, das ,, größte Verbrechen und die größte doll wuchtiger Waffen gegen die Feinde der Freiheit und unberufenen Vertretern des seiner Bescheidenheit sich rühmen- Thorheit des Jahrhunderts" so gut es ging, aus der Arbeiterklasse sich schmieden. den deutschen Volkes in den legten legten Jahrzehnten bei der Welt geschafft. jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ausgesprochen Doch der Kapitalismus nahm seine Niederlage nicht ruhig worden sind, und die unseren Patrioten als unantastbares hin. Er bemächtigte sich der Richterbank, und suchte Evangelium gelten. noch jahrzehntelang durch alle möglichen Kniffe und Pfiffe, Die„ Köln. Volkszeitung" will, wie telegraphisch gemeldet wird, Wohlan- wir zählen heute 1899- wir stehen am die advokatischer Jesuitismus erfinden kann, das Koalitions zuverlässig aus Berlin erfahren, die Regierung bestehe auf Ende des neunzehnten Jahrhunderts und die berufenen und recht hinterrücke zu erdrosseln. Allein der gesunde Sinn der der ersten Lesung des Gesezes zum Schuße der unberufenen Vertreter des Deutschen Reiches, welches eins englischen Nation bäumte sich auf gegen diese verbrecherische Arbeitswilligen"" noch vor der Vertagung des sein soll mit dem deutschen Volt, verlangen von uns, daß Thorheit", und seit nunmehr 33 Jahren 1866 ist das Reichstages. wir mit einem Zuchthausgesetz über die Schwelle des Koalitionsrecht der englischen Arbeiter sicher gestellt. zwanzigsten Jahrhunderts schreiten und die Ausübung des Rechts, welches die Grundlage und Krone aller Socialreform ist, mit Gefängnis und Zuchthaus bestrafen sollen! Noch einmal: wir zählen heute 1899. 1899. Aehnliches ist schon gewesen. Die Weltgeschichte wiederholt sich manchmal freilich nur äußerlich, denn die Wieder holung fügt zu der alten Form stets einen neuen Inhalt hinzu, der eine spätere Wiederholung in gleicher Form un möglich macht. Das in England, auf das unsere Patrioten so mitleidig herabsehen. Und was in diesem England vor jetzt 100 Jahren ge schehen ist, das geschieht je zt, am Ende des 19. Jahrhunderts, in unserem Deutschland. Die einfache Nebeneinanderstellung der zwei Thatsachen ist die tödlichste, die zermalmendste Stritit. " Hiervon abgesehen völlige Gleichheit. " Da hilft kein Wenden und Drehen: um hundert Jahre hinter England zurück! Kein Gerede davon, die deutsche Zuchthausvorlage von anno domini 1899 sei etwas anderes als die englische Zucht hausvorlage von anno domini 1799! Sie sind beide von dem Also heut zählen wir 1899 und leben im Deutschen Reich, felben Stoff, haben beide dasselbe Ziel und haben beide das alles so herrlich erfüllt hat, was die größten und dieselben Urheber. Nur verschiedene Titel und Namen. edelſten der deutschen Dichter, Denker und Vaterlandsfreunde Statt Buchthaus heißt's dort:„ hard labour", statt Gefeß erstrebten. zum Schuß des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" wird gesagt: Springen wir hundert Jahre zurück genau hundert Bill against the Combinations of Workmen for unlawful Jahre. purposes" und die Stumme von England nannten sich Es ist 1799- und in England, dem herzlofen, Smith, Jones und wie sonst noch. eigensüchtigen, talt berechnenden England, auf das unsere deutschen Patrioten und Socialreformer so hochfinnig herabschauen. Damals freilich waren die Vorwürfe nicht un berdient. Aber es war vor hundert Jahren-1799! Der junge Ueber die Zuchthausvorlage, die dem Reichstage nun Sapitalismus, welcher mit Hilfe der Maschine und des Königs vorliegt, ist wenig zu sagen. Als der deutsche Kaiser im Dampf die alte fleinbürgerliche Gesellschafts- und Arbeits- September des vorigen Jahres ankündigte:„ Das 8uchtordnung umgestürzt hatte, wollte sich um jeden Preis bereichern, haus für den, welcher zum Streit anreizt" und da nur die Arbeit Reichtum schafft und das Kapital da wußte jeder, daß die Reichsregierung wenigstens versuchen nur durch die Ausbeutung fremder Arbeit bestehen kann, würde, das angekündigte Zuchthausgesetz durchzudrücken". so verlangte der junge, heißhungrige Rapitalismus immer War es doch im Geist des famosen beriraulichen" mehr Arbeit! Längere Arbeitszeit! Und mehr Ar- Posadowsky- Erlasses, den der Vorwärts" im Winter 1897 beiter! Außer der Männerarbeit auch Frauen und Kinder- ans Licht der Oeffentlichkeit gezogen. Der Wind aus Neunarbeit. Und der Arbeiter mit Leib und Seele dem Kapitalisten firchen wehte kräftiger. Auch die Thronrede bei Beginn der zu eigen! laufenden Reichstagssession sprach von dem Zuchthausgeseh. Die Arbeiter widersetzten sich. Sie hatten ihre Trades Aber das Zuchthausgefez kam nicht und kam nicht. Unions, hervorgegangen aus den mittelalterlichen Gesellen Monat um Monat verrann, fein Zuchthausgesetz. Herr zünften, und mit diesen Organisationen bekämpften sie die v. Posadowsky saß sichtlich auf Kohlen, oder richtiger zwischen Frauen und Kinderarbeit, bekämpften sie die Ausdehnung den zwei Stühlen des Zuchthauskurses und platonischer der Arbeitszeit von 8 auf 12, 14, 18 und mehr Stunden. Socialreform. Únd ,, König Stumm", der Vater des ZuchtDie Arbeiterorganisationen erwiesen sich dem Kapitalismus hausgesezes, das nicht kommen wollte, erlebte im Reichstag zu start der Staat, die Gesetzgebung mußte helfen. böse Stunden. Von den Socialdemokraten geschunden, von Der Moment war günstig. Der siegreiche Weltkrieg gegen die den Liberalen verhöhnt, wurde er von seinem Zivillingsbruder französische Revolution hatte das konservative Land- Magnaten im Kapitalismus, Heyl, preisgegeben und verleugnet. Nie tum zur Herrschaft gebracht und der englischen Industrie und hat ein Parlamentsmitglied so unbarmherzig Spießruten dem englischen Handel das Monopol des Weltmarktes gesichert. laufen müssen und ist so grausam abgeführt worden, Dem englischen Kapitalismus stand die ganze Welt zur Ausbeu- wie der Vater des Zuchthausgesezes. Und nie ist ein Gesetz tung offen- und auf dieser Ausbeutung beruhte die wirtschaft- so rückhaltlos, so uneingeschränkt verurteilt worden, wie das liche Prosperität Englands. So ging das englische National- ungeborene Zuchthausgefeg! interesse mit der Ausdehnung des Kapitalismus, das Interesse Aber warum tam es nicht? Der Kaiser hatte es andes Bürgertums mit dem Interesse der konservativen Land lords Hand in Hand. " gekündigt. Die Regierung fonnte doch nicht umhin, das Wort des Kaisers einzulösen. Warum tam das Buchthaus gesetz nicht? Nur die Arbeiter waren im Wege. Die Arbeiter, die nicht Sklaven, die Menschen sein und dem Arbeitgeber nur ihre Kein Zweifel in der Regierung stieß es auf Arbeitskraft und nur für bestimmte Zeit, nicht ihr ganzes Wesen Opposition. Ein Zuchthausgesetz gegen das Koalitionsrecht nnd Ich verkaufen wollten die Arbeiter und ihr Koalitions anno domini 1899 das ist nichts Leichtes, wenn man recht: die mittels des Koalitionsrechts organi- Kulturstaat sein und in der Welt eine Rolle spielen will. sierten Gewerkschaften. Genug, das Zuchthausgeseh kam nicht. Und Optimisten Die Gewerkschaften und das Koalitionsrecht mußten zer- bildeten sich schon ein, die bessere Einsicht habe gesiegt, und schmettert" werden. das Zuchthausgeset sei in den Ortus gewandert. Das Parlament, von den kapitalistischen Ausbeutern ge- Es gehörte viel Optimismus dazu ein wunderbares Verdrängt, beschloß die Anti- Combination- Laws- welches der trauen in die Staatsmänner", welche die deutsche Regierung englische Name ist für Zuchthausgeset. Das bilden, und in das deutsche Regierungssystem und Regiment. Roalitionsrecht, welches ein ,, natürliches Recht der Aber gewisse Leute werden nicht alle. Und so schrieb noch Arbeiter" ist, so lautete damals die Formel vorgestern ein fortschrittliches Blatt: das Ausbleiben der Bucht soll den Arbeitern nicht geraubt werden beileibe nicht! hausvorlage sei eine persönliche Niederlage des Kaisers. Bloß dem Mißbrauch soll gesteuert werden"! Wer in die Und gestern war die Zuchthausvorlage da. Für alle Freiheit eines anderen Arbeiters eingreift, einen Arbeits- Parteien eine Ueberraschung außer für die Socialdemo willigen irgend in seiner Arbeitswilligkeit irre machen will- fratie, die ihre Feinde kennt. Für alle Parteien eine Verund wer zu einem Streit anreizt, kommt ins Buchthaus- legenheit, außer für die Socialdemokratie, der die Verzeihung, ins Gefängnis mit harter Arbeit", was ungefähr Buchthausvorlage alle noch nicht zur Erkenntnis gelangten das nämliche ist wie unser deutsches Zuchthaus. Arbeiter Deutschlands unter die rote Fahne führt. Das Gesetz wurde beschlossen im Jahre 1799- bor jegt Ein Verlegenheits- Produtt diese Zuchthaus. hundert Jahren. vorlage. Heimlich, unter Beobachtung der komischsten VorsichtsDie englischen Arbeiter nahmen den Kampf auf. maßregeln wurde die Zuchthaus- Vorlage ausgearbeitet. So Sie ließen sich durch das Gesez nicht hindern, ihr Natur- verfährt man nicht mit einem Wert, auf das man stolz ist. recht und ihr Menschenrecht zu verteidigen. Der Kampf Und da faselt die Kreuz- Zeitung", wir seien durch die dauerte ein Vierteljahrhundert- bis zum Jahr 1824. Buchthausvorlage unangenehm überrascht" worden, denn die Menschenopfer unerhört". Tausende von ehrlichen Arbeitern Zuchthausvorlage sei gar keine Zuchthausvorlage, sondern waren dem Zuchthaus verfallen, tausende und zehntausende von eine recht vernünftige und humane Gefängnisvorlage, Familien und Existenzen zerstört. Aber die Arbeiter, gestügt gegen die wir selbst au fond nichts einwenden tönnten. Man auf ihr gutes Recht, troßten allen Verfolgungen und verschone uns mit solchen Kindereien die Sache und die England war am Rande des Untergangs. Der Zeit sind zu ernst. Die Zuchthausvorlage ist die Buchthaus. * " Preßstimmen über die Zuchthausvorlage. Zustimmung seitens der konservativen, Ablehnung seitens der linisfreisinnigen Presse war zu erwarten. Für die konservative preffe bemerkenswert ist nur, daß sie die Vorlage als eine sehr gemäßigte" bezeichnet. Die um Stumm würden allerdings auch mit mit der Annahme solcher Vorlage nicht am Ende ihrer Siele angelangt sein: am liebsten wäre ihnen alljährlich wenigstens ein Umsturz-, ein Ausnahme-, ein Zuchthausgeset. Mit den vor Klassenegoismus Tollen läßt sich nicht reden. liberalen und der Centrumspresse entgegensehen. Ins Am gespanntesten durfte man der Beurteilung der nationalbesondere die nationalliberale Preffe feiert Orgien der Luft ob des lieblichen Geschents, das die Regierung ihren kapitalistischen Freunden darbietet. Die Rechte der Partei, der auch Freiherr e yl zu Herrnsheim zugehört, empfängt jubelnd die Zuchthausvorlage. " Die Köln. 8tg." erweist sich als verhärtetstes Ausbeuter organ, von dem ein v. Stumm noch etwas lernen tann: " Die vorhandenen Strafgeseze reichen zum Schuße der Arbeitswilligen nicht aus, und der Kaiser hatte zweifellos das Richtige getroffen, als er eine Beseitigung dieser Rechtslücke forderte. Der jetzt vorliegende Wortlaut des Gejezzentwurfs scheint im großen und ganzen dieser Aufgabe in einer befriedi genden und wirksamen Weise zu genügen. Einzelne Bestimmungen mögen abänderungsbedürftig sein. In dieser Hinsicht behalten wir uns eine genauere Nachprüfung vor, aber schon jetzt fönnen wir sagen, daß die Vorlage das wichtige Recht der Koalitionsfreiheit weder den Gewerbetreibenden noch den gewerblichen Arbeitern schmälert. Mit besonderer Genugthuung be grüßen wir die neuen Bestimmungen, welche sich gegen die gewerbsmäßigen Agitatoren und Hezer in einem Arbeitskampfe richten. Sie tragen nicht selten die Unzufriedenheit in eine ruhige Arbeiterbevölkerung von außen her hinein, sie stacheln recht oft zu Ausschreitungen auf, sie leben davon, daß die Ausstände recht lange und recht erbittert ges führt werden. Nicht minder halten wir es für eine wesent liche Verbesserung des jeßigen Rechtszustandes, daß den am meisten beliebten Einschüchterungsversuchen in der Form des Posten stehens wirksamer als bisher entgegengetreten wird.... Im großen Ganzen können wir hiernach unser Urteil dahin zusammenfassen, daß der Gefeßentwurf, der ja wohl kaum noch in dieser Tagung zur Verhandlung kommen wird, in der vorliegenden Form eine brauchbare und willkommene Grundlage zur Verbesserung des socialpolitischen Friedens und zur Erhöhung des berechtigten Schutzes der Arbeitswilligen bildet." Auch die National 8eitung", die den linken Flügel der nationalliberalen Partei vertritt, fällt, wenn auch in vorsichtigeren Formen, ein ähnliches Urteil über die Vorlage. Sie hat an einigen Paragraphen einiges zu mäkeln, aber im allgemeinen hält sie die Vorlage für durchaus diskutierbar. Auf einige Bes merkungen des Blattes gegen unseren gestrigen Leiter gehen wir noch gelegentlich ein. Nicht viel anders, nur zum Teil noch unschlüssig, spricht sich die übrige nationalliberale Breffe aus. Die Centrumspreffe, die Blätter der ausschlaggebenden Partei, wollen noch kein endgültiges Urteil fällen, erklären aber der Vorlage abgeneigt zu sein. Die Kölnische Voltszeitung" führt aus: Eine Ueberraschung bietet der Entwurf insofern, als er gleichmäßig gegen Arbeitgeber wie gegen Arbeits nehmer fich richtet und unter gewissen Voraussetzungen die Arbeiteraussperrung ebenso bedroht, wie den Arbeiterausstand.... Nur die Centrumspresse hat von vornherein betont, daß wenn überhaupt der§ 153 der Reichs- GewerbeOrdnung einer strafrechtlichen Ergänzung bezw. Verschärfung bedürfe, selbstverständlich in gleicher Weise terroristische Ausschreitungen der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer getroffen werden müßten. Wir brauchen nicht hinzuzufügen, daß damit durchaus keine Buftimmung zu dem vorliegenden Entwurfe ausgesprochen werden soll. Principiell find Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Borlage gleichgestellt, praktisch würde die Sache sich wohl anders stellen, ohne daß damit den Gerichten Parteilichkeit zu Gunsten der Arbeitgeber, Vorurteil zu Ungunsten der Arbeiter vorgeworfen werden soll. Aber die Partie steht nach Lage der Verhältnisse von vornherein ungleich, was noch näher auszuführen sein wird. Das 8uchthaus, welches der in Aussicht gestellten Vorlage im Voltsmunde den Namen gegeben hat, erscheint nur in einem Paragraphen und in einer ganz anderen Verbindung, als seiner Zeit angekündigt wurde. Das war zu erwarten. Die Konstruktion dieses Paragraphen hat augenscheinlich besondere Schwierigkeiten verursacht. Damit soll wieder nicht gesagt sein, daß die strafrechtliche Konstruktion der mit Buchthaus bedrohten Thathandlung eine gelungene, haltbare fei. Bielmehr drängen sich Das Hohelied der Arbeitswilligkeit. " auf den ersten Blick schwere Bedenken gegen die ganze Bestimmung| geheimnisvoll betriebene Aktion auch jezt ohne Aufklärung Die Nachricht von der Verhaftung du Path de Clams wurde auf, welche in etwa nach der Analogie des Dynamitgefeßes verfaßt über die näheren Umstände und den Kostenbetrag mitteilt. gegen Mitternacht bekannt und verbreitete sich schnell auf den Boulezu sein scheint. Es ist nicht abzusehen, welchen besonderen Wert der Besiz vards, wo infolge der zu Ehren Marchands veranstalteten KundDie Würdigung der Einzelbestimmungen muß näherer gebungen eine zahlreiche Menschenmenge versammelt war. Bath Prüfung vorbehalten bleiben. Die Vorfrage wird die sein, ob dieser Inseln für das Deutsche Reich haben soll. Der deutsche de Clam wurde in dem Gefängnis Cherche- Midi in derselben überhaupt ein Bedürfnis zum Ersaß des§ 153 der Gewerbe- Handel hat völlige Freiheit der Entwicklung daselbst und der Belle untergebracht, welche früher Dreyfus und Picquart innehatten. Mehrere radikale Organe verzeichnen bas Gerücht, auch Ordnung durch ein derartiges Separat- und Strafgesez vorliegt." Besiz dürfte höchstens die Möglichkeit internationaler VerwickDas führende Blatt des linksgeneigten rheinischen Centrums lungen steigern.andere Offiziere, insbesondere General Mercier, von Maßfindet also in der Vorlage gewisse Bedenken, aber auch gewisse Vorregelungen betroffen werden würden. Allgemein verlautet, daß züge. Es behält sich alles vor und die öffentliche Meinung bleibt du Path de Clam wegen Fälschung vor ein Kriegsgericht gestellt im Zweifel, wohin schließlich die Centrumsfahne sich drehen wird. werden würde. Wir haben alle Veranlassung, die Saltung des Centrums Die Zuchthausvorlage will zwar den Anschein erweden, Das Echo de Paris" will wissen, General Gallifet habe dem zur Zuchthausvorlage mit großem Mißtrauen zu verfolgen. als ob sie das Koalitionsrecht achte und als ob sie jeglichen General Burlinden ein Gesuch um vorläufige Freilaffung Bicquarts Denn auch die„ Germania", obschon sie die Vorlage in ihrer Personenkreis- Unternehmer wie Arbeiter, Organisierte wie überreicht. jezigen Form zurückweist, hält sich nach Centrumsart alle hore Nichtorganisierte mit gleichem Maße messe und lediglich die Petite République" verzeichnet ein Gerücht, du Path de Clam offen: Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit hindere. Aber nur habe furz nach seiner Verhaftung einen Selbstmordversuch gemacht. " Indem wir uns eine eingehende Besprechung dieser Vorlage zu deutlich verrät die Begründung" der Vorlage die wirt Dies Gerücht hat sich bisher nicht bestätigt. vorbehalten, müssen wir uns an dieser Stelle auf die furze Be- lichen Gedanken und Absichten ihrer Urheber. Paris, 2. Juni. Du Path de Clam wurde unter der. An merkung beschränken, daß der Versuch der Begründung ein Ein einziger Sag der Motive genügt, um den Ungeist, huldigung der Fälschung und der Benuzung von Bedürfnis für ein solches Gesez nachzuweisen, vollständig mißlungen ist, daß der Gesezentwurf in unzulässiger Weise aus dem die Vorlage geboren ist, zu erkennen. Es wird da Fälschungen verhaftet. Seine Verhaftung wurde gestern nachmittag vom das Koalitionsrecht der Arbeiter beschränkt, bom Terrorismus" der Streifenden gesprochen, die den Ar- Kriegsminister Kranz in llebereinstimmung mit dem Minister wenngleich die Bezeichung Buchthausvorlage" nicht darauf ange beitswilligen die Möglichkeit rauben, nach eigener Ent- präsidenten Dupuy beschlossen. Es ist noch unbekannt, ob du Arbeitstrait wendet werden kann, und daß verschiedene Bestimmungen die schwersten schließung ihre Arbeitskraft zu verwerten". Hier fährt die Path de Clam vor einen Untersuchungsrat oder vor ein Kriegsgericht verwiefen wird. Seine Berhaftung ist keineswegs eine Folge Bedenken hervorrufen und die Vorlage in dieser Form und Begründung also fort: feines Briefes, den er an den Kriegsminister Kranz gerichtet hat, Faffung uuannehmbar machen, wenngleich nicht alle Vor- Dies ist um so bedenklicher, als es fich gerade bei den denn dieser Brief war gestern abend noch nicht in den Besitz des schläge, namentlich soweit fie fich auf eine paritätische Be- Arbeitswilligen um ruhige, in die Staats- und Kriegsministers gelangt. Das Gerücht bezüglich der Verhaftung des handlung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beziehen, rund- Rechtsordnung sich schidende, für den Staat be: Generals Mercier ist unbegründet. Ebenso ist es unrichtig, daß der weg abzuweisen sind. Es ist übrigens ausgeschlossen, daß diese fonders nütliche Elemente handelt, welche in ihren mit den Militärgouverneur von Paris sich mit der vorläufigen Freilassung Vorlage noch in der gegenwärtigen Seffion des Reichstages, bezw. Staatsinteressen zusammenfallenden persönlichen Interessen Picquarts befaßt habe. vor der Vertagung desselben erledigt werden kann." wirksam zu schüßen eine wichtige und dringliche Aufgabe der der Angelegenheit aus Staatsgewalt ist." Paris terankfurter Zeitung" wird in bas ariegsgericht. Dieser eine Saz erschließt alle Herzensgeheimnisse der Die Regierung nimmt teine Interpellation des Parlaments Posadowsky- Regierung, die fich arbeiterfeindlicher offenbart, vor der Publikation des Urteils des Kaffationshofes an. als je eine deutsche Regierung war, das Bismarcksche Regiment eingeschlossen. " Streikposten. 9100 " " * Follo " this Die Vossische Beitung" legt mit Recht besonderes Gewicht auf den§ 4 Abs. 2 des Gesezentwurfs, der das Streitposten Paris, 2. Juni. Der Kasiation shof ist heute zu einer stehen strafbar macht: „ Es kommt uns das so bor, als ob jemand, dem die be Wer ist der Arbeitswillige"? Es ist nicht nur der willige geheimen Sigung aufammengetreten. Die Beratungen dürften stehenden Diebstahlsstrafen nicht ausreichend erscheinen, um Dieb: Sklave des Unternehmers, der sich nach dessen Lust und Laune hauptsächlich wegen Feststellung der Urteilsgründe längere Zeit in stähle zu verhindern, eine neue Bestimmung des Juhalts vor- behandeln und bis auf die Knochen ausbeuten läßt. Es ist häufig Anspruch nehmen. Die Fällung des Urteils wird früheſtens morgen Sonnabend erfolgen. schlüge: Der rechtswidrigen Aneignung wird es gleichgestellt, wenn der rückständige Arbeiter, der bewußt das Streben seiner jemand Sachen, die in Schaufenstern ausgestellt sind, mit begehr- Arbeitsbrüder nach besseren Arbeitsbedingungen, nach höherer Zu Déroulèdes Freisprechung schreibt uns unser Pariser lichen Blicken betrachtet. Die bloße Beobachtung, die mit keinem Lebensart stört und erfolglos macht. Wo immer Arbeiter den Ver- Korrespondent vom Donnerstag: Worte, teiner Geberde verbunden ist, wird für eine Drohung und fuch wagen, einen größeren Anteil an dem Erzeugnis, das sie in Die enthusiastische und prätorianische Zeugenaussage" somit für eine strafbare Handlung erklärt..... Das Bostenstehen hat den Zwed, den zuziehenden Arbeitern schwerer Arbeit geschaffen, zu gewinnen, antwortet der des Generals Hervé zu Gunsten Déroulédes hatte ein lehrdie Mitteilung zu machen, daß hier ein Ausstand vorhanden sei, Kapitalist, indem er rückständige Elemente der Arbeiter- reiches Nachspiel. Die Regierung begnügte sich mit einer nachträgund allerdings auch sie zu überreden, diesen Ausstand nicht zu bevölkerung mit gleißnerischen und später schnell gebrochenen lichen jefuitischen Abschwächung der Aussage seitens des Generals, brechen. Erkennt es einmal das Gesetz als erlaubt an, Versprechungen herbeizieht, indem er seinen Patriotismus durch der zugleich schriftlich versichert, die That Déroulèdes„ bedauert" zu Daß Arbeiter unter einander die Verabredung treffen, die Waffenzuzug billiger Hände aus Böhmen, Italien, Polen, baben. Es iſt aber aus dem Schriftstück nicht zu ersehen, ob das Bedauern" sich nicht einzig auf das Miklingen des Putsches Arbeit einzustellen, fo muß es auch erlaubt sein, jeder- Rußland bewährt. Diesen Billigen und Willigen freilich bezieht. Der General findet tein Wort der Treue für die Republik. mann und vor allen Dingen diejenigen, die es angeht, ist zum Leidwesen der Unternehmer auch unter ihnen bereits Die socialistischen Interpellanten haben die unter von dieser Verabredung in Kenntnis zu seßen. Tegen. Erkennt eine bessere Erkenntnis erwacht darf man verzeihen, denn sie diesen Umständen aussichtslose Interpellation zurückgezogen. es das Gesetz als erlaubt alt, daß in großen Verfammlungen einer oder einige alle übrigen zur Einstellung der wissen es nicht besser, und es gereicht ihnen zur Entschuldigung Von den politischen Verfolgungen in Rußland. Arbeit überreden, so muß es auch erlaubt sein, diese Ueberredung die Not ihres Lebens, der Hunger der Familie; ihr Am 18. Mai sind in Odessa neue Maffenverhaftungen vor auszudehnen auf diejenigen, die erst jetzt geneigt sind, in das verwerfliches Treiben selbst aber bleibt bestehen. Weit Arbeitsverhältnis einzutreten. Ein Arbeitsausstand bricht oft sehr verwerflicher sind aber jene Individuen, die nur genommen worden und bis zur letzten Zeit haben in dieser Stadt plöglich herein; es liegt alsdann ein berechtigtes Interesse vor, darauf warten, daß der Ausstand ihrer Arbeitskollegen jede Nacht Haussuchungen stattgefunden ihn so schnell wie möglich allen denjenigen bekannt zu machen, die ihnen Gelegenheit giebt zu höheren Löhnen, wenn auch nur ein Intereſſe daran haben, von ihm zu wissen. Und dazu ist das auf kurze Zeit; denn diesen im Hinterhalt lauernden Leuten Verdächtigen wurden Haussuchungen abgehalten. In Nischny Nowgorod ist der Soldat Leo Goldmann, Daß der Arbeitswillige fich eingeschüchtert steht, wenn er seine zahlt der Unternehmer gern mehr als den Betrag, den er den welcher früher in Wilna Schlosser war, verhaftet worden. Ausständigen verweigert. Arbeitswilligkeit nur überwacht, das heißt, von andern beobachtet sieht, ist eine Behauptung, für welche uns jedes Verständnis abgeht. Man fönnte ebenso gut sagen, daß der im Ausstande begriffene Arbeiter, der doch auch sein gutes Recht ausübt, ein geschüchtert wird, wenn er sieht, daß ein anderer bereit ist, sofort feine Stelle einzunehmen. Es liegt der Vorschrift die durch und durch unhaltbare Vorstellung zu Grunde, daß der im Ausstand befindliche Arbeiter ein politisch und sittlich bedenklicher Staatsbürger fei." Ausstellen von Posten oft das einzige Mittel. Unsere Parteipresse. Aus unserer Parteipresse liegen uns vorläufig nur zwei Aeußerungen vor. Das hamburger Echo" sagt: " mit Diese Elemente feiert die Regierung als besonders nüßliche Elemente". Mit ihren persönlichen Interessen sollen die Staatsinteressen zusammenfallen. bei allen Der Aufschwung der Arbeiterbewegung in Westrußland hat die Regierung bewogen, in Minst außer der Gendarmerieverwaltung noch eine specielle Sicherheitsabteilung der allgemeinen Bolizei zu errichten. Bisher bestanden solche Sicherheitsabteilungen mur in Niemals ist mit so ungeschminkter Offenherzigkeit das Be den größten Städten Rußlands, wie Petersburg und Mostau. kenntnis abgelegt worden, daß der heutige Staat dieselben Ende April- unmittelbar vor dem 1. Mai wurden in Interessen habe wie die Unternehmerklasse und die entgegen- Moskau- unter der Anklage, sich an der Arbeiterbewegung ber gesezten wie die Arbeiterklasse. Ja nicht nur mit den Inter- teiligt zu haben verhaftet die" Intelligenten" Olga Smedowitsch, Lutaschewitsch und Anatoli" Lunotschersky( der lettere wurde effen der Unternehmerklasse stellt die Zuchthausvorlage die nach 14 Tagen entlassen) und die Arbeiter Scheftatoff, Nikolajeff und Staatsinteressen gleich, sondern mit den Interessen des noch einige. Die jüdische Arbeiterin Merl, welche im Herbst des niedrigsten Abhubs dieser Unternehmerklasse. vorigen Jahres verhaftet wurde, weil sie in der geheimen jüdischen Unter Mithilfe und wohlwollender Zustimmung der Re- Druckerei in Bobruist gearbeitet hatte, die sich seit dem im Moskauer Wenn man sich den Inhalt des Gejegentwurfs genau anfieht, gierung tagte kürzlich der Rongreß für Bekämpfung Gefängnis befand, ist dort irrfinnig geworden darauf so muß es wahrhaft verblüffend wirken, wenn in der Beber Zuberkuloje. Dort wurde von zahlreichen Autoritäten wurde die Unglückliche aus dem Gefängnis entlaffen. od dis Der Moskauer Gendarmerie- Offizier Tschernopjutoff, welcher das gründung fühn behauptet wird, das Koalitionsrecht solle der medizinischen Wissenschaft nachgewiesen, daß die sociale von den eine Verwandten für die politischen Gefangenen nicht geschmälert werden. Der Gesezentwurf könnte Lage, die eberarbeit, die Unterernährung, Geld in Recht den Titel führen: gelieferte hat sich erschossen. Gefes zur Gefährdung die unmenschlichen Wohnungsverhältnisse, die Bald darauf wurden diese Verwandten von der Gendarmerie Empfang nahm, der persönlichen Sicherheit und Freiheit der Arbeiter. Der Entwurf hätte sich deutlicher ausgedrückt, wenn eigentlichen Ursachen bilden für die entsetzlichen Verheerungen der verwaltung aufgefordert, sämtliche Quittungen, welche sie fiber er gesagt hätte: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre wird be- Volksgesundheit durch den Tuberkelbacillus und für die die von ihnen für die Gefangenen gebrachten Gelder bekommen Die Verwandten, welche diese Aufforderung straft, wer Arbeiter auffordert zu gemeinsamem Handeln zur Er- wider natürlich frühe Sterblichkeit in den hatten, vorzuzeigen. reichung befferer Arbeits- und Lohnbedingungen oder zur Teil- Arbeiterfamilien. Und wenige Tage später erklärt dieselbe sofort in Busammenhang mit dem Selbstmord des Offiziers brachten, nahme an einem Berein, welcher den 8wed hat, die Lage der Ar- Regierung die Harmonie des Staatsinteresses und der persön- suchten sofort die Angelegenheit aufzuklären und ihre Befragungen beiter zu verbessern." lichen Intereffen der Arbeitswilligen", welche denjenigen, die der Inhaftierten ergaben, daß Tschernopjutoff viele Gelder unter Erft als die Verwandten mangelhafter Nahrung zur Folge hatte. Wird der Entwurf Gesez, so können sich die Arbeiter auf Rüden fallen. So wird das Fortbestehen der Ueberarbeit, der Inhaftierten von der Gendarmerieverwaltung die unterschlagenen Wird der Entwurf Gesetz, so tönnen sich die Arbeiter auf jene Ursachen zu beseitigen sich zusammenscharten, in den schlagen hat, was Erkrankungen unter den Gefangenen infolge hübsche Leistungen deutscher Justiz gefaßt machen Arbeiter werden mit wuchtiger Stimme ihren Proteft hinaus der Unterernährung, des Wohnungselends, der Schwind- Gelder zurückforderten, belamen sie die Summen, über welche sie schreien ins Land, daß es den Regierungen gellend in den Ohren fuchtsfeuche als höchftes Staatsinteresse proklamiert! noch Quittungen hatten, zurüd, die Gelder, über welche die Quittungen nicht aufbewahrt waren, wurden ihnen nicht zurüc dröhnt und die Volksvertreter nicht wagen werden, den Arbeitern erstattet. ihr wertvollstes unentbehrliches Recht, das Koalitionsrecht, zu nehmen. Der Entwurf ist ein unerhörtes Attentat auf dieses on Der Schluß des Artikels lautet: Aber die gise Wer ist der Schöpfer des Deutschen Reichs? Recht. Und millionenfach wird der flammende Protest der Arbeiter der diffstaufe in Stiel, bas ausschließliche Verdienst für Bilhelm I., Der jezige deutsche Kaiser hat wiederholt, und auch gestern bei gegen diesen Angriff auf ihr Recht ertönen." Die Bremer Bürgerzeitung" schließt ihre vorläufige den er den Großen zu nennen liebt, in Anspruch genommen. Bie Meldung mit folgenden Säßen: die Boffische Zeitung" wohl mit Recht meint, richtet sich diese scharfe Hervorhebung der Person des Kaisers Wilhelm I. gegen die Behauptung eines Teils der Presse und einer Reihe Schriftsteller", das ausschließliche Verdienst falle dem Fürsten Bismard zu. " Ob Monate heißen Kampfes stehen jetzt dem deutschen Proletariat bevor. Die Vorlage wird die Maffen bis zum Grunde aufwählen. Die Stumm und Konsorten werden heute voll Jubels sein. aber dieser Jubel anhält, wenn sie die gewaltige Bewegung sehen, die das Volk, das um sein heiligstes Recht, ein Recht des Kultur fortschritts kämpft, ergreifen wird, das steht dahin. Jezt, ihr Proletarier, von den Schanzen hinunter ins freie Feld! Eine Sommerschlacht der Freiheit gilt es zu schlagen! Politische Neberlicht. अण Neue deutsche Kolonien. Berlin, den 2. Juni. 3 Aus Madrid wird telegraphiert: Die Thronrede zur heutigen Eröffnung der Cortes enthält folgenden Passus: - biton Deutsches Reich. dank Vernünftiges aus dem Kultusministerium. o Das Kultusministerium hat eine an die föniglichen Regierungen gerichtete Verfügung über das Prügeln in der Schule erlaffen, die gerade jetzt, wo so vielfach über Prügelpädagogen ge Die geschichtliche Wahrheit liegt weder auf der einen noch tlagt wird, sehr am Blaze und die der Zustimmung aller vernünftig auf der anderen Seite. Dem Gedanken eines geeinten Deutsch denkenden Staatsbürger sicher ist. Die Verfügung lautet: land war der Prinz von Preußen, spätere Kaiser Wilhelm ebenso„ Die Schulaufsichts- Behörden haben sich, wie ich gern anerkenne, feindlich, wie Fürst Bismard. Beide erstrebten nur ein verftets angelegen sein lassen, darauf hinzuweisen, daß Ueberschreitungen größertes Preußen. Und selbst in seinem jezigen Umfang, des Büchtigungsrechtes in den Schulen vermieden werden, und wo das Deutsche Reich thatsächlich nur ein vergrößertes Preußen nach hierüber angestellten Ermittelungen sind auch erfreulicherist, erschien es beiben als ein sehr gefährliches Experiment, dem sie weise selten wegen Mißbrauchs des Büchtigungsrechts gerichtliche oder nur widerwillig, unter dem Drud der Ereignisse Disciplinarstrafen gegen den Lehrer zu verhängen gewesen. Einige austimmten, weil sie mußten. 916 id ge in neuerer Beit borgelommene Fälle von AusIn Bezug auf diesen Punkt läßt das Tagebuch Kaiser Friedrichs fchreitungen bei Bestrafung von Schulkindern geben mir jedoch nicht den leisesten 8weifel. Uebrigens ist das Deutsche Reich Anlaß, die Aufmerksamkeit der Schulaufsichtsbehörden aufs neue auf ja auch etwas ganz anderes geworden, als die„ Reichsgründer" be diesen Gegenstand zu richten, damit in jeder möglichen Weise derabsichtigt haben. artige Ausschreitungen verhütet werden. Die Befugnis der Lehrer, Der Schöpfer des Deutschen Reichs ist und bleibt das deutsche erforderlichenfalls auch förperliche Strafen anzuwenden, soll nicht Volt; und wenn aus dem großpreußischen Junkerreich sich allmählich bestritten werden. Aber es wird aufs neue nachdrücklich einein wirklich Deutsches Reich entwickelt, so wird auch dies einzig zuschärfen sein, daß Züchtigungen nur im äußersten Falle, und allein das Verdienst des deutschen Bolles sein wenn andere Disciplinarmittel nicht fruchtet haben oder bei besonders schweren Vergehungen, Infolge der parlamentarischen Schwierigkeiten und bes and spounds Nomerfolgen dürfen erfolgen dürfen und daß sie auch dann selbstverständlich Kabinetswechsels hat die Regentin den Friedensvertrag gemäß dini Das Strafgerichtl Artikel 54 der Verfassung ratifiziert. Das vorige Kabinett scheint nun über die Fälscherbande in Frankreich hereinzubrechen. niemals irgendwie in Mikhandlungen ausarten oder der Ge ist der Ansicht gewesen, es sei nicht ratsam für Spanien, Am Donnerstagabend ist der Major du Path de Glam verhaftet fundheit der Kinder auch nur auf entfernte Art schädlich werden Es ist weiter aufs neue ernstlich daran zu mahnen, daß, wenn die Karolinen, die Palao- Inseln und die Spanien noch ver- und in das Gefängnis Cherche- Midi übergeführt worden. In ihm ist dürfen, sondern stets in maßvoller Weise auszuführen sind. bliebenen Marianen- Inseln zu behalten; es ist deshalb ein einer der Hauptfälscher gefaßt und er war es, der durch allerlei auch ein dünnes Stödchen oder eine Rute beim Züchtigen benutzt romanhafte Kniffe den Kapitän Dreyfus zu verblüffen suchte, um werden dürfen, die Verwendung anderer Werkzeuge, wie z. B. eines Abkommen mit dem Deutschen Kaiser unterzeichnet worden, ihn dann dem Kriegsgericht ans Messer zu liefern. pipe Lineals oder eines Beige stodes, ferner das Schlagen mit nach welchem diese Inseln an Deutschland abgetreten werden. Bath be Clam hatte die Frechheit, vor seiner Verhaftung noch Büchern, das Schlagen mit der hand ins Gesicht oder an den Kopf, das Stoßen auf Brust oder Rüden oder andere einen Brief an den Kriegsminister zu richten, in dem es heißt, er Der betreffende Gefeßentwurf wird den Cortes sofort zugehen. Es ist selbstverständlich, daß das Abkommen, das der du Path- protestiere gegen die Angriffe, deren Opfer Rörperteile, bas 8ausen an den Haaren oder Ohren, das Kaiser geschlossen hat, der Genehmigung des Reichstage be- er feit zwei Jahren besonders von seiten des Kapitans Guignet sei gewaltsame Herren und Schütteln der Kinder und ähnliches die und auf welche fich Ballot- Beaupré, Manau und Mornard ftüßten, Lehrer ftraffällig macht und daß ebenso die unbegründete, darf. Umsonst werden die Spanier uns die ihnen wertlos um gegen ihn die schlimmsten Anschuldigungen zu schleudern. Du leichtfertige oder gar gewohnheitsmäßige Ausgewordenen Inseln nicht verehren. Der Reichstag aber hat Bath verlangt als fein Recht die Ermächtigung zur Berfolgung feiner übung von Büchtigungen, sowie die Anwendung förperlicher Strafen die Mittel zu bewilligen, die zu diesem Ankauf nötig find. Berleumder oder die Gunst, von irgend einem Gerichtshof abgeurteilt bei schwachen Leistungen, geringer Begabung oder nicht erheblichen Bergehungen der Kinder unbedingt zu ahnden tft. Es ist auffällig, daß das offiziöse Telegraphenbureau die so au werben. 1 Um Berfehlungeir M Züchtigungen thunlichst zu verhüten, i'ind in Schulen, welche unter einem Rektor oder Houptlehrer stehen, körperliche Strafen nur unter Zustimmung des Leiters d e r Sch u I e anzuwenden; in den anderen Schulen ist die Zu- r stimmung des S chulinspektors einzuholen; wo dies durch die örtlichen' Verhältnisse erschlvert oder verhindert wird, ist alsbald nach Anwendung oer Strafe über Grund und Art der Züchtigung dem SchulinspeUor Anzeige zu erstatten. Junge, noch provisorisch be- fchäftigte Lehrer sind, gemäß der hierüber erlassenen Anordnung, tlrmilichst nicht als alleinstehende Lehrer einzustellen; jedenfalls ist ihnen die selbständige Anwedung lörperlicherZüchti- gungen nicht zu gestatten. Vor allem abp: werden Ueberschreitung des Züchtigungsrechts und ungehörige Anwendung körperlicher Strafen vermieden werden, wenn die Lehrpersonen ihre Aufgabe in unterrichtlicher und erziehlicherHinsicht richtig auffassen und erfüllen und bei Ausübung der Schulzucht den Grundsatz festhalten, körperliche Züchtigungen— von schweren, ohne Zweifel sebr seltenen Ver- geHungen abgesehen— überhaupt nicht anzuwenden. Die Schuljugend soll gewiß in fester Zucht und Ordnung erzogen und erhalten werden. Die Bedingungen hierfür sind aber nicht in den körperlichen Straf e n zu suchen, sondern in der ganzen Persönlichkeit und An, tsführung des Lehrers, in seiner erziehlichen Einwirkung auf die Kinder, in seiner UMerrichtsweise, in der Erhaltung guter äußerer Schulordnung. Wo. der religiös sittliche Charakter des Lehrers, seine gewissenhafte Pflichterfüllung, seine ernste und zugleich liebevolle Behandlung der Kinder, sein gediegener Unterricht die Schuljugend mit Achtung und Liebe gegen den Lehrer erfüllen, da fällt erfahrungsgemäß— von den seltenen Ausnahmen entarteter Rinder abgesehen— der Anlaß zu Züchtigungen fort, wie umgekehrt erfahrnngS- gemäß in Schulen, in denen viel gestraft wird, der Grund dafür in der Regel darin zu suchen ist, daß in dem Verhalten und der Amtsführung des Lehrers, in seiner unterrichtlichen und er- ziehlichen Thätigkeit erhebliche Mängel zu finden sind." Möchten alle Lehrer diese vernünftigen Worte beherzigen. Socialdemokratische Provokationen. Unter diesem Titel schreiben Berliner reaktionäre Blätter, wie die„Kreuz-Zeitung" und die.Post": Ein Zeichen ungeheurer— allerdings von bürgerlich-demokratischer Seite genährter— Ueber- . Hebung und der in der Socialdemokratie bestehenden Absicht, die Polizei zu provozieren, ist nachstehende Aufforderung der Königs- berger.Volkstribüne": .Unser Vorschlag"— so heißt es dort—„geht nun dahin, daß organisierte Arbeiter im Laufe des Sommers recht häufig Ausflüge unternehmen, die sie natürlich vorher gehörig bekannt zu machen haben. Eine_ gemeinsame Wanderung, natürlich niemals im ge- schlossenen Zuge, kann in niancher Hinsicht angenehm wirken. Sie kann von agitatorischer Wirkung sein auf die Landleute und auf die Genossen. Der Vater Staat aber würde in eine Zwangs- läge versetzt. Entweder müßte er zum Skandal aller freiheitlich Gesinnten seine Polizeifratze noch häufiger als jetzt zeigen und für mehr Gendarmen sorgen, oder er müßte venmnstiger werde» und die Ueberwachung durch Polizisten und Gendarmen ein- lchränken." Hoffentlich/so heißt eS dann bei den erwähnten Scharfmachern, greift der. Vater Staat" recht fest zu, wenn versucht wird, ,hm auf der Nase herumzuspielen. Aber hoffentlich, so fügen wir hinzu, doch nur dann, wenn bei den Ag,tationStouren der Königsberger Genossen etwas Ungesetz- lich es geschieht I— D«S Abgeordnetenhaus anfgelöst? Herr v. Miguel soll sich kurzlich dahin ausgesprochen haben, daß die Regierung auf die Er- ledigung sämtlicher Borlagen, soweit sie dem Landtage bisher zu- gegangen sind, Wert legt und demzufolge mit einer Dauer der iEeffion bis Mitte Juli rechnet/ Voraussetzung für die Jnue- Haltung dieses Arbeitsplanes ist die Annahme der Kanal- Vorlage. Falls diese Vorlage abgelehnt iverden sollte, so würde der Plan allerdings durchlöchert werden. Es soll dann nach Er- ledigung der dringlichsten Arbeiten die Auflösung des HauseS der Abgeordneten erfolgen, so daß die Kanal- Vorlage die Parole für die Neuwahlen bilden würde. Es wird so heiß nicht gegessen werden, wie es gekocht wird. Wenn die Herren Landräte des preußischen Abgeordnetenhauses merken, daß die Ablehnung der Kanalvorlage die Auflösung des Abgeordnetenhause» zur Folge hätte, so würde sich die nötige Mehr- hett für den Entwurf sehr schnell zusammenfinden. Der Bund der Landwirte mid der ambulante Gerichts- stand der Presse. Wegen Beleidigung der Vorstandsmitglieder des .Bundes der Landwirte", der Herren Dr. Rösicke, Dr. Hahn und Plaskuda war seiner Zeit der Redakteur Schwarz der.Münchener FreienPresse' vom Berliner Schöffengerichte zu 150 M. Geld- strafe und Publikation in der genannten Zeitung verurteilt worden. In dem inkriminierten Artikel war dem.Bunde der Landwirte" vorgeworfen worden, daß er bei seinen Geschäften die Bundes- Mitglieder in unerhörter Weise über das Ohr haue und bei einer Rübtuchenmehl- Lieferung direkt gegen ihr Interesse gehandelt habe. Der Bund brauche daS Geld zur Bezahlung seiner Direktoren und Hetzapostel. DaS sei die vielgerühmte Bauernfreundlichkeit de» preußischen PickelhaubentumS usw. Der Verteidiger des An- geklagten, Justizrat Träger, verzichtete damals auf einen Wahrheit»« beweis, da eine Verwechselung vorzuliegen scheine, daS Versehen der liefernden Firma dem Bunde der Landwirte zur Last gelegt sei. Der Gerichtshof führte au>, daß die gegen den.Bund" erhobenen groben Anschuldigungen als durchaus falsch festgestellt worden seien und er- kannte auf die oben angegebene Strafe. Nur au» formellen Gründen legte der Angeklagte Berufung ein; sein Vertreter, Justizrat Träger, bestritt gestern vor der K. Strafkammer de» Landgericht» I— wie er es auch schon vor dem Schöffen- gericht gelhan hatte, die Akivlegitimation der Kläger, daß im allgemeinen nur vom„Bunde der Landwirte" die Rede und im Beschluß auch der.Bund der Landwirte" als Kläger genannt sei und nicht die Herren Dr. Rösicke, Dr. Hahn und Plaskuda; ferner bestritt der Verteidiger die Zuständigkeit des Gerichts, da die Zeitung in München erschienen und verbreitet worden sei; gegen den durch die bekannte Reichsgerichts- Entscheidung hergestellten ambulanten Gerichtsstand der Presse hätten sich auch schon Berliner Schöffengerichte aus- gesprochen. Er bestreite, daß die.Münchener Freie Presse" in Berlin verbreitet und gelesen werde. Da der klägerische Vertreter, Rechtsanwalt Max Hoffmann, den Be- weis führen will, daß das Blatt hier mindestens in 10 Exemplaren abonniert und daß es auch hier gelesen wird, wurde die Verhandlung vertagt, um eine Auskunft des Po st-Zeitungsamts einzufordern. Staatliche Agitation für die„katholische Pädagogik". Auf der Glogauer Hauptversammlung des. Vereins katholischer Lehrer Schlesiens hat der Geheime Re- gierungS- und Schulrat I ü t tn e r aus Liegnitz, der die Versamm- lung im Auftrage der Liegnitzer Regierung begrüßte, eine für den jetzigen Kurs der Unterrichls-Verwaltung kennzeichnende Rede ge- halten, in der er u. a. folgendes sagte:„Der Verein katholischer Lehrer hat große Erfolge errungen; es ist ein Baum, in dessen Schatten alle katholischen Lehrer Platz haben. ES darf keinen katholischen Lehrer geben, der nicht unter diesem Baume Ruhe und Frieden sucht. Wo es also noch solche unter katholischen Lehrern giebt, die dem Vereine noch nicht angehören, da wirken Sie dahin, daß sie es mit der Zeit thun. Durch Studium in den Werken der katholischen Schriftsteller mache man sich mit ihnen bekannt und gehe zurück auf die Geschichte der katholischen Pädagogik I' Die.Schlesische Schulzeitung" erhält aus katholischen Lehrer- kreisen eine Zuschrift, die sich mit Recht tadelnd über die Art der Benutzung staatlicher Autorität zu Gunsten einseitiger Lehrer- Vereinigungen ausspricht. In der Zuschrift wird der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß dem konfessionellen Frieden des Staates am besten gedient sei durch simultane Lehrervereine. W ind th o r st wird kaum je gehofft haben, daß der von ihm protegierten Lehrerbewegung dereinst so einflußreiche Agitatoren aus den Kreisen der Regierungsmänuer erstehen würden. Und auch die Schwester Karola wird befriedigt davon Kenntnis nebinen, daß die von ihr nnt so viel Verve geübte(Prügel-) Pädagogik bei einem so hohen Schulmann Verständnis findet.— Welche Vorteile für die Landeskultur der Rh ein- Elbe- Kanal schaffen würde. Durch den Rhein- Elbe- Kanal wird nicht nur die bis jetzt fehlende Schiffahrtsverbindung zwischen Rhein, Ems, Weser und Elbe, ja mit sämtlichen deutschen Stromgebieten, geschaffen, sondern auch eine Vereinigung von Haupt- und Nebenflüssen. Bächen und Rinnsalen zu einem langgestreckten Binnensee. In diesem Binnensee können plötzlich auftretende und regelmäßige H o ch iv a s s e r aufgenommen werden, um an anderen Stellen in andere Flußgebiete wieder abgelassen zu werden. Ueberschüssige Wassermengen der Flüsse, bei höheren Wasserständen, werden aufgespeichert, um zu Bewässerungen und An- feuchtungen dort zu dienen, wo zeitweilig Wassermangel und T r o ck n i s eintrelen. Der Kanal wird wie eine langgestreckte Thalsperre zwischen Rhein und Elbe wirken. Die daraus für die Landeskultur zu erlangenden Vorteile beziffern sich auf der Mittel- landstrecke auf mehrere hunderttausend Mark im Jahre. Eine Statistik der Majestätsbcleidiauugs-Prozesse für den Monat M a i veröffentlicht die„Volks- Zeitung". Von den darin entbaltenen 21 neuen Fällen haben 11 zur Verurteilung geführt. Es wurde auf insgesamt 04 Monate Gefängnis— 5�» Jahre erkannt. 5 Aiigeklagte wurden fteigesprochen und 5 Verhaftete resp. Denuncicrte harren noch der gerichtlichen Entscheidung. Nach der- selben Statistik sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 171 Maje st ätSbeleidi gungen gerichtlich verhandett und mit zusanimen öS Jahren Gefängnis bestraft worden.— Tie Haupt- und Staatsaktion der Graudenzer Anklage- behörde gegen das Poleublatt„Gazeta Grudzionska" hat ein reckt dürftiges Ende gefunden. In diesem Prozesse, der wegen Beleidigung des Jnstizmimsters Schönstedl angestrengt worden war, fanden in der Redaktion der„Gazeta Grudzionska" und in den Privat- Wohnungen aller Personen, die mit dem Blatte in Verbindung stehen, zahlreiche Hau s su ck u n g en— einmal sogar nachtS 2 Uhr— statt. Auch wurden zwei Setze rlehrlinge in eine mehrere Monate währende Zeug nißhaft genommen. In den gt- ricktlichen Vernehmungen wurde sehr häufig das gesamte Redaktions-, Expeditions- und Buckdruckerei- Personal stuf das Gericht entboten, so daß zweimal das Blatt verspätet, einmal nur eine Seite stark und einmal gar nicht erschien. Auch nachdem der Verfasser des bean- standeten Artikels, der Redacteur M a j e r s k i. sich selbst gcnamit hatte, blieben die Sctzerlchrlinge noch in Hast. Und nun hauen der Redacteur Majerski und der Verleger Kuberski vom Ersten Staats- anwalt Harte in Graudeuz den Bescheid erhalten, daß der Prozeß niedergeschlagen worden sei. Justizminister S.chönstedt hatte gegen die.Gazeta Grudziondska" gar keinen Strafantrag gestellt. Wozu nur die Beunriihigung so zahlreicher Personen, wenn der angeblich Beleidigte selbst sich nicht getroffen fühlte?— Die Vürgeruieistcr-Mnstetuug. Aus Elsaß-Lothringen wird uns geschrieben: Von der liebenswürdigen Art. in welcher die reicks- ländischen Verwaltungsbehörden mit den Vertretern der Gemeinde- Verwaltungen umzugehen pflegen, im folgenden ein neues Bei- spiel. Ter Bürgertneisteriessel der Gemeinde Dahlenheini war seit einigen Wochen verwaist, nachdem der bisherige Maire fein Amt medergelegt hatte. Um die schwierige Frage der Neubesetzung des Postens rasch zu erledigen, griff der zuständige Rreisdirektor, Herr Swiersen in Mölsheim, in die Angelegenheit ein und suchte sich mit einem von ihm für die Stelle in Aussicht genontmenen Mirgliede des Dahlenbeimer Gemeinderates in Verbindung zu setzen. Der genannte Beamte. der durch seinen in der Uniform eines Kiirassteroffiziers aus- geführten Distanceritt, mit dem er kürzlich an der Spitze eines Gendarmeriekommandos das Kaiscrpaar auf feiner Fahrt nach dem Kloster Odilienberg begleitete, nachgerade eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, ging nun auch hierbei eckt militärisch zu Werke. Er sandte an das genannte Dablenheimer Ratsmitglied ein Schreiben, dessen Inhalt wörtlich folgendermaßen lautet:„Ich ersuche Sie ergebenst, sich mir am ö. d. M.(März) im Musterungssaale in Wasseln- heim v o r z u st e l l e n." Dieser freundlichen Einladung kam unser biederer Dahlenbeimer, der offenbar der Ansicht war. daß ein an- gehender Gemeindevorsteber sich in mancher Hinsicht doch von einem in Dienst stehenden Soldaten unterscheide, nun allerdings nickt nach. Er lehnte die ihm in Aussicht gestellte amtliche.Musterung" ab, worauf der Herr Kreisdirektor dann verfügte, daß ein anderer, allem Anschein ngck willfährigerer Bürger zum Maire von Dahlenheim ernannt werde.— AuS Baden, 28. Mai.(Eig. Ber.) Die badische Regierung scheint dem Ausfall der für den kommenden Herbst bevorstehenden Landtagswahlen mit reckt wenig Vertrauen entgegenzusehen und wegen einer weiteren Schwächung ihrer nationalliberalen Gefolgschaft in der Zweiten Kammer ernstliche Befürchtungen zu hegen. Die kommende Wahlschlacht wird in erster Linie um die Erreichung des diretten Wahlrechtes zum Landtag geschlagen wkkcden, nachdem es die nationalliberale Fraktion bisher verstanden hat, die Ent- scheidung über diese das badische Volk eiftig beschäftigende Verfassungsftage mittels einer Reihe von skrupellosen Schein« und Verschleppungsmanövern auf die lange Bank zu schieben. Unter der gemeinsamen Parole:„Nieder mit den Feinden des diretten Wahlrechts I" wird deshalb die gesamte badische Opposition den Kampf gegen den Nationalliberalismus aufnehmen und that- sächlich hat auch die Leitung der CentrumSpartei nach Schluß des Landtages in einer Proklamation an ihre Wähler die wettere Schwächung der nationalliberalen Kammervertretung als daS in erster Linie zu erstrebende Ziel deS konunenden Wahlkampfes bezeichnet, selbst auf die Gefahr hin, daß die socialisttsche Gruppe des Landtages sich dadurch noch um einige Köpfe ver- stärken sollte. Diese entschiedene Taktik des badischen Centrums, die in erster Linie auf den Einfluß d«S intransigenien Führers der klerikalen Landtagsftattion, des Pfarrers Wacker, zurückzuführen ist und nicht wenig zu den Karlsruher socialistischen Wahlsiegen der letzten Jahre beigeiragen hat, ist an oberster Stelle der badischen Regierung, wo man die Zusammeniassung aller bürger- ticken Parteien zum Kampf gegen den.Umsturz" als eine des Schweißes gekrönter Häupter beionders werte Aufgabe betrachtet, seit langer Zeit aufs unangenehmste vermerkt worden. Hierfür legt die Thronrede, mit der vor wenigen Wochen der Landtag geschlossen wurde, beredtes Zeugnis ab. Jetzt hat man es in Karlsruhe für nötig gehalten, durch eine zweite, in weit schärferer Tonart gehaltene Proklamation den klerikalen Wählern das staatserhaltende Gewisien zu schärfen und sie um die Fahne des Kampfes gegen den soeialistischen Umsturz zu sammeln. In einem hochoffiziösen Artikel der„Süddeutschen Reichskorrespondenz", der mit einer Schärfe» wie sie bisher wohl kaum jemals einer Regierung gegenüber einem einzelnen Parteiführer beliebte, sich gegen die Person Wacker's und die von ihm befolgte Tattik wendet, wird der Versuch unternommen, zwischen die Parteileitung des badischen Centrums und dessen Anhängerschaft im Volle einen Keil zu treiben, um dadurch die katholischen Wähler dem Einfluß der Wackerscken Jntransigenz zu entziehen und sie in die Bahnen einer gleichsam honetten Opposition nach Lieberschem Muster zu weisen. Man verschmäht es dabei nicht, den.Kirchenobern" die Entscheidung darüber nahezulegen, ob die politische Thätigkeit Wacker» mit den „Pflichten des Priesters" und den„Interessen der durch den Umsturz in erster Reihe an ihren Wurzeln bedrohten Kirche" noch als ver- einbar angesehen werden könne, und deutet dann an. daß die Regierung nicht abgeneig. sei, den Wünschen der katholischen Wählerschaft mehr als bisher zu entsprechen, sobald diese es ablehnten, auch fernerhin „in so revolutionärer Gemeinschaft" zu wirken und dadurch eine „für Staat und Kirch« gleichmäßig bedauerlich« wie verderbliche Lage" zu schaffen.— Daß die badische Regierung durch diese auf- sehenerrcgende, vor allem als der Ausdruck ihres eigenen Schwäche- gefühls aufzufassende Verlautbaruiig die Position' ihrer national- liberalen Gefolgschaft in der bevorstehenden Wahlschlacht verstärkt habe, wird wohl niemand ernstlich zu behaupten wagen. Es müßte denn sein, daß unsere Bevölkerung das Gefühl für die Ehrlichkeit der im politischen Kampf zu verwendenden Waffen verloren hätte und die von oben herab erfolgte denunziatorifche Anschwärzuug eines unbequemen Gegners als das nachahmungswerte Vorbild ritterlicher Kampfesweise betrachten wollte. Das Schiedsgericht vor der Friedenskonferenz. Offizielle Mitteilungen über die Verhandlungen im Haag liegen vorläufig nicht vor. Die„Morning Post" meldet aus dem Haag: Im Laufe der Besprechung zwischen Pauncefote, Staal und Münster über die britischen und russischen Schiedsgerichts- Pläne fragte Gras Münster, ob es nicht möglich wäre, die beiden Pläne in einer solchen Weise zu verschmelzen, daß ein einziger neuer Plan entworfen werde, der allgemeine Befriedigung gewähre. Bisher ist eine Verständigung nicht erzielt. Die„Franks. Ztg." meldet dagegen vom 1. Juni: „Gestern acceptierte die Schiedsgerichts-Kommission ein« stimmig die Grundsätze des permanenten fakullativen Schiedsgerichts. teute wurde der amerikanische Mediations- Vorschlag, der bei treitigkeiten zwischen zwei Staaten ein dem Duell analoges, aber durchaus unverbindliches Verfahren zur Anwendung bringen will, gleichfalls einstimmig angenommen." Ausland. Oestreich- Ungarn. Die Krise ist noch immer nicht akut geworben; die Krone will einen letzten Versuch machen, eine Berständigling zwischen den beiden Kabinetten herbeizuführen; in einigen Tagen sollen die Verhand- lungen wieder aufgenominen werden. Nach der„N. Fr. Pr." hat sich der östreichische Ministerrat am Donnerstag mit einem Ver- m i tt e Inn g S v o rs ch l a g beschäftigt, der bereits der gemein- famen Ministerkonfereuz vorlag und von hochstehender Seite(d. h. dem Kaiser) beiden lltegimmgeii zur Erwägung anheimgegeben wurde. Das Ergebnis des Ministerrats wurde dem ungarischen Ministerpräsidenten Koloman v. Szell bereits bekannt gegeben. Die Budapester Blätter drücken übereiustimmend die Ansicht aus, daß die Hoffnung einer Verständigung zwischen den Miiiisterpräsideiiten v, Szell' und Grafen Thun nahezu ganz geschwunden sei. Der. Pester Lloyd" sagt, Szell dürfte vielleicht schon in den nächsten Tagen feine Entlassung an- bieten. Die ungarischen Minister sind inzwischen nach B u d a- p e st zurückgekehrt. In der Sitzung des ungarischen Abgeordneten- Hauses vom Freitag ertlärte Szell, er sei jetzt nicht in der Lage, Anträge betreffend die Regelung der wirtschaftlichen Be- ziebungen mir Oestreich zu stellen, da die Verhandlungen mit der östreichischen Regierung zu keinem Einverständnitz geführt hätten. Die Regierung wünsche lebhaft, daß eine Ordnung dleser Wirtschaft- licken Beziehuugeii unter Mitluirkung der Volksvertretungen statt- finde, doch fei jetzt und in nächsterZeit keine Aussicht vorbandeii. dag der ö st reichische Reichsrat seine r e g e l- mäßige Funktion erfülle. Da nunmehr für das ungarische oder das östreichische Kabinet eine Krisis entstehen könne, so ersuche er, der Ministerpräsident, ihm nieritorische Erklärungen zu erlassen, ferner in nächster Zeit keine Sitzungen abhalten zu wollen und den Präsidenten zu ermächtigen, längstens bis 15. Juni eine Sitzung einzuberufen, in der er meritorische Erklärungen abgeben und Anträge stellen werde. fRufe von der äußersten Linken:„Kein weiterer Auf- ickub mcbr I") K o s s u t h erklärte, Verhandlungen seien nicht mehr nötig, höchstens betreffend die Reciprocität. Ministerpräsident v. Szell ainwortete, die Verhandlungen müßten eben wegen der Reciprocität gepflogen werden. DieS sei nicht nur erlaubt, sondern sogar notwendig. Schließlich nahm das Haus unter allgemeinem, lebhaftem Beifall den Autrag des Ministerpräsidenten an.— Schweiz. Zürich, 80. Mai. iEig. Ber.) Ein eigenes Verhängnis waltet über dem Kanton Schaffhausen. Seit etwa 5 Jahren be- sckäftigt man sich n,it der Revision der Verfassung in fortschritt- lichem Sinne, wozu vom Volke ein eigener Verfassungsrat gewählt worden, nachdem erst durch Volksabstimmung grundsätzllch die Verfaffungsrevision beschlossen ivorden war. Der Verfasfungsrat gab, bevor er an seine Arbeit ging, dem ganzen Volke Zeit und Gelegenheit, die Sache zu dtskutieren und in zahlreichen Eingaben von Versammlungen wie von einzelnen Bürgern wurden die Wünsche und Bedürfnisse zur Kenntnis gebracht. Der Verfasfungsrat stellte nach langen Beratungen eine Vorlage fertig, aber in der Volksabstimmung wurde sie verworfen. Nun wurde das Volk angeftagt, ob überhaupt der Verfasfungsrat sein Werk fortsetzen soll; in einer neuerlichen Volksabstimmung wurde dies beschlossen. Darauf trat eine längere Pause ein und endlich machte sich der Verfassuilgsrat abermals an die ihm übertragene Aufgabe. Er arbeitete eine neue Vorlage aus. auS der er alles wegließ, was nach feiner Meinung die Ver- werfung der ersten Vorlage verschuldete, allein am letzten Somttag wurde auch die zweite Vorlage mit 3391 gegen 2900 Stimmen ver- worfen. Das ist zu bedauern, denn sie enthlett manchen demokratischen und socialen Fortschritt, so unter anderm auch die Bestimmung:„Der Staat schützt die Arbeitskraft, insbesondere diejenige von Frauen und Kindern, ivelche in solchen Industrien beschäftigt sind, die nicht der Bundesgeietzgebung unterstehen." Die Arbeiter traten dann auch lebhast für den neuen Verfassungsentwurf ein. allein ihr» Zahl war zu klein, um ihn vor der Engherzigkeit und Negation zu retten. Mit dieser zweiten Verwerfung scheint das ganze, nun jahrelang betriebene Werk der Verfassungsrevlsion endgülttg gescheitert zu sein, waS jeder Freund des Fortschritts nur aufrichtig bedauern kann. Der Graubündner KantonSrat hat ein neues Wirtschaftsgesetz gemacht und in dasselbe auch einige, aller- Vings sehr bescheidene Bestimmungen zum Schutze deS Wirtschafts« Personals aufgenommen. Danach dürfen Mädchen unter 18 Jahren, die nicht zur Familie des Wirtes gehören, nicht als Kellnerinnen verwendet werden. Jede übermäßige Anstrengung des Dienst- Personals in Wirtschaften ist untersagt. Der Betrieb derselben ist so einzurichten, daß jeder im Dienste des Wirtes stehenden Person täglich sieben Stunden Schlafzeit und mindestens vier Sttniden wöchent- liche Freizeit zu gewähren sind. Um 12 Uhr nachts sollen die Wirt« schasten geschlosse» werden; die Gemeinden sind jedoch befugt, auch einen früheren Schluß festzusetzen. Italien. Die Frage der Amnestie führte in der Deputiertenkammer zu heftigen Austritten. Nach- stehendes Telegramm liegt uns vor: Rom, 2. Juni. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Be- ratung über den von der Kommission für Wahlprüfungen gestellten Antrag, die Wahl der wegen politischer Vergehen ver- urteilten Deputierten Turatt, De Andreis und Chicsi für ungiltig zu erklären. Vendemini(äußerste Linke) beantragt eine achttägige Vertagung als Manifestation zu Gunsten der Amnestie. Die äußerste Linke verlangt die namentliche Abstimmung über diesen Antrag.(Lärm auf der Rechten und im Eentrum.) Der Antrag Vendemini» wird w namentlicher Abstimmung mit 195 gegen 42 Stimmen abgelehnt._ Rom, 1. Juni. In einer Fraktionssitzung der äußersten Linken wurde beschlossen, bei der Beratung der Vorlage betreffend die politischen Maßnahmen Obstruktion zu treiben. Bis jetzt sind zu der Vorlag» 208 AbänderungSanträge eingebracht worden.— NO Rom, 2. Juni. Deputiertentanuter. Das Haus beschloß in fauch ruhig zu, daß die Volkspartei mit ihren Namen auf Plakaten Daß ein Streit auch im Jutereffe der Arbeitgeber liegen namentlicher Abstimmung mit 210 gegen 35 Stimmen die Un- Reklame für Gauß machten. Kloß hat auch öffentlich erklärt, daß kann, beweist folgende öffentliche Kundgebung der Schuhmachermeister gültigkeit der Wahl Turatis. Alsdann ergriff Bovio das er entgegen dem Parteibeschlusse für Gauß, der schließlich zum in Düsseldorf: Der Streit der Schuhmachergesellen ist beendigt, die Wort zu einer Ansprache anläßlich des Jahrestages des Todes Oberbürgermeister gewählt wurde, gestimmt hat. Diese Vorgänge, Meister haben sich mit den Gesellen geeinigt. Die Stiefel werden Garibaldis. Nach Ablehnung des Antrages Vendemini spricht der die schon zu lebhaften Auseinandersetzungen geführt hatten, bildeten um 10 Prozent teurer, ebenso müssen die Reparaturen einiges im Präsident den Wunsch aus, daß der heutige Jahrestag des Todes den Gegenstand der Verhandlung der legten Parteiversammlung. Preise erhöht werden. Da die Lederpreise in zwei Jahren be Garibaldis alle Bürgertugenden ins Gedächtnis zurückrufen möge. Die diffentierenden Genossen wurden heftig angegriffen. Schließlich deutend gestiegen und nunmehr die Löhne der Gesellen auf für die der Verewigte ein unvergleichliches Beispiel gegeben.( Leb- wurde folgende Resolution angenommen: gebessert sind, so ist es feinem Meister mehr möglich, für hafter, langanhaltender Beifall.) Sodann äußert der Präsident sein Die heutige Parteiversammlung des Socialdemokratischen die alten Preise Arbeiten liefern zu tönnen. Es war sehr großes Bedauern über das Verlangen auf namentliche Abstimmung. Bereins Stuttgart unterzog den verfloffenen Wahlkampf zur Stadt- notwendig, daß in dem Schuhmachergewerbe eine über den Antrag auf Annullierung der Wahl De Andreis'. Sodann schultheißen- Wahl einer herben Kritik. Lohnregelung vorgenommen und die Arbeitszeit wird die Wahl De Andreis' mit 211 gegen 28 Stimmen für ungültig Rach reiflicher Erwägung tam sie zu der Ueberzeugung, daß geregelt wurde. Die Arbeitszeit der Schuhmachergesellen bes erklärt und die Sigung aufgehoben. das Verhalten einzelner Genossen hierbei fein forrettes war und frug bisher 12-14 Stunden, während andere Handwerksgesellen mur spricht sie darüber ihren Tadel aus. 9-10 Stunden arbeiten. Die Meister haben die Arbeitszeit auf 11 Stunden festgesezt. Die Schuhmacher ersuchen daher das Bus blifum, auch seinerseits zur Hebung des Schuhmacher- Handwerks beizutragen, indem es die Preise der Meister anerkennt. Und doch lauert hinter jedem Streit die Hydra der Revolution! Und doch Zuchthausgesetz! Rußland. Der finnländische Landtag ist, wie bereits berichtet, durch eine nicht allzu gnädige Botschaft Väterchens geschlossen worden. Bei der Schließung fagte der Landmarschall Baron Troil: Die finnischen Stände gäben sich der Hoffnung hin, daß Finnland auch zukünftig die Möglichkeit haben werde, sich unter Principien au entwickeln, die im Bewußtsein des Volkes festgewurzelt, die dem Lande den hohen Kulturgrad verschafft und stets die Achtung vor den Gesetzen sowie die Ruhe und Ordnung bewirkt hätten. In letzter Beit werde immer mehr die Meinung laut, welche die höchste Staatsweisheit in der Assimilirung der kleinen Völkerschaften erblicke, ohne dabei die natürlichen Bedingungen sowie die historische Entwicklung der letzteren zu berücksichtigen. Finnland sei bisher immer ruhig gewesen, habe Rußland nie Besorgnis bereitet. Die wirklichen Juteressen Rußlands würden daher am besten gewahrt, wenn man die sogenannten Fremdvölker, zu denen die Finnländer gehörten, den ihnen historisch vor gezeichneten Entwicklungsgang gehen lasse; dann werde Rußland in den Finnländern ein treues, friedliebendes Bolt haben, das, obgleich eigenen Kulturaufgaben nachgehend, gleichzeitig gern und freudig die Verpflichtungen Rußland gegenüber erfülle, welche gerechterweise Finnland auferlegt werden könnten. Türkei. Konstantinopel, 2. Juni. Wie hier verlautet, hätte sich die tussische Regierung im Yildiz- Palais darüber beschwert, daß die türkischen Delegierten zur Haager Konferenz teine programmmäßigen Juſtruktionen besäßen, wodurch die Thätigkeit der Konferenz erschwert werde. Asien. Die Lage auf den Philippinen. Ferner ist sie der Ueberzeugung, daß auch die städtische Partei leitung gegenüber dem mit großer Mehrheit legal gefaßten Be schlusse nicht ihre Schuldigkeit gethan hat. Es wäre ihre Pflicht gewesen, mit vollem Eifer für die Kandidatur Lautenschlager eine rege Agitation einzuleiten. Dagegen drückt sie der Redaktion der Schwäb. Tagw." als einzige energische Führerin in dem verflossenen Wahlkampf ihre volle Anerkennung aus. Sie erivartet fernerhin, daß den von einer Parteiversammlung gefaßten Beschlüssen von allen Parteigenossen unbedingt Rechnung getragen wird. Zu der bevorstehenden Wahlkreiskonferenz beauftragt sie ihre Delegierten, bei Aufstellung einer Landtagskandidatur für Stuttgart Amt gegen eine Kandidatur Baßler zu stimmen." Die Abfäße 1, 2, 3, 4 und 6 wurden gegen je 6-8 Stimmen, Abfag 5 einstimmig angenommen. Internationale Solidarität. Das deutsche Gewerkschaftskartell in Chicago hat für die Angehörigen der im Löbtauer Prozeß zu schweren Zuchthausstrafen verurteilten Arbeiter 53 Dollars eingesendet. Bei der Landtags: Erfahwahl in Gotha wurden 14 socialdemokratische, 17 agrarische und 10 liberale Wahlmänner gewählt. Unsere Genossen können deshalb nicht auf die Erringung des Mandats rechnen. Totenlifte der Partei. In Weißenfels starb am Mittwoch ein treuer Parteigenosse, der Schuhmacher Hugo Wallbaum. Er war einer der eifrigsten und thätigsten Parteigenossen in Weisenfels und sein Name ist mit der dortigen Arbeiterbewegung aufs innigfte verknüpft. Auch seitdem er selbständig geworden und eine Schuhfabrit eingerichtet hatte, hat er niemals vergessen, daß er zur großen socialdemokratischen Armee gehört. Die Parteigenossen werden ihn in treuem Andenken behalten. In den Berichten des spanischen Generals Rios wird die augenblickliche Lage der Nordamerikaner auf der ganzen Juselgruppe als Polizeiliches, Gerichtliches univ. eine aussichtslose bezeichnet. Von den 40 000 Mann, welche Beleidigung. Genosse Rudolph, Redacteur der Erfurter ziffernmäßig unter dem Befehle des Generals Otis stehen, jeien bei„ Tribüne", soll den Direktor und den Vorfißenden des Aufsichtsrats günstiger Abschätzung gegenwärtig nur 12000 Mann im Felde der Aktienbrauerei in Neustadt a. d. Orla beleidigt haben durch die verwendbar. Die Hälfte der Mannschaften sei trant und die Behauptung, daß bei der Bezahlung der Brausteuer Unregelmäßig Freiwilligen begingen täglich offene widersetzlichkeiten, da sie sich als feiten vorgekommen seien. In der Verhandlung wurde festgestellt, nicht mehr gebunden durch ihren Fahneneid erklärten. In angriffs- daß durch den kontrollierenden Polizeidiener die Braumenge seit weisem Vorgehen seien daher die Freiwilligen garnicht zu gebrauchen. Jahren zu niedrig berechnet worden war und daß dadurch der Stadt Rios schließt daraus, daß auf die Einrichtung einer geordneten Ver- ein Betrag von 18 896 M. an Brausteuer entgangen war. Rudolph waltung auf der Inselgruppe im Laufe dieses Jahres nicht mehr zu wurde zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. rechnen sei, da bis zum Ablauf der Regenzeit die Nordamerikaner ihre jezige Stellung unmöglich verbessern könnten. Dagegen sei anzunehmen, daß es im Laufe dieses Zeitraumes den Philippinern gelingen werde, neue Sendungen von Waffen und Schießbedarf zu erhalten. bobid Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Das Hamburger Gewerkschaftskartell beschäftigte sich in seiner legten Sigung mit der Erörterung der Frage der Einrichtung eines Arbeiterfekretariats. Die Kartellkommission hatte den Kartelldelegierten und Gewerkschaftsvorständen einen Vorschlag unterbreitet, wonach das Arbeitersekretariat wesentlich nach dem Muster des gleichen Nürnberger Instituts eingerichtet werden soll. Es ist in dem Vorschlage vorgesehen die Anstellung zweier Sefretäre mit einem Besamt gehalt von 4500 M., eines Bureauvorstehers mit 1500 m. und eines Bureaugehilfen mit 1200 M. Gehalt pro Jahr. In der sehr lebhaften Debatte über den Vorschlag erklärten sich sämtliche Redner für Einrichtung eines Arbeitersekretariats, sämtlich wandten sie sich aber gegen die Festseßnngen des Kostenvoranschlages bezüglich der Ge hälter, von denen namentlich die für den Bureauvorsteher und-GeDie Kosten hilfen als durchaus unzulänglich bezeichnet wurden. für das Institut sollen durch eine Extrasteuer von 5 Pf. pro Monat von den Gewerkschaftsmitgliedern aufgebracht werden. Es soll deshalb aber auch das Institut nur den organisierten Arbeitern zur unentgeltlichen Auskunfterteilung zur Verfügung stehen. Ueber den Vorschlag der Kommission soll bis zum 31. Juli eine Urabstimmung in den einzelnen Gewerkschaften stattfinden. Die Lohnkommission der Brauer und Küfer der Brauerei W. Crombeck u. Co. in Hamm i./W. ersucht uns, mitzuteilen, daß die Forderungen der Arbeiter bewilligt worden sind. Die Arbeiter dürfen nun außerhalb der Brauerei wohnen und bekommen ein Anfangslohn von 25 M. die Woche, nach 3 Monaten 26 M. Ausland. Zum Streit in Creuzot meldet Wolffs Bureau unterm 1. Juni: ชน Thut durch öffentlichen Anschlag bekannt:" Die Arbeitsfreiheit ist nunmehr Der Befizer der hiesigen Werke Schneider machte heute folgendes gesichert. Von morgen ab stehen alle meine Werke meinen Arbeitern offen. Nach zweitägigem Streit fehrten vor dreißig Jahren die Arbeiter zur Arbeit zurüd und hatten nicht zu bedauern, daß fie meinem Großvater und Water Vertrauen hatten. ebenso! Diejenigen, welche die Arbeit wieder aufnehmen, werden nicht zu bedauern haben, daß sie Vertrauen in mich jezen.". Auf diese Aufforderung antworteten die Ausständigen, dieselbe sei eine Falle und bezwede, Swiftigkeiten hervorzurufen. Das Arbeitersyndikat beschloß heute abend, im Ausstand zu verharren. Die Nuhe wurde nicht gestört. Die Aufforderung des Monfieur Schneider bestätigt vollkommen die in unserm geftrigen Situationsberichte die von ihm gegebene Le Creuzot, 2. Juni.( W. Z. B.) Bon 9200 ausständigen wieder aufgenommen. Aus Manila wird heute berichtet: Die Philippiner be feßten am 31. Mai wieder ihre alten Stellungen rings um Die Maurer der centralen Richtung beschloffen in der Charakteristit. San Fernando und behelligten die amerikanischen Vorposten. General gestrigen von 3000 Personen besuchten Versammlung, auf den Bauten, noch der Meinung, daß 30 000 Mann zur ivirksamen Beherrschung gemeinheit nicht zu gewärtigen ist, eine Lohnerhöhung auf Otis drahtete an den Kriegsminister in Washington, er sei immer wo Aussicht auf Erfolg vorhanden und eine Schädigung für die All- Arbeitern haben in den hiesigen Werken 1200 heute morgen die Arbeit der Philippinen erforderlich seien. 65 Pfennige pro Stunde zu fordern. Afrika. Von der füdafrikanischen Konferenz. Präsident Krüger und Generalgouverneur Milner sind am Mittwoch zu ihren Vesprechungen zusammengekommen; die Verhandlungen werden geheim gehalten. Auf dem Präsidium fand abends zu Ehren Krügers und Milners ein glänzender Empfang statt. Die Besprechungent sollen täglich von 10-12 Uhr mittags und von 2-4 Uhr nachmittags stattfinden. Wie es heißt, wird Milner ein bestimmtes Programm unterbreiten und das Mindestmaß der Zugeständnisse bezeichnen, daß er anzunehmen bereit sein würde. Amerika. Die Klagen der Neger. Der Befizer der hiesigen Werke Schneider bewilligte seinen Ar beitern eine Lohnerhöhung von 20 bis 25 Centimes pro Tag. Großer Streit in Rußland. Wolffs Bureau melbet: In dem Fabrikort Trinowka bei Petersburg hatten am 24. Mai mehrere hundert Arbeiter der bortigen Biegel- und Torffabriken die Arbeit eingestellt. Es kam zu Nubestörungen, welche 4 Tage dauerten und zu deren Beendigung die gesamte Landespolizei des Kreifes aufge boten werden mußte. Dem Bernehmen nach lam es jedoch nicht zu Zur Lohnbewegung der Steinsetzer. Es ist den Scharfmachern in der Berliner Steinfeger- Inmung in der Versammlung am Mittwoch( nicht Dienstag) Abend nochmals gelungen, die Mehrheit auf ihre Seite zu bringen. Es ist allerdings dabei etwas sehr lebhaft" zugegangen, eine antisemitische Radau- Versammlung ist dagegen ein gemütliches Plauderstündchen. Ungefähr ein Drittel der Anwesenden war für die Bewilligung der Forde- blutigen Zusammenstößen. rungen und ließ sich nur noch damit beschwichtigen, daß es Der Streik der jüdischen Leberfärber in Warschau, an welchem gelingen würde, vor dem Gewerbegericht noch etwas abzuhandeln. sich zuerst 55 und später 75 Arbeiter beteiligten, ist mit einem Siege In der Versammlung soll auch der Stadtbaurat Krause zugegen gewesen sein. Es wird dem Magistrat in nächster Beit Gelegenheit der Arbeiter beendet worden. gegeben werden, eine Darstellung der Arbeiter über die Ursachen des Ausstandes zu hören. " Sociales. Mit besonderem Hinblick auf die vielen Lynch morde, die in Bon Seite der Innung wird nun hauptsächlich mit dem jüngster Zeit in den Südstaaten an Negern verübt worden sind, angeblich hohen Verdienst der Steinfeger operiert, welcher hat der amerikanische Bund der Farbigen, der„ National Afro- sich auf 1500-1800 M. pro Jahr belaufen soll. Es soll auch Untersuchungen über Eisenbahn- Unfälle, deren Ursachen und American Council" einen Aufruf an seine Rassegenossen erlaffen, nicht bestritten werden, daß einzelne Stammgesellen" und Arbeits- die Mittel zu ihrer Verhüitung, soll in England eine königliche der sie auffordert, den kommenden 2. Juni als einen Buß- und führer einen derartigen Verdienst erzielen. Die Herren haben aber Stommission anstellen. Die Kommission, bestehend aus RegierungsBettag zu begehen und zum barmherzigen Gott zu flehen, daß er sie vergessen, bei der Berechnung die große Zahl derjenigen Gesellen in beamten und Parlamentsmitgliedern, ist von dem Handelsminister erlöse von der ungerechten, grausamen und bar- Betracht zu ziehen, die mal acht Tage bei diesem und dann nach Ritchie ernannt worden. Im Parlament war eine Adresse einbarischen Behandlung, der die Neger in einem großen Teile längerer Pause vierzehn Tage bei jentem Meister beschäftigt find, der Vereinigten Staaten verfallen feien. Unter den Klagen werden deren Lohn sich niemals über 500-700 M. pro Jahr erhebt. folgende aufgestellt:„ Wir bezahlen jährlich Millionen Dollars, um auf Die Zahl der Streitenden beträgt noch immer 400. Bewilligt Jim Crow"-Cars zu fahren( den Niggerwagen der Eisenbahnen im hat der Steinfegermeister Wintler. Süden), die oft faum genug als Viehwagen sind, und müssen doch soviel bezahlen wie andere, denen jede Annehmlichkeit und Bequemlichkeit gewährt wird. Indianer, Chinesen und Angehörige jeder der Maurerstreik in Dresden ist fast allgemein. Bis jetzt Material für ein Gefeß herbeischaffen soll; ihr gehören auch die anderen Rasse können reifen wie sie wollen. In manchen Teilen des find 2176 Munn in die Streittisten eingetragen: etliche Hundert Arbeiter- Abgeordneten en wid, der Leiter des NorthumberlandLandes fönnen wir, und wenn wir tausend Meilen fahren, nicht fehlen noch, da die Arbeit am ersten Tage nicht gleich bewältigt Miners- Verbandes, und Hudson, der Organisator der irrischen eine Taffe Kaffee oder eine Taffe Thee erhalten, weil teine Vor- werden konnte. Abgereift find 130 Mann und 255 arbeiten zu den Eisenbahner, an. tehrungen getroffen sind oder getroffen werden dürfen, uns für neuen Bedingungen. Außerdem haben noch etliche 50 Unternehmer unser Geld etwas au effen zu geben."" Wir werden zu Tausenden die Forderungen bewilligt, nur wollen sie sich nicht durch Unterschrift Deutsches Reich. gegangen, in der die Einführung der automatischen Kuppelung verlangt wurde. Ritschie brachte auch einen Gefeßentwurf ein, der neben anderen Bestimmungen zum Schuße der Eisenbahn- Angestellten auch diese enthielt, zog sie aber auf Einspruch der EisenbahnCompagnien ebenso wie schließlich das ganze Gesetz zurüd. Nun mehr ist die oben bezeichnete Stommission gewählt worden, die erst vor die Gerichte geschleppt und zu jeder Art von Strafe bis zum 1. März verpflichten. Zu den alten Bedingungen oder für Achtung! Arbeiter, Parteigenoffen! verurteilt, zur Todesstrafe jogar, ohne daß uns das Recht eine kleine Erhöhung arbeiten circa 600 Mann. gewährt wird, vor einer Jury prozessiert zu werden, die 19 Protestversammlungen gegen die Zuchthausanberaumt. Vorlage ganz oder doch teilweise aus Vertretern unserer Raise bestände; Barmen, 2. Juni.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die Für Berlin, Nieder Barnim und Teltow während es doch ein einfaches Gebot der Gerechtigkeit ist, uns heute stattgefundenen Verhandlungen zwischen den RiemendrehernBeeskow sind für Mittwoch, den 7. Juni Richter und Geschworene zu geben, die frei von Voreingenommen und den Fabrikanten vor der Handelskammer führten zu der Verheit und Nassenvorurteil über uns aburteilen könnten."" In einbarung, daß am 1. September die 10 stündige Arbeitszeit in allen vielen Gegenden" heißt es weiter,- werden wir auf leicht- Betrieben zur Einführung fommt. Auf Grund dieser Vereinbarung fertigen Verdacht hin, ohne Schuldbeweis, als angebliche Berüber werden die Ausständigen die Arbeit wieder aufnehmen. der abscheulichsten und empörendsten Verbrechen verhaftet und ins Gefängnis geworfen; dam fommt ein Mob unwissender, böswilliger, Krefeld, 2. Juni.( Privattelegramm des Vorwärts".) Heute oft trunkener Leute, denen die Schlüssel zum Gefängnis und die früh 8 Uhr traten 900 Spinner der hiesigen Aktienspinnerei in den ersucht, an diesem Tage teine Versammlungen abzuhalten. Gefangenen ausgeliefert werden, und der unter Verdacht stehende Ausstand. Sie fordern 20 Proz. Lohnerhöhung. Neger wird den Wächtern des Gesezes entrissen, wird gemartert, In gehängt, erschossen, zerfleischt und verstümmelt oder gar mit teufli scher Grausamkeit lebendigen Leibes verbrannt." Partei- Nachrichten. Hirsch Dunckersche und englische Gewerkvereine. Augsburg auf dem Verbandstag des Hirsch- Dunderschen Maschinisten und Metallarbeiter- Verbandes ist als Vertreter der englischen Ges werkvereine der Sekretär derselben, Barnes, erschienen, und hat eine Die Gewerkschaften und sonstigen Arbeitervereine werden Nieder mit dem Zuchthausgesetz- Entwurf! Die Vertrauensleute Berlins. große Dankesrede für die Unterstügung der englischen Metallarbeiter Lehte Nachrichten und Depeschen. in ihrem Achtstundentampfe an die Hiriche gehalten! Dazu bemerkt die Münch. Post":" Diese mit lebhaftem Bei " Der Dem Ver Leipzig, 2. Juni.( W. T. B.) Der in die Simplicissimusfall" aufgenommenen Worte, die von dem Gefühle des Dantes für affaire verwidelte Frank Wedekind, der flüchtig geworden und Die Oberbürgermeister- Wahl in Stuttgart beschäftigte eine den großen Opfermut der deutschen Arbeiterschaft eingegeben waren, wegen Majestätsbeleidigung unter Anklage gestellt war, hat sich, starte Parteiversammlung, die am Dienstag in Stuttgart tagte. Vor wurden gesprochen vor dem Forum einer Arbeiterorganisation, die sich wie die„ Leipziger Gerichtszeitung" meldet, heute Abend von Paris turzer Zeit war dort an Stelle des verstorbenen Herrn Rümelin ein wohl dieses Vorganges freuen, aber feineswegs auf solche Belobigung fommend der hiesigen Polizeibehörde freiwillig gestellt. neuer Oberbürgermeister zu wählen, der durch allgemeine Abstimmung Anspruch erheben kann. Mag auch von dieser offiziell und von ihren tommend der hiesigen Polizeibehörde freiwillig gestellt. aller Bürger gewählt wird. Es fandidierte für die Volkspartei ein Ge- Einzelmitgliedern etwas gethan worden sein: Bei dem Opfermut der Paris, 2. Juni.( Meldung der„ Agence Havak".) meinderat Gauß, der socialpolitisch durchaus manchesterlichen An- deutschen Arbeiter in dem Riesenkampfe der englischen Maschinenschauungen huldigt, dann ein Regierungsrat Moßhaff, ein durch und durch bauer ist in erster Linie, ja fast ausschließlich an das eble hilfs- Saffationshof beriet heute den ganzen Nachmittag. reaktionärer Mann, und schließlich ein Herr Lautenschlager, ehemaliger bereite Gintreten der gewerkschaftlich und politisch Organisierten uehmen nach haben erst acht Mitglieder des Gerichtshofs ihre Gewerberichter, dessen socialpolitische Anschauungen ihm große zu denken. Dieses Fattum muß bei dieser Sachlage mit lauter Ansichten dargelegt. Unter diesen Umständen dürfte die BeSympathien in den Arbeiterkreisen verschafft hatten. Während mun Stimme ausgesprochen werden und das kann gewiß ohne Ueber- ratung auch morgen Abend noch nicht beendet und das Urteil nicht eine socialdemokratische Parteiversammlung beschlossen hatte, hebung geschehen. Jebe Legendenbildung oder Fälschung in der vor Montag gefällt werden. Die Beratung dürfte sich hauptsächlich für Lautenschlager zu stimmen, machten verschiedene führende Geschichte der Arbeiterbewegung muß vermieden werden!" Genossen, wie Kloß, Bayler, Bagler, Landesvorstand Fischer und Soviel uns bekannt, ist Barnes das Opfer eines Irrtums ge- mit der Frage befassen, ob der Gerichtshof Kassation des Urteils andere aus ihrer Sympathie für Gauß fein Hehl und ließen esl worden, den er erst gemerkt hat, als es zu spät war. ohne Verweisung an ein neues Kriegsgericht aussprechen soll. Berantwortlicher Rebacteur: August Jacoben in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Zb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Mr. 127. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Das Schreckgespenst. " " Recht nehmen, es abzulehnen, nur unter den Lohn- und Arbeitsbedingungen zu arbeiten, die allein der Arbeitgeber vorschreibt. Kommunales. Sonnabend, 3. Juni 1899. der Arbeiterschaft, die sich zunächst in einer intensiven Agitation zum Abonnement auf das Arbeiterblatt zu äußern hat. Hierin Der Gedanke eines Zukunftsstaates, wie ihn die Unter: Die Koalitionsfreiheit liegt nicht nur im Interesse der Arbeiter leistet ihr das Verhalten der gegnerischen Presse und vor allem die nehmerklasse wünscht, hat in dem eben eingebrachten Entwurf lasse, sondern im Interesse aller Schichten der Bevölkerung, im Stellung des Lokal- Anzeigers" überaus schäzbare Dienste. eines Gefeßes zum Schuße des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" Interesse der Gesamtheit und der Kultur. Nicht nur wird der einen greifbaren Ausdruck gefunden. Die Einbringung dieses Mittelstand durch Beschränkung der Koalitionsfreiheit deshalb ge= Die Parole wird lauten: Fort mit der gegnerischen Ausnahmegesezes gegen die arbeitenden Klassen, gegen Kultur- schädigt, weil jede Beschränkung der Koalitionsfreiheit die Kauftraft Bresse in Arbeiterkreisen, fort vor allem mit den servilen, gehirn errungenschaften und Kulturfortschritt drückt der Thatsache das der Arbeiterklasse mindert. Noch weit größer ist die Gefahr, die daraus verkleisternden unparteiischen Blättern! Arbeiter, agitiert für Siegel auf, daß die Interessen des Unternehmertums den erwächst, daß die Unterdrückung der Koalitionsfreiheit eines der Mittel Euer Parteiblatt, für das einzige Blatt, das auch dem ZuchtSieg in den oberen Regierungsschichten davongetragen haben. ist, durch welches die Kapitalisten ihren gemeingefährlichen Zukunfts- hausgefez gegenüber Eure Rechte mit ganzer Vor zehn Jahren im Februar 1889 äußerte der Buchthausstaat zu verwirklichen gedenken und durch welche ernste Straft vertritt! deutsche Kaiser, daß es notwendig sei, den Arbeitern die Ueber- Konflikte heraufbeschworen werden müssen. Freilich, die Unternehmerzeugung zu verschaffen, daß sie ein gleichberechtigter Stand lasse wünscht ja Konflikte, provoziert dieselben, will Gewaltmittel sind und allseitig als solcher anerkannt werden." Im Jahre anwenden, um die Herrschaft des Kapitals zu festigen und hat am Donnerstag die Stadtverordneten- Versammlung vor Eintritt Die Vermehrung der Stadtverordnetensitze 1890 vertraten die Regierungen die Ansicht, daß den Arbeitern ein zu sichern. Das ist die heiße Sehnsucht der Kapitaliſten in die Tagesordnung beschäftigt. Man ist in Verlegenheit, wo man Echuß gegen eine willkürliche und schrankenlose Ausbeutung der klaffe. Eine Frucht ihrer die Kultur untergrabenden Minier- die 18 neuen Stadtverordneten, die mit Beginn des nächsten Jahres Arbeitskraft" gewahrt werden müsse. Lebhaft reagierten die Unter- arbeit ist die Zuchthausvorlage. ist die Zuchthausvorlage. An Stelle vollen, freien, nehmer gegen diese Anschauungen. Nach ihrer Ansicht ist der Arbeiter geschützten Koalitionsrechts für alle Arbeiterklassen Gefängnis man fürchtet, daß es im Saale ein bißchen eng und unbehaglich freien, zu den bisherigen 126 hinzukommen werden, unterbringen soll, uno Untergebener des Unternehmers. Sie hat den Sieg über den Ge- und Zuchthaus für dte Ausübung des schmalen Koalitionsrechts. werden könnte. Der Erbauer des Rathauses hat den Stadtverorddanken eines socialen Königtums errungen. Annehmbar von der Vorlage ist lediglich der§ 11, der die heute im neten- Sigungssaal leider mit wenig Rücksicht auf solchen Zuwachs Die Unternehmerklasse hat die Tendenz, die persönliche Arbeits-§153 der G.-O. enthaltenen Ausnahmebestimmungen aufhebt. An Stelle angelegt. Bis zum Jahre 1861, in welchem der Grundstein zu dem fraft zu vergegenständlichen, die Arbeiter zu Wesen zu degradieren, die der übrigen 10 Baragraphen gilt es gefeßliche Bestimmungen gegen neuen Rathause gelegt wurde, bestand die Stadtverordneten- Verlediglich als Arbeitsmaschinen des Kapitalisten Dienste zu verrichten jene Aoalitionen der Unternehmer zu schaffen, die von sammlung aus 102 Mitgliedern. Aus der am 1. Januar 1861 einhaben. Den biblischen Satz: im Schweiße Deines Angesichts sollst Tag zu Tag prozenhafter auftretend, als Vereinigung zugetretenen sehr bedeutenden Erweiterung des Stadtgebietes damals Du Dein Brot effen", wandelt die kapitalistische Bibel in den Say rechtswidrigen Angriffen des Unternehmers gegen wurden die Tempelhofer- und die Schöneberger Vorstadt, Moabit, um: im Schweiße Deines Angesichts will ich mein Brot essen und das Gesez und gegen die Koalitionsfreiheit zu bezeichnen jein Wedding und Gesundbrunnen eingmeindet mein Kapital mehren. Lebe, um für mich zu arbeiten." Ein sünd- möchte. Diese Erwerbsgenossenschaft mit unbeschränkter abgier, die rechts- wendigkeit, die Zahl der Stadtverordneten zu vermehren. Vom ergab sich die Nothaftes Verlangen scheint der Unternehmerklasse und ihren parla- widrig Arbeiter zum Austritt aus Vereinen, Arbeitgeber zur Richtannahme 1. Januar 1863 an bekam daher die Versammlung 108 Mitglieder. mentarischen Wortführern das Bestreben der Arbeiterklasse nach bestimmter Arbeiter durch unmoralische Verträge, trockene Wechsel" Die rasche Bermehrung der Bevölkerungszahl in den neu eingemein menschlicher Bildung, nach geistiger Entwickelung, nach geselligem usw. zu zwingen, Arbeitswillige durch schwarze Listen an der deten Außenbezirken führte dann in den 70er Jahren zu einer fortVerkehr, nach Bethätigung ihrer physischen und geistigen Lebens- Verwendung ihrer Arbeitskraft zu hindern sucht, möge mit der so gesetzt wachsenden Verschiedenheit zwischen der Stärke der einzelnen fräfte. Der Sünden größte ist ihnen der Arbeiterklasse Streben nach umgestalteten Zuchthausvorlage sich selbst einen Strick gedreht haben. Wahlbezirke. höherem Lohn und besseren Arbeitsbedingungen. Von diesem Stand- Um dies zu erreichen, ist freilich angespannteste Arbeit aller er- wurde vom 1. Januar 1881 ab die Zahl der Stadtveror... eten Um diesem Uebelstande einigermaßen abzubelfen, punkt aus war es begreiflich, daß der Abgeordnete Ackermann unter forderlich, die für Kultur und die friedliche FortBilligung seiner Parteifreunde den Arbeitern vom Reichstag aus( im entwickelung unseres Vaterlandes ringen. um 18( bie auf die am meisten benachteiligten Bezirke verteilt Dezember 1886) zurufen konnte:„ Die Arbeiter müssen mit den wurden, so daß manche Bezirke von nun an zwei bezw. drei ihnen von Gott eingesezten Löhnen zufrieden sein." Von diesem Mandate zu vergeben hatten) auf 126 vermehrt. Da auch hierdurch Standpunkt aus erklärlich ist der von socialpolitischer und historischer die Ungleichheiten nicht in nennenswerter Weise gemildert worden Kenntnis nicht überreiche Ausspruch waren, so wurde 1883 die Stadtverordneten- Versammlung aufgelöst in dem Urteil des IV. Straffenats des Reichsgerichts vom 3. Dezember 1889, daß Aus der Magistratssitzung am Freitag. Dem von der aber die Zahl von 126 Stadtverordneten beibehalten. Bei den Neuund das ganze Stadtgebiet völlig neu in Wahlbezirke eingeteilt, die Koalitionsfreiheit ein strafrechtliches Privilegium" sei. Firma Bering u. Wächter der städtischen Verkehrsdeputation unter- wahlen für den 1. Januar 1884 hielt zum erstenmal die Social. Begreiflich von diesem Standpunkt aus ist das Aufstellen des§ 158 breiteten Entwurfe eines Vertrages behufs Herstellung einer elettri demokratie ihren Einzug in die heiligen Hallen des Roten der Gewerbe- Ordnung als Galgen neben dem§ 152, der einen Teil schen Straßenbahn bom Landsberger Play nach Hauses, in denen die freisinnigen" Stadtväter bis dahin so sanft der Koalitionsfreiheit dem gewerblichen Arbeiter verheißt. Begreiflich Rummelsburg( Ostbahn) hat das Magistratskollegium zu geschlafen hatten. In den darauf folgenden anderthalb Jahraus demselben Grunde ist eine Rechtsprechung, die zwar das Recht gestimmt und beschlossen, hierzu die Genehmigung der Stadtverord- zehnten sind die Ungleichheiten, wie bekannt, der Koalition gegenüber dem§ 152 anzuerkennen sich gezwungen neten- Versammlung nachzusuchen. bekannt, von neuem -Das Magistratskollegium hat so groß geworden, sieht, durch allerlei Auslegungen oder fast jede Ausübung des sich mit dem Antrage der städtischen Baudeputation wegen der einteilung der Wahlbezirke nötig geworden ist, die bei den Stadtdaß nun wieder eine teilweise NeuKoalitionsrechts bestrafen zu müssen glaubt. Begreiflich ist so das Weiterführung der Kaiser Wilhelmstraße beschäftigt. verordneten- Wahlen im Herbste dieses Jahres zum erstenmal in Toben der Unternehmertaffe gegen die Koalitionsfreiheit, dieser natur- Nach längerer Beratung wurde beschlossen, die Pläne und die Anwendung kommen wird. Bei dieser Gelegenheit erfolgt die eingemäß aus der heutigen Produktionsweise folgenden Grundlage dazu gehörigen Kostenberechnungen vervielfältigen zu lassen und gangs erwähnte weitere Bermehrung der Zahl der Stadtverordneten der heute bestehenden Gesellschaftsordnung", wie sie vor 21 Jahren den Mitgliedern des Magistrats zuzustellen; weitere Beschlußfaffung um 18 auf 144. Hoffentlich wird die Arbeiterschaft Berlins dafür der nationalliberale Abgeordnete Gneist mit Recht nannte. Dem soll dann mit Rücksicht auf die bevorstehenden Sommer- Beurlaubungen sorgen, daß diese Vermehrung vor allem der social. Drängen der Kapitalistentlasse gab der Staatssekretär des Reichs- erst Anfang Oktober erfolgen. Es kam insbesondere bei der Be- demokratischen Fraktion in der Stadtverordnete n amts des Innern Graf v. Posadowsky durch sein bekanntes, gegen ratung zur Sprache, in welchem Umfange die bei der Durchführung Bersammlung einen tüchtigen Zuwachs bringt. die Ausübung der Koalitionsfreiheit abzielendes Rundschreiben vom der Straßenanlagen und Umgestaltung des ganzen Stadtteils be- Den Vertretern des„ Freisinns" dürfte es dann bald doppelt eng 11. Dezember 1897 nach und gab in der Reichstagssigung vom sonders Interessierten auf Grund des Kommunal- Abgabengesezes und unbehaglich in dem Sigungssaale vorkommen. 13. Dezember 1897 seiner Ueberzeugung von der Ueberflüssigkeit des zu besonderen Leistungen heranzuziehen seien. Die Stadt Roalitionsrechts durch jenen Ausspruch Ausdruck: verordneten- Versammlung hat in ihrer geheimen Sigung am letzten Meine Herren, der Abgeordnete Bebel ist dann auch auf das Donnerstag die beiden Bürger- Deputierten bei den bestehende Koalitionsverbot für Vereinigungen von Arbeitern zu städtischen Wasserwerken, Kommerzienrat Dechelhäuser und Ingenieur haben sich in den letzten Jahren recht hübsch entwickelt. Seitdem sprechen gelommen. Ich glaube, wenn es in irgend einem Möller, auf fernere sechs Jahre wiedergewählt. Bande weniger nötig ist, solche Arbeiter die Wochenmärkte von den öffentlichen Plätzen verschwunden sind, toalitionen zuzulassen, so ist das in Deutschist auch die Zahl dieser Schmuckplatz- Anlagen erheblich größer geland. In einem Lande, wo das direkte allgemeine Wahlrecht worden. Der Dönhoffsplay, der Gendarmenmarkt, der Alexanderbesteht, werden schon durch die Schwerkraft der Thatsache, daß play usw. haben Anlagen erhalten, die das Auge des StraßenDie Arbeiter die große Masse der Wähler bilden, die passanten erfreuen. Leider ha ben aber die meisten dieser Die Einbringung des Zuchthaus- Gesehentwurfs Interessen der Arbeiter eine lebhafte und wirksame Unter- gemahnt die socialdemokratisch gesinnte Arbeiterschaft daran, daß fie den Kindern nichts. Selten ist zwischen den Anlagen ein Pläge einen sehr fühlbaren Mangel: fie bieten stügung finden. Infolgedessen ist eine Vertretung mit neuer Energie für die Verbreitung ihrer Brefie ein größerer Fled freigelassen, wo die Kinder in gemeinsamen Spiel ber Arbeiter, wie sie in den Koalitionen liegt, zutreten hat. Das notwendigste Recht, das der Arbeiter zum fich tummeln können, fast nie sind Sandhaufen auf bei uns nicht annähernd so notwendig, wie in Dasein braucht, soll ihm durch den vorliegenden Entwurf geschüttet, die den Kleinsten das Buddeln" gestatten. Der anderen Staaten mit anderem Wahlmodus." genommen werden. Schutzlos soll er fortan der Gnade legtgenannte Mangel ist vielleicht der bedenklichste. Das Buddeln" Kurz hernach waren wir in der Lage, das vertrauliche Rund- und Ungnade des Unternehmertums überantwortet sein, das ist den kleinen Kindern so sehr Bedürfnis schreiben vom 11. Dezember 1897 veröffentlichen zu können und im Verein mit den legten bar, daß ein Schlag gegen das Koalitionsrecht im Sinne stärkere Sandhaben besigt, ihn und seine Vorkämpfer ins Entwicklung, daß alles irgend Mögliche geschehen sollte, un Staatsbehörden zufünftig hundertfach und ist auch so unentbehrlich zu ihrer geistigen Die im September 1898 angekündigte Buchthausvorlage offenbarte Gefängnis und ins Zuchthaus zu bringen, wenn sie sich dieser Beziehung weit hinter den Kindern der kleinen Städte und ihnen Gelegenheit dazu zu geben. Die Großstadtjugend muß in den weitesten Kreisen, wohin das Unternehmertum ziele. Die Beit- bei Wahrnehmung der selbstverständlichsten Interessen in den des Landes zurückstehen. In Berlin bieten die Straßen und Höfe lage für einen Ansturm auf das Koalitionsrecht erschien der Unter- Schlingen ausgeflügelt dehnbarer Paragraphen verfangen. nehmertlaffe besonders günstig. Das eigene Interesse der Kapiden kleinen eine undurchdringliche Stein- oder Asphaltdecke dar, und taliften bedingt, die Konsumtionsfähigkeit und die geistige Regiam Gefeßentwurf zur Seite? Wer steht der Arbeiterschaft in dem Kampfe gegen einen solchen die Hausgärten, die sich auch bei uns immer noch zahlreicher er feit der Arbeiter nicht zu sehr zu unterbinden, da sonst ihre Absatzgebiete halten haben, als mancher glauben möchte, sind für den Hausbesizer gemindert werden und die geistige Arbeitsfähigkeit der Arbeiter Außer der socialdemokratischen Presse nie- reserviert oder höchstens für einen Mieter, der in der Lage ist, eine Schaden erleiden könnte. Ihr Interesse daran wird aber um so ge= mand! Extrapacht dafür zu zahlen. Die Berliner Kinder stürzen sich daher ringer, je mehr neue Absakgebiete im Auslande, insbesondere in noch mit einer wahren Gier auf jedes bißchen Sand, das sich ihnen zeigt. nicht der fapitalistischen Wirtschaftsweise erschlossenen Gebieten, dann wimmelt es auf dieser Oase in der Steinwüste alsbald Wenn irgendwo in einer Straße das Pflaster aufgeriffen wird, gefunden und je überflüssiger zur Herstellung der Ware geistige von Kindern, die Bildung der gesamten Arbeiterklasse durch neue maschinelle Ermitten zwischen den arbeitenden Steinfindungen geworden zu sein scheint. Die Weltmachtspolitik figelte segern, den Gasanstalts-, Kanalisations- oder WasserwerksarbeiternDie Preßorgane aller übrigen Parteien aber sind laue oder in dem Sand buddeln", Löcher wühlen, Berge aufhäufen 2c. Für die Unternehmerklasse, durch staatliche Zwangsmittel die begeisterte Freunde des Zuchthausgesetzes. Sieht man von den Or- unsere städtische Partverwaltung sollte das ein Fingerzeig Arbeiterklasse in ihrem Streben nach Befferung ihrer Lebenslage zu ganen des Großunternehmertums ab, die an dem vorliegenden Monstrum sein, auf den hindern. Dem Einfluß der Kapitalistentlaffe ist es gelungen, das höchstens bedauern, daß es nicht noch mehr Zuchthausparagraphen bisher diesem Zwede dienstbar gemacht werden. Mancher von ihnen Buddeltrieb der Jugend mehr " Schreckgespenst" zur Welt zu bringen. Die Zuchthausvorlage ist da. höchstens bedauern, daß es nicht noch mehr Zuchthausparagraphen Stücksicht zu nehmen. Die Schmudpläge sollten mehr als Der Inhalt der Zuchthausvorlage bedeutet trog der gegenteiligen Be- enthält, so giebt ein großer Teil der übrig bleibenden Blätter sich weist recht ansehnliche Rasenflächen auf. Da ließe sich sehr wohl ein bauptung in den Motiven die völlige Preisgebung der förmliche Mühe, zu beweisen, daß der Gesezentwurf lange nicht so ledchen erübrigen, wo ein Sandhaufen aufgeschüttet werden tann. Koalitionsfreiheit, ja darüber hinaus eine ausnahme- schlimm sei, wie zu erwarten war, daß einzelne Bestimmungen und an Stelle des Mittelstückes, das die meisten unserer Schmuckpläge cechtliche Stellung der Arbeiterklasse, die noch immerhin eingehender Erwägungen wert wären, daß ja auch der ziert, sähe gewiß und im Grunde nicht mit Unrecht- mancher weit über den Inhalt des Socialstengefeßes hinaus Arbeitgeber darin mit dem gleichen Maße gemessen werde, wie Kinderfreund auch lieber einen Spielplatz. Die Berliner geht. Wird diese Vorlage Gesetz, so hat damit die Gesetzgebung der Arbeitnehmer, und was der beschönigenden Floskeln und Redens- Schmuckpläße würden dadurch allerdings etwas anerkannt, daß der Arbeiter Untergebener, Höriger des Arbeitgebers arten mehr sind. Eine scharfe Aeußerung gegen den neuesten bon bem sein soll, der bei dem geringsten Versuch, sich gegen die Arbeits- Knebelversuch ist in dieser, naturgemäß den Unternehmervorwiegend dekorativen Charakter bedingungen aufzulehnen, die ihm die Unternehmerklasse bittiert, interessen dienenden Presse nur selten anzutreffen. einbüßen, den sie dem„ Salon" der ,, oberen ins Gefängnis oder ins Zuchthaus wandern kann. Zehntausend" oder der guten Stube" des Mittelstandes" ähnelnd Mit dem Arbeiter diejenigen, die für seine Interessen in Nede oder Schrift einUnd die sogenannte parteilose Presse, die für den Ar- bedürfnis der Jugend mindestens ebenso sehr heute aufweisen. Aber muß nicht auf das Spiel treten. Die juristische Verklausulierung des Gesetzes vermag über beiter weit mehr in Betracht kommt als die Presse aller bürgerlichen ti csicht genommen seinen Inhalt nicht zu täuschen. werden, wie auf die Parteien zusammen genommen? Betrachten wir uns den Lokal ästhetischen Wünsche der Erwachsenen? Man Es gilt, den Kampf gegen dieses Gesetz und für volle Anzeiger", der ja dant dem in weiten Streisen herrschenden braucht nicht gleich zu befürchten, daß die Pläge deshalb liderlich Koalitionsfreiheit aufzunehmen. Dieser Kampf ist ein Kultur- Indifferentismus auch im Proletariat noch viele Tausende und schmußig aussehen würden. Wenn die Sandhaufen mit Schippe tampf in des Wortes bester Bedeutung. und Besen gut zusammengehalten und regelmäßig mit einer Gieße: Straßenpaffant taum etwas daran auszusehen haben. Die Kosten fanne besprengt werden, dann dürfte auch der ordnungsliebendste tönnen nicht hoch sein. Eine Vermehrung des Personals der Straßen derer von Stumm geplant werde. Lokales. Wenigstens niemand, auf die sie sich st üzen kann. Denn die paar fortschrittlich- demokratischen Blätter, die das Buchthausgesez rüd haltlos verurteilen, bleiben von so unwesentlichem Einfluß, daß sie nicht weiter in Betracht kommen. von Lejern hat. " Unsere Schmuckplätze " " um Die Beschränkung des Koalitionsrechts beschränkt nicht nur die persönliche Freiheit des Arbeiters; sie leistet auch dem Arbeitswucher, Getreu seiner Gepflogenheit sucht das unparteiische" Blatt auch der Ausbeutung der Arbeiter in hohem Grade Vorschub. Der ein- den neuesten Schlag gegen die Arbeiterschaft als harmlos hinzeine Arbeiter ist der wirtschaftlichen lebermacht des Arbeitgebers zustellen, ja es fehlt nicht viel daran, daß es das Zuchthausgeset reinigung bezw. der Partverwaltung um ein rundes Dußend würde nicht gewachsen. Erst durch Zusammenschluß mit seinen Kameraden als eine Art Wohlthat für die Arbeiter mundgerecht macht. Der mehr als ausreichend sein, um die doppelte oder dreifache Zahl fann er bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Bei dem Handel Leitartikel, den der„ Lokal- Anzeiger" unter der bezeichnenden von Plätzen täglich begehen und in Ordnung bringen zu lassen. um die Höhe des Lohnes für die von ihm verdungene Arbeitskraft Ueberschrift„ Der Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" bringt, Man verweise die Jugend nicht ausschließlich auf die größeren muß der Arbeiter wie jeder Verkäufer von jeder äußeren Beschließt mit folgenden, für seinen Standpunkt überaus bezeichnenden Bartanlagen in den Außenbezirken. Sie sind für die schränkung befreit sein." In diesem Sinne", führte vor 33 Jahren Worten: Der Gesekentwurf bezwedt, Sonne und leineren Kinder der meisten Stadtgegenden Preußens Regierung aus, ist es von Wert, daß die Arbeiter in der ind gerecht zwischen Unternehmern und Arbeitern mal für die, denen keine Begleitung und Aufsicht mitgegeben werden Bereinigung die Straft suchen können, welche dem einzelnen abgeht wegen ihrer weiten Entfernung unerreichbar, zuund durch die Androhung gemeinschaftlicher Arbeitseinstellung ein au teilen." " richtigeres Verhältnis in der Berechnung des Lohnes zum Unter- Wir denken, daß diese Empfehlung des Zuchthauses vollkommen Kinder viel zu wenig berücksichtigt. Im Friedrichshain z. B. giebt es, fann. Im übrigen wird selbst in den Parks der„ Buddeltrieb" der nehmergewinn herbeizuführen suchen." Hente, nach 33 Jahren, schlägt genügt, um dem denkenden Teil der Arbeiterschaft über die hier abgesehen von mehreren Fledchen mit Sandhaufen, einen ziemlich die Reichsregierung vor, unter grundsäglicher Anerkennung der abermals zu Tage tretende Boltsfeindlichkeit des Lokal- umfangreichen Hügel, der den Kindern zum„ Buddeln" überlassen ist. Koalitionsfreiheit" die volle Ausübung der Koalitionsfreiheit der Anzeigers" die, Augen zu öffnen. Arbeiter mit Gefängnis und Zuchthaus zu bestrafen! Das volle, Dieser Hügel gleicht an schönen Sommernachmittagen einem unungehinderte, freie, gegen jeden Angriff, er komme, von wem er will, daß die Arbeiterklasse nur in ihrer eigenen, in der socialdemo Schlagend ist durch dies Verhalten aufs neue bewiesen worden, geheuren Ameisenhaufen. In schier unentwirrbarem Knäuel krabbeln auf ihm die Kinder durcheinander, so daß das Wort vonr. gefügte Koalitionsrecht ist eine innere Notwendigkeit für tratischen Preise einen Verteidiger ihrer Interessen hat. Und nicht treten können" hier buchstäblich zur Wahrheit wird. Hier Arbeitsverhältnisse, die durch einen rechtlich freien Vertrag von rechtlich freien Arbeitern geschlossen werden. Dem Arbeiter die jocialdemokratische Presse wird diesen Kampf, der die wenigen Kinder wird es zu einer Gesundheitsschädigung. Der Friedrichshain hört denn auch das Spiel auf, eine Erholung zu sein; für manche das freie Recht der Koalition durch Gesetzgebung, Verwaltungs- Rechte der Ausgebeuteten und das Ansehen der deutschen Nation er ist reich an weiten Rasenflächen. Sollten da nicht etliche Quadratmaßregeln, Rechtsprechung oder Zwang jeitens der Unterhalten soll, rückhaltlos und mit ganzer Straft aufruten übrig sein, um noch ein paar solcher Kinderspielpläge zu nehmerschaft oder sonstwie nehmen heißt: dem Arbeiter das nehmen. Dazu bedarf fie aber der unausgesetzten Unterstügung schaffen? Dasselbe gilt für den Humboldthain und noch mehr für Von Mit dem Abbruch der Ravené'schen Wohn- und Speicher gebäude in der Wallstr. 92 bis 94a ist jegt begonnen und damit ein sehr wichtiger Schritt zu der sehulichst erwarteten Verbreiterung der Straße gethan worden. Die Petroleum Laternenanzünder beschweren sich darüber, daß ihnen die Zulage von 5 M. monatlich, welche die Gasanzünder erhalten haben, nicht gewährt worden ist, obgleich ihre Arbeit viel schiverer und schmußiger ist, als die der erwähnten Kollegen. Hoffentlich sorgt man in kommunalen Kreisen dafür, daß auch den Petroleummännern, die zum Teil über 25 Jahre im Dienst find, ihr Recht werde. Für das Schmiedehandwerk tritt, soweit Berlin und die Vororte in Betracht kommen, zum 15. August die 8 wangsinnung in Kraft. Aus den Nachbarorten. Die Lokalfommission von Nummelsburg. Eine feiten find". Gründe legte nochmals die dar, die für den Beschluß in es, daß vom 13. April sprachen, und rügte 9 den Treptower Park, in dem wir bisher überhaupt keine Sandhaufen| Billing u. Violet Gjekt Attiengesellschaft) ein umfangreicher Brand| bekanntlich in dem Specialfriege gegen den Gastwirt Lindenhayn für Stinder entdeden konnten. Die Barfanlagen wie die Schmud ausgebrochen war. Als die Wehr anlangte, standen die beiden oberen in Grünau eine gerichtliche Niederlage um die andere zu erleiden. plätze machen den Eindrud, als ob die Partverwaltung die Stodiverte, samt Dachstuhl, teilweise in hellen Flanımen. Um dem Als der Amtsvorsteher sah, daß es ihm auf diese Weise nicht gut Fürsorge für das Spielbedürfnis der Kinder als Feuer erfolgreich beikommen zu können, mußte der Angriff über zwei möglich sei, den Gastwirt zur Beigerung der Hergabe seines Lokals eine lästige Pflicht empfindet, der sie nur wider- mechanische Leitern hinweg unternommen werden. Erst nach fast drei- an Socialdemokraten zu bewegen, versuchte er es auf dem Verwillig und nur im allerbescheidensten Umfange stündiger Arbeit war die Gefahr beseitigt. Der entstandene Schaden waltungswege. ist sehr beträchtlich, da auch wertvolle Maschinen vernichtet wurden. Am 26. November vorigen Jahres und ebenso drei Tage darauf nachkommt. Es ist jedoch Aussicht vorhanden, daß der Fabrikbetrieb bereits in schickte v. Oppen an Lindenhahn Buschriften, in welchen das Gegen Mittag er Verbot enthalten war, einem bestimmten Vereine sein Lokal Eine Versammlung der Mitglieder der Volks- Kranken- acht Tagen wieder aufgenommen werden kann. Gegen Mittag er Verbot enthalten war, kaffe"( E. H. 126) findet Montagabend 8 Uhr bei Nümann, folgte Alarm nach Wildenowstraße 16. Hier war in einem zur Benutzung zu überlassen und ferner überhaupt noch TanzluftWegen Brunnenjtr. 188, statt. Der Anwalt der Mitglieder, Dr. Her 3- Betroleumteller Feuer ausgebrochen, das aber glüdlicherweise erstidt barkeiten von Vereinen in seinem Lokale zu dulden. nicht an Widerspruchs hiergegen wurde Lindenhayn werden konnte, bevor es die Delvorräte erfaßte. Donnerstagabend des feld, wird über die Lage der Kaffe 2c. Bericht erstatten. sondern an den Kreisausschuß gewiesen. Eine Vorbesprechung von Mitgliedern der bekannten verkrachten war Lorgingstraße 32 ein Zimmerbrand abzulöschen, der eine das Gericht, sondern Selbstverständlich kehrte der Gastwirt sich nicht an diese, zum UeberSilfstassen ist für Sonntagvormittag 9 Uhr bei Wilte, Andreas ganze Zimmereinrichtung einäscherte. fluß noch mit einer Strafandrohung von 50 m. versehenen Verstraße 26, anberaumit worden. fügung, doch hatte er immerhin die Mühe, wegen Aufhebung der Eine Erweiterung des jüdischen Krankenhauses in der, midis Maßnahmen beim Kreisausschuß klagen zu müssen.spars Anguststraße ist von der jüdischen Gemeindeverwaltung in Aussicht In Rummelsburg hat die Arbeiterschaft einen beachtens denn wie zu erwarten war, hat der Streisausschuß die Oppenschen Das bedeutete abermals ein Malheur für den Amtsvorsteher, genommen. Die Anstalt wurde im Jahre 1864 erbauten bifchen: verten Erfolg, errungen, indem der Birt des Lokals Café Verfügungen als das was fie find, nämlich als unge jeglid Krankenhauses für Berlin befürwortet, indem darauf hingewiesen Bellevue, Herr Robert Liebing, ſich verpflichtet hat, die beteiten bezeichnen, dem flagenden Gastwirt recht geben und die wird, daß die Terrainschwierigkeiten einen durchgreifenden Umbau fannten Forderungen der Lokalkommission zu erfüllen. Nachdem somit kosten dem beklagten Amtsvorsteher auferlegen müssen der bestehenden Anstalt unmöglich machen, es auch gut wäre, das auch das prächtigste Lokal am Orte für Versammlungen frei geHerr v. Oppen gab übrigens das Spiel von vornherein verKrankenhaus in eine ruhigere Stadtgegend zu verlegen. worden ist, stehen der Arbeiterschaft dort alle Säle zur Verfügung Toren, denn er hielt es für eine vergebene Mühe, die in der Klagemit alleiniger Ausnahme des Restaurants Schälicke in der Haupt- schrift aufgestellten Behauptungen durch eine Gegenerklärung zu Straße 87, auf das aber gern verzichtet wird. widerlegen. Der Kreisausschuß erfamite die Maßnahmen des Amtsvorstehers schon deshalb für gefeßlich unzulässig, Nigdorf. In der Sigung der Stadtverordneten weil seine Annahme, daß es sich um öffentliche Tanzluftbarkeiten Versammlung vom 1. Juni wurde zunächst mitgeteilt, daß der handele, lediglich auf seiner Mutmaßung beruht, zu einem EinMagistrat der Bildung einer gemeinschaftlichen Deputation, die den schreiten der Polizeibehörde aber nur dann Veranlassung gegeben Schuß schulpflichtiger Kinder gegen schädliche Ausnutzung ihrer ist, wenn im Einzelfalle thatsächlich und erweislich die von den Arbeitskraft erwägen soll, zugestimmt und den Justizrath Vereinen beabsichtigten Bergnügungen öffentliche TanzlustbarBürdner zu ihrem Vorsitzenden ernannt habe. umfangreiche Debatte entfesselte die Verfügung des Magistrats, Für unsere Parteigenossen in Berlin ergiebt sich aus diesem durch die dem Eubmissionsbeschluß der Stadtverordneten vom Falle aufs neue, daß sie den Gastwirten im Amtsbezirk Alt- Glienicke 13. April 1899 die Zustimmung versagt wird. Die Stadtverordneten- in ihrer geseglichen Abwehr gegen die Maßnahmen des Herrn Versammlung hatte bekanntlich damals auf Antrag der Kommunal- v. Oppen nach vollen Sträften beizustehen haben. Es gilt durch Reformler und der Socialdemokraten beschlossen, daß in Zukunft an fräftige Unterstützung die alte Wahrheit zu befunden, daß gegen Arbeiten oder Lieferungen für die Stadtgemeinde Rigdorf, welche im die Socialdemokratie als die legitime Vertreterin des Rechts weder Submissionswege vergeben werden, die Mitglieder des Magistrats auf gefeßlichem noch auf gefeßlich unzulässigem Boden ein Kraut geMit dem gestrigen Tage ist die Gültigkeit der Hunde- und der Stadtverordneten- Versammlung sich nicht beteiligen wachsen ist. steuermarten von 1898/99 aufgehoben und die Fangbeamten dürfen. Der Magistrat begründet mun seine Zustimmungsfind angewiesen, die mit dieser Marke versehenen Tiere ohne weiteres verweigerung damit, daß dieser Beschluß über die Bestimmungen In Adlershof ist Herr Wegel aus der Gemeindevertretung fortzufangen. Die neuen Marken, die von weißer Farbe und in der Städte- Ordnung hinaus in die persönlichen Rechte der Stadt- ausgeschieden. Es sind nächstens drei Gemeindevertreter zu wählen. Lyraform, find jedoch zum großen Teil noch nicht ausgegeben, verordneten und der Magistratsmitglieder und Die legte Sigung der Gemeindevertretung schlug 488 M. 13 Pf. eingreife da die mit der Einziehung der Hundesteuer beauftragten Erheber somit das Gesetz verlege. Zu der Verfügung des Magistrats rückständiger Steuern nieder. Bereits zum sechstenmal wurde dann mit Arbeiten überbürdet sind und der Einziehungspflicht nicht ge- sprach als erster Redner der Genosse Rezeran. Er die Regulierung und Pflasterung der Helbigstraße beschlossen, ebenso nügen fonnten. Recht hübsche Zustände. die der Radickestraße. Dem Vorsteher wurde aufgegeben, sich mit Ser den einzelnen Adjazenten in Verbindung zu setzen. Als Entschädigung Eine große Ueberraschung gab es gestern, morgens um 714 Uhr, in einem Wagen der elektrischen Straßenbahn Treptow- Bwischenzeit eine Lieferung submissionsweise an den für den Armenarzt setzte die Gemeindevertretung den Betrag von Behrenstraße. In der Wienerstraße, in der Nähe des Görlizer Stadtverordneten Otto vergeben sei, obwohl eine 200 M. feft. Die Stellung eines Schularztes soll dem Arzt Bahnhofes, schenkte plötzlich während der Fahrt die Frau des offizielle Beanstandung jenes Beschlusses der Stadtverordneten noch Dr. Ehrmann angeboten werden; als Honorar für Ausübung dieses Reisenden Richter, die aus der Sommerfrische zu Treptow in die nicht vorgelegen habe. Es komme ihm so vor, als habe man den Amtes sind gleichfalls 200 M. angesezt worden. Einen Antrag des Stadt fuhr, einem träftigen Knaben das Leben. Der junge Welt- Beschluß der Stadtyerordneten- Versammlung durchbrechen von Berlin nach Adlershof übergesiedelten Rektors D., ihm seine bürger, der jedenfalls im Zeichen des Verkehrs steht, schien mit den wollen. Es wäre besser, wenn der Magistrat nachgäbe, denn Berliner Wohnungsmiete zum Teil zu ersetzen, lehnte die BerEinrichtungen, die er bei seinem Eintritt in das Leben vorfand, nicht sonst bliebe nichts übrig, als in der Versammlung fortwährend fammlung ab. zufrieden zu sein. Pankow. Nachdem am 1. Mai der Genosse Emil Bilz Wenigstens schrie er aus Leibeskräften. Der gegen einzelne Personen vorzugehen. Im übrigen möchten sich die Schaffner nahm den überzähligen Gast ohne Fahrschein bis zur in Betracht kommenden Stadtverordneten vor Augen halten, daß verstorben, folgte ihm am 30. Mai seine seit vier Jahren an einer nächsten Haltestelle am Görlizer Bahnhofe mit. Dort erhielten auf fämtliche Berliner Stadtverordneten es selbstverständlich fänden, sich unheilbaren Krankheit leidende Frau nach. Infolge des langen der Rettungswache Mutter und Kind ärztliche Hilfe. Dann wurden nicht an städtischen Submissionen zu beteiligen. Wach Siechtums der Frau, sowie infolge mißlicher wirtschaftlicher Verfie in ihre Wohnung gebracht. Beide sind wohl und munter. fuchte in längerer Ausführung nachzuweisen, daß die vom Magistrat hältnisse zog sich Bilz, der früher eifrig für unsre Sache eintrat, von für seine Verfügung beigebrachten Gründe rechtlich unhaltbar jeien. der öffentlichen Thätigkeit zurück. Als Mitbegründer des hiesigen Der erste Bürgermeister Boddin trat beiden Rednern Arbeitervereins sowie als Vertreter im Gemeinderat hat er für entgegen. Der Magistrat habe die Zustimmung versagen müfien, uns gewirkt; die Genossen am Orte werden beiden Gatten ein weil es in dem Beschlusse der Stadtverordneten heiße, daß Stadt- ehrendes Andenken bewahren. verordnete und Magistratsmitglieder sich nicht beteiligen dürften. Das sei unzulässig. Besser wäre die Fassung gewesen, Einen Selbstmordversuch entsetzlicher Art machte eine welche die Socialdemokraten damals für den Rentnersfrau in der Kantstraße in Charlottenburg, nahe beim Eine jugendliche Brandstifterin aus Köpenick ist hier ver- Beschluß wünschten, die nämlich, daß an Stadtverordnete Boologischen Garten. Die Unglüdliche entkleidete fich vollständig haftet und in das Köpenider Gerichtsgefängniß eingeliefert worden. und Magistratsmitglieder feine Arbeiten. usw. usw. vergeben und legte sich ein großes Badetuch um, daß sie mit Petroleum ge Es ist dies die noch nicht fünfzehnjährige Ida Grunewald, welche werden sollen. Bei einer solchen Fassung hätte der Magistrat tränkt und angezündet hatte. Die Absicht, sich so ums Leben zu bei dem Rentier Penzkorn bedienstet war. Aus bisher noch un- in eine sachliche Prüfung des Beschlusses eintreten müssen, so habe bringen, konnte sie aber nicht vollführen. Das Tuch war faum umEinige Fragen des gelegt, als die Angehörigen herbeistürzten und das Feuer erstickten. bekannten Motiven hat das Mädchen versucht, die Behausung des er aber davon Abstand nehmen können, Benzkorn in Brand zu stecken, nachdem sie zuvor Treppen und einen Genossen Mitschke wurden vom Stadtbaurat Weigand dahin beant- Mit zahlreichen Brandwunden bedeckt wurde die Verlegte in das Holzvorrat im Keller mit Petroleum getränkt hatte. Die Unthat wortet, daß bei der Submission, die für den Stadtverordneten, Steinfeg- städtische Krankenhaus in Charlottenburg gebracht. Die unglüdliche wurde glücklicherweise entdeckt, bevor das Feuer weiter um sich ge- meister Otto, günstig ausfiel, alles ordnungsmäßig vor sich gegangen Frau befindet sich bereits wieder auf dem Wege der Besserung, so griffen hatte. Nach vollbrachter That war die Brandstifterin nach sei. An der weiteren Debatte beteiligten sich Abraham, der Bürger- daß ihr Leben außer Gefahr ist. Berlin gefahren, woselbst sie verhaftet wurde. Es scheint hier einer meister, Wilschte, Belß und mehrmals der Genosse Regerau. Herr der rätselhaften Fälle von Pyromanie vorzuliegen. Wilschte erklärt, in Zukunft bei öffentlichen Submissionen der Die Herstellung einer Promenaden- Brachtstraße entlang der Gemeinde Offerten nicht mehr abgeben zu wollen. Bei engeren Grenze zwischen Schöneberg und Steglig, von der neu er In einer Gastwirtschaft wurde gestern abend der Kaufmann Submiffionen würde er dagegen schon aus Anstandsrüdsichten der bauten Friedenauer Brüde im Zuge der Saarſtraße ausgehend und Josef Krüger aus Leipzig vom Tode ereilt. Krüger, der sich in Aufforderung, eine Offerte zu machen, nachkommen. Schließlich am Südender Bahnhof endigend, wird in der vom Schöneberger Berlin aufhielt, um Holzeinkäufe zu machen, fiel um 6 Uhr auf dem wurde einstimmig beschlossen, die Angelegenheit einer gemischten Magistrat geplanten Weise nicht zur Ausführung kommen. Der Kottbuserdamm unwohl um. Ein Schußmann brachte ihn in die Kommission zu überweisen. Die Versammlung delegierte die Ge- Magistrat hatte mit der Gemeinde Stegliz ein Abkommen getroffent, Gastwirtschaft von Walkhoff am Kottbuferdamm 41, wo man fich nossen Reterau, Wach und Mitschke, sowie die Herren dem die Stegliger Gemeindevertretung auch zustimmte, wonach die feiner annahm. Um 7/2 Uhr verschieb er jedoch plöglich an einem Poppe, wilschte, Rahmig, Schmidt, Abraham in Stadt Schöneberg die Herstellungskosten übernehmen, während Herzschlag. Steglig nur die Hälfte der Unterhaltungstoften tragen sollte. In die Kommission. Verschwunden. Am 7. Mai begab sich der Maschinist Friedrich Unter Algemeines" verlangte der Genosse Mitschke, daß der lezten geheimen Sigung der Stadtverordneten Versammlung blentel aus Müllrose nach Stezin bei Schwedt a. D., um bei der für die Fortschaffung der Pflastersteine von den Trottoirs der wurde die Zustimmung zu dem Projekt des Magistrats nicht erteilt, dort einen Bau ausführenden Berliner Firma B. Hübner wegen Be- Biethenstraße gesorgt werde. Die hier seit dem Ausbruch des die Vorlage vielmehr an den Ausschuß zurüdverwiesen mit der schäftigung anzufragen. Nachdem er sich drei Tage auf einem dort Steinfeger- Streits hochaufgeschichtet liegen gelassenen Steine störten Maßgabe, ein neues Projett vorzuschlagen und hierbei eine Berarbeitenden Bagger ohne Beschäftigung aufgehalten hatte, verließ er die Basiage und gefährdeten Leben und Gesundheit der Anwohner, längerung der Knaußstraße ins Auge zu faffen. 4 ton denselben, da er keine Arbeit erhalten fonnte. Seit dieser Zeit nun insbesondere der Kinder. Es sei schon dem Bürgermeister eine mit Der alte Reichsglöckner Joachim Gehlsen ist gestern bor ist er verschwunden. Wohin er sich gewandt, ist seinen Angehörigen 65 Unterschriften rechene Petition der Anwohner übergeben mittag auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in feiner Wohnung unbekannt; fie befürchten, da er bis zur Beit nerventrant geworden. Der Unternehmer, Steinſegmeiſter Otto, müßte veranlaßt Kaiser Friedrichstraße 93 zu Charlottenburg verhaftet worden. wesen, daß ein Rüdfall seiner Krankheit eingetreten oder ihm werden, die Steine fortzuschaffen. Der Stadtverordneten Vorsteher Eine Korrespondenz will wissen, daß es sich um„ Erpressung" handle, sonst ein Unfall zugestoßen ist. Senkel hatte einen Holztoffer, Sander stellte dem anwesenden Stadtbaurat anheim, Mitschkes Be- die Gehlsen in dem von ihm herausgegebenen Wochenblatte be feine Sachen enthaltend, bei sich, auch von diesem fehlt bisher jede schwerde zu berücksichtigen.hi Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 16. Mai wurden in einem Hause der Oranienstraße 5-600 16% Centimeter lange und 51/2 Centimeter breite gestanzte Weißblechplatten gefunden. Die umbefannten Eigentümer wollen sich an den Wochentagen in den Stunden von 9 bis 12 Uhr im Zimmer 36 des Polizeipräsidiums melden. gangen hätte. und Git rt szedita Spur. Polizeilich wird er auch seit längerer Zeit vergeblich gesucht. Schöneberger Schulärzte. Die Anstellung derselben geschieht Die in Spandan beobachteten Gebäude Erschütterungen Im Verfolgungswahn sprang gestern in der achten Morgen- nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung durch den Ma: meint man auf die ungeheure Kraftwirtung einer hydraulischen stunde der 32 Jahre alte Metalldreher Adolf Borchert aus der gistrat. Jedem Schularzte werden zur Ueberwachung zwei Bresse zurückführen zu sollen, welche in der königlichen Geschüßgießerei Gartenstraße 40 am Schlütersteg in die Spree. Der Unglüdliche Schulen überwiesen. Die Schulärzte haben die Aufgabe, die im Betriebe ist; diese Fabrit ist dem Hamburger Bahnhofe und dem glaubte, daß man ihn erstechen wolle. Ein Schußmann der Strom- neu eintretenden Kinder auf ihre Schulfähigkeit, auf von den Erdschwankungen Heimgesuchten Stadtteil benachbart. Inpolizei rettete ihn und ließ ihn durch einen Beamten des 5. Reviers törperliche und geistige Beschaffenheit und auf ihren folge von Vorstellungen der davon betroffenen Hauseigentümer und nach der Charité bringen. Einen Abschiedsbrief an seine Frau allgemeinen Gesundheitszustand zu untersuchen, sowie sie mieter hat die Fabrikdirektion den Nachtbetrieb des hydraulischen hatte der Kranke vor dem Selbstmordversuch in einen Brieftaften dauernd zu beobachten und die gesundheitlichen Verhältnisse Breßwertes einstellen lassen; dasselbe ist bis auf weiteres nur noch gesteckt. sämtlicher Schulräume zu überwachen. Der Arzt hat am Tage im Betriebe. ferner jedes Kind, welches zur Aufnahme in die Schule anGroße Aufregung verursachte gestern Nachmittag in der vierten gemeldet werden soll, vor der Anmeldung auf seine Schulfähig Ein schauriger Fund wurde vorgestern auf dem nördlichen Ge Stunde ein vermeintlicher Einbrecher in dem Hause Ackerstraße 163. feit zu untersuchen. Nach etwa halbjährigem Schulbesuche findet leise der Ringbahn unweit des Bahnhofs Charlottenburg gemacht. Durch den Waschkeller drang ein Mann in die Kellerwohnung des eine genaue Untersuchung des Kindes auf seinen törper- Der die Strecke revidierende Bahnwärter Becker fand dort zwischen Hausreinigers Häring ein, in der sich gerade niemand befand. Eine lichen und geistigen Gesundheitszustand statt. Dieser Befund ist in den Geleisen liegend die Leiche eines etwa 40jährigen Mannes, dem Nachbarin hörte sein Geräusch und holte Häring, der sich auf dem einem Gesundheitsschein zu verzeichnen. Der Schularzt hat alle der Stopf völlig vom Rumpfe getrennt und mehrere Meter weit Hofe befand, herbei. Inzwischen war auch schon Frau Häring vom 14 Tage wenn ansteckende Krankheiten auftreten, häufigeran fortgeschleudert worden war. In dem Toten wurde der in der KirchBoden heruntergekommen. Sie fand den Eindringling nadt im einem mit dem Leiter der Schule vorher vereinbarten Tage straße 6 zu Charlottenburg wohnhaft gewesene Arbeiter Ferdinand Bette liegen, nachdem er einen Teil der Wohnungseinrichtung die ihm zugeteilten Schulen zu besuchen. Bei diesen Besuchen Meyer refognosciert. Es liegt unzweifelhaft ein bis jetzt unzerschlagen hatte. Den Hausgenossen gegenüber, die nun werden die Kinder in Bezug auf ihre törperliche Haltung und ihren motivierter Selbstmord mittels Ueberfahrens durch einen Zug vor. auf das Geschrei der Leute herbeigelaufen tamen, weigerte Allgemeinzustand beobachtet und zunächst einer äußeren sich der Mann, die Räume zu verlassen, da er sich in seiner Revision unterzogen. Erscheinen einzelne Kinder einer ge- Der Arbeiter- Raucherbund feiert am Sonntag, den 11. Juni, eigenen Wohnung befinde. Nun erkannte man, daß man einen naueren Untersuchung bedürftig, oder wünscht der Klaffenlehrer eine im Lokale Schloß Weißensee sein drittes Sommerfe. Der Geistestranten vor sich hatte. Zwei Schußleuten, die gerufen solche, so ist diese im Sprechzimmer vorzunehmen. Gesuche der Vorstand will dasselbe zu einem Volksfest gestalten und hat sich der wurden, leistete der Mann heftigen Widerstand. Nur mit Mühe ge- Eltern um zeitweise 8urüdstellung ihrer Kinder Mitwirkung von Mitgliedern des Arbeiter Turnerbundes, des lang es, ihm seine Kleidung wieder anzuziehen und ihn nach der vom ersten Schuluntereicht sind dem Schularzt zur Schwimmklubs Vorwärts, verschiedener Liedertafeln 2c. verfichert. Bache des 11. Polizeireviers in der Invalidenstraße zu bringen. Entscheidung vorzulegen. Die ärztliche Behandlung ertranfter Die Musik wird von der Freien Vereinigung der Civilberufsmusiker Ueber seine Persönlichkeit verweigerte der Unglückliche, ein Mann in Schultinder ist nicht Sache des Schularztes. Bei den ausgeführt; auch ist ein großes Feuerwerk vorgesehen. Der Eintrittsden zwanziger Jahren, jede Auskunft.djunto Besuchen des Schularztes find gleichzeitig auch die Schulräume einer preis beträgt nur 20 Pf. Beim Spielen ertrunken ist vorgestern nachmittag um vier Uhr Brüfung zu unterziehen. Außerdem find mindestens einmal im der sechs Jahre alte Sohn Erich des Pförtners Höhne aus der Sommer und einmal im Winter sämtliche Räume des SchulStephanstr. 39. Der Knabe spielte mit seiner Schwester an der Hauses zu revidieren. Die Schulärzte haben bis spätestens zum Lessingbrüde an einem Geländer, das von einer früheren Bade- 15. Mai über ihre Thätigkeit in dem abgelaufenen Schuljahre dem Anstalt noch stehen geblieben ist, fiel ins Wasser und ging unter, Einzelberichte sind mit einem furzen übersichtlichen Gesamtbericht Anstalt noch stehen geblieben ist, fiel ins Wasser und ging unter, ältesten Schularzte einen schriftlichen Bericht einzureichen. Diese bevor man ihm hilfe bringen konnte. In der Berliner Bockbrauerei treten heute zuerst die No B: bis spätestens 1. Juni der Schuldeputation vorzulegen. Ungesehliches vom Amtsvorsteher v. Oppen. Ein Unglüd Feuerbericht. Freitag früh 5 Uhr wurde ein größeres Lösch über das andere tommt über den Amtsvorsteher v. Oppen in aufgebot nach Cubrystr. 20 gerufen, wo in der im zweiten Stod Adlershof. Dieser wegen seines Ordnungstampfes gegen die des Quergebäudes befindlichen elektrotechnischen Fabrit vormals Socialdemokratie in Arbeiterfreisen hochgeschäzte Mann hatte Hausbefizern zu gute getommen find. weiner Sänger auf. Der unheilvolle Einfluß, den die Hausbefizer in den Stadtverordneten- Bersammlungen ausüben und der ihnen durch das Gesetz gesichert ist, hat sich in Fürstenwalde recht drastisch bemerkbar gemacht. Die dortige Stadtverordneten Bersammlung hatte beStaats Einkommensteuer und 120 Broz. zu den Realsteuern zu ers fchloffen, für das laufende Rechnungsjahr 115 Proz. Zuschläge zur heben; der Bezirksausschuß hat aber eine anderweite Verteilung der Gemeindelaften gefordert. Der Aufsichtsbehörde erscheint eine stärkere Heranziehung zur Realsteuer notwendig, da viele der städtischen Eins richtungen und Verbesserungen der lezten Zeit in erster Linie den Gerichts- Beitung. Strahl getrennt hatte. Dieser wurde am Abend im Asyl für Obdach lose ermittelt und zur Haft gebracht. Bei der Fronleichnams: Prozession ereignete sich vorgestern in Mülheim a. Rh. ein bedauerlicher Unglüdsfall. Eine große AnDie Radfahr Ordnung gegen socialdemokratische Flugblatt Im Termine legte der Angeklagte sich aufs Leugnen, wurde zahl Nachen, sowie mehrere dichtbesepte Schiffe umtreiften, wie allVerbreiter. Auf einer Radtour, die der Parteigenosse Redacteur aber für überführt erachtet. Da er wegen eines früheren Diebstahle jährlich, ein größeres Schiff auf dem Rhein, auf welchem sich die Braun und mehrere andere Genossen aus Königsberg unter- bereits zu zwei Jahren Buchthaus verurteilt ist, so mußte auf eine latholische Geistlichkeit, sowie die Kommunionkinder befanden. Hiernommen hatten, um im Kreise Königsberg- Land Wahlflugblätter zu Bufasstrafe erkannt werden, die auf weitere drei Jahre Zuchthaus bei ramite ein Schiff gegen zwei Nachen an. Die Insassen stürzten berbreiten, waren sie auch nach is fa- haaten getommen. Als und die üblichen Nebenstrafen bemessen wurde. Hätte der erblich ins Waffer. Zwei Personen ertranten, die übrigen wurden gerettet. sie sich hier furze Zeit auf der den Ort durchschneidenden Chauffee belastete Verbrecher" nicht in die Frrenanstalt gehört? Alsdann neben den Rädern stehend aufhielten, forderte der Chaussee- Aufseher sie Manne in Streit. Er räumte ein, ihn auf,„ von der Straße zu gehen“. Genosse Braun geriet deshalb mit Mecklenburger Wolfsztg. zu melden: Der„ Rostoder Anzeiger" tiger Schreck, indeſſen gelang es, das Schiff, ans Land zu bugsieren Ueber einen aufsehenerregenden Juftizirrtum weiß die Joche weg. Der zahlreichen Baffagiere bemächtigte sich ein gewalInsassen dazu lich ware, bringt die" Rachricht, baß die Zodestrafe bes am 15. März und die Rettung der Sinſfaffen zu bewerkſteigen. zum Fortfahren zu bewegen, und betonte, daß es den Verkehr. Dienstmädchen& Alwine Bierus durch die Gnade Sr. Hoheit Während der Heimreise des Lloyddampfers Trier" von Südamerika zum Fortfahren zu bewegen, und betonte, daß es unmöglich wäre, dieses Jahres vom Schwurgericht zu Güstrowverurteilten Gelbes Fieber. Aus Bremerhaven wird berichtet: Ieisten haben. Er hindere auch Ein Verkehr auf der Chaussee gebindert, und jei. bor?" im " aus Der Aufseher sperrte Braun dann eine Stunde ein, und zwar des Herzog- Regenten jest in lebenslängliches Buchthaus um- find der zweite Offizier Stauff und der dritte Offizier Schnur am widerrechtlich, wie später selbst der Landrat in dem Prozesse Hüllessem zugegeben hat. Genosse Braun erhielt aber dennoch ein gewandelt" ſei. Die„ Mecklenburgische Boltszeitung" be- gelben Fieber gestorben. Trier" wurde hier in Quarantäne Strafmandat über seiner Zeit nicht gefolgt war. faig( 1) Mark, weil er dem Befehl des Beamten richtete das Mädchen zum über gode verurteilt wurde, folgendes: Schwurgerichts- Verhandlung, gelegt. He ga in Er eine Ober- Präsidialordnung Die Hauswirt Langklaas in Grube bei glissingen berichtet: Infolge Bruchs der pneumatischen Bremſe Ueber ein folgenschweres Eisenbahnunglück wird aus für Ostpreußen vergangen haben, welche erlassen ist zum Schuße des gegen Gefahren und nach der und wurde dort von einem idiotischen Knecht die Radfahrer allen Weiſungen der Aufsichtsbeamten& oige geſchwängert. 3hr Wochenbett hielt, fie, zu Rojtod in der Frauen fuhr gestern nacht der Poſtzug in den Wartefaal des Bahnhofs flinit Der Beſchuldigte beantragte richterlige, Cut- unit ab, moje bit be we aus der Stfinit entfajiem imo the Schaffner wurden getötet, awei Maſchiniſten bet ihr am 11. Oftober v. J. Mädchen geboren hinein, nachdem er Wände und Thüren zersplittert hatte. Zwei கு scheidung und erzielte auch beim Schöffengericht seine Frei nach ihren in Teterow wohnenden Eltern. Am anderen Tage wird, entgleiste Donnerstag abend vor der Station Klostergrab der Am 23. wurde sie entlassen und fuhr wurden schwer, ein Passagier leicht fprechung, das Landgericht als Berufungsinstanz ber: 24. Ottober, ging die Angeklagte von ihren Eltern fort, um, legte Wagen des Prager Personenzuges, stürzte um und wurde urteilte ihn dann jedoch zu einer Geldstrafe von fünf bei einer ihr bekannten Mark, indem es ausführte: wie sie sagte, ihr Kind Frau Radfahrer im Sinne der Verordnung sei jeder, der sich Sie ging über Thür- 30 Meter weit gefchleift. Die darin befindlichen 15 Bassagiere der sich dem Radfahrsport in Neukalen in Pflege zu geben. wurden leicht verlegt. hingebe, ganz gleich, ob er das Nad neben sich her führe, fow nach Lewigow und hat dann ihr Kind, das sie vorher oder ob er darauf fahre. Der Angeklagte habe aber den genährt, in den Scheidegraben zwischen Lewizow und Ueber bedeutende Betrügereien, durch welche verschiedene Sudow gelegt, worauf sie nach dem Dorf Grube ging und ihren Bankgeschäfte geschädigt worden sind, wird dem„ Berl. Tagebl." aus das umsomehr, Dienst wieder antrat. Am 27. Dezember wurde die Leiche des London gemeldet: Die Zweiganstalt der Oestreichischen Länderals sich Leute ansammelten, um Flugblätter entgegen zu nehmen. Stindes, welche in Fäulnis übergegangen und von Tieren angefressen bank in Paris wurde um 150 000, die Bank von Holland in AntDer Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, ein Radfahrer im Sinne der Ober- Präsidialordnung sei nicht, war, gefunden. Die Angeklagte giebt an, daß in dem Augen- werpen um 30 000 und die London and County Bant um 70.000 m. weg wwer es verstehe, Rad zu fahren, sondern jemand, der rabele, blide, als sie nach der That an einem Wasserloch vorbei- durch falsche Checks auf die Teschet Company in Braila betrogen. so lange, wie er radele. Der Straffenat des gegangen ist, ihr der Gedanke zum Selbstmord gekommen Die Gauner hatten mittels dieser Firma entwendeter Avise die geKammergerichts wies jedoch in seiner letzten Sigung die Revision Allein eine Stimme habe ihr zugerufen: Was hast Du nannten Banten vertrauensselig gemacht. mit der Begründung zurück, daß das Landgericht die Polizeiverordnung Gericht verurteilte die Angeklagte wegen Mordes zum Tobe." Diese in Egypten als peft verfeucht erklärt. Jufolge dessen findet die Da sei sie weiter gewandert in ihrer Angst. Das Der Schweizer Bundesrat hat die Stadt Alexandrien des Oberpräsidenten richtig angewendet habe..ob 20131998 Schilderung ist nicht berichtigt worden überdies lauteten die Be Ein verlassenes Hotel. Um das bekannte Hotel Töpfer richte der bürgerlichen Blätter fachlich ebenso- enthält also that- Berordnung betreffend das Einfuhrverbot von verdächtigen Waren am Karlsplatz handelte es sich in einem Prozesse, der gestern vor sächliches. Dann ist aber das Dienstmädchen das Opfer eines aus pestverseuchten Gegenden auch gegen Provenienzen aus dem der 139. Abteilung des Schöffengerichts stattfand. Der frühere Juftizirrtums geworden, da es augenscheinlich nur wegen Kindes- Hafen von Alexandrien Anwendung. langjährige Besizer desselben, der jezige Privatmann Otto Töpfer, ausjegung, die in diesem Falle mit Zuchthaus nicht unter dreihatte sich wegen fahrlässiger Körperverlegung zu verantworten. Im Jahren bestraft wird, und nicht wegen Mordes bestraft werden Frühjahre des vorigen Jahres befand der Besizer des Hotels fich fonnte. Unser Rostoder Partei- Organ hofft, daß sich Menschen in so vollzieher traurigen Lage, daß er ſchließlich den von Gerichts, freunde finden, die für die Verurteilte die Begnadigung durch geleerten Räumen den Rüden kehrte, das Haus verschloß fezen. und es seinem Schicksale überließ. Es war weder ein Verwalter noch ein Wächter vorhanden. Bald zeigten sich die Folgen. Die Staatlicher Schutz der Pastorenzunft. In Kassel besteht Stellerfenster wurden von mutwilliger Hand zertrümmert und das eine Renitentengemeinde", die sich von der reformierten Kircheneiferne Gitter, welches den Vorgarten einhegte, wurde nach und nach von gemeinschaft losgelöst hat. Bei der Sondergemeinde wirkt ein Pfarrer diebischen Händen abgebrochen, um als altes Eisen zum Trödler ide, der sämtliche theologischen Prüfungen bestanden hat und geschleppt zu werden. Nur einige Eisenstumpfe, welche zu entfernen auch von einem anderen Pfarrer der Renitentengemeinde ordiniert den Dieben zu zeitraubend und mühselig gewesen waren, ragten worden ist. Wide erhielt eine Strafverfügung, weil er auf einem der aus dem Erdboden hervor und bildeten für das Publikum an der Aufsicht und Verwaltung der Staatskirche unterstellten Kirchhofe an dem so belebten Ede eine ernste Gefahr. Es tamen denn auch ver- Grabe einer Glaubensgenossin geredet hatte, ohne sich erst von dem schiedene Personen zu Falle. Der zuständige Reviervorstand, zuständigen Pastor die Erlaubnis dazu einzuholen. Er sollte damit mittel Bolizeileutnant Schmidt, richtete wiederholte Anzeigen an eine der bekannten Regierungs- Polizeiverordnungen übertreten haben, das Polizeipräsidium, worin er im Interesse der öffent- wonach Laien auf den Kirchhöfen, die der Aufsicht und Verwaltung lichen Ordnung auf die unzuläffigen Zustände vor Töpfers Hotel der Kirche unterstehen, teine Reden halten dürfen. Das Schöffen Erbsen ihn das hinwies, der Eigentümer war aber nicht zu ermitteln. Endlich gericht sprach den Angeschuldigten frei, während Landgericht später gu von einer Geldstrafe wurde derselbe im benachbarten Friedenau ausfindig gemacht, und drei Mart mun konnten ihm die Anschreiben der Behörde zugestellt werden. verurteilte. Auf die Revision Wickes hin bestätigte das Bald darauf wurden denn auch die Eisenstumpfe entfernt und An- ammergericht das landgerichtliche Urteil mit folgender Be stalten getroffen, das Haus abzubrechen. Inzwischen war aber gegen gründung: In der hier angezogenen Verordnung sei jedoch nicht das Haus abzubrechen. Inzwischen war aber gegen die Rede von einer Genehmigung der Ortspolizeibehörde, sondern von schaftstammer- Notierungsstelle Löpfer von Störperverlegung gestellt worden. Sie war über einen der EisenIn dem an der Simbirsker Zweiglinie der Mostau- KafanBahn gelegenen Dorfe Sjutsum brach gestern nach dem Passieren eines Eisenbahnzuges Feuer aus, durch welches die halbe Ortschaft in Afthe gelegt wurde. Die erbitterten Bauern bewaren einen später vorbeifahrenden Zug mit Steinen, infolgedessen werden jetzt die Züge von Gendarmen begleitet. hau #hid it an Marktpreise von Berlin am 1. Juni 1899 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 16,20 15- Schweinefleisch Weigen Roggen Gutter- Gerste Hafer gut " gering Richtstroh 2, 1 kg 15,20 13,80 Kalbfleisch 13,40 12,80 Sammelfleisch 15,60 15,10 Butter " 15, 14,50 Gier 60 Stüd 1,60 1,10 1,80 1,60 1, 2,40 3,60 2, 14,40 14, Rarpfen 1kg 2, 1,2 Aale 2,80 1,40 " 87 2,60 1, " 40, 25, Hechte 2,20 1,20 " 50, 25, Bariche 1,60 0,80 436 70 30 6, Schleie Bleie 2,80 1,20 1,20 0,80 per Schod 12 2,50 Speisebohnen Linfen Kartoffeln, neue Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 Strebse do. Bauch 1,20 *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirtund umgerechnet vom Polizeipräsidium' " stalten gettiner 70jährigen Dame Strafantrag wegen fahrlässiger einer solchen des zuständigen Pfarrers. Es handele sich hier also um für den Doppel- Centner. erkannten †) Kleinhandelspreise. stumpfe gestolpert und hatte sich beim Fallen nicht unerheblich ver- als ein 2a ie anzusehen sei. Das sei aber der Fall, obwohl er Stumpfe gestolpert und hatte sich beim Fallen nicht unerheblich ver- eine ganz andere Sache. Auch komme es noch darauf an, ob der Beschuldigte Produktenmarkt vom 2. Juni. Roggen zog um 2 M. an und legt. Der Angeklagte gab eine Mitleid erregende Schilderung von seiner alle theologischen Prüfungen bestanden habe und ordiniert sei; denn schloß für Juli 146, W., für September 143 M. Weizen war trop reich gegenwärtigen Lage. Die Stadtbahn habe ihn zu Grunde gerichtet. Seit ein La ie im Sinne der Verordnung von 1878 jei jeder, der lichen und willigen Angebots inländischer Ware ebenfalls befeſtigt uns ihrem Beſtehen sei es mit seinem Hotel von Jahr zu Jahr rückwärts ge- nicht ein geistliches Amt an einer staatlich an- wurde für Juli um 1 M. höher, mit 161¼, für September mit 160% be gangen, er habe schließlich die Früchte vieljähriger, angestrengter Arbeit, betleide. Kirchengemeinschaft Die wertet. Safer blieb matt und gab 1 M. nach; Juli nottert 137 M. Mais gegen 600 000 M., zugefeßt. Jegt werde er von seinem Bruder war unverändert, 99 M. für Juliware. Rüböl verlor die während der unterhalten. Die Hauptgläubigerin, eine hiesige Bant, habe im Renitentengemeinde besize die staatliche Anerkennung nicht. jüngsten Tage erzielte Steigerung von 30 Pf. wieder. Spiritus be borigen Jahre die Subhastation seines Grundsticks beantragt und Der Schmied Herr Karl Fischer, Huttenstr. 5 resp. Rostocker- weste fich weiter mangels staufluft in absteigenber Preisrichtung: Coco gab ihm jedes Berfügungsrecht über dasselbe genommen. Er habe sich straße 1 erjucht uns mitzuteilen, daß er mit dem am Donnerstag um 10 Pf. nach und notiert 39,90 M., Lieferung wich um 20 Pf. und toftet per Juni 44,60 M., per Juli 45,20 M., per August 45,60 M. u und per Sep deshalb garnicht für berechtigt gehalten, bis zum Versteigerungs- unter Gerichtszeitung erwähnten Schmied gleichen Namens nicht tember 45,40 M. Berlins Getreide und Mehlzufuhren zu Wasser vom davon, daß ihm hierzu die Mittel gefehlt hätten. 1. Juni mittags bis 2. Juni mittags betrugen 367 Tonnen Weizen, 170 Tonnen Roggen, 103 Tonnen Hafer, 182 Tounen Gerfte, 1721 To. Mais, 1220 D.- Ctr. Roggenmehl. Kartoffelfabrikate. Feuchte Kartoffelstärte per 100 Kilogramm Brutto incl. Sad 10,30. Prima trodene Kartoffelstärke und Mehl 20,50 M. M. Kartoffelmehl 20,50. termine einen Berwalter oder Wächter einzustellen, ganz abgeſehen identisch ist. 19ed- Telied A Staatsanwalt Schütte hielt diese Entschuldigungsgründe keines Derlammlungen. bon neun KomSupra trodene Kartoflelstärle Witterungsübersicht vom 2. Juni 1899, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Swinembe. 768 NNW Wetter Temp. n. C 5° C= 4° R. Stationen stand mm Winds aparanba 764 richtung Windstärke Better Temp. n. 6. 23311 66.= 4° R. 2 heiter 76950 2beiter 769 WNW 3 heiter 13 6 wolkig 14 Petersburg 16 Cort 767 NNW 4Heiter 17 Dunst 16 Hamburg Wiesbaden 768 GO München Wien 2 polkent 18 Aberdeen 761 SSW 2wolfig 2wolfent 16 Paris wolfig 14 767 Still 7690 767 Still Wetter Prognose für Sonnabend, den 3. Juni 1899. Warm, teils heiter, teils woltig bei schwachen südwestlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Wetterbureau. Allen Freunden u. Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege Wilhelm Schröder infolge eines Unfalls am Sonn tag, den 28., verstorben ist. Am Sonnabend, den 27. Mai, verunglückte mein Arbeiter Wilhelm Schröder und starb infolge dessen am Sonntagnachmittag. wegs für stichhaltig. Kein Mensch habe das Recht, ein Haus ohne Aufsicht stehen zu lassen und es der Verwahrlosung anheim zu geben. Die ausständigen Steinseher hielten gestern nachmittag Der Angeklagte war nominell noch Eigentümer des Hauses und hatte 3 Uhr im Nümannschen Lokale eine Versammlung ab, um Stellung die Pflicht, dafür zu sorgen, daß es nicht in einen Zustand geriet, zu nehmen zu den Bedingungen, von denen die Innung ihrerseits wodurch die öffentliche Ordnung gefährdet wurde. Allerdings sei es die Anrufung des Gewerbegerichtes als Einigungsamt abhängig sehr bedauerlich, daß der gute Ruf, den das allbekannte Hotel gemacht. Danach sollen die Streifenden die Arbeit erst während seines langen Bestehens genossen, einen solchen Abschluß aufnehmen, und dann will die Innung das Einigungsamt finden müsse. Dem Geseze müsse Genüge geschehen, er beantrage anerkennen. In seiner Berichterstattung führte Knoll aus, daß ein gegen den Angeklagten mit Südsicht auf dessen Bermögenslage aber derartiges Verlangen als unbillig bezeichnet werden müsse und in nur eine Geldstrafe von 10 M. Der Gerichtshof trat den Aus- direktem Widerspruche mit dem Sinne des Antrages der Steiniezer stehe. führungen des Staatsanwalts bei und erkannte nach seinem Antrage. Wenn man das gewollt hätte, dann brauchte die Arbeit überhaupt nicht Gehört ein solcher Mann ins Zuchthaus? Ein abstoßendes eingestellt zu werden. Von einem Einigungsverfahren könne dann Bild aus dem Verbrecherleben wurde in einer Verhandlung vor überhaupt keine Rede mehr fein. Es handelt sich also um die Frage: Augen geführt, welche gestern vor der dritten Straffammer des Soll der Kampf weiter geführt werden oder nicht, und wie stehen unsere Berlin Landgerichts I stattfand. Der 30 jährige Arbeiter Ernst Krahl, Chancen jetzt und eventuell nach einer Wiederaufnahme der Arbeit? Da tönne es gar teinem Zweifel unterliegen, daß unsere Position jetzt eine ein schon vielfach vorbestrafter Mensch, hatte wiederum eine ganze weit günstigere ist, als wenn dem Verlangen der Innung stattgegeben Reihe Strafthaten begangen. Zunächst wurde die Frage seiner Zu- und eventuell dann von neuem die Arbeit eingestellt werden soll. rechnungsfähigkeit erörtert. Der medizinische Sachverständige, vor allen Dingen stehen aber die Dinge innerhalb der Innung der Sanitätsrat Dr. Leppmann, begutachtete, daß der An Einer seiner artig, daß der Ring jeden Tag gesprengt werden kann. Wir stehen geflagte zweifellos erblich belastet sei. Brüder fize im Gefängnisie, ein zweiter habe sich im nach wie vor auf dem Standpunkt der Einigung, aber nicht unter Gefängnisse das Leben genommen, sein Vater sei im Gefängnisse ge der Versammlung bekundete, daß diese Ausführungen der Ansicht aller der Bedingung, die die Innung daran knüpft. Der lebhafte Beifall storben. Außerdem leide der Angeklagte an Epelipsie und zeitweilig auftretenden Wahnvorstellungen, aber trotzdem(!) müsse er, wenn entsprachen. Es sprachen noch mehrere der Ausständigen in gleichem auch in etwas beschränkter Weise, die Verantwortung für die von Sinne. Für den Antrag, die Arbeit morgen( Sonnabend) früh auf zunehmen, erhob sich auch nicht eine Hand. Im Anschluß ihm begangenen Strafthaten auf sich nehmen können. Jm Dezember v. J. unterhielt der Angeklagte ein Verhältnis mit der an eine Mitteilung Knolls, daß die Innung eine Meistern zum Bürgermeister schicken amberehelichten B. in der Rüdersdorferstraße. Er brachte ihr einen mission Korb mit Inhalt, der von ihm bei einem schweren Diebstahl erbeutet wolle, um von diesem einen Aufschub der Arbeiten zu erbitten, worden war. Der Korb wurde unter dem Bett der B. versteckt. beschloß die Versammlung, ein Gleiches zu thun, und wählte zu Gelegentlich eines Besuches, den der Angeklagte der B. abstattete, ent- diesem Zweck die Kollegen Kopras, Peter und Knoll. Deswendete er ihr den Hausthürschlüssel. Als die B. nach einigen Tagen gleichen soll eine Denkschrift über die Ursachen des Streiks unzu später Stunde mit einem Begleiter nach Hause kam und in ihrer verzüglich allen Gemeindebehörden Berlins und der Vororte zudunklen Wohnung Licht machen wollte, hörte ihr Begleiter ein ver- geschickt werden. Mit einem brausenden Hoch auf die Durchführung dächtiges Geräusch. Es wurde ihm ängstlich, er bestand darauf, der Neunstundenbewegung wurde die Versammlung geschlossen. fofort hinausgelassen zu werden und die B. mußte seinem Wunsche Berichtigung. Es wird uns geschrieben: In dem Bericht nachkommen. Als sie wieder ihre Wohnung betrat, entdeckte sie, daß des Vorw." in der Dienstagnummer über die Versammlung der es müsse ein Minimalfremde Hände ihre Behältnisse durchwühlt und ihr mehrere Wert Bauarbeiter muß es heißen: fachen, barunter zwei Uhren, entwendet hatten. Sie ging auf den lohn von 60 Pf. pro Stunde( statt 35 Pf.) für die an Maschinen be- traurige Nachricht, daß unser lieber Metallarbeiter- Verband Flur und traf hier den Angeklagten, dem sie den Diebstahl auf den schäftigten Bauarbeiter angestrebt werden." Stopf zusagte. Der Angeklagte bestritt die Thäterschaft und erbot fich, mit ihr zur Wache zu gehen. Das Mädchen erwiderte, fie werde sich hüten, der Angeklagte wolle ihr wohl unterwegs eins versezen, daß sie für immer genug habe. Das kann ich ja auch gleich thun" erDer plattdeutsche Dichter Klaus Groth ist am Abend des wiederte der Angeklagte und zog ein geöffnetes langes Meffer aus der Tasche. Dem Mädchen wurde angst, der Angeklagte warf ihr 1. Juni, 80 Jahre alt, an Rippenfellentzündung gestorben. Bei der unheilverfündende Blide zu. Es gelang ihr, ihn durch gütliches Bu- Feier seines legten Geburtstages( 24. april) ist sein Leben und Die Kundgebungen, reden zu bewegen, das Haus zu verlassen. Am folgenden Tage Dichten eingehend von uns geschildert worden. lernte der Angeklagte in der Boltstüche den Töpfer 11. fennen, ber die ihm aus diesem Anlaß aus Deutschland, sowie aus Holland, Am 30. Mai, abends 81/4 Uhr, ver ihm flagte, daß er ohne Arbeit sei. Strahl erklärte, daß es ihm ein Blamland und Amerika dargebracht wurden, haben dem Dichter die schied nach schweren langen Leiden mein lieber Mann, der Metallschleifer Leichtes sei, Geld zu beschaffen. Er wisse ein feines Geschäft" in legte große Freude bereitet. Wilhelm der Große boykottiert. Die Oberzollbehörde in der Wollinerstraße. Dort betreibe eine Frau ein Weißwarengeschäft, Paul Bachmann fie sei stets allein im Laden. Er wisse auch, wo sie ihr Geld auf- epli z giebt bekannt, daß sie keine deutschen Goldstücke mit dem bet Sonntagnare foie Beerbigung bewahre. Sie wollten gemeinsam den Laden betreten, U. solle Bildnis Wilhelms 1. mehr annimmt, da dies über elf Jahre alte findet Sonntagnachmittag 31 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus Kirch etwas faufen und er werde dann schon den geeigneten Geld schon zu abgeschliffen sei. Hoffentlich geht wegen diefer hofes, Nixdorf, Hermannstraße, aus Moment abwarten, um einzuschreiten. Dem unbescholtenen Zuhörer Mißachtung der erhabenen und jedem arbeiterfeindlichen Deutschen statt. Um stille Teilnahme bittet graute vor seinem Begleiter. Er that, als ginge er auf den Plan heiligen Gestalt des verewigten Saifers die berühmte deutsch Frau Hedwig Bachmann, ein, wandte sich aber an das nächste Polizeibureau, als er sich von öftreichische Freundschaft nicht in die Brüchen . Vermischtes, not the to inch shole fembrassland au Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Juni, nach mittags 4 Uhr, vom Alten Rir dorfer Kirchhof, Berg und Kirchhofstraßen- Ecke, aus ftatt. Die Kollegen[ 398 b der Firma E. Schiegnik. Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die Sohn Willy int 20. Lebensjahre nach längeren schweren Zeiden am 2. Juni früh verstorben ist.[ 396b Um stilles Beileib bitten Wilhelm Roede und WUhelm Aderſtraße 68. Frau, Die Beerdigung findet am Montag, Uhr, von den 5. Juni, nachmittags der Reichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. 3928 geb. tldebrandt. Ich verliere in ihm einen getreuen Arbeiter.[ 897b Ehre seinem Andenken! Fabrik hygienisch. Badeapparate E. Schiegnitz, Stalikerstraße Nr. 10. Deutscher Verwaltungsstelle Berlin. Todes.Anzeige. Am 28. Mai verstarb infolge eines Unfalles unfer langjähriges Mitglied, ber Metallarbeiter 112/10 Wilhelm Schröder. Die Beerdigung findet am Sonntag, ben 4. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Alten Nixdorfer Kirch hofes aus nach dem Neuen Nixdorfer Kirchhof statt. B Die Ortsverwaltung. lumenhandlung P. Abromeit, Berlin SW., Blücherftr. 7, Eing. Boffenerstr. Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden etc. Billigste( Markthallen) Preise bei gefchmackvoller Ausführung. Verband der in Buchbindereien, Achtung! der Papier und Leder- Galanteriewaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 6. Juni, abends 8 Uhr, in Feuersteins Saal, Alte Jakobstr. 75: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: 1. Etwas vom Gewerkschaftskongrek. Referent Rollege E. Brückner. 2. Wichtige Verbandsangelegenheiten. 24/9 Wir ersuchen alle Mitglieder, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen, da unter Verbandsangelegenheiten sehr wichtige Beschlüsse zu faffen sind. Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin.) Montag, den 5. Juni 1899, abends 82 Uhr, in der Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57: General- Versammlung. Tages Ordnung: [ 112/9 1. Die gegenwärtigen Kämpfe der Metallarbeiter in Deutschland und Former. Achtung! Sonntag, den 4. Juni, mittags 12 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Grosse öffentliche Versammlung der Former und Berufsgenossen. Tages Ordnung: 1. Kenntnisnahme der Urabstimmung. 2. Beschlußfaffung über die weiteren Schritte, die wir zu unternehmen gedenken. 3. Verschiedenes. Kollegen! Der Feen- Palast und Stecherts Lotal waren nicht zu haben, wir mußten deshalb Kellers Festfäle nehmen. Die Fahrverbindung ist von allen Stadtteilen Berlins sehr günstig, mit der Stadtbahn wie auch mit der Pferdebahn. Der wichtigen Sache halber ist es nötig, daß Jhr, Mann für Mann, von jeder Wertstelle erscheint. J..: August Plath. Maschinisten, Heizer und Berufsgen. Am Sonntag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße 19/20: Große öffentliche Versammlung Tages: Ordnung: 1. Die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Referent Gen. Paul Jahn. 2. Wahl eines Delegierten zur Gewerkschaftskommission nebst Stellvertreter. 3. Berschiedenes. 138/10 Der Einberufer. Dänemart. 2. Beratung und Beschlußfaffung des neuen Ortsstatuts Allgem. Volks- Krankenkasse 3. An die Ortsverwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, allen Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Zahlreiches Erscheinen ist notwendig! Die Bibliothek, welche durch umfangreiche Neuerwerbungen jest mehr als 2000 Bände zählt, befindet sich im Verbandsbureau, Annenstr. 39, pt., und ist geöffnet täglich in den Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags; außerdem Dienstags und Donnerstags bon 7-9 Uhr abends. Die Ortsverwaltung. Achtung! 387b E. H. 126 i. L. 61/11 必 16900* Hans Kayser Görliher Bahnhof, Play 6. Billigste Bezugsquelle für Press- u. Steinkohlen. ahr -Räder, Radbestandteile -Radreparaturen reell und billigst in der Fahrrad- Fabrik Frankfurter Allee 131. 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Geschäftsstunden vormitt. v. 9-12 Uhr. Gewerkschaftshaus ( Gesellschaft mit beschr. Haftung.) Hagen. Millarg. Sassenbach. Montag, 5. Juni, abends 8%, Uhr, Hermannstr. 197: Arbeiter- Radfahrer- Verein Versammlung. 0 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Parow über: Wie schütt man sich gegen Krankheit?" 2. Die Verdrehung der Thatsachen durch die bürgerliche Presse. 3 Wahl. 4. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zur Dampferpartie am 2. Juli nach Hessenwinkel. Der Vorstand. Neuestes 146/11 ( 19732* Rabatt- Spar- System. Von heute ab erhält jeder Käufer das verbesserte Rabatt- Sparbuch gratis. Kaufhaus Max Mannheim Berlin 0. Frankfurter Allee No. 89. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Berlin. Morgen 7 Uhr Steuer: haus, Tempelhof. Feld, nach Trebbin( 36 km). Die Trebbiner er: warten zahlreiche Beteiligung. 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Schöning, Wollinerfstr. 27 v. III. Berantwortlicher Nedacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Ir. 127. 16. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 3. Juni 1899, Aus der Frauenbewegung. legung des Vertrages an, und nach diesem sei Fräulein St. ver- statt. Ferner wurden zwei Lohnstatistiken für Berlin und eine für die Pros pflichtet, in die Lehre zurückzukehreniad vinz Brandenburg aufgenommen. Hierauf famen die Differenzen bei der Firma C. Hedmann zur Sprache. Dort hatten 7 Mann die Arbeit niedergelegt, angeblich wegen Nichtbewilligung des Minimallohnes. wird nun festgestellt, daß vier Mann den An die Arbeiterinnen des Berliner Nordens. Der Verein Das Fahrrad des Unternehmers. Ein Grund zur sofortigen des Nordens Gelegenheit geben, feine Bestrebungen fennen zu lernen. Gewerbegerichts dann gegeben, wenn ein gewerblicher bewilligt Zu diesem Zwecke veranstaltet er eine Mitgliederversammarbeiter in seinem Privatinteresse das Fahrrad des Prinzipals ohne Tung, welche Montag, den 5. Juni im Victoria deffen Erlaubnis benut. Garten, Badſtr. 12, stattfindet und zu der hierburgh. Göße geladen werden. Frau Zepler wird fiber das Thema:„ Welchen für Franen und Mädchen der Arbeiterklasse will den Arbeiterinnen Entlassung ist nach einer Entscheidung der Kammer VII des Es erhalten haben und die übrigen drei einer anderen AbWert hat die Bildung für die Arbeiterin?" sprechen. zutreten. Versammlungen. Indi- O F teilung vor definitiver Entscheidung der Firma die Arbeit niederlegten. Da mum in einer Vertrauensmänner- Sizung am Tage vor der Arbeitsniederlegung in der Sache Beschluß gefaßt wurde, dieser aber von den betreffenden Arbeitern nicht Beachtung fand, so konnte die Versammlung das Vorgehen der Ausständigen als berechtigt nicht anerkennen. Die Versammlung beschloß sodann an die nnungsstatuts teilnehmen zu dürfen. an den Beratungen des neuen dürfen.sto Arbeiterinnen! Es werden hier Eure wichtigsten Lebens- Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse interessen behandelt! Wie manche von Euch, die sich Gedanken über sprach am Montag, den 29. Mai Herr Dr. Benzig über das die Erziehung ihrer Kinder macht, findet nirgends Rat und Hilfe. Thema„ Die Strafe in der Erziehung". Der Referent betrachtete Gure Sehnsucht nach geistiger Bethätigung bleibt ungeſtilt. Wir zuerst die Bedeutung der Strafe als Versuch zur Besserung und haben die Hoffnung, Euch wenigstens einen Teil von dem, wessen beantwortete die ferneren Fragen: warum, wozu, wie und wofür Im Centralverband der Handels, Transport und Ver Ihr bedürft, geben zu können. Wir fordern die Frauen und strafen wir, mit dem Grundgedanken: daß es vielfach auf das Tem tehrsarbeiter sprach am 28. Mai der Borsigende Schumann Mädchen der Arbeiterklasse auf, recht zahlreich unserem Verein bei- perament der Erzieher ankomme, die Strafe allemal nur dann wir über den Gewerkschaftskongreß in Frankfurt. Redner erörterte einDer Vorstand. sam sei, wenn sie gerecht erfolge. Brügelstrafe müsse abgebend die einzelnen Punkte der Tagesordnung und sprach sich zuDer Frauen und Mädchen Bildungsverein zu Rirdorf folut, sowohl im Hause wie in der Schule schwinden, timmend zu den Beschlüssen aus. Hierauf hielt der Direktor der bielt Donnerstag, den 1. Juni, seine Mitgliederversammlung in dagegen andere Strafen wie Freiheitsstrafen, Entziehung von Lecker Treptower Sternwarte, Herr Archenhold, einen interessanten Peters Salon ab. Herr Dr. Silberstein sprach über„ Sinderelend im 11. Juni bei biffen 2c. ganz angebracht seien. Der wirksamste Erfolg würde da- Vortrag über Astronomie. Im Anschlubuen am mitgeteilt, Proletariat". Er schilderte das Elend der Proletariertinder in Traurigkeit zeige. Ferner sei außer dem verweisenden und strafenden Ronnenberg, Treptow, Parkstraße und Köpenicker Landstraßens drastischer Weise und erntete für seinen Vortrag reichen Beifall. das vernünftige Wort eine gute Erziehungsmethode, weil sich stets Ede, abends 5/2 Uhr, treffen, um gemeinsam die Sternwarte zu enitete reiden Beifall eine weil abends 6% 11 Diskussion fand nicht statt. Im Verschiedenen wurde bekannt ge- Belehrung daran knüpft. geben, daß Auch an dem guten Beispiel, vereint besuchen. die Versammlungen in den Monaten Juli mit herzlicher Liebe und Entgegenkommen, dürfe man es und August ausfallen, dafür aber einige gemeinschaftliche bei der Die Maurer der lokalen Richtung hielten am Mittwoch eine Ausflüge Erziehung nicht mangeln lassen. Auf den Ge- start besuchte öffentliche Versammlung in den Borussia Sälen unternommen werden sollen, was allgemeinen biete des Schulwesens fehle es den Eltern sehr Sintlang fand. Der nächſte erſte Ausflug findet am 18. Juni nach Renntnis und Einfluß die Schule sollte die vornehmste Erziehungs- ab, in der Fr. Kater über„ die Leiſtungsfähigkeit der Bet Außerdem zur Kenntnisnahme, daß sich die Zahlstellen für Beiträge Wunsche, daß die Ideale der Stindererziehung recht bald zur Wirklich referierte. Nach einer langen Distuffion gelangte folgende Refolution Johannisthal statt. Treffpunkt vormittags 10 Uhr am Richardplay. Anstalt für unſere Stinder ſein. Der Referent ichloß mit dem trauensmänner- Centralisation und das unqualifizierbare Vorgehen der Verbandsleiter gegenüber den lokalorganisierten Maurern" bei der Kaſftererin Frau B'eſſer, Sineſebedſtr. 103, bei Frau feit werden. An den mit Beifal, aufgenommenen Vortrag schloß Harnisch, Steinmeßstr. 27, Hof 1 Tr., und bei der Vorsitzenden des Bereins, Frau Jäger, Weiseftr. 75, v. 1 Tr. befinden. Neue Mit- ich eine interessante Diskussion. Sämtliche Redner und Rednerinnen zur Annahme: Die am 31. Mai in den Borussia- Sälen tagende waren sich darüber einig, daß es recht wohl auch ohne Prügelstrafe Centralisation) nimmt Kenntnis von den verleumderischen Gerüchten Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend( Vertrauensmänner glieder werden ebenfalls dort aufgenommen. in der Erziehung gehe; zum Teil sprach man sich auch 181881-18mgegen jede Strafe aus, weil dadurch nur Troß erzeugt werde. der Leiter des Verbandes deutscher Maurer, Filiale Berlin II, und find die Anwesenden fest überzeugt, daß gewissen Personen keine Ferner wurde auch darauf hingewiesen, daß Mittel zu schlecht sind, um unsere Bewegung zu unterdrücken resp. garnicht im stande der Mütter, in deren Händen die Erziehung liegt, der größte Teil mit die Anwesenden feſt überzeugt, daß gewissen Personen keine fei, genügend Erziehung ihren Stindern zu geben, weil ihnen die wahren sich ganz entschieden gegen die Verdächtigung des unsolidarischen mit Gewalt in den Verband hineinzuzwängen. Die Anwesenden verwirtschaftlichen Verhältnisse ihren Platz in der Hausindustrie und in Berhaltens gegenüber kämpfender Arbeitsbrüder und glauben dieses am wahren sich ganz entschieden gegen die Verdächtigung des unsolidarischen der Fabrit anweisen. In seinem Schlußwort stimmte Dr. Benzi allerbesten dadurch bisher bewiesen zu haben, daß ohne Rücksicht auf zum großen Teil den Rednern und Rednerinnen zu und hofft, daß den Ort und Ansehn des Berufs der streitenden Arbeiter bis jetzt allmäliger Fortschritt, mit dem wir schon heute anzufangen haben, stets Unterstützungen gezahlt wurden. Des weiteren werden die alle unsere Ideale erfüllen würde. Unter Vereinsangelegenheiten Maurer Berlins treu und fest zu ihrer alten Organisation stehen." wurde noch bekannt gegeben, daß Ende Juni ein gemeinsamer Aus- Nachbem noch über die Mißstände auf mehreren Bauten berichtet flug geplant fei. Näheres wird noch bekannt gegeben. and über einige Unterſtüßungsansprüche diskutiert worden war, wurde zum Schluß bekannt gegeben, daß am Sonntag, den 4. Mai eine Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend im Englischen Garten vormittags 10 Uhr stattfindet. Unternehmer- Verbände. Ein Unternehmerbund für das Baugewerbe hat sich in Bielefeld und Umgegend gebildet, dem sich fast sämtliche Unternehmer bes Faches angeschlossen haben. Er will vor allem gedeihliche Justände zwischen Arbeitern und Unternehmern herbeiführen. Das heißt gedeihlich für die Unternehmer. sqqu ne eine " " die welcher eine Kunft und Wissenschaft. Metropol- Theater. Was die Oberen versäumen, Holen allDie Bäcker hatten am 30. Mai eine öffentliche Versammlung mählich die Unteren nach, erst versteckt, unbeachtet, mißachtet, dann einberufen, welche sich mit der Berichterstattung über den Kongreß immer siegreicher. Unsere Hof- und vornehmeren Bürger- und der lokalorganisierten Gewerkschaften in Braunschweig, wie mit der Bildungsbühnen machen es wie die Kunstakademien und älteren jeßigen Streitbewegung beschäftigte. Most berichtete eingehend Kunstausstellungen: fie zehren an einem Klassizismus, während über den Verlauf des Kongresses, und wurde sodann folgende Relängst schon im gemütlichen Treiben der Maler, in kleinen mehr solution von den Versammelten einstimmig angenommen: In der außerordentlichen Generalversammlung des Ber privaten Versuchen, an Unterhaltungsbühnen usw. ein frischeres Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des dritten bandes der Möbelpolierer, welche am 29. Mai tagte, sprach zuReben sich regt. Wie muß ich nicht eine moderne Dramatit Sager jöweir centralisierten Gemert nächst Dr. Wollheim über: Das Arbeitsmaterial der Möbelbrüden lassen, ehe sie an ihre gebührende Stelle fommt; schaften einverstanden, sie verspricht, soweit es in ihren Sträften steht, polierer und dessen schädliche Wirkungen. In der Diskussion gab wie fest halten nicht unsere ersten Opernbühnen am alten sozusagen für die Verwirklichung der Beschlüsse, wie für rege Agitation unter Schu13 belannt, daß die ärztliche Untersuchung von Herrn ornamentierenden( choreographischen") und phantasielos- phantastischen den der Lokalorganisation noch Fernstehenden durch thatkräftige Pro- Dr. Becher, Linienſtr. 71, vorgenommen wird und haben die Ballett, während auch hier der„ Griff ins volle Menschenleben" so paganda einzutreten." I hierzu aufgeforderten Kollegen pünktlich zu erscheinen. Bezüglich Nach diesem Punkt referirte St I am met über die Streiks und der Aussperrung vom 1. Mai teilte Redner mit, daß 39 Werttöniglichen Opernhaus" nicht, was wir suchen, so gehen wir un ihre Bedeutung. Redner ging auf die Streitbewegung des Testen stellen mit 312 Kollegen, welche eine Ausgabe von über mutig dahin, wo uns nicht Kunst, sondern Unterhaltung, nicht Jahrzehnts, auf die Taktif, welche man unter den verschiedenen Ge- 4000 m. verursachten, zu verzeichnen waren. Antrag Schulz, eine Drama, sondern eine heitere Revue" versprochen wird: ins un werkschaften entfalte, und auf das öffentliche Sammelwejen ein. Extrasteuer von 20 f. zu erheben, wurde zu Gunsten eines fönigliche Erhöhung des Beitrags bon Metropol Theater". Und hier fanden wir, Unter Berschiedenes" berichtete Schneider über den Verlauf, den Antrags, was wir hier nicht fuchten eine Spur moderner mufifalischer Bwed und die Bedeutung des Tuberkulose- Stongresses. 20 f auf 30 Bf. mit Ausschluß der Agitationsmarke Bühnenkomit als am 1. 6. M. ein Stück mit dem Titel, Berlin Reber die Ausbeutung des Proletariats durch die Kranken- berlangt, zurückgezogen; letzterer Antrag wurde nach langer lacht" feine Premiere erhielt. 945 Zuschustafsen felte in einer Bolte versammlung verbandelt Debatte augenommen, desgleichen der Antrag des Vorstandes, für Monat Mai die Extrastener von 20 Pf. beizubehalten. Es müssen Sein kunsthistorischer Zwang hinderte Herrn Julius Freund werden, die zum Montag nach dent Kellerschen Festsälen einberufen bis zur 21. Woche 40 und von der 22. Woche 30 Bf. Beitrag geleistet Saran, aus allen brauchbaren Berliner Orts- und Beiterscheinungen worden war. Wegen zu schwachen Besuches nahm man jedoch von werden. Antrag Niese, den Stockarbeitern 75 M. zu überweisen, ein buntes Stück zusammenzustellen, und Herrn Julius Einöds- der Verhandlung Abstand. hofer, eine flotte Musit dazu zu schreiben. Von den hohen der 8 wurde angenommen; Antrag Nierich, Lösung des Verhältnisses drei Einheiten" des Dramas ist die der„ Handlung" taum so weit Richtung, die am Dienstag tagte, referierte Thieme über Ge- orduig erledigt. Bezüglich der obligatorischen Einführung ber In einer öffentlichen Versammlung der Tischler, lokaler zur Gewerkschafts- Stommission, wurde durch Uebergang zur Tagesda, wie in Wallensteins Lager"; die Einheit" der Musik ist gerade so wertschaftsorganisation". Redner erimtett in feinen Ausführungen Einigkeit" waren von 378 eingelaufenen Fragebogen 1/8 für dieselbe. die am Ge- ordurig groß, daß nur wenig Gesprochenes bleibt, daß die" Couplets" fich zunächst an ben verflossenen Gewerkschaftskongres in Frankfurt a. M. Mit dem Beschluß auf Aufhebung der Sperre der durch Streitbrecher ins Ganze einfügen und daß eine gewisse Eintönigkeit, ein Mangel fiber welchen der Vorwärts" in einem besonderen Leitartitel ganz bejegten Wertstelle von Müller, Strautstraße, wurde die Versammlung an Charakterisierung all des Verschiedenen vielleicht als einziger eigenartige Loveserhebungen gebracht habe. Wer aber die Ver- nach einigen anderen unwesentlichen Angelegenheiten geschlossen. Gegenstand kritischen Tadels übrig bleibt. Im ersten Bild" eine Lotterie; Wilhelm, ein Berliner, gewinnt handlungen des Kongresses selbst und dessen Beschlüsse, sowie feine Die Vergolder und verwandten Berufsgenoffen tagten am als Haupttreffer eine Stifte; darin Guste, eine Berlinerin. Rund Stellungnahme gegenüber den Lokalorganisationen genau verfolgt den Armin hallen. Nachdem der bisherige ist die Kugel, rund ist die Welt." Und dann das, auch zuletzt wieder und beobachtet habe, der komme zu ganz entgegengesetzten Auf- Donnerstag in fehrende Lied von der„ Berliner Pflanze"! Im zweiten, wohl dem fassungen als der Leitartikelschreiber des Vorwärts". Die auf dem Gewerkschaftsdelegierte Schnorre einen eingehenden Bericht über wertvollsten Bild, eine lange Reihe Berliner Straßenicenen; inmitten Baß den Teilnehmern fast jeder Idealismus verloren gegangen sei. gewählt. Die durch die Anstellung eines zweiten Beamten im Ges Frankfurter Kongreß gefaßten Beschlüsse lassen deutlich erkennen, seine Thätigkeit gegeben hatte, wurde er mit Einstimmigkeit wiederall der Freude der auf Bestätigung wartende Bürgermeister(„ Ver Denn anstatt die Organisationen derartig auszugestalten, daß, werkschaftsbureau auf 60 M. erhöhte Beisteuer zu den Koften des gessen, bergessen" usw.). Unter dent vielen Bersonifitationen auch wie es die Lokalorganisationen bisher immer erstrebt hätten, die Bureaus wurde ebenfalls einstimmig bewilligt. Aus der folgenden der Tiergarten", in besonders reizendem Kostüm und mit einem hervorragend schönen Wehmutslied. Unter den Gesangsmmmmern große Maffe der Indifferenten herangezogen und zum politischen und Distuffion über den Streit der Grundierer bei der Firma mit zahllosen Steimen auf" Hinter dem Gießhaus". gewerkschaftlichen Kelafientampf ausgebildet werde, seien die Central E. Probst ergab sich, daß in der Fabrik eine Kontrolluhr Leidet das ganze Stück unter der Verquickung von Kunst organisationen nur noch Zufluchtsstätten für Unterstüßungswesen. aufgestellt worden war, deren Bedienung 17 Grundierer ablehnten. und Unterhaltung Durch eine derartige Tattik habe man sich auf der schiefen Ebene Da der Unternehmer nicht von der Durchführung der Neuerung abund unter einem häufigen Herabsinken ins Kleinlich- Komische und Unmotivierte, so ist dies besonders im immer mehr den Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften genähert, so daß sehen wollte, verließen sie die Arbeit. Nach einem Briefe des Herrn der„ Vorwärts" alle Ursache gehabt hätte, von einer gegenwärtigen Probst find ihre Pläße fämtlich wieder befeßt, auch stellen die anderen borauiühren, der all; zumal der Versuch, unsere Preſſe als Ballett Harmonieduselei zu fchreiben! Es sei demnach, wie die Buche Unternehmer feine Streifenden ein. Doch geben die Vergolder die Hoffborzuführen, läßt uns wieder aus Anläufen zu einer wirklichen Dar bruder- Wacht" sehr richtig bemerkt habe, die Zeit nicht mehr fern, in der nung nicht auf, ihre Sache durchzuführen, da die eingestellten Kräfte stellung ing Tanzornament fallen. Selbst die reichen Kostüme: halb die Organisationen ihre ehemals gestellten Aufgaben gänzlich verlassen nur schwache Arbeiter sein sollen. Ein einstimmiger Beschluß der waren sie Charakterkleider, halb Ausstattungsflitter. Auch die ausübenden Künstlerbeispielsweise die 7 Mart werden. Während unsere meisten Parteibeamten und Redacteure faft nur Versammelten sagte ihnen ausreichende Unterstützung zu und ver grafen hätten beffer gethan, weniger aus der Rolle zu fallen", in der gewerkschaftlichen Bewegung geschult und aus derfelben hervor hängte die Sperre über die Fabrit von G. Probft. und von füdlicher Anmut hätte wieder eine gute Portion not ge- gegangen jeien, habe die gewerkschaftliche Organisation für sie nur noch eine ganz untergeordnete Bedeutung. Daher hätten die than, auch in den dem Theaterstück vorangehenden Artiſten- Stückchen. Centralisten ben Lokalorganisationen stets alle Hindernisse bereitet Aber schon der tollheitere Zug des Ganzen erleichterte den Darstellern und kein Mittel zu deren Bekämpfung gescheut. Aber trotz alledem den Erfolg. Unter den vielen seien genannt die Herren Friß und der gefaßten Beschlüsse auf dem Gewerkschaftskongres würden Lehmkuhl" und Fuhmann Hentschel"); unter den tanzenden Darstellern unjerer Alkoholbuden Eugen Chlebus und Martha Hilde= nur geschulte und kampfbereite Genoffen zu erziehen und den brandt; unter den Sängerinnen Frid Frid in der Hauptrolle Charakter der Stampforganisation aufrecht zu erhalten! der„ Guste" und Asta hilton in mehreren Nebenrollen. Heber organisation anwesend waren, entspann sich, wie zu erwarten, nunDa in der Versammlung auch eine Anzahl Anhänger der Centralihr Gesangstönnen möchte man freilich noch ein Wörtchen verlieren; mehr eine recht lebhafte und stundenlange Auseinandersetzung zwischen aber wie lange Neden müßte man dann verhältnismäßig anderswo beiden Richtungen. verlieren?! Der Erfolg war groß genug, um das mehrmalige Er scheinen der Autoren und des Direktors zu rechtfertigen. Nach einem Schlußwort Thiemes erstattete sodann der bisWas aber nanu?!" herige Vertrauensmann unisch den Kassenbericht. Derselbe ergiebt mit einer Sammlung von 217 M. für die Krefelder Weber eine Gesamt- Einnahme von 1061,75 m., bei einer Ausgabe Charlottenburg. Hier tagte am 29. Mai eine Versammlung Sociale Rechtspflege. bon 798,13 m., so daß ein Bestand von 265,62 m. verblieb, zu der besonders die Arbeiter der chemischen Fabrik( vorm. Schering) Der Lehrvertrag der Plättaustalt. Die Firma Buchola Revisoren die Richtigkeit der Abrechnung befunden, erfolgt die be- und wurde die Kritik, die der Referent H. Faber an den ZuDer Lehrvertrag der Plättanstalt. Die Firma Buch bola ovon 250. an die Geschäftstaffe zurückgezahlt wurden. Da die eingeladen waren. Der Einladung hatte man zahlreich entsprochen flagte gegen die Plätterin K. auf Erfüllung eines mit ihr ab= geschlossenen Lehrvertrages. Vor der Kammer I des Gewerbeantragte Entlastung. Hierauf werden Friese als Vertrauensmann ständen in der Fabrik übte, sehr zustimmend aufgenommen. Bon gerichts, die sich mit der Sache zu beschäftigen hatte, wandte die und Winkler als Revisor auf ein halbes Jahr ernannt. Lange den in der Versammlung erschienenen Meistern nahm niemand Bellagte ein, fie vertrage die schwere Blättarbeit nicht. Das Hach Mitternacht erfolgte Schluß der inzwischen start gelichteten Ber- das Wort. erfolgte Schluß der inzwische fammlung. Gericht erjuchte bie Gericht ersuchte die Beklagte, ein ärztliches Attest über ihren Freiveligiöse Gemeinde. Sonntag, den 4. d. M., vormittags 9 Uhr, Gesundheitszustand beizubringen. Im neuen Termin gab Im deutschen Textilarbeiter- Verband( Filiale I) sprach am im großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57,„ Verdie Beklagte aut, daß sie am Tage vorher beim Arzt 27. Mai Ad. Hoffmann über das Thema: Himmel und Hölle sammlung. Freireligiöse Vorlesung". Um 11 Uhr vormittags ebendaselbst gewesen sei und daß dieser ihr gesagt habe, fie folle nach und ihre Bewohner. Sodann würde die Abrechnung vom 1. Quartal Vortrag des Fräulein Jda Altmann: Goethe Heide oder Christ?" M. tono 50 m einigen Tagen wiederkommen. Der Gerichtshof verurteilte sie verlesen. Diese ergab eine Einnahme von 796,27. und eine Aus- Gäste willkommen. Sumanistische Gemeinde. Biegelstraße 10/11, im oberen Saal des darauf, das Lehrverhältnis bei der Firma Buchholz fortzusehen, und gabe von 612,56 M. Der Streit bei der Firma N. Gottfeld u. Ko. der Vorsitzende Dr. Leo führte begründend aus: Die Beklagte hätte hat eine Ausgabe von 271,75 m. verursacht. Die Abrechnung vom beweisen missen, daß sie unfähig sei, ferner noch zu plätten. Von lesten Maskenball ergab einen Ueberschuß von 1195 2. Der Bor11 Tagen habe sie sich nun den legten ausgesucht, um zum Arzt fißende theilte mit, daß die Filiale zum Streit in Krefeld 988,25 M. zu gehen, und jetzt tömne fie nur mitteilen, daß fie noch beigesteuert hat's a sign mals zu dem Sachverständigen kommen solle. Hierin tönne Eine Versammlung der Kupferschmiede nahm am 27. Mai tönneth der Gerichtshof nur eine absichtliche Verschleppung sehen. Ob die den Jahresbericht des Vertrauensmannes entgegen. Danach fanden Beklagte später plätten könne oder nicht, habe das Gericht jezt nicht während der Amtsdauer desselben 12 öffentliche Versammlungen, 8 Vermehr zu prüfen. Es tomme jezt vielmehr lediglich auf die Aus- I trauensmänner- Sigungen und 11 Sigungen der öffentlichen Kommission Selmerding(„ Wilhelm") und dugo( scund o Hummel(„ Schumann die Lokalorganisationen verharren bei ihrem bisherigen Bestreben: SZ, sho!@.0 Eine öffentliche Versammlung der Bäcker Nixdorfs fand am Dienstag im Apollo- Saal statt. Das Referat hatte Stollege öpfner aus Berlin übernommen. ordnung war die Versammlung leider nur schwach besucht und wurden daher nur die wichtigsten Punkte verhandelt. Zum Schluß entstand noch eine Debatte über Zwangsinnungen und die Stellung nahme der Gesellenschaft hierzu. Maurer hatte am 28. Mai eine Versammlung anberaumt, in der Charlottenburg. Die hiesige Bahlstelle des Verbandes der Stadtv. Bayer über den kommunalen Arbeitsnachweis sprach. Sodann gab Bernsee den Bericht über die Thätigkeit des Gewerbes gerichts im Jahre 1898/99. Die übrigen Verhandlungen betrafen interne Angelegenheiten. Langenbeckhauses, hält am Sonntag, den 4. Juni, vormittags 10% Uhr, Herr Dr. Rud. Benzig den 4. Teil des Thema: Unser Thun und Laſſen. Was wir tönnen. Damen und Herren haben freten Zutritt. Socialdemokratischer Agitationsverein für Stralsund Franzburgs Rügen. Sonntag, vormittags 10 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstraße 35/36: Sizung. Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Rigdorf Brit. Sonntag, den 4. Juni, nachm. 1 Uhr: Vereinsversammlung in den VictoriaSälen, Hermannstr.( ft. Saal). Vortrag:„ Entstehung des Buchstabens" Referent Kollege Bath. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Thraker. Sonnabend, den 3. Junt. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Bajazzi. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Der Traum ein Leben. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Unf. 72 Uhr. Urania Tanbenstrasse 48/49. Um 8 Uhr: Im Theater: W. Noacks Theater, Brunnenstraße 16.) Heute Sonnabend, den 3. Junt: Grosse Extra Theater- Vorstellung . ( Auftreten Specialitäten I. Ranges.) Vom Matterhorn zur Jungfrau Großvater will heiraten. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr Schwant in 1 Aft von Opig. Madame Blaubart. Bosse mit Gesang in I Aft von Linderer. Im Saal: Großer Ball. Dentiches, Cyrano von Bergerac Passage- Panopticum. Ostbahn- Park Anfang Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Con troleur. 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